Logbuch:Netzpolitik
Einblicke und Ausblicke in das netzpolitische Geschehen
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LNP141 Irgendwas ist vielleicht passiert

VDS-Gesetz — Telekom spioniert für BND und NSA — Bin Laden — Cyber Cyber — Netzneutralität

Nach viel Vorgeplänkel und unterschwelliger Stimmungsmache geht der neue Anlauf zur Einführung einer Vorratsdatenspeicherung in die erste Runde und präsentiert sich als erster Gesetzentwurf, der einige bekannte und dazu noch ein paar neue Alarmglocken klingeln lässt. Wir wagen einen ersten Blick auf das Papier und registrieren eine ungewöhnliche Häufung von allerlei nebelkerzigen Meldungen und Berichten rund um das Geheimdienst- und Sicherheitsgeschehen. Zum Schluss schütteln wir noch ein wenig den Kopf über die jüngsten Gelüste der Telekomanbieter auf moderne Wegelagerei.

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Veröffentlicht am: 20. Mai 2015
Dauer: 1:31:26


Kapitel

  1. Intro 00:00:00.000
  2. Prolog 00:00:48.806
  3. VDS-Gesetz 00:04:24.580
  4. Deutsche Telekom spionierte für BND und NSA 00:39:02.594
  5. Bin Laden 00:54:15.695
  6. Cyber-Angriff auf den Bundestag 01:02:33.854
  7. Netzneutralität und Werbeblocker 01:11:27.763
  8. Epilog 01:25:54.609
  9. Bonus Track 01:27:37.158

Transkript

Tim Pritlove
0:00:00
Linus Neumann
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Tim Pritlove
0:00:05
Linus Neumann
0:00:13
Tim Pritlove
0:00:48
Linus Neumann
0:01:14
Tim Pritlove
0:02:52
Linus Neumann
0:02:55
Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:03:03
Tim Pritlove
0:03:14
Linus Neumann
0:03:15
Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:03:52
Tim Pritlove
0:03:55
Linus Neumann
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Tim Pritlove
0:04:07
Linus Neumann
0:04:14
Tim Pritlove
0:04:17
Linus Neumann
0:04:42
Tim Pritlove
0:06:25
Linus Neumann
0:06:28
Tim Pritlove
0:06:45
Linus Neumann
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Tim Pritlove
0:08:11
Linus Neumann
0:08:14
Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:11:25
Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:11:45

Ja, also genau, es geht ja darum, es gab ja Vorgaben von, Es gab Begründungen des Bundesverfassungsgericht und des EuGHs warum die also das Gesetz Deutschlands und die EU-Richtlinie. Mit den jeweiligen Verfassungen nicht vereinbar waren und genau ähm, diese diese auf diese Begründungen einzugehen und diese Gründe für die Nicht-Verfassungsgemäßheit ähm zu entfernen, soll ja dann nach ähm Hoffnung. Der unserer Herrenpolitiker dafür sorgen, dass man eben, Eine Vorratsdatenspeicherung mit menschlichem Antlitz schafft, die man dann eben nicht mehr vor dem Bundesverfassungsgericht äh weglagen kann. Ähm man will also den Rahmen des gerade noch rechtlich möglichen irgendwie aufreizen. Und deshalb haben wir ja schon. Auch als die Leitlinie veröffentlicht wurde, äh bekannt gegeben, dass es eben diese diese zehn Wochenfrist gibt, also eine kürzere Speicherfrist und einen Schutz von Berufsgeheimnisträgern, wo wir uns dann eben auch gefragt haben, wie soll das denn gehen, Ähm und man kann auch davon ausgehen, dass es hoffentlich hoffentlich, nicht reicht, denn die anlaslose Speicherung sämtlicher Telekommunikationsverbindungsdaten ohne jede Ausnahme, Findet ja trotzdem statt, ja? Also die Berufsgeheimnisträger werden ja jetzt nicht von der Speicherung ausgenommen, sondern sie werden vom Abruf ausgenommen. Und ähm es sind immer noch halt der Größere, der größere Teil, der zig Millionen davon erfassten Bürger stehen eben nicht, in der Nähe irgendeiner äh Straftat und äh wir fallen dieser Opf dieser Speicherung eben äh völlig ungerechtfertigterweise zum Opfer und das hat sich da natürlich jetzt auch nicht geändert. Insofern, mag man hoffen, dass es so bleibt. Also sie sagen, sie wollen Verbindungsdaten zehn und Standortdaten vier Wochen aufbewahren. Das wird auch nochmal sportlich, dass in den Datenbanken entsprechend sicherzustellen, IP-Adressen rund um elektronische Post dürfen nicht gespeichert werden. Da wird's dann nochmal interessant ähm, wie man den Begriff der elektronischen Post vielleicht nochmal in in weiteren Klagen äh definiert.

Tim Pritlove
0:14:09
Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:20:00
Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:20:10

Ordnungsamt wäre eben hier jetzt nicht mit dazu, weil Ordnungsamt kümmert sich um Ordnungswidrigkeiten, ja? Also, das ist glaube der Begriff hat da jetzt, glaube ich, keine, keine besondere Bedeutung an an der Stelle, ich muss auch mal ganz kurz gucken, ob der. Gefahrenabwehrbehörde der Länder steht hier öfter drin, aber der kommt auch nur einmal vor ja so. Entscheidend ist der Richtervorbehalt fällt beim Zugriff auf IP-Adressen. Ähm, Der Richtervorbehalt, den gibt's nur noch bei Vollabgriff der Vorratsdaten. Das heißt, wenn du wirklich sagst, Person X. Ähm einmal alles bitte. Ja? Das ist dann der da musst du dann einen Richter haben, der da kurz sein sein Larry drunter malt. Ähm aber es gibt ja noch so einen, kleinen Abgriff, nämlich also wenn die Polizei einfach wissen möchte, wer hat denn zu einem bestimmten Zeitpunkt eine IP-Adresse gehabt, und dann muss der Provider unter Rückgriff auf die Vorratsdaten dieser Auskunft geben. Und jetzt wird der wird die Kundige Hörerin feststellen. IP-Adressenauflösung machen die doch heute auch schon die ganze Zeit. Wie machen sie es denn? Bisher machen sie es so, dass es über äh Telekommunikationsgesetz Telemediengesetz geregelt ist, dass ähm Verkehrsdaten zur Störungsdirektion. Äh gesammelt werden dürfen. Und, diese genau auf diese Daten wird dann zugegriffen. Deswegen ist das ja auch so kritisch, dass im IT-Sicherheitsgesetz, dass äh wieder quasi ausgeweitet werden soll, dass man sagt, ihr dürft mehr speichern. Ähm, Aber da gibt's eben keine Pflicht wie lange ja? Und da da gibt's da auch eine sehr große Varianz. Und in den Vorratsdatengesetzenspeicherungsgesetz soll jetzt gesagt werden, so zehn Wochen, zack. Und da du diesen Datenpool hast, dürfen auch unsere Polizeibehörden dir einfach mal so eine IP-Adressenauflösung ohne Richtervorbehalt aus diesem Datenpool sofort von dir bekommen. Gleichzeitig haben sie, haben sie aber immer noch äh diese Hintertür nach Paragraf einhundert TKG, ähm sodass du quasi da kann die Polizei ja auch nochmal äh drauf zugreifen. Und da gibt's Speicherfristen zwischen einigen Tagen und sechs Monaten. Ja? Ähm in in der in der ähm bei den Providern, Ja? Und diese werden dafür haben sie keine äh Speicherfrist ähm äh Vorgaben. Das heißt, man könnte jetzt sogar sagen, dass diese, Dieser Zugriff auf die Daten von Paragraph einhundert PKG eben jetzt auch problemlos ohne Richtervorbehalt äh möglich sein wird. Dann haben sie noch ein ein neuen Paragrafen da mit drin, ähm uns da wird also ein neuer Straftatbestand ähm, eingeführt und zwar der, der Datenhellerei. Und das ist der Paragraph zweihunderteins D. Wer Daten. Nicht allgemein zugänglich sind und die ein anderer durch eine rechtswidrige Tat erlangt hat, sich oder einem anderen verschafft, einem anderen überlässt, verbreitet oder sonst zugänglich macht, um sich oder einen Dritten zu bereichern oder einen anderen zu schädigen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. So. Jetzt stellen wir uns mal vor. Ähm dahin, die nicht allgemein zugänglich sind. Also ein ähm. Ein, ein äh Gesetzesentwurf, ja? Ähm die ein anderer durch eine rechtswidrige Tat erlangt hat, in dem Fall ich, weil das BMJ hat mir rechtswidrig, behaupten wir jetzt mal, war ja nicht so, ne. Aber war nicht allgemein zugänglich, Die rechtswidrige Tat wurde von dem BM äh J begangen, indem ich sie bekommen habe. Dadurch habe ich bin ich, ich bin gerade der andere, habe sie durch eine rechtswidrige Tat erlangt, Und jetzt beschafft der andere sich die oder und macht sie, zugänglich, um sich oder einen Dritten zu bereichern oder an die anderen zu schädigen. Netzpolitik Org muss ähm bezahlt Gehälter, also bereichert der André sich ähm finanziell und schädigt einen anderen, nämlich äh die Bundesregierung, indem er das veröffentlicht. Wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft. Also Andre ab in Bau.

Tim Pritlove
0:25:19
Linus Neumann
0:25:21
Tim Pritlove
0:25:54
Linus Neumann
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Tim Pritlove
0:26:00
Linus Neumann
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Tim Pritlove
0:26:05
Linus Neumann
0:26:15
Tim Pritlove
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
0:26:58
Linus Neumann
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Tim Pritlove
0:27:42
Linus Neumann
0:27:50
Tim Pritlove
0:28:19

Nee, das ist auf jeden Fall auch genug Anlass, da mal ordentlich äh drauf rumzuhauen, weil ich finde, alles, was auch nur den Hauch den Hauch eines Anfluges, eines äh eines Verdachts hat äh in diese Richtung genutzt werden zu können, sollte mit der größtmöglichen Keule ordentlich platt gemacht werden, zumal ja auch noch die ganze Zeit darüber hatten wir auch schon in der letzten oder vorletzten Sendung äh drüber gesprochen jedoch diese generelle Einschränkungen, in der Zielsetzung dieses gesamten Gesetzes ja drin ist, ja wir schützen ja Berufsgeheimnisträger, ja? Und und da ist halt Kommt ihr zwei Sachen mit rein. Erstens, was du schon angesprochen hast, so äh wo ist jetzt hier bitte der Schutz, ja? Und B also wie wird der sozusagen auch technisch äh realisiert, wenn zunächst einmal alles gespeichert wird? Und ähm vor allem, was bedeutet Beruf im Hinblick auf Journalismus, weil Beruf ist, wofür ich Geld kriege, ja, eingeschränkten Maße auch noch, wofür ich ausgebildet oder zugelassen bin. Das mag bei manchen Berufsbildern recht klar zu fassen zu sein wie Medizinern. Mit Einschränkungen auch noch bei äh Juristen, die ja auch eine Zulassung haben oder nicht et cetera. Aber im Bereich Presse, ne? Ich meine, wir sind Presse, Nicht, dass wir jetzt groß damit hausieren gehen würden, äh Journalisten zu sein. Aber wir sind es in dem Moment, wo wir sagen, dass wir es sind. Dazu muss ich jetzt keinen, keine Ausbildung äh gemacht haben und gelernt haben, wie ich mit Quark-Express-Dokumentlay oute. Kann ich aber auch. Langes her. Ähm und ja, das muss an der Stelle einfach mal klar sein. Das das ist auch vor allem ist keine Nachlässigkeit ist, sondern es ist ein, Designziel gewesen, bei der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, dass eben nicht explizit an so eine Berufsausbildung zu kippen, damit eben die Presse frei ist und man eben nicht über solche Berufsausschuss äh Verfahren et cetera eine Berichterstattung verhindern kann.

Linus Neumann
0:30:35
Tim Pritlove
0:31:44
Linus Neumann
0:31:46
Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:33:20
Tim Pritlove
0:33:45
Linus Neumann
0:33:50

Und deswegen hat sie uns, den ersten Vorratsdatenspeicherungs, das erste Vorratsdatenspeicherungsgesetz gebracht und will uns jetzt auch das zweite geben. Also, auf die SPD drauf kloppen, ähm E-Mail schreiben, erklären, warum das alles Unsinn ist. Ähm wir müssen die Messer wetzen, wir müssen unsere Juristen mal wieder bemühen. Und ähm ja, was willst du da jetzt noch machen? Es gab irgendwie eine sehr schöne, also diese, dieser, dieser Streit zwischen. Zwischen Gabriel und Merkel ähm wollte ich eigentlich später drauf eingehen, aber äh, Wie gesagt, der Gabe nimmt ja jetzt die ähm die Merkel wegen der dieser Selektorenliste, die wir der wir die letzte Sendung aus ausführlich gewidmet haben, in die Zange und sagt sie, sie müssen jetzt äh Rückgrat gegenüber den USA zeigen und da gab's eine sehr schöne Antwort von Unionsfraktionsvize Michael Fuchs. Der sagte dann, was wäre denn, wenn Angela Merkel jetzt über die Vertrauensfrage im Bundestag den Weg zuvor gezogenen Neuwahlen sucht. Ja, was wäre denn dann? Die SPD ist absolut im Keller. Die hat ja, die hat ja äh Gabriel bald äh runtergewirtschaftet, wie wie nach nach einer nach irgendwie zehn Jahren Agenda zwanzig zehn. Die haben doch also die haben ja gar nichts mehr. Es ist eigentlich ein Witz, dass der sich überhaupt noch äh noch freut äh noch noch traut öffentlich aufzutreten. Aber okay, der den den bevor ich mich jetzt in Rage rede, möchte ich nur noch kurz anmerken dass die SPD ja auch den, der den ähm den kleinen, Gewerkschaften jetzt auch gerade wieder das Messer in den Rücken gerahmt hat, ne. Wir sehen uns irgendwie äh die SPD distanziert sich ja nicht distanziert sich nicht nur von den Lokführern, die jetzt grade mal wieder streiken. Sondern hat ja ein äh Gesetz auf den Weg gebracht und trägt es mit, was die äh die Einflussmöglichkeit von kleineren Gewerkschaften schwächt, ne. Also okay, das nur am Rande. SPD ist ähm.

Tim Pritlove
0:36:09
Linus Neumann
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Tim Pritlove
0:37:21
Linus Neumann
0:38:20
Tim Pritlove
0:38:41
Linus Neumann
0:38:43
Tim Pritlove
0:38:44
Linus Neumann
0:38:46
Tim Pritlove
0:38:58
Linus Neumann
0:39:01
Tim Pritlove
0:39:08
Linus Neumann
0:39:10
Tim Pritlove
0:41:12
Linus Neumann
0:41:21
Tim Pritlove
0:41:31
Linus Neumann
0:41:33

Genau, deswegen haben sie mehrere und äh da ist dann auch in der E-Mail von die Rede. Nächste Woche schalten wir die nächste. Ähm jetzt. Kurz aus dem Takt gebracht. Genau, Österreich und Luxemburg sind da in der in der Regel betroffen. Die Vermutung liegt nahe, dass das alles in Frankfurt äh da einander geklatscht wurde, kommt ja auch ähm bei den, Wie gesagt, insgesamt äh sind das viele, viele Leitungen ähm kommt auch geographisch immer hin, dass Frankfurter mehr oder weniger wahrscheinlich der der Punkt ist. Gleichzeitig hat er aber noch geliebt, einen Vertrag, in dem die damalige T-Com, äh mit dem BND verspricht allen elektronischen Verkehr zuzuleiten, der in Deutschland weder Ursprung noch Ziel hat, den sogenannten Transitverkehr. Ähm, Betroffen sind von diesem Vertrag sowohl leitungs als auch Paket vermittelter Verkehr, Leitungs vermittelt ist, also ist also die klassische Telekommunikation, Paket vermittelt, also äh, IP äh ist dann der eher der der Internetverkehr, also Faxe, Telefonate, Internet. Ähm, und die in diesem Vertrag verpflichtet sich die Telekom Informationen aus allgemein zugänglichen und internen Quellen zu beschaffen, Damit also dem BND zu melden, was abgreifbar ist und wie es abgreifbar ist, also technisch. Und dann, Planungsmäßige Umsetzung von Auftragsrelevanten Intentionen in technisch realisierbare Anwendungen zu überführen. Das heißt auch die die das Abhören dann, durchzuführen, das heißt mehr oder weniger die Telekom verpflichtet, die verpflichtet sich, den BND zu sagen, hier, das gibt's, da könnte man was dran halten, äh dann sagt der BND, wie denn? Und dann sagt die, die kommen ja auch so und so, können wir machen. Außerdem sollen sie die entsprechenden Spione beim BND aus und weiterbilden und, Jetzt denkt man sich natürlich so, oh krass, dicker Vertrag, ordentliches Volumen, langjährige Zusammenarbeit, viel Technik mit im Spiel. Was kriegt denn die T-Com dafür? Sechseinhalbtausend Euro plus Spesen. Spesen in dem Fall halt die ganze Technik, ne? Die sind da nicht mit drin, die muss der Tiko auch nicht bezahlen. Das heißt, da die die Rechnung haben sie dann durchgereicht an dem BND. Sechseinhalbtausend Euro im Monat. An einen Millionenkonzern. Das war das ist nichts. Das ist äh, Ja, das ist wahrscheinlich dann eine oder zwei Stellen, die damit nochmal ist eine Stelle, eine Stelle, wahrscheinlich am Ende, die damit nochmal beschafft wurde, äh die dann irgendwie äh den ganzen Kram umsetzt, ne. Deutsche Telekom hat dazu Stellung bezogen und verweist darauf, ähm wie alle anderen Telekommunikationsnetzanbieter in Deutschland sind sie zu der Zusammenarbeit mit dem BND verpflichtet. Insofern ist der veröffentlichte Vertrag nur die Umsetzung dieser rechtlichen Verpflichtung, für die es eine Aufwandsentschädigung gegeben hat. Anderen Worten, die bestätigen, dass der Vertrag echt ist. Man halte sich aber streng an die rechtlichen Grundlagen. Äh der Vorwurf nicht gesetzeskonform verhalten äh gehandelt zu haben, den weisen sie natürlich von sich äh und mit ausländischen Operdienst äh ausländischen Diensten kooperieren man nicht, und über die BND Kooperation mit der NSA war uns nichts bekannt. Peter Pilz hat das natürlich dann seine Strafanzeige äh übrigens auch gegen die Personen gerichtet, ne? Also gegen die Institution und die Person. Ähm, und das dann flankiert mit einer Reihe an Fragen an die Bundesregierung, welche Daten von von Personen aus seinem Heimatland ausgeleitet wurden, welche Selektoren der NSA zum Einsatz gekommen sind, welche Überwachungsziele äh und welche Überwachungsziele es ging von Angela Merkel erwartet er eine umfassende Aufklärung. Und so weiter, denn jetzt ist sie, wir erinnern uns alle an das Merkel-Handy und jetzt ist sie nicht mehr Opfer, sondern. Chefin der Tatverdächtigen. Das ist jetzt natürlich eine andere Rolle. Und ich würde an der Stelle noch ganz gerne darauf hinweisen, erinnert sich noch jemand an ähm Schlandnett. Kennst du noch Schlandnett?

Tim Pritlove
0:46:14
Linus Neumann
0:46:16
Tim Pritlove
0:46:17
Linus Neumann
0:46:21
Tim Pritlove
0:46:43
Linus Neumann
0:46:44
Tim Pritlove
0:47:10
Linus Neumann
0:47:13
Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:48:01
Tim Pritlove
0:48:28
Linus Neumann
0:48:31
Tim Pritlove
0:48:36
Linus Neumann
0:48:40
Tim Pritlove
0:49:25

Ja.

Linus Neumann
0:49:26
Tim Pritlove
0:49:36
Linus Neumann
0:49:55
Tim Pritlove
0:50:52
Linus Neumann
0:51:00
Tim Pritlove
0:51:10
Linus Neumann
0:51:33
Tim Pritlove
0:51:48
Linus Neumann
0:51:57
Tim Pritlove
0:52:16
Linus Neumann
0:52:22
Tim Pritlove
0:53:15
Linus Neumann
0:53:31
Tim Pritlove
0:54:16
Linus Neumann
0:54:23
Tim Pritlove
0:54:40
Linus Neumann
0:54:42
Tim Pritlove
0:54:43
Linus Neumann
0:54:46
Tim Pritlove
0:55:03
Linus Neumann
0:55:05
Tim Pritlove
0:55:16
Linus Neumann
0:55:21

Genau. Und der, der wurde ja ähm, in der Nacht auf den zweiten Mai zweitausendelf von einer äh amerikanischen äh amerikanischen äh Spezialeinheit ähm in Pakistan ermordet. So. Wir haben die haben einige Amerikaner dann noch gefeiert. Äh also die offizielle äh Geschichte ist, die Navy Seals. Haben der pakistanischen Regierung nicht Bescheid gesagt, haben ihn in seinem pakistanischen Unterschlupf in Abo Tabak, fangen wollen, ja, die wollten den verhaften, aber als sie eben die die Schlafzimmertür bei ihm die Schlafzimmertür reingegangen sind, hat dieser alte Mann ähm, mit einer AK sieben vierzig oder was auf sie geschossen, da mussten sie ihn wegen der versuchten Gegenwehr leider töten und seine Leiche ins Meer werfen. Das ist die offizielle Geschichte. Und jetzt hat ähm. War irgendwie, genau, die offizielle Geschichte war auf ihn gekommen sind sie, weil sie nämlich ähm seinen Boden ähm. Kannten und den verfolgt haben und wer der Boote war, das wussten sie wiederum aus äh Foltervernehmung in äh Guantanamo, Ja? Das war also die schöne, die schöne Geschichte der US-Regierung in Guantanamo, Guantanamo, war auch mal endlich für was gut. Da hat uns nämlich jemand gesagt, wer der wer der Boote von Osama bin Laden ist. Ähm, und den haben wir dann irgendwann gefunden mit unseren mithilfe unserer Nachrichtendienstlichen Aufklärung und dann haben sind wir dem gefolgt und irgendwann wussten wir halt, wo der Osama bin Laden ist und ähm, und dann haben wir den verhaften wollen, dann mussten wir den leider abknallen, ja? So. Das ist die offizielle Geschichte, die jetzt seit ein paar Jahren so äh erzählt wird. Irgendwann ist dann auch nochmal derjenige, der den Navy Seal, der dann Osama auch getötet hat, irgendwie mal in in Auge der Öffentlichkeit geraten. Ich bin mir nicht mehr ganz sicher, ob das äh seine Absicht war oder nicht.

Tim Pritlove
0:57:31
Linus Neumann
0:57:33
Tim Pritlove
0:57:35
Linus Neumann
0:57:37
Tim Pritlove
0:58:16
Linus Neumann
0:58:20

So und und jetzt kommt, jetzt kommt nämlich der jetzt kommt der Oberwitz, wenn man jetzt, sage ich mal, nicht Bild am Sonntag und Bild liest, sondern, sich so ein bisschen auch im Bereich der internationalen, investigativen Presse mal informiert, dann ähm ist man vor zwei Wochen. Über einen Bericht von Samur Hirsch gestolpert, ein relativ bekannter äh US-investigativjournalist mit, ganz gutem Beruf. Der dort in einer sehr, sehr langen Darstellung ungefähr folgende äh Geschichte erzählt. Bin Laden war seit zweitausendsechs Gefangener des praktisch pakistanischen Militärs und des Geheimdienstes des äh Geheimdienstes ISI gewesen. Davor habe er in den Bergen gelebt. Stammesführer. Hatten ihnen verraten, an das Pakistanische Militär, nachdem sie Geld erhatten, erhalten hatten. Sie sie haben ihn benutzt, um die Taliban und in der Region zu beeinflussen und er wäre ein Pfand gewesen, um die US-Regierung bei geeigneter Gelegenheit zu einem Handel zu zwingen. Außerdem gibt's natürlich entscheidende Zweifel, dass so eine Kill-Mission, also eine diese Tötungsmission ähm. Ohne Wissen des Pakistanischen Militärs und des Geheimdienst hätte durchgeführt werden können, Also sagt er, es waren nicht die Boten, die den Aufenthaltsort von Bin Laden verraten haben, sondern am Ende ein Geheimdienstoffizier aus Pakistan? Der die fünfundzwanzig Millionen US-Dollar einstreichen wollte, die auf Hinweise zu Bin Laden ausgeschrieben waren. Er habe auch berichtet, dass Bin Laden ein Krüppel sei, was herrscht entsprechend auch Zweifel lässt, ob er sich überhaupt hätte zur Wehr setzen können, wie das Weiße Haus berichtet. Gibt's also einen sehr langen Artikel. Ähm, Erschien in der London-Review of Books äh mit dem Titel ähm the killing of Osama bin Laden von ähm und das ist doch jetzt mal sehr interessant. Schreibt eine lange recherchierte Geschichte, mit der er seinen kompletten Ruf aufs aufs Spiel setzt, wenn sie sich als Unwahr herausstellen sollte. In der er die offizielle Geschichtsschreibung der USA in Frage stellt. Und eine Woche oder zwei Wochen später wird uns auf einmal erzählt, na, dann war's halt der BND, der den, der den, der den Hinweis gegeben hat. Ja? Während Deutschland irgendwie händeringend irgendwas braucht, um äh um die um die den äh. Dem BND und vor allem seine ähm ausufernde Zusammenarbeit mit der NSA irgendwie zu rechtfertigen, ist das natürlich eine tolle Geschichte. Und die Amerikaner, naja, denen berichtet jetzt auch kein Zacken aus der Krone, wenn sie die Geschichte nochmal halbwegs umschreiben. Ich hätte das jetzt diese Osama-Geschichte hätte ich niemals wirklich behandelt, weil ich das ähm ja, ganz. Da äh kann ich nichts zu sagen, der ist nicht mein Fachgebiet. Aber das ähm, dass der BND am Ende der der CIA geholfen hat, Osama bin Laden zu finden und zu töten. Das halte ich für relativ unwahrscheinlich. Das halte ich für eine relativ unwahrscheinliche Geschichte. Denn wenn diese wahr wäre, dann wäre, dann hätten sie uns jetzt sehr viel früher erzählt, da wären sie richtig stolz drauf gewesen. Das ist also, das ist hier äh das ist äh erbärmlich, das ist ganz schlecht. Ganz schlechte, ganz schlechtes Tennis. Und, Da kommt noch die nächste Meldung direkt noch mit ins Spiel. Die hat auch irgendwie nicht wirklich bei irgendjemanden verfangen. Auch letzte Woche oder letztes Wochenende. Cyberangriff auf den Bundestag. Hast du mitbekommen, Tim?

Tim Pritlove
1:02:50
Linus Neumann
1:03:00
Tim Pritlove
1:03:22
Linus Neumann
1:03:24

Dass interne Datennetz des Bundestags, ob irgendwelche hochsensible Informationen betroffen ist, ist unklar. Das Internet Datennetz des Bundestags wurde attackiert. Das aber keine Sorge, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik sitzt schon im Zug. Und äh wird das jetzt untersuchen. Details kann man aber nicht sagen, Die Angriffe von außen gehen weiter, sagte dann der Vorsitzende der IT-Kommunik, die Vorsitzende der IT-Kommission und Vizepräsidentin des Bundestags Petra Pau, der DPA, Seit Dienstag sei sie darüber informiert, es habe einen Angriff von außen gegeben, die Unbekannten hätten dabei auch versucht, eine Software einzuschleusen, die ein weiteres Eindringen ermöglichen sollte und und um damit Computer zu infizieren. Einen solchen Angriff über mehrere Tage hat es noch nicht gegeben. Also. Es ist halt sehr interessant. Was ist jetzt was ist jetzt wirklich ein Angriff, ne? Also wenn du einen Computer mit dem Internet verbindest mit einer öffentlichen IP-Adresse, dann prasselt da, eine ganze Menge drauf ein, wenn du so ein so ein Webserver einfach mal anschaltest und einfach nur in die Loks guckst, dann kommen halt die ganze Zeit irgendwelche Scanner, irgendwelche Scans vorbei und versuchen da alle möglichen Mist anzugreifen. Das ist einfach normal. Das heißt, angegriffen, mit einer mit einer mit einer plumpen Definition wird jeder Rechner im Internet andauernd, Wohlgemerkt Rechner, die jetzt so normal ans Internet gestöpselt sind, die also eine V4-Adresse haben und ähm.

Tim Pritlove
1:05:12
Linus Neumann
1:05:45
Tim Pritlove
1:07:03
Linus Neumann
1:07:10
Tim Pritlove
1:07:15
Linus Neumann
1:07:17
Tim Pritlove
1:08:46
Linus Neumann
1:08:48
Tim Pritlove
1:08:49
Linus Neumann
1:09:23
Tim Pritlove
1:09:35
Linus Neumann
1:09:58
Tim Pritlove
1:10:59
Linus Neumann
1:11:05
Tim Pritlove
1:11:22
Linus Neumann
1:11:27

Kommen wir zu den, kommen wir zu den Kurzmeldungen. Ähm gab's eine ganz interessante Meldung, dass jetzt Mobilfunkanbieter darüber nachdenken. Sie könnten doch mal ähm Werbung blockieren. Und zwar eine mit der israelischen Firma Schein eingehen, die nämlich Werbeblocker für äh für mobil für Netzwerke äh anbietet. Also letztendlich ein Proxi oder eine Lösung, die halt vernünftig dafür sorgt, dass diese Werbung nicht mehr kommt. Sie sagen, sie wollen Werbung in Webseiten und Apps blockieren, sogenannte Infeed-Anzeigen, wie sie etwa bei Twitter oder Facebook zum Einsatz kommen, jedoch aussparen. Dass sie die aussparen liegt daran, dass sie die nicht filtern können, Ja, das ist eine, das ist nicht irgendwie eine Großzügigkeit, dass sie das nicht machen, sondern das ist, dass sie's technisch nicht hinkriegen, weil die Werbung da eben von Facebook, und genauso aussieht wie jeder andere Status auch und sieht deswegen nicht filtern können. Werbung in Webseiten oder Apps oder Apps blockierst du. In der Regel relativ einfach, indem du diese ganzen, dir bekannten Server von Werbeetzen einfach nicht ansteuern lässt, indem du die Verbindung dahin nicht zulässt oder indem du ganz einfach die DNS äh Auflösung einfach schon schon platzen lässt. Oder indem du eben, wie es sich gehört, einen Werbeblocker auf deinem Computerhass. So gibt's aber bei dem Mobiltelefon nicht so wirklich als Plug-ins, weil die Standard Browser von Mobiltelefonen nicht plaque äh Plug-in-fähig sind. Da muss man sich irgendwie so eine App runterladen, gibt's dann auch wieder, ne? Werbeblockierter Browser oder so. So, jetzt sagen die, ja, das wäre doch eine tolle Sache, wenn wir Werbung blockieren, denn einerseits hätten wir dadurch eine, durchaus signifikante Bandbreitenreduktion. Das heißt, unsere Mobiltelefon und unsere Mobilfunknetze sind weniger stark belastet. Und es ist durchaus eine Dienstleistung am Kunden. Der Kunde wird nicht mehr mit der, mit der Scheißwerbung genervt. Ist doch eine Win-win-Situation. Ja, wir wir nehmen einfach den Mist äh aus, aus, aus, aus unseren Datennetzen raus und für den Kunden wird das, wird das Internet angenehmer. Ähm gleichzeitig vergessen sie aber natürlich, dass man, genau dieses Ergebnis eben mit ein paar DNS Manipulation Manipulationen heute schon relativ einfach hinkriegt, ja? Nimmst du diese ganzen Werbenetzwerke ähm und sagst, okay, einfach äh diese diese Namen einfach nicht auflösen, falsche IP zurückgeben oder so, ne? Ähm oder diese IPs oder IP-Blöcke nicht ruhten, kann man viel machen. Aber was hier natürlich in Wirklichkeit machen wollen, ist, dass wie jeder andere Werbeblocker auch seine seine ähm seine Dienstleistung, seine kostenlose Dienstleistung am Kunden monetarisiert, nämlich indem er. Die blockierten Werbeanbieter damit erpresst und sagt, okay, zahlt mal. Ihr nutzt bei uns Bandbreite, dann zahlt doch mal. Es ist eine Netzneutralitätsverletzung, hier wieder eine, wo man sagt, okay, da kann der Kunde doch nun wirklich nichts gegen haben, können wir dem noch verkaufen, das können wir noch als Feature anbieten. Da freut er sich drüber. Und das heißt, wir haben hier natürlich wieder ein klares Gewinninteresse und ein klares Erpressungsinteresse, Werbung zu blockieren, Das ist das, das ist das die wichtige Sache, die man, die man hier sagen muss, Werbung zu blockieren gehört auf den Client und nicht ins Netz. Du sollst als Kunde für dich entscheiden können, ob du ähm ob du einen Werbeblocker haben willst oder nicht, Den kannst du dann auf deinem kleinen installieren oder nicht. Und dann kannst du dir Werbung angucken oder nicht.

Tim Pritlove
1:15:25

Also das ist wirklich eine eine haarsträubende Geschichte. Ich meine, was du äh ansprichst, ist äh sind so Unternehmen wie AdBlock äh Plus, Unternehmen übrigens, ja, die mit so einem ähm Werbeblogger, Plug-in ja relativ erfolgreich sind. Ich weiß nicht, ob sie das erfolgreichste Plug-in sind, aber sie sind wohl schon ziemlich äh verbreitet. Und die haben halt im Prinzip dieses Geschäftsmodell der der ja der freien Erpressung äh quasi neu definiert. So eine moderne Wegelage eingeführt und so nach dem Motto na ja wir nehmen jetzt überall erstmal die Werbung raus, weil das ist ja gut für die Menschen. Wir tun ja was Gutes, aber dann hintenrum, die quasi freigewordenen Slots wieder verkauft an äh Unternehmen, die ja bestimmten Standards dann entsprechen müssen, keine Ahnung, es blind nicht, keine Ahnung, aber im Wesentlichen ist so die äh die Kategorie halt äh wenn wir dafür Geld bekommen, dann schalten wir das auch wieder frei ja, wo man sich natürlich auch wiederum fragt, okay, was ist dann sozusagen jetzt der Gewinn für den Nutzer dieses Plug-ins, wenn man eigentlich Werbung weghaben will, aber jetzt kommt sie dann doch wieder, nur dass sie eben von jemand anders nochmal woanders bezahlt wurde, Das ist ähm finde ich schon mal extrem fragwürdig. Und ähm das ist übrigens auch insofern extrem fragwürdig. Als dass das auch so ein bisschen auch über Werbung hinausgeht, weil äh diese AdBlock Plattformen sozusagen nochmal so eigene Netze werden, ja, die quasi dort Zugang und Freischaltung von Diensten verkaufen. Das geht ja, das kann ja auch weit über Werbung hinaus gehen, installiert man sich da so ein Party, Internetfilter, über dessen Funktion man überhaupt gar keine, keinen Einfluss hat, ja? Und wo man dann irgendeine äh Firma darüber entscheiden lässt, was denn noch zu einem durchkommt, und das muss, wie gesagt, nicht nur Werbung sein. Das können jede Form von Like Button sein, äh jegliches, standardisiertes äh äh Element, was in irgendeiner Form entbettet wird, in in Webseiten, da greift das Ding halt irgendwie rein. Auf diesem Level, von Netzbetreibern finde ich das jetzt nochmal super perfide, Also nochmal auf so einem ganz anderen Level, weil das ist ja auch nichts, was also ich meine dieses AdBlock-Plugin, kann man natürlich sagen, also AdBlockplus, wohlgemerkt, es gibt da immer diese Verwirrung. Es gibt, in meinen Augen nach wie vor ein vertretbares Stück Software ist. Es gibt AdBlockplus, was das, keiner Hinsicht äh erfüllt diese Anforderung. Und ähm das installiere ich mir oder ich installiere es mir nicht. Das heißt, ich habe da noch die Wahl. Und wenn ich die Wahl getroffen habe, ist zu installieren, dann kann man auch sagen, okay, ich wusste vielleicht nicht Bescheid, aber immerhin selber Schuld, ne? Beim Netz Provider ist das natürlich nicht ganz so einfach. Schon gar nicht, wenn irgendwie alle dasselbe Spiel spielen, Hatte das jetzt übrigens gerade selber, wir sind irgendwie gerade so ein bisschen in der Softwareentwicklung und so mit Image, und eigenes Cashing testen und so, ne? Und dann saß ich irgendwo so im Kaffee und das WLAN taugte nichts und dann habe ich hier irgendwie Tessering gemacht. Also mein Internet über meinen Mobilfunkbetreiber im ruhigen hier in England äh bezogen und ähm, starte auf diese URLs, die ich da eigentlich grade analysieren wollte, also ne, so ein bisschen mal so Softwareentwicklung, mal gucken, was passiert denn da eigentlich und bekam halt vollkommen aufs gutes Zeug irgendwie auf einmal vor die Nase, wo ich dann merkte das ich gar nicht in der Lage war, unser Imageresing zu debacken, weil das Mobilfunknetz für mich ein Image Receing nochmal vorgenommen hat. Das heißt, meine eigene Webseite, ja, wo ich grade versuche, ein Feature einzubauen, genau dieses Feature kommt nicht zu mir durch, weil der Mobilfunkbetreiber der Meinung ist, er müsste jetzt da irgendwie in meinen Bildern irgendwie rum vorwerfen. Geile Nummer.

Linus Neumann
1:19:22
Tim Pritlove
1:19:24
Linus Neumann
1:19:28
Tim Pritlove
1:19:30

Gerne, gerne schalte ich mir das morgen frei, aber auch das ist übrigens nicht so einfach. Also einerseits will sie nicht in Details der Installation der Mittelebene gehen, da gibt's sicherlich eigenes eigene Versäumnisse, aber ist auch nicht so äh ohne Weiteres möglich heutzutage Podcast mal eben auf HTPS umzustellen. Ähm aber nichtsdestotrotz, das das will ich auch tun und äh es gibt noch genug Webseiten, die ähm harte TBO sind, die ist ja jetzt hier nicht die Frage, ja, Die eigentliche Frage ist, mit welchem Recht, greift eigentlich jetzt hier einen Provider ein. Jetzt kommen sie natürlich erstmal mit diesem Argument, mit na ja, Bandbreitenreduktion und so weiter, dann verbrauchst du nicht so viel Daten, wir machen die Bilder klein. Was übrigens nicht wollte, ja, ich habe zwei Stunden lang draufgestarrt, mich gefragt, warum dieses Bild so scheiße aussieht, bis ich dann irgendwie geschnallt habe, das ist der Mobilfunk Provider ist, der mir mein Image Recycling irgendwie verkackt, ja? Und ich wunderte mich die ganze Zeit, warum die Software nicht funktioniert, aber jetzt äh um beim Thema zu bleiben, hier sind ja dann diese Überlegungen mit, na ja, wir nehmen jetzt mal die Werbung raus. Ist ja nicht so, weil sie irgendwie ihre Kunden so geil finden. Ja, so nach dem Motto, unsere Kunden, die leiden alle so unter Werbung und so, das geht ja gar nicht, ja. Das ist sehr belustigend, der der Gedanke, dass das auch nur einer dieser ähm äh in dem Unternehmen beschäftigt und ist äh auf so eine Idee kommen würde, ja? Mitnichten ist es so, sondern man will eigentlich auch hier wieder moderne Wegelagerei, ich benutze dieses Wort sehr gerne, weil es an meiner äh äh meiner Meinung nach an der Stelle wirklich extrem gut passt ja? Du bist einfach in so einem Waldstück der Herr. Und da kommen dann irgendwelche Dahergelaufenen mit ihrer Kutsche an und das wird dann einfach erst mal äh angehalten. Und äh, ab jetzt definieren wir die Regeln hier für die nächsten paar Meter. Und im nächsten Wald schon wieder, ja, so hast du dann vielleicht auch so eine ganze Cascade von Mobilfunk äh Providern, wo das dann immer so hin und her geht oder nicht nur einen Mobilfunk Provider. Ich meine, heute sind es Mobilfunkprovider, Ausrede der Bandbreitenbegrenzung Morgen sind's alle Prowalter, die das machen. Das heißt, überall soll die ganze Zeit in deinen Datenstrom reingegriffen werden, Dinge wollten manipuliert werden, ohne dass du darüber in Kenntnis gesetzt wirst oder auch du, dass du das möchtest. Unter Gefährdung der ähm, Betriebssicherheit sozusagen auch des Systems. Weil wenn das nicht ausgeliefert wird, was du auslieferst, dann bist du ja zwangsläufig du irgendwie auch schuldig. Und ich frage mich halt, um das jetzt mal wieder auf eine politische Diskussion zurückzubringen, Inwiefern in unser schönes Grundrecht auf Gewährleistungen äh der äh wie heißt es so schön, die Integrität, Unsere Informationstechnischen Systeme äh dort nicht aufgreift, weil wer sagt denn, dass das nur greifen muss ähm sozusagen onside, da wo der Computer ist, sondern ob man das nicht auch einfach mal so interpretieren kann dass eben diese äh Integrität auch gewährleistet werden muss in seinem Betrieb, Ja, also wie kann es sein, dass mir ein Netzbetreiber. Äh meine Datenströme manipuliert, kurz gesagt. Und ähm das halte ich auf jeden Fall für eine wertvolle Debatte und das, was jetzt hier angestrebt wird, das ist auf jeden Fall. Ähm unlauter.

Linus Neumann
1:22:40
Tim Pritlove
1:23:14
Linus Neumann
1:23:17

Aber klar, es ist ja, es spielt ja, es spielt ja noch was da rein, ja? Wenn sie sagen, okay, die Facebook-Inline-Sachen kriegen wir nicht weg, die Twitter-Inline-Sachen kriegen wir nicht weg. Wenn es geht natürlich auch da wieder darum, äh Kugel anzupissen, weil das kriegst du weg, da und so, die kriegst du halt rausgefiltert. Und ähm, Da wollen sie sich natürlich auch wieder mit äh also die wollen da in in so viele, also das das ist es ist so eine. Also so perfide und gleichzeitig so genial könnte fast von mir sein, weil die ähm, die Idee, dass du diese diese ganze Netzneutralitätsdebatte jetzt so zu spinnen. Echt Hut ab. Das ist ein das ist echt ein ein guter Spin, den die in die Nummer reinbringen können. Und, Det machen sie jetzt auch. Und ich bin mal, also ich hoffe natürlich, dass sie auch damit wieder nicht durchkommt, ne? Aber wir wir werden halt, sie offenbaren, damit natürlich auch wieder, dass es ihnen selbstverständlich nur. Um diese Wegelagerei geht, wie immer, wenn sie mit irgendwas kommen, was die Netzneutralität verlässt, verletzt, denn, Netzneutralität heißt einfach nur, keine Wegelagerei und genau das wollen sie und deswegen ist es so, ja, aber ähm. Wir werden auch dieses Mal wieder natürlich eine entsprechende Aufklärungsarbeit leisten müssen, um wieder zu erklären, warum das scheiße ist, um wieder zu erklären, ähm, warum man sich dagegen wehren muss. Und mit mit Internet dot org und äh Werbeblocken auf Mobilfunknetz ebene ähm haben wir jetzt schon zwei, ähm zwei ganz wirkmächtige PR-Gegner. Ähm, Dot org ist natürlich auch hoffentlich grade auf dem Weg zur zur Bauchlandung. Die IFF hat sich da jetzt auch nochmal ähm. Zu geäußert und der der wahrgenommene Ruf dieser Initiative in der Öffentlichkeit ist, glaube ich, ähm relativ schlecht und das ist auch gut so und hoffentlich kriegen wir das bei dieser Werbesache auch hin und hoffentlich kriegen wir vielleicht irgendwann mal eine gesetzliche verankerte Netzneutralität äh wie andere zivilisierte ähm, Nationen dieser Welt auch.

Tim Pritlove
1:25:42
Linus Neumann
1:25:50
Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
1:26:27
Tim Pritlove
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Linus Neumann
1:26:41
Tim Pritlove
1:26:42
Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
1:27:12
Linus Neumann
1:27:18
Tim Pritlove
1:27:26
Linus Neumann
1:27:30
Tim Pritlove
1:27:34