LNP218 Wahlsicherheit durch Obskurität

Bundeswehr — Shadowbrokers — TKG mit DPI — AfD auf Twitter — IVU.elect — Bose-Spione

In unserer heutigen Sendung steigen wir wieder einmal mit ausführlichem Feedback ein und greifen noch ein mal das Thema Bundeswehr und Gesellschaft auf. Danach schauen wir auf die neue Ladung von veröffentlichten Sicherheitlücken aus dem NSA-Fundus, den neuen heimlich eingeschobenen Änderungen des Telekommunikationsgesetzes, wie die AfD sich auf Twitter sich abbildet und was man daraus für Schlüsse ziehen kann. Zum Schluss schauen wir welche Schlüsse der Berliner Senat aus Sicherheitsbedenken gegenüber der eingesetzten Wahlauszählsoftware gezogen hat (Hint: keine) und beklagen, dass jetzt sogar schon Kopfhörer anfangen, einen auszuspionieren.

Dauer: 1:12:57

On Air
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Feedback

Shadowbrokers Exploit Leak

TKG-Änderung: DPI und Sperren für die Sicherheit

AfD auf Twitter

IVU.elect in Berlin

Bose-Spione

Bonus Track

18 Gedanken zu „LNP218 Wahlsicherheit durch Obskurität

  1. Vielen Dank für eine weitere ausgesprochen informative Sendung – Logbuch Netzpolitik erweitert, wenn ich das mal sagen darf, sehr regelmäßig meinen Horizont…

    Wie das so ist, wenn man das Ende der Sendung und damit den Cybermarsch noch so hört – man denkt sich: Das kenn’ ich doch. Und tatsächlich: Da steckt ein vermutlich ungewolltes Zitat drin! Die erste Phrase des zweiten Themas (sorry, bin selbst Musiker…), also in der Originaldatei bei 1:24, gleicht exakt der Melodie des Refrains eines Liedes des leider verstorbenen Liedermachers Georg Kreislers mit dem Titel (Achtung, festhalten!): “Schützen wir die Polizei”. Also entweder ist es wirklich nur ein dummer Zufall, oder der Komponist schickt uns hier eine äußerst subtile Botschaft (welche auch immer) – denn natürlich meint Kreisler das ganze sarkastisch. Hier ist ein Link zum Hören (man beachte: das Lied ist von 1968!): https://www.youtube.com/watch?v=zxsU3_-K8Xc

    Ein wahrhaft hübscher Fund…

    • Ich hab mir das gerade angehört. Das kann kein Zufall sein oder? Lieber Sebastian, bitte schicke das an Frank und fefe. Wenn etwas in die Fnord-Newsshow gehört, dann ja wohl das!

      • Zufall wahrscheinlich nicht, aber vielleicht anders, als Ihr denkt:
        Georg Kreisler verwendet in seinen Liedern extrem viele Zitate. Ich halte es für wahrscheinlich, dass die Melodie von “Schützen wir die Polizei” selbst ein Zitat ist – von einem Stück, das dann auch Middel zitiert.

        Das war aber trotzdem eine dumme Idee von Middel, weil die Kreisler-Chansons in Deutschland bedeutend bekannter sind als irgendwelche Militärmärsche – und Kreisler hatte zum Militär eine recht eindeutige Meinung:
        https://youtu.be/vdxuEbA6-rU?t=1m2s

    • Ja, das ist interessant. Da wurde die Cyberwehr vielleicht schon, bevor sie ihren Rechner eingeschalten hat, von einem Trojanischen Pferd befallen :-)
      Leider habe ich über den Komponist nichts weiter finden können. Seinen Hang zu Georg Kreisler hat er sogar doppelt zum Ausdruck gebracht, da (laut Wikipedia) Georg Kreisler vorgeworfen wurde, Teile von Liedern anderer Künstler verwendet zu haben, ohne diese anzugeben.

      • Na dann will ich mich auch nicht lumpen lassen und noch ein weiteres FunFact anbringen.

        Der Künstler, von dem Kreisler wohl wirklich Teile abgeschrieben hat, war der amerikanische Satiriker Tom Lehrer.

        Als bekanntestes Beispiel dürfte da das berühmte “Tauben vergiften im Park” zu nennen sein, bei Lehrer hiess das Ganze dann “Poisoning Pigeons in the Park” (na sowas …).

        Ein echter Klassiker von Tom Lehrer ist übrigens das hier:

        https://www.youtube.com/watch?v=QEJ9HrZq7Ro

        Dem geneigten “CCC-Sympathisanten” dürfte das nicht ganz zufälligerweise an das Motto des 29C3 erinnern.

        HW

    • Tränen gelacht grade… nie und nimmer ist das Zufall.
      Ich würde mal sagen, die Cyberwehr wurde meisterhaft getrollt bevor sie überhaupt das erste Bit verschossen hat.

    • Bei dem BW Marsch warte ich immer drauf, dass plötzlich ein grosser Fuß von oben herab kommt und mit einem Furzgeräusch den Schriftzug “Vonderleyens Flying Circus” zerstampft…

    • Hilfe, ich kann nicht mehr vor lachen, der trojanisierte Cybermarsch! Vielen Dank für dieses Juwel!
      *geht weiter Georg Kreisler hören

  2. Die Sache mit der Relevanz auf Twitter hat mich zum Nachdenken gebracht. Viele, viele Accountnts in einem gerichteten Graphen. Im Grunde ist das ein sehr ähnliches Problem, welches Google vor nun über 2 Jahrzehnten mit dem PageRank Algorithmus bearbeitet hat. Wenn man den Follower Graph in seiner Gesamtheit vorliegen hätte, könnte man ihn als Markov Modell sehen und sich die Randverteilung für jeden Account berechnen. Das wäre dann eine Art PageRank für Twitter Accounts.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass da andere noch nicht daran gedacht haben.

    • Das kann schwierig werden, insbesondere hinsichtlich der Konsistenzbedingungen bzgl. des Algorithmus für die Dichteberechnung, der nun nicht ganz trivial ist…

  3. Das mit dem Kreisler Lied hat ja schon jemand anderes angemerkt. Daher hier noch der Hinweis, dass Tims Schätzung zu supercomputers der 70er zu optimistisch war: mein iPhone macht mehr Flops und hat mehr RAM als eine cray ymp, für die man noch in den dpäten 90ern Anträge für rechenzeit schreiben musste. Und nach Hause telefonierende Kopfhörer mit Noise cancellation haben ob der nach außen gerichteten Mikrofone noch ganz anderes Potential als bose meine Vorliebe für volkstümliche Musik mitzuteilen.

  4. Die BfDI wurde zwar aus dem BMI rausgelöst, aber nur weil EU-Recht das vorschreibt und der EuGH Deutschland verurteilt hat. Die Bundesregierung hat sich bis zuletzt dagegen gesträubt. Eine Loslösung des BSI fördern Grüne und Linke, aber eben nicht Union und SPD.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die Bundeswehr abgeschafft gehört – statt ausgebaut.

  5. Einsatz Software (OSV genannt) in der Wahl in der Niederlande ist/war sehr eingeschränkt:

    ** Zitat (Übersetzt) aus dem Brief des Ministers ****
    Die OSV functionalität ist brauchbar als Rechenhilfsmittel wie ein spreadsheet ein Rechenhilfsmittel ist,wenn dafür gesorgt wird dass das Papierprozess leitend ist.
    *****

    Die Wahl hat 4 Stufen:
    Die Wahl ins Wahllokal (etwa 10000 durchs ganze Land), dann geht’s zum Hauptwahllokal (Gemeinde / Stadt), dann zum Wahlkreis (etwa wie Provinz) und dann zum Wahlrat (National).

    Die stimmen werden manuell gezählt im Wahllokal, das Papier geht wird für alle Wahllokale im Hauptwahllokal mit der fraglichen Software reduziert zu ein einziges Resultat und auf Papier zur Wahlkries gebracht wo es wieder genau so reduziert wird.
    Aber die Resultate pro Partei werden in alle Stufen noch einmal Manuell ohne die Software berechnet und die Zählung ist leitend.

    Vorbedingungen:
    – Das Hilfsmittel darf nur auf Computer benutzt werden die nicht mit dem Internet verbunden sind.
    – Für alle Stufen gilt das vier Augen Prinzip.
    – Jede Stufe wird mit der Hand eingeführt (also keine Elektronische Datenträger)

    ** Noch ein Zitat ***
    Das Prozes zu das Total der Stimmen muss Transparent und kontrollierbar sein
    ******

    Brief des Ministers über die benutzung des Softwares (auf Niederländisch) und untersuchung von Fox-It des Softwares (auch auf Niederländisch):
    https://www.rijksoverheid.nl/ministeries/ministerie-van-binnenlandse-zaken-en-koninkrijksrelaties/documenten/kamerstukken/2017/03/03/kamerbrief-over-gebruik-rekenhulpmiddel-voor-berekenen-van-de-uitslag-van-de-komende-verkiezing

  6. Entschuldigt bitte meine Kleinkariertheit, aber 4/4 und 6/8 kann man meines Wissens nicht in das selbe Musikstück hineinzählen, es sei denn, es liegt ein Taktwechsel vor. 2/4 und 4/4 sind klassiche Marschtakte, weil man dazu gleichmäßig gehen kann (“links, zwo, drei, vier”). 3/4 und 6/8 hingegen sind – Musiker mögen mir verzeihen – “walzerartige” Takte (“um-tata, um-tata”). Eine Kompanie zu einem 6/8-Takt marschieren zu lassen, sähe weniger militärisch als nach dem Ministry of silly Walks aus (was vielleicht inhaltlich auch besser passt).

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