LNP409 Komplexer dargestellt

Feedback — CCC Regierungsprogramm — Facebook — BD und Pegasus — Modern Solution — The Billion Dollar Code

Heute wieder mal ganz viel tolles Feedback, auf das wir gerne eingehen. Dazu geben wir einen Überblick für die Blaupause, die der CCC der künftigen Bundesregierung für digitale Fragen mitgegeben hat. Außerdem erklären wir, warum Facebook down war (und was es erfordert hat, es wieder online zu bekommen) und wie Facebook gerade von einer Whistleblowerin blossgestellt wird. Dann schauen wir noch das Desaster an, dass die Firma mit dem unangemessenen Namen "Modern Solution" angestellt hat. Zum Schluß erläutern wir kurz die Hintergründe des Films "The Billion Dollar Code" und was das mit dem CCC und mit Tim zu tun hat.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Facebook war dauernd. Hast du mitgekriegt. Logbuchnetzpolitik Nummer vierhundertundneun vom fünfzehnten Oktober zwanzig einundzwanzig. Ja und ähm, kriegen mal wieder nix mit. Das halbe Internet schaltet sich ab und wir kriegen's nicht mit.
Linus Neumann
Tatsächlich ein Kumpel hat mir erzählt, wie er das mitbekommen hat. Ähm ist auf einmal ganz viel auf Tinder los war. Und er sagte was denn jetzt so, oder? Nee, das macht das heute gar nicht mehr auf zu piepen. Und dann hat er irgendwann gecheckt, dass das halt offenbar damit zu tun hatte, dass ähm den Leuten nix also die hat jetzt was anderes äh machen. Und dann war halt offenbar Tinder die zweite oder dritte Option.
Tim Pritlove
Mark Zuckerberg, ich suche eine neue Freundin. Könnten sie bitte nochmal Facebook abschalten? Na ja, da reden wir auf jeden Fall äh nachher noch drüber, ne.
Linus Neumann
Alle fucking Witze. Es ist so Zeit aller Witze, diese diese ganzen, können wir die gerade ganz kurz alle loswerden? Also erstmal ein paar Kifferwitze so zum Einstieg, weil jetzt gerade die Cannabis-Legalisierung nochmal diskutiert werden muss, als wäre die nicht seit 20 Jahren abschließend erörtert. Und ähm dann, In neun Monaten gibt's ganz viele Facebook-Babys. Boah Alter, ich kann das nicht mehr. Wirklich, ey, du kommst dir vor wie in so einem Zeitloch der Witze.
Tim Pritlove
Tja, Steigen wir lieber gleich mit, was richtig Langweiligem ein, nämlich mit dem HTTP-Status äh Code vier null neun, äh mit dem schönen Namen Konflikt. Sagt eigentlich auch nicht sehr viel aus, ist auch total unaufregend, müssen wir nicht viel Zeit drauf äh verwenden, aber ist halt auch wieder so ein hin- und her Fehler äh eigentlich fast nie auf und äh ja, ist so ein, den ihr, über den ihr nicht weiter nachdenken müsst, ist nur was, was so Programmierer äh beschäftigt, äh was man dann so äh macht in dem Fall, wenn sowas passiert.
Linus Neumann
Äh äh die das beste Beispiel für Conflix steht tatsächlich in den äh Webdogs.
Tim Pritlove
Richtig, also wenn man halt so das.
Linus Neumann
Jetzt was älteres hochladen auf was neueres.
Tim Pritlove
Mal das für Datei Uploads benutzt, aber das macht ja kaum einer heutzutage. Wer lädt denn heute noch was hoch?
Linus Neumann
Was denn heute noch Sachen über HTDP.
Tim Pritlove
Das läuft doch alles in den Uploadfilter.
Linus Neumann
Okay vier null neun, gibt der Uploadfilter dann zurück, ne. Ähm wir haben ähm Feedback.
Tim Pritlove
Ja, eine ganze Menge sogar.
Linus Neumann
Man kann sein Auto tatsächlich digital ummelden. Es haben sich mehrere Leute gemeldet, die das persönlich bezeugen konnten.
Tim Pritlove
Hm, ja, ich hatte das ja auch schon berichtet, habe mich dann äh wieder dran erinnert, äh wurde daran erinnert, wer mich daran darauf hingewiesen hat.
Linus Neumann
Ralf Stockmann, äh hier Ralf, wie heißt er eigentlich? Rottmay, genau. Äh aber dass alle bestätigt, ja und in den Kommentaren waren auch Leute, äh die das bestätigen konnten, dass es das gibt.
Tim Pritlove
Ja und es gibt hier und da gibt's so dieses und jenes äh theoretisch damit möglich ist, aber dass das massiv benutzt wird, sehe ich einfach noch nicht.
Linus Neumann
Das geht halt. Das heißt also, man kann sogar, das fand ich auch sehr schön S hat uns darauf hingewiesen. Man kann sogar äh digital mit dem mit dem elektronischen Ausweis, der jetzigen, ja, einen äh Auszug, aus dem Kraftfahrtbundesamtregister, dem Eignungsregister, also Flensburger, ähm.
Tim Pritlove
Mhm.
Linus Neumann
Flensburger Punktekonto, ja? Direkt und man bekommt direkt ein digital signiertes PDF mit der Auskunft zurück.
Tim Pritlove
Das Schöne in der Tat.
Linus Neumann
Dann hast du halt ein PDF. Ja, aber immerhin hast du eins, ne? Also kannst du kann man ja also ich, ja, geht. Ist gut. So, sollte alles gehen vielleicht irgendwann mal.
Tim Pritlove
Informationsabfragen zum Beispiel.
Linus Neumann
Ja, dann haben wir äh zu signierten, PDFs. Äh wir haben ja ähm darüber gesprochen, dass man mit, dass das digitale Signaturen schon lange gibt, und ähm man die auch anwenden kann, ja, zum Beispiel hier dieses Digital signierte flensburger Dingen und das ist auch die Ausweise gibt und das ist, nach wie vor, einem Anwendungsfall mangelt, dass man dafür eine bräuchte. Also eine Blockchain. Ähm, und da haben auch äh alle zugestimmt und dann gab es aber einen Hinweis, dass was wir sachten so. Wenn man jetzt ein an ein PDF eine Signatur anbringen möchte, dass es dabei ähm. Also dass es da mehrere unterschiedliche konkurrierende Standards gibt und dass es nicht unbedingt so einfach ist, ähm korrekt zu implementieren, ja? Das wurde von kommentiert ja und sagt also versteht mich nicht falsch, ich bin genau eurer Meinung aber eine PDF-Signatur ist auch nicht so einfach und da würde ich halt entgegnen, ja ja, vielleicht ist das nicht einfach. Also auf jeden Fall tausend Mal einfacher da einfach einen Standard durch zu implementieren, als, irgendeine fucking Blockchain aufschwatzen zu lassen und äh und da irgendwie so eine Webseite zu machen. Und äh und diesen diesen ganzen Quatsch äh zu erfinden. Also ich glaube, mit dem gleichen Geld, wie wie diese Essatos, äh versucht hat, eine ID-Wolle zu bauen. Hättest du halt einfach einmal, quelloffen, implementieren können. Ähm die hier eine eine wie zu signieren sei, ja? Und dann bist du damit durch, Übrigens, oh, jetzt, oh, die sind wieder online, die Seite gibt's wieder. Bis vor ein paar Tagen immer noch offline, ne? Das war ja der also das war ja so was von da, also ich habe direkt gedacht, äh in in dieser in dieser ähm Blockchain und Krypto Coin, Bubble und so, ne? Da sind ja Exits Gams relativ häufig, ne? Dachte ich zwischendurch, ob diese nicht einfach so ein Exitscam gemacht hat, weißt du? So Kohle kassiert und dann weg, so wie wie diese ähm. Wie alle anderen auch.
Tim Pritlove
Ja, also vor allem, also ich meine, was was in gewisser Hinsicht noch etwas mutiger äh wäre und wo erstmal vielleicht auf EU-Ebene auch problemlos mal äh anleiern könnte, wäre sich einfach mit den großen Betriebssystemherstellern da einfach mal auf einen klaren Standard und mit Adobe zu einigen. Ja, einfach zu sagen so, Leute. Müssen das jetzt mal hier mit dem PDFs und mit den Signaturen da brauchen wir jetzt aber mal einen verlässlichen weltweiten Standard und äh dann gibt's dann ein eine Spezifikation und genau so machen wir das jetzt, immer, überall und dann geht das auch in jedem Betriebssystem und dann kann irgendwie jeder Standard PDF über einem das auch sofort bestätigen und macht eine Zertifikatsüberprüfung, wie das jeder Webbrowser ja auch macht. Und ähm fertig ist die Laube. So, aber die reden einfach wahrscheinlich nicht miteinander.
Linus Neumann
Ja, es ist äh also ja, es ist eine eine sehr frustrierende Geschichte. Haben wir auch letzte Mal schon viel drüber gesprochen, aber sagen wir mal. Man kriegt wahrscheinlich einfacher einen Standard zum Signieren von PDFs etabliert als ein komplett neuen Standard für irgendwelche Blockchain-basierten äh Identitäten, ja, das ist also man braucht es halt einfach nicht. Würde auch nochmal erklärt übrigens im Chaos Radio zu ID Wallet, das äh ich glaube gestern veröffentlicht wurde. Link findet ihr in den Shownotes Da sind bei Markus zu Gast Flüpke und CK. Ähm, CK würde ich sagen, so wahrscheinlich in diesem ganzen Bereich EID ungefähr der der eine Experte, den's überhaupt gibt so. Äh ohne jetzt großartig zu sagen, was er noch seine beruflichen äh Miriten in dem Bereich sind. Und äh Flipke eben einer von den beiden, die sich diese ID Wallet Geschichte angeschaut haben. Erklären da mal ein bisschen, ich hätte am am Ende es noch schön gefunden, wenn sie noch mehr erklärt hätten, warum man keine Blockchain braucht, ja, das ist am Ende ein bisschen kurz gekommen aber der Rest der Sendung nochmal sehr schön in Ruhe genau erklärt was da, bei diesem ID Wallet alles ähm falsch gelaufen ist und warum das eben halt auch äh so traurig ist. Letztendlich denke ich die die eine Sache, die die immer vergessen, ne? Man macht Blockchains oder wenn man eine. Gruppe von Leuten hat, die ähm die sich nicht vertrauen und keiner zentralen Instanz vertrauen wollen. Und wenn du dann am Ende aber nur einen machst oder wie diese wie diese. Diese Beispiel implementierung immer mit so 'ner Webseite dass du die sagen ja am Ende geh auf 'ne Webseite, und dann gibt's eine Webseite mit mit irgendeinem schönen 3D animierten GIF oder so einen Scheiß. Ja und sagen dann, das ist jetzt hier diese Webseite zertifiziert jetzt, dass das echt ist, ne? Und das ist ja, Das ist ja so lächerlich, weil du damit ja wieder nur eine zentrale Instanz hast, der du traust. Und ob dahinter eine Datenbank ist oder eine Blockchain oder einfach nur ähm. Also einfach, dass das Ding einfach nur antwortet und sagt, ist echt? Oder dass du halt auf eine Seite umlenkst, die genauso aussieht, ähm das ist ja alles völlig unerheblich, ne. Also, du willst eigentlich das Problem los werden, also das eine, was du nicht haben willst, ist, eine Webseite gibt, die die Echtheit bestätigt, weil diese Webseite zu fälschen, ist halt trivial und die kann die Echtheit nämlich nicht nachweisen, ne? Deswegen gibt's ja auch zum Beispiel bei äh und Koffpasscheck eben diese externe App, wo man sagt so, Wenn du einen QR-Code, einen Impfpass validieren willst, dann musst du exakt diese App nutzen, um diesen QR-Code zu scannen und dann weißt du, der ist echt oder nicht. Aber komm, lass mal, es ist, es, es, äh, es ist auch leider völlig vergebene Mühe, mit diesen Leuten zu diskutieren, ja? Ich habe mir da äh einen eingetreten, der ähm so ein so ein, Ja, ich würde sagen, so ein Blockchain-Evangelikalen, der dann da irgendwie so die ganze Zeit das geht und das ist toll machen aber diese Frage die du auch immer stelltest warum weißt du so ja, kann das alles auch mit einem Hammer machen, aber es ist halt viel eleganter, was weiß ich, ne wenn man äh das richtige Werkzeug nimmt, was für diese Arbeit geschaffen wurde und jetzt kriegst du auch aus den Leuten nicht raus, ne. Die sind, die sind sowas von in ihrem eigenen. In ihrer eigenen Cool-Aid, das ist wirklich nicht mehr feierlich so. Es ist wirklich nicht mehr feierlich. Na ja.
Tim Pritlove
Generelles Problem und das war auch schon wieder fast beim nächsten äh Feedback Thema, ist auch für diesen Wahlen, dieser Traum von wählen mit dem Computer, so es ist einfach immer so getrieben von diesem, es kann doch nicht sein, äh dass das nicht geht, weil ich das will, dass das geht.
Linus Neumann
Genau. Und dann, dann denken die, sie wären irgendwie Elon Musk, weil weil sie jetzt irgendwie das Ding auf der Welt gefunden haben, was nicht geht, und und und müssen und sie bringen das jetzt, weißt du, so ich bin aber der Elon Musk, der digitalen Wahl und ich habe hier mit diesem Skript kann ich wählen und also desto schmerzhaft sich diese Leute anzuhören, ja. Na ja, ähm genau, der hat mir nämlich auch noch einen schönen Kommentar von äh Lobby. Hm. Und äh da geht es jetzt um ich lese einfach mal vor. Er hatte mehr Kommentare aber den einen. Ach ja und dann auch noch eine Anmerkung aus persönlicher Erfahrung zum Eingangsthema Wahlkaos führt zu Bestrebungen der digitalen Wahl. In der Tat, ist mir erst am Samstag wieder die Aussage ähm, Ich frage mich sowieso, warum wir die Wahl nicht einfach digital machen, untergekommen. Es ist schon sehr schade, dass es sich dabei natürlich um eine rhetorische Frage handelt. Die Person, der ich dann versucht habe, die Genialität unserer Wahl und Auszählmethodik im Hinblick auf Manipulationssicherheit, Nachvollziehbarkeit und Wahrung des Wahlgeheimnisses erklären, weil nicht gerade. Dass er eine universelle Datenverarbeitung für unsere Maschine nicht wirklich nachvollziehbar für die Mehrheit der Bevölkerung dazu gebracht werden kann, eine Manipulation sichere und geheime Wahl zu ermöglich. Sie war aber ohne jemals eine Auszählung oder einen Wahltag in Gänze beobachtet zu haben, ebenfalls nicht davon zu überzeugen, dass, Erstens, es sinnvoll wäre, etwas vorher Urne zu werfen, es sinnlos wäre, etwas vorne vorher in die Urne zu werfen, denn es wird geprüft, dass die Urne leer ist, es aufgrund des Auszählungsverfahrens mindestens sehr unwahrscheinlich ist, dass sich Personen dazu verabreden können, die Stimmen nicht korrekt auszuzählen Aufgrund der gewissermaßen zufälligen Auswahl tausender Wahlhelfer und ebenso eher zufällig in Zusammenstellung der Wahlvorstände sehr unwahrscheinlich ist, dass es ein derartiges Vertrauensverhältnis überhaupt gibt, dass eine solche Verabredung spielt, theoretisch möglich machen könnte und dass es eine derartige dass eine derartige Verabredung allein durch anwesende Wahlbeobachter durch auftretende Inkonsistenten wahrscheinlich bemerkt aber zumindest, Überprüfungsbedarf erkannt werden würde. Und äh eine digitale Abstimmung, keine Verteilung des Risikos von Irrtümern auf tausende Wahllokale ermöglichen kann oder eben nur, wie mit äh. Oder eben nur wieder mit Bruch des von Linus ja auch mehrfach erklärten magische Dreiecks. Wir sollten also wirklich in nächster Zeit besonders aufmerksam gerade im persönlichen Umfeld sein. Und noch ein paar andere Sachen. Jetzt ähm das finde ich nämlich ein wirklich was ich auch denke, was wir letztes Mal nicht äh ausreichend betont haben, gewürdigt haben. Das ist wirklich sehr also, Ich habe ja, geguckt, ob man nicht vielleicht ein bisschen die Wahl manipulieren kann, ja? Und äh nee, geht nicht, weil weil du eben zufällig gewürfelt bist mit den Leuten, ne? Und äh das ist, glaube ich, tatsächlich äh ein Aspekt, den wir letzte Mal nicht ausreichend betont haben.
Tim Pritlove
Nee, haben wir, haben wir nicht gemacht und und selbst, wenn da so viel Kriminelle Energie ist, ähm diese Leute kurzfristig zu beeinflussen und so weiter, es würde niemals skalieren. Also es es würde niemals soweit skalieren und und und so oder und und selbst wenn man, es schaffen würde, was eigentlich durch diese genannten Gründe schon weitgehend ausgeschlossen ist, ähm wirklich eine Vielzahl von Leuten dazu zu bringen, da diesen Be, zu unterstützen, dann ist das eine so große Verschwörung, die unmöglich geheim gehalten werden kann. Das ist einfach äh, nicht realisierbar, dass das wirklich äh unter der Decke bleibt.
Linus Neumann
Naja, Tim, also ich muss jetzt mal sagen, ne, die äh der Impfbetrug, der Impfbetrug, hallo, ja. Und die 5G, die 5G.
Tim Pritlove
Linos. Lass lass mich raten, du hast da. Hast deine Webseite gefunden im Internet, wo das alles draufsteht. Ah ja, okay.
Linus Neumann
Im Internet. Ha, die machen wir auch immer mehr Spaß, ey. Ja, nee, genau, also der das ist äh tatsächlich die Resilienz und ähm. Also interessant ist ja auch, ich habe jetzt das in Berlin gar nicht mehr so weiter verfolgt, aber es ähm. Also die wollen ja jetzt irgendwie äh wieder, also das Wahlergebnis wurde jetzt, glaube ich, als äh amtlich gemeldet und jetzt wollen sie aber dagegen Widerspruch einlegen, ja. Aber quasi eine. Dass sich dadurch etwas ändert, ist halt unwahrscheinlich. Trotz trotz dieser vielen Fehler. Und das ist natürlich auch äh skurril. Vom Gefühl her, ne, dass wir den Leuten einerseits sagt, okay, deine Stimme zählt und so und das tut sie ja auch, aber dass wenn du halt irgendwie mal so und so viel tausend ungültige hast oder so, dass das am Ende hinterm Komma ist und keine Rolle spielt für das Ergebnis, ne? Das sind ja quasi so diese beiden ähm scheinbar einander widersprechenden Wahrheiten. Und ähm.
Tim Pritlove
Dazu ein aktuelles Update, das hast du vielleicht noch nicht äh gesehen, also diese ähm mittlerweile ja auch offiziell zurückgetretene Landeswahlleiterin in Berlin, hat jetzt selber Einspruch eingelegt.
Linus Neumann
Ja genau, genau, die haben.
Tim Pritlove
Und das bezieht sich im Wesentlichen auf 22 Wahlkreise, wo tatsächlich das Auszählungsergebnis relativ knapp war und das kann sehr gut sein, dass die tatsächlich neu ausgezählt werden. Das ist dann schon so in der Größenordnung von, ich glaube, 62000 zumindest in einem der Wahlkreise, was jetzt nicht ganz genau, ob das sich auf beide bezieht, aber, fünfstellige Zahl von WLAN, die gegebenenfalls tatsächlich noch einmal aufgefordert werden zu wählen und das kann dann schon darüber entscheiden, ob da eine Grüne oder SPD und im anderen Fall AfD, und äh habe ich vergessen zum Zuge kommt, also der Drops ist da noch nicht ganz äh gelutscht.
Linus Neumann
Ja, so viel, glaube ich, war so zum Feedback, würde ich jetzt mal an der Stelle sagen. Dann haben wir. Wir befinden uns ja jetzt in der Situation, dass. Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen stattfinden, ja? Und das war ja sehr interessant, dass sie ja erstmal zwischen Grünen und FDP geführt wurden, die sich dann eben entschieden haben, okay, Und jetzt äh erweitern wir die Gespräche, um eine dritte Teilnehmerin und das ist die SPD. Ja? Und die sind natürlich jetzt, also die unterhalten, die sondieren jetzt halt ihre Position und sagen so was von euren Wahlversprechen, seid ihr bereit, zu opfern für die Macht? Äh und äh dafür, ne, anderen ein das Einhalten eines Wahlversprechens zu ermöglichen und am Ende kommt ja quasi so ein Koalitionsvertrag raus, in dem. So ein bisschen die politische Agenda dann der nächsten vier Jahre die politische Zielsetzung zumindest mal festgehalten sind, ne? Und ähm. In dieser Diskussion hat sich jetzt der CCC, also mehrere Leute aus dem CCC, zu denen ich, nicht mit nennenswerten Beitrag gehört habe. Ähm, mal hingestellt, äh hingesetzt und haben eine Formulierungshilfe für den digitalen Teil im neuen Regierungsprogramm, formuliert. In den Bereichen Infrastruktur, Bildung, Verwaltung, Urheberrecht, Überwachung, IT-Sicherheit, Nachhaltigkeit, Außenpolitik. Tracking und. Menschenrechte bei automatisierten Entscheidungen. Also alle äh Punkte benannt. Das ist ein relativ langer Text und äh ist auch sehr viel Arbeit reingeflossen. Und ich würde sagen, auch ein ziemlich guter Text. Und ich bin, nicht so sicher, ob wir den jetzt vollständig hier besprechen werden, weil dann haben wir die Sendung dicht. Jedenfalls, glaube ich, kann man sagen, dass man hier äh das hier mal so viele oder wahrscheinlich sämtliche Positionen die in den letzten 409 Folgen Logbuch Netzpolitik äh in vertreten wurden. Auch wiederfindet, ja? Es geht zum Beispiel los bei der Infrastruktur, ne, dass man die Frequenzversteigerungen abschafft, dass man die Anreize beim Breitbandausbau dahingehend korrigiert, äh dass äh ne nicht, dass das Schaffen von Infrastruktur belohnt wird und nicht das Aussitzen, ähm dann natürlich Open Act, ein Open Access Glasfasernetz, ne, was klassisch dein deine äh Zentralforderung ist, zu sagen, okay, diese Infrastruktur, hinlegen und dann die Anbieter auf dieser einen Infrastruktur äh konkurrieren lassen.
Tim Pritlove
Software-Infrastrukturförderung. Ich weiß nicht, ob Gemeinnützigkeit hier eigentlich auch äh das fehlt tatsächlich sogar. Das hätte ich ja dann auch ganz gerne gesehen, ne. Ne, also das ist sozusagen Open Source Entwicklung, auch gemeinnützig sein kann und so was.
Linus Neumann
Sicher bin mir nicht sicher ob das in Infrastruktur gehört, das könnte sein, dass das nämlich eher unten bei Verwaltung ist, das ist ja noch der kompliziertere Teil Bildung, klar, für jede einzelne Schule, Bundeseinrichtung, damit dort Breitbandinternet und zeitgemäße Technik äh sowie Ausbildung stattfindet. Ich meine, das ist ja etwas, was nicht stattfindet, muss man einfach mal sagen, Dann natürlich zum Thema IT-Sicherheit Nachhaltigkeit in der also Energie sparende Programmierung. Das ist auch so ein Thema, was glaube ich sehr viel. Unterschätzt wird. Ähm die Computer. Steigen, ja oder die die CPUs steigen in ihrer Leistungsfähigkeit ja enorm an und das führt auch dazu, dass man quasi für für Aufgaben, die der Computer lösen muss, nicht mehr gezwungen ist. Ressourcen effizient zu programmieren, ja? Was irgendwie wenn man sich der Disto auch mal, glaube ich, eine wunderbare Folge CRE mit den äh Leuten, die den C vierundsechzig an seine Grenzen gebracht haben und versucht haben, über seine Grenzen hinauszubringen in dieser Demoszene, ne? Wo sie quasi dem diesem Rechner, mehr entlocken als seine theoretischen Grenzen sind, weil sie Programmiertricks anwenden, um in bestimmten Phasen Dinge schneller erscheinen zu lassen, als der Computer sie eigentlich rechnen kann und ne, also die wirklich quasi. In CPU-Zyklen optimieren mussten, ja? Heute lädst du dir erstmal irgendwie so ein riesiges NPM und fünfundachtzig ähm Librarys, um dann ein Hello World äh zu äh zu zu schreiben, ja? Und das ist, natürlich auch äh ein ein Problem, weil trotzdem natürlich diese Energie wird ja verbraucht, ja? Der Rechner rechnet das ja trotzdem, insofern auch da ein ein äh Themenfeld der Zukunft. Ähm dann in der Verwaltung Public Money Public Code, Vermeidung von Herstellerabhängigkeiten, also wird sich irgendwie dein ganzes, deine ganze Bude dein ganzes Land an Microsoft verkaufen. Ähm. Ähm Studien, die öffentlich finanziert wurden, dürfen nicht dürfen nicht unter Verschluss gehalten werden, Forschungsergebnisse, müssen gemeinfrei sein, ne? Da mal eben noch ganz schnell diesen ganzen äh ähm Open Access, wichtiger, also mal auf, auf richtige Füße stellen, Projektmanagementkompetenzen in Bund und Ländern für digitale Klein- und Großprojekte, ja, IDalle zeigt es.
Tim Pritlove
Alles zeigt es, ja.
Linus Neumann
Ein Open Data Parlament und die gläserne Regierung, das war ja schon eh immer der die gläserne Regierung ist ja schon immer so eine Forderung des CCC und ganz kurz zu erklären. Äh es geht. Im Generellen Kräfteverhältnis zwischen. Staat und Bürgerinnen. Im Prinzip darum, dass äh die Bürgerinnen, die Privatsphäre Rechte hat. Damit die Regierung nicht in in sie nicht über übernimmt und über kontrolliert und gleichzeitig aber diese hohen Transparenzrechte der Bürgerinnen gegenüber dem Staat da sein müssen, damit eben sich der Staat, oder die Machthabenden nicht gegen die äh gegen die Demokratie verschwören können, ja. Urheberrechtsneu, Ordnung, Abschaffen von Uploadfiltern, ähm Softwarepatente endlich auflösen, ja, das ist ja auch noch so ein, größeres Problemchen, äh das mit Softwarepatenten eben auch Wettbewerb, und Fortschritt äh in weiten Teilen verhindert werden. Verbot, biometrischer Überwachung im öffentlichen Raum Vorratsdatenspeicherung abschaffen, Kryptoverbote abschaffen, ja? Und dann die Überwachungsgesamtrechnung, das ist ein Begriff, den wir längere Zeit nicht benutzt haben. Ähm. Glaube, das wurde irgendwann auch mal, also die, die Idee kam, meine ich so vom CCC ähm und wurde dann aber auch von der, von dem.
Tim Pritlove
Bundesverfassungs.
Linus Neumann
Verfassungsgericht übernommen, dass man im Prinzip gesagt hat, so, wir gehen jetzt nicht mehr nur hin und sagen, hier gibt es eine Überwachungsmaßnahme und wir beurteilen diese eine Überwachungsmaßnahme sondern, Wir fügen diese Überwachungsmaßnahme ein in die Überwachungsgesamtrechnung und sagen nämlich nicht, wenn wir in Staatstrojaner äh besprechen, so ah okay, Staatshänder, alles klar, brauchen wir, sondern Moment mal, wir haben ja auch und was nicht alles, ja? Und guckt guckt sich quasi die Gesamtrechnung an. Im Bereich der IT-Sicherheit äh ja unabhängiges BSI äh Meldepflichten für Sicherheitslücken aufhebung des äh Hacker Paragraphen202 CSTGB, grundsätzliche Straffreiheit, wenn jemand Sicherheitslücken aufdeckt, dann natürlich unsere alten Klassiker Produkthaftung für Software. Entwicklung, ja, also wer dir Software bereitstellt, muss halt auch ähm dabei dafür haften, ja, eingeschränkt, weil bei Fahrlässigkeit und vor allem bei der Verschleppung der Behebung von IT-Sicherheitslücken. Gleichzeitig wäre äh Patches nicht einspielt, haftet dann eben auch für die Schäden, ja, dass man hier diesen ähm. Diesen Druck auch aufrecht erhält, dass eben Schwachstellen auch wirklich behoben werden. Ähm. Und ja, weitere, ja, würde ich sagen, Nebensächlichkeiten, Nachhaltigkeit würde ich an dieser Stelle jetzt mal äh überspringen. In der Außenpolitik die Verpflichtung zur defensiven Cyber-Außenpolitik dann noch ein Recht auf Anonymität äh, Bildung entgegenwirken, Verschlüsselung immer weiter voranbringen. Und am Ende eben äh die hochautomatisierten Systeme einschränken, die die Grundrechte von Menschen berühren. Das ist jetzt so ein Schnelldurchlauf durch diese gesamte äh durch diesen gesamten Forderungskatalog, den ich ja sehr gelungen finde und den fanden finde, glaube ich, nicht nur ich sehr gelungen, wir haben auch von den Parteien. Wahrgenommen, dass sie den äh berücksichtigen und äh ähm.
Tim Pritlove
Ich sage mal, zur Kenntnis genommen haben.
Linus Neumann
Ja, also.
Tim Pritlove
Ob sie den wirklich berücksichtigen, das werden wir dann erst noch sehen.
Linus Neumann
Das werden wir sehen, aber die haben denen ist das sehr wohl gewiss, dass äh wir das getan haben und äh oder oder dass der CCC das veröffentlicht hat, hier federführend war an der Stelle Erdgeist. Ähm, dass es das gibt, ja und dass man sich das, dass das äh das findet Berücksichtigung, ja? Und wenn man jetzt mal, zumindest will ich jetzt sagen, bei der bei den Grünen, sieht das ja jetzt auch nicht Themen, die denen völlig neu sind, wo die jetzt nochmal googeln müssen Ja? Ähm bin mal gespannt und bei der FDP.
Tim Pritlove
Bei der FDP auch, ja. Genau, aber bei der SPD wahrscheinlich.
Linus Neumann
SPD müssen wir nochmal gucken, ja. Da wäre eben jetzt auch die, ja, vielleicht, vielleicht haben wir Glück, und die schaffen das jetzt mit dieser Kiffernebel-Kerzen-Debatte, sich darüber einfach die ganze Zeit zu unterhalten und der SPD so 'n paar vernünftige digitalpolitische Themen in ins Regierungsprogramm zu zu mogeln. Das ist so ein bisschen die Hoffnung.
Tim Pritlove
Ja, ich halte nicht meinen Atem an. Um es mal so zu sagen.
Linus Neumann
Und jetzt aber so ist die politische Arbeit hier, ne? Es ist tatsächlich also es ist jetzt ein sehr wichtiger Moment, ja? Für derart derartiges Engagement, weil wenn du's in also wenn du es mit der mit dem Ziel in das Regierungsprogramm schaffst. Dann kannst du eben auch durchaus darauf pochen oder davon ausgehen, dass es da eben tatsächlich auch ähm. Eine Umsetzung geben wird. Ja, wie gut die sein wird, wie sieht man dann nochmal, aber es wird eine geben. So, was gab's nicht? Facebook gab's nicht.
Tim Pritlove
Verdauen, also okay, also dein deine Bubble hat das Antenne gemerkt und ich. Ich war ein bisschen stolz, ich hab's einfach gar nicht gemerkt. Weil ich einfach all diese, also weder WhatsApp noch Instagram, noch Facebook wirklich aktiv benutze, Ähm und das von daher, also für mich erstmal keinerlei Diskruption, äh dargestellt hat. Bis zu dem Zeitpunkt, wo ich einen Podcast veröffentlicht habe. Und da äh gab's dann tatsächlich auf einmal eine skurrile Fehlermeldung. Denn ich benutze ja mittlerweile ähm einen automatischen Transkriptionsdienst.
Linus Neumann
Nein und der ist von Facebook.
Tim Pritlove
Der ist äh tatsächlich ist die Bude, die ich benutze, jüngst von Facebook gekauft worden und war dann eben auch von dieser Outfit betroffen. Also äh von daher sieht man mal wieder, wie wie die langen Arme dieses Unternehmens überall herein.
Linus Neumann
Ich hätte gehofft, dass wir hier, dass wir hier jetzt äh sagen können, hostet selber, macht das.
Tim Pritlove
Ja, gut, aber Transkription ist halt derzeit einfach nur über diesen Weg äh nennenswert ähm zu realisieren, also zumindest for free, ne. Na ja, egal. Lief ja dann auch irgendwann wieder, was war denn eigentlich passiert? Also von einem Moment auf den anderen ist so mehr oder weniger das komplette Facebook Netzwerk abhanden gekommen.
Linus Neumann
Es muss halt dazu sagen, dass Facebook Netzwerk ist ja, du hast es ja schon gesagt. Was Instagram, WhatsApp und Facebook, ne, sind so die drei großen.
Tim Pritlove
Die großen Dienste, glaube ich, die die Leute eben auch so aktiv ansteuern.
Linus Neumann
Und, und, und unser Transkriptionsservice, Alter, was ist denn hier los? Ich steh nirgendwo in der Tagesschau.
Tim Pritlove
Genau, da hängen sicherlich auch es gab sicherlich auch noch eine ganze Reihe anderer kleinerer äh Buden, die in irgendeiner Form auf Facebook gehören, die gar nicht aufzuzählen, weil ich das äh wieder genau weiß noch, dass mich irgendwie nennenswert interessiert. Nur also das wirklich alles von einem Moment komplett vollständig, von der Bildfläche verschwunden ist, hat natürlich äh viele Leute irgendwie sehr verwundert, Facebook natürlich auch. Ähm und, hat halt auch, sagen wir mal, für die technisch versierten Leute auch schnell ähm. Diese Möglichkeit, dass sie sich hier in irgendeiner Form um einen, in Anführungsstrichen Hackerangriff handelt oder so etwas. Eigentlich ähm nicht mehr im Bereich des Denkbaren. Denn dieses vollständige Verabschieden von einem Moment auf den anderen, also wirklich vollständig im Sinne von alles komplett. Das äh wie es, glaube ich, die Experten schon relativ schnell darauf hin, dass sie sich hier primär um ein Netzwerkproblem handelt. Und jetzt denkt man so, na ja gut, aber Facebook hat doch so viele Server, äh kann ja nicht sein, dass die alle auf einmal ausgeschaltet waren waren sie auch nicht, sondern äh was passiert ist, ist bitte.
Linus Neumann
Die waren alle an.
Tim Pritlove
Die waren alle an, also alles lief, die an die die saßen da irgendwie, das ist so wie so ein Laden, der äh das Geschäft aufmacht und sich wundert, dass keine Kunden reinkommen. Und der Grund ist einfach der, Die Facebook-Infrastruktur ist einfach mittlerweile wirklich, wirklich, wirklich groß. Ich kann das jetzt nicht konkret quantifizieren, aber man muss sich das eben als einen signifikanten Teil des gesamten Internets vorstellen. Und genau das ist es technisch nämlich auch. Internet heißt ja deshalb so, weil's eben ein ein Network auf Networks ist. Ja und das Internet, einfach alle diese Netzwerke und es gibt dann eben auch entsprechende Protokolle, die dieses Gefüge der ganzen Netzwerke auch ähm. Sie wo sich diese ganzen Netzwerke gegenseitig vorstellen können und sagen können so, hallo, uns gibt es, äh wir sind übrigens über diesen Weg zu erreichen. Und Facebook hat natürlich eine weltumspannende Infrastruktur mit eigenen Glasfaserleitungen und Data-Centers und vor allem auch vielen kleinen einzelnen Verbindungsorten, wo so Rauter äh stehen, wo sich Facebook, an die anderen großen Netze, also die Telekom und und was nicht alles und Starling, also, alle größeren Unternehmen, die in irgendeiner Form eine so eine weltweite Infrastruktur äh anbieten oder für sehr viele Kunden in einem Land, Internet anbieten. Die sind so auf diesem Level unterwegs, autonome Systeme, die quasi von Facebook ähm ja erstmal verwaltet quasi Facebook sein Netz und dann gibt es den Teil, wo sie sagen, Rest vom Internet. Hier sind übrigens die ganzen Zugangspunkte, wo ihr unsere Server erreichen könnt.
Linus Neumann
Um das vielleicht nochmal noch einfacher zu sagen, ne, äh nochmal, noch einfacher zu darzustellen. Eure jeder Rechner, der mit diesem Internet verbunden ist, hat eine IP-Adresse und unter dieser IP-Adresse ist er erreichbar. Aber das Internet muss ja irgendwoher auch wissen, wo diese IP-Adresse denn nun mal ist. Also, ne, euer Datenpaket sagt, ich möchte jetzt, was weiß ich, also. Frag den DNS-Server, was ist Facebook dot com, da kommt irgendwie eine IP-Adresse zurück, wird gesagt, meld dich mal da und dann schickt dir ein IP-Paket raus und sagt, ähm, Ich möchte mit, was weiß ich, diesem dieser IP-Adresse reden. Und dieses IP-Paket geht als allererstes an euren Router. Und der trifft an der Stelle eine sehr einfache Entscheidung, nämlich okay, ist das eine lokale IP, zu der ich hier ruten muss, also zum Beispiel eine, die mit eins und zwei, eins, sechs, acht anfängt oder äh mit zehn, ne, also eine lokale Adresse, dann nehme ich das Paket und schicke das dahin. Und wenn es eine ist, die ich nicht lokal erreichen kann, dann schicke ich die jetzt zur Deutschen Telekom oder zu meinem nächsten Router. Ja? Spätestens der muss dann irgendwann mal sagen Alles klar, ich bin hier, was weiß ich, fett angebunden am DKX. Ich habe äh ne, Dattunterseekabel, diese in diese Richtung ist der, ne, da da hinten sind die zwanzig.tausend Switches, die in Richtung des einen Unterseekabels gehen und hier ist ein Router, der geht da lang, will ich jetzt nach Asien, da will ich nach Amerika. Der muss irgendwann wissen, auf der Ebene, der Kabel letztendlich, ja, oder der, also der des des äh Protokolls, was sie darunter sprechen, ähm, An welchen meiner vielen Ports muss ich denn jetzt dieses Paket schicken, um zu dieser IP-Adresse zu kommen?
Tim Pritlove
Das war jetzt sein Versuch einer einfachen Erklärung.
Linus Neumann
Ja, das ist doch jetzt, das war doch jetzt nachvollziehbar.
Tim Pritlove
Ich würde äh na ja okay gut, wir haben unterschiedliche Vorstellungen von einfachen Erklärungen. Ich mache mal eine ganz einfache Erklärung, ja? Facebook ist eine dicke, fette Shopping-Mall und die steht an so einer Autobahnausfahrt und Facebook hat einfach alle Schilder, die an der Autobahn hat sozusagen diese Autobahnausfahrt, gesperrt. Und keiner konnte mehr zur Shoppingmal mit all seinen tausend äh kleinen Läden äh finden, weil einfach nichts mehr dahin zeigt. Mal kurz erklären, was einfach passiert ist. Also es gibt ähm Natürlich sehr viele Admins, die äh für Facebook dieses Netz warten und die haben auch eine ganze Menge äh auf den Kasten nur wie es eben so ist. Software macht auch mal Fehler, Programmierer äh bauen auch mal Bugs ein. Und sie haben halt einfach ein reguläres Update, wie sie's den ganzen Tag über weltweit die ganze Zeit äh machen und machen müssen äh eingefahren. Und durch einen Softwarefehler. Ist Ihnen aber sozusagen diese ähm also Sie benutzen da so ein Protokoll, das heißt Protokoll, ja, da steckt schon so ein bisschen im Namen, dass da sozusagen eben die die einzelnen, Grenzlinien im Internet, also die Verbindungspunkte zwischen den äh einzelnen Netzwerken konfiguriert werden, die Borders, und äh im Prinzip hat Facebook ähm, nichts mehr bekannt gegeben oder alles das, was bekanntgegeben ist, war auf einmal ungültig. Das heißt, Facebook war einfach für alle anderen Netze unsichtbar. Es gab kein Facebook-Mad, diese ganzen IP-Adressen, wie du's grad äh erläutert hast, hatten kein Ziel mehr, kein Router konnte irgendwo was hingehen und da eben auch diese ganzen DNS-Server, die halt Namen auf IP-Adressen, auflösen, ne? Wenn du Facebook dot com eingibst, muss ja erstmal daraus eine Adresse generiert werden, auch die waren dann nicht mehr erreichbar. Also Facebook war einfach komplett weg wie vom von vom Planeten. Weggefegt, ja, also einfach eigentlich so ein Traumzustand, ne.
Linus Neumann
Also so würde man's machen.
Tim Pritlove
So würde man's eigentlich machen und das können sie aber selber dann am besten. Dann, haben sie das natürlich relativ schnell gemerkt. Ist ja jetzt nicht so, dass sie sowas nicht bemerken würden, wenn irgendwie all ihre Dienste weltweit nicht mehr zu erreichen sind, weil auf einmal geht die Last auf allen Systemen weg und natürlich fangen alle an zu schreien und alle sind dann irgendwie auf Twitter und auf Tinder. Auf Twitter beschweren sie sich nur auf Tinder, beschäftigen sie sich und ähm dann äh war aber das Problem, dass jetzt sozusagen sie auch nicht so ohne weiteres das wieder einschalten konnten sie ja auch ihre eigenen Netze nicht mehr erreichen konnten, also sie hatten selber auch gar keinen Zugang mehr zu diesen Data-Centern, also zumindest nicht über das Netz. Und mussten dann, um alles äh hochzufahren, tatsächlich physikalisch Leute in diese Datacenter schicken, um, die äh äh Rechner sozusagen, um überhaupt diesen Zugriff wieder zu erlangen, um diese Konfiguration wieder zu ändern. Da kommen dann aber auch verschiedene, physikalische Security Prozesse rein, weil natürlich nicht in so ein Datacenter einfach mal irgendjemand mal mit so einem kleinen Ausweis reingeht, sondern das sind dann aufwendige Prozeduren, die doppelt und dreifach abgesichert sind. Und die mussten dann alle erstmal durchschritten werden. Und deswegen hat das, glaube ich, sechs Stunden gedauert, oder 9 irgendwas in der Größenordnung, dann eben auch wirklich der Zugriff der Admins selbst erstmal wieder hergestellt waren, damit sie dann eben diese Änderung rückgängig machen könnten und das Netz dann wieder verfügbar war.
Linus Neumann
Und jetzt kommt noch eine erschwärende Sache hinzu. Ähm Facebook und Apple macht das, glaube ich, auch und Google auch. Ähm, Und die machen das sogenannte, Also, das bedeutet, du musst dein eigenes Hundefutter essen, ja? Und die bilden quasi alle ihre Prozesse auf der eigenen Infrastruktur ab, also Facebook. Die Mitarbeiterinnen von Facebook. Arbeiten, koordinieren und sprechen miteinander über Facebook. Und Facebook war aber jetzt nicht mehr da. Das heißt, die hatten.
Tim Pritlove
Kein Kommunikationstool.
Linus Neumann
Nicht nur ihr Produkt und ihre Infrastruktur runtergenommen, sondern auch ihr ihre eigene Kommunikation. Ja, also die hatten sich alles, die hatten gar nichts mehr. Das war so richtig irgendwie so. Ich würde mal vorsichtig sagen, man man rechnet ja so mit allem, ne. Und ähm die haben sicherlich auch Kontingentspläne für alles. Aber ich würde mal so sagen, unsere kompletten BGP-Anouncements sind weg. Das hatten die bisher auch noch nicht so in ihrem roten Büchlein, Ja, weil die wahrscheinlich sagen, okay, Facebook ist dauern, dann müssen wir eine WhatsApp-Nachricht an den Chef schicken, so ungefähr, ne? Aber ähm das, dass das halt einfach alles weg ist und was du ja dann auch hast, sind ähm, glücklicherweise ist das ja eine relativ einfache Sache, weil in dem Moment, wo die, wo du von deinen Core-Rutern wieder diese diese Ruten announced, funktioniert ja auch einfach sofort alles wieder, ne?
Tim Pritlove
Ja, nicht ganz äh nicht ganz sofort.
Linus Neumann
Genau, aber häufig hast du ja zirkuläre Abhängigkeiten. Nämlich zum Beispiel, was weiß ich, dass dein Zugangssystem. Zugangskontrollsystem zum Datacenter. Halt irgendso eine kleine Online-Abhängigkeit hat ja? Und wenn da wenn das halt auf einmal auch offline ist, ne, dass du quasi äh dass die halt dann da nicht so ohne Weiteres reinkommen, also alle Prozesse, die sie irgendwie hatten, halt mindestens stark äh erschwert waren. Es ist wunderschön gewesen.
Tim Pritlove
Und es ist auch nicht so, dass man jetzt mal eben dann einfach mal alles wieder freischalten kann weil das natürlich äh mittlerweile sich alles so aufgebaut hat, dass quasi so eine Milliarde Menschen die ganze Zeit mit dem Button irgendwie gekämpft haben und so, ich will jetzt aber hier ja? Ich will ich will auch spielen. Ähm und wollten halt unbedingt wieder auf Facebook und äh Hätten sie jetzt wirklich so mit einem Switch einfach alles eingeschaltet, dann wären sozusagen alle User mehr oder weniger gleichzeitig im selben Moment aufgeschlagen und dann würden die Data-Center halt auch explodieren. Also mussten sie dazu einen ein Protokoll ähm waren, was eben diese Dienste dann tatsächlich einzeln wieder verfügbar macht, also obwohl sie theoretisch alle sofort wieder erreichbar waren, haben sie das dann eben schon so gemacht. Dafür hatten sie aber zumindest schon mal eine Übung, weil das ist dann sozusagen eben dieser Fall. Was ist, wenn jetzt irgendwie ein Data-Center äh durch irgendeinen Sturm. Ist, ja? Stromausfall, keine Ahnung, äh Glasfaserkabel werden durchtrennt, et cetera. Was ist wenn wir das jetzt wieder so alles anschalten, dann können wir das nicht machen. Das ist genauso wie nachm Stromausfall kannst du auch nicht sofort von 0 auf 1hundert alle elektrischen Geräte sofort wieder in Betrieb nehmen, sondern du musst es immer so schrittweise machen, damit dann eben auch die entsprechende Last von diesen Kraftwerken auch verkraftet werden kann. So ähnlich ist es dann halt auch in diesem Fall. Aber das hatten sie zumindest äh auf der Kette, zumindest nach ihrer eigenen Aussage und am Ende ähm hat's dann auch wieder äh funktioniert, aber hat halt leider leider nur sechs Stunden oder so gedauert.
Linus Neumann
Und ich finde, ich muss tatsächlich sagen, also hm ich glaube, ich bewerte diesen Fall äh etwas anders als äh der, insgesamt jetzt medial behandelt wurde. Ähm erstens mal, wenn man sich überlegt, was für eine Rieseninfrastruktur das ist. Und wie, was für ein absolutes Desaster es ist, wenn du halt also kein einziges Gerät, was die irgendwo. Die noch erreichen, ne? Die liefen alle, aber es gab nichts mehr von denen. Die konnten, konnten das nicht machen und und dadurch, dass dieses, sie konnten jetzt auch nicht sich manuelle Ruden setzen oder so, weil sie halt wirklich die Routen zu den IP-Adressen weggenommen haben, ne. Also was ja als erstes auffiel, war, oder daran scheiterte dann die Welt, die DNS-Server waren weg, Ja? Weil das ist der äh oder die DNS-Einträge waren weg und die kommen von den DNS-Servern. Also hat man erstmal nur gesehen, ah okay, die DNS-Server sind weg. Dann hat irgendwann mal einer gesagt, hm, wo haben die denn mal früher hingezeigt? Na okay, die Ruten sind auch weg. Dann hat man halt gesehen, okay, alles ist weg So, wenn man jetzt mal überlegt, was das für ein riesen Konzern ist, wie viele wie viel Infrastruktur die haben, wie viele Services die haben und dass die, dass sie sich halt wirklich einmal ihr komplettes Routing komplett weggeknallt haben, ist sechs Stunden eigentlich eine ziemlich gute Zeit. Muss ich jetzt echt mal sagen, so. Äh Halleluja, habt ihr gut hingekriegt? So, ich glaube, wenn ich mir hier mal in meinem Heimnetz, ja? Das Routing zerschieße und einmal auf null. Ähm gut, brauche ich wahrscheinlich keine sechs Stunden, aber wahrscheinlich eine, ja? Und wenn die halt ihr weltweites Ding da wieder hinkriegen, äh innerhalb von sechs Stunden, sorry, finde ich absolut, also ist sehe ich nicht dramatisch. Ähm was grundsätzlich natürlich ein Problem ist, ist, dass Facebook zu groß und zu mächtig ist und dass man den den Kauf von Instagram und WhatsApp aus Kartellrechtlichen Gründen niemals hätte zugestehen dürfen. Ja? Das ist korrekt. Es steht aber in meiner Wahrnehmung auf einem anderen Blatt, weil das Risiko dadurch, dass WhatsApp, dass das Facebook auch WhatsApp und Instagram gehört, ist nicht, dass alle drei gleichzeitig ausfallen, sondern das Risiko ist, dass dieses Unternehmen halt viel zu viel Macht akkumuliert und viel zu viel Einsicht. Und im Prinzip für viele Menschen eben das Internet ist. Aber ich finde diesen sechs Stunden Ausfall alles andere als eine Katastrophe und es gab dann, Fand ich auch sehr interessant, dass dann einige sagen, ja, ja, ja, ja, okay. In Europa war's nicht so schlimm äh oder äh weil äh wir konnten ja dann oft hinder oder oder auf Twitter oder äh, auf Signal oder auf Telegramm oder auf Threema gehen, ja, in Ordnung, aber aber in Afrika, äh in einigen Ländern, da ist ja dann äh da ist ja Facebook. Deine Welt und wenn und du hast ja nur eine Facebook Page und wenn die mal ein paar Stunden nicht läuft, dann ist das äh finanzieller Verlust für dich. Ja, okay, ja, spannend. Interessanterweise in den Ländern hat es am wenigsten die Leute interessiert Ja, also als irgendwie in Deutschland noch äh fünf Artikel, die ersten fünf Artikel auf Tagesschau DE sich mit Facebook auseinandersetzen, hast du irgendwie, in den afrikanischen Ländern, in denen ich geschaut habe, da war längst wieder was anderes Thema. Er hat die überhaupt nicht interessiert, Also ich glaube, dass dieses oh Facebook ist kritische Infrastruktur, so dass das wirklich mal massiv über äh übertrieben war, ja. Also.
Tim Pritlove
Ja, kommt drauf an, also ich meine, es gibt halt mittlerweile auch eine ganze Menge Unternehmen, die sind einfach auch nur über Facebook, präsent. Sie haben da ihre Seite und ihre gesamte Wirtschaftsexistenz, alle Buchungen beim Friseur und so weiter, laufen dadrüber. Äh oder eben auch über WhatsApp, was in dem Fall ja dann das Gleiche ist und ähm da muss man sich schon eben darüber Gedanken machen, ob das Verlassen auf einen einzigen, da ausreicht und ob's nicht zumindest mal ganz angemessen wäre, so eine ganz klassische äh Homepage oder wie man früher gesagt hat, unsere Visitenkarte im Netz Ähm ja, ob das nicht vielleicht äh auch nochmal eine ganz gute Idee wäre, zumindest um so die, Grundverfügbarkeit auf die ein oder andere Art und Weise sicherzustellen, beziehungsweise selber auch kommunizieren zu können, dass es einen noch gibt oder wie man denn jetzt alternativ erreichbar ist, weil das, war ja sozusagen auch äh eine Information, die so nicht mehr vorlag.
Linus Neumann
Ja Ne? Also ja, aber so echt irgendwie ich, also ja, stimmt, ne, Dinge fallen aus, aber ähm irgendwie wenn man jetzt mal kurze Kopfrechnungen. 24 Stunden hat der Tag. Dreihundertfünfundsechzig Tage, also irgendwas achttausendsiebenhundertsechzig Stunden, so sechs davon ist irgendwie auf jeden Fall noch weit unter einem Prozent. Und 99,9 Prozent bietet dir irgendwie jeder. Das heißt oder oder garantiert dir jeder. Das heißt, du musst eh bei allem was du hast, davon ausgehen, dass es vielleicht 1 Prozent down ist. 365 Tagen.
Tim Pritlove
Sind schon drei Tage äh die im Jahr.
Linus Neumann
Drei Tage, ja?
Tim Pritlove
Das ist zu viel, also.
Linus Neumann
Ja gut, ist zu viel, aber also ich, ja, also ich meine, äh. Okay, ich freue mich für die Leute, die an diesem verhängnisvollen Tag gelernt haben, dass es vielleicht keine gute Idee war, alles Kritische, was sie haben, ausgerechnet bei Facebook abzubilden. Aber da das ja für alle gleichermaßen ausgefallen ist, ich sehe jetzt nicht die weinenden Friseure ohne Termine, äh die die sagen, oh mein Gott, ey, wenn der große Facebook-Ausfall, der hat mir den Monat ruiniert oder so. Also sehe ich nicht. Also.
Tim Pritlove
Ja gut, also ich meine, da kann auch Veranstaltungen gewesen sein für äh wo der der Tag dann wirklich der entscheidende Tag war. Also weiß man nicht. Ich bin mir sicher, dass es Einzelfälle geben wird, die äh dann schon eher desaströs waren und sicherlich was für die allermeisten äh eher so eine Newsins, aber ist ja auch letzten Endes egal, hat stattgefunden, äh wurde abgeschaltet, wir verstehen und Facebook hat's auch relativ gut selbst erklärt und auch glaubhaft, was er eigentlich genau vorgefallen ist und. Und das Schöne ist doch, dass jetzt Facebook endlich wieder zurückkehren äh kann, um seine eigentliche äh Erfüllung äh weiter zu verfolgen, nämlich die Zersetzung der Demokratie.
Linus Neumann
Stimmt. Es war wirklich ein schöner Moment. Also das das war übrigens auch ein ein sehr schöner Tweet. Ähm. In dieser Situation, es gab ja sehr, sehr viele Facebook-Dauwn-Witze, äh mein Lieblingstreet war, äh okay, lasst es jetzt einfach unten, bis wir Herdenimmunität erreicht haben. Den fand ich.
Tim Pritlove
Stimmt.
Linus Neumann
Den fand ich den fand ich sehr. Äh aber okay wir äh es gab äh ziemlich zeitgleich, äh wo dann auch natürlich einige dachten, oh Verschwörung. Ähm. Eine äh Whistleblowerin von Facebook, die ähm erst, glaube ich, im Wall Street Journal oder so was ähm. Anonym irgendwie über Hintergründe und Probleme bei Facebook ausgesagt hat und dann ähm auch vor dem äh Kongress in den USA äh ausgesagt hat, ähm also im Senat äh äh was Facebook eben für Schaden hätte für die Gesellschaft, ne? Also verstärkt die gesellschaftliche Spaltung. Schadet Kindern und ähm diese Spaltung und Hetze, äh die. Befördert ist durch seine Algorithmen, alles Dinge, die wir hier schon weiß nicht, seit wie vielen Jahren rauf und runter beten. Äh und auch die ähm, letztes Jahr dann hier in dieser Netflix-Serie mit Twistin Harris. Wie heißt die denn nochmal? Ähm. Also die sich im Prinzip mit diesen, äh sozialen Netzwerk Algorithmen auseinandergesetzt haben, ja? Und ähm die, das Kern. Problem ist ja, das Ziel dieser sozialen Netzwerke und damit also natürlich auch Facebooks ist es, dass du auf dieser Seite bleibst, ja, weil dadurch können sie dir mehr Werbung anzeigen und gleichzeitig ähm mehr, über dich lernen und über dein Verhalten sammeln, um dir wiederum bessere Werbung zu zeigen. Das heißt, das allergrößte Geschäftsziel von allen, was die erstmal haben. Primäre Ziel von denen ist, mach, dass die Nutzer auf der Seite bleiben. Und das geht eben nur dadurch, dass die, konstant interessante Inhalte kriegen. Ja, also etwas, was ihnen, was sie dazu bringt, sich damit auseinanderzusetzen, weiterzuklicken, zu liken oder down zu voten oder irgendeinen Hasskommentar zu schreiben oder irgendwas, ja. Und. Die relativ einfache Regel ist ja, dass die Leute. Eigentlich nur dann bleiben, wenn es halt nicht langweilig wird. Und damit es nicht langweilig wird, muss halt das nächste interessanter sein als das letzte. Und diese generelle Tendenz, wenn jetzt eine Algorithmus, machst, der ja dann, also haben die ja vor Jahren schon angefangen, weiß nicht, wie wir ja dass du nicht mehr deine gesamte Timeline siehst, sondern dass sie die für dich kuratieren, ja? Und äh da kuratieren die natürlich in deinem Sinne raus, dass sie die langweiligen Sachen rausnehmen, die dich wahrscheinlich eh nicht interessieren. Damit du, ne, am Ende mehr auf der Seite bleibst. Und wenn man diesen Algorithmus einfach plump laufen lässt, dann wird der halt äh polarisierende Inhalte bevorzugen. So, da, das ist alles, also ist auch wirklich das ist unstrittig, ja? Und jetzt aber der Punkt ähm.
Tim Pritlove
Vielleicht solltest du das Wort interessant gegen aufregend ersetzen, ne? Inhalte, die einen mehr aufregen, weil das.
Linus Neumann
Also die die die genau die die einfach mehr in in emotionale Sache irgendwie ne, irgendetwas in dir auslösen, was darauf sorgt, dass deine Aufmerksamkeit dort bleibt. Und nicht abwandert zu Tinder. So und, ähm. Also das ist unstrittig, dass es so ist, ja? Das ist auch irgendwie sehr gut äh erforscht, ja und relativ klares Phänomen in der Psychologie. Jetzt ist die die der Punkt, der war jetzt hier an dieser Stelle neu ist mit der äh Francis Horgen heißt die, glaube ich. Äh Francis Horga, Horgen, ähm. Dass Facebook das natürlich auch weiß und dass sie aber eine Abwägung getroffen hätten. Ja und dass sie im Prinzip sagen, okay äh wir wir wissen, dass das Feindseligkeit schürt. Aber wir wissen, wir nehmen das in Kauf, wir werden also quasi unserer Verantwortung hier nicht gerecht, weil die einzige, die einzige Weg unserer Verantwortung gerecht zu werden, wird auf jeden Fall in ähm Umsatzeinbußen, Münden für uns. Und deswegen machen wir das nicht. Ja? Und sie sagt, sie glaubt zwar nicht, dass Facebook darauf aus gewesen sei, eine zerstörerische Plattform aufzubauen, doch am Ende trägt eben Mark Zuckerberg die Verantwortung. Und äh sie schließt eben damit, ähm. Dass sie sagt, okay, dieses Ding muss zerschlagen werden, ja? Und diesen, diesem, äh, Fazit würde ich mich dann auch wiederum anschließen und man muss sich tatsächlich überlegen, Ich habe mal wenn du zum Beispiel Instagram anguckst, ne, weil also, Da musst du dich ja nicht wundern, dass die Kinder alle depressiv sind und und irgendwie Erststörungen kriegen. So, also ganz ehrlich, was was da irgendwie für ein Schönheitsideal äh, propagiert wird und die eifern dem alle hinterher und die Leute operieren sich inzwischen die Gesichter, damit die aussehen wie ein Instagram-Filter. Das ist ja, also ist ja wirklich dramatisch, was das mit dem mit dem Erleben und Verhalten von Menschen macht, ähm, Ist, glaube ich, schon klar, dass man das äh im Zweifelsfall ganz gerne lieber loswerden würde, Ja und da würde ich tatsächlich sagen, das ist auf jeden Fall das sehr viel größere Problem dieser Plattform. Und übrigens auch der Grund, warum ich mich ja von denen fernhalte bis auf Twitter, das wäre so meine.
Tim Pritlove
Hast du Angst um dein Schönheitsideal? Also.
Linus Neumann
Mein Schönheitsideal ist zeitlos, Tim. Das ist völlig egal.
Tim Pritlove
Ja, ist richtig, ne, ist die Frage, ob eine Zerschlagung jetzt auch den äh entsprechenden Erfolg hätte, weil letzten Endes ist es ja auch nicht nur bei Facebook so. Also es ist im Prinzip das Prinzip heutzutage überall und ähm der nächste äh kennt dieses Erfolgskonzept und will auch die gleiche Kohle machen und, kein Netzwerk, keine Webseite, die heute rangeht. Ich meine, du musst dich ja nur irgendwie bei deiner, Bank irgendwie einloggen und du wirst ja schon die ganze Zeit mit irgendwie ja, guck mal hier, guck mal da, also nicht nur so Eigenwerbung, aber auch so, ja, kannst dich damit noch beschäftigen. Bleib mal hier, melde nochmal dein Konto von der anderen Bank hier an und so weiter. Also es geht immer dadrum, Aufmerksamkeit äh und bleibt doch bitte bei uns, denn unsere Plattform wird insgesamt wertvoller dadurch, dass so wie über uns alles andere machst. Man will einfach zum Agenten für alles Mögliche werden, weil das dann eben Screentime generiert wo man dann eben andere Leute Business quasi promoten äh kann und daran mitverdient. Und das ist halt einfach etwas, was wir generell überdenken müssen und wo sicherlich auch noch ein paar wirklich kluge Vorschläge gemacht werden müssen und vielleicht auch schon gibt, die ich jetzt nicht kenne oder zumindest nicht zitieren äh kann, welches Regulativ, welche Art von regulativ man ins Recht einziehen muss, um dieser Problematik Herr zu werden.
Linus Neumann
Ähm werden wir werden wir heute nicht äh werden wir heute nicht lösen.
Tim Pritlove
Abschließend zumindest.
Linus Neumann
Nicht abschließend, aber ähm da ich sage mal so ein scheint schon.
Tim Pritlove
Ist schon mal ein guter Ansatz.
Linus Neumann
Einer der besten Wege zu sein.
Tim Pritlove
Genau.
Linus Neumann
Muss vielleicht auch sagen, ähm Zuckerberg hat quasi der Francis Horgan widersprochen und sagt, äh sinngemäß, wir verdienen Geld mit Anzeigen und die Werbekunden sagen uns immer wieder, dass sie ihre Anzeigen nicht neben schädlichen oder wuterregenden Inhalten sehen wollen. Erkenne keinen Tech-Konzern, der Produktehersteller, die Menschen wütend oder depressiv machten. Und da würde ich widersprechen. Also da kenne ich aber ähm er sagt natürlich schon, also er er ähm. Er er spricht zumindest an, dass. Sie auch in ihrem wirtschaftlichen Interesse als Unternehmen Facebook einen korrigierenden Faktor haben, der sie davon abhält, das Ding, was weiß ich, zum absoluten äh Hass, Netzwerk. Werden zu lassen allerdings würde ich sagen das also ist OK ne sonst wär's glaub ich auch noch schlimmer aber ich denke dass dieser Faktor nicht, reicht, ja? Also das ist klar, dass sie auch ein Korrekt korrigierenden Faktor haben, aber es ist auch wahrnehmbar, dass der sich nicht ähm. Ja, dass der, dass der nicht ausreichend wirkt. Haltet euch von von äh Instagram und Facebook weg. Das äh tut euch nicht gut, Kinder. Dann kommen wir mal zu den etwas kürzeren Meldungen. Ähm Pegasus, die Staatstrojaner Software des Herstellers NSO äh, stellt sich raus, nicht nur das deutsche BKA setzt sie ein, sondern auch der Bundesnachrichtendienst und der Bundesnachrichtendienst hat das im parlamentarischen Kontrollgremium verheimlicht. Geil, oder? Also, was ist das, ja? Äh also die Bundesregierung hat es dem ähm, parlamentarischen Kontrollgremium verschwiegen, dass der BND die Software wohl längst einsetzt.
Tim Pritlove
Geil. Ich meine, das Kontrollgremium darf ja sowieso nichts weiter erzählen, von daher ist das auch so eh ein bisschen pointles, aber wenn's noch nicht mal die erfahren, fragt man sich wirklich, was das ganze Gremium soll und wo hier eigentlich wirklich eine aktive Kontrolle überhaupt noch stattfindet.
Linus Neumann
Also das ist wirklich ein, also es ist Skandal, ja, es ist ein und und das sind so Meldungen. Ja, also ich meine, guck mal, das hier nicht irgendwelche Leute, die das äh rausbringen, ne, Georg Maskolo, Florian Vlade, so ernstzunehmende, mh. Journalisten, die äh ja hier, auch eine wahnsinnige Leistung verbracht haben, das irgendwie rauszukriegen, ne, dann müssen wir im Zweifelsfall irgendwo äh ein Leak gefunden haben, irgendjemanden, den sie äh dazu gebracht haben, das zuzugeben. Und jetzt ist gerade jetzt diskutieren, aber alle gerade irgendwie übers Kiffen. Und uns so etwas verpufft sogar, ja, dass das und darf man nicht vergessen, ne? Das sind ja die, ich meine, diese alte Bundesregierung. Das sind die, die wir jetzt zum Glück hoffentlich mal, wenn wir Glück haben, für vier Jahre los sind. Ja, aus guten Gründen. Die haben diese Dinge zu verantworten. Eine und äh es gab ja jetzt gerade wieder äh kritische Updates für für Apple. Ich weiß nicht, also bei diesem Mal war war nicht, mit dabei gesagt, ob sie jetzt im Zusammenhang mit Pega so stehen oder nicht, aber Vermutung steht nah. Er liegt nahe und ähm das ist einerseits sehr schön, weil dann eben diese Schwachstellen behoben werden. Andererseits natürlich katastrophal, weil man äh dadurch erfährt, dass es diese Schwachstellen gab und dass es eben ein Unternehmen gab, dass diese Schwachstellen jahrelang kannte und ausgenutzt hat und dass dieses Unternehmen, nicht nur von irgendwelchen Autokraten und Diktatoren irgendwie Geld bekommt, sondern auch von der deutschen Bundesregierung. Tja.
Tim Pritlove
Ein Elend.
Linus Neumann
Also das ist das und es sollte natürlich Konsequenzen haben. Übrigens auch, das ist hier in diesem Artikel äh von Florian Flade und Georg Maskolo schön drin, ja, den wollen wir auch dran erinnern, ja? Ähm lalala. Der stellvertretende Grünen-Fraktionsvorsitzende Konstantin Notz nannte Pegasus einen Alptraum für den Rechtsstaat. Die FDP forderte, die Überwachung durch Staatstrojaner zu stoppen. Das ist das, Grün und das Gelb in der ähm in der ähm in der äh Koalition und äh da wollen wir mal hoffen, dass sich dass die sich durchsetzen. Auf der anderen Seite, äh wenn du in Deutschland als Hacker mal eine Schwachstelle irgendwo meldest Äh wie ist da angezeigt und kriegst eine Hausdurchsuchung, ja? Wir haben den Fall von Lidl Wittmann ja besprochen, da gab's ja dann die Strafanzeige sehr zuvor reagiert, CDU hat sich ins Zeug gelegt, dass irgendwie äh das zu, und es kam dann zur Einstellung des Verfahrens mit Sicherheit eigentlich durch den politischen Druck der Betroffenen. Ähm und wir haben das in der letzten Sendung schon kurz angesprochen, dass gerade ein äh Entwickler, ich würde jetzt noch nicht mal sagen, Hacker äh. Quasi große Probleme hat mit dem Unternehmen äh Modern Solution. Und zwar hatten die eine. Bereitgestellt für Online-Marktplätze, wie zum Beispiel Otto-Check 24 oder Kaufland. Also ist nicht irgendwie nicht kleine, ne? Und äh da waren 700.000 Kundinnen betroffen. Und zwar war das dieser Fall, ich erinnere nur daran, wir hatten da schon drüber gesprochen, dass dass die diese App hatten, die dann statt über eine API zu kommunizieren. Direkte MySQL-Verbindung auf deren Server. Und das ist so, es ist so krass, ja? Also, dass die haben quasi in der App die die MySQL Zugangsdaten gehabt, und dann hat die App ja doch und dann hat die App äh sich quasi über my SQL dorthin verbunden und hat gesagt, was ne select from äh Kunden, ja. So und jetzt kommt also erstens. Macht man so nicht.
Tim Pritlove
Nein, das macht man nicht.
Linus Neumann
Das kann man so nicht machen. Man baut eine API, die ne rechte Kontrolle davorsetzt und so weiter. Zwei, weil in dem Fall du ja den Kunden, auch die Rechte gibt's zum Beispiel zu sagen, äh ne, drople und so weiter und.
Tim Pritlove
Mal alles, genau.
Linus Neumann
Noch dazu war das jetzt für unterschiedliche ähm Kunden, ja, das Gleiche, das heißt, du konntest mit den Otto-Zugangsdaten auch die Tabelle von äh.
Tim Pritlove
Zwanzig leermachen, oh man ey.
Linus Neumann
Und das ist also das ist so also das ist so krank. Ja, das kannste nicht machen, ne. Also, also das ist so dilettantisch, das kannst also auf ich habe schon viel gesehen Ich habe ja wirklich schon viel gesehen, ne. Ich meine, ich mache das ja beruflich. Man will nicht sehen, willst gar nicht wissen, was ich jeden Tag beruflich sehe und wie ich mir danach immer mit Kernseife die Augen auswasche, ja. Aber so was. Ist mir in zehn Jahren IT Security nicht untergekommen. Nur um mal das Ausmaß zu zeigen andere Dinge schon, ja, ich meine, wir haben ja ein paar äh äh Vorträge über solche Dinge gehalten, wenn es wenn es halt mal nicht irgendwie äh im beruflichen Verschwiegenheitskontext war, aber so etwas habe ich noch nicht gesehen. Und sowas habe ich noch nicht gesehen.
Tim Pritlove
Und das ist vor allem alles, aber bestimmt keine Modern Solution.
Linus Neumann
Nein, das ist keine Materie.
Tim Pritlove
Das ist das, es ist wirklich also, Also das ist noch nicht mal Steinzeit, weil das hätte man auch in der Steinzeit so nie tun dürfen. Also es war schon immer falsch. Aber es ist einfach jenseits jeglicher Security äh Praxis. Es ist auch einfach generell äh. Fällt mir nichts zu ein.
Linus Neumann
Absolut, also unvorstellbar.
Tim Pritlove
Katastrophe.
Linus Neumann
Unvorstellbar, also wie man so etwas überhaupt veröffentlichen kann, als also.
Tim Pritlove
Überhaupt erwägen kann, so was überhaupt so erstmal zu machen. Geschweige denn eben dann auch wirklich auszuliefern und dann im Betrieb zu halten.
Linus Neumann
Man muss dazu sagen, also es gibt ähm. Also was man häufiger hat, ja, ist, dass ähm also um jetzt mal die eine nicht, nicht viel bessere. Ähm äh Interation des gleichen Fehlers mal zu bemühen. Man hat es häufig, dass Programmierer. In einer Applikation, Passwörter, Hardcoden. Ja? Und dann denken so das ist ja jetzt hier in dem binärcode drin und da kommt ja niemand dran. Da findet ja niemand. Ähm weil ich bin ja schlau, weil das ist ja in dem in dem Code versteckt und nicht in irgendeiner Konfigurationsdatei oder so, die ja jeder finden würde. Also, hardcore ich in meinem. Und äh kopiliere das und bin dann irgendwie äh glücklich und denke mir, dieses Passwort wird niemals jemand finden. Ja, jetzt gibt's aber natürlich so ähm Tools wie Eider Pro, Dibu, IL Spye, wie sie alle heißen, mit denen man quasi in den kompilierten Programm-Cord wieder reinschauen kann und ihn äh ja dekolliert. Also das Ding macht im Prinzip. So ein so ein so ein äh versucht ähm das das Kompilat, quasi aus dem den Quelltext zu rekonstruieren. Und so etwas wie ein String, der da drin verarbeitet wird, finden alle die Komppierer sehr einfach, ja? Also zum Beispiel, wenn du jetzt irgendwie. Was weiß ich, einen einfach in irgendeiner Programmiersprache deiner Wahl, einen String zuweist und sagst, das ist das Passwort, was wir nachher verwenden. Den holst du da in null Komma nichts raus, ne? Also auch, da brauchst du gar keinen dafür. Das ist ein Fehler, den Leute sehr oft machen, dass sie dann aber auch noch quasi direkt über auf MySQ Apports zugreifen, Äh das ist äh das ist halt nochmal eine damit kommst du dann halt wirklich in die in die internationale Liga, Die internationale Liga, der des des Vollversagens. Weil kann, so blöd kann keiner sein.
Tim Pritlove
Also man stellt nicht die nackte Datenbank direkt ans Netz, sondern da muss immer so ein mitdigierender, mindestens ein integrierender, vermittelnder Leer, dazwischen sein, wenn nicht sogar mehrere. Allein schon, um überhaupt erstmal eine Trennung von dem, eingeloggten Nutzer zu dem System äh zu machen und und dann auch sicherzustellen, dass eben genau dieses äh wenn ich auf Otto zugreifen kann, kann ja auch auf Check zwanzig4 zugreifen, um das zu verhindern. Also wo einfach eine Logik das einfach von vorne rein schon mal so trennt, dass es auch gar nicht geht.
Linus Neumann
Und, und, dass du, dass du natürlich, also du, was du machst, ist eine APID bestimmt, die, die. Dann eben einen eingeschränkten Funktionsumfang bereitstellt und für den auch ähm Berechtigungen berücksichtigt, und sagt, okay, äh du bist angemeldet als Nutzerin vom Typ Administrator, äh du darfst dieses und jenes, aber dieses und jenes nicht, das darfst du sehen, das darfst du nicht. Das sind alles Dinge, die kann die Datenbank selber nicht Deswegen hast du und dieses Layer Der Berechtigungsprüfung kannst du natürlich nicht, das kannst du, aber solltest du nicht in die bösen Hände des Kunden oder des Angreifers geben Naja, okay. Was ist hier passiert, wenn ich das richtig in Erinnerung habe? Hat der äh Entwickler, der hier betroffen ist, ähm. Mehr oder weniger, glaube ich, einfach nur angemacht, weil das diese, also ein Netzwerk äh Traffic mitgeschnitten und die ähm. Weil die Verbindung zu dieser Mais äh Datenbank halt unverschlüsselt stattfindet, konnte er die quasi äh das.
Tim Pritlove
Kabel auslesen sozusagen.
Linus Neumann
Ja, so, also so ging es auf jeden Fall auch. Ich müsste jetzt nochmal gucken, es sind wie gesagt, haben jetzt letzte Woche schon angeschaut. Ähm, So, was haben die gemacht? Die haben halt Bescheid gegeben. Ne, also der äh Decker hat der dem Unternehmen Bescheid gegeben und hat dann noch so einen Blogger Bescheid gesagt und dieser Blogger hat dann ja sehr, sehr zeitnah darüber geschrieben, Ja. Ähm und dann auch noch weiter, weil Reparaturversuche bei diesem Anbieter. Eben untauglich waren. Und das ist jetzt so, sage ich mal, also das ist jetzt nicht so hundert Prozent optimal gelaufen, weil es eben wohl eine sehr kurze Zeit war zwischen er hat die die den betroffenen Anbieter informiert und es kam keine Reaktion und es gab einen Artikel darüber.
Tim Pritlove
Was hast du, was hast du die etablierte Zeitraum, wie viel Zeit man Vorlauf gibt? Bevor man was veröffentlicht?
Linus Neumann
Na, also zumindest auf ein paar Tage auf Antwort warten, musste dann halt schon, ne?
Tim Pritlove
Und wie viel war's jetzt hier effektiv?
Linus Neumann
Ich glaube, also wenn ich das richtig erinnere, ich müsste jetzt nochmal genau gucken, aber nicht, nicht sehr viel, ja. Also der hat halt irgendwie innerhalb kürzester Zeit, ja? Und, ja oder Tage so. Das aber ne, das ist jetzt also das ist eine Detailsache. Am Ende darf man nicht vergessen, dieses, Unternehmen, hat einen Server gehabt, der sofort abgeschaltet werden musste. Und es gab auch keine andere äh Forderungen, die man sinnvoll diesem Unternehmen gegenüber hätte stellen können. Und die mussten dieses Ding sofort abschalten, weil das ist ein Fall von ähm, Du musst davon ausgehen, dass das schon jemand anderes längst gefunden hat. Mit einem schlechten Passwort und so. Das das das du musst eben in diesem Fall kannst du nicht sagen, okay, danke, dass sie uns Bescheid gesagt haben. Wir nehmen uns jetzt drei Monate Zeit und beheben die Schwachstelle. Was jetzt ähm. Vielleicht in anderen Fällen üblich ist, wo es sich um irgendeinen Zero-Day Exploite handelt, wo die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass jemand anderes das jetzt in dieser Sekunde findet, ne? Aber bei so einer, katastrophalen Sache, denke ich, ist die Forderung angemessen zu sagen, schaltet diesen Server umgehend ab und ähm ne, fertig. Die haben aber dann irgendwie gesagt, ja, okay, dann bauen wir jetzt eine neue App, in der wir ein anderes Passwort irgendwie versuchen, drin zu verstecken, das so kommen dann nämlich blöde Programmierer und versuchen dann irgendwie alles klar, dann machen wir jetzt dann machen wir jetzt 'ne Verschlüsselung, ich erfinde jetzt ein genialen Verschlüsselungsalgorithmus und dann entschlüssele ich das Passwort und dann steht das Passwort nicht mehr im, sondern erst nach drei Läufen im Speicher, ne, solche irgendwie solche beknackten Ideen kriegen die Leute ja dann immer, ne. Anzuerkennen, dass das fundamental nicht reparierbar ist. So, also die Veröffentlichung hier. Sehr zeitnah und ähm irgendwie ist er auch unklar, wie viel Zeit jetzt noch genau dazwischen war, dass die diesen Server abgeschaltet haben und dieser Blogger, darüber berichtet hat, ja? Ähm warum sage ich das? Na ja, das also das das Problem ist ja hier, du willst ja. Dass diese, also du, du, du informierst ja den Hersteller und dann die Öffentlichkeit, damit diese Daten geschützt werden, also den Hersteller, damit der, den Missstand beseitigt und die Öffentlichkeit, damit sie über den Missstand in Kenntnis gesetzt wird, ja? Und über das Risiko.
Tim Pritlove
Und in dem Fall auch noch, nicht ganz zu vergessen, auch die Kunden, die hier unmittelbar betroffen sind, weil so weder Otto noch check 24 dürften ein größeres Interesse daran haben, dass alle ihre Kundendaten ausgelesen werden, weil dafür haften sie ja dann auch, selbst wenn es jetzt erstmal der Fehler eines Dritten. War.
Linus Neumann
Und erst recht nicht, die Kunden von denen, ja? Erst recht nicht die Kunden von denen, also die dieses Unternehmen Modern Solution, ja, das kennt ja gar keiner, aber es gibt 700.000 Leute, die deren persönliche Daten und, und unverschlüsselte Passwörter in dieser verfluchten Datenbank waren.
Tim Pritlove
Unverschlüsselte Passwörter auch noch.
Linus Neumann
Ja, natürlich. Natürlich Tim.
Tim Pritlove
Was sind denn das für Anfänger, die da irgendwie.
Linus Neumann
Absolut also du kannst es dir nicht als das ist nicht äh absolut nicht. Hier die haben.
Tim Pritlove
Schon fast kriminell schlecht.
Linus Neumann
Meldung vom 230621 von dieser diesem Unternehmen Modern Solution GmbH und Co KG. Äh sehr geehrte Damen und Herren, mit dieser Nachricht eine Datenschutzverletzung bei der Modern Solution GmbH und deren Umstände informieren. Was ist genau passiert? Heute am dreiundzwanzigsten sechsundzwanzig einundzwanzig, acht Uhr neun wurden wir von einem in Anführungszeichen ethischen, auf eine Sicherheitslücke in unserem System hingewiesen. Eine Sicherheitslücke, ne? Aufgrund dieser Sicherheitslücke war es möglich, dass, Passwort zu unserer Datenbank abzugreifen und auf unverschlüsselte Passwörter und personenbezogene Daten zuzugreifen So. Das ist immer richtig geil, diese Texte, weil was ich da eigentlich drin befindet, ist, okay, wir haben das Datenbank-Passwort einfach unseren Kunden gegeben und, ähm von den an, von deren Kunden haben wir die Passwörter unverschlüsselt in unsere Datenbank reingeschrieben, ja? Über dieses Datenbank-Passwort verschaffte sich der Hacker, externen Zugriff auf unsere Datenbank sowie unser Ticketing System. Inwiefern eine Weitergabe oder Weiternutzung dieser Daten durch den Anführungszeichen ethischen Hacker erfolgt ist. Und ob es zu weiteren Zugriffen gekommen ist, ist uns derzeit nicht bekannt. Wir arbeiten intensiv an der Aufklärung. Welche Daten sind betroffen? Betroffene Daten unserer Kunden sind Namen, Vorname, E-Mail-Adresse, Telefonnummer, Bankdaten, Passwörter und Gesprächsverläufe sowie Anrufhistorie aus unserem Ticketsystem, betroffene Daten ihrer Kunden sind Versand, Informationen wie Name, Vorname und Anschrift. Es ist so, dass ich so der, also das ist das, was also dieses Datenleck, ne, wenn du da jetzt drin bist und der durchschnittliche Bürger bist, der überall das gleiche Passwort setzt, dann bist du in diesem Moment erledigt.
Tim Pritlove
Das ist echt.
Linus Neumann
So und dann sagen sie, ne, dann, Welche Folge hat die Daten äh äh obwohl wir unverzüglich Abhilfemaßnahmen eingeleitet haben, bestand potenziell potenziell die Gefahr, dass, unbefugter Zugriff auf Personen bedanken und genommen wurde, dadurch kann es dazu gekommen sein, dass sich unbefugte Personen mit ihrem Passwort in ihrem Account einloggten. Auch könnten unbefugte Personen versucht haben, ihre Personen, bezogene Daten, wie beispielsweise Finanzdaten zu missbrauchen. Welche Abhilfemaßnahmen haben wir getroffen? Jetzt wird's wieder lustig, ne? Unsere Kundenzugänge wurden erneuert und komplexer dargestellt.
Tim Pritlove
Das ist gut.
Linus Neumann
Ebenfalls haben wir bereits damit begonnen, ein neues Verschlüsselungsverfahren einzuführen, um eine höhere Sicherheit unserer Infrastruktur zu gewährleisten. Ist auch schön, ne, ein neues Verschlüsselungsverfahren macht natürlich den, macht den Eindruck, als hätte schon mal eins gegeben, also der Satz wäre ja eigentlich ohne Neues, ist er ja immer noch, ist es, ist es ja, ist er ja wahr, aber durch diesen Hinzufügen des Wortes Neues, wird der Eindruck erweckt, ähm ne, jetzt oh, wir haben bessere Verschlüsselung, ne? Gleich nachdem die Verletzung aufgefallen ist, haben wir unseren Datenschutzbeauftragten kontaktiert und werden unverzüglich die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde über den Vorfall informieren, was können sie tun? Was ist hier ne, fertig, denn welche Themen sind zu beachten? Seit heute Morgen zehn Uhr sind alle abgleiche in Richtung der Märkte deaktiviert, Marktplatzbestellungen werden bei uns im Interface zwischengespeichert, jedoch nicht in ihre VAVI. Geschrieben war, wie es war in Wirtschaft. Ähm das ist also seit 10 Uhr haben sie eben diesen. Diese Datenbank äh vom Netz, dann sagen sie, was das noch für andere Sachen äh hat und was ich sehr schön finde, Dieser Text ist dann endet mit für weitere Fragen finden Sie hier die Kontaktdaten unseres Datenschutzbeauftrag, Pro Lions GMBH, WWW Datenschutzexperte DE aus München und die E-Mail-Adresse, Datenschutzbeauftragter at Datenschutzexperte DE. Wenn du willst. Super E-Mail-Adresse. Ähm und da siehst du, die haben offenbar, ne, einen externen Datenschutzexperten, ja? Wenn du so arbeitest, dann musst dich natürlich nicht wundern, dass du solchen Kram baust und da kannst du dich natürlich auch fragen, wie geil dieser Datenschutzexperte ist, wenn er dir solche Würste durchgehen lässt, ne? Weil natürlich, betone das ja immer, Datenschutz hat nichts mit IT-Sicherheit zu tun. Tja, also Katastrophe, wie und jetzt, also was macht dieses Unternehmen? Äh es über diesen Fall wurde damals auch berichtet, zum Beispiel äh Patrick Beuth hatte auf äh Spiegel Online am 1. Juli darüber geschrieben. Und ähm ja, jetzt ist war das letzte Woche oder so ähm Hausdurchsuchung, dem Typen, der das gemeldet hat, ne? Das ist, muss man jetzt sagen, ihr irgendeinen äh ich sage jetzt mal, irgendein ähm, Programmierer, freiberuflich hat eben kleine Unternehmen, hatte halt daher in diesem Kontext mit dieser Software zu tun, ist auf diese Schwachstelle gestoßen, hat sie, gemeldet und hat eben auch die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis gesetzt und man könnte jetzt noch, hätte vielleicht sagen können, hättest du zwei Tage später darüber die Leute in Kenntnis gesetzt, wäre immer noch okay gewesen, aber da es ja nun mal seit zehn Uhr abgeschaltet war. Und die Veröffentlichung dieser Tatsache, dass es so war, eben danach erfolgt ist. Denke ich, kann man hier niemandem einen einen ähm einen Vorwurf machen, so. Gab ja kein, worauf willst du denn noch weiter warten? Ja, in dem Moment, wo Gefahr gebannt ist, äh informierst du die Öffentlichkeit, insbesondere, wenn du davon ausgehen musstest, dass betroffene Unternehmen professionellen Rat hat, von einem Datenschutzexperten, der natürlich dessen Hauptaufgabe natürlich ist, in solchen Fällen. Ähm das Unternehmen mit äh Minimalschaden daraus zu wursten Ja? Und das ist natürlich hier äh äh nicht nicht angemessen. Ja, also ein Unternehmen, was so agiert, wie diese Modern Solution GmbH, dass äh muss durch die natürlichen Kräfte des Marktes äh bereinigt werden. Ganz klar. Ne, ist ja Katastrophe. Wenn irgendwie Otto und Kaufland und wäre da nicht alles äh Software von diesem Unternehmen nutzt und damit irgendwie eine eine. Eine 3viertel Millionen Kundendaten irgendwie ins Internet ballert offen. Ne, das geht natürlich so nicht. Tja, aber jetzt haben die offenbar äh eine äh Strafanzeige erstattet und dann gab's eben auch tatsächlich eine Hausdurchsuchung, Konsequenz für den Betroffenen, ne? Ich habe ja alle Computer weggenommen, ne und ähm ja, kann jetzt nicht arbeiten und äh ja, das ist äh denke ich eine ziemlich, ziemlich üble Geschichte und. Kabe wiedersehen. Ähm. Hackerparagraph, ne, also diese zweihundertzwei äh A, B, C ähm zeigen natürlich ähm. Hier die die einschüchternde Wirkung, ja, die, der gute Timo Tirakowski, der Geschäftsführer der Modern Solution. Hier natürlich auch ausnutzt, um, diesen Menschen halt in Misskredit zu bringen, ja? Timowski ist der verantwortliche Geschäftsführer von Modern Solution. Die haben diese Scheiße an große Unternehmen Deutschlands verkauft und ein paar hunderttausend äh Menschen äh ihre Daten frei und mit unverschlüsselten Passwörtern ins Netz geschrieben, ja? Und jetzt äh sorgt er dafür, dass fünf Notebooks drei externe Festplatten, zwei USB-Sticks und äh die Rechner, indem sie steckten, äh beschlagnahmt werden, Smartphone weg, ähm, Arbeitsgeräte, alle Arbeitsdaten, alle Projekte, ne, sofort existenzbedrohende Situation für diesen Programmierer, ne?
Tim Pritlove
Frechheit.
Linus Neumann
Für viele Projekte fehlt ihm jetzt der Quelltext, um weiterzuarbeiten. Könnte man oft Gitarb haben, aber äh ähm je nachdem, ne. Und ja, jetzt hat er das Geld nach der Beschlagnahme seiner Geräte, reicht die Kohle nicht mehr für eine juristische Auseinandersetzung. Ja, hat jetzt äh durchaus äh äh Geld äh bekommen. Und äh geht jetzt hier in den Prozess. Und ich meine, man muss ganz klar, ne, sagen, es ist hier sehr, sehr eindeutig in diesem Fall. Wer sich absolut. Absolut inakzeptabel verhält, ja? Und das ist eben das Unternehmen Modern Solutions. Geschäftsführer, wie heißt der nochmal? Timo Tirakowski, eben diesen Schrott in die Welt gesetzt hat und jetzt auch noch denjenigen ruinieren lässt, der ihn darauf hingewiesen hat. Und das ist halt schon äh äh ziemlich krass.
Tim Pritlove
Das wird auf jeden Fall teuer, also weil nach DSGVO können hier wirklich sehr hohe äh Strafen gelten.
Linus Neumann
Ja und ich denke auch, man muss sich mal, also man muss auch mal überlegen, ob diese Strafanzeige. Sich als gerechtfertigt herausstellt, ja? Dass also wie wir also man könnte hier eigentlich hoffen, dass es einen gleichen Ausgang hat wie das Verfahren der ähm.
Tim Pritlove
Lilith Fitman.
Linus Neumann
Mit der CDU Connect App, weil es ist ein ähnlicher, also es ist ein ähnlich dämliches Gefühl gewesen, ja, was äh also an Inkompetenz, was da gebaut wurde und ähm da besteht, schon Hoffnung, dass diese äh Modern Solution äh GmbH da eben auch mal die Quittung für kriegt und vor allem auch die angemessene DSGVO Strafe. Und um der zu entgehen, hat ihnen im Zweifelsfall auch der Datenschutzexperte hier dazugeraten, ähm jetzt gegen den, gegen denjenigen vorzugehen, der sie auf den Missstand hingewiesen hat, ne. Wir müssen hier als Gesellschaft eisenhart bleiben, dass wir diese, dieses Vorgehen halt denen das auch nicht durchgehen lassen, ne? Und damit meine ich eben spezifisch hier die Modern Solution GmbH und eben auch, Pro Lions GmbH, die äh unter Datenschutzexperte DE ihre Dienste anbietet. So, das sind hier die Missetäter, da da gibt's überhaupt gar keinen Zweifel und ähm da muss man sich ernsthaft überlegen, ob wir äh ja, also wenn wir uns hier über Digitalisierung und Sicherheit und so weiter Gedanken machen. Ob man ähm solche Unternehmen dulden möchte. Ja, muss ich äh ganz einfach äh sagen, Und das geht so nicht. Wir werden den Fall mal weiter äh beobachten und äh ja, würde ich sagen, sind dann einfach mal äh, gespannt wie das weiter verläuft. Wir sind da auch als CCC äh natürlich im Gespräch und im Bilde und äh werden da schon darauf achten, dass hier am Ende, die richtigen Leute, die Strafen kriegen. Worüber ich ja jetzt noch gerne gesprochen hätte, Tim, wer äh The Billion Dollar Code, die Netflix-Serie über Art Plus com. Art und Com.
Tim Pritlove
Nur bei Art Plus com, auch über den CCC, also zumindest.
Linus Neumann
Sehr viel drin vorkommt, ja.
Tim Pritlove
Ja da zumindest Raum einnimmt, sagen wir's mal so. Ja du, du warst ja sehr überrascht, du wusstest nicht, dass dieser Film in der Pipeline ist, ich äh hatte Erkenntnis äh davon, wovon ich allerdings keine Kenntnis hatte und und äh sonst hätte ich sich wahrscheinlich da auch schon früher darauf hingewiesen ist, A, wann der eigentlich genau rauskommt, das habe ich irgendwie nicht so richtig auf dem Zettel gehabt und B, ähm dass der Club dann da auch tatsächlich so sichtbar sein wird. Also das ist sozusagen äh wirklich ein Thema der Geschichte ist, das war mir jetzt so nicht bekannt.
Linus Neumann
Ich habe auch den Eindruck, das wurde da ein bisschen aus aus dramaturgischen Gründen mit hochgeschoben, oder? Also.
Tim Pritlove
Erzählen wir erstmal wo worum's eigentlich geht. Also äh es ist eine Serie, äh eine eine sogenannte Miniserie mit vier Folgen ungefähr eine Stunde bei Netflix veröffentlicht worden, eben unter diesem Titel, also Billion Dollar Code und äh, kann man sich auch äh anschauen. Das ist ähm ganz unterhaltsam gemacht und es ist äh wie man so schön sagt, so eine dramatische ähm, Realisierung eines Themas was halt auf einer wahren Geschichte basiert. Und man kann auch sagen, dass dieser Film, in bestimmten Details sehr auf dieser wahren Geschichte basiert, also äh sehr viel davon ist auch wirklich exakt genau so passiert. Allerdings ist so die Person und wie diese Person so interagieren und so, ne, äh da ist dann wiederum sehr viel äh Freiheit genommen worden und das ist eigentlich auch okay so, wenn man eben das Ganze nicht mit einem Dokumentarfilm, verwechselt. Was ist diese wahre Geschichte? Die wahre Geschichte ist die ähm Geschichte der Software Terrorvision, die damals. Von dem Verein A plus com e. V. In Berlin entwickelt wurde. Das begann so äh neunzehnhundertvierundneunzig. Und Terrorvision ist halt vielen nicht bekannt, aber Terravision ist im Prinzip das, Google Earth. Das war das erste Mal, dass es Leuten gelungen ist, auf einem Computer die komplette Welt zu rändern und äh die Möglichkeit zu bieten flüssig aus dem Weltall sich bis auf den Boden herab zu senken und sich dort die Gebäude anzuschauen. Und das war damals eine absolute Meisterleistung. Diese Geschichte greift der Film auf und zwar nicht nur wegen dieser Software, sondern was dann später draus geworden ist, weil dann kamen halt zehn Jahre später Google Earths und Google Earth war schon ein. Extremes Plagiat und wie sich später auch herausstellte, auch im Detail, sodass dann eben von den ursprünglichen Programmierern ähm ein ähm. Softwarepatent dann äh aktiviert wurde, was sie ähm auf eine bestimmte Methodik äh hatten, dieses Ränderns der Welt et cetera. Da war so das ein oder andere an Innovation schon äh drin. Und dann äh nachdem Google, nicht bereit war, hier irgendwie eine Lizenz zu erwerben und in irgendeiner Form in so ein Kooperationsweg einzuschlagen, wurde dann eben in den USA dagegen geklagt, letzten Endes wurde diese Klage verloren und so, ist die Situation heute und daraus wurde dann eben dieser Spielfilm gemacht oder diese Miniserie, Nun ist es so, dass uns das natürlich in gewisser Hinsicht äh tangiert, also uns äh als CCC, weil halt einer der Protagonisten in diesem Film, der letztlich auf zwei realen Personen äh basiert, äh quasi vom CCC ist, ja? Ums gleich zu sagen, der, Das stimmt so nicht, ja, sondern A plus kommen hatte zwar eine große Nähe zum Club und da gab's auch sehr viel Verstrickungen, nur so so wie die Geschichte da erzählt wird, dass dann auf einmal so der halbe Club rekrutiert wird und dann daran gearbeitet hat, das äh lässt sich so nicht halten, ja?
Linus Neumann
Also es ist schon so, dass du auch da gearbeitet hast.
Tim Pritlove
Ich habe da auch gearbeitet, ja und tatsächlich hat fast damals der gesamte äh Chaos-Computer-Club Berlin dort gearbeitet. Also das das äh.
Linus Neumann
Also das stimmt ja schon so ein bisschen.
Tim Pritlove
Ja, nur waren wir eben nicht das Terrorvisionsteam. Ja, also es es gab diese Nähe und ähm, persönlich äh war auch mit Terrorvision unterwegs, also es ist ja dann viel auf Messen gezeigt worden und so und das war halt so eine meiner Aufgaben eben auch äh solche Messetermine zu bedienen.
Linus Neumann
Da muss halt der muss er auf jeden Fall sich in den Shoutouts angucken, den Tweet von Tim, wie er irgendwie auf irgendwie in neunziger Jahren auf Hannover Messe war das glaube ich, ne. Hieß die da schon zehn oder was? Damals war die Cebit noch der Teil der Hannover Messe, oder? Aber wie dem oh.
Tim Pritlove
Nee, das war, glaube ich.
Linus Neumann
Tim in Anzug und Fliege am Terravision Globus und äh wird da beim Spielen mit mit seinem mit seinem Globus genervt von einem Reporter. Der, den da so am Rande schmallippig ein paar Antworten gibt.
Tim Pritlove
Ich habe versucht, seriös rüberzukommen. Ich ich weiß, das wirkt, das wirkt so ein bisschen.
Linus Neumann
Super, das ist super. Und es gibt auch in den in der ähm. In der Serie ein Typen. Der hat's auch so ein, so einen Unterlippenbärchen, wie du das lange Zeit getragen hast. Da dachte ich eigentlich, dass äh dass, dass, dass, dass deiner, das ist deine, dein Nachbau ist und natürlich, jetzt muss das auch klar sagen, der Juri, vier maßgebliche Personen, die da gemert wurden, äh in zwei und äh der Juri ist sehr erkennbar äh aus äh Pavel abgeleitet.
Tim Pritlove
Richtig Pavel Meier, mit dem ich äh viel in UKW zusammenmache und um's gleich mal vorwegzunehmen. Pavel und ich, wir haben uns auch schon zusammengesetzt und haben die vollständige Geschichte von Terrorvision in einen Podcast gegossen, der in wenigen Tagen äh erscheinen wird, als CRE, Podcast genau und dann könnt ihr euch das alles nochmal im Detail anhören. Da muss ich mich hier auch gar nicht äh wiederholen. Ihr könnt euch das mal anschauen. Schaut euch hört euch den Podcast, wenn sich das interessiert an an, aber schaut euch erst die Serie an, weil das Ding ist natürlich ein grandioser Spoiler. Und äh von daher, aber, interessanter Einblick in die Zeit, interessanter Einblick in die Neunziger, interessanter Einblick in wie Softwareentwicklung damals so lief, wie die Vorstellung von Zukunft so war, aber vor allem auch ein sehr interessanter Einblick in, Google und wie Konzerne so funktionieren und Rechtsstreit ablaufen und ähm ja, dass das so mit Gerechtigkeit dann am Ende nicht sehr viel zu tun hat.
Linus Neumann
Ja das äh die denke, das kann man ja schon sagen, dass sie eben also wie die also der der wirkliche. Twist dieses Verfahrens, ja oder wie die quasi Werte feststellen und und versuchen, eben diese kleinen Unternehmen in eine Situation zu bringen, dass sie diese, Rechte, die sie ganz einfach verletzen von diesen Unternehmen, nicht mehr in Anspruch nehmen können. Das ist schon juristisch ähm, sehr perfide und in diesem Film auch oder in dieser Serie auch sehr gut abgebildet. Kann man auf jeden Fall empfehlen. Ich habe sie durchgebincht und äh ja, fand ich, fand ich gut. Auch ja, ja, ja, fand ich gut, Empfehlung.
Tim Pritlove
Gut, damit äh entlassen wir euch.
Linus Neumann
Genau, das war's. Viel Spaß und äh viel ich freue mich auf jeden Fall auf das CRE dann mit Pavel, der dem zuzuhören sich immer gelohnt hat in jeder Situation.
Tim Pritlove
Auf jeden Fall. Okay Leute, dann sagen wir tschüss und bis bald.
Linus Neumann
Tschau, tschau.

Shownotes

HTTP 409

Feedback

Fahrzeug digital ummelden

Digitale Signaturen

Chaosradio zu ID Wallet

Digitale Wahlen

CCC Regierungsprogramm

Facebook down

Facebook zersetzt die Demokratie

BND nutzt Pegasus

Modern Solution

The Billion Dollar Code

Bonus Track

LNP408 Führung in der Wurstfabrik

Flyerservice Hahn — Wahlhelfer und Wahlbeobachtung in Berlin — Bundestagswahl 2021 — ID Wallet — Frag den Staat und Frontex — Kein Congress 2021

Die Bundestagswahl ist durch und wir berichten von der Berliner Wahlfront, an der sich Tim und Linus als Wahlhelfer und -beoabachter betätigt haben und von allerlei Gutem und einigem Chaos berichten dürfen. Wir preisen den Flyerservice Hahn, der korrekt abgeliefert hat und blicken ein weiteres Mal auf die nächste Digitalpeinlichkeit der ausgehenden Bundesregierung namens "ID Wallet". Am Schluss noch schlechte Nachrichten: auch in diesem Jahr wird es keinen Chaos Communication Congress als Präsenzveranstaltung geben.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Sag mal, jetzt so nach der Wahl, hättest du nicht ein paar politische Schönheitstipps für mich.
Linus Neumann
Ja, die sind doch alle auf dem Flyer. Hast du den nicht bekommen?
Tim Pritlove
Logbuchnetzpolitik Nummer 408 vom 4. Oktober 221. Der, Nationalfeiertag liegt hinter uns und auch die Wahl, die weiß ich nicht äh. Auch so ein Nationalfeiertag war, auf eine bestimmte Art und Weise vielleicht auch nicht. Äh würde ich sagen, werden wir auf jeden Fall heute nochmal äh drüber reden.
Linus Neumann
Ja und äh du möchtest bestimmt auch nochmal wieder einen HTTP Fehlercode kurz berichten, oder?
Tim Pritlove
Ja, weil wir ja äh die Nummer 408 am Start haben und ihr wisst ja, euer kleiner Exkurs. Und das ist eigentlich auch was sehr schönes. Ich äh bin ja auch ein großer Freund vom äh Time-out oder auch Tim Out, wie manche Leute sagen. Und 408 request time out dass äh passiert, wenn wenn der Server die Hoffnung in dich verliert irgendwie, wenn irgendwie nix mehr passiert und die Beziehung so ein bisschen abeppt und äh dann dich auf und drop dich.
Linus Neumann
Deine deine Anfrage ist nicht mehr vollständig geworden, ne?
Tim Pritlove
Ja oder kommt nicht mehr und so weiter, das geht dann irgendwie so hin und her und dann die. Ist jetzt mal äh wird nicht weiter beantwortet so. Und irgendwie passt es ganz gut in die Zeit, habe ich so den Eindruck, weil da gab's dann irgendwie noch so einen anderen Request, der auch irgendwie nicht so die richtige Antwort bekam.
Linus Neumann
85 haben nicht die Antwort bekommen, ja? Eine also eine Aktion des Zentrums für politische Schönheit, die äh mal wieder, ihresgleichen sucht, was haben die getan? Die haben eine Webseite gebaut und haben dort eine ein fiktives Unternehmen, präsentiert und zwar den Flyerservice Hahn. Der Flyerservice Hahn hat es äh hat tatsächlich insgesamt fünfundachtzig AfD, verbänden, ja? Ähm. Den den Auftrag abgerungen, Flyer zu verkaufen, äh zu verteilen. Diese Flyer summierten sich in der Summe auf, Fünf Millionen Flyer, äh die laut Angaben des ZPS insgesamt ein Gewicht von 72 Tonnen haben und die haben, quasi von all diesen Ortsverbänden diese Flyer sich dann zusenden lassen aus der Druckerei zum Verteilen, und äh haben die dann einfach nicht verteilt. Was äh ja schon schon. Ziemlich, ziemlich mutig ist. Ähm vielleicht muss man dazu noch sagen, so üblicherweise ähm haben es Parteien nicht unbedingt nötig Flyer, Verteiler zu engagieren und diese zu bezahlen, weil das Fußvolk der Partei. So etwas ja dann selber macht und freiwillig macht, ne? Dafür hast du ja Parteimitglieder, damit die äh Beiträge zahlen, damit du da deine Infrastruktur für die Partei unterhalten kannst. Und damit ihr am, damit die äh in der die Wahlplakate aufhängen. Damit die Flyer verteilen und irgendwie die Werbetrommel für dich rühren. Aber die AfD hat da offenbar äh ja insgesamt, immer nicht so eine so eine so eine Mitwirkungs ähm Motivation, die haben ja eher so eine Meckermotivation und insofern haben sich hier offenbar diese Leute dazu entschieden, eine externes Unternehmen zu beauftragen, Ich finde die Aktion, also ich meine, die ist halt schon. Echt mutig, weil da glaube ich auf jeden Fall so einige und ich bin ja jetzt wieder kein Anwalt, ne, aber ich glaube, das darf man nicht.
Tim Pritlove
Könnte sein. Kann Spuren von Illegalität enthalten.
Linus Neumann
Weil also die haben ja da dieses Unternehmen äh das gab es eben gar nicht, ne. Also es ist irgendwie.
Tim Pritlove
Vortäuschung von irgendwas.
Linus Neumann
Genau, aber wahrscheinlich wär's jetzt auch nicht unbedingt besser gewesen, wenn's das Unternehmen gegeben hätte, weil am Ende haben sie ja hier Aufträge. Also Angebote gemacht und Aufträge erhalten in im Rahmen sagen wir mal in einer ganz normalen, geschäftlichen Tätigkeit, die sie da vorgetäuscht haben und in diesem Fall eben ja vorsätzlich vorgetäuscht haben, mit dem Ziel, diese ähm. Diese Flyer niemals auszuteilen. Und das ist, denke ich, schon, wenn man das jetzt juristisch betrachtet, glaube ich, sind da so Sachen wie Betrug und Vorsatz ähm durchaus ähm. Nennenswerte Kategorien, ja. Gleichzeitig ähm, kommt dann wahrscheinlich auch noch Sachbeschädigung hinzu, weil sie diese Flyer ja jetzt auch nicht zurückgegeben haben, ne, sondern weiß nicht, haben die ja letzte Woche irgendwann einen Container aufgestellt und die Leute dadrin baden lassen.
Tim Pritlove
Oh Mann ey.
Linus Neumann
Also ich bin ich und ich ich was ich mich wirklich frage ist, also diese ZPS-Aktionen haben ja immer. Hm, also, was, was die halt besser machen als alle anderen Kommunikationsgerät Gruppen ist, dass die ja quasi so 'n zweiten und 'n dritten Akt noch drin haben, ja? Der noch kommen wird. Und jetzt ist halt die Frage, was macht die AfD jetzt damit, ja? Sagen die okay, fuck it, wir klagen die in Grund und Boden, übersehen die mit Strafanzeigen und zivilrechtlichen Klagen, was was auf jeden Fall eine Möglichkeit ist, ja? Gleichzeitig hast du ja dann auf jeden Fall noch jahrelange Bericht, Gerichtsprozesse, ja, die die stattfinden, wo jedes Mal dann berichtet wird. Das ZPS hat die Flyer von der AfD weggeworfen, ne. Ähm das heißt, es könnte natürlich sein, dass die AfD versteht, okay für die paar tausend Euro Schaden, die wir da jetzt hatten, äh können, könnten wir uns jetzt jahrelang zum Gespür der Leute machen, Es kann aber auch sein, dass die AfD auf die Dummheit ihrer Wähler zählen kann ähm und dann sagt, na hier, das ist eine Wahlmanipulation und ein Angriff und das sind hier äh Verfassungsfeinde und hast du nicht äh gesehen. Und daraus halt tatsächlich noch ein ähm, zumindest politisches Kapital ziehen könnte. Wie würdest du das denn sehen?
Tim Pritlove
Also ist beides möglich. Ich weiß ja jetzt nicht, was das ZBS noch so im äh Köcher hat, so, ne? Kann durchaus sein. Ich meine, in diesem tollen politischen Schönheitstipps-Video, was sie dazu veröffentlicht haben, was wenn ihr das nicht gesehen habt, die euch unbedingt anschauen solltet, weil also allein dafür ist es schon äh hat sich die Sache schon gelohnt. So äh ging das ja sogar soweit, dass es dass sie's ja sogar, also sie haben ja auch beschrieben, wie sie das überhaupt geschafft haben, ja, also wie einfach es in gewisser Hinsicht war, der der AfD äh sich da als Geschäftspartner aufzudrängen was, im Kern will ich das mal kurz zusammenfassen darf. Du musst die einfach nur loben und preisen irgendwie und geil finden öffentlich so und dann dann, dann, dann denken die sich sofort ab und geben dir irgendwie ihr ganzes Geld. Also sind auch echt ganz schön ganz schön doof drauf, Ähm und die haben's ja dann sogar geschafft, so Leute auch dann so in den inneren Kreis einzuschleusen. Also das Video deutet das zumindest an und zeigt und so weiter, ne. Äh kann natürlich auch sehr wohl sein, dass in dem Zuge auch noch Informationen gewonnen werden konnten von der die AfD jetzt auch nicht unbedingt möchte, dass sie noch weiter an die Öffentlichkeit gezogen wird. Also ist schwierig. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das alles von der Kunstfreiheit gedeckt ist, aber was mich betrifft, äh passt das irgendwie alles soweit erstmal.
Linus Neumann
Was sehr, also man sollte, das muss man sich wirklich auch alles auf der Zunge zergehen lassen, auf dieser Webseite gibt es auch so ein schönes Testimonials, ne. Das sagen unsere Kunden. Irgendwie so gemäß Auftrag hätten 10.000 Flyer in der Woche vom 6.9. bis 19 verteilt werden müssen. Dies ist nicht geschehen. Ich habe am Montag, den 1309., wieder 10.000 Flyer zur Verteilung in Neu-Isenburg bei der Spedition angeliefert. Ich ich kann nur sagen, dass ich von Kreisverbänden gehört habe, dass ihre Firma unter der angegebenen Adresse keine Räumlichkeiten hat und AfD D-Flyer an der einen Adresse eingeliefert wurden, die dann von einem Herrn im Sportwagen abgeholt wurden, Wir haben jetzt zum Beispiel auch irgendwie sowas Flyer zur Verteilung in Schleswig-Holstein, haben die sich erstmal nach Mainz liefern lassen.
Tim Pritlove
Ist doch schön teuer ist.
Linus Neumann
Also äh ja, wo wirklich sehr schön und man kann also genau dieses Video sollte man sich auf jeden Fall anschauen. Und ähm, also klar sammeln die jetzt Geld. Das ist also die brauchen jetzt auch Geld, weil die garantiert äh also rechtliche Probleme haben, ne.
Tim Pritlove
Aber da gibt's dann sehr schöne äh dafür, ne. Also ähm so Feuerzeuge vom Flyerservice Hahn oder passender Aufkleber. Das Ding ist halt auch innerhalb kürzester Zeit auch schon so zu einem seinem eigenen Mehm geworden, der, FC St. Pauli hat's ja nicht nehmen lassen bei seinem Heimspiel gegen ausgerechnet Dresden irgendwie hat er Bandenwerbung mit der FC Sankt Pauli grüßt Flasche Service Hahn zu werben. Wirklich großartig.
Linus Neumann
Ist wirklich, also das das ist auch so unglaublich geil, ja. Also das ist, naja, also in Flyerservice, Hahnshirt, will man schon haben, ja, oder ein Käppi, äh und na ja, alles nicht, alles nicht günstig, klar, ne? Äh es gibt auch noch ähm. Also wer 1tausend Euro spendet, äh kriegt den Perk Weihnachten mit Höcke, Äh da war kann man, also darf man ja nicht vergessen, das Zentrum für politische Schönheit ist ja immer noch Nachbarin von Bernd Höcke. Und die haben immer noch, diesen Holocaust-Mahn mal nachbaut, bei dem vor der Haustür gestellt, ne? Das sind einfach Dinge, die laufen weiter so, ne? Das ist jetzt schon Jahre her, aber der Mietvertrag ist da so günstig, in Bornhagen oder was, ja? Ähm.
Tim Pritlove
Die kriegen die da nicht rausgeklaut.
Linus Neumann
Die Versuche des Vermieters, die da rauszuklagen sind halt an Inkompetenz gescheitert, in der wievielten Instanz, ja, so dass die dann paar hundert Euro halt weiterhin diese Hütte haben. Jetzt weiß ich allerdings nicht, also. Weihnachten mit Höcke ist halt so eine Sache, ne? Also ich meine ich kann mir auch vorstellen, dass das halt ne. Also ich sag mal würde ich nicht, würde ich nicht, würde ich mir nicht jetzt für 'n romantisches Weihnachtswochenende zu zweit auswählen, sondern da würde ich vielleicht eher mit der, mit dem größeren Freundeskreis anreisen und, und zur Sicherheit ein paar Hunde dabei haben oder so, ne, weil das ist ja so eine Fackelträger äh so ein Fackelträgerdorf, da muss man vielleicht ein bisschen vorsichtig sein. Aber äh ja sehr. Schön. Also dass das äh so diese den Mut aufzubringen, ja, das durchzuziehen finde ich halt echt äh. Einfach nur einfach nur geil. Ja, tolle, tolle Aktion. Wahrscheinlich, wahrscheinlich die. Coolste äh politische Aktion, seit sehr langem. Ja, also mir fällt lange nichts mehr ein. Jetzt kann natürlich auch, okay, jetzt geht's natürlich los so, ja, war das jetzt, ist es irgendwie, ne? Wurde diese Partei jetzt ihrer ähm. Ihrer Wahlwerbung beraubt und hat die, wo die deswegen nicht gewählt, nee, das denke ich nicht. Also, dass, äh, ich mein, wer jemals wegen eines Flyers gewählt hat oder nicht gewählt hat, äh, ja, müsste schon ziemlich dumm sein, aber gut, jetzt, AfD.
Tim Pritlove
Da werde ich mir jetzt nicht so sicher. Also das das das ist schon so ein Instrument der der Empörungskultur, die dieser Laden betreibt, ne? Das ist jetzt sicherlich, hängt nicht alles da dran. Viel ist das, was über die Medien abstrahlen und das hat sicherlich nochmal eine sehr viel größere Wirkung, aber man unterschätzt auch schnell diese Mobilisierung über Kanäle, die wir ähm sagen wir mal auch mit so einer intellektuellen Brille oft so ein bisschen übersehen. Es ist so ein bisschen wie mit diesen Wochenzeitungen. Meine, du schmeißt die auch gleich weg, ja.
Linus Neumann
Nee, ich ich haue den Typen kaputt, wenn der die mir im Briefkasten steckt. Der ist ein großes Schild dran, dass ich.
Tim Pritlove
Keine Gewaltandrohungen aller Öffentlichkeit auf jeden Fall äh sagen wir mal so ähm dies äh, du denkst dir jetzt nicht so, oh Eine Zeitung, mal schauen, was da Interessantes drinstehen könnte. So und man entsorgt halt auch gemeinhin auch den ganzen anderen Spam, der eben über diese Kanäle äh so kommt, weil es sich halt eigentlich im Wesentlichen immer um Werbung handelt. So Aber warum gibt es denn diese Wochenzeitung dann überhaupt noch, wenn angeblich alle die wegwerfen? Ne? Und das ist halt das Problem äh generell.
Linus Neumann
Für uns gar nicht mehr. Ich müsste mal gucken, also entweder haben meine wiederholten, nicht Gewalt an Drogen, aber freundlichen Erinnerungen, dass ich diese Zeitung nicht haben möchte, gewirkt, dass der dass die bei uns im Haus nicht mehr verteilt wird.
Tim Pritlove
Ja gut, aber ich meine, das ist halt. Das musst du dann halt auch schon aufbringen, ne? Und bei anderen Leuten verfängt das halt einfach und da wird wird das gelesen. So und es wird Werbung gelesen und es wird Werbung auch geguckt und angeschaut auch im Fernsehen.
Linus Neumann
Und Zeitung lesen.
Tim Pritlove
Ich sage ja nur.
Linus Neumann
Du hast Recht, die wirken. Das, du hast Recht und ich weiß, dass sogar tatsächlich ähm dass ich mal mit äh, mit Einzelhändlerinnen gesprochen habe so in in dem Bereich, in dem ich wohne, ohne dass äh so über Werbemöglichkeiten wir uns da unterhalten, aber das ist jetzt auch über zehn Jahre her, ne? Aber da kamen dann tatsächlich die äh der die Perspektive auf, dass sie sagt, naja, sie hätten vieles probiert und dass das aber wirklich wirkt, in diesem ja kostenlosen Kiezzeitungen, ja? Das, die die machen natürlich auch also deren Angebote sind ja schalte eine Anzeige für was weiß ich, die nächsten drei Ausgaben und äh du bekommst einen redaktionellen Beitrag dazu, ne, dann kommt noch eine kommt eine Journalistin vorbei, macht ein Foto und schreibt einen tollen Text über deinen Laden, ne, also so die arbeiten wir auch mit allen die jetzt, sage ich mal, in äh gemeinhin äh nicht, nicht betrachtet würden oder nicht in Betracht geben. Also Vermischung von redaktionellen Inhalten und Werbung, aber ähm. Ja, da da weiß ich tatsächlich, dass die äh als als einzig wirksame Werbemethode wahrgenommen wurden von den Einzelhändlerinnen.
Tim Pritlove
Ja, das war also eine sehr äh schöne äh Aktion. Nicht ganz so eine schöne Aktion war dann die Wahl in der letzten Woche zumindest, was die Situation in Berlin betrifft, wo sich unsere Hauptstadt mal wieder ähm, seinen Ruf verteidigt hat. Als Zentrum des allgemeinen Chaos und äh Verwaltungstechnischer, negativer Höchstleistung. Du warst ja Wahlhelfer, wie wir denn noch kurzfristig erfahren haben. Ich äh, mich dann ähm an dem Tag noch kurzfristig in den Dienst der Wahlbeobachtung äh gestellt, nachdem ich gemerkt habe, dass ähm bei dem Wahllokal, wo Ich hätte äh wählen sollen, auch irgendwie eine sehr lange Schlange stand. Ich konnte dann Gott sei Dank auf ein anderes Wahllokal ausweichen, weil ich mir zuvor schon, Briefwahlunterlagen habe zuschicken lassen, die aber nicht per Post abgeschickt habe, sondern lediglich diesen Wahlschein dann genommen habe, um dann. Dann kann man nämlich in jedem Wahllokal innerhalb des Wahlbezirks wählen, wie ich dann erfuhr und so muss ich dann eben nicht in dieser langen Schlange stande, aber stand da so und dachte mir so, irgendwas schief, so was kennst du doch gar nicht. Also das waren so zwei, drei Leute irgendwie davor stehen, klar. Dass durch Corona irgendwie da ein bisschen mehr Prozedur da vorne ist. Aber es nahm ja da nicht ab und dann bin ich irgendwie am gegen Abend noch mal dahin gefahren. Die Schlangen wurden halt immer noch länger dachte ich mir so, okay, alles klar, den Prozess, den schaue ich mir jetzt mal genauer an. Ja und zu dem Zeitpunkt und dann sprach sich das ja auch schön rum, dass das jetzt nicht nur äh hier in meinem Wahllokal so war, sondern an ganz vielen Stellen in Berlin eine ganze Menge schief lief, nicht nur, dass äh es dauerte, weil zu wenig Wahlkabinen aufgestellt wurden, sondern es kam dann auch noch so Korken dazu, dass. Keine Wahlzettel mehr verfügbar waren, so die waren dann halt nicht vollständig. Entweder fehlten alle oder es fehlten einige und dann gab's auch mal Wahllokale, wo einfach die falschen ausgegeben wurden, womit dann 70 Prozent aller Stimmen ungültig waren und so. Also es nahmen überhaupt gar kein Ende. Am Ende bei unserem Wahllokal standen sie dann irgendwie noch um 81 Uhr 45 in der in der Schlange. Um 8zehn Uhrdreißig kam irgendwie noch mal eine Bullenwatte vorbei und brachte nochmal ein paar Walzzettel, damit's auch reicht. Es ist wirklich ein totales äh Chaos. Wie ist es denn bei dir gelaufen?
Linus Neumann
Du musst nur ganz kurz sagen, das wird also falsche Wahlzettel haben in Berlin 30.000 Menschen bekommen, wenn ich das richtig gesehen.
Tim Pritlove
30tausend0 oh Gott.
Linus Neumann
30.tausend sind in Wahllokal gekommen, hallo, herzlich willkommen zur Wahl, hier ist ihr Zettel, zack, haste gewählt, gehst du raus, packen die nachher Zelt aus und falsch, ungültig, ne?
Tim Pritlove
Haha. Gearsch.
Linus Neumann
Sorry.
Tim Pritlove
Viele Grüße vom Wahlservice Hahn.
Linus Neumann
Und aber das Krasse ist natürlich, Tim, ähm da haben wir natürlich jetzt auch, haben wir so viel drüber gerätselt, äh. Merkst du das nicht, ne? Und nee, merkst du nicht, glaube ich auch, weil also doch du merkst das, du hast ja eventuell, also wenn du ein bisschen, wäre ich in der Situation gewesen, ich bin mir relativ sicher, die mir zum Beispiel die Direktkandidatinnen meines Bezirkes zu kennen. Ja, also ich weiß, wer hier für für die Grünen, für die Linke, äh, angetreten ist, so, naja, da hätte ich mich wahrscheinlich schon gewundert, wenn die nicht auf dem Zettel stehen für die Bundestagswahl. Wenn wir hier in äh Bezirksverordnetenversammlung oder Abgeordnetenhaus gehen, da hätte ich das schon nicht mehr gewusst, ja. Das waren ja die anderen beiden, Stimmen, die oder die anderen drei Stimmen die Berliner abgeben mussten, das heißt da hätte ich's auch nicht gemerkt. Und jetzt kommt der Punkt, wenn ich's gemerkt hätte, stelle ich mir halt auch die Frage, ich dann in dem Wahllokal wirklich gesagt hätte, Entschuldigung, kann das sein, dass sie den falschen Zettel mir gegeben haben? So weißt du, wenn ich irgendwie um um sechzehn Uhr wählen gehe und denke so, hm, hier sind, das wird ja hier von Profis gemacht, ne. Die werden wir jetzt nicht den falschen Zell ergeben. Ich halte mal lieber die Fresse, bevor mich das ganze Wahllokal auslacht, weil äh weil mir weil ich weil ich nicht wusste, wer hier aufm Zelt stehen soll, ne. Insofern, ja, kann ich mir schon sehr gut vorstellen, dass dass so etwas halt dann. Passiert, ne? Das ist, dass es niemandem auffällt. Äh, wirklich faszinierend, kannst ja, also krass, krasse, krasse Geschichte, darf natürlich nicht passieren. Wer jetzt gefragt, okay, wie war meine Erfahrung? Äh wir erinnern uns, ich hatte ja schon, also ich hatte ja schon so ein komisches Gefühl, weil ich ja, ich wurde ja am 18. September, also ein paar Tage vorher, äh, per E-Mail so E-Mail mit einem angehängten PDF noch verpflichtet als Wahlhelfer zu wirken, ja? Ähm ich meine Rolle war die äh das ist die beste Rolle, die man haben kann, habe ich dann jetzt auch verstanden. Hilfskraftbriefwahl, ja? Hilfskraftbriefwahl ist das, was du möchtest, weil ähm, Du musst nicht irgendwo um um sieben Uhr im Wahllokal sein, ne? Du hast kein äh Menschenkontakt und Hilfskraft bedeutet eben auch, ne, relativ wenig Verantwortung. Äh insofern Hilfskraft Briefwahl ist genau das, was man haben möchte, wenn man zumal wenn man's zum ersten Mal macht. Ähm. Wie war meine Erfahrung? So, da stand drin, sei um 14 Uhr an dieser und jener Schule. Ja gut. Dann bin ich da äh hingeeilt und war schon so ein bisschen äh ich war also drei, vier Minuten zu spät, ne? Und da habe ich so gedacht, oh scheiße peinlich, ey. Jetzt kommst du da unpünktlich an, du kommst als letztes. Es ist schon mal irgendwie, machst du schon mal schlechten Eindruck, ne? Und dann komme ich halt an dieser Schule an, deswegen Kreuzberg, Karl von Osjetzki Schule hieß die, ähm eine relativ große Schule. Ich würde jetzt mal sagen, vom Gebäude her durchaus so wahrscheinlich ein paar tausend Schüler, würde ich ja also, war auf jeden Fall ein großes Schulgebäude, ne. Oh, er kommt da so an, stehen da irgendwie so äh Steht da so einer, wo sich so fünf, sechs Leute um den versammeln? Sagst du, ja hallo, ist hier Wahl oder so? Sagt er, ja muss, musstest du zu der und der Schule? Ich sage, ja, sagte, ja, okay, ein ein Schulhof weiter, geh mal dahinten hin, da wirst du das dann schon sehen. Ja gut, dann gehe ich dahin und, Ist also auf diesem Schulhof stehen so, ich kann jetzt nicht so gut schätzen, aber ich würde mal so sagen, zweihundert Leute, vielleicht auch dreihundert auf diesen Sulo verteilt. Stehen da so ohne erkennbare. Ohne erkennbares Ziel, ja? Und ich dachte erst so, na, ob das jetzt Wähler sind oder die haben schon gewählt und jetzt rauchen die noch eine, ne? Teilweise so Hände in der Tasche und so und dann habe ich so zu allem hin. Ich sage so, hör mal. Was ist das hier, ne? Wartet ihr auf irgendwas oder. Ne, weil was ist deine Rolle hier? Ja, nee, ich bin Wahlhelfer. Ich sollte um vierzehn Uhr da sein. Ich sage, ja, okay, ich auch, ne? Und dann habe ich irgendwie, aber der der war der kam keine Bewegung rein, so passierte nichts, ne. Dann habe ich irgendwann hier von meinem Wal, Lokal für oder von meinem Wahlbezirk, für den ich da ja eingeteilt war. Also ich hatte quasi eine Vorladung für äh, eine Einberufung für was weiß ich dieses, also irgendwie fünf A oder was äh in der äh Karl von Osjetzki Schule, und der Typ hatte mir ja dieser dieser von meinem ursprünglichen Wahldingen da, der hatte ja eine Mail geschrieben, Von dieser Web DE, E-Mail-Adresse und da habe ich äh hat da hatte deine Handynummer drin und da habe ich da mal angerufen und da habe ich gesagt, hör mal, äh Kollege, ne, ich sollte 41 Uhr da sein, ich bin hier deine Hisskraft. So.
Tim Pritlove
Wie sieht's aus?
Linus Neumann
Und jetzt pass auf. Also das war jetzt so, da war's jetzt schon so vierzehn Uhr dreißig, würde ich sagen oder vierzehn Uhr fünfundvierzig, ne? Ja, sagt er, äh ja, also er wäre jetzt äh in dem Raum drin und äh ich sollte mal gucken, ob ich dahin komme. Ähm allerdings, wer er jetzt auch nicht mehr in der Lage mir zu beschreiben, wo der Raum ist, Und ähm ich sollte doch am besten mal gucken an dem einen Eingang da steht so eine Frau mit einem Plan. Und die hätte ihm gesagt, wie er dahin kommt und da soll die eigentlich einfach auch mal hingehen, ja? So, der Mann hatte Recht, ja? Hinter also so auf einem anderen Teil dieses Schulhofes vor einer anderen Tür stand eine Frau, äh die hatte so. Ich würde sagen, so fünf, sechs a drei Blätter, die waren oben aneinander getackert und mit denen konnte die, wo was ist. Die konnte, die hatte quasi so ein Gebäudeplan, ne? Und da konnte die dann, wenn die sagt, dass äh hier ähm. Da hat man dann angestanden, da war so eine Schlange von, sagen wir mal. Also die Schlange war immer so zwischen würde ich sagen 40 und und 60 Personen.
Tim Pritlove
Vor dieser Frau.
Linus Neumann
Vor dieser Frau, ja, aber die wurde ja aber auch relativ zügig abgehandelt, weil jede einzelne Person sagt dir ja nur, was weiß ich vier V. Äh und dann guckte die Frau auf den Plan, den man natürlich auch hätte aushängen können, ja, wo das ist und sagte dann so, ja, gehst du mal da lang und so, ne? Deswegen, also jede Person, wo du da so, ja, ungefähr dreißig Sekunden behandelt, ja? So, Habe ich mich in diese Schlange gestellt. Ich hatte übrigens auch hier äh äh Kathrin Röneke noch getroffen, die auch ähnlich erfreut war über die äh über diese Planlosigkeit, die da äh stattfand. Saßen wir da in. Standen wir da so in der Schlange und dann kam immer wieder mal so Leute diese an der Schlange vorbeiging und sich nach vorne drängelten, ne? Und dann die anderen protestierten dann natürlich auch und sagten so, ey, Entschuldigung, wir stehen hier alle an und die Leute, die sich da vordrängelten, meinten so, ja, tut mir leid, ich bin Wahlhelfer. Und dann alle so, Wir auch ja? Und die diese Leute dachten halt und das so, so blöd, wie da alle standen und planlos, dachten die halt, das dachte ich ja auch, dass dass Wähler sind, ne, dass die Leute anstehen um zu wählen.
Tim Pritlove
Gemeines Wahlvolk.
Linus Neumann
So und das waren aber jetzt halt hunderte Wahlhelfer, die nicht wussten, wo sie hin sollten. So, in einer lösbaren Situation, ne? Du hättest nämlich einfach fucking ausschildern müssen. So, gut, jetzt war ich irgendwann bei dieser Frau dran, ne, die da sehr tapfer ein ineffizienter Prozess, da sind hunderte Menschen, ja. Und die fragen einzeln, ja? Ähm und da äh sagte ich so, ja hier, ich muss zu fünf haste nicht gesehen und dann sagt sie so, ja okay, dann fingen sie da an zu rascheln, guckte erst so und dann ah okay, das ist in dem und im Gebäudeteil und dann sagte sie, ja, pass auf, also das ist hm. Ja, pass auf, geh mal am besten da hinten durch die Tür rein, ne und dann gehst du mal in den ersten Stock und dann musst du einfach nochmal gucken, Das war die Auskunft.
Tim Pritlove
Fast eine halbe Stunde angestanden hast.
Linus Neumann
Für dich eine halbe Stunde angestanden habe. So, es, es waren am Ende wirklich kein Scheiß. Es war fünfzehn Uhr dreißig, als ich letztendlich in meinem in meinem äh Briefwahlbezirk da angekommen bin.
Tim Pritlove
Hm
Linus Neumann
Es war dann noch die Situation, dass als ich in dem ursprünglichen, für den ich geladen war, war dann so eine äh junge Frau, die sagte, ja hör mal, ich bin hier mit meiner Freundin, wir wollten das zusammen machen. Die ist hier in diesem anderen Briefwahlbezirk, ähm wäre das für dich okay zu tauschen, Ne, dann also äh zählt's halt einen anderen Bezirk aus und wir können das zusammen machen. Da habe ich gesagt, ja, ist doch gar kein Thema. Bin halt einfach nochmal, habe dann quasi nochmal Wahllokal gewechselt, ja? Ähm. Da war ich um mit mit fünfzehn Uhr dreißig, anderthalb Stunden Verspätung, aber noch einer der ersten. Da waren. Und du hattest jetzt eine Situation, dass also während ich noch unten stand bei der Frau in der Schlange, ja? Sah ich schon vereinzelt so Leute, über diesen Schulhof laufen, die hatten so einen die hatten den gesunden DIN A4 Blatt irgendwo gefunden, ja? Und hatten hinten drauf mit Buntstift, so mit hellblauem Buntstift, den sie da in der Schule gefunden hatten. So, was weiß ich. 6G drauf geschrieben, was jetzt ihr Wahlbezirk war und liefen dieses Schild hochhaltend mit suchenden Gesicht über diesen Schulhof, um ihre Hilfskräfte zu finden.
Tim Pritlove
Wie so eine Touristengruppe in Rom irgendwie.
Linus Neumann
Aber mit so einem ganz weißt du, mit so einem scheiß Buntstiftchen gemalt, so Wachsmaler, so, ne? Und und lief, wie lange? Und du dachtest so, das kann doch nicht wahr sein. Es kann einfach nicht wahr sein. So dann dann muss ich aber sagen, so okay, fünfzehn Uhr dreißig waren wir da. Jetzt hatte ich großes Glück, einen äh Wahlvorstand zu haben. Äußerst äh kompetent total fitte Leute. Ähm unsere Wahlvorstände hatte das jetzt, glaube ich, auch schon, die machte da zum vierten Mal, weil jetzt aber erste Mal vorstand, die Wahl enorm gut vorbereitet, ihre Schriftführerin und ihre Beisitzerin auch, das waren so richtig also super organisierte Leute, die ähm ne, die Prozesse kurz erklärt haben und dann muss ich auch noch dazu sagen, wirklich, alle Leute, die da waren, ähm fit, intelligente Leute, ja? Nicht irgendwie Handy in der Tasche, sondern die haben alle so gesehen, okay, wie läuft hier der Hase, wie kann ich, Was kann ich schon mal vorbereiten? Äh hier ich habe gerade nichts zu tun. Ich fange schon mal das an oder so, ne. Ähm wirklich äußerst fit, dieser Auszählvorgang war auch wirklich sehr. Ähm sehr interessant. Also du musst es ja erstmal, du kriegst ja die roten Umschläge, da drin ist der Wahlschein und dann der blaue Umschlag. So, jetzt gab es aber natürlich Unterscheidung in, nur Bundestag wählen darf nur Bezirksverordnetenversammlung wählen und so ne also es dürften nicht alle alles wählen wie gesagt wir hatten in Berlin.
Tim Pritlove
Vier Wahlen im Prinzip gleichzeitig.
Linus Neumann
Genau, mit insgesamt sechs Stimmen, ne? Erst- und Zweitstimme Bundestag, dann BVV und AGH, eine von beiden waren auch nochmal zwei Stimmen. Und dann bist du bei fünf und dann hattest du noch äh Volksentscheid deutsche Wohnen enteignen. So und jetzt ähm. Dieser Ausziehprozess ist auch tatsächlich sehr interessant. Ähm. Und zwar ich mache das jetzt mal nur am Beispiel der Bundestagswahl. Also er, erstmal packst du die, packst du die aus, dann musst du die Wahlscheine äh sammeln und die müssen sortiert werden nach wer darf was wählen, weil daraus ergibt sich ja dann am Ende die Gesamtanzahl der möglichen, abgegebenen Stimmen, ne? Halt irgendwie so und so viele Wahlscheine, nur BVV, so und so viele Wahlscheine, alles und so weiter und dann weißt du quasi, okay, so und so viele Stimmen erwarten wir jetzt. Ähm.
Tim Pritlove
Ganz wichtig ist Korrektiv, um am Schluss immer wieder überprüfen zu können, dass man nichts vergessen hat.
Linus Neumann
Ja oder nicht einer zu viel drin war, ne? Das ist tatsächlich äh na ja und dann äh genau, das das mussten wir erstmal alles auspacken und dann ähm. Da musst du auch die roten Umschläge beibehalten, weil am Ende musst du natürlich musst du theoretisch in der Lage sein, die Umschläge nachzuzählen, ob du dir auch wirklich alle aufgemacht hast und so. Ähm oder ob dir da einer, ne, zu viel, das, also es muss alles immer passen. Dann hast du natürlich auch solche Leute, die dann ähm. Hör mal, wie war da ein Fall, die hatte halt den Wahlschein und den ähm. Den die äh die hatte quasi offenbar ihren Wahlschein da reingelegt, hatte den blauen Umschlag schon zu und hatte aber jetzt hier die den Volksentscheid vergessen und hat den aber dann noch offen mit in den Umschlag getan, ne? Und da war dann jetzt zum Beispiel so ein Fall, da das sind dann so Beschlusssachen, da muss dann der Wahlvorstand eben gemeinsam nach Regularien entscheiden, was machst du jetzt mit dieser Stimme, ne? Ist jetzt nur diese Volksentscheidstimme ungültig, oder ist der gesamte Umschlag ungültig, ne. Weil das Problem ist, mit diesen diese, da hat sie jetzt quasi ihre geheim die geheime Wahl ja verwirkt, ne, weil sie den. Zu dem Wahlzettel gelegt hat und du weißt ja nicht, ob in dem ähm Umschlag nicht nochmal so ein Ding drin ist, ne? Und dann hättest du auf einmal mehr gehabt, Und da musst du sowas entscheiden. Dafür gibt's dann quasi auch Anleitungen, ne? Aber da da lag halt dann auch, da es gab, also auf dem Tisch, in diesem Wahllokal, was wir da äh betrieben haben, ne, was ja eigentlich so ein Klassenzimmer war, lagen halt noch mal so, last minute Korrekturen zum, Wahlerlass. So irgendwie so, übrigens, sorry, da steht auf Seite so und so, wenn irgendwas offen drin liegt, müsst ihr so und so werten, Ist aber falsch. Ihr müsst so und so werten, also ging's glaube ich um die Frage, ähm ist in einem solchen Fall alles ungültig oder nur der Teil, der nicht im Umschlag lag, Und da gab's dann noch so Last-Minute-Korrekturen zu den zu den quasi Anweisungen, wie du auszuzählen hast. Also es ist Katastrophe. Na ja. Unser Team total fit. Wir hatten diese äh Umschlagssituation geklärt bis, ich glaube, sechzehn Uhr fünfundvierzig, ne. Es war etwas unter einer Stunde. Wir konnten nochmal nach Hause gehen äh bis achtzehn Uhr. Mussten dann wieder da sein zum Auszählen und dann durften wir erstmal nicht auszählen, weil, Wir mussten warten, weil es hätte ja sein können, dass jetzt nochmal irgendwie so nochmal Stimmen kommen, die die jetzt noch irgendwo zentral eingegangen sind bei der Post am Samstagabend und dann irgendwie noch hierhin geliefert würden oder sowas, da mussten wir noch warten bis 18 Uhr noch was, bis wir anfangen durften. Und äh achtzehn Uhr dreißig oder achtzehn Uhr fünfundvierzig durften wir dann anfangen. Da machst du halt die ganzen Dinge auf und sortierst du die Wahlzettel. Und dann gibt's halt zum Beispiel das erste, was du machst, ist, du nimmst die ganzen Bundestagswahl Stimmen und sortierst die in, Erst- und Zweitstimme gleich oder ungleich.
Tim Pritlove
Ja. Genauso war das bei uns auch. Mhm.
Linus Neumann
Naja, also da gehe ich davon aus, das wird bei dir genauso, also das wird einheitlich so gewesen sein, ne, dann sortierst die nach gleich oder ungleich. Und dann.
Tim Pritlove
Oder nach Leer und nach äh zu klären, ne? Das waren so diese vier Stapel, auf die das erstmal mhm.
Linus Neumann
Und dann ähm. Quasi diese vorstehende ruft dann immer quasi den Parteinamen aus und jeder jede von uns hatte so sagen wir was weiß ich drei, vier Parteien. Für die du dann verantwortlich warst, ne? Dann sagt dir so Grüne und dann hier zack und dann nimmt die das, nimmt diese andere Person das entgegen, die quasi für das Zählen der grünen Stimmen verantwortlich ist, ne? Gab's natürlich auch so ein paar Arschkarten Parteien, ne, so AFD und so, ja, das war dann immer, äh, die wollte keiner, aber einer hat dann, der einer hat sich dann geopfert, immer die AfD zu zählen. Das war zum Glück immer relativ wenig, ja? Äh, insofern hat das auch Vorteile, ne? Und äh genau, dann.
Tim Pritlove
Aber interessantes Konzept, das wurde zum Beispiel bei uns äh nicht so äh mit Ausrufen nicht so gemacht. Wir.
Linus Neumann
Das ist aber das ist tatsächlich also dieses Verfahren muss man schon sagen, das hat das macht so durchaus Sinn. Das mit dem Ausrufen, weil du da halt eine doppelte Korrektur drin hast, ne, dass dass man einmal das sagt und dann nimmst der andere entgegen und das ist auch, das ist der Weg, wie es zu sein hat, ja? Und das macht auch Sinn.
Tim Pritlove
Ja, ich habe dann immer äh paar spitze Kommentare gegeben, die sollen nochmal irgendwie die Zettel. So durchzählen, dass man irgendwie auch alle äh alle Felder sehen kann, wenn sie da irgendwie Entscheidungen fällen. Ähm so beim Beobachten, ne? Ähm das ging mir dann teilweise auch zu hektisch. Ich meine, ist natürlich auch problematisch, ihr wart jetzt in einer besseren Situation, dadurch, dass ihr erst so spät angefangen habt, ne, aber in dem.
Linus Neumann
Nicht irgendeinen laseweisen Kommentator noch dabeihalten.
Tim Pritlove
Sogar noch einen anderen, der alles aufgeschrieben hat. Ähm nee, ich glaube, ich war eher das geringere Problem. Ich wollte da ja auch eher ähm konstruktiv äh das Ganze begleiten. Nee, aber teilweise waren die Leute halt seit sieben Uhr vor Ort. Ja, haben da äh die ganze Zeit diese Leute und kannst du dir vorstellen, wenn da, sozusagen dein ganzes Volk da äh durchrauscht, dann ist da mal wieder irgendwas und dann Corona und Maske und hast nicht gesehen und desinfizieren und irgendwie nur so und so viele Leute rein. Zu wenig Wahlkabinen, Dann diese anstehenden Problematik und dann halt irgendwann, oh jetzt fehlen die Wahlzettel. Der eine ist ja dann sozusagen noch losgefahren zum Bezirksamt, weil die ja selber nichts gebracht haben, Ja, sie haben sich zwar schon frühzeitig beschwert und gesagt, ja hier Wahlzettel, das wird nicht ausreichen, wir haben einfach nicht genug was was was erlaube kam natürlich irgendwie nix, selber noch ins Auto gesetzt, hingefahren. Und äh angestanden, wo ganz viele Leute rumstanden an diesem Bezirksamt und alle irgendwie am Schreien waren und wir brauchen hier irgendwie Wahlzettel dann kam irgendwie noch die Polizei vorbei, die äh auch von irgendjemand beauftragt wurde, jetzt mal hier irgendwo Wahlzettel vorbeizubringen fühlte sich ganz wichtig, wolltest du dich da nur wie vordringen, sondern wir sind hier die Polizei, wir müssen irgendwie Wahlzettel holen, wir wollen hier alle Wahlzettel haben, stellt euch gefälligst hin Mann. Ja, so, ne? Und in diesem ganzen Stress und dann ist achtzehn Uhr, dann stehst du irgendwie da schon elf Stunden und dann nochmal warten, weil die Schlange noch abgearbeitet werden muss. Dann geht's um neunzehn Uhr dreißig irgendwie erst so richtig los und dann musst du irgendwie vier Wahlen auszählen und dann noch die Konzentration hochhalten. Das war natürlich schwierig, weil dann mal irgendwie alle nach Hause ja, manche krank, bla, bla, bla. Also da ist eine gute Bruce, du absolut wichtig. Ist sehr wichtig, dass diese Wahlvorstände das gut äh durchziehen. Bei dir schien's noch ein bisschen, stringenter durchgezogen worden zu sein, alles in allem fand ich's jetzt nicht bedrohlich schlecht. Also es war okay.
Linus Neumann
Also ich muss sagen, die äh also der vielleicht ganz kurz noch Also wie wird dann weiter ausgezählt? Du hast dann quasi jetzt die gleichen Stimmen, ne? Dann fängst du an, die Zweitstimmen auszuzählen. Das heißt, du nimmst den, du nimmst den Stapel mit den ungleichen Stimmen, ne? Und du gehst in einmal durch nach der Zweitstimme und dann nimmst du den gleichen Stapel nochmal und gehst den durch nach der Erststimme, ne? Nach diesem Verfahren. Und ähm. So spielst du dieses Spiel, dann werden immer die Zahlen mit aufgeschrieben und dann guckt die Schriftführerin, ne, ob sie ob die Summen stimmen, ja, also, deckt sich das, ne, die Summe gültiger, ungültiger und sonst was abgegebener Stimmen. Deckt die sich mit der Anzahl der Wahlzettel. Wenn nicht, dann muss er herausfinden wieso und das kann natürlich schiefgehen. Und deswegen nochmal, also unser Team war wirklich würde sagen herausragend und wir waren gegen zweiundzwanzig Uhr fertig mit den ganzen Schnatterer Denken und da habe ich noch als wir quasi schon unsere also als wir da uns darüber Gedanken gemacht haben einzupacken. Habe ich dann noch einen Kumpel aufm Flur getroffen und sagte so, ja, wir sind fertig und er so, ja, wir sind jetzt auch mit dem Bundestag fertig, ne. Also die hatten die Bundestagswahl in der gleichen Zeit ausgezählt, wie wir die gesamte Wahl. Briefe, ja. Gleiche Bedingungen, die hatten halt, äh, ehrlich gesagt, wieso habt ihr denn so lange gebraucht? Seid ihr immer irgendwie eine Inkonsistenz, dann musste das nochmal zählen. Also, da muss man wirklich sagen, da richtig penibele, Leute zu haben ist halt, unabdingbar und ich kann mir sehr gut vorstellen, wenn du da nicht gut vorbereitet bist, wie dir sowas äh schief gehen kann. Jetzt hast du gerade schon gesagt, ähm. Ein Freund von uns äh, Erdgeist, der ist macht das ja auch so, der ist ja schon so Wahlhelfer, veteran. Der macht das, ich weiß nicht, schon schon immer und äh der war jetzt irgendwie in so einem Wahllokal dann hier auch Wahlvorstände und so, ne? Und der sagte halt auch, sechs, sechs Uhr fünfundvierzig da sein. Wahllokal aufbauen, damit das um 8 Uhr öffnen kann und er hat da halt auch schon gesehen, da viel zu wenig Wahlkabinen konnte sich quasi an der Größe des Wahlbezirks schon wusste der quasi schon um um 7 Uhr, dass das. Dieses Wahllokal, was sie da jetzt, nicht in der Lage sein würde, diese Menschen abzufertigen. Erst dann auch noch irgendwie selber mit dem Roller in der Pause Wahlzettel äh holen gefahren. Und also wirklich, da muss man einfach sagen, diese ganze Wurde gerettet von den Wahlhelferinnen ne? Und als wir dann als wir dann da fertig waren, ne, also den Teil, den wir gemacht haben, wirklich dankt unserer Dank unserer bevorstehenden, großartig. Und dann sagen wir. Jo, hi, wir sind jetzt, wir sind fertig, ne? Wir sind durch. Äh, ja. Runterfahren da gibt's auch ein Fahrstuhl. Ah ja super, wo ist denn der Fasching? Du, das weiß ich nicht. So, okay, komm, wir tragen das Scheißchen. Die Urne war übrigens eine Mülltonne, ne? Äh was, also die passte von der Größe her, ne, war war halt eine Mülltonne.
Tim Pritlove
Ja, passt doch auch irgendwie zu Berlin so ein bisschen. Mhm.
Linus Neumann
Ähm und äh naja, dann habe ich mir noch angeschaut, das war natürlich der andere Teil, der mich interessiert hat, wie passieren denn die Schnellmeldungen? Ja, in dieser Schule wurden ja, ich weiß nicht, wie viele Wahlbezirke ausgezählt. Da Briefwahlbezirke und ähm. Die Schnellmeldungen waren halt äh da saßen unten im im Erdgeschoss, gab's so, boah verwandert, neun oder zwölf. So so Tische, an denen jeweils eine Person mit einem Computer saß und die tippten dann, Schnellmeldungsergebnisse ein, ne? Und da da ging dann quasi die Schriftführerin oder eine äh bevollmächtigte Hilfskraft runter und sagte, aha, okay, ah ja, was was äh tippt ihr jetzt hier ein. Ja, wir haben jetzt hier, ne, Wahlbezirk a sechs a, haste nicht gesehen, Mhm, okay, dann sag mal, und dann wurden halt die Stimmen durchgetippt in so ein in so eine Weboberfläche und dann äh war der, war das, war das Ding fertig.
Tim Pritlove
Ach echt, ne, mit der Weppoberfläche wurde das gemacht.
Linus Neumann
Ja, das war äh und zwar.
Tim Pritlove
Bei uns war das telefonisch.
Linus Neumann
Ja, dass also dann hat's wahrscheinlich da dann jemand äh digital eingetippt.
Tim Pritlove
Auch kein Netz. Es gab auch kein Netz in diesem äh Kindergarten.
Linus Neumann
Also du machst halt, also das war ja hier auch so, ne, da so relativ offensichtlich gab es da jetzt ein paar Leute, die zu diesem eintippen befähigt waren. Bevollmächtigt waren, aber eben noch sehr viel mehr, die denen halt ihre Zahlen gesagt haben. Wahrscheinlich hättest du die auch anrufen können, aber entscheidend ist eben, irgendwann muss ja irgendjemand diese Sachen eintippen, ne. Und das haben sie offenbar nicht runterskaliert, bis auf das auf das Einzelne, Wahlbüro, sondern eben auf einer etwas höheren Ebene dann äh angedingst. Deswegen wundert mich nicht, dass ihr jetzt da mit einem mit einem Wahllokal, halt eine telefonische Meldung macht, aber die Person, mit der jeder telefoniert hat, die wird das dann eben in diese Weboberfläche eingetippt haben.
Tim Pritlove
Diese Schnellmeldung ist nur für den Bundestag, muss man mal dazu sagen, nur für die Bundestagswahl.
Linus Neumann
Ja auf jeden Fall dafür ist sie entscheidend, ne. In in Charlottenburg-Wilmersdorf haben sie ja so verkackt, dass sie die Schnellmeldungen geschätzt haben. Geschätzte Wahl, die aber geschätzt. Das ist aber jetzt das vorläufige Ergebnis, ne? Ja, die müssen dann, die chillen die dann jetzt nochmal in Ruhe aus und dann äh werden sie das korrigieren. Werden sie sehen, ob ihre Schätzungen richtig war.
Tim Pritlove
Also dass diese Landeswahlleiterin von Berlin ja noch einen Tag gebraucht hat, bis sie irgendwie zurück zum Rücktritt äh gegangen ist. Das hat mich schon äh wirklich beeindruckt so. Also sie haben auch wirklich am Anfang noch versucht, sich da groß rauszureden und es wird auch alles gar nicht so schlimm. Aber dann wurde der Druck dann doch relativ schnell, weil diesmal ist für dich so dermaßen viel daneben gegangen. Ich meine, es sind Leute, teilweise abgewiesen worden, ja, wir haben hier keine Wahlzettel ja, die Leute wollten einfach nicht länger in der Schlange stehen. Da stehen dann alte Leute, die einfach mit dem Stehen an sich schon mal Probleme haben. Du kannst da irgendwie so Achtzigjährige nicht irgendwie zwei Stunden in so einer Schlange stehen lassen, ja. Gut, die wundern teilweise auch vorgelassen, aber Es sind auch viele Leute abgedreht. Dann gab's halt sowas wie ja äh wir haben jetzt hier also Erststimme haben wir, haben wir nicht, So, aber die anderen kannst du alle wählen, könnt ihr jetzt warten, bis der da ist oder ihr wählt jetzt so und dann haben halt manche Leute gesagt, so keine Zeit mehr irgendwie, bis ich, Billig jetzt lieber so viel wie ich wie wie ich kann. Das ist einfach also das ist einfach.
Linus Neumann
Ja, das ist, also es ist äh tatsächlich eine, Also es ist eine Katastrophe und jetzt können wir auch mal, gut, jetzt haben wir es einmal ein bisschen erzählt, weil Tim zum ersten Mal äh in Deutschland in der Bundestagswahl teilnehmen durfte, weil ich.
Tim Pritlove
Und einer Landtagswahl.
Linus Neumann
Und äh ich zum ersten Mal Wahlhelfer war und wir jetzt beide Mal äh so eine Führung in der Wurstfabrik gemacht haben, aber.
Tim Pritlove
Ja.
Linus Neumann
Ähm und ähm warum diskutieren wir das hier in Lokbuch Netzpolitik nochmal so ausführlich? Weil was jetzt passieren wird, ist. Dass diese Vorkommnisse natürlich genutzt werden, die nächsten Wochen, Jahr, Monate und Jahre von der Lobby für äh digitale Wahlsysteme, ne? Die werden sagen, ey schaut euch das an, was da in Berlin los war. Äh das lag an an Stift und Papier, ja? Und wenn wir das jetzt schön digital gemacht hätten. Dann hätten wir eine.
Tim Pritlove
Werden das nicht nur sagen, die sagen das auch schon.
Linus Neumann
Genau. Und jetzt ist halt der Punkt, den muss man sich, glaube ich, klar machen, diese ganze Angelegenheit. Konnte gerettet werden. Und wurde gerettet, weil es mit den vielen tausend Wahlhelferinnen in Deutschland ähm oder in Berlin. Kompetente Menschen gab, die diesen Prozess verstanden haben und retten konnten. Ja, also. Ding, diese Wahl wurde gerettet von Leuten wie, wir haben ihn ja erwähnt, den Erdgeist und bei dir ist er auch Freundinnen und Freunde in dem in dem äh Wahllokal hoffen und eben auch jetzt in in meinem kleinen Teil, ne, die die äh drei Frauen, die bei uns den Vorstand gemacht haben und die waren jetzt so fünf, sechs andere Leute, die da als Hilfskräfte wirklich eine mitgedacht haben und gut gearbeitet haben, das sind die Menschen, die diesen Wahlprozess gerettet haben, weil sie ihn verstanden haben und ihn retten konnten, Und wenn du das jetzt digital machst, dann hast du das auf einmal nicht mehr. Und dieser Wahlprozess ist doch ziemlich kompliziert. Ja? Und den wenn du jetzt sagst, okay, also wenn das jetzt ein Digitalding wäre, dann wird das nicht einfacher So, es wird, es wird nicht besser dadurch, dass du jetzt, dass du einen Prozess machst, den auf einmal nicht mehr, wenn irgendwo was klemmt, eine, ein Wahlhelfer, äh, ein ehrenamtlicher Wahlhelfer, äh, oder 'ne Wahlvorstehende, kurz mal eben. Im Sinne der Lösung zielorientiert fixen kann, oder ob du halt auf einmal da stehst und sagst, der Drucker funktioniert nicht, ne? Und deswegen, denke ich, ist ist die Leere, die man daraus ziehen muss, ganz klar ähm, dass man eben nicht dieses Verfahren jetzt auch noch digitalisieren möchte. Na, weil das wäre halt wirklich dann, dass der der Richtige der richtige Untergang Ja, dass, dass, das ist, glaube ich, der wirklich der genau falsche Schluss und der wird jetzt äh propagiert werden. Das finde ich sehr äh ja, sehr, sehr besorgniserregend, ehrlich gesagt.
Tim Pritlove
Also auch die Debatte muss man sich auf jeden Fall einstellen. Die kommt ja immer wieder und dann gibt's halt so ich sage mal so, äh diese Modernisierung, ja, wir müssen ja modern sein oder mit der Zeit gehen und es kann ja nicht sein, dass und hätte man das mit dem Internet gemacht und so weiter und dann irgendwie dieser Mythos Wahlbeteiligung alles totaler Unsinn, ne. Also man kann es einfach nicht oft genug wiederholen, dass einfach eine digitale Wahl, nicht nur diese ganzen Sicherheitsfaktoren ausschaltet, die wir benannt haben, also so diese ganzen ja, die es gibt, einfach dadurch, dass Leute, dass du aktiv ähm machen können, aber halt auch die grundsätzlichen Argumente. Nicht überprüfbar, nicht nachzählbar, et cetera, also auch generell verstößt es eben auch gegen unsere Gesetzgebung und und die Verfassung Das ist ja auch vom Verfassungsgericht schon mal festgestellt worden im Rahmen dieser ganzen Wahlcomputerauseinandersetzung vor zehn Jahren. Aber es ist halt auch, Illusion zu glauben, dass die Komplexität einfacher werden würde, wenn man jetzt hier irgendwie Computer aufstellt, ich meine wenn man muss sich ja nur mal anschauen was die Verwaltung für Probleme hat überhaupt irgendwie Computer für den normalen Tagesbetrieb irgendwie, Griff zu behalten. Und dann haben wir hier nun so und so oft über äh besprochen. Ja, was ist, wenn jetzt irgendwie alle Wahlergebnisse erstmal mit mit 3tausend Bitcoin freigekauft werden müssen? Wollen wir das? Also nee und äh von daher bitte vergessen, diese ganzen Sachen. Und wer auch immer mit so einem äh Unsinn äh aufkommt, soll irgendwie LNP hören.
Linus Neumann
Es gibt einen äh noch mal einen ausführlicheren Bericht von Christian Waldhoff beim Verfassungsblock, äh der äh dann auch so das Fazit zieht, so, Also. Es wäre jetzt eigentlich gut, äh wenn es jetzt hier mal eine also wenn hier jetzt mal die Rechtsschutzmöglichkeiten ausgeschöpft würden. Ähm und diese Wahl dann eben auch mal kritisiert wird, nicht weil er das in Frage stellen möchte, weil es auch wahrscheinlich nicht mehr relevant ist, die Wahlfehler, die aufgetreten sind, aber das halt eine Feststellung der Rechts und zugleich der Verfassungswidrigkeit der Vorkommnisse wegen gravierenden Organisationsverschulden der Landeswahlleitung durch das Bundesverfassungsgericht um den Verfassungsgerichtshof von Berlin äh festgestellt würde, weil das eben politischen und rechtlichen Wert hätte, ja? Ähm der eben auch sagt so, dass das also das muss Konsequenzen haben auch rechtlicher Art, damit auch das Vertrauen in diesen Wahlprozess wieder äh hergestellt wird und die äh natürlich kann er das noch sehr viel besser verargumentieren, als wir das jetzt hier kurz mal mit einem kleinen Zitat aus seinem Text tun.
Tim Pritlove
Ich glaube, es war auch der Artikel, als der rauskam. Da war's dann irgendwie vorbei mit der Landeswahlleiterin in Berlin. Also da.
Linus Neumann
Ich habe ja auch schon gesagt, die müssen ja die die Wahl muss ja sowieso annulliert werden, Tim, ne? Weißt wieso? Ich habe dann am Montag im Briefkasten gehabt, meinen Schnelltest. Also am, am Montag nach der Wahl.
Tim Pritlove
Ach so, den sie dir zugeschickt haben für die Wahlauszählung.
Linus Neumann
Ja, das ist ja, den den ich hätte, den hätte ich machen müssen, aber ich bin da quasi ungetestet. Tut mir leid, also.
Tim Pritlove
Ja, gibt auch noch so ein paar andere Aspekte äh der Wahl, äh wo ich ganz froh wäre, wenn die nochmal wiederholt werden würde, aber davon unabhängig ist es einfach auch so, es ist so viel. Falsch gelaufen, auf so vielen Ebenen. Es war nicht eine Sache, sondern es war halt Wahlzettel nicht verfügbar, falsche Wahlzettel, allgemein schlechte Organisationen, Vorbereitungen ähm und auch ein totaler äh Unfähigkeit äh kurzfristig auf diese Situation zu reagieren, ja? Und das ist alles ähm. Schwer vorstellbar. Ne, jetzt ist äh glaube ich die Position der Landeswahlleiterin, wenn ich das richtig sehe, war sogar eine ehrenamtliche Tätigkeit. Da frage ich mich ja wirklich, ähm wie das äh sein kann. Also das ist ähm.
Linus Neumann
Ja, das ist ohne also ich meine das ehrlich gesagt ist mir unerheblich, ob das ehrenamtlich ist oder nicht, entscheidend ist, dass es dass es ordentlich läuft. Aber ich denke, das haben wir jetzt auch äh.
Tim Pritlove
Ausführlich diskutiert.
Linus Neumann
Ausführlich erört hat. Das ist äh diese Prozesse sind simpel genug, dass man sie hinkriegen kann Und ich denke, das ist hier die die entscheidende Botschaft und sie waren glücklicherweise simpel genug, dass sie dann eben von den vielen ehrenamtlichen Wahlhelferinnen gerettet werden konnten, auf viele konventionelle und unkonventionelle Wege und das ist genau auch wiederum die Stärke dieses Prozesses.
Tim Pritlove
Genau, also ihr solltet euch auch mal melden. Ich kann das empfehlen. Ähm das äh ist auf jeden Fall interessant und äh gut, vielleicht ist man da etwas überlastet mal den Tag über, aber was müsst ihr denn sonst mit eurem Sonntag anzufangen, mal ehrlich?
Linus Neumann
Also ich würd's, ich muss sagen, hm, also ich würd's gerne wieder machen, ich hätte ein bisschen Sorge, nicht Hilfskraft äh Briefwahl zu sein, weil das war echt halt ein geiler Job so, morgens um sieben ein Wahllokal aufbauen muss und dann da die ganzen Vögel reinkommen da weiß ich nicht, ob ich den Job so geil fände, da habe ich noch sehr viel mehr Respekt vor vor den Leuten, die das gemacht haben, dann auch irgendwie ach so, genau das, das habe ich eine schöne Geschichte. Es gibt ja dann, also es gab die Frage, wie gehst du halt mit Maskenverweigerern um, ja? Da gab's ja dann auch hier so einige, also in einer Situation, da hat haben sie dann ihr einen ohne Maske nicht reingelassen. Und das ist natürlich das, was woraus diese Querdenker dann da, ähm äh anliegen, ja? Dass sie dann nämlich sagen können, hier sie dürfen nur mit Maulkorb wählen, ne? Und dann haben sie aber auch schon ihr Handy in der Tasche, um da irgendeinen Instagram-Story draus zu machen oder so, ne. Und da hat eine äh Wahlhelferin mir erzählt, ähm die, quasi dann auch so einen Vogel hatten und die hatten sich vorher schon entschieden, haben gesagt, pass auf, wenn hier jemand ohne Maske reinkommt und sich weigert, die anzuziehen, gar kein Problem, dann lassen wir den einfach draußen warten, bis das ganze Wahllokal leer ist ja? Und dann kann diese Person, lass mal einfach alleine durchgehen. Wir sind ja alle geimpft dann setzen wir uns unsere Maske auf, fertigen diese Person ab und dann wenn die wieder raus ist, können wieder alle anderen rein, ja? Und haben sich dann quasi äh, entschieden, diese Person wählen zu lassen. Und äh ihr jeden Wind aus den Segeln zu nehmen, ja? Und dann ist da halt irgendwie so ein Vogel reingekommen, der natürlich dann da, sprechen ein riesiges Drama veranstaltet hat und die hier jetzt müsste alles desinfizieren, Maulkorb und die haben sich halt überhaupt nicht davon beeindrucken lassen. Haben denen dann gesagt, ja, zeigen sie mal bitte ihren Ausweis, dann hat er einen Ausweis gegeben, er so, können sie bitte die Sonnenbrille abnehmen, ne, Sonnenbrille abgenommen in äh irgendwie diesen Typen halt einfach völlig auflaufen lassen, weil der natürlich jetzt das große Drama, spielen wollte und die haben ihm halt einfach allen Wind aus den Segeln genommen, indem sie den Typen einfach am wehlen lassen und ähm so einen schönen Abschluss. Und zwar der Wahlzettel musste quasi zweimal gefaltet werden, damit er durch den Schlitz passt, ja? Und dann kam dieser Typ halt mit einem einmal gefalteten Wahlzettel da raus, und dann haben sie ihm gesagt, sie müssen die Nummer falten. Ich lasse mir von euch nicht sagen, wie ich den Zell zu falten habe. Ging daher zur Urne hat dann festgestellt, dass er den da nicht reinkriegt, ne, weil der Schlitz halt nicht groß genug. Hatte dann nochmal gefaltet und ist dann irgendwie äh hustend und spuckend irgendwie dramatisch äh da raus gegangen und ja, dass die Tochter hat auch ganz schöne. Ganz schöne Erfahrung. Aber ja, also ich würd's wieder machen, aber so ein bisschen ich glaube, so wie das jetzt für mich, wenn ich jetzt erzählen kann, dass es insgesamt recht locker war, lag äh wie gesagt war ein Glückstreffer von Briefwahl und, Team, das hat andere äh sehr viel härter erwischt, die dann da wirklich, Erdgeist zum Beispiel, ne, von sechs Uhr fünfundvierzig bis irgendwie zweiundzwanzig, dreiundzwanzig Uhr auf den Beinen waren, das ist dann schon eine sehr viel härtere Nummer.
Tim Pritlove
Kommen wir zur eigentlichen Wahl, also zur Bundestagswahl. Berlin müssen wir, glaube ich, nicht äh groß drüber sprechen.
Linus Neumann
Ja, also Ergebnis ist ja ganz klar, äh die CDU hat einen klaren Regierungsauftrag bekommen von ihren Wählern. Arme Laschet, ja. Festgestellt. Ich denke da, also da wurde jetzt lange genug drüber diskutiert, was hier jetzt gerade die Situation ist. So. Wir haben, die SPD hat mehr Stimmen bekommen als die CDU und zwar signifikant mehr, dass, irgendwas fast zwei Prozent, das äh kommt auf irgendwie fast eine Millionen Stimmen. Also es ist relativ eindeutig, dass die CDU eine historische und verdiente äh Wahlschlappe eingefahren hat. Und die wahrscheinlichsten Koalitionsvarianten äh sind gerade mit der grünen Partei. Und der FDP ähm sehr zu meiner Überraschung ist. Die Option einer Jamaika-Koalition, also schwarz, grün, gelb ähm noch nicht vom Tisch. Was sich äh durchaus ähm. Bedenklich findet, dass man über so etwas überhaupt noch nachdenken kann in dieser Rolle, aber das ist natürlich dann der FDP zu verdanken. Ähm und, Ja, es ist so, wenn jetzt hier irgendwas mit Anstand gemacht wird, dann wird das im Zweifelsfall eine rot-grün-gelbe äh Koalition, oder halt 'ne GroKo unter Söder, ne? Das ist also ich mein das wär so die andere, die andere Alternative. Ich kann nur sagen, wenn, also wenn die Grünen jetzt. In dieser Situation äh der CDU zur Regierung verhelfen.
Tim Pritlove
Können sie einpacken.
Linus Neumann
Können die einpacken. So, da können die, da braucht man gar nicht weiter drüber zu reden, ne. Dann können die einpacken Und äh da bin ich jetzt mal äh, wie sich wie lange das dauern wird, bis sie das dann auch mal in aller Schärfe sagen. Die SPD äh tritt ja die FDP tritt ja jetzt hier mit äh stolz geschwellter Brust auf und sind eigentlich der kleinste. Kleinste äh Stimmchen in diesem drei, in dieser äh Bande, aber äh haben natürlich irgendwie immer sehr viel, sehr viel Selbstbewusstsein. Ich denke. Ähm für die netzpolitische Ausrichtung der nächsten vier Jahre. Ist es auf jeden Fall kein so schlechtes Zeichen, wenn die Grünen und die FDP äh hier dann, hoffentlich eine äh Rolle spielen werden, weil natürlich die FDP größtenteils ähm sehr gute netzpolitische Positionen hat und äh die Grünen auch größtenteils sehr gute netzpolitische Position haben. Da gibt's immer mal äh, der ein oder anderen Sachfrage vielleicht Abweichungen im Detail, aber grundsätzlich ist das haben die sag ich mal sehr viel bessere Position als CDU äh und SPD. In den letzten Jahren äh gemeinsam oder getrennt voneinander hinbekommen haben. Das heißt, politisch rein netzpolitisch sieht das gerade erstmal noch ganz positiv aus. Ja wenn die FDP in in den Traditionen zum Beispiel von jemand wie Frau Leuthäuser Schnarrenberger oder Gerhard Baum weiterarbeiten möchte.
Tim Pritlove
Ja, also teile ich die, deine Ansicht und äh ich wäre auch sehr überrascht, wenn es äh nicht zu einer Ampel kommt. Ich denke, alles andere, also eine Koalition unter Teilnahme der CDU lässt sich einfach überhaupt nicht vertreten. Also man muss sich ja auch nur anschauen welche Auflösungserscheinung die CDU jetzt seit der Wahl auch schon übergegangen ist, also die darf, Die hat jetzt sagen wir mal so das Glück, was die SPD auch schon mal hatte, dass sie sich mal so komplett neu erfinden darf. Und das äh. Auch was Gutes haben, auch wenn ich ehrlich gesagt damit rechne, dass sie sich natürlich mittelfristig dann etwas rechter äh positionieren werden, ganz klar, ne, so aus der Opposition heraus, da kann man dann mal wieder alles fordern. Ähm das ist dann potentiell, glaube ich, auch eher ein Problem für die AfD. Ähm. Auf dem linken Spektrum muss er auch die linke äh extrem einstecken und ist nur deshalb wieder in der im Bundestag gelandet, weil's ihn mit Acht gelungen ist, drei, Wahlbezirke zu gewinnen, direkt, wenn auch nicht unbedingt die drei, die eigentlich bisher immer als sicher galten in Berlin, da waren's dann nur zwei und weil sie Leipzig noch gewonnen haben, hat's dann gereicht. Insofern ähm hätten wir natürlich mit einer Ampel auch so eine klassische Mitterregierung, ähm die sowohl eine rechte als auch eine linke Opposition hat, wenngleich eben die rechte Opposition natürlich sehr viel stärker äh ist als die Linke, muss man sehen ähm zumindest ist die Opposition auch stark und das wird dann eben auch die äh politische Auseinandersetzung prägen. Was nicht so schön ist, ist, dass natürlich die ganze Wahlrechtsreform äh der letzten Jahre äh misslungen ist, die ja eigentlich vom Verfassungsgericht angemahnt wurde und jetzt kommen ja noch mehr Leute im Bundestag sitzen. Was dazu führte, dass die Verluste bei ähm Union und AFD sich auch nicht so ganz äh stark durchgeschlagen haben, wie sie's vielleicht hätten können, trotz alledem haben die beide weniger Sitze bekommen. Alle anderen haben mehr, ach so außer die äh Linken natürlich, die hatten haben auch äh stark verloren, die sind jetzt nur noch mit neununddreißig äh vertreten und das war vorher waren's neunundsechzig, also da gehen dreißig Leute raus. Das ist natürlich hart Ähm. Ein paar uns äh äh vertrautere Personen der Linken, die wir hier auch schon in der Sendung äh hatten. Martina Renner ist, glaube ich, noch dabei, ne? Und Anke, Dom Schaltbergs, glaube ich, auch dabei, richtig.
Linus Neumann
Ja
Tim Pritlove
Mhm. Insofern nochmal ganz gut. Und der Süd schließliche Schleswiger Villa Verband, stellt auch eine ein Sitz diesmal interessanterweise.
Linus Neumann
Ja, wir also schauen wir uns mal an, wie das jetzt da äh läuft mit den äh mit den. Koalitionsverhandlungen und ja, die Linke wird sich jetzt, ähm endlich äh mal reformieren müssen, immerhin ist ja jetzt äh so ein bisschen klar, dass äh Lafontaine und Wagenknecht äh bereit sind. Da jetzt mal das Ruder aus der Hand zu geben und äh da denke ich, hoffe ich, dass die Partei sich da jetzt äh endgültig mal äh besinnt, ja und eben der äh. Der der Teil der Partei, die wirklich politisch sind, ähm. Sich dann eben auch durchsetzt und da vernünftig formieren kann. Wenn dreißig Leute gehen, das ist natürlich, da macht er auch ähm Anne Roth nochmal drauf aufmerksam, dann gehen ja nochmal von denen gehen ja auch nochmal die Mitarbeiter, ne? Das heißt, das sind äh kannst du nochmal sagen, das sind äh am Ende 90 oder 120 gute Leute, je nachdem wie viele Mitarbeiter dann jeweils dann noch mit noch mitzählst, die eben auch die ganze Arbeit machen, ne.
Tim Pritlove
Aber man muss natürlich auch sehen, die Zeit, wo die Linke noch aus ihrer alten, aus ihrem Volksparteistatus äh im Osten zehren konnte, die sind jetzt weitgehend vorbei. Ja, also bis auf diese.
Linus Neumann
Nee, im Osten ist das äh haben die schon noch äh davon zehren können, dass ungefähr das einzige, von denen sie noch zehren konnten, ne.
Tim Pritlove
Ja, ja gut, aber es ist halt einfach, dass die Leute, die jetzt so Linke gewählt haben, wegen Osten und wegen Protest, Ja, die äh sind dann auch jetzt äh bei der AfD angekommen. Und das nicht zu knapp. Und ich meine, wenn man sich äh die Wahlergebnisse in Sachsen anschaut, da kann einem schon schwummrig werden, ne. Ich meine, Sachsen, äh da haben sie halt einfach alle. Bis auf einen ähm, glaube ich, Wahlbezirk gewonnen direkt die Direktkandidaten, was aber das auch diesen lustigen Effekt hatte. Ich weiß nicht, ob du das mitbekommen hast, dass damit die ganze Liste nicht mehr aktiv wurde. Also dadurch, dass in Sachsen so viele Leute direkt gewählt wurden, kam niemand mehr von der Liste runter und alle Leute, die irgendwie letztes Jahr für Sachsen im Bundestag waren, sind jetzt nicht mehr im Bundestag, weil die halt keinen kein Direktmandat äh angestrebt haben, sondern eben nur über die Liste abgesichert waren, aber dadurch, dass das halt über die äh Direktmandate schon abgefrühstückt wurde im Verhältnis zu ihren Zweitstimmen wurde die Liste gar nicht mehr aktiviert. Also da sind dann auch so ein paar äh rechtslastige äh ähm gleiche rausgefallen, aber es ist natürlich immer noch zu viele. Also wirklich wirr äh die erste Wahl übrigens in Deutschland, glaube ich, seit 49 wohnen, keine Partei mehr als 30 Prozent bekommen hat. Also diese Zersiedlung und Fraktionisierung, ist stark. Es muss nicht unbedingt schlecht sein, aber zumindest ist so diese Zeit der Volksparteien ein bisschen vorbei.
Linus Neumann
Ja, aber er kommen die Zeit der Volksparteien, das wäre jetzt auch schon seit zwanzig Jahren, ja? Äh, die Volksparteien, die Volksparteien, die Volksparteien, also das, lass uns das mal äh vielleicht für einen späteren äh Teil übrig lassen. Ich finde äh die Wahl wird ja jetzt genug äh auseinandergenommen, was da alles für eine Scheiße immer reininterpretiert wird. Ich kann's schon nicht mehr hören, was da nicht der Wählerwille, der Wählerwille, ja äh Armin Laschet erzählt mir einen vom Wählerwillen, ja. Der Wählerwille ist, Armin Laschet, geh bitte. Der Wählerwille, ne.
Tim Pritlove
Darauf kann man sich einigen.
Linus Neumann
Über alles andere, alles andere ist Theorie, ja? Äh Spiel dauert neunzig Minuten, Ball ist rund. So, aber äh.
Tim Pritlove
Und am Ende gewinnt Deutschland.
Linus Neumann
Okay, kommen wir mal, kommen wir mal zu den anderen äh Gewinnen, die Deutschland so eingeheimst hat. Am Ende der letzten Sendung. Haben wir uns die App ID Wallet angeschaut. Und ähm sind beide, sage ich mal, nicht, haben beide nicht die Gelegenheit gehabt, diese App durchzuspielen, ja? Weil wir äh innerhalb kürzester Zeit an einem äh ja, so einem Wartewarterättchen scheiterten, wenn wir versucht haben, die irgendwie äh zu starten. Also die App war nicht, funktional.
Tim Pritlove
Also bei mir ist das Warterädchen dann irgendwann auch weggegangen, aber ich äh kam dann aus anderen Gründen nicht weiter.
Linus Neumann
Ja genau, also das äh die diese App wurde war einfach, äh denke ich, muss man sagen, die war einfach nicht, nicht, nicht funktional. Ähm, Woraufhin sich dann mal. Einige Leute so ganz grundsätzlich mal äh diese App angeschaut haben. Und es ging dann damit los, dass, dass man dann so feststellt, okay, was sind denn hier der der der verantwortliche Name, der die Zonen verwaltet, der hat ja irgendwie so ungefähr einmal alle Ports offen, die es gibt, inklusive seiner Datenbank, äh die Server, auf denen das gehostet wird dieses sowohl Ding sind irgendwie. Bei Hetzner und da ist außerdem noch irgendein Pizzaservice mit drauf, also so so wirklich, richtig. Richtig, richtig peinlich. Und dann haben äh hat sich noch herausgestellt, das war jetzt gar nichts so neu ist, dass äh das macht sie jetzt aber auch nicht nicht äh schlimmer, äh nicht besser. Was diese App ja machen soll, ist, dass du dass du dich ähm. Ausweist gegenüber einer anderen Stelle. Und jetzt muss man vielleicht einmal noch kurz daran erinnern, wir. Haben das ja. Also wir können uns ja äh ausweisen. Wir haben ja die EID Funktion und die schon seit sehr langer Zeit, ja, inzwischen glaube ich, ist das bald soweit, dass das alle Menschen. In Deutschland so neuen Personalausweis haben, müsste also bald soweit sein, weil irgendwann laufen die Alten ja ab. Das heißt, die die Adaptionsrate, Adoptionsrate des neuen Perso müsste eigentlich, schon sehr, sehr hoch sein in Deutschland. Und mit dem kann man, elektronisch äh signieren, mit dem kann man sich ausweisen und das sind funktionierende Verfahren, ja, die. Leider nie ähm angenommen wurden, ja oder die, die quasi keine Verbreitung gefunden haben. Und das scheint ja hier der Grund gewesen zu sein. Dass man ähm. Dass man sich für diese andere App da entschieden hat, die, und das muss man einfach mal ganz klar sagen, von der existierenden, EID oder äh überhaupt E-Person, ein ein aktives Downgrade ist. Ja, also wieder einmal und ich möchte jetzt hier spezifisch, Bezüge zu anderen Verfahren herstellen. Wieder einmal wird. Ein etablierter Sicherheitsstandard, quasi absichtlich geschwächt, um ein neues Verfahren zu etablieren, ja? Und die Frage ist, ob diese absichtliche Schwächung. Notwendig ist oder ähm ob sie einfach aus Inkompetenz kommt. Ja, diejenigen, die sagen, diese Schwächung äh wäre notwendig. Sie gehen davon aus, dass die im Prinzip, ja, das ist ja die, dass sie quasi eine Unweigerlichkeit der Vereinfachung ist. Ja, also wir müssen das einfacher machen, sonst nutzt es ja keiner. Wir haben ja gesehen, sicheren Verfahren sind zu sicher. Das ist so ein bisschen quasi die Argumentation, äh die man da hört. Ähm, Dem würde ich entgegenhalten, wenn ich ein Projekt, bauen möchte für die Zukunft, dann sollte ich zumindest natürlich den aktuellen Stand der Technik schon mal gewissenhaft umsetzen. Was war hier der Fall? Also die die Schwachstelle, die diesem System inne wohnt, ist, du kannst, also, diejenige Person, die sich ausweist, ja, die weist sich ja dann quasi aus und übermittelt quasi sie von der Bundesdruckerei, signierte Daten und sagt, ich bin diese äh ich bin. Oder dies ist ein gültiger Personalausweis, ja, mit folgenden Daten. Jetzt ist aber die Frage, wem gegenüber weißt du dich denn aus? Und da gibt es verschiedene Spielmodi in diesem Protokoll, was die verwenden. Und der eine Modus ist folgender. Das scannt einen QR-Code, Und in diesem QR-Code steht drin, wem gegenüber du dich ausweist und an welchen Endpunkt im Internet diese Daten geschickt werden sollen.
Tim Pritlove
Das steht im QR-Code.
Linus Neumann
Was da aber still im QR-Code, ja. Was da aber nicht drin steht ist irgendein Beweis dafür, dass die, Die Instanz der gegenüber du dich jetzt ausweist auch wirklich diejenige ist, die du möchtest, weil der Endpunkt, den kann ich ja frei bestimmen. Also mit anderen Worten, du kannst dir einen QR-Code machen. In dem drin steht, du bist ähm hell gebraun, ja, oder du bist äh David Hasselhoff.
Tim Pritlove
Oder der Verfassungsschutz.
Linus Neumann
Oder oder äh das Hotel, in dem die Leute einchecken und gibt's als Endpunkt, wo die Daten hingeschickt werden sollen an äh Linus Neumann DE Slash Datensammlung.
Tim Pritlove
Mhm.
Linus Neumann
Und dann, alles was dort ankommt, schickst du dann aber zeitgleich einfach an den richtigen Endpunkt. Ja, also der Angriff in Anführungszeichen wäre, du überklebst äh irgendwo die äh die QR-Codes, ja? Jetzt kann man natürlich argumentieren und so würde ich auch argumentieren, ein solcher Angriff ist ähm nicht, Es ist nicht davon auszugehen, dass ein solcher Angriff in großer Menge stattfindet. Ja, ähm. Der überwiegende äh in der im überwiegenden. Mehrheit der Fälle wird das einfach nicht passieren. Ja, also du müsstest, klar, du kannst jetzt irgendwie äh den, den den QR-Code in irgendein Hotel oder sowas überkleben, ja und vielleicht fällt's auch keinem auf und dann hast du eine Schwachstelle demonstriert, aber das Verfahren wird jetzt daran nicht sterben, ja? Trotzdem. Baut man natürlich kein Verfahren, dass eine offenkundige konzeptionelle Schwäche hat, die, bekannt ist. Da gibt's ja oft Gitthup schon Monate oder Jahre alte Diskussionen zu, die sagen, hier Protokoll hat folgenden Angriffsvektor und dem muss man begegnen. Und da sagen dann die die Entwickler quasi so, ja äh stimmt, aber äh den betrachten wir als nicht relevant. Und so baust du natürlich nicht ein System, wo du sagst, das wird jetzt irgendwie in. Das soll jetzt die äh Zukunft äh für die Bundesrepublik Deutschland sein, ja. Und tja, ich meine. Äh es ist einfach nur peinlich, ne. Dann, dass diese App nicht funktioniert hat, lag ja daran, dass sie äh, also sie haben dann gesagt, dass sie, ist eigentlich ganz lustig, dass sie unter der ähm unter der Last des des hohen Interesses ähm, zusammengebrochen wäre, ja? Und äh ja, das kann man äh so sagen, ne. Jetzt ist halt die, also wenn dein System zusammenbricht unter dem äh unter dem äh Interesse, dann gibt's, zwei Möglichkeiten. Das Interesse ist wirklich richtig groß oder deine Ressourcen sind, Einfach total lächerlich klein. Ähm Henrik. Ähm hat dazu äh getwittert und das finde ich auch sehr schön. Also ID Wallet nochmal zum Mitschreiben, dass ich das richtig verstanden habe. Man nimmt eine staatliche E, die mit einigen kryptographischen Handwerk so designt wurde, dass A für jede Datenfreigabe die anfordernde Partei zweifel zwei identifiziert werden kann und B an keiner Stelle extern verifizierbare Datensätze anfallen, um daraus dann eine sogenannte Identity abzuleiten, die A dadurch entsteht, dass sie von der Bundesdruckerei signiert wird B aus wertvollen signierten Personen bezogenen Daten besteht und C, bei der man nicht mehr sehen kann, wen man sie übermittelt. Also hier eine sehr genau zusammengefasst, was hier gerade geschwächt wurde, ne, gegenüber einem bestehenden System. Und dann abschließend, Das Ganze auf einer Infrastruktur, die es gerade mal geschafft hat, im mittleren vierstelligen Bereich. All dies auszustellen, Insgesamt nicht pro Sekunde, bevor sie zusammenbrach. Ja, den ist er direkt noch außen vor. Ähm. Aber so und dann gehen die hin und, und, und, und, und sagen dann auch noch beschwichtigen dann auch noch und fühlen sich irgendwie cool, dass dass ihr System da äh irgendwie geil wäre, ne? Der Server, auf dem das lief, hat irgendwie FDP, SSH, SMTP, HTTP Pop drei, IMAP, RSH, HTPS, S MTPS Sub Mission, allen möglichen Shit an Ports of My SQL und Postkress, außen freigegeben, ja? Das ist einfach der Server von Digital Endabling Punkt EU.
Tim Pritlove
Ich hab's schon geahnt, dass ich den Namen gelesen habe.
Linus Neumann
So und und und es ist halt einfach nur ein eine absolute Peinlichkeit. Es ist die, also so etwas, zu launchen, ja? Und dann müssen sie nicht mal, einen Tag platt äh einen Tag platt kann dir ja passieren, ja. Äh Herrje, ne, sondern die sind jetzt auf Wochen offline und und müssen quasi sagen, okay, dieses Ding ist komplett gefailt. Stimmt? Und wir werden jetzt nochmal ein paar Monate investieren. Die haben die App sogar aus dem App Store wieder rausgezogen. Ja, das heißt, die haben du, du kannst die gar nicht mehr kriegen. Ja? Also so eine richtige, richtige Bauchlandung. Nicht irgendwie nur so ein bisschen, sondern eine richtige Bauchlandung. Und dann gibt es ähm. Gab's jetzt irgendwie, das ist glaube ich auch so ein bisschen blöd geskettelt gewesen. Gab's irgendwie am äh zweiten Oktober, wenn ich das richtig erinnere oder war das am? Nee, am Ersten, äh am am Freitag. Von der vom BSI BSI irgendwie so eine Veranstaltung zur Identitys. Ich schätze mal, die hatten sich jetzt, sage ich mal, den Rahmen der Veranstaltung etwas anders vorgestellt. Wenn die halt ein paar Tage nach diesem Launch ist und der ist aber halt dann gefailt. Ja? Und dann findest du da Leute, die so ähm äh sinngemäß sagen, also die halt beschwichtigen und die dann so Sätze sagen wie 99 Prozent Sicherheit muss ausreichen, es muss nicht immer 100 Prozent sein und wenn der CCC was findet, ist das ja gut, dann fixen wir das und dann können die weiter gucken. Aber am Ende ist das hier ein ein cooles System. Und zu dieser, zu dieser Haltung muss ich jetzt mal wirklich sagen, die gefällt mir halt, überhaupt nicht. Das, was sie da gelauncht haben, als 99 Prozent sicher zu bezeichnen, ist ein Witz für alles, was 99 Prozent ist und alles, was sicher ist, ja? Ähm das ist einfach, also das war einfach nur äh eine eine absolut peinliche Bauchlandung. Ähm zweitens zu sagen. Also bekannte Schwachstellen, die will man einfach nicht haben, auch und das muss ich wirklich sagen, ja, da da muss ich auch wirklich anmachen. Dieser Angriff mit dem falschen QR-Code, der wird jetzt nicht, so nicht so viel. Passt nicht so große Rolle spielen. Aber mal als Beispiel ähm wenn du bei so einer hoheitlichen App am anderen Ende etwas stehen hast, dann glaubst du das ja auch. Das heißt, hier entstehen ja noch andere Verfahren, der der. Machen kannst, wenn du beispielsweise in der Lage bist, dich mit deiner äh mit deinem Request als sagen wir mal die Polizei Niedersachsen auszugeben, ja? Und am anderen Ende die Leute, die dann quasi ihre Daten absenden. Denken dann, oh ja, krass, hier in der Führerschein-App steht, äh, dass dass der, der Typ geht mir gegenüber Polizist ist. Und dass dass die Menschen natürlich diese Dinge auch nicht verstehen, ja? Wir müssen ja immer auch überlegen, wir veröffentlichen ähm Technologien, geben die hier zur Anwendung, die die Menschen nicht verstehen. Und da muss man natürlich sagen, man setzt äh man sollte natürlich den jede Schwachstelle, die das System hat, egal ob von erhöhter praktischer Relevanz oder theoretischer Natur, die muss man natürlich ausmerzen. Ja. Und Security wird eh nicht in Prozent äh gemessen, sondern das hat auch Christian Köntop, der da äh einen sehr guten äh Twitter-Fread zu hat, den wir auch ähm verlinkt haben. Er sagt eben nicht, ne, Prozente sind schwierig bei Security, ein kompromittiertes System ist ja nicht dreiundvierzig Prozent gehackt, sondern hundert Prozent im Eimer. Ja, das heißt, man muss äh man kann hier gar nicht in Prozenten äh sprechen. Ähm.
Tim Pritlove
Ist nicht viel bei der Impfung. Also vor allem und und was es halt auch noch mit sich bringt, jeder Bericht über, Das konnte äh auf diese Art und Weise kompromittiert werden oder hier kann man den Aussagen nicht trauen, die. Füttern natürlich dann auch das allgemeine Misstrauen gegenüber dieser Technologie und dann ihrer potenziellen Anwendung, die dann dazu führt, dass eben die potentiell segensreichen Anwendungen, die das ja dann auch haben kann, dann am Ende nicht akzeptiert werden. Und von daher muss man eben im ersten Schritt schon mal wirklich maximal safe vorangehen und nicht sagen, ach passt auch hier irgendwie 99 Prozent. Ja, Pi mal Daumen, äh das ist einfach nicht der richtige Ansatz. So geht man IT-Projekte nicht an und schon gar nicht IT-Projekte, die halt wirklich so auf Bundesebene dann äh oder auf europäischer Ebene sogar eine Rolle spielen sollen, wenn nicht sogar weltweit.
Linus Neumann
Und jetzt kommt äh natürlich auch noch dieser äh dieser Aspekt hinzu, auch da, da zitiere ich jetzt auch nochmal hier Christian Köto, der eben auch sagt. Wie dann eben damit umgegangen wird. So, ja, der CCC hat was gefunden, ne? Überleg dir mal bitte, also so sehr ich, an dieser Stelle hier Fabian Lübke und Lilith Wittmann, die sich das angeschaut haben und da eben, diese Schwachstellen niedergeschrieben und veröffentlicht haben, dass sie das getan haben, muss man immer noch mal dazu sagen. Das haben die in ihrer Freizeit getan, ne? Das sind äh irgendwie junge Menschen, die eine neue App kriegen und da einen Tag draufgucken und dann katastrophale Designfehler finden, Das ist nicht, da kannst du nicht sagen, ja, ja, der CCC findet was und wenn der was gefunden hat, ist das super. Vielen Dank CC, ja? Sorry, ich möchte bitte, dass Sachen veröffentlicht werden, die nicht an einem Tag beim ersten drauf. Sofort in katastrophalen Dingen untergehen. Ja und da sagt äh äh twittert äh Christian auch zu, Der CCC ist mein Sicherheitscheck. Nein, ist der nicht. Als ich zuletzt nachgeschaut habe, war der CCC eine Vereinigung von Leuten mit dem Ziel, Spaß am Gerät zu haben Das kann auch dein Gerät sein, aber das ersetzt kein Sicherheitskonzept. Ein Sicherheitskonzept würde erstens ein organisatorisches und inhaltliches Konzept für die Anwendung haben, Zweitens, ein Prozess, der das dann in der Entwicklung umsetzt und testet, drittens, ein eben solches Konzept für den Betrieb. Ähm, dann ein Prozess, der das dann wiederum umsetzt. Und ganz wichtig, einen Plan, der umgesetzt wird, wenn dann doch etwas schief geht. Das ist so selbstverständlich, dass es uns zu einem nächsten Punkt bringt, da kommt dann auch noch drauf, den lasse ich jetzt mal kurz weg, aus, aufgrund der Breite. Ähm du willst weißt du, Wenn da jemand hingeht und sagt, das wird jetzt hier die, das wird die Identitätsverwaltung der Bundesrepublik Deutschland mit mit der Bundesdruckerei an Bord und hasse alles nicht gesehen, ne. Jetzt wird's endlich digital, Tim, jetzt, jetzt bricht dir die die der Digitalismus aus, ja? Ähm, Und dann ist das auf irgendeine Hetzenerbüchs von irgendwelchen von irgendwelchen Amateuren gehostet, die noch nicht mal ihre ihre Datenbanken nur lokal laufen lassen.
Tim Pritlove
Kriegen, echt.
Linus Neumann
So und dann kommen Leute, die ja auch dieser, die ja tatsächlich auch beruflich andere Dinge machen, ja? Und sagen, ach das ist ja interessant. Komm, ich gucke mal kurz drauf, ach.
Tim Pritlove
Vorm ersten Kaffee, so morgen.
Linus Neumann
Kann doch nicht sein, ja, der erste Kaffee schon irgendwie schmeckt nicht mehr, weil er wieder irgendso einen Mister findest, ne. So, das kann doch nicht der Anspruch sein. So, das das ist doch wirklich, das ist doch nur zum Heulen. Und jetzt komme ich mal ein bisschen auf diese. Auf die Metaebene. Und ich glaube, dass hier etwas ganz anderes zu Grunde liegt, warum diese Sachen immer kaputt gehen. Und der Gedanke dazu ist mir so ein bisschen gekommen, als ich hier am Wochenende nochmal vom Deutschlandfunk, Computer und Kommunikation zu D Mail, befragt wurde, ja? Und da habe ich dann nochmal so ein bisschen drüber nachgedacht so, was ist eigentlich, also bei der D-Mail, es ging ja damals. Ähm um E-Government und. Ja, das also die wollten quasi Government ist dann so alles, was Verwaltung ist und Justice ist eben alles, was Justiz ist und die haben gesagt, wir möchten quasi die Prozesse der Justiz. Und die Prozesse der Verwaltung gerne digitalisieren, Und ne, damit man nicht immer, was weiß ich, den Hartz vier Antrag und was weiß ich alles, einen Brief schicken möchte, möchten wir jetzt eine D-Mail haben. So, das war, das war quasi die Zielsetzung der DML. Und. Quasi die Prozesse von Verwaltung und Justiz digitalisieren. Und die Idee, die denen gekommen ist, war zu sagen, geil, wir machen einfach ein E-Mail-System. Ja? Weil wir ja alle wissen, alle die professionell mit Computern arbeiten, dass E-Mail so richtig geil ist.
Tim Pritlove
Ist es überhaupt das solideste System? Ich meine, Alter, das gibt's von Anfang an. Das gibt's immer noch, das muss gut sein.
Linus Neumann
So und äh und jetzt denk mal, also denk mal, äh ähm darüber nach, wie kompliziert. Aber wie auch. Ähm einheitlich die Prozesse einer Verwaltung sind oder die Prozesse äh äh einer Justiz. So, da da kann man. Wenn man möchte, richtige Verfahren zur Digitalisierung bauen Ja, also man kann ja zum Beispiel sagen, okay, ähm ich spinne jetzt nur rum, ne. Das ist also man kann jetzt zum Beispiel sagen, okay, wir machen eine äh Webseite, bei der du diese äh Anträge machen kannst und dann werden die Anträge des Antragsformular ist einfach digital da. Am Ende signierst du das mit deinem Personalausweis und reißt das über unser Verwaltungsportal ein. Da können wir dir eine Handreichung machen, eine digitale äh Erläuterung, wie dieser Antrag auszufüllen ist, was fehlt und so weiter. Und du könntest quasi so einen richtig schönen. Digitalen Prozess machen, der dann nämlich den Vorteil hätte, dass er auf der anderen Seite, nämlich dem empfangenen Amt, die Daten auch strukturiert in der Form senden würde, wie sie die brauchen und dann weiterverarbeiten können. So arbeiten ja digitalisierte Unternehmen, ja, wenn du jetzt also neben mir ein digitales äh Unternehmen wie Amazon Wenn ich dort etwas bestelle, dann übersetzt meine Bestellung direkt bei denen durch, bis hinzu auf einem Tablett von einer Hilfskraft steht, in welches Regal die gehen muss um das Objekt zu nehmen, was ich bestellt habe und in welchen Karton die das packen muss und in welche Kiste das dann kommt, damit das jemand nächsten Tag bei mir vor der Haustür fährt, ja? Das ist ein digitales Unternehmen. Wenn Amazon sagen würde, wir nehmen jetzt auch Bestellungen per D Mail entgegen. Dann wären die nicht in der Lage, diese Leistungen zu erbringen, weil Dieses Übergabeformat halt wieder vollständig undefiniert ist und dann hast du halt einfach nichts zu Ende gebaut. Du hast du hast nichts du hast dich drüber nachgedacht.
Tim Pritlove
Keine Spezifikation, keine API, keine.
Linus Neumann
Du hast keine Spezifikation und diese und dann ist nämlich der, da gibt's diesen, diesen klassischen Ausspruch. Ich weiß nicht mehr genau, von wem der ist, vielleicht auch einfach schon Verfasser unbekannt, Wenn du einen Scheißprozess digitalisierst, dann hast du einen digitalen Scheißprozess. Und das ist genau das mit dem mit was mit der D-Mail eben definiert war, dass da am Ende das Beste, was man mit D-Mail hinkriegen konnte, war. Dass dass dann ein PDF-Anhang ist, den man ausdrucken muss. Das ist ja nicht der Beginn einer digitalen Aktenführung.
Tim Pritlove
Das ist das Ende.
Linus Neumann
Ja? Das ist das Ende einer digitalen Aktenführung, ja. Bitte, bitte denken sie nach, bevor sie diese DML ausdrucken, ja? Und dann musste dich dann musst du dich nicht wundern. Dass die Gerichte das Verfahren nur zögerlich adaptieren, dass äh die Unternehmen das Verfahren nur zögerlich adaptieren, das am Ende nach acht oder zehn Jahren oder was? Äh die Deutsche Telekom sagt, ey nein, packen wir aus, macht das aus! Dieses was wir da als D-Mail-Server betreiben, äh das eitelt nur rum, ja? Wir müssen jetzt, wir müssen das ausschalten So, das ist ja ganz klar, weil hier nicht, sinnvoll mal überlegt wurde, was möchten wir hier eigentlich tun? Und das ist mit dieser Wallet-ID äh AID Wallet ja auch wieder der Punkt, dass man sie nämlich nicht darüber nachgedacht hat, wie kann man das jetzt hier mal anbinden? So, was soll das am Ende überhaupt? Was soll das? Und diese Frage muss man sich vorher stellen. Bevor man zum Beispiel, wie jetzt hier in Deutschland sagt, jetzt machen wir Blockchain-Zeugnis. Die Kinder sitzen ohne Maske in der Schule ähm haben keinen Computer, kein gar nix und äh und verblöden. Und und und jetzt brauchen wir einen Blockchain-Zeugnis, weil wir ja alle wissen, wie dramatisch das Problem ist, dass wir kein Blockchain-Zeugnis haben.
Tim Pritlove
Oder überhaupt kein digitales Zeugnis.
Linus Neumann
Leiden, die Kinder sitzen da in der Schule und sagen, boah ey, ich quäle mich hier durch den ganzen Scheiß und am Ende habe ich so ein unsicheres Zeugnis, was noch nicht mal in der Blockchain ist. Kinder Tim, die kommen doch auch jeden Tag nach Hause und und haben eine Sinnkrise, weil sie kein, kein. Und es wäre.
Tim Pritlove
Ja, ich weiß ja auch gar nicht, wie ich das, wie ich das Zeugnis überhaupt ordentlich verifizieren soll. Also, ich habe da so ein Stück Papier irgendwie, die können mir ja irgendwas erzählen. Ja, wenn ich nicht.
Linus Neumann
Dein Sohn wäre in der 5ten Klasse.
Tim Pritlove
Wenn das nicht mit Bitcoin abgesichert ist, dann dann halte ich das ist doch nix wert. Und.
Linus Neumann
Und und weißt du, wie einfach es wäre, digitale Zeugnisse zu machen, ne? Dann und ich kann's nur nochmal. Nimmst du eine PKI, von mir aus, von der Bundesdruckerei oder von einer äh vom Bildungsminister, von wem auch immer, ja? Und dann signierst du die fucking Zeugnisse. Und dann gibst du den Leuten PDF mit einer eingebetteten Signatur, und dann kann man sich das PDF an aufmachen und dann steht da, dieses PDF wurde signiert von der Bundesrepublik Deutschland höchstpersönlich äh Joachim Gauck oder wer auch immer. Christian Wulf äh äh gratuliert zur Abiturklasse zweitausendneunzehn oder irgend so ein Scheiß, weißt du, das kannst.
Tim Pritlove
Und wie viel genau und wie viel muss und wie viel neue Software muss dafür geschrieben werden? Keine, wie viel neue Spezifikationen müssen dafür durchgesetzt werden. Keine. Ist alles schon da. Es exist, alles schon. Stattdessen wird jetzt wieder irgend so eine Startup Bode, die irgendwie ihnen lang genug in den Kopf reingeredet hat, dass sie um irgendwie die Blockchain Initiative äh der Bundesrepublik Deutschland muss ja jetzt auf Früchte tragen und ist ja viel geiler, wenn das, wenn das Zeugnis in der Block drin steht. Und dann kann ich halt einfach nur sagen, was immer sagen, wenn es um das Thema Blockchain geht. Warum, weswegen, weshalb, wozu? Es ist vollkommen unklar, warum muss wozu braucht es eine Blockchain? Was wird durch eine Blockchain ermöglicht, Nichts.
Linus Neumann
Ich meine, man muss dazu sagen, Tim, Leute, Leute, die Datenbanken so gut verstanden haben, dass sie auf einem Server Postgress und my SGL nach.
Tim Pritlove
Beide gleich.
Linus Neumann
Vorteil von der Blockchain, ja, weil. Nur kurz, wir hatten in der letzten Sendung ja darüber gesprochen, dass es diese eine App gab, die direkt äh auf die Datenbank zugegriffen hat, wo der. Das macht man nicht. Die Datenbank hat lokal zu laufen. Aber okay, lass es. Ich möchte noch kurz hier zum zum Stand der Digitalisierung ein ein kleines Beispiel geben, warum ich ihnen sage so sinnvoll wäre, sich zu überlegen, was haben wir überhaupt für Prozesse, ja. Und wie möchten wir die abbilden? Und jetzt zum Beispiel so ein Antragswesen, da würde ich tatsächlich sagen, äh das würde ich wirklich mit einem Webportal machen, Was äh wo du am Ende, quasi deine Willensbekundung mit der EID signierst und fertig, ne? Da da hast du so richtig krass Digital so. Und dann können Leute, die haben da die gesamten direkt digital vorliegen und können damit arbeiten. Dann kannst du wirklich so ein digitales ähm. Kommunikationswesen bauen, aber das geht halt immer oder also sauber definierte Prozesse bedeuten eben, dass du auch genau weißt, was du am Ende willst. Ja und ähm jetzt habe ich hier von einem Kumpel ein Beispiel bekommen, der hat also der hatte ein Gerichtsverfahren. Und ähm äh hat in dem Rahmen dieses Gerichtsverfahren wurde Akteneinsicht verlangt, ja? Und, Dieser Prozess, den es da gibt, der nennt sich dann E-Hilfsakte, also ganz klassisch, ne, wenn du äh wenn du irgendwie im Rahmen eines äh eines solchen Verfahren bist, äh dann darf dein Anwalt oder deine Anwältin ja Akteneinsicht verlangen, dann gibt's quasi alles, was da irgendwie so an Beweisen und Aussagen und und Beschuldigungen oder was auch immer zusammen formuliert wurde, ist ja dann quasi eine Akte. So und früher war das dann so, dann bist du halt da hingegangen, hast dir die Akte geben lassen, hast dir einmal übern Kopierer gescheucht, ja und äh dann warst du fertig. So, heute wird das digital gemacht. Und hier liegt jetzt dieser Akteneinsicht, eine äh eine äh eine Kommunikation bei. Die sehr äh interessant ist. Ich lese das mal vor. Hinweis zu Akteneinsicht, ihnen wird, Einsicht auf elektronischem Weg in die sogenannte E-Hilfsakte gewährt. Neu angelegte Ehehilfsakten werden seit dem 102220 nicht mehr in der Form ein Band, gleich ein PDF-Dokument erstellt, sondern in der Form ein Dokument gleich ein PDF-Dokument. So, das bedeutet. Früher, vor dem ersten, zweiundzwanzig hast du ein PDF bekommen, da war einfach chronologisch die gesamte Akte drin, Hast du genommen, hast auf drucken gedrückt, ne? Und dann hattest du quasi die Akte von vorne nach hinten, wahrscheinlich einmal durch den Einzugsscanner gescannt und hattest quasi die chronologisch vorliegen. Jetzt bekommst du, EinzelpDFs und so eine Akte kann natürlich aus 20, dreißig, zweihundert, fünfhundert Einzeldokumenten bestehen. Die du jetzt in diesem Fall einzeln bekommst. Und das stellt natürlich die Anwältin und Anwälte vor ein Problem, weil. Sie jetzt potenziell diese ganzen Dateien einzeln drucken müssen. Ja? Und, natürlich auch nicht unbedingt sichergestellt ist, dass sie die dann chronologisch haben Wie es bei der Akte eben der Fall wäre. Und das ist natürlich ein Problem, wenn du sagst, hier sind die 200 Dokumente. Du weißt aber nicht, in welcher du musst sie jetzt erstmal Zeitaufwand bringen, um die äh zu sortieren. Ne? Dann ist das für dich ein Problem. Deswegen ist diesem Hinweis zu Akteneinsicht folgender Text hinzugefügt. Vorsorglich wird mitgeteilt, dass ein Anspruch auf Übermittlung der Elf Elf. In besonderer Form nicht besteht, solange die gewährte Form zur effektiven Verteidigung ausreichend ist. Siehe Bundestagsdrucksache, achtzehnvierundneunzig sechzehn, Seite siebenundfünfzig. Eine Beeinträchtigung der effektiven Verteidigung droht schon deshalb nicht, weil sie die EinzelpDF-Dokumente mittels eines frei verfügbaren PDF-Konverters jederzeit zu einer gesamt Datei zusammenführen können. Also, hier gibt's quasi eine. Vorsorgliche äh Mitteilung, dass du nicht von dieser Staatsanwaltschaft verlangen kannst, dass sie dir ein PDF schicken, weil du kannst ja diese EinzelpDF ähm mit wieder zu einem, großen Zusammenfügen. Und jetzt kommt's, Folgende PDF-Konverter sind unter anderem frei verfügbar. HTTP small PDF Punkt com. Tools Punkt PDF 24 Punkt org. PDF Dot com Schrägstrich DE. I love PDF Dot com Schrägstrich DE und PDF zusammen Fuegen Punkt com. So.
Tim Pritlove
Alter. Was? Bitte geht ab! Oh nein!
Linus Neumann
Und da sagt jetzt die, die Staatsanwaltschaft sagt jetzt quasi den ähm den Anwältinnen.
Tim Pritlove
Doch mal deine geheimen Akten auf irgend so einem Hoschiser hoch. Alter Falter. Oh Gott, ist das traurig. Oh.
Linus Neumann
Und in dieser Welt.
Tim Pritlove
Nein.
Linus Neumann
Kommen wir und sagen mit dem mit dem ist das jetzt gelöst. Ja und oder mit ID Wallet oder sowas, ja? Und jetzt langer langer Rede kurzer Sinn. D Mail, ID Wallet, diese E-Hilfsakte, die Blockchain-Zeugnis, das besondere elektronische Anwaltspostfach und wie die ganzen Fales. Nicht alle heißen, die sind ähm immer so Einzelinitiativen. Die ähm die quasi nicht zu Ende gedacht haben, was da wirklich was sie da wirklich eigentlich digitalisieren wollen. Und da wird quasi ein, ein, ein, ein absolut inherrent analoge Institutionen irgendein digitaler Kanal hingebaut. Ja und das ist, das kann nicht funktionieren.
Tim Pritlove
Das kann nicht funktionieren und vor allem dem Ganzen fehlt einfach eines äh, Du hast es auch schon gesagt, dem Ganzen fehlt einfach eine Strategie. Bevor man irgendeinen dieser Prozesse beginnt, so wie man das in jedem Unternehmen auch machen würde, denkt man sich erstmal darüber nach, okay Was haben wir für Prozesse? Wie wollen wir, dass diese Prozesse eigentlich funktionieren weil sie ja in einer digitalen Welt auf einmal nicht mehr in diesen ganzen Constrates des der manuellen Arbeit festhängt. Das schafft ja eine ganze Menge äh Möglichkeiten, ne? Online-Authentifizierung et cetera, Automatisierung auch generell, dann baut man sich seine Datentypen, da baut man sich seine Strukturen, baut man sich seine seine seine Protokolle äh ab und und schafft einfach Schnittstellen. Und da muss man auch nicht sich von irgend so einer dahergelaufenen Hoschi Bude so eine schnell zusammengetackerte App machen und dann ist die App irgendwie äh die Lösung für alles, sondern man schafft halt einfach APIs und man schafft einfach ein ein ein digitalen Zugang den im Prinzip jede App machen kann. Und wenn ich dann irgendwie meinen äh Auto ummelden will, dann gibt's dafür auch irgendwie passende Apps, die halt einfach gegen die, ähm APIs, der Fahrzeugzulassungsbehörde arbeiten wie alle anderen das auch tun und man kann es in Webseiten einbauen, man kann das automatisieren und so weiter. Aber die Authentifizierung und die Sicherung. Sicherung der Identitäten ist sichergestellt, weil eben einfach ordentliche Standard Prozeduren verwendet werden, um mit einem mit einem Personalausweis das online durchzuführen, ohne dass da nochmal irgendeine neue Sicherheitsschwankungen eingebaut wird, die von irgend so einer komischen Firma abhängt und nur so kann es gehen und nur so kann es eben funktionieren, wenn man den ganzen Staat noch mal von Grund auf digital neu denkt. Und wenn diese neue Regierung jetzt äh es wieder nicht schafft, ein, ein, ein, zu schaffen oder zumindest eine Struktur in der so das digitale einfach so ist, dann wird es halt auch weiterhin nichts werden. Also ich ich Persönlich denke, ohne so ein Digitalministerium, was eine ähnliche Rolle spielt, wie ein Finanzministerium, also was überall mit reinreden darf. Ja, und was einfach mal die ganze Sache für sich genommen, komplett neu plant und das wird auch lange dauern, gar keine Frage. Also jetzt haben wir die die Zeit schon verloren, nur all das, was wir jetzt bisher geschaffen haben. So teuer das gewesen sein mag, so schade das irgendwie ist, dass da Arbeit so viel geleistet wurde, die eigentlich für nichts gut ist, der ganze Scheiß muss weg. Schmeißt eure Blockchain-Zeugnisse ins Feuer, ja, DE-Mail verbrennt es, eure elektronische Hilfsakte, was auch immer ihr euch äh fallen habt lassen, all die, all diese ganzen Sachen schmeißt es einfach alles weg oder ignoriert es zumindest erstmal und baut es neu und dann