Logbuch:Netzpolitik
Einblicke und Ausblicke in das netzpolitische Geschehen
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LNP553 Lokale Märkte Alternativer Anbieter

DENIC — PimEyes — Digitale Fluggastabfertigung — US-Visumsdaten — Fun Facts — DID — Signal-Angriffe — Kraftwerk vs. Pelham — Termine

kantorkel ist zu Gast und berichtet von seiner Klage im Fall PimEyes und wir sprechen mit ihm auch ausführlich über die Pläne in Deutschland Fluggesellschaften direkten Zugriff auf hoheitliche Ausweise und die Pläne der EU, der USA direkten Zugriff auf unsere persönlichen Daten zu geben. Dazu klären wir kurz auf, was der Rummel um die angeblichen Angriffe auf den Signal-Messenger bedeutet (Hint: war keiner) und schauen auf das finale Urteil im Fall Moses Pelham gegen Kraftwerk, was ggf. Bedeutung für die Nutzung von Samples in der Musik haben könnte.

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Veröffentlicht am: 9. Mai 2026
Dauer: 2:07:44


Kapitel

  1. Intro 00:00:00.000
  2. Prolog 00:00:32.647
  3. kantorkel 00:05:15.420
  4. .de-fail 00:07:04.868
  5. PimEyes 00:15:21.166
  6. Digitale Fluggastabfertigung 00:43:25.162
  7. US-Visumsdaten 00:55:16.686
  8. Fun Facts 01:03:51.475
  9. DID 01:22:19.062
  10. Signal-Angriffe 01:31:05.244
  11. Kraftwerk vs. Pelham 01:44:18.115
  12. Termine 01:54:20.060
  13. Epilog 02:00:43.711
  14. Bonus Track 02:05:15.532

Transkript

Tim Pritlove
0:00:00
Linus Neumann
0:00:01
Tim Pritlove
0:00:02
Linus Neumann
0:00:08
Tim Pritlove
0:00:32
Linus Neumann
0:00:48
Tim Pritlove
0:00:49
Linus Neumann
0:00:51
Tim Pritlove
0:00:52
Linus Neumann
0:01:04

Ah.

Tim Pritlove
0:01:05
Linus Neumann
0:01:13
Tim Pritlove
0:01:17
Linus Neumann
0:01:25
Tim Pritlove
0:01:26
Linus Neumann
0:01:33
Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:01:53
Tim Pritlove
0:01:55
Linus Neumann
0:02:10
Tim Pritlove
0:02:18
Linus Neumann
0:02:46

Ja.

Tim Pritlove
0:02:47
Linus Neumann
0:03:01
Tim Pritlove
0:03:50
Linus Neumann
0:03:58
Tim Pritlove
0:04:06
Linus Neumann
0:04:08
Tim Pritlove
0:04:19
Linus Neumann
0:05:01
Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:05:15
Tim Pritlove
0:05:26
Linus Neumann
0:05:36
Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:06:07
Tim Pritlove
0:06:10
Linus Neumann
0:06:12
Tim Pritlove
0:06:20
Linus Neumann
0:06:29
Tim Pritlove
0:06:56
Linus Neumann
0:08:38
Tim Pritlove
0:08:38
Linus Neumann
0:08:39
Tim Pritlove
0:08:41
Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
0:09:26
Linus Neumann
0:09:29
Tim Pritlove
0:10:04
Linus Neumann
0:10:08
Tim Pritlove
0:10:12
Linus Neumann
0:10:17

Man betreibt üblicherweise lokale Resolver, die irgendwo anders bei DNS-Servern anfragen und sagen, sag mal bitte diese Domain. Und irgendwo im Internet muss ja eine Stelle diejenige sein, die überhaupt sagen darf, ja, diese DE-Domänen gibt es oder nein, die gibt es nicht und wenn es die gibt, dann unterschreibe ich das auch. Und dieses Verfahren der Signatur implementiert DNSSEC. Und was jetzt der DNIC passiert ist. Ist das, wenn jetzt Anfragen kamen, neue, jeder einzelne Resolver cached die natürlich auch für eine Zeit. Also euer Piehole, was ihr zu Hause betreibt, das fragt halt nur in regelmäßigen Abständen die Domains vom Upstream-DNS-Server ab. Üblicherweise cached sie die dann für die Time-to-Live, die TTL, wenn da steht, Time-to-Live ist 24 Stunden. Dann wird sie sich diesen Wert für 24 Stunden merken, weil sie davon ausgehen, dass der sich innerhalb der nächsten 24 Stunden nicht ändert dann wird sie aber den Request nochmal neu machen, und üblicherweise wird der ganz oben upstream der Request, signiert, wenn er wirklich an die DENIC geht, wenn also Google beispielsweise bei der DENIC sagt, hör mal, lange keiner mehr auf Logbuch Netzpolitik gewesen, sag mal nochmal. Auf welcher IP-Adresse diese Domain zeigen soll, dann antwortet ein DENIG-Server mit einer Signatur. Und das ist dann, diese Signatur ist verifizierbar und damit weiß man, ja, die DENIG hat wirklich, die haben auch die Rechnung bezahlt. Und der soll auch wirklich dahin zeigen. Und da hat die DENIG für eine Zeit gestern Nacht, falsche Signaturen angebracht, die dazu führten, dass die DNS-Resolver gesagt haben, das ist ja falsch, ungültig, gewinnt nicht, mach mal nicht. Habe ich das richtig erklärt, Matthias? Und die haben dann quasi, die haben einfach bei allen gesagt, die gibt es gar nicht? Also ich habe es ehrlich gesagt nicht ausprobiert.

Tim Pritlove
0:13:06
Linus Neumann
0:13:08
Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:14:38
Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:14:47
Tim Pritlove
0:14:53
Linus Neumann
0:15:07
Tim Pritlove
0:15:09
Linus Neumann
0:15:11
Tim Pritlove
0:15:16
Linus Neumann
0:17:12
Tim Pritlove
0:17:43
Linus Neumann
0:17:43

Ja, während, was ist übrigens, kürzlich habe ich mir nochmal angeschaut, wie das die Phantombild-Zeichnung von Daniela Kletter aussah. Überhaupt nichts mit hier zu tun. Aber so das, in dem Fall, dann glaube ich schon bei 20 Jahre alte Bild, das hat dann sehr schnell gemappt und das sind eben die, ja, die Biometrie, Analysen, die genauso jetzt, weiß nicht, so ein Face-ID oder sonst was macht, aber eben einfach mal einmal auf den gesamten Gesichterbestand des Internets gemacht. Und mit Kameraüberwachung kombiniert wird das, also es ist halt wirklich krass. Da bin ich, okay, ich weiß das aus unseren Gesprächen und auch aus der Folge, wo wir darüber gesprochen hatten, aber das ist halt, also das ist ja nun wirklich, also da muss man jetzt keine Expertin sein, um zu verstehen, dass das ja gar nicht geht, das darf man ja gar nicht, weil du ja Personenprofile baust, also biometrische Personenprofile erstellst, ohne dass die Leute ihre Einwilligung gegeben haben. Also du hast dich wahrscheinlich da angemeldet, hast ein Bild von dir reingeladen und hast dann eine DSGVO-Auskunft gestellt, was du ja wahrscheinlich einfach darfst. Also was ein... Rechtsanspruch ist, den du gegenüber jedem europäischen Unternehmen hast. Und dann hast du wahrscheinlich gesagt, jetzt löscht mich bitte da raus. Und haben die überhaupt geantwortet? Schicken Sie uns mal Ihren biometrischen Ausweis, bitte. Vor der Unterrückseite. Mit Begründung? Können die nicht einfach die Eigentümer über PIM-Eis suchen oder so? Sie glauben, dass sie zum Zeitpunkt deiner Beschwerde war ja wahrscheinlich schon relativ einfach, die zu erreichen. Diese Gesichtersuchmaschinen spielen ja jetzt auch gerade im Sicherheitspaket eine größere Rolle, wo diese in meiner Wahrnehmung offensichtlich illegalen Unternehmen die Nutzung. Derer Dienstleistungen für Strafverfolgungsbehörden legalisiert werden sollen. Was glaubst du, wird jetzt passieren? Also die Hamburger Datenschutzbehörde wegen Untätigkeit verklagen, was wird jetzt das Ergebnis sein? Oder sagt dann jetzt eine Richterin, ihr müsst was machen, versucht die anzurufen? oder so? Gegen Clearview AI gibt es, okay du hast gesagt, nicht von deutschen Behörden, also nicht vor deutschen Gerichten. Betreibt Clearview AI sein Dienstangebot weiterhin? Haben die in irgendeiner Weise auf die Strafen reagiert im Sinne von, ah ja, okay, habt ihr recht, war kacke, hier sind eure 20 Mio und jetzt machen wir hier so ein Opt-out-Button an jedes Gesicht? Die könnte man ja vielleicht zum Beispiel mittels biometrischer Passkontrollen an unseren Flughäfen fangen dann. Glaubst du dahinter, also wie viel vermutest du dahinter, dass eventuell irgendwelche Polizeibehörden sagen, Mensch, lass das ruhig illegal sein, aber ist halt schon spannend? Hessen, haben die das im Rahmen ihrer Videoüberwachung gemacht? Oder ist das noch in Anführungszeichen, wahrscheinlich ist das nicht getrennt, aber zumindest keine Live-Gesichtserkennung. Aber die haben ja, wenn ich mich nicht täusche, KI-Videoüberwachungssysteme zum Beispiel am Frankfurter Hauptbahnhof. Habe ich das richtig in Erinnerung? Ist das, wie oft wird ein Datenschutzbeauftragter von datenschutzorientierten verklagt? Das ist auch witzig, weil die wahrscheinlich so denken, ach ja, hier wieder ein gelber Umschlag vom Gericht, wen haben wir denn da verklagt? Ah ne, wir werden verklagt.

Tim Pritlove
0:29:40
Linus Neumann
0:29:46
Tim Pritlove
0:29:52
Linus Neumann
0:29:55
Tim Pritlove
0:29:58
Linus Neumann
0:30:03
Tim Pritlove
0:30:05
Linus Neumann
0:30:14
Tim Pritlove
0:30:31
Linus Neumann
0:30:36
Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
0:31:34
Linus Neumann
0:31:46
Tim Pritlove
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Linus Neumann
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Tim Pritlove
0:33:45
Linus Neumann
0:34:45
Tim Pritlove
0:36:43
Linus Neumann
0:36:49
Tim Pritlove
0:37:52
Linus Neumann
0:37:53
Tim Pritlove
0:37:56
Linus Neumann
0:38:00
Tim Pritlove
0:38:06
Linus Neumann
0:40:38

Es gibt, ich denke, das muss man aber auch noch kombinieren mit, so aktuell diskutieren wir einzelne Orte im Probebetrieb. Hansaplatz ist das in Hamburg? Dann die Bahnhöfe spielen häufig eine Rolle. Aber genau, also diese Technologie, wenn sie dann einmal ausgerollt ist, früher, früher in der guten alten Zeit, ihr erinnert euch, wenn du da eine Videoüberwachung hattest, dann lief die irgendwie so mit. Es konnte sich eigentlich auch niemand anschauen. Viele Überwachungsvideos haben einfach so ein Rolling-Ding. Die nehmen die letzten zehn Tage, wenn dann was ist, Wenn irgendwo eine Strafanzeige eingeht oder so, dann werden diese Videos eingeschaut. Trotzdem wird natürlich alles aufgezeichnet, aber es wird nicht... Alles auch in Echtzeit analysiert und jetzt hast du Systeme, du hast gerade gesagt, der rechnerische Aufwand oder der Rechenaufwand hält sich sogar in überschaubaren Mengen, wo du sagen kannst, alles klar, wir stellen hier von mir 50 Kameras auf und wir lassen dann eine KI drüber laufen und fertig ist. Da braucht man nicht mal mehr einen Menschen, der sich das alles anschaut und du kannst wirklich eben eine große Anzahl Kameras, also einen kompletten Raum, einen kompletten öffentlichen Raum, in Großbritannien stehen ja in vielen Bereichen und Städten schon lückenlose Kameraüberwachung bereit und du kannst jetzt die volle Auswertung vollautomatisch machen. Und dann würde sich ja zum Beispiel so eine Frage stellen, ah okay, jetzt haben wir gerade erkannt, dass der Kantorkel da gerade mal wieder die letzte Bahn nach Hamburg nimmt. Wenn wir uns jetzt schon die Mühe gemacht haben, das Gesicht zu erkennen, können wir doch auch eben loggen, dass er jetzt zu dem Zeitpunkt da war. Machen wir doch bei einer Webseite auch nicht anders. Und wer will denn das? Wir wollen doch, dass das Internet so schön ist wie unsere reale Welt. Also dieser ökonomische Skalierungsfaktor in der Massenüberwachung, den stelle ich mir da auch ziemlich irre vor. Ich fordere es, sie zu verhindern.

Tim Pritlove
0:43:04
Linus Neumann
0:43:07
Tim Pritlove
0:43:19
Linus Neumann
0:43:44
Tim Pritlove
0:48:14
Linus Neumann
0:48:34
Tim Pritlove
0:48:39
Linus Neumann
0:48:44
Tim Pritlove
0:48:48
Linus Neumann
0:48:59

Ich hab mich ja ab und zu mal im beruflichen Kontext auch mit Flugsicherheitssystemen und diesen Check-in-Systemen auseinandergesetzt. Es ist zumindest so, Das ist, also einigen von euch ist sicherlich noch bekannt, dass es diese Amadeus-Codes gibt, die jede einzelne Reise hat so einen achtstelligen, scheinbar zufälligen Code, der deine eine eindeutige Reise für den Zeitraum von 90 Tagen ist, weil man mehr als 90 Tage oder 60 Tage daran nicht mehr abbilden kann in den Flugbewegungen. Und ich habe mich immer sehr gewundert, warum eigentlich die Fluggesellschaften überhaupt noch auf dieses System setzen, weil das ja so beknackt ist. Und auch einige, also der Bereich ist zum Beispiel enumerierbar, gab es auch vor einigen Jahren schon Kongressvorträge darüber und so weiter und so fort. Und der Grund, warum das so ist, ist, weil es eben der weltweite Standard ist. Also wenn die, eine Fluggesellschaft muss üblicherweise viele Flughäfen auf dem Globus anfliegen und in jedem dieser Flughäfen möchte sie natürlich auch, dass ihre Tickets zum Beispiel dazu geeignet sind, Zugang zu diesem Flughafen zu erlangen. Ja, dass jetzt nicht jeder Flughafen so ein unterschiedliches Pritix hat oder so. Ah, nee, wir haben hier Eventim, wenn du hier rein willst. Achso, du hast ein QR-Code von Delta Airlines. Ja, nee, da musst du zu dem anderen Scanner gehen. Das heißt, die haben ein weltweit einheitliches Zugangssystem zu Flughäfen. Und allein daran finde ich es schon halt amüsant, dass Deutschland sich jetzt ausgerechnet einbildet. Ja, pass auf, da können wir eine Minute rausschneiden, kostet 800.000 und spart 60 Millionen im Jahr für die Wirtschaft, dass wir da jetzt mehr oder weniger Sonderlocken stricken, die dann am Ende... Zwischen Airlines und Flughäfen ausgehandelt werden. Weil die eine Sache, die ich mir sehr schwer vorstellen kann, ist, dass irgendeine internationale Airline, weil jetzt Deutschland sagt, pass auf, bei uns gibt es aber hier mit deinem Gesicht, gehst du alles durch, du kriegst von uns schon die Biometriedaten und dann lässt du die Leute bitte mit ihrem Gesicht in deine Airline oder sowas, in dein Flugzeug oder sowas. Oder wie heißen diese Airlines, die obwohl man es nicht machen muss, Ausweise kontrollieren, dass man denen sagt, okay pass auf, ihr lasst euch jetzt nicht mehr den Ausweis und die Bordkarte zeigen, sondern wir haben ein Gesichtssystem. Diesen Standard, den kriegst du auch einfach weltweit nicht etabliert. Also davon, allein dadurch, denke ich, ist ein derartiges System zum Scheitern verurteilt, weil das internationale Luftfahrtgewerbe das in Jahrzehnten nicht hingekriegt hat, sich da auf einen neuen Standard zu einigen. Und wenn jetzt irgendwelche Deutschen sagen, wir haben ein geiles Gesetz, wir machen das alles mit dem Gesicht, das wird nicht ohne weiteres tragfähig sein. Und da werden auch potenziell internationale Airlines nicht so einfach mitmachen, als dass jetzt wirklich ein ganzer Wirtschaftszweig davon einen Vorteil hätte. Vielleicht hat der Flughafen einen Vorteil, weil er sagt, geil, die Leute sind eine Minute länger in unserem bescheuerten Shop und kaufen mehr ein oder sowas. Aber ich halte es für nicht so leicht vorstellbar, dass du im System der internationalen Luftfahrt neue Standards einführst, weil du dir irgendwie überlegt hast, das machen wir jetzt mit dem Gesicht.

Tim Pritlove
0:52:51
Linus Neumann
0:53:03
Tim Pritlove
0:53:23
Linus Neumann
0:54:40
Tim Pritlove
0:55:00
Linus Neumann
0:55:01
Tim Pritlove
0:55:17
Linus Neumann
0:55:30
Tim Pritlove
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Linus Neumann
0:56:04
Tim Pritlove
0:56:08
Linus Neumann
0:56:49
Tim Pritlove
0:57:20
Linus Neumann
0:57:24
Tim Pritlove
0:57:28
Linus Neumann
0:57:33

Geil. Aber das ist nur die erste Stufe. Die Dänen haben gesagt, sie haben keinen Bock drauf. Ja genau, das heißt Grönland ist vorbei. Also diese, ich finde es in Summe dann doch sehr beeindruckend, weil sich bei all dieser Datensammelwut, die zu Recht... In den letzten Jahrzehnten immer kritisiert wurde, eine entscheidende Sache geändert hat und das ist, dass die sowohl in der klassischen Datenverarbeitung als auch in der Verarbeitung mit neuronalen Modellen eben die Verarbeitungsmöglichkeiten stark vergrößert haben. Du kannst mit diesen Datenmengen jetzt etwas anfangen. Diese Regel, wir suchen eine Nadel, wir brauchen mehr Heu, die funktioniert jetzt auf einmal wirklich, weil du mit mehr Datenmengen tatsächlich mit mehr Heu wirklich auch mehr Nadeln findest, statt die Nadel besser zu verstecken. Insofern finde ich diese Zusammenführung von Daten, du hattest gerade schon Palantir angesprochen, deren Spezialität es ist, nicht gleich oder nicht einheitlich strukturierte Daten in Zusammenhänge zu bringen, Was eine mit klassischen Herangehensweisen, relationale Datenbanken und so eben sehr schwierig ist. Mergen, Konflikte auflösen und so. Darauf haben die sich spezialisiert, Daten in den unterschiedlichsten Formaten irgendwie miteinander in Bezug zu bringen. Geht mal gut, geht mal nicht gut, aber vor allem können sie mit diesen Datenmengen irgendwie umgehen und das ausreichend genug, dass man ja, sagen wir mal, Polizeibehörden, Überwacher und sonstige damit irgendwie beeindrucken kann, statt einfach nur zu sagen, okay, scheiße, ist zu viel, kommt da halt irgendetwas raus. Klar, dann wird mal irgendwie die falsche Mädchenschule im Iran bombardiert, das ist dann ein bedauerlicher Fehler gewesen, aber das System als Es hat ja erstmal funktioniert, es hat ja gesagt, wir sollen das Ding da bombardieren. Und da hat sich, denke ich, schon eigentlich so in den letzten fünf bis acht Jahren etwas fundamental geändert, was die Massenüberwachung angeht, dass jetzt wirklich überhaupt erstmal möglich wird. Ich blicke in betreten schweigende Gesichter.

Tim Pritlove
1:00:59
Linus Neumann
1:01:29
Tim Pritlove
1:01:29
Linus Neumann
1:01:45
Tim Pritlove
1:01:55
Linus Neumann
1:03:27
Tim Pritlove
1:04:49
Linus Neumann
1:04:54
Tim Pritlove
1:05:36
Linus Neumann
1:05:45
Tim Pritlove
1:05:46
Linus Neumann
1:05:57
Tim Pritlove
1:05:58
Linus Neumann
1:06:00
Tim Pritlove
1:06:03
Linus Neumann
1:06:09
Tim Pritlove
1:06:18
Linus Neumann
1:06:53
Tim Pritlove
1:07:07
Linus Neumann
1:07:19
Tim Pritlove
1:07:29
Linus Neumann
1:07:31
Tim Pritlove
1:07:37
Linus Neumann
1:07:42
Tim Pritlove
1:07:43
Linus Neumann
1:07:55
Tim Pritlove
1:07:57
Linus Neumann
1:07:58
Tim Pritlove
1:08:00
Linus Neumann
1:08:01
Tim Pritlove
1:08:06
Linus Neumann
1:09:06
Tim Pritlove
1:09:10
Linus Neumann
1:09:35
Tim Pritlove
1:09:43
Linus Neumann
1:10:11
Tim Pritlove
1:10:11
Linus Neumann
1:10:13
Tim Pritlove
1:10:16
Linus Neumann
1:10:33
Tim Pritlove
1:10:35
Linus Neumann
1:11:24

Das war so komisch das war wirklich super da hat er wirklich enorm getroffen und da hab ich auch, sehr gut gelacht vor allem, weil er ist einfach enorm gut beobachtet und super vorgelesen also was mir da ich habe das ja zum ersten Mal gemacht, so was, ja, was mir da aufgefallen ist, ist wie viel mehr Dynamik, und Ausdruck man in so eine Vorführung bieten kann. Während ich dann so, hier mal ein bisschen mit der Stimme und er dann über einen viel größeren Bandbreitenbereich arbeitet und ja, war wirklich auch, beeindruckend, so einen Profi mal zu sehen und abgesehen davon wirklich auch super nett und ja, die Folge, die mit Oliver Kalkofe war, haben wir auch mal verlinkt, der hat sich mit Milliardären die rechte Medien News. Finanzieren auseinandergesetzt und danach hatte dann der Stefan vom Zentrum für politische Schönheit noch einen Auftritt wer jemals einen Vortrag von Stefan gesehen hat, weiß, dass da auch kein Auge trocken bleibt. Mein Favorite war dann irgendwie so dass Marc-Uwe Kling, der durch den Abend geführt hat, dann irgendwie so Stefan abmoderierte, und dann fragte irgendjemand aus der ersten, Stefan hatte sein Mikrofon schon ab und dann fragte irgendjemand aus der ersten, zweiten Reihe noch so eine Frage und Stefan hat dann einfach die Frage beantwortet, stand einfach weiter auf der Bühne und gewatschte dann noch und der Stimme war ja eh laut genug, dass es auch einfach weiter gemacht hat, während die Bühne umgebaut wurde für Esels Albtraum, den Hörerinnen von Logbuch Netzpolitik und insbesondere Besucherinnen von LNP 500 sicherlich in guter Erinnerung. Das war wirklich ein echt schöner Abend was mich zu dem Fazit bringt natürlich könnt ihr auch, meine Folge habe ich auch in 100 könnt ihr euch angucken, Fun Facts ich finde das wirklich ein richtig cooles Projekt, ja, Es ist Community-finanziert, also wo kriegen die ihre Kohle her? Du wirst entweder Bandenmitglied oder, also damit, das heißt, eine regelmäßige Spenderin oder du kaufst Tickets oder du kaufst Klopapier. Das sind so die drei finanziellen Säulen, auf denen das steht. Die Menschen, die da mitmachen, machen das alles unentgeltlich. Dafür wird das Team bezahlt, das Team von Fun Facts. Wirklich auch großartige Leute, wirklich gute Leute, die dieses Ding da mit Herzblut machen und dann auch so Amateure wie mich dadurch betreuen. Dass dann irgendwie ein Writers Room ist, wo Leute sagen, guck mal Linus, wir versuchen das jetzt mal witzig zu machen und dann bei Supporten so ein Ding zu schreiben und das finde ich schon wirklich, ja muss ich sagen, finde ich echt spitze.

Tim Pritlove
1:14:21
Linus Neumann
1:14:45
Tim Pritlove
1:14:49
Linus Neumann
1:15:00
Tim Pritlove
1:15:12

Ja.

Linus Neumann
1:15:12
Tim Pritlove
1:15:13
Linus Neumann
1:15:16
Tim Pritlove
1:16:01
Linus Neumann
1:16:01

Achso, ne, du werdet ja alle weitsichtig. Ja, so auch nicht. Ne, also das war meine größte Sorge und das hat sich, diese Sorge hat sich als unbegründet herausgestellt. Es ist aber dann eben auch sehr wichtig, genau in diesem Skript zu bleiben. Weil natürlich dann an anderer Stelle eine Person ist, die diesen Screen dahinter bedient und genau weiß, wann jetzt da hinten dieser Screen, wann dann das Bild hinter mir erscheint. Und dafür ist eben auch wichtig, dass ich genau den Text mache und nicht irgendwie sage, ich habe mir überlegt, ich weiche mal davon ab oder so. So wie Donald Trump, der dann irgendwann sagt, heute erzähle ich euch mal von, das ging nicht, also dieses Mal noch nicht. Aber ja, das war meine größte Sorge, dann kompletten Text ablesen zu müssen und dabei lebhaft zu bleiben und das war bei weitem kein Problem. Trotzdem hat natürlich der Oliver Kalkofe nochmal gezeigt wie man mit ein paar Jahren Erfahrung mit so einem Ding umgeht aber was ich noch erwähnen wollte ich finde dieses Konzept eben deshalb cool, weil es Menschen wie Oliver Kalkofe, Oliver Welke, Marc-Uwe Klingen, ungefähr alle Comedians, die man kennt, gibt, die da mitmachen dann für die Amateure den Support, hinstellen, dass ich da auch in der Lage bin mitzumachen oder Anne Brohr-Hilker, ich hatte schon Raul Krauthausen und wer alles da schon war und dass das dann auch gemischt wird und das finde ich, das ist wirklich einfach ein super Ding und die Folge von Raul wollte ich auch nochmal empfehlen, weil der, also auch ein Beispiel ist für einen weiteren Nicht-Profi-Comedian der dann wirklich super Dinge hingelegt hat und es geht um. Barrierefreiheit das Leben von Menschen mit Behinderung und das ist auch einfach super runtergerockt, was er da gemacht hat. Und an dem Kontext nochmal zu erwähnen ist sowieso sein Engagement bei den Sozialhelden und mit dem Accessibility-Score, der auf Open Data setzt. Um so quasi auf großer Menge für Städte, So Scoring zu machen, was habt ihr denn da alles? Wie accessible ist diese Stadt? Und das setzt sehr viel auf, auf Tags und Daten, die in OpenStreetMap-Layern hinterlegt werden. Und das finde ich sehr cool, weil wir ja in unserer Community und in unserer Hörerinnenschaft sicherlich viele Open Data und Open Street Map Enthusiastinnen haben und wenn ihr euch da mal den Accessibility Score anschaut und das Tagging, was da vorgeschlagen ist, da lässt sich eine Menge an wirklich brauchbaren Daten hinterlegen, die, und das ist eben auch so eines der Fazite, die man aus der Fun Facts Folge mit Raul, zieht diese ganzen barrierelevanten. Daten sind nicht nur für Menschen mit Behinderungen relevant, sondern die haben sehr, sehr viel Bezug für alle. Und was ich am schönsten fand, ist, dass man gesagt hat, Maßnahmen der Barrierefreiheit haben noch nie irgendjemand anderes behindert. Das heißt, wenn wir jetzt auf Barrierefreiheit hinarbeiten und erfassen und das ermöglichen, das ist jetzt nicht so, als würde man dagegen sein eigenes Interesse arbeiten und sagen, oh nein, jetzt machen die da auch noch die Barriere weg und demnächst kann mein Ehemann da mit dem Kinderwagen oder ich mit dem geklauten Einkaufswagen auf dem Rückweg vom Flohmarkt oder einem besoffenen Kumpel vorne drin da auch besser lagen. Also das ist ja wirklich nicht so, als wäre das etwas, was den Rest der Bevölkerung in irgendeiner Weise das Leben erschwert, sondern auch für die Erleichterungen bringt. Und allein wenn der schildert, die anderen Leute mit mir im Fahrstuhl, den gefällt der ja offenbar auch. Das sind schon einfach, die ist super geworden.

Tim Pritlove
1:20:24
Linus Neumann
1:21:01
Tim Pritlove
1:21:53
Linus Neumann
1:21:55
Tim Pritlove
1:22:07
Linus Neumann
1:22:12
Tim Pritlove
1:22:29
Linus Neumann
1:22:30
Tim Pritlove
1:22:31
Linus Neumann
1:22:32
Tim Pritlove
1:22:35
Linus Neumann
1:22:37
Tim Pritlove
1:22:38
Linus Neumann
1:22:40
Tim Pritlove
1:22:47
Linus Neumann
1:22:52
Tim Pritlove
1:23:09
Linus Neumann
1:23:16
Tim Pritlove
1:24:16
Linus Neumann
1:24:19
Tim Pritlove
1:24:31
Linus Neumann
1:24:34

Und ja, das finde ich auf jeden Fall mal eine spannende Seite. Ah, das kann ich echt mal erzählen. Ich gehe erst die Seiten durch, aber möchte ich mal von einem Einkauf erzählen, den ich gemacht habe im Internet. Dann gibt es die Seite dday.fedyserve.de, wo einfach, du sagst so, ich benutze diesen Service und dann gibt der dir eben unabhängigere, nicht-Big-Tech-Alternativen dazu. Und das im relativ großen Rahmen so. Im Prinzip jetzt nicht mit irgendwelchen Anleitungen oder so, sondern einfach nur so, was gibt's denn überhaupt so einen alternativen Picker finde ich von der Usability ganz reizvoll, da wird jetzt nicht lange rum erzählt oder so sondern einfach zack, zeig mal klick, klack, bumm das finde ich auf jeden Fall super cool für die Orientierung, Vielen unserer Hörerinnen bekannt ist ja sicherlich auch Mike Kuketz, der unter Kuketz Blog sehr, sehr viel im Bereich Datenschutz, Datensicherheit und so weiter postet und der hat, wenn man da so einfach nach Hashtag Unplug sucht, da schreibt er dann immer seine Anleitungen Unplug Big Tech, Unplug Trump und so weiter. wurde. Und das sind dann sehr, finde ich, sehr brauchbare, ausführliche Anleitungen, die das fundamental erklären. Ja, und zu den Events gibt's dann den Terminkalender. Dann gibt's noch eine Seite jetzt neu aus dem ccc-Kontext, dday.org. Und da tut sich ein bisschen was. Ich hab auch übrigens dann noch den aus den Niederlanden, den Duidach. Kennst du Duidach? Ne, Duidach ist nämlich, also Dui, D-O-E-I-J geschrieben, glaube ich. Dui ist niederländisch Tschüss. Und die haben den Duidach. Der Tschüssdach. Wo sie dann auch das ähnliche Konzept angelehnt umsetzen. Finde ich alles sehr schön. Habt ihr Vero benutzt oder wohin seid ihr umgezogen? Nicht sofort Überweisung.de, Für mehr Datensouveränität geben sie hier den Zugang zu ihrem Konto ein. Lastschrift.de. Achso, ganz einfach, wie sich das gehört. Bankkonto Einzug, 2% Skonto. Ja, klassisch. Ich habe, ich tue mich ja schwer, einzelne Anbieter zu oder Shops oder so zu empfehlen, aber ich will echt mal von einer Erfahrung berichten, die ich gemacht habe in einem Online-Shop, der nicht Amazon ist. Und da habe ich ein Gerät bestellt, das war mir wichtig, das in schwarz zu haben. Es handelte sich um eine HiFi-Komponente, ein Phonoverstärker. Und den wollte ich gerne in schwarz. Ja, deswegen habe ich den in schwarz gekauft. Und dann kam der in silber. Stand draußen schwarz drauf, aber drin war halt ein silberner. Das ist also irgendein Problemchen. Dann habe ich gesagt, ey, hier Leute, tut mir leid, da auf dem Karton steht schwarz, ist aber ein Silberner drin, könnt ihr mir bitte den Schwarzen schicken, den ich wollte, weil das ist alles schwarz, mir ist das wichtig mit dem Schwarz. Ja, nee, Mensch, sorry, kein Problem, hier, Retoure-Label, alles gut, zweites Paket kommt, mach ich auf, wieder ein Silberner drin. So, dann hab ich geschrieben, boah Leute, sorry, und da stand auch wieder schwarz drauf, ich sag, ey, es tut mir leid, was können wir da machen? So und dann kommt, lieber Herr Neumann, scheiße, tut uns total leid, ich hab jetzt die komplette Lieferkette durchtelefoniert, es gibt den einfach nicht mehr in schwarz, mir ist unklar, warum der hier falsch gelabelt bei uns liegt und es tut uns unglaublich leid. Ich habe jetzt aber meine Händlerkollegen durchtelefoniert und einer hatte noch einen Schwarzen, der ist jetzt schon auf dem Weg zu Ihnen. Schicken Sie mir den zweiten Silbernen auch zurück. Sorry nochmal. Ja und also da war halt ein Mensch am anderen Ende. An dessen Ehre das auch gekratzt hat, der sich dann eingesetzt hat und ans Telefon gegangen ist und bei einem anderen nicht eher Ruhe gegeben hat, als dass ich das bekommen habe, was ich bestellt hatte. Und ich will jetzt nicht wissen, also das war auf jeden Fall viel Arbeit und persönlicher Einsatz und dann zwei Retouren, das hat alles gekostet. Der hat da nichts mehr dran verdient und ich fand das einfach mal, für mich war es eine super positive Erfahrung. Und ja, da habe ich irgendwie gedacht, Mensch, guck mal, bestellst du mal bei so einem einfachen Online-Händler außerhalb von Amazon und da sind echt Menschen, die sich mit ihrer Arbeit Mühe geben. Und das war nicht das erste Mal, dass ich eine solche Erfahrung gemacht habe und das sage ich ganz ehrlich, als jemand, der sehr viel aus Prinzip und ich will einfach keinen Ärger bei Amazon bestellt. Asche auf mein Haupt, jetzt guckt hier wieder, ich gucke hier wieder in betretene Gesichter, der bestellt bei Amazon. Aber die Erfahrungen, die ich da gemacht habe, waren von besonders positiver Prägung und das hat mich dann auch gefreut, dass ich mein Geld bei denen gelassen habe und nicht da, wo keine Steuern am Ende gezahlt werden. Deswegen verlinken wir natürlich auch jetzt hier genial lokal wenn wir nochmal auf das Buch von Mark-Uwe Klingen aufmerksam machen und Hörbuch und, E-Book in der natürlich auch dieser Dit-Aufruf nochmal nachzulesen ist für diejenigen, die das Video noch nicht oft genug gesehen haben vom 39C3, Signal wurde gehackt Matthias Oh.

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Natürlich. Und genau das ist das Problem. Insofern habe ich dazu im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung gesagt, nicht Signal, sondern Frau Klöckner wurde gehackt. Das ist beim zweithöchsten Staatsamt ein erhebliches individuelles Versagen, das aber in eine Struktur fällt, die es ermöglicht hat. Dieser zweite Satzteil ist sehr wichtig. Es gibt strukturelle Probleme und die bestehen darin, dass es eben kein gehärtetes System ist. Es gibt ein strukturelles Problem und das besteht darin, dass Signal kein gehärtetes System für geschlossene Nutzergruppen ist und trotzdem offenbar flächendeckend für interne Gruppen genutzt wurde. Ich finde das ja völlig in Ordnung, dass beispielsweise Julia Klöckner Signal auf dem Handy hat, um mit Journalistinnen zu kommunizieren, aber eben nicht mit internen Regierungsgruppen. Und dann gibt es eine Warnung vor unbekannten Kontakten, die wird standardmäßig eingeblendet, die hat sie ignoriert, dann gibt es eben auch weitere Sicherheitsfunktionen, die sie offenbar nicht anhatte und zu deren Nutzung Hochrisikogruppen dringend geraten wird. So weit so unverfänglich das Zitat, jetzt wird im weiteren Verlauf der Artikel von einem anderen Redakteur, gekürzt der zu dem Schluss kommt, dass es nicht so relevant ist den Teil beizubehalten dass das Verhalten in eine Struktur fällt, die es ermöglicht hat und den Nebensatz kürzt. Woraufhin sich Leute dann wiederum bei mir beschweren, dass ich Victim Blaming betreibe, Weil ich, was fällt mir ein? Und dann passiert auch noch so mein Traum. Dieses Zitat nimmt dann Ronen Steinke und kommentiert darauf nochmal in einem Kommentar. Ja, dann musste ich also leider bei der Süddeutschen sagen, ey Leute, komm, ich hatte dieses Zitat, das war jetzt, und der Redakteur, mit dem ich gesprochen hatte, sagte auch, Mensch, ja, ich hab's nicht gekürzt, scheiß, das ist im weiteren Verlauf der Veröffentlichung, da gucken ja immer mehrere KIs dann drauf, nein, mehrere Redakteure drauf, bis es released wird, etwas unglücklich, ja. Aber ich würde gerne zu diesem Thema Victim-Blaming auch nochmal was sagen. Also Julia Klöckner ist leider nicht irgendjemand, sondern sie hat eine Verantwortung und der muss sie gerecht werden. Da ist ein Unterschied, ob der Tim jetzt hier auf den Signal-Phishing reinfällt oder eine sehr zentrale Person in unserem Staat. Und wenn sie das nicht selbst kann, dann hat sie eben diesen gesamten Staatsapparat mit Bundesamt für Verfassungsschutz, BSI und wenig alles und wie viele Mitarbeiterinnenpauschale und so weiter. Sie hat alle Ressourcen, um irgendjemanden zu finden, der sagt, komm, Frau Klöckner, wir machen mal eben, dass das hier so und so ist. Und sie hätte auch ein vernünftiges, besonders geertetes Gerät bekommen können und so weiter. Das nicht zu nutzen, da würde ich sagen, da fängt die Verantwortungslosigkeit dann an. Und es ist ja auch nicht so, dass sie irgendjemand gezwungen hat, Regierungs- oder staatsinterne Gruppen auf diesen Messenger abzubilden. Ähm. Dieser Aspekt kam mir in der Diskussion ein bisschen zu kurz, weil es ist absolut richtig, wenn die jetzt sagen, okay, wir haben andere Messenger mit hoffentlich geschlossenen Nutzergruppen, die wir verwenden. Ich glaube, dass sie da jetzt Wire nutzen und ich bin mir sicher, dass Wire auch so ein Tenant-basiertes System hat, wo du eine geschlossene Benutzerinnengruppe machen kannst. Matthias holt Luft. Ich finde das sehr schön, dass du das ansprichst, weil nämlich fragt den Staat damals den SMS-Wechsel zwischen Kanzlerin Merkel und EU-Kommensationspräsidentin von der Leyen angefragt hat und so weiter und weil... Dadurch, dass fragt den Staat natürlich berechtigterweise gerne Akten und die darin vorkommenden Aktennotizen anfragt und erhält, es dann auch den einen oder anderen Anekdote gibt, wo sich dann auf einmal immer weniger findet. Ja, weil die Behörden und die Regierungen und die Behördenchefinnen und die Bundestagspräsidentinnen in so eine Schatten-IT flüchten, wo man Disappearing Messages einstellt und einfach auf dem Privathandy ist. Und sich so auch, und das ist ja glaube ich das, was da ein bisschen rausklingt, potenziell den Informationsfreiheits- und Transparenzrechten und Ansprüchen der Bürgerinnen und Bürger entziehen kann. Und genau deswegen habe ich nicht so viel, Mitgefühl jetzt. Was?

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Vor 30 Jahren gab es einen Menschen, den gibt es wahrscheinlich immer noch, Moses Pelham, mir vor allem bekannt dafür, dass er Stefan Rath mal die Nase gebrochen hat und ansonsten wohl sich musikalisch engagiert hat. Und der hat mit einer Künstlerin namens Sabrina Zedlur einen Song gemacht, der den Titel hat, Nur mir und das im Jahr 1997 und für diesen Song hat er eine zweisekündige Sequenz aus einem Schlagzeugzeug, Teil aus dem Kraftwerk-Track. Diejenigen von euch, die vor 50 Jahren zur Schule gegangen sind, erinnern sich, Kraftwerk, die mit der Autobahn. Tanzmusik ohne zu tanzen aufführen und so. Stehen immer alle nur stocksteif. Wahrscheinlich aus Hannover. Stehen immer so steif auf der Bühne, machen herausragende, generationenprägende elektronische Musik. Kraftwerk-Track, Metall auf Metall. Von 1977, 50 Jahre her. Also 20 Jahre lang haben die mit ihrem Track die Ruhe, dann kommt Moses Pelham daher, nimmt zwei Sekunden daraus und verhunzt die in einem Track mit Sabrina Sedlur und Kraftwerk-Mitgründer Ralf Hütter sagt, da geht's so nicht und klagt. Und damit, das war der Aufschlag zur längsten urheberrechtlichen Auseinandersetzung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die durch zahlreiche Instanzen Entscheidungen ging. Und diese Saga kam am 14. April 2026 vor dem Europäischen Gerichtshof in der Rechtssache C-59-23 zu einem Ende, Finale, Höhepunkt, Klimax, aus Schlussakkord, will man sagen. Und zwar... Haben gewonnen. Moses Pelham, sein Partner Martin Haas und Sabrina Sedlur. Und das ist Rechtsgeschichte, weil damit jetzt der Begriff Pastiche erstmals verbindlich definiert ist. Und ein Pastiche ist, wenn ein Werk an ein Bestehendes erinnert, dabei aber erkennbare Unterschiede aufweist und einen künstlerischen Dialog mit dem Original führt, dieser kann als Hommage, Stilnachahmung oder kreative Auseinandersetzung erscheinen oder zum Beispiel indem Moses Pelham zwei Sekunden Schlagzeug aus dem Grafik-Trick nimmt. Und damit ist Sampling eine Praxis, die im Hip-Hop, kennst du Hip-Hop, Tim? Oder das kennst du gar nicht mehr? Das war nicht deine Zeit, wo man Tracks nimmt und einzelne Teile davon, zum Beispiel zwei Sekunden Schlagzeug-Solo, hätte ich verstanden. Und damit ist das als zulässige künstlerische Praxis anerkannt.

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