LNP236 Marktgerechte Bepreisung

Feedback — Rathaus-Hack — Uber — FCC und Netzneutralität — Internetzugang in D — Stelen für Höcke — Geheimdienst in der Cloud — Anrufbeantworter

Weitere Unzulänglichkeiten in Behördensoftware, gehackte und in der Cloud "liegengelassene" Daten, die Netzneutralität in den USA und eine besonders beeindruckende Form von Zivilcourage stehen im Mittelpunkt dieser Sendung. Für jeden was dabei und wir haben auch eine neue Frage auf unseren Anrufbeantworter gepackt. Eine durchaus unterhaltsame Ausgabe vom Logbuch, wie wir finden. Viel Spaß damit.

Dauer: 1:50:16

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Verwandte Episoden

Rathaus Hack

Daten-Diebstahl bei Uber

FCC und Netzneutralität

1 Gbit nur für Nerds, also gar nicht

Stelen für Höcke

Centpost Daten ungeschützt in der Cloud

Anrufbeantworter


In Zusammenhang mit dieser Ausgabe stehende Folgen

109 Gedanken zu „LNP236 Marktgerechte Bepreisung

  1. Wegen Uber: Eigentlich finde ich es ja ganz beruhigend, dass Uber tatsächlich meinte das wäre besser das zu verheimlichen und nicht einfach nur “naja, könnenwa schon sagen, interessiert eh niemanden”

  2. Bezüglich der Erkennung von Photos und Videos bei Facebook:
    Es gibt es eine “Hash”-Verfahren, welches von Microsoft (und anderen) für den Zweck entwickelt wurde kinderpornographische Bilder zu erkennen. Das Verfahren nennt sich PhotoDNA und wird auch von Facebook verwendet.
    Ich könnte mir gut vorstellen, dass Facebook dieses Verfahren auch für andere Bilder anwendet.

    • Zu diesem Thema möchte ich mich auch noch einmal kurz äußern: Ich sehe durchaus einen legitimen Anwendungsfall für dieses Verfahren. Ich halte es nicht für sinnvoll pornografische Aufnahmen proaktiv weiterzugeben, wenn diese bisher nie veröffentlicht wurden, aber wenn diese Bloßstellung bereits geschah, dann kann ich dem auch einen Nutzen abgewinnen.
      Wir hatten vor einigen Jahren den Fall Amanda Tod, welche mit ihren eigenen Nacktbildern erpresst wurde. Ab einem gewissen Zeitpunkt waren diese Bilder auch öffentlich im Netz; Todd wechselte aufgrund des Mobbing die Schule, der Erpresser stellte ihr jedoch weiter nach; schließlich erstellte der Täter ein Facebook-Profil mit eben diesen Nacktbildern um im neuen sozialen Umfeld eine möglichst große und schnelle Verbreitung zu erreichen. Genau hier hätte der Algorithmus greifen können. Sicher hätte der Erpresser andere Wege finden können, Zweitkanäle etc, aber die wären lange nicht so effizient gewesen. In einem solchen Fall hätte das Opfer auch wenig zu verlieren: Die Kontrolle über die ungewünschten Aufnahmen ist längst verloren.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Amanda_Todd

    • es ist auch nicht wirklich Hexenwerk – da was von “ja aber MD5 ist ja völlig ungeeignet” oder “da kann man möglicherweise was mit AI machen” zu faseln ist schon ziemlich armselig

      (üblicherweise ränder abschneiden, mittelwerte für große pixelbereiche berechnen, farbraum reduzieren – das Ergebnis, auch rotiert, mit dem ergebnis für das Vergleichsbild überprüfen)

      Logbuch Netzpolitik hat hier ein Informationsniveau wie der Netzpolitische Stammtisch der CSU erreicht.

      • Ja, wir sind schlimm.

        Ich gebe zu: der technische Analyseteil bezüglich der Videoerkennung war etwas untervorbereitet und spontan konfus. Tatsächlich war das AI-Beispiel an der Stelle unangebracht und mit Bildähnlichkeitstechniken kenne ich mich nicht wirklich aus.

        Da gilt eigentlich die goldene Podcast-Regel: wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten :)

  3. @Linus:
    Für was brauchst du 12GB Datenvolumen in einer Woche?
    Ich komme mit den 2GB/Monat, die ich für Arbeit und Privatnutzung gestellt bekomme, immer ohne Probleme aus.

    • Nun, wenn man mit seinem Laptop produktiv und mobil unterwegs ist und man arbeitet mit Daten im Netz, dann kommt da schon so einiges zusammen: Network Shares (Dropbox, Resilio etc.) syncen laufend Daten. Und wenn ich irgendwo vor Ort eine Aufnahme mache möchte ich ein Backup davon so schnell wie möglich auf meinen Servern haben und nicht erst warten bis mir ein Rechner geklaut wurde oder kaputt geht. Überhaupt finde ich Backup total unterbewertet: alle schreien immer, man sollte regelmäßig welche machen, aber dass man das dann konsequenterweise auch mobil macht, auf die Idee scheint niemand zu kommen.

      Davon abgesehen: wenn ich irgendwo unterwegs bin, was sollte mich davon abhalten, mir ein paar Stunden Video in HD aus dem Netz zu geben? Vorträge irgendwelcher Veranstaltungen die gerade laufen oder liefen oder auch nur scharenweise Informationen aus kleineren Clips. Da kommt schnell was zusammen.

      Fragt Euch mal lieber, wie ihr das Netz nutzen würdet, wenn nicht permanent eine Damokles-Drossel über Euren Häuptern schweben würde. Entsteht Eure Datenzurückhaltung nicht nur aus dem Bewusstsein heraus, dass es sonst teuer werden würde oder noch schlimmer, man für eine bestimmte Zeit mehr oder weniger komplett vom Netz getrennt wäre? Ich denke, diese Schere sitzt mit im Kopf.

      • Ist doch alles kein Problem. Wenn das das Einsatzszenario ist, dann wirft man bei der Telekom 200€ ein und schon läuft die Schose.

        Allerdings ist es sicher für alle die weniger als 4 GB im Monat brauchen, sicher nicht annehmbar das ihre Tarife teuerer werden, nur damit einige unbegrenzt Daten haben.

        Die Preise werden am Markt entschieden, wenn es eine ausreichend große Kundschaft für diese Datenmenge gäbe, würden sich auch Anbieter mit guten Netz finden und denen was verkaufen. Aus meiner Sicht ist das bisher in Deutschland noch nicht der Fall. Kann sich in Zukunft alles ändern.

        • …nein, die Preise werden nicht am Markt entschieden.
          Es gibt keinen Markt, es gibt ein, zwei Angebote und das war´s.

          Friss oder stirb.

          …und genau das, haben die Beiden doch super erklärt.
          Es gibt bereits andere Möglichkeiten, diese werden nur nicht angeboten, weil man den Kunden ja so noch einen ganze weile schröpfen kann
          und dann wenn wirklich zu viel wird, gibt man Ihm das nächste Leckerli aber nie das Maximum oder das beste Produkt (siehe Kabelnetzbetreiber)

          Ich bin wirklich immer wieder erschrocken, wie diese Markt-Idee bei uns verfängt…

          Naja, wie schon geschrieben mal ein CRE zum Thema Privatisierung ( und das ist nicht nur Kommunikation, sondern auch Strom, Wasser, Post, Bahn, Flug,…)
          Ich wäre mal gespannt wenn man wirklich die Autobahn privatisieren würde, ob dann auch noch alle den Markt loben würden (bzw. Ihn das regeln lassen)
          oder fragt doch mal bei Air Berlin…
          für wie viel € hat sich die Lufthansa die Flotte unter den Nagel gerissen?

          Naja, die Hoffnung stirbt zu letzt…

          • ups, vergessen

            Warum gibt es überhaupt eine Beschränkung?
            …ist doch völlig egal, wie viel Datenvolumen genutzt werden, die sind ja da und gehen nicht weg, man kann Sie überhaupt nicht “verbrauchen” …

            Nur durch Deinen Tarif hast Du ein Volumen, durch nichts weiter sind Sie beschränkt und wahrscheinlich ist das ganze “Tarifmanagement” (buchen, messen, drosseln, entdrosseln, abrechnen, …) wesentlich aufwändiger als einfach für alle feuer frei zu machen.

          • Die Preise werden sehr wohl am Markt entschieden. Und du schreibst auch selbst warum es im Fall Internet nicht passiert: Weil es gerade KEINEN Markt gibt.

            Im schlimmsten Fall hast du lokale Monopole und im günstigeren Oligopole. Aus Anbietersicht gibt es überhaupt keine Notwendigkeit über eine Verbesserung des Produkts oder Senkung der Preise nachzudenken solange es keine ernstzunehmenden “Mitbewerber” gibt. Und an der Stelle verstehe ich auch nicht warum sich Linus so empört. Für die größeren Telkos ist diese Idee der “marktgerechten Bepreisung” absolut logisch und richtig. Deren Zweck ist es Geld zu verdienen. Den Kunden mit Internet zu versorgen ist nur das Mittel zum Zweck. Also werden sie den Weg wählen, der ein Maximum an Profit für ein Minimum an Aufwand bringt.

            Das Versagen liegt hier eindeutig beim Staat, der nicht in der Lage oder willens ist entweder durch Regulierung einen Markt herzustellen oder die systemrelevante Infrastruktur “Internet” zu verstaatlichen.

            Das einzige was man den Unternehmen vorwerfen kann ist die Scheinheiligkeit, mit der sie den allmächtigen Markt prädigen, aber wissen (müssen), dass sie gerade von der Abwesenheit eben dieses Marktes profitieren.

            Meiner Meinung nach ist genau das auch die sinnvollste Argumentationsebene, um dieses Trauerspiel mal voran zu bringen. Jedes mal wenn irgendein Heini etwas mit “Markt!!!11elf” begründet nachhaken und fragen. “Wo ist denn bitte der Markt? Wäre schön wenn wir diesen Markt hätten, von dem sie da die ganze Zeit reden.”

            Wenn man mit “Deine Markttheorie stinkt nach Lulu!” Argumentiert landet man nämlich ganz schnell in der Linke-Spinner / Stalinisten Kategorie “die mal wieder gegen die Freiheit kämpft”.

        • > “Die Preise werden am Markt entschieden…”
          Bla. Die Telekom melkt ihre Kunden so lange es irgendwie möglich ist. Natürlich gäbe es eine ausreichende Kundschaft für schnellere Tarife mit größeren Datenmengen. Nur gibt es keine sinnvollen Angebote in Deutschland.
          Dieser vorauseilende Gehorsam ala “Mir reichen 2GB” nervt. Tim hat völlig Recht mit seiner Einschätzung, dass die Nutzer sich nicht frei entfalten können und ihr Surfverhalten entsprechend anpassen. Wer sich dann selbst reglementiert und sich einredet, dass ihm das locker reicht, dem fehlt vielleicht Fantasie oder Veränderungswille.
          Klar, wenn ich mich nur per SSH auf nem Server einlogge und paar Textmails verschicke, dann reichen auch 100Mb im Monat, aber ist das echt das Ende, dessen was vorstellbar ist? Sicher nicht.
          In wenigen Wochen ist wieder CCC Kongress und dort werden massig Videos der Vorträge in HD angeboten. Viel Vergnügen mit den 2GB und dem einen Vortrag in Farbe wünsche ich dann.

      • also daheim ( in meiner Heimatstadt ) komme ich i.d.R. mit 300-500mb / Monat aus. im Oktober war ich 3 Wochen in Südfrankreich unterwegs und in dieser Zeit bin ich dann mit meinem Kontingent von 1,3GB langsam an meine Grenzen gestoßen.

        Klar, über mehr würd ich mich auch nicht beschweren, aber was ich sagen möchte: mein Surfverhalten unterwegs im Alltag würde sich deswegen nicht viel ändern. Meist benutze ich das Handy / Tablet, wenn ich unterwegs bin, im Bus. Blogs abklappern oder via Duolingo Spanisch lernen, oder auch mal n Stream oder youtube gucken.. Ansonsten gibts ja überall ( Cafe,Restaurant,… ) WLAN. selbst wenn Das Sch..se ist, und ich LTE anschalt, müßt ich mich schon anstrengen dass ich da an der Kontingentsgrenze kratz ( Ausnahme: es ist die letzte Dezemberwoche.. da könnts vielleicht dann doch passieren ..;-) )

        Mehr als die Damokles-Drossel, die ich genau angesichts DIESER geschilderten Situation lächerlich und für die Telcos aus PR-Gründen kontraproduktiv finde,( in Österreich gibts bsw. schon Angebote, wo man sein übriggebliebenes Kontingent in den nächsten Monat mitnehmen kann.. ) nervt mich übrigens eher die Upload-Drossel.. und da wäre deine Frage wirklich angebracht – was würden Nutzer machen – hätten sie auf ihrem DSL auch 50mbit Upload ?
        ich glaube, dass wäre dann der Durchbruch für ein wahrlich dezentrales Internet.

    • Zum Datenverbrauch. An alle die 2GB im Monat verbrauchen. Geht bitte weiter spielen, tut euch den Gefallen. Mein Verbrauch beläuft sich auf mindestens 20GB, und das nur deshalb, weil Vodafone einfach nicht mehr gibt, Ich hätte locker auch 30-40GB verbrauchen können. Was war das schön, in Helsinki ankommen, eine Prepaidkarte für 35€ zu kaufen, mit unlimitiertem Trafik bei 50Mbit LTE. Hier in DE möchte man einfach nur Kotzen.

  4. 1:16:50 “ein um 10% verkleinertes Holocaustmahnmal” – gemeint ist sicher ein auf 10% verkleinertes Holocaustmahnmal.

    Bei der Bewertung der Aktion als gelungen und Reduktion der Kritik auf “das übliche, die Linke zerlegt sich selbst” stimme ich nicht zu.

    Stelen im Garten nachbauen, ok. Aber Erpressung, Adresse rumreichen, den Privatmüll durchwühlen? Menschenrechte gelten für alle und niemand kann sich das Recht rausnehmen diese anderen nach Gusto abzusprechen.

    Und was will man in Höckes Müll finden? Dessen politische Standpunkte sind hinreichend klar.

    Man muss bedenken, dass es schlecht um die eigene Position aussieht, wenn die Gegenseite zu ähnlichen Methoden greift. Dass die Leute der eigenen Filterblase vielleicht beim Höckewatching “Hurrah” rufen, aber wenn es jmd. aus den eigenen Reihen trifft, der von Rechten ausgespäht wird “Bäh” rufen und protestieren – geschenkt. Aber wie wirkt es auf Leute, die sich nicht streng in solche Links/Rechtsschubladen einordnen?

    Jedenfalls macht man sich unglaubwürdig, wenn man morgens gegen Vorratsdatenspeicherung und Staatstrojaner agitiert und abends die Nachbarn auf eigene Faust durchleuchtet.

    Gegen ein Viertelstündchen Schadenfreude sage ich ja gar nichts, aber man muss doch die Folgen des eigenen Handelns bedenken. Die nächsten Linken oder Flüchtlinge, die von Rechten belagert werden, werden sich bedanken, wenn sie aus der Mitte keine Solidarität erfahren.

    • Wie schlägst du vor, sollte man stattdessen mit menschen umgehen, die einen massenmord vorbereiten? Abwarten, bis er passiert ist? Polizei, geheimdienste und regierung haben offenbar kein interesse daran, aktiv zu werden.

      Dein vergleich am ende hinkt. Linke[1], die nazis ausspähen, tun dies als reaktion. Nazis, die flüchtlinge belagern, tun dies als aktion.

      [1] Ein schwammiger begriff. Ich benutze ihn trotzdem, um meinen kommentar nicht ausufern lassen zu müssen.

      • Ich fürchte genau das ist das Konzept von „im Zweifel für den Angeklagten“. Solange sich der Junge hinstellen und nicht wegen Volksverhetzung angezeigt werden kann, ist das, was er macht, Meinungsfreiheit. Ich bin davon auch nicht begeistert, aber nach „Die Freiheit ist auch immer die Freiheit der Andersdenkenden“ kannst du halt nicht jemandes Müll durchsuchen. So schlimm der Mann auch ist, dürfen wir uns nicht auf sein Niveau herablassen.

        • Dem würde ich beipflichten, wenn alle Kommunikationspartner offen und gleichberechtigt reden. Sobald du aber einen Lügner und Täuscher als Redepartner hast, brauchst du erweiterte Kommunikationsstrategien um am Ende nicht alt auszusehen. Und dieser Fall ist bei einer Partei, bei der Mails geleakt sind, die Strategien austauschen, wie: Wir machen jetzt einen auf gut bürgerlich und „sagen ja bloß“, und sobald wir mehr Rückhalt haben stellen wir Alle an die Wand die gegen uns sind.
          Ich würde auch nicht soweit gehen zu sagen: den machen wir jetzt öffentlich Nackt und treiben ihn durchs Dorf, damit er die eigene Medizin zu schmecken bekommt. Aber scheinbar ehrverletzende Aktionen, damit sich das Autokraten Pack selbst demaskiert sind definitiv angemessen und finden meinen Zuspruch.

    • Sehe ich wie user unknown. Linus’ Argumentation (“man muss halt Geschmacklosigkeiten in Kauf nehmen, wenn man den Mediennarrativ hijacken will”) fand ich eher dünn. Die Behauptung, dass andere sich nur über das ZfPS aufregen und es mit ihren Gegenargumenten “links zu überholen versuchen” weil sie insgeheim deren Erfolg neiden, finde ich erstens spekulativ und zweitens ad hominem. Die Gegenargumente, dass man das Holocaustmahnmal nicht instrumentalisieren sollte und dass Überwachung und Erpressung, selbst wenn es sich nur um einen Scherz handelt, an faschistische Methoden erinnern, dass kann ja auch selbst dann noch stimmen, wenn derjenige, der diese Kritik vorträgt, noch andere weniger ehrenwerte Motive hat. Der gesamte Komplex “Einigkeit über Ziele vs. Einigkeit über Methoden” wurde bei LNP jedenfalls schon wesentlich niveauvoller diskutiert. Schade.

    • Nachtrag: nur, damit ihr mich nicht falsch versteht: Ich bin großer Fan und loyaler Hörer und danke euch sehr für euren Einsatz für die Netzpolitik. Dieses eine Thema hat mich dann aber halt doch so nachdenklich gemacht, dass ich es nicht lassen konnte, es zu kommentieren. Was so gut wie alles andere betrifft: bitte weiter so!

  5. Guten Morgen, habt Ihr da einen Satz gesagt im Zusammenhang mit der Bürgersoftware und Programmiersprachen wo sich bei mir die Nackenhaare aufgerichtet haben. Daß für sicherheitsrelevante Funktionen doch bitte immer die eingebauten Funktionen z.B. die von Microsoft bei .NET zu verwenden seien oder so… seriously… dort sind gerade diese Funktionen äußerst kritisch zu betrachten. Eine signierte .NET App, die z.B. eine Cert-Chain untersucht telefoniert bei Programmstart (!!!) unverschlüsselt (!!!) nach Hause zu Microsoft. (Screenshot vom Squid-Log hinter diesem Link: https://cloud.jakobssystems.de/s/QVPvS7bgkpzHHth/download)

    Und wer sagt mir, was da noch mitübertragen wird? Wie und was wird auf den unteren Ebenen, wo ich mit meinem schönen .NET gar nicht runterkomme noch so ausgewertet und vielleicht untergeschoben? Wir landen hier wieder beim Dilemma von Closed Source. Meine persönliche mit Sicherheit streitbare Meinung: Sicherheitskritische Apps lassen sich nicht mit .NET und Microsoft nicht entwicklen. Period.

    Hier noch ein Erfahrungsbericht was Bürgersoftware betrifft: Ich durfte ein halbes Jahr lang mir die Brocken einer aus Coldfusion CFM Scripten und embedded Client-Side-Java zusammengerotzten Software einer Werbeagentur (!) auseinandersetzen, die in der Mitte Deutschland (zwischen Köln und Kassel) etliche Städte und Kommunen beglückt hat. Spagetti-Code und Müll wären noch milde Worte für die am Server offen rumliegenden CFM Skripte mit ihren SQL-Queries und frei zugänglichen Passwörtern und Dateipfaden. Fehlermeldungen wurden mit kompletten Debugmeldungen in die Öffentlichkeit gepostet. Teilweise wurde an den bestehenden Websites mit vollen Zugriffsrechten für alles (!) live über’s Web gearbeitet. Und für die beteiligten Kommunen und Städte, wo die Ansprechpartner wirklich keinen blassen Schimmer von Internet geschweige denn sowas wie Datenschutz oder Sicherheit hatten war alles okay. Selbst die Admins in der KDZ (kommunalen Datenzentrale) galt der Server pauschal allein durch den Umstand als sicher, weil dieser sich im eigenen Hochsicherheits-Super-Super-Netz der KDZ befand. *Palmface*

    Ich könnte noch mehr Kloppser bringen. Nach einem halben Jahr habe ich der Werbeagentur den Rücken gekehrt und dachte bisher Security und BWLer zwei inkompatible Gruppen seien. Seitdem zählen auch hippe Werbeagenturen mit Ihren ganzen lustigen Berufstiteln wie Art-Director oder Senior-Webmaster oder oder oder… mit dazu.

    • Eine signierte .NET App, die z.B. eine Cert-Chain untersucht telefoniert bei Programmstart (!!!) unverschlüsselt (!!!) nach Hause zu Microsoft

      Ich würde vorsichtig vermuten, dass das nicht die App ist, sondern der Teil des OS, der vor dem Ausführen die Signatur prüft und ordnungsgemäß die Certificate Revocation List checkt ;)

      • Nicht so schüchtern ;-) CRL ist vollkommen richtig. Nun aber naiv und laut nachgedacht: CRLs sind ihrer Definition nach Negativlisten und können somit keine Auskunft über den aktuellen Augenblick geben. Sie betreffen demnach immer die Vergangenheit. Wenn ich als Developer bei MS das implementieren müsste, dann würde ich bei ertmaligem Vorkommen eines Certs die CRL laden und anschliessend nur noch beim Boot oder alle 24h. Muß da ständig nach Hause telefoniert werden mit negaitven Impact was Stromverbrauch, Netztraffic, Datenschutz betrifft? Zum Ablesen der Uhrzeit kontaktiere ein OS doch auch nicht jedesmal beim nächsten NTP…

        Mal die dunkle Kappe aufgesetzt: Es sei denn alles ist pure Absicht und Microsoft (und jeder der den unverschlüsselten Traffic mitlauscht) will da mehr erfahren…

  6. Moin,

    danke für die neue Folge. Ich fand es etwas irritierend, dass ihr die Feedbackrunde nicht mit einer kurzen Zusammenfassung, um welches Thema es ging, eingeleitet habt. Das war echt irritierend, vor allem bei dem Facebook-Video-Ding. Es ging mit irgendwelchen Hash-Tool-Ideen los und ich hatte keine Ahnung was das sollte. Wäre nett wenn ihr kurz in einem Satz gesagt hättet, dass es um die Idee Facebooks geht Home-Porn direkt zu denen hochzuladen.

    Gruß,
    Holger

  7. Hallo.
    Vielleicht habe ich euch in dem Punkt falsch verstanden, aber: Ich muss einmal stark wiedersprechen der Aussage, dass die Sexismus-Debatte in den USA insgesamt die Scheinwerfer von der Netzneutralität wegnimmt. Bewegungen, die sich für die Rechte von Frauen einsetzen (z.B. Womensmarch) haben sehr früh auf die Gefährdung der Netzneutralität hingewiesen (z.B. über Twitter), wodurch viel Protest dagegen eben auch aus dieser Richtung kommen dürfte. Da ist die themenübergreifende Zusammenarbeit in den USA oft viel besser als z.B. in Deutschland, weil nicht automatisch angenommen wird, dass Engagement für die eine Sache ein Engagement für andere Dinge gefährdet. Hier wird das ja gerne mal gegeneinander ausgespielt.
    Sonst aber wie immer tolle Folge!
    Außer: Ich kann mich nur anschließen an andere Kommentare: Mehr weibliche Gäste bitte!
    Grüße,
    R.

  8. Zur Stelen-Aktion:

    In der aktuellen Sendung von WMR hat (für mich!!) mspro klar dargelegt, warum nach dem ersten Schmunzeln eigentlich klar ist, dass das Ganze eine ziemlich uninspirierte, schale Geschichte ist, die einfach nichts bringt, außer PR für das große Opferlamm Höcke, welches ja nie nichts gemacht hat und von den Linken _ständig_ und zu unrecht verurteilt wird (auch wenn die “Initiatorin” das anders sehen mag) …

    Zur Sendung geht es hier:
    https://wir.muessenreden.de/2017/11/23/wmr122-mal-wieder-alle-falsch-im-internet/ (ab 52:40)

    • Weshalb bitte wird Höcke zu Unrecht verurteilt? Er verbreitet Rassenideologie und will Deutschlands Schandtaten vergessen machen. Und das tut er andauernd.

      • H-Punkt wurde rechtlich (imho) bis dato noch gar nicht verurteilt. Moralisch kann und muss man ihn (ebenfalls imho) auf alle Fälle verurteilen.
        Aber, was genau ist hier der Punkt?
        Ist H-Punkt wirklich ein so großer Verbrecher, dass es schon des Holocaust-Mahnmals und einer großen Geste, wie dem Kniefall Brandts bedarf, um seine Missetaten zu kompensieren??!
        Nein. B. H. ist ein Egomane, ein Psychopath, vielleicht auch einfach nur ein geistig verwirrter Himmler-Fan, der sich für den “großen Retter der deutschen Nation (womöglich auch noch den Nachfolger eines großen Germanen Häuptlings oder so)” hält und in einer Partei Mitglied ist, die – dank einem größeren Anteil verwirrter Protestwähler – mit gerade mal 14% von den _Wählern_ gewählt wurde. Nicht mal 10% der Bevölkerung stehen hinter den Aussagen und Zielen dieser Parte und wahrscheinlich nicht mal 5 hinter denen H’s.
        Ich sehe da tatsächlich nicht, warum der Typ dafür mehr verdient haben sollte, als den von mspro in der Sendung angesprochenen Kackehaufen, mMn gerne auch unter einer brennenden Deutschlandfahne, wie er sie sich gerne, knitterig ungebügelt in Talkshows aus der Jackett-Innentasche zieht!

    • Ausgerechnet von einem Lehnstuhl-Philosophen ohne nennenswerte Publikation oder Aktion als “uninspiriert und schal” bezeichnet zu werden, ist schon mal eine große Auszeichnung :-)

      • @Max:
        1.) Uninspiriert und schal waren meine Worte, es war primär ein Verweis auf das Statement in der WMR-Sendung, dem ich mich anschließen kann.

        2.) Zum Lehnstuhl-Philosophen hätte ich eine Nachfrage: Dürfen nur Menschen, die publizieren, Meinungen äußern oder mitdiskutieren?
        Und wenn dem so ist, haben dann die Menschen, die mehr publiziert haben auch mehr Recht als die, die weniger veröffentlichen? Und gibt es da eine Rangfolge, wie beispielsweise Buchautoren über Blogger, o. ä.?
        Dürfen Kritiker Kunst kritisieren, auch wenn sie selber gar keine Künstler sind? Darf ich mich über die doofe Bauweise des aktuellen Macbooks echauffieren, ohne Ingenieur sein??

        • Dürfen Kritiker Kunst kritisieren, auch wenn sie selber gar keine Künstler sind? Darf ich mich über die doofe Bauweise des aktuellen Macbooks echauffieren, ohne Ingenieur sein?

          Natürlich. Ich glaube das ist das, was diese Leute dann “Diskurs” nennen – die irrelevante Begleiterscheinung dessen, dass andere Menschen Tatsachen schaffen ;-)

  9. Also in Spanien ist der FTTH Ausbau immens. Mittlerweile mehr FTTH als DSL Anschlüsse. In Deutschland hat man doch schon bei Google Street View so blöd getan.

    In Spanien darf jeder Anbieter das Kind aus dem Sandkasten treten und sagen „danke für das Loch das du hier im Sand gebuddelt hast, wir legen jetzt noch schnell Glasfaser rein“. Soll heißen jede Baustelle für sonstige Infrastruktur kann dazu genutzt werden Glasfaser zu verlegen.
    Besonders kostengünstig darf es auch einfach an die Hauswände gesteckt werden, ohne das dazu großartig Genehmigungen eingeholt werden müssen. Innerhalb der großen Städte gab es aber eigentlich schon immer gesunde Konkurrenz.

    Besonders auffallend sind auch kleinere Firmen. In der Dorfkneipe wird beschlossen, dass das Internet vor Ort scheiße ist. Es wird ein eigenes FTTH Netz aufgehängt und am Marktplatz werden die Bewohner per open-air Powerpoint in einer Sommernacht darüber unterrichtet, dass jetzt 10/1Mbit vorbei sind und ab sofort 300/300Mbit symmetrisch am Start sind.
    Das läuft dann so gut, dass das Nachbar Bergkaff ebenfalls erschlossen wird.

    Irgendwann haben die Kündigungen den Monopolisten Telefonica (Movistar) so angepisst, dass man dann doch mit den Imperialen Lastwagen eingerollt ist, und verkündete dann doch mal hier jetzt Glasfaser zu implementieren.
    Das hat sich dann so aufgeschaukelt, das Orange, Jazztel, usw. es nachmachten. Vodafone hat sich schnell das Koaxial Netz von ONO gekauft und baut nebenbei auch noch das FTTH aus.

    Zum Kontrast scheint es bei mir in Österreich andersrum zu sein. Hier ist zu beobachten, dass eher außerhalb investiert wird von A1. Und mitten in Wien wo es sowieso oft UPC (Koaxial Kabel) gibt eher nicht. Das macht insofern Sinn, dass UPC mit Kabel jetzt schon schneller und günstiger als A1 ist.

    Nur in Sachen Mobilfunk ist Österreich immer noch recht geil, oft doppelt und dreifach so viel Datenvolumen zum halben Preis im Vergleich zu Deutschland. Auch sind die LTE Geschwindigkeiten sind um einiges höher.

    Ich würde für Deutschland hoffen, dass Bewegung ins Spiel kommt, man stelle sich vor man wäre bei der Netzinfrastruktur so stark wie in der sonstigen Industrie.

  10. Servus!
    Also ich fand die Sache mit den “Audio-Kommentaren” beeindruckend. Das hat Potential!
    Bin sonst absolut kein Kommentare-Leser und bekomm so ein bisschen mit was so abgeht. Doof ist natürlich diese oft inhaltsleere Masse am Ende, das steht glaube ich kaum einer durch und hat wenig Mehrwert. Mein Vorschlag wäre wirklich gute Beiträge, die eine Bereicherung sind, direkt am Anfang der nächsten Sendung abzuspielen und evtl. zu kommentieren; so wie Ihr das auch mit anderen Rückmeldungen schon macht.
    Die anderen Anrufe könnte man in einen neuen Kommentar-Podcast-Stream werfen, den sich Hard-Core-User dann zusätzlich abonnieren können. Das könnt man sicherlich auch gut automatisieren (meldet euch wenn Ihr Entwicklungs-Unterstützung braucht, hab da schon Ideen). Damit kann man dann schön die Zeit bis zur nächsten Folge überbrücken und gibt auch wenig Text-affinen Leuten eine Chance sich einzubringen und mitzureden. Völlig belangloser Audio-Müll sollte aber auch dort nicht stattfinden.
    Eine andere Möglichkeit wäre Audio-Kommentare quasi wie ganz normale Kommentare bei WordPress zu posten aber dann muss man halt doch wieder auf die Webseite gehn.
    Bin gespannt, wie sich das Thema entwickelt!
    Weiter so! Man sieht sich dann aufm #34C3!

    • > Eine andere Möglichkeit wäre Audio-Kommentare quasi wie ganz normale Kommentare bei WordPress zu posten

      Das würde mir auch gefallen. Vielleicht noch zusätzlich per speech recognition in Text verwandelt und somit lesbar gemacht.

      Eine Auswahl der Audio-Kommentare in der Sendung abzuspielen fände ich auch gut, solange es im Rahmen bleibt.

  11. Wegen Facebook: Könnte Facebook nicht einfach das Video in seine Frames zerlegen und jeden einzelnen Frame durch eine Hashfunktion jagen, so dass bei einem Reupload des Videos eine Übereinstimmung mit nur einem einzigen Frame zur Sperrung reichen würde? Ansonsten nehme ich mal an, dass Facebook eine AI zur Erkennung von primären sowie sekundären Geschlechtsmerkmalen hat, die nun auch diese erkannten Merkmale mit Personen verknüpft, womit Facebook weiß Geschlechtsmerkmal X gehört zu Person Y. Dann müssten präoperative Trans*-Menschen nach der Operation erneut ein Bild von ihren Genitalien bei Facebook hochladen.

    • Super, dann füge ich einfach oben im Video einen 1px großen schwarzen Streifen ein.
      Liebe Leute, schaut doch einfach mal, wie viel Aufwand man bei Youtube hat, um entsprechende Videos noch hochzuladen. Dann wisst ihr, was inzwischen alles geht.

  12. Nur mal eine kleine Anmerkung zu: Cobol-Programmierer gesucht

    Nach eurer Darstellung hört sich das so an, als würden Autodidakten für qualifizierte Jobs gesucht. Habt ihr dafür Belege? Es ist nur so, wenn ich nachschaue, wird da immer zumindest ein abgeschl. Studium gefordert, Berufserfahrung und Skills im Bereich Mainframe. Also gerade nicht der formbare Autodidakt als Einsteiger, sondern der fix und fertige Senior-Developer.

  13. Heureka!!!
    Das ich das noch erleben durfte.
    Tim und Linus verstehen den deutschen Telekommunikationsmarkt.
    Glückwunsch die Herren.

    Jetzt noch mal ein CRE zur Privatisierung (von Infrastruktur).
    … was hat der Staat jemals für uns gemacht?
    … der Markt wird es schon richten,
    … Wettbewerb ist gut für den Verbraucher (Kunden).

    Aber ein Anfang ist gemacht, weiter so.

    Noch einen schönen Resttag

  14. Anmerkung zu “es gibt keinen anderen Fall wo eine Firma Technologie in der Schublade hat doch nicht weitergibt”. Ich denke das 3 Liter Auto oder gar nen Elektroantrieb sind sehr aehnlich.

    Zur Feedbackfrage “was fehlt”: Wie waer es mit ner Rubrik “Basiswissen” oder, aehnlich, an vergangene News z.B. vor 10 Jahren erinnern, den (Jung)leser das Wissen bringen/auffrischen und vielleicht noch Bezug zu was draus geworden ist Herrstellen. Moegliche Themen: Keyescrow, Tcpa, 1ster Staatstrojaner vorm Verfassungsgericht,

  15. Hi, eure Darstellung des Zentrum für politische Schönheit überrascht mich sehr. Und hinterlässt mich jetzt etwas ratlos was euren Podcast angeht. Gott sei dank gibt am Ende wenigstens eine kleine Brechnung.

    Von links kommende Kritik als „die sind ja eh bloß neidisch“ abzuwerten, und kaum darauf einzugehen … naja. Zumal viel davon berechtigt ist, denn will man das ZPS „links überholen“, nicht mal von der Mittelspur runterfahren muss. Es blubbern faschistische Grundideen darin überall herum.

    Ich versteh nicht ganz, wie Tim noch vor ein paar Sendungen unsere demokratische Grundordnung im Prinzip befürwortet mit Gewaltenteilung und allem und dann jemanden, der sich darüber hinwegsetzt und einfach mal behauptet, eigenständig los zu überwachen und zu erpressen an staatlichen Strukturen vorbei „eine geile Aktion“ findet.

    Wenn der BND sowas macht, geht es gar nicht. Und wir wundern uns, dass unsere Demokratie sich nicht mit einem lauten Medienecho darüber beklagt.

    Wenn das demokratisch nicht legitimierte ZPS das macht, ist es „voll geil“? Und es ist auch voll super, dass die damit Medienaufmerksamkeit bekommen?

    Ihr könnt euch ja mal fragen, welche tieferliegende Botschaft sich damit als tatsächlich anschlussfähig für unsere Medienwelt und Gegenwart erweist: Überwachung ist kein Problem, es ist nur ein Problem, dass die anderen das machen und nicht ICH bzw. beim ZPS ist das ja immer ein schwammiges „WIR“, welches sich irgendwie anzumaßen scheint, mich mit zu meinen (etwas dass es bei Schlingensief nie gegeben hätte).

    Das ZPS ist Kunst? Bestimmt. Aber es gibt zwei verschiedene Arten von Nazi-Filmen. Die einen die sich an der Ästhetik berauschen, sich damit aufladen und diese transportieren und die anderen, die sie brechen. Was macht das ZPS?

    Spiegel online stand dazu „dubiose Machtphantasien“ und „Methodenarsenal totalitärer Regimes“. Die Sache mit dem Denkmal ist gut, der Teil mit der Überwachung aber nicht.

    /

    Ich weiß nicht, ob es schlechter Stil ist, hier einen Link reinzupacken? (Falls ja, löscht das hier einfach raus.) Aber ich hab einige der Grundprobleme mit dem ZPS mal aufgeschrieben hier: http://bloglz.de/probleme-mit-dem-zentrum-fuer-politische-schoenheit-androhungen-undemokratischer-gewalt/

  16. Hallo,
    wieder einmal eine wunderbare Sendung. Ihr fragt nach blinden Flecken bei euren Themen. Nun, es gibt dieses weite Feld der digitalen Bildung und Medienkompetenz, dass sich an einigen Punkten mit Netzpolitik überschneidet. Es sind sehr schmerzvolle Punkte, von denen ich nur mal drei herausgreife: technische Ausstattung und Standards (um hier Tim Pritlove mal zu erden: die Bandbreiten in Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen und Schulen sind auf 16MBit!!! in Rahmenverträgen beschränkt). Es gibt viele offene juristische Fragen (z.B. Daten- und Jugendschutz) und große, sehr große Lücken bei der sinnvollen Einbindung freier Lerninhalte.
    Die Umsetzung des weich formulierten Berliner Rahmenlehrplans hinkt den Bedarfen einer digitalen Gesellschaft allzu oft hinterher. Natürlich gibt es sehr gute, engagierte Kitas, Schulen und Projekte und dennoch, die Bildungschancen sind ungerecht verteilt. Sie bleiben i.d.R. abhängig vom Zutun und dem Einkommensstatus und Bildungsinteresse der Eltern. Auf der anderen Seite drängen Stiftungen und Tech-Unternehmen in den Bildungsbereich und ich frage mich, ob es denen um die digitale Bildung von Kindern und Jugendlichen oder um frühe Kundenbindung geht.
    Vielleicht tragen euch diese Themen zu weit weg vom Fluidum Logbuch Netzpolitik und es gibt auch schon (wenn auch eine sehr überschaubare Anzahl an) Podcasts dazu. Meiner Beobachtung nach bliebt die Umsetzung der Digitalisierung im Bildungsbereich ein Randgruppenthema in der Politik, über das bisweilen klug geredet aber bei weitem nicht einheitlich gehandelt wird. Wenn Kinder und Jugendliche hier nicht mitgenommen werden, werdet ihr noch in 30 Jahren die schnellen und gut ausgebauten Netze in Schweden, Südkorea und Co beneiden.

    Beste Grüße
    Nicole

    • Hallo Nicole,

      ja, das ist ein Thema das mich selbst durchaus beschäftigt und ich meine auch, da immer mal wieder meine Kritik durchklingen zu lassen. In der LNP200 haben wir es auch mal mit Maria Reimer angeschnitten.

      Gern würde ich da mal einen Sendungsgast mit so richtig täglicher Schulerfahrung haben – hast du da einen Vorschlag?

      Linus

      • Hallo Linus,

        Ein wirklich gelungenes Jubiläum, LNP200 ist versprühter Optimismus!
        Menschen die im Schulalltag iSd digitalen Bildung / Transfer in digitale Gesellschaft arbeiten (wollen) … und ich denke an das Aufsetzen einer rote Liste bedrohter und besonders schützenswerter Pädagog*innen, aber ich sondiere gern mal.

  17. Nun gut, ihr wolltet Feedback.

    Eigentlich sehr gut, ich höre euch echt gerne. Aaaaaber als guter Deutscher muss ich auch rummosern. Beschwert euch nicht, ihr habt danach gefragt:

    -Ihr regelmäßig gewisse Längen. Ich finde dass die Substanz oft bei Ausgaben ab 90 Minuten abnimmt. Fasst euch doch mal kürzer.
    -ihr seid manchmal etwas selbstzentriert. Gerade dann tauchen auch oft Längen auf.
    -ich finde Gäste meistens gut, finde es aber schade, wenn der Gast dann die ganze Sendung über dabei ist. Ihr könntet den Gast auch nur auf 1-2-3 Themen beschränkt reinholen
    -den Netzpolitikkram aus AT oder CH finde ich meist eher öde, ist aber okay wenn man das Kapitel gut weiterklicken kann
    -die Einordnungen von fragwürdigen Online-Produkten und -Aktionen (wie die marktgerechte Bepreisung, Streaming-Quark von der Telekom) und technische Analysen zu Hacking-Kram sind super
    -das selbstbeweihräuchernde Audiofeedback war…äh… einmalig okay, auf Dauer aber unerträglich. Viel zu viel “Ihr seid toll, macht weiter so”. *gähn*
    -automatisch hörbare Kommentare: Oh Gott Nein! Bloß nicht! Und viel Spaß mit den Copyright-Geschichten dann.

    Noch eine Frage zur aktuellen Sendung: der Ausflug zum Thema Revenge-Porn kam mir inhaltlich nicht zutreffend vor. Wie kommt ihr auf die AI und was soll die AI lernen, wenn noch gar nicht klar ist, was an Input kommt? Ich habe den Ansatz eher als ein fortgeschrittenes Nicht-Hashing / Fingerprinting verstanden. Eine AI würde man ja von vornherein auf eine bestimmte Art von Daten trainieren, während bei den Revenge-Porn-Geschichten nicht klar sein kann, welche Bilder heute noch gut und morgen schon böse sind. (Porno auf Facebook? Seit wann geht das?!?? Ich dachte da sind sogar Nippel verboten!)
    An der Stelle würde mich dann noch interessieren, ob man das Feature nicht kreativ umnutzen kann. Seit dem meine Beziehung zu Horst Seehofer in die Brüche gegangen ist, betrachte ich daher alle Seehofer-Fotos auf meiner Platte als Revenge-Porn und könnte sie direkt hochladen, sobald das Feature hier freigeschaltet wird =)

  18. Eure Darstellung des Zentrums für politische Schönheit finde ich eher überraschend.

    Von links kommende Kritik als „die sind ja eh bloß neidisch“ abzutun und kaum weiter darzustellen … naja. Dabei ist einiges davon bestimmt berechtigt. Denn das Zentrum „links zu überholen“ ist nicht schwer. Das geht sogar bequem auf der Mittelspur.

    Ich versteh nicht ganz, wie Tim noch vor ein paar Sendungen unsere demokratische Grundordnung im Prinzip befürwortet und es heute super findet, wenn jemand sagt, er setze sich darüber hinweg und überwache und erpresse mal so eigenständig einfach los.

    Wenn der BND das macht, geht es gar nicht. Und wir ärgern uns, dass es keinen größeren Medienaufschrei gibt. Wenn aber das demokratisch nicht legitimierte ZPS das macht, ist es „voll geil“? Und es ist auch toll, dass sie damit Medienaufmerksamkeit bekommen.

    Ich frage mich, welche Botschaft sich hier als anschlussfähig für unsere Medien erweist. „Überwachung ist kein Problem. Es ist nur ein Problem, dass die anderen das machen und nicht ICH.“ Das Zentrum propagiert, dass man sich Machtmittel einfach anmaßen kann, wenn einem etwas nicht passt.

    Klar. Das Zentrum macht Kunst. Aber es gibt z.B. zwei verschiedene Arten von Nazi-Filmen. Die einen berauschen sich an der Ästhetik, laden sich damit auf und transportieren sie. Die anderen brechen sie.

    Auf den Fahnen des Zentrums stehen linke Ziele, die dahinterliegenden Methoden transportieren unbemerkt Demokratiefeindlichkeit und Gewaltphantasien.

    Das scheint unser Zeitgeist zu sein. Leider. Das erklärt den Medienerfolg des ZPS. Man kann sich ja fragen, ob man das wirklich gut findet.

    /

    Mehr (falls Links teilen möglich ist) hier: http://bloglz.de/probleme-mit-dem-zentrum-fuer-politische-schoenheit-androhungen-undemokratischer-gewalt/

    • >Ich versteh nicht ganz, wie Tim noch vor ein paar Sendungen unsere demokratische Grundordnung im Prinzip befürwortet und es heute super findet, wenn jemand sagt, er setze sich darüber hinweg und überwache und erpresse mal so eigenständig einfach los.

      Deine Überraschung könnte daraus resultieren, das ist das so nicht gesagt habe.

    • Würde der BND Björn Höcke überwachen, wäre das in der Tat ein Skandal! Nicht ohne Grund unterscheiden wir den Auslands- vom Inlangsgeheimnis, dem Verfassungsschutz.

      Wenn dich Überwachung stört, kannst du dich aber bei beiden beklagen, denn ihre Altivitäten betreffen nicht nur dich, sondern uns alle.
      https://netzpolitik.org/2017/protest-gegen-hoecke-endlich-reden-alle-von-ueberwachung/

      Dieses Eindreschen auf diejenigen, die einem am inhaltlich am nächsten sind, ist übrigens etwas ur-linkes und der Grund, warum die guten Leute eben sich eben aus organisatorischen Gründen eine kleine Diktatur erschaffen und dann was wuppen, statt das Leben mit einer Diskussion über den Diskurs und darüber dass man das eigene Partikularinteresse jetzt endlich diskutieren möge, zu verbringen.

  19. Mal wieder eine klasse Folge. Zum Mahnmal:
    Sollte man nicht den Telefonmitschnitt vor jedem Treffen der AFD (Parteitage u.ä.) mit Lautsprecher wagen abspielen? Dann kann sich keiner mehr rausreden, dass die AFD doch demokratisch und gar nicht Nazipartei ist

  20. Ich möchte widersprechen, was die spielenden Kinder im Holocaust-Mahnmal angeht. Als geborener Berliner war ich häufig an und in diesem Mahnmal. Trotzdem hat es nie den selben Eindruck auf mich erweckt, wie in den 5 Minuten, in denen wir mit der Schulklasse dort fangen gespielt haben. Ich hatte das Gefühl, dass es kaum einen besseren Weg gibt, die Ausweglosigkeit und die Unmöglichkeit sich zu verstecken, begreifbar zu machen. Man ist eingesperrt und kann das Gelände nicht verlassen. Durch die hohen Stelen in der Mitte kann man nur noch den Himmel sehen. Wenn man gejagt wird, kann man kaum einen Ausweg finden. Es gibt nichts Schönes in dem rationalen Stahlbeton. Die ständig steigenden und fallenden Wege erschweren das Laufen. Niemand kommt dir zu Hilfe. Ich war 16, als ich diese Erfahrung hatte und würde sagen, dass es keine bessere Erfahrung gibt. Es war für mich in Berlin vor der „Story of Berlin“ und dem Stasigefängnis in Hellersdorf die beeindruckendste Erfahrung der Ereignisse des 20. Jahrhunderts.

  21. zu “Delphi geht ja nicht so schnell weg”

    Ich finde lustig wie ihr annehmt dass Delphi automagisch schlechte Software bedeutet oder dass es da keine neuen Technologien gäbe.

    Dem ist halt nicht so und das Ding generiert z.B. seit Jahren auch direkt nativ compilierten Code für Android UND iOS, was ansonsten fast nur ein paar Spiele-Sachen mit C-Zeugs machen. Und beim Thema “Sprachen mit denen man sich eher in den Fuß schießt” ist Delphi halt klar die bessere Wahl als C oder ähnliches.

    Der Punkt ist aber: das Ding wurde halt nicht mit was modernem gestrickt und die Anwendung von nem 90er-Jahre-Delphi zu was aktuellem zu bewegen wäre vermutlich ähnlich aufwändig wie “einfach mal neu machen”

    Von daher ist weniger “das war Delphi” das Problem als “das war Jahrzehnte alter, SCHLECHTER Kot den keiner gewartet hat”

    • stimme mit Dir zu 100% überein… nicht die Sprache oder das Tool sondern die Nase hinter dem Bildschirm ist da der Fehler bzw. derjenige, der über Einkauf und Strategie entscheidet. Da ich selbst Ende der 80er/ Anfang der 90er gerne in Pascal / Object Vision und später Delphi muß ich schon sagen, daß Borland da vor seiner Zeit war. Die Gründe warum sich viele abgewendet oder stehen geblieben sind ist eine andere traurige Geschichte.

  22. Lieber Tim, lieber Linus,

    vor allem Linus konnte ja Kritik an der Höcke-Aktion nicht ganz verstehen. Und bei der von euch genannten Kritik kann ich auch nur mitgehen. Genauso wie ich die Aktion witzig, mutig und an und für sich richtig finde.
    Allerdings kann man schon kritisieren, dass damit wenig im Kampf gegen die AfD gewonnen ist und da ich das ganze schon vor einer knappen Woche aufgeschrieben hab, verlinke ich mal den dazugehörigen Artikel. Viel Spaß beim Lesen, falls ihr mögt. :)

    https://wp.me/p8J5OR-CO

    LG Jan

      • danke für die zielführende Korrektur.
        Jetzt bin ich “schlauer” und du hast 5 sekunden deines endlichen Lebens für das Verfassen dieser Nachricht eingesetzt.

        Eine schöne Zeit in der wir leben, in der wie man etwas sagt wichtiger ist als was man sagt.

        Und bevor ich auch noch mehr Lebenszeit in diese eigendlich unnötige Antwort investieren drücke ich lieber auf “Kommentar abschicken” und wünsche eine besinnliche Vorweinachtszeit.

        • Sie haben was geschrieben, er hat einen Fehler gefunden, er hat Ihnen das mitgeteilt. Was ist daran falsch?

          Er hat nicht kritisiert, was Sie sagen wollten, weil er das vermutlich nicht wollte. Was ist daran falsch.

          Es ist halt ein mp4 und kein gif. Was natürlich wurscht ist.

  23. Moin,

    ich finde den Anrufbeantworter am Ende der letzten Folge toll. Es ist ja ein Podcast, das kann einfach abgeschaltet werden. Längenbegrenzung spielt keine Rolle.

    Das Piepen kann doch auch durch ein sanftes Klingeln oder Ping oder so ersetzt werden. Vielleicht auch nur bei den Sprachdateien abschneiden und neu vorkleben.

    Also ich fand es sehr angenehm. Gruß von mir.

    • sehe ich ähnlich

      und natürlich gilt auch “nur weil es legal ist, macht es das nicht moralisch einwandfrei”

      Die Denkmal-Aktion ohne durchwühlten Müll hätte ich richtig toll gefunden, so hat es “ein Geschmäckle”.

  24. Hey Linus und Tim.
    Ich hab jetzt hier 2 Datenkraken stehen. DIe hören alles ab was ich mir wünsche. Google Home/MIni und Alexa. Wunderbare dinger. Brandgefährlich, aber spannend.
    Hörbuch hören damit ist ein Traum. Podcasts gehen damit auch, zumindest über TuneIn, leider oft veraltet.
    Wie wäre es da mit einem MetaEbene Skill für?
    Wünsch wünsch. Könnt ich sowas, würd ich helfen.

  25. Die Höcke-Aktion finde ich überhaupt nicht lustig. Ich bin kein Fan der AfD aber das geht zu weit. Stellt euch mal vor es wäre andersherum. Stellt euch vor Höcke wäre neben eine Synagoge gezogen und hätte sich dort ein Hitler Denkmal in den Garten gestellt. Ist es jetzt immernoch witzig? Wenn man den Witz nicht umdrehen kann war es auch vorher nicht in Ordnung.

    • Möchte mich kurz korrigieren. Das Mahnmal finde ich nicht besonders problematisch. Problematisch finde ich die Bedrängung von politischen Gegnern. Das Jogging Gewinnspiel ist ein besseres Beispiel. Würden die Rechten ein ähnliches Gewinnspiel mit einem linken Politiker veranstalten würde jeder sofort sehen, dass das extrem bedenklich ist. Ich finde so blöd die AfD auch sein mag, solche Aktionen sollten wir bleiben lassen.

      • Nur, dass ein Mini-Holocaust-Mahnmal problemlos ist, eine Miniatur eines Nazidenkmals aufzustellen, je nach Ausfertigung und angebrachter Symbolik, ganz einfach verboten ist.

        Die Joggingaktion klingt an sich lustig, kann je nach Ausführung bedenklich nahe an sowas wie Stalking herankommen. An sich kann man nichts dagegen sagen, hinter einem anderen Menschen hiterherzujoggen, das machen Unmengen an Menschen täglich. Nur eben nicht in der Absicht, jemanden zu provozieren.

  26. Nochmal Thema alte Programmiersprachen:

    Um die Triebwerke [der Sonde] nach so langer Zeit wieder in Betrieb nehmen zu können, mussten das Voyager-Team jahrzehntealte Daten ausgraben und sich eingehend mit der Steuerungssoftware auseinandersetzen. Die sei in einer veralteten Assemblersprache programmiert

    https://www.golem.de/news/raumfahrt-nasa-zuendet-voyager-triebwerke-nach-37-jahren-1712-131458.html

    “Bring das alte Team wieder zusammen”

  27. Ein bekannter von mir meinte: Blöde Aktion vom ZPS, denn dadurch hätte er in seiner Partei erst recht nen Märthyrerstatus erhalten und sich politisch rehabilitiiert. Für die AFD, die nach Aufmerksamkeit giert, ist das einfach nur Öl ins Feuer. Höcke sei in der AFD schon fast vom Fensater weggewesen, aber auf dem letzten Parteitag war er wieder groß dabei…

    Bin mir nicht sicher, was davon zu halten ist, finde die Aktion vom ZPS ja auch geilo. Aber das bringt uns ja leider nicht weiter, wenn die Linken sich drüber amüsieren…

  28. Ein Bekannter von mir ist ehemaliger Telekom Mitarbeiter und er hat mir das mal so erzählt, dass die in entlegenen Regionen ihr Netz schon ausbauen, aber es den leuten nicht zur Verfügung stellen. Die Leute bezahlen ja immer noch für z.B. 16Mbit erhalten aber nur 2Mbit. Dann wächst der Wunsch nach mehr Bandbreit und es bilden sich Vereine die den Ausbau machen würden oder regionale Anbieter bauen aus. Wenn die dann den teuren Ausbau refinanzieren wollen kommt die Telekom und unterbietet die neuen Anbieter im Preis weil sie ja nur per Software freischalten müssen. Und wie die Endkunden so sind entscheiden sie viele dann doch nach dem Preis. Die neuen Anbieter bleiben auf Ihren Kosten sitzen. und die Telekom hat ein Instrument um Konkurenz abzuschrecken.

    • Kann man sowas nicht mal die Staatsanwaltschaft ins Haus schicken. Also Wettbewerbsfreiheit in allen Ehren, aber sowas vorsätzlich zu machen finde ich gelinde gesagt ekelig und zeugt einmal mehr davon, dass die Technik und die Industrie der Politik und Regulierung um Jahrzehnte davongerannt sind. Das ist wie schwerfälliger Couchpotato, der einem trainierten Basketballspieler den Ball abnehmen will – und dabei noch gnadenlos mit allen Tricks vorgeführt wird.

  29. Die “Höcke-Aktion” gefällt mir wirklich sehr. Ich halte das allerdings für klassische Antifa-Arbeit, nicht für Kunst. Leider verstehen heute viele sogenannte militante Linke nichts mehr von Militanz. Das ZPS schon.

  30. Zum Thema Geschwindigkeit im Kabelnetz: da wäre es sicherlich wünschenswert, höhere Geschwindigkeiten anzubieten, das ist aber mit anderen Kosten verbunden als z.B. bei Glas, da ja beim Kabel wie beim Mobilfunk mehrere Teilnehmer sich ein Medium teilen und pro Frequenz nur ein begrenztes Datenvolumen transportierbar ist (auch wenn sich da durch bessere Modulationsverfahren in Grenzen noch was rausholen lässt). Daher brauchen Kabelmodems immer mehrere Frequenzen und der Bedarf steigt mit der dem Gerät zugewiesenen Bandbreite. Das wiederum hat zur Folge, dass für höhere Geschwindigkeiten die Kabelstränge, an denen die Geräte hängen, immer wieder aufgeteilt und separat an die CMTS geführt werden müssen, was dort die Anzahl der Ports erhöht, und die sind relativ teuer. Und dass die jeweiligen Standorte dann adäquat an den Provider-Backbone angebunden sein müssen, um das Maximalprodukt transportieren zu können, versteht sich ja von selbst, in diesem Bereich sind aber vielfach noch bei anderen Providern gemietete nach Bandbreite abgerechnete leased lines verwendet werden, erhöhen sich da auch direkt die Kosten. Das muss sich dann alles erst mal rechnen, selbst wenn man die ganzen marktpolitischen Erwägungen außen vor lässt, und ich denke mal auch die Hardcore-Nerds wollen monatlich nicht hohe dreistellige oder gar vierstellige Beträge zahlen.

    • Ein weiterer Punkt: Über das Kabel laufen neben den Daten auch noch Digital-TV und oft auch Analog-TV und Analog-Radio, was die verfügbaren Frequenzen weiter einschränkt.

  31. Kleine sachliche Ergänzung: Die Degussa hat damals anscheinend nach Kritik angeboten, den Preis für die Beschichtung zu reduzieren. Hatte dann natürlich erst wieder den Geschmack von “sich rein waschen wollen”. Aber prinzipiell scheint die Degussa ihre Vergangenheit eher besser als schlechter aufgearbeitet zu haben.

    https://www.berliner-zeitung.de/heute-wird-entschieden–wer-am-mahnmal-fuer-die-ermordeten-juden-europas-mitarbeiten-darf-die-reinheitsfalle-15699306

    PS: Nein, ich stehe in keiner geschäftlichen Verbindung mit denen. ;-)

  32. Wie hier schon genannt wurde würde ich es ebenfalls gut finden, vielleicht 2-3 Anrufe einzubauen, auf die auch reagiert/geantwortet wird und den Rest in einen separaten Feed zu packen. Allerdings nur, wenn es zu viele werden sollten. (Bei einer 2h Sendung mit 45min Anrufen würde ich mir ehrlich gesagt verarscht vorkommen…)
    Die Telefonqualität ist echt gruselig. Darf man stattdessen vielleicht auch Kassetten einschicken?

    Und um die Geschichtsschreibung noch ins rechte Licht zu rücken: Leider muss ich euch mitteilen, dass der “Widescreen Vision Podcast” (u.a. mit @moviesteveb) bereits 2009/2010 einen Anrufbeantworter hatte, die ersten seid ihr also leider nicht ;-)

  33. Hallo, Sendung gerade erst gehört, daher der verspätete Kommentar.

    Zu den Verbesserungsvorschlägen:
    – Insbesondere Linus hat, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, in älteren Episoden häufiger die Formulierung “…komme meiner Chronistenpflicht nach…” benutzt. Ich würde mir wünschen, dass Ihr deutlicher machen würdet, wo Ihr Euch bewusst mit Eurer Meinung zurückzieht (also Fakten/die Lage präsentiert) und wo Ihr eine Meinung vertretet. Oder wollt Ihr, wie Fefe, dass der Hörer das einordnen können muss?
    – Ab und zu, etwa bei Themen wie der FCC/Netzneutralität, könnte ich es mir gut vorstellen, dass einer von Euch in die Rolle des Befürworters schlüpft (Linuzifer als Pseudonym?) und Argumente dieser Seite vorbringt. Es fehlt mir an manchen Stellen (aber nicht grundsätzlich), dass Ihr nicht auf die Argumente der “anderen” Seite eingeht oder auf Argumente, die von der “guten” Seite genannt werden, aber keine guten sind. Möglicherweise würde eine good-guy/bad-guy-Aufteilung das transparenter hervorbringen. Mir ist auch klar, dass nicht immer eindeutig ist, wer die Bösen sind und nicht alles was ein Guter sagt/tut, gut ist. Genau das könnte man ja vielleicht in solchen Rollenspielen herausarbeiten.

    Ich denke, Ihr seht, dass ich eine noch rationalere Auseinandersetzung mit den Themen befürworten würde (und das ist Meckern auf hohem Niveau).

    Und vielleicht könnt Ihr ja auch einen Podcast/sonstiges Medium empfehlen, dass andere/gegensätzliche Meinungen vertritt aber einen ähnlichen Qualitätsanspruch hat, sozusagen als Bildungsauftrag an die Hörer (ganz ernst gemeinter Vorschlag, ich kann/möchte hier keinen nennen, weil ich keine kenne und es nicht so aussehen soll, als machte ich Werbung dafür/mir dessen Inhalte zu Eigen).

    Danke für euer ehrenamtliches Engagement!

  34. Vorweg: Was Links / Rechts angeht stufe ich mich selber als eher unpolitisch ein.

    Nach der langen Einleitung mit der Erklärung, dass ZPS den Narrativ ändern will, frage ich mich auf was?
    Für mich kam die Botschaft an: Der Sinn eines Mahnmals liegt darin, Geld von anderen Leuten (Steuergelder, Spendengelder) dafür zu verwenden, den politischen Gegner zu ärgern.

    Übersehe ich hier irgendeine Botschaft?

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