LNP401 Gespaltenes Verhältnis zu Sonderzeichen

Filmpremiere: Alles ist eins — NSO Pegasus — Cell Broadcast Flutkatastrophe — Impfzertifikate-Apotheken-Hack — Lucafails — 10 Jahre Frag den Staat

Wir beenden unsere Sommerpause und setzen unser Programm fort. Vielen Dank für die Geduld und vielen Dank für die wohlmeinenden Kommentare hier und auf anderen Kanälen zur 400. Sendung.

Heute gehen wir auf die Premiere des Films "Alles ist eins, außer der 0" ein, der in diesen Tagen für leider nur sehr kurze Zeit in die Kinos kommt. Aber spätestens wenn der Film als Ladeware verfügbar ist müsst ihr den natürlich alle anschauen, um das Rätsel zu lösen, warum Tim und Linus hier in einem Atemzug mit Albert Einstein, Timothy Leary und David Bowie genannt werden.

Linus geht ausführlich auf die jüngsten Publikationen rund um die israelische NSO Pegasus Software ein, bei der zahlreiche Oppositionspolitiker, Aktivisten und Journalisten weltweit Abhörziel von Regierungen wurden.

Dann sprechen wir noch über die vorübergehende Aussetzung der Aussetzung der Erstellung von Impfzertifikaten in Apotheken, weil mal wieder zu wenig über die Sicherheit nachgedacht wurde, über ein paar neue lustige Fehler der Luca App und gratulieren dem Projekt "Frag den Staat" zum zehnjährigen Geburtstag.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Sag mal, bist du eigentlich schon bereit für deine Drittimpfung.
Linus Neumann
Ja, aber ich warte noch, bis die auf zwei Bratwürste erhöhen oder Currywurst, Pommes Mayo.
Tim Pritlove
Netzpolitik Nummer vierhundertundeins, man könnte fast davon sprechen, dass unsere Sommerpause beendet ist.
Linus Neumann
Ja, langsam.
Tim Pritlove
Langsam, also mit der Ebene ist, fährt langsam hoch, aber äh wir fahren hier hoch. So und das ist hier unsere unsere unautorisierte Sendung ist das heute.
Linus Neumann
Der Tim glänzt mit Wissen.
Tim Pritlove
Das ist einfach mal, ich meine, die Kommentare würden wir jetzt sowieso bekommen, dann können wir sie auch gleich selber machen.
Linus Neumann
Können wir einmal so einmal das hinter uns denkt euch mal ein andere Kommentare aus.
Tim Pritlove
Aber schon durch dieses Land gehen. Genau, über das Gleiche, ihr Nerds. Tja, ja.
Linus Neumann
Ich möchte an dieser Stelle anfangs noch mal einen wirklichen äh herzlichen Dank loswerden für die vielen lieben Kommentare, Zuwendungen, Mails zu unserer vierhundertsten Sendung. Das hat mich sehr gefreut und ähm. Das war sehr, sehr nett.
Tim Pritlove
Habe mich auch äh sehr gefreut. Mich hat auch die ganze Sendung sehr gefreut. Ich fand das ähm sehr angemessen und sehr gelungen an der Stelle auch mal Dank noch an Andre und Thomas, die dazu erheblich beigetragen haben und vor allem ähm schön auch mal den Tisch gedreht haben und ähm.
Linus Neumann
Andre hat das sehr gut gemacht, ne.
Tim Pritlove
Also wir mehr in so eine Frage ähm Beantwortungssituation gekommen sind. Uns lädt ja immer keiner ein, eine andere Podcast. Es stimmt auch nicht ganz bisschen. Ihr habt einfach nicht richtig gefragt.
Linus Neumann
Spotify Content, was habt ihr? Nee, machen wir nicht.
Tim Pritlove
Na ja, na du warst ja äh jüngst auch äh an der einen oder anderen Stelle äh zu Gast und auch ich äh leuchte hier und da äh mal auf.
Linus Neumann
Wo war ich zu Gast.
Tim Pritlove
Du hast auch vor ein paar Sendungen, hast du doch irgendwie eine eine Sendung vorgestellt, wo zu Gast warst, was gerade mal genau richtiges war.
Linus Neumann
Bei Malik war ich zu Gast. Es gab auch irgendwo anders, war ich auch zu Gast, ja.
Tim Pritlove
Und ich glaube, du warst auch irgendwann mal im Sendegarten.
Linus Neumann
Ah ja, aber das ist schon länger her, ja.
Tim Pritlove
Ja, ist schon wieder ein bisschen länger her, das stimmt schon. Also taucht auf. So, mit anderen Worten, wir waren mal ganz froh, äh mal, Die kurze, aber heftige Geschichte von noch Buchnetzpolitik ein bisschen zu reflektieren und das war dann in der Runde glaube ich ganz angemessen. Und äh auch von mir vielen Dank für die netten Kommentare und deswegen gibt's jetzt auch wieder was Neues. Sonst hätten wir hier zugemacht.
Linus Neumann
Sonst hätte ich ja immer gesagt, leckt uns.
Tim Pritlove
Das war so ein Test.
Linus Neumann
Können wir alle gerne haben hier. Ich habe äh über ich war weißt du, wo ich auch zu Gast war, Tim?
Tim Pritlove
Ähm ja, aber ich weiß nicht, ob ich das jetzt erzählen darf.
Linus Neumann
Im Kino war ich zu Gast.
Tim Pritlove
Ah, das darf ich erzählen, das ist gut.
Linus Neumann
Wir waren in der, wir waren in der äh Kinopremiere äh der Berliner Kinopremiere. Es gibt ja sehr viele äh des Filmes. Null. Und ich war zu Gast im Publikum und auf dem Screen, was sehr lustig war, ich war im Kino, aber gleich zweimal.
Tim Pritlove
Dreimal eigentlich, weil du Bastian auch noch kurz vorher in dieser Gesprächsrunde ähm davor auch noch dabei mit äh einem der beiden Autoren oder Regisseure oder Produzenten oder alles, genau, Klaus Meck und äh Tanja. Schwermann.
Linus Neumann
Die konnte aber leider nicht da sein. Die hat äh wie Klaus ja schon sagte, ist sie äh gerade äh mit Zwillingen beschäftigt und äh Zwillinge machen eine Menge äh Beschäftigung. Habe ich, kann ich mir so vorstellen.
Tim Pritlove
Ja, also wer eins äh gehabt hat, weiß, kann sich in etwa vorstellen, dass Zwillinge nicht deutlich weniger Arbeit sind.
Linus Neumann
Ist eins, außer Zwillinge.
Tim Pritlove
War auf jeden Fall eine eine sehr nettes äh Setting. Ich muss zugeben, ich war, glaube ich, bis dahin auch. Nur ein einziges Mal in diesem Kino. Ist eigentlich ein sehr schönes Kino, dieses Freilichtkino in Freiluft. Freiluftkino in Friedrichshain. Sehr angemessene Atmosphäre. Ja und dann ähm habe ich den Film eigentlich auch das erste Mal so richtig bewusst in so einer. Zuschauerperspektive gesehen. Ich hatte den einen oder anderen Ausschnitt schon gekannt, aber wie gut das dann sich so äh am Ende zusammenfügt, das habe ich dann auch erst in dem Moment gemerkt. Und wir wollen's mal gleich vorwegnehmen. Wir empfehlen euch. Euch diesen Film anzuschauen, weil der 'ne sehr schöne Zusammenfassung ist, einer wichtigen Zeit. Für die, die jetzt unsere bisherigen Kommentare dazu noch nicht mehr aufm Zettel haben oder es nicht gehört haben. Der Film ist im Wesentlichen ein Dokumentarfilm, den Gründer des CCC. Aber in dem Zuge porträtiert es auch den CCC und ich würde sagen auch so generell so die Hackerkultur der Achtziger und der ähm neunziger Jahre ganz gut. Also es ist auch ein schönes äh Zeitdokument so aus der Perspektive, dass das Clubs und ich hab's dem Klaus Meck danach auch. Ich hatte, ich hatte nichts auszusetzen an diesem Film, also es ist alles sehr stimmig angesprochen worden. Ähm wow es ja zweitausendeins gestorben. Das ist jetzt genau zwanzig Jahre her und natürlich hat sich der Club, danach extrem noch weiter äh entwickelt, der Film versucht das so ein bisschen anzudeuten ohne jetzt da auch voll in die dokumentarische Spur zu kommen und belässt von daher sein Schwerpunkt schon auf diesen, ersten zwanzig Jahren. Ja, Und das ist ein ist ein guter Film, den sollte man gesehen haben. Vor allem durch diesen Stil von Klaus Mack, dass er alles so mit original, Dokumenten zeigt, ohne jetzt so einen eigenen Kommentar dazu abzugeben, ohne irgendwie das groß zu bewerten, in die eine oder in die andere Richtung, sondern es ist einfach, es wirkt aus sich selbst heraus. Das finde ich ganz angemessen.
Linus Neumann
Das ist also das ist auch so eine hohe Kunst. Ich meine, jetzt ist glaube ich kein war jetzt kein Geheimnis, dass ich seit Jahren mit Klaus da in Kontakt bin, weil er eben diesen Film macht und weil ich äh Ja, weil er was weiß ich, Fragen an mich hatte, weil ich ihm versucht habe, Kontakte herzustellen, manchmal erfolgreich, manchmal nicht erfolgreich, ähm weil wir insgesamt darüber gesprochen haben, ich kommen ja auch an an ganz am Ende ganz kurz in dem Film vor. Ähm dass ich eigentlich bis das Ding fertig war, dachte so, Junge, Junge, ob das mal gut geht. Weil wenn du, wenn du, wenn man jetzt das so beschreibt, was er da macht, ist eigentlich der Film ist eine Collage aus. Material aus der Vergangenheit. Ja, das sind Fernsehausschnitte, privat Filmaufnahmen, was auch immer, irgendwas, irgendwelches Videomaterial, was Sie über viele, viele Jahre äh oder ja doch über Jahre des Sammelns zusammenbekommen haben, aus verschiedenen Archiven und dann eben zu einer zu einer Dokumentation zusammenfilmen, die noch dazu von Peter Glaser. Dem bekannten Schriftsteller und äh Ehrenmitglied des CCC und ehemaligen Chefredakteur der Datenschleuder so ein bisschen aus dem Off erzählt wird in einer der typischen, ich glaube aus Graz kommt der äh Peter, ne? So dieser typischen, ruhigen, pointierten, österreichischen Art, ja? Und da kann man das kann an vielen Stellen sehr schiefgehen, wenn man sagt, man möchte das so machen. Und äh das kann aber auch unglaublich. Großartig gelingen, wenn man das beherrscht. Und das haben die. Ja, also Klaus und Tanja und Peter in dem Zusammenhang mit cooler Musik noch dazu und ich habe jetzt natürlich alle Kritiken davon gelesen und die sind alle überragend, positiv und ich hatte natürlich auch einige Freundinnen und Freunde mitgenommen zu der ähm zu der Premiere, die den Film vorher nicht kannten und die auch nachher sagten so, also ganz ehrlich. Ich war auf eine ganz andere äh Unterhaltungserlebnis, eingestellt, als ich wusste, wir gehen heute Abend ins Kino und gucken eine Dokumentation. Ja, ne, das ist irgendwie nicht, das, was äh was äh ne und die waren wirklich äh enorm positiv sagten sie, egal, was das unterhaltsam war, was der Film Spaß gemacht hat, wie geil die Musik in dem Film war, äh hätte ich, damit hätte ich nicht gerechnet. Also ich würde fast der Klang fast so ein bisschen raus, dass sie dass sie das vielleicht so ein bisschen als, Pflichttermin wahrgenommen hatten, weil sie merken, ja okay, den die Linus liegt da irgendwie was an dem Kinofilm und na gut, dann gehen wir da halt mal rein. Äh die waren wirklich richtig gut gelaunt, sind die aus dem Kino rausgekommen. Und äh haben dann noch ein paar Stunden davor rumgelungen. Äh das war äh also es ist wirklich ein, großartiges äh Ergebnis. Und äh der Moment, an dem ich wusste, dass das oder an dem ich das Gefühl bekam, dass das potenziell auch wirklich so klappen könnte, ist als ich geschaut hatte. Ähm das andere äh Werk von Klaus Meck, das im Prinzip in ähnlicher Weise ähm, oder auf auf ähnliche Art produziert wurde. Äh Westberlin. Oder sowas, ne? Heißt, ist, glaube ich, der Gesamttitel. Also diese, Avangaard, Punk, sonst was weiterentwicklung von Berliner Subkultur, Musik ähm. Darstellt bis zum Beginn der Elektromusik vom äh Beginn der Punkmusik und äh sehr ähm. Also auch ein sehr geiler Film ist, der eben mit dem in dem ähnlichen äh Stil äh gemacht wurde, die ich auch sehr empfehlen kann.
Tim Pritlove
Genau, da man merkt halt auch da sehr klar den den Bezug von, ähm Klaus Meck zur zur Musikkultur, wo er ja auch selber eine große Rolle gespielt hat. Ähm, das kommt halt auch in dem alles ist eins Film gut rüber, also wirklich eine schöne Selektion von Musik aus der Zeit, die dann aber auch konkret auf VAUs, leben und so das Gesamtgefühl dieser Hackerzeit damals, also Hackerkultur, gut reflektiert. So allein drei Versionen von, Computer statt. Also es sind. Es gibt drei Lieder, die Computerstart heißen. Das eine ist von, jetzt komme ich wieder nicht drauf, ähm. Abwärts, ja? Dann gibt's noch einen von den Toten Hosen, Ein anderes Lied und dann gibt's aber in dem Film auch noch eine Variante von die goldenen Zitronen, die, wie ich dann lernte, äh als danach erzählt hat, äh extra für diesen Film nochmal überhaupt erst geschaffen wurde von denen. Also als Spätwerk. Naja und es ist alles ähm sozusagen, auch belebt und und und gut untermalt durch durch diesen Soundtrack.
Linus Neumann
Und und den Soundtrack hat ja auch nicht irgendwer gemacht, sondern den Filmscore hat Alexander Hacke gemacht der ähm ja als langjähriges Mitglied der äh einschätzenden Neubauten bekannt ist und äh Ja, es ist überall nicht, nicht irgendwer wie äh Andy Müller magun auch äh vorher äh sagte und das ist äh ja, sehr, sehr, sehr gelungen. Leider äh muss man, glaube ich, sagen, ähm. Es ist Dokumentationsfilm und den kriegst du nicht irgendwie über mehrere Wochen in Kinos platziert, sondern der läuft im Zweifelsfall in jedem Kino ein Mal, wenn du da Glück hast. Und äh das wird dann auch schon sehr, sehr bald äh vorbei sein diese Zeit, dass man den Film überhaupt noch im Kino schauen kann und das wird äh dann äh mindestens sechs Monate dauern, bis ihr die nächste Gelegenheit habt, das wäre dann äh im Zweifelsfall der Kauf einer DVD oder ähnlichem. Und ähm dann wird es irgendwann nochmal äh eine TV-Ausstrahlung geben und ähm dann. Gewesen. Insofern glaube ich, dass für viele jetzt die, denke ich, der Moment ist, sich darauf vorzubereiten, äh diesen Film ähm irgendwie zu kaufen. Ich habe am am Ende auch nochmal. Dem Verleih gesprochen. Ähm. Auch wirklich ein cooler Verleih, neue Visionen und ähm wir sind da ein bisschen am überlegen, was man da noch für Vorführungen vielleicht äh schaffen kann. Die sind natürlich auch interessiert daran, dass der, dass der Film gesehen wird und ja. Coole coole Leute. Finde ich echt eine schöne Erfahrung gewesen.
Tim Pritlove
Auf der Webseite kein Verzeichnis aller Vorstellungen, ihr müsstet also mal in eurem lokalen Kinoverzeichnissen selber schauen.
Linus Neumann
Auf CCC DE habe ich alles gesammelt, in welchen Kinos der zumindest läuft. Also das ist auch die Liste, die ich von der, von dem Verleih habe, ähm aber die letzte Premiere ist tatsächlich heute am ersten achten im Open Kino in Cottbus und dann kann das eben sehr gut sein, denn haben wir noch irgendwie, weiß ich nicht, über fünfzig Städte aufgelistet, aber ähm. Das kann sehr gut sein, dass das eben einfach jetzt durch ist, ne, dass diese Aufführung jetzt eben auch stattgefunden haben.
Tim Pritlove
Ja, nee, da gibt's schon noch ein paar Gelegenheiten. Also, erster Blick hier auf der einen Liste, da ist zum Beispiel in Bielefeld am elften achten. Also müsst ihr einfach mal gucken, äh ist jetzt vielleicht knapp, aber gibt auf jeden Fall noch die ein oder andere Option. Jut, das dazu.
Linus Neumann
Genau, war cool. Hach, ich war, das war wirklich schön. Ein bisschen überfordert.
Tim Pritlove
Du warst überforderte, dass du dich selber aufm auf dem Screen gesehen hast.
Linus Neumann
Nein, ähm.
Tim Pritlove
Ich habe mal einen kurzen, ich habe meinen kurzen Auftritt fast verpasst, weil ich irgendwie noch aufs Klo gehen musste, genau in dem Moment.
Linus Neumann
Nee, bitte, also auf dem Screen zu sein, daran habe ich mich inzwischen gewöhnt, aber diese äh ja doch irgendwie emotionale Reise und dann dazu sitzen so Peter Glaser war ja auch da und hier Klaus Schleisig ebenfalls Gründungsmitglied war da und dann ne zu zu äh ist ja auch ein emotionaler Film und dann viele Leute da und so, das ist man ja auch das ist man ja alles nicht mehr gewohnt, Tim.
Tim Pritlove
Ich ich war nur ein bisschen geplättet, als dann so am Schluss, so im Abspann, so eine Texttafel kam, wäre dann hier so die Protagonisten sind, so und äh da standst du ja drauf, ich stand da drauf und dann Albert Einstein, Timo, Und David Boie, da dachte ich mir so, okay, alles klar, jetzt kann ich hoch. Jetzt kann ich ja auch aufhören, das ist alles. Alles gelaufen.
Linus Neumann
Ja ähm genau, also schaut euch den Film an und ähm kauft ihn dann. Also das äh glaube ich, ist auch so der Punkt. Also bevor jetzt wieder die ähm Ach so genau, das muss ich aber glaube ich ganz kurz erzählen. Warum werden Filme auf diese Weise verwertet, ne, also mit einmal im Kino, dann sechs Monate warten, Verkauf, dann irgendwie nochmal warten, bis irgendwie eine Ausstrahlung oder eine Verwertung in Streams und so stattfindet, weil das die Förderungsbedingungen sind. Das muss man vielleicht einfach nochmal ganz kurz dazu sagen.
Tim Pritlove
In Deutschland funktioniert einfach so.
Linus Neumann
Genau, die funktioniert so und du kannst entweder sagen, du äh versuchst es ohne Förderung. Oder du kannst sagen du machst es mit Förderung und dann hast du eben diese diese Regeln anzuerkennen. Und äh den den zu folgen. So. Äh wir haben auch sehr viel ja schon darüber gesprochen, wie das ist, wenn man einen Film ohne Förderung macht. Da gibt's die Erfahrung von Sandra Trostel mit dem Film Quietchers welcome, das ist eben ein anderer äh ganz anderer Ansatz, einen Film zu machen. Und ähm ich denke, man wir wissen alle, dass Sandra da eben auch einen sehr steinigen Weg gewählt hat, mit eben dem grandiosen Ergebnis, ein Open-Source-Film äh zu haben. Das war für äh alles ist eins außer der Null eben, nicht der Weg, der da gegangen werden gegangen wurde und auch vermutlich einfach nicht gegangen werden konnte. Weil wir eben zum Beispiel auch große Teils aus Archivmaterial besteht und diese Musik und so alles bezahlt werden.
Tim Pritlove
Na ja, alles immer noch schwierig hier mit dem Urheberrecht und all dem.
Linus Neumann
Urheberrechtsförderung, Pipapo, also.
Tim Pritlove
Alles, alles.
Linus Neumann
Kann man kann man lange drüber reden. Die mussten ja auch so gut wie jede Minute dieses Films bezahlen, auch wenn das Archivmaterial von vor zwanzig Jahren ist, weil da gibt's dann Katalog und da musst du eben bei der ARD diese Drehminute äh kaufen, Die wird halt zum, zum Festmeterpreis äh angeboten. Also das äh kannst du nicht einfach äh von YouTube nehmen. Genau, nur bevor das jetzt wieder losgeht, dass die Leute sich beschweren, dass dieser Film eben verkauft wird und nicht verschenkt. Okay, äh ein paar schöne Kritiken haben wir im äh in den verlinkt. Es ich habe keine weiteren gefunden. Es gab keine negativen Kritiken, die TAZ bemerkte das in dem Film ähm hauptsächlich Männer eine Rolle spielen. Das äh muss man leider so anerkennen. Ähm es gab sehr wenige Frauen, die in der Anfangszeit eine Rolle gespielt haben, aber. Ganz klar, Rena Tangens hätte da auch vorkommen können. Ähm stattdessen ist Paddelun vorgekommen.
Tim Pritlove
Gab auch noch ein paar andere, die auch noch hätten auftauchen können, aber, es tauchen auch schon so viele auf, aber das sind dann einfach auch Entscheidungen, die oft dann einfach auch auch äh aus anderen Gründen gefällt werden, nämlich welches Material überhaupt vorhanden ist. Gerade das ganze Videomaterial von von wow zum Beispiel, das ist auch so dünn gesät, also ich habe zu den Eindruck, sie haben so ziemlich alles zusammengekratzt, was überhaupt existiert, aber es viel zu wenig, weil einfach macht man sich heutzutage kaum noch klar, aber diese ganze Aufzeichnungskultur das ist auch erst ein Phänomen der letzten zehn Jahre so und.
Linus Neumann
Und weißt du was denn? Wenn die irgendwann, wenn man irgendwann mit dem gleichen Ansatz ein Dokumentationsfilm über irgendwelche Leute ausm zwanzig zwanzigern macht, ne, dann hat man immerhin ganz viele Selfies auf Instagram von denen.
Tim Pritlove
Also bei mir ist dann immer noch.
Linus Neumann
Ein Scheißwelt. Okay, gehen irgendwohin, fahren ans andere Ende der Welt und sehen trotzdem nur sich selber. Na ja, okay. Wir reden wir reden mal über das erste äh Thema, oder?
Tim Pritlove
Genau. Machen wir das doch mal. Was ist denn passiert? Da ist auch wieder was passiert.
Linus Neumann
Urlaub, kaum machst du Urlaub, tanzen die äh Mäuse auf den Tisch. Sehr äh großer äh und sehr viel Aufsehen erregender Skandal, um die um das NSO Pegasus. Jetzt haben wir immer wieder äh erwähnen wir die NSO Group ähm aber ich denke, in längerer Zeit nicht mehr so ausführlich. Und zwar gibt es äh weltweit eben einige wenige ähm relativ berüchtigte Unternehmen, die, Staatstrojaner herstellen. Ähm wir kennen ja den Kampf gegen Staatstrojaner, der ja in Deutschland seinen Auftakt hatte damit, dass der CCC, ich glaube zwanzig elf diesen Ozapft ist, analysiert und auseinandergenommen hat. Das war ein äh gegen Windows Maschinengerichteter Staatstrianer Wald, ne. Damals war diese ganze, ähm Smartphonegeschichte noch nicht so groß. Heute. Konzentriert sich der Markt natürlich auf äh Smartphones und wir haben ja auch schon sehr viel darüber gesprochen, mit der Quellen Telekommunikationsüberwachung, also. Dem Kunstbegriff der im Prinzip sagt, wir hacken dieses Handy um, die Kommunikation abzuhören, weil sie verschlüsselt stattfindet. Äh die Onlinedurchsuchung kürzlich mit Andre Meister, hatte ich da ja eine Episode gemacht, äh die wir vielleicht nochmal zur zur Einleitung verlinken, Ähm. Außerdem hatten, gab es diesen äh gibt es diesen Staat zu einer Hersteller äh Gamma-Arfin Fischer ähm über den wir ja auch regelmäßig berichtet haben, habe ich auch in dieser Episode mit André, gesprochen und da hatten ja auch Torsten und ich zwanzig neunzehn eine Analyse beigefügt und gegen die gibt es ja gerade das laufende Strafermittlungsverfahren wegen umgehen von, äh von Exportrestriktionen, wo es irgendwie, ich glaube, Hausdurchsuchung an über siebzehn Standorten gab. So, ähm das sind. Privatwirtschaftliche Unternehmen, die Schadsoftware für äh eben. Mobiltelefone programmieren, also, für Android und iOS-Devices in der Regel und auch die Comand and Control Infrastruktur dafür unterhalten, also die Server, wohin die Daten dann exfiltriert werden. Und die ähm Dienstleistungsverträge mit, die mit Staaten eingehen, die also sagen, unser Produkt, das was wir hier anbieten, das äh bieten wir nur staatlichen Stellen an, sprich Geheimdiensten und Strafverfolgungsbehörden zur. Rechtmäßigen. Anwendung im Rahmen einer demokratisch legitimierter Geheimdienst Operation hust und äh Straffverfolgungsoperation. Ähm soweit die die äh Selbstdarstellung dieser Unternehmen und natürlich haben die relativ, dubiose oder sagen wir agieren die in einem relativ gefährlichen Umfeld, auch das sei nochmal zusammengefasst, weil sie ja Wissen darüber sammeln müssen, um ihren. Ihren Auftrag zu erfüllen, müssen sie wissen, wie man ein Telefon infiziert. Ja? Und diese Schadsoftware muss ja auf das Gerät aufgebracht werden. Und das geschieht in der Regel mit Hilfe von Schwachstellen. Und diese Schwachstellen sind für diese Unternehmen natürlich nur dann gut, wenn sie auch möglichst viele Geräte betreffen, mit anderen Worten, die haben ein großes Interesse, diese Schwachstellen geheim zu halten. Das sind also Unternehmen, die, inhärentes Interesse haben, dass es Schwachstellen auf euren Geräten gibt, diese Schwachstellen gezielt suchen und dann im Rahmen ihrer äh beruflichen geschäftlichen Tätigkeit ausnutzen. Das ist ähm etwas, was äh gemeinhin als unfein äh betrachtet wird, weil es zur Folge hat, dass diese Schwachstellen eben auf allen Geräten sind und damit das äh Risiko, für die Gesellschaft eben sehr viel größer ist. Weiterhin, muss man natürlich sagen, wenn man sagt, wir verkaufen nur an Staaten und nur an irgendwie demokratische Staaten, die äh es mit den Menschenrechten sehr genau nehmen. Hast du eine sehr enge Einschränkung deines potenziellen Marktes. Ja, weil der größere Teil der Staaten, dass mit der Demokratie und den Menschenrechten und so weiter noch nicht so ganz äh ernst nimmt. Und ähm Einschränkungen deines potenziellen Marktes wiederum sehen die äh Wirtschafter in einem Unternehmen äh regelmäßig, als nicht so äh förderlich an, sodass diese Unternehmen regelmäßig eben dabei erwischt werden an, starten, verkauft, exportiert zu haben, an die man nicht. Sollte, wenn man sich entlang äh gängiger moralischer und ethischer Standards bewegen möchte. So, so viel zur Vorgeschichte, ist das gut zusammengefasst, Tim.
Tim Pritlove
Habe ich jetzt erstmal nichts dran äh auszusetzen.
Linus Neumann
Okay, ähm so die NSO-Group war äh ich glaube, wir hatten irgendwie vor ein paar Jahren so einen äh Vortrag auf dem Kongress, wo wo dann sich damit auseinandergesetzt wurde. Ähm. Und wo man so merkte, oh, oh, die, die können was, ja? Und, dieser Markt ist natürlich relativ heiß umkämpft und natürlich auch gut bezahlt. Das ist das also um diese Schwachstellen zu finden brauchst du, sehr fähige Leute, sehr fähige Leute, wollen immer sehr viel Geld haben und ähm dafür, dass sie vielleicht dann auch noch ihren äh ethischen Kompass äh mal ignorieren im Rahmen ihrer Tätigkeit musst du äh üblicherweise vielleicht auch noch einen Aufpreis zahlen. Ähm. Und offenbar ist es denen halt gelungen, sich da äh zu etablieren in diesem Markt. Ähm, und relativ viele unter viele Staaten dann zu ihren, Kundinnen zu zählen. Jetzt ist es passiert, dass eine ein Recherche-Kollektiv mit dem Namen For Bidden Stories an ein Datenleck von fünfzigtausend Telefonnummern gekommen ist. Die mit der Software Pegasus, so heißt der Staatstrianer der NSO Group, ähm überwacht wurden. Diese Liste kriegen die jetzt in ihre Hände. Was machen die? Sagen aha, okay, jetzt müssen wir das natürlich verifizieren, wenn wir so eine, wenn wir so eine Liste bekommen, Quelle ist unklar. Ähm was machen wir jetzt damit? Dann haben sie einfach ähm, auch sein, dass da einfach irgendeine Liste von Telefonnummern ist. Äh haben sie dann angefangen, auszuwerten. Erstens, ähm, Was sind das hier für Menschen und haben dabei unter diesen fünfzigtausend Leuten Journalisten, Menschenrechtsaktivisten, Führungskräfte von Unternehmen, Militärangehörige, Premierminister und staatsüberhäuter gefunden und haben, insgesamt siebenunddreißig Geräte analysiert. Von dieser Liste also von Menschen, deren Telefonnummern auf dieser Liste standen und auf siebenunddreißig Geräten eben ähm eine Infektion mit Pegasus nachgewiesen. Pegasus, da haben wir auch schon ähm länger drüber hier gesprochen, die verfügten oder verfügen über mehr oder weniger so eine äh, Infrastruktur. Also da gibt man einfach nur 'ne Telefonnummer ein und dann wird das an dem anderen Ende befindliche Gerät äh übernommen. Diese Analyse fokussiert sich primär auf iOS. Ich komme gleich nochmal dazu, äh warum. Auf iOS ist es also vermutlich, jetzt kommt der leicht, vermutliche Teil, findet die Infektion darüber statt, dass in der in dem Image IO Framework von iOS, also in der Grafik, Darstellungs und Weiterverarbeitungs ähm Library eine Schwachstelle ist, oder vermutlich mehrere, weil oder nee, auf jeden Fall mehrere, weil in den letzten Updates jedes Mal, also vierzehn drei, vierzehn, vier, vierzehn, fünf, vierzehn, sechs, jedes Mal Schwachstellen in Image-Io, gefixt wurden, also Image-Iye Allstar offenbar ein ähm Fehlersuchbild. Die schicken also den Opfern. Message, die vermutlich ein Bild beinhaltet, dass äh. Von dieser Image-IO verarbeitet wird und dabei Schwachstellen dieser Image-IO ausnutzt, um dann äh am Ende den Prozess dieses Staatstrojaners auszuführen. Das ist insofern spannend, weil sie, den nicht installieren. Ähm sie haben also keine äh Persistenz. Ja, also wenn man eine Schadsoftware hat, ähm ist es üblicherweise wünscht man sich, dass die dauerhaft auf dem Zielgerät ist. Es gibt natürlich unterschiedliche Abwägungen ähm sich zu entscheiden, das nicht zu tun. Dazu kann gehören, dass man sagt, okay, wir möchten möglichst wenige Spuren. Hinterlassen. Deswegen versuchen wir einfach mal nur im Rahmen zu bleiben. Ähm dazu kann auch gehören, dass man sagt, wir haben einfach so viele ähm, Exploits auf diese Zielplattform, dass wir, uns keine Sorgen machen müssen, das Gerät neu zu infizieren und dazu gehört auch, dass diese Smartphones eben nur unter Not und Zwang neu gestartet werden, sodass du äh quasi der Drang. Dich dauerhaft das Gerät dauerhaft zu infizieren, damit du nach einem Neustart immer noch da bist, ähm offenbar ein bisschen abgenommen hat. So, äh hat also für forensische Analysen ähm durchaus Konsequenzen, wenn du. Nämlich sagst, selbst wenn wir uns das Dateisystem anschauen, werden wir nichts finden, ja? Ähm das heißt, du müsstest im laufenden System nach einer Infektion suchen. Das wiederum kriegst du kaum hin, weil du, in der Regel diese Telefone nicht kannst. Deswegen hat sich hier das Team von Amnesty International, die übrigens ein also ja ein weltklasse Team, in ähm Staatstrojaner Forensik unterhalten. Es gibt da eigentlich nur ähm. Zwei, drei weltweite Teams, die in dieser Liga da spielen. Das ist das, das Team um Amnesty. Ähm das ist das Citizen Lab, und nach meiner Wahrnehmung kommt dann erstmal längere Zeit nichts und dann kommen irgendwie noch so ein paar äh. Ähm Schadsoftware äh Buden, die, auch Analysen machen und dann irgendwann ganz unten kommen dann vielleicht nochmal so so Hobbyisten wie Torsten und ich die sich das auch mal angucken, ne? Aber diese die Weltklasse ist eben Citizen Lab und äh das und Amnesty. Ähm so, die haben sich also jetzt äh auf eine Analyseform äh konzentriert, die. Inkonsistenzen, in den Backups von iOS erkennt, weil nämlich der Prozess, der, also der, also, ein, ein Staatsferner muss ja, ausgeführt werden auf dem Zielgerät. Und dieser äh gibt also einen mit der Pegasusinfektion verbundenen Prozess, der heißt Bridge Head BH und der verändert ein paar Dateien. Äh ist das irgendwie. Also der, der wenn der Crash das dann keine Meldung an Apple geht, ist meine Vermutung, dass das die Änderung ist. Und der räumt ein bisschen hinter sich auf. Dass sein eigenes, sein eigenes Datenvolumen nicht. Von von dem Standardsystem Locks erfasst wird. Und dabei schafft er aber Inkonsistenzen. Das sind also sehr kleine, feine ähm Unterschiede, die man erstmal äh kennen muss, die eben im Gesamtbild äh darauf hinweisen, eine, dass eine Pegasusinfektion stattgefunden hat. Da kann ich nur sagen, das wird, sehr, sehr viel Zeit in Anspruch genommen haben, diese Inkonsistenzen überhaupt einmal zu entdecken. Und mit einer Infektion in Verbindung zu bringen. Das ist also das Ergebnis von vielen Jahren äh Forschung und ähm das Schwierige dabei ist natürlich immer infizierte Geräte zu bekommen. Ähm beziehungsweise es ist nicht schwierig, Leute zu finden, die der festen Überzeugung sind, dass ihr Telefon infiziert ist, ja? Die suchst du nicht lange äh stellt sie sich einfach kurz vor vor einen beliebigen für eine beliebige für einen beliebigen des Chaos Computerclubs und wartest. Ja kommt jemand mit uns fest überzeugt, dass ihr Handy gehackt ist, ja? Aber.
Tim Pritlove
Alternativ einfach auf einer Querdenkerdemoiro herumfragen.
Linus Neumann
Ja genau, also von denen findest du viele. So, dann musst du die aussieben nach, okay, habe ich hier einen angemessenen ähm Verdacht, ne, einer. Dann Anhaltspunkt und dann irgendwann findest du was und dann musst du deine Indicaters of Compromis natürlich geheim halten, damit die nicht gefixt werden und so weiter. Das ist also viele Jahre Arbeit, die ähm. Amnesty ja auch macht, deswegen wird ja zum Beispiel ähm. Und dass es äh spätestens da hört's ja dann auch wirklich auf, lustig zu sein. Wir erinnern uns an den Fall von äh Jamal Khashoggi, der ja äh ermordet wurde, der eben auch eine äh auf dessen Telefon eben auch Infektionen mit Pegasus, also arbeiten da seit sehr langer Zeit da dran. Und haben jetzt auch äh ein Tool veröffentlicht, ähm das Amnesty Lab, äh das Mobile Verification Tool Kit, das im Prinzip ähm eine Analyse von. Phone Backups vornimmt. Füttern kannst. Und damit kannst du jetzt quasi erkennen, ob dein iPhone Backup. Spuren beinhaltet die eben darauf hindeuten, dass dieses Telefon mal mit ähm. Äh Pegasus infiziert war oder was weiß ich seit dem Zeitpunkt des letzten Backups ist.
Tim Pritlove
So digitale Kratzspuren sozusagen.
Linus Neumann
Genau, also winzig kleine, also Indicateres of Compromis sind so die hohe Kunst dessen, ne, dass man sagt, okay, Das ist ein festes Anzeichen dafür und das bedeutet natürlich auch, dass diese Inkonsistenzen nicht aus irgendwelchen anderen Gründen stattfinden oder von mir aus hast du mehrere Inkonsistenzen. Die in Kombination dann eben ein ein äh sicheres Indizi sind. Aber wie gesagt, das ist jahrelange Forschung. Ähm okay, dann haben gibt's natürlich die andere Seite, also jetzt wieder aus Sicht von NSO. Du hast also dein, dein sogenanntes Implant. Deine also du hast dein du hast deine und die. Ex filtriert ja Daten, dafür schickst du die ja da drauf. Und ähm da macht übrigens jetzt eine Sache Sinn, die mich. Früher immer beschäftigt hat. Also es gab ja auch vor einiger Zeit die Meldung, dass Jeff Bezos, Zielperson der NSO Group gewesen sei oder der Charts und da in den Berichten hast du immer gelesen, dass die quasi infiziert werden und dann nach der Infektion ein hohes Datenvolumen auftritt, Ja, dass also direkt nach der Infektion große Mengen oder größere, ungewöhnlich große Mengen an Daten ähm weggesendet werden. Und das hat mich immer gewundert. Wenn man aber bedenkt, dass die keine Persistenz haben, macht das total Sinn. Weil in dem Moment, wo sie infiziert haben, wissen sie nicht, wie lange es dauert äh das Gerät neu gestartet wird und sie vielleicht einen neuen Versuch machen müssen, wenn die iMessage angezeigt wird, ist das schlecht, ne? Also äh macht das total Sinn, dass die direkt nach Erfolg da in viel äh nach Erfolg da äh äh, Übernahme des Gerätes sofort Daten extrahieren. Ähm die muss die müssen irgendwohin. Das sind die sogenannten Command and Control Server. Du unterhältst also im Internet Server, die diese Daten entgegennehmen. Ähm anders kriegst du ja nicht von dem von dem Mobiltelefon runter. Auch da haben die Forscherinnen und Forscher ganze Arbeit geleistet und haben Kommand in Kontrollserver in Deutschland, UK, Schweiz, Frankreich, USA und in Amazon gefunden. Amazon Cloudfund hat die, ihnen zugeordneten Server sofort abgeschaltet. Dreiundsiebzig Stück waren das. Äh andere Anbieter sind noch und äh OV. Da wird irgendwie noch, also da bin ich gerade nicht auf dem aktuellen Stand wie die mit diesen, mit den Informationen umgegangen sind, dass dort eben äh ja Commanden-Control-Server ähm unterhalten werden.
Tim Pritlove
Also äh liefen diese Kontrollserver in deren Cloud oder sind ist diese Cloud-Front quasi nur vorgeschaltet für Last.
Linus Neumann
Ich ich bin mir genau, ich bin mir nicht hundertprozentig sicher, was also Amazon hat so viele Cloud-Dienste, die ich nicht alle hundertprozentig kenne, aber ähm üblicherweise nimmst du also Amazon Cloudfront ist einfach ein CDN, Content Delivery Network ähm. Üblicherweise nimmst du diese also du nimmst diese Amazon-Services, weil, die ja eh jeder nutzt. Das heißt, was äh was ist der, der, der, der unverdächtigste Traffic, den ein Gerät machen kann, ist natürlich irgendwo zur Amazon-Cloud gehen, weil der ist eh alles.
Tim Pritlove
Der Heuhaufen, wo auch alle anderen Nadeln rumliegen.
Linus Neumann
Das ist ja quasi das Internet leider jetzt bald, ne? Und äh insofern versuchst du natürlich auch, also die sind natürlich die Programmierer dieser Schadsoftware, sind natürlich erpicht, äh so wenig, und so wenig Auffälligkeiten wie möglich zu produzieren. Kommen wir mal dazu, ähm in welchen Staaten es jetzt da äh Skandale gibt. Ähm das sind sehr viele Also wenn man nur mal schaut auf, ich hätte ja gerade gesagt, einhundertachtzig Journalistinnen und Journalisten. Wenn man nur mal auf Staats und Regierungschef schaut, dann äh sind die Zielpersonen aus Frankreich, Irak, Südafrika, Marokko. Jemen, Libanon, Uganda, Algerien, Belgien, Pakistan, Ägypten, Kasachstan. So, das sind irgendwie so die Zielpersonen. Und in ähm Ungarn sind äh vier Journalisten und ein Fotograf überwacht worden. Außerdem mehrere Geschäfts, Leute und Ex-Politiker in Frankreich rund dreißig Journalistinnen und Chefs von Medienunternehmen, aber auch äh der Präsident, und Mitglied der Regierung Frankreichs sowie EU-Ratspräsident Michelle. Ähm. Macron muss man sagen, da waren's äh eine von mindestens zwei Nummern und die Nummern nutzt ja seit zweitausendsiebzehn sein früherer Leibwächter war auch betroffen und der französische Umweltminister Franoa de Regie der hat sein Telefon selber analysieren lassen, also Amnesty hat spezifisch auf dessen, ähm Handy äh festgestellt, dass Pegasus im Juli zwanzig neunzehn auf dem Gerät aktiv war. Ja? Äh das ist schon ein starkes Stück. Und äh ja, NS, die NSO-Group leugnet natürlich alles, äh die. Tja, wie soll man das sagen? Das sind natürlich, also diese diese Gruppen, diese diese Unternehmen haben natürlich sehr ähm, Es ist sehr schlecht, dass es solche Unternehmen gibt, weil die natürlich einerseits staatliche Interessen verletzen. Andererseits sehr äh äh sehr süße Angebote für staatliche äh Interessen machen, ja? Ähm. Im Falle von von des Hacks von ähm von französischen Regierungsüberholptern geht man davon aus, dass, der auf Marokko zurückgeht, aber hier König Mohammed, der sechste und, sind beides Personen aus Marokko, die halt auch getaget wurden. Jetzt kann es sein, dass der marokkanische Geheimdienst eben auch einfach eigene Bürgerinnen damit äh angegriffen hat. Das dann würde es irgendwie wieder Sinn machen. Äh langer Rede, kurzer Sinn, äh, jetzt sind natürlich einerseits die Leute, die Betroffenen äh Regierungschefs, das sind ja die einzigen, die äh denen zusteht, sich über so etwas zu beschweren, ja. Ähm dass hier Menschenrechtsaktivisten und Journalisten damit angegriffen werden, dass äh, interessiert ja nur äh, so ein paar Idealisten eigentlich, ne? Der wahre Skandal ist ja, dass dann irgendwie Macron abgehört wird. Ähm. Entsprechend sind die da, In ihrer Reaktion noch relativ zurückhaltend habe ich den Eindruck, in ähm in Israel, wo die NSU Group sitzt, haben also Vertreterinnen unterschiedlicher Behörden die Geschäftsräume inspiziert haben wir geklopft und haben gesagt, können wir mal reinkommen und gucken. Äh das ist natürlich äh gar nichts, Ähm ich habe mir längere Zeit darüber Gedanken gemacht, was ist jetzt eigentlich, ne, dass, sinnvolle die gute Konsequenz aus so etwas, weil man ja ganz offensichtlich sieht, ich meine, wir wir üben ja schon Kritik an ähm. Der Existenz von Geheimdiensten, ja? Aber wie schlimm ist es erstmal, wenn du dann auch noch für diese Geheimdienste. Ähm privatwirtschaftliche Sub-Contractor hast. Die äh im Prinzip eben deine, die im Prinzip sagen, jo, alles klar, dein Start ist bei uns Kunde und äh gleichzeitig hecken wir noch einen anderen Staat auch, ne? Das ist halt wirklich echt nichts, was du. Was du haben willst, das ist nicht gut, dass es das gibt. Oder wie sehe ich das falsch?
Tim Pritlove
Das ist überhaupt nicht falsch. Also es ist einfach, zeigt vor allem, dass selbst die sichersten Systeme hier äh schnell ähm quasi in das Licht geführt werden kann, also wenn so ein Siro-Dee auftaucht, mal das Beispiel mit iMessage da auf dem äh Eiweiß, mein Eiweiß, Gilt ja nicht zu unrecht, so eigentlich als das am besten gesichertste System, aber es äh bewahrt einen natürlich auch nicht davor, dass auch dort Fehler gemacht werden und gerade so dieses Beispiel mit dem Bild. Ja, das ist ja sozusagen was das ja bedeutet, ist in dem Bild ist der Code, Das heißt, es beschreibt eigentlich gar nicht Pixel, es beschreibt eigentlich Code und durch einen fehlerhafte interpretation dieser Daten, einlesen dieses Bildes, weil er einfach irgendwo nicht das steht, was erwartet wird, was da normalerweise drin steht, sondern steht was anderes und die Leute von NSO oder wo auch immer sie dann quasi diesen Hack her haben, haben halt herausgefunden so, ah okay, wenn ich jetzt hier irgendwie eine Drei äh statt einer Zwei reinschreibe, dann ist der Kot einfach unvorsichtig ähm stellt sich quasi selbst ein Bein, fällt auf die Fresse und dann führt es dazu, dass äh andere Daten, die in diesem Bild noch mit drinstecken, einfach äh von dem System in dem Moment als lauffähiger, valider Code ausgeführt werden. So und wenn das dann.
Linus Neumann
Jetzt müssen wir aber noch ganz eine weitere Ergänzung, Tim, ne, also das ist äh äh also du hast gerade Buffer Overflow genau gut erklärt. Ähm eine Sache noch. Du kriegst aber, also du brauchst ja für diesen Hack dann außerdem noch Rutrechte, das heißt, es gibt auf jeden Fall dann noch weitere, die eine ermöglichen. Es sei denn, diese Image Library läuft schon mit Rutrechten, was ich mir nicht vorstellen kann. Also, diese wird. Eine ständige Pflege brauchen und sie wird auf jeden Fall aus mehreren bestehen.
Tim Pritlove
Genau, mir ging's jetzt auch gar nicht so sehr jetzt um um die korrekte technische Beschreibung, sondern nur um dieses, in dem Moment, wo wieder irgendeine Fehlerkette gefunden wird, ja, die im Prinzip zum Erfolg führt, dann halt so diese ganze NSO-Infrastruktur dann auch sofort da das Larschscale sofort überall zum Einsatz zu bringen, und deswegen ist ja diese ganze Debatte so wichtig, die wir auch immer wieder führen mit Sicherheitslücken müssen einfach so früh wie möglich veröffentlicht werden, damit das gestopft werden kann, weil es einfach so oder so, selbst wenn selbst wenn dieser Fehler. Bekannt wäre und bei Apple vorliegt und die das dann irgendwie patchen und dann ein Betriebssystem-Update draus machen. Bis das dann wirklich in der Welt ist, da vergehen, im besten Falle Tage ja manchmal auch Wochen und unter Umständen eben auch Monate und solange ist das eben in US und die Infrastruktur, die NSO halt dazu bereitstellt, die erlaubt eben dann auch einfach sofort dieses Ausnutzen solcher Sicherheitslücken in im industriellen Maßstab, so. Das ist ja die eigentliche Gefährdung. Dadurch werden diese Sicherheitslücken erst so gefährlich durch diese Software.
Linus Neumann
Das äh Krasse ist übrigens auch, wenn man sich die Rolle in dieser NSO Group anschaut, ähm im Prinzip, Ist das ja, also das ist das, was du an jeder Stelle siehst. Wenn es mehrere Stellen mit Nachfrage gibt. Geht jemand hin und sagt ich biete euch das als als Service an ja? Ich bündle die Kompetenz bei mir. Ich äh biete euch das als Dienstleistung an, woran ihr alle Bedarf habt und warum sollte das eben nicht auch in in dem Markt für für Geheimdienste und Strafverfolgungsbehörden, so sein, ne? Es ist ein, also so marktwirtschaftlich betrachtet macht das total Sinn, dass es so eine NSO-Group, sich eben formiert und dass die ein sehr gutes äh florierendes Geschäft mit sehr vielen Staaten hat und dann eben mh, es auch tatsächlich in der Verantwortung dieser Staaten sieht, wen die Tagetten ja? Dann sagst du ja nee, nee, wir haben uns ja nur, wir haben uns ja nur hier zeigen lassen, dass ihr, dass ihr Staaten seid. Worauf ich noch hinaus wollte, ist, es wäre natürlich super, wenn dieses Unternehmen vom Erdboden verschwindet. Ähm es ist allerdings äußerst unwahrscheinlich. Dass ausgerechnet Israel dieses Unternehmen äh schließen lässt, ja? Ähm es sei denn, das hätte jetzt irgendwelche äh Handelsbeziehungen mit was weiß ich, dem Iran oder äh sonst was, dann würde Israel da vielleicht nochmal äh gucken, ob man das Unternehmen behalten will. Das Problem ist allerdings natürlich auch, dass dieses Unternehmen. Wenn man es auflöst, die Leute gibt's ja nun mal, ja? Und diesen Markt kriegst du jetzt nicht, also diese Kompetenzen und den Markt kriegst du ja nicht weg, nur weil du jetzt ein Unternehmen platt machst. Und da wird man irgendwie äh also am besten wäre es einfach, wenn die Staaten sich verbünden würden und sagen würden, nee, sowas solchen Leuten geben wir kein Geld, die möchten wir bei uns nicht, aber genau das wird auch wieder nicht passieren Also, wer meine Prognose weder das jetzt so, so ein Skandal, der wird jetzt irgendwie ausgesessen, die poltern ein bisschen rum und sagen, stimmt gar nicht und dann machen alle weiter wie vorher.
Tim Pritlove
Das ist äh das wahrscheinlichste auf jeden Fall. Es gibt da einfach überhaupt keinerlei, Ähm ja, es gibt auch vor allem keinerlei, also abgesehen davon, dass es keinerlei Bereitschaft gibt, bei den Staaten sich da quasi. In dem was sie tun könnten, beschneiden zu lassen. Ne, also alle wollen irgendwie mitspionieren, alle wollen äh genau den gleichen Waffenstand haben wie alle anderen, das ist ja so die eine Triebfeder, also nach dem Motto, wir müssen ja, weil die anderen machen das ja auch und, würden wir uns ja ins eigene Fleisch schneiden, ne? Ähm und es gibt halt auch keinerlei international Verträge oder Sanktionsmöglichkeiten, so etwas in irgendeiner Form zu bestrafen, aus genau diesen Gründen. Deswegen ist es halt sehr schwierig, wie man da überhaupt eine Verbesserung der Situation erzielen kann.
Linus Neumann
Das ist genau also ich will nur sagen, das sind die Probleme, die du dir eintrittst, ja? Wenn du in jeder, blöden Sitzung des Innenausschusses des Deutschen Bundestags irgendein äh schlecht gelaunten alten, weißen Mann sitzen hast, der irgendwie sagt, wir müssen jetzt alles hacken, weil die, weil die Verbrecher äh sind im Internet. Wenn du äh ein Innenminister wie Horst Seehofer hast, die ohne jede Rücksicht auf, Konsequenzen, ähm Überwachung und IT Unsicherheit aktiv vorantreiben. Das ist das, was sie dir damit eintritt. Das, das ist, sowas kommt von sowas. Und am Ende kannst du ja sogar noch sagen, ähm musst du ja froh sein, dass immerhin noch. Die die Mehrheit der demokratischen Staaten. Bei denen Kunde sind, weil sie dann vielleicht noch ein Zünglein an der Waage haben, äh zu sagen, übrigens, wenn ihr, wenn wir euch hier, wenn wir nochmal hören, dass ihr irgendwie in Unrechtsregime ähm, verkauft, dann sind wir weg. Ne? Und wenn die nicht die Kunden werden, dann werden's eben nur noch die die die Diktatorin und und äh es gibt glaube ich hauptsächlich Diktatoren, da kann man ruhig auf Gendern verzichten, aber wenn wir jetzt nur noch die die. Toren und und Unrechtsregime, die sowas einsetzen und die Menschenrechtsaktivisten und die äh Journalisten. Und Journalistin, die ähm hier dann die Zielpersonen sind.
Tim Pritlove
Tja. Echt, es gibt keine Diktatorinnen. Aktuell? Bist du sicher? Aber es.
Linus Neumann
Weiß ich nicht. Google mal Diktatorin. Weiß nicht, wer's? Wer ist eine lebende, lebende Diktatorin? Google ich jetzt mal, lebende. Leben der Diktatorin. Der erste Treffer, ne die zehn, das wird sofort Diktorin, meinten sie Diktatoren.
Tim Pritlove
Evaluiert nicht. Wir lassen uns in den Kommentaren wieder aufklären. Ihr habt sicherlich äh ein paar Hinweise.
Linus Neumann
Nee, nee, Tim, ich weiß, ich kenne Diktatorin. Kennst du auch.
Tim Pritlove
Ach Merkel. Na die ist ja jetzt auch bald.
Linus Neumann
Okay. Ähm noch ein ein abschließend noch mal meine höchste Anerkennung für diese Forschung, die da eben äh betrieben wurde, das ist äh, Liga, Ähm wir versuchen's ja hier allgemein verständlich zu machen, aber die Blogposts von Amnesty und die Tools von Amnesty äh kann man sich durchaus mal anschauen. Kleine Vorwarnungen es dauert Ewigkeiten mit dem MVT, eure iPhone Backups durchzuwühlen, weil ja die erstmal entschlüsseln müsst. Da sind dann schon mal ein paar hundert Gigabyte entschlüsseln und dann äh dann die Analyse macht. Wenn ihr eure Backups nicht verschlüsseln äh entschlüsseln müsst, habt ihr was falsch gemacht, dann müsst ihr das Häkchen setzen bei Backups verschlüsseln, meine lieben Freunde.
Tim Pritlove
Jo. Damit hätten wir, glaube ich, das Thema dann erstmal umfangreich belegt, oder? Ähm ja, womit machen wir weiter? Machen wir weiter mit Flut.
Linus Neumann
Flutkatastrophe, ja.
Tim Pritlove
Ja genau, die die hat uns auch eine Idiotenflut äh wieder beschert so als Seitenarm. Also vorher ein paar Wochen, ihr werdet es alle mitbekommen haben, heftige Regenfälle über äh lange, lange Tage, vor allem in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, in Deutschland auch in den angrenzenden Ländern Belgien, glaube ich, auch, Niederlanden äh war's glaube ich auch recht heftig, das habe ich alles nur ein bisschen aus der Ferne wahrgenommen. Auf jeden Fall ja habt ihr ja gesehen, was das alles ausgelöst hat. Da wurden große Teile von Dörfern einfach äh weggespült, reihenweise. Brücken und Straßen, teilweise auch Autobahnen abgeräumt und viele Leute sind davon, betroffen, vor allem weil halt auch viele Leute gestorben sind. Ich glaube, die Todeszahl ist über hundertsiebzig letzte Mal, als ich äh da eine Nachricht zu wahrgenommen habe. Und äh ja, dadurch würde natürlich im wahrsten Sinne des Wortes wieder einiges freigespült, unter anderem, wie nackt äh es denn doch äh aussieht, wenn's um die digitale Infrastruktur in Deutschland steht, denn es wurden vor allem viele Leute nicht äh gewarnt, das hat, wesentlichen zwei Gründer. Das ist eine, das wohl Warnung, die von den Wetterdiensten tatsächlich ähm an die Länder weitergereicht wurden, auf irgendeiner Ebene der Bürokratie stecken geblieben sind, also nicht weitergereicht wurden, da kann ich mich jetzt nicht groß zu äußern, äh wo das und ähm warum das sozusagen nicht stattgefunden hat, aber dass es sagen wir mal, dass eine bürokratische Probleme, das andere ist, dass in dem Moment, wo wir dann wirklich mal Warnungen ausgesprochen werden sollten ja schlicht diese Warninfrastruktur so nicht vorhanden war. Wir hatten ja hier im letzten eine Sendung schon gemacht, als dieser Warntag in Deutschland weitgehend gefällt ist. Da wurde ja mal versucht, die paar Sirenen, die noch äh rumstehen äh zum Singen zu bringen und die ganzen Warnapps mit entsprechenden Nachrichten zu fluten, was dann eben dazu geführt hat, dass äh sich alles schön aufgehangen hat und das alles irgendwie hinten und vorne nicht funktioniert hat. Und damals hatten wir schon diese ganze Debatte, warum denn bitteschön eigentlich nicht äh eine Technik, die explizit zum Warnen gedacht ist, in Deutschland zum Einsatz kommt. Na ja und ähm, Ist halt immer noch nicht so und jetzt haben wir genau die Situation gehabt, wo genau das dann doch mal eine sinnvolle Sache gewesen wäre. Stattdessen wird halt viel über Apps geredet, ähm es gibt übrigens, habe ich halt nochmal nachgeschaut, vier verschiedene Warnapps in Deutschland, einen so warnen sollen. Da so versäuß du dir vier verschiedene Sirenen aufs Dach stellen.
Linus Neumann
Welche denn Nina, Katwarn.
Tim Pritlove
Genau, dann gibt's halt vom DWD, vom Deutschen Wetterdienst dieses Warnwetter. Und dann äh habe ich gelernt, gibt's noch eine App, die heißt auch sehr, geht auch sehr flüssig von der Zunge. Formen bei Gemeinden, auf Gemeindelevel irgendwie zum Einsatz kommen, die dann auch noch von mir äh berichtet, aber das ist auf jeden Fall alles mehr als unübersichtlich, weil, Ich meine, wenn du schon auf eine App setzt, dann wäre doch vielleicht eine, genau die richtige Zahl so, weil das, Da kann man dann zumindest noch so halbwegs für trommeln. Ähm gut, wir haben auch noch die Corona-Warn-App. Andere Geschichte. Aber auch da und da kommen wir ja leider äh nochmal zu in dieser Sendung, ist es halt auch wieder hochgradig verwirrend, wenn du dann auf einmal mit mehreren Apps äh daherkommst. Egal, auf jeden Fall ist das so, es ist ein Wildwuchs und alle diese Apps haben natürlich dasselbe Problem. Erstens man muss sie erstmal installieren, zweitens man muss dafür ein Telefon haben, wo man sowas überhaupt installieren kann, sprich ein Smartphone, viele Leute tun das nicht oder, dann vielleicht auch Warnungen, durch stumm geschaltet Ja, also das ist halt äh ist schon mal das grundsätzliche Problem, dass diese Apps einfach nur in einem bestimmten Maße einen auch wirklich warnen können, weil sie halt jetzt auch nicht lauter schreien können, als die anderen Apps und, die schreien ja schon laut mit klick mich hier und hier hast du noch ein Gewinnspiel und irgendwann hat dann jeder äh alles mal stumm geschaltet, bleibt natürlich dann von solchen Apps nicht mehr sehr viel übrig. Klar, Leute, die da bewusst nachschlagen in dem Moment, wo sie Informationen bekommen wie funktioniert es vielleicht, aber ähm ja gut, spätestens, wenn dann eben das Netz überlastet ist und ja, teilweise war's ja auch komplett weggeschwemmt, dann ist dann auch nichts mehr zu machen, aber äh die Überlastung ist natürlich gerade in solchen Katastrophensituationen sofort sehr hoch, weil alle, alle anrufen. Und damit hast du eine eine riesige Last auf dem Netz und wir wissen alle, was das bedeutet. Das bedeutet, dass dann einfach für Datenübertragung äh auch einfach nicht mehr viel übrig bleibt. Ja ähm.
Linus Neumann
Also das das stimmt jetzt glaube ich nicht so hundertprozentig, äh dass also Telefonie sollte nicht unbedingt zu Last von Datenübertragung gehen, aber äh ähm ja, das das äh die Dinge gehen ja miteinander einher.
Tim Pritlove
Ja, es ist nicht nur das Telefonieren, sondern die die die gesteigerte Telefonnutzung in dem Moment, ja, da werden Webseiten aufgerufen und so weiter, also da ist dann relativ schnell alles braun. Genau und deswegen ähm ja.
Linus Neumann
Und deswegen brauchst du eben ein äh ein System, das äh also dass das Design sollte vorsehen, dass dein System möglichst überlastungsresistent ist und das geht dann, wenn du möglichst geringen Aufwand pro einzelner Information hast. Das ist, glaube ich, der wichtige Punkt, der hier genannt werden muss.
Tim Pritlove
Genau, das hatten wir auch in Logbuch dreihundertneunundfünfzig auch schon mal dargelegt. Die Technologie existiert halt schon lange. So, die gibt's einfach, heißt beziehungsweise gibt's da noch verschiedene andere Namen, teilweise heißt es auch SMS, Zellbroadcast und dann hieß es Service Area, Broadcast und heutzutage wird das unter dem Begriff zusammengefasst. Auf jeden Fall hat sich lange gedauert bis entsprechende Diskussionen aufkam und alle dann meinten so, ja nee so SMS-Warnung, das wäre ganz toll, aber das belastet die Netze ja noch sehr viel mehr, also es ist immer wieder.
Linus Neumann
Unsinn, Freunde.
Tim Pritlove
Einfach keine Ahnung haben von äh dem ganzen Kram. Und äh auch am geilsten fand ich dann auch so, naja, das hätte ja nicht installiert werden können in Deutschland, weil wegen aus Datenschutzgründen.
Linus Neumann
Ey, was äh wirklich den Leuten, ne, also wer so eine Argumentation vorbringt, ne, es, es, es geht nicht, Leute. Wir müssen, wenn Menschen in verantwortungsvollen Positionen. Sehr offenbaren, vollständigen Bullshit reden, das muss dann auch mal eine Konsequenz haben, Da musstest da vielleicht okay, vielleicht einfach nur eine Schelle, ja, dass man so ey patsch, denk nach! Wir haben, wir bezahlen dich ja? Aber wenn jemand sagt, äh das würde die Netze überlasten, das Ding heißt Broadcast. Und das ist genau das Geheimnis, Broadcast. Es geht, es wird gebroadcasted, also nicht hier, ich hätte eine Nachricht eine Nachricht für dich, möchtest du die haben? Ja, sag mal, hast du die auch bekommen, okay, TCP, Pipapo, alles Mögliche, sondern Broadcast. Und mit Datenschutz mit dem gleichen Argumentation kannst du sagen, dass wir den terrestrischen TV äh die die terrestischen TV-Systeme abschalten müssen, weil das ein Datenschutzproblem wäre, weil das ist einfach Unsinn.
Tim Pritlove
Oder UKW-Radio.
Linus Neumann
Schalten wir jetzt auch ab.
Tim Pritlove
Genau, es ist Unsinn, weil grade eben einmal geht nur in eine Richtung, da gibt's überhaupt gar keine Rückmeldung, da wird auch nichts speichert. Ja, da wird überhaupt gar nicht nach Nutzern selektiert. Da weiß das System noch nicht mal, wem es das sendet, weil es sendet es quasi einmal für alle, alle Geräte empfangen ist, gleichzeitig aus exakt demselben Zeitslot Ja? Und äh deswegen ist es auch nicht so überlastungsgefährdet. Diese Nachricht kann permanent wiederholt werden. Die Telefone können selber feststellen, dass sie diese Nachricht vielleicht schon mal genau in dieser Form gesehen haben und zeigen sie dann nicht noch ein weiteres oder alarmieren in dem Moment nicht noch mal, also anzeigen sollten sie es vielleicht trotzdem äh können et cetera und vor allem ist das Ganze ein Standard. Also das gibt es seit. Anfang an, seit neunzehnhunderteinundneunzig, also seitdem GSM überhaupt in in Deutschland irgendeine Realität hatten. Damals war ja C-Netz noch. Äh das das normale Netz. Äh mit GSM wurde das quasi eingeführt, eben als äh SMS-Zellbroadcast in drei G wurde es noch ein bisschen weiter ausgebaut, da hieß es dann eben, Service Area, Broadcast und äh tatsächlich wurde es auch in Deutschland schon genutzt, nur eben nicht zum warnen, sondern, was weiß ich, die Netze haben dann halt so unsinnige Tarife gehabt. Ja, du bist dann halt irgendwie in so einen anderen, Tower Bereich gekommen, also hast dich quasi so bewegt und dann wurde von den Provider, ich weiß nicht ob das jetzt von Vodafone war oder Telekom oder so.
Linus Neumann
Du meinst die O2 Home Zone, aber das kann ich ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das über Broadcast gelöst wurde. Das muss ich sagen, kann ich mir nicht vorstellen.
Tim Pritlove
Ich beziehe mich jetzt hier auf den schönen, langen Blogpost von von äh Harald Welte, der das da genau so darstellt und ich würde sagen, wenn einer Ahnung hat davon, wie das alles funktioniert hat, dann Harald Welter.
Linus Neumann
Ja, aber das, also sorry, muss ich sagen, also diese Homezone ist ist eine billigen Sache. Das heißt, alles, was mit der Home Zone stattfindet, findet dahinter statt.
Tim Pritlove
Nee, es ging nicht um die hohen Säulen, sondern es ging so um so komische Tarife mit so Nahtarifen, dass du dann sozusagen bestimmte Vorwahlen dann billiger anwählen konntest, weil du dann näher dran bist und so weiter äh äh so völlig Sachen, von denen du nie was hören wolltest, aber hier wurde es dir dann gleich per Soli Broadcast direkt aufs Telefon.
Linus Neumann
So okay, na ja, aber.
Tim Pritlove
Kann mich da auch noch dran erinnern, dass es dass es immer mal wieder so komische Meldungen gab, so dass da so Sachen drauf übertragen wurden? Alles, was ich damit sagen möchte, ist nur das ist jetzt keine unbekannte Technologie, sondern die war von Anfang an da.
Linus Neumann
Also und und für den Katastrophenfall, um das jetzt mal einfacher zu gestalten, ne, der der Begriff verrät auch sehr viel über diese Technologie. A, es ist Broadcast, also es geht an alle. Und B oder es geht potenziell an alle äh und B. Auf Basis der Zelle und von den Zellen hast du viele tausend. Ja? Und damit hast du eine eine geographische Auflösung. Mit der du sagen kannst, ja, theoretisch, ich nehme jetzt alle Zellen, in diesem geographischen Einzugsbereich, da gibt's natürlich bei den Seiten des Providers ein Mapping und sage, ihr macht jetzt mal bitte eine Broadcast-Meldung von folgender, von folgendem Typ, ja? Und da wird folgende Information gegeben. Und da sind auch unterschiedliche Typen ähm spezifiziert Die sind auch in SMS spezifiziert, zum Beispiel gibt es die äh sogenannte Flash SMS, das ist eine SMS und es muss auch jedes Gerät unterstützen, die kriegst du nur nie. Ähm inzwischen kann ich die auch nicht mehr so gut versenden wie früher. Ähm, Diese SMS steht im Display deines Gerätes und das Gerät macht nichts anderes mehr, bis du die bestätigt hast. So also du und genau so kannst du unter diese unter diesem Typ Sale Broadcast-Meldung kannst du eben etwas machen, was auf jeden Fall piept, was auf jeden Fall gesehen werden muss und nichts anderes kann weggemacht werden, nicht irgendwie ach so, ist in meiner Liste unter Messages habe ich nicht gelesen, weil unbekannter Absender oder so, ne. Das ist alles, alle Einwände, die du haben könntest, dagegen Broadcast für ähm ähm für Katastrophenwarnungen zu verwenden, wurden bereits in dem Standard berücksichtigt.
Tim Pritlove
Genau, das ist vor allem gibt's noch ein anderes äh trifftiges Argument, warum das eine gute Idee ist. Erstens, Fast alle Länder der Welt machen das, ja? Also äh Japan hat einen etwas. Äh äh in Korea gibt's einen Public Alerting äh System in USA, gibt es Emergency, ja? All das basiert auf diesem Standard und das ist irgendwie abertausende Mal schon zum Einsatz gekommen. Seit vielen, vielen Jahren, ja? Und es gibt es auch in der EU, da heißt es E. Erlert und das gibt es in Holland genauso, das gibt es in Großbritannien, es gibt in Rumänien et cetera, und äh nichts hätte uns davon abgehalten, das äh auch zu machen, ne. Also da unter sind vor allem im Rahmen dieser Standardisierung Public Ording System sind halt noch diverse weitere Sachen auch drin, also geographische Region, et cetera. Ja, da ist auch beschrieben die interoperablen Schnittstellen, mit denen man mit diesem System kommunizieren kann, um einfach andere Warnungssysteme anzuschließen, ja? Sogar das gehört dazu. Habe ich schon äh gesagt.
Linus Neumann
Finde ich aber krass, dass du nämlich sagen kannst, also du schickst eine Nachricht, die wird nicht nur in der Landessprache, sondern auch in kannst quasi mehrere andere Sprachen mitschicken. Und das Telefon sagt, okay, ich habe ja hier eine Spracheinstellung, dann nehme ich mal die. Ja, das heißt, eine Zelle Broadcasted, Achtung, Flut, ja. Und was weiß ich, aus aus naheliegenden Gründen nimmst du Sprachen, wie Türkisch, Italienisch, äh Spanisch, äh so typische.
Tim Pritlove
Polnisch, ja.
Linus Neumann
Polnisch, äh niederländisch und so eine typische Sprache, wo du erwarten kannst, dass eigentlich in jeder noch so kleine Region Deutschland du Menschen findest, die diese Sprache sprechen und vielleicht auch besser sprechen. Ähm. Sendest du das noch mit? In diesem Broadcast und das Telefon selber sagt, ah, welche Landessprache habe ich denn hier eingestellt? Aha, ich bin auf türkisch eingestellt, da nehme ich mal die türkische Botschaft und und zeige die an. An alles gedacht.
Tim Pritlove
Genau und alles schon spezifiziert. Äh gibt nur ein kleines Problem. Es gibt da ein gallisches Dorf, was ich äh sozusagen dagegen wehre. Das ist Deutschland. Weil's hier einfach nicht äh vorgeschrieben ist. Ja, also die Netzbetreiber sind äh nicht nicht verpflichtet, das äh einzuführen und äh da entsprechende standardisierte Schnittstellen äh bereitzustellen. Das könnte man ja alles mal vorschreiben, ja? Weil die Technik ist da, die ist Bestandteil, jeder jedes Gerät ist, was da sozusagen mit äh eingreifen muss, kann das sowieso, weil das weltweit zum Einsatz kommt. Es ist alles zum Schreien.
Linus Neumann
Genau, aber die haben's ja vorgeschrieben, weil weil die EU-Richtlinie setzt ja äh für bis Juni zwanzig zweiundzwanzig äh vor äh, fest, dass ein äh europäischer Mitgliedsstaat ein solches Warnsystem zum Zivilschutz haben muss.
Tim Pritlove
Ah, das auch noch. Na super.
Linus Neumann
Oder Deutschland hat gesagt, ja, voll geil, lasst uns mal kurz noch diese Richtlinie abschwächen. Damit man da nicht seine Broadcast nutzen kann, sondern wir mit unserem komischen Nina-Ding äh äh oder was auch immer oder Cut waren oder was auch immer wir uns da überlegt haben, vielleicht auch äh, äh diese dieser Richtlinie äh entsprechen können, ohne jetzt eine sinnvolle Technologie äh zu implementieren.
Tim Pritlove
Also. Es kommt halt alles mal wieder sehr äh spät. Ich verweise äh in den in den Links nochmal auf den tollen Beitrag von Harald Welte, der das alles mal zusammengeschrieben hat, auch noch mit paar schönen, kleinen äh technischen Details, weil er kennt sich da ja aus. Harald Welke äh ist euch vielleicht. Bekannt, der hat ja diese mit dem Ostbuck kommen, äh Projekt, diese gesamte GSM, drei GM, demnächst hoffentlich auch LTE-Infrastruktur als Open-Source äh Hardware und Software nachgebaut und kennt sich dementsprechend in allen Details aus, ne. Diese Public Running Systems können übrigens auch noch, dann empfangen werden, wenn die Zelle irgendwie ihre Netzanbindung verloren hat, dann sendet die einfach diese Nachrichten weiter. Und kann die Nachrichten können sogar von Telefon empfangen werden, die gar nicht eingebucht sind und sowas. Also es ist äh, absurd, warum wir das immer noch nicht haben und es ist noch absurder, dass äh immer noch Ausreden erfunden werden, warum wir das nicht haben können.
Linus Neumann
Ergänzung also ich glaube du meinst eher dass so.
Tim Pritlove
Weiß nicht, ob sie da alle, ja, ja, sie sind sehr umtriebig, ich weiß nicht, ob sie da schon alles abdecken, also ich glaube, zwei G haben sie irgendwie komplett und drei G, weiß ich nicht, glaube ich, auch. Wie auch immer, auf jeden Fall sind sie da äh hinterher und wenn äh mal Deutschland so hinterher wäre, dann wäre dann wäre alles gut, aber ist halt leider nicht so. Also Was müssen wir machen? Sale Broadcast äh hier installieren und als erste Warnmeldung gleich mal die allgemeine Warnung, dass hier irgendwie die Politiker alle keine Ahnung haben.
Linus Neumann
So, was ist dafür notwendig? Jetzt äh gibt's natürlich, also jetzt muss das auf einmal alles ganz schnell gehen. Die muss man nämlich nochmal sagen. Du hattest die Sendung ja schon mehrmals erwähnt. Äh die dreihundertneunundfünfzig, wo es diesen bundesweiten Warntag gab, und dann haben sie ihre Warnungen gemacht. Da haben sie gesagt, heute Achtung, äh bundesweiter Wahlen, da haben sie Tage vorher gewarnt, haben gesagt, Achtung, da kommt eine Warnung, ist aber gar nichts. Wir probieren nur mal, ob das funktioniert. Und dann kam raus, funktioniert nicht, funktioniert. Ähm und äh insbesondere auch diese Warnapps haben natürlich äh versagt, weil wenn du sagst, du schickst jetzt hier Push-Nachrichten an ähm. Vielleicht ein paar zehn Millionen Leute und von mir aus schickst du dir noch einen Link oder so, dann hast du halt rucki zucki die Bude, und äh das ist eben auch bei diesem bundesweiten Warntag passiert, da haben sie auch bei mehreren äh beim größeren Teil der Sirenen haben sie festgestellt, da wohnt inzwischen einer drin, die funktioniert nicht mehr und der musste doch, glaube ich, sogar noch der ähm. Der Chef des äh Bundesamtes für Katastrophenschutz musste doch dann auch noch seinen Hut nehmen, ja? Und dann, dann ist nichts passiert, dann kommt jetzt eine Katastrophe. Jetzt sehen sie, ach Scheiße, funktioniert immer noch nicht. Wir haben das seit einem Jahr gewusst und jetzt muss es alles ganz schnell gehen. Jetzt haben, hat das Innenministerium ja auch verkündet, nee, wir machen jetzt hier mit dieser mit dieser SMS machen wir jetzt und ähm. Jetzt ist es natürlich so, auf Seiten des Netzes ist es auf jeden Fall nur ein Fleck. Sale Broadcast einzuschalten. Ich bin mir noch nicht mal sicher, dass müsste ich mal nachfragen, ob das jetzt etwas wäre, wo du nochmal eine Lizenz dann verkaufen muss, fände es einerseits lustig, wenn die Netzwerkequipmenthersteller dafür echt auch nochmal extra Geld verlangen würden, aber es ist sehr gut möglich, dass sie es tun, ja? Und dann musst du eine Infrastruktur bauen, um die relevanten Stellen, die zum. Aussenden von Warnungen befugt sein sollen, anzubinden. Die müssen natürlich dann auch, ne, Katastrophensicher, mehrfach redundant irgendwie angeschlossen sein. Und dann musst du äh irgendwie dafür sorgen, dass du diese Befehlsketten hinkriegst, um solche Warnungen auszusenden. Jetzt haben sie sich vorgenommen, das innerhalb eines Jahres zu machen. Ähm Ich wurde gefragt von der Tagesschau, ob ich das für realistisch halte. Äh meine Antwort war so sinngemäß, klar geht das, ne, kannst du in einem Jahr machen, aber ich bin ob du das machen kannst, wenn du dich in Deutschland befindest, das weiß ich nicht.
Tim Pritlove
Da könnte es schwierig werden.
Linus Neumann
Kann kann schwierig sein, ja.
Tim Pritlove
Vor allem, was ja erforderlich, also sagen wir mal, dass technisch auf Netzbetreiber Seite freizuschalten, ist quasi alles nur eine Frage von genug.
Linus Neumann
Das ist das ist ein Klick. Also das dauert maximal sechs Monate, bis das in allen Mobilfunknetzen in Deutschland nee, ja, du lachst. Ähm. Unter der unter der Annahme, dass äh dieses Feature. Von deutschen Mobilfunknetzen gerade nicht unterstützt wird. Ja, und wenn diese Annahme zutrifft, was sich nicht die, weiß ich nicht, dann. Müsste es quasi für das nächste Release, für das nächste. Für den nächsten Update Zyklus quasi dieses Netzes vorgesehen werden. Und üblicherweise ist der äh Zyklus wie Mobilfunknetze geupdatet werden, so ungefähr sechs Monate, Das liegt daran, primär daran, dass sie sehr lange testen, weil du willst ja nicht irgendwie, ne, also so was wie mit äh ich habe hier Update geklickt und funktioniert auf einmal nicht mehr. Das musst du unter allen Umständen verhindern. Deswegen ähm unterhalten die Mobilfunknetze sehr große oder sehr viele und sehr üppig ausgestattete sogenannte Test-Bads, in denen, quasi die die Konfiguration und Softwaregeneration, die in was weiß ich, in einem Jahr, oder in sechs Monaten laufen soll Ewigkeiten getestet wird, damit alle Bugs gefixt werden, dann werden wieder alle Tests durchlaufen und wenn du im Testbett sagst, okay, alles grün, dann rollst du das ähm, irgendwie aus. Und das könnte ne, unter der Annahme, dass das jetzt eine ausführliche Änderung an der Konfiguration der Mobilfunknetze ist und je nachdem, wie deren Schedule ist und wie viel Druck die bekommen. Könnten, die das in in sechs Monaten könnten das alle haben. Ja? Ich gehe aber ehrlich gesagt davon aus, dass das, müsste ich jetzt nochmal ein paar Leute fragen, dass dass du das gar nicht abschalten kannst und dass das äh eh schon in deinem äh SMSC drin ist. Und dass du jetzt dann quasi den den Kram dahinter basteln musst. Und der, der glaube ich eben schon, dass dass das auszurollen eben auch eine Zeit dauern kann.
Tim Pritlove
Ja und vor allem geht es ja dadrum, ein komplettes Warnsystem bedeutet ja auch und das war ja genau diese Schwäche äh hier auch wieder, dass äh die Nachrichten dann. Dass diese Freischaltung, die Durchleitung bis zur technischen Aussendung, dass das halt auch funktioniert. Das ist auch eine Frage, wie ähm. Wer entscheidet, wer ist der Gate-Keeper äh um die Daten weiterleiten zu können und, dann brauchst du ja auch noch die konkrete technische Anbindung und wir haben ja alle gesehen, wie schön das bei der Corona-Warn-App funktionierte, bis diese ganzen Labore da mal angeschlossen waren, um so ein paar Strinks durch die Gegend zu tragen. Es ist halt technisch eigentlich Pipifax.
Linus Neumann
Es ist eigentlich Pipifax, aber ich bin mal gespannt. Ich glaube, also ich also. Ich bin mal gespannt, wo es schiefgeht. Ich würde meine Prognose wäre, die schaffen's nicht in einem Jahr und es wird an der Anbindung der alarmierenden Stellen liegen.
Tim Pritlove
Genau. Das wäre auch meine Vermutung.
Linus Neumann
Denke ich. Andererseits kannst du, wenn du da halt Abstriche machst, kannst du halt sagen, okay, wir haben jetzt irgendeinen Probebetrieb, das Bundesamt für Katastrophenschutz, kann auslösen. Wir sind halbfällig äh so jetzt jetzt ihr und dann bricht halt das Mobilfunknetz zusammen und niemand kann dem Bundesamt für Katastrophenschutz mehr sagen, dass eine Katastrophe stattfindet. Oder irgendwie sowas, ne?
Tim Pritlove
Na gut, wir werden wir lassen uns gerne überraschen, äh aber mal gucken.
Linus Neumann
Aber weißt du, was ich abschließend dazu nochmal sagen möchte, ne? Stell, also was ist das? Wir haben diese wunderschöne, ich saß ja immer noch wunderschöne digitale Infrastruktur, ja? Und etwas, was ich sehr oft sage, ist so, wir wir sammeln. Alle Nachteile der Digitalisierung unter konsequenter ähm Vermeidung jeglicher Vorteile. Und du hast jetzt hier in Deutschland seit äh über dreißig Jahren digitale Mobilfunknetze und noch nicht einmal, noch nicht einmal die Katastrophenwarnung hast du, äh um zu sagen, hier Digitalisierung haben wir in Deutschland doch auch ganz gut. Noch nicht einmal diesen Vorteil der offen Silbertablett kommt noch nicht einmal den hast du, weil irgendwelche Pappnasen den seit dreißig Jahren Akt nicht nur vergessen, sondern aktiv bekämpfen. Reden wir über äh Impfzertifikate Tim.
Tim Pritlove
Da läuft ja alles richtig gut.
Linus Neumann
Äh da ist super. Also ich sage mal so, die die Kurzfassung ist die gute Nachricht ist, wenn ihr einmal ein digitales Impfzertifikat habt, das nimmt euch so schnell keiner mehr weg, weil man kann die nicht revoten. Die gute Nachricht.
Tim Pritlove
Die eigentlich auch keine gute Nachricht ist, aber in dem Zusammenhang schon.
Linus Neumann
Also, was war geschehen? Äh nach dem ursprünglich äh die deutschen Impfpässe mit fünf Blockchains abgesichert werden sollten, hat man sich am Ende doch äh für ein mehr oder weniger, an etablierter an etablierten Standards und sinnvollen für diesen Anwendungszweck gedachten, äh kryptographischen Technologien bedient und hat gesagt, wir machen eben. Eine oder mehrere CAs und die signieren die Impfausweise oder die, die diese digitalen Impfpässe und der digitale Impfpass ist letztendlich die Information äh. Eine Person mit diesem Namen und diesem Geburtsdatum wurde an folgendem Datum durchgeimpft. Signatur. Und wenn du jetzt irgendetwas an dem Inhalt änderst, passt die Signatur nicht mehr zu dem Inhalt, dann baust du eine App mit dem Namen Check und die kann die vorgehaltenen QR-Codes scannen, kann die Signatur prüfen und sagt, alles klar, das ist jetzt ein, valida Impfpass. Soweit so gut. Jetzt ist natürlich der Fall denkbar, dass man feststellt, okay, oh, ähm ein, Aus irgendwelchen Gründen stellt man fest, hier ein Impfzertifikat, was wir ausgestellt haben, das hätten wir nicht ausstellen dürfen. Das müssen wir revoken. Das kann viele Gründe haben. Vielleicht, dass man feststellt, äh was weiß ich, die Person war doch nicht geimpft, äh aber das wahrscheinlich am Ende der einzige Grund, ja. Ähm, oder dass du ähm dass du zum Beispiel feststellst, dass eine ausstellende Stelle. Kompromittiert wurde, beispielsweise irgendein ähm irgendein Querdenker äh Arzt oder sowas, äh von dem du dann weißt, der hat hier bösartig, gehandelt und dann könntest du sagen, alle Zertifikate, die diese Person signiert hat, möchte ich revoten. Das ist also Revocation. Ist ein äh definierter Standardprozess sämtlicher ähm PKI, also Public Private Key. CA Infrastrukturen, da ist das immer auch vorgesehen, dass du also einen Standard dafür hast, eine signierte Liste zu veröffentlichen und zu sagen, hier übrigens. Entgegen der Signatur, die wir was weiß ich vor drei Monaten angebracht haben, bitte, diesem Zertifikat nicht mehr trauen. Wo haben wir so etwas schon mal äh gesehen oder in Logbuch Netzwerk berichtet? Das äh findet man zum Beispiel, wenn so eine CA kompromitiert wurde. Wir haben, glaube ich, vor, oder wir werden sicherlich vor vielen Jahren über diesen berichtet haben, wo eben eine CA gehackt wurde und dann quasi bösartige, also Zertifikate signiert wurden, die waren dann gültig und die mussten dann eben auf eine Revocation-Liste und dann mussten alle Browser sich merken, Zertifikate mit der Seriennummer von denen signiert, sind nicht gültig, obwohl sie noch, im Rahmen ihres Gültigkeitszeitraums sind. Das ist der Grund übrigens. Warum? Ähm wenn du jetzt eine Kopf hast, Check-Up App hast, die. Du, du, du erwarten müsstest, dass die regelmäßig einmal online ist, um sich die aktuellen CRL zu holen, die nun. Genau diese Revocation wird wurde aber nicht gebaut. Und ähm es äh es wurde also nicht daran gedacht, dass man eventuell irgendeinen digitalen Impf, was irgendwann einmal vielleicht auch widerrufen wollen würde. Ähm, Ich weiß nur, dass sie nicht gebaut wurde. Mir ist nicht ganz klar warum Üblicherweise liegt das in solchen Fällen daran, dass das äh Bundesgesundheitsministerium das nicht beauftragt hat. Ähm Es könnte auch daran liegen, dass äh das nicht angeboten hat, aber das halte ich für unwahrscheinlich Ja, dass also da muss ich wirklich sagen, ich ich weiß, ich kann nur sagen, was der Status quo ist. Ich kann nicht sagen, wer dafür der oder die verantwortlich ist. Ich bin mir aber sehr sicher, dass wir Feedback bekommen zu dieser Sendung und ich esse in der nächsten Sendung sagen kann, So, jetzt äh gäbe es ja außerdem den Punkt, wer wie schaffen wir es, dass diese ganzen. Berechtigten Stellen, also Impfzentren, Ärztinnen und Ärzte und Apotheken, diese, diese Zertifikate zum signieren bekommen. Und der, sage ich mal, die reine Lehre wäre, jede einzelne Stelle. Die Erlaubnis hat Impfzertifikate auszustellen, bekommt ein individuelles Keeper, ja, also ein eigenes Zertifikat, welches berechtigt ist, zum Ausstellen von. Impfbescheinigungen. Das wiederum ist mit einer oder mehreren CAs äh signiert, denen dann eben die check-Apps, vertrauen und dann hättest du eine Situation, in der du wenige Vertrauensanker in der App hast und diese, Vertrauensanker dürfen aber das Vertrauen delegieren und dann könntest du am Ende dafür sorgen, dass, ne, jedes Impfzentrum, jede Apotheke, jede Ärztin, ihre eigenen äh Zertifikate hätte zum zum signieren. Und äh das wäre, das wäre jetzt die reine Lehre gewesen. Ähm natürlich stellt hast du dann ein riesiges logistisches Problem, weil du jetzt auf einmal Kies an, alle diese Stellen geben musst. Da hat man sich dann eben für einen Weg entschieden zu sagen, nee, nee, lass uns lieber, irgendwie so ein so ein Service bauen, so ein Signatur der dann eben von einigen wenigen Stellen. Unterhalten wird und du bekommst als Ärztin, als Apotheke oder sonst eben quasi ein Account dazu. Ähm. Nachvollziehbar, Tim hatte ja auch äh ursprünglich äh sehr große Zweifel daran, dass sie das so schnell ausgerollt kriegen mit dem digitalen Impfpass. Und da muss man einfach sagen, das haben sie so schnell hinbekommen. Das haben sie innerhalb kürzester Zeit aus dem Boden geschossen. Ähm und jetzt kommt natürlich das Problem. Wenn du etwas aus in kürzester Zeit aus dem Boden schießt, eben mit einer heißen Nadel machen. Und jetzt äh gibt es also folgende Situation, dass eben der Deutsche Apothekerverband ein Webportal äh unterhält, ähm die Apotheken diese Impfausweise ausstellen können. Die Apotheken, ne, die müssen ja viel Geld verdienen, um ganzen ja was kaufen die sich eigentlich davon? Die Apotheker, weiß ich nicht genau, aber die kriegen auf jeden Fall viel Geld, wissen viel Geld, auch wenn im fast kriegen sie viel Geld. Ähm und jetzt hat der deutsche Apothekerverband quasi gesagt, so für alle unsere Mitglieder. Also Mitglied in unserem Verein sind. Den schicken wir dann einfach Zugänge zu diesem Portal und dann können die damit Geld verdienen. Ähm es gibt aber auch Apotheken, die sind nicht Mitglied des DAV. Äh das sind äh laut Berichterstattung wenige hundert. Die können sich aber auch über den DAV einen Zugang zu diesem Webportal geben lassen, einrichten lassen. Und dafür müssen sie äh ihre Existenz als Apotheke nachweisen. Und dafür brauchen sie im Prinzip drei äh zwei Dokumente, nämlich die Betriebserlaubnis. Und äh den Bescheid des Nacht und Notdienstfonds, Ja? Ähm das sind zwei Dokumente, die du ihm da beibringen musst und außerdem kannst du in diesem musst du doch deine Telematik-ID angeben. Das sind die drei Dinge, die du brauchst. Jetzt sind äh Martin Schiersig und André Zilch, die äh einigen ja äh sicherlich bekannt sind, auch von Vorträgen auf dem, Communication Congress, wo sie genau diesen Trick, den sie jetzt machen, mit jeder einzelnen äh Sache durchgespielt haben, ja, also man sollte sich inzwischen eigentlich damit rechnen, wenn du irgendwie sagst, wir haben ein äh Registrierungsprozess, der mit irgendwelchen Dokumenten, funktioniert, dann solltest du eigentlich damit rechnen, dass äh Martin Schier sich dir ein gefälschtes Dokument schickt ja? Und das hat er natürlich auch hier äh getan, nämlich die Betriebserlaubnis findest du bei vielen Apotheken im Internet, äh weil sie die zu Beweis, dass sie in der Apotheke sind, offenbar bereitstellen. Er hat halt die genommen, hat eine andere Apotheke erfunden, den äh Bescheid des Nacht-und Notdienst vor, haben sie von einem benachbarten Apotheker äh bekommen. Und in das Feld der Telematik-ID haben sie einfach irgendwas eingetragen. Ergebnis, sie haben dann wenige Tage später in an ihre Wohnadresse äh die Zugangsdaten für dieses DAV. Webportal bekommen, was nur mit Nutzernamen und Passwort geschützt ist. So, damit haben sie sich dann zwei äh offensichtlich gefälschte Impfzertifikate ausgestellt und damit sie einen Beweis hatten und haben dann eben äh Bescheid gesagt. So, jetzt äh fordert André Zilch die einzige ehrliche Lösung wäre die Millionen von Impfnachweisen, die über das DAV Portal ausgestellt wurden, allesamt für ungültig zu erklären. Insgesamt sind siebzehntausendneunhundert Apotheken, angeschlossen. Wie gesagt, der angreifbare Prozess ist hier nur der mit den äh wenigen hundert äh Gastapotheken. Äh diese Forderung halte ich für äh etwas überzogen, äh um das mal diplomatisch auszudrücken. Ähm was der DAV gemacht hat, ist, die haben diesen Service abgeschaltet für eine, mehrere Tage und meine Vermutung ist, sie haben den Service abgeschaltet, um zu prüfen. Irgendeiner dieser Anträge, die sie positiv beschieden haben, fälschlicherweise ähm positiv beschieden wurde und sie damit einer Apotheke Zugang äh erlaubt hätten, die diesen Zugang nicht haben soll. Ähm und werden das Ding dann jetzt bald wieder. Online schalten. Sie haben das allerdings auch für Vereinsmitglieder gesperrt, also die die siebzehntausendneunhundert, ne, oder die siebzehntausendfünfhundert anderen, vierhundertsiebzig kommen über diesen Gastzugang. Sie haben es für alle gesperrt, da ist nicht ganz klar, warum sie das getan haben. Was sie jetzt äh beabsichtigen, als nächstes zu tun, ist eine Anbindung an die Telematik um dann quasi zu sagen, äh dieses Feld Telematik ID, was Leute ja eingeben müssen, das prüfen wir dann eben auch auf äh Existenz und Konsistenz. Ja, also ich denke, ähm. Das große Problem ist, dass es hier eben jetzt kein, dass es diesen Revocation-Mechanismus nicht gibt. Das ist das, was ich eigentlich für problematisch halte. Ähm. Würde ich der Argumentation folgen, dass dass sich dass es ein, Angriffsszenario ist, dass es noch andere Fake-Apotheken gibt, die sich, die jetzt quasi sich diese Mühe der Dokumentenfälschung gemacht haben, äh das glaube ich ehrlich gesagt nicht. Ich denke, dass die meisten dieser Zertifikate, die irgendwo auf Telegram und sonst was gehandelt werden, eben von irgendwelchen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Apotheken, in Impfzentren und haste nicht gesehen ähm äh gedealt werden und das ist da oder oder in Arztpraxen und sonst was, dass also der wahre Betrug weniger darin ist, dass du, Nicht, dass du dich als berechtigte Stelle ausgibst, obwohl du keine berechtigte Stelle bist, sondern dass du eine berechtigte Stelle bist, die nicht alle Latten im Zaun hat.
Tim Pritlove
Genau oder zumindest so viel äh interne kriminelle Energie äh verspürt äh da äh von den vorgeschriebenen Prozeduren abzuweichen.
Linus Neumann
Genau das, das denke ich, wäre hier die äh realistischere äh Perspektive und Ja, äh natürlich muss man dem DAV sagen, ich meine, wer solche Berechtigungen vergibt, äh der sollte ohnehin kein Nutzername passwortgeschütztes Webportal haben und natürlich äh sind die, hätten die diese Berechtigung ordentlich prüfen müssen. Also die, die Schwachstelle ist ja da. Ich glaube, ne, also die lässt sich auch nicht wegdiskutieren, die muss auch behoben werden. Die hätte auch nie da sein dürfen. Äh ich denke nur, dass sie ähm das jetzt, nicht äh der Schwarzmarkt für ähm fake im Zertifikate zum erliehen kommt.
Tim Pritlove
Ja, also der, dass dieser ganze Rollout, dieses Systems so schnell, schneller gegangen ist, als. Ich das dargestellt habe, liegt vor allem dadrin, dass sie. Nicht alles da drin haben, was man eigentlich hätte drin haben müssen, um es wirklich zu einem sicheren, vollständig sinnvollen Systemen zu machen, sondern man hat sich halt für eine gute NAF Security äh entschieden, eben um es beschleunigen zu können. Da spricht sicherlich in Teilen, was dafür, aber von vornherein eben äh solche Revocation-Szenarios dann auch nicht zu ermöglichen, halte ich dann perspektivisch eher für einen Fehler.
Linus Neumann
Auf jeden Fall auf jeden Fall ein Fehler. Äh da haben wir übrigens auch damals noch mit Ralf Bender drüber gesprochen, also auf der EU, der EU-Impffass, der sieht auf jeden Fall vor, dass du Revocation machen kannst, ja? Aber man ich muss jetzt zumindest mal sagen, dass du ein, also es ist nicht, ist natürlich nicht gut, dass du einen Webservice ausrollst, der diese Signiererei machst. Aber wenn du. Jetzt jeder Apotheke und jeder Arztpraxis wirklich eine Signaturkarte und eine eigene Software gegeben hättest, dann wäre das auch wirklich nie fertig geworden. Und dann hättest du außerdem irgendwie einen relativ teuren äh Support-Hotline haben müssen, für die Leute, die halt was weiß ich, die PIN zur Signaturkarte vergessen haben äh und nicht mehr in der Lage sind, ihre, Aufgaben zu erfüllen, weil wenn du Leuten Schlüssel in die Hände gibst, dann musst du natürlich auch dafür sorgen, dass dir die Bedeutung dieser Schlüssel verstehen. Und äh diese äh anwenden. Ja und dieser gerecht werden. Weißt du, wer das nicht getan hat?
Tim Pritlove
Na, na?
Linus Neumann
Die Luca äh Luca äh Film war super, die Luca so wir kommen Ähm will da gar nicht lange drauf rumreden. Also sie hatten jetzt äh zwischenzeitlich haben sie einem Journalisten juristisch gedroht der äh sich negativ über die Luca-App geäußert hatte und haben dafür eine Anwalts äh sich einer Anwaltskanzlei bedient, die ähm. Auch in dieser in dieser Ibiza-Affäre, den Strache und so verteidigt, also haben sie genau die richtigen Anwälte, so. Ähm, dann haben sie äh jetzt eine äh Situation oder mehrere, wo es ein ein Fall gibt. Ähm wo die äh wo also der Betreiber, die Location, kann die. Gäste, da also es gibt ein, also es eine Location. In dieser gab's jetzt irgendwie eine Veranstaltung. In dieser Veranstaltung war eine coronapositive Person. Und die hat jetzt gesagt, ich bin äh Corona positiv, liebe Veranstaltungen. Sag doch mal eben den anderen Leuten Bescheid, ihr habt doch da dieses Luca. Und jetzt sagt die äh Veranstaltung, ah ja, hm, äh hier steht irgendwie Error. Und so und die können äh also diese diese Location kann nicht auf die, Daten zugreifen, die sie da für die zu dieser Veranstaltung gesammelt hat, die sie jetzt dem Gesundheitsamt melden müsste und. Das ist ja das also das ist ja die die das eine Versprechen, was äh die Luca-App hat, ist ja, dass jetzt das Gesundheitsamt sehr schnell entlastet und informiert wird. Äh das ist aber bis heute nicht geschehen Und äh jetzt ist es richtig Schöne daran ist, in der Presseberichterstattung gesagt wird, es gibt eben hier einen technischen Fehler mit der Luca, die kommen nicht in der Lage, die sind nicht in der Lage, diese Daten zu entschlüsseln. Und dann dauert's natürlich nicht lange, bis die Betreiber der Luka-App sich dann echt noch die Mühe geben zu beschuldigen, weil sie die Keys nicht ordentlich ähm ähm. Aufbewahrt hat. Ja? Das liegt natürlich daran, dass deren Prozess beim ähm. Beim beim Einrichten der Location den Leuten nicht nachdrücklich genug sagt, ey Achtung, du musst diesen Kiesicher aufbewahren. Und übrigens in einer der vielen Sendungen, die wir hier zur Luca App hatten, habe ich auch spezifisch diesen Problemfall äh prophezeit. Da muss man jetzt aber auch kein Prophet für sein, den zu prophezeien, weil äh das eben dazugehört, wenn du einen schaffst, den die Leute ähm anwenden müssen und der ein Singlepoint of Fair ist und du ihn nicht, sie dazu zwingst, diesen in irgendeiner Form sicher aufzubewahren, dann dauert's eben nicht lange, bis ähm irgendjemand. Diesen Kieferbasselt hat, ja? Und dann kannst du natürlich. Also das finde ich ja auch so so. Also es zeigt ja wirklich von großer charakterlicher Größe, dass du als Betreiber dieser Luca-Plattform dann die die Locations beschuldigst. Aber die sind ja zum Glück nicht deine Kunden, weil du hast ja nur den Staat um Kohle für diesen Kram erleichtert. Insofern kannst du den natürlich gerne und leicht, die Schuld geben. Das ist das eine, ansonsten gibt's Probleme. Dass die hatten ja immer so ein ein sagen wir ein gespaltenes Verhältnis zu Sonderzeichen.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Ähm jetzt haben sie äh gibt es also Probleme mit in äh Halle an der Saale, weil der Staatname eine Klammer beinhaltet.
Tim Pritlove
Gott.
Linus Neumann
Jetzt funktioniert es da nicht mehr. Ähm. Ich will da gar nicht mehr viel mehr zu sagen. Ich kann nur sagen, wenn wir als Chaos, Computerclub, ja, hingehen und sehr eindringlich. Vor einer App waren, die wir uns ein bisschen angeschaut haben und sagen so, hm. Warnung. So. Das lieber nicht. Dann haben wir uns da echt vorher Gedanken zu gemacht. Das versagen wir nicht einfach so. Und jetzt gibt's hier inzwischen diese wunderschöne Website Timeline Punkt Luka Punkt Fail, wo das alles gesammelt ist. Da kommt jeden Tag was Neues und ähm hier dieser schöne, Fred von Torben, den ich mal kurz verlesen möchte, nur kurz. Am Freitag gab es in meinem Heimatdorf eine Party mit über sechshundert Gästen Nun hat sich herausgestellt, dass es mindestens ein Corona-Positiven unter den Gästen gab, was mich daran wütend macht Am Eingang mussten immerhin alle Gäste in der Luca-App einchecken. Das Gesundheitsamt hat mittlerweile alle Daten angefordert, aber es gab bislang keine SMS oder E-Mail an alle Gäste. Warum nicht? Alle Tickets wurden schöner weise nur vorab online verkauf. Diesen Daten. Alle Gäste per Mail über den Corona-Feld und sinnvolle Maßnahmen informiert werden können. Vor dem Eingang wurde dicht an dicht gedrängelt, keine Zäune überforderte Security. Polizei schaut nur zu. Masken hat kaum jemand auf, so geht's super, aber so sieht kein Hygienekonzept aus. Das ist zu dem Gedränge kam, lag unter anderem daran, dass es für alle Gäste nur ein einziger QR-Code der Luca App bereit. Den alle scannen müssten, vor Abcheckin war nicht möglich, nur ein Fehler des Veranstalters von vielen. Schön, dass es die Corona-Warnapp gibt und Risikobegegnungen angezeigt werden. Nicht schön. Dass ich, auf mein Telefon bekommen habe und es mir deswegen nicht aufgefallen wurde. Es wurden nur vollständig geimpfte genesen oder Leute mit tagesaktuellem negativen Schnelltest. Äh eigenes äh schon, na gut, dann lese es jetzt nicht zu Ende vor. Ähm Es gibt noch einen ähm Post von der äh mal noch mal in Ruhe zusammengeschrieben hat, so bitte, installiert nicht die Luca App auf eurem Telefon und wenn ihr sie installiert habt, dann schmeißt sie runter. Ich kann hier nur sagen. Das ist, glaube ich, auch eines der wichtigen Argumente von Enopark. Viele glauben immer noch, eine Veranstaltung oder ein Ort wäre sicher. Wenn einzig mit Luca eincheckt, dass es ein Trugschluss die Verwendung von Luca hat keinerlei Einfluss darauf, ob Infektionen passieren oder nicht, auch mit Luca senken nur Hygieneregeln die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung auch mit Luca ist eine Aerosolwolke in einem Innenraum eine Aerosolwolke in einem Innenraum auch mit Luca bleibt ein Impfdurchbruch, ein Impfdurchbruch. Und das ist denke ich auch, dass da so das rächt sich eben jetzt, dass wirklich. Ich meine, hier mit Luca sicher einchecken oder was auch immer, oder hier sicher sein wegen Luca, ist ja das große Versprechen. Von dieser App und äh ja, können sie nicht einlösen, wundert auch keinen.
Tim Pritlove
Ja, also ich meine, das ist so das Versprechen, was so. Postuliert wurde, obwohl das eigentliche das einzige Versprechen ist nur Restaurants äh können sich damit rausreden, dass sie irgendwie jetzt mit Luca alle Maßnahmen ergriffen haben. Wälzen das sozusagen ab auf äh auf die Leute.
Linus Neumann
Genau und wenn in einer Location irgendetwas schief geht, dann hast du die Betreiber höchstpersönlich, die dir dann auch die Schuld daran geben und sagen, nein, nein, nein, ist nicht unser Fehler, dein Fehler, dein Fehler. Mit solchen Leuten willst du nichts zu tun haben.
Tim Pritlove
Da wird man wirklich müde.
Linus Neumann
Ja, zehn Jahre frag den Staat. Ole.
Tim Pritlove
Ja, das ist äh in der Tat schön, weil das deckt ja dann auch mittlerweile schon so in etwa unseren Berichtszeitraum ab.
Linus Neumann
Ja, wir hatten auch den Stefan Wehrmeier in einer der ersten Sendungen, oder? Oder einer der frühen Sendungen?
Tim Pritlove
In der neunten Sendung äh das achten äh dreißig C drei äh Spezial.
Linus Neumann
Achtundzwanzig zu drei.
Tim Pritlove
Wie ich gesagt, achtunddreißig Jahre. Ja, schön wär's. Also das äh achtundzwanzig äh C drei Spezial, damals noch aus Berlin. Und äh ja, da sind wir ja ein bisschen rumgerannt und haben ein paar Interviews, übrigens auch eine der Sendungen, die jetzt äh ein vollständiges Transkript erhalten hat. Ich habe mir ja tatsächlich jetzt mal die Mühe gemacht und nahezu alle Sendungen mit Transkrippen versehen. Ich glaube, es sind nur so zehn übrig, wo irgendwie keine richtigen Backups da waren und so weiter, keine schlechte Quote, aber ich hätte natürlich gerne auch alle erwischt, wie auch immer. Auf jeden Fall ist hier das kurze Interview mit Stefan Wehrmeier, der halt dort einen Vortrag gehalten hat und das Projekt was im August vorher gegründet wurde, äh erstmalig der größeren Öffentlichkeit vorgestellt und seitdem ging's ja nur steil nach oben. Tausendmal erwähnt und wir gratulieren an der Stelle auch für die entsprechende und die lange lange Liste von Erfolgen, die dieses äh Projekt schon gehabt.
Linus Neumann
Arne Senfrottfahrer natürlich auch äh bei uns in der Sendung zu Gast, den haben wir uns zu erfüllen. Bühnenjubiläum eingeladen und von ihm ist auch der kurze und knackige Blogpost, der eben auch signalisiert, zweihunderttausend Anfragen, einhundert Klagen und äh Veränderungen und damit auch so zeigt, wie sie, ähm welche Einflüsse eben auch frag den Staat äh Veröffentlichung ähm. Hatten, unter anderem zum Beispiel die Anfrage mit dem einfachen Titel, Anfrage zum Bericht des Prüfungsgremiums zur Doktorarbeit von Franziska Giffey Und.
Tim Pritlove
Ja, na ja, also äh ganz ehrlich und das merkt man auch da dran, aber auch an vielen anderen Sachen. Also ich mag's ja immer, wenn sich wenn sich überhaupt Projekte so äh solche aktivistischen Projekte finden und ich mag's auch, wenn sie Erfolg haben und ich mag's auch wenn sie große Sichtbarkeit erlangen und wenn sie weitermachen und äh dabei auch immer besser werden. Aber was ich besonders mag ist, wenn solche Projekte auch so einen ganz eigenen Humor entwickeln grade von Ader, aber auch die anderen Vertretern immer wieder trefflich ähm, in die Öffentlichkeit getragen wird. Grade diese jährlichen Wasserstandsmeldungen, die man auf dem Kongress so nachhören kann, sind immer wieder sehr, sehr, sehr, sehr lustig, weil einfach man äh merkt, dass sie Spaß am Gerät haben und äh auch Spaß am System hacken. Was es ja eigentlich ist, ne? Also man schlägt äh schlägt dem Staat ein bisschen äh das Schnäppchen mit den eigenen äh Waffen, Und ja und den Humor, den sie dabei an den Tag legen, für den gibt's hier noch mal ein extra Bienchen.
Linus Neumann
Und sie haben sich eine äh Webseite gebaut, selber geschenkt. Äh zehn Jahre fragt den Staat. Äh ähm. Mein Geburtstagsgeschenk für frag den Start monatlicher Spendenbetrag, ja? Und da kann man gerne mal auf diese kann man oft äh ähm, Auf diese äh Webseite gehen und dass es da ist Geld halt wirklich ganz gut investiert, würde ich sagen. Und wie wir auch äh uns erinnern, äh chronisch immer noch anders fandet. Was waren damals nochmal unser Sendungs äh Komma drei Stellen auf so und so viel Personen oder was gesagt hatte, da ist euer Geld äh gut angelegt.
Tim Pritlove
Gut, wie auch? Bei Spenden für Netzpolitik ist auch eine hervorragende Investition in die Zukunft, das äh muss dabei auch nochmal erwähnt werden.
Linus Neumann
Könnt ihr gerne machen.
Tim Pritlove
Genau. Das äh macht uns hier äh vieles einfacher und ähm sehr viel mehr gibt's erstmal nicht zu sagen, oder?
Linus Neumann
Nee, wir haben wir haben schon eine, wir haben schon einen bunten Themenstrauß für die nächste Woche aufbewahrt. Ähm. Oder der sich ankündigt und ähm ich bin äh freue mich, dass wir jetzt wieder Podcasten, ehrlich gesagt. Das hat mir hat mir auch äh ein bisschen gefehlt, Tim.
Tim Pritlove
Wirklich, ach du alter Romantiker.
Linus Neumann
Ja, hi, also mir, mir hat das gefehlt, nicht mir das Podcast gefällt, nicht du, jetzt wärt ihr nicht.
Tim Pritlove
So, so. Also ich äh.
Linus Neumann
Nein, ich habe mich gefreut, dass ihr wieder Podcast.
Tim Pritlove
Ja ja, mich auch. Ich werde äh ich ich erwache hier so langsam aus äh meinem äh Urlaubsschlaf. Ähm und fahre jetzt so Stück für Stück die einzelnen Projekte wieder hoch und natürlich fangen wir mit LMP an. Gut, das war's von uns diese Woche und wir wünschen euch eine schöne selbige und ja, hören uns dann wieder und sagen bis bald.
Linus Neumann
Bis bald. Tschau, tschau.

Shownotes

Prolog

Filmpremiere: Alles ist eins

NSO Pegasus

Cell Broadcast Flutkatastrophe

Impfzertifikate-Apotheken-Hack

Lucafails

10 Jahre Frag den Staat

Bonustrack

LNP400 Experimenteller Zustand

Ein Logbuch:Netzpolitik Spezial über Logbuch:Netzpolitik

Und da ist sie: unsere vierhundertste Sendung. Da wir ja leider daraus keinen Live-Event machen können gehen wir mal in uns und holen uns mit Andre und Thomas unsere Teilzeit-Co-Moderatoren mit in die Runde um in lockerer Atmoshpäre mal über die alten Zeiten zu quatschen.

Wir sprechen über die Entstehungsgeschichte von LNP und wie wir alle uns dem Thema Netzpolitik zugewandt haben. Wir reden über asymmetrische Beziehungen, den Podcast als Community, die Finanzierung von werbe- und bullshitfreien Publikationstätigkeiten und wo es noch so hingehen kann mit dem Podcasts. Aber wir blicken auch auf den Weg und die Erfahrungen von netzpolitik.org und epicenter.works

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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Andre Meister
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Thomas Lohninger

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Party On Linus
Linus Neumann
Party on Tim. Logbuch - Netzpolitik, Partytime, excellent!
Tim Pritlove
Logbuch:Netzpolitik. Nummer vierhundert.
Linus Neumann
Vom dreiundzwanzigsten siebten.
Tim Pritlove
Zwanzig, einundzwanzig.
Linus Neumann
Einundzwanzigste, ein schönes Jahr? Dreiundzwanzigster sechster, stimmt. Oh man, jetzt haben wir auch noch das verkackt, ey.
Tim Pritlove
Was? Was haben wir gesagt?
Linus Neumann
Ich habe dreiundzwanzigster siebter gesagt, ist, dreiundzwanzigster sechster.
Tim Pritlove
Läuft alles total super hier, vor allem in der Mieterebene, die äh auf einmal von Menschen bevölkert wird. Das ist wirklich ein bisschen äh verstörend. Ich bin überhaupt nicht drauf vorbereitet und zwar nicht nur mental nicht, sondern auch technisch äh gar nicht.
Linus Neumann
Ding sieht hier aus wie eine Corona-Höhle.
Tim Pritlove
Ja. Ist auch einer.
Linus Neumann
Ich weiß nicht, ich dachte, Tim, du hättest deinen Lockdown mit der Familie zu Hause gemacht. Ich wusste ja nicht, dass du die ganze Zeit, Pizza legen musstest.
Tim Pritlove
Tja, so ist das halt mit Fußballfans. Wir trommen alle davon, ein Messi zu sein.
Linus Neumann
Ja, da sitzt die auf jeden Fall gelogen. Ziehen wir das durch. Ja.
Tim Pritlove
Und so, ziehen wir das durch. So Leute, heute ist eine Sendung, die macht überhaupt gar keinen Sinn, weil wir haben äh keine netzpolitischen Themen am Start, aber wir haben ähm, Gäste trifft's gar nicht so richtig, sondern wir haben unsere Co-Moderatoren oder so dabei.
Linus Neumann
Wir haben die alte Band wieder zusammen.
Tim Pritlove
Wieder zusammengebracht. Genau. Das ist immer so ein bisschen so wie in diesen komischen äh Kriegsfilmen, wo dann immer irgendwelche äh total problematischen Bösewichte aufkommen und sie müssen dann so diese super Spezialisten wieder aus der Rente holen und, so an die Tür und so.
Linus Neumann
Deswegen hat Thomas ein olivgrünes Unterhemd an.
Tim Pritlove
Genau, Thomas ist äh uns zugeschaltet hier aufm Beamer. Wir versuchen hier irgendwie eine vertraute Runde zu machen. Und äh ja, hallo. Hallo Thomas.
Thomas Lohninger
Hallo, liebe Grüße nach Berlin.
Tim Pritlove
Genau und äh dir gegenüber am Beamer ist der Andre, hallo Andre.
Andre Meister
Hallo. Endlich wieder eine Meterebene.
Tim Pritlove
Endlich wieder Meterebene.
Linus Neumann
Wann warst du letztes Mal hier, Andre?
Andre Meister
Keine Ahnung, vor zwei Jahren oder so, irgendwann, als ich das letzte Mal da war und drüber getwittert, also als ich letzte Mal in der Sendung war, hatte ich drüber getwittert, nee, ist glaube ich schon zweieinhalb Jahre her oder so, war eine ganze Ecke.
Linus Neumann
Und äh du Thomas, warst du überhaupt schon mal hier?
Thomas Lohninger
In der Metaebene selber glaube ich nur zwei, drei Mal also wohl wirklich aufgezeichnet haben. Das meiste war immer remote.
Linus Neumann
Wann war das äh letzte Mal, dass du dich hörst?
Thomas Lohninger
Boah, mein Gott! Oh, das fragst mich jetzt so schnell. Ähm ich würde auch meinen Sohn mindestens drei, vier Jahre.
Andre Meister
Nicht nur Corona schuld.
Linus Neumann
Nee, auch auch äh Österreich.
Tim Pritlove
Ich habe hier keinerlei Aufzeichnungen dadrüber, wann hier wer wo im Studio war oder so. Das ist ein Meter Informationen, die.
Linus Neumann
Aber aufzeichnen, Tim, du kannst ja nicht einfach hier Leute in Innenräume.
Andre Meister
Code an die Tür machen.
Tim Pritlove
Habt ihr euch schon eingecheckt, hier überhaupt? Eigentlich müssten wir jetzt korrekterweise die Corona-Warn-App starten, ne? Ich mache das mal. Jetzt haben wir mal eine an äh eine Anwendung.
Linus Neumann
Echt mal machen.
Tim Pritlove
Ne, so QR-Code scannen, warte mal, wo liegt man denn das an hier? Äh registrieren, ungefähr sogar. Sie planen eine Veranstaltung, zack, boom. QR-Code äh Zeugen, mehr Sicherheit für sie und ihre Gäste.
Linus Neumann
Du machst den QR-Code, ja?
Tim Pritlove
Ja, ich mache den QR-Code so Ort, Einzelhandel. Was hast.
Linus Neumann
Was gibt's noch? Was kannst.
Tim Pritlove
Achso, ich darf ja auswählen. Einzelhandel, Gastronomiebetrieb, Handwerksbetrieb, Arbeitsstätte, Büro.
Linus Neumann
Das sieht aus wie eine Arbeitsstätte, ganz ehrlich.
Tim Pritlove
Meinst du, es könnte auch eine Bildungsstätte sein.
Andre Meister
Nee, das nicht, dann ja, aber.
Tim Pritlove
Oder eine Kulturveranstaltung. Gottesdienst wäre hier auch noch eine Variante.
Linus Neumann
Gottesdienst.
Tim Pritlove
Ja, Gottesdienst, okay. Äh Bezeichnung äh LNP vierhundert, Ort Meterebene. Beginnen jetzt.
Andre Meister
Das müssen wir jetzt twittern, oder?
Tim Pritlove
Ende wieso ist das Ende? Das Ende ist jetzt genau dasselbe, dieselbe Uhrzeit wieder anfangen.
Linus Neumann
Ein bisschen länger machen.
Tim Pritlove
Typischer Aufenthaltsdauer. Geben sie an.
Linus Neumann
Zwei Stunden Plus äh technische Einrichtung anderthalb, so einen halben Tag.
Tim Pritlove
Drei Stunden. Vorher kommt man hier nie raus. So ähm aber das Ende muss ich jetzt hier nochmal explizit angeben. Okay, Schluss ist hier um einundzwanzig Uhr. Dann ist Fußball und dann äh mehr geht einfach nicht, ne. So, okay, das habe ich jetzt hier, einundzwanzig Uhr. Oh, das ist aber schwer einzustellen hier, meine Fresse, so speichern, Selbst einschicken, Okay, jetzt bin ich selber eingecheckt und jetzt könnt ihr jetzt dürft ihr hier mal machen.
Linus Neumann
Ja. Corona-Warn. So, Moment.
Tim Pritlove
Wie machen wir denn das jetzt mit dir, Thomas.
Linus Neumann
Einen, der Thomas checkt sich auch ein.
Andre Meister
Twitterst das einfach und dann kann sich jeder einchecken, statt Veranstaltung.
Linus Neumann
Twitter den QR-Code.
Tim Pritlove
Du überhaupt eine Corona-Warn er beim Staat?
Linus Neumann
Oh, warte, nee, der hat jetzt das.
Thomas Lohninger
Ich habe ja Stopp Corona, wir haben wir haben auch sowas, aber diesen ganzen Blödsinn mit dem Check-In, ich glaube, das äh war Selbstbeschäftigung für Deutschland. Also das ist hat Österreich überhaupt nicht irgendwie gekümmert.
Andre Meister
Auch gar nicht, ob das überhaupt.
Linus Neumann
Dabei war das doch bei euch, der Österreicher, der den der die Corona waren. Wo bleibt die Corona-App? Oh Gott. Den hatten wir als Auto von äh hier Racelli.
Tim Pritlove
Das war, das war wirklich extrem ähm zukunftsorientiert, der hat schon von einer App, wo ist die Corona-App hat er gefragt.
Thomas Lohninger
Ja, aber Exposé Notification ist so zwanzig zwanzig. Also wir haben uns nur um den grünen Pass gestritten und äh ja, zum Glück ist das Thema jetzt auch endlich gegessen.
Andre Meister
Der fängt schon wieder mit Netzpolitik an.
Tim Pritlove
Der kann nicht anders. Genau. Na ja, jetzt kommt natürlich die große Frage, worüber reden wir denn heute eigentlich, weil ähm wir wollten ja eigentlich nicht so richtig über Netzpolitik reden, weil wir reden jetzt seit, was weiß ich, fast zehn Jahren über Nestpolitik hier, und irgendwie fällt uns auch nichts neues ein dabei, ne. Wir reden immer über den gleichen Scheiß, Staatstrojaner, Urheberrecht, äh Vorratsdatenspeicherung. Na okay, ab und zu mal so Impfausweise, das war neu. Aber im Großen und Ganzen dreht sich ja hier alles äh im Kreis.
Andre Meister
Also in der ersten Folge steht in der Beschreibung Lokbuch-Netzpolitik ist der Versuch, das netzpolitische Geschehen, deutschsprachigen Raum, weitgehend neutral und unaufgeregt in einem regelmäßigen Podcast einzufangen. Ich glaube, das mit dem Regelmäßigkeit halbwegs geklappt.
Tim Pritlove
Und der Rest.
Andre Meister
Ich weiß es nicht, weitgehend neutral und unaufgeregt. Es wäre jetzt nicht die ersten Worte, die mir einfallen würde.
Tim Pritlove
Na ja, ich würde zugeben, dass wir so in gewisser Hinsicht manchmal ein wenig von der, von dem Weg abgekommen sind, wo es dann ein bisschen ähm diverser wurde äh in der Darstellung.
Andre Meister
Der Podcast soll dabei Einblick in die Themen, aber auch Verständnisse für die Hintergründe liefern. Ich glaube, das hat ganz gut geklappt.
Tim Pritlove
Mhm. Okay, steht da noch mehr?
Linus Neumann
Netzkritik möchte gerne sehr regelmäßig erscheinen. Im Idealfall einmal pro Woche, Dies wird uns sicherlich nicht immer gelingen, doch liegt die Betonung bei diesem Projekt auf der kurzfristigen Reflexion der Ereignisse, interessierten aber vielleicht nicht immer involvierten Betrachter einen Zugang zu der doch manchmal sehr komplexen, bieten soll. Der Satz ist kaputt.
Andre Meister
Das steht jetzt auf Hintergrund, was Linus vorgelesen hat. Ich habe die Sendungsbeschreibung von LMP null null eins äh zitiert.
Tim Pritlove
Auf der Webseite.
Linus Neumann
Der Podcast ist derzeit noch in einem experimentellen.
Andre Meister
Es steht auf Hintergrund.
Linus Neumann
Wir freuen uns natürlich über jede Form des Feedbacks.
Andre Meister
Slash about, dass der zweite Link in der Leiste oben, ja.
Tim Pritlove
Geil. Das habe ich noch nie draufgeklickt.
Linus Neumann
Ja. Äh okay, haben wir.
Tim Pritlove
Okay, ja.
Linus Neumann
Also ich denke, das kann man nach wie vor äh so lassen. Ja, es ist ein Versuch.
Tim Pritlove
Experimenteller Zustand, das ist schon mal ein guter Titel hier. Ähm ja, experimenteller Zustand. Wollen wir ein bisschen, also wir wollten so ein bisschen, A und jetzt nicht so eine klare Agenda vornehmen, aber dann doch so ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern. Aber ich glaube, das muss man dann immer so ein bisschen wechselseitig machen. Also wir wollen euch auch gleich noch ein bisschen aus dem Nähkästchen plaudern, äh lassen so, aber vielleicht, wo du schon so gut angefangen hast, Andre äh mit dem mit dem Blick von außen, was kommt mich nicht so an?
Andre Meister
Ich nehme dir die Frage ab, ich habe mich schon eine Frage jetzt gerade eben ist mir eine eingefallen, äh du hast öfters mal erzählt, oder Linus und du hast erzählt, wie du den Linus gefragt hast, den Podcast zu starten, Aber irgendwie hat zumindest On Record äh noch nie so jemand dich gefragt, zumindest kann ich mich nicht erinnern, wie bist du denn auf diese Idee gekommen, dieses Projekt zu starten und wie lange bist du äh wie lange ist das in dir gereift, eh du dann irgendwann den Linus ansprechen wolltest da auf dem Camp und ansprechend konnte es kurz danach, das würde ja zu Genüge.
Linus Neumann
Der Tim natürlich auch ein bisschen Mut gebraucht, um mich anzusprechen auf dem Camp.
Tim Pritlove
Bestimmt. Also ganz ehrlich, die Timeline habe ich jetzt nicht mehr so richtig aufm Zettel, aber im Prinzip, wir sind uns ja immer auf einer Party begegnet, Linus, ne, erinnerst dich hier irgendwo äh in Mitte war das irgendwie auf so einem Balkon.
Linus Neumann
So einem Essen, ne? Da waren einfach noch äh ja, kleine Runde.
Tim Pritlove
Kleine Runde irgendwie. Was war denn das überhaupt? Wir dürfen jetzt keine Name.
Linus Neumann
Ich glaube, da können wir jetzt auch, also es ist tatsächlich so ein Treffen, wo wir jetzt nicht die Namen nennt und auch die äh gemeinsamen Bekannten, die dort waren. Aber ja, es war so in dieser.
Tim Pritlove
Genau, gemeinsame Bekannte und dann standen wir irgendwie aufm Balkon und Ninus erzählte mir, dass er irgendwie meine Podcasts hörten, die irgendwie ganz gut findet, und ähm ja, da habe ich irgendwie eigentlich das erste Mal von dir Kenntnis erhalten in gewisser Hinsicht und dass du halt bei Netzpolitik org, aber das war doch damals schon, ne?
Andre Meister
Ja, Linus ist gerade Bier holen, aber der hat damals bei zwanzig elf war ja nicht och gearbeitet.
Tim Pritlove
Genau, also ich weiß jetzt nicht mehr ganz genau, wann diese Party war. Ähm aber das kann jetzt nicht so mega hast du eine Ahnung.
Andre Meister
Das Bier holt, das.
Tim Pritlove
Ist, aber.
Andre Meister
Das wird nicht mega lang vorm Camp gewesen sein, weil sonst hättest du Dinge über Monate und Jahre ausplanen müssen, das ist nicht so dein Stil, oder?
Tim Pritlove
Das ist.
Linus Neumann
Doch genau das.
Tim Pritlove
Doch, doch, ich kann das, das kann teilweise wirklich jahrelang äh in meinem Kopf liegen.
Linus Neumann
Also, es sind da mal, also das war ähm, Also es sind damals so ein paar Sachen zusammengekommen. Deswegen freue ich mich auch, dass du heute hier bist, Andre. Weil ich bin, das war ja dann, also ich habe zweitausendelf, Netzwerk Org verlassen. Und zwar um in der IT Security zu arbeiten, Und äh ich ich bewerte es ja als mein äh wichtigsten Beitrag zur Netzpolitik Org, dass dann Andre quasi meine Stelle übernommen hat. Das war damals, das war tatsächlich damals auch noch ein ähm, Punkt, weil das Budget von Netzpolitik Org hat, hätte jetzt auch nicht erlaubt, dass wir beide dort gleichzeitig arbeiten. Und du bist von deinem äh vorherigen Arbeitgeber gegangen? Du verdienst doch hier eigentlich erzählen?
Andre Meister
Ich weiß nicht, welche du sagen willst. Mit.
Linus Neumann
Hat was mit einem Drucker zu.
Andre Meister
Äh wir lenken äh bisschen ab, wir können das gerne erzählen in meinem vorheriger Arbeitgeber, bei dem übrigens auch Markus Reuter war, mein jetziger äh erneuter Kollege, bei Netzpolitik Org, und ich bin, direkt im Anschluss zu dir, du warst neben Markus Beckedal, der ja schon immer und ewig, ich glaube, der hat noch eine einstellige CAE Folgenummer. Ja. Ähm.
Tim Pritlove
Ja. Ganz am Anfang.
Andre Meister
Schon immer und ewig in dieser Szene unterwegs äh war.
Linus Neumann
Der spricht mal weiter, wie viel ist sogar das eingefallen?
Andre Meister
Irgendwann konnte Markus eine Person anstellen, äh mit einer halben Stelle oder was auch immer das war, das war Linus. Ich hatte vorher schon mein Praktikum gemacht zwotausendacht äh und, irgendwie kamst du dann aber äh dazu, dich da zu bewerben und irgendwann, wolltest du das nicht mehr? Es war Zeit für Weiterentwicklung und ich hatte grade was anderes gesucht und das hat sich super ergeben, dass wir uns den Staffelstab in die Hand in die Hand gegeben haben, und nicht lang später schon im ersten Januar angefangen, zwanzig zwölf bei Netzpolitik org. Habe da ziemlich schnell die Funkzellenabfragestory gemacht und was war das? Hier, Buchnetzpolitik elf, vierundzwanzigster Januar zwanzig zwölf war ich das erste Mal im Logbuch. Also das ist alles ziemlich schnell gegangen aufm nacheinander.
Linus Neumann
Weißt du, was mir auch noch einfällt? Tim, Markus Beckedal und ich waren nämlich auch mal bei dir im Podcast, Ich glaube fast, war das ein war das ein CRE.
Tim Pritlove
Für digitale Gesellschaft.
Linus Neumann
Gesellschaft, die Netzbewegung, irgendwie sowas. Und da kannten wir uns ja auch schon, Und das muss gewesen sein zur Gründung von digitale Gesellschaft im Zweifelsfall oder kurz danach.
Tim Pritlove
Das hatte ich aber, das war dieses.
Linus Neumann
Könnte zweitausendzehn gewesen sein.
Tim Pritlove
Das war dann das war, glaube ich, kein CAE, sondern wir haben das gemacht, aber das habt ihr, glaube ich, bei Netzpolitik org veröffentlicht.
Linus Neumann
Das kann gut sein, ja. Stimmt. Das war wahrscheinlich auch so.
Tim Pritlove
Und das war auch noch vor LNP.
Linus Neumann
Auf jeden Fall, weil das war auf jeden Fall in dem Jahr als äh digitale Gesellschaft dann auf der Republika vorgestellt wurde, und das kann man jetzt auch erzählen. Die Webseite von digitale Gesellschaft, die haben nämlich in der Nacht vor diesem Launch Markus Reuter und ich noch zusammengehackt.
Tim Pritlove
Das war zwanzig zehn, hat sich.
Andre Meister
Ja, zwanzig zehn war die Gründung, aber ich glaube, die Vorstellung auf der Republika, die war dann zwanzig L, da bin ich mir nicht mehr ganz sicher, das steht nicht direkt auf Wikipedia, aber es hat eine Weile gedauert, äh bis wir das vorgestellt haben, Gründungsveranstaltung war irgendwann im Sommer, und ich glaube erst im Mai darauf auf der Republika haben wir das dann öffentlich gelauncht, das hat einiges mit Vereinsregistereintragungen und ähm gemeinnützigkeitsbescheiden und.
Linus Neumann
Die Förderung von Grund- und Freiheitsrichten, ist kein äh gemeinnütziger Zweck. Nee, jetzt macht alles Sinn. Ähm genau, die Förderung von Grund- und Freizeitrechten ist kein gemeinnütziger Zweck. Die Story haben wir auch schon öfter erzählt, aber es war damals bei der Gründung von digitaler Gesellschaft das Thema, dass der Antrag auf Gemeinnützigkeit, Beim ersten Mal abge äh abschiedig beschieden wurde, ablehnend beschieden oder wie sagt man? Abgelehnt. Abgelehnt wurde, weil, im Vereinszweck eben die Förderung von Grund- und Freiheitsrechten stand, es gibt aber in definierte Anzahl gemeinnütziger Zwecke und Grund- und Freiheitsrechte gehören nicht dazu, Und dann musste die Satzung geändert werden und die der Verein digitale Gesellschaft wurde dann nämlich auch auf diesen zwanzig elfer Camp, was ja im August zwanzig elf in Finofurt war, vorgestellt. Da gab's irgendwie so eine Veranstaltung, da waren dann irgendwie Markus.
Thomas Lohninger
Da habe ich übrigens auch noch 'ne gute Anekdote, die ist von dir Linus, ich aber hoffe ich kann dir sagen, aber das ist, glaub ich, aus irgendeinem E-Mail-Fett von dir mal, weil es wurde dann ja Grund- und Freiheitsrechte ersetzt mit Konsumentenschutz und du hast so etwa gesagt, Konsumentenschutz verhält sich zu Grund- und Freiheitsrechten wie Sozialdemokratie zu Klassenkampf.
Linus Neumann
Das habe ich mal gesagt, ja. Äh Verbraucherschutz, da ist das bei uns in Deutschland, Thomas.
Andre Meister
Verbraucherschutz heißt auf Englisch, ja, das sind beides sehr, sehr komische Worte. Für mich hat Verbraucher immer etwas von, es ist danach alle und das passt im Internet nicht.
Tim Pritlove
Ich suche grade dieses Gespräch, das wir jetzt mal wirklich für die Erinnerung.
Linus Neumann
Das war wahrscheinlich alles zwanzig elf. Zwanzigel war wirklich ein äh Verhängnis volles Jahr in dem sich da total viel.
Andre Meister
Da war recht viel los, ne.
Linus Neumann
Da hat sich wirklich einiges ergeben. Und wahrscheinlich war diese Gutenberg Demo, die war auch äh zwanzig elf noch.
Tim Pritlove
Ja, das war im Februar zwanzig elf.
Thomas Lohninger
Und zwanzig.
Linus Neumann
Wenn jetzt rauskommt zwanzig elf das Internet gegründet.
Tim Pritlove
Jetzt habe ich's vierter, vierter Mai zwanzig elf war dieses Gespräch, was wir geführt haben. Das war mir zum Beispiel gar nicht mehr klar, dass du da dabei warst.
Andre Meister
Netzpolitik Podcast oder wie?
Tim Pritlove
Das ist Netzpolitik, also der Netzpolitik, ORG, NPPP einhundertzehn, heißt Netzaktivismus und digitale Gesellschaft EV und es war quasi Markus Bedürfnis, mal darzustellen, was damit jetzt eigentlich gemeint ist mit dieser Initiative, weil das so ein bisschen auf, Schwierigkeiten in der Wahrnehmung äh stieß. Und deswegen wurde ich gefragt, ob ich das dann quasi so gegen moderieren will. Und das kann ganz gut sein, das hatte ich jetzt ehrlich gesagt gar nicht mehr so aufm Zettel, dass das so ein bisschen der Moment war, wo ich irgendwie dann auch gecheckt habe, dass du so, ähm ganze Sätze bilden kannst und sowas.
Linus Neumann
Ja, da brauchen die Leute immer ein bisschen länger, bis sie das bei mir merken.
Tim Pritlove
Meinst du? Mittlerweile glaube ich nicht mehr.
Linus Neumann
Ich wachse.
Tim Pritlove
Auf jeden Fall ist ist dann um auf die eigentliche Frage nochmal zurückzukommen in mir so ein bisschen der Plan greift, der ähm tatsächlich, Teil eines Meterplans war, dass ich nicht so richtig durchgezogen habe, weil ich hatte eigentlich eine ganze Reihe von, Buchsendung im Sinn. Lokbuchnetzpolitik sollte sich halt um Netzpolitik kümmern und ich äh hatte eigentlich auch noch ein Logbuchwissenschaft zum Beispiel im äh im Sinn. Dazu kam's aber aus verschiedenen Gründen dann irgendwie nicht. Und ja, dann äh Camp war dann drei Monate später und dann weiß ich nicht, dachte ich mir einfach so, dieser Linus irgendwie, der, Es scheint ja jetzt nicht aufs Maul gefallen zu sein und ähm, keine Ahnung, das war halt einfach so ein Gefühl so ein Gedanke, dass das so gut passen könnte, weil ich weil ich sagen wir mal so, neue Formate, Denke ich mir jetzt gar nicht so sehr aus, weil ich das machen will, sondern weil ich so das Gefühl habe, dafür ist die Zeit reif. Und ich hatte damals das Gefühl, Podcast ist einfach etwas, was in diesem, in diesem Bereich, Netzpolitik, was ja damals recht, Das hatte ja eine ganze Menge. Ähm da war ja eine ganze Menge, wie du schon sagtest, ne? Zwanzig elf ist einfach viel passiert und ähm wann war diese, Wann war denn diese äh Laien? Von der Leinen, Zensursolargeschichte.
Linus Neumann
Auch, der war auch, war alles.
Andre Meister
Das war auch zweitausendneunzehn elf äh zwanzig elf sind die Piraten dann glaube ich ins Berliner AGH gekommen.
Tim Pritlove
Genau, also irgendwie, genau, alles, alles kam auf einmal zusammen und also es gibt äh.
Linus Neumann
Äh also es gibt äh Zensursula einen Rückblick von Andre Meister.
Andre Meister
Meine Masterarbeit darüber.
Tim Pritlove
Ernsthaft?
Linus Neumann
Und hast du am am zwanzigsten vierten zwanzig elf auf äh Netzkritik Org veröffentlicht?
Andre Meister
Ich angestellt war.
Linus Neumann
Und wir haben uns nämlich auch dann, also ich war ja auch nicht viel länger als ein Jahr bei Netzpolitik Org. Ähm mit Praktikum und Anstellung. Da müsst ihr jetzt nochmal gucken, aber ähm, Ich, ich weiß, ich habe ja vor kurzem mein Diplom-Zeugnis bekommen. Habe ich erzählt. Ich habe.
Andre Meister
Auf der Blockchain.
Linus Neumann
Ich habe wirklich eine ganz tolle ganz tolle E-Mail bekommen von ähm, ich sage jetzt einfach den Namen nicht, weil ich's mit ihr nicht abgesprochen habe. Ähm von der Mitarbeiterin meines Professors, die damals schon, die hat also mit der habe ich viel gesprochen über äh ja meinen Arbeitsvertrag an der Humboldt-Universität ähm, und äh so Kram, ich habe da äh an der Humboldt Universität als äh studentische Hilfskraft auch gelehrt. Ich habe ja Seminare unterrichtet, und äh äh mit ihr wie lange Geschichte und ähm, Jetzt ist aber mein Prof, der ist inzwischen nicht mehr in der Uni und die gute Frau hat gewechselt in das äh Prüfungsamt. Also sie ist nicht mehr, sie ist nicht mehr für den für diesen Lehrstuhl zuständig, sondern für das äh Prüfungsamt des äh Institut für für Psychologie der äh Humboldt-Universität zu Berlin. Und, sie schrieb mir, dieses Jahr eine Nachricht. Guten Tag Herr Neumann, bevor ich nächstes Jahr um diese Zeit in Rente gehe, wollte ich noch einmal versuchen, ihnen ihr Diplomzeugnis zukommen zu lassen. Wenn sie mir eine Adresse schicken, gebe ich die Unterlagen umgehend in die Post, Ansonsten müssen die Unterlagen jetzt wieder archiviert werden. Und der Hintergrund war, die waren schon mal archiviert, weil also ich habe Diplomverhältnis wurde mir tatsächlich überreicht. Ich war auch bei der äh Abschlussveranstaltung in der Hunduniversität. Das war wahrscheinlich zweitausendzehn. Und da hatten die aber irgendwie meinen Namen falsch gesetzt auf dem Zeugnis, irgendwas stimmte da nicht. Und dann hatte ich mit der Vorgängerin vom Prüfungsamt hätte ich gesagt, kann man das nicht irgendwie, ne, dass das, zeigen kann, das sieht nicht aus wie eine Fälschung, so, ne? Ja, machen wir, dann musst du das halt nochmal vom Dekan und hast du alles nicht gesehen, neu unterschrieben werden und dann habe, dann war ich aber schon bei Netzpolitik org und wollte damit nichts mehr zu tun haben. Ja, und jetzt habe ich irgendwann im mehr zu der April zwanzig einundzwanzig wurde mir dann per Einschreiben mein mein Diplomzeugnis zugestellt. Will man nicht meinen, ne?
Tim Pritlove
Also du hast es bisher eigentlich nie gebraucht.
Linus Neumann
Ich habe einfach behauptet, ich werde Diplompsychologe, der hat mich relativ weit gebracht. Jetzt habe ich auch den Beweis.
Tim Pritlove
Super. Man muss eigentlich gar nicht studieren.
Linus Neumann
Man braucht auch keine, also mit mit Zeugnissen in der Blockchain, ne, geht das natürlich, entweder nicht oder doch.
Tim Pritlove
Richtig gut, ja.
Linus Neumann
Aber wir wollten ja nicht über Netzpolitik reden.
Tim Pritlove
Auf keinen Fall.
Linus Neumann
So und das war also Diplom zweitausendzehn und dann bin ich nämlich äh dann war ich oder war der zweitausendneun. Nee, jetzt wird irgendwann habe ich, also immer habe ich eine Nerv, weil ich sofort bei Netzmittel georg. Und nicht viel länger als ein Jahr, das weiß ich auch.
Andre Meister
In der Zeit haben wir uns kennengelernt, aber nicht nur über äh ich weiß gar nicht, ob das zwanzig zehn äh war, das war wahrscheinlich nicht das, was ich nicht nur über, die Arbeit und die Netzpolitik, das war natürlich so der primäre Anknüpfungspunkt, so CCC Kongress äh und sowas, aber wir kannten uns dann auch privat äh ziemlich schnell.
Linus Neumann
Genau, wir haben noch, wir haben.
Andre Meister
Stories, die aber nicht für Podcasts.
Linus Neumann
Sind nicht für einen Podcast.
Andre Meister
Aber zwanzig elf sehe ich gerade ähm, als der Tim gesagt hat von der Diversifizierung seiner Podcast-Landschaft äh Tims Großes Vermächtnis und Baby neben der Metaebene und all seinen Projekten ist ja vor allem auch CRE vormals Chaos Radio Express, das, Dann ging's los, zwotausendfünf oder so, zwanzig elf mal kurz reingeguckt, da war tatsächlich auch jede Menge los, also Telecomics, äh wie war das damals? I-Revolution, was wir damals alles gedacht haben, durch Social Media, wird alles, also quasi, Radiotheorie und die neunziger.
Tim Pritlove
Demokratie.
Linus Neumann
Revolution in Ägypten, alles, das war große Ding noch.
Andre Meister
Auch irgendwie hedonistische internationale bei CRE, elektrisches Geld, äh GSM Security, Cloud-Computing Kunst, Kulturgesellschaft. Äh zwanzig elf war relativ viel los. Und da hattest du dann die Idee, Meterebene zu diversifizieren mit weiteren Podcasts, neben dem Hauptbaby CRE äh ich weiß nicht, wie lange diese Freakshow ging, das.
Tim Pritlove
Ja, Freakshow gibt's ja auch schon seit zweitausendacht und äh NSFW gab's auch schon.
Andre Meister
War auch zu dieser Zeit, stimmt. Newshow, die dann.
Tim Pritlove
Ja, also LNP ist so ein bisschen so die zweite die zweite Welle so, ne, wo ich irgendwie über diese Kernformate äh hinausgegangen bin und Raumzeit fällt, glaube ich, auch noch in zwanzig elf rein. Das ist jetzt.
Linus Neumann
Nee, da würde ich sagen, da hast du zwanzig zehn oder so mit angefangen. Oder? Kann jetzt nicht alles zwanzig elf gewesen sein.
Tim Pritlove
Dezember zwanzig zehn war glaube ich die erste Sendung oder irgendwie sowas, Na ja, aber da ist halt viel passiert. Das war so bisschen mein da hatte ich auch das Studio neu. Da bin ich äh also ich habe das hier zweitausendneun, eingeweiht und das hat natürlich bei mir eine Menge ähm also da war ich halt einfach könnte noch keiner Podcast, da muss ja noch viel getan werden und ähm ja, so hat sich das halt auf jeden Fall alles entwickelt. So und das ist ja dann auch so schlecht nicht gelaufen. So, also wir hatten ja dann irgendwie dieses nicht stattfindende Anbahnungsgespräch auf dem Camp. Das war wirklich lustig.
Linus Neumann
Es war wirklich schön.
Tim Pritlove
Also wirklich ein tagelanger Versuch irgendwie ins Gespräch zu kommen. Und ähm ja, aber im Nachklapp äh hat es ja dann ganz gut funktioniert. Jetzt müssen wir mal Thomas mal ein bisschen reinholen, weil gerade was so Podcasts betrifft, ähm wir haben uns ja auch über Podcast kreiert. Dann weißt du noch, wann das war, weil das muss ja auch in der Zeit gewesen sein ähm früher sogar noch vor.
Thomas Lohninger
Also ich weiß irgendwie.
Linus Neumann
Wie du kanntest den Thomas von mir.
Thomas Lohninger
Ich glaube, also ich ich bin mal, ich bin mal, also wie bin ich zu Podcast gekommen? Ich habe irgendwie, nach meinem Zivildienst einen ersten Entwicklerjob angenommen, der unheimlich langweilig war, aber Vollzeit, deswegen war ich ein ganz ein schlechter Mitarbeiter und ich habe damals auch irgendwie einen iPod geerbt und habe halt angefangen, so auf iTunes herumzustöbern und bin auf Chaosradio und Chaosradio Express gekommen und dann habe ich mitbekommen, Es gibt so was wie eine Hackerszene und es gibt so was wie Hacker Spaces, da war ich dann auch sehr schnell, und dann ja, war ich auch gleich irgendwie auf Konferenzen auf der Plumper Kon in Wien, das war glaube ich mein allererster Einstieg und dann war ich auf der Sick in Köln, das war meine erste CCC-Veranstaltung, eben nicht der große Kongress und dort habe ich, Tim kennen gelernt, ist ein Podcast, ich schon kannte. Markus Beckertal und Ralph Bendrath. Und das war irgendwie so das erste Andocken an diese Szene.
Tim Pritlove
Wir haben uns auf der Sekunde kennengelernt.
Thomas Lohninger
Ja, zweitausendneun. Und dann war ich auf dem ersten Meeting, Und da hast du mich übrigens ähm das erste Mal in die Meterebene geholt. Das war irgendwie eine äh persönliche Führung. Und auf jeden Fall habe ich dort auch Linus kennengelernt, und äh ja, dann war irgendwie so ein interessanter Exchange, wo wir irgendwie draußen standen und so Netzpolitik Org da bloggen und dann hatte ich auf einmal einen Autoren-Account und ziemlich bald darauf war ich dann auch in Lokbuchnetzpolitik. Ich weiß nicht mehr genau, welches Jahr das war, aber, Das war so ungefähr der Einstieg.
Andre Meister
Du warst gleich im März zwanzig zwölf, Folge siebzehn hier im Podcast. Äh hat auch nicht lange gedauert.
Linus Neumann
Krass, das hätte ich jetzt nicht gedacht, dass das schon so früh war. Das gibt's ja nicht.
Andre Meister
War zwanzig zehn, glaube ich, die erste oder zumindest ist das, was ich gerade finde, auf CCF Events CCC DE.
Linus Neumann
Eierkorde war zwei Punkt null, da erinnere ich mich doch, Daddy, genau, die erste zweitausend oder noch früher vielleicht sogar? Da war ich, glaube ich, auch.
Tim Pritlove
Okay, das hatte ich jetzt gar nicht mehr so richtig aufm Zeiger. Das ist interessant, weil ähm ich weiß nur, dass wir uns in Wien auf diesem Hörer treffen, diesem sagenumwobenen äh wegweisenden Hörertreffen getroffen haben beim ersten Hörertreffen in Wien, Da hast du nämlich mit deinem äh Podcast äh schon angefangen gehabt. Wie hieß der noch gleich?
Thomas Lohninger
Genau, ich äh ich habe äh zu meinem Anthropologie-Studium dann irgendwie den passenden Podcast gemacht mit Talking Entreupology dot com und da auch irgendwie vierzig Folgen äh rausgehauen, und das war halt einfach es gab kein anthropologischen Podcast. Ich habe mir gedacht, das sind lauter spannende Themen von Menschen, die gerade von Feldforschung zurückkommen an Orten, wo bisher wenig Leute waren oder wenig Westler waren, und ähm ja, das ist dann aber auch irgendwie in die Hacker-Szene abgedriftet, das ist jeder Klassiker, dieses going Native. Man man versucht in der Anthropologie immer mit einer Distanz, Dinge, zu beforschen und dann fällt man in den Topf hinein und das Teil davon.
Tim Pritlove
Genau, aber ich weiß deshalb noch so ganz genau, ähm davon, weil das war halt ein wichtiges Ding. Warte mal, das war das erste in Wien, das weiß ich sogar ganz genau, wann das war. Das war nämlich im April zwanzig zehn war das, und da war ich da und dann äh haben wir uns da im Werkzeug H getroffen, da war auch der Georg da, der später dann auf Honig gegründet hat, an dem Abend habe ich nämlich, in seinem Beisein habe ich so extensiv mal meinen Leid geklagt und so nach dem Motto, es kann auch nicht sein, dass äh es nicht ein System gibt, wo Folgendes passiert und dann hat er mich irgendwie ein Jahr später angeschrieben und meint so, ja, läuft.
Thomas Lohninger
Österreicher Dieter Livern.
Tim Pritlove
Das war das war wirklich grandios und und das hat dann wiederum äh in der Folge äh auch diese, getriggert, dass ich dann gesagt habe, okay, jetzt gehen wir aber mit hier auch irgendwie all in so, ne. Ja, also das ist so ein bisschen die, Genese kann man sagen, ne, wie wir alle so ein bisschen umeinander herumgetanzt sind, aber man kann das jetzt schon relativ klar festmachen so zweitausendneun bis zweitausendelf sind da die, die wichtigen Dinge passiert.
Linus Neumann
Ja.
Tim Pritlove
Und danach war's eigentlich bis dass das.
Linus Neumann
Na ja, da ist da sind ja schon, also was äh was sich mit diesem Business as usual ähm insbesondere bei Thomas und Andre dann noch geändert hat, ist natürlich schon äh entscheidend. Ähm Netzpolitik Org, Andre damals, du warst da noch der einzige Mitarbeiter, ne?
Andre Meister
Ja ja, äh also jein äh neben Markus äh Markus war bei Netz Boutique org oder hat Netzpolitik auch gemacht, Ich habe damals Netzpolitik auch gemacht, in der Theorie hätte ich auch noch Dinge für New Thinking machen sollen, äh aber das hat in der Praxis ähm nicht so gut geklappt und das habe ich, auch nicht so sehr gewollt und dann irgendwann kam ich mit der Idee doch mittelfristig dieses Netzkritik Org aus diesem Netz äh aus diesem Newthinking rauszulösen. Das hat ziemlich gut geklappt und vielleicht kann ich das auch mal verraten, auf diesem Weg, habe ich mich dann auch äh relativ naiv so ein bisschen an Tim und der Meterebene orientiert mit, Der kriegt ja nicht nur seine Bahnkarte hundert, sondern irgendwie sein Einkommen bezahlt von der Community, äh Werbe und Bullshit frei, äh dass er kostenlose Inhalte veröffentlicht. Warum sollte das bei Netzpolitik Org nicht auch klappen? Ähm und dann haben wir das dort auch gemacht und mittlerweile ist das halt ein Laden mit äh einer knappen Million Jahresumsatz und fünfzehn Angestellten und.
Tim Pritlove
Was im Wesentlichen aber auch auf der Basis dann läuft.
Andre Meister
Ja ja äh wir sind äh Netz von ist fast ausschließlich äh Community finanziert. Es gibt skurrilsten Dinge mit ab und zu spendet meine Firma was, aber ohne Gegenleistung und ohne Vertrag äh und das früher gab's immer Experimente mit Werbung, dass aber nie geklappt hat und auch eigentlich niemand so richtig will und dann gibt's Dinge wie, wusstet ihr, dass wenn man vor Gericht, kleinere Vergehen verurteilt wird und eine Geldstrafe zahlen muss, dass dieses Geld nicht automatisch an den Staat geht, sondern dass das an gemeinnützige Organisationen geben kann und Gerichte haben Listen mit gemeinnützigen Organisationen, die sie dann verurteilten geben können mit du mussten tausend Strafe zahlen, such dir eine Organisation aus dieser Liste aus.
Linus Neumann
Das möchte ich auch, das möchte ich auch.
Andre Meister
Sowas kommt bei uns auch ab und zu mal an.
Tim Pritlove
Bist nicht gemeinnützig. Ach echt?
Linus Neumann
Wie kommt man, wie kommen wir auf die Liste?
Tim Pritlove
Bei welchen Strafen? Bei.
Linus Neumann
Mir völlig egal.
Andre Meister
So eine so eine Straftaten, von denen für die man vor Gericht für zu Geldstrafen verurteilt werden kann. Ich bin jetzt kein Jurist ähm aber das muss, Meterebene ist, glaube ich, nicht gemeinnützig, aber das müssen dann, glaube ich, gemeinnützige Organisationen sein, weil der die Intention ist ja, dass die, der eine Strafe zahlen, aber auch gleichzeitig einen Dienst an der Gemeinschaft tun und gemeinnütz, Gemeinschaft. Äh das ist alles relativ nah. Jedenfalls war das nur als Beispiel gedacht für so kleinere Dinge, weswegen wir nicht hundert Prozent äh spendenfinanziert sind, aber so, Extras gibt's dann immer mal noch.
Linus Neumann
Neunundneunzig Prozent Spenden und ein Prozent Strafen finanziert, ist doch eigentlich auch ein geiler.
Tim Pritlove
Ich kann mich da noch ganz gut dran erinnern, dass Markus mich da auch angesprochen hatte. Äh ich glaube, es gab mal so ein Meeting bei, Irgendwie, wo, Zum Brainstorming gemacht wurde zu diesem Ganzen, was was muss man eigentlich tun, damit das irgendwie funktionieren kann, weil gab ja von Anfang an viel Zweifel da dran, so, ne? Und das äh kenne ich ja auch, Auch ich würde jetzt nicht sagen, dass ich von Anfang an fest dran geglaubt habe, dass das geht. Es war mehr so ein, ich habe nicht unbedingt daran geglaubt, dass es nicht geht.
Linus Neumann
Ich weiß, dass du, dass du irgendwo bei CRE anfangst, mal gesagt hattest, so, ja, ich hätte gerne eine Bahnkarte, hundert, damit ich mehr podcasten kann.
Andre Meister
Mit der Bahnkarte habe ich auch im Kopf, dass das so los.
Linus Neumann
Und dann habe ich gedacht so dreitausend waren wahrscheinlich noch Ostmark. Will der haben, der ist ja wahnsinnig.
Tim Pritlove
Das war schon ein Schlüsselmoment mit dieser Bahncard. Und ich hatte, habe auch lange darüber nachgedacht. Also angefangen hat's ja dann wiederum mit der Republika, weil mir da mal mein Rechner geklaut wurde. Wir waren ja da bei dieser bei der Party. Nee, nicht im Ruf, sondern äh auf der After-Party bei New Thinking.
Andre Meister
Ach, da noch, ja.
Tim Pritlove
Da ist irgendwie, da waren die Taschen im Hinterraum und da ist irgendeiner rein und hat sich irgendwie Taschen geklaut. So und das war dann halt irgendwie meine Tasche mit meinem Laptop und da war dann halt irgendwie, ne, klar, Laptop war irgendwie alles und da hatte ich irgendwie auch keine Reserven, Und ich hatte zu dem Zeitpunkt schon mehrfach von Leuten, die haben, also mich hatten mehrfach schon Leute gefragt, ob sie mich äh, ob sie mir irgendwas spenden können, Also das kam gar nicht mal von mir primär, sondern es kam erstmal von anderen Leuten. Ich habe halt immer gesagt, Leute, das ist hier alles total experimentell mit dieser ganzen Podcasterei. Ich weiß noch gar nicht, wohin das geht. Ähm lasst mal, ich komme da vielleicht drauf zurück in dem Moment, wo ich euch auch ein konkretes Angebot machen kann, was dann dadurch eigentlich auch getragen werden soll. Und dann kam halt diese Klauerei und dann habe ich halt so einen Blogpost geschrieben, habe halt gesagt so, ja ähm gut, ein paar von euch hatten ja mal Spenden angeboten, jetzt wäre vielleicht mal ein ganz guter Zeitpunkt, weil ich jetzt irgendwie nicht so die äh Kohle hatte, um um das irgendwie auszugleichen. Und dann ging das halt. Sehr schnell so. Also es hat dann wirklich nicht lange gedauert und da war so diese Kohle für diesen Rechner wieder da. Dachte ich mir so, okay ähm, das scheint ja wohl Leute irgendwie zu interessieren, weil äh das Interessante war für mich gar nicht so sehr, dass das Geld kam, sondern die Kommentare, die dabei standen weil eigentlich so ein gefühlt neunzig Prozent der Leute sagten, damit's wieder Podcasts gibt Und das war dann so für mich so so ein Aha-Moment, wo ich mir dachte, so okay, ähm scheint jetzt nicht so so schlecht angekommen zu sein. Und später habe ich das dann eben, dann habe ich halt drüber nachgedacht, okay, keinen Bock hatte, einfach nur wie Klingelbeutel aufmachen und so weiter, ohne ohne eine konkrete konkretes Versprechen damit zu verbinden und dann habe ich halt gesagt, so, ja okay, äh was ist eigentlich der, das Hauptproblem bei der Durchführung und es war halt, ich musste eben zu den Leuten hinfahren, weil damals war ja so Remote Podcast war ja nicht dran zu denken.
Linus Neumann
Heute schon.
Tim Pritlove
Ist auch ist auch äh heute eigentlich immer noch eine scheiß Idee.
Andre Meister
Vor Ort ist auch nicht immer einfach.
Tim Pritlove
Also zumindest mit Leuten.
Linus Neumann
Ich kriege das eigentlich immer ganz gut hin, aber aus der Beta-Ebene.
Tim Pritlove
Ähm auf jeden Fall war halt meine Ansage was ihr mir ermöglichen könntet wäre eben zu reisen. Weil ich hatte einfach dieses Bedürfnis zu Reisen, aber es war halt jetzt auch nicht so denkbar, dass ich jetzt was weiß ich, hunderte von Euro pro Woche ausgebe, um irgendwohin zu fahren, um mit Leuten zu sprechen und deswegen habe ich halt dieses Ding mit dieser Bahncard gemacht, was halt diesen Vorteil hatte, dass es eben so ein, klar umrissen. Das Ziel war mit so einem klar, umrissenen Versprechen, so. Wenn BahnCard dann mehr reisen, dann mehr Podcast. Und das hat irgendwie wunderbar gezündet, diese Idee, die hat irgendwie jedem sofort eingeleuchtet offenbar. Das ging dann halt auch äh relativ fix. Und das war dann auch so der Punkt, wo ich mir dachte, so, Ich sollte aufhören, darüber nachzudenken, welche Businessmodelle ich jetzt hier irgendwie entwickeln muss, um in irgendeinem freien Markt äh zu arbeiten. Es ist eigentlich viel sinnvoller für eine Community, zu arbeiten, weil die ja offensichtlich bereit ist, Dinge mitzutragen. Und, Da kommt mir jetzt wieder zurück zu dieser Anfrage von Netzpolitik auch bei mir halt zu dem Zeitpunkt klar war, ja Leute, ihr macht genau das Gleiche wie ich auf eine andere Art und Weise und. Das ist eigentlich gar nicht so schwierig. Ihr müsst nur darauf euch darauf konzentrieren ähm, Die Personen und die Menschen, die dahinter stehen, auch ein bisschen mehr in den Vordergrund zu bringen. Also mich hat zum Beispiel gestört, dass bei den Blogposts nicht so ohne Weiteres immer ersichtlich war, wer hat die geschrieben so, ne, also dass man einfach auch die Person betreibt. Das ist sicherlich noch was zu verbessern, aber, ist ein bisschen besser geworden. Ja und das abzuschließen, hat ja dann auch funktioniert, weil die Leute einfach begreifen, dass sie eigentlich mit relativ wenig Unterstützung eine ganze Menge bewirken können, Klar, so über fünf Euro im Monat für Netflix. Da macht man sich schon mal Gedanken drüber irgendwie. Komischerweise. Aber. So den den Milchkaffee pro Monat ähm sein zu lassen, um so eine kulturelle Kraft zu unterstützen, die einem irgendwie eine ganze Menge, gibt oder von der man meint, dass dass es sozusagen auch eine Driving Force ist in so einer Szene, dass, leuchtet mehr Leuten ein, als man's vielleicht erstmal denken würde, und deswegen klappt das mittlerweile gut und so Sachen wie und später Patreon zeigen, dass dass das tatsächlich eine eigene Ökonomie ist in gewisser Hinsicht, ne.
Linus Neumann
Ich habe mir herausgesucht, dass mit dem gestohlenen Laptop war zweitausendsieben.
Andre Meister
April zweitausendsieben, ja.
Linus Neumann
Genau, äh muss man dazu sagen und äh November zweitausendachtzehn mit dann irgendwie ab Dezember der BahnCard und so war diese Bahncard Idee.
Andre Meister
Ja, fand ich, fand ich auch äh spannend, diesen Rückblick. Äh ich habe auch noch gerade mal geguckt, April zwotausendsieben, war grad CAE bei Folge vierundvierzig und das ist aber glaub ich auch 'ne Gemeinsamkeit all diese Projekte, ich mein wir sind ohnehin relativ privilegiert, hier reden vier alte, weiße Männer die Telejobs haben in der im Westeuropa aber alle, Unsere Projekte haben erst kostenlose Inhalte rausgehauen, und sich danach dann dafür finanzieren lassen. Äh das ist jetzt nicht automatisch ein Businessmodel, wie die Welt da draußen normalerweise funktioniert. Das hätte ich aber gleich nochmal als Frage an Tim. Die ersten vierundvierzig Folgen hast du quasi mit einer anderen Finanzierung gemacht, eh das mit den Spenden kam, das hast du als gemacht damals, oder? Weil also Netzpolitik ORG, wir hatten erst die Querfinanzierung dieser Firma. Ich meine, Thomas hat auch jahrelang AK vor Ort Österreich vorher gemacht, ehrenamtlich, Was hast du denn gemacht vor der Metaebene?
Tim Pritlove
Ich habe, also sagen wir mal so, ich ich lebe den Laster ja schon ein bisschen länger, weil ich habe ja ich kann mir neunundneunzig auf einmal äh in diese Rolle auf einmal so Event Heidi für den Club zu sein. Da habe ich ja sogar, als ich, weil ich das Camp, starten wollte, habe ich ja damals sogar meinen gut bezahlten Job äh gekündigt, weil mich das gelangweilt hat und, Habe halt so von dem Geld, was ich damals hatte, äh erstmal irgendwie so weitergemacht und habe mich eigentlich über die Jahre nur durchs mein T-Shirt-Laden, Hinterhemd äh über Wasser gehalten. Das war eigentlich so mein einziger Income, den ich hatte, Und habe dann so erstmal so zehn Jahre diesen ganzen Clubkram gemacht und zweitausendsieben war dann so der große Change, wo ich auch alles übergeben hatte und wo ich dann gesagt habe, so macht ihr jetzt mal, ich habe das jetzt lang genug gemacht, aber so Geld hatte ich da eigentlich keins. Also nie richtig, wirklich. Und äh dann war's halt mit dem Podcast so, das das hat mich halt einfach total entflammt, also da bin ich halt einfach zweitausendfünf drauf gestoßen oder zweitausendvier, bin tatsächlich bin ich drauf gestoßen. Und ich habe mich halt einfach zwei, drei Jahre damit beschäftigt und habe eigentlich nur so meine Reserven äh verbraucht, hatte da noch ein bisschen Glück, weil ich in so einer Wohnung in Mitte wohnte, wo sie alle rausgeklagt haben und durch 'ne geschickte Anwaltswahl ist mir gelungen da irgendwie dreißigtausend Euro rauszuziehen, so dass ich mich nochmal ein bisschen länger weiter verlängern konnte und dann war aber schon klar, so perspektivisch irgendwas muss jetzt mal passieren und dann habe ich halt drüber nachgedacht. Es hat also gerade eben noch so, so funktioniert, aber was du sagst, ist richtig. Diese Sachen funktionieren extrem gut, dadurch, dass man erstmal zeigt, man eigentlich machen will. Und gerade wenn man das ohne Bezahlung macht, dann wirkt es natürlich auch gleich sehr viel glaubwürdiger. So, ja das ist wirklich das, was wir machen wollen, weil wir machen's nämlich sowieso schon. So, äh nur könnten wir es halt auch, gibt's quasi sie jetzt so eine Versicherung durch euch, dass dass wir auch nicht so schnell wieder aufhören damit? So oder es vielleicht sogar noch, noch weiter steigern können. Und so so entstehen, solche Projekte und das sind, glaube ich, würde ich dann auch die die Projekte, die so eine Sustainability eingebaut haben und gerade weil das so ist, weil die Leute wissen, dass es zwar schon davon abhängt, dass es Financial Support gibt, aber, auch nicht unbedingt von vornherein, die Bedingungen dafür ist es, dass es überhaupt erstmal gab und das macht's dann eben auch nochmal doppelt, glaubwürdig oder still so eine Verbindung äh her, weil ich habe. Podcasting schon immer als so ein Community-Ding gesehen. Also immer als etwas, was man gar nicht so alleine macht, sondern es ist nur ich sitze halt hier äh in der Mitteebene und und orchestriere so einen sozialen Raum, wo halt alle Hörerinnen und Hörer genauso dazugehören. Ich meine, ihr wisst ja, wie viel Feedback da kommt, wie viel, wie viel Rückmeldung man kriegt, wie viel Lob oder eben auch Spender. Also es gibt ja verschiedenste Arten und Weisen, wie das so funktioniert und wie viel Leute sich dann über die Zeit auch aus dieser Szene heraus äh rekrutiert haben, als weitere äh, Gäste, Projektpartner, Co-Moderatoren, et cetera. Wie wie Thomas zum Beispiel ja auch, ne?
Linus Neumann
Dein in den Kommentaren zu Logbuch ja auch gerne gescholtenen Hang zum Clubhaus, einsortieren, ne? Das äh wir haben ja durchaus bei Logbuch Netzpolitik sehr viel Kritik dafür bekommen, dass wir da auch äh mal zwei, drei Runden gemacht haben. Äh ich fand die Kritik auch berechtigt, weil sie kam halt von Leuten, für die der Einstieg in dieses Clubhaus zu dem Zeitpunkt eine sehr hohe finanzielle Bürde gewesen wäre, nämlich die Anschaffung eines iOS-Devices so, ne, das ist äh das ist eine äh sehr hohe Pay Äh gleichzeitig äh habe ich ja auch in den in den Gesprächen mit dir eben auch gemerkt, dass, Dass das für dich halt sehr wichtig ist mit dieser Community zu sprechen. Und irgendwie über dieses Ding dienstags ist das ja immer mit Pavel zu dem UKW, Da lässt sie ja nix draufkommen, Da wird ja eher Logbuch Netzwerk verschoben, um anderthalb Stunden, weil das Studio nicht im Griff hast, als äh eine Klubhaus-Runde um eine Minute, ist ja fast wie Fußball bei dir. Vielleicht sogar noch wichtiger.
Tim Pritlove
Interessanter Effekt. Ich meine gut, das hat natürlich auch ein bisschen was mit meiner Vergangenheit, mit der Villa äh zu tun in den neunziger Jahren auch schon mal so ein System selber gebaut habe und deswegen gefiel mir Clubhaus nochmal extra, aber ich finde generell die ganze soziale Dynamik da ganz gut. Und diese Corona-Wikli-Sachen, weil da quatschen wir irgendwie in der Regel wirklich echt drei oder vier Stunden. Das ist nochmal länger als irgendwie der Podcast selber aber da kommt so viel Energie äh zurück von den Leuten und man kann die so mit reinnehmen, dass das schon echt toll, Müssen wir auf jeden Fall auch mal wieder machen. Haben wir jetzt ein bisschen schleifen lassen, weil, die Sendung ist jetzt nicht so hergegeben haben oder wir Angst hatten, noch mehr über die Luca App reden zu müssen. Aber so grundsätzlich ist das, ist das schon cool, so ein interaktives Forum zu haben und, Ich finde, Klubhaus ist da nach wie vor die beste Wahl. Ich meine, wie vorhergesagt, bauen ja jetzt alle dadran, sogar Spotify hat sich jetzt irgendwie so einen Club aus System irgendwie äh gebaut, Facebook, bastelt noch an einem und so, aber das ist klar, ne? Weil das ist halt einfach eine mediale Spielart, die man irgendwie haben muss. Die werden nicht alle überleben, aber alle werden's zumindest mal ausprobieren. Mal gucken, wer übrig bleibt. Clubhaus wird wahrscheinlich übrig bleiben. Ein paar andere.
Linus Neumann
Ich wollte jetzt nicht so lange über Klubhaus reden. Ich wollte nur denn.
Tim Pritlove
Ist so der Effekt.
Linus Neumann
Community Gedanken.
Andre Meister
Zur Community gehören ja auch die Hörinnentreffen, von denen du ja vorhin gemeint hast, mehrere waren da ziemlich wegweisend, waren aber eher so Meterebene höhere Innentreffen, weil die ist ja mit einer Person verbunden, das gab's für LNP jetzt nicht so, außer die Geburtstagspartys, oder? Erinnere ich mich da falsch?
Tim Pritlove
Nee, bei LNP waren's für dich mehr so die großen Events, die würde ich da mal so äh mit reinziehen.
Linus Neumann
Das hätte ich gerne anders gehabt, bin ich auch ehrlich. Aber ich mag auch, also der ist auch so ein, also ich hätt's mir einerseits gewünscht, dass wir mehr LMP Hörertreffen machen oder Klein-Events oder Spontanen-Events, aber ich habe gleichzeitig auch von den Leuten gemerkt, wenn wir dann etwas kurzfristig ankündigen oder so oder das nur in Berlin ist denn wirklich auch Beschwerden kommen, dass sie sagen, ey, König sowas bitte einen Monat vorher an, dann kann ich mir das Wochenende frei nehmen. Ich habe genug Überstunden, und so, ne? Dann komme ich mal nach Berlin gefahren und, Gleichzeitig sind das auch so Situationen, die mich regelmäßig so ein bisschen überfordern. Wenn dann da so viele Leute sind. Du weißt, die sind jetzt, kennen dich eigentlich alle und, das ist also hat jetzt überhaupt nichts mit den Leuten zu tun, sondern einfach mit mir persönlich, dass ich mich dass ich dann einfach merke, dass mich das total stresst. Ja? Ähm.
Andre Meister
Da habe ich jetzt, glaube ich, mit Tim, Linus und Thomas, drei Leute, die bestimmt schon mal irgendwie draußen beim Bahnfahren oder auf einer Party oder so von wildfremden Leuten angesprochen worden mit, ey, ich kenne dich doch aus, Podcast aus Thomas, du machst viel Fernsehen, du machst extrem viel Medienarbeit äh oder Linus, ja du bist auch in jedem Monat mal in der Tagesschau, Unter anderem eben durch diese kontinuierliche Arbeit hier.
Thomas Lohninger
Natürlich gibt's das, aber es gibt es nur hin und wieder, also es ist jetzt nicht so, dass du wirklich auf der Straße angesprochen wirst.
Tim Pritlove
Teenager, Thomas, ja oder nein?
Thomas Lohninger
Nein, zum Glück nicht.
Linus Neumann
Die ganze Bahn, nicht die ganze Bahn.
Thomas Lohninger
Äh nee, es ist äh man wird schon hin und wieder angesprochen und ich ich freue mich eigentlich auch jedes Mal, gleichzeitig ähm, Ja, ähm besten Fall ist es dann ein gutes Gespräch, wenn man mit diesen Menschen hat, wenn das so in der Summe oder wenn da viele Leute sind, die eins zu eng ist, ja, viele Leute, Glauben dich zu kennen oder haben erkennen dich an deiner Stimme. Das ist was beim, was bei mir am meisten ist, dass die Leute äh grade auf Veranstaltungen dann anhand der Stimme irgendwie, einen zuordnen können und in Österreich ist es, ähm ja, mittelbasig, ich ich habe das hin und wieder, dass dann Kellner von Restaurants irgendwie herkommen und ich habe dich da gesehen und so Sachen, Ähm aber ja, also ich bin eigentlich sehr froh, dass das noch nicht überhand genommen hat, weil das ist natürlich auch, ähm ja, Freiheit, Anonymität, das Freiheiten, das verlierst du an der Stelle, wenn du ähm, überall dann irgendwie gleich auf die öffentliche Persönlichkeit zurückgeführt.
Andre Meister
Sind wir so für Personalitätsschutz äh Datenschutz, persönliche Entwicklung und dann brauchen wir gar keine KI-Systeme und Kameras, sondern die Leute erkennen einfach an der Stimme, wer man ist.
Linus Neumann
Bei dir war das doch der der Höhepunkt äh zwanzig fünfzehn Landesverrat.
Andre Meister
Landesvorrat ist eine ganze Weile her, aber das ja, da war einiges los.
Linus Neumann
Da weiß ich doch, dass du anfangen, dass du erzählst, dass du irgendwie im Restaurant die Rechnung nicht gekommen ist und solche Sachen, das weiß ich noch.
Andre Meister
Äh ich habe vor Kurzem tatsächlich mal die äh LMP-Folge äh wieder angehört, weil ich dachte, ey, das ist irgendwie sechs Jahre her, äh wie war das damals eigentlich und du bist damals, wir hatten ja Terror in der Redaktion mit, das war ein Medienanfragen und zu tun noch und nicht. Wir haben mehrere Tage nicht so gut wie nicht geschlafen und nur Dinge gemacht und du bist dann einfach irgendwann aufgetaucht mit Bier und äh dem, Headsets äh und ein Zoom-Aufnahmegerät und hast gesagt, so Leute, Wir machen jetzt mal noch eine Stunde Podcast zwischen zwischen Tagesschau und was auch immer da noch war, äh war tatsächlich.
Linus Neumann
Das war ganz cool.
Andre Meister
Tatsächlich eine ganz erhellende Folge, aber glücklicherweise hat sich sowas zumindest noch nicht in diesem Ausmaß, wiederholt. Ich bin jetzt eigentlich eher Kamera und eigentlich auch Bühnenscheu. Äh es ist auch einer der Gründe, warum ich nicht ganz so oft hier bin wie Thomas. Ich hab's Gefühl, du musst mich irgendwie zwei, drei Mal anfragen und so ein bisschen überreden äh bis ich dann irgendwann komme, bis ich das Gefühl habe, ich habe auch was zu sagen, einzubringen. Heute äh das eine war, dass ein Termin vorsteht und das andere war, dass ich dann die Frage habe, ja, was machen wir denn dann eigentlich? Was kann ich denn sagen, wie kann ich mich denn vorbereiten manche andere Leute sind halt irgendeine natürliche und ach fällt schon was ein rauf auf die Bühne, das wird schon.
Tim Pritlove
Ja, ja, Rampensau halt so, ne? Wobei Thomas jetzt auch nicht so die Rampensau ist. Bei dir ist ja eigentlich eh die Öffentlichkeit auch eher so so der Kompromiss zwischen dich will was erreichen, also muss ich mich auch ab und zu mal auf eine Aktionärsversammlung stellen.
Thomas Lohninger
Ja, ich bin ein schlechter Schauspieler, also ich, ich spiele mich eigentlich immer nur selbst. Und äh deswegen sind auch alles wirklich nur Auftritte, Gallbitz Vorträge oder Kamera, wo es was zu sagen gibt und wo es einfach bei uns im Team immer die Diskussion ist, wer kann das jetzt am besten rüberbringen? Und das ist auch einfach nur Übung und mit der Zeit verlierst du ähm einfach auch den Respekt davor. Du weißt, wie du on gehst, wie du dich in diesen Zustand versetzt, dass du die richtige Rhetorik vor einer Kamera hast, das kennt Linus auch, ähm wenn du das erste Mal irgendwie so Hauptabendprogramm bist, dann, ist das natürlich etwas, das die Respekt einjagt, aber dann ab dem zweiten, dritten, vierten Mal halt auch nicht mehr.
Tim Pritlove
Das ist auch so ein CCC Ding, ne, also wenn man so im Club irgendwie wach wird, dann dann, denn dann kriegst du das irgendwie eingeimpft. Das ist wirklich echt interessant, also das das das hat sich echt übertragen. Ich werde nie vergessen, das TCC hat ja mal, diesen äh Preis bekommen bei der AS Electronicca Lins, für quasi sein Lebenswerk. So also pauschal äh also wer es nicht kennt, als Elektroniker ist so der, Kann man das sagen, so der Oskar, der, der, der New media Art äh in Linz. Also wenn man den kriecht, so dann dann hat man's geschafft. Gut, der Club hat's vorher schon geschafft, aber aus irgendwelchen Gründen, das war, glaube ich, der Community-Preis oder irgendwie sowas. Auf jeden Fall haben die das beschlossen.
Linus Neumann
Ich find's schön, dass derjenige den Preis entgegengenommen hat. Er war irgendwie, Computerpreise, das weiß ich jetzt auch nicht genau. Ich bin da, ich will noch mal hin.
Tim Pritlove
Ich habe den angenommen, aber er ist selber ja nicht für mich, ja. Ich meine, er steht hier immer noch irgendwie da oben so, Ja, ich habe mir gedacht, äh ich lasse ihn lieber bei mir stehen, als das aber im Club irgendwie wegkommt. Das ist hat, hat noch nie einer gefragt, aber so zu gibt's das Ding zumindest noch. Sieht irgendwie ganz nett aus. Die Goldene Nica ist aber nicht so schwer, wie sie aussieht. Insofern.
Linus Neumann
Das Ding ist aus Plastik oder.
Tim Pritlove
Das ist das ist Plastik und sie waren nicht klug genug, dazu müssen wir Blei reinzugießen oder irgendwas. Also es wirkt einfach überhaupt nullwertig. Das muss ich jetzt mal hier an der Stelle sagen.
Linus Neumann
Jemand irgendwie Augen, Löcher rein und macht so rote LEDs rein oder.
Tim Pritlove
Irgend sowas, genau. Und das wollte ich halt verhindern. Auf jeden Fall gab's diesen Preis und wegen dieses Preises äh wurde dann ein äh Team, ein Fernsehteam, glaube ich, vom ORF beauftragt, nach Berlin zu kommen in den Club um dort Material zu sammeln, damit sie ebe