Logbuch:Netzpolitik
Einblicke und Ausblicke in das netzpolitische Geschehen
https://logbuch-netzpolitik.de


LNP564 Im Himmel regiert der liebe Gott

Midterms — Cyber Cyber — Digital Networks Act — d-you — Ausweiszwang — SmartGlasses Verbot — Staatstrojaner AT — Gesichtserkennung — Begutachtungs-Monitor

Wir feiern die Ergebnisse der US Midterm Wahlen und passend zum Wahlerfolg haben wir uns Thomas dazugeholt, der diese Momente irgendwie immer perfekt abpasst. Nach ein paar Meldungen aus dem Cyberreich besprechen wir vor allem ausführlich die Pläne zum Digital Networks Act und beleuchten außerdem noch die potentiellen Gefahren, die vom neuen 6G Sensing Standard ausgehen (Spoiler: it's bad). Dazu gibt es eine Reihe von Updates aus Österreich zum Staatstrojaner, einer Petition gegen SmartGlasses, dem Verbot von Gesichtserkennung für die österreichische Polizei und noch ein paar andere Kleinigkeiten und Lobpreisungen.

https://logbuch-netzpolitik.de/lnp564-im-himmel-regiert-der-liebe-gott
Veröffentlicht am: 5. November 2026
Dauer: 1:48:30


Kapitel

  1. Intro 00:00:00.000
  2. Prolog 00:00:32.479
  3. LNP Salon 2 00:10:53.561
  4. Cyber: Mercenary Spyware auf Parlamentarier 00:11:37.046
  5. Cyber: php2shell 00:19:12.452
  6. Cyber: Kühltruhengate 00:21:56.650
  7. Cyber: Binance Hack 00:25:18.245
  8. Digital Networks Act 00:28:34.903
  9. d-you im Bundestag 01:14:27.415
  10. Gesetz zum digitalem Ausweiszwang 01:19:40.531
  11. AT: Meta SmartGlasses Petition für Verbot 01:32:59.076
  12. AT: Staatstrojaner in Österreich 01:36:54.262
  13. AT: Gesichtserkennung für österreichische Polizei verboten 01:38:39.455
  14. AT: Begutachtungs-Monitor.at 01:40:01.975
  15. AT: Netzpolitischer Abend im Parlament zu Ethical Hacking 01:41:30.702
  16. Epilog 01:44:58.374

Transkript

Tim Pritlove
0:00:00
Linus Neumann
0:00:01
Tim Pritlove
0:00:02
Linus Neumann
0:00:07
Tim Pritlove
0:00:10
Linus Neumann
0:00:52
Tim Pritlove
0:00:57
Linus Neumann
0:01:02
Tim Pritlove
0:01:16
Thomas Lohninger
0:01:20
Tim Pritlove
0:01:24
Thomas Lohninger
0:01:27
Tim Pritlove
0:01:34
Linus Neumann
0:01:35
Tim Pritlove
0:01:42
Thomas Lohninger
0:01:44
Tim Pritlove
0:01:46
Thomas Lohninger
0:02:06
Tim Pritlove
0:02:11
Thomas Lohninger
0:02:12
Tim Pritlove
0:02:13
Linus Neumann
0:02:29
Tim Pritlove
0:02:37
Thomas Lohninger
0:02:50
Tim Pritlove
0:02:54
Linus Neumann
0:03:15
Tim Pritlove
0:03:26
Linus Neumann
0:03:49
Tim Pritlove
0:03:51
Linus Neumann
0:03:55
Tim Pritlove
0:03:58
Linus Neumann
0:04:00
Tim Pritlove
0:04:03
Thomas Lohninger
0:04:05
Linus Neumann
0:04:06
Tim Pritlove
0:04:08
Linus Neumann
0:04:37
Tim Pritlove
0:05:23
Linus Neumann
0:05:41
Tim Pritlove
0:06:06
Linus Neumann
0:06:29
Tim Pritlove
0:08:02
Linus Neumann
0:08:33
Tim Pritlove
0:08:40
Thomas Lohninger
0:08:41
Linus Neumann
0:08:43
Tim Pritlove
0:08:46
Linus Neumann
0:09:23
Tim Pritlove
0:09:38
Linus Neumann
0:10:25
Thomas Lohninger
0:10:28
Tim Pritlove
0:10:29
Linus Neumann
0:10:39
Tim Pritlove
0:10:46
Linus Neumann
0:10:50
Tim Pritlove
0:11:32
Linus Neumann
0:11:37

Und dann würde ich gerne, bevor wir über Europa und Österreich und so weiter sprechen, kurz wenigstens erwähnen, dass eine ganze Menge los war im Cyber. Es wurde sehr viel gecybert in den letzten Tagen und Wochen. Es ging los, oder ich glaube, ich gehe es jetzt noch nicht mal der Reihenfolge nach durch. Also das Thema dieser Woche ist, mehrere Menschen im politischen Berlin, noch ist nicht öffentlich bekannt, wer es war, haben von Apple die Meldung bekommen, dass Mercenaries, Spyware, Infektionen oder Infektionsversuche auf ihre Geräte stattgefunden haben. Das gibt bei Apple seit einigen Jahren dieses Team. Claudio Gornieri arbeitet da übrigens drin, der auch vom Kongress bekannt ist als einer, der früher bei dem Amnesty Lab war, Amnesty Security Lab und hat großartige Forschung in dem Bereich der Staatstrojaner geleistet hat. Und Apple hat im Prinzip eine Funktion in diesem Betriebssystem drin, dass sie. Quasi sagen, wenn bestimmte Dinge in den Loks gefunden wurden, dann kann dieses Telefon sagen, hey, es gibt hier Indicators of Compromise und bitte lass dein Telefon mal untersuchen und das machen sie, absichtlich auch quasi so zeitlich nicht immer korreliert und auch nicht sofort, damit nicht so ohne weiteres auch die Angreifergruppen wissen, woran sie es jetzt gerade erkannt haben. Aber sie haben eben eine solche Warnung und die haben jetzt eben auch mehrere Leute offenbar aus dem politischen Berlin erhalten. Und das ist natürlich eine spannende Geschichte. Ich habe dazu nur ein Radio- Interview gegeben, was ich ganz unterhaltsam fand, weil. Das war so ein WDR 5, wo dann irgendwie so sinngemäß die Frage war, ja, was ist eigentlich Spyware und so und kann das irgendwie meine Partnerin, auf mein Handy machen oder so. Der Moderator wollte da so ein bisschen drüber scherzen, dass es seine Ex-Freundin könnte ihm ja Spyware unterschieben. Das war natürlich eine Steilvorlage, weil ich erstens sagen konnte, die Sorge müsste sich nur machen, wenn die in deutschen Sicherheitsbehörden arbeitet, weil die sind ja selber Kunde bei NSO, ja, mit anderen Worten, das wäre eine Person, die darauf Zugriff hätte, und im Weiteren haben wir natürlich dann auch noch über Stalkerware gesprochen und da muss ich natürlich dann auch noch darauf hinweisen, dass er sich da als Mann eigentlich weniger Sorgen machen muss, weil das hauptsächliche, Männer auf Frauen ausrollen, das war also. Eigentlich ganz nett. Wir, also hier sprechen wir im Zweifelsfall von sehr teuren, gezielten Überwachungsoperationen und ich würde sagen, so die Software, die da jetzt in Frage käme, also es gibt auch noch keine, da steht auch nicht, mit welcher Schadsoftware das Telefon jetzt da, infiziert wurde oder was der IOC ist, also der Indicator of Compromise, als käme so wahrscheinlich irgendwie NSO, in Frage, bei denen, wie gesagt, Deutschland auch Kunde ist. Das NSO Pegasus wurde gegen Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und Oppositionelle in Mexiko, Saudi-Arabien, Ungarn, Polen, Spanien gegen die katalanische Separatistenbewegung in Indien und so weiter eingesetzt. Das wäre also dieses Unternehmen. Dann gibt es noch von dem, von Intellexa heißen, ich habe einen Schatz auf den Namen, Predator. Ja, auch da von diesem Unternehmen Intellexa hat die CITES mal 2019 auch Sachen gekauft. Also auch das mit deutschem Steuergeld. Oder deutsches Steuergeld versucht da Dienstleistungen zu bekommen. Das ist die Schadsoftware, die vor allem in Griechenland, da gab es ja einen riesigen, Skandal, wo dann eben ein Journalist und ein Oppositionsführer das festgestellt haben und dann im weiteren Verlauf 100 weitere Personen aus Politik, Medien, Wirtschaft und, Militär als Ziele bekannt wurden. In Ägypten gegen Journalisten und Oppositionelle eingesetzt. Das sind immer so lupenreine Demokratietools. Und dann gibt es halt noch Paragon Graphite, das ist das, was hauptsächlich dadurch bekannt wurde, dass es in Italien eingesetzt wurde gegen auch wiederum Journalisten. Und ja, offenbar haben wir ein paar echt gute Oppositionelle in der Bundesregierung, oder die Bundesregierung setzt jetzt auch gegen Oppositionelle ein. Es würde natürlich schon eher davon ausgehen, dass wir es hier mit einer, potenziell Spionageoperation von anderen Ländern zu tun haben. Aber vielleicht hat Merz auch gedacht, wir kontrollieren mal die Opposition, das hat bei den anderen ja auch so gut funktioniert. Ist auf jeden Fall, denke ich, ein sehr, also dieser gesamte Bereich der Mercenary-Spyware ist ja wirklich ein sehr, ekeliger und die Betroffenen sollten sich, denke ich mal, am besten an das Amnesty Security Lab in Berlin wenden. Und wenn da die Schlange jetzt inzwischen zu lang ist, dann gäbe es halt noch das Citizen Lab in Toronto. Das sind so die beiden Organisationen, die mit solchen Fällen zumindest also im Forschungsbereich einfach die Maßstäbe gesetzt haben. Das Security Lab von Reporter ohne Grenzen wäre eben nur für Journalistinnen, und nicht für Politikerinnen noch eine Adresse.

Thomas Lohninger
0:17:38
Linus Neumann
0:18:42
Tim Pritlove
0:19:59
Linus Neumann
0:20:01
Tim Pritlove
0:21:15
Linus Neumann
0:21:18
Tim Pritlove
0:21:23
Linus Neumann
0:21:44
Tim Pritlove
0:22:06
Linus Neumann
0:22:11
Tim Pritlove
0:22:13
Linus Neumann
0:22:26
Tim Pritlove
0:22:31
Linus Neumann
0:22:32
Tim Pritlove
0:22:34
Linus Neumann
0:22:43
Tim Pritlove
0:23:16
Linus Neumann
0:23:19
Tim Pritlove
0:23:22

Ja?

Linus Neumann
0:23:23
Tim Pritlove
0:23:32
Linus Neumann
0:23:34
Tim Pritlove
0:23:50
Linus Neumann
0:23:53
Tim Pritlove
0:23:57
Linus Neumann
0:23:59
Tim Pritlove
0:24:10
Linus Neumann
0:24:12
Tim Pritlove
0:24:15
Linus Neumann
0:24:16
Tim Pritlove
0:25:32
Linus Neumann
0:25:33
Tim Pritlove
0:25:39
Linus Neumann
0:25:42
Tim Pritlove
0:26:13

Ja.

Linus Neumann
0:26:14
Tim Pritlove
0:26:14
Linus Neumann
0:26:27
Tim Pritlove
0:26:43
Linus Neumann
0:26:43
Tim Pritlove
0:26:51
Linus Neumann
0:26:58
Tim Pritlove
0:27:06
Linus Neumann
0:27:09
Tim Pritlove
0:27:17
Linus Neumann
0:27:19
Tim Pritlove
0:27:24
Linus Neumann
0:27:25
Tim Pritlove
0:27:26
Linus Neumann
0:27:28
Tim Pritlove
0:27:33
Linus Neumann
0:27:34
Tim Pritlove
0:27:38
Linus Neumann
0:27:44
Tim Pritlove
0:27:48
Linus Neumann
0:27:54
Tim Pritlove
0:27:58
Linus Neumann
0:28:11
Tim Pritlove
0:28:24
Linus Neumann
0:28:28
Tim Pritlove
0:28:40
Linus Neumann
0:28:41
Thomas Lohninger
0:28:54
Linus Neumann
0:29:39
Thomas Lohninger
0:29:50
Linus Neumann
0:30:48
Thomas Lohninger
0:30:51

Das gibt es eigentlich immer, ja. Manchmal hast du auch Shared Competency. Dann sind sogar zwei Ausschüsse zuständig für ein Gesetz. Zum Beispiel beim Digital Omnibus, der die DSGVO reformiert, sind, glaube ich, Imko und Liebe geteilt zuständig und dann müssen die beiden Ausschüsse auch gemeinsam abstimmen. Du hast zwei BerichterstatterInnen und hier ist es aber so, dass nur ein Ausschuss federführend ist und die anderen geben was ab, das man in Betracht ziehen kann, aber das hat mehr nur politisches Gewicht, nicht formal. Das heißt, dieser federführende Ausschuss, da wo wirklich der relevante Text verhandelt wird, da sind wir jetzt an der kritischen Stelle. Wir haben nämlich vor ungefähr drei Wochen, zwei Wochen den Draft Report bekommen des Berichterstatters Michal Koposko aus Polen von den Liberalen. Der Mann wird noch wichtig werden. Und jetzt wissen wir sozusagen, was ist denn wirklich die Agenda der Telekom-Industrie? Was ist wirklich das, womit wir rechnen müssen? Und der Kommissionsvorschlag hat ja schon ein paar Sachen aufgeweicht, aber jetzt sehen wir halt wirklich, wohin das Ganze führen soll. Und da würde ich gerne mal die Analyse, die wir am Freitag letzte Woche veröffentlicht haben, zusammenfassen, was droht uns denn, wenn dieses Gesetz so kommt? Natürlich geht es um Netzseutralität. Also wir haben mal ein... Fangen wir mit dem Charmantesten an. Es gibt eigentlich in der Netzneutralität diese Bestimmung, dass du kein Verkehrsmanagement machen darfst, basierend auf irgendwelchen kommerziellen Erwägungen. Du musst Daten durchleiten und ob du die magst, ob die vielleicht von einem Konkurrenten sind, ist egal. Du musst neutral sein als Internetanbieter. Und da gibt es einen schönen Text. And shall not be based on commercial considerations. Ja, und der schöne Berichterstatter Michael Koboesko fügt dann einfach das kleine Wort purely based on commercial considerations ein.

Linus Neumann
0:32:56
Thomas Lohninger
0:33:07

Das lässt er offen, aber das Purely genau an der einen Stelle ist eine große Bedeutungsänderung, obwohl es nur ein Wort ist. So funktioniert das bei der Logistik. Und wir haben in Sachen Netzseutralität ganz viele Verschlechterungen. Es soll ermöglicht werden, dass du klassenbasiert Dinge anders bewerten kannst. Also was eine Klasse ist, ob was zeitkritisch ist oder nicht, entscheidet aber der Telekom-Anbieter, nicht der User. Die Spezialdienste, an die wir uns noch erinnern vom lieben Günther Oettinger, als wir die 2015 diskutiert haben, die kommen jetzt auch wieder. Und da gibt es ja im Moment diese Regel, dass du diese Spezialdienste nur dann anbieten darfst, wenn der Inhalt oder Dienst wirklich eine Optimierung braucht. Wenn du irgendwas findest, was einem neutralen Internet nicht geht, passt, mach einen Spezialdienst dafür, will er abschaffen, sodass du jeden beliebigen Dienst als Spezialdienst reklassifizieren kannst. Das heißt in der Konsequenz eine bezahlte Überholspur, weil sobald du dir diese Ausnahme von der Netzseutralität kaufst beim Internetanbieter, kannst du priorisiert werden und jede Priorisierung ist natürlich eine Benachteiligung von allen anderen Datenpaketen, die dann eben nicht auf der Überholspur sind. Und wir haben an vielen Stellen Abschwächungen im Detail und auch eine Abschwächung, was die Transparenzpflichten betrifft, die Durchsetzung dieser Rechte durch die Regulierungsbehörden. Die Kommission kriegt eine viel stärkere Rolle bei der Auslegung des Gesetzes. Das ist dann mittels einem Implementing Act, also da entscheidet die Kommission unilateral, wie diese Regeln auszuschauen haben. Die Mitgliedstaaten müssen zwar noch zustimmen oder nicht dagegen sein, aber das Parlament hat da gar nichts mehr zu melden. Und das ist halt bei so ganz kritischen Fragen, wo es um die Grenzziehung eines Grundrechts geht, ganz besorgniserregend. Dann ist das große Thema Netzgebühren, Fair Share, wie es die Telcos nennen, hier auch drinnen. Und zwar ganz konkret, alle Inhalte, Anbieter oder Netzwerke, die mehr als zwei Prozent oder mindestens zwei Prozent des Internetaufkommens in Europa ausmachen, sollen zur Kasse gebeten werden. Da gibt es dann eine Verhandlungspflicht und die müssen sich dann hinsetzen mit der Deutschen Telekom und darüber verhandeln, wie viel sie ihr zahlen wollen dafür, dass sie die Daten ins Internet, ins Netz der Telekom liefern dürfen. De facto funktioniert die Internetleitung dann nur noch, wenn an beiden Enden Geld gezahlt wird. Und auch wenn wir für unseren Internetzugang zahlen, um global beliebige Daten abzurufen oder zur Verfügung zu stellen, funktioniert das Internet dann in Europa nur noch, wenn an beiden Enden auch gezahlt wird. Und die zwei Prozent, die hat er sich halt ausgedacht, wenn man sich aber anschaut. Wie das ist mit Medienunternehmen, also gerade auch wenn du Cloud-Anbieter hinzurechnest, werden da viele Medien davon betroffen sein. Also die Öffentlich-Rechtlichen in Deutschland hosten zum Teil auf der Google Cloud. Die wird dann natürlich teurer. Auch große Cloud-Anbieter in Europa könnten da drunter fallen, CDNs sowieso. Und da fallen auf einmal halt eine große Umverteilung der gesamten Gesellschaft in Richtung der Telekom-Industrie. Wir haben Verschlechterungen.

Linus Neumann
0:36:32
Thomas Lohninger
0:38:24
Linus Neumann
0:38:25
Thomas Lohninger
0:38:46

Ja, also auf der einen Seite ist es wichtig herauszustreichen, dass die Nachfrage nach irgendeinem Inhalt im Internet ja von uns als Kundinnen kommt. Und wir auf Netflix auf ein Video klicken und erst dann wird das ins Netz der Telekom geschickt. Und dadurch ist schon mal diese Kausalität zu hinterfragen. Zweitens ist es so, dass das Internet eigentlich immer schon so funktioniert hat, dass Zusammenschaltung, wenn es jetzt nicht um Transit geht, nicht kommerzialisiert ist. Sondern dass da immer. Das große, ganze globale Kollektivität zu erzeugen, einfach wichtiger war, als jetzt für die Durch- oder Einleitung von Daten nochmal die Hand aufzuhalten. Also wenn es um Peering geht, um das auf Augenhöhe zusammenschalten von Netzen, gibt es Zahlen des 2021, dass 99,9996 Prozent aller Vereinbarungen ohne Bezahlung sind. Das heißt, das war immer ein nicht kommerzieller Bereich. Nur ganz wenige große Internetanbieter, wie eben die Telekom in Deutschland, verlangen überhaupt Geld dafür, sich zusammenzuschalten. Wodafone macht das jetzt auch, haben sie vor einem Jahr angekündigt, dass sie auch gerne dafür bezahlt werden würden, Daten zuzustellen. Aber das machen bisher nur die ganz Großen mit ihrer Marktmacht. Wir wissen auch aus der Netzbremsekampagne, dass die Telekom hier den Big Tech Firmen einen Mengenrabatt gibt. Die zahlen also weniger für die Kapazität als, irgendein europäisches Unternehmen. Und über diese Regelung würde natürlich diese Praxis, dass man für Zusammenschaltungen überhaupt Geld verlangt, erst so richtig Schule machen und in die Breite kommen. Und da riskieren wir natürlich schon die globale Konnektivität auf Augenhöhe. Und das, was das Internet ganz und als Level-Plainfield ausmacht, das droht hier schon unter die Räder zu kommen. Gerade eben, weil dieser Text auch diese Verhandlungspflicht und das Einschreiten der Regulierungsbehörde vorsieht, kann man davon ausgehen, dass die Netzgebühren damit Realität würden. Und das ist immer so gemunkelt worden, dass das doch der Plan ist. Das haben wir immer gesagt, hey, das droht uns und jetzt liegt es halt schwarz auf weiß am Tisch. Und wir haben zum Glück da eine große Koalition, weil auch die Öffentlich-Rechtlichen, die Privatmedien, die Urheberrechtsindustrie, Wikimedia und Creative Commons, da sind sich eigentlich alle einig, dass sie das nicht wollen. Aber der Berichterstatter, der sehr viel Macht hat in dem Prozess, der will das halt. Und dadurch droht uns das jetzt. Und ich befürchte ja eh, dass wir gerade bei dem Thema, gibt es so eine Verschiebung, dass man sagt, ja, aber die verdienen so viel Geld, sollte man sie dazu nicht zur Kasse bitten. Das ist immer wichtig rauszustreichen. Videostreaming ist nicht das profitable Geschäftsmodell im Netz, sondern das ist eher E-Commerce und Suche und inzwischen wahrscheinlich auch schon KI zum Teilen. Aber die Menge an Bandbreite, die du für einen Videostreaming-Dienst ausrufst, ist halt um Welten größer als das, was der Revenue ist, wohingegen viele andere Dienste fast keine Daten verbrauchen, aber mehr Geld einnehmen. Und da wäre halt eine Umsatzbesteuerung viel klüger gewesen und auch zielgerichteter.

Linus Neumann
0:42:13
Tim Pritlove
0:42:16
Thomas Lohninger
0:42:19

Also wir sind jetzt gerade an dem Punkt, wo der Berichterstatter hat seinen Draft Report vorgelegt. Jetzt ist Deadline für Amendments noch bis zum 12. November, also Donnerstag nächste Woche zum Mittag. Und dann liegt alles am Tisch, was vom Parlament als Position eingebracht wird. All diese Texte, also wir haben dieser, der Bericht des Berichterstatters hat 336 Seiten. Den haben wir schon reduziert auf die relevanten 60 Seiten von dem, was aus Menschenrechts- und Konsumentinnenperspektive wichtig ist. Und wir rechnen damit, dass jetzt über die anderen Fraktionen im Parlament noch, 1000 bis 3000 Seiten an Änderungsanträgen dazukommen werden. Das ist so das Overton-Window. Alles, was da jetzt eingebracht wird, definiert, worüber nachher verhandelt wird. Je später es ist im Gesetzgebungsverfahren in Europa, umso spitzer ist die Pyramide des Möglichkeitsraums. Jetzt ist noch der Zeitpunkt, neue Ideen einzubringen. Da haben wir auch ein paar, zu denen komme ich noch. Aber zuerst, was steht in dem Bericht noch drinnen? Wir haben Verschlechterungen beim Datenschutz. Bisher war es so, dass ein Telekom-Anbieter nicht deine Verkehrsdaten anschauen darf. Das verhindert die Privacy-Richtlinie, die das Briefgeheimnis, das Fernmeldegeheimnis regelt. Das will er abschaffen und für Fraud Prevention, also Betrugsbekämpfung, sollen Internetanbieter dann die Metadaten in ihrem Internet überwachen dürfen. Und da wissen wir auch, sobald die verarbeitet werden, fallen sie unter die Vorratsdatenspeicherung oder unter Zugriff der Strafverfolgungsbehörden, weil die dürfen auf alles zugreifen, was aus betrieblichen Zwecken vorhanden ist. Wir haben massive Verschlechterungen beim Konsumentinnenschutzrecht. Zum Beispiel wird auch die maximale Vertragslaufzeit abgeschafft. Bisher ist es so in Europa, dass du keinen Internetvertrag anbieten darfst, der eine Mindestvertragslaufzeit von mehr als 24 Monaten, also zwei Jahren hat. Und das ist auch gut, weil ich meine, wenn du einen Vertrag abschließt und da bist du fünf Jahre gebunden, das wäre doch ein Wahnsinn. Noch dazu ist es verboten, Termination Fees zu verlangen. Also du willst raus aus dem Vertrag, musst du extra zahlen. Das will er beides abschaffen. Dass du Verträge mit potenziell unendlicher Laufzeit hast und wenn du raus bist, musst du noch extra zahlen. Das hilft natürlich nur den schlimmsten Internetanbietern, vor denen die Kunden weglaufen wollen. Und da gibt es auch zig Studien von Regulierungsbehörden, was den Markt lebendig hält und Wettbewerb fördert ist, wenn Leute mit ihren Füßen abstimmen können und von schlechten Anbietern auch wieder wegkommen, will er abschaffen. Es gibt ja immer dieses große Thema vom Funkspektren, also die Frequenzbänder, über die Mobilfunk funktioniert, die werden um viel Geld versteigert. Und da gibt es auch maximale Jahre, in die die vergeben werden dürfen. Das sind oft Dekaden, in denen die vergeben werden. Will er auch abschaffen, sodass du bis zu 100 Jahre lang ein Spektrum hast. Das bedeutet dann halt auch, dass du, klassisches Rent-Seeking, ja, du hast das Spektrum einmal gekauft, egal wie der Markt oder die Situation sich verändert, gehört dir, kannst du immer zu Geld machen. Es gibt noch zwei Bereiche, wo es ein bisschen besser ist. Das ist einerseits die Unabhängigkeit der Regulierungsbehörden, da gibt es ein paar, Graue oder schwarze Schafe in Europa, da hat er sogar Verbesserungen vorgeschlagen, auch wenn er Barrack. Barrack ist so der Zusammenschluss der Bundesnetzagentur und der Telekom-Regierungsbehörde RTR in Österreich, da will es verschlechtern, aber national will es verstärken, und Routerfreiheit soll es endlich auch in ganz Europa geben. Das ist ein Thema, was uns auch wichtig ist und zuletzt noch Carrier Neutrality, also dass du, wenn du dir zum Beispiel eine Apple Watch kaufst, kannst du ja nur gewisse E-Sims da reinladen und nicht zum Beispiel von irgendeinem, kleinen virtuellen Mobilfunker. Ist das so? Ja, das ist so leider, weil die APN-Profile von dem Hersteller unterstützt werden müssen. Und das ist vor allem für die billigen Mobilfunkanbieter in vielen Ländern ein Ausschlusskriterium. Die funktionieren dann nicht mit diesen Wearable Gadgets. Das ist eine Idee, die kommt von einem österreichischen Carrier und die haben es geschafft, dass sie das da rein sneaken. Also das ist so grob in a nutshell, was in diesen 336 Seiten, Ist das so? Draft Report drinnen steht.

Linus Neumann
0:46:59
Thomas Lohninger
0:47:44
Linus Neumann
0:48:26
Tim Pritlove
0:48:46
Thomas Lohninger
0:48:54
Linus Neumann
0:49:03
Thomas Lohninger
0:49:08
Linus Neumann
0:49:10
Thomas Lohninger
0:49:14
Linus Neumann
0:49:15
Thomas Lohninger
0:49:24
Linus Neumann
0:50:02
Thomas Lohninger
0:50:08
Linus Neumann
0:50:19
Tim Pritlove
0:50:29
Thomas Lohninger
0:50:36
Linus Neumann
0:50:58
Tim Pritlove
0:51:12
Linus Neumann
0:51:16
Tim Pritlove
0:51:17
Linus Neumann
0:51:20
Tim Pritlove
0:51:26
Linus Neumann
0:51:38
Tim Pritlove
0:51:49
Linus Neumann
0:51:58
Thomas Lohninger
0:52:00
Linus Neumann
0:53:27
Thomas Lohninger
0:53:36
Linus Neumann
0:53:36
Tim Pritlove
0:53:45
Linus Neumann
0:53:47
Tim Pritlove
0:53:51
Linus Neumann
0:53:53
Thomas Lohninger
0:54:16
Linus Neumann
0:54:18
Thomas Lohninger
0:54:24
Tim Pritlove
0:56:00
Linus Neumann
0:57:34
Tim Pritlove
0:57:42
Linus Neumann
0:57:52
Tim Pritlove
0:57:57
Linus Neumann
0:58:03
Tim Pritlove
0:58:06
Linus Neumann
0:58:09
Tim Pritlove
0:58:14
Thomas Lohninger
0:58:18

Das Ganze ist noch in der Standardisierung bei 3GPP, die die Mobilfunkstandards festlegen. Die läuft auch noch bis 2029, aber das ist eine eigene Working Group. Es gibt das Ganze auch natürlich auf 5G-Netzwerken, kann man nachrüsten. Man muss jetzt nicht bis 6G warten, um das in einem Netzwerk zu bekommen. Es gibt jetzt auch schon Studien dazu, vor allem aus der Türkei, zu Crowdkontrolle, wie akkurat das Ganze ist. Die haben eine sehr hohe Akkurat, was sie da sozusagen erkennen. Ist jetzt mal nur gedacht, damit die Bank weiß, wo man vielleicht einen Geldautomaten hinstellt oder vielleicht bei der nächsten Demo. Und das hat eine enorme Gefahr, eben gerade weil es mandantenfähig ist, weil du diese Sensing Capability dann als beliebiges Unternehmen oder vielleicht auch staatliche Stelle dir kaufen kannst. Und dadurch kriegst du auch komplett außerhalb von allen Regularien, weil die E-Privacy-Richtlinie, die wir schon angesprochen haben, die die Vertraulichkeit von Telekommunikationsnetzen festlegt, bezieht sich auf Kommunikation und Endgeräte. Beides haben wir hier nicht. Dadurch fallen diese Daten gar nicht unter Location oder Verkehrsdaten. Und bei der DSGVO, ja, wenn man damit Menschen sensen würde, bräuchte man eigentlich eine Rechtsgrundlage, aber da wissen wir auch, wie Mobilfunknetze heute schon mit Location-Daten umgehen, das ist zumindest mal ein Graubereich. Und weil das Ganze eben bis 2030 schon operational sein soll und mit der Nachrüstung in 5G, who knows when, ist die Gefahr schon groß, dass das eine massive Verschiebung, der Überwachungsmöglichkeiten in unserem Alltag bringen könnte. Und deswegen sagen wir, es braucht jetzt beim DNA ein gesetzliches Korsett, um diese Technik grundrechtskonform hinzubekommen. Am liebsten wäre uns ein Verbot, dass man einfach sagt, diese Technik soll es nicht geben oder zumindest muss sie verhindern, dass sie gegen Menschen oder zum Erkennen von natürlichen Personen eingesetzt wird. Und denkbar wären natürlich auch Legal Authorization Regimes, die einfach sagen, es braucht dafür eine Rechtsgrundlage und gewisse Dinge sind ausgeschlossen. Der Bitkom zum Beispiel fordert 6G Sensing schon für Werbung, wo es natürlich auch enorme Möglichkeiten hätte, dass du sozusagen für dein Werbetracking diese Daten heranziehen kannst.

Tim Pritlove
1:00:52
Thomas Lohninger
1:01:44

Ich glaube, dass vor allem eben bei regulierten Mobilfunknetzen, die auch von Staaten ausgegebene Funkfrequenzen verwenden, da haben wir einen Hebel, den Geist in der Flasche zu lassen und das auf die legitimen Anwendungen zu begrenzen. Und wenn wir das nicht tun, dann wird das ein ähnlicher Wild West wie andere Formen der Massenüberwachung. Aber halt ebenso, da kann man vielleicht noch im Wald ins Funkloch gehen, das ist vielleicht ein Standortvorteil für Deutschland auf einmal. Aber ansonsten sehe ich wenig Chancen da, außer im Faradayischen Käfig davon wegzukommen. Vor allem eben, weil du ja nicht weißt, wann wird es eingeschaltet oder nicht. Es gibt auch Etsy-Dokumente, die dann diskutieren, wie man Transparenz da reinbringen könnte. Und das ist alles nicht so einfach. Also im Moment haben auch die technischen Standardisierungen mehr Fragen als Antworten. Und angesichts der Schwere, glaube ich, ist es gut, da jetzt mal das in die Regulierung einzuführen, bevor Fakten geschaffen werden. Und ich glaube auch, dass die Standardisierung davon profitieren würde, wenn sie klar mal aufgezeigt bekommen, wo ist die gesellschaftliche Grenze, außerhalb derer man so eine Technik einfach nicht akzeptieren will. Das ist für die Telcos natürlich ein enormes Potenzial, mehr Geld zu verdienen. Damit ist der Betrieb eines Mobilfunknetzwerks auf einmal nochmal ganz anders zu monetarisieren, als das bisher möglich war. Aber die gesellschaftlichen Kosten wären halt eben enorm. Deswegen, aus all diesen genannten Gründen, gibt es eine neue safetyinternet.eu. Wir haben die alte Kampagne reaktiviert nach zehn Jahren, Tornröschenschlaf, gibt es auf dieser Domain wieder etwas zu sehen und eine Koalition, die wir jetzt gerade zimmern, um dieses Gesetz, den Digital Networks Act zu begleiten und da Netzneutralität zu erhalten, einen Datenschutz zu erhalten und endlich Routerfreiheit in Europa durchzusetzen. Und es gibt schon ein paar Organisationen, die das unterstützen, unter anderem der Chaos Computer Club, BOEG, der Dachverband der Konsumentenschutzorganisationen auf EU-Ebene und Homo Digitales in Griechenland und hoffentlich bald auch noch einige mehr. Und ja, wir verlinken all das und auch die Analysen, aus denen ich zitiert habe. Das ist in der Nutzung der Digital Network Sekt.

Tim Pritlove
1:04:17
Linus Neumann
1:04:20
Thomas Lohninger
1:04:38

Also ich bin ja viel in Brüssel, ich bin auch nächste Woche wieder dort und ich höre schon von fast allen Fraktionen, dass man mit der Richtung gerade nicht happy ist. Es gibt aber einen gewissen Kreis, der halt einfach sehr telco-hörig ist und der hat leider sehr viel Macht. Du kannst fast in Brüssel jede Woche auf ein Schnittchen-Event der Telekom-Industrie gehen. Und da haben sie schon gut Vorfeldarbeit geleistet über die letzten Jahre. Ich glaube, die Landing-Zones werden hart umkämpft sein. Wir haben die komische Situation, dass das Parlament halt überhaupt nicht mehr so bürgerrechtsfreundlich ist, wie das früher der Fall war. Und es wird ziemlich sicher im Trilog dann nächstes Jahr oder übernächstes Jahr zu einigen sehr unschönen Deals kommen. Aber von der Ausgangslage her, der Bericht von Michael Kobosko war so desaströs, dass jetzt viele Leute aufwachen und sagen, okay, shit is real, we need to do something und daraus hoffe ich, dass wir es schaffen, ordentlich zu mobilisieren und jetzt mal mit einer guten Parlamentsposition in die Verhandlungen zu gehen. Also das ist wie fast alle netzpolitischen Kämpfe auf EU-Ebene nie ausgemacht und nie einfach, aber ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir ein Großteil von diesen Themen, in eine gute Richtung noch drehen können. Aber das hängt auch natürlich davon ab, wie viele Leute sich dem Ganzen anschließen. Maybe a good time to say, Epicenter Works fehlen noch 214 Fördermitglieder, damit wir diese Arbeit machen können. Ansonsten wird es ziemlich eng. Und das wäre auch cool, wenn jemandem dieses Thema wichtig ist oder er sagt oder sie natürlich genauso, dass man da was tun muss. Auch KMUs, die zum Beispiel von der Telekom zur Kasse gebeten werden, freuen wir uns, wenn die uns spenden. Wir helfen mit, dass sie keine Erpressungsgelder mehr zahlen müssen und alle, denen freie Netze wichtig sind und die nicht überwacht werden wollen, Die sollten sich überlegen, ob sie da nicht sich bei der Kampagne engagieren. Am 40c3 wird es sicherlich auch Treffen dazu geben. Also die Hoffnung ist, dass man mit genügend Wucht dem noch was entgegensetzen kann. Und ich mache das jetzt auch schon lang genug, um zu sagen, ich sehe eine reale Chance, dass wir das noch gewinnen können, wenn genügend Leute mitmachen.

Linus Neumann
1:07:22
Thomas Lohninger
1:07:56
Linus Neumann
1:08:51
Thomas Lohninger
1:08:55

Also es geht alles in dieselbe Richtung, dass natürlich, wenn du eine Ungleichbehandlung erlaubst, diejenigen, die überhaupt die Vertragsbeziehungen aufrechterhalten, überleg dir mal, du musst bei, Im EU-Binnenmarkt tausenden Internetanbietern dich darum kümmern, dass dein Dienst diese Spezialisierung und Vorfahrt bekommt. Das schafft kein KMU. Das schafft auch kein Konkurrent. Und wir haben ja mit Vimeo geredet, die ja mit YouTube lange konkurriert haben, bevor sie endlich dann K.O. gegeben haben. Und die waren halt auch bei diesen ganzen YouTube Zero-Rated-Angeboten. Die hätten es nicht mal administrativ hinbekommen, geschweige denn vom Geldbeutel her. Dass sie all diese Vertragsbeziehungen mit allen möglichen Telcos unterhalten. Google kann das. Und wir schaffen damit einfach nur eine Ungleichbehandlung, die am Ende die Wettbewerbsfähigkeit reduziert und die dominante Marktposition heute zementiert. Das war bei Netflix so. Die waren lange klein, mussten fürchten, waren für Netzseutralität. Als Donald Trump 2016 ins Amt kam und klar war, der wird Netzseutralität abschaffen. Im Dezember 2016 wurde der CEO von Netflix gefragt, was bedeutet das jetzt für das Unternehmen und hat gesagt, keine Sorge, wir sind groß genug, Netflix gets the deal it wants. Cloudflare, selbes Beispiel, Cloudflare, lange Verfechter der Netzzentralität, bekannte CDN, ist jetzt aufgrund des KI-Booms und dem ganzen Scraping noch viel wichtiger geworden, sind jetzt finanzstark genug, jetzt haben sie auf einmal einen Deal mit der Deutschen Telekom. Jetzt können sie es sich leisten. Netzneutralität beschützt immer die kleinen, die dezentralen Akteure, die Teile des Internets, die noch wild unterhaltsam und schützenswert sind. Und dieses, ja, aber wir müssen jetzt Big Tech, hat halt ganz oft genau den gegenteiligen Effekt. Ist ja beim Kids Act genau dasselbe. Man hat Angst, dass Facebook schlecht für die Kinder ist und tötet halt das Fediverse nebenher.

Linus Neumann
1:11:05
Thomas Lohninger
1:11:55

Ja.

Linus Neumann
1:11:56
Thomas Lohninger
1:12:05

Diese ganze Denke, dass man jetzt Innovation über Spezialdienste erst möglich machen muss. Also wir haben Jahrzehnte an Daten, die zeigen, ein offenes, neutrales Internet, das interoperabel ist, wo du einfach nur einen Server ans Netz bringst und du bist gleich gut verfügbar wie die anderen. So ermöglichst du Innovation und Wettbewerb. Aber dieses stell dich hinten an, zieh eine Nummer und dann kriegst du vielleicht Zugang zu dem Deal, den wir hier haben, ist halt Großkonzerndenke. Das ist nicht, wie Innovation im Internet funktioniert. Und da sehe ich auch jetzt bei diesen Spezialdiensten die große Gefahr, dass natürlich dann, wenn man das für Gaming öffnet, ja, dann werden es die großen Studios sein, die sich das vielleicht leisten können, aber die kleineren Anbieter, die eben nicht. Und da kann dann auf einmal dieses Ruckeln schon den Unterschied machen, ob deine Plattform noch ein konkurrenzfähiges Angebot für Leute ist. Also diese ganze Metaverse-Sache hat eher nicht so gezündet für Gaming, aber wäre das der Fall gewesen, da hätte man es dann wirklich gesehen. Wenn jetzt wirklich so stark latenzsensible Dienste wirklich in der Breite genutzt würden. Und das 5G-Gaming-Angebot der Telekom ist ja auch so ein Beispiel eigentlich. Wir haben ja noch nicht darüber geredet, aber das ist auch so eine Netzentralitätsverletzung, gegen die die Kolleginnen von der Verbraucherzentrale Bundesverband auch gerade vorgehen. Und es ist auch wieder so, dass halt die Partner Hand verlesen werden. Die Telekom ist dann immer gut, da zu balancieren. Da haben wir ein paar deutsche Unternehmen und dann ein paar amerikanische. Aus einer europäischen Binnenmarktperspektive ist das auch wieder Kacke. Also weil da haben wir halt einfach sehr viele Telcos und der Wettbewerb ist ja auch gut. Wir wollen ja keine amerikanischen Zustände in Europa.

Tim Pritlove
1:14:04
Thomas Lohninger
1:14:13
Linus Neumann
1:14:16
Thomas Lohninger
1:14:20
Tim Pritlove
1:14:21
Thomas Lohninger
1:15:03
Linus Neumann
1:15:41
Thomas Lohninger
1:15:45
Tim Pritlove
1:15:52
Thomas Lohninger
1:15:55
Linus Neumann
1:16:45
Thomas Lohninger
1:16:48

Naja, es gab die Hoffnung, es gab auch Gespräche danach und sie haben bei einzelnen Punkten nachgebessert. Die Biometrie, da gibt es jetzt ein Opt-out und es gibt einen nicht bindenden Entschließungsantrag ohne Datum, wann es Pseudonyme nachgeliefert werden sollten. Aber der Kern bleibt problematisch. Es gibt kein risikobasiertes Management, welche Use Cases hier zugelassen werden. Dadurch ist es weiterhin möglich, eigentlich alles von dieser Wallet abzufragen und vielleicht kommt man im Nachhinein drauf, dass irgendein Use Case betrügerisch war oder zu weit geht. Wirklich kontrolliert wird das nicht. Das ist meiner Meinung nach ein großer Fehler. Man baut hier auf Transparenz und sagt einfach so, ja, aber die Daten sind öffentlich einsehbar. Das stimmt. Da gibt es ja auch dieses Who Identifies Me Projekt, wo wir versuchen, diese Ökosystemtransparenz für die Leute zu öffnen, dass man einfach suchen kann, wer will jetzt was wissen in diesem Ökosystem? Wer ist da berechtigt, mir eine Frage zu stellen? Und welche Daten dürfen die zu welchem Zweck von mir abfragen? Aber all das ist eigentlich ein Projekt der Zivilgesellschaft und nichts staatliches. Es gibt keine Kompetenz des Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit, vielleicht da drüber zu schauen und zu sagen, hey, den Anwendungsfall wollen wir gar nicht zulassen oder den müssen wir da rauskicken. Und das wird, glaube ich, eine Sollbruchstelle sein. Es gibt auch keine Anlaufstelle für Betroffene von digitalem Ausweiszwang. Wenn man gezwungen wird, die digitale Brieftasche zu verwenden, ist ja verboten laut Gesetz. Aber wie man dann zu seinem Recht kommt, ist komplett offen. Und dann eh die viel zu oft schon diskutierten Probleme von wegen Unbeobachtbarkeit, fehlende Zero-Knowledge und Unlinkability. All das fehlt halt einfach. Aber trotzdem, das Ding wird am 2. Jänner launchen. Ich weiß auch schon, dass wir das auf dem Chaos Communication Kongress behandeln werden und ja, das Ganze ist hoffentlich ein Projekt, das, ja, das wäre gar nicht, was ich mir wünschen soll. Ich hätte eigentlich mehr Hoffnung gehabt, dass es Deutschland besser macht, weil Deutschland nimmt das Thema zumindest ernst. Die meisten anderen EU-Länder, muss man auch sagen, ignorieren die IDAS-Verordnung, sehr geflüssentlich. Also mehr als die Hälfte der EU-Staaten werden gar nichts tun bis Ende des Jahres, und viele werden irgendwas machen. Also das Ganze steht zwar im Gesetz und ist verpflichtend, aber scheinbar kümmert das die Staaten jetzt noch nicht. Und deswegen werden wir weiter ein Auge darauf halten.

Tim Pritlove
1:19:40
Thomas Lohninger
1:19:44
Linus Neumann
1:19:52
Tim Pritlove
1:20:05
Thomas Lohninger
1:20:13

Ja, also es geht um das Social Media Mindestalter, das ja in einigen Ländern schon existiert. Australien war das erste und in Europa sind Frankreich und Griechenland durchgekommen mit ihren nationalen Gesetzen, denen halten sie fest, die werden gerade verhandelt. Und Österreich hat auch versucht, so ein Gesetz zu machen, sechs andere Länder ebenso, um einfach zu sagen, Social Media erst ab, Alter XY. Nur Österreich wurde verboten, so ein Gesetz zu machen mit dem Argument der EU-Kommission, es gibt jetzt den Kids Act und deswegen wartet mal ab, liebe Mitgliedstaaten, der Kids Act wird das regeln. Wir verbieten den Kindern und Jugendlichen jetzt auf EU-Ebene Noch am Internet teilzunehmen und allen anderen Menschen, die verpflichten wir dazu, sich künftig digital auszuweisen und ihr Alter, mittels einer App zu verifizieren. Und deswegen ist hier der Binnenmarkt gefährdet und es darf keine nationalen Gesetze mehr dazu geben. Ist für uns ein gutes Signal, weil das heißt, es ist kein Zwei-Fronten-Quierik mit nationalem und EU-Gesetz, aber es heißt auch, dieses EU-Gesetz, der Kitz-Act wird jetzt umso. Schneller weiterverhandelt werden. Normalerweise trifft man sich im Rat so alle zwei, drei Wochen, meistens einmal im Monat, um so Gesetze zu verhandeln. Hier ist die Rede von vier Verhandlungsrunden pro Woche, um den Kids Act weiterzutreiben. Auch im Parlament, im zuständigen Imko-Ausschuss, die die Federführung hat, wird mit Hochdruck dran verhandelt. Also dieses Gesetz, das erst vor wenigen Wochen vorgestellt wurde im September, ist mit einer sehr hohen Geschwindigkeit unterwegs und deswegen wollte ich nur einfach sagen, da ist die Gefahr gerade enorm, dass wir wirklich die Architektur des freien Internets grundlegend ändern. Also für mich ist der Kids Act in einer Linie mit Upload-Filtern und mit, der Chat-Kontrolle, weil es wirklich diese Grundannahme, wo Kontrolle überhaupt, eingebaut sein muss im Internet, verändert und dadurch wir eine viel stärkere, Überwachung und Kontrollinfrastruktur in der Fläche ausrollen, als das bisher jemals der Fall war.

Tim Pritlove
1:22:45
Thomas Lohninger
1:22:51

Ja, also ist etwas, das noch bis zum 26. November in Begutachtung ist. Wir verlinken auch noch die Begutachtung auf der Have You Say Seite der EU. Da können sich auch alle Leute mit einem kurzen Kommentar nur zu Wort melden, und einfach sagen, zum Ausdruck bringen, was sie von diesem Gesetz halten. Es gibt ja auch schon Positionierungen vom Chaos Computer Club, von IFF, von Epicenter Works, die alle durchwegs extrem kritisch sind. Auch Jugendschutz- und Kinderschutzorganisationen sagen, das ist eigentlich nicht, was es braucht. Wir hätten viel lieber etwas, das wirklich alle Menschen schützt und nicht einfach so eine Verifizierungspflicht für alle Netzwerke etabliert. Und ich glaube, es ist trotzdem noch wichtig, jetzt einfach on record zu gehen mit der Meinung, es wird auch noch juristische Stellungnahmen von den NGOs geben zu dem Thema. Aber jetzt ist noch das Fenster, dass man es offiziell in der Begutachtung sagt. Vielleicht interessiert das ja die eine oder andere Person. Ich kann nur sagen, wir kriegen wirklich ganz drastische Zuschriften auch von betroffenen Jugendlichen. Ganz oft aus dem ländlichen Umfeld, wo Internet noch viel wichtiger ist, um sozialen Anschluss zu finden von queeren Jugendlichen, gibt es zig Zuschriften, die bei uns ankommen, die halt echt Panik haben. Weil man muss sich das mal auf der Zunge zergehen lassen. Also du bist komplett aus dem Netz ausgeschlossen. Wenn du unter 13 bist, dann gibt es diese eingeschränkten Accounts, wo die Eltern alles kontrollieren können müssen von 13 bis 15. Es gibt ein Verbot von Livestreams. Also wenn doch mal so eine Jugendklimabewegung oder Greta Thunberg sich da Reichweite verschaffen wollen, good luck. Es gibt auch ein künstlicher Drossel, dass du auch als Kids-Account gar nicht zu viel Reichweite haben darfst auf diesen Netzwerken. Also da werden einfach gerade junge Leute auch in einer Art und Weise aus dem demokratischen Diskurs ausgeschlossen.

Linus Neumann
1:25:01
Thomas Lohninger
1:25:18
Linus Neumann
1:26:05
Thomas Lohninger
1:26:10
Linus Neumann
1:26:20
Thomas Lohninger
1:26:23
Linus Neumann
1:26:37

Du hast das gerade nur so ein bisschen am Rande gesagt, mit dem, also queere Personen, alle Formen von... Von Besonderheit, Ausgeschlossenheit, menschlicher Diversität und Varianz und Blüten, die wir haben, die eben in so engen sozialen Kontexten auch gerne mal eingestutzt werden und nicht sie selber sein können und nicht, sich alleine fühlen müssen auf diesem Planeten, obwohl sie es nicht sind, denen die Möglichkeit zu nehmen, Gleichgesinnte zu finden. Das ist die eine Sache, die an sozialen Netzwerken gut ist. Sogar potenziell an diesen großen Netzwerken. Was ist das für eine Erleichterung von Menschen, die vielleicht heute Jugendliche sind und feststellen, Achso, gibt es so ein paar Sachen, da finde ich jetzt irgendwie niemanden bei mir in der Klasse. Und der Letzte, der mit lackierten Fingernägeln kam, hat einen Kinnhaken gekriegt oder so. Was mache ich denn jetzt so? Also was habe ich in meiner Kindheit und Jugend da für Dinge erlebt, die dadurch nicht weggehen, dass man jetzt vielleicht Internet hat, aber zumindest das Internet vielleicht der Anker ist, der einen dann noch ein bisschen sane hält und nicht in die völlige... Ins völlige Loch rutschen lässt, das den Kindern wegzunehmen. Gibt es da eigentlich Forschung zu oder Zahlen zu, was das eben marginalisierten, unterdrückten, ausgegrenzten. Personengruppen ist, glaube ich, der richtige Begriff, auch für eine positive Effekte gegeben hat, das Internet Insbesondere im Jugendalter? Ist wahrscheinlich nicht mehr. Man redet nur noch davon, wie doof die Kinder geworden sind.

Thomas Lohninger
1:29:12
Linus Neumann
1:30:18
Thomas Lohninger
1:30:20
Linus Neumann
1:30:22
Thomas Lohninger
1:30:24

Das ist Internet heute. Und, also, das muss man sich nur vorstellen. Like-minded, genau. Auch diese Idee, ja, die Eltern dürfen dann aber kontrollieren, was die Kinder machen, alles einsehen, ja, keine Privatsphäre, das normalisiert Überwachung in einem Maße für eine junge Generation. Und klar, wenn es jetzt wirklich kleine Kinder sind, dann mag das ja voll legitim sein, aber so im Teenageralter gibt es da einfach auch einen Bereich, wo es echt problematisch wird, gerade wenn jetzt weltanschauliche Unterschiede zwischen Kind und Eltern sind. Und dann ist auch die Frage, was ist denn ein Elternteil? Also sind das jetzt die Erziehungsberechtigten, wie die EU sich es sich vorstellt? Da muss man auch mal sagen. Das ist nicht immer realitätsentsprechend. Es gibt Regenbogenfamilien, es gibt Patchworkfamilien, es gibt Menschen, die Verantwortung für Kinder übernehmen und dann gibt es was auf dem Stück Papier, wo es rechtlich so ist. Das ist nicht immer deckungsgleich. Aber gerade dieses rechtliche am Geburtenregister, am Fürsorgeregister aufgehangene rechtliche Verhältnis dann an Big Tech weiterzugeben, das hat sich ja auch noch keiner überlegt. Wie willst du denn überhaupt dann Facebook nachweisen, dass das dein Kind ist? Also da reden sie im Gesetz von irgendeinem Zero-Knowledge-Proof-Voodoo, der nicht durchdacht ist, nicht existiert bisher. Theoretisch ist es skriptografisch denkbar, so etwas in der Wallet zu berechnen, wenn die Wallet Zugriff hat auf die staatlichen Register und dann nur den Beweis an das soziale Netzwerk. Ist aber ein Zwang, die Wolle zu verwenden für die Eltern und die Kinder. Und es ist in der Praxis wahrscheinlich einfach nur ein Zugriff auf staatliche Geburtenregister für Big Tech. Und das krankt an so vielen Ecken und ist nicht zu Ende gedacht. Das Gesetz ist desaströs geschrieben, aber dann auch, wohin uns das führt. Also eine Infrastruktur, die wir bei jedem Besuch eines Online-Angebots, das sind ja nicht nur soziale Netzwerke, auch KI-Agenten, Spiele, you name it, Video-Streaming-Plattformen und überall da kontrollieren wir jetzt anhand demografischer Merkmale Zugang. Heute ist das Alter. Technisch spricht nichts dagegen, da auch Religion oder Herkunft oder beliebige andere Merkmale mit reinzunehmen. Also ich sehe da einfach viel Gänsehaut. Aber vielleicht kommen wir mal zu den guten Nachrichten.

Tim Pritlove
1:33:01
Linus Neumann
1:33:03
Tim Pritlove
1:33:14
Linus Neumann
1:33:17
Tim Pritlove
1:33:20
Thomas Lohninger
1:33:23
Tim Pritlove
1:33:47
Thomas Lohninger
1:33:48
Linus Neumann
1:34:20
Thomas Lohninger
1:34:21
Linus Neumann
1:34:24
Tim Pritlove
1:34:38
Thomas Lohninger
1:34:44
Tim Pritlove
1:34:56
Thomas Lohninger
1:34:59

Das Gericht hat entschieden, die Schule lag im Unrecht mit dem Ausschluss und man weiß ja nicht, ob er wirklich aufgenommen hat und deswegen, ja ja, die fühlen sich alle überwacht, aber wurden sie wirklich überwacht, wissen wir nicht. Deswegen muss der Schüler wieder zurück an die Schule kommen, hat das Bundesverwaltungsgericht in Wien entschieden. Und dadurch ist eine große Debatte entbrannt über diese Metaglasses an Schulen, in Schwimmbädern, in Amtsgebäuden. Wir haben eine Petition gemacht, gemeinsam mit Aufstehen, die 30.000 Unterschriften hat. Und inzwischen hat die Regierung reagiert. Und unser für Digitalisierung zuständiger Staatssekretär Pröll hat gesagt, ja, da müssen wir was tun. Und hier ist ein Drei-Stufen-Modell. In Schulen sind sie verboten, in Schwimmbädern auch. Wenn es um Urheberrecht geht, also Kinos, darfst du sie auch nicht aufsetzen. Und im öffentlichen Raum muss es eine Kennzeichnungspflicht geben. Also das Ding ist innerhalb von anderthalb Monaten jetzt glaube ich so weit eskaliert, dass wir eine Zusage auf eine parlamentarische Enquete und eine gesetzliche Festschreibung haben. Die Petition kann man immer noch unterschreiben und wir freuen uns mal über den ersten Etappensieg, aber natürlich bleiben wir dran. Und wer solche Brillen in seinem Umfeld sieht und vielleicht in seinem Arbeitsplatz, in seiner Schule, in seinem Verein oder in der Sauna oder wo auch immer gerne nicht überwacht wird. Wir haben auch so Hinweisschilder mal bei uns auf der Webseite, weil mit Hausrecht kann man die Dinge heute schon verbieten. Da muss man gar nicht auf die Regierung warten, ist vielleicht präventiv ein gutes Signal, weil Tim hat vorher ein richtiges Wort gesagt, Glasholes. Wir haben Google Glass 2015 beerdigt, einfach nur durch soziale Ächtung. Ich glaube, daran sollten wir uns jetzt wieder ein Beispiel nehmen bei Meta. Ja. Und gleich das nächste gute Thema ist der Staatstrojaner in Österreich. Da wollte ich nur seit der letzten Sendung gab es eine mündliche Verhandlung beim Verfassungsgerichtshof in Österreich. Wir haben da ja Klage eingereicht gemeinsam mit der Opposition und die mündliche Verhandlung war wirklich bemerkenswert. Das war fast ein ganzer Tag. Und die RichterInnen haben extrem technisch gefragt, wo die Probleme sind mit, Trojanern, wie das ist mit dem Ausnutzen von Sicherheitslücken. Wer hat dann wirklich Zugriff auf was? Diese ganzen Hersteller, haben die nicht Menschenrechtsverletzungen begangen in anderen Ländern? Wie sichert man die Beweiskette von gehackten Geräten aus? Und wie schaut das mit dem Rechtsschutz aus? Weil der Rechtsschutzbeauftragte in Österreich muss vom Inlandsgeheimdienst sicherheitsüberprüft werden. Das heißt, das Kontrollorgan des Inlandsgeheimdienstes unterliegt einem Veto jeder Person, die dort arbeite, durch den Inlandsgeheimdienst. Das war sehr unterhaltsam und ist jetzt immer noch bei Gericht anhängig. Wir hoffen, dass das auch jetzt dieses Jahr noch entschieden wird. Eigentlich sollte das nicht so lange dauern, aber man hat sich das Thema auf jeden Fall sehr angenommen, das wäre der fünfte Versuch, also ist der fünfte Versuch, einen Bundestrojaner in Österreich zu legalisieren. Bundestrojaner ist so der Begriff statt Staatstrojaner dazu, es hat historische Gründe und ja, die anderen vier konnten wir beerdigen, das ist jetzt der fünfte Anlauf und da steht noch ein Urteil aus. Und die letzte gute Nachricht, auf die ich noch kommen wollte, ist, dass Gesichtserkennung aktuell in Österreich auch gerade verboten wurde. Gesichtserkennung, die die Polizei eingesetzt hat auf Klimademos. Da sind wir mit einem betroffenen Klimaaktivisten vor Gericht gezogen, also vor die Datenschutzbehörde gezogen. Die hat uns Recht gegeben und jetzt im November wird das vor Gericht verhandelt. Aber aktuell gibt es keine Rechtsgrundlage für Gesichtserkennung. Das Sicherheitspolizeigesetz, was da bisher herangezogen wurde, taugt einfach nicht dazu. Also wir rechnen auch damit, dass es jetzt bald zu gesetzlichen Nachschärfungen kommt.

Linus Neumann
1:39:16
Thomas Lohninger
1:39:41
Linus Neumann
1:39:48
Thomas Lohninger
1:39:49
Linus Neumann
1:40:44
Thomas Lohninger
1:40:47
Linus Neumann
1:40:48
Tim Pritlove
1:40:57
Thomas Lohninger
1:41:06
Linus Neumann
1:41:07
Tim Pritlove
1:41:28
Thomas Lohninger
1:41:30
Linus Neumann
1:42:04
Thomas Lohninger
1:42:08
Tim Pritlove
1:43:41
Thomas Lohninger
1:43:48
Linus Neumann
1:44:15
Tim Pritlove
1:44:18
Thomas Lohninger
1:44:20
Tim Pritlove
1:44:27
Thomas Lohninger
1:44:32
Tim Pritlove
1:44:34
Thomas Lohninger
1:44:39
Tim Pritlove
1:44:52
Thomas Lohninger
1:44:59
Linus Neumann
1:45:02
Tim Pritlove
1:45:08
Thomas Lohninger
1:45:11
Linus Neumann
1:45:12
Tim Pritlove
1:45:26
Linus Neumann
1:45:26
Tim Pritlove
1:45:32
Linus Neumann
1:45:36
Tim Pritlove
1:45:41
Linus Neumann
1:45:51
Tim Pritlove
1:46:05
Linus Neumann
1:46:17
Tim Pritlove
1:46:17
Linus Neumann
1:46:20
Tim Pritlove
1:46:22
Thomas Lohninger
1:46:23
Tim Pritlove
1:46:24
Linus Neumann
1:46:29
Tim Pritlove
1:46:36
Linus Neumann
1:46:39
Tim Pritlove
1:46:44
Linus Neumann
1:46:57