Logbuch:Netzpolitik
Einblicke und Ausblicke in das netzpolitische Geschehen
https://logbuch-netzpolitik.de


LNP537 Der Einbruch ist einfach, der Ausbruch wird schwierig

Chatkontrolle — Gema vs OpenAI — EU-Omnibus — BaWü und Palantir — BSI-Lagebericht — Telekom und Glasfaser

Nachdem wir ein wenig über die Fähig- und Unfähigkeiten des modernen Raubs sinnieren geben wir ein Update zu den politischen Entwicklungen rund um die Chatkontrolle und der Auseinandersetzung zwischen Copyright- und AI-Lobby. In der EU droht der "Omnibus" gewonnene Freiheiten zu überfahren und in Baden-Württemberg werden Gesetze gemacht um vorauseilende Entscheidungen zu legalisieren und damit die Polizei die Palantir-Software nutzen kann. Der BSI-Lagebericht ist raus und erzählt uns nichts neues und die Telekom beklagt schlechte Geschäfte mit Glasfaser – Zeit für eine Teil-Verstaatlichung der Telekommunikations-Infrastruktur.

https://logbuch-netzpolitik.de/lnp537-der-einbruch-ist-einfach-der-ausbruch-wird-schwierig
Veröffentlicht am: 16. November 2025
Dauer: 1:34:39


Kapitel

  1. Intro 00:00:00.000
  2. Prolog 00:00:29.894
  3. “Freiwillige” Chatkontrolle mit Überprüfungsklausel 00:07:38.245
  4. Gema vs OpenAI 00:12:01.179
  5. EU-Omnibus soll Datenschutz- und Verbraucherrecht aufweichen 00:37:57.800
  6. BaWü-Polizeigesetz schafft Grundlage für Palantir-Nutzung 01:02:52.763
  7. BSI-Lagebericht und NIS2-Richtlinie 01:09:01.296
  8. Telekom verdient nicht genug Geld mit Glasfaser 01:19:07.121
  9. Termine 01:30:25.557
  10. Epilog 01:32:28.217

Transkript

Tim Pritlove
0:00:00
Linus Neumann
0:00:01
Tim Pritlove
0:00:02
Linus Neumann
0:00:08
Tim Pritlove
0:00:29
Linus Neumann
0:00:52
Tim Pritlove
0:00:53
Linus Neumann
0:00:57

Ja.

Tim Pritlove
0:00:57
Linus Neumann
0:01:05
Tim Pritlove
0:01:07
Linus Neumann
0:01:18
Tim Pritlove
0:01:41
Linus Neumann
0:01:45
Tim Pritlove
0:01:50
Linus Neumann
0:02:18
Tim Pritlove
0:02:27

Ne?

Linus Neumann
0:02:27
Tim Pritlove
0:02:57
Linus Neumann
0:03:12
Tim Pritlove
0:03:36
Linus Neumann
0:03:41
Tim Pritlove
0:04:22
Linus Neumann
0:04:29
Tim Pritlove
0:04:49
Linus Neumann
0:05:04
Tim Pritlove
0:05:09
Linus Neumann
0:05:13
Tim Pritlove
0:05:17
Linus Neumann
0:05:20
Tim Pritlove
0:05:39
Linus Neumann
0:05:40
Tim Pritlove
0:05:43
Linus Neumann
0:05:53
Tim Pritlove
0:06:02
Linus Neumann
0:06:08
Tim Pritlove
0:06:26
Linus Neumann
0:06:30
Tim Pritlove
0:06:35
Linus Neumann
0:06:42
Tim Pritlove
0:06:45
Linus Neumann
0:06:53
Tim Pritlove
0:07:22
Linus Neumann
0:07:24
Tim Pritlove
0:07:29
Linus Neumann
0:07:42
Tim Pritlove
0:07:42
Linus Neumann
0:07:49

Dänemark, also die sind da ja immer, es war ja ein Hin und Her und in Deutschland. Aktueller Stand ist, Also nochmal, was ist die Situation mit der Chat-Kontrolle? Was bezeichnet Chat-Kontrolle? Eine KI-Kontrolle der Kommunikation, KI-basierte Kontrolle der Kommunikation auf deinem Endgerät vor einer potenziellen Verschlüsselung mit automatisierter Meldung an eine zentrale Strafverfolgungsüberwachungsstelle bei Verdachtsfall. Kommission will das, Parlament will es nicht. Rat ist seit drei Jahren gespalten. Dänemark ist im, weiß nicht, wievielte Ratspräsidentschaft sechste oder was die versucht, das Problem zu lösen und hat jetzt gesagt, ja, wir werden dann jetzt wir werden die Pflicht streichen, Also eine Aufdeckungsanordnung, die Möglichkeit, dass der Staat anordnet, dieses Hochrisikosystem wird jetzt angeordnet, dass sie das tun, also verpflichten können sie es nicht. Gleichzeitig wollen sie die Ausnahme, die es überhaupt erlauben würde, die wollen sie dauerhaft implementieren. Wir wissen, wenn ich mich recht entsinne, ist das die E-Privacy-Richtlinie von 2002, die das nämlich verbietet, wo es ja jetzt seit Längerem immer wieder diese Ausnahme gibt, die sie immer wieder verlängern. Diese Ausnahme, von dass es verboten ist, die wollen sie quasi zur Regel machen, und dann möchten sie eine Überprüfungsklausel. Einbringen, dass nämlich die Kommission beauftragt wird, zu bewerten, ob es denn so reicht und ansonsten halt einen neuen Anlauf zu machen. War auch so. Ja, die Überwachungsfetischisten werden gebeten, zu prüfen, ob diese eingeschränkten, Überwachungsmöglichkeiten ausreichen und ansonsten, das haben wir mit der Vorratsdatenspeicherung ja ähnlich. Das ist wirklich insgesamt so ein bisschen, es ist da so ein unwürdiges Geschacher. Diese Idee ist einfach wirklich nicht gut und es wäre sinnvoll, die jetzt mal zu beerdigen. Aber man erkennt also dass auch hier Dänemark eben nicht anstrebt, Das wirklich zu beerdigen. Gleichzeitig, mein Eindruck ist, die Kommission könnte ja so oder so am laufenden Band neue Anläufe unternehmen. Das heißt diese Überprüfungsklausel, das quasi zu automatisieren oder irgendwie quasi eine Evaluation zu fordern, die dann eben vorhersehbar zu dem Ergebnis kommt, mehr Überwachung wäre noch besser, weil es gibt ja immer noch Kriminalität das ist natürlich schon irgendwie ein sehr einfach abgekartetes Spiel. Schauen wir mal, wie das weitergeht, das wollen sie jetzt glaube ich nächste Woche dann vorlegen.

Tim Pritlove
0:10:56
Linus Neumann
0:11:24
Tim Pritlove
0:11:43
Linus Neumann
0:12:01
Tim Pritlove
0:12:12
Linus Neumann
0:12:18
Tim Pritlove
0:12:26
Linus Neumann
0:12:44

Ich würde sagen, dazu kommt natürlich noch, dass sie also gegen die Idee, dass es so eine geistige Eigentumsvertretung für Künstlerinnen gibt, die finde ich jetzt noch nicht mal so unglaublich schlecht. Also die würde ich jetzt nicht vom Grund heraus ablehnen. Das Gebaren, ja, natürlich, ich meine, das ist eine Interessenvertretung, die Geld einsammelt, was erwartet man? Natürlich schreit die jedes Mal. Aber was ja, glaube ich, bei NRG-Mal-Kritik nicht vergessen werden darf, ist, dass auch ihre interne Struktur so eine von unten nach oben Verteilung hat. Es gibt irgendwie nur wenige, die dort so diese Vollmitgliedschaften haben und die Verteilungsschlüsse definieren können und große Künstlerinnen werden da unproportional stärker übervorteilt als kleinere, insbesondere, weil wenn ich das richtig, also du kannst glaube ich jetzt, also entweder du sagst, du machst eine Veranstaltung und sagst so, welche Musik haben wir hier gespielt? Da musst du ja alle durchgeben und dann wird danach ausgeschüttet oder was. Oder du sagst, meine Güte, wir haben ja Musik bezahlt, wir bezahlen jetzt einen festen Beitrag. Du bist eine Kneipe, da schickst du ja nicht jedes Lied, was du gespielt hast, da hoch. Jetzt sagen wir aber mal, du bist eine Heavy-Metal-Kneipe. Dann spielst du potenziell relativ viel Musik aus Europa und den USA, für die überhaupt gar kein GEMA gilt. Ein paar deutsche Kapellen spielst du so in dieser Zeit und zahlst einen monatlichen Beitrag dafür, dass du in deiner Heavy Metal Kneipe Musik spielst. Die GEMA nimmt diesen Geldbetrag und verteilt den aber nach dem sich bei ihr ergebenden Schlüssel von dem, wo sie misst. mit anderen Worten, den ganzen Tag spielt, wird, was ist, hört man heute irgendwie.

Tim Pritlove
0:14:51
Linus Neumann
0:14:54
Tim Pritlove
0:15:06
Linus Neumann
0:15:07
Tim Pritlove
0:15:12
Linus Neumann
0:15:13
Tim Pritlove
0:15:58
Linus Neumann
0:16:00
Tim Pritlove
0:16:42
Linus Neumann
0:16:44
Tim Pritlove
0:16:48
Linus Neumann
0:16:56
Tim Pritlove
0:16:58
Linus Neumann
0:17:01
Tim Pritlove
0:18:32
Linus Neumann
0:18:37
Tim Pritlove
0:18:39

Ja.

Linus Neumann
0:18:41

Da war ja lange Zeit das Problem, dass die GEMA sich nicht mit YouTube darüber einig wurde, was denn zu bezahlen ist an die GEMA, wenn ein YouTube-Video ausgespielt wird, in dem GEMA-Musik ist. Dann gibt es da weitere Diskussionen, die sogenannte GEMA-Vermutung, die auch der Sache zugrunde liegt, dass, das Metal-Kneipen-Beispiel, was ich gerade genannt habe, potenziell sehr, sehr wenig GEMA-Musikanten abspielt. Aber die GEMA-Vermutung gilt, das ist auch super geil, so GEMA-Vermutung, das ist Macht. Also da hast du gute Lobbyisten, wenn du quasi staatlich durchbekommst, dass vermutet wird, dass alles erstmal deins ist. Die hat die GEMA eben auch gegenüber YouTube geltend gemacht und so weiter und wollten sie irgendwie Geld haben und YouTube hat gesagt, ja, so viel Geld ist aber ein bisschen viel jetzt. Und da gab es, der Zustand hat doch jahrelang angehalten, dass du auf YouTube dann Videos nicht gucken konntest, weil gesagt wird, dieser Inhalt ist, den können wir dir leider nicht zeigen, wegen der GEMA. Was auch die GEMA jetzt nicht unbedingt viel beliebter gemacht hat. War schon auch ein bisschen sagen wir mal gut gespielt von YouTube. Irgendwann haben sie sich geeinigt, kann man nachhören, hört einfach die letzten 536 Folgen irgendwo drin, haben wir das behandelt und ich würde sagen, wahrscheinlich irgendwo innerhalb der ersten 300 müsste das sein. Und etwas ähnliches wollen sie natürlich jetzt für dieses KI-Training erzwingen Und dazu gehören natürlich derartige Klagen und Forderungen und Gerichtsentscheidungen dazu, um eben OpenAI in irgendeiner Weise an den Verhandlungstisch zu bekommen. Dass sie also sagen, okay, wir demonstrieren euch mithilfe der existierenden Gesetze und Gerichte, dass das, was ihr tut, so nicht in Ordnung ist und dass wir uns besser einigen, sonst wird das irgendwie sehr ärgerlich für alle Beteiligten und wir gewinnen hier. Aber das ist das Ziel, was die GEMA hier verfolgt und das ist ja ein Problem, dass... Eigentlich viele Schaffende und Organisationen von Schaffenden haben, seien es die Verlage, die Medienverlage, die Nachrichten erfassen, generieren, verarbeiten, verifizieren und potenziell nur noch so ein KI-Futter dann produzieren. Oder die GEMA, die echte, kreative, noch tatsächlich kreative Menschen vertritt, die ihre Musik selber machen, statt mit einer KI und damit Trainingsmaterial für eine KI generieren, um sich potenziell abzuschaffen. Weil ich weiß nicht, ob du schon den schönen Weihnachtssong in der Weihnachtskonditorei kennst. Von Ralf Zukovskaja, der mit Hilfe von Chat-GPT entstanden ist. Gleichzeitig werden ja die Spotifys und so heute schon mit KI-generierter Musik geflutet. Also da sind ja tatsächlich... Relevante Interessen und auch vertretbare Interessen und Lebensunterhalte dran, die hier eine Rolle spielen. Trotzdem, wenn GEMA und OpenAI sich vor Gericht sehen, kann es nur Gewinner geben.

Tim Pritlove
0:22:29

Ich frage mich jetzt allerdings auch selbst und das glaube ich bestimmt nicht alleine, welche Legitimität hat denn jetzt eigentlich die Forderung beider Seiten? Du hast auf der einen Seite so die Position mit, naja, wir kopieren ja nicht eins zu eins, sondern salopp formuliert, wir entziehen den Dingen ja nur ihr Wesen. Ja, also das ist ja letztlich das, was eigentlich die AI, LLL-Algorithmen machen und Copyright deckt halt, wie der Name sagt, also gut, Urheberrecht ist nochmal was anderes, aber ist ja auch eine Copyright-Diskussion. Also ist das sozusagen ein Kopieren des eigentlichen Inhalts oder im Sinne des Urheberrechts, wird hier quasi das Recht des Urhebers, was ihnen eingeräumt wird, verletzt. Und ich finde, das ist... Nicht nur rechtlich, sondern vielleicht auch so, ich sag mal, netzmoralisch ein bisschen schwer zu entscheiden, diese Frage. Also ich hab da nicht so eine richtige, klare Position, weil auf der einen Seite sehen wir ja immer, dass diese ganzen Urheberrechtseinschränkungen einfach auch die Kreativität immer eingeschränkt haben, Verwendung von Musik im Podcast und so weiter. Auf der anderen Seite hast du auch einen absehbaren technischen Verlauf. Also ich meine, diese Technologien, die gehen nicht mehr weg. Das ist ganz im Gegenteil. Sie werden natürlich auch noch sehr viel besser werden, was dann vielleicht eher noch dieses Problem, was man jetzt schon sieht, noch größer machen. Sodass man dann irgendwann sagen kann, es gibt fast überhaupt gar nichts Schützenswertes mehr, weil allem sofort sein Wesen entzogen werden kann, indem man es halt analysiert. Die Software ist ja heute schon nicht nur in der Lage, dem Text seinen Inhalt und seine Aussage herauszuziehen, zusammenfassen, neu formulieren etc. Das haben wir ja alles schon gesehen. Und genauso ist es bei Bildern, bei Video und nun eben auch bei Musik. Ja, und das ist halt wirklich die Frage, ist das... Ist das schlecht?

Linus Neumann
0:25:00
Tim Pritlove
0:25:03
Linus Neumann
0:25:21
Tim Pritlove
0:26:15
Linus Neumann
0:26:17

Das ist mal so die grundsätzliche Idee. Wenn jetzt jemand ein Buch schreibt, dann räumt die Person einem Verlag die Verwertungsrechte ein, der Verlag verkauft das Buch, druckt das und so weiter und es kann jetzt nicht jeder andere Verlag sagen, wir haben auch einen Drucker, wir drucken das jetzt auch mal. Also das ist ja schon irgendwie halbwegs, da gibt es ja erstmal grundsätzlich ganz gute Ideen, warum es das gibt und diese Ideen haben sicherlich auch relativ viel Kreativität ermöglicht, dann gibt es irgendwelche Extreme bei bestimmten Musikern und so, da kann man irgendwie alles kritisieren. Und die Argumentation ist, wenn jetzt ein Musiker oder eine Musikerin hingeht und schreibt ein neues Lied, dann hat die das ja, die hat ja auch überhaupt erstmal Musik machen von anderen gelernt und die hat auch Radio gehört, die hat viele andere Musik gehört und dieser kreative Prozess des Schaffens eines neuen Liedes oder eines neuen Stückes durch diese Musikantin, Komponistin oder sonst was, ist das Ergebnis aller Inspirationen, die sie in ihrem Leben hatte. Insbesondere wahrscheinlich auch musikalische Inspiration durch andere Künstler. Trotzdem schafft sie ein genuin neues Werk. Und dann sagen wir, ist klar, dafür kannst du jetzt Urheberrecht beanspruchen. Wenn das Werk zu nah an etwas anderem ist, wenn du irgendwie einen bekannten Song spielst, musst du Abgaben zahlen oder so an die GEMA. Auch irgendwie ganz gut. Und ich denke aber, wo dieses System als solches an seine Grenzen kommt, ist, wo jetzt quasi OpenAI etwas baut, was am laufenden Band auf Basis aller Musik, auch neue Musik machen kann. Also ChatGPT ist ja sehr viel produktiver in, oder jetzt ChatGPT also irgendeine Musik-AI ist ja sehr viel produktiver als jede andere Komponistin oder Band oder so überhaupt. Kannst du die ganze Zeit, ich weiß nicht, wie diese Dinge heißen, ob es da irgendeine Schätzung gibt, wie viele Lieder die am Tag generieren.

Tim Pritlove
0:28:14
Linus Neumann
0:28:17
Tim Pritlove
0:28:52
Linus Neumann
0:29:23
Tim Pritlove
0:29:25
Linus Neumann
0:30:05
Tim Pritlove
0:30:06
Linus Neumann
0:30:17
Tim Pritlove
0:30:19

Ja, aber nee, warte mal. Ich müsste den mal kurz raussuchen. Den habe ich jetzt hier nicht so ready. Und ich muss hier auch noch einen zweiten Track hinzufügen kurz. Das geht aber. Habe ich jetzt nicht drauf vorbereitet. So, ja, hier habe ich den. Und das ist nur so ein ganz kurzer Ausriss aus diesem Lied. Danach geht es irgendwie weiter und die anderen Instrumente setzen wieder ein. Aber dieser Breakbeat an dieser Stelle, der ist dann einfach irgendwann aufgegriffen worden von Tausenden von Künstlern und ist einfach der berühmteste Break. Und ja, der und das ist ja nicht das einzige Sample, was aufgegriffen wurde und es gab ja immer diese Diskussion mit, ist, wenn ich jetzt hier ein Stück aus einem anderen Musikstück rausnehme, wirklich nur eine Sekunde irgendein Schrei irgendwie, das weiß ich hier, Snap, you've got the power und so weiter, das sind alles so Lieder, die sind einfach zusammengesetzt aus ganz vielen anderen. Quellen und dann war ja immer diese Argumentation, ja ist das jetzt geklaut oder ist sozusagen diese Kreativität, das aufzunehmen und überhaupt erstmal zu was Eigenem zu machen, steht das dann komplett wieder für sich und man kann jetzt nicht irgendwie bis in alle Ewigkeit, bis zur ersten Note, die jemals gespielt wurden, zurückgehen und alle irgendwie vergüten. Also das ist natürlich etwas, was jetzt durch die AI-Systeme nochmal von ganz anderen Dimensionen stattfindet, weil es sich halt jetzt, wie ich schon formuliert habe, das Wesen erkannt wird. Man erkennt Stimmung, man erkennt Beats, Rhythmen, Melodien, Klangmuster, Songstrukturen, das ist ja total Meta und ist in der Lage eben mit diesen automatisierten Systemen das alles nachzubauen und dem immer wieder so einen neuen Flair zu geben. Du bleibst im Genre, aber du schaffst im Prinzip was Neues und ist das jetzt irgendwie gut, schlecht, geht die Welt davon unter, ist schwer zu beantworten.

Linus Neumann
0:32:38
Tim Pritlove
0:32:48
Linus Neumann
0:32:55

Das ist richtig. Nur, dass halt, also ein Sample wird dir gestohlen, ist halt ein Unterschied zu allen Musikern, wird alle Musik verwurstet und etwas geschaffen, was mehr Musik am Tag macht, als alle Musiker in ihrem ganzen Leben. Also diese, die Dimension ist halt eine andere. Weißt du, was ich meine? Also ich glaube, diese armen Brother-Leute, die werden jetzt nicht, die werden sich eventuell geärgert haben, zu viel oder zu viele nicht genug, wahrscheinlich meistens ärgern sich die Leute, dass sie nicht genug Geld bekommen haben, ja, aber die werden jetzt nicht, die sind nicht zugrunde gegangen daran und, out of business gegangen, weil dieses Ding da gesampled wurde. Nochmal, ich kenne den Fall überhaupt nicht, ne, aber im Moment steht ja quasi zur Disposition, ob es überhaupt noch eine Grundlage dafür geben wird, dass Menschen Musik machen. Und dass es jetzt eine neue Form der Verwertung gibt, naja, also ich glaube, das wird jetzt halt ausgehandelt werden. Ich würde gerne noch kurz sagen, wie die GEMA sich das vorstellt. Die haben ein Lizenzmodell sich überlegt. Das ist natürlich auch wieder großzügiges Lizenzmodell. Es hat zwei Säulen und zwar die erste Säule ist die Beteiligung der UrheberInnen an allen wirtschaftlichen Vorteilen der Anbieter und zwar in Höhe von 30 Prozent der Einnahmen. Und danach kommt eine Mindestvergütung, die anknüpft an die Menge des Outputs. Und die zweite Säule sind die Folgenutzungen. Das heißt, die UrheberInnen sollen an allen wirtschaftlichen Vorteilen, die sich durch die Folgenutzung von KI-generierten Musikinhalten entstehen können. Wenn ich das jetzt richtig verstehe, wäre es so, sagen wir mal, es geht jemand hin und sagt, ich mache ein KI-supportendes Software-Tool für Bedroom-Producer. Und dafür, das verkaufe ich, das kostet 100 Euro im Monat, dann sollen schon mal 30 Euro jeden Monat einfach grundsätzlich schon mal an die GEMA gehen und dann die Folgenutzung, also irgendein Werk, was damit geschaffen wurde, also jede Musik, die mit dieser Software irgendwann einmal geschaffen wurde, da gibt es natürlich noch Folgenutzungsvergütung. Das erscheint mir jetzt auch ein bisschen üppig. Natürlich steigt die GEMA in so eine Diskussion nicht mit einer Minimalforderung ein, aber ich glaube, das hat sie hier auch nicht getan. Ich glaube, ich werde das Thema nicht lösen. Ich bin auch kein Musiker. Und ich bin auch keine KI, wollte ich sagen.

Tim Pritlove
0:36:08
Linus Neumann
0:36:21
Tim Pritlove
0:36:24
Linus Neumann
0:36:42
Tim Pritlove
0:37:29
Linus Neumann
0:37:31
Tim Pritlove
0:38:16
Linus Neumann
0:38:21
Tim Pritlove
0:39:19
Linus Neumann
0:39:25
Tim Pritlove
0:39:33
Linus Neumann
0:39:39

Was steht da jetzt spezifisch drin? DSGVO, in dem Bereich wollen sie ein bisschen was ändern. Ich hatte ja gerade schon angesprochen, Datenschutz-Grundverordnung, die, ja, ich würde sagen, so ein, zwei Jahrzehnte zu spät, den Betroffenen von Daten so ein paar Rechte gegeben hat, die es vielleicht wirksam verhindert hätten, dass enorm große zentralisierte Datenverwertungs- und Tracking-Geschäftsmodelle in dieser Form hätten entstehen können. Die gab es aber dann schon und damit hat es letztendlich unterm Strich zu ein paar nervigen Cookie-Bannern und ein paar Abmahnungen geführt, wenn man jetzt sehr, sehr, sehr böse auf die DSGVO blicken würde. Ich habe das jetzt mal pointiert. Und was wollen sie machen? Sie sagen, ja, wenn du Daten sammelst, also du sammelst personenbezogene Daten ein von Leuten, dann gibt es ja bestimmte Sachen, die du damit immer machen darfst, bestimmte Sachen, die du nur bei einem berechtigten Interesse machen darfst, das du benennen musst und bestimmte Sachen, die du gar nicht darfst. Ja, und dann eine ganze Menge Sachen, die du nur mit Einwilligung dann darfst. Und hier sagen sie jetzt zum Beispiel, wenn du mit den Daten, die du hast, eine KI trainieren möchtest, brauchst du keine explizite Einwilligung, sondern das ist eine grundsätzlich von deinem berechtigten Interesse gedeckte Handlung. Es ist gerade so, dass, ich glaube LinkedIn war das jetzt irgendwie so ein bisschen Thema in letzter Zeit, dass LinkedIn gesagt hat, ja pass auf, wir werden jetzt hier mit euren Posts und mit euren Messages und so werden wir jetzt eine KI trainieren und damit fangen wir an. In einem Monat und bis dahin könnt ihr versuchen, in den Einstellungen den Knopf zu finden, wo man Opt-out macht. Und dann haben sich die Leute auf LinkedIn die Empfehlung gegeben, wo man versuchen könnte, diesen Knopf zu finden. Großes Geschrei. Und dann ist der Drops gelutscht. Hier würde also quasi entschieden werden, dass LinkedIn mit dieser Herangehensweise, dass das so in Ordnung ist. Dass sie also sagen, ein Opt-out ist ausreichend. Bei vielen anderen Sachen würde man eben sagen, opt-in. Also es muss quasi spezifisch das Einverständnis erklärt werden, nicht das Einverständnis eingeräumt werden, dass das Einverständnis entzogen werden kann. Gibt es da nicht so eine schöne Formulierung, the tyranny of the default? Also das, was der Default ist, wird halt für 90, 95 Prozent der Leute einfach gelten und damit ist es natürlich schon eine, sagen wir mal eine entscheidende eine entscheidende Erleichterung von KI-Trainings, wenn du sagst, ja ja, das darfst du einfach grundsätzlich, da musst du dich jetzt nicht rumärgern, dass dir irgendjemand das noch zustimmt. Reicht, wenn du irgendwo einen Knopf versteckst, wo sie Opt-out machen können. Das ist schon eine starke Erleichterung davon. Sie definieren auch pseudonyme Daten ein bisschen enger, sodass das quasi weniger darunter fällt und Sie wollen, das mit dem Online-Tracking angehen. Da sagen Sie auch, da reicht dann nämlich jetzt auch ein Opt-out statt einer Einwilligung. Und da hätten Sie sehr gerne dann einen Weg für automatische, maschinenlesbare Angaben individueller Präferenzen, wenn es denn dafür mal einen Standard gibt. Und das finde ich ganz lustig, weil es gab doch diesen HTTP-Header, Do Not Track, den hat dann einfach keiner respektiert. Und dann hat man gesagt, naja, okay, dann müssen wir eben akzeptieren, dass sich dieser Standard nicht wirklich durchgesetzt hat. Aber technisch gab es einen.

Tim Pritlove
0:44:13
Linus Neumann
0:44:27
Tim Pritlove
0:44:45
Linus Neumann
0:44:53

Richtig. Richtig. Es ist nicht zu ertragen, es ist todnervig. Was ich hier realitätsfremd finde ist, in der Regel, wenn ich jetzt eine Seite besuche, nehmen wir, welche Seite nehmen wir? Spiegel Online. Ja, gehe ich auf Spiegel Online. Dann muss ich dem Tracking zustimmen. Das Tracking nimmt ja aber nicht der Spiegel Verlag Rudolf Augstein KG, vor, sondern eine Reihe unterschiedlichster Werbevermarkter, die Inhalte über diese Seite mit ausspielen, die quasi eingebettet werden und dadurch mich tracken beim Spiegel, beim gleichzeitigen, darauffolgenden Besuch von heise.de, süddeutsche.de und wo sie alle sind. Das heißt, dieses Einwilligungsverhältnis, ich möchte hier getrackt werden, ist ja eigentlich gar keins, das ich mit Spiegel Online habe, sondern mit den 193 oder was auch immer, es sind ja wirklich teilweise so viele, wenn du dann mal in diese Cookie-Dinger gehst, wo du da zustimmst, da sind ja wirklich teilweise bis zu wirklich mehrere hundert unterschiedliche Organisationen, die du dann da die Rechte einräumst. Ich weiß nicht, ob das bei Spiegel so ist, aber auf bestimmten Seiten gibt es ja echt spannende Möglichkeiten, mit wie vielen Organisationen, die ich gar nicht kenne, ich hier eine vertraglich-rechtlich-bindende, ja, ihr könnt mich tracken. Vereinbarung treffe, wenn ich das klicke. Und beim Besuch der nächsten Seite treffe ich ja eigentlich wieder mit den Gleichen diese Vereinbarung, was denke ich relativ wichtig ist, weil es ist nicht wirklich der Spiegel oder die Webseite, die ich besuche, die mich da trackt, sondern eben Eingebettete, die diese finanzieren. Und eigentlich müsste es reichen, wenn ich einen Brief schreibe an alle diese Unternehmen, die das tun und sagen, übrigens wenn ich im Internet bin, ich möchte von euch nicht getrackt werden, ich möchte nicht, dass ihr Profile über mich bildet und damit ist das geklärt und dann bräuchte ich auch nie wieder einen Cookie-Banner. Aber dieser Teil scheint, also diese technische Realität, die sich dahinter verbirgt, scheint nicht allen ganz klar zu sein. Was aber der EU-Kommission offenbar klar ist, ist, dass Medien, Verlagshäuser, deswegen habe ich sie gerade auch als Beispiel genannt. Darin ihre wirtschaftliche Grundlage haben. So finanzieren die sich. Alle diese Verlage, alle diese Seiten finanzieren sich zu großen Teilen durch Werbeeinnahmen. Und diese Werbeeinnahmen sind deshalb da, weil da Werbevermarkter Werbung platzieren. Und die platzieren die auf sehr vielen Webseiten. Und aus den Webseiten, die wir besuchen und den Inhalten, die wir lesen, machen sie Profile, anhand derer sie uns die Werbung anzeigen, die unser Adblocker dann versucht wegzumachen. Ja, das ist dann, so funktioniert dieses Modell. Wenn man jetzt sagt, ausgerechnet Verlage sind davon ausgenommen, dass ich zustimmen muss, ob ich von irgendeiner anderen Firma getrackt werde, das kann ja nicht sein, weil diese Erlaubnis zum Tracking oder getrackt werde ich doch gar nicht von dem Verlag. Ich werde ja von jemand anders getrackt. Und wenn ich jetzt sage, ich darf dem, ich habe ein Opt-out oder Pipapo, irgendeine Möglichkeit zu widersprechen, dann kann es ja nicht sein, dass jetzt die Medienseiten davon ausgenommen werden. Weißt du? Also, verstehe ich. Weißt du?

Tim Pritlove
0:48:48

Ich meine, wenn es... Wenn es wirklich nur die Werbung wäre, also wenn es wirklich nur darum ginge, mir Werbung anzuzeigen, die für mich auch wirklich relevant ist, würde ich sagen, ja hurra. Ja, weil was mich ja noch mehr nervt, ist ja irrelevante Werbung. Ich will jetzt hier nicht die ganze Zeit Zeug angezeigt werden, was mich nicht interessiert. Mal abgesehen davon, dass ich generell von Werbung auch überhaupt nicht verführt werden will. Aber das wäre ja, sagen wir mal, in gewisser Hinsicht noch irgendwie akzeptabel. Das Problem ist halt nur, dass diese Unternehmen diese Profile aufbauen, teilweise dann, und so sehr sie eben in der Lage sind, das auch auf die konkrete Person zurückführen und speziell dann halt in geschlossenen Systemen wie Facebook damit natürlich mehr als nur ein Werbeprofil machen, sondern eben auch ein politisches, potenziell politisches Profil aufbauen. Und das hat man ja nun schon sehr oft, Brexit, Trump-Wahl etc. Diese ganzen Ausspielungen, die dann eben genutzt werden, um mich auch gezielt zu beeinflussen und an der Stelle wird es eben wirklich problematisch. Und was würde jetzt passieren? Also angenommen, man würde jetzt Tracking verboten, ich kann in meinem Browser sagen, ja, mich trackt ihr einfach mal gar nicht, ich will hier auch gar keinen Cookie-Banner, sehen, mein Browser sagt einfach mich nicht und damit habt ihr das alles komplett zu unterlassen. Da habe ich natürlich erstmal keine Möglichkeit festzustellen, ob es nicht doch getan wird.

Linus Neumann
0:50:24
Tim Pritlove
0:50:26
Linus Neumann
0:51:10

Nee, natürlich nicht. Also die Antwort wäre, einmalig zu sagen, pass auf, ich will einfach, also lass, ich möchte auch, ich möchte das nicht. So, das müsste reichen. Und das würden dann einmal alle machen und dann wäre das Internet am nächsten Tag zu. Und dann würde ChatGPT fragen, ob irgendwas passiert ist. Und ChatGPT würde sagen, tut mir leid, habe ich nicht lizenziert. Am besten geht da einfach zur Arbeit und richtet euch über nichts auf. Das wäre ja auch eine Möglichkeit, mit der Sache uns zu gehen. Aber diese. Regelung mit den Cookie-Bannern ist, denke ich, realitätsfremd insofern, als dass sie nicht die Realität abbildet, wer mich da trackt und wer nicht. Und genauso ist die Idee, dass ich da jetzt einzustimmen kann oder nicht, genauso realitätsfremd. Und erst recht ist realitätsfremd zu sagen, Medien werden ausgenommen von diesem Ding, damit die wirtschaftliche Grundlage nicht entzogen wird, weil das ja wiederum bedeutet, genau da, wo du potenziell politisch relevante Inhalte konsumierst, genau da darf Tracking einfach stattfinden. Aber es ist ja nun mal kein Verhältnis, was ich mit dem Medium habe. Es ist ein Verhältnis, was ich mit den Inhalten habe, die die Seite einbettet. Also das überzeugt mich nicht. Ich habe nicht den Eindruck, dass sie da genau wissen, wie der Hase läuft. Außerdem sagen sie, ja, pass auf. Wir schwächen den Schutz sensibler Daten. Und zwar dürfen die ja grundsätzlich kein, also in der DSGVO sind besonders sensible Daten ethnische Herkunft, politische Meinungen religiöse, weltanschauliche Überzeugungen, Gewerkschaftszugehörigkeit genetische Daten, biometrische Daten, Gesundheitsdaten Daten zum Sexualleben sexuelle Orientierung das sind besonders sensible Daten und, Es gibt ja dieses wunderschöne Beispiel, das ist viele Jahre alt, aber ich behandle das gerne in Vorträgen. Wir haben es auch hier im Logbuch mal behandelt, wo Amazon eine KI trainiert hat, um die Vorauswahl von Bewerberinnen zu treffen. Kannst du dich daran erinnern? Ich fasse es kurz zusammen. Amazon kriegt ja sehr, sehr viele Bewerbungen. Dann werden die irgendwie gescreent und dann kommen Bewerberinnen in Betracht, und dann werden die zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Und je nachdem, wie das Bewerbungsgespräch verläuft, werden sie am Ende angestellt oder nicht. Und diesen Prozess, den bildet Amazon natürlich digital ab und dann kannst du darauf eine KI trainieren. Und dann haben sie gesagt, Okay, liebe KI, bitte sorge dafür, dass wir nicht so viel Zeit in Bewerbungsgesprächen verbringen, die am Ende nicht in einer Einstellung münden, sondern wir trainieren dich jetzt bitte darauf, dass du uns nur die Leute schickst, die am Ende des Bewerbungsgesprächs auch den Job kriegen. So, haben sie gemacht, dann haben sie gesagt, okay, natürlich darf das Ding jetzt nicht explizit mit, kriegt halt keine Geschlechtsdaten oder so. Es stand nicht dran, männliche Bewerberin, weibliche Bewerberin oder so, Namen wurden halt entfernt, also so grob wurde geguckt, dass da jetzt nicht direkt gesagt wurde, Männlein, Weiblein, ethnische Herkunft oder Immigrationshintergrund, also sowas wurde halt nicht strukturiert mit erfasst. Und dann haben sie am Ende rausgefunden, dass ihnen das Ding jetzt nur weiße Männer schickt. So, sehr interessant. Warum war das so? Nun ja, A, offensichtlich überstehen weiße Männer die Vorstellungsgespräche bei Amazon mit größerer Wahrscheinlichkeit als Frauen und Menschen mit anderen Hintergründen als weiße Männer. Dann hat Amazon gesagt, okay, scheiße, jetzt haben wir hier also eine sexistische, rassistische KI, die die Bewerberauswahl trifft, das können wir so nicht machen. Also lassen wir die Auswahl in Zukunft wieder von echten Rassisten und Sexisten treffen, weil das können wir machen. Also die KI haben sie... Ist wirklich so, ja, wahre Geschichte. Der Witz ist aber, die haben dem Ding ja nicht gesagt, das ist ein weißer Mann und das nicht. Sondern die KI hat quasi aus dieser Menge der Daten offensichtlich an, was weiß ich, Lebensläufen, Schulen, die Menschen besucht haben, Universitäten, was auch immer, irgendetwas hat da mit Geschlecht und ethnischem Hintergrund korreliert. Ich meine, wenn du, was weiß ich, an einem IIT in Mumbai studiert hast, lässt sich auch, es ist die Wahrscheinlichkeit, dass du vielleicht in Indien geboren bist, lässt sich da nicht verleugnen. Natürlich gehen da auch Menschen aus aller Welt hin, weil es ein Elite-Institut ist. Aber wie auch immer, es gibt halt Faktoren, die da stehen, die sehr stark mit ethnischer Herkunft, religiöser, weltanschaulichen Hintergrund, und Ethnie und so weiter korrelieren. Da sagen die jetzt, okay, diese Einschränkung, die gilt jetzt nur noch explizit für diese Merkmale, nicht für Daten, aus denen sich das erschließen lässt. Also genau dieses Amazon-Beispiel, es wurde nicht explizit erfasst, sensible Daten darfst du nicht explizit erfassen, aber wenn sie deduziert werden, also wenn sie sich aus den Kontexten ergeben, Ja, mei, was willst du machen? Nur bei Biometrie sagen sie, das muss weiterhin besonders geschützt werden. Und dann sagen sie, ja, die KI-Verordnung, die wir hier haben, die möchten wir auch ein bisschen gezielt vereinfachen, damit es eine zeitnah reibungslose und verhältnismäßige Umsetzung gibt bei der KI-Verordnung. Unter anderem sagen sie, dafür möchten sie so ein AI-Office direkt unter der Kommission haben. Dort bündelt sich dann die Aufsicht. Wir erinnern uns, dass ja die Ursula von der Leyen in letzter Zeit relativ oft mit US-Vertreterinnen, sowohl der Wirtschaft als auch der Regierung, über so, naja, was macht denn die EU da zur Behinderung unserer Geschäftsinteressen? redet. Und dann sagt sie, ja, okay, dann bündeln wir mal die Aufsicht, lieber direkt im Office, was direkt unter mir ist. Das ist das AI-Office dann eben. Und das ist dann für die Regulierung der VLOPS, was sind das? Very large Online-Platforms. Also ab 45 Millionen monthly unique EU-Users, oder ich glaube noch nicht mal unique, 45 Millionen EU-User, bist du dann ein VLOPS und dann sitzt du sitzt im Ursels-AI-Office, ist dann deine Kontrolle. Wahrscheinlich sitzt du in Irland direkt neben der Datenschutzbehörde da. Und apropos Datenschutz, da wollen sie es also auch erleichtern. Sie wollen den KI-Unternehmen, die jetzt ein berechtigtes Interesse haben, deine personenbezogenen Daten zu verarbeiten, den wollen sie es erleichtern, den Datenschutz einzuhalten.

Tim Pritlove
0:59:10
Linus Neumann
0:59:12
Tim Pritlove
0:59:16
Linus Neumann
0:59:20

Wir möchten euch rechtliche Vorgaben machen, die leichter einzuhalten sind. Das hören andere nicht so häufig. Könnte man jetzt zum Beispiel bei Räubern und Einbrechern auch sagen, wir möchten euch erleichtern, die gesetzlichen Vorgaben einzuhalten. Deswegen ohne euer berechtigten Interessen jetzt hier auch ein bisschen mehr zu würdigen. Und ich weiß gar nicht so, ich muss ehrlich sagen, diese... Diese Diskussion, wie viel kann jetzt diese KI an Wohltat über die Menschheit bringen, wie viel Produktivität, Wirtschaftswachstum, Potenzial, weiß auch immer, ist da drin. Wie sehr müssen wir uns da vielleicht dagegen schützen, dass diese ganze KI-Datenzentralisierung, wir lernen daraus, alles in den USA ist und es in Europa gar nichts mehr gibt. Also alle diese Themen. Ich finde das sehr spannend, wie da gerade diese. Naja, wie eben alte Ideen darüber, wie etwas funktioniert, wieder an ihre Grenzen stoßen. Das Konzept Datenschutz ist ja mit Facebook auch an seine Grenzen gestoßen. Da gab es irgendwie mal die Idee, ja, meine Güte, jemand hat eine Adresse und so weiter. Er hat 5, 6 Daten, Geburtsdatum hat er auch noch 7. Und das müssen wir jetzt schützen. Und dann kommt auf einmal irgendwie so ein Google und so ein Facebook und so nehmen alles an Daten auf und wir sagen, ja, wir hätten hier so eine Idee, wir könnten so eine Datenschutzgrundverordnung und so und dann stehst du ja irgendwann mit streckenweise, inzwischen durch die Realität, realitätsfremd gewordenen Konzepten, die irgendwann mal sinnvoll gewesen wären, um eine bessere Realität zu, in Richtung einer besseren Realität zu lenken. Und das gleiche ist jetzt irgendwie so bei diesen KI-Sachen. Ich bin mir, ich weiß es nicht. Was findest du Tim? Sollte eine KI dein Leben, also am besten, möchtest du lieber von einer chinesischen oder von einer US-amerikanischen KI terrorisiert werden für den Rest deines Lebens?

Tim Pritlove
1:01:57
Linus Neumann
1:01:59
Tim Pritlove
1:02:03
Linus Neumann
1:02:40
Tim Pritlove
1:02:44
Linus Neumann
1:02:53

Na gut, dann setzen wir uns mit Palantir auseinander. Wir haben ja hier darüber gesprochen, dass in Baden-Württemberg ein neues Polizeigesetz diskutiert wurde und dass in diesem Polizeigesetz eben auch die Grundlage für eine Palantir-Nutzung geschaffen wird. Palantir, das, Massendatenanalyse-System für Polizeibehörden aus dem Hause Peter Thiel. Und der Vertrag dafür besteht übrigens schon seit dem Frühjahr. Finde ich auch lustig. Da haben die quasi schon den Vertrag unterschrieben für die Software, die sie gesagt, müssen wir noch, wir machen schon mal den Vertrag, wir ändern dann noch eben die Gesetze, dass das passt. Und dann haben die Grünen, und die CDU, die ja in Baden-Württemberg regieren, mussten sich einigen und ich glaube, das hat Thomas ja auch schon, Ich glaube, es war Thomas in der letzten Sendung gesagt. Die Grünen haben jetzt zugestimmt. Aber muss man auch sagen, sie sind ein harter Hund. Harter Hund, die Grünen. Dafür bekommen sie jetzt anderthalb Tausend Hektar mehr Schwarzwald-Nationalpark. Also das ist natürlich auch, naja, also ich meine, ist ja auch etwas. Mehrere Kreisverbände der Grünen waren dagegen. Es gab Demos dagegen, wir haben hier darauf hingewiesen. Es gab die Petition dagegen, 13.000 Leute in kürzester Zeit. In der ganzen Diskussion und Kampagne war aber dann eben auch inhaltlich in der Diskussion mehr Parlamentierthema als diese Massenfahndung grundsätzlich, also die Zusammenführung der Daten. Außerdem in dem Polizeigesetz drin eine Experimentalklausel, die die Verarbeitung von Daten erlaubt, bei der Entwicklung, dem Training, dem Testen, der Validierung und der Beobachtung von IT-Produkten einschließlich KI-Systemen und KI-Modellen außerhalb von rein wissenschaftlichen Forschungsarbeiten. Also sie sagen quasi, die Daten, die es da gibt, die dürfen zur Produktprüfung, die dürfen einfach verwendet werden. Und die Begründung leuchtet natürlich auch ein, ja, wenn man solche Systeme bauen will, muss man die eben auch mit Realitätsdaten testen, prüfen und so weiter und deswegen dürfen wir das jetzt auch. Das macht schon technisch Sinn, aber ist natürlich auch sehr schwierig. Sehr hemmsärmlich, jetzt da wirklich so eine komplette Carte Blanche, inklusive KI, Modelle, Produkt, nicht wissenschaftlich und so, das ist schon ein sehr starker Schritt nach, in eine Richtung der YOLO-Datenverarbeitung.

Tim Pritlove
1:05:48
Linus Neumann
1:06:07

Naja, also ich glaube, dass das schon auch aus der Tätigkeit und den Herausforderungen dieser Tätigkeit nicht überraschend ist. Wenn du erstens mal durch die Föderalismusprinzipien eh potenziell 16-fache Datenhaltungen hast und außerdem alle möglichen Datenbanken getrennt sind und du auf jede einzelne Datenbank ein einzelnes Auskunftsersuche, wie wir jetzt da gucken, darf ich da überhaupt rein? Und dann sagt jemand, pass auf, wir haben eine Idee. Alles hier rein, Suchbegriff, zack, bumm. Und das ist ja auch die Kritik an dieser ganzen Sache, dass es auf unterschiedliche Daten nur zu unterschiedlichen Zwecken, mit unterschiedlichen Begründungen usw. Zugegriffen werden darf. Und da haben wir uns alle was bei gedacht bei den Gesetzen. Und diese Idee wird jetzt durch dieses System ad absurdum geführt. Und gleichzeitig sind das natürlich diese gesetzlichen und Datenhaltungsrealitäten sicherlich ein sehr. Sagen wir mal, starkes Hemmnis beziehungsweise Quelle der Frustration bei der Polizeiarbeit. Dafür wurden sie ja auch gemacht, dafür haben wir ja die Gesetze, damit die eben nicht mit irgendeiner Massenüberwachung genau sowas haben. Aber mir leuchtet schon ein, dass wenn du jetzt irgendwie einen Polizisten fragst und sagst, pass auf, hättest du gerne hier so eine, so ein Chat-GPT für, für alle Daten, die du gerne haben möchtest, dann würden die natürlich sagen, ja, das würde mir durchaus meine Arbeit erleichtern. Und dann sagt man, ja klar, wenn die Arbeit erleichtert wird, dann können wir mehr Verbrechen verfolgen, dann kommen mehr in den Knast, das ist ja viel besser dann. Und dann sagen die, klar, wir wollen auch eine moderne KI haben. Also ich kann, mich wundert nicht, dass sie darauf abfahren. Aber es ist eben, deren Rat ist nicht, deren Einschätzung ist nicht unbedingt die, nach der man sich richten sollte, wenn man eine Demokratie aufrechterhalten möchte. Ja, aber das wurde jetzt, ist durch. Die Grünen stehen dafür in der Kritik. Und ja, denke, Markus Reuter hatte das, glaube ich, auch bei Netzpolitik.org kommentiert. In der Diskussion ging es halt viel mehr um Parland hier, als um welche Folgen diese massenautomatisierte Zusammenführung von Daten grundsätzlich hat. Und das sollte man in Zukunft noch mal mehr in den Vordergrund stellen, weil auf Bundesebene wird der gute Dobrindt das ja jetzt auch alles wollen. Der will auch alle Daten auf einen Haufen. Und dann gibt es noch ein, es ist eher so ein kleines Ding, jedes Jahr gibt es dann den BSI-Lagebericht. Ich weiß gar nicht, ob die das Ding überhaupt noch inhaltlich über, wahrscheinlich ändern sie ein paar Zahlen und schreiben ein anderes Jahr drauf, weil es ändert sich ja nichts an der Lage. Es ist immer dramatisch, immer schlimm, niemand lernt draus. Und dann haben sie jetzt gesagt, ja, jetzt machen wir das NIST-2-Umsetzungsgesetz. Jahr NIS verorten, die ist ungefähr vor drei Jahren von der EU definiert worden. Jetzt musste man die mal langsam umsetzen. Die EU hatte schon gesagt, wenn ihr das nicht macht, dann gibt es hier Strafe. Jetzt haben sie da irgendein Umsetzungsgesetz verabschiedet und ich muss sagen, ich habe es mir noch nicht mal angeguckt. Weil wenn du dir anschaust, welcher Schaden, und ich glaube da irgendwie in einem BSI-Lagebericht, 82% der Unternehmen haben irgendeine Form von Schäden, ja, durch den Cyber. Wenn du dir so eine Situation anschaust, da finde ich es ja schon wirklich. Absurd, dass man in einer solchen Situation jetzt noch auf den Staat schaut und sagt, so schaffe er ein Gesetz, das endlich die Unternehmen schützt und sie verpflichtet, was weiß ich, Schwachstellen zu fixen, um ihre eigenen genuinen, direkten finanziellen Interessen zu schützen. Endlich muss der Staat etwas tun. Der eine Bereich, wo der Staat eigentlich nichts tun muss, weil wenn die Unternehmen bereit sind, diesen Schaden für sich in Kauf zu nehmen und nichts dagegen tun wollen, wieso sollte der Staat denn da jetzt eingreifen? An der Stelle, wo Dritten ein Schaden entstehen kann, was weiß ich, wenn es um kritische Infrastrukturen geht, wenn es um Datenschutz geht oder so, da könnte man natürlich sagen, okay, hier bist du außerhalb deiner unternehmerischen Freiheit, so viel Schaden in Kauf zu nehmen, wie du möchtest. Hier nehmen nämlich andere Schaden, da haben wir Gesetze. Aber genau da passiert ja dann nichts. Wenn irgendwie wieder irgendeine Bude aufgemacht wurde und so und so viel Daten rausgetragen wurden, das ist ja straffrei. Da passiert ja nie etwas, wenn jetzt irgendwie, was weiß ich hier, diese Carriot-Geschichte, die wir letztes Jahr da beim Kongress auch behandelt hatten oder so, es ist ja nie so, dass da irgendwie ein großartig angemessener Schaden für das Unternehmen entstünde. Das wäre ja etwas, am Schaden anzusetzen für Dritte. Stattdessen schreibt man das fünfte Gesetz, was jedem Unternehmen vorschreibt, seine IT-Sicherheitslücken zu reduzieren. Warum? Das können die doch machen, wie sie wollen. Also verstehe ich überhaupt nicht. Ich erkenne da wirklich keinen Regelungsbedarf.

Tim Pritlove
1:11:52
Linus Neumann
1:11:55
Tim Pritlove
1:11:56
Linus Neumann
1:11:59
Tim Pritlove
1:12:51
Linus Neumann
1:13:05
Tim Pritlove
1:15:04
Linus Neumann
1:15:18
Tim Pritlove
1:16:48
Linus Neumann
1:16:53
Tim Pritlove
1:16:58
Linus Neumann
1:17:39

Ja, du hast aber natürlich das Präventionsparadox in dieser ganzen Geschichte. Ich bin ja IT-Sicherheitsberater, das heißt, ich habe mit sehr vielen unterschiedlichen Unternehmen zu tun, in denen Menschen verantwortlich sind für IT-Sicherheit. Wenn die ihren Job gut machen geht jemand hin und sagt da müssen wir irgendwie sparen das ist alles völlig klar aber ich denke auch, dass inzwischen die Lehren eigentlich andere sind weil was du was die Lehre aus dieser, Ransomware-Pandemie ist, dass du resiliente Infrastrukturen bauen musst dass du wieder priorisierte Wiederanlaufkonzepte brauchst und so das kann auch niemand anderes für dich machen Das muss jedes Unternehmen selber machen. Und die, die es nicht tun, denen fliegt das halt irgendwann um die Ohren und dann stehen sie halt wochenlang still. Ich weiß nicht, ob der Staat da jetzt hingehen muss und sagt so, pass auf, es wäre schon ganz gut, wenn ihr den Kern eures Geschäftsbetriebs gegen eine seit fast einem Jahrzehnt prävalente und bekannte Bedrohung vornehmt. Weiß ich nicht, ob das, also weißt du, ich verstehe es nicht vom ... Vom Ansatz her, und ich glaube auch nicht, dass es am Ende den Missstand beseitigt. Weil der Missstand auch nicht beseitigt wird, ist, dass wir weiterhin Internet durch Kupfer kriegen. Eine faszinierende Meldung. Die Deutsche Telekom hat inzwischen 11,8 Millionen Haushalte, Firmen und Behörden mit Glasfaser versorgt. Und beklagt, dass nur 16,1% davon auch mit einem entsprechenden Vertrag darauf zugreifen. Das bedeutet, 84% des Glases, das die Deutsche Telekom verlegt hat, ist dunkel. Dark Fiber. Und ich habe mich sehr gewundert, weil ich das, also es ist deswegen halt schrecklich, weil wir diese Infrastruktur ja brauchen und wenn den Anbietern signalisiert wird, dass es keine Nachfrage an dieser Infrastruktur gibt, dann haben sie keinen Anreiz, diese Infrastruktur zu bauen. Und dann werden wir hier demnächst eben mit unseren Dieselmotoren und unseren Kupferkabeln irgendwie in so eine Steampunk, Fork der Realität gehen, während woanders Zukunft stattfindet. Und wir beklagen ja schon sehr lange, dass dieser Glasfaserausbau eigentlich überfällig ist und jetzt straft die Realität im Prinzip das Geschäftsmodell ab. Also habe ich mal gefragt, was stimmt mit den Leuten nicht? Und da habe ich sehr, sehr viele Antworten auf Mastodon bekommen, primär wurde, ich habe zusammengefasst also einer sagte zum Beispiel der monatliche Preis ist sehr viel höher als bei einem VDSL oder DOCSIS, also Cableanschluss. Der Innenausbau kostet mehrere tausend Euro ich weiß nicht, welchen Innenausbau die Person jetzt meinte, ist ja auch sehr unterschiedlich ob es im Haus oder Also vermutlich ist damit gemeint, es wird ein Glas ans Haus gelegt und dann muss das noch im Mehrfamilienhaus verteilt werden oder so. Es würde die hohe Geschwindigkeit nicht gebraucht. Und weil man keine Telearbeit oder Homeoffice macht, reicht eben, oder nee, weil es eben so ein CG-Nut, also nicht mit einer festen eigenen IP ist, könnte man eben auch nicht dann von zu Hause die Arbeiten erledigen, die man bräuchte. Also die Leute, ich habe das mal tatsächlich von ChatGPT zusammenfassen lassen, erster Grund, kein erkennbarer persönlicher Bedarf, zweiter Grund, hohe Kosten, Ausbau- und Verfügbarkeitsprobleme und viele sagen dann, sie warten jetzt noch so ein bisschen oder sie sind mit den Vertragskonditionen nicht zufrieden. Das war so ein bisschen diese Erfassung anekdotischer Evidenz, warum Menschen Glasfaseranschlüsse, die an ihrem Haus liegen, nicht nutzen.

Tim Pritlove
1:22:13
Linus Neumann
1:23:33
Tim Pritlove
1:23:34
Linus Neumann
1:24:52

Ich fände es halt ich frage mich wirklich also ja, ich habe einen Glasfaseranschluss und ich habe auch den großen da gab es zwei, ich habe den teureren genommen ich habe immer gesagt, gib mir den teuersten, besten, den will ich haben ähm, Ich verstehe durchaus, dass ich jetzt wahrscheinlich keine nennenswerte Degradierung meines Services oder meines Surferlebens hätte mit einem etwas schwächer dimensionierten Anschluss. Ich habe aber auch ein Deutschland-Ticket, obwohl ich nicht jeden Tag oder nicht jeden Monat damit die günstigste Option habe. Ja, also manchmal fahre ich sicherlich nicht genug öffentlichen Personennahverkehr, dass dieses Ticket für mich einen Vorteil, einen finanziellen, unmittelbaren, spürbaren Vorteil gibt. Wahrscheinlich zahle ich in einigen Monaten drauf. Trotzdem möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, dass dieses Modell... Existiert und erhalten bleibt. Weil ich daran glaube, dass es sinnvoll ist, wenn möglichst große Teile der Gesellschaft einfach eine ÖPNV-Flat haben und sich damit viel bewegen. Gut, jetzt kann ich diese beiden Dinge auch bezahlen. Und dann gibt es eben, also ist ja auch erkennbar, Menschen, die sagen, pass auf, dieses Geld verschwende ich nicht, ich decke meinen Bedarf. Aber dann, an dem Punkt würde ich jetzt denken, ist die Konsequenz, dann muss der Staat das eben subventionieren. Da muss der Staat hingehen oder wir sagen, pass auf Leute, from the people that brought you Verbrenner aus, hier ist die nächste Idee, die wir haben, Kupfer aus. Ha! So, und also, dass man da irgendwie diese, Transformation in eine moderne Welt aktiv vorantreibt, halte ich für notwendig, insbesondere bei Infrastrukturbau.

Tim Pritlove
1:26:56
Linus Neumann
1:27:57
Tim Pritlove
1:29:01
Linus Neumann
1:29:12
Tim Pritlove
1:29:58
Linus Neumann
1:30:14
Tim Pritlove
1:30:25
Linus Neumann
1:30:29
Tim Pritlove
1:30:40
Linus Neumann
1:30:43
Tim Pritlove
1:30:46
Linus Neumann
1:30:51
Tim Pritlove
1:32:12
Linus Neumann
1:32:14
Tim Pritlove
1:32:42
Linus Neumann
1:32:47