LNP406 Schreibtischtäter ohne Keyboard

Feedback — 40 Jahre CCC — BKA kauft NSO Pegasus — Citizenlab meldet NSO Zero Day — Cyber-Sicherheitsstrategie — Bundestag beschließt Cell Broadcast — Attila Hildmann verliert seine Kanäle — Termine

Heute ganz viel Feedback und wir reden noch mal über unsere Wahlentscheidungen. Dazu blicken wir kurz in die Geschichte anlässlich des 40. Geburtstages des CCC. Was das netzpolitische Geschehen betrifft nehmen wir naserümpfend zur Kenntnis, dass auch das BKA Kunde bei der NSO Group wurde, in dessen "Pegasus"-Schnüffelsoftwaer von Citizenlab jetzt ein Zero Day Exploit gefunden wurde. Dann lachen wir noch ein letztes Mal über Attila Hildmann, dem jetzt auch sein Admin untreu geworden ist und damit alle seine alten Kanäle eingebüsst hat.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Sag mal, weißt du eigentlich, wen allen Entscheidungen der Nachkriegsgeschichte immer auf der falschen Seite stand?
Linus Neumann
Nö, ich weiß aber, wer vor dem Krieg immer auf der falschen Seite stand.
Tim Pritlove
Netzpolitik Nummer vierhundertundsechs vom, was haben wir heute? 13 September 20 einundzwanzig, Und da sitzt man wieder, früh am Morgen und müssen uns äh mit den Händen wieder auf die Köppe schlagen und uns denken so, alter Schwede. Was erlaube Armin Laschet wirklich also der.
Linus Neumann
Ist wirklich nicht mehr schön.
Tim Pritlove
Eine Beleidigung für Deutschland ist das, wirklich, ja. Da passt dann auch unsere Sendungsnummer wunderbar heute äh wie Arsch auf einmal, wirklich. HTTP Fehlercode vier, null, sechs, ja, Nord Exceptable.
Linus Neumann
Ich glaube, ich sehe grade, ich blicke gerade auf dein vorgesehenes Episodenbild, also Tim twittert ja immer mit Bild. Und ich sehe das gerade und ich muss zugeben, das trifft es. Gut. Das ist wild, das äh denke ich dann auch in den zu sehen. Und es heißt.
Tim Pritlove
Ja genau, das sind nämlich die harte TP Cads. Da sind wir schon drauf hingewiesen worden, dass wir da noch nicht drauf hingewiesen haben. Man gibt's nämlich dann auch wirklich ein schönes Katzenbild. Für jeden hatte die Fehler. Ja, den Spaß war da auch noch mit raus. Auf jeden Fall ähm will ich jetzt gar nicht so viel hier über diese Fehlermeldung, sagen, man sieht sie nämlich sowieso selten genug. Das ist nämlich so diese ganzen Probleme mit diesem Web ist halt auch, man hat sich das irgendwie mal ausgedacht, wie das dann wohl eigentlich, was man eigentlich so alles bräuchte und dann hat man das alles so ins Bild in Betrieb genommen und festgestellt, so alles gar nicht so auf, wie wir uns das gedacht haben. Es gibt so Fehlermeldungen, die will man irgendwie auch gar nicht sehen. Deswegen haben wir die auch noch nie gesehen am Ende dann doch immer irgendwie na. Na ja, in irgendwelche Webseiten umgesetzt werden. Das heißt, man klickt dann auf Fehlermeldungen und muss dann so als Enduser mit so, technischen Fehlermeldungen klarkommen, womit man eigentlich gar nicht klarkommen will. Ihr kennt das auch von E-Mail, wenn irgendwie so E-Mailsystem schicken in irgendeiner, bei kryptischen Sprache zu erläutern, was jetzt gerade wieder schief gegangen ist, man kann schon von Glück reden, wenn man die Sprache überhaupt versteht, indem dieser E-Mails aber mit allem redet. Das ist auf jeden Fall alles ganz schön, kaputt und da merkt man auch mal wieder, dass dass da irgendwie auch noch ein langer Weg zu gehen ist. Aber so oder so. Auf jeden Fall Armin Laschet, das, das ist dein Statuscode.
Linus Neumann
Aber äh ich weiß gar nicht, wann der kommt. Also.
Tim Pritlove
Wenn du halt eine falsch formulierte Anfrage hast, wenn du halt irgendwie Dinge ähm, im Rahmen von, also es gibt ja diese ja, wo du halt sagen kannst, so ja, hallo, ich bin's, ich hätte gerne was von dir, aber ich hätte es gerne in diesem Format und das sind die Formate, die ich kann. Und wenn der Server das halt nicht kann, wenn er das nicht liefern kann, was der Klein angefragt hat, in welchem Format er das gerne haben will, dann dann gibt es ein ich verstehe dieses Format nicht. Du kannst ja in diesem HTTP Header mitschreiben, was du für Formate unterstützt, was für mein du kannst und ob du das jetzt gerne, haben möchtest oder nicht, so du äußerst sozusagen deine Wünsche und wenn diese Wünsche auf der anderen Seite nicht erfüllt werden können, dann ist es halt.
Linus Neumann
Okay, verstehe.
Tim Pritlove
Unspektakulär. Ja, das ist, ich meine, das werden wir dann demnächst wahrscheinlich äh in den Koalitionsverhandlungen dann sehen, dass genau dieses Problem ist, dass halt die äh alle so mit so Wunschvorstellungen daherkommen, wo dann die anderen sagen so, ja nee, Geht so nicht. Kann man so nicht machen und so geht das dann die ganze Zeit hin und her.
Linus Neumann
Auf gar keinen Fall gibt es mit Unsteuererhöhungen oder Steuersenkungen oder Steuern überhaupt noch. Und dann am Ende. Ich habe heute, da war auch, ich wollte eigentlich nochmal äh einen Versuch machen, mir dieses anzugucken und dann. Mit Quad-Quartet oder so was. Da waren dann schwierig. Dass sie sich überlegen. Da waren der Lindner. Frau Weidel. Haben sie über irgendeine Studie, die dann ausgerechnet hat, dass das, was die AfD geredet hat, Unsinn ist? Und dann sagt die Wahl, ach ja, die Studie ist war falsch, Studie, ne? Und das alles völlig falsche Studien. Und dann denkst du so, ja okay, vor sich hin. Und der Lindner tanzt los und sagt, ja die Studie ist wirklich schlecht, da muss ich der Frau Weidel recht geben und meint dann irgendwie, dass das nicht berücksichtigt, dass die Studie nicht adäquat die Steuersenkungspläne der FDP gewürdigt hätte. Und wo die und dann sagte die Moderatorin, ich weiß jetzt nicht mehr, wer die Moderatorin ist, sagt so, ja, also sie haben Finanzierungsloch von 90 Milliarden Euro, wo wollen sie das denn herkriegen, ne? Und Herr Linda, die Studie, die Studie, die Studie, ne, sie so, ja okay, können sie mir bitte sagen, wo sie 90 Millionen Euro her 90 Milliarden Euro herholen? Ja, aber die Studie ist ey, das war das kannst du dir nicht angucken. Du kannst es dir nicht angucken. Da habe ich's auch wieder ausgemacht.
Tim Pritlove
Ich weiß nicht, wann konntest du dir denn das letzte Mal im Fernsehen was angucken? Ich kann mir das schon so sehr lange nicht angucken.
Linus Neumann
Geht nicht, geht nicht. Geht nicht, Fernsehen. Ich habe aber deshalb nie einen Fernseher gehabt.
Tim Pritlove
Also ich schaue mir diese ganzen Talkshows nicht an, ich schaue mir auch diese ganzen Debatten nicht an, weil ich einfach null Erwartungen habe. Ich habe mir wieder jetzt ein längeres Interview mit der Baerbock mal angehört, festgestellt, dass sie in der Lage ist, ganze Sätze zu bilden und auch Fragen antworten kann. Mehr muss ich nicht wissen. Ich meine, das ist ja schon eine Qualität heutzutage.
Linus Neumann
Wollen wir zum Feedback kommen?
Tim Pritlove
Ja. Bitte.
Linus Neumann
Okay, kommen wir zum Feedback. Höre relativ viel Feedback und ähm, Das ist ganz interessant. Wenn wir in der letzten Sendung ein bisschen über diese Pur-Abos gesprochen und über die ähm über die Beschwerde von, über diese Pur-Abos. Und da hat uns jetzt jemand geschrieben, die Person bleibt namentlich ungenannt. Äh guten Morgen. Ich wollte euch ein wenig Hintergrundinformationen zu den Purabos geben. Euch in Folge 4hundert4 ja über Pur Abos und vor allem die hohen Preise der selben gewundert. Ich arbeite bei einem, der von euch genannten Medienhäuser als Entwickler. Ich kann natürlich nur für dieses Medienhaus sprechen, bei dem ich angestellt bin, aber bei uns ging es bei dem Pur-Abonie darum, damit wirklich Abonnements abzuschließen. Hier wurde mit allen möglichen Mitteln versucht, die Leute dazu zu bringen, ihre Einwilligung zu geben. Das Abo wurde befristet und wird nicht automatisch verlängert Im Gegensatz zu unserem Plus Abo, welches automatisch verlängert wird. Es wird außer auf der Einwilligungsseite, soweit ich weiß nicht, beworben, und es gibt keine besonderen Werbekampagnen dafür, Soweit es uns mitgeteilt wurde, lohnt es sich vielmehr die Einwilligungen zu bekommen, als wir fast 5 Euro einen Monatsabo zu bekommen, zumindest solange nicht ein Großteil aller aufrufenden ein Abo abschließt. Vor dem Pur-Abo konnte man bei uns die Zustimmung zu einzelnen Punkten entziehen, Wobei wir auch hier gezwungen waren, Dark Patterns anzuwenden. Also Muster, die einfach dafür gebaut sind, dass du nicht das kriegst, was du eigentlich möchtest. Trotzdem haben viele unserer Nutzer davon Gebrauch gemacht. Was wohl zu einem ziemlichen Umsatzeinbruch geführt hat. Daher wurde viel Druck gemacht, um das Pur aber möglichst schnell umzusetzen und anschließend nur noch eine allgemeine Einwilligung zu ermöglichen. Hier in der Abteilung sind viele nicht gerade glücklich über den aktuellen Zustand des Online-Werbemarktes. Auch wenn uns allen bewusst ist, dass damit, unser Gehalt verdient wird oder zumindest ein Teil davon. Das wurde auch intern zum Ausdruck gebracht, aber natürlich ignoriert. Ich persönlich wünsche neu mit der Beschwerde viel Erfolg. Ich habe die Seele so allgemein wie möglich gehalten, damit ihr sie problemlos zitieren könnt. Das ist hiermit geschehen. Und ja, das ist halt, das zeigt tatsächlich nochmal ein anderes Bild von den Purabos als, ja, ich es bisher hatte, damit macht natürlich die Beschwerde von nochmal umso mehr Sinn. Ich meine, für mich kam es ich fand das Angebot immer immer schon komisch und es macht natürlich, es erst recht dann Sinn, wenn es im Prinzip dafür da ist, die Einwilligung zu zu forcieren, ja? Das erinnert mich so ein bisschen an. Dass bei Podcast ja jetzt auch der die ähm die Benennung als Abonnement wegfällt weil die Leute, weil die festgestellt haben, dass Abonnement äh als etwas Negatives wahrgenommen wird, ne. Also es heißt jetzt irgendwie, füge diesen Podcast hinzu, ne? Folge diesem Podcast und so. Aber das, was man 20 Jahre lang gemacht hat, nämlich Subscribe, hat eben oder abonnieren, hat das, den schlechten Beigeschmack des Abonnements und der Abo Falle. Und deswegen ist natürlich irgendwie schon auch interessant, halt zu sagen, ey jo, wir machen euch hier jetzt ein Pur abonnement. Ja, und alle denken dann so, nee, wir kommen dann lieber dann lieber nicht. Fand ich sehr, sehr schönen Einblick noch mal in diese in diese Dark-Petterns.
Tim Pritlove
Ja, dieses Umstellen von Subskripeb auf Follow, ich glaube Apple will das irgendwie auch machen oder hat's schon gemacht, ich weiß es gerade gar nicht, das ja. Also YouTube macht das ja interessanterweise nicht, ne.
Linus Neumann
Ich wollte also ich fand jetzt eher diesen diesen Aspekt halt. Also was, glaube ich, schon auf jeden Fall geht, ist, dass du mit Abo, mit Abo Leute versuchen kannst zu verscheuchen, ne? Und das scheint ja. Und dass sie hier, wenn du wenn äh wenn du ein Abo machst, also das das ist, glaube ich, auch wirklich das verräterischste, ne. Wenn du ein Abo machst und das ist nicht automatisch verlängernd, ne? Dann bist du entweder wirklich doof. Oder es geht dir wirklich nicht darum, dieses Abo abzuschließen. So ein Abo Falle. Eine Abofalle mit du kommst aus der Abo-Falle frei, Karte, ja, das ist irgendwie nicht äh, äh, nicht, nicht, nicht vorgesehen, ne?
Tim Pritlove
Ja, also auf jeden Fall ich meine, es ist natürlich auch um vielleicht mal so diese Online. Medien bisschen auch zu verstehen oder verstehen zu wollen, dieser dieser dieser Spagat zwischen man will so viel Reichweite haben wie möglich. Und man will aber auch irgendwo bezahlt werden, ne? Ähm. Ist auch nicht einfach aufzulösen. Ist ja nicht so, dass man jetzt sagen könnte, ja, ihr müsst ja nur X machen und dann funktioniert das. Weil du eben auch noch andere Player am Markt hast, für die andere äh Regeln gelten, die andere Ziele haben oder die andere Finanzierungsquellen haben, die dann entsprechend einfach sagen können, ah bei uns gibt's aber hier alles irgendwie kostenlos zu lesen und wenn Artikel hinter Paywalls äh verschwinden oder wenn eben ne, dann. Senkst du auch automatisch deine Reichweite und damit natürlich auch automatisch den Wert dieses Abos? Und Leute schließen es dann wieder nicht ab. So, also willst du dann doch wieder der Öffentlichkeit sein. Dann musst du aber deine Inhalte kostenlos äh bereitstellen und wie machst du das, halt ohne Werbung oder so und das ist es ist schon ein schon ein Problem Sehe das, dass es ein Problem ist, aber ich find's auch total unangemessen, dass jetzt eben so viel Dark Patternce permanent, verwendet werden. Und das man eigentlich auch so die ganze Zeit so das Vertrauen auch verliert, dass man einfach so der erste Kontakt mit so einem Medium ist dann immer so, ja ich versuche dich, hallo willkommen bei der Webseite, die versucht dich zu irgendwas zu zwingen, was du jetzt eigentlich gar nicht möchtest. Ja, das ist so ein bisschen ein Drama.
Linus Neumann
Ganz viel zu Bundestagswahl Feedback bekommen. Ich fand übrigens, ich hatte das schon im Anschluss an die Sendung gesagt, fand er unseren Bundestagswahl nicht so gut, wie er hätte sein können. Weil wir irgendwie bei Tim sich von mir animiert fühlte, auch nicht zu sagen, wen, wen er wählen möchte. Mein Hintergrund, nichts zu sagen, wen ich wähle, war so ein bisschen, ich wurde von äh hier Monitor, Die machen so eine Social-Kampagne, die läuft jetzt wahrscheinlich auch irgendwie bald. Irgendwie wen wählst du, wo die Frage gestellt wird, an die Leute, wen wählst du, ja? Da wurde, habe ich mitgemacht und haben's auch, Also ich weiß nicht, wen sie denn noch alles gefragt hat. Einzelne Personen, die sie auch gefragt haben, weiß ich, das ist mir, kalt den Rücken runtergelaufen, andere äh fand ich sehr schön. Ähm also müsste jetzt irgendwann bald in ihrem Instagram oder wo auch immer erscheinen, keine Ahnung, wo die das alles machen. Und den hatte ich halt vorher gesagt, so, naja, wenn ihr wenn ihr mich da als äh CCC Vertreter fragt, dann kann ich ja nicht 'ne spezifische Wahlempfehlung aussprechen ja? Aber ich kann natürlich sehr sehr klar sagen dass ich nicht AfD und nicht CDU wähle, und ähm den den Rest kann man sich wahrscheinlich aus meinen Schwerpunkten und meinen Positionen denken. Aber ich find's ja auch, hatte ja auch, glaube ich, hier schon letzte Mal gesagt, dass ich das oder auf Twitter gebe ich das häufig bekannt. Ich hoffe halt, dass die Leute, dass sie dass die Leute halt etwas nachdenken und wählen, auch wenn ich natürlich der der Versuchung, schwer widerstehen kann, mir einzubilden, dass jetzt die Leute irgendetwas wählen, weil ich das empfohlen habe. Das ist natürlich auch wieder so ein bisschen, quatschig, aber als jemand, der viel ähm sowohl mit der, mit den Grünen als auch mit der Linkspartei im im Bundestag zusammenarbeitet, ne? Fährt es mir natürlich schwer, hier eine eine Empfehlung auszusprechen. Ich möchte ja, dass äh alle denken, ich hätte sie gewählt, inklusive der FDP.
Tim Pritlove
Ah, du möchtest, dass die von dir denken, du könntest sie vielleicht unter Umständen trotzdem noch gewählt haben.
Linus Neumann
Ja, selbstverständlich. Ich ich möchte von denen umgarnt werden.
Tim Pritlove
Ja, wer will das nicht? Ja, ich habe ähm. Mir ging's auch erstmal um was anderes. Äh ich wollte eigentlich glaube ich erstmal so ein bisschen meine meine Miniatur zerrissen, die jetzt wirklich mega groß ist. Äh erstmal hinstellen und so die Überlegungen, die ich mir jetzt im äh in meiner Rolle als Erstwähler äh sozusagen überhaupt das erste Mal so, nicht unbedingt das erste Mal selber gestellt habe, aber das erste Mal eben konkret auch selber gespürt habe. Weil's ja immer was anderes ist, irgendwas zu machen als nur darüber zu reden. Mal so als ganz allgemeine Maxime, immer wieder eine interessante Erkenntnis, Dinge sind anders, wenn man sie wirklich tun muss, anstatt nur zu behaupten, dass man sie tun würde. Ja, Naja, ich meine, also dieses, was man wählt. Ich kann irgendwie relativ einfach runterbrechen, was mir eigentlich äh lieb wäre. Mir wäre es ganz lieb, wenn wir nicht eine so ein Weiter so Dingsbums hätten, weil ich finde, dass die Leute, die so die letzten, zehn, 15, zwanzig Jahre mitgewirkt haben, na ja, das war halt nicht so geil, so.
Linus Neumann
Ja, da musste Armin Laschet wählen, der hatte jetzt ganz klar gesagt, so kann das nicht weitergehen. Der hätte jetzt Zukunft.
Tim Pritlove
Mein Motto. Genau mein Motto.
Linus Neumann
Genau mein Ding, ey. Armen Nasched, ich sage es dir. Der wird jetzt hier alles auf auf den Kopf stellen. Der macht das jetzt alles richtig.
Tim Pritlove
Hm. Ja, da habe ich doch so ein bisschen meine Zweifel. Also.
Linus Neumann
Na gut, dann musste äh Olaf Scholz wählen. Der hat jetzt zwar die letzten, weiß ich nicht, acht Jahre mitgewirkt, aber der hat sich halt jetzt auch eingesehen, dass das ähm an alles anders muss.
Tim Pritlove
Ja, ich erinnere mich da bloß an so eine Sendung, die wir mal gehabt haben spielte der Olaf Scholz auch schon äh eine besondere äh Rolle. Du erinnerst dich vielleicht, wir haben hier mal ein wunderschönes äh G20 äh Spezial gemacht. Ähm.
Linus Neumann
Bisschen Kärcher.
Tim Pritlove
Na ja.
Linus Neumann
Tim.
Tim Pritlove
Sendung noch gleich, dringende Bitte. Logbuchnetzpolitik zweihundertfünfundzwanzig vom zehnten Juli zwanzig siebzehn Und John Elf Nebel zu Gast hatten, der uns mal ausführlich äh berichtet hat, was da eigentlich alles so gelaufen ist. Und ich fand das schon wirklich alles extrem erschreckend. Und ähm das ist halt so diese typische. Jetzt bin ich hier so an der Macht, jetzt jetzt muss ich hier irgendwie so das dieses dieses konservative, durchsetzen und das fängt erstmal damit an, dass alles, was irgendwie links ist und alles, was irgendwie bewegt ist, das geht jetzt erstmal gar nicht, ne? Und wenn hier sowas staatstragendes wie so ein G20-Gipfel äh äh kommt, dann ist einfach Widerspruch nicht erlaubt. Und dann ist es uns eigentlich auch egal, wie wir da vorgehen. So und dann wird halt einfach Polizei rangekarrt und dann wird einfach so lange draufgeklopft und äh Leuten, die eigentlich gar nichts gemacht haben, die Schuld zugeschoben, das das ist ja so ein wiederkehrendes Pattern. Das finde ich halt einfach inakzeptabel und dementsprechend ist natürlich jetzt mein Verhältnis zu Herrn Scholz gebrochen.
Linus Neumann
Dann musst du dann musste Armin Laschet wählen.
Tim Pritlove
Ach, schon wieder.
Linus Neumann
Weil na ja, ach, wo nee, der hat ja den äh Hambacher Forst äh wieder richtig räumen lassen, weil er den, weil er die heraushaben wollte. Hm.
Tim Pritlove
Ja und war auch noch blöd genug zuzugeben, dass er da nur einen Vorwand gesucht hat. Also das ist halt. Das ist halt so diese Methode. Ja, da kommt dann leider irgendwie für mich diese SPD auch nicht in Frage, schon gar nicht in Berlin mit dieser furchtbaren Giffy. Ähm einfach auch für alles steht, was ich hier nicht haben will. So, mit anderen Worten, was bleibt da noch groß über, ja, also ähm ich finde ja so den Gedanken äh mal von einer äh von einer jungen Person hier äh angeführt zu werden in Deutschland, finde ich ja wirklich extrem bestechend. Irgendwie persönlich nicht, ähm aber wie schon erwähnt, habe ich so den Eindruck, Sätze nicht auf den Kopf gefallen ist. Wie die das mit äh halbwegs stringenz und ähm Intelligenz gesegnet, ausreichend, um mich da äh entsprechend anzusprechen. Und ich fänd's halt ganz okay, wenn dies vielleicht machen würde. Achso, meine meine einfache, grundlegende Überlegung an der Stelle. Ja, und dementsprechend müsste ich dann halt auch wählen.
Linus Neumann
Man muss auch einfach mal sagen, Deutschland ist einfach nur nicht bereit für 'ne männliche Kanzlerin. Das betone ich immer wieder.
Tim Pritlove
Ja, das ist in der Tat auch noch so ein Problem, ne. Also jetzt so ein Mann, ich weiß nicht. Männer, finde ich, haben sich nicht so bewährt auch.
Linus Neumann
Kannst du das kannst du wirklich äh nicht sagen, dass sich Männer bewährt hätten, ja.
Tim Pritlove
Nee, ist einfach, die machen nur Ärger. Insofern ist es ein bisschen finde ich ein bisschen dramatisch, dass das so diese anfängliche Euphorie sich äh nicht hat, wieder äh herstellen lassen, dass er natürlich alles etwas aufgepumpt war, zu Beginn ist klar, Aber warum es den Gründen jetzt auch nicht gelingt, da ihre äh. Diese diesen Angriff mal richtig zu führen, weiß ich nicht. Also. Man weiß auch immer nicht, wer wer da alles dreht. Diese ganze mediale Darstellung, dieses ganzen Zirkus ist natürlich auch einfach äh immer mit Skeptisch zu nehmen. Deswegen schaue ich mir halt auch diese ganzen inszenierten Veranstaltungen gar nicht erst an Ja, dann bleiben halt noch so die Linken, die halt irgendwie. In vielen Bereichen für mich auch schwierig sind, also Bereichen meine ich's halt für bestimmte Personen und bestimmte Untergruppen, aber die hast du halt eigentlich auch überall, ja, Bei manchen mehr, bei manchen weniger. Du hast immer so ein paar Vollidioten am Start. Ich meine, die CDU hatte immer irgendwie ihren äh rechtskonservativen äh Bereich am Start. Haben sie ja immer noch da mit Herrn Maaßen und vorher war es diese äh, und und so andere Vollidioten, die halt jetzt alle dann zur äh AfD gewackelt sind, weil's irgendwie ihn zu links wurde in der CDU. Ist auch geil irgendwie, wenn man auf sowas überhaupt.
Linus Neumann
Es war innerhalb nie rechts genug.
Tim Pritlove
Das ist ja das, was sie meinen mit Linksrutsch. Ja, wie erdrutsch. Ja und bei den Linken gibt's halt auch so ein paar äh Vögel hier, wie diese Wagenknecht, die halt auch nicht gehen, Ganz klar, aber am Ende und wir haben das ja hier auch öfter schon angeschnitten ähm und wir hatten ja auch bei unserer äh LNP ähm. LNP na? Zwei.
Linus Neumann
Ich glaube, das war die dreihundert oder zweihundertfünfundsechzig.
Tim Pritlove
Das war die zweihundertfünfundsechzig, genau. Wo wir Martina äh Renner da hatten, die halt so für mich so ein. Vertreter äh ist äh sehr viel mehr für die Linken, steht wie ich sie wahrnehme. Ja, dass sie einfach wirklich sehr, viele Leute sind, die sich äh tatsächlich mit mit der politischen Situation in Deutschland doch sehr intensiv auseinandersetzen und nicht nur irgendwelche Dampfplauderer sind. Und da auch einfach eine ganz klare, Position haben, wie so in ihrem Fall halt so eine ganz klare Antifasfaschistische äh Position, und die sich halt auch reinnördet und die Untersuchungsausschüsse äh verfolgt et cetera. Und das ist schon so eine, so 'ne Oppositionsqualität die ich die ich jetzt nicht vermissen möchte im Bundestag. Das wär halt, schade, wenn das wegfällt, ne.
Linus Neumann
Tim, möchtest du noch zum Feedback kommen eigentlich? Ich frage nur.
Tim Pritlove
Ja, wir möchten gleich noch zum Feedback kommen, aber da du das ja jetzt konkret bemängelt hast, ja.
Linus Neumann
Ich habe nix bemängelt.
Tim Pritlove
Doch, du hast bemängelt, dass dass wir letzte Mal nicht so richtig klar geworden sind. Da dachte ich mir so, gut, dann dann werden wir doch mal jetzt einfach mal klar und ich sage einfach mal, was so mein Gedanken äh Gang dabei ist, ne, weil ich habe da jetzt auch nicht so ein Problem damit, mich mich da irgendwie an der Stelle irgendwie zu verorten, weil am Ende ist für mich die Sache äh sehr einfach zu reduzieren so. Ich hätte halt gern eine, eine, eine, eine Regierung, die sehr viel linker angeordnet ist, als es derzeit ist. Ich bin mir darüber im Klaren, dass das in Deutschland nicht sich beliebig weit nach links verschieben lässt uns vielleicht auch nicht so eine super geile Idee ist, wenn's zu links wäre. Weil wir dann eben auch gleich wieder so ein äh Backlash äh haben, der die Sache schnell wieder aus dem Gleichgewicht bringen kann. Man sieht das ja auch in Berlin. Aber ich möchte gerne, dass dieses Klimaproblem jetzt wirklich mal angegangen wird und ich habe einfach nicht den Eindruck, dass irgendwie mit SPD und CDU da irgendwas vorangeht, irgendwas, nichts wird da passieren. Das ist einfach die Wahrheit so. Ob mit einer grünen geführten Bundesregierung, es wirklich besser wird, kann ich nicht sagen. Ich kann nur sagen, mit den anderen wird's bestimmt nicht besser, So und das reicht mir an der Stelle einfach als Ausschlusskriterium vollkommen aus und äh von daher. Meine Wahl so in die Richtung gehen.
Linus Neumann
Okay, dann kommen wir zum Feedback zum Thema strategisch wählen.
Tim Pritlove
Also wir haben da ähm verschiedenste Kommentare bekommen, ich zitiere Magido, er schreibt, ich fand die für wieder um die Dilemma des uns strategischen Willens, also unten in Klammern, strategischen Wählens sehr gut diskutiert von euch, entscheidet man sich zum strategischen Wählen, werden die angesprochenen Risiken, Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Ereignisse meist nur durch ein Bauchgefühl repräsentiert und man versucht, diese gegeneinander abzuwägen. Wer sich nicht nur auf, Gefühlsabwägung verlassen will, findet vielleicht unsere datenbasierten Wahlprognosen hilfreich. Wir haben auf, wer gewinnt die Wahl DE, Also wer Strich gewinnt Strich die Wahl, Strich die. Strich Wahl DE, Twitter, Wahlprognose 21, ein Wahlprognose-Modell entwickelt, das im Gegensatz zu Wahlumfragen, Wahrscheinlichkeitsaussagen zu bestimmten Ereignissen liefert wahrscheinlich, also zum Beispiel, wie wahrscheinlich ist ein Nichteinzug der Linkspartei, im Bundestag, wie wahrscheinlich ist eine Neuauflage der großen Koalition et cetera PP. Unser Modell ist frei und Open Saurs, ähm ja über Feedback zum Modell und unseren Prognosen freuen wir uns. Da kann man schön drauf rumklicken und sich Wahrscheinlichkeiten anschauen. Macht mich nicht so richtig glücklich was da steht aber interessant. Dann noch ein weiteres Feedback zum Wahlomat. Damian schreibt, bin ich froh, dass ihr diese Wahl-O-Mat-Angebote kritisch betrachtet habt. In großen Teilen der Presse und des öffentlich-rechtlichen Rundfunks wird so getan oder ist zumindest so tendenziös dargestellt, als wären diese Wahlomaten neuerdings Voraussetzungen fürs Wählen. Spricht man, mit Menschen, die Politik eher naiv gegenüberstehen, gewinnt man tatsächlich diesen Eindruck, diese vielleicht nicht so beabsichtigte Fehlinformation wirkt jedenfalls, Ich benutze diese Scheinhilfen. Nicht, wer nicht aus einem Inneren heraus durch seine Lebenserfahrung weiß, wofür die jeweiligen Parteien stehen, lebt bestimmt sehr glücklich in den Tag hinein. Fast beneidenswert. Ja, dann beklagt er noch, dass der Wahlomat äh von der Bundeszentrale für politische Bildung äh erstellt wird, Seit wann benötigt man für politisches Denken eine zentrale Stelle und zwar bundesweit? Nein, der eigene Kopf ist ausreichend. Ja gut, also ich meine Bundeszentrale für politische Bildung macht gute Sachen in meinen äh Augen und ich finde das jetzt auch nicht unbedingt so verwerflich, dass sie äh äh so ein Projekt unterstützen. Interessanter ist dann noch der Kommentar von Tanja, Faust ein Problem mit dem Wahl-O-Mat habt ihr leider nicht thematisiert. Ihr behauptet eine größere Nähe der User zu rechtsextremen Parteien als zu vielen anderen demokratischen Parteien zumindest wenn die User aus dem linksliberalen Spektrum kommen, Der dritte Weg oder die NPD liegen dann in der Regel von CDU und FDP, weil die für die große Mehrheit der User überragende Bedeutung der Beibehaltung eines liberalen demokratischen Systems gar nicht abgefragt wird, Forderung des 3ten Wegs nach Einführung des nationalen Sozialismus in den Grenzen des Deutschen Reichs, Auch diese Partei für fast alle unwählbar. Aber weil die 38 Fragen des Wahlomaten nur Thesen beinhalten, zu denen alle Parteien sich positionieren, fällt diese Haltung unter den Tisch, vergleichsweise irrelevante Übereinstimmung mit dem dritten Weg zum Beispiel bei Elternunabhängigen BAföG hingegen zählt als Kriterium für politische Nähe. Ich finde den Wahlomat wirklich gefährlich. Ja. Und das ist, das ist nämlich ein guter Punkt, ne, weil dieses. Anscheinende, oh ja, wir haben ja nur diese Position hier ausgewertet, ja? Ähm, ist halt immer so wie mit Statistiken, ne? Also es äh kommt immer drauf an, wie man fragt und was man nicht fragt und weglassungen sind da eben auch problematisch und von daher Ja, also ich würde auch so ein so einem Apparat, also ich würde sowieso nicht so einer Maschine, egal, wie sie jetzt gebaut ist und wie toll sie ist, in irgendeiner Form ähm überlassen zu beurteilen, was. Zu mir angeblich passt oder nicht passt oder was was äh angeblich meine äh Interessen am besten zu vertreten beabsichtigt. Das ist dann schon doch eher eine Gefühlssache. Ja. Gibt's auch noch einen äh von mir Ungehörten Podcast, der diese ganzen einzelnen Omaten analysiert augenscheinlich verlinken wir noch dazu war noch in den ähm in den Kommentaren verlinkt, ähm, aber jetzt nichts dazu sagen, wie die Bewertung ausgefallen ist. Ja, dann wollen wir noch äh korrigiert. Wir haben nämlich äh ich habe das, glaube ich, gesagt, ne. Ich habe gesagt, hier der Bund hält äh die Mehrheit an der Telekom, sagt, sorry, aber der Bund hält nicht 50 Prozent an der Telekom, direkt hält er 14,5 Prozent und mittelbar über die KfW nochmal siebzehn Komma vier Prozent macht, dreißig1,9 Prozent äh ist trotzdem zu viel, sagt er oder zu wenig, je nachdem, wie man's sieht. Okay, ja, das äh. Ist mir ehrlich gesagt ein wenig äh entfallen, aber es war ja mal anders. Aber trotz alledem ist natürlich das Mitspracherecht äh bei der Telekom durch den Bund durchaus gegeben.
Linus Neumann
Und dann habe ich, glaube ich, noch einen Fehler gemacht, dass ich gesagt habe, hell gebraun, ist kein Minister und da wurden wir von mehreren, korrigiert unter anderem von Knut, hellgebrauen ist schon Bundesminister und zwar der Bundesminister für besondere Aufgaben und Dorothea ist nur Staatsministerin.
Tim Pritlove
Ja, wobei ist natürlich, ich weiß nicht genau, wie man das unterscheidet, aber es gibt ja Minister, die haben sozusagen auch ein eigenes. Ministerium und äh als Bundesminister. Ja da bist du dann halt im Kanzleramt irgendwie äh tätig, aber äh Chefin ist natürlich die Kanzlerin. Ähm aber du hast halt im Prinzip äh Augenhöhe mit anderen Ministern, was die Entscheidungs äh äh Wirkmächtigkeit im Kabinett betrifft et cetera.
Linus Neumann
Ja, also ist ja äh ich glaube, ist ja okay. Also oder? Kann man.
Tim Pritlove
Ich wollte mich nur ein bisschen rausreden.
Linus Neumann
So dann äh gab's einen Geburtstag zu feiern.
Tim Pritlove
Tja. Gab es. Leider äh ohne große äh Party, weil wisst ihr ja, ne? Geht ja gerade alles nicht, aber ähm, äh liegt nun der Tag, äh der inoffiziellen Ausrufungen des Chaos Computerclubs. 40 Jahre zurück. Und da wurde dann auch das ein oder andere darüber geschrieben und berichtet, dass ähm fand ich schön. Es sind auch ein paar sehr nette Artikel bei rausgekommen. Ähm wo das ein oder andere reflektiert wurde, das Ganze steht dann auch so ein bisschen. In dem ja in dieser, in dieser Linie mit dem Film, alles ist eins, außer der Null, den man ja hier schon erwähnt haben und der ähm, Ja dann doch äh hier und da immer mal wieder in Kinos lief. Ich war grade erst vor ein paar Tagen nochmal äh. Filmrauschkino in Berlin, wo er Open Air gezeigt wurde, wo auch äh ausverkauft war und großes Interesse war. Das fand ich doch sehr schön. Ähm ja und äh. Außerdem ist dann auch noch äh auf unserer schon mal gescheiterte 20 Jahre Party auch verwiesen worden. Ich weiß gar nicht, haben wir da überhaupt drüber gesprochen.
Linus Neumann
Das ist sicherlich schon mal erzählt, aber äh vielleicht erzählst du's nochmal.
Tim Pritlove
Ja, ich meine.
Linus Neumann
Die letzten Tage Nachrichten geschaut hat, kann sich ungefähr vorstellen, 40 Jahre CC, 20 Jahre nein, Eleven, Wie war wohl der 20. Geburtstag des CCC 20 Jahre Bauer Holland tot, auch vor kurzem der 20 Jahrestag des CCC war wahrscheinlich. Gemischt.
Tim Pritlove
Überschattet würde ich sagen, aber definitiv, überschattet und das war schon wirklich äh ein bisschen frustrierend damals, dass dass wir einfach wirklich so eine geile Party gebaut haben und so eine schöne Ausstellung gemacht haben und so eine geile Lichtinstallation dazu gebaut haben Allein kommt einfach dieses nine eleven und nimmt irgendwie die ganzen den ganzen Wind aus den Segeln. Das. Laden die verzeihen.
Linus Neumann
Äh denen wurden eine ganze Menge nicht verziehen, aber ich glaube da die Geschichte oder die Erfahrung in in dieser Zeit ging ja noch weiter, was jetzt das Projekt Blinkenleits anging. Erzähl doch mal.
Tim Pritlove
Was meinst du jetzt.
Linus Neumann
Ja blinken leids hat sich doch dann doch noch zu dem wichtigen äh oder hat ja dann doch noch eine wichtige Wirkung entfaltet oder nicht.
Tim Pritlove
Ja, das schon. Ich meine, das war schon ein äh von äh war schon von Vorteil, dass wir dieses Projekt nicht nur für eine Woche geplant haben. Ich meine, wir wussten ja nicht, wie lange diese Lichtinstallation laufen würde. Also. Haben auch damit gerechnet, dass es unter Umständen nach zwei Wochen alles explodiert.
Linus Neumann
Erzähl doch erstmal, was für eine Lichtinstallation. Komm, jetzt hast du doch nicht alles aus dem Nase ziehen. Was habt ihr gemacht, Tim. Könntest du nicht Projekt Blinkenleits erzählen?
Tim Pritlove
Ja, ich weiß ja nicht, wo du einsteigen möchtest.
Linus Neumann
Indem du erklärst, was es war.
Tim Pritlove
Na ja gut, also. Da habe ich jetzt wiederum das Gefühl, dass es eh schon alle wissen. Gut, ich meine, wir haben damals. Das Ganze ging ja mit mit Weiß, Tod irgendwie los, dass wir ja eigentlich ursprünglich gedacht haben, so, ah, jetzt haben wir bald zwanzig Jahre CCC, dann können wir ja uns endlich mal die Geschichte des CCC äh der letzten zwanzig Jahre mal erzählen lassen. So, das war die Vorstellung, So, dann setzen wir einfach mal auf die Bühne und dann, dann, dann, dann, dann darf er einfach mal erzählen. So, weil wir hatten damals schon so ein bisschen dieses Problem, dass so die Kontinuität mal ein wenig in Gefahr war, weil es einfach so viele Geschichten gab und äh und so weiter Und dann ist er halt gestorben und das hat dann letzten Endes in der Reaktion dazu geführt, dass man sich halt bei allem mehr Mühe gegeben hat. Und so ist dann halt auch aus dieser Idee, Party machen in diesem Hochhaus und dann vielleicht äh aus den Fenstern äh da CCC draufzuschreiben, wo du dann halt schnell dieser Wahnsinn, dass wir eben dieses ganze Haus, das Haus des Lehrers am Alexanderplatz in diesen blinkenden Bildschirm verwandelt haben. Und das wurde ja dann zum 11. September fertig. Und äh. Grade als es fertig war, ja und wie sie so dachten so, oh wie geil, jetzt wenn wenn sich das irgendwie alle anschauen und es auch wirklich äh nice geworden. Kam halt einfach dieser Nine eleven Schock da drüber und hat irgendwie erstmal alle Prioritäten aller Leute komplett in eine andere Richtung gedreht. Und da musste man dann halt erstmal gegen, anblinken und das hat dann irgendwie zwei Wochen gedauert, glaube ich, bis bis überhaupt jemand bereit war, da wirklich äh sinnvoll darauf zu reagieren. Und es war dann auch eine schwierige Situation für uns. Weil dann hast du auf einmal so einen Bildschirm mitten in der Hauptstadt Berlins. Mit dem du sozusagen die ganze Nacht über das Zeitgeschehen kommentieren könntest. Ja und du darfst irgendwie nicht. Also du du hättest also es war zumindest unklar, was man jetzt hätte. Geduld hätte durften können, aber man war natürlich dann auch so ein bisschen so im Selbstzweifel so, ja. Kommentieren wir denn das jetzt eigentlich in irgendeiner Form oder ist das schon zu nass forsch so, ne? Und äh deswegen kam's dann halt zu diesem, Herz, weil es einfach so ein bisschen der Kompromiss war. So, wir haben dann einfach mal drei Nächte lang, einfach nur dieses Herz durchblicken lassen, Weil wir eben dachten so, das ist jetzt irgendwie das, was diese Stadt grade braucht. Und irgendwie haben sich dann nachher auch alle wieder so ein bisschen beruhigt.
Linus Neumann
Stellte sich heraus, dass das dann auch tatsächlich das war, was diese Stadt braucht oder nicht?
Tim Pritlove
Ja, den Eindruck hatte ich schon, weil es halt diese Installation ist schon eine sehr emotionale Geschichte geworden dann in der Stadt. Also es wurde einfach, sehr emotional aufgenommen von den Leuten. Aus aus den unterschiedlichsten Gründen und dann über die nächsten Monate, es lief ja dann noch ein halbes Jahr, wurde das Ding halt dann auch so zum so komplett in die Popkultur mit eingesogen. So, das ist ja dann, ich in Filmen gelandet, in in in zahlreichen Musikvideos äh verwendet äh worden. Es gab halt so ganze Welt hat darüber berichtet, dass das war dann einfach der totale, totale äh Hit so und da habe ich ja dann auch meinen Ruf weg äh Medienkünstler zu sein. Stand im Spiegel, muss also wahr sein. Und in der Wikipedia. Stimmt wahrscheinlich auch ein bisschen, ne? Aber.
Linus Neumann
Stimmt schon so ein bisschen.
Tim Pritlove
Ein bisschen.
Linus Neumann
Ja, der 40 war jetzt von der Pandemie gebäuelt. Natürlich hätten wir uns alle gefreut, irgendwie in einem anderen Kontext und ja, angenehmer zu feiern. Es fehlte ein bisschen die, Planungssicherheit äh und so haben wir jetzt, Zusammenschnitt für sich viele Leute aus dem CCC Mühe gemacht haben den auf die Beine zu stellen wo also viele. Ich glaub irgendwie über 40 oder was Leute Grußbotschaften an den CCC verfasst haben, einige, äußerst kreativ, andere einfach zu Hause sitzend äh ihren ihre Gefühle oder ihre Wahrnehmung mal geäußert und ein Gruß in die Community losgeworden, ähm übrigens auch mit nochmal mit einem Interview mit Steffen, der ja einer, der, frühen und prägenden eine der frühen und prägenden Figuren des CCC war die auf jeden Fall den Club in einer Weise geprägt und verändert haben, auch ne nach der nach der äh Gründung Steffen Weier bei dem BTX-Heckfeder führend ähm hat unterschiedliche Abenteuer, der Polizei erlebt, war in Frankreich im Knast und hat äh also wirklich ein ein sehr wildes äh Leben da gehabt, der hat aber dann auch sich glaube auch so ungefähr vor zwanzig Jahren, wenn nicht länger, aus dem aktiven Geschehen ein bisschen zurückgezogen, sprich da auch äh öfter drüber, ne. Es waren dann halt die Todesfälle, die ihn da auch, beschäftigt haben. Und das ist schon äh sehr äh ich glaube sehr, sehr, sehr nett zu sehen für Leute, die den CCC kennen. An einigen Stellen wahrscheinlich ziemlich wo jetzt zu sehen für Leute, die den die den CCC nicht so kennen, weil es eben eine sehr, sehr bunte Mischung ist, wie es der CCC eben. Ist. Ähm keine Ahnung, ob wir dieses Jahr die Gelegenheit haben werden, nochmal, uns in alter Frische und in alter, Umgebung in altem Umfang zu sehen, da wird es sicherlich äh oder dafür werden natürlich nach wie vor Erwägungen und Diskussionen zu, aber das sind eben natürlich auch jetzt immer noch Unwegbarkeiten. Mit denen wir da agieren müssen. Insgesamt glaube ich, können wir über diesen vierzigsten nicht unglücklich sein, weil mit dem Film, den du ja gerade auch schon erwähnt hast, alles ist eins, seid wirklich ein großartiges Geschenk äh an den Club gemacht wurde und alle, die den noch nicht gesehen haben, sollten die Gelegenheit nutzen, wenn sie nirgendwo im Kino schauen können oder eben bis zum Winter warten, auf das äh äh auf das Kaufrelease in DVD oder was auch immer das dann erscheinen wird, Und ja, so war dann 40 Jahre CCC äh eine, denkwürdige Veranstaltungen, die auch 20 Jahre später natürlich noch überschattet wird vom vom Nine Eleven gedenken, ne? Das werden wir jetzt immer bei den bei den runden Geburtstagen haben. Aber ich denke, man kann auch eins sagen, auf das mich eine Freundin kürzlich hinwies, zwanzig dreiundzwanzig. Zweiundvierzig.
Tim Pritlove
Dann ist auch wieder Camp-Zeit.
Linus Neumann
Da wollen wir mal gucken. Wollen wir mal gucken in welchen in welches Stadium der Pandemie uns die Impferweiger bis dahin katapultiert. So Alle mal gepflegt gehackt legen wollte ich an dieser Gelegenheit bei dieser Gelegenheit nochmal sagen. Ich habe heute Morgen im äh Radio äh Deutschlandfunk der Tag oder was das war. Hm gehört ähm. Das ist wohl um zwischen 5 und zehn Prozent der deutschen Bevölkerung sind, die sich im Laufe einer tödlichen Pandemie ernsthaft weigern sich impfen zu lassen Und ich, mir fällt zu euch Vollidioten echt gar nichts mehr ein, ne. Aber es ist wirklich dramatisch und dann fiel mir ein, dass irgendwie in ein paar Tagen Bundestagswahl ist, da fand ich das noch viel dramatischer. Und falls jetzt noch irgendeiner von euch Spinnern zuhört, Denkt mal bitte für eine Mark mit. Ha! So, das wollte ich auch nochmal ganz kurz loswerden. Ich denke, man muss jetzt einfach wirklich, also ich habe ja auch hier mehrere Phasen durchlaufen, ne, anfangs äh nein, anfangs bin ich überhaupt gar nicht davon ausgegangen, dass es ähm Leute geben würde, die sich ernsthaft dieser Impfung widersetzen würden, also in in einem nennenswerten Ausmaß, ja? Ähm. Natürlich war mir klar, dass es Impfpass, fälschwillige geben würde und ein paar fällig Hirn verbrannte, die sich so nah Impfung dann auch meinen äh ernsthaft und aktiv widersetzen zu müssen, ne. Das hast du ja auch bei anderen Krankheiten, Masern und fast nicht alles, ja. Aber das, dass diese Spinner für uns zum Problem werden würden, ähm damit habe ich, nicht gerechnet. Ich habe eigentlich immer gedacht, dass wir uns, dass wir es, dass wir als Gesellschaft äh resilient genug sind, um uns einen kleinen Anteil von Vollidioten, leisten zu können, auch einfach wenn's nur zum Belustigung ist, ja? Ähm aber, in der Pandemie eben nicht so. Das positive ist, dass es war diese Ergebnis dieser Studie, dass jetzt von den bisher noch nicht geimpft. Ist eben doch noch ein Anteil gibt an Menschen, die die halt einfach mal noch brauchen, die also nicht prinzipiell äh im Verweiger die Impfung verweigern, sondern eher so, sagen wir mal ähm ja denen hat immer noch nicht die Attraktivitätsschwelle erreicht hat, sich gegen eine potentiell tödliche Krankheit zu impfen. Das hat denen noch nicht, noch nicht genug, die brauchen halt jetzt noch eine Bratwurst oder so eine ähm wie heißt das jetzt hier, so eine machen sie jetzt auch wieder, ne, Los Wochos. Bei der Impfung sind ja jetzt Los Wochos. Kennst du Tim?
Tim Pritlove
Ich habe davon gehört.
Linus Neumann
Ja, das war als ich doch Fernsehen gucken konnte und geguckt habe, weil's einen gab im Haushalt, ey. Oder vielleicht geht's auch immer noch los. Äh genau, jetzt bei beim Impfen sind Hits Wochos. Jetzt soll überall noch mal mehr geimpft werden. Das heißt, die Impfung geht jetzt zu den Menschen. Aber ich äh ich merke gerade, ich äh weiche schon wieder ab, ne.
Tim Pritlove
Vom Thema 40 Jahre CCC auf jeden Fall auch, äh ganz bei dir äh äh bin, also macht einen natürlich auch ein bisschen sauer, dass einem äh all diese ganzen kulturellen Elemente dann eben auch durch durch solche Leute einfach genommen werden. Ich bin da auch ganz bei dir. Ich äh Ein Verständnis dafür ist auch null. So, ich habe da überhaupt gar keinerlei ähm, Verständnis für für diese Haltung. Ich denke, die Informationen sind irgendwie klar. Sicherlich gibt's Leute, die sind einfach falsch informiert. Und glauben das halt und so weiter. Okay, gut, ja, das äh ist dann wahrscheinlich auch so. Aber ähm, Muss ich mich dann eben trotzdem nicht unbedingt jetzt auch äh so positiv dann zu gegenüber einstellen. Also das ist halt einfach mal das. Geht so nicht und es ist einfach eine eine Frechheit, gegenüber äh dem Rest der Gesellschaft. Und das muss ein Ende finden.
Linus Neumann
Also danke, dass ihr uns den Geburtstag verhagelt habt. Nein, seid ja nicht nur ihr Schuld, aber äh doch, eigentlich schon. Dann äh kommen wir mal wieder zu unseren Kernthemen, nämlich der Netzpolitik. Ja, zwar haben wir hier ja vor in den letzten Sendungen immer wieder auch über NSO, Pegasus gesprochen, also ein für seine Fähigkeiten der breitflächigen Infektion bekannter, Staatstrojaner für Mobiltelefone, der vor einigen Wochen. Analysiert wurde, äh mal wieder, wo es jetzt ein Detection Tool gibt, was das äh was äh Indicateres of Compromis aus, den iPhone Backups erkennen kann und der ähm ja über eine iMessage Schwachstelle offenbar auf die Geräte gelangte und dort keine dauerhafte Persistenz hatte, also wenn das Gerät neu gestartet wurde wieder verschwand. Was eben eine relativ gute Möglichkeit ist, eine einer Detektion auch zu entkommen, wenngleich die das mit Sicherheit nicht absichtlich gemacht haben, sondern, ihre Fähigkeit neben die spezifischen Gegebenheiten ihnen keine Persistenz erlaubten, sondern durch ein. Ähm spezifische Speicher Miss Handling im Zweifelsfall eben eine, temporärer, aber keine dauerhafte Kompromitierung des Gerätes ermöglichte. So. In dieser Angelegenheit gibt es äh zwei Neuigkeiten. Also auffällig geworden war dieses Unternehmen, das muss man vielleicht noch sagen, weil es eine Liste potenzieller Ziele mit mehr als 50.000 Telefonnummern gab ähm darunter Menschenrechtsaktivistin, Journalistinnen, Rechtsanwältinnen, ähm, und auch Staats- und Regierungschefs, Ministerinnen und hochrangige Diplomatinnen. Also man sieht hier spezifisch bei der Nutzung dieser Software, dass sie eben nicht in der beworben in dem beworbenen Bereich der Strafverfolgung eingesetzt wird, sondern eben im Bereich der, geheim Spionage und Machtpolitik und im Kampf gegen Freiheitskämpferinnen im eigenen Lande So und dieses Unternehmen. NSO rühmt sich natürlich nur äh nach strengen äh Exportrestriktionen zu handeln und ne, irgendwie im Zweifelsfall dann der eigene moralische Wächter über die Kundinnen zu sein, alles natürlich Unsinn, wissen wir auch und das, das Einzige, was man halt machen kann, ist zu versuchen, diese Unternehmen mit allen Methoden zu bekämpfen und zu ächten, dachte sich natürlich auch, die Bundesrepublik Deutschland, die ja bisher so weit man weiß, nur mit dem ebenso zu verachtenden Unternehmen Gamma, Finn Fischer unter oder dem Unternehmenskonglumerat, Kammer, Finn Fischer, zusammengearbeitet hat. Das, ja, Ziel von Ermittlungen ist, im Rahmen der Export dem des Umgehens von Exportrestriktionen und deren Androidstaatstrojaner äh in vielen Versionen, Torsten Schröder und ich ja. Zwanzig neunzehn, glaube ich, analysiert hatten. Dachten wir, jetzt stellt sich raus, im Jahr 2017 hat das PKA erstmals mit NSO verhandelt und sich die Fähigkeiten von Pegasus vorführen lassen haben sich dafür extra eine Delegation äh aus Israel einreisen lassen und äh mussten dann musste dann aber einsehen, dass Juristen gesagt haben, pass mal auf, denn das äh bei diesen Fähigkeiten dieser Software äh ist es relativ unwahrscheinlich, dass das verfassungsgemäß ist, ja? Weil man übernimmt das komplette Telefon, die Sachen werden bei werden, äh im Zweifelsfall durch NS O Pegasus vorgenommen. Ja, man hat hier also so ein Intermediär noch mit drin. Und das ist äh kommt eben dem juristischen Konstrukt der Onlinedurchsuchung äh gleich, die nur in besonders schwer gelagerten Fällen, ähm. Ja zulässig ist, was das BKA ja sucht, ist eine oder primär sucht ist eine Lösung zur Quellen, Telekommunikationsüberwachung, ein juristisches Konstrukt, bei dem davon ausgegangen wird, dass eben nur, die Echtzeit-Kommunikation des äh Telefones übernommen wird. So, dann hat das BKA, sich gesagt naja OK da müssen wir versuchen selber hinkriegen oder so haben aber nicht wirklich was hinbekommen und haben dann ab Ende 219 sie sich dann Handels einig geworden mit NSO. Ja? Äh und haben gesagt, ja, schaltet irgendwie schränkt man den Funktionsumfang ein, damit sich äh damit Viecher mit den juristischen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts irgendwie sagen können, dass wir uns bemühen, damit arbeiten. Die Bundesregierung wurde explizit gefragt, ob Bundesbehörden NSA-Software einsetzen, 20019 von Martina Renner, dem hat sie gerade schon erwähnt, vom deutschen Journalistenverband ähm und in diesem Jahr, in einer kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen. In allen Fällen hat das Inministerium geantwortet, dass man auf diese Frage keinerlei Auskunft erteile. Und es wird jetzt irgendwie kolportiert, dass BKA habe eventuell diese, Sache gekauft oder diesen Vertrag unterzeichnet. Ohne dass äh das Innenministerium, also Horst Seehofer, davon wusste, ja äh das lese ich noch nicht mal zu Ende, weil ich ist absolut nicht vorstellbar, dass das äh, Also so ein Vertrag, der wird teuer genug sein und dass irgendjemand hingeht und das macht ohne äh eben im im Innenministerium Leuten Bescheid zu sagen, halte ich für absolut unglaubwürdig? Absolut unglaubwürdig, aber auch eine äh eine wahrscheinlich übliche Strategie quasi, dass man eben zu so etwas nicht, offiziell sagt, äh mach das, sonst haben wir hier einen Paper, den nachher irgendjemand anfragen kann und dann müssen wir nachher auf Anfragen, die wir erhalten, ehrlich antworten. Also äh, Schaffen wir euch mal irgendwie grundsätzlich die Möglichkeit, dass ihr selbstständig darüber entscheiden dürft, damit ihr uns nicht äh informieren, dürft, ja? Ist aber in meinen Augen absoluter Wahnsinn, wenn man äh dem BKA diese dieses Recht ein einräumt, potenziell hier äh ich sage mal, ganz bewusst äh Unrechts- und Terrorsoftware einzukaufen. Und damit äh die Entwicklung solcher Software zu unterstützen, die ja spezifisch nur deshalb so gut ist und aus nur nur deshalb so gut ist, weil sie Sicherheitslücken auf iPhones und Android-Geräten geheim halten, ja? Es ist überhaupt nicht schwierig, einen äh einen Staatstrojaner zu schreiben, überhaupt, ja? Es ist nur schwierig, die Zielgeräte zu infizieren, noch dazu, auf eine Weise, dass es die Zielperson vielleicht noch nicht mal merken, also durch technische, Remote Code Execution Explod. Das ist der schwierige Teil und der schwierige, dieser schwierige Teil funktioniert nur dann, wenn die Schwachstellen auf allen Systemen sind. Und das ist etwas, was wir auch immer gepredigt haben. Meine letzte war es meine letzte Auskunft im im, im Innenausschuss zu Staatstrojane. Es spezifisch das nochmal alles erklärt, wer infizieren will, braucht Schwachstellen. Wir haben es immer wieder geleugnet, ja? Und jetzt merkt man, auf welche lustigen Ebene dir das leugnen, ne, dass man irgendwie sagt so, ihr braucht Schwachstellen, dann sagen die, nein, brauchen wir nicht. Ihr nicht, die Jacke, jemand anders kennt ihr, die geben euch die noch nicht mal, sondern lassen euch die Mieten, ja? Was äh ohne ohne sie euch zu verraten. Also es ist wirklich. Eine Katastrophe und da kannst du dir auch jetzt schon vorstellen, wie das dann weitergeht, ne? Dass du dann nämlich demnächst sagen. Wir können ja nur noch Staatstrianer äh ähm von Drittanbietern nehmen, wo die, wo die, wo wir die Schwachstellen, wie sie auf die Geräte lang nicht nicht selber kennen, sonst müssten wir diese Schwachstellen ja melden, weil's ein äh, prozess gibt oder sowas, ne? Also das ist. Wie wie ekelig sind diese Leute, ja? Und wie berat und und wie offensichtlich verstoßen die. Und gezielt verstoßen die gegen den guten Geschmack und gegen demokratische Prinzipien und gegen äh die Schutzziele unserer, eigenen inneren Sicherheit, die wir immer wieder anmahnen. Das ist wirklich äh sehr, sehr, sehr frustrierend und gleichzeitig überhaupt keine Überraschung. So, dann. War allerdings immer wieder ein Rätsel. Wie kommt denn eigentlich also es es war irgendwie ungefähr klar, dass der dass dieser Angriff. Funktioniert durch ähm. Messages. Also zumindest wenn er sich gegen iPhones richtet. Also eine geht an äh bei einem Telefon ein, wird dort verarbeitet. Das ist eine relativ. Also man man vermutet erstmal eine relativ geringe Angriffsfläche, weil vielleicht ja nur ein Text äh gerändert werden muss. Jetzt können aber natürlich auch äh Grafiken darstellen und, PDFs darstellen. Und ähm. Jetzt ist heute, am 13. September, iOS vierzehn Punkt acht und iPad US vierzehn Punkt acht erschienen, in dem eine, Schwachstelle in Chor Graphics und in Webkit gefixt wird, dem Browser, Ränderer, ja, wo sie sagen. Okay, ein bösartig verändertes PDF konnte zur Record Execution führen. Apple weiß, dass äh wer weiß von einem Bericht, dass diese Schwachstelle aktiv ausgenutzt. Geworden, Gesang gekonnt gehabt hätte würden. Ähm sagen also ein wurde adressiert, ähm durch äh verbesserte Input Velidation. Und dieses CWE zwanzig einundzwanzig dreißig, achtsechzig, also die dreißigtausendachthundertsechzigstes CWI von zwanzig einundzwanzig, CVEs sind die und. Quasi so der der Jahreskatalog der Schwachstellen, wurde gemeldet von äh The Citizon Lab, unseren Freunden in, Kanada, die tatsächlich diesen nennen, und sagen, dass er mindestens seit Februar 21 im Einsatz war. Ähm. Auch hier wieder, ne, eine universitäre Forschungsgruppe, eine ural Algisa, also, ist der Prof, der diese äh Gruppe, das das Citizen. An der University seit vielen Jahren, leitet, ja? Das sind so, ich meine, das ist das Level von Leuten, die. Oder mit diesen Ressourcen sehr eingeschränkten Ressourcen und guten. Müssen dann diese Schwachstellen irgendwie erforschen. Äh melden an an Apple, weil irgendwo Unternehmen viele Millionen macht damit diese Schwachstellen geheim zu halten und somit einem die die Sicherheit von, hundert äh von von hunderten Millionen Geräten äh ähm schwächt, von einem Konzern, der, glaube ich, immer noch der weltweit wertvollste Konzern ist ähm hergestellt werden, ja? Und da müssen irgendwie ein paar äh IT Security Forscher mit einem, zu diesem Thema und zu gesellschaftlicher Verantwortung, die müssen diese Schwachstellen am Ende fixen und melden, ja? Äh erforschen, und melden, damit sie gefixt werden können. Es ist wirklich äh krass, ne? Und jetzt willst du also iPhones aufm iPhone willst du iOS vierzehn acht haben? Ähm. Mac willst du aus XXR elf Punkt sechs äh oder Security-Update zwanzig einundzwanzig null fünf Katarina haben und äh auf der Apple Watch willst du, willst du Apple Watch, US7, sechs zwei haben. Ja, weil Apple diese ähm Schwachstelle direkt. In all diesen Geräten hat in dieser, Datenbank. In dem gleichen Update wird noch eine andere Schwachstelle äh gefixt, die äh wie ich gerade schon sagte, äh Webkit berührt, also Webkit ist der Ränderer für, Websites, also da wird einfach nur gesagt also irgendeine Art von. Webseite oder Webinar. Sie haben nicht spezifisch gesagt, welcher kann eben zur Code Execution führen und auch da gehen sie davon aus, dass das äh aktiv ausgenutzt wurde. Das ist also eine Schwachstelle ähm, in der äh die die äh getriggert werden kann beim Besuchen einer Webseite und das war in äh Use after free. Und da haben sie jetzt im Proof Memory Management. Sehr schön, offenbar benutzen die. Immer noch nicht überall speichersichere Sprachen für ihren komischen Webketbrowser, aber gut, wer wer macht das schon?
Tim Pritlove
Na ja, weil ist ja genau, wer macht denn das schon, ne? Ich meine, diese ganzen Dateiformate, für all diese ganzen Bildformate, die sich permanent weiterentwickeln, das ist natürlich auch ein Höllenritz, ne was da nicht alles unter unterschieden werden muss, das ist jetzt hier PDF betrifft. Jetzt grade gar nicht, aber überrascht natürlich auch nicht, weil PDF natürlich an sich auch schon eine ganze Menge Komplexität hat. Ist ja auch nur so ein Strukturformat, in dem dann wieder andere Bilder drin sind und dann kann hier noch ein Tiff und da noch ein JPAG und hier noch ein BNG drin sein. Und diese ganzen komplizierten binären Dateiformate nur ein Bit nicht richtig sitzt, so so wie man's erwartet hat, dann kann halt äh Code, der irgendwie erstmal eigentlich, immer vom Besten ausgeht, ja, der wird dann sozusagen so von so einem Trickbetrüger äh erwischt und macht dann halt einfach was äh anderes, es ist halt nicht alle Eigenschaften aller Bildformate nochmal in allen sicheren Promiersprachen komplett neu programmiert worden, auch permanent äh. Weiterentwickeln müsste. Wäre schön, aber ist halt einfach nicht die Realität. Und so laufen wir halt immer wieder in diese Probleme rein, die ja durch Entscheidungen, die vielleicht vor 30 Jahren schon gefällt wurden, äh. Immer wieder so zum Problem werden.
Linus Neumann
Ja, war ähm News after free hat nicht unbedingt was mit dem Detailformat zu tun. Es ist immer noch ein Programmierfehler, ne?
Tim Pritlove
Sind alles, es sind alles, Fehler, aber es äh äh der Code liegt halt nur in Sprachen vor, die eben all diese ganzen Safegards, die man heutzutage gerne haben möchte, wo sowas gar nicht erst passieren kann, äh wo dieser ganze Speicher nicht von Hand verwaltet wird, äh ja, existiert halt einfach äh noch nicht so umfänglich, wie man's gerne hätte. Keine Entschuldigung, ist nur eine Erklärung, warum das überhaupt noch passiert.
Linus Neumann
Offenbar, also wahrscheinlich, hat das einfach hinbekommen oder oder war haben sie, weil sie ja im guten Kontakt zu Leuten stehen, die ähm. Zu, die zum Beispiel sich irgendwie in Saudi-Arabien äh unbeliebt gemacht haben und somit dann erstaunlich häufig äh, Pegasus Spyware auf Ihrem Telefon haben und äh Sie sagen, also es gibt einen anonymen Aktivisten, wo Sie dann eben mal ein iTunes Backup hatten, ja? Und dann haben sie das Backup wieder analysiert und haben verschiedene, Giftpfalz im Folder Library SMS-Etaggements gefunden. Ähm und dann konnten sie eben sehen, okay, diese, die wo diese GIFs wurden empfangen. Kurz bevor das Telefon eben kompromittiert wurde. Und so sind sie dann eben an die Stelle an die Stelle gekommen, dass sie einen funktionierenden Exploit hatten und wenn du das Ding hast, klar, dann ist es nicht mehr schwer, äh den zu analysieren und zu gucken, was genau wohl, schiefgeht, ja? Und das ist hier genau erklärt, dass es, zwar eine Gif äh Extension hatte, aber in Wirklichkeit PSD-Fall war und äh wie dann irgendwie diese, Library aus dem, aus dem Tritt gebracht wurde, ja? Krasse Geschichte, Wahnsinns Research, wie gesagt, sehr stark vereinfacht dadurch, dass du ähm. Das sollten funktionierenden Exploit vor dir hast und den durch durch saubere Recherche gefunden hast und das dann an Apple äh zu melden ist natürlich, muss man sich nicht kleinreden und äh das könnt ihr auch alle wirklich sehr stolz drauf sein, dass sie das gemacht haben, weil das wird jetzt, ne, hoffentlich, ist es eben ein Kopf, den man äh der Hüdra abgeschlagen hat, NSO, Pegasus werden wahrscheinlich die ganze Zeit nur daran forschen oder die NSU wird nur daran forschen, neue Zero CliqueX zu finden, haben wahrscheinlich auch einige auf Halde, aber ähm immerhin ist das jetzt mal eine äh weniger. Kommen wir äh zur deutschen, strategischen Reaktion darauf. Man hat jetzt eine Cyber-Sicherheitsstrategie noch verabschiedet. Ich meine, Seehofer ist ja echt auch so ein so ein auf den Tisch, alter Mann, ne? Der geht jetzt in Ruhestand, jetzt muss der noch ähm noch irgendwie eine Strategie für, definieren für sein Amt. Also ich weiß warum eigentlich, ja? Also, für die nächsten fünf Jahre will er jetzt eine Strategie festlegen, also kann er nur hoffen, dass wir nicht einen Innenminister bekommen, der meint irgendwie in die ähm in die Fußstapfen von Seehofer treten zu müssen.
Tim Pritlove
Noch schlimmer Seehofer selbst noch mal?
Linus Neumann
Nee, nee, der hat angekündigt, der will jetzt endlich in Ruhestand. Aber wir haben äh, also es gibt ja einen schönen Kommentar von Jakob, von Lindern, Aufzeit online, äh der nämlich auch sehr, sehr klar sagt, ja, äh. Damit macht die vermeintliche Sicherheitsstrategie das Ganze internet unsicherer. Weil was wollen sie machen? Sie sagen, ja, Verschlüsselung finden wir super, aber. Wir wollen sie brechen. Wir wollen sie umgehen können. Wir wollen Schwachstellen nutzen. Äh wir wollen ähm Geräte kompromittieren und wir wollen. Technische und operative Lösungen für den rechtmäßigen Zugang zu Inhalten aus verschlüsselter Kommunikation, zu rechtmäßigen Zugang, ne? Das ist ja auch echt geil, ne? Verschlüsselte Kommunikation wollen wir echt haben, aber wir brauchen einen rechtmäßigen Zugang dazu, ja. Ähm. Damit ist relativ klar und das benennen sie auch. Sie sagen, ja, das ist ja nicht so schön. Also wir haben ja diese Quellen-TKÜ, aber ähm. Aufgrund der technischen und operativen Herausforderung in der Praxis ist das ja auf Einzelfälle beschränkt. Das geht ja nicht. Das ist auf Einzelfälle beschränkt und so, wenn wir Geräte hacken und das soll ja wohl bitte aus dem Einzelfall, soll ja bitte die Regel werden, spezifischer Grund, ja und dann. Entscheiden die jetzt in ihrem Kabinett gut zwei Wochen vor der Bundestagswahl diese Strategie ja in der übrigens auch noch. Gesagt wird, wir möchten ähm einen Heckbag machen. Und ich habe das hier auch schon hundert Mal äh ähm erklärt, ne, dass also, Das, was die als Hackpack meinen, ist, was sie mit meinen, ist nicht das, was sie erzählen, äh die erzählen, wir wollen, gegen die Ursachen schwerer Cyber-Angriffe aktiv vorgehen. Und es gibt dann immer auf immer findest du irgend so 'n. Irgend so 'n Polizisten oder oder irgend so 'n sonstigen Schreibtischtäter ohne, ohne Keyboard, der dann irgendwie erzählt, er würde 'ne aktive Angriffe könnten ja, äh ab, ne? Da gibt's jetzt einen Digidos aufm Krankenhaus, und und deswegen sterben die Leute und dann will man aber jetzt aktiv den den Angreifer hacken, damit der Angriff aufhält, ne? Sind so völlig hanebüchende Geschichten, weil, Angriff auf ein Krankenhaus sicherlich nicht zu einem Ausfall der Geräte führen könnte. Und ein Hack des Angreifers sicherlich nicht den Detox angestoppt, Es geht nicht um irgendwie akutes Zurückhaken. Es geht um. Mindestens taktisches, wenn ich strategisches hacken und mit Sicherheit kann man das oder mit hoher Wahrscheinlichkeit kann man das einfach juristisch nicht so definieren, dass es tatsächlich für die Abwehr, laufender Gefahren stattfindet, sondern die werden sich natürlich für die generelle ähm. Das generelle Vorgehen gegen Gefahren den Freischein holen und der beinhaltet dann eben generell die Lizenz zum Hacking. So und wenn sie die mit dem ersten Mal nicht kriegen, dann holen sie sich die mit Sicherheit mit einem zweiten Mal. Und. Das wiederum wird wieder dazu führen, ne, niemand hackt spontan irgendetwas. Es geht immer dabei um die Suche nach Schwachstellen. Du kannst Glück haben bei neuer selbst entwickelter Software von irgendjemandem, dass du da Schwachstellen drin findest, aber die wahrscheinlichere Lösung ist, dass du in in Librarys, verwendet werden in äh alten Versionen, die verwendet werden, bekannte also Schwachstellen sammelst und bei bei ähm. Bei gegebenem Anlass dann ausnutzt, ja, dass du einfach eine Sammlung an Schwachstellen hast, in möglichst verbreiteten Systemen, um deine Wahrscheinlichkeit zu steigern, dass du die Schwachstellen, auch ausnutzen kannst. Und. So machen es auch die anderen Geheimdienste, die offensiv unterwegs sind und die Konsequenzen davon kennen wir die Konsequenzen davon sind so etwas wie äh die Schwachstätte äh geführt hat, katastrophalem Ausmaß, die, Cyberschadensfälle, wie es mal so nennen darf, die äh als die schwersten und teuersten bisher gelten. Und Das ist genau das Risiko, was da eingegangen wird. Ja, das geht in einem Vortier. Wir reden seit drei Themen über das Gleiche, ja. Unterstützung von aktiver Unterstützung von, Unsicherheit statt dem Gegenteil. Warum? Dachte, die wären für die innere Sicherheit zuständig.
Tim Pritlove
Tja, das haben sie aber sehen sie aber irgendwie anders.
Linus Neumann
Wie, was wir davon haben, sehen wir ja jetzt. Unsere, unser BKA äh unterstützt irgendwelche moralisch komplett bankrotten. Unternehmen, die den Saudis dabei helfen, andere Leute zu töten. Er heißt doch wirklich, es ist doch, das ist doch nicht mehr schön.
Tim Pritlove
So ist es mit unserer ausgehenden Regierung.
Linus Neumann
Hoffen wir mal, dass diese, dass sie trotzdem noch versauert, weil ähm, sämtliche Expertinnen, sämtliche Forscherinnen, sogar der wissenschaftliche Dienst des Bundestags hat sich dagegen ausgesprochen, alle Parteien im Bundestag vertretenen Parteien sprechen sich dagegen aus, werden wir mal sehen, also es ist wahrscheinlich auch einerseits der Grund, warum der Seehofer das jetzt nur irgendwie durchprügeln will ähm aber äh auch sehr schön kommentiert hier, wenn sich die Umfragewerte der Union nicht noch dramatisch erhöhen, nach der Wahl wohl keine Mehrheit für solchen Unsinn geben. Und das äh ist jetzt natürlich auch wieder die Hoffnung, ne, sorgt einfach dafür, dass es nach der Wahl, keinen Mehrheit für derartigen Unsinn gibt und das könnt ihr am ehesten hinkriegen, indem ihr keine Nazis und keine Christdemokraten wählt. Wofür es aber im Bundestag eine Mehrheit gab, Tim Broadcast. Ist so lustig, wie wir hier nach diesem Wahltag gesagt haben, warum macht man das nicht mit? Dann ist, dann passiert noch die Flut in NRW übrigens, soll ich sagen, Tim, weißt du, wer in NRW Ministerpräsident ist? Also, lässt das Amt eigentlich seit einem Jahr ruhen, weil er im Wahlkampf ist?
Tim Pritlove
Ja. Ist das nicht dieser Laschet.
Linus Neumann
Kanzlerkandidat, Kanzlerkandidat der CDU. Hm. Aber ja, jetzt haben sie, jetzt haben sie nachdem das das nachdem da das Land unter Wasser war, haben sie jetzt entschieden, dass sie, also eine gesetzliche Regelung für Broadcasts suchen und äh jetzt müssen deutsche Netzwerker das installieren, rechte Basis und so wird es geben und äh zuständig für das Abfassen der Warnung werden dann, Behörden zur Gefahrenabwehr und für Zivil- und Katastrophenschutz, da soll dann eine TKG-Änderung stattfinden, ähm und na ja, dann äh sollen, auch Nummern, gebundene Messenger, wie Signal und WhatsApp in notwendigem Umfang daran mitwirken, dass die Warnungen zeitnah zugestellt werden. Da merkst du auch wieder, ey Leute, ihr habt das ihr habt das nicht verstanden, was der Broadcast ist, so. Ihr habt es echt nicht verstanden. Das nicht. Verstanden. Das ist wirklich, die haben es nicht verstanden, Tim. Die haben's in 20 Jahren nicht verstanden.
Tim Pritlove
Es geht ja nicht nur um es geht ja auch sozusagen auch um die Distribution dieser, Warnmeldung, dass sie dann halt bei manchen WhatsApps und so weiter nicht ankommen werden, geschenkt. Ja, aber es ist ja trotzdem sinnvoll, solche Messengersysteme äh an an so etwas auch anzuschließen.
Linus Neumann
Ist es nicht, aber lassen wir das. Dann dann kannst du von mir aus, dann kriegst du die Nachricht halt zweimal, weil gegen Broadcast wirst du dich auch nicht wehren können, und, und die Idee an Broadcast ist doch die räumliche Konzentration, ja? Und solche GPS für Signal freigeben, der mit Signal irgendwo zentral gucken kann, ob die Bundesregierung grade eine Broadcast-Nachricht für mich hat, bekommen habe, wenn ich in der Zelle bin.
Tim Pritlove
Ja, aber das Problem ist doch, dass die Impfgegner äh die glauben, dass ja erst, wenn's auf Telegram kommt.
Linus Neumann
Ja gut, das wäre vielleicht auch gar nicht so schlecht, da mal der Evolution freien Lauf zu lassen.
Tim Pritlove
Ich hatte befürchtet, dass du das sagen wirst.
Linus Neumann
Oh je.
Tim Pritlove
Apropos Schwabler und ihre Kanäle. Atila, dein Freund Attila. Der hat äh seinen Kanal eingebüßt. Ja.
Linus Neumann
Ja, der wurde eben, der hat den falschen Leuten vertraut, ne.
Tim Pritlove
Ja, na ja, der hat überhaupt Leuten vertraut und hat's halt, sagen wir mal, äh so auch überrissen, glaube ich, dass mit dass dass jetzt auch wirklich der letzte noch begriffen hat, dass mit ihm kein Staat so machen ist. Wenn ich das richtig sehe, hat irgendwie sein äh Admin, Ist jetzt irgendwie übergelaufen und äh letzten Endes landeten wohl so Die Credentials für seine äh Kanäle oder für sein Telegram-Account, ich weiß es nicht genau, landeten bei irgendeiner, Truppe, die sich jetzt mal wieder unter diesem Anonnimus äh gemeldet hat, da weiß man ja immer nicht so, wer das jetzt gerade ist. Es gibt ja bei muss immer so den Member Djur, ja, also ob's da in irgendeiner Form irgendeine Kontinuität äh lässt sich nicht beantworten, sondern es kann auch einfach sein, dass es jede Woche äh eine ganz andere Gruppe ist, die sich halt so nennt. Aber halt so Leute im im im Netz, die äh, bisschen was von Computern äh äh verstehen, haben sich wohl dieser Kredenz angenommen und haben irgendwie seine Kanäle dicht gemacht, übernommen. Äh die waren wohl eh schon ziemlich äh zusammengeschrumpft auf, mittlerweile fünfstellige äh Subscriber äh Zahlen, nachdem wir's ja immer irgendwie im Millionenbereich geschafft hat, zur Hochzeit dieses ganzen Wahnsinns. Und mittlerweile hat er sich ja auch kleinlaut irgendwo in der Türkei äh verkrochen und gibt nicht mehr viel von sich. Ab und zu hat er wohl noch so ein paar kleinere Kanäle, wo er rumjammert und seine Verschwörungs Geschichten, packt, aber jetzt ist wohl so richtig vorbei und wenn ich das richtig sehe, ist in dem Zuge, ist er jetzt auch noch seiner ganzen Domains, äh seine ganzen Domains sind auch noch abhanden gekommen über diese.
Linus Neumann
Ja, die haben's ihm auch weggenommen.
Tim Pritlove
So
Linus Neumann
Also die Geschichte kurz gefasst ist, dass es da einen ähm einen Admin gibt äh von der für Attila Hildmann. Diese ganzen Zugänge verwaltet hat und ähm. Im Prinzip auch alles, was der redet, glaubt, solange es irgendwie um äh Impfverweigerung und Pandemie und äh sonstigen Kram ging. Aber ähm nicht ähm mit dessen Rechtsradikalität, im in Übereinstimmung ist, ja? Also dass er äh dass er eben ein Nazi ist, der mit Hakenkreuzen Nationalsozialismus und sonstigen Dingern äh, agiert. Und als er ein altes Handy von Attila als Arbeitshandy einrichtete, habe er eben festgestellt, Zitat, dass seine ganzen Bilder von vor drei Jahren schon irgendwie so eine Nazischeiße sind, ja? Und dann hat sich dieser Admin eben dazu entschieden. Naja, den um den echt einen auszuwischen und hat ihn dann eben, hat immer mehr um sein äh Vertrauen geworben und ihn dann am Ende dazu gebracht, auch zum Beispiel Domains sicherheitshalber in ihn. Zu transferieren. DE und dann irgendwie ganz viel mit, ich weiß nicht genau, was das ist. Habe ich mich so viel mit auseinandergesetzt, aber Demos und wir machen auf und Attila Hildmann Forum, allen möglichen Scheiß Aha-Forum Punkt org. Er hat sich echt noch mit den Initialen noch irgendwie in Aha-Forum gemacht. Na ja die jetzt alle auf äh die Facementpages von äh und auch eine Reihe an Telegram-Kanälen, in denen wir jetzt einfach gesagt, so übrigens, wir werden euch in Zukunft über auf dem Laufenden halten. Jetzt haben, jetzt sagen sie, äh diese ganzen Inhalte, da haben sie natürlich jetzt relativ viel von dem, das wollen sie eben ähm. Hier äh langsam äh veröffentlichen und äh diese Daten zur Auswertung übergeben. Bin mal gespannt, was da jetzt noch äh kommen wird, Ähm und sie hoffen, dass es jetzt äh. Behörde geben wird, die vielleicht doch die Dringlichkeit und Notwendigkeit begreift und all diese Daten überblicken kann. Nee, das hoffen sie nicht. Sie glauben nicht daran und leider stimmen sie dazu, ja. Tja, schade, äh dass das sich da eben die Polizei nicht drum gekümmert hat, ähm, Linker sein müssen, dann wäre der Spaß längst ein ein Ende bereitet worden. So ist es also, Attila Hildmann ergangen. Ähm ja, ich muss persönlich sagen. Also schöner hätte ich's natürlich gefunden, wenn äh der Vogel einfach irgendwann seinen Einfluss vollständig verloren hätte und ihn auch alle als den Spinner. Gesehen und wahrgenommen hätten, der er ist und jetzt ist es natürlich irgendwie, es sind schon drastische Maßnahmen, jemanden seiner Domains zu berauben und seiner seiner reichweitenstarken Telegramkanäle. Gleichzeitig wenn ich mein selbst die, also wenn die Unterstützer aus dem engsten Kreis halt sagen nein das ist ein jemand der hier halt verfassungsfeindliche Inhalte verbreitet und dafür auch nicht vergessen der ja auch deswegen von der Polizei gesucht wird. Es gibt ja Haftbefehle ja? Und ähm entsprechend sagen hier übrigens auch die von Enorm ist, dass sie, oder diese Stellen in Aussicht, dass sie einen Beweis dafür haben, dass der erste Haftbefehl gegen hielt man an ihn durchgestochen wurde. Ja und das sind ja auch schon wieder so, ganz, ganz üble Dinge, weil das wieder heißt, ne, dass wir in unserem äh Strafverfolgungssystem ähm. Tja, irgendwelche Sympathisanten mit diesen äh mit diesen Nazi haben. Ja und das ist schon alles äh schwierig. Und ist sehr, sehr schwierig.
Tim Pritlove
Ja, aber jetzt hat's sich auf jeden Fall erst mal aus äh aus kanalisiert bei ihm. Ich glaube, von dem werden wir so schnell nichts mehr.
Linus Neumann
Ich bin mal gespannt, also ich weiß nicht, denke schon, dass er irgendwie über also müsste man mal gucken, ob er nur recht, ob er diesem atmen technisch die Kontrolle über die Domains gegeben hat, dann sollte er eigentlich in der Lage sein, innerhalb von paar Tagen die für sich zurückzugewinnen Ähm. Wenn er die auch rechtlich übermittelt hat, dann wird er jetzt also wahrscheinlich ein bisschen schwieriger werden für ihn jetzt. Das ist mir da jetzt nicht äh nicht hundert Prozent drin äh erkenntlich, was da der der genaue Hintergrund äh ist. Auf jeden Fall nicht so wird nicht ganz so einfach werden, ne? Aber also ob das jetzt dauerhaft ist, weiß ich nicht, aber gleichzeitig äh ähm versuchen sich wahrscheinlich jetzt auch die Leute aus diesem Telegramkanal zurückzuziehen. Hm wenn sie wissen, dass der jetzt in den Händen von Enorm ist. Übrigens einer der Gründe, warum ich da selbstverständlich mit irgendwelchen Fake-Accounts drin bin. Drin gewesen bin, weil man einfach mit solchen Leuten nicht assoziiert werden möchte. So und jetzt kommt etwas ganz Ungewohntes für uns, Tim.
Tim Pritlove
Ja, was denn.
Linus Neumann
Mal wieder ein äh Termin ankündigen.
Tim Pritlove
Mit Musik.
Linus Neumann
Ich würd's mit Musik versuchen, einfach um der alten Tage Willen. Datenspuren 2021 finden statt in Dresden. 18. und 19. September in Zentralwerk in der Riesastraße. Und die Veranstaltung findet als Präsenzveranstaltung statt. Kommt bitte geimpft. Nur geimpft. Macht bitte einen Selbsttest. Es gibt auch Selbsttest vor Ort. Und ähm die in Veranstaltung ist in der Gesamtteilnehmerzahl eingeschränkt, und man wird natürlich getracet, also benutzt bitte die Corona-Warn-App und checkt euch in die Veranstaltung ein. Bonus für jeden, der Luca heißt, gibt es zur Wiedergutmachung eine freie Mate an der Bar, Ich denke, das dürfte Einladung genug sein und ich denke, ihr werdet euch sicherlich erfreuen an dieser kleinen, aber sehr feinen Veranstaltung des Klubs Dresden.
Tim Pritlove
Das ist sozusagen 1 einsG plus. Würde ich das nennen, diese Coronaregeln.
Linus Neumann
Eins G Plus. Ich finde eher, ist es nicht G-Quadrat? Geimpft, getestet.
Tim Pritlove
Ist es halt, da ist halt eigentlich nur ein ein. Nur geimpft sozusagen, das schließt ja auch Chinesen aus, wenn ich das richtig äh sehe, nach dem Motto, ihr solltet euch jetzt mal alle irgendwie geimpft haben so, aber der der Test kommt dann sozusagen noch zusätzlich oben drauf.
Linus Neumann
Hm, genesen indiskriminiert. Ich glaube nicht, dass die beabsichtigen, dass hier Genesene nicht also ich denke, dass äh.
Tim Pritlove
Da steht nix davon, von Genesen. Das ist für mich 1 G und mit wenn man dann trotzdem nochmal testet, dann ist es für mich 1 G Plus.
Linus Neumann
Ach so, weil weil's nicht, weil's nicht oder verknüpft ist. Oder, oder ist.
Tim Pritlove
Ja genau, ja weil's nicht äh impfen reicht, ne, so, wenn's halt äh, testen lassen könnte, ohne dass man geimpft ist, dann wär's ja im Prinzip schon wieder die zwei, drei Griegel, je nachdem, wie man da mit den Genesenden noch umgeht. Also, ich nenne das jetzt mal eins G plus und ich. Durchaus für zu haben.
Linus Neumann
Quadrat.
Tim Pritlove
Okay, wie auch immer. Auf jeden Fall sind's die Datenspuren und äh schön, dass äh es stattfinden kann. Hast du schon gesagt, wo? Nee, ne?
Linus Neumann
Ja, doch, habe ich gesagt, im Zentralwerk in Dresden, in der Riesastraße.
Tim Pritlove
Ja, dann äh könnt ihr da alle mal hingehen und das ist ja jetzt auch bald. Und bin froh, dass wir es den Termin jetzt noch endlich mal unterbekommen haben. Nachdem wir schon mehrfach auf die Finger bekommen haben, warum wir sie noch nicht gebracht haben.
Linus Neumann
Ja, das äh tut uns leid, dass dass er nicht da mit reingerutscht ist. Ja, das war's, Tim. Ähm ich weiß nicht, ob's unsere letzte Sendung vor der Wahl ist, hatten wir, ich glaube, wir haben äh ausreichend empfohlen, zu wählen und auch ausreichend ausgedrückt, wen wir empfehlen, nicht zu wählen.
Tim Pritlove
Auf jeden Fall, denke ich auch.
Linus Neumann
Und ähm jetzt heißt es Daumen drücken. Ich hatte mich ja übrigens für die Bundestagswahl als Wahlhelfer gemeldet, ne? Ich habe bisher immer noch keinen Einberufungsbescheid bekommen.
Tim Pritlove
Ach, dich wollten sie nicht haben.
Linus Neumann
Weiß ich nicht. Haben sie mir auch nicht geschrieben. Also die haben mir äh das war ja. So eine ähm also erst habe ich mich da gemeldet. Habe ich gesagt, hier ich möchte das machen. Ihr sucht ja Wahlhelfer. Wurde auch gesagt, wir wir haben nicht genug, ne? Und dann ähm, Habe ich gesagt, ja okay, ich komme, ne. Und dann habe ich so ein so ein Brief geschrieben, äh Brief bekommen, wo sie sagten so, Du bist jetzt hier im Wahlvorstand und ähm Übrigens jetzt kein Spaß mehr, das ist du bist für dieses Ehrenamt jetzt verpflichtet und wenn du da nicht auftauchst, dann keine Ahnung, kommst in den Knast oder so, ne? Also ist auch vielen Dank, herzlich willkommen, ich habe mich gerne für diesen freiwilligen Dienst gemeldet, ne. Aber ist ja klar, dass sie eben auch da dann Planungssicherheit brauchen müssen und nicht irgendwelche Zicken, die halt sagen, ihr macht das hier freiwillig, ihr könnt mir gar nichts, klar, aber kam nichts mehr. Und jetzt bin ich verunsichert, weil ich nicht weil dann würde ich an dem Wochenende nämlich wegfahren. Ich habe ja, ich habe ja schon gewählt.
Tim Pritlove
Was hast du gewählt, okay?
Linus Neumann
Also mich hält da nix.
Tim Pritlove
Ja, ich habe ja ich habe mir meine meine Unterlagen schon mal schicken lassen, weil das so viele Zettel sind.
Linus Neumann
Ja, ich auch. Habe ich mir auch schinken lassen, schon mal gemacht und werde das, habe ich auch schon abgeschickt wieder.
Tim Pritlove
Schon eingetütet, das habe ich noch nicht gemacht, weil ich dachte mir, ich will trotzdem vielleicht mal so dieses Feeling haben, äh das auch so richtig dann im Wahlkreis äh wie heißt das, weil.
Linus Neumann
Wahl wie heißt das denn nun mal?
Tim Pritlove
Wahllokal.
Linus Neumann
Wahllokal, genau, im Wahllokal.
Tim Pritlove
Einzuschmeißen. Das darf man ja leider, ja, kann ich machen, ne.
Linus Neumann
Steht dir keiner im Wege.
Tim Pritlove
Ja, das das wird sich zeigen. Ob da nicht irgend so ein Leugner wieder irgendeiner, der wieder irgendwas leugnet. Bundestagswahl alles nicht wahr, nicht real. Ja, oh, jetzt lachen wir noch. Okay, Leute, das war's äh von unserer Seite her und ähm wir hören uns dann vielleicht nächste Woche, oder? Weiß ich nicht genau, ob das klappt. Wir werden's sehen. Lasst euch überraschen. Bis bald.
Linus Neumann
Bis bald, tschau, tschau.

Shownotes

LNP406

Intro

Prolog

Feedback

Strategisch wählen

Wahl-O-Mat

Telekom-Anteile

Bundesminister Helge Braun

40 Jahre CCC

tuwat.txt

Alles ist eins, außer der Null

Blinkenlights

BKA kauft NSO Pegasus

Citizenlab meldet NSO zero-day

Cyber-Sicherheitsstrategie

Bundestag beschließt Cell Broadcast

Attila Hildmann hat seine Kanäle verloren

Termine

Datenspuren 2021

LNP405 Immer alles richtig machen

Feedback — CDU ist die digitalste Partei — Bundestagswahl — StreamOn ist illegal — Telekom schaltet De-Mail ab

In wenigen Wochen ist Bundestagswahl und daher widmen wir auch wir in dieser Sendung diesem Thema eine Metadiskussion. Denn Tim ist (was die Bundestags- und die Landtagswahl in Berlin angeht) Erstwähler und macht sich so seine Gedanken über die Nöte und Zwänge des Wahlvolks in einem suboptimalen Wahlsystem. Spoiler: die CDU scheint es dabei nicht in unsere engere Wahl zu schaffen obwohl Dorothee Bär vor kurzem verkündet hat, dass es ja wissenschaftlich erwiesen sei, dass die CDU die "digitalste" Partei sei. Was es mit dieser "Wissenschaft" auf sich hat und auch was von dieser Behauptung rein sprachlich zu halten ist, wird in dieser Ausgabe auch aufs genaueste untersucht. Zum Schluss gibt es aber auch ein paar (kleinere) gute Nachrichten: StreamOn und Vodafone Pass wurden vom EuGH als nicht vereinbar mit der Netzneutralität bewertet und die Telekom steigt jetzt auch vom toten Pferd De-Mail ab.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Schon gehört, Armin Laschet hat jetzt seinen Zukunftsteam vorgestellt.
Linus Neumann
Es bleiben im Raum jung, prima, März und Bär.
Tim Pritlove
Lokbuchnetzpolitik Nummer vierhundertfünf vom ähm was haben wir denn heute? Vierter September 212. Und während Armin Laschet das äh letzte Aufgebot aus dem Keller holt ähm haben wir ein neues Angebot für euch, einen bunten äh Themenstrauß und ähm so sollte es ja auch sein, ne? Und äh wir haben auch einen Gast, ne?
Linus Neumann
Ja, wir haben einen Gast, Überraschungsgast. Äh wir haben ja, wir reden ja hier viel über äh die Regierungs, Partei CDU und die vielen Missstände, für die sie verantwortlich ist in diesem Lande. Und aus diesem Grunde haben wir uns einfach mal Armin Laschet eingeladen. Armin, vielleicht magst du dich kurz vorstellen. Wunderbar, dann haben wir ein gemeinsames Ziel jetzt endlich, das freut freut uns dann doch, dass wir hier den Schulterschluss wieder äh gefunden haben, ja? Wir wir ein Vogel.
Tim Pritlove
Ja, ja, ja, ja. Ja und seine äh ja, Ich weiß nicht, ob bei ob er ob er die richtige Methode anwendet, um hier ähm zum Erfolg zu kommen, je nachdem, welchen Erfolg er jetzt meint, das weiß man ihm ja nicht so ganz genau, ne? Ja
Linus Neumann
Also diese, die wir lachen ja hier äh seit bald zehn Jahren über über die Misere und das ist auch das häufigste äh Feedback, das wir äh so bekommen, dass die Leute sich freuen, dass wir trotz obwohl wir eigentlich nur schlechte Nachrichten behandeln, ähm unsere gute Laune dabei nicht verlieren das ist das ist ja keine gute Laune die wir davon bekommen sondern die wir das ist ja eher so 'ne so 'ne historische Grundstimmung, das ist halt nicht mehr reicht zum Heulen, ja? Und äh wir deshalb lachen müssen.
Tim Pritlove
Du weißt, wir lachen gar nicht, sondern war nur hysterisches Gekicher am Start.
Linus Neumann
Was anderes kannst du gar nicht mehr machen, ja. Äh aber wir werden in dieser Sendung ein bisschen darüber sprechen, ähm, wie wir uns denn wen wir so für die Gesamtsituation verantwortlich machen in diesem Lande und was wir hoffen daran zu ändern. Aber als allererstes müssen wir natürlich. Nochmal die HTTP-Status kurz behandeln.
Tim Pritlove
Genau, das ist nämlich die passende Fehlermeldung eigentlich für die CDU, ne. Vier null fünf. Ja, also hat die P ist ja wirklich ein, Eine Wundertüte, ne? Da also man benutzt eigentlich das Allerwenigste davon Wie das immer so ist, so bestimmte äh äh Dinge werden immer nur zu einem gewissen Maß sehr viel verwendet, aber können eigentlich auch eine ganze Menge mehr, wenn man mal tiefer reinschaut. Und da gibt's dann zum Beispiel auch dieses weithin unbekannte Konzept einer Methode. Das ist nämlich das, wenn ihr auf irgendeiner Webseite rumklickt. Dann sagt ihr, äh in erst mal quasi äh schickt ihr ein, ja eine Methode, ein Kommando, quasi so eine eine Anfrage, und und und was ihr eigentlich genau wollt, das das ist eben diese sogenannte HTP-Methode und wenn man immer so klickt, dann macht man immer nur ich will, ich will, ich will, ich will.
Linus Neumann
Also so was wie Index HTML.
Tim Pritlove
Ja genau, get, irgendwie, ich will jetzt einfach hier diese Ressource lesen, weil Web ist ja äh zum Lesen da und Internet ist zum downloaden genau das Ding so, ne? Gibt aber auch noch ein paar andere Methoden, die man jetzt äh selten sieht und die Nerds natürlich in der Regel kennen, wenn man Formular abschickt, dann ist das ein Post oder wenn man nur irgendwie mal gucken will, ob so eine Seite überhaupt da wäre, einen der Inhalte aber nicht interessiert, dann kann man auch einfach nur nach dem Fragen, dann ist es ein oder wenn man was hochlädt, dann ist es ein Putt und dann gibt's auch noch ganz viele andere Sachen, die eigentlich überhaupt äh für gar nichts weiter äh wichtig sind. Nur äh wenn halt der Server eine nicht kennt, dann ist es ein 405. Lieber am.
Linus Neumann
Wenn er sie nicht wenn er sie nicht erlaubt.
Tim Pritlove
Ja. So und irgendwie kein Internet installieren in Deutschland und äh die Klimakrise befördern, ist definitiv auch eine nicht erlaubte Methode. Armin.
Linus Neumann
Ich habe, ich habe äh tatsächlich äh also der der Statuscode vor mir nicht so bekannt. Und ich erinnere mich an einen äh Fall vor einiger Zeit, wo ich ähm, weil äh. Wenn man Notsituationspatchen machen musste, weil es eine Schwachstelle auf einem Server gab und um diese Schwachstelle auszunutzen, brauchte man einen Post-Request-Post, ist ja die übliche Methode, um eben, Daten zu übermitteln, ja? Also man man schickt etwas dahin, also an einen bestimmten Endpunkt und postet dort Daten hin. Man kann auch mit einem gettrig Fest, quasi Daten übermitteln, die sind dann aber quasi Teil der URL, beim Postfrequest ist es das nicht. Jedenfalls musste ich dort schnell, verhindern, dass überhaupt noch irgendwelche Post-Request von dem äh Server akzeptiert werden. Und dann habe ich halt äh einfach gesagt, okay, wenn Post, dann vier null vier. Und das war falsch, ja. Hätte 405, die wäre die korrekte, die korrekte äh äh Regel gewesen, dass ich ihnen sage, Posts erlauben wir hier nicht mehr. Ich lerne hier auch.
Tim Pritlove
Ja, genau, also noch 20 Sendungen, also bist ein veritabler Webprobe im Jahr geworden.
Linus Neumann
Ja zumindest äh zumindest mal mit Statuskurs. Äh das ist wirklich äh Spaß mit Statuscodes. Es es ist äh durchaus äh wichtig da mal richtige die Codes richtig zu zu berücksichtigen. Das ist auch wenn man also insbesondere wenn man so. Bastelt.
Tim Pritlove
Gilt ja generell ehrlich, wenn's um Computer geht und auch sonst im Leben immer alles richtig machen.
Linus Neumann
Immer alles richtig machen. Das ist das erspart einfach so viel Ärger, ja. Das äh kann man, kann man gar nicht, kann man gar nicht anders sagen. Wir haben bisschen äh Feedback gehabt zur zur insbesondere zu der Apple Sendung, aber wir fangen mal kurz an mit Feedback zu der Quad-Nine-Sendung, das fand ich also der letzten Sendung mit Julia Reeder. Da sagte, das fand ich eigentlich einen ganz netten Austausch. Und mich Andreas sagte, und dass das diesen Austausch zwischen Andreas und Martino äh finde ich so äh zeigt halt sehr äh äh klar, was Sony da macht. Also Andreas fragt, was würde Sony denn wohl machen, wenn Quart neun oder Kort Nein alle Sony Seiten und Abmahnweltanwälte aus deren Resolver löscht Stimmt, genau, dann würden sie nämlich quengeln. Jetzt kommt aber die Antwort von Martino, nichts, wie in der Sendung erwähnt, dürfte der Anteil der Nutzer, die überhaupt in der Lage sind, ihren DNS-Server zu ändern, bereits irrelevant klein sein? Vermutlich merken sie es nicht einmal. Und, das finde ich in diesem Austausch offenbart sich sehr äh was was Sony da nämlich genau gerade eigentlich spielt und das haben wir auch in der Sendung äh sehr schön, von Julia seziert bekommen.
Tim Pritlove
Genau.
Linus Neumann
Und dann gab es äh die Sendung davor haben wir uns über diese Apple-Geschichte unterhalten und Herr Yemin, ne da gab es aber ganz viele Kommentare.
Tim Pritlove
Ja, da hatte jeder, jeder was äh von sich zu geben. Ich glaube, wir sind gerade bei 128 Kommentaren und dazu da bezog sich der Großteil natürlich auf diese Sesamdiskussion, muss mich jetzt nicht gar nicht groß überrascht, weil es ist ja schon im Thema angelegt, so dass das einfach ein ein Punkt ist, wo ja, die verschiedensten Meinungen existieren. Und das hat sich da halt auch gezeigt, teilweise war's ein bisschen wild äh fand ich so, also manche vor allem hatten so den Eindruck, dass wir uns jetzt hier irgendwie ähm gestritten hätten. Ich hatte diesen Eindruck, ehrlich gesagt. Gar nicht.
Linus Neumann
Nee, ich auch nicht. Also, das ähm also, wir haben äh angeregt über dieses Thema diskutiert. Und äh ich hoffe, äh dass auf allen klar war, dass wir es auf einer inhaltlichen Ebene tun und nicht auf einer äh auf einer persönlichen, die jetzt irgendwie dazu führt, dass wir uns streiten oder jetzt es zum Bruch käme oder oder sonstiges, ja? Das äh hoffe ich, dass da niemand den falschen Eindruck beigewonnen hätte.
Tim Pritlove
Nee und ich meine auf der anderen Seite, äh also wenn's euch lieber ist, dass wir hier immer irgendwie äh unisono immer nur mit so einer äh Mehrheitsmeinung äh unterwegs sind so, weiß ich nicht, ob ihr dann im richtigen Programm angekommen seid. Man muss äh die Sachen einfach auch mal von verschiedenen Seiten beleuchten. Sonst ähm Versteht man sie halt teilweise auch einfach mal gar nicht. Insbesondere, was so diesen politischen Prozess betrifft, Gibt's ja auch immer noch Leute, die das einfach mal ganz anders sehen. So und nicht immer tun sie das äh aus bösen Erwägungen, sondern einfach nur, weil sie es anders sehen, weil sie es nicht besser wissen oder nie anders erklärt bekommen haben. Und äh auch da muss man sich mal langsam mal reinversetzen. So die ganze Diskussion rund um dieses äh Feature, was Apple angekündigt hat, was ja viele Leute, vor allem deshalb verstört, weil das halt eine Komponente aufs Telefon auslagert wurde, sowas normalerweise oder zumindest bei anderen bisher so noch nicht stattgefunden hat. Auch wenn Apple das immer äh verteidigt hat als einen. Privatsphäre schonen den Ansatz. Diese ganze äh Debatte ist ziehen, hat ziemlich an Fahrt äh gewonnen. Hatte sie schon, als wir darüber berichtet haben, aber es hat danach auch nicht unbedingt nachgelassen und äh Apple hat jetzt angekündigt, dass sie wohl nicht, wie das ursprünglich angedacht war mit dem Release von iOS 15 und allen anderen Betriebssystemen, die in dem Moment äh rauskommen, auch mit US et cetera, die die neue Version, dass sie das dann noch nicht einschalten, sondern dass sie erstmal über das Feedback nachdenken wollen. Ums dann zum späteren Zeitpunkt äh zu liefern.
Linus Neumann
Selber aber auch sehr spezifisch gesagt, äh dieses wichtige Feature wollen sie nach wie vor verfolgen, ne. Also sie haben. Klar gesagt, dass sie nicht von dem Plan abrücken, äh etwas zu tun, aber sich nochmal damit auseinandersetzen, was und wie sie das machen.
Tim Pritlove
Das ist auch typisch eigentlich typisch Apple. So, ich meine.
Linus Neumann
Einfach typisch PR.
Tim Pritlove
Es ist aber, ne, es ist insofern typisch äh Apple auch, weil sie die, schon bei allen Sachen, wo sie äh vermuten, dass das unter Umständen, wenn's einfach nur so ausgerollt wird, zu viel Wind führt, dass sie das halt vorher ankündigen und dann die Debatte ähm sozusagen auch akzeptieren und äh äh mitnehmen, gesundabhängig darf, zu welchen Ergebnissen sie dann kommen, ne, aber das haben sie nicht das erste Mal getan.
Linus Neumann
Ja, ich glaube, ehrlich gesagt, dass Apple sich. Also die die trinken da ja alle in ihrem komischen Kreis da die gleiche coole Aid und ich äh glaube, dass die wahrscheinlich echt überrascht waren, Ja, ähm dass ihnen das so ins Gesicht geflogen ist, weil äh das ist ja der Teil, den man vielleicht schon mal, würdigen muss, verglichen mit hier ist die Cloud, wir scannen alles, was da drin ist, ist das ja wirklich ein sehr ähm. Technisch, Ansatz mit einer ganzen Reihe an äh Safeguards, die sie da drin haben. Und ich denke, dass sie wahrscheinlich schon gedacht haben, sie würden dafür, Applaus bekommen für das, was sie da vorgeschlagen haben. Zum Beispiel, also nur mal, äh wenn ich jetzt, also ich denke mich jetzt mal in so ein Apple PR. Typen rein, vor. Ja, wenn wir das dann etwas über einem Jahr hat sie das äh äh mit Google zusammen dieses Expose, Exposur Notification Framework, also die Corona-Warn-App. Grundlage entwickelt haben, ja? Und bekannt gegeben haben äh das hätte ja also das hätte ja auch sein können, dass dann ihr irgendwie, dass die Stimmung kippt und alle sagen, Alter, jetzt verschwören sich Google und Apple gegen uns und wollen unsere, Smartphones zu Trekkingwanzen bauen, aber weil sie gesagt haben, hier wir machen das so und so und haben das ordentlich erklärt. Kryptographische Primitiven dargelegt und äh äh und halt wirklich etwas durchdachtes präsentiert, äh ist das ja gemeinhin sehr positiv aufgenommen worden. Und ich könnte mir vorstellen, dass sie dachten, dass sie sich ähm mit dieser Sache jetzt in einer ähnlichen Situation befinden, zu sagen, schaut her. Wir haben für dieses große Problem eine total elegante Lösung, Kraft unserer Genialität geschaffen. Ich glaube nicht, dass das die äh irgendwie schon da saßen und den Helm auf hatten, als sie die Sache veröffentlicht haben. Gleichzeitig, was ich gerade meinte, typisch PR. Ähm einfaches Beispiel, Uploadfilterdebatte ist, als das auf der EU-Ebene diskutiert wurde, riesig ins äh äh riesige Öffentlichkeit, ne, irgendwelche Youtuber haben da äh rumgeschrien in in Berlin und was nicht alles, ja? Aber das durch einfaches Aussitzen in die Länge ziehen. Und den Artikel 13 umbenennen und was nicht alles, ja? Ähm hast du das am Ende sang und klanglos durch den Bundestag bekommen? Ja? Und äh das ist, glaube ich, die der Gewinn, den Apple auf jeden Fall jetzt verbuchen kann, ist, dass sie sagen, ah super, wir haben den jetzt im Prinzip ein nicht zugeständnis gemacht, nämlich wir machen's paar Monate später oder wir gucken nochmal drüber und diese Energie, die die Leute jetzt gerade haben, Die ist dann eben wieder woanders. Und dann bauen wir das einfach sangend klanglos ein und und schreiben's in die Release-Nots. Wir haben es ja damals angekündigt. Effekt werden sie auf jeden Fall dadurch haben. Die Frage ist, wie groß der ist, ob der ausreichend groß ist für Apple, um das jetzt protestlos äh oder ohne Gegenwehr in die Geräte zu bekommen oder ob sie vielleicht noch irgendeinen Knopf machen, dass man halt abschalten kann oder was auch immer. Aber auf jeden Fall werden sie, ähm haben sie jetzt erstmal so diese Revelle der Entrüstung den Boden unter den Füßen weggezogen, die Leute haben jetzt irgendeine Form von Eingeständnis, sind jetzt potenziell erstmal beruhigt und bei der zweiten Welle werden die nicht die gleiche das gleiche Ausmaß an Entrüstung hochkriegen.
Tim Pritlove
Das ist mit Sicherheit so, allerdings erwarte ich also so wie ich den Laden kennengelernt habe, erwarte ich, dass sie. Schon auf eine bestimmte Kritik eingehen werden. Ich denke, sie werden im Kern das Feature so erhalten. Aber sie werden unter Umständen nochmal bei den Safeguards nochmal aufrüsten in irgendeiner Form. Wobei ich ehrlich gesagt keine konkrete Vermutung habe, wo genau und wie genau sie das tun werden.
Linus Neumann
Wir gucken mal, wie sich das weiter entwickelt, aber es ist äh immerhin ähm auch ähm AdWords Snowden war ja einer der äh auch der äh. Dieses Planes, der jetzt auch äh irgendwie so schrieb zu sagen, haben sie sich wohl vertan, wie viel äh wie laut wir kreischen können oder uns dagegenwenden können wie viel Lärm wir machen können und es ist natürlich, ist das äh auch ein ein wichtiger Punkt. Also ich will das jetzt so unabhängig von ähm. Der Technik oder was auch immer, ist es das ist ein Unternehmen mit sehr vielen Kunden und das ist schon auch mal spannend zu sehen, dass dass diese Kunden sich eben gegen etwas wehren und ähm das in einem Ausmaß tun. Dass das Unternehmen zumindest von seinen Plänen abrücken muss, ne. Ähm das sollten wir beibehalten.
Tim Pritlove
Sie hätten ja, ich meine Apple hätte ja immer bei der CDU fragen können, weil die verstehen was von Digitalisierung, ne?
Linus Neumann
Also, ich hatte Spaß auf Twitter, ich hatte Spaß auf Twitter, Tim. Ich habe ja immer Spaß auf Twitter, weil weil du.
Tim Pritlove
Das ist da die Gelegenheit, später mal ein Museum ausgestellt zu werden, ne? Hier, der Mensch, der Spaß auf Twitter hatte.
Linus Neumann
Ja, das stimmt. Es ist tatsächlich so. Ich meine, man kann sich ja ähm hm. Also, wie Leute, die so giftig werden in, in Online-Diskussionen, ist ja schon, sage ich mal, sehr unterhaltsam, ja? Und äh ich habe ja mehrere Vorträge auch schon darüber gehalten, äh wie, wie ich auf diese Sachen blicke, ne? Äh die Kunst des Trollens oder sowas hieß einer und äh. Oder getreut werden ein paar Vorträge darüber gehalten mit welcher Freu mit welcher Freude ich sehe, wenn Leute halt so richtig wütend werden im Internet. Und ähm hier ist folgendes passiert. Ähm Dorothee Bär, eine äh Person, die in diesem Podcast selten äh Würdigung, erfährt, weil sie in unserem Themenfeld der Netzpolitik äh nicht in nennenswert in Erscheinung tritt, Ja. Ähm das ist etwas erstaunlich, weil sie ist, ist das habe ich ähm gemerkt, äh oder habe ich nochmal geprüft, sie ist nach wie vor Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung. Ja? Das war äh einer der Posten, die zu Beginn dieses äh Kabinetts Merkel vier ähm, Digitalministerium gehandelt wurden. Ja, es gab ja dann irgendwie, ich glaube. Wirtschaftsminister hat gesagt, ich bin der digitale Minister, Verkehrsminister hat gesagt, ich bin der Digitalminister äh Dorothee Bär, die äh Beauftragte der Bundesregierung hat gesagt, ich bin Digitalminister und gab's ja nicht noch einen vierten.
Tim Pritlove
War eine Regierung davor. Ja, ja, es gab ganz viele.
Linus Neumann
Nee. Ach, nee, nee, nee, ne.
Tim Pritlove
Hier so mit Sigmar Gabriel und so weiter ging das ja schon los, diese Aufteil.
Linus Neumann
Ja, weil sie ist, sie ist das erst seit 20018 und ich weiß, dass sie da eine von denen war, wo sie sagten, wir haben jetzt Digitalminister. Es wird jedes Jahr gesagt, wir haben jetzt äh es wird nach jeder Wahl gesagt, wir haben jetzt einen Digitalminister, es wird auch vor jeder Wahl diskutiert, ob wir einen Digitalministerium brauchen. Aber ist ihre ihr Posten, den sie da hat, äh wird gemeinhin auch als Digitalministerin, bezeichnet, ja? Ist natürlich keine Ministerin, weil sie ist ja, äh sie ist Staatsministerin der Bundeskanzlerin. Ähm und das ist, glaube ich, so, ja, vergleichbar wie mit jetzt Helge Braun, der äh Kanzleramtsminister ist ja auch kein Minister, aber der Leiter des Kanzleramtes und so weiter, Das ist sie also, man könnte sagen, eine der ähm, eine Digitalpolitikerin mit sehr großen Einflussmöglichkeiten. In der Bundesrepublik Deutschland äh mit denen sie sehr ähm verantwortungsbewusst und sparsam umgeht.
Tim Pritlove
Du weißt auch, wie sie in diese Rolle gekommen ist, was was ihre Kernqualifikation in der CDU war, um überhaupt so eine zentrale Rolle äh in der Digitalisierung einzunehmen. Sie war die mit dem Twitter-Account. Sie war die Erste, die er irgendwie da rumge äh twittert hat und da irgendwie das aktiv äh benutzt hat. Ist schon eine Weile her, so, aber so fing das mal an. Ne? Ich meine das ist nicht so, dass sie jetzt mit irgendwie richtiger Kompetenz daherkommen würden und mal irgendwas damit zu tun gehabt hätten oder so. Nee, es war halt einfach nur die, die sich irgendwie mit den Social Media Networks irgendwie äh gelegt hat und irgendwie noch jung genug war, um sich nicht sofort zu schämen. Für das, was sie schreibt. Ja, und von daher war's halt erste Wahl. Im Land der der Blinden ja war sie dann die einäugige.
Linus Neumann
Was was also da ist sie auf jeden Fall jung geblieben, dass sie sich nicht sofort schämen für das, was sie schreibt. Äh kann man auf jeden Fall sagen, da ist sie sich treu geblieben. Was ist passiert? Was ist passiert? Äh Dorothee Bär twittert folgenden Inhalt. Wissenschaftlich belegt, Doppelpunkt. Die Union, CDU, CSU hat das digitalste Bundestagswahlprogramm. Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Analyse der TU München und der Uni Kaiserslautern. Wir sind die Parteien der Zukunft. So, das twittert Dorothee Bär. Ähm.
Tim Pritlove
In Zukunft auch, wie es sich gehört, mit C geschrieben? Aha.
Linus Neumann
Nein, mit Z. Ja. Dorothee Bär verkündet, etwas ist wissenschaftlich belegt. Ja, ohne, ohne, ohne den Beleg anzubringen, ja? Also es fehlt jetzt der Link zu der Studie oder so, ne? Oder einem Artikel, der äh der diese belegte Aussage. Ihrer Meinung nach wissenschaftlich belegte Aussage äh vertritt oder formuliert. So, es geht aber weiter. Der Twitter-Account von Peng, dem Aktionskunstkollektiv, äh das wir ja auch hier in der letzten Sendung besprochen hatten, mit der äh mit der Webseite, für die sie jetzt unter Terrorverdacht gestellt wurden. Gestellt werden sollen. Antwortet auf diesen Feed. Sie sind auf eine E-Mail von uns reingefallen. Diese Studie gibt es nicht, wir haben sie verarscht. So, soweit so schön, ja. Jetzt äh dann habe ich einen Screenshot davon gemacht von diesem Austausch. Habe getwittert, liebe Doro Bär, ich darf Ihnen zum Millionenerbe eines Nigerianischen Prinzen gratulieren, Überweisen Sie schnell 10.000 Euro an folgendes Konto, damit wir Ihnen 34 Milliarden US-Dollar überweisen können. Die IBAN, Ihr Elon Musk. So ähm. Ich habe gedacht, kann man ja mal versuchen, ja. Ich habe auch weil ich dachte, vielleicht klappt's ja. Habe ich meine eigene IBAN angegeben, ja, um halt auch den Erfolg kontrollieren zu können. Kam aber dann als Antwort äh von Doro Bär at äh Ziffer. Früher hätte man dich mal witzig finden können, also vielleicht, also ich zwar nicht, aber vielleicht andere gähnen. Muss ich zugeben, habe ich die Frau unterschätzt. Ja, sie hat's gemerkt, sie ist drauf, sie ist nicht drauf reingefallen. Ich habe auch heute nochmal den Kontostand kontrolliert. Äh sie hat mir nicht zehntausend Euro überwiesen. So. Muss man auch einfach mal freimütig zugeben, ich habe die gute Frau unterschätzt. So, sie hat mir viel Anlass gegeben, sie zu unterschätzen, aber in diesem Punkt habe ich sie unterschätzt. Das wäre jetzt äh lustig, wäre jetzt schon lustig genug gewesen. Du hattest ja auch gerade gesagt, so. Kannte ich diese Studie? Oder wusste ich, ob es die gibt? Ja? Und ähm ja, natürlich wusste ich, dass es diese Studie gibt, sie war aber noch nicht öffentlich und sagen wir mal so, Ich hatte ein leichtes, einen leichten Verdacht, dass die Studie nicht wissenschaftlich belegt, dass die Union das digitalste Bundestagswahlprogramm hat. Ja? Äh einen leichten, so einen leichten Handschuh, ja so dachte ich so, ich glaube nicht.
Tim Pritlove
Hm.
Linus Neumann
Und da habe ich mir gedacht und wenn das so ist, dann ähm. Also wenn die Studie das belegt, dann würde ich mir gerne mal den Methodenteil anschauen. Also habe ich den Wissenschaftlern geschrieben, habe gesagt, ja es ist spannende Studie, die sie hier haben.
Tim Pritlove
Woher wusstest du jetzt, von wo die Studie herkommt? Ach so, sie hat ja die Uni benannt.
Linus Neumann
Ja gesagt, welche Uni und ähm es sprang dann auch das ist eigentlich, das ist der Teil. Es sprang dann so Tagesspiegel Background Leute mit auf. Die dann so sagt, doch, doch, doch. Die Studie gibt's, die Studie gibt's irgendwie so einer, äh, warte mal, wer, wer war das denn? Ähm, Den Feed habe ich gar nicht mehr gefunden. Ähm.
Tim Pritlove
Auf jeden Fall hat sie dann einen Hinweis, wo die Studie konkret herkam.
Linus Neumann
Pass auf. Äh mir antwortete dann, auf also auf meinen Tweet, antwortete mir dann Oliver Voss. Äh Oliver Voss ist äh Journalist beim Tagesspiegel im Team Tagesspiegel Background für Tech KI Startups Digitalwirtschaft. Davor war ja wohl bei der Wirtschaftswoche. Der antwortet mir. Sie sind auf einen Tweet von Peng reingefallen. Diesen Fake gibt es nicht. Man hat sie verarscht.
Tim Pritlove
Ey Linus, dass du sowas nicht merkst, ey.
Linus Neumann
Dass ich sowas nicht merke, ne? Und jetzt muss ich jetzt, jetzt habe ich also einen Tag, an dem ich mit mit der Digitalministerin und einem Journalisten für für, KI Startups und Digitalwirtschaft im Internet darüber diskutieren, wer wen verarscht, ja? Das heißt, oh ich liebe das Internet. Ich liebe das Internet. Dafür ist es so geil, Träumchen. Nein, nein, nein, wir haben dich verarscht. Nee, denkste, das ist großartig. Träumchen. Träumchen. Ähm und äh dann äh wurde, ne? Und ich find's ja auch schön, man äh wie gesagt, der schönste Punkt ist immer dann, wenn Leute dann die äh wenn man merkt, die verlieren jetzt gerade äh den Humor, Und dann twittert Dorothee Bär jetzt nicht in einem sondern an ihre 1hunderttausend 100 und 3.000 Follower.
Tim Pritlove
Echt? So viel hat die?
Linus Neumann
Sehr bedenklich, wenn habe euch bislang für eure Verantwortung geschätzt und auch verteidigt. Also denkst du, okay äh.
Tim Pritlove
Aha plurales Majestatis jetzt oder was?
Linus Neumann
Genau, also das ist finde ich auch in Ordnung, ja, das steht mir irgendwie auch zu, dass ich hier äh plurales Tat ist, aber selbstverständlich meint sie damit äh den Chaos-Computer-Club. Und was ich an diesem, was ich an diesen, also diesen Fit finde ich auch, Küsschen, ne? Also erstens geschätzt, also von dieser Wertschätzung ist bei uns irgendwie. Lange nichts angekommen, ja? Ähm und jetzt verteidigt, so. Was, was heißt verteidigt? So, äh, innerhalb der CDU CSU gesagt, äh nee, die sind gar nicht doof. Ich meine, vor wem verteidigt, habe ich Angst? Hab ich Angst vor der CDU? Ja, hab ich tatsächlich, also dass die CDU regiert halte ich für gefährlich und dagegen muss man sich verteidigen, aber ich kann auch echt darauf verzichten, von Dorothee Bärtenkreise der CDU verteidigt zu werden. Wunderschöne Antwort von UD3 X heißt, dass die jahrelange Beziehung zwischen dem CCC und der CSU ist jetzt beendet.
Tim Pritlove
Das.
Linus Neumann
Erdgeist antwortete darauf, äh wir überdecken jetzt mal unsere Parteispenden. Es ist einfach also ein richtig schöner Tag im Internet. So und jetzt habe ich mir gedacht, so sie hat natürlich recht. Wenn ich hier Fake Tweets verbreite, muss ich muss ich dafür die Verantwortung trag.
Tim Pritlove
Also das mit diesem Prinzen, das ist gar nicht echt.
Linus Neumann
Nee, äh Retweet, weil die Frage ist ja, und ich meine, das ist ja die einzig relevante äh Fake News, die hier im Raume steht. Ist wissenschaftlich erwiesen, dass die CDU CSU das digitalste Wahlprogramm hat. Und ich mein, wenn ich da Fake Retweet habe. Dann muss sich dieser dieser Verantwortung ja gerecht werden. Zum Glück habe ich ja hier diesen Podcast, zum Glück habe ich E-Mail, also habe ich den Autoren geschrieben und habe gesagt, können sie mir bitte mal diese Studie schicken? Ähm ich würde mir die gerne mal anschauen, ja? Und, dazu ein paar Fragen gestellt und äh die wurden mir auch beantwortet. So, jetzt gucken wir mal ganz kurz mh. Und ich habe auch das äh sage ich äh hier ganz transparent. Das war in schriftlicher Austausch mit den Herrn Sievert und den Herrn König, den beiden Autoren dieser Studie. Und den habe ich insgesamt wie viele Fragen gestellt ähm acht, neun, neun Fragen Ähm und daraus hat sich dann noch eine weitere Fachdiskussion äh entsponnen. Und ich habe mit den vereinbart, dass sich jede Frage vollständig und auch jede Antwort vollständig vorlese, weil sie ähm verständlicherweise äh von der Sorge geprägt sind, dass ihre Studie in den falschen Kontext gerissen wird. Jetzt muss man erstmal grundsätzlich sagen, was diese Studie gemacht hat, also die Methodik, dieser Studie ist folgende. Ja, also wie kommt man zu der zu der Aussage, ne ähm irgendeine. Irgendeine Partei wäre digitaler oder sonst was, ne? Die Aussage übrigens, ob sie die getroffen haben oder nicht, kommen wir gleich drauf. Aber Methodik, also was hat diese Studie gemacht?
Tim Pritlove
Wenn ich das nur kurz äh einwerfen darf, ist ja auch die Frage, was ist eigentlich so die Prämisse, wie ist dieser Begriff eigentlich definiert? Also was verstehen sie, verstehen sie denn eigentlich da drunter?
Linus Neumann
Genau, also und also ab langer Rede, kurzer Sinn, ich erkläre jetzt hier oder ich zitiere jetzt erstmal hier aus dem Paper, welche Methode haben sie gemacht, Ähm übrigens, der Titel der Studie ist Kurz Studie Digitalpolitik der Parteien zur Bundestagswahl zwanzigeinundzwanzig. Ne, da steht nicht drin, welches die digitalste Partei. Ähm zur Methodik. Diese Analyse basiert auf einem systematischen Datensatz auf Bundes und Länderebene, der alle Wahlprogramme der derzeit im Bundestag vertretenen Parteien seit 2010 umfasst. Milz einer umfangreichen Liste von 87 Schlagwörtern, zum Beispiel digital, Daten, Industrie vier Punkt null, E-Sport und Upload, wurden hierzu in einem ersten Schritt relevante Sätze mit Bezug zum Themenfeld, Digitalisierung aus dem Programm mit Hilfe einer Software gefehlt hat, Also die haben äh die einzelnen Sätze genommen, hatten 87, die nach denen sie gesucht haben und wenn Sätze. Eines oder mehrere dieser Buzzwörter äh beinhaltet haben, dann haben sie die genommen. Dann haben sie gesagt, die so identifizierten Sätze wurden dann in einem zweiten Schritt entlang eines eigens entwickelten Kategorienschemas insgesamt 18 Themenbereichen zugeordnet Themenbereiche waren dann sowas wie Forschung, Datenschutz, äh Open Data, Open Source, ja? Darüber hinaus gibt es auch eine Kategorie unspezifisch, in die Aussagen mit allgemeinem Charakter, oder Aussagen, die vielen verschiedenen Themen aneinanderreihen zugeordnet werden Setze ohne Digitalisierungsbezug wurden aus dem Datensatz entfernt. Parteien auf Bundes und Länder äh äh entfernt. Insgesamt beinhaltet der Datensatz mehr als 20.000 Sätze zur Digitalpolitik, der derzeit im Bundestag vertretenen Parteien auf Bundes und Länder, Ebene und so weiter, ja? Sagen sie, Sie haben gezählt in Sätzen, ja? Das ist äh die Analyseeinheit, die sie jetzt hier tatsächlich zu einer Studie äh aufgeblasen haben und daraus äh Schlüsse ziehen möchten. Nur um mal zu sagen, was also man, ich denke, die die Grenzen dieser Methode sind ziemlich offensichtlich, ähm aber äh dazu weiter mehr. Also habe ich den beiden mal geschrieben, sage ich so, er erste Frage, welche Partei hat das digitalste Wahlprogramm? Denn. Das ist ja das, was äh Dorothee Bär als wissenschaftlich erwiesen ansieht, dass die CDU CSU das digitalste Wahlprogramm hat. Antwort der Autorin der Studie, Wir nehmen an, diese Frage bezieht sich auf die Kurzüberschrift äh auf die Unterschrift im Tagesspiegelbeitrag, der die Aussage in unserer Kurzanalyse so nicht vorkommt. Im ersten Teil legen wir da, dass die Bedeutung von Digitalisierung über Zeit gewachsen ist, Dabei zeigt sich, dass die CDU CSU in ihrem Wahlprogramm 221 in Relation zur länge des Programms. Am meisten über Digitalisierung spricht. Gefolgt von der FDP und dann SPD. Na also sie sagen, die meisten. Im Wahlprogramm der CDU CSU finden wir die meisten Sätze in Relation zur Gesamtlänge des Wahlprogrammes, in denen eines oder mehr unserer 87 vorkommt. Wie wir ausdrücklich schreiben und auch immer betonen, wenn wir in einem Gespräch die Möglichkeit haben, unsere Forschung zu kontextualisieren. Dies erlaubt keine Aussagen über die Sinnhaftigkeit, tatsächliche Problemlösung oder Machbarkeit in Bezug auf Inhalte oder Maßnahmen. Dass unsere kleine Studie auf einen Satz dazu reduziert wurde, wie Digitalparteien sind, ist bedauerlich. Das hätten wir wohl besser antizipieren müssen, indem wir noch deutlicher schreiben, welche Aussagen zulässig sind und welche nicht. Unsere Auswertung erhalten durchaus mehr Schattierungen und einige Aspekte, die unseres Erachtens wesentlich spannender und informativer sind, als das bloße Ausmaß, in dem Parteien über digitale schreiben, was eben, wie wir schreiben, mehr Kontext und qualitative Aufarbeitung erfordert. Ähm, Kurz ergänzend, was er, was er meint mit äh die spannenden äh informativeren Aspekte äh ist zum Beispiel, diese Frage in der Reden die jetzt mehr oder weniger über Datenschutz? Ne? Reden die mehr oder weniger über Bildung und Forschung ja? Und dann können sie ja auch sie können ja offenbar auch historisch vergleichen, weil ihr Datensatz ja wenn ich das richtig erinnere, bis 2010 zurückgeht, ja? Das ist die, das ist die Stellungnahme der Autoren, also, jetzt offen wahre, ernst gemeinte Entschuldigung an Dorothee Bär. Es stimmt, nämlich die Aussage, dass wissenschaftlich belegt sei die CDU habe das digitalste Wahlprogramm, ist 'ne fake Aussage ich hoffe, dass ich das jetzt hier mit dem ausführlichen Statement der Autoren, ausreichend wieder gut gemacht habe, dass ich diesen habe. Muss ich, ja, du, Tim, da muss man auch einfach mal ehrlich in den Spiegel gucken und sagen, sowas, so ein Quatsch darfst du halt nicht verbreiten, das kannst du nicht machen. So, ich habe aber noch äh weiter äh mit den Autoren dann äh äh, gestritten, denn ähm jetzt äh bin ich mal etwas diplomatisch. Diese Studie ähm ist nicht äh ordentlich dokumentiert ja? Ähm die war auch am Anfang dieses Tages nicht veröffentlicht und wurde dann äh wurde so auf der Seite der Universität angekündigt, dass sie in den nächsten Tagen veröffentlicht wird mit anderen Worten, die war noch nicht fertig ja? Und äh das sieht man dann auch in dieser Veröffentlichung, weil da halt zum Beispiel also das ist eine Abbildung, ja. Abbildung eins, Wichtigkeit von Digitalpolitik im Parteivergleich, Bundestagswahl 1317 2ein. So bald ein Diagramme, ja? Und in diesem Balkendiagramm ist jetzt die Wichtigkeit von Digitalpolitik abgetragen. Und die Wichtigkeit ist hier abgetragen auf einer Skala, die geht offenbar also der höchste Wert ist irgendwo über zehn. Da steht aber keine Einheit dran. So, steht keine Einheit dran. Sondern habe ich gesagt, äh okay, ähm können sie mir bitte sagen, was das Maß der Wichtigkeit ist, ne, worin haben sie denn hier ähm Wichtigkeit. Also was ist die Einheit, ja? Und ähm in der Fußnote eins steht die äh also der Anteil berechnet sich Zahl der Sätze mit digitalisierungsbezug durch Zahl der Sätze im Wahlprogramm insgesamt. Aber wenn man das macht, kann ich ja höchstens auf den Wert eins kommen. Ja, in mit anderen Worten, sie haben hier vergessen zu erwähnen, dass sie das nochmal mit 1hundert multiplizieren, und natürlich 'ne Prozentangabe machen, aber das ich mein Sorry, wenn du was veröffentlichst als Wissenschaftler, da kannst du nicht eine eine Grafik machen, in der nicht die Einheit benannt ist. Und und die Formel für die Einheit sogar noch falsch äh drin steht, ja. Ähm na ja, mit dieser Frage habe ich den Eindruck bekommen, haben sie dann auch gemerkt, dass sie mit jemandem zu tun haben, der genau hinguckt, entsprechend lang wurden auch die Antworten. Ähm weil bei der, bei der zweiten Tabelle haben sie ebenso einfach eine Prozentangabe, aber keine Bezugsmenge. Ja, also wir sagen dann, äh Top fünf Themen anhand der durchschnittlichen Themen Wichtigkeit über Parteien. Das sind Prozentangaben. Wo ich dann auch sage, okay, was ist äh Könnt ihr bitte äh sagen, Prozent wovon, ja, also das ist einfach nicht nicht ordentlich äh erläutert. Ähm. Gewesen. So, aber kommen wir mal, äh ich gucke jetzt mal gerade ganz kurz, welche Frage noch wirklich interessant war. Ähm. Die dritte Frage war haben Sie das bisherige Wirken der untersuchten Parteien berücksichtigt und zwar A. Im Bereich der Digitalpolitik und B unter Berücksichtigung tatsächlicher Umsetzung vergangener Wahlversprechen. Das wäre jetzt bei der CDU durchaus relevant, ne? Also wenn wenn sich die CDU als die digitalste Partei herausstellen würde, ja, dann müssten wir ja anerkennen, dass die Situation, in der sich die Bundesrepublik Deutschland im Moment in der Digitalpolitik befindet, immer noch die bestmögliche ist weil wir ja die digitalste Partei an der Regierung haben. Ich gehe davon aus, dass dass wir hier noch das ein oder andere ähm Potential. Bergen könnten, ja? Antwort, das ist eine wichtige Frage und die kurze darauf Antwort darauf ist, nein. Das haben wir nicht. Wir planen gerade hier für Forschungsgelder einzuwerben, die genau dies macht. Unsere Analyse sagt somit nichts darüber aus, wie inkompetent oder kompetent die Parteien im Bereich Digitalpolitik aufgestellt sind oder wie erfolgreich Regierungsparteien bei der Umsetzung ihrer sprechen in Bezug auf die Digitalisierung sind. Gerade letzteres ist mit einem massiven Rechercheaufwand verbunden aber ist natürlich zentral um die Regierungsleistung von Politikerinnen bewerten zu können, So etwas wie sie mit ihrer Frage ansprechen, machen wir in einem Beitrag zur grün-schwarzen Regierung in Baden-Württemberg Kretschmer zwei, der gerade im Erscheinen ist. Hier untersuchen wir, was die Parteien in in den Wahlprogrammen versprechen Was im Koalitionsvertrag vorkommt und was dann im Bereich Ausbau digitaler Infrastruktur und E-Government tatsächlich umgesetzt wurde. Die Kurzfassung, es ist natürlich nicht alles Gold, was Gold, was glänzt und beileibe wird nicht alles gehalten, was im Wahlprogramm versprochen wird. Ähm.
Tim Pritlove
Vor allem denke ich, sollte man auch nochmal äh ihnen Also bei allen handelwerklichen Fehlern, die sie jetzt hier offensichtlich begangen haben, ja und auch der Fehleinschätzung, der Wahrnehmung einer solchen Kurzstudie eben der Hektik äh der heutigen Zeit und des Wahlkampfs, ja äh, Das war jetzt sicherlich kein, kein besonders kluger Move und ich denke, die haben haben einfach die Situation komplett unterschätzt und dann waren sie auch nicht äh stringent genug. Aber die, Auswertung, die sie ja am Anfang sagen, drei Punkte, ne, dass sie eigentlich nur aus der aus dieser Analyse der Daten herauslesen, A, dass die Bedeutung des Themas seit der Wahl im Jahr 2013 deutlich zugenommen hat. Okay? Ja, B, klare Verschiebung bei den wichtigsten digitalpolitischen Themen stattgefunden haben, gut und äh drittens hier C, sich die Partei zur Bundestagswahl 21 bei ihren digitalpolitischen Schwerpunktsetzungen zwar unterscheiden, allerdings auch ein gemeinsamer Kern von Priorisierten besteht. Okay, äh habt ihr aber richtig tief reingeschaut so. Das hätte ich euch aber auch ohne Studie sagen können. Gott, ey.
Linus Neumann
Das ist nämlich genau der Gag, ja, also klar, die haben jetzt eine Analysemethodik und das ist. Genau, das das ist Wordcount und äh ja, man muss also man kann ja in der Wissenschaft alles Mögliche messen. Und. Ob das, was man misst, also, ein, eine wirklich auch eine relevante Entsprechung hat. Das ist die Frage, ja? Und das limitiert natürlich auch die Aussagekraft. Die Aussagekraft dieser Studie ist im Prinzip sie können nur. Aussagen treffen über die Häufigkeit von Sätzen, in denen bestimmte Worte vorkommen, ja? Die Störgrößen sind völlig klar. Es kann sein, dass Leute, äh, dass in einigen Wahlprogrammen, äh, auch einfach, klarere Forderungen definiert werden, so dass die mit mit wenigeren Sätzen auskommen, ja? Es kann äh sein, dass. Mit ihren 87 sie nicht jeden Satz über Digitalisierung erfassen, weil gehe jetzt mal zum Beispiel davon aus, vielleicht jetzt eine Linkspartei sich äh über Arbeitsmarkt und Digitalisierung Gedanken macht, einen Satz Digitalisierung schreibt und danach von mir aus 25 Sätze über äh wie die wie die wie die Arbeitswelt anders gestaltet werden muss, in Anbetracht der Digitalisierung, ja? Und dass hier eine fundierte Auseinandersetzung mit äh zentralen Themen äh des des politischen Miteinanders stattfindet, während äh die CDU so etwas sagt wie wir brauchen eine Blockchain-Strategie und dafür den gleichen Punkt kriegt. Also diese Methodik ist ja äh weil sie die Semantik vollständig ignoriert ähm, relativ eingeschränkt. Ähm deswegen habe ich äh denen die Frage gestellt. Ähm worin sehen sie wissenschaftliche Grenzen ihrer Methodik hinsichtlich Erfassungsmethode, Validität und Aussagekraft und Valität und Aussagekraft ist das Entscheidende, weil ich kann alles messen, aber ich muss, Wenn ich sage, das ist jetzt eine Studie und die hat jetzt irgendetwas belegt, Ja oder irgendeinen Zusammenhang hergestellt, dann brauche ich eine Korrelation zu einem Außenkriterium, ja, dass ich Vorhersagen möchte. Und ähm es könnte zum Beispiel äh. Also ne? Klassisches Ding ist Intelligenztests werden so gebaut, dass sie Schulnoten vorhersagen Ja, nur als Beispiel, was man versucht zu machen. Das ist ähm nicht, nicht, nicht, nicht, nicht gut, weil weil man eben Intelligenz leider nicht, messen kann, ne? Genauso kann man vielleicht äh Digitalisierungspolitik. Nicht direkt messen, zumindest nicht, wenn man äh als einziges Werkzeug ein Wortzähler äh hat. Ähm Antwort, Wir denken, dass wir die Grenzen des gewählten Ansatzes hinreichend in der Studie dargelegt haben. Wir wollen aber betonen, dass der von uns gewählter Ansatz ein bewährtes Standardverfahren politikwissenschaftlicher Forschung zu Partei, Parteienwettbewerb und Parteiensystem, Wir haben hierzu mit unseren Daten auch in blind begutachteten Fachzeitschriften publiziert. Andere Verfahren, die derzeit in sind, wie etwa reine Auszählungen von Worten, besitzen eine ähnliche eher aber sogar geringere Aussagekraft, weil die semantische weil der semantische Kontext von Sätzen verloren gehen kann. Qualitative Betrachtungen der Wahlprogramme, wie sie derzeit überall zu finden sind, haben den Vorteil, direkt die Aussagen offen darlegen zu können, haben aber dann den Nachteil, dass sie in der Regel unsystematisch sind. So etwas, wie eine Abschätzung der relativen Gewichte sind in anderen Darstellungen nach unserem Wissen bislang. Zu finden gewesen. So, jetzt muss ich, weil ich's versprochen habe, die gesamte Antwort vorlesen. Was können wir sagen? Erstens, wie sich die Bedeutung Wichtigkeit, welche Parteien, dem Thema Digitalisierung zuschreiben, entwickelt, beziehungsweise entwickelt hat ausgehend, etablierter Theorien sagt, die Häufigkeit, wie oft ein Thema in einem Wahlprogramm genannt wird. Darüber aus, wie bedeutsam es für die Partei ist. Gemäß Politikwissenschaftlicher Annahmen zu den Motiven von Parteien im politischen Wettbewerb ist davon auszugehen, dass eine größere Betonung heißt, die Partei denkt damit Wählerinnen Stimmen gewinnen zu können, sonst würde sie den Platz im Wahlprogramm für etwas anderes aufwenden. Soweit stimmt Captain, ob wir es auch zu. Zweitens kommen die zentralen inhaltlichen Aussagen dann im Abschnitt zwei und drei der Studie. Hier zeigt sich eine deutliche Schwerpunktverlagerung der Themenfelder welche über die Parteien sprechen Über welche die Parteien sprechen. Wie wir darlegen, werden ökonomische Themen wichtiger, ebenso Bildung und Forschung und 2021 eben auch das Thema Sicherheitsthemen, das heißt Cyber-Sicherheit, innere Sicherheit, wie Speicherung, Videoüberwachung et cetera, Cyberkriminalität. Auch Hate Speech sind über die Zeit konstant wichtig, Gleichzeitig haben andere Themen der Digitalpolitik massiv an Aufmerksamkeit, das heißt an Wichtigkeit, die Parteien in einem Themenfeld zuweisen abgenommen. Dies zeigt sich vor allem beim Thema Privatsphäre und Datenschutz oder dem Thema gleicher und ilalitärer Zugang, Digitalisierung. Drittens dürfte jenseits des Tweets von Frau Staatsministerin Bea, interessant sein, dass erstens manche Themen aus der politischen Öffentlichkeit zu verschwinden scheinen. Und zweitens, Digitalisierung in manchen Themenfeldern von Parteien praktisch überhaupt nicht aufgegriffen werden. Hierauf gehen wir in Abschnitt drei ein. So, jetzt mal ein kleines Beispiel, Für warum ein solcher Ansatz wirklich hinkt, ja? Und der schreibt es hier auch und merkt es noch nicht mal. Er sagt. Themen der Digitalpolitik haben massiv an Aufmerksamkeit verloren und benennt Datenschutz als Beispiel, ja? Wir haben jetzt eine Datenschutzgrundverordnung. Das ist ein Themenbereich, der politisch behandelt wurde. Ja, und es ist zu erwarten, dass vor vier Jahren, als die Thema DSGVO hochdiskutiert wurde, die Parteien sich natürlich auch dazu positioniert haben. Mit dem Inkrafttreten äh jetzt dieses Thema natürlich von der politischen Agenda äh, geht, ja? Diese gesamte Analyse, die diese Leute hier gemacht haben, geht ja irgendwie davon aus, dass es kein politisches Geschehen oder Vorankommen gäbe. Also es ist die tatsächlich werden ja äh Themen behandelt, umgesetzt, ja und ähm tatsächlich ändert sich ja auch das, wozu Politik sich verhalten muss. Ja und, dieser, das scheint mir die größte Störgröße zu sein, ähm wenn man jetzt sagt, das ist das Wahlprogramm von vor vier Jahren. Das ist das Wahlprogramm von jetzt, die legen auf einmal gar keinen Wert mehr auf, was weiß ich, Arbeitsmarkt oder so, ja? Eventuell, weil eine große Arbeitsmarktreform verabschiedet wurde und eventuell, weil äh eine Wirtschaftskrise war oder nicht war. Ja, also das ist es gibt ja auch Außenfaktoren. Und auf die reagieren ja diese Parteiprogramme. Und das, das scheint denen überhaupt nicht scheinen die nicht auf dem Schirm zu haben, ja? Und dann gab es aber noch und da da war ich da muss ich sagen, da lag ich dann wirklich äh ein bisschen unterm Tisch. Äh da war dann meine Frage, äh, die die erübrigt sich, ja, diese Frage äh habe ich geschrieben bevor ich die, nee, dir, da hatte ich die Studie auch, aber egal. Ich also die Frage ist dumm von mir, ja, haben sie für die unterschiedliche Länge der Wahlprogramme kontrolliert? Ja, haben sie, weil sie haben ja Anteil Sätze an gesamt Anzahlsätzen genommen. Also die Frage erübrigt sich in entsprechend äh antworten sie auch sehr diplomatisch. Das ist eine essenzielle, methodische Frage. Es ist unerlässlich die Länge der Programme zu berücksichtigen, um Vergleichbarkeit herzustellen und sinnvolle Aussagen treffen zu können. Bei längeren Parteiprogramm vor allem Grüne und Linke ist die Grundwahrscheinlichkeit höher, dass Themen mehr Platz einnehmen als bei kürzeren. Daher ist das unbedingt zu kontrollieren. Die Fußnote eins, ja, genau die, wo sie falsch erklären, was ihr Maß ist, zeigt, wir die Aussagen normiert haben, wir teilen die Zahl identifizierter, relevanter Sätze mit Digitalisierungsbezug durch die Gesamtzahl aller Sätze im Wahlprogramm ohne Teile wie Inhaltsverzeichnis, glossar und so weiter, versteht sich nur Haupttext, ja? So. Jetzt kommt der Teil, wo ich, also da will ich dann wirklich auch hinten runtergefallen, ne. Ich schreibe hier mit zwei Wissenschaftlern ähm die eine wissenschaftliche Studie veröffentlicht haben. Im Namen der äh was war das? TU München und Uni Kaiserslautern, ja? Und die gerade in den Medien ähm. Diskutiert und zitiert wird. Jetzt schreiben die mir, wir wissen von zumindest einem, ebenfalls auf Twitter zu findenden Berechnung der absoluten Zeichen, Anzahl von Textstellen mit Digitalisierungsbezug in den Programm. Falls Sie diesen gesehen haben, hier der nicht gesehen haben, hier der Link. Ist ein Link auf ein Tweet, ja? So. Abgesehen darf, also hier hat jemand äh Max Mut, ja, Journalist, ähm Bayerischer Rundfunk, wenn ich mich nicht täusche. Und er hat im Prinzip mit so einem Google. Die Analyse nicht Wörter auf Sätze, sondern ähm. Zeichen, Zahl und Textstellen genommen, ja, was natürlich das Gleiche ist, ja? Ab und jetzt sagen die Autoren der Studie, abgesehen davon, dass durch das Zählen der Zeichen, die durchschnittliche Wortlänge der Programme nicht berücksichtigt wird, und er schlägt die, absolute Häufigkeit, auch die Gesamtlänge der Programme. Wir haben geschaut, was passiert, wenn man die Zeichen Zahl ins Verhältnis mit der Gesamtlänge setzt. Das Ergebnis liefert ziemlich genau die Parteiunterschiede, die wir in den Sätzen herausbekommen. Und jetzt kommt der, jetzt kommt der Punkt, Spannend ist das gerade auch mit Blick auf ihre Frage zwei, da dies die Validität unserer Analyse stärkt. Auf Basis eines anderen Datensatzes kommt man zu ähnlichen Ergebnissen. So und da habe ich, da bin ich hinten untergefallen, weil das ist der gleiche Datensatz, nämlich, der diese Wahlprogramme die analysiert hat. Er hatte irgendwie auf Zeichenebene getan, sie haben es auf, auf Wortebene getan und jetzt sagen sie, das hätte ihre Analyse, in ihrer Qualität, Valität bestärkt. So, Validität heißt aber, dass das, was sie, was sie gemessen haben, eine Aussage, also eine eine äh Korrelation, mit einem Außenkriterium hat. Ja und zwar einem, dass ihr Konstrukt. Bestätigt. Ja, also würden sie zum Beispiel so etwas machen wie, okay, wir haben uns die Wahlprogramme angeschaut, der Bundesländer und wir haben jetzt festgestellt, da wo mehr digital im Wahlprogramm steht, ist auch irgendwie mehr digital, da ist der Breitbandausbau besser oder irgendetwas, ja? Oder da wird mehr in der Schule über digitales gerechnet und die die Kompetenz der Schülerinnen im im Digitalbereich ist größer. Das wäre Validität, weil sie dann nämlich ein relevantes Außenkriterium hätten mit denen äh mit der sie, mit dem sie hier eine Korrelation herstellen. Also habe ich denen geantwortet, entschuldigen sie bitte an dieser Stelle eine unmittelbare methodische Korrektur. Was sie hier vermutlich meinen, ist die Reliabilität. Die Validität, Sie haben nicht einen anderen Datensatz verwendet, sondern den gleichen Datensatz mit einer minimal anderen Analysemethode zugeführt. Es ist unmittelbar offensichtlich, dass diese minimal andere Analysemethode nicht nennenswert unterschiedlichen Ergebnissen führen kann. Insofern ist die Probe auch nicht zur Erfassung der Rediabilität geeignet, sondern einfach gar nichts. Und dann wurd's halt lustig, jetzt wird's auch wirklich nur noch äh wissenschaftliches ähm, wissenschaftliches Batteln, dann hat er mir äh validität erklärt, wie sie in Sozialwissenschaften und Psychologie verwendet wird. Wenn man meinen Namen googelt, findet man nicht sofort, dass ich ein paar Jahre psychologische Methoden lehre, unterrichtet habe, Insofern ähm habe ich ihn dann nochmal kurz erklärt, ähm dass Kriteriumsqualität bedeutet, dass Messung mit einer anderen validen Messung korrelieren, Qualität bedeutet, dass Messung, das erfassen, was sie erfassen sollen und dass hier bei ihnen ein Zirkelschluss vorliegt, wenn sie meinen, dass ihre Studie in ihrer Validität bestärkt wird, weil irgendjemand ein Google Dog getwittert hat, in dem was Ähnliches rauskommt, ja? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ich also die Studie ist wirklich schwach. Das muss man ganz einfach mal sagen, fehler fehlerhaft in der in der Beschreibung der Methoden. Ähm allerdings muss man sagen, dass sie schon in der äh in der ähm. Also die Fehlinterpretation dieser Studie äh liegen nicht bei den Autoren, sondern, bei denen, die es nachher betrachtet haben. Ja, also hier steht nirgendwo äh irgendwie was weiß ich so etwas, wie die CDU CSU, wer hätte das digitalste Programm, ne? Die haben schon äh die Grenzen ihrer Methode denke ich durchaus verstanden. Sie überschätzen die natürlich trotzdem, aber sie sind sich dessen bewusst, welche Aussage sie treffen können und welche nicht. Und äh sie machen auch spezifisch ähm in der, in der äh in dem. Teil drei äh Parteiunterschiede, machen sie halt äh die Schwerpunktthemen und sagen, okay, die eine Partei hat äh mehr, mehr Sätze zu folgendem Themenbereich und die andere zu diesem anderen, ne? Das war diese Kategorisierung, wo sie dann die einzelnen Sätze äh kategorisiert haben.
Tim Pritlove
Also ich ich kann mir förmlich vorstellen, wie die schon das Flattern bekommen haben, als du irgendwie mit deiner E-Mail ankamst, so und ihre Antwort würde ich jetzt einfach mal frei übersetzen mit Wir wollen diese Aufmerksamkeit nicht äh bitte weitergehen, es ist nichts geschehen. Äh wir wissen ja selber, dass das alles Unfug ist und ähm. Auch nochmal zu Dorothee Bär und und überhaupt jetzt also erstens, diese Schlussfolgerung, steht da natürlich nicht drin. Das haben wir jetzt ausführlich dargelegt so, ja? Selbst wenn da auch irgendwas drin wäre, muss ich einfach jetzt auch mal sehr genau sein und sagen, digital. Ist einfach ein Wort, das nicht steigerungsfähig. Digital ist man oder nicht, aber es gibt nichts, was, Genau, also digitaler und digitalst äh könnt ihr einfach mal komplett aus eurem Wortschatz äh streichen, ja? Das, das, das ist so ein bisschen wie einzigste. Und ähm. Das zeigt einfach nur, wie auch bekloppt aufgeladen dieses Wort ist, ich weiß nicht, kennst du wahrscheinlich, ist so ein bisschen mein, ne, irgendwie, also Leute, die wirklich viel mit Computern zu tun haben oder überhaupt irgendwelche Leute heutzutage, äh benutzen ja alle dieses Wort. Aber frag mal irgendjemanden mal, was es überhaupt heißt. Es weiß keiner. Keiner kann das erklären. Keiner kann erklären, was digital ist und da steige ich meistens dann auch schon aus und es ist, Absurd. Ich habe meinen Podcast äh dazu gemacht irgendwie, wo ich mich mal bemüht habe, das mal herzuleiten. Aber ganz unabhängig davon. CDU ist überhaupt nichts digital, seid einfach mal sowas von äh also es ist so ich will jetzt nicht so so ein Bashing gehen, aber das ist etwas, was mich Auch nicht nur an der CDU stört. Das stört mich an Deutschland an sich und es macht sich halt in diesem Parteienspektrum übrigens auch bei den Grünen. Immer wieder deutlich, ja? Dass man einfach das Wesen dessen, was die Digitalisierung an Chancen und Risiken, Einfach nicht erfasst oder bestenfalls nur im Ansatz. So, weil man sich einfach gar nicht auf die richtige Art und Weise damit beschäftigt und dann irgendwie rumzuprallen, dass man ja irgendwie es geschafft hat, noch mal mehr auf äh Apfel V äh zu drücken im Wahlprogramm, wo dann nochmal irgendwie die ganzen wiedergegeben werden und der Wordcount schlägt dann irgendwie an, irgendwelche dahergelaufenen Wissenschaftler geben dann Studien auch noch über so einen Quatsch raus. Wo womit beschäftigt ihr euch eigentlich? Wofür verwendet ihr eure Zeit mit so einem Unsinn? Leute, echt?
Linus Neumann
Es ist, es ist tatsächlich und jetzt möchte ich nochmal, also ich habe ja jetzt ein bisschen äh hier die die Studie von äh Herrn König und Herrn Sievert ein bisschen sitziert, ja? Natürlich auch unter die hat natürlich eine ungerechtfertigte Aufmerksamkeit bekommen von mir jetzt, weil ich äh mir jetzt die Mühe gemacht habe, eine Fake News von Doro Bär zu zerlegen. Und die kann ich halt nur zerlegen, indem ich auch eine methodische Kritik an dem an diesem äh Paper. Hinterlege. Äh äh hinterlasse und dummerweise hatten die halt Angriffsfläche. Das war halt keine kluge Idee, eine unfertige Studie erstmal dem Tagespiegel zu erzählen, ja? Und irgendwelchen Leuten, die dann auf Twitter sich darüber zanken, wer wen verarscht, ne? Aber überleg dir mal bitte, was hier passiert ist. Hier hast du eine. Staatsministerin im Bundeskanzleramt für Digitalisierung, die. Spezifisch sagt, die die Behauptung aufstellt, etwas wäre wissenschaftlich erwiesen und die Autoren der Studie widersprechen explizit unmittelbar und sofort und sehr streng, dass das nicht die Aussage ihrer Studie ist. Und dient sich dann noch weiter äh irgendwie die Blöße gibt, mich dann irgendwie das Verbreitens von Fake äh Tweets zu bezichtigen, nur weil sie eine Unwahrheit in die Welt gesetzt hat, ja? Und ähm gleichzeitig auch. Möchte ich jetzt mal einen anderen Bogen ausspannen, um hier auch noch mal, wie gesagt, die Forscher zu zu schützen. Die haben ja eine Methode, diese Methode ist sicherlich sehr interessant und man hat ähm in der Forschung natürlich eine Tendenz sich über Methoden zu freuen, die schön sauber funktionieren und mit relativ wenig Aufwand, ja? Also eine semantische Analyse wäre sehr viel aufwendiger gewesen, ne? Und sie haben jetzt hier einfach, ne, ein kleines Skript, zählt zählt Wörter, ne, das kannst du in Pfeifen äh schreiben in, in, in sehr kurzer Zeit und kannst schöne Grafiken machen und, kannst ähm, kannst damit Veröffentlichungen machen ja? Und dann sagt man oh krass hier die haben Parteienforschung und dann legt man das Ergebnis mal so hin und dann solche Ergebnisse sind ja die Studie muss ja nicht alles, haben. Es kann ja zum Beispiel sein, dass dass diese ähm diese äh Mengen, diese Worthäufigkeiten, die sie da jetzt gemessen haben, in Zukunft ähm eine sehr starke ähm Vorhersagekraft zeigen, dass man jetzt irgendwie feststellt, okay, die die, die die sagen vorher, ob eine Partei gewählt wird oder die haben am Ende stellen die sogar fest, dass das dass die Parteien das sogar umsetzen, äh was sie, äh was sie im Wahlprogramm stehen haben, äh Klammer auf werden sie nicht feststellen können, also dass da wird er ja auch das ist ja klar, dass sie es nicht umsetzen, aber. Wir haben jetzt äh seit anderthalb Jahren eine Pandemie. Wir haben Forscherinnen und Forscher, die an diesem Virus. Forschen und die veröffentlichen ihre Studien und kauen Fingernägel, dass nicht irgendeine Inkompetente Hohlbratze, die Überschrift falsch versteht, und das Opferbild Zeitung Seite eins ballert. Ja ähm und denkt mal an so Situationen, ich meine das ist ja jetzt hier noch irrelevant, das ist eine Wahlkampf. Unwahre Behauptung von Dorothee Bär und ich will noch nicht mal eine böse Absicht unterstellen, weil vielleicht unterschätze ich sie jetzt wieder, aber ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sie die Studie gelesen hat. Zumindest nicht zu dem Zeitpunkt, als sie diesen Tweet veröffentlicht hat. Ja? Äh die gab es ja auch noch nicht und insofern halte ich es, glaube ich, die hat einfach Tagesspiegel gelesen, hat gesagt, geil, wir sind wissenschaftlich die digitalsten und und dann hat dies was anderes gemacht, Ich weiß nicht, was die Frau macht. Also Digitalpolitik ja nicht, aber ähm so. So passieren diese Dinge und ich ich muss hier wirklich mal für die für die Forschung echt mal leiden, dass die dass. Dass ihre, dass sie ja Angst haben müssen, ihre Ergebnisse zu veröffentlichen. Weil sie Angst haben müssen nachher in in falsche Kontexte gerissen zu werden. Und hier ist das noch relativ irrelevant, aber im im Kontext einer, einer Pandemie, ist es sehr fatal, ja? Sehr schön, was ja gerade diskutiert wird, ist. Dieses wunderschöne äh äh Fehler, das also es gibt Menschen, die sind geimpft und die infizieren sich dennoch mit dem äh Coronavirus. Und von diesen Menschen gibt es welche, die dann auch auf dem, auf der Intensivstation landen. Und wenn du wenn du jetzt, ich einfache Rechnung, sagen wir mal die Impfung schützt in 90 Prozent der Fälle gegen eine Infektion, ne, dann heißt das, 90, also du hast diese ganzen Geimpften, Von denen werden jetzt die haben zehn Prozent Wahrscheinlichkeit infiziert zu werden in Situationen, wo Ungeimpfte 1hundert Prozent Wahrscheinlichkeit hätten, ja? Wie gesagt, gibt ja keine hundert Prozent Wahrscheinlichkeit. Also sie haben nur 90 Prozent, sie haben nur zehn Prozent der Wahrscheinlichkeit, die Ungeimpfte haben. So und jetzt gehst du hin und gehst in eine Intensivstation. Und guck's dir an, die Patienten, die da liegen und wenn du jetzt folgende Messung machst, Wie viele von denen sind geimpft? Dann wirst du feststellen, dass mit der Zeit der Anteil geimpfter Patienten auf der Intensivstation zunimmt. Wenn du diese Zahl jetzt veröffentlichen würdest, ohne dir darüber Gedanken zu machen, sagst du, äh die Geimpften äh haben keinen Schutz, die Intensivstationen laufen nämlich jetzt immer voller und wenn das so weitergeht, liegen da irgendwann nur noch Geimpfte. So, der Hintergrund ist aber, du hast inzwischen mehr Geimpfte als Ungeimpfte. Ja? Und das es ist natürlich klar, dass damit der Anteil der Geimpften, bei denen die trotz der Impfung eine Infektion ausbricht, langsam zunimmt. Irgendwann wirst du hoffentlich nur noch Geimpfte und Genesene haben, die sich trotzdem am laufenden Band mit Corona infizieren. Das wäre also genauso wie zu sagen, ähm diesen schönen Vergleich habe ich auf Twitter gelesen. Ähm. Es gibt Menschen, die tragen einen Gurt und bauen trotzdem Unfälle, bei denen sie sterben. Ja, stimmt, Leute mit Anschnallgurt sterben in Situationen, in denen Menschen ohne Anschnallgurt garantiert gestorben wären. Und. Also sorry für dieses ausholende Beispiel, aber wissenschaftlicher ist wissenschaft ist halt wirklich ein komplexes Themenfeld und das lässt sich nicht von irgendwelchen äh Journalisten, Die sich damit auseinandersetzen, wer genau wen auf Twitter verarscht hat, äh akzeptabel in ihrem Inhalt äh äh, würdigen können. Diese Studie gehört einfach nicht in eine in eine Medienöffentlichkeit. Diese Studie gehört in irgendwie in Methoden äh in den Methodendiskussionen von irgendwelchen Politikwissenschaftlern, die sagen können, okay, wir haben diese Methode, wo sind ihre Grenzen, was können wir erkennen? Stellen wir vielleicht irgendwelche Korrelationen mit was anderem dar, bringen wir hier unser Feld voran, wenn wir das machen ja? Meine Schätzung ist nein, aber äh die dürfen ja machen, was sie wollen. Und offensichtlich hat ihnen das auch jemand ähm finanziert. Aber wenn wir dann wirklich von von Vollidioten äh auf Twitter diese solche Studien diskutieren lassen, dann dann ist doch niemandem geholfen.
Tim Pritlove
Also ich habe jetzt verstanden, dass wenn's jetzt keiner wenn keine Leute mehr im Verkehr äh sterben, können wir die Gurtpflicht abschaffen.
Linus Neumann
Genau.
Tim Pritlove
Da passiert ja nichts mehr.
Linus Neumann
Also abschließend nochmal hier an Herrn König und Herrn Sievert. Äh meine Einschätzung zu den zu der Aussagekraft der Studie. Habe ich ja mitgeteilt und sehe da jetzt auch in unserer fachlichen Diskussion eigentlich wenig Unterschied und es ähm äh dass dass sie ihre Studie überinterpretieren würden. Ähm es tut mir natürlich leid, dass die ähm, dass ihnen das Miss das das Unglück passiert ist, dass Dorothee Bär eine Lüge über ihre Studie veröffentlicht hat. Sorry, ist keine Lüge, eine Unwahrheit. Äh ähm, über ihre Studie verbreitet hat. Und ich das retweetet habe, dafür muss ich mich auch entschuldig.
Tim Pritlove
Ja und noch so viel Unsinn dazu erfunden hast.
Linus Neumann
Oh Mann, ey. Na ja, okay, so viel äh zur zur Forschung, aber.
Tim Pritlove
Problem, wenn wenn dir dann der Prinz aus Nigeria das Geld überwiesen hat, kannst du ja einfach den Anteil schicken.
Linus Neumann
Stimmt, wenn sie das Geld nicht haben will, nehme ich das.
Tim Pritlove
Tja, ja. Es ist so schwierig, mal mit dieser ganzen Wahl. Ich weiß gar nicht, ich weiß gar nicht, äh ich bin schon vollkommen verwirrt.
Linus Neumann
Ja, Tim.
Tim Pritlove
Du weißt ja, ne? Ich bin erst.
Linus Neumann
Erstwähler. Das ist äh das ist ein äh ein weit umkämpftes Feld. Ich glaube, die CDU CSU hat dieses Feld äh glaube ich äh kampflos äh.
Tim Pritlove
Aufgegeben. Die anderen auch.
Linus Neumann
Aber ja, Tim ist Erstwähl.
Tim Pritlove
Also zumindest, was die Bundestagswahl betrifft und nur, was die Bundestagswahl, nee, stimmt nicht, was die Bundestags- und die Landtagswahl betrifft, bin ich jetzt Erstwähler.
Linus Neumann
Oje, vielleicht sollte man das kurz erklären, du bist erst weder weil.
Tim Pritlove
Weil ich äh vor vier Jahren noch keine deutsche Staatsangehörigkeit besessen habe offiziell. Die habe ich mittlerweile. Und dementsprechend qualifiziere ich jetzt auch für die Landtagswahl und die Bundestagswahl. Oder mal anders ausgedrückt, als EU-Mitglied stand es mir nicht frei, äh obwohl ich quasi mein ganzes Leben in Deutschland lebe, äh diesen politischen Prozess einer Landtagswahl. Geschweige denn in der Bundestagswahl. Ähm, aktiv mitzugestalten in irgendeiner Form. Also ich hätte mich wahrscheinlich als Wahlhelfer melden können so, aber abstimmen äh wäre halt jetzt irgendwie wahrscheinlich nicht dran gewesen. Deswegen hat die auch keinen Bock Wahlhelfer zu sein, ehrlich zu sein.
Linus Neumann
Nee, das wäre ja blöd, also das äh Wahlhelfer uns selber nicht wählen zu dürfen, ist ja keine Ahnung. Für was, was.
Tim Pritlove
Trotzdem habe ich mich, habe ich mich schon ein paar Mal.
Linus Neumann
Im Steakhouse arbeiten. Ist halt auch.
Tim Pritlove
Aber ich habe mir auch schon ein paar mal in den Wahlprozess äh mit eingebracht hier erinnert mich da noch, als wir irgendwie die ganzen, Wahllokale abgeklappert haben als irgendwie die ganze ProH, um die Wahlcomputer lief. Na ja, egal, aber ich könnte jetzt mal eine Empfehlung gebrauchen und wir dachten, man könnte ja jetzt mal so ein bisschen über die Bundestagswahl, ähm sinnieren, was denn eigentlich so die Themen sind. Die einen jetzt äh leiten könnten. Ich meine klar, jeder hat natürlich so seine Partikularinteressen und je nachdem, welcher Branche man arbeitet oder in welchem Feld man forscht oder sonst wie seine Interessen und Hobbys hat, gibt's dann immer wieder nochmal so Dinge, aber es gibt ja dann auch wie großen Rahmendaten und natürlich bei uns äh spezifisch auch diese politische Perspektive. Ne.
Linus Neumann
Ja. Was soll ich also hast du und jetzt soll ich dich beraten, wen du wählen sollst?
Tim Pritlove
Also es ist ja jetzt so tatsächlich also ein ein Unterschied, den ich jetzt äh schon festgestellt habe, ist, während ich also früher, ich habe mir immer den Spaß gemacht und habe eigentlich immer zu jeder Wahl. Ähm für mich entschlossen, was ich wählen würde. Ich konnte es dann nicht tun, aber ich habe die Wahlen nicht ignoriert, sondern ich habe eigentlich immer eine klare. Wahl getroffen für mich, was ich wählen würde.
Linus Neumann
So wie wie beim Lotto.
Tim Pritlove
Meine Zahlen.
Linus Neumann
Schon wieder.
Tim Pritlove
Äh und merke aber trotzdem, dass in dem Moment, wo man's dann auch wirklich kann, es dann sich doch nochmal ein bisschen anders anfühlt und ich ein bisschen mehr Verständnis für Leute habe, die ähm sagen. Ah ich kann mich da nicht entscheiden oder das fällt mir schwer oder oder so, weil es ist ja immer einfacher für Leute irgendwie eine Wahl, also eine eine Maßnahme quasi zu beschließen, die man nicht selber durchführen muss, ne. Nicht, dass ich jetzt völlig im Kreis laufe, aber ich sage ja nur, ich verstehe, verstehe sozusagen diesen diesen mentalen Stress, den das vielleicht bei manchen erzeugen kann. Und und diese Hilflosigkeit und dieses gut, das kommt natürlich noch dazu, dass ich diesen ganzen Prozess jetzt schon lange anschaue und wahrscheinlich wäre es jetzt anders, wenn ich jetzt grade 18 geworden wäre, Aber so ist es halt nun mal, ich kann's ja nicht ändern. Bin trotzdem Jungwähler.
Linus Neumann
Er ist wieder.
Tim Pritlove
Aber ich will nicht diesen Jungen aus diesem Zukunftsteam.
Linus Neumann
Also gut, hm ich habe ähm. Wurde vor ein paar Tagen gefragt für eine äh TV von einem TV-Sender, ob ich äh bereit wäre zu sagen, wen ich wähle, und ähm da ist mir bei aufgefallen, dass das Wahlgeheimnis ja wirklich eine Errungenschaft ist. Für die wir als Menschheit viele Jahrhunderte gelitten haben und gekämpft haben. Dass ich eine solche Errungenschaft ähm nicht einfach aufgebe. Weil ich, weil ich sie gerade, weil sie für mich gerade nicht relevant ist, ja? In vielen anderen Ländern ist es durchaus, relevant, da wird das Wahlgeheimnis, ist bedroht oder du hast nicht den Schutz des Wahlgeheimnisses und weil du ihn nicht hast, bist du in einer politisch gefährlichen oder unschönen Situation, Insofern werde ich das Wahlgeheimnis äh für mich in Anspruch nehmen, einfach nur, um es zu pflegen. Ich wähle aber nichts für das, was ich schämen muss, also AfD wähle ich nicht, CDU wähle ich nicht, insofern habe ich hier nichts zu verbergen, möchte ich ganz klar sagen. Ähm.
Tim Pritlove
Genug übrig für das man sich auch schämen könnte.
Linus Neumann
Ja da da gibt's ja dann viele viele Erwägungen, äh ach so, es gibt ja auch noch diese diese.
Tim Pritlove
Ach es gibt da alles Mögliche.
Linus Neumann
Ne, die an die Basis. Die Basis.
Tim Pritlove
Die gibt's auch noch, da gibt's, da gibt's so viele Schwubel äh äh Parteien gab's ja schon immer, ne. Die yogischen Flieger und was nicht alles, also irgendwelche Tagesschau, Moderatorin ansonsten wie. Ist einiges am Start, was was schon immer äh schwer hinkte, egal.
Linus Neumann
Ich denke, man kann sich aber schon mal darüber bewusst werden, in was für einer doch gefährlichen Situation. Sich der Planet Erde und auf diesem Planeten Erde die Bundesrepublik Deutschland befindet. Ja, wir haben eine, eine äh eine sehr alte Bevölkerung, Wo es traurig sein wird, wenn die irgendwann mal alle weggestorben sind, aber dann halt zu einem wahrscheinlich sehr verspäteten politischen Wandel führen wird. Ähm wir haben diese Bedrohung im Land, dass äh. Ja an an überkommenen Dingen festgehalten wird und Neues bekämpft wird. Ähm Innovation, bekämpft wird, wenn sie außerhalb des Dieselmotors stattfindet, in der wir eine nicht zukunftsfähige Infrastruktur haben und, schleunigst daran etwas tun müssen, indem wir eine Bildungspolitik haben, die. Die Existenz von Computern und Internet auch 221 noch so lange wie möglich vor Kindern verheimlichen möchte, in der Lehrerinnen und Lehrer keine, Digitalkompetenzausbildung angedeiht in der die Kinder nicht im Umgang mit diesen Medien, geschult werden oder nicht angemessen und strukturiert und und zukunftsfähig geschult werden. Einzelne Ausnahmen darf es im immer geben aufgrund des ehrenamtlichen Engagements von engagierten äh Lehrerinnen und Lehrern, aber das reicht nicht für, ein Land, ja? Äh oder für einen für einen, Für eine Nation. Und äh wir sind hier, wenn wir dann noch diese ganze, Klimasituation mit dazunehmen, sind wir wirklich in einer ja ich würde sagen. Sehr kritischen Situationen und das Bittere ist sie, wir sind sogar hinter dem Wendepunkt. Ja, es ist ja nicht so, als wäre, als könnte man sagen, wenn wir jetzt das Rudern rumreißen, können wir alles ungemach noch abwenden, Das Einzige, was wir jetzt noch machen können, ist dieses Ungemarr noch ein bisschen mindern. Wir haben nicht die Option zu sagen, es wird jetzt alles. Wir können nur noch sagen, lasst uns versuchen, dass es nicht noch viel, viel, viel schlimmer wird, was in diesem Land los ist. Und möchten. Regiert werden, die sich rechts und links die Taschen vollstecken mit den Masken, mit der mit den mit dieser Masken-Affäre, mit. Mit diesen Scheuer, äh diese März und was da alles für Leute kommen, ja, dir die Corona-Situation in Nordrhein-Westfalen an, guck dir den Digitalisierungszustand von Deutschland an. Guck dir an, was alleine in den letzten vier Jahren wieder äh äh entschieden wurde, Ausweitung äh von Staatstrojanern, aufgeheimdienste, entsprechende Ausweitung noch für die Bundespolizei. Vorratsdatensprechung immer diskutiert. IT-Sicherheitsgesetz zwei Punkt null, kompletter äh. Versagen. Genauso wie eigentlich alles andere, was äh vom Innenminister Horst Seehofer äh veranstaltet wurde. Biometrische Massenüberwachung. Scheinbeteiligung in den in den politischen Auseinandersetzung, prozessen, wo den Verbänden irgendwie zwei Tage vorher, ein komplett neuer Referentinnentwurf rübergeworfen wird. Stetige Angriffe auf Verschlüsselung vom Innenministerium. Upload-Filter, Verzicht auf Geheimdienstkontrolle. Hier, BND-Gesetz und so weiter. Wir können mit diesen Leuten. Und das ist nur der digitale Bereich, nicht in eine Zukunft gehen. Das ist völlig unerheblich, wie viele Basswörter, die in, in, in ihre in ihre Parteiprogramme malen. Dorothee Bär. Also ganz ehrlich, ich hatte vergessen, dass es diese Frau gibt und das ist eine Katastrophe, weil ich mich die ganze Zeit mit Netzpolitik auseinandersetze und von ihr nicht, nichts. Irgendwie bei uns vorkommt, was diese Person macht.
Tim Pritlove
Vier Jahre im Amt.
Linus Neumann
Ja, aber jetzt äh schauen wir uns mal an hier dieses Zukunftsteam, über das wir ja hier äh gelacht haben, ne? Das ist äh wird in in der süddeutschen äh bezeichnet von Robert Rossmann als das Verzweiflungsteam, ja? Und hier gibt's eine eine sehr schöne Feststellung. Ähm, Laschet am Freitag gesagt, wir sind digital nicht so aufgestellt, wie wir es sein müssten. Da hat er recht. Aber warum er glaubt, dass deshalb Dorothee Bär in sein Team muss, bleibt sein Geheimnis. Die CSU-Politikerin war in den vergangenen acht Jahren erst parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, dann, für die Digitalisierung zuständige Staatsministerin bei der Bundeskanzlerin. Sie ist also entweder mitverantwortlich für die Misere oder nicht durchsetzungsstark, Am Freitag hat sie angekündigt, dem Staat ein Update verpassen und einen neuen digitalen Turbo zünden zu wollen. Warum soll das jetzt auf einmal klappen? Und diese Frage ist oder diese Frage, die hier äh in diesem Kommentar Meinungsbeitrag äh in der Süddeutschen Zeitung äh gestellt wird, ist. Denke ich, für diese Wahl die Entscheidende, ne? Wir haben vier Legislaturperioden Merkel gehabt. Ähm ich bin mit, einigen Dingen, die Angela Merkel gemacht hat, enorm glücklich. Ja, sie war, also sie haben sie auch, glaube ich, öfter als die einzig äh scheinbar Erwachsene äh in wahlweise der CDU CSU oder auch der Regierung oder auch oder vielleicht auch im Land oder auch im internationalen Vergleich der der Staatsoberhaupttag äh gesehen. Aber dieses Land, diese Bundesrepublik Deutschland, steht. Und in einer in einer Zeit, in der sie sich enorm dynamisch erneuern und verändern muss. Und das tut sie seit, ja, mehreren äh Legislaturperioden. Und das muss ein Ende haben, sonst sind wir hier die Gearschten und zwar in jeder Dimension.
Tim Pritlove
Ja, ich meine, jetzt äh haben wir natürlich hier die CDU schon ganz gut ähm runtergemacht in dieser Beziehung und sicherlich ist die CDU da auch ein großer Faktor, aber ich würde jetzt äh die Beteiligung der SPD in den letzten Regierungen, in den letzten Jahrzehnten jetzt auch nicht äh kleinreden wollen, weil da sehe ich jetzt auch ehrlich gesagt genauso wenig Auf und genauso wenig Checkung. Gerade in den Ländern, wo sie dann irgendwie auch mal ähm an der Regierung äh sind, da passiert ja eigentlich genau so wenig. Also es ist schon so ein inneren deutsches Problem, Und deswegen bin ich mir eben auch gar nicht so sicher, welche Kraft das jetzt eigentlich ähm noch groß auf. Und aufheben soll. Ich hatte ja hier schon vor einiger Zeit mal gesagt, dass ich eigentlich den Glauben jetzt verloren habe. Ich ich glaube nicht mehr dran. Klar müssten wir uns schneller bewegen. Wir werden das aber nicht tun. Es ist einfach, ist völlig egal, wie diese Wahl ausgeht. Ich sehe niemanden. Der äh das auch nur ansatzweise verkörpert, geschweige denn selbst wenn es äh einzelne Personen gibt, die das sehr wohl verkörpern könnten, dass dass diese Person in irgendeiner Form mehrheitsfähig ist, das Land ist einfach noch nicht da angekommen, sieht es nicht, checkt es nicht, versteht es nicht, klar, wer so auf das internationale Geschehen mehr, mehr blickt und natürlich auch grade jetzt so die Dynamik des Netzes mehr im im Blick hat. Sieht, was da in China passiert. Die sowohl die wirtschaftliche äh Entwicklung, aber halt auch so die gesellschaftliche Entwicklung und wie sehr die auf ähm neue Technologien setzen und wie sehr es ihnen ja jetzt auch schon gelungen ist, äh in zunehmenden Maße uns einfach diese ganzen Zukunftstechnologien, für die wir uns immer so berühmt haben und die ja für so einen relativ kleines Land wie es Deutschland eben ist, im Vergleich. Ähm uns ja ein eine Rolle und einen Vorsprung. Ähm auch gesichert hat. So technologisch ist es halt einfach wichtig, äh am Ball zu bleiben. So, aber wo werden denn die Solarpanele gebaut? Wo werden sie denn irgendwie auch überhaupt erfolgreich äh weiterentwickelt? Wo findet überhaupt nennenswerte äh Zukunftsentwicklung statt? Da ist Deutschland halt, nur in Teilbereichen überhaupt da und die Geschwindigkeit, mit der Deutschland immerhin so der Ort, wo mal der Computer erfunden wurde. Ähm sich schon in den achtziger Jahren äh ausgeklinkt hat aus diesem Prozess, finde ich irgendwie bemerkenswert. Gut, vielleicht werde ich ja eines Besseren belehrt und ähm grundsätzlich sehe ich ja auch immer wieder alles läuft in Sinus wählen und es muss immer erstmal ganz schlimm werden, bevor es wieder ganz gut werden wird, ne? Also man muss immer erstmal in so ein richtiges Loch fallen und das ist so richtig spüren, bis dann auch so ein, so ein, so ein.
Linus Neumann
Aber wir fallen da seit 16 Jahren rein.
Tim Pritlove
Geht's halt noch tiefer. Wir sind einfach noch nie unten angekommen. Du spürst schon die Kratzspuren so, aber das ist äh das ist nur, weil du an der Steilküste runterfliegst. So, der der eigentliche Aufschlag äh kommt halt erst noch.
Linus Neumann
Genau, der Fall ist gar nicht so schlimm. Am Fall ist doch keiner gestorben.
Tim Pritlove
Wieso denn so schön, schön windig hier.
Linus Neumann
Fallen ist kein Problem. Äh Aufschlag ist ein Problem.
Tim Pritlove
Aber ähm vielleicht kann man ja auch mal so ein bisschen mal versuchen so, okay was könnte denn eigentlich, also inwiefern kann denn eine Wahlentscheidung unter Umständen wirklich jetzt zu einer Verbesserung der Situation bei, ne? Ich meine, es hat natürlich.
Linus Neumann
Also immer wenn jemand das sagt, äh muss dieses klassische Zitat gebracht werden. Da kommen wir jetzt nicht dran vorbei. Wenn Wahlen was ändern würden, wären sie verboten.
Tim Pritlove
Ja, kann schon sein. Aber vielleicht kommen wir ja auch zu diesem Schluss, so äh weil es gibt ja dann immer so Wahlomaten und so, ich habe da auch immer ein bisschen drin rumgeklickt und äh ist auch irgendwie alles Unsinn, weil was Wahlprogramme aussagt, das haben wir jetzt hier schon ausreichend äh äh diskutiert. Gibt dann sowas wie dein Wahl oder deine Wahl. Also ohne H wurde drauf rumklicken kannst und dann wirst du quasi konkret an den Abstimmungen zu bestimmten Fragen, die in den letzten vier Jahren passiert sind, äh quasi zu Abgeordneten und damit zu Parteien geleitet. Es bräuchte halt schon irgendwie eine, eine, eine größere Bewegung und ähm, ich weiß nicht, ob's überhaupt brauchbare Mehrheiten gäbe in Deutschland, die in irgendeiner Form bewegungsfähig sind.
Linus Neumann
Ich finde ganz lustig, übrigens fällt was zu diesem Wahlomat und so auf, ne? Ist dir, ist dir mal aufgefallen, dass das Ding nicht so benutzt wird, wie es äh gedacht ist?
Tim Pritlove
Wie es benutzt wird.
Linus Neumann
Twitter anschaust, die Leute, die Leute nehmen das eher wie so ein Charaktertest.
Tim Pritlove
Achso, was passt zu mir oder wie?
Linus Neumann
Genau so. Äh ich bin oh shit, ich bin äh ich bin nicht 0 Prozent AfD. Ich muss an mir arbeiten ja? Oder oh shit, ich bin äh äh siebenundachtzig, ich ich bin nur siebenundachtzig Prozent Linke, ich habe die hundert äh nicht geschafft, ne. Ich glaube, die Partei hat einfach einen, aufm Plakat. Ja, nein, ja, ja, ja, nein, ja, ja, ja. Damit man halt zu, also einfach Ihre Antworten, ja? Aber ich find's, ich find's sehr lustig, dass, dass dieses, dieses Tool, Wahl-O-Mat scheint mir ähm von den Leuten anders genutzt zu werden, nämlich als Urteil über sie selber. Denn als Empfehlung, wen sie wählen sollten. Das beobachte ich zumindest so. Und finde ich irgendwie auch, also ist natürlich auch wieder ein total verqueeres Verständnis, weil eigentlich ist das ja äh äh total ähm. Ein total hilfreiches Tool, nämlich nicht äh Wahlprogramme lesen und und und Wörter darin zählen zu müssen, sondern sich inhaltlich mit äh wichtigen politischen Positionen auseinanderzusetzen. Oder was für ein Charakterurteil hat, hat dir der äh der Wahlomat gegeben.
Tim Pritlove
Ich habe den Wahl-O-Mat, ehrlich gesagt, überhaupt nicht benutzt, ähm weil ich das ein bisschen sinnlos finde, mich durch irgendwie Aussagen in Wahlprogramm, orientieren zu lassen, weil am Ende zählt das nicht. Da fand ich jetzt diesen Ansatz von dein Wahl DE äh irgendwie interessanter, war dann aber etwas Underwam, ob der äh Auswahl und der Zahl der Fragen, die ich da bekommen habe, also da müsste man schon sehr viel mehr beantworten jetzt auch nicht zu viel Zeit damit verbracht, weil letzten Endes brauche ich solche Tools nicht, um für mich da was zu finden. Aber ich hab mal auf Abgeordnetenwatch DE ein bisschen rumgeklickt, insbesondere was jetzt diesen anderen Aspekt der lokalen Wahl betrifft, weil ist ja nicht nur Bundestagswahl, sondern es ist ja auch Landtagswahl in Berlin und ähm. Mecklenburg-Vorpommern ist auch Landtagswahl, glaube ich, oder? Und ähm es ist auch noch äh hier Kommunalwahl in Berlin, also es wird so einiges entschieden. Ich habe irgendwie sechs Wahlzettel jetzt zugeschickt bekommen.
Linus Neumann
Ja, in Berlin ist ja genau, Kommunalwahl hier, ne, Abgeordnetenhaus, Bezirks äh verordneten Versammlungen, äh dann müssen wir noch diesen äh diese äh Wohnkonzerne enteignen. Da haben wir richtig was vor dieses Jahr in Berlin.
Tim Pritlove
Genau, man muss sich ja mit so einigen Beschäftigen, muss man erstmal verstehen, dass irgendwie mein Wahlkreiszuschnitt für die Landtagswahl ein anderer ist als der äh für die Bundestagswahl. Ähm sone Details. Ja und dann äh, fand ich's mal ganz interessant, mal diesen Kandidaten hinterher zu klicken, ne, auf Abgeordneten Watch DE, werden ja auch dann mal konkrete Dinge gefragt und äh geben Antworten und so, äh dann kriegt man zumindest schon mal ansatzweise so einen Eindruck. Ja, aber meine eigentliche Frage war es, was ist jetzt so eine ähm also. Erstmal haben wir ja so ein bisschen das Problem des Wahlsystems zwingt einen ja dann doch immer wieder strategisch zu wählen. Das finde ich ehrlich gesagt schlecht. Ich fänd's besser, wenn man ein Wahlsystem hätte, wo man, wirklich ähm das zum Ausdruck bringt, was man eigentlich so will. Ja, also das kommt halt durch diese Fünf-Prozent-Hürde. Auf der einen Seite und vor allem aber auch durch die meiner Meinung nach äh nicht so geile, Situation in äh mit der mit der Erststimme Weil man ja da auch immer wieder denkt so, oh ja, eigentlich will mir diese Person am besten gefallen, aber meine Vermutung ist, dass die es ja nicht schafft. Und dann nehme ich ja äh eine anderen die Stimme weg. Die meine zweite Wahl wäre, also gibt man dann automatisch auf die zweite Wahl. So und das das ist etwas, was mich an solchen Wahlen generell stört. Mag ich einfach nicht. Ich würde das gerne anders machen. Ich würde sagen, so das wäre jetzt mein primär Kandidat, aber äh, Wenn es dieser Person nicht gelingt, die Mehrheit zu erringen mit diesen Stimmen, dann bitte geht meine Stimme auf eine andere Person, ne, so ein Präferenzwahl, Ja, das geht leider nicht und deswegen muss man immer so dieses strategische Dinge im Kopf haben, schaut sich die Ergebnisse beim letzten Mal an, schaut auf Umfrageergebnisse, schaut auf äh Prognosen oder was auch immer, ähm und ist halt eigentlich auch nicht schlauer als vorher. So und dann fragt man sich natürlich im Großen und Ganzen, wenn wir jetzt einfach mal bei der Bundestagswahl bleiben, weil Berlin Locals äh tut jetzt hier erstmal nix äh zur Sache, auch wenn's da. Noch spannender ist, wie ich finde, als im Bund, aber da haben wir eben jetzt diese diesen, ja, Block. CDU, CSU, ja? Ich denke nicht, dass sie äh in irgendeiner Form auf Bundesebene auch nur ansatzweise mit der AfD was machen würden, also die AfD nimmt einfach allen nur die Stimmen weg. Aber sicherlich auch der CDU und das ist ja für ihr Programm dann auch äh die Art und Weise, wie sie sich so geben, äh auf jeden Fall auch ein Thema, ne? Auf der einen Seite müssen sie so ein bisschen radikalinskimäßig äh rüberkommen und Themen besetzen, weil es ist ja der, Der Pfeil in, in, in, in der Seite der CDU schon immer, die sich ja immer gesagt haben, eigentlich darf's äh rechts neben uns keine Partei geben und jetzt sind diese ganzen Rechtsausleger, die sie früher immer eingeheckt bekommen, äh sind halt einfach gegangen. Und auf der anderen Seite droht jetzt irgendwie eine medial wieder erstarkte SPD ihnen auch noch die Mitte streitig zu machen und haben halt nur Armin Laschet. Da können sie einem schon wirklich leid tun. So, sagen wir mal äh es geht jetzt so in etwa so aus wie jetzt diese. Prognosen, Wahlumfragen in irgendeiner Form. Prognose ist großes Wort, ne? Diese Wahlumfragen, nahelegen, wie es vielleicht sein könnte, dass tatsächlich die SPD das Unmögliche schafft und mehr Stimmen bekommt als die CDU und damit ja dann potentiell äh erste Adresse wäre ein Kanzler zu stellen. Was würde dann dabei rauskommen? Gibt's dann irgendwas anderes als eine große äh Koalition?
Linus Neumann
Na ja, also die die meine Hoffnung wäre etwas an ein anderes Ergebnis.
Tim Pritlove
Ja, gut, klar, aber ist ja kein Wunsch, äh, Konzert. Ich frag sozusagen, was, was.
Linus Neumann
Ich dachte ehrlich gesagt schon. Ich dachte, ich dachte, ehrlich gesagt schon, dass eine Wahl ein Wunschkonzert ist, ja, doch, aber du hast Recht. Dieses Ergebnis ist meistens keins, ne?
Tim Pritlove
Genau, so und meine, gut, derzeit, also es könnte natürlich auch sein, die Grünen werden die stärkste Kraft, so. Auch da weiß man nicht so richtig, in welcher Konstellation äh sie sich äh rumschlagen würden. So und dann kann man halt überlegen Okay, stärke ich jetzt die Partei, von der ich denke, dass sie vielleicht noch grade soeben eine Chance hat, äh stärkste Partei zu werden. Ja, um da die Stimme anzuliefern. Ja, also, Kurz gesagt, wenn man jetzt mit der CDU nicht klarkommt, stärke ich je nach wie mein eigenes Lager ist, die SPD oder die Grünen, um da äh Zünglein an der Waage sein zu können, ja, oder äh wähle ich ähm einen allgemeinen Trend, Ja, wie zum Beispiel die Linkspartei, um dann eine Koalition zu empfehlen, damit die nicht so eine große Koalition ist. Das sind so Fragestellungen, die man hat so, aber es ist halt alles auch so entkoppelt von den eigentlichen Fragestellungen.
Linus Neumann
Ja und welchen Schluss ziehst du daraus?
Tim Pritlove
Ich weiß es ehrlich gesagt noch nicht so richtig. Also ich habe. Bin da äh äh bei bei diesen beiden äh äh Dingen wirklich noch ein wenig am Hin und Her überlegen, ne? Und das ist das, was ich eingangs meinte, während ich früher einfach so, ja, das finde ich jetzt am tollsten und das äh repräsentiert mich am meisten. Und jetzt so Gott, jetzt muss aber auch tatsächlich eine Stimme abgeben, die wirklich real gezählt wird, äh was möchtest du, dass diese Stimme theoretisch in diesem Prozess. Unterstützt und versuch's halt auch immer so ein bisschen so im Kollektiv zu denken. Was habe ich für ein Gefühl, was alle anderen tun? Ne, es ist.
Linus Neumann
Also es gibt da ja ähm. Diese beiden Schulen über über diese Situation nachzudenken, ne? Es gibt einmal die die Leute, die sehr vehement sagen, pass auf, äh diese, Die Idee dieser Wahl ist, dass du die wählst, die deine Interessen am besten zu versprechen, zu vertreten. Und wenn das alle machen, hast du auch das Problem nicht. Ja? Wenn deine Interessen halt nicht ausreichend vertreten werden, gut, dann äh schafft's eben diese Partei nicht in den ähm in den Bundestag. Das ist natürlich so eine so ein Idealvorstellung ähm. Die zuletzt auch einfach daran scheitert, dass es viel zu viele Parteien gibt, ne? Es ist äh, die da antreten. Also, es ist sehr gut möglich, ich war ich also vielleicht auch so ein Wahlomat oder so, ne aber es ist sehr gut möglich, dass es irgendwo eine Partei gibt, die ich gar nicht angeguckt habe, die äh im Prinzip den Linusismus einführen möchte und äh ich das nicht weiß ja? Und ihr das auch nicht wisst und deswegen wählt die aus Versehen keiner, obwohl das die beste Lösung. Linusismus, ja, da ist alles am besten dann. Äh einfach hier das äh Linusismus ist hier mit gleich alles richtig.
Tim Pritlove
Würde ich sagen. Der Linoismus klingt besser.
Linus Neumann
Lisolinoismus. Es geht nicht darum, wie es klingt. Entscheidet ist, was am Ende rauskommt.
Tim Pritlove
Sondern was es bewirkt.
Linus Neumann
Genug, dass da mein voller Narbe drin zu stehen hat. Aber okay, pass auf, die ähm und die andere Schule, Ist die mit dem ähm ja, Taktisch wählen unter Berücksichtigung äh des vermuteten Wahlverhaltens anderer. Ja, also dieses äh ähm, Grünen wählst du jetzt, wenn wenn du grün wählst, dann passiert aber Folgendes, deswegen wähle lieber Links oder oder oder irgendwie derartige ähm derartige Erwägungen, ja? Dass dann auch irgendwie so ja äh oder dass da Leute sagen, okay, hm, wenn mein Ziel ist, ähm Armin Laschet. Nicht Kanzler werden zu lassen, dann muss ich ähm SPD wählen, weil die gerade den aussichtsreichsten Kandidaten stellt, ein mehr, zu bekommen, äh mehr Stimmen zu erhalten als die CDU und damit ist er hat im, sagt jetzt einfach so, also angeblich oder auch nicht, ist egal, ne, aber dass man dann daraus äh Erwägungen ableitet und sagt, okay, ich werde jetzt strategisch die SPD um äh um um größeres Unheil abzuwählen, ne? Und die geben dann und beide ähm, Beide Schulen werfen sich jeweils eigentlich vor, die Demokratie nicht verstanden zu haben, ne? Wenn du jetzt sagst, hier strategisch wählen, dann verrätst du ja deine eigenen Ideale, weil du nicht das wählst, was äh äh was, du eigentlich meinst und. Nicht nur deine Ideale, sondern auch die Ideale der Demokratie. Und die die gehen die anderen lautet der Vorwurf, ne? Du du verkennst quasi die Anforderungen der Realpolitik und verbleibst in in einer Utopie, ähm sodass du äh dann eben einen Beitrag zur Wahl leistest, der wertlos ist. Ne, das ist ja auch sehr häufig so dieser äh dieser Aufruf, dass die Leute sagen, ne wählen nicht für die Tonne, ne? Wählen nicht irgendeine Partei ohne Aussicht auf Einzug in den Bundestag, weil dann ist deine Stimme de facto ohne Einfluss auf die Politik, die nachher stattfindet. Das ist ja genau das äh die Herausforderung der Fünf-Prozent-Hürde, die du da auch äh benennst. Ich weiß selber, ich habe da unterschiedliche, Auffassungen zu, je nachdem wie ich äh da grade drüber nachdenke, aber es ist eine Tatsache leider, dass die progressiven Parteien. In Deutschland und das ist nicht nur in Deutschland so, sondern irgendwie überall so. Ähm. Dummerweise zur Spaltung tendieren, ja? Also du hast eine eine SPD, eine linke, eine Grüne, die. In vielen entscheidenden Fragen ähm sich sagen wir mal wahrscheinlich einiger sind. Äh als äh als man es überhaupt innerhalb der CDU ist, ja? Aber wenn du halt irgendwie sagst, okay, du möchtest dieses Land äh abschreiben und dir das eigentlich alles egal, ne, dann dann hast du nur eine. Wahl, die deiner Überzeugung entspricht und für die du auch nicht taktisch wählen musst. Und wenn du sagst, du möchtest dich in die in eine progressive Richtung äh bewegen, dann äh hast du auf einmal. Bist du halt gezwungen strategische Erwägungen abzu. Anzustellen, ne? Also Linkspartei, dass dirigieren wird, ist ausgeschlossen so nach jetzigen Kenntnisstand. Ähm gleichzeitig könnte es sein, dass dass äh dass viele Menschen sagen, okay, wenn die eh nicht regieren können und die Grünen haben aber Aussicht, eventuell, dass das halt eine eine Wählerinnenwanderung von den Linken zu Grünen hast, die am Ende da darin resultieren könnte, dass die Linke überhaupt gar keine äh Repräsentation mehr im äh im Bundestag erlangen könnte, weil die jetzt bedrohlich nah an der Fünf-Prozent-Hürde sind. Ich denke nicht, dass das passieren wird, aber das Risiko äh, steht im Raum. Und derartige äh Phänomene den Drang quasi oder die die Notwendigkeit, die über strategisches Willen Gedanken zu machen, hast du eben eher in im im progressiven Spektrum der Parteien als im äh konservativen Spektrum der Partei.
Tim Pritlove
Definitiv. Ja und ist auch schwierig damit umzugehen, ne? Weil das alles irgendwie so ein bisschen legitim in der Überlegung, finde ich.
Linus Neumann
Und die bekämpfen sich aber mit einer Vehemenz, ne? Also wenn du dir da mal die Debatten zu anschaust, ne, also wenn du da irgendwie mal äh im, im, im äh. Gott schütze dich davor, das öffentlich zu tun, dich dich dazu zu bekennen, dass du äh nach Überzeugung wählst oder nach äh Strategie, da wirst du immer ähm jemanden finden, der der dann mit dir darüber eine erbitterte Diskussion führen möchte. Und ist auch verständlich, ne? Es gehört halt zu den ungelösten. Problem leider, dass des Wahlvorganges.
Tim Pritlove
Ja Also grundsätzlich mal dieses Ideal mit das, wo man am besten passt und so weiter, würde ja voraussetzen, dass ich das irgendwie auch feststellen kann. Und ich würde bezweifeln, dass das überhaupt, möglich ist. Klar, ich kann mir jetzt über die Parteiprogramme durchlesen, ich kann mir stundenlang irgendwelche Interviews und sonstige äh am Ende äh wird der Eindruck weniger Personen und äh weniger Themen bleiben und wie viel ähm Übereinstimmung man dann am Ende wirklich äh festmachen kann oder auch total real, existiert, das das bleibt dann offen. Wenn ich's allerdings andersrum, angehe, erscheint es mir sehr viel effektiver zu sein, das heißt, ich nimm erstmal alles weg, was mich ganz offensichtlich abstößt. So und äh in meinem Fall bin ich überraschend, ist das so dann erstmal so dieser rechte Rand, der dann äh äh automatisch überhaupt gar nicht mehr ähm zur Verfügung steht, so und äh ich kann dann.
Linus Neumann
Also AfD, CSU, CDU.
Tim Pritlove
Ja, würde die jetzt nicht im selben Topf äh wählen.
Linus Neumann
Ne, rechter, also rechts, rechts halt.
Tim Pritlove
Na ja, also erstmal sozusagen so die die Vollnazis und so, ne? Äh die die CDU ist in meinen Augen halt im Wesentlichen einfach nur inkompetent und äh latent äh korrupt und kommt von daher nicht äh in Frage, ja. Also so. Dass mit den grundsätzlichen gesellschaftlichen Zielen, die sie formulieren, würde ich sagen, da kann man ja noch drüber reden ja? Also ihr behauptet ja zumindest, dass ihr das anstrebt, was ich auch möchte. Ich trau's euch halt bloß nicht zu. Das ist das ist was anderes, ne. So und äh ähnlich ist es natürlich dann auch am am linken Rand und mit 1tausend anderen äh Splitterparteien. Also am Ende würde ich dann auch unter meinen ähm unter denen, die mich jetzt erstmal nicht offensichtlich abstoßen äh auf der Basis äh entscheiden, was mich jetzt mehr abstößt. Und nicht so sehr, wo ich meine am meisten Übereinstimmung zu haben. Vielleicht ergibt sich das daraus. Ist es ist eine schwierige Sache.
Linus Neumann
Hast du denn den Unterschied zwischen Erst-und Zweitstimme verstanden, Tim? So als Erstwähler kann das ja sein, dass du die Erststimme überschätzt.
Tim Pritlove
Das ist die Überschätze. Inwiefern meinst du denn, dass ich die überschätze?
Linus Neumann
Herr, in meiner Wahrnehmung ist die Zweitstimme die wichtigere.
Tim Pritlove
Keine Frage. Ich meine, die Zweitstimme bestimmt letzten Endes die Verteilung trotz alledem ist ja die Erststimme nicht unerheblich und wir werden äh glaube ich zu dieser Wahl, wenn ich mir die Prognosen anschaue, durch entsprechende Überhangmandate. Einen riesigen Bundestag bekommen, also es schätzung gelesen bis zu über 900 Leute, keine Ahnung, also da hätte auf jeden Fall das Reformchen was sie da vor ein paar Jahren mal erlassen haben, weil das Bundesverfassungsgericht seit längerer Zeit ja schon darauf drängt, genau dieses Problem endlich mal zu regeln, scheint ja dann überhaupt nicht gegriffen zu haben.
Linus Neumann
Komisch, dass die, die da sitzen, das Problem nicht regeln, dass da zu viele sitzen. Das ist ja auch irgendwie so ein sorry.
Tim Pritlove
Ja. Nee, klar. Zweitstimme ist am wichtigsten, das habe ich schon verstanden, keine Frage.
Linus Neumann
Kurz zu äh Erklärung für alle anderen mit der Erststimme wählt ihr die eurem Wahlkreis, die in eurem Wahlkreis kandidierenden Personen mit Direktmandaten. Das ist äh. In vielen Wahlkreisen natürlich auch eine wichtige Stimme, klar, weil diese Person geht wenigstens dann auch auf jeden Fall gewählt als Vertreterin dieses Wahlkreises in den Bundestag. Dass da ist es aber so, wenn man jetzt hier von für die Tonne gewählt spricht, ne, ist es so, dass wenn du bei wenn du da die Kandidatin, eine andere Kandidatin willst, als die, die nachher gewinnt, dann ist diese Stimme, findet einfach keine Berücksichtigung Zweitstimme ist es aber so, die findet auf jeden Fall Berücksichtigung, nämlich in der Verteilung oder oder in den Anteilen der Parteien in, im Bundestag und dann eben die Wahl der äh Listenkandidatin, die ja dann, je nachdem wie viel Prozent die haben. Mehr oder weniger Kandidatin von der Liste in den, in den Bundestag kommen oder nicht. Und insofern hat die Zweitstimme den. Im Durchschnitt den wichtigeren Einfluss auf die Zusammensetzung des Parlamentes, gemessen an dem Beitrag, den du leistest. Zum Beispiel ich wohne in einem Wahlkreis, wo ähm. Im Prinzip seit jeher eine bestimmte Partei ein festes Ticket hat und ähm für diejenigen, die diesem äh Ticket nicht entsprechen. Die haben halt, ja, sie können halt ihre Erststimme abgeben, aber dass diese Person. Ihr, dass dieser Person ihr Ticket strittig gemacht wird, ist äh quasi ausgeschlossen gewesen sehr lange. Mal gucken, wie sich das jetzt äh in diesem Jahr äh darstellt. Ähm aber ähm ja. Dass äh es ist quasi sehr, sehr aussichtslos, da jetzt eine andere Partei zu wählen. Das hat in diesem Fall bin ich damit auch zufrieden in anderen äh wenn man wenn man woanders wohnt, ist das äh vielleicht nicht so.
Tim Pritlove
Was vielleicht noch erwähnenswert wäre, um diesen Punkt dann auch mal vielleicht abzuschließen, es gibt dann auch viele Leute, glaube ich, die in dieser Situation dann auch einfach sagen, ich kann mich für nichts entscheiden, dann wähle ich halt lieber gar nicht.
Linus Neumann
Oh, bitte nicht.
Tim Pritlove
Ne Genau so, nach dem Motto, das hätte ja dann auch keine Auswirkung, aber es hat natürlich eine Auswirkung. Es hat eine rein rechnerische Auswirkung, ne. Also umso weniger Leute wählen, umso mehr sind zum Beispiel die all die Stimmen, für die AfD gehen weil der Anteil automatisch steigt und dadurch dann irgendwie noch mehr Abgeordnete dazukommen und sie noch mehr Geld äh erhalten während wenn es irgendwie knapp ist natürlich, selbst wenn man für irgendwelche Spieler Parteien, die einen gar nicht interessieren oder die man irgendwie nur lustig findet, abstimmt so dann erhöht sich natürlich die Wahlbeteiligung und damit singt dann natürlich auch der der Einfluss der äh sonst abgegebenen Stimmen. Also man kann da schon durchaus was mit bewirken und ich finde, dass das sollte man schon machen.
Linus Neumann
Unbedingt, also das wäre tatsächlich äh unsere Wahlempfehlung oder unsere Empfehlung für den September, möchte ich sagen, äh erstens. Wählen, zweitens andere, die die damit drohen nicht zu wählen, dazu animieren zu wählen. Dann natürlich keine AfD wählen.
Tim Pritlove
So ein bisschen wie mit dem Impfen, ne. Also selber impfen auf jeden Fall, ne? Andere Leute auch überzeugen, so.
Linus Neumann
Und ich kann ich kann aus eigener Erfahrung sagen, ich habe, also ich kenne. Ich kenne wirklich äh in meinem Freundeskreis keine Person, die nicht wählen geht. Und ich kenne auch inzwischen keine Person, die nicht geimpft ist. Das ist ähm. Auf eine Weise natürlich beruhigend, auf eine andere Weise schade, weil nichts schöner ist, als äh Menschen dazu zu bringen sich zu impfen und nichts schöner ist, als Menschen dazu zu bringen, sich ähm an der politischen Gestaltung des Landes äh zu beteiligen, möglichst. Dann auch noch äh in der richtigen Richtung bei äh AfD-Wählern kann man auch drüber nachdenken, denen die davon zu überzeugen, dass zu wählen, eben auch wirklich äh totaler Unsinn ist, ne? Das sind ja das, also wählen tun ja eigentlich nur Systemlinge. Ja, natürlich.
Tim Pritlove
Ja, voll. Also da nährt ernährt man ja direkt den Leviatan. Na gut, lass es uns äh abschließen.
Linus Neumann
Gut, dann äh kommen wir zur äh zu einem Urteil des Europäischen Gerichtshofes, das äh ähm ja sehr äh offensichtlich, zu erwarten war, ähm wir erinnern uns daran, wir haben's hier sehr häufig besprochen, insbesondere mit Thomas Lohninger. Netzneutralität ist ähm durch, äh die Verordnung über den Zugang zum offenen Internet in Europa vorgeschrieben und äh sehr spezifisch sagt sie, sagt sie darin, es darf nichts, ähm es darf nicht innerhalb einer Diensteklasse nach ökonomischen Erwägungen priorisiert und damit eben depriorisiert werden. Und genau das machen aber zum Beispiel so etwas wie Vodafone, Pars und äh Stream on, weil sie nämlich sagen, okay, bei bestimmten Unternehmen ist äh was weiß ich, der Videokram ähm. Kostenlos, das heißt der wird nicht auf Datenvolumen angerechnet und bei anderen Anbieterinnen wird er das, ja? Also eine, klassische Benachteiligungs von zum Beispiel äh Media CCC DE, unserer Videoplattform des Chaos, Computerclubs, ähm wenn ihr das den gleichen Inhalt auf YouTube schaut, äh und zum Beispiel Stream on nutzt, dann bedeutet, dass das, Dass nicht auf euer Datenvolumen angerechnet wird, das gleiche Video bei uns schaut, ähm wird es auf das Datenvolumen angerechnet, also wird hier ökonomisch unser Angebot im Internet äh konkret benachteiligt. Durch die deutsche Telekom. Ja, das äh hat der EUGH ihr Vodafone und Telekom dann auch noch einmal erklärt. Ähm dass eben, ihre äh Stream-Orden und äh Vodafone Partes mit dem Unionsrecht nicht vereinbar sind.
Tim Pritlove
Hat übrigens Thomas Lohninger hier auch schon äh festgestellt vor vier Jahren.
Linus Neumann
Genau, das hatte Thomas den äh auf der Telekom Hauptversammlung im Namen der kritischen Aktionäre vorgetragen. Wir haben das äh gegen beide, Systeme oder gegen beide Tarifoptionen haben wir auch als Chaos-Computer-Club uns positioniert und haben immer gesagt so, übrigens, ne, dass es nicht mit dem Unionsrecht vereinbar ähm die haben es aber trotzdem getan, und jetzt ist es natürlich irgendwie einerseits lustig, Jahre später zu sagen, seht ihr, wir haben recht gehabt, andererseits ist natürlich der Punkt, äh, den wirtschaftlichen Vorteil, dass jahrelang getan zu haben, den haben die natürlich trotzdem, ja? Und das ist schon ähm. Relativ übel, denn also Tatsache ist. Und das war ja, muss ich auch zugeben, das Argument der der deutschen Telekom in diesem Bereich. Ich habe äh mit Vertreterinnen der deutschen Telekom auch natürlich über diese Sachen äh, gesprochen über diese äh Netzneutralitätssachen. Da kamen so ungefähr so ähm so Argumentationen wie. Ja, ihr wollt doch immer mehr Bandbreite und jetzt habt ihr mal endlich unendliche Bandbreite für für die Haupt äh Dinge. Äh freut euch doch ja? Oder auch die Kunden lieben das. Ja klar lieben die das. Ich meine, wenn du denen sagst, hier pass auf, fünfzig Euro fünf Gigabyte Internet und jetzt nehmen wir aber YouTube raus, was deine größte Sorge war bei der bei der äh bei deiner Bandbreiten Nutzung und du hast das jetzt auf einmal äh de facto wird es nicht angerechnet. Klar freuen die sich darüber, Ja? Wenn du jemandem im Gefängnis eine eine Sahnetorte machst, mit so einem bisschen, bisschen ranziger Sahne freuen die sich auch, weil die sonst nichts kriegen, ne. Also das ist äh natürlich eine eine etwas nicht so weit äh gedachte ähm, Argumentation, aber eine, die, die natürlich nicht müde sind, zu, ähm also auch im Sinne ihrer Kundinnen vorzutragen, ja, dass sie also sagen, ey, wir wollten euch hier dieses tolle Angebot machen, aber hier diese Netzfundamentalisten, die ihr euch auf Wert genommen, weiß ich auch nicht.
Tim Pritlove
Hat aber vier Jahre gehalten, so lange braucht das halt, bis das dann mal amtlich festgestellt wird und so lange konnten sie den Tarif ja auch durchziehen, damit das sich alles noch verzögert, auch mit der Zukunft, weil Zukunft ist gefährlich. Da darf man nicht so schnell drauf zurollen.
Linus Neumann
Ich meine, ich glaube, die größte Sorge der deutschen Telekom bei. Also, was ja die die Argumentation hinkt ja leider auch total, weil wenn doch, wenn sie sagen, alles was fetter Bandbreitentreiber ist, ist bei Stream on drin, ne, dann können sie doch den kleinen Rest. Auch noch reinlassen. Ne, also wenn sie sagen, wir wir haben ein Netz, das da, wo es Abdeckungen hat, in der Lage ist, den den YouTube-Bedarf unserer Kundinnen zu sättigen. Dann können sie doch bitte auch hingehen und sagen, ähm den kleinen Rest, den die sonst noch machen, ihre E-Mails und ihre paar anderen Videoplattformen, die können wir denen da auch noch mit reinmischen. Da braucht man nicht jetzt eine Netzneutralitätsverletzung für vorzunehmen.