LNP189 Putsch Notification

Feedback — Terrorteil — Darknet — BEREC-Konsultationen — Putsch in der Türkei — AKP-Leak — DNC Leak — Smartphone Security — Domke vs. Opel — Störerhaftung — Chelsea Manning

Wir waren ein paar Wochen nicht da. Haben wir irgendwas verpasst? Sieht aus, als ob wir die eine oder andere Nachricht kommentieren müssten und entsprechend bieten wir Euch wieder einen umfangreichen Terrorteil und wir gehen auf die Diskussion rund um das "Darknet" ein. Außerdem im Fokus: der doppelte Putsch in der Türkei , umstrittene WikiLeaks-Leaks und ein paar Kurzmeldungen.

Dauer: 2:18:54

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Feedback

Terrorteil

Darknet

BEREC-Konsultation beendet

Putsch in der Türkei und AKP-Leak

WikiLeaks: DNC Leak

Snowdens trügerische Smartphone-Sicherheit

Domke vs. Opel

Neue Störerhaftung in Kraft

Chelsea Manning

Bonus Track

103 Gedanken zu „LNP189 Putsch Notification

    • Finde ich gar nicht. Er formuliert das meinem Verständnis nach nicht als hypothetische Sache, sondern auf seine Trump typische Art. “Seht her, ich bin ein Pudding, nagelt mich doch an die Wand, wenn ihr könnt”. Nichts desto trotz richtet er die Aufforderung an Putin die E-Mails von Clinton zu finden. Das ist sehr offen strategisch und machtpolitisch.
      Damit möchte ich keinesfalls die konventionellen Medien in Schutz nehmen, sehe aber an dieser Stelle kein Problem.

  1. zur info von wikipedia kopiert:
    “Seit frühester Zeit wurde das Land von seiner Bevölkerung als Irān (eine Abkürzung des mittelpersischen Ērān šahr) bezeichnet. Die altpersische Form dieses Namens, Aryānam Xšaθra, bedeutet „Land der Arier“.”

    https://de.wikipedia.org/wiki/Iran

    grüße

    • Ich würde lieber auf den Wikipedia Artikel zur Bedeutung des Wortes “Arier” verweisen. Dort wird klar, dass der Begriff in seiner Bedeutung immer unklar ist, da er für sehr verschiedene Bezeichnungen von Volksstämmen (oder Sprachgemeinschaften), aber auch eben ideologisch verwendet (und damit in seiner ursprünglichen Verwendung verfälscht oder radikalisiert wurde). Ich glaube, das jeder, der heute das Wort “Arier” benutzt, es in seiner ideologischen Form meint und sich damit rassisch über andere Menschen stellen möchte.

  2. Sehr gute Sendung, aber ihr hättet am Anfang mal nicht so über die Videos des Münchener Amokläufers lachen sollen. Auch in der Szene mit dem auf dem Balkon schimpfenden Bayern steckt sehr viel Wahrheit – der Typ hatte zu dem Zeitpunkt schon fast alle oder alle Schüsse abgegeben (bis auf den letzten), ist also 100% Amokläufer-Liga, und lässt sich von einem schimpfenden Bayern dadurch in die Defensive treiben, dass er als Kanacke beschimpft wird und sich dadurch bemüßigt sieht, sich zu rechtfertigen. Das ist unglaublich aufschlussreich, sein Life in a Nutshell. Ein Breivik o.ä. hätte solche Schwächen nicht gezeigt, weil komplett unerschütterlich in seinen Überzeugungen. Das zeigt nur, wie zerrüttet Ali David S. war.

    Darüber hinaus hätte man beim Thema “Darknet” (schlimmes Wort) den Konflikt nochmal verdeutlichen können, indem man die beiden möglichen Strategien von Strafverfolgungsbehörden aufgezeigt hätte. Strategie a) ist ja die Hellmachung des Darknets, also die Trockenlegung des Tor-Netzwerks mit aufwändigen technischen Mitteln. Es ist schon recht erstaunlich, dass das momentan überhaupt nicht auf der Agenda steht. Strategie b) ist die Strafverfolgung im Darknet mittels klassischer Polizeiarbeit, und alle scheinen sich einig zu sein, dass dies ein vernünftiger Weg ist. Das ist also schon mal ein unglaublicher Fortschritt gegenüber früheren Tendenzen, Netzkriminalität durch Sperren oder Amokläufen durch den Verbot von Computerspielen entgegen zu wirken. Klassische, verdachtsbasierte Polizeiarbeit ist nach Meinung dieses Schreibers immer noch die erfolgreichste Methode. Lieber die 1% verdächtigen Nutzer mit 100% des Aufwands verfolgen (auch wenn einem dadurch Leute durch die Lappen gehen), also 100% der Nutzer zu verfolgen und gar nicht mehr zu wissen, wohin mit den Daten (typischer Kritikpunkt an der NSA-Arbeit z.B. von Snowden und Binney).

    • aber ihr hättet am Anfang mal nicht so über die Videos des Münchener Amokläufers lachen sollen. […] lässt sich von einem schimpfenden Bayern dadurch in die Defensive treiben, dass er als Kanacke beschimpft wird und sich dadurch bemüßigt sieht, sich zu rechtfertigen. Das ist unglaublich aufschlussreich, sein Life in a Nutshell. Ein Breivik o.ä. hätte solche Schwächen nicht gezeigt, weil komplett unerschütterlich in seinen Überzeugungen. Das zeigt nur, wie zerrüttet Ali David S. war.

      Das ist in der Tat eine interessante Einsicht, die du daraus ziehst. Was ich allerdings nicht verstehe, ist warum ich nicht über die Chuzpe der Person auf dem Balkon lachen soll.
      Wenn ich jemanden mit Schusswaffe sehe – laufe ich bis ich nicht mehr kann. Dass das “Magazin schon (fast) leer geschossen” ist, zeigt doch nur, dass die Person ernst macht.
      Insofern: Ich lache eher über den Mut der Person auf dem Balkon – denn weder den Münchner, noch Anders Breivik hätte ich auf die Art angezockt.

  3. Zum Fall Künast:
    https://www.br.de/nachrichten/wuerzburg-kuenast-twitter-100.html
    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gdp-verteidigt-todesschuesse-auf-zug-angreifer-von-wuerzburg-14347517.html

    Die Frage, warum der Atentäter erschossen wurde, stellte sie, bevor die Polizei dazu Informationen veröffentlicht hat, nicht danach. Aus meiner Sicht ein völlig legetimes Anliegen. Die iniziale Pressemitteilung der Polizei ist dazu wenig :
    https://www.polizei.bayern.de/unterfranken/news/presse/aktuell/index.html/244993

    • Also sorry, die Pressemitteilung hat den Titel “Zuginsassen mit Axt und Messer angegriffen – Mehrere Personen zum Teil schwer verletzt” – dass es in dem Zusammenhang nicht gut gehen kann, diese Frage laut zu stellen, das sollte man sich denken können, wenn man schon einmal einen Wahlkampf gewonnen hat.

  4. Hallo,

    auch ich kenne das Video, auf dem die Polizei den nackten Mann im Brunnen erschießt. Ich kenne auch die Kritik an diesem Video. Normalerweise zögere ich auch nicht, wenn es um Kritik an Polizeieinsätzen geht, aber gerade hier sehe ich keine Kritikpunkte.

    Leider fängt das eigentliche Video zu spät an, aber wieso ist der Polizist in den Brunnen gestiegen? Um den nackten Mann von einer Selbstverletzung bzw. Suizid abzuhalten. Dann geht der nackte Mann mit einem Messer bewaffnet relativ zügig auf den Polizisten zu, der ein paar Schritte nach hinten ausweicht und dann schießt, kurz bevor er über den Brunnenrand stolpert. Davor sagt er noch zwei Mal „Messer weg!“.

    Wäre es dem Polizisten zuzumuten, in dem Moment auf die Beine zu schießen? Ja, evtl. Wobei in so einem Fall eher einstudierte Automatismen ablaufen. Aber ein Beinschuss bedeutet nicht automatisch, dass der Mann auch überlebt hätte, aber auch genauso wenig, dass er den Mann vor dem bevorstehenden Angriff auf den Polizisten bewahrt hätte.

    Hier nochmal für Alle das Video zum Nachschauen:

    https://www.youtube.com/watch?v=rPHUkCVkmKE

    • Ich kann deiner Argumentation nicht folgen. Für mich ist schon nach der Frage “aber wieso ist der Polizist in den Brunnen gestiegen?” Schluss. Du unterstellst, er habe der Person helfen, und sie von einer Selbstverletzung abhalten wollen. Dabei hat der Polizist wissentlich in Kauf genommen, dass der Mann auch ihn angreifen könnte, und sich selbst in die Situation gebracht, die er nachher als Rechtfertigung für die Tötung auch Selbstschutz heranzieht.

      Kein Polizist ist angehalten, sich einer mit einem Messer bewaffneten Person zu nähern.

      • Und genau diese Argumentationskette ist falsch, da es einfach keine Rolle spielt, ob der Polizist in den Brunnen gestiegen ist oder nicht. Ich drehe jetzt mal den Spieß um. Meinst du, es wäre richtiger, dass der Polizist sich hätte verletzen lassen, nur weil er zuvor in den Brunnen gestiegen ist? Sich selbst hat der Polizist allerdings nicht in die Lage gebracht. Der Angriff ging immer noch von dem nackten Mann mit dem Messer aus. Und dieser hatte auch die Möglichkeit, den Angriff jeder Zeit zu beenden, hat er aber nicht gemacht.

        • Die Frage ist doch, wieso gibt sich ein polizist absichtlich und anscheinend unnötigerweise in eine Lage, in der er sehr wahrscheinlicher seine Waffe nutzen muss. Und dann auch noch in einer Weise nutzen muss, in der er nicht mehr einen “kontrollierten” Beinschuss etc. abgeben kann, sondern im Affekt schiessen muss.

          Nachdem ich mir das Video nochmal angesehen habe, frage ich mich übrigens ob der Schuss nicht mehr oder weniger unabsichtlich gefallen ist. Der Polizist geht rückwärts, stößt an die Brunnenwand und sofort löst sich der Schuss, eigentlich noch bevor er stolpert. Das legt für mich eher die Situation nahe, das er extrem angespannt (weil natürlich -scheinbar selbstverschuldet- in einer extrem bedrängten Situation) erschrak als er an den Brunnenrand stößt und dann als Reaktion darauf einfach abdrückt ohne wirklich zu wissen was er da macht.

          • Offensichtlich hat der Polizist die Lage falsch eingeschätzt.

            Das ändert aber nichts daran, dass er sich trotzdem bei einem Angriff mit einem Messer sich mit einer Schusswaffe wehren darf.

            So etwas, wie einen kontrollierten Beinschuss gibt es in solchen Situationen nicht. Viel mehr passiert es oft, dass Angreifer selbst nach mehreren Körpertreffern noch Menschen verletzten können.

            Zu der eigentlichen Schussabgabe würde ich jedem mal empfehlen, ein Mal mit einer scharfen Schusswaffe zu schießen. Dann versteht man viel besser, wie man in der Realität schießt und dass es nichts mit dem zutun hat, was Hollywood uns zeigt.

  5. Die Bundeswehr stand Monate lang in Hamburg in der erstaufnahme rum und hat dort Verwaltungs und sicherheitsaufgaben übernommen. Begründung :”Amtshilfe”.
    Ich arbeite seit 2 Jahren in Erstaufnahme “Einrichtungen” und nenne sie bewusst auch “Lager” weil es kaum ein Unterschied ist zu früheren lagern.
    Okay, sie (die Asylbewerber) dürfnen 24/7 rein und raus. Aber vieles hat halt sehr viel Ähnlichkeit mit dem, was Opa so erzählte.
    Falls ihr mal darüber sprechen möchtet, Email ist hinterlegt.

    • Und was machst du dort in der Erstaufnahme?
      Auch ich bzw. mein Unternehmen hat in einer solchen Einrichtung bis zum Februar 2015 gearbeitet, bis wir den Vertrag gekündigt haben, weil uns die Angelegenheit zu bunt wurde. Mich würden da mal Deine Erfahrungen interessieren.

  6. Hey Linus,

    ich muss dich leider korrigieren. Bei Gefahr für Leib und Leben schießen Polizisten nicht auf die Beine, sondern auf die größte Trefferfläche (also Brust und Bauch). Die Wahrscheinlichkeit dass der Angreifer zugedröhnt weiter auf dich zu läuft und dich doch trifft, ist da einfach zu groß. Abgesehen davon, dass die Polizisten vielleicht daneben schießen könnten…

      • da bin ich mir aber nicht so sicher. Soweit ich weiss ist das in den USA der Fall und nicht auch in Deutschland. In den Staaten ist das auch nachvollziehbarer weil dort erheblich mehr harte Drogen im Bereich der Amphetamine konsumiert werden.

        • Wenn dein Leben in Gefahr ist, dann darfst du als Polizist schießen… Leute unter Adrenalin laufen u.U. auch weiter, wenn man denen ins Bein schießt, die Drogen waren nur ein Beispiel, um das besser nachvollziehen zu können.

  7. Ernst gemeinte Frage an Linus:

    Linus, wie lebst Du mit den Widersprüchen?
    Du bist offensichtlich für Bürgerrechte und Privatsphäre, nutzt aber gleichzeitig Twitter, Smartphone und postest Fotos von Dir selbst.

    Ich weiß, es gibt kein schwarz weiß. Aber mich interessiert ehrlich, wie Deine Strategie ist. Einerseits für Datenschutz, andererseits freiwillig einiges tun, das Deine Privatsphäre mindert.

    • Wenn du Aktivismus betreibst, dann kommt man derzeit (leider) an FB, Twitter, … nicht vorbei. Es ist immer gut, wenn man parallel noch andere (=freiere) Kanäle bedienen kann, aber der Tag hat halt auch nur 24h…

      Ich persönlich denke auch nicht, dass man mit Dogmatik durch sein Leben kommt. Du sagst es ja selbst, das Leben ist selten schwarz/weiß und jeder sollte doch für sich selbst die beste Balance finden. Gerade auch hinsichtlich Technologie-Folgen-Abschätzung :-)

  8. Hallo,

    diese Sendung hat mich doch sehr verstört. Die Anmerkungen/Meinung von Herrn Neumann zur Tötung des Amokläufers durch die Polizei finde ich absolut unangebracht. Hier muss ich ein Lob an Herrn Pritlove aussprechen, der das ganze gerade noch so gerettet hat. Aber ich bin schon etwas älter und haben den Fall “Bad Kleinen” noch stark in Erinnerung und die Diskussion darum. Daher ist es für mich immer OK zu Fragen, wie und warum ein Mensch von der Polizei getötet wird und zu Lachen gibt es da für mich auch nur wenig.

    Weiter ist mir aufgefallen, dass in dieser Sendung sehr oft Personen durch beleidigende Bezeichnungen herabgesetzt wurden. Dieses finde ich dem Sachverhalt nicht angemessen und senkt in meiner Wahrnehmung die Qualität der Sendung.

    Weiter passt die Aussage von Herrn Neumann “Herr Erdogan war schon immer schlimm und irre und Wahnsinnig” nicht mit meinem Geschichtsverständnis überein. Soweit mir bekannt, hat Erdogan nach dem Wahlsieg 2002 erstmal sehr viel positives veranlasst. Ich meine dabei wahren so irre Sachen wie die Abschaffung der Todesstrafe, Erweiterung der Presse- und Meinungsfreiheit inkl. der Zulassung von kurdischen TV-Programmen. Das ganze hat nicht mehr viel damit zu tun, was heute in der Türkei geschieht. Aber gerade deshalb sollte sich eine Sendung wie diese genauer Überlegen was gesagt wird.

    Ich höre diese Sendung wirklich gerne, aber diese Ausgabe hat mich verstört und ich fand die Wortwahl und damit die ganze Haltung der Sendung sehr unschön. Daher mein Appell: Bitte achtet mehr auf die Wortwahl und haltet euch mit Meinung etwas zurück, wenn ihr nicht die ganze Situation kennt bzw. wenn ihr Emotional zu sehr eingebunden seit.

    Nichts für ungut.

    • “Ich höre diese Sendung wirklich gerne, aber diese Ausgabe hat mich verstört und ich fand die Wortwahl und damit die ganze Haltung der Sendung sehr unschön.”

      Kann ich unterschreiben: Milo Yiannopoulos ist also nicht nur ein Troll sondern ein widerlicher “Hater”, weil er sich – zugegeben, durchaus pointiert – über die geisteskranken “Argumente” der third-wave-feministinnen wie “Schwarze können nicht rassistisch sein” lustig macht? Oder weil er den neuen Ghostbusters-Film (anscheinend berechtigterweise, hab ihn selbst noch nicht gesehen) scheiße findet? Echt jetzt, Linus?

      Lustig auch, dass Twitters Durchgreifen gegen ihn als notwendig und richtig erachtet wird, selbst wenn die Tweets harmlos waren und er in Sippenhaft genommen wird (können ja nur sein Follower gewesen sein, klar), die Ghostbusters-Darstellering Leslie Jones aber fleißig weiter so was posten darf:

      Lord have mercy…white people shit
      — Leslie Jones (@Lesdoggg) February 9, 2015

      https://www.theguardian.com/commentisfree/2016/jul/19/leslie-jones-twitter-abuse-deliberate-campaign-hate

      Soviel zu Twitters Double Standard. Bevor ihr nächstes mal Partei ergreift, einfach mal beide Seiten hören.

      https://www.youtube.com/watch?v=hKyPf7zHlbA

        • Glücklicherweise entgeht mir diese Art von Konflikten fast vollständig, ich kann mich zu diesem Fall also nicht äußern. Aber Breitbart ist mir als unterste Schublade des rechten Gossen”journalismus” in den USA bekannt. Insofern sollte man den Wahrheitsgehalt ihrer Aussagen sehr genau prüfen.

          • Ich kannte zuvor weder Milo noch Breitbart und ich habe null Probleme damit, wenn die kritisiert werden. Jeder hat sein Recht auf eigene Meinung, aber nicht auf eigene Fakten. Und wenn ich dann sehe, dass Milo von Twitter gebannt wird, die Jones aber fröhlich rassistische Tweets absondern und ihre Follower zur Hetze gegen andere aufrufen darf, frag ich mich doch, wie weit sich Linus da aktuell informiert hat.

      • Kann ich unterschreiben: Milo Yiannopoulos ist also nicht nur ein Troll sondern ein widerlicher “Hater”, weil er sich – zugegeben, durchaus pointiert – über die geisteskranken “Argumente” der third-wave-feministinnen wie “Schwarze können nicht rassistisch sein” lustig macht? Oder weil er den neuen Ghostbusters-Film (anscheinend berechtigterweise, hab ihn selbst noch nicht gesehen) scheiße findet? Echt jetzt, Linus?

        Aber nicht doch – Ich würde sagen spätestens seit Gamergate ist er als Hater international bekannt.
        https://en.wikipedia.org/wiki/Milo_Yiannopoulos#Gamergate

        Lustig auch, dass Twitters Durchgreifen gegen ihn als notwendig und richtig erachtet wird,

        Könntest du mir kurz die Stelle im Podcast nennen?

    • @Puddingpulver Danke, Amen. Ist wirklich nicht böse gemeint, Linus, aber es war dieses Mal wirklich teilweise ganz schön zynisch (vor allem beim Thema Amoklauf). Nächstes Mal wieder gern mit etwas mehr Distanz und Abwägung :)

    • Ich sehe Haltung und Wortwahl dieses Podcasts als Konzept der Sendung und finde es durchaus unterhaltend.
      Allerdings denke ich mir ziemlich oft, dass durch die teilweise ziemlich herablassende Art wie Dinge vorgebracht werden, Argumente von vorne herein keine Chance haben, bei den betreffenden Personen anzukommen.
      Wie sagte Slatibartfast so schön: “Ich bin doch lieber jeden Tag glücklich als im Recht.”

    • Aber ich bin schon etwas älter und haben den Fall “Bad Kleinen” noch stark in Erinnerung und die Diskussion darum. Daher ist es für mich immer OK zu Fragen, wie und warum ein Mensch von der Polizei getötet wird und zu Lachen gibt es da für mich auch nur wenig.

      https://www.youtube.com/watch?v=dHizohSOzuU

      Weiter passt die Aussage von Herrn Neumann “Herr Erdogan war schon immer schlimm und irre und Wahnsinnig” nicht mit meinem Geschichtsverständnis überein.

      Ich persönlich freue mich, dass auch die treusten Hörenden mal anderer Meinung sind, und sich an meiner Perspektive reiben. Genau das schätze ich an der Hörerschaft.

      Aber mich deshalb gleich zu Siezen empfinde ich als harsch und unangebracht.

    • Im CJDNS Testnetzwerk Hyperboria wird der Begriff ebenfalls verwendet um das “normale” Internet zu bezeichnen. Hier eher im Sinne von “von Haus aus Unverschlüsselt”, im Gegensatz zu CJDNS, dessen Netzwerke von Haus aus verschlüsselt sind.
      Mit Darknet hat der Begriff allerdings trotzdem nichts zu tun.

  9. Ich finde es etwas schade dass ihr das Bullshit-Wording so unkritisch übernehmt.
    Es ist nicht so das es einen Qualitativen unterschied gibt der in den Fällen Würzburg und München eine Unterscheidung zwischen Terror und Amoklauf zulässt sondern nur Hintergrund/Herkunft/Ideologie/Hautfarbe etc. des Täters.
    Weißer Nazi Idiot = Amoklauf, Geflüchteter nicht weißer = Terror.
    Man kann ohne den Hintergrund des Täters zu kenne bereits durch eines dieser Schlagworte in einer Überschrift darauf schliessen und die Folgende Diskussion absehen.
    Terror/Nicht weißer Täter = mehr Überwachung, Amoköauf/Weißer Täter = Killerspiele sind Böse.
    Das es die meisten Medien es so halten ist traurig und es gibt für euch, die ich sonst als sehr intelligent und reflektiert wahrnehme, eigentlich keinen Grund dieses Wording so zu übernehmen.
    Vielleicht überlegt ihr euch das mal denn im Endeffekt verstärkt es imho Vorurteile und Diskriminierung.
    Ich möchte euch auf keinen Fall Absicht unterstellen und halte sehr viel von euch und bin mir sicher das dieses die keinen Fall euer Ziel ist.
    Ich bitte euch aber mal darauf zu achten und euch zu überlegen ob ihr das weiter so übernehmen wollt.
    Happy Hacking
    PixSack

  10. Cyberkriminalität in Deutschland: 2015 mehr als 40 Millionen Euro Schaden

    Eigentlich ist das doch ziemlich wenig, erst vor einer Weile habe ich gelesen, dass zum Beispiel Wohnungseinbrüche in Deutschland die Versicherungen 2015 eine halbe Milliarde Euro gekostet haben.

    Ich würde zu den DNC-Leaks dieses Democracy Now-Interview mit Julian Assange empfehlen (da hört er sich auch ganz vernünftig an). Die AKP-Emailgeschichte habe ich nicht verfolgt, aber zumindestens was die DNC-Leaks angeht, fände ich es weder gut, wenn Wikileaks eine Veröffentlichung zurückhält, damit Donald Trump als Präsident verhindert wird, noch eine Veröffentlichung bewusst setzt, damit er die Wahl gewinnt. Ich denke hier waren die Leaks so platziert, dass sie die höchste Aufmerksamkeit erhalten und das halte ich für legitim.

    Kurz zu den Wahlen:

    Jill Stein, Green Party, und Gary Johnson, Libertarian Party, haben tatsächlich momentan für Drittparteien relativ hohe Umfragewerte. Sollten die sich halten, werden sie das Wahlergebnis auf jeden Fall beeinflussen und dann stellt sich die Frage, wer welchem Präsidentschaftskandidaten wieviele Stimmen wegnimmt.

    Zu Ralph Nader: Wenn Florida neuausgezählt worden wäre, hätte Al Gore gewonnen. Fox News (siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Volusia_error#The_call ) und der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten haben Gore die Wahl gekostet, nicht Ralph Nader.

    Huang/Snowden: Also ich weiß nicht, ob Linus die Situation von “front-line journalists” richtig einschätzt. Wenn man Journalismus in einem Gefahrengebiet betreibt, ist das Mobiltelefon zu Hause zu lassen keine Option. Es ist schon zu Koordinierung unverzichtbar, da es neben dem Mobilfunk oft keine andere Kommunikationsinfrastruktur gibt. Und in einer Notlage ist es eine Möglichkeit vielleicht noch die Außenwelt zu benachrichtigen, anstatt einfach zu verschwinden, und wichtiger mit lokalen Fixern oder anderen Helfern in Kontakt zu treten, um Hilfe zu bekommen.

    In jedem Fall geht es hier nicht um ein fertiges Produkt, sondern um etwas, wofür noch nichtmal ein Prototyp gebaut wurde. Und ich denke auch, das ist nicht als alleinstehende Lösung gemeint, sondern als Baustein.

    Was Begnadigungen angeht, hat Barack Obama unter den letzten (konservativen wie demokratischen) Präsidenten wohl bisher die wenigsten ausgesprochen. Das ist auch schon aufgefallen. Seit einigen Jahren schreiben Leute immer wieder Artikel über seine “mercilessness” jedenfalls bei der Aufhebung von Gefängnisstrafen (bei Umwandlungen ist er wohl freigiebiger). Insofern glaube ich leider nicht an eine Begnadigung für Chelsea Manning.

    • Zu Ralph Nader: Wenn Florida neuausgezählt worden wäre, hätte Al Gore gewonnen. Fox News (siehe https://en.wikipedia.org/wiki/Volusia_error#The_call ) und der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten haben Gore die Wahl gekostet, nicht Ralph Nader.

      Nun, wäre Nader nicht gewesen, hätte Florida Gore nicht die Wahl kosten können :-P

      ist das Mobiltelefon zu Hause zu lassen keine Option. Es ist schon zu Koordinierung unverzichtbar, da es neben dem Mobilfunk oft keine andere Kommunikationsinfrastruktur gibt.

      Auch dann ist das hier verbleibende Risiko dadurch auszuschließen, dass man das Gerät im Nebenzimmer, -haus, oder sonstwo lässt.
      Fakt ist: Man kann keine Situation konstruieren, die mit diesem Gerät besser ist, als mit einer kostengünstigeren UND sichereren Schutzmaßnahme.

      • Nun, wäre Nader nicht gewesen, hätte Florida Gore nicht die Wahl kosten können :-P

        Nun, wäre Gore ein besserer Kandidat gewesen, hätte ihn Florida nicht die Wahl gekostet. ;)

        Wenn die das als Lösung aller Probleme verkaufen — den Eindruck habe ich nur nicht — stimme ich dir zu. Als Ansatz um ein wenig mehr Kontrolle über die eigenen Geräte zu bekommen, finde das aber nicht schlecht. Und wenn man so ein Konzept weiterverfolgt, dann stellen sich automatisch Fragen der praktischen Nutzbarkeit.

  11. Zur Bundeswehr im Inneren:
    Wenn die Bundeswehr in Deutschland ein Cyberabwehrzentrum unterhält, ist das dann noch kein Einsatz im Inneren?

    • Interessante Frage. Wobei; die Bundeswehr von Deutschland ist notwendigerweise in Deutschland “beheimatet”.

      Apropos Bundeswehr: Da kann man immer gut hinweisen die gute und unterstützenswerte Anti-Bundeswehr-Kampagnenwebseite (“im Wert von 100 Euro”**) von Peng!, die optisch kaum von der Pro-Webseite zu unterscheiden ist: http://www.machwaszaehlt.de
      Info dazu:
      „Wir haben zur Kenntnis genommen, dass die Bundeswehr in Ihrer gesamten Kampagne nie Wörter wie ‚Tod‘, ‚Töten‘, ‚Sterben‘ oder ‚Krieg‘ verwendet“, sagt ein Sprecher des Peng-Kollektivs, der sich Phillip Fisch nennt. „Das wollen wir mit unserer Kampagne ausgleichen.“
      ** Quelle: https://www.taz.de/!5254884/

  12. Zum Snowden Device: Es würde aber das Meta-Game ändern, da es für Geheimdienste schwerer wäre unbemerkt zu überwachen und vielleicht bringt es Hardwarehersteller dazu, einen Euro in ihre “secure devices” zu investieren, um ein Hardware-Sending-LED zu verbauen.
    Und man könnte damit eine weit komplexere Version 2 finanzieren, die jeglichen Traffic auf eine SD dumpt und zeitgleich in Software alle von legitimen apps geschickten Daten und ein diff daraus würde auch seltsame Aktivitäten zeigen.
    Es als “Die Pille für Sicherheit” zu vermarkten ist also falsch, stimmt. Allerhöchstens ist es ein meistens-false-positive Schwangerschaftstest für Sicherheit.

    Bzgl. Trump: Die Wettquoten stehen eher für Hilary. http://www.oddschecker.com/politics/us-politics/us-presidential-election-2016/winner

    Bzgl. Milo/Leslie/Twitter: Nur weil sein Gehate/Getrolle nicht legitim/lustig ist, muss man ihn nicht bannen. Twitter ist gerade dafür gemacht, nicht wie bei Youtube/Facebook jeden Scheiß zu löschen/sperren. Wenn einem persönlich was nicht gefällt, kann man diese Person bannen und durch das weit-genutzte Retweeten hat man dann auch Ruhe von der Person.

    • Und man könnte damit eine weit komplexere Version 2 finanzieren, die jeglichen Traffic auf eine SD dumpt und zeitgleich in Software alle von legitimen apps geschickten Daten und ein diff daraus würde auch seltsame Aktivitäten zeigen.

      Davor würde ich noch mehr warnen: Damit würdest du auf deinem Gerät allerlei Daten sammeln, die dir im Falle eines Diebstahls oder einer Beschlagnahme große Probleme bereiten.

  13. Ein großer Vorteil der Audible “Podcasts” aus Hörersicht ist übrigens die Regelmäßigkeit. Da heißt es nicht “wir sehen mal ob wir nächste Woche was produzieren” sondern der Podcast kommt garantiert zur angegebenen Zeit.

      • Ich gebe euch was Audible angeht vollkommen recht. Alleine die Erfahrung, die man z.Zt. mit Podcasts bei Audible macht zeigt schon, dass Audible das Medium Podcast nicht wirklich am Herzen liegt, sondern lediglich zur Erhöhung der Reichweite oder zum einfachen Geld verdienen akzeptiert wird.
        Erst mit der Erfahrung bei großen Plattformen erkenne ich übrigens welch grandiose Leistung die Podcaster-Community mit Podlove u.ä. geschaffen hat. Hier ein großes Lob von mir an alle Beteiligten.

        Ich bin allerdings der Meinung, dass sich die Podcasterauf Dauer verstärkt Gedanken zur Finanzierung ihrer Arbeit jenseits von Werbung und Spenden machen sollten.
        Ich persönlich fände die Entwicklung eines Abo-Systems wie es z.B. massengeschmack.tv errichtet hat eine sehr gut Lösung.
        Meine Vorstellung wäre, dass sich verschiedene Podcaster, z.B. hier natürlicherweise alle Angebote der Metaebene, zusammenschließen und ihr Angebot unter einem Abo im Bereich von ein paar Euro anbieten würden. Man könnte nach wie vor die Podcasts im Wesentlichen kostenlos anbieten und nur Abonnenten bekämen Episoden früher, exklusiven Zugriff auf Livestream, aufwendigere Formate oder zusätzliche Inhalt und das komplette Archiv. Letztlich wird man als Hörer in einem Abo auch nicht mehr sehen, als eine Spende mit etwas Gegenleistung.

        Da auch der Bann von Milo Yiannopoulos in dieser Folge Thema war, zeigt sich eine weitere Gefahr großer Plattformen. Diese könnten nämlich Einfluss auf den Inhalt nehmen wollen und z.B. eher kontroverse Format nicht in ihr Programm aufnehmen bzw. rausschmeißen. Außerdem gäbe es mit dem Plattformbetreiber für unzufriedene Hörer meinungsstarker Formate einen weiteren Angriffsvektor.
        Zu den Tweets von Herrn Yiannopoulos kann man stehen wie man will, das Problem das ich sehe, ist die Willkür und nicht nachvollziehbaren Kriterien, welche Aussagen zu einem Ausschluss führen. Gerade in Anbetracht des Austauschs zwischen M.Y. und Leslie Jones scheint der Ausschluss auf einer gefärbten Betrachtung zu liegen. Mögen sich jetzt die Leute, die sich über Milo Yiannopoulos aufgeregt haben, über die Sperre freuen. Dennoch sollte man immer bedenken, dass sich der Wind drehen kann und dann fehlen die handfesten Argumente, die jetzt auch von “Gegnern” von M.Y. aus grundsätzlichen Erwägungen hätten vorgebracht werden müssen.
        Jedenfalls zeigt der Fall deutlich, welche Macht die Social-Media-Konzerne mittlerweile haben und das kann auf Dauer nicht gut gehen.
        Wo auch der Bann von Milo Yiannopoulos in dieser Folge Thema war, zeigt sich eine weitere Gefahr großer Plattformen, nämlich dass diese Einfluss auf den Inhalt nehmen wollen könnten und z.B. eher kontroverse Format nicht in ihr Programm aufnehmen.
        Zu den Tweets von Herrn Yiannopoulos kann man stehen wie man will, das Problem dabei ist die Willkür und nicht nachvollziehbare Kriterien, welche Aussagen zu einem Ausschluss führt.
        Mögen sich jetzt die Leute, die sich über Milo Yiannopoulos aufgeregt haben, über die Sperre freuen. Dennoch sollte man immer bedenken, dass sich der Wind drehen kann und dann fehlen die handfesten Argumente, die jetzt auch von “Gegnern” von M.Y. aus grundsätzlichen Erwägungen hätten vorgebracht müssen.
        Nicht vergessen, Trolle sind immer die anderen.

      • Ich wollte mal bei amazon ein Hörbuch kaufen, hatte mp3 + titel in die amazon suche eingegeben. Auf der Ergebnisseite konnte man das dann nur über audible kaufen. Gemacht, aber es gab kein mp3, sondern irgend ein propietäres Format mit dem ich nix anfangen konnte.

        Dann audible Kundenservice, ewiges hin und her, ohne Ergebnis. Musste auf der aud.facebookseite stress machen bis dann endlich was passierte. Irgendwann gabs dann mein Geld zurück. Konnte mich aber bis heute nicht aus dem Zwangsnewsletter abmelden. weil ich mein Benutzerkonto gelöscht hatte, aber zum Newsletter abmelden ein passwort brauche, dass es aber nicht mehr gibt weil Konto geschlossen.

        Nie wieder audible.

    • :) .. nice one … auf jedenfall, und diese ganzen Betriebs- und Speichernetze der Polizei, VS und BND – ultradarknet sozusagen. Die internen Netze von Banken, Krankenhäusern, Meldeämtern, Pharmaunternehmen, Rüstungskonzernen, Kernkraftwerken und Software-Entwicklerbutzen .. alle , alles ultradark.

  14. Linus erwähnt, dass der Amokschütze kurz vor der Tat seine Medikamente abgesetzt hat, als wäre das irgendwie relevant. Die Medikamente haben ihn auch ein Jahr während seiner Vorbereitungen auf die Tat nicht davon abgehalten. Zudem weiß man gar nicht um welche Medikamente es sich gehandelt hat. Neuroleptika werden verabreicht, um eine Überreizung zu dämpfen. Da der Täter aber laut Berichten unter einer Erkrankung aus dem “depressiven Formenkreis” litt und sozialphobisch war, wird wohl eher ein Antidepressivum zum Zuge gekommen sein. Das, welches mit am häufigsten verschrieben wird ist Venlafaxin. Und dieses feine Mittelchen hat so manchem schon durch Selbsttötung das Leben gekostet. Bekannt ist auch ein Fall aus Amerika, wo eine Mutter ihren Sohn aufgefunden hat, der dieses Mittel nahm. Er hatte versucht, sich selbst den Kopf abzuschneiden. Betreffende Pharmafirma wusste jahrelang, das es zu Selbsttötungen unter Einfluss dieses Medikaments kommen kann und hat es lange Zeit verschwiegen. Heute weiß man das hohe Suizidgefährdung eine Nebenwirkung von vielen Medikamenten ist und es steht auch im Beipackzettel. So ziemlich alle Amoktäter standen unter Psychopharmaka. Diese Mittel verursachen mitunter schwere Bewusstseinsveränderungen. Interessant ist auch was Robert Whitaker zu dem Thema zu sagen hat.

    https://en.wikipedia.org/wiki/Robert_Whitaker_(author)

    Er ist medizinischer Autor und hat u.A. für das Harvard Medical Journal geschrieben und Preise gewonnen. In a nutshell sagt er, das es eine Epidemie und chronifizierung von psychischen Erkrankungen in den westlichen Ländern, durch die Gabe von Psychopharmaka gibt. Es gibt auf youtube einen 3h Vortrag, der sehr aufschlussreich ist, außerdem hat er Bücher zu dem Thema verfasst.

    Desweiteren fand ich den Umgang mit dem Thema sehr respektlos. Der Täter war auch Opfer. Mir ist auch klar das man geneigt ist, ihn als Monster zu sehen und sich über seinen Tod hinaus noch lustig über ihn machen zu müssen. Aber was ist mit all denen, weswegen er so geworden ist, die ihn aufs übelste gemobbt haben sollen, oder mit denen, die seine Klage wegen Geringfügigkeit fallen gelassen haben? Über die redet keiner, dabei sind das die wahren Schuldigen. Es gibt sehr viele Faktoren weshalb ein Mensch keinen anderen weg mehr sieht, als das zu tun, was er getan hat. Ich glaube aber nicht, dass das wirklich sein Wunsch gewesen ist. Und wir reden hier über einen 18- jährigen. Nachbarn haben ihn als freundlich und hilfsbereit beschrieben, vielleicht war das sein wahres Wesen.
    Seine Familie durchleidet gerade die Hölle und muss miterleben, wie ihr Leben bedroht und ihr toter Sohn beschimpft wird.
    Ich will ihn hier auch nicht verteidigen, oder auch nur in irgendeiner Weise rechtfertigen was er getan hat. Das was er getan hat, gründete sich auf eine lange Kette von Ereignissen und ungünstigen Verhältnissen. Aber von Euch und gerade von Linus als Psychologen, hätte ich mir echt einen etwas anderen Umgang mit dem Thema erwartet. Es war nicht flapsig, sondern respektlos.

  15. apropos Bundeswehr im Inneren:

    Die Argumentation über “Wehr” im Namen und Abwehr vs. Angriff ist nicht plausibel. Ein Eingreifen der BW in München wäre doch sicher als Abwehr (Gefahrenabwehr) verkaufbar gewesen.

    Ich kenne dazu keine rechtsphilosophischen oder verfassungstheoretischen Erwägungen zum Thema, tippe aber vor allem auf die Bedeutung der Ausbildung der Polizei, insbesondere darüber, was polizeiliche Befugnisse sind, was Rechte von Verdächtigen, die bei Bundeswehrsoldaten einfach nicht gegeben sind.
    Ein zweites wäre die ganze Kultur im Umgang mit Gewalt, mit der Frage von Kollateralschäden, die sich in Kriegen ja ganz anders stellt.

  16. Ich bin mir gar nicht so sicher ob Trump wirklich die größtere Gefahr für die Welt ist.
    Für die USA fast garantiert, aber für die Welt?

    PS: Facebook only Features? Von einem Netzpolitik Format? Wirklich?

  17. Unabhängig davon ob man Erdogan gut oder schlecht findet, sollte man niemals einen Militärputsch gutheißen. Aus der Ferne klingt das alles vielleicht wie ein lustiger Film, aber wenn man selbst betroffen ist, ist das alles andere als lustig. Meine Eltern kommen aus der Türkei und haben mir Horror Geschichten erzählt, dass ich es kaum glauben kann. Sie haben es selbst erlebt. Das Militär hat tausende von Menschen regelrecht abgeschlachtet. Ja, ich kenne Augenzeugen dieser Taten. 600k Menschen wurden verhaftet. Danach ging es absolut JEDEM schlechter. Das ist auch der Grund wieso sich alle Parteien und alle Gruppen sich einstimmig explizit dagegen ausgesprochen haben. Auch die Kurdenpartei HDP und deren Anhänger. Übrigens haben die Kurden nach dem Putsch am meisten gelitten. Beim vorletzten Putsch wurden die Regierungsführer gehängt. Aktuelle Beispiele zeigen nichts besseres. Siehe Ägypten. Ich bitte nochmal um Klarstellung wie das befürworten eines Militärputsches in den Wertekanon eines Demokraten passt.

    • Ja. Ich verstehe es auch nicht: Man kann den Militarputsch und Erdogans Entdemokratisierung (auch schon vor dem Putschversuch) kritisieren. Das schliesst sich ja nicht aus.

      Trotzdem finde ich ein wenig, dass der Ungeheuerlichkeit des Putschversuchs zu wenig Rechnung getragen wird. Man stelle sich nur vor, dass in Berlin an zentralen Knotenpunkten Panzer auffahren, Eurofighter den Reichstag bombadieren.

  18. @Linus
    “Nun, wäre Nader nicht gewesen, hätte Florida Gore nicht die Wahl kosten können :-P”

    Ich verstehe dieses Demokratieverständnis nicht.
    Einerseits lacht man die USA immer wegen ihren “Schwarz-Weiß / 2-Parteien-System” aus, andererseits lässt man sich dann auf das Niveau herunter der dritten Partei die Schuld am schlechten Abschneiden einer großen Partei zu geben .

    Man geht also nicht zur Wahl um seine Vertreter zu wählen, sondern nur um den schlimmsten Vertreter zu verhindern ?! Angst als einziger Grund zur Wahl zu gehen? Gruselig!

    Ich sehe das wesentlich einfacher:
    Die Partei die die meiste Zustimmung(Stimmen) erhält regiert, Ende!!
    Wenn mehrere Parteien beteiligt sind, und Koalitionen gebildet werden müssen um so besser. Bei uns ist das ja auch gängig und völlig normal. Das die SPD im Umfrage-tief ist, werden das die Meisten auf ihr “Verräterverhalten” zurück führen. Da wird doch auch nicht den Linken oder den Grünen die Schuld für das SPD-Versagen gegeben.

    Gerade den USA würden mehr als 2 Parteien gut tun.

  19. Ich möchte nochmal allgemein zu dieser Sendung sagen, dass ich recht enttäuscht bin. Normalerweise schätze ich euren eher unaufgeregten Stil und dass ihr Themen auch aus Blickwinkeln betrachtet die ich normalerweise nicht einnehmen würde. Ich schätze es, dass dieses Format Zeit dafür lässt, die Themen die in einer Woche auf einen einprasseln gründlicher zu behandeln. In dem Zusammenhang verstehe ich nicht ganz, was ihr mit “Chronistenpflicht” (war das so gesagt?) genau meint. So verstehe ich dieses Podcast nicht. Wenn ich in 20 Jahren wissen will, was 2016 alles so passiert ist, dann werde ich mir deswegen nicht euern Podcast anhören.
    Warum ich ihn mir anhöre, ist um eben nicht durch die Themen gescheucht zu werden und abzuhören was alles so passiert ist, sondern um tiefer in die Themen einzusteigen und sie aus netzpolitischen Blickwinkeln kritisch einzuordnen.
    Da habt ihr euch meiner Meinung nach dieses mal ziemlich hinreißen lassen, dadurch dass ihr länger keine Sendung hattet und dann ausgerechnet auch noch so viel passiert ist, das ziemlich zu vernachlässigen. Ich fand vieles zu oberflächlich und hätte mir eher gewünscht, dass ihr manche Themen dann einfach nicht behandelt oder erklärt was passiert ist, das konnte ich mir an so vielen anderen Stellen auch holen. Aber vermisst hab ich dieses mal eine kritischere intesinve Auseinandersetzung mit den netzpolitischen Seiten der (oder nur einzelner) Geschehnisse.
    Also meiner Meinung nach lieber weniger und tiefer als mehr und oberflächlich. Ich erwarte ja garnicht, dass ihr über alles sprecht, schon garnicht wenn gerade Sommer ist :)

  20. Die Sendung war echt großes Kino diesmal. Das waren harte Ereignisse, die ich angemessen kommentiert fand. Das geht nicht in allen Medien so. Scheint auch die Diskussion hier zu betreffen. #vorbildlich

  21. Zum thema “Dunkles Netzwerk” aka. “Darknet”:

    Ich fand die einfache erklärung gut und würde daran gerne anknüpfen.
    Als privatsphäre affiner techniker komme ich auch hin und wieder in die situdation nicht-technikern zu erklären was es mit dem bösen “Darknet” aufsicht hat.
    Laut Wikipedia ist der bergriff ja nicht so klar definiert und war schon vor Tor in gebrauch: https://en.wikipedia.org/wiki/Darknet
    Hat jemend referenzen ab wann genau “Darknet” mit Tor Hidden-Services gleichgestellt wurde?

    In diskussionen zum “Darknet” bau ich mein argumentationsgerüst ähnlich auf wie Linus i.e.:
    Verbrechen und deren auswirkungen sind nicht auf die “virtuelle welt” reduziert und können daher mit herkömmlicher polizeiarbeit verfolgt werden (e.g. handel von illegalten gütern)
    Hier kann man als gegenargument natürlich “rein” virtuelle delikte anführen e.g. Krypto-Trojaner (wie auch schon in einer vorherigen sendung kurz angesprochen)
    Diesem argument kann man entgegensetzen, dass solche “virtuellen delikte” oft nur möglich sind aufgrund von fehlender oder mangelhafter IT sicherheit. Dh. diese delike kann man am wirksamsten mit prevention begegen i.e. öffentliche investition in IT sicherheit für alle (e.g. Förderung von freier software, open hardware design, etc.). Weniger schwachstellen -> kleinerer markt und weniger gewinn für kriminelle. Hier hat man auch gleich noch ein argument gegen das handeln und horten von sicherheitslücken von behörden, dass ist ja auch hin und wieder im gespräch.

    Was haltet ihr von dieser argumentation?

  22. Ich finde es noch erwähnenswert, das der Amoklauf in München genau am 5. Jahrestag von Breiviks Tat in Norwegen stattfand.

    Und zum Thema Chronik: Wenn schon, dann bitte alle Terror/Amok-Taten aufzählen. Nizza wurde nämlich als einzige Tat gar nicht erwähnt.

    Ansonsten: Macht weiter so!

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