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NOTE
Podcast: Logbuch:Netzpolitik
Episode: LNP094 Internet Zero
Publishing Date: 2014-02-28T20:19:43+01:00
Podcast URL: https://logbuch-netzpolitik.de
Episode URL: https://logbuch-netzpolitik.de/lnp094-internet-zero

00:00:00.005 --> 00:00:01.760
<v Tim Pritlove>Guten Morgen, Thomas.

00:00:00.006 --> 00:00:02.625
<v Thomas Lohninger>Guten Morgen Tim.

00:00:23.243 --> 00:00:30.796
<v Tim Pritlove>Ja, herzlich willkommen, hier ist äh Lokbuch Netzpolitik und wie ihr schon auf den ersten Metern äh bemerkt hat, äh

00:00:30.556 --> 00:00:48.216
<v Tim Pritlove>fehlt heute äh jemand, nämlich äh der Linus, der hat sich jetzt mal ein bisschen frei genommen und äh wird hier für ein, zwei Folgen mal das Ganze aus der Ferne äh betrachten, aber äh wir haben hier für ausreichend äh Ersatz gesorgt. Und ich sage jetzt noch mal hallo zu

00:00:48.090 --> 00:00:50.409
<v Tim Pritlove>Thomas, Thomas Luninger.

00:00:50.578 --> 00:00:51.984
<v Thomas Lohninger>Hallo, grüß dich Tim.

00:00:51.684 --> 00:00:56.971
<v Tim Pritlove>So und du bist äh ja normalerweise ähm hätte ich jetzt mal gesagt,

00:00:57.008 --> 00:01:01.766
<v Tim Pritlove>Wir schalten nach Wien, in unser österreichisches Studio, aber äh no more.

00:01:02.794 --> 00:01:14.127
<v Thomas Lohninger>Ja, jetzt kannst du nach Brüssel schalten. Ähm hier gibt's auch ein Podcast-Studio, weil ich habe meins mitgenommen. Und äh ich bin jetzt im Büro von Edri, European Digital Rights, weil dort arbeite ich jetzt.

00:01:13.827 --> 00:01:20.250
<v Tim Pritlove>Genau, das ist nämlich sozusagen die Neuigkeit, du hast da äh ja nicht unbedingt die Fronten gewechselt, aber zumindest den ähm

00:01:20.071 --> 00:01:30.892
<v Tim Pritlove>den die Beschäftigungsorganisation. Äh wer's noch nicht so mitbekommen hat, du warst schon einige Male zu Gast und hast dich ja schon äh längere Zeit äh in Österreich.

00:01:31.235 --> 00:01:42.604
<v Tim Pritlove>Mit äh verschiedensten netzpolitischen Themen beschäftigt, äh einen großen Schwerpunkt gab's immer, äh war zumindest meine Wahrnehmung, schon immer bei äh Netzneutralität,

00:01:42.863 --> 00:01:51.846
<v Tim Pritlove>oder? Genau und das ist jetzt eigentlich auch das Thema, was dich nach Brüssel geführt hat, weil äh Edri gesagt hat, willst du nicht mal in Europa wohnen.

00:01:52.748 --> 00:01:56.107
<v Tim Pritlove>Ich weiß gar nicht, was haben sie denn gesagt? Oder hast du dich beworben?

00:01:56.455 --> 00:02:09.945
<v Thomas Lohninger>Nee, ich habe mich nicht beworben. Das war irgendwie so ähm aus der Situation heraus, dass diese EU-Verordnung zur Netzneutalität nicht allen, die damit beschäftigt sind, sehr viel Kopfschmerzen bereitet und schlaflose Nächte,

00:02:10.018 --> 00:02:16.694
<v Thomas Lohninger>und äh halt auch, wie alle NGOs ähm immer viel zu wenig Leute hat. Und ähm

00:02:16.646 --> 00:02:25.395
<v Thomas Lohninger>die einfach jemanden brauchten, der da aushilft in dem Thema und nachdem ich schon ganz lange Netzertralität mache und auch die Verordnung schon seit Anfang an begleite

00:02:25.287 --> 00:02:32.636
<v Thomas Lohninger>Haben Sie mich gefragt, ob ich nicht mal für so zwei Monate bis das Teil durchs Parlament durch ist nach Brüssel kommen will, um für sie zu arbeiten?

00:02:33.369 --> 00:02:38.945
<v Thomas Lohninger>Und äh ja, dann habe ich irgendwie äh nachdem ich diese Nachricht bekommen habe, ähm,

00:02:39.228 --> 00:02:47.057
<v Thomas Lohninger>Job gekündigt, den ich seit sechseinhalb Jahren hatte, als Programmierer in Wien alle Zelte abgebrochen und bin nach Brüssel gezogen für,

00:02:47.376 --> 00:02:50.969
<v Thomas Lohninger>zwei Monate ein bisschen mehr als zwei Monate, um,

00:02:51.060 --> 00:02:58.601
<v Thomas Lohninger>das was vorher mein Hobby war an Aktivismus jetzt als Beruf hier in Brüssel ganz nah am Parlament weiterzumachen.

00:02:58.379 --> 00:03:02.531
<v Tim Pritlove>Hm, zwei Monate ist aber jetzt nicht gerade eine besonders ausufernde Perspektive.

00:03:03.198 --> 00:03:11.400
<v Thomas Lohninger>Ja, wie es danach weitergeht, ist auch noch ein großes Fragezeichen, das äh langsam auch größer wird am Horizont, aber.

00:03:11.827 --> 00:03:20.167
<v Thomas Lohninger>Ähm es war auch irgendwie so äh meine Perspektive, dass diese EU-Verordnung, wenn man da nichts macht, halt einfach ganz klar den Bach runtergeht.

00:03:20.570 --> 00:03:28.250
<v Thomas Lohninger>Und äh deswegen wollte ich da auch einfach wirklich diese Chance mal ergreifen, einerseits da mitzuhelfen, dass da

00:03:28.154 --> 00:03:38.934
<v Thomas Lohninger>unsere Perspektive, die netzpolitische Perspektive bisschen stärker vertreten wird und gleichzeitig ist das auch genau der Job, den ich eigentlich machen will im Leben und deswegen

00:03:38.790 --> 00:03:44.138
<v Thomas Lohninger>war das so ein bissel ein da ins kalte Wasser zu springen.

00:03:44.463 --> 00:03:51.318
<v Thomas Lohninger>Dann findet sich hoffentlich danach ein neuer Job oder vielleicht hier irgendwas im Anschluss, das werden wir sehen.

00:03:51.157 --> 00:03:55.825
<v Tim Pritlove>Mhm. Okay, mutig, mutig, aber finde ich gut.

00:03:55.651 --> 00:04:05.878
<v Tim Pritlove>Da haben wir jetzt zumindest äh für für bestimmte Zeit äh unseren Korrespondenten in äh Brüssel und das wollten wir dann jetzt hier auch gleich in der ersten Sendung mal äh nutzen, denn

00:04:05.693 --> 00:04:07.777
<v Tim Pritlove>Netzpolitik ist

00:04:07.585 --> 00:04:19.291
<v Tim Pritlove>Netzneutralität, ja, ist eins der heißen Themen, du hast es ja schon angesprochen und wir haben das ja hier auch schon äh ein paar Mal äh entsprechend begleitet und auch vor allem auf die

00:04:19.087 --> 00:04:27.721
<v Tim Pritlove>ähm nicht nur von Idri, aber ich glaube von vor allem von Edri vorangetriebene safe the Internet dot EU Kampagne hingewiesen.

00:04:27.866 --> 00:04:41.831
<v Thomas Lohninger>Ja, also die Safety Internet EU ist so irgendwie ein Gemeinschaftsprojekt von eigentlich allen großen europäischen Netzpolitikorganisationen, also ähm wir haben das so in Österreich aus äh programmiert als Netzfreiheit

00:04:41.807 --> 00:04:46.830
<v Thomas Lohninger>und ähm da waren aber immer schon die dabei,

00:04:46.698 --> 00:04:52.196
<v Thomas Lohninger>war ziemlich früh dabei und Edri und Access Now haben das sozusagen

00:04:52.065 --> 00:05:02.021
<v Thomas Lohninger>Von der Policy-Ebene hier aus Brüssel begleitet, weil die eben die den Großteil der Arbeit mit dem Parlament und dem lokalen politischen Vertretern machen.

00:05:02.490 --> 00:05:20.036
<v Tim Pritlove>Genau, so und jetzt stand ja äh schon länger an, dass dort eine entsprechende Beschluss äh Fassung erfolgt durch das europäische Parlament. Das läuft ja dann immer durch äh so allerlei äh Ausschüsse, einen Ausschuss, gibt's dann immer, der da im wesentlichen für zuständig ist. Äh wie heißt der nochmal gleich?

00:05:20.277 --> 00:05:27.716
<v Thomas Lohninger>Das ist der äh Industrietechnologie und Research, Ausschuss. Und ähm da.

00:05:25.571 --> 00:05:32.782
<v Tim Pritlove>Mhm. Das ist aber der einzige, der sich jetzt bisher noch nicht äh geäußert hat. Alle anderen haben da schon ihr Statement zu abgegeben.

00:05:32.938 --> 00:05:40.221
<v Thomas Lohninger>Genau, also eigentlich kann man sich das so wie eine Pyramide vorstellen, dass alle anderen irgendwie dem zuarbeiten, ihrer Meinungen abstimmen?

00:05:40.101 --> 00:05:49.198
<v Thomas Lohninger>Und der federführende Ausschuss sollte eigentlich ähm so auf den ähm steht auf diesen anderen, schaut sich alle anderen Ergebnisse an,

00:05:49.487 --> 00:05:54.204
<v Thomas Lohninger>und äh führt die dann zusammen zu einem gemeinsamen Ergebnis, was,

00:05:54.204 --> 00:06:02.364
<v Thomas Lohninger>ins Plenum geht. In dem Fall haben wir aber leider die Situation, dass alle anderen Ausschüsse sehr netzneutralitätsfreundlich waren,

00:06:02.623 --> 00:06:08.776
<v Thomas Lohninger>aber jetzt im Industrieausschuss, der, wie's der Name schon sagt, sehr industriefreundlich ist

00:06:08.764 --> 00:06:20.974
<v Thomas Lohninger>sich das Blatt nochmal wendet und wir die Gefahr haben, dass das ganze nochmal kippt und wir uns riesige Probleme einreißen in einigen Punkten der Verordnung.

00:06:20.837 --> 00:06:28.822
<v Tim Pritlove>Das heißt, kippt, also es ist deine eigentliche Einschätzung schon, die das, dass es eine pro Netzneutralität, Grundhaltung gibt im europäischen Parlament.

00:06:29.039 --> 00:06:38.058
<v Thomas Lohninger>Ja, also wir hatten in dieser Legislaturperiode von diesen fünf Jahren, die es das Parlament gibt, ähm schon drei Resolutionen für die Netznetralität.

00:06:38.533 --> 00:06:45.095
<v Thomas Lohninger>Das Thema war wirklich ganz oft in der Debatte die Parlamentarier kennen das,

00:06:45.348 --> 00:06:57.035
<v Thomas Lohninger>es gibt auch schon Dokumente sogar von den Konservativen, wo sie sich für eine Verankerung der Netznetralität und gegen kommerziell motivierte Diskriminierung im Netzwerk aussprechen,

00:06:57.233 --> 00:07:06.018
<v Thomas Lohninger>Also ähm jetzt doch mal vor dieser Wahl, mit dem aktuellen Parlament haben wir auf jeden Fall so eine Grundhaltung, die sehr pronetzneutralität ist.

00:07:06.415 --> 00:07:18.247
<v Thomas Lohninger>Wie immer bei diesem Thema muss man dann aber auf die Details schauen, weil ähm es sagen eigentlich keine Politiker heutzutage mehr, dass sie gegen der Zentralität sind, so wie auch niemand mehr sagt, dass er gegen Umweltschutz ist,

00:07:18.325 --> 00:07:24.574
<v Thomas Lohninger>nur was sie dann im Detail wirklich machen und genau meinen damit, das ist natürlich immer noch die Frage.

00:07:24.358 --> 00:07:37.386
<v Tim Pritlove>Ja. Äh so, das heißt, jetzt kommt dieser letzte äh also der äh der hätte aber eigentlich jetzt diesen Montag Stellung beziehen sollen.

00:07:37.843 --> 00:07:43.996
<v Thomas Lohninger>Genau, die hätten eigentlich lange angekündigt ihren Abstimmungstermin am vierundzwanzigsten Februar gehabt.

00:07:44.867 --> 00:07:50.648
<v Thomas Lohninger>Und äh dann ist ein ja fast komediantisches Ding passiert. Ähm,

00:07:50.810 --> 00:08:02.534
<v Thomas Lohninger>Also die Abstimmung war spät abends in Straßburg und äh es wurde eigentlich äh überhaupt nicht inhaltlich diskutiert. Also waren zwei Punkte auf der Tagesordnung. Eine Richtlinie,

00:08:02.600 --> 00:08:07.167
<v Thomas Lohninger>irgendwie weniger äh Plastiksackerl, weniger äh Plastik,

00:08:07.311 --> 00:08:17.869
<v Thomas Lohninger>Einkaufstaschen. Äh irgendwie in Europa verpflichtend machen wollte und der zweite Punkt war die Netzneutralität. Und die Konservativen haben dann eine Debatte losgetreten,

00:08:18.116 --> 00:08:26.702
<v Thomas Lohninger>dass man nicht über die Plastiksackerl abstimmen darf, weil nicht alle Änderungsanträge äh in allen Sprachen zur Verfügung stehen

00:08:26.534 --> 00:08:43.654
<v Thomas Lohninger>was ein wirklicher, ja, blödsinniger Formalgrund ist, den man sonst niemals ins Feld führen würde, aber die Konservativen haben das in diesem Fall gemacht und dann wurde schon mal irgendwie so fast eine Stunde lang, nur darüber diskutiert und gestritten, ob man jetzt drüber abstimmen soll oder nicht.

00:08:43.558 --> 00:08:49.344
<v Tim Pritlove>Aber es gings nicht um die Nestneutralität, sondern um die Kunststoff Kunststofftragetaschen, was, glaube ich, der korrekte Termen ist.

00:08:49.044 --> 00:08:52.012
<v Thomas Lohninger>Genau, genau, ja, äh es ist mein österreichischer Hintergrund.

00:08:51.802 --> 00:09:01.717
<v Tim Pritlove>Ja, die hat ja auch jeder sein anderes Wort dafür so. Äh man hätte auch Plastiktüten sagen können, aber ich habe irgendwann mal mit so einem Plastiktüten Produzenten an einem Tisch gesessen und der hat mich sehr nachhaltig belegt, auch dass ich,

00:09:01.874 --> 00:09:08.405
<v Tim Pritlove>Kunststofftragetasche sage, weil die Plastiktüte offensichtlich zu läppisch vorkam.

00:09:08.778 --> 00:09:10.478
<v Thomas Lohninger>Kunststofftragetasche. Ich.

00:09:10.509 --> 00:09:14.504
<v Tim Pritlove>Furchtbar, oder? Nenn's einfach, wie du möchtest. Also, Plaste sagt.

00:09:14.204 --> 00:09:23.975
<v Thomas Lohninger>Plastiksacker. Ähm und und äh auf jeden Fall, das war schon eine sehr hitzige Debatte, wenn man sich das äh in in der Recruiting anhört, dann,

00:09:23.987 --> 00:09:32.171
<v Thomas Lohninger>Ja, wirkt da schon ein bisschen kurios und die Grünen haben dann aber dieses Chaos genutzt und ähm haben.

00:09:32.502 --> 00:09:43.180
<v Thomas Lohninger>Das zweite Thema auf der Tagesordnung, die Netzneutralität verbunden damit und haben gesagt, okay, ja, in dem Dossier haben wir aber auch nicht alle Änderungsanträge in allen vierundzwanzig Sprachen,

00:09:43.384 --> 00:09:47.055
<v Thomas Lohninger>vorliegen. Das heißt, darüber können wir dann heute auch nicht abstimmen.

00:09:47.849 --> 00:09:55.504
<v Thomas Lohninger>Und äh da konnte man irgendwie nicht wirklich so das eine ablehnen, ohne das andere auch abzunehmen und dann,

00:09:55.589 --> 00:10:04.542
<v Thomas Lohninger>man eben so eine äh Abstimmung gemacht und da kam raus, dass man heute nichts abstimmen wird, sondern wartet, bis alle Änderungsanträge übersetzt sind.

00:10:04.338 --> 00:10:09.746
<v Tim Pritlove>Oh Mann, welche Fraktion war das nochmal, die denn sich dagegen ausgesprochen hat im zweiten Schritt?

00:10:09.902 --> 00:10:20.514
<v Thomas Lohninger>Ähm also im zweiten Schritt, es war eine chaotische Debatte und ab dem Zeitpunkt sind die Wortmeldungen auch äh wirklich nur noch polemisches Politisieren. Da war nicht mehr wirklich ähm,

00:10:20.677 --> 00:10:26.763
<v Thomas Lohninger>pro Contra. Äh ich glaube war's von den deutschen Grünen, der das ausgeweitet hat auf die Netzzentralität?

00:10:26.578 --> 00:10:29.359
<v Tim Pritlove>Mhm.

00:10:29.059 --> 00:10:36.516
<v Thomas Lohninger>Und äh ja am Ende hat sogar die Berichterstatterin für die Netzneutralität Pilare Castilio für die Vertragung gestimmt.

00:10:36.685 --> 00:10:42.140
<v Tim Pritlove>Aber warum gab's, also ich meine, kann man das jetzt so deuten mit es gab keinen.

00:10:42.634 --> 00:10:46.954
<v Tim Pritlove>Also es gab zumindest keinen breiten Konsens darüber, dass man überhaupt das jetzt ab

00:10:46.816 --> 00:10:58.665
<v Tim Pritlove>gestimmt haben will, also wollte da irgendjemand jetzt noch Zeit gewinnen oder war das jetzt nur so eine Retellation für diese Kleingeistigkeit wegen der Plastiktüten oder was?

00:10:58.900 --> 00:11:02.157
<v Thomas Lohninger>Also ich glaube die Logik der Grünen war,

00:11:02.404 --> 00:11:14.590
<v Thomas Lohninger>Dass man mehr Zeit gewinnen wollte, weil diese Abstimmung am Montag, die hätten wir verloren. Das muss man klar sagen, äh Castillo hätte eine Mehrheit gehabt, weil die Liberalen sich auf ihre Seite geschlagen haben.

00:11:15.041 --> 00:11:18.501
<v Thomas Lohninger>Die Konservativen und die Liberalen haben eine Mehrheit im Europaparlament.

00:11:19.313 --> 00:11:26.391
<v Thomas Lohninger>Und äh das bedeutet, sie hätte mit ihrem sehr schlechten Vorschlag ähm die Netzautralität in Europa abgeschafft.

00:11:26.824 --> 00:11:39.329
<v Thomas Lohninger>Und äh nachdem die Grünen das verhindern wollten, haben sie sozusagen diesen Kunstgriff gewählt äh um beides jetzt mal nach hinten zu verschieben. Der neue Abstimmungstermin ist der achtzehnte März.

00:11:39.029 --> 00:11:40.344
<v Tim Pritlove>Aha.

00:11:40.303 --> 00:11:48.517
<v Thomas Lohninger>Das heißt einerseits für uns, dass wir jetzt mehr Zeit haben im Industrieausschuss, dort noch die Leute zu überzeugen

00:11:48.457 --> 00:11:55.806
<v Thomas Lohninger>aber weniger Zeit dann zwischen der Abstimmung im Industrieausschuss und dem Plenum, was am ersten April sein wird, da haben wir irgendwie so.

00:11:55.506 --> 00:11:57.410
<v Tim Pritlove>Noch ein paar Wochen.

00:11:56.089 --> 00:11:57.687
<v Thomas Lohninger>Zwei Wochen,

00:11:57.963 --> 00:12:06.147
<v Thomas Lohninger>und äh das heißt, dass wir jetzt irgendwie weiter mit den Parlamentariern arbeiten müssen, die wir schon ziemlich heftig bearbeitet haben,

00:12:06.256 --> 00:12:14.854
<v Thomas Lohninger>halt wirklich eher jetzt nicht das liberalere sind, sondern wirklich eher die Hardliner Konservativen und Industrienamen,

00:12:15.167 --> 00:12:22.510
<v Thomas Lohninger>Und äh dass diese Leute jetzt mal äh eben äh noch weiter über die Netzautralität entscheiden können und.

00:12:22.414 --> 00:12:23.339
<v Tim Pritlove>Ja

00:12:23.472 --> 00:12:37.160
<v Tim Pritlove>nochmal diesen diesen Prozess äh nochmal ein bisschen ähm klarer äh zu machen. Ich habe mich da jetzt auch grad selber nochmal ein bisschen intensiver mit beschäftigt. Also hier geht's ja dadrum, die Initiative ist von der Kommission ausgegangen, das muss ja auch so sein. Äh

00:12:36.986 --> 00:12:45.459
<v Tim Pritlove>äh das quasi über die Netzneutralität äh befunden werden soll und der Kommissionsvorschlag ist schon zwiespaltig.

00:12:46.090 --> 00:12:51.348
<v Thomas Lohninger>Genau, der Kommissionsvorschlag ist schon mal so geschrieben, dass er eigentlich ähm also erstmal viel,

00:12:51.348 --> 00:13:03.143
<v Thomas Lohninger>viel zu komplex und viel zu verwirrend ist. Ähm jetzt mal, wenn wir uns nur den Teil zur Netzneutralität anschauen, dann äh sind da wirklich so äh Fallstricke eingebaut.

00:13:03.619 --> 00:13:14.765
<v Thomas Lohninger>Die man erstmal irgendwie dechiffrieren muss, um drauf zu kommen, dass auch wenn man sich das in den ersten dreimal durchgelest hat und glaubt, das ist jetzt für Netzneutralität, beim vierten und fünften Mal fällt einem auf,

00:13:14.958 --> 00:13:21.555
<v Thomas Lohninger>dass das äh eben genau das Gegenteil meint und das ist von Providern irrsinnig gut ausgenutzt werden kann

00:13:21.520 --> 00:13:34.589
<v Thomas Lohninger>Und äh wir müssen uns klar sein, äh Telekommunikationsrecht ist eine Sache, ja, da haben wir's mit Telkus zu tun und mit der Produktgestaltung von Telkos. Man kann denen vieles vorwerfen, aber nicht, dass sie unkreativ werden mit ihren Produkten.

00:13:35.088 --> 00:13:39.841
<v Thomas Lohninger>Vor allem wenn sie damit Geld machen können und es besonders kompliziert für die User machen wollen.

00:13:39.541 --> 00:13:45.706
<v Tim Pritlove>Genau, fällt da eigentlich in diesem Kommissionsentwurf auch dieser Begriff Managed Services, mit dem die Telekom hier auch ganz gerne hausieren geht?

00:13:46.253 --> 00:13:48.584
<v Thomas Lohninger>Nur sie nennen es Special als Service.

00:13:48.314 --> 00:13:49.563
<v Tim Pritlove>Service.

00:13:49.263 --> 00:13:55.963
<v Thomas Lohninger>Das ich könnte auch noch irgendwie kurz erklären, wie's zu diesen zwei Begriffen kommt, weil das ist auch ganz lustig. Ähm,

00:13:56.126 --> 00:14:04.334
<v Thomas Lohninger>Also, Managed Service ist das, was sich irgendwie was die Telkus äh angefangen haben zu verwenden für die Dienste, die sie managen.

00:14:04.857 --> 00:14:18.876
<v Thomas Lohninger>Das sind äh jetzt mal irgendwie, das sind die eigenen Angebote, die wir haben, die wir priorisieren in unseren Netzen. Das sind vielleicht auch die Partnerangebote von den Firmen, die uns Geld zahlen, die wir auch auf die Überholspur lassen,

00:14:19.140 --> 00:14:21.039
<v Thomas Lohninger>Das sind die Dienste, die wir managen.

00:14:21.965 --> 00:14:32.757
<v Thomas Lohninger>Und dann kam das ist äh das sind die Regulierungsbehörden auf europäischer Ebene. Ist ein sehr cooles Premium, die wirklich sehr zur Versachlichung der ganzen Debatte in Europa beigetragen haben.

00:14:33.604 --> 00:14:41.169
<v Thomas Lohninger>Ähm und die

00:14:41.104 --> 00:14:47.515
<v Thomas Lohninger>haben ein sehr gutes Papier rausgebracht ähm im äh zweitausendelf Guidelines for

00:14:47.509 --> 00:14:59.996
<v Thomas Lohninger>Quality of Service und Network und da haben sie eigentlich schon ein Großteil der Definitionen gebracht, die man heute verwenden sollte in diesem Gesetz. Da haben sie genau gesagt, was ist Netzzentralität, was ist Internet,

00:15:00.158 --> 00:15:04.172
<v Thomas Lohninger>Und was ist ein Special-Leist-Service?

00:15:04.779 --> 00:15:15.331
<v Thomas Lohninger>Sie haben Specialist Service gewählt, um eben nicht einen Manageservice zu meinen. Sie haben gedacht, ein Special als Service ist wirklich etwas, was nicht Internet ist. Ein Special als Service ist,

00:15:15.572 --> 00:15:20.703
<v Thomas Lohninger>etwas, das nichts mit dem Internet zu tun hat, sondern was nur über dieselbe Infrastruktur läuft.

00:15:20.433 --> 00:15:21.983
<v Tim Pritlove>Also wie zum Beispiel SMS.

00:15:22.650 --> 00:15:34.596
<v Thomas Lohninger>Genau, wie SMS, äh wie Fernsehen, ähm wie Telefonie an sich, ja, wie äh wenn ich jetzt irgendwie Bankomaten über IP anschließe und das ist aber nicht das Internet.

00:15:35.017 --> 00:15:46.344
<v Thomas Lohninger>Der ist jetzt nicht äh ähm oder so, sondern wirklich abgekapselt. Ähm all diese Dienste, die nicht wirklich Internet sind, sondern in geschlossenen,

00:15:46.500 --> 00:15:52.070
<v Thomas Lohninger>Zutritts getrennten Systemen betrieben und äh verwaltet werden.

00:15:52.449 --> 00:15:58.242
<v Thomas Lohninger>Das sind Special Life Service, die darf man auch äh anders behandeln. Die müssen nicht beste Erfurt sein.

00:15:58.573 --> 00:16:03.596
<v Thomas Lohninger>Und die haben sozusagen mit Service klar diese Unterscheidung getroffen.

00:16:04.762 --> 00:16:10.404
<v Thomas Lohninger>Jetzt hat die Kommission das Wort verwendet, aber die alte Bedeutung von,

00:16:10.723 --> 00:16:19.502
<v Thomas Lohninger>Telekom zum Beispiel, ja? Also die äh Kommission hat Service so definiert, dass darunter auch Spotify fallen würde.

00:16:19.767 --> 00:16:23.155
<v Thomas Lohninger>Das ist ein Kern des Problems, mit dem wir hier zu kämpfen.

00:16:22.867 --> 00:16:32.331
<v Tim Pritlove>Ah, verstehe, okay. Also, spulen wir nochmal kurz zurück. Also, das ist jetzt der Vorschlag der Kommission äh gewesen und jetzt ist es ja so, jetzt musst du diesem Vorschlag der Kommission

00:16:32.296 --> 00:16:38.809
<v Tim Pritlove>zwei andere Entitäten nochmal Stellung beziehen. Das ist auf der einen Seite der europäische Rat, also quasi die,

00:16:39.020 --> 00:16:48.700
<v Tim Pritlove>Ne, so die Bundesrat ähnliche äh Vertretung, wo quasi die Regierung äh indirekt repräsentiert sind, der einzelnen äh Länder, also die Mitgliedsländer quasi.

00:16:48.646 --> 00:16:56.403
<v Tim Pritlove>Eben das europäische Parlament und um diese Stellungnahme des Europäischen Parlamentes gegenüber der dieses ursprünglichen.

00:16:56.963 --> 00:17:09.894
<v Tim Pritlove>Bisher einzigen Vorschlags der Kommission um den geht es jetzt gerade und um da aber den Konsens zu finden innerhalb des Parlaments geht es zunächst einmal durch die Ausschüsse und es gibt immer einen Ausschuss der zuständig ist und dessen,

00:17:09.954 --> 00:17:12.742
<v Tim Pritlove>Beschlussfassung ist quasi,

00:17:13.061 --> 00:17:24.658
<v Tim Pritlove>wie soll man sagen, wegweisend, Leitmotiv bildend, das ist so sozusagen, also was dieser ITRI Ausschuss letztlich beschließt, gilt schon so als,

00:17:24.947 --> 00:17:34.801
<v Tim Pritlove>Empfehlung für das Plenum, also für die Gesamtversammlung des Parlaments. Das heißt nicht, dass sie zwingen, dort so abstimmen müssen, aber ich glaube, das ist dann so die Regel, oder?

00:17:35.144 --> 00:17:39.176
<v Thomas Lohninger>Genau, also der Fehler für den Ausschuss ist wirklich so

00:17:39.110 --> 00:17:48.196
<v Thomas Lohninger>in großen Teilen das was dann am Ende auch im Plenum beschlossen wird weil einfach die meisten Abgeordneten im Plenum sich nicht mit

00:17:48.040 --> 00:17:56.722
<v Thomas Lohninger>jeden Dossier beschäftigen. Die haben einfach so viel abzustimmen, dass sie nicht genau hinschauen. Vor allem so nah vor der Wahl. Das ist wirklich die letzte Plenarsitzung

00:17:56.675 --> 00:18:05.129
<v Thomas Lohninger>Ähm da kann man nicht davon ausgehen, dass sich sonderlich viele damit beschäftigen werden, außer wir schaffen's wirklich Aktedimensionen noch mit unserer Kampagne zu reisen.

00:18:05.178 --> 00:18:14.221
<v Thomas Lohninger>Ich will noch einen Nachsatz bringen zu dem, was du gerade gesagt hast. Es stimmt alles. Es gibt diese drei Institutionen mit Kommission, Rats und Parlament.

00:18:14.630 --> 00:18:23.343
<v Thomas Lohninger>Aber aus Bürgerperspektive ist das Parlament eigentlich die einzige Organisation, wo wir überhaupt eine Möglichkeit haben, europäische Politik mitzugestalten.

00:18:23.776 --> 00:18:26.858
<v Thomas Lohninger>Die Kommission ist eine riesige Bürokratieapparat,

00:18:27.057 --> 00:18:36.220
<v Thomas Lohninger>wo man als normaler Bürger so gut wie überhaupt nicht reinkommt und äh eigentlich vom Gesetzgebungsprozess komplett ausgeschlossen ist. Da fallen Gesetze raus,

00:18:36.545 --> 00:18:44.615
<v Thomas Lohninger>Hin und wieder kann man mit Konsultationen Meinungen abgeben, aber im Endeffekt handeln die komplett autonom an und und sind losgelöst von allem anderen

00:18:44.597 --> 00:18:58.700
<v Thomas Lohninger>Ähm der Europarat, die Vertretung der Länder. Ähm da haben wir als Bürger auch eigentlich überhaupt keine wirkliche Möglichkeit, hauptsächlich, weil alle unsere Regierungen sich halt immer ausreden auf, ja das war die EU, das waren doch nicht wir.

00:18:59.326 --> 00:19:05.244
<v Thomas Lohninger>Und ähm auch wenn die alle dafür mitgestimmt haben, ähm ist es leider so, dass wir im Europarat,

00:19:05.503 --> 00:19:17.785
<v Thomas Lohninger>auch mit Bürgerinitiativen, mit Kampagnen, so gut wie überhaupt keine Chance haben, was zu bewegen. Es ist wirklich nur das Europaparlament, wo wir ähm als als Zivilgesellschaft ähm uns Gehör verschaffen können,

00:19:18.032 --> 00:19:27.802
<v Thomas Lohninger>wo die Prozesse auch einigermaßen offen und transparent sind und man nachvollziehen kann, wer jetzt wann, über was entscheidet und was Verhandlungsstand ist,

00:19:28.109 --> 00:19:34.682
<v Thomas Lohninger>das sind alles Dinge, wo man nicht mal von träumen könnte in den anderen europäischen Institutionen.

00:19:36.702 --> 00:19:53.635
<v Tim Pritlove>So, jetzt hat sich ja äh Edri, wie wir schon gemerkt haben, äh sehr eingeklingt, gab da auch so einige äh Blog-Beiträge von Edri recht scharf äh züngiger Natur, ja, die wie zum Beispiel hier, wo die Kommission, also wo der Kommission vorgeworfen wird, das Europäische Parlament

00:19:53.383 --> 00:19:59.410
<v Tim Pritlove>äh da auszumanövern, was was steckt da dahinter? Also.

00:19:59.110 --> 00:20:08.603
<v Thomas Lohninger>Ja, also ähm was wir halt jetzt sehen, ist, dass ähm alle Parlamentarier ja eigentlich eh für die Netzneutralität sind. Und jetzt,

00:20:08.748 --> 00:20:17.617
<v Thomas Lohninger>lasst uns da jetzt haben wir lang genug drüber geredet, jetzt lasst uns endlich das beschließen, weil wir wollen auch das abschaffen und ähm man will jetzt irgendwie schnell machen,

00:20:17.738 --> 00:20:31.841
<v Thomas Lohninger>ähm und was sie aber nicht sehen ist, dass äh der Kommissionsvorschlag halt wirklich einige Stolperfallen beinhaltet, die man ausräumen muss, ansonsten äh kann man sich die Netzwerkität schenken, ansonsten legalisiert man,

00:20:32.093 --> 00:20:36.155
<v Thomas Lohninger>die Diskriminierung im Netzwerk, die es an manchen Ländern sowieso schon gibt.

00:20:36.720 --> 00:20:48.125
<v Thomas Lohninger>Und ähm wir wollen eben aufzeigen, äh wie vor allem bei den Liberalen jetzt gerade ähm so einige Tendenzen wirklich in die falsche Richtung gehen. Und ähm,

00:20:48.366 --> 00:21:02.908
<v Thomas Lohninger>wie halt nicht verstanden wird, dass man eigentlich von der Kommission hinters Licht geführt wurde. Ähm also ähm bei bei den Liberalen haben wir Jens Rode aus den Shadow-Berichterstatter, das ist sozusagen derjenige, der.

00:21:03.275 --> 00:21:12.648
<v Thomas Lohninger>Die Meinung der Gruppe definiert ähm und ähm da gibt's aus Deutschland auch einen Abgeordneten übrigens im Industrieausschuss, den Jürgen Kreuzmann,

00:21:12.883 --> 00:21:15.701
<v Thomas Lohninger>und äh das sind halt alles wirklich so Hardliner.

00:21:15.695 --> 00:21:20.532
<v Tim Pritlove>Also jetzt Rode klingt natürlich schon mal deutsch, aber ist äh Däne. Mhm.

00:21:19.541 --> 00:21:30.862
<v Thomas Lohninger>Genau, der ist denen und ähm das sind halt so Leute, mit denen kann man super über Netznetralität reden, die nicken auch die ganze Zeit und am Ende sagen sie aber, ja, aber Telkos müssen Geld verdienen.

00:21:31.217 --> 00:21:40.104
<v Thomas Lohninger>Es hat auch eine Realität. Und ähm die Strategie dahinter ist auch ähm wie ich, glaube ich, in den vorherigen Folgen schon gesagt hat, immer noch so.

00:21:40.507 --> 00:21:49.171
<v Thomas Lohninger>Wir nehmen den Tellkus äh das Roaming weg, da verlieren die Geld und deswegen erlauben wir ihnen halt, im Netzwerk zu diskriminieren,

00:21:49.454 --> 00:21:56.989
<v Thomas Lohninger>und da sollen sie sich das Geld wieder zurückholen. Das heißt, dieses Prinzip, das man aus dem Roaming entfernt, nämlich das äh sowas wie,

00:21:57.284 --> 00:22:00.673
<v Thomas Lohninger>Terminierungsentgelte gibt, dass ich zahlen muss, wenn ich jemanden,

00:22:00.890 --> 00:22:14.650
<v Thomas Lohninger>wenn ich angerufen werde, das wollen sie jetzt im Internet einführen, indem halt Netflix zahlen muss äh oder andere Dienste zahlen müssen, wenn sie zu den Kunden dieses äh Eisbärs äh Zugang haben wollen.

00:22:12.667 --> 00:22:17.690
<v Tim Pritlove>Ja. Doppelt doppelt bezahlen sozusagen.

00:22:17.727 --> 00:22:23.706
<v Thomas Lohninger>Genau und die die Artikel, die die wir bei Edri schreiben, äh sind halt hauptsächlich auch ähm für.

00:22:24.295 --> 00:22:36.240
<v Thomas Lohninger>Politischen Zirkel, die uns äh sehr genau beobachten. Also, Etri hat sich über die mehr als zehnjährige Geschichte seines Bestehens, hat jetzt schon eine gewisse Position erarbeitet in diesem.

00:22:36.824 --> 00:22:41.925
<v Thomas Lohninger>Brüsseler Politikparkett und ähm ich finde irgendwie das Schönste.

00:22:42.286 --> 00:22:51.227
<v Thomas Lohninger>Der dir das schönste Zitat kam eh von der Euro-Ispa zu diesem Thema, ja, Edri wäre wirklich sehr gefährlich, wären Sie nicht so unterfinanziert.

00:22:50.933 --> 00:22:52.591
<v Tim Pritlove>Was ist Euro istpaar.

00:22:52.706 --> 00:22:56.936
<v Thomas Lohninger>Euro istbar ist äh der europäische Verbund von Internetservicebewaldung.

00:22:57.838 --> 00:23:07.025
<v Thomas Lohninger>Also da das sind äh die deutschen Telekoms und die ganzen Internet-Provider der Welt drin, äh die Europas drin, aber auch solche Filme wie Microsoft zum Beispiel.

00:23:07.362 --> 00:23:08.918
<v Thomas Lohninger>Sozusagen die Internetwirtschaft.

00:23:08.668 --> 00:23:13.412
<v Tim Pritlove>Ah, verstehe. Das.

00:23:13.119 --> 00:23:26.470
<v Thomas Lohninger>Versucht halt wirklich so diesen parlamentarischen Prozess in jeder Stufe zu begleiten. Und äh wir versuchen auch drüber zu berichten und gleichzeitig aber auch die die Öffentlichkeit immer zu informieren und mitzunehmen,

00:23:26.753 --> 00:23:35.358
<v Thomas Lohninger>weil am Ende, wir haben halt nichts anderes als unsere Argumente und ähm eine Öffentlichkeit, die hinter uns steht oder nicht. Wir haben keine Geldkoffer.

00:23:35.689 --> 00:23:45.062
<v Tim Pritlove>Ja, also da wird mit harten Bandagen äh gekämpft irgendwie, unter anderem wurde auch schon äh euch Kommunismus vorgeworfen, wenn ich das richtig sehe.

00:23:45.159 --> 00:23:50.837
<v Thomas Lohninger>Ah ja, das war auch wunderbar. Das ist äh der besagte, liberale Jens Rode.

00:23:51.258 --> 00:23:55.254
<v Thomas Lohninger>Ähm der uns äh Netz Kommunismus vorgeworfen hat

00:23:55.194 --> 00:24:08.191
<v Thomas Lohninger>weil unser Modell von Netzneutralität, das ist ja absoluter Kommunismus, wenn alle irgendwie dieselbe Leitung nutzen können, zur selben Bedingungen und sich keiner einen Vorteil kaufen kann, dann ist das doch ganz klar Kommunismus

00:24:08.174 --> 00:24:14.176
<v Thomas Lohninger>Wettbewerb nennen. Ähm das ist unsere Meinung, er sieht das anders, obwohl er ein Liberaler ist.

00:24:14.561 --> 00:24:21.255
<v Thomas Lohninger>Also ähm wie gesagt, die Liberalen sind hier wirklich das Zumischen an der Waage und die können die Mehrheiten shiften an dieser Stelle.

00:24:21.718 --> 00:24:29.049
<v Thomas Lohninger>Und deswegen ist es sehr wichtig, dass man denen jetzt irgendwie erklärt, dass sie eigentlich gegen ihr eigenes Grundprinzip handeln, dass sie.

00:24:29.392 --> 00:24:37.233
<v Thomas Lohninger>Ähm das, was ihnen eigentlich am Herzen liegen sollte, nämlich ähm Startups, kleine, mittelständische Unternehmen

00:24:37.197 --> 00:24:44.925
<v Thomas Lohninger>niedrige Markteintrittsbarrieren und ganz einfach Wettbewerb, dass sie das hier auch abschaffen, wenn sie die Netzneutralität opfern für Roaming.

00:24:45.448 --> 00:24:52.274
<v Tim Pritlove>Ja, Netzkommunismus finde ich ja eigentlich gar nicht jetzt so einen schlechten Begriff, ne? Muss man sich ja nicht für schämen.

00:24:53.302 --> 00:24:56.450
<v Tim Pritlove>Ach so, ich meine.

00:24:56.577 --> 00:24:58.229
<v Thomas Lohninger>Nicht persönlich genannt worden.

00:24:57.929 --> 00:25:11.262
<v Tim Pritlove>Ja, die Assoziation, die, die jetzt in den Köpfen dann natürlich damit erzeugt werden sollte, sonst äh natürlich klar, ne, aber in gewisser Hinsicht geht's hier natürlich schon auch um so eine Kommunalisierung, beziehungsweise einen eben zur Verfügung stehen von allen. Da kann ich nur sagen, na äh und wenn schon, ne.

00:25:11.557 --> 00:25:23.220
<v Tim Pritlove>Na ja, wie auch immer. Also auf jeden Fall, the fight ist going on. Die Grünen haben's jetzt äh verzögert. Es gibt jetzt eine Möglichkeit, noch mal Einfluss äh zu nehmen. Klingt für mich aber jetzt nicht unbedingt so, als ob.

00:25:23.726 --> 00:25:34.103
<v Tim Pritlove>Da wie soll ich sagen, eine Einflussnahmebereitschaft äh existiert bei diesen Ausschuss äh Mitgliedern oder muss man das etwas differenzierter betrachten?

00:25:34.037 --> 00:25:40.761
<v Thomas Lohninger>Ja, also ich meine, wir wir müssen jetzt einfach die Zeit nutzen, die in zwei Wochen, die wir jetzt noch haben bis zum achtzehnten März,

00:25:41.080 --> 00:25:51.409
<v Thomas Lohninger>Und äh müssen einfach noch viel breiter werden. Und äh wir müssen es schaffen, dass diese Kampagne noch ordentlich an Fahrt aufgewinnt. Äh im deutschsprachigen Raum haben wir das eigentlich schon sehr gut geschafft.

00:25:51.830 --> 00:25:59.263
<v Thomas Lohninger>In Frankreich auch, dank in den anderen Ländern fiel's noch so ein bisschen an Multiplikatoren.

00:25:59.954 --> 00:26:03.782
<v Thomas Lohninger>Muss halt einfach auch,

00:26:04.089 --> 00:26:16.743
<v Thomas Lohninger>wirklich die Wahlen und die Konsequenzen so einer Entscheidung den gesamten Parteien ins Bewusstsein rufen, also die wollen äh einen Großteil der Abgeordneten will wiedergewählt werden im Mai,

00:26:16.936 --> 00:26:23.371
<v Thomas Lohninger>und es schaut irgendwie schlecht aus äh in ihm Resümee, wenn sie kurz davor nochmal das freie Internet abschaffen.

00:26:23.919 --> 00:26:29.651
<v Thomas Lohninger>Äh zu zu dieser Einstellung von äh Jens Rohde ist eigentlich eher am schönsten,

00:26:29.903 --> 00:26:43.628
<v Thomas Lohninger>ähm was er in in diesem Facebook-Post, auf den sich dieses Netkommunissen äh der Netkommuniz im Artikel von Edri bezieht. Äh das sagt er ja auch, dass er nicht von einer Akta-Bewegung kontrolliert werden will.

00:26:44.055 --> 00:26:51.614
<v Thomas Lohninger>Also äh ihm ist bewusst, dass das irgendwie jetzt das Internet ist, dass sich zu Wort meldet und er vergleicht das selbst mit Akte.

00:26:52.023 --> 00:27:04.083
<v Thomas Lohninger>Zur Erinnerung, er hat damals auch gegen Akte gestimmt, ähm aber sozusagen, man man will sich ja einfach nicht reinlegen lassen. Die Argumente, die von der Gegenseite kommen, werden immer fadenscheiniger.

00:27:04.414 --> 00:27:16.239
<v Thomas Lohninger>Und ähm man muss sich jetzt wirklich eher an die Leute wenden, die auf den Kandidatenlisten dieser Parteien sind. Und man muss die fragen, ob sie jetzt wirklich äh das vertreten können, was da gerade passiert.

00:27:16.522 --> 00:27:22.975
<v Thomas Lohninger>Die sind jetzt alle schon im Wahlkampf, die sind alle erreichbar, ein Großteil von denen hat Twitter, Accounts ist auf Facebook.

00:27:23.342 --> 00:27:30.541
<v Thomas Lohninger>Hat schon Telefonnummern, wo man sie erreichen kann? Das ist jetzt der beste Weg, um noch etwas an der Abstimmung im Ausschuss zu verändern.

00:27:30.872 --> 00:27:38.995
<v Thomas Lohninger>Wie gesagt, die waren noch nie so offen gegenüber ihren Wählerinnen und Wählern wie jetzt und das ist unser Vorteil, die müssen wir ausnutzen.

00:27:38.701 --> 00:27:52.984
<v Tim Pritlove>Verstehe also im Prinzip äh die Empfehlung äh an die Hörer ist äh doch mal schnell ein Look abzumachen mit der äh äh Postleitzahl beziehungsweise Wahlkreis äh Kennung und mal nachzuschlagen, was denn eigentlich so der,

00:27:53.033 --> 00:27:59.378
<v Tim Pritlove>Abgeordnete äh ist der zuletzt gewählt wurde in diesem Segment. Also in diesem Wahlkreis.

00:27:59.847 --> 00:28:14.028
<v Tim Pritlove>Und da mal zu schauen, äh welche Kontaktmöglichkeiten es gibt, wird auf jeden Fall eine Telefonnummer geben, wird auf jeden Fall auch äh irgendwelche elektronischen Möglichkeiten geben und dann einfach eine dezente, individuelle Nachricht äh platzieren, wo man zum Ausdruck,

00:28:14.311 --> 00:28:16.726
<v Tim Pritlove>bringt, wie man das gerne hätte.

00:28:17.382 --> 00:28:31.527
<v Thomas Lohninger>Ja und diese Kandidatenlisten, die sind ja, glaube ich, großteils jetzt schon fertiggestellt und öffentlich und die Kandidaten präsentieren sich ja auch im Netz ähm mit ganz schönen Profilen und Kontaktmöglichkeiten und das ist der beste, erste Anlaufpunkt.

00:28:31.305 --> 00:28:36.719
<v Tim Pritlove>Ich meine, interessant ist es natürlich in dem Zusammenhang eigentlich nur jetzt bei Parlamentsmitgliedern, die auch wieder antreten.

00:28:37.290 --> 00:28:45.311
<v Thomas Lohninger>Genau, ähm aber auch vielleicht bei denen, die wieder reinkommen, weil im Grunde die Parteien können ja auch Druck auf ausüben, aufeinander,

00:28:45.468 --> 00:28:57.089
<v Thomas Lohninger>Ähm wie gesagt, da äh wär's jetzt eigentlich wirklich mal an der Zeit, äh den klar zu machen, dass sie nicht äh so so eine Entscheidung fällen können,

00:28:57.168 --> 00:29:02.089
<v Thomas Lohninger>vor der Wahl und nicht erwarten, dass das Internet äh da auch noch was mitzureden hat.

00:29:01.915 --> 00:29:05.304
<v Tim Pritlove>Genau, die Actab Bewegung,

00:29:05.520 --> 00:29:22.201
<v Tim Pritlove>Ja, naja gut, also letztlich ist es ja aber auch so, also sehen wir, wenn wir jetzt mal vom Schlimmsten ausgehen, dass dieser Ausschuss sagt, na hier eine Neutralität, ihr könnt mich mal und äh dann auch das Plenum des äh Europäischen Parlaments das entsprechend äh beschließt,

00:29:21.979 --> 00:29:28.324
<v Tim Pritlove>Ähm das bedeutet ja dann auch, dass ja quasi die erste Lesung jetzt, ne, also das ist die erste Runde.

00:29:28.751 --> 00:29:30.644
<v Thomas Lohninger>Jein, also

00:29:30.464 --> 00:29:42.734
<v Thomas Lohninger>wenn wenn die erste Lesung ähm mal beschlossen ist, dann ist das Parlament eigentlich schon sehr stark festgelegt in der Meinung, die es haben kann. Ähm wenn

00:29:42.566 --> 00:29:52.042
<v Thomas Lohninger>die drei äh Gremien, also Kommission, Rat und Parlament sich mal festgelegt haben, dann ist sozusagen in dem Bereich muss dann ein Kompromiss gefunden werden,

00:29:52.079 --> 00:29:58.592
<v Thomas Lohninger>dann können die nicht nochmal irgendwie äh in eine Richtung ausscheren, die in die die andere nicht schon gegangen sind.

00:29:59.163 --> 00:30:09.246
<v Thomas Lohninger>Und gerade in der Frage der Netzzentralität würde ich jetzt nicht drauf vertrauen, dass die Staats- und Regierungschefs im Europarat äh da eine besonders progressive Position einnehmen werden

00:30:09.192 --> 00:30:19.269
<v Thomas Lohninger>Ähm und deswegen wär's wirklich auch noch wichtig, dann sogar wenn wir itreve verlieren, den Industrieausschuss am am äh vierzehnten, äh dass wir dann,

00:30:19.570 --> 00:30:34.094
<v Thomas Lohninger>die die Abstimmung am ersten April im Plenum nochmal voll ausnutzen und dann sind wir auch nicht mehr beschränkt auf dieses sehr nicht repräsentative Sample am industriefreundlichen Abgeordneten, sondern dann haben wir das große Plenum,

00:30:34.292 --> 00:30:42.314
<v Thomas Lohninger>Das sind zwar auch viel mehr Leute, es sind über siebenhundert Abgeordnete, aber ähm da kann man dann auch nochmal mit einer anderen Art von Kampagne auf die zugehen.

00:30:42.116 --> 00:30:53.767
<v Tim Pritlove>Noch mal eine Frage bezüglich des Nachklopfens bei den Abgeordneten. Ich meine, wenn man da jetzt eine Mail hinschreibt und sagt, äh ich möchte gerne, dass die Netzneutralität gewahrt wird, dann könnten die ja in ihrer Logik sagen, ja kein Problem,

00:30:53.882 --> 00:31:01.639
<v Tim Pritlove>Wir waren die Netzneutralität, ja? Aber äh wir haben ja noch unsere also meine Frage ist.

00:31:02.776 --> 00:31:10.611
<v Tim Pritlove>Welche Formulierung gegenüber einem solchen Abgeordneten im Kontext des aktuellen Neusprech, der da so herrscht.

00:31:11.963 --> 00:31:21.042
<v Tim Pritlove>Bringt sagen wir mal die Position auch richtig zum Ausdruck. Was, worauf sollte man sozusagen drängen oder worauf sollte man hinweisen.

00:31:22.077 --> 00:31:32.303
<v Thomas Lohninger>Da ist es wirklich am besten, wenn man auf Safety Internet Punkt EU geht, wir sind noch gar nicht erwähnt haben, dass es nämlich die Kampagnenseite für eigentlich all das

00:31:32.238 --> 00:31:39.460
<v Thomas Lohninger>und dort findet man äh so Kontaktmöglichkeiten und darunter auch nicht nur Telefon, sondern auch E-Mail und Fax.

00:31:39.797 --> 00:31:42.465
<v Thomas Lohninger>Und äh da sind so Beispieltexte.

00:31:42.928 --> 00:31:55.595
<v Thomas Lohninger>Sehr gut unserer Meinung nach die bestehenden Probleme aufzeigen, die es noch bei der Verordnung gibt. Ähm und die die Entscheidung jetzt gerade für für Abgeordneten im Industrieausschuss ist,

00:31:55.776 --> 00:32:01.718
<v Thomas Lohninger>in drei Punkte kommuniziert. Das eine ist eben, dass die Definition von Special heißt Service,

00:32:01.821 --> 00:32:07.649
<v Thomas Lohninger>so eng sein soll, dass da eben keine Dienste, die es auch im Internet gibt, beinhaltet sein sollen.

00:32:08.154 --> 00:32:14.824
<v Thomas Lohninger>Dass man die eine Lücke schließen muss die im Artikel dreiundzwanzig fünf ist, wo,

00:32:15.040 --> 00:32:25.171
<v Thomas Lohninger>ISPs erlaubt wird außerhalb von meiner monatlichen Datenvolumen mich trotzdem noch zu beschränken und gewisse Dienste zu bevorzugen oder andere zu blockieren.

00:32:25.791 --> 00:32:31.367
<v Thomas Lohninger>Ähm und das dritte Problem ist das Netzwerk noch gar nicht bindend ist in dieser Verordnung.

00:32:31.770 --> 00:32:38.998
<v Thomas Lohninger>Weil da eben nicht ähm das wird zwar so in einem Erwägungsgrund, in einem Kommentar für das Gesetz äh definiert,

00:32:39.245 --> 00:32:48.348
<v Thomas Lohninger>aber nicht in den eigentlichen Artikeln und darauf muss man noch verweisen, damit das bindend wird. Das sind unsere drei Kernforderungen von dem derzeitigen Verhandlungsstand.

00:32:49.118 --> 00:32:53.889
<v Thomas Lohninger>Ähm ein kleines Nebenproblem, was wir haben, ist, dass.

00:32:54.250 --> 00:33:01.364
<v Thomas Lohninger>Diese Verschiebung der Abstimmung davor waren wir klar, es gab so zwei konkurrierende ähm Kompromissvorschläge.

00:33:02.068 --> 00:33:09.506
<v Thomas Lohninger>Und äh wir waren eben ganz klar verdiente Sozialdemokraten, weil der eben besser war, auch nicht perfekt, aber besser.

00:33:09.909 --> 00:33:19.626
<v Thomas Lohninger>Und äh so klar kann man jetzt eben nicht mal kommunizieren, weil wir wissen nicht mehr, ob ähm diese zwei Textvorschläge noch auf den Tisch liegen, ob es neue gibt, wie sich das alles gerade verhält

00:33:19.536 --> 00:33:29.072
<v Thomas Lohninger>Es kommt mit unklar, weil äh da noch Chaos herrscht, aber die drei Punkte sollte man kommunizieren, weil das sind die drei Sachen, auf die die Abgeordneten schauen sollen.

00:33:29.499 --> 00:33:37.569
<v Thomas Lohninger>Und ähm wenn wenn Edri da irgendwie neuen Kenntnisstand hat, was gerade Verhandlung ist, dann werden wir diese Beispieltexte immer up to date halten,

00:33:37.785 --> 00:33:45.242
<v Thomas Lohninger>und da einfach äh jederzeit sozusagen die adäquate Message, die den Parlamentariern auch ähm wenn sie handeln wollen,

00:33:45.333 --> 00:33:50.764
<v Thomas Lohninger>das Richtige in die Hand gibt, damit die einfach ähm ohne zu zögern das Richtige tun können.

00:33:50.579 --> 00:34:02.116
<v Tim Pritlove>Ihr habt da jetzt ein schönes äh Interface auf der Webseite, wo man sozusagen auch direkt in Kontakt treten kann, per E-Mail, per Telefon äh Anruf, was passiert da eigentlich, wenn ich da draufklicke? Geht hier.

00:34:01.816 --> 00:34:06.130
<v Thomas Lohninger>Wenn du da auf Telefon klickst, dann dann kommt noch mal so ein Pop ab, da gibt's du deine Telefonnummer ein.

00:34:06.503 --> 00:34:15.173
<v Thomas Lohninger>Und dann wirst du angerufen, äh hörst du die die charmante Stimme von Jeremy Simmerman, äh die die auch schon mal im Programm hatte, dem ähm,

00:34:15.276 --> 00:34:24.992
<v Thomas Lohninger>ehemaligen Sprecher von und der äh fragt dich dann, ob du dir wirklich sicher bist und dann musst du die Raute Taste drücken und dann bist du schon verbunden mit dem Büro von dem Ab.

00:34:24.692 --> 00:34:33.152
<v Tim Pritlove>Verstehe, alles klar, so ein Netz passiert da äh dieses Jahr oder direkt eine E-Mail äh oder halt ein Fax. Da sind jetzt so vorformulierte Texte,

00:34:33.369 --> 00:34:41.181
<v Tim Pritlove>Ich denke, es ist durchaus sinnvoll, sich da seine eigene Formulierung auszu äh suchen, das schon mal ganz gut, dass ihr das Subjact schon mal freigelassen habt, dass man da.

00:34:41.878 --> 00:34:44.269
<v Tim Pritlove>Ich immer wieder dasselbe in der Inbox sieht, ne.

00:34:44.306 --> 00:34:57.171
<v Thomas Lohninger>Sind auch so Sachen, äh die äh die gesamte Kampagne und auch all diese Kontakttools bis auf das Fontool, es nicht von uns, sind auch auf GITAP auf dem Gitter-Account von der Netzfreiheit ähm die das zu Großteil eben programmiert hat,

00:34:57.393 --> 00:35:03.697
<v Thomas Lohninger>Und äh das ist auch alles Open Saurs. Wir entwickeln da die ganze Zeit weiter, verbessern das noch, zum Beispiel,

00:35:03.841 --> 00:35:15.198
<v Thomas Lohninger>einfach nur den Standardtext wegschicken will, dann wird man jetzt auch nochmal gefragt, ob man sich da sicher ist, dass man nicht nochmal was ändern will, ähm weil eben personalisierte E-Mails und Faxe besser sind.

00:35:15.631 --> 00:35:28.153
<v Thomas Lohninger>Und ähm ja, also das das ist auch so wirklich sehr lebendiges Open-Source, äh Developement und all diese Tools ähm sind auch unter freier Lizenz, damit sie noch woanders weiter verwendet werden können

00:35:27.998 --> 00:35:34.811
<v Thomas Lohninger>insbesondere auf das Wachstum sind wir stolz, weil das ist halt irrsinnig schön, Internetausdrucker kompatibel.

00:35:36.699 --> 00:35:50.357
<v Thomas Lohninger>Und das Nette ist auch äh die diese Fax-Geräte sind äh nicht nur äh ein bisschen laut, sondern die kann man auch nicht abschalten, weil die sind in dem Drucker integriert. Das heißt, die müssen ihren Drucker abstecken, damit sie keine Faxe mehr bekommen.

00:35:50.147 --> 00:35:56.811
<v Tim Pritlove>Verstehe. Okay, sinnvoll. Da linken wir da auf jeden Fall hier auch noch auf den Githup äh

00:35:56.625 --> 00:36:06.642
<v Tim Pritlove>wer Lust hat, sich da noch ein bisschen kurz zu holen, weil das scheint mir ja durchaus brauchbar auch für äh andere Kampagnen zu sein. Äh noch eine Frage dazu, äh

00:36:06.456 --> 00:36:17.987
<v Tim Pritlove>da kann man dann immer, gib mir mal einen anderen Abgeordneten, den ich ansprechen kann. Die werden so random mäßig ausgewählt, habt ihr jetzt nur diejenigen genommen, die tatsächlich in diesem Ausschuss äh sind oder geht das jetzt generell äh über alle?

00:36:18.120 --> 00:36:25.841
<v Thomas Lohninger>Das sind jetzt mal nur die Abgeordneten im itrausschuss und es gibt auch noch äh so eine Wahrscheinlichkeit, nach der,

00:36:25.931 --> 00:36:33.712
<v Thomas Lohninger>die bestimmt werden, also ähm dass wir zum Beispiel jetzt die Grünen, die eher auf unserer Seite sind, genauso wie die

00:36:33.479 --> 00:36:42.390
<v Thomas Lohninger>also die linke und auch zum Teil die Sozialdemokraten, dass wir die mit einer niedrigeren Wahrscheinlichkeit anzeigen als die Konservativen und die Liberalen.

00:36:42.318 --> 00:36:43.507
<v Tim Pritlove>Mhm. Versterben.

00:36:42.642 --> 00:36:52.809
<v Thomas Lohninger>Also, das ist alles, Jason im Hintergrund und ähm gibt's auch Skripte, die man im Gitarb sehen kann, mit denen wir diese Wahrscheinlichkeit vergeben, damit auch das irgendwie nachvollziehbar ist.

00:36:53.026 --> 00:36:56.571
<v Thomas Lohninger>Und man auch da irgendwie drüber diskutieren kann, was die beste Strategie ist.

00:36:56.349 --> 00:36:59.670
<v Tim Pritlove>Maschinenlesbare Politiktendenz.

00:36:59.570 --> 00:37:00.903
<v Thomas Lohninger>Maschinendisbacher Staat.

00:37:00.803 --> 00:37:03.896
<v Tim Pritlove>Maschinendesbacher Stadt, ja das wollten wir eigentlich immer haben, oder?

00:37:04.101 --> 00:37:10.284
<v Thomas Lohninger>Ja, langsam kommt's, aber es ist weitaus schmerzvoller, als sich das alle jemals gedacht.

00:37:10.326 --> 00:37:14.730
<v Tim Pritlove>Gut. Ähm.

00:37:15.452 --> 00:37:22.825
<v Tim Pritlove>Super, dann äh viel Glück und alle, die hier zuhören sollten da mal draufklicken und mal gucken, was sie da noch zu beitragen können.

00:37:24.015 --> 00:37:26.172
<v Tim Pritlove>Ja

00:37:26.419 --> 00:37:37.198
<v Tim Pritlove>Wir bleiben beim Thema, wir machen äh heute hier mal ein Netzneutralitäts äh Spezial. Nächste Woche gehen wir dann wieder ein bisschen mehr in die Einzelmeldungen rein.

00:37:37.175 --> 00:37:42.522
<v Tim Pritlove>Ähm ist ja noch was anderes äh los gewesen.

00:37:43.010 --> 00:37:54.378
<v Tim Pritlove>Äh in den USA ist ein Deal bekannt geworden zwischen Comkas, einem der größten oder ist es sogar der größte Kabel.

00:37:54.799 --> 00:37:56.656
<v Tim Pritlove>Ich glaube, es.

00:37:56.356 --> 00:38:06.613
<v Thomas Lohninger>Der größte Kabelnetzbetreiber meines Wissens nach und vor allem äh haben die ja grade irgendwie einen äh Mercher vorgeschlagen mit Time Warner,

00:38:06.871 --> 00:38:20.308
<v Thomas Lohninger>der, glaube ich, der zweitgrößte ist, das heißt, die wollen, was sie mit großen Abstand zum allergrößten ähm Kabelnetzbetreiber in den USA machen würde,

00:38:20.428 --> 00:38:24.856
<v Thomas Lohninger>man muss auch sagen, es gibt jetzt eigentlich schon ähm ein Monopol.

00:38:25.181 --> 00:38:35.114
<v Thomas Lohninger>An einem Ort, an jedem Ort in den USA, weil du hast kaum äh Städte oder Punkte auf der Karte der USA, wo es mehr als einen Kabelnetzbetreiber gibt,

00:38:35.397 --> 00:38:41.111
<v Thomas Lohninger>Ähm das heißt, da gibt's sowieso auch keine, keine Wahlfreiheit für die Kunden, dass sie irgendwie,

00:38:41.268 --> 00:38:48.093
<v Thomas Lohninger>Anbieter wechseln können, wenn sie nicht zufrieden sind, da gibt's ja auch eine wunderschöne Saufparkfolge dazu, die man nur sehr empfehlen kann.

00:38:48.142 --> 00:38:49.662
<v Tim Pritlove>Welche?

00:38:49.392 --> 00:39:01.896
<v Thomas Lohninger>Ich äh wir verlinken da drauf äh die die kann man wirklich sehr empfehlen, das äh zeigt sehr gut die groteske Logik von Monopolen im Kabelnetzbereich.

00:39:02.341 --> 00:39:17.183
<v Thomas Lohninger>Und äh diese wirklich desaströse Situation, in die die USA sich da begeben haben, war sie halt ähm de facto Monopole haben, wenn man irgendwie Kabelfernsehen haben will und Internet, vor allem wenn man irgendwie schnelles Internet haben will.

00:39:16.883 --> 00:39:17.982
<v Tim Pritlove>Ja.

00:39:17.875 --> 00:39:19.785
<v Thomas Lohninger>Dann kann man sowieso nur,

00:39:20.038 --> 00:39:28.000
<v Thomas Lohninger>zum Kabelnetz gehen, weil über die Kupferleitungen kriegt man in den USA halt äh nichts, was irgendwie über sechzehn MBit ist. Und.

00:39:28.577 --> 00:39:39.020
<v Thomas Lohninger>Das ist halt eine Situation, äh wo wo diese Firmen überhaupt keine Konkurrenz mehr haben. Das heißt, die Preise sind äh um ein Vielfaches teurer als im Rest der Welt

00:39:38.919 --> 00:39:45.480
<v Thomas Lohninger>und die Bandbreiten, die sie einem anbieten, sind inzwischen schon so auf ähm ja

00:39:45.426 --> 00:39:58.808
<v Thomas Lohninger>Entwicklungslandniveau kann man gar nicht sagen, weil es gibt manche Entwicklungsländer, die schon schnellere Bandbreiten anbieten als die, also die USA ist, ist in der Hinsicht, in ihrer Infrastruktur wirklich schon weit ins Hintertreffen geraten.

00:40:01.164 --> 00:40:09.120
<v Tim Pritlove>So und jetzt äh was ist mit diesem Deal zwischen Netflix und äh Koncast? Was genau wurde da äh bekannt?

00:40:09.853 --> 00:40:13.344
<v Thomas Lohninger>Ja, also ähm es ähm,

00:40:13.543 --> 00:40:24.851
<v Thomas Lohninger>wir erinnern uns noch, dass äh es ja eine Entscheidung gab, dass die Netzneutralitätsregelungen äh der FCC, der amerikanischen Regulierungsbehörde aufgehoben wurden von einem Höchstgericht

00:40:24.816 --> 00:40:29.917
<v Thomas Lohninger>und seit das passiert ist, oh Wunder, oh Wunder, ah, haben die,

00:40:30.014 --> 00:40:39.297
<v Thomas Lohninger>Geschwindigkeiten, die Netflix gemessen hat, äh mit denen seine Videos zu seinen Kunden ausliefern konnte, sind rapide in den Keller gegangen.

00:40:39.406 --> 00:40:45.895
<v Thomas Lohninger>Und ähm nachdem die sich irgendwie wehren wollten dagegen, dass ihre Kunden auf einmal einen schlechten Dienst bekommen von ihnen,

00:40:46.064 --> 00:40:49.615
<v Thomas Lohninger>Das ist aber nicht an ihnen lag, sondern an den Kabelnetzbetreibern.

00:40:49.940 --> 00:41:00.792
<v Thomas Lohninger>Ähm äh ist Netflix jetzt nach langem Hin und Her in die Knie gegangen und zahlt jetzt dafür, dass ähm seine Daten in ausreichende Geschwindigkeit an die Kunden kommen.

00:41:01.808 --> 00:41:10.136
<v Thomas Lohninger>Und das ist wie manche Kommentatoren meinen halt so das Ende der Netzautralität in den USA ähm,

00:41:10.347 --> 00:41:15.688
<v Thomas Lohninger>von von einer wirtschaftlichen Seite ist es das auch, weil jetzt halt wirklich mal so,

00:41:15.911 --> 00:41:22.947
<v Thomas Lohninger>dieser Kniefall gemacht wurde und große Inhalte, Anbieter übergehen, dafür zu bezahlen,

00:41:23.230 --> 00:41:28.451
<v Thomas Lohninger>Weg Geld zu bezahlen, dass sie empfangen werden können äh von von ihren Kunden

00:41:28.344 --> 00:41:40.692
<v Thomas Lohninger>Ähm und damit haben wir halt jetzt einfach ein ein Problem, das eigentlich schon über längere Zeit bestanden ist, nochmal in einer Dimension vor Augen geführt bekommen, dass man einfach sieht, dieser ganze,

00:41:40.945 --> 00:41:43.865
<v Thomas Lohninger>interconnect Markt, also da wo,

00:41:43.937 --> 00:41:57.037
<v Thomas Lohninger>ähm Eisbies untereinander Daten austauschen. Da haben wir halt ein großes Problem inzwischen, weil ähm die ISPs immer mehr merken, dass die da in einer Machtposition sind, dass sie Geld verlangen können,

00:41:57.085 --> 00:42:04.025
<v Thomas Lohninger>das ja in den vorherigen Sendungen schon ausführlich behandelt äh mit diesen die immer mehr zunehmen,

00:42:04.043 --> 00:42:09.962
<v Thomas Lohninger>Und äh ja, jetzt sind wir halt an einem Punkt angekommen, ähm wo das Eis bricht

00:42:09.854 --> 00:42:22.209
<v Thomas Lohninger>und ähm wir wahrscheinlich in zunehmender Zahl ähm alle online Dienste, die viel Daten über die Leitung schicken, zur Kasse gebeten werden und das hat halt einfach mehrere Konsequenzen

00:42:22.101 --> 00:42:27.322
<v Thomas Lohninger>Einerseits mal, das ist so etwas wie ein ein neues Netflix nicht mehr geben wird, weil.

00:42:27.653 --> 00:42:33.433
<v Thomas Lohninger>Wie sollen die sich jemals durchsetzen, wenn sie um äh irgendwo erfolgreich zu sein, mal irgendwie.

00:42:33.770 --> 00:42:41.348
<v Thomas Lohninger>Geld aufdrücken müssen für für den großen Incomeback dort, also für den ISP, der ihnen den Zugang zu diesen Kunden ermöglicht.

00:42:42.003 --> 00:42:52.302
<v Thomas Lohninger>Und ähm auf der anderen Seite halt auch, dass diese ähm Eisbieß dann halt ähm die die Entscheidung treffen darüber, wer sich in diesem Markt durchsetzen kann und wer nicht und

00:42:52.212 --> 00:42:59.092
<v Thomas Lohninger>Ich glaube nicht, dass sie diese diese Machtposition zum Vorteil ihrer Kunden ausnutzen werden.

00:43:00.096 --> 00:43:14.518
<v Tim Pritlove>Es ist für dich schon hochgradig bedenklich, vor allem so der ganze Neusprech, der damit verbunden ist, man sieht das ja hier in diesem offiziellen Statement von Comcast so. Ja, wir tun uns zusammen und äh it's all about the excellence User Experience und so, ja, weil das ist ja alles nur für die Kunden

00:43:14.338 --> 00:43:20.575
<v Tim Pritlove>Klar, so auf den ersten Blick kann man natürlich das äh irgendwie so auch auslegen, also zumindest wenn man jetzt mit den ähm,

00:43:20.870 --> 00:43:25.027
<v Tim Pritlove>Konzepten dahinter nicht so vertraut ist, aber langfristig bedeutet es schlicht

00:43:24.962 --> 00:43:37.051
<v Tim Pritlove>dass man also nicht nur nicht nur, dass man äh äh Schwierigkeiten hat, dass wenn man's jetzt drauf anlegt, mit seinem Startup da äh entsprechend gleich zu ziehen und schnell populär zu werden. Also angenommen, ich biete jetzt irgendeinen Dienst an, der an sich,

00:43:37.118 --> 00:43:44.719
<v Tim Pritlove>Bandbreiten intensiv ist und der auch wirklich jetzt von äh so einer Rildherm Auslieferung oder zumindest einer sehr schnellen Auslieferung abhängig ist.

00:43:45.266 --> 00:43:55.175
<v Tim Pritlove>Ich habe da wirklich jetzt was cooles Neues rausgefunden. Alle wollen das haben. Dann steigt halt meine Bandbreite einfach, weil's gut ist. So und die Leute nehmen's dann auch,

00:43:55.331 --> 00:44:06.484
<v Tim Pritlove>nachdem es populär geworden ist, noch als gut war, weil ich eben so skalieren kann. In dem Moment, wo ich aber erstmal zahlen muss, um ab einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt.

00:44:07.386 --> 00:44:17.324
<v Tim Pritlove>Die Dienstgüte auch wahrnehmen lassen zu können, ja, also äh angenommen, ich habe jetzt tausend User, ich kann halt nicht mehr hinterher skalieren, ohne gleich

00:44:17.247 --> 00:44:30.063
<v Tim Pritlove>allen möglichen Providen. Es geht ja hier nicht nur um einen, ja, ist ja nicht so, dass man einen Provider dafür bezahlt, dass die Daten schnell ins Netz geht, wie man das zum Beispiel bei CDNs hat. Das ist ja eine ganz andere Situation. Ja, also wenn ich so ein, so ein, so ein Delivery Network verwende, dann,

00:44:30.094 --> 00:44:45.062
<v Tim Pritlove>beziehe ich hier eine explizite Dienstleistung, nämlich hier repliziert meine Daten, meine Streaming-Server, et cetera, leitet das durch euer Netzwerk schnell an verschiedene Verteilungspunkte, damit es eben schnell bei den ISPs ist, die letzten, die ich die Verbindung zu den Usern herstellen

00:44:44.942 --> 00:44:54.905
<v Tim Pritlove>nein hier müsste ich ja im Prinzip mit jedem einzelnen ISP weltweit oder zumindest jedem, der sich entsprechenden quer stellt oder so querstellen kann, weil er eben so ein Monopol hat, äh,

00:44:55.056 --> 00:45:04.550
<v Tim Pritlove>einigen und äh müsste vor allem auch alle pauschal irgendwie mit Unsummen bestechen. Das heißt, das ist schon mal einerseits nicht möglich. Andererseits bedeutet das auch,

00:45:04.682 --> 00:45:12.398
<v Tim Pritlove>Das andere Unternehmen ohne ihre Dienstgüte zu verbessern, schlicht und ergreifend durch so eine Bezahlung, ja,

00:45:12.626 --> 00:45:26.170
<v Tim Pritlove>Andere auch raushalten können. Faktisch, weil die nicht in der Lage sind, finanziell entsprechend nachzuziehen oder niemand bereit wäre, das äh entsprechend zu ähm das Investment bereitzustellen. Also es ist schon wirklich sehr beunruhigend und äh.

00:45:26.718 --> 00:45:34.841
<v Tim Pritlove>Mich daran wirklich immer wieder sehr stört ist. Und ich frage mich, dass wir auch nochmal eine Frage an dich. Wenn jetzt grade sich solche liberalen,

00:45:35.088 --> 00:45:44.750
<v Tim Pritlove>Gruppen. Also ich meine, mit liberal ist ein bisschen schwierig. Ich glaube, wir denken da so primär an FDP. Ich weiß nicht, ob das auf europäischer Ebene auch so ein ähnliches äh Mindset ist, aber äh.

00:45:44.535 --> 00:45:52.460
<v Thomas Lohninger>Ganz schwierig. Da gibt's eigentlich keine es gibt nicht mal innerhalb der liberalen Gruppe eine einheitliche Definition von dem, was liberal ist. Das wissen sie selbst nicht.

00:45:51.012 --> 00:46:00.440
<v Tim Pritlove>Ja okay, aber ich ich würde ihnen zumindest mal eine gewisse privatwirtschaftliche Nähe oder Nähe ist vielleicht Affinität.

00:46:01.017 --> 00:46:02.177
<v Thomas Lohninger>Vermutung kann man, ja.

00:46:01.877 --> 00:46:12.500
<v Tim Pritlove>Ja, so also befassen sich mehr mit mit äh der Realität von Firmen, als es jetzt, was weiß ich, vielleicht die Linken äh tun. So.

00:46:12.212 --> 00:46:14.621
<v Thomas Lohninger>So der Markt als Konzept und als Antwort.

00:46:14.351 --> 00:46:22.583
<v Tim Pritlove>Genau, so und eigentlich ich meine, ich finde es auch bemerkenswert, dass dieser Jens Rohde da jetzt sozusagen gegen den Kommunismus schießt,

00:46:22.806 --> 00:46:34.061
<v Tim Pritlove>Ja? Also da auch wirklich solche äh Kampfwörter äh an Start nimmt, ja, sozusagen in der Hoffnung auf freie Märkte jetzt mal so als,

00:46:34.368 --> 00:46:43.110
<v Tim Pritlove>als Gegenthese zu Kommunismus, ja, dass wir das ja mal gerne hahnen geführt wird, aber eigentlich ja mit so einer.

00:46:43.808 --> 00:46:48.663
<v Tim Pritlove>Genau Monopolisierung.

00:46:49.360 --> 00:46:54.143
<v Tim Pritlove>Fördert und gerade einen freien Markt im Sinne von.

00:46:54.624 --> 00:47:09.322
<v Tim Pritlove>Einfacher Zugang auch für neue äh Mitspieler äh verhindert. Ich freue mich, ob das in der politischen Argumentation auch eine ob man das irgendwie so auch in die Köpfe reinbekommt oder ob das einfach nicht klickt.

00:47:10.849 --> 00:47:13.192
<v Thomas Lohninger>Also ähm

00:47:12.970 --> 00:47:27.986
<v Thomas Lohninger>wenn's wenn's drum geht, liberaler zu überzeugen, wir wir probieren das die ganze Zeit, also wir haben jetzt eigentlich auch ähm, das ist mir auch immer ein Anliegen, das Netzzentralität kann man Irrsinn nicht schön für solche Leute freamen, weil es halt auch wirklich de facto,

00:47:28.221 --> 00:47:43.039
<v Thomas Lohninger>eigentlich eine eine Absicherung eines eines freien Marktes ist, eines Wettbewerbs ist und gerade eben die Startups, die äh Unternehmen, die in Europa vielleicht auch mal ein Gegengewicht zu den amerikanischen Monopolisten aufbauen könnten.

00:47:43.580 --> 00:47:54.697
<v Thomas Lohninger>Fördern würde. Das heißt, es wäre sogar Makroökonomisch genauso wie lokal-ökonomisch sinnvoll für Europa, da auf Netzneutralität zu setzen, weil das ist einer der wenigen Wirtschaftsbereiche, der überhaupt noch wächst.

00:47:55.742 --> 00:48:04.017
<v Thomas Lohninger>Das sind alles Argumente, ähm die, die man ähm ja, immer wieder reinhämmern muss in der Hoffnung, dass sie irgendwann einmal greifen,

00:48:04.293 --> 00:48:16.900
<v Thomas Lohninger>ich sag's nochmal, Jürgen Kreuzmann ist der FDP-Politiker, der im Ausschuss sitzt und erzählt eindeutig zu den Hardliner, sogar innerhalb der alte Fraktion ist er derjenige, der,

00:48:17.225 --> 00:48:23.949
<v Thomas Lohninger>ähm die die skurrilsten Änderungsanträge eingebracht hat und der sich auch äh von dem, was wir hören,

00:48:24.183 --> 00:48:28.546
<v Thomas Lohninger>in den Diskussionen ähm so sehr am am stärksten an.

00:48:28.907 --> 00:48:38.827
<v Thomas Lohninger>Dem Kommissionsvorschlag orientiert und der am liebsten gar nichts geändert hätte daran. Also wenn man jemanden anrufen will, dann wäre das zum Beispiel so so ein Kandidat.

00:48:39.248 --> 00:48:44.752
<v Thomas Lohninger>Ich wollte aber noch auf was anderes einsteigen, was du gesagt hast mit diesem Content Living Networks. Die haben,

00:48:45.041 --> 00:48:51.843
<v Thomas Lohninger>lange Zeit als äh Mittelman fungiert und äh so irgendwie diesen Konflikt ein bisschen,

00:48:52.023 --> 00:49:01.643
<v Thomas Lohninger>vom Eskalieren abgehalten in dem Netflix ja auch zum Beispiel lange Zeit bei so einem war um dort.

00:49:02.077 --> 00:49:07.863
<v Thomas Lohninger>Einfach seinen Traffic von denen vorleiert, vorhalten zu lassen. Apple macht das ja auch mit Ackermai, das kennt man.

00:49:08.224 --> 00:49:21.756
<v Thomas Lohninger>Nur haben wir jetzt halt auch immer mehr die Situation, dass die Internet-Provider, die ja auch immer weniger werden, ähm immer größere Konglomerate von ISPs, die sich zusammenschließen mit immer mehr Kundenbasis,

00:49:21.762 --> 00:49:26.786
<v Thomas Lohninger>halt einfach wirklich ihre Kunden als Faustpfand in den Verhandlungen verwenden und direkt gegenüber,

00:49:27.062 --> 00:49:35.000
<v Thomas Lohninger>Anbietern gehen. Direkt gegenüber Netflix, wahrscheinlich auch in irgendeiner Form direkt gegenüber Apple stehen.

00:49:35.403 --> 00:49:45.714
<v Thomas Lohninger>Von denen halt einfach mal Kohle abzukassieren und durch den fehlenden Wettbewerb auf der einen Seite, dass wir einfach im äh Internet äh Zugangsanbietermarkt

00:49:45.624 --> 00:49:52.053
<v Thomas Lohninger>immer weniger Player haben, weil die sich alle untereinander aufkaufen und auch auf dem,

00:49:52.234 --> 00:50:01.608
<v Thomas Lohninger>Inhalt der Anbietermarkt äh immer weniger Wettbewerb äh äh kristallisiert sich halt zu einer Situation heraus, wo die einen ganz klar in der Machtposition sind

00:50:01.597 --> 00:50:12.587
<v Thomas Lohninger>und die anderen es sich auch langsam leisten können für den Erhalt ihrer Monopolistensituation. Ein bisschen Geld abzudrücken, um sich für alle Zeiten die Konkurrenz vom Haus zu halten.

00:50:12.317 --> 00:50:18.289
<v Tim Pritlove>Ja. Also man man baut eigentlich Monopole auf beiden Seiten auf.

00:50:18.218 --> 00:50:25.073
<v Thomas Lohninger>Deswegen ist unsere Argumentation aus, dass man Special als Services ganz klar ganz hart definieren muss,

00:50:25.284 --> 00:50:33.474
<v Thomas Lohninger>weil ansonsten bestärkt man Monopole, ansonsten fördert man Monopole. Das ist eine klare Beziehung. Und äh

00:50:33.336 --> 00:50:39.201
<v Thomas Lohninger>das das geht auch in so vielen äh Punkten gegen die Grundlagen des Internets. Also

00:50:39.003 --> 00:50:48.623
<v Thomas Lohninger>wenn wenn man sich das mal zu Ende denkt, dann äh können wir auch das Ende zu Ende Prinzip vergessen, also dass ich von jedem Punkt im Internet, zu jedem anderen Punkt im Internet eine Verbindung aufbauen kann,

00:50:48.666 --> 00:50:57.655
<v Thomas Lohninger>dann muss ich halt einfach in einer Welt ohne Netzzentralität zuerst Geld abdrücken, bevor ich diesen Videostreaming-Dienstleister verwenden kann.

00:50:58.322 --> 00:50:58.922
<v Thomas Lohninger>Und

00:50:58.749 --> 00:51:05.653
<v Thomas Lohninger>damit haben wir nicht mehr ein Internet, sondern Mininetz und eine eine Zersplitterung, eine Segmentierung des Netzes,

00:51:05.761 --> 00:51:20.135
<v Thomas Lohninger>kommt diese eine wunderschönere Folge vom Reporter ohne ähm elektrischen Reporter wieder in den Kopf, äh die verlinken wir am besten auch. Da wurde dieses Szenario mal vorgezeigt. Das ist so irgendwie von der Abschaffung der Netzneutralität

00:51:19.961 --> 00:51:28.109
<v Thomas Lohninger>über diese Fragmentierung bis hin zu kleinen kommerziellen Netzen und dem kompletten Abschalten des Internets, also die haben die Dystopie mal bis zu Ende gezeichnet.

00:51:27.809 --> 00:51:28.469
<v Tim Pritlove>Ja

00:51:30.038 --> 00:51:42.380
<v Tim Pritlove>Ja, alles nicht so schön, aber noch äh ist äh hier der Drops nicht gelutscht und von daher kann hier jeder mit äh einsteigen.

00:51:42.933 --> 00:51:45.619
<v Tim Pritlove>Als.

00:51:46.287 --> 00:51:59.920
<v Tim Pritlove>Und letzten Punkt, können wir nochmal ein anderes äh wiederum Netzneutralität gelagertes äh Thema machen. Jetzt war ja gerade der Mobile World Kongress in Barcelona. Ist jetzt eigentlich schon vorbei? Ja, ne, ist vorbei, ne?

00:51:59.705 --> 00:52:04.109
<v Thomas Lohninger>Keine Ahnung, ich habe nur heute irgendwie ähm im Fernsehen gesehen, dass er war.

00:52:04.230 --> 00:52:17.948
<v Tim Pritlove>Ja. Ähm so, da gab's, äh das habe ich aber nicht gesehen, aber du hast es wahrscheinlich mitbekommen, äh glaube ich, auch eine Keynote von Herrn äh Zuckerberg, dem Facebook Chef.

00:52:19.300 --> 00:52:32.346
<v Thomas Lohninger>Ja, der hat sich da irgendwie zu Wort gemeldet und hat da auch gleich irgendwie seine äh sein neuestes Pad dabei, ähm die Leute von äh wie hießen die nochmal WhatsApp?

00:52:32.749 --> 00:52:35.590
<v Thomas Lohninger>Und ähm ich weiß nicht, ob das irgendwie.

00:52:35.933 --> 00:52:43.871
<v Thomas Lohninger>Eine Kampfansage war also ich habe mir schon im Vorfeld gedacht irgendwie, dass das wahrscheinlich recht ein Reizthema ist, wenn,

00:52:44.142 --> 00:52:50.240
<v Thomas Lohninger>Whatsapp, was ja so die Kannibalisierung des SMS-Umsatzes für einen Großteil der,

00:52:50.355 --> 00:53:03.136
<v Thomas Lohninger>Telekomfirmen ist, die auf diesem Mobile World Summit sind, um sich untereinander zu vernetzen, wenn der dort ist und äh ihnen die Keynote gibt. Aber wir sehen halt an der Stelle so ein bisschen.

00:53:03.593 --> 00:53:10.948
<v Thomas Lohninger>Davon, ähm dass dass die durchaus eben eher mal dies abschließen, anstatt sich gegenseitig zu bekriegen

00:53:10.810 --> 00:53:20.111
<v Thomas Lohninger>und ähm was was äh dort eben ganz groß Thema war, ist eine ähm neues Projekt von von Zuckerberg äh Internet Punkt org,

00:53:20.280 --> 00:53:33.632
<v Thomas Lohninger>Und äh das ist eigentlich das, was wir schon von Facebook Zero kennen, aber nochmal mit einem riesigen äh fetten Schicht an PR Marketing und jetzt lasst uns die Welt besser machen.

00:53:34.353 --> 00:53:39.317
<v Thomas Lohninger>Wenn man irgendwie einen guten Magen hat, dann kann man sich dieses Video anschauen.

00:53:39.882 --> 00:53:47.645
<v Thomas Lohninger>Ähm auf jeden Fall, also zumindest mit derselben Aufmerksamkeit schauen, wie wie Russia Today, also da da gibt's sehr viele kleine Close drinnen.

00:53:48.295 --> 00:53:55.920
<v Thomas Lohninger>Und ähm ja, im Grunde äh ist es halt auch dort äh das Stichwort vertikale Integration.

00:53:56.329 --> 00:54:04.633
<v Thomas Lohninger>Man will seine Dienste möglichst ähm nicht mehr so auf diesem Internet anbieten, sondern man will irgendwie ein Produkt haben.

00:54:05.096 --> 00:54:14.433
<v Thomas Lohninger>Das ist irgendwie ein Inhalt der Anbieter gibt der den Zugang regelt und am besten auch noch direkt auf der Hardware vorinstalliert ist, das heißt ich habe Facebook,

00:54:14.740 --> 00:54:21.981
<v Thomas Lohninger>Das habe ich äh ohne, dass ich Internet auf meinem Telefon habe, in der Form von Internet Punkt org oder Facebook Zero,

00:54:22.198 --> 00:54:32.437
<v Thomas Lohninger>gratis einfach dabei in einer abgespeckten Variante und dann halt auch noch auf dem Telefon eine eine Anwendung, die mir ermöglicht, das zu nutzen,

00:54:32.606 --> 00:54:40.417
<v Thomas Lohninger>Daten dort herzugeben, auch wenn ich vielleicht in einem Land lebe, wo wo Internet maximal in irgendwelchen Internetcafis zur Verfügung steht.

00:54:40.796 --> 00:54:45.951
<v Thomas Lohninger>Die Strategie dahinter ist für Facebook ganz klar, dass sie ihre.

00:54:46.384 --> 00:54:56.239
<v Thomas Lohninger>Kundschaft kann man ja eigentlich gar nicht sagen. Die Menschen, über die sie Daten sammeln, auch ausweiten will über die Leute, die sich ja wirklich am wenigsten wehren können. Nämlich ähm Menschen in Entwicklungsländern.

00:54:56.461 --> 00:55:01.593
<v Thomas Lohninger>Also die Ansage ist auch so irgendwie jetzt äh let's connect äh the next Billion People.

00:55:02.044 --> 00:55:09.218
<v Thomas Lohninger>Man will ja einfach mehr Leute ins Netz bringen, aber man meint damit nicht das Internet, sondern Facebook,

00:55:09.459 --> 00:55:18.448
<v Thomas Lohninger>und die Daten, die über die Leute gesammelt werden, verwendet Facebook natürlich so, wie sie alle Daten verwendet von Leuten, ähm nämlich für Werbezwecke.

00:55:18.833 --> 00:55:28.135
<v Thomas Lohninger>Weiß Gott für was andere Dinge noch, das heißt da da ist halt so grade jetzt ja das das zeichnet sich am Horizont ab

00:55:28.009 --> 00:55:33.903
<v Thomas Lohninger>und ähm in entwickelten Ländern äh ist das äh vielleicht,

00:55:34.042 --> 00:55:46.883
<v Thomas Lohninger>nicht etwas über das wir uns Sorgen machen müssen, aber an andererseits auch hier gibt es Leute, die sich vielleicht kein äh Gigabyte äh Internet leisten können und äh für deren Wertkarten, SIM Karten wird's genauso auch ähm,

00:55:46.986 --> 00:55:52.388
<v Thomas Lohninger>solche Angebote geben. Und da muss man sich halt wirklich die Frage stellen, was passiert, wenn,

00:55:52.598 --> 00:56:00.211
<v Thomas Lohninger>Wir nicht mehr davon ausgehen können, dass äh die Leute Internet haben, sondern dass sie halt wirklich nur noch Facebook Zugang haben.

00:56:01.900 --> 00:56:13.473
<v Tim Pritlove>Ja, das Ganze läuft ja, glaube ich, hinter dem Begriff äh Facebook Zero, ne? Das scheint so ein bisschen der sich äh äh etablierende Terminus zu sein für solche Dienste. Das gibt's ja auch schon bei Wikipedia. Wikipedia Zero

00:56:13.408 --> 00:56:20.125
<v Tim Pritlove>haben wir ja, glaube ich, auch schon mal drüber gesprochen. Ähm was ja auch, sagen wir mal,

00:56:20.024 --> 00:56:35.322
<v Tim Pritlove>debattierungswürdig ist, bei Wikipedia äh haut man halt äh gerne nicht äh nicht so gerne drauf, weil da jetzt nicht unbedingt äh so ein Cottbus dahinter steht, der äh Daten sammelt, äh Profile auswertet und äh Werbung verkauft, ja?

00:56:35.107 --> 00:56:44.967
<v Tim Pritlove>Nur in dem Moment, wo man sich natürlich Wikipedia in solche äh Sachen ein äh binden lässt, ähm ja ist vielleicht die

00:56:44.877 --> 00:57:01.149
<v Tim Pritlove>Die Alternative Wikipedia, die wir vielleicht auch irgendwann nochmal brauchen, sozusagen auch schon wieder benachteiligt. Also es ist einfach immer so dieser dieser äh freie Zugang und dieses Argument mit na ja, wir machen das ja billiger für euch. Ja, das ist halt wieder dieses Ding mit äh

00:57:00.951 --> 00:57:06.179
<v Tim Pritlove>nur weil es erstmal kostenlos ist, heißt es noch lange nicht, dass es äh für euch die bessere Wahl ist.

00:57:07.724 --> 00:57:14.441
<v Thomas Lohninger>Also ähm Wikipedia ist an der Stelle auch meiner Meinung nach ähm

00:57:14.436 --> 00:57:25.961
<v Thomas Lohninger>nicht gerecht gegenüber dem, was Wikipedia möglich gemacht hat, nämlich ähm ein freies, offenes und neutrales Internet, also Wikipedia hätte es niemals geschafft, so eine Verbreitung zu finden

00:57:25.883 --> 00:57:34.950
<v Thomas Lohninger>wer da nicht irgendwie ein ein neutrales Internet gewesen was den Zugang ermöglicht hätte und dass sie selbst gegen dieses Prinzip verstoßen,

00:57:35.227 --> 00:57:42.371
<v Thomas Lohninger>ist einfach kurzsichtig. Und auch kurzsichtig von der Wikimedia Foundation, dass sie,

00:57:42.534 --> 00:57:52.845
<v Thomas Lohninger>ähm nicht verstehen, dass sie damit eigentlich die Grundlage zerstören, die ihr eigenes Kernprojekt überhaupt erst möglich gemacht hat.

00:57:53.369 --> 00:58:01.727
<v Thomas Lohninger>Deswegen wäre die eigentliche und einzige verantwortungsvolle Entscheidung, Wikipedia Zero abzuschalten in allen Ländern.

00:58:02.334 --> 00:58:07.640
<v Thomas Lohninger>Und ähm sich für Netznetralität einzusetzen und für den Netzausbau in Entwicklungsländern.

00:58:08.199 --> 00:58:13.859
<v Tim Pritlove>Ja, na gut, äh unabhängig davon ähm

00:58:13.769 --> 00:58:30.450
<v Tim Pritlove>Was ja dahinter steht, ist dieses Bundling und das ist ja auch in dieser ganzen Netzneutralitätsdiskussion äh auch ein festes Thema, haben wir jetzt so noch gar nicht äh angerissen, aber man äh sieht das ja jetzt hier auch in Deutschland, ja, diese äh ja hier, du kriegst halt da den Zugang und äh vor allem

00:58:30.234 --> 00:58:35.810
<v Tim Pritlove>wir hier für den deutschen europäischen Raum immer von so Schreckgespenstern reden

00:58:35.642 --> 00:58:49.379
<v Tim Pritlove>in Asien und so weiter ist das auch schon durchaus Gang und Gebe. Also da gibt es sehr wohl solche gestaffelten Angebote, wo man irgendwie so einen niedrigen Preis zahlt und in diesem niedrigen Preis ist aber dann schon Facebook mit drin und das ist noch mit drin und das ist,

00:58:49.409 --> 00:58:57.683
<v Tim Pritlove>drin. Also der der Zugang wird da auch über den Preis schon von vornherein aussortiert, was ja dann letzten Endes auch bedeutet,

00:58:57.702 --> 00:59:05.615
<v Tim Pritlove>quasi man sich eben für diesen Einstiegspreis, ja, äh quasi ein Netz erkauft, was ja,

00:59:05.652 --> 00:59:15.464
<v Tim Pritlove>sag mal, bisschen hart äh vorzensiert ist, ja, weil einfach Dinge abgeschaltet sind, also ein aktiver Eingriff äh in,

00:59:15.663 --> 00:59:18.198
<v Tim Pritlove>eigentliche Datenverbindung stattfindet.

00:59:18.806 --> 00:59:29.249
<v Tim Pritlove>Also so ein Whitelist Internet, das ist eigentlich das Problem, ne? Also man man man darf quasi nur äh das benutzen, was äh äh freigeschaltet ist.

00:59:29.652 --> 00:59:37.493
<v Tim Pritlove>Und die letzte Stufe, egal wie viel Stufen man hat, ja, das mit Abstand teuerste ist quasi der freie Zugang.

00:59:38.389 --> 00:59:45.912
<v Tim Pritlove>Entsprechend wird halt den freien Zugang so dann wahrscheinlich auch kaum noch jemanden wählen und äh

00:59:45.786 --> 00:59:54.805
<v Tim Pritlove>ja, dann könnte man so Gespräche haben wie, na ja, hier, geh doch mal auf die Webseite und so weiter, Handy, das habe ich nicht in meinem Tarif, kann ich mir nicht angucken, interessiert mich nicht mit zu teuer.

00:59:54.740 --> 01:00:03.615
<v Tim Pritlove>So und das so haben wir das Internet nicht kennengelernt, ja. Ich meine, das ist dann irgendwie Internetsero, das ist dann irgendwie einfach nichts mehr drin.

01:00:03.790 --> 01:00:12.310
<v Thomas Lohninger>Ja und ich meine, da muss man sich auch immer einfach irgendwie nur nur fünf Jahre oder zehn Jahre in die Zukunft versetzen. Ich meine, wenn wir.

01:00:12.647 --> 01:00:19.106
<v Thomas Lohninger>Mal die Verwendung von Internet ein bisschen hochskalieren und dran denken, dass äh wahrscheinlich irgendwie,

01:00:19.419 --> 01:00:28.288
<v Thomas Lohninger>drei Dinge in unserer Tasche und zwei Dinge an unserem Körper ständig eine Internetverbindung haben werden,

01:00:28.583 --> 01:00:33.702
<v Thomas Lohninger>Und ähm dass dass wir weitaus vernetzter sein werden und weitaus mehr,

01:00:33.943 --> 01:00:41.099
<v Thomas Lohninger>Daten hin und her schicken werden und dass dann zum Beispiel auch irgendwie so E-Health äh Anwendungen,

01:00:41.298 --> 01:00:49.500
<v Thomas Lohninger>ähm die ja durchaus sinnvoll sein könnten für manche Menschen, ähm dass die dann halt auch irgendwie bei der einen ähm.

01:00:49.933 --> 01:00:57.660
<v Thomas Lohninger>Gesundheitsversicherung ähm angeboten werden und bei der anderen muss ich mich dann irgendwie noch um meinen Dataplan kümmern. Ja, also,

01:00:57.895 --> 01:01:07.912
<v Thomas Lohninger>es gibt da eine eine Vielzahl an Szenarien, die man sich vorstellen kann, wo wo das Ganze hinführt, wo diese Ungerechtigkeit halt noch einfach äh viel größer wird. Wir reden halt hier nicht von,

01:01:08.140 --> 01:01:18.680
<v Thomas Lohninger>von von Flugzeugtickets, wo's ganz normal für uns inzwischen ganz normal ist, wenn es eine Economy Class, eine Business Class und eine erste class gibt, sondern,

01:01:18.764 --> 01:01:24.731
<v Thomas Lohninger>hier halt wirklich von einer Infrastruktur, die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen soll, die,

01:01:25.014 --> 01:01:30.957
<v Thomas Lohninger>uns überhaupt erstmal in in vielen Fällen äh eine Teilnahme an Demokratie ermöglicht und.

01:01:31.281 --> 01:01:38.636
<v Thomas Lohninger>Wie ihr auch gesehen haben eine Möglichkeit ist, Protest zu organisieren und uns überhaupt noch Gehör zu verschaffen,

01:01:38.949 --> 01:01:44.212
<v Thomas Lohninger>und wenn wir das aufs Spiel setzen, nur weil es jetzt gerade Firmen gibt, die sich denken, okay.

01:01:44.868 --> 01:01:57.439
<v Thomas Lohninger>Nicht genügend Geld, nicht genügend, wie ich mir vorstelle, dass das sein soll, aber äh diese amerikanischen Firma da drüben, die die machen Milliardenumsätze und deswegen will ich was von diesem Stück Kuchen haben.

01:01:57.776 --> 01:02:07.894
<v Thomas Lohninger>Oder weil Unternehmen sagen, ja, ich investiere nicht in meine Netze, wenn der Staat mir mein Geld äh kein Geld mehr gibt, dann äh soll er dafür sorgen, dass ich es mir von anderen holen kann.

01:02:08.400 --> 01:02:17.815
<v Thomas Lohninger>Müssen wir diesen Tendenzen halt Einhalt gebieten. Also es es kommt jetzt hier langsam äh auf einer Grundsatzfrage hinaus, die ja auch eigentlich eine zutiefst politische Frage ist.

01:02:19.030 --> 01:02:25.801
<v Thomas Lohninger>Wir stehen heute leider wie an vielen Stellen, zum Beispiel auch Datenschutz äh genau an diesem Wendepunkt,

01:02:26.084 --> 01:02:37.164
<v Thomas Lohninger>dass wenn wir hier Standard setzen wollen, die äh irgendwie weltweit noch äh überhaupt eine eine Chance haben zu existieren, dann müssen wir das auf einem europäischen Level machen.

01:02:37.568 --> 01:02:44.922
<v Thomas Lohninger>Also Europa ist ähm wirklich für mich aus tiefster Überzeugung. Der einzige Punkt, wo wir Grundrechte noch in Stein meißeln können,

01:02:45.241 --> 01:02:50.324
<v Thomas Lohninger>Nationalstaatlicher Ebene sehen wir einfach nur, wie die Stück für Stück ausgehöhlt werden,

01:02:50.571 --> 01:03:00.648
<v Thomas Lohninger>Und wenn wir es jetzt schaffen, auf europäischer Ebene diesen Vlog einzuschlagen und einfach klar zu sagen, Internet hat so zu sein und das ist ein Grundwert und der muss erhalten bleiben,

01:03:00.901 --> 01:03:07.811
<v Thomas Lohninger>dann haben wir auch ähm die Chance, eine Vorbildrolle einzunehmen als Friedensnobelpreisträger Europa.

01:03:08.406 --> 01:03:17.912
<v Thomas Lohninger>Dann haben wir eine Chance, noch ein Beispiel zu setzen, dass es auch anders gehen kann und dass es auch noch andere Werte gibt, als äh die der Wirtschaft. Und.

01:03:18.243 --> 01:03:25.429
<v Thomas Lohninger>Die Entscheidung muss halt jetzt getroffen werden und meiner Meinung nach sollte das auch eine der zentralen Fragen sein für diese Europawahl im Mai.

01:03:26.067 --> 01:03:37.904
<v Tim Pritlove>Schön gesagt, Thomas, denke äh, jetzt können wir hier auch ähm diese Änderung zu einem gluriosen äh Ende führen, beziehungsweise haben das schon getan. Äh.

01:03:38.355 --> 01:03:47.182
<v Tim Pritlove>Vielleicht kannst du ja auch noch ein paar Kurzentschlossene Praktikanten gebrauchen, die jetzt auch noch der Meinung sind, mal jetzt alle Zelte abzubrechen mit unklarer Zukunftsaussicht, wäre genau das Richtige in ihrem Leben.

01:03:48.480 --> 01:03:52.626
<v Thomas Lohninger>Ja das das das Büro hier ist schon recht voll.

01:03:52.326 --> 01:03:53.954
<v Tim Pritlove>So

01:03:53.654 --> 01:04:01.268
<v Thomas Lohninger>Ähm ja, also ich ich kann da irgendwie ähm wer nach Brüssel kommen will und hier wirklich ähm.

01:04:02.085 --> 01:04:10.077
<v Thomas Lohninger>Was bewegen will, der soll zu Edri kommen. Das ist echt einer der geilsten Organisationen, die ich hier kennenlernen durfte und ähm die die vergangenen,

01:04:10.101 --> 01:04:22.503
<v Thomas Lohninger>zwei, drei Wochen waren die anstrengendsten meines Lebens, aber auch die äh gewinnbringendsten, die schönsten, die tragischsten und ähm.

01:04:22.997 --> 01:04:36.991
<v Thomas Lohninger>Ja, hier kann man halt wirklich noch was bewegen. Und ähm deswegen äh wer sonst irgendwie bei der Kampagne mitmachen will, äh soll mir irgendwie eine Mail schreiben oder auf Twitter mich anschreiben. Wir haben wirklich irrsinnig viel zu tun, was äh wo man uns helfen kann.

01:04:36.950 --> 01:04:38.398
<v Tim Pritlove>Wenn's nur Kaffee kochen ist.

01:04:39.089 --> 01:04:42.370
<v Thomas Lohninger>Nee, das schaffen wir noch alleine, also.

01:04:41.042 --> 01:04:44.899
<v Tim Pritlove>Da seid ihr noch nicht richtig ausgelastet.

01:04:45.867 --> 01:04:52.741
<v Tim Pritlove>Nein, okay. Jeder kann mitmachen. Super. Vielen, vielen Dank.

01:04:53.349 --> 01:05:07.566
<v Tim Pritlove>Brüssel und äh ja, vielen Dank fürs Zuhören. Das war das Logbuch. Nächste Woche gibt's äh wahrscheinlich einen anderen äh Überraschungsgast und äh lasst euch aber auch mal entsprechend überraschen und äh irgendwann kommt dann auch Linus wieder. Bis dahin sage ich äh tschüss und bis bald.

01:05:08.419 --> 01:05:10.366
<v Thomas Lohninger>Tschau, tschau.
