LNP264 Heute schon an die Apokalypse denken

Feedback — Maaßen — Alex Jones — Staatstrojaner — Urheberrecht und EuGH — Hacksport — Termine

Nach einer kurzen Auszeit geht es weiter und wir widmen uns den Blöcken dies mal ausführlich mit einigen Metadiskussionen.

Dauer: 2:10:09

On Air
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Feedback: Öffentlicher Rundfunk

Feedback: Julio Assanchez

Maaßen und die AfD

Alex Jones

Verfassungsbeschwerde Staatstrojaner

EuGH: Bagatellabmahnungen for the win!

Polizeigesetz Niedersachsen

Hacking-Angriffe auf ÖR

Hacking-Angriffe aus Saudi-Arabien: NSO/Pegasus

Termine

Bonus Track

77 Gedanken zu „LNP264 Heute schon an die Apokalypse denken

  1. Sehr gute Folge!
    Ich frage mich warum Tim das Thema Gamergate immer wieder gerne aufgreift, für mich war es damals lediglich ein guter Weg einige Spinner zu identifizieren, denn diese Bezeichnung traf zu jener Zeit auf BEIDE Seiten dieses Szenarios zu, sowohl Leute die meinten Halbwahrheiten und verbale Attacken auszuteilen, als auch jene die sich mit einer Opferrolle vermarktet haben in der sie nicht waren. Dieses Szenario (und seine angeblichen Opfer) also hier als Beispiel aufzugreifen wirkt doch eher unseriös.

    Zu Alex Jones: Zwar bringt Linus einen guten Punkt, allerdings muss ich hier Tim zustimmen. Es ist wahr dass langsam eine gewisse Willkür durchscheint was das Verhalten der etablierten sozialen Medien betrifft, genau deswegen muss man sich dann aber die Frage stellen warum andere Nutzer aus wirklich banalen Gründen (ob berechtigt oder unberechtigt sei mal aussen vor gelassen) gesperrt werden. Wenn man sich unter der Tatsache anschaut wie die Silicon Valley Riesen sich in der Öffentlichkeit gerne präsentieren muss man sich schon sehr lange Fragen warum dann solche Menschen wie Alex Jones, die soviel Hass und Lügen verbreiten, dann auf diesen Platformen hochgehalten werden.
    Auch gebe ich Tim im zweiten Punkt recht: Solche Spinner legen alles zu ihren Gunsten aus, wenn es nicht diese Sperrung gewesen wäre, dann wäre es etwas anderes.

  2. Zu Maaßen und dem Kernbereich exekutiver Eigenverantwortung:
    Wo kämen wir denn auch hin, wenn die Legislative der Exekutive da reinpfuschen könnte, wo die Exekutive Mitgliedern der Legislative sagt, wie sie sich zu verhalten haben…

  3. Ich bin kein Jurist, aber afaik ist eine Versicherung an Eides statt nur von befugten Behörden verlangt werden (bzw. ihre Verletzung stellt nur dann eine Straftat dar). Soweit die nicht in einem laufenden Gerichtsverfahren abgegeben wurde ist das also das Papier nicht wert, auf dem sie gedruckt wurde, vom PR-Stunt abgesehen. (Wie in vielen anderen Fällen auch, in denen Menschen durch die Überschrift „Eidesstattliche Erklärung” (Ehr-)Furcht eingeflößt werden soll.)

    Fotos vom Dokument gibt es z.B: hier: https://twitter.com/tilsteff/status/1027130000359809024

    Wäre schön, wenn ein Jurist sich dazu mal äußern würde.

    • Es geht ja nicht darum, dass die EV verlangt würde oder strafbewehrt wäre; sondern vor allem um die Ehre, die daran gebunden ist. (Du nennst es “PR-Stunt”)

      Sicherlich hast du Recht dass niemand, der unaufgefordert irgendwas innerhalb keines Rechtsaktes relevantes an Eides statt versichert, dafür belangt werden kann.

      • Ich finde das falsch das dann als Eidesstattliche Versicherung zu verkaufen, weil die Eidesstattliche Versicherung ja genau durch die Strafandrohung ihren Charakter hat (und auch im Allgemeinen erwartet wird, dass eine falsche EV eine Straftat ist). Ich würde das eher „Schriftliche Versicherung“ nennen und nicht den von den Verfassern intendierten falschen Eindruck weitergeben. Ist halt eine Sache der Genauigkeit. „Verlorene Ehre“ ist immer noch was anderes als Strafandrohung von bis zu 3 Jahren Haftstrafe.

        War auch nur als kleine Anmerkung zur Berichterstattung gemeint, ich wollte in keinem Fall die Behauptungen in Zweifel ziehen (im Gegenteil, dass der Verfassungsschutz eher vor der Verfassung schützt ist ja bekannt).

    • Mein Kandidat für die beste Alex Jones Parodie: Felix Bones — eine Democrats-Version von Alex Jones im Srsly-Wrong-Podcast. Chapo Trap House ist auch immer wieder ziemlich gut darin, den auf die Schippe zu nehmen.

  4. Warum wird Sam Harris eigentlich zu den “Intellectual Dark Web” Protagonisten gezählt? Ich fand einige Episoden von ihm recht interessant, gerade da wo es um Kulte und Indoktrination ging.

    Der Aufruf, auch die Medien der “anderen Seite” zu konsumieren ist in jedem Fall sehr gut. Ich denke es ist wichtig, daß man gezielt auf diese Seiten geht. In Social Media habe ich eine Filterblase eingerichtet, weil ich keine Lust habe jedes mal beim unbedarften scrollen einen Adrenalinschub durch reißerische Headlines zu bekommen. Aber ich suche die entsprechenden Quellen auf, wenn ich etwas wissen will.

    Einer meiner Lieblingspodcasts aus den USA, wenn es um Politik geht, ist die David Feldman Show. Es ist ein Mix aus Comedy und liberaler Politik und sehr informativ, wenn auch sehr speziell auf Amerikanische Politik ausgerichtet. Gerade die letzte Episode befasst sich mit der Geschichte des “Conservative Talkradio” in der USA und warum diese Typen alle Geld mit Nahrungsergänzungsmittel machen.

    • Sam Harris ist recht kontrovers weil er hinter einer Fassade aus Rationalität, Empirie, Objektivität, Intellektualität und vor allem Ideologielosigkeit liberale (im nordam. Sinne) Positionen vertritt, die durchaus problematisch sind. Der propagiert z.B. eine Auffassung vom Islam als Kriegsreligion aus der sich Extremismus und Terrorismus notwendigerweise ergeben. Von Black Lives Matter hält der auch nicht viel. Und seine Perspektive auf den Nahost-Konflikt und militärische US-Außenpolitik finde ich abstoßend (typischer Patrioten-Ami). Und dann wundert der sich, warum so viele Alt-Right Spinner seinen Podcast hören und ganz toll finden. Mit Kritik und Gegenpositionen geht der auch nicht gut um und bezeichnet Leute die ihm widerpsrechen gern als seine “enemies” und als “intellectually dishonest”. als Podcaster und Intellektueller ist der auf den ersten Blick durchaus attraktiv, aber wenn man ihm ein Weilchen zuhört, gibt es viel Fragwürdiges zu entdecken.

      Für ne solide Kritik von links, z.B. das hier:
      https://revolutionaryleftradio.libsyn.com/deconstructing-liberal-intellectuals-peterson-harris-and-pinker

      • @acd:

        Ich schließe mich der Aussage, dass dieses Gespräch eine solide Kritik an Peterson und Harris (und Pinker, von dem ich aber nur sehr wenig gehört habe) sei, nicht an, sondern würde es als schwachen Versuch einer Selbstverteidigung einstufen, der die Zeit nicht wert ist.
        So wird dort behauptet, Petersons Anliegen sei die Entpolitisierung seiner Zuhörer. Eher ist das Gegenteil richtig. Wahr ist, dass er dazu auffordert individuelle Krisen und persönliches Scheitern nicht zu politisieren und sich kein persönliches Vorankommen davon zu versprechen.
        Tatsächlich fordert er mit den bildhaften Aussagen “clean up your room”, und “get your body straight”, die da etwas belächelt werden dazu auf, auf mehreren Ebenen nach Fortschritt zu streben: für sich selbst, in Partnerschaft und Familie, im Beruf und in der Gemeinde und in der Gesellschaft insgesamt.

        Natürlich kann man sich auch auf den Standpunkt stellen, dass das Streben für viele ein fruchtloses Unterfangen ist, und sie ihre Wut und Unzufriedenheit in politischen Protest und Revolte ummünzen sollen.

        Aber im Gespräch heißt es einleitend, man wolle weniger darauf schauen, was diese 3 sagen und mehr schauen, was sie tun. Nun, Peterson selbst ist ja mit seinem Protest gegen die kanadische Sprachregulierung politisch geworden.

        Kommen wir zu einem anderen, konkreten Beispiel: Dieser Leftradiopodcast stammt vom 23.4.18 und zitiert bei Minute 59 ff. Kommentare unter Jordan Petersons Videos, die ihm nicht entgangen sein dürften. Es wird mehrfach von seinem Video gesprochen und der Moderator Brett spekuliert darüber, wie er reagieren würde, wenn unter seinen Beiträgen irgendwo extreme Kommentare auftauchen würden.

        Ich habe also nach einem solchen Kommentar gegoogelt und sie alle in einem Artikel wiedergefunden, ursprünglich wohl vom 14.3.2018.

        Diese Kommentare finden sich auch unter Videos, jedoch nicht in Petersons Kanal, sondern als kurze Outtakes, etwa als <a href='https://www.youtube.com/watch?v=N0OJEIpzlXo&#039; Jordan Peterson: Would I Ever Hit A Woman? , Spieldauer 6:45, ca. 632 k Aufrufe bis heute, 8k upvotes, 3k downvotes.

        Der Titel “Would I ever hit a woman” kommt in dem Video gar nicht vor.

        Dafür kommt in den Kommentaren sehr oft die Beschwerde vor “Clickbait”. Hat der Autor von Current Affairs sich überhaupt die Kommentare selbst angesehen und das Video? Wie kann er das als Evidenz für irgendwas bringen?

        Dankenswerterweise gibt es in der Videobeschreibung den Titel zum Original. Dessen Name 2017 Personality 17: Biology and Traits: Agreeableness. Heute 173 k Aufrufe, 4000 up- , 70 downvotes. Eine ganz andere Relation.

        Wieso linkt NATHAN J. ROBINSON, der Autor vom März nicht auf das Originalvideo Petersons, sondern auf den Ausschnitt, der gar nicht in Petersons Kanal ist? Soll sich Peterson alle Kommentare zu allen Kopien und Ausschnitten durchlesen, die von seinem Material gemacht werden? Da hätte er aber zu tun!

        Das Video im Kanal “Clash of Ideas” hat > 2000 Kommentare, das Original auch schon über 500. Bei der Vielzahl an Videos kann man das kaum erwarten.

        “Peterson didn’t say that he would never hit a woman. He only implied that every woman he had ever hit is dead.” Ein sehr lustiger Kommentar. Man muss allerdings das Video gesehen haben, um ihn zu verstehen. Offenbar hat der Autor Robinson und sein Plagiator Brett, der, wenn ich es richtig gehört habe, gar nicht erwähnt, dass er diese Zitatsammlung aus fremder Hand übernommen hat, so dass es so klingt, als habe er selbst das herausgefunden, das Video nicht gesehen oder als können sich blind drauf verlassen, dass ihr Publikum sich der Mühe nicht unterzieht. Denn es ist kein Punkt für ihre Argumentation.

        Jemand, der sich an einer fremden Person abarbeitet sollte meiner Ansicht nach lieber 2 Punkte vorbringen, die er sorgfältig vorbereitet hat, als 7 Punkte, von denen sich 2 rasch als hingebogen und schlecht fundiert erweisen.

        Ich habe nämlich nicht die Zeit mir alle Punkte nach und nach vorzunehmen und neige dazu, Nachlässigkeit und Voreingenommenheit, die ich bei einem Punkt entdeckt habe, zu verallgemeinern und anzunehmen, dass der Rest ähnlich schlecht begründet ist.

        Stattdessen würde ich als Kritik an Peterson eher den Kanal Rationality Rules empfehlen der m.E. deutlich solider arbeitet.

        Ich halte übrigens von Black-Lives-Matter auch nicht viel, falls Dir das hilft ein Urteil über mich zu finden.

        • Es ging mir eher um Harris. Mit Peterson hab ich mich nicht befasst und werd’s wohl auch nicht. Aber danke für den Kanal. Ich schau da auf jeden Fall mal rein. Tut mir Leid, dass mein Link deine Zeit verschwendet hat. Vllt. kann jemand anders mehr damit anfangen. Ich fand Aimée Tereses Einschätzung recht gut und kann ihren Vorwurf der Entpolitisierung sehr gut nachvollziehen. Aber das berührt umfangreiche Themen, die wir hier nicht auskaspern können.

          Du bestehst für mich im Moment nur aus ein paar Zeilen Text ohne Kontext (außer dass wir beide LNP hören). Von daher kann ich dir versichern, dass mein Urteil über dich weder umfassend noch abschließend noch feindselig ist. :-)

  5. Zum Thema Verfassungsschutz: Da ich gerade (unteranderem für die Datenspurenkonferenz in Dresden) alle 17 Verfassungsschutzberichte qualitativ auseinander nehme. Darf ich Tim in Kenntnis setzen, ja die Linke wird noch vom VS beobachtet. Jedoch nur in Bayern, zumindest von den bisher veröffentlichten Berichten, als gesamte Partei. Jedoch in vielen anderen Bundesländern und im Bund werden verschieden innerparteiliche Strömungen oder Organisationen beobachtet. Wenn ihr Interesse habt, kann ich euch gerne eine Aufzählung nach Bundesländern schicken.

  6. Hm, das Feedback auf Kommentare ist so eine Sache. Es scheint sich auf das Niveau der gesamten Sendung niederzuschlagen. Kapitelmarken nutzlos…

  7. Zur Diskussion über Auswahl von Themen in der Berichterstattung (0:15:22-…) siehe auch den Begriff des Entdeckungszusammenhang. Meint; Warum interessiere ich mich eigentlich überhaupt für ein bestimmtes Thema/Phänomen/Problem, was ist der Anlass dafür. Auch hochinteressant und sehr ursächlich.

  8. Feedback zum Feedback zum Feedback:

    Dass unsere öffentlich rechtlichen nicht so unabhängig sind, wie immer getan wird, muss doch auch dem Letzten aufgefallen sein.

    Vor allem bei der Außenpolitik immer wieder zu sehen. Eine Position wird erst (und dann auch aus der selben Sichtweise) bezogen, wenn sich die Bundesregierung dazu geäußert hat. Bsp. IS Unterstützung der Türkei.

    Oder bei welchem außenpolitischen Thema bekommt die Bundesregierung ordentlich Kontra von ARD und ZDF?

    Freihandelsverträge vielleicht? => 250 000 Demonstranten in 20 sek weggesendet… 10 000 Brexitgegner bekommen dagegen einen eigenen Kommentar.

    Außenhandelsüberschuss? Grund für die schlechte Stimmung in Europa. Weil wir anderen unsere Wirtschaftspolitik diktieren und den größten Niedriglohnsektor in der EU haben? NEIN! Weil wir so fleißig arbeiten und unsere Produkte einfach nur großartig sind!

    Auch im letzten Wahlkampf:

    Welche der wirklich großen Probleme und gesellschaftlichen Ungerechtigkeiten haben die Qualitätsjournalisten selbstständig auf den Tisch gepackt, die von Union und SPD wegen der “Flüchtlingskrise” nicht angesprochen wurden?

    Mir fallen keine ein. Wahlkampfsprüche drehten sich u.a. darum noch mehr Menschen in Arbeit zu bringen. Obwohl die Erwerbsarmut deutlich angestiegen ist. Lag da kein Thema auf dem Tisch?
    Oder der drastische Anstieg der Wohnungslosen. In München gibt es erwerbstätige Obdachlose, weil die Sozialleistungen nicht mehr für die kleinsten Wohnungen reichen.

    Aber gut, dass Martin noch mal über Flüchtlinge stoppen geredet hat und das 45 min im Duell mit Angela eingenommen hat. Danke. Dafür zahl ich gern.

    Und zu guter Letzt:

    Wenn unsere Rundfunkbeiträge auch Einschaltquoten unabhängig, sehr gut recherchierte und gesellschaftlich relevante Themen platzieren sollen, warum seid ihr, und der Rest der Metaebene, nicht im öffentlichen Rundfunk zu hören? Warum macht sich Tim noch Gedanken über die Finanzierung seiner Inhalte? Habt ihr Angebote abgelehnt?

    Es gab vor einiger zeit einen politischen Podcaster, der über einen nicht gesendeten Piloten im ZDF nicht hinaus kam. Immerhin, aber….

    Ein Schelm wer böses dabei denkt.

    • Dieses Geraune geht mir auf den Saque. Irgendein Podcaster, der es nicht ins ZDF geschafft haben soll. Themen, die Deiner Meinung nach nicht vorkommen – echt, erwartest Du, dass hier jetzt jemand hundert Links reinpastet oder brauchst Du Betreuung beim Googeln?

      Die TTIP-Demo, auf der ich übrigens auch war, war sowohl in der 20-Uhr-Sendung (20, nicht 20:15, @Linus!) als auch in den Tagesthemen das zweite von fünf großen Themen nach dem Terroranschlag in der Türkei mit 86 Toten.
      https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/ts-10577.html
      https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tt-4011.html

      Kann es sein, dass Du Berichterstattung mit Unterstützung verwechselst? Öffentlich-rechtliche Medien haben überhaupt keine Position zu beziehen außerhalb von Kommentaren. Auch mir macht He-said-she-said häufig Bauchschmerzen, aber während ich mir mehr Einordnung durch Leute wie Reschke und Restle wünschen würde, ist für andere Sigmund Gottlieb der einzig neutrale Journalist gewesen. So breit ist das Meinungsspektrum nämlich.

      Allein die Idee, man könne die Redaktionen von neun Landesrundfunkanstalten, häufig noch getrennt nach Medium Radio/TV/Internet, samt aller Funkhäuser, Regionalstudios und Korrespondentenbüros, plus die Teams einzelner Wellen und Sendungen mit zusätzlich tausenden freien Journalisten, die Investigativeinheiten, den Deutschlandfunk, ARD aktuell und natürlich auch noch das ZDF irgendwie auf Regierungslinie bringen, ist ebenso lachhaft wie weltfremd für jeden, der schon mal mit jemand anderem als sich selbst über ein Thema diskutiert hat.

        • Ist das eigentlich Zufall, dass solche Loonies immer von diesem Erwache!-Podcast kommen?

          Dass die Sendung von Tilo Jung beim ZDF nicht über einen Piloten hinaus gekommen zu sein scheint, muss dann direkt wieder an der ganz großen Verschwörung liegen…

          Finde ich auch schade, aber ein bisschen mehr Demut und weniger Verschwörungstheorie hätte vielleicht geholfen, auch mal
          bei seriösen Medien zu landen, statt mit AFD-Steigbügelhalter-Interviews bei YouTube und einem deprimierten FAZ-Rauswurf im Podcast.

          • Mit derartigen Unfreundlichkeiten disqualifiziert ihr euch schon am Start.

            Argumentativ kommt so gar nichts rum.

            Es geht darum wie man Themen setzt. Klar kann man zu jedem Thema einen Link zeigen. Um 22.45 Uhr am 09.03.17 wurde das eine spezielle Thema doch behandelt, von dem ich behaupte es würde in ARD und ZDF nicht stattfinden!

            Aber darum geht es nicht. Relevante Themen werden am Rande erwähnt, Unfug dagegen wie das Thema “Exportweltmeister” ständig wiederholt.

            Und auf Linie bringen muss man niemanden. Beispiel: Welcher Journalist, der immer und immer wieder über Harz 4 berichtet macht im öffentlich rechtlichen Karriere?

            Schade. Die Diskussionskultur hat hier stark abgenommen. Hauptsache man vertritt eine Position mit genügend Rückhalt, die es einem erlaubt sich moralisch überlegen und besser zu fühlen. Dann wird draufgehauen und dem Gegenüber Unverschämtheiten um die Ohren gehauen. Applaus.

            Aber so ist das, wenn man keine begründeten Argumente hat.

            Ich lass mich auch gern überzeugen. Welche großen Themen werden in den öffentlichen zur Sprache gebracht, die von der Regierung ignoriert werden? Und damit meine ich keine 3 Alibiberichte auf schlechten Sendeplätzen.

            Denn genau das ist die Aufgabe und Existenzberechtigung unabhängiger Medien, die eine solche Finanzierung genießen.

            Könnt ihr nicht zeigen. Nur stumpf behaupten die öffentlich rechtlichen würden gute Arbeit machen.

            Superargument auch, dass es in anderen Ländern noch viel schlimmer aussieht und wir darum jeden Tag unser GEZ Modell abfeiern müssen!
            Klar. In anderen Ländern werden Frauen gesteinigt. Darum ist es okay wenn ich meine Frau regelmäßig nur verdresche.

            • Moin,

              zwischen deinen Vorwürfen und Übertreibungen sehe ich valide Punkte.

              Ich glaube wenn du einfach ein bisschen weniger dick aufträgst, machst du es dir auch selbst einfacher.

              Sprüche wie

              Aber so ist das, wenn man keine begründeten Argumente hat. […] Könnt ihr nicht zeigen. Nur stumpf behaupten die öffentlich rechtlichen würden gute Arbeit machen. […] Superargument auch, dass es in anderen Ländern noch viel schlimmer aussieht und wir darum jeden Tag unser GEZ Modell abfeiern müssen!
              Klar. In anderen Ländern werden Frauen gesteinigt. Darum ist es okay wenn ich meine Frau regelmäßig nur verdresche.

              …sind einfach einer gepflegten und zielorientierten Diskussion nicht zuträglich.

              Beispiel: Welcher Journalist, der immer und immer wieder über Harz 4 berichtet macht im öffentlich rechtlichen Karriere? […] Welche großen Themen werden in den öffentlichen zur Sprache gebracht, die von der Regierung ignoriert werden?

              Das ist so ein ein interessanter Punkt, den zu diskutieren es sich lohnt: Ist es in der Tat Aufgabe der ÖR, Themen zu setzen? Oder ist es ein Feature, dass sie in den großen Nachrichtensendungen vermeiden, das zu tun?

              Eines jedenfalls steht fest. Würden die ÖR politischer agieren, Themen setzen und die Regierung (in egal welche Richtung) treiben, dann würde der Vorwurf dass sie tendenziös seien, sicherlich nicht kleiner.

              Bitte berücksichtige auch, dass ich recht länglich ausgeführt habe, dass ich die ÖR als einen wichtigen, aber beileibe nicht den einzigen Player im täglichen Medien-Mix halte.

              Abschließende Bitte: Schaltet hier in diesen Thread alle mal einen Gang runter.

              • Hallo Linus,

                dass die öffentlich rechtlichen eigene Themen setzen sollten, steht für dich gar nicht fest?

                Wozu brauchen wir sie dann? 4. Gewalt? Säule der Demokratie?

                Wenn die Regierung die Medien gar nicht zu fürchten braucht?

                Genau das war doch der Plan, als die BRD nach dem 2. WK von Grund auf neu gegen Diktaturen gehärtet werden sollte.

                Und warum ist es “politischer” wenn mal konsequent über unschöne Zustände berichtet wird?

                Harz 4 vor 4, so wie Börse vor 8. In etwa identisch viele Menschen in den beiden Zielgruppen. Was wäre falsch daran?
                So wie Tipps für Anleger könnten Tipps zu den Anträgen auf Sozialleistungen gegeben werden. Alles vorfinanziert und ohne Quotendruck.

          • Und Steigbügelhalter für die AfD? Das sind ARD und ZDF, die jeden AfDler durch jede Talkshow geschleift haben, wo sie ungestört ihre Talkingpoints unter die Leute bringen könnten.

            Dagegen hat der von dir genannte “Steigbügelhalter” sie einfach lange reden lassen. Zu anderen Themen als Flüchtlinge. Dabei haben sie sich sehr lustig entlarvt. So lustig, dass wiederum die Heute Show die Clips aufgegriffen hat. … Und dieses Entlarven von undurchdachten Meinungen erwarte ich eigentlich von GEZ finanzierten Medien. Kommt aber nicht.

            Also lieber mehr nachdenken bevor man entgegen der Realität Leute als Steigbügelhalter diffamiert.

  9. Kleine Anmerkung zu den Terminen:
    Neubrandenburg ist nicht – wie der Name gern vermuten lässt- “brandenburgisches Hinterland”, die “Vier-Tore-Stadt” liegt am Tollensesee in McPomm.
    Wo krieg ich denn raus, wann ein Teiltross da eintrifft? Auf der Website hab ich grad nur die Plena-Termine gefunden. Die sind ja schon rum.

  10. Wenn die Leseempfehlung für Inside AfD die*den Eine*n oder Andere*n zum Klicken auf Amazon anspornt. Bitte denkt nochmal drüber nach, wer (wenn auch wenig) an jedem verkauften Exemplar verdient. Und was mit eurem Geld in den Händen eines Menschen wie Franziska Schreiber alles an Unfug angestellt werden kann.

    Geht lieber in die Bibliothek und gebt den Schinken dann wieder zurück.

  11. @Linus Gibt’s den Vortrag (oder etwas ähnliches) den du bei St. Pauli halten wirst auch irgendwo im Netz zum nachhören/schauen? Viele Grüße, Daniel

  12. Ich empfinde das Verhalten (von YouTube), den Infowars-Kanal zu sperren, net-positive. Mehrere Gründe dafür: 1. Ein zentraler Magnet der Spinner ist nicht mehr aktiv und die Leute müssen sich irgendwo anders sammeln (ich bezweifle, das die Website 10% der YT-Aufrufe bekommt). 2. Diese Zensur-Debatte wird den Jones jetzt erstmal ein paar Wochen beschäftigen, in der Zeit können seine anderen Opfer ein wenig entspannen. 3. Andere Channel, die auf Reichweite statt auf die “”””information”””” der besorgten Bürger aus sind, schrecken davor zurück, bestimmte Themen anzusprechen.

    Die Segmente von John Oliver finde ich immer wieder super, allerdings informiert er vor allem die Bekehrten; den Texaner auf der Farm, der InfoWars schaut, wird kaum am Sonntag Abend auf HBO einschalten.

  13. Hallo,

    ich bin ein großer Fan eures Podcasts und könnte einen langen Text an Lob und Zustimmung schreiben. Allerdings störe ich mich seit langem an einigen Kleinigkeiten und möchte meine Kritik an dieser Stelle gerne gebündelt ausdrücken.
    Bitte interpretiert dies als Meckern auf hohem Niveau, sonst würde ich euren Podcasts nicht seit damals gebannt verfolgen.
    Ich schätze eure harte Linie und Objektivität im IT Bereich, insbesondere bei den Themen Datenschutz und Meinungsfreiheit.
    Leider vermisse ich eben diese oft bei politischen Diskussionen. Ich schreibe dies als inaktiver Beobachter des politischen Geschehens, der weder die Afd, Trump oder Alex Jones schützen möchte.
    Ich erinnere mich an das Thema Uploadfilter und die Problematik automatisierter Löschungen oder Löschungen aufgrund von Nutzermeldungen.
    Heute findet ihr die Löschung eines Youtube Kanals legitim, da es sich offensichtlich um Schwachsinn handelt.
    Doch seit ihr auch bereit persönlich eine Grenze zwischen angemeßener Kritik und Schwachsinn zu ziehen? Ist dies überhaupt möglich?
    Laut Bundesregierung hat es keine Überwachung durch die NSA oder das BSI gegeben, darf man euren Podcast nun löschen?
    Die Antwort lautet mit Sicherheit nein, doch auf einer Skala von Alex Jones bis Netzpolitik, was ist “erlaubt” und was gehört gelöscht?
    Ihr sprecht euch stets gegen Zensur jeglicher Form aus, bei konservativen bis rechten Meinungen oder Verschwörungstheorien Wässern sich eure Grundsätze leider aus. Bei der Platform Linksunten war dies glücklicherweise nicht der Fall, hier war euer Maß an Offenheit der Qualität des Podcasts würdig.
    Ich wünsche mir ein freies Internet und Land, in dem jede Aussage abseits direkter Androhnung von Sachbeschädigung und Gewalt erlaubt ist.
    Auch die Vermeidung indirekter Gewalt, ihr hattet das Beispiel Sandy Hook genannt, kann kein Grund sein die Grundrechte zu beschneiden.
    Am Ende müssen sich der oder die Täter verantworten, nicht der “Brandstifter” selbst.
    Man kann solchen Problemen nur mit besserer Bildung und poltitischer Transparenz begegnen um Ideologen ihren Nährboden zu entziehen.
    Zudem bin ich froh, dass der common narrative von etwas moderateren Denkern permanent hinterfragt, angegriffen und geformt wird.
    Ich war zudem erschüttert wie selbstbewusst ihr “Inside Afd” empfohlen habt. Weder kenne ich das Buch noch möchte ich dessen Inhalt beurteilen, aber die äußere Form bereitet mir Magenschmerzen die eine Menge gesunde Skepsis hervorruft.
    Die aufgeheizte politische Lage schreit gerade nach Horrorenthüllungen der Afd, um es mal mit Worten der Bildzeitung auszudrücken.
    Während ihr in anderen Bereichen stets bemüht seit höchstgranular Wahrheiten herauszuarbeiten, holt ihr bei politischen Themen zu oft den Vorschlaghammer heraus.
    Durch eure eigenen politischen Aktivitäten, Polizeiterfahrungen und Überzeugungen leidet meiner Meinung nach eure Objektivität, teilweise sogar euer bestreben nach Objektivität.

    Viele Grüße,
    Lukas

    • > Heute findet ihr die Löschung eines Youtube Kanals legitim, da es sich offensichtlich um Schwachsinn handelt.

      Nein. Ich habe gesagt, dass ich die Löschung legitim finde, weil Alex Jones unhaltbare Verschwörungstheorien verbreitet, damit Leute gegen Minderheiten aufhetzt und aktiv oder zumindest indirekte dazu aufruft, Leute anzugreifen, auszugrenzen oder Ihnen das Leben zur Hölle zu machen. Und das alles, damit er in den selben Leuten Potenzpillen und Notfallpakete verkaufen kann.

      Freiheit endet eben da, wo sie anderer Leute Freiheit einschränkt und natürlich sollten sich auch “Brandstifter” verantworten. Deren Rolle ist meist noch fragwürdiger als die Taten aufgehetzter Vollhonks, die in Ihrem Leben meist ohnehin schon an einem Endpunkt angelangt sind und sich jetzt von anderen instrumentalisieren lassen.

      Wenn Du von “Objektivität” sprichst meinst Du damit “Deine Meinung”. Sag es doch einfach.

    • > Heute findet ihr die Löschung eines Youtube Kanals legitim, da es sich offensichtlich um Schwachsinn handelt.

      Ich hab das Gegenteil argumentiert.

  14. Hallo Ihr beiden,

    Ich komme nicht of dazu den Podcast zu hören, dies ist eine Ausnahme – und prompt muss ich euch meinen Senf dazu ablassen – bitte seht es mir nach!

    TL;DR: Faschismus ist keine Meinung. Meinungsfreiheit ist viel cooler als freie Rede.

    Ich denke in der ganzen Debatte wird ein grundlegendes Problem nicht thematisiert, welches leider auch in der deutschen netzpolitischen Diskussion oft durcheinandergebracht wird, da die Semantiken nicht ganz trennscharf sind. Es geht mir um den Zensurbegriff sowie um das Recht auf freie Rede sowie um das Recht auf freie Meinungsäußerung (z.B. in Deutschland). Das wird jetzt ein kleiner Exkurs, aber bitte bleibt dran – ich mache es so kurz wie es geht ;-)

    Im US-Amerikanischen Kulturraum genießt das “Recht auf freie Rede” (“Freedom of Spech”) einen extrem hohen Grundrechterang, und ist mit dem ersten Verfassungszusatz, der “Bill of Rights” eine der zentralen Errungenschaften die der Visionär James Madison der Welt in den 1780ern geschenkt hat. Übringens neben ein paar ganz anderen passablen Ideen, beispielsweise dem Konzept der Gewaltenteilung (Hint: “exekutive Eigenverantwortung”) – der ganze erste Verfassungszusatz ist ein Werkzeug der der Limitierung der Macht der (Bundes-) Regierung dient.

    Die Kernidee ist bis heute in den Vereinigten Staaten relativ klar: Jeder darf allen möglichen Blödsinn reden, behaupten, propagieren. Prominete Ausnahmen in der Rechtssprechung sind, soweit ich das beurteilen kann, Fälle in denen es um konkrete Körperverletzung oder schlimmeres durch freie Rede kommt (beispielsweise Bombendrohungen, etc). Zentrales Element des Konzeptes “freie Rede” ist, das durch den Fundamentalansatz auch die freie Gegenrede gewährleistet wird, und so optimalerweise eine demokratische Willensbildung zur “besten Lösung” durch den entstandenen offenen Diskurs entsteht.

    Jetzt ist es so, dass wir in Deutschland in unserem Grundgesetz das Konzept der “freien Rede” explizit nicht haben, sondern eine abgewandelte Form, nämlich des Rechts auf “freie Meinungsäußerung”. Dieser Unterschied zeigt sich bereits in der Weimarer Reichsverfassung von 1919 (Artikel 118), in der bereits die Rede von dem Recht seine “Meinung” zu äußern verbrieft wurde.

    Warum reite ich so auf diesen Begrifflichkeiten herum? Na eben weil sie sehr relevant für unsere heutige Diskussion sind. Das Recht eine Meinung zu äußern ist ein anderes als das Recht auf “freie Rede”, nämlich insofern, das insbesondere falsche Tatsachenbehauptungen eben keine Meinung darstellen.

    Dies bedeutet ganz konkret, dass z.B. ein Präsident Trump nach dem Konzept der Meinungsfreiheit vermutlich jeden (grobe Schätzung) zweiten seiner Tweets von Gerichten im nachhinein untersagt bekommen dürfte, solange jemand dagegen vorginge (wovon auszugehen wäre).

    Nach dem kleinen, aber wie ich finde notwendigem, Exkurs komme ich zu meinem Argument: “freie Rede” hat vielleicht 1780 gut funktioniert, sie hat ziemlich sicher auch 1950 noch wunderbar ihre Funktion erfüllt, und wir haben ihr gerade in den offenen Gesellschaften des Westens viel zu verdanken.

    Aber, und es ist ein großes Aber:

    Die heute üblichen zentralisierten, werbeertragsoptimierten Publikationsformen wie beispielsweise Facebook, welche die Problematik des Informations-Overkills sowie die ertragsgetriebene Verweildaueroptimierung durch einen maschinell vorsortiertes Informationsangebot zu lösen versuchen[1], sind im Ergebnis nur in einem wirklich richtig gut: Sie bauen eine fürchterlich effektive Echokammer der dümmlichen, leicht konsumierbaren, Argumente und Thesen.

    Sie opfern den idealtypischen demokratischen Diskurs durch Austausch der Argumente ihrem Profitstreben, und das kann man börsenorientierten Unternehmen aus ihrer Binnensicht (hey, Kapitalismus!) vermutlich nichtmal ernsthaft zum Vorwurf machen.

    Das Konzept der “freien Rede” ist im derzeitigen Zustand unserer Kommunikationsgesellschaft eine üble Falle für die offene Gesellschaft und den Wettbewerb um die besten Ideen und Konzepte, und in letzter Konsequenz für Wahlen und die Demokratie insgesamt. Hinzu kommt, das in diesen verkorksten Gesamtumständen eben auch die traditionelle Gegenrede (“Counterspeech”) nicht funktionert.

    Das Recht auf eine “freie Meinungsäußerung” ist ein guter rechtlicher Kompromiss, der auch gut zu unserer heutigen Situation passt. Es ist in der heutigen Rechtsauslegung übrigens auch eine Konsequenz aus der Entwicklung der 30er Jahre in Deutschland – ich empfehle eine Lektüre einiger Ausgaben des “Stürmers” zur Verdeutlichung.

    Jetzt ist es natürlich nicht so, dass Facebook, Apple und Co der Staat wären, und eine Abwesenheit von Zensur auf ihren Plattformen garantieren müssten. Dazu hole ich aber jetzt nicht noch extra aus, ich denke das dürften die meisten Leute heute kapiert haben. Jeder private Anbieter entscheidet aber nun mal in erster Konsequenz für sich selbst was er publiziert, und was nicht – erst dann kommen Gesetze ins Spiel.

    In diesem , ich nenne das der Einfachheit halber mal “vorgesetzlichen Raum”, wäre es nur problematisch, wenn es so Gestalten wie Alex Jones verwehrt werden würde IP-Space oder Domains und eigene Server zu betreiben – deshalb ist das Argument für Netzneutralität und gegen Monopolbildung technischer Infrastruktur
    hier relevant.

    Okay, was machen wir jetzt daraus? Ich denke es gibt zwei Möglichkeiten, oder besser gesagt Lösungsansätze:

    Ansatz 1: Netzwerkdurchsetzungsgesetz (mit den bekannten, und von euch ja auch diskutierten Schwächen) – nämlich eben die Anwendung des bestehenden Rechts, also eben eben nicht das Recht auf freie Rede, sondern auf Meinungsäußerung.

    Ansatz 2: die verkorkste Kommunikationsinfrastruktur unserer Zeit auf eine dezentrale Basis umzustellen, in der eben Profitstreben nicht die Aufmerksamkeit steuert.

    Ich würde dafür plädieren beides zu tun, aber Ansatz 1 nur für die kaputten Infrastrukturen anzuwenden. Lustigerweise ist dies genau im Netzwerkdurchsetzungsgesetz abgebildet (trifft nur Plattformen mit mehr als 2 Millionen Nutzern).

    Für Ansatz 2 fehlt leider aktuell die Erkenntnis und der Wille, auch ganz global – hier helfen vermutlich technische Lösungen am schnellsten). Zur Not gilt es jedoch nicht vor dem Verbot von demokratiefeindlichen Geschäftsmodellen zurückzuschrecken!

    In der analogen Welt haben wir übrigens eine Lösung für Ansatz zwei – nämlich den öffentlich-rechtlichen Rundfunk – ebenfalls als direkte Konsequenz aus den 30ern. Damit ist der thematische Zirkelschluß auch für den Podcast und die Diskussionen hier nun erbracht – und ich belasse es mal dabei.

    SCNR

    //ruebezahl

    [1] ich glaube man nennt es auch “den Algorithmus”

  15. Lieber Linus ich würde dich bitten nochmal drüber nachzudenken, wieweit du wirklich das Wort Bagatelle in dem Zusammenhang zu Rauswürfen von Menschen aufgrund von Sexistisch/Rassistischen Aussagen/Handlungen verwenden möchtest.
    Denn genau damit bedienst du das Narrativ das Diskriminierungen nur individuelle Empfindlichkeiten der Person sind. Stichwort: man wird ja nochmal … flirten ect. dürfen.
    Ich glaube nicht wirklich das du das so gemeint hast (hoffe ich), aber genau das bewirkt deine Aussage.

  16. Kleine Randnotiz zum guten alten Alex Jones, man sollte nie vergessen, dass er offiziell ein “Performance Artist” ist. Sprich, einfach nur ein “Schauspieler” welcher auch im Privatleben seine Rolle nicht aufgibt. Dass das erstunken und erlogen ist sollte zwar klar sein aber damit ist er zumindest für mich eine noch wesentlich größere Witzfigur als er so schon ist.

    https://www.nbcnews.com/news/us-news/not-fake-news-infowars-alex-jones-performance-artist-n747491

  17. uiuiui! Minute 26: “… nur einen Weg gibt, Wahrheit zu finden, das ist Wissenschaft – alles Andere ist Theorie”
    Was Ihr meint ist wohl, daß man sich bei der Welterklärung an die Mainstream Naturwissenschaften halten sollte. Leider habt Ihr die Worte verdreht.
    Die Naturwissenschaften haben nur Theorien und Modelle. Die Physik hat sogar mehrere. Neben der Quantenphysik und der Relativitäts-Theorie ist die Newton’she Mechanik immer noch sehr erfolgreich und für die alltermeisten Lebensbereiche ausreichend. – Zum Häuser-Bauen ist das Flache-Erde-Modell ausreichend. Ich brauche bei der Bodenplatte die Erdkrümmung nicht berücksichtigen.
    Das schönen an den Mainstream-Wissenschaften ist, daß sie ihre Theorien prüfen und falls nötig verwerfen, erweitern oder ergänzen. Wer “Wahrheiten” sucht, sollte sich an Philosophen, Religionsgründer oder Richter halten.

    • Ehrlich gesagt habe ich nur ein fußballerisches Ende gesucht, um Tim nicht zu verlieren ;)

      Balls ist rund, Spiel dauer 90 Minuten, alles andere…

  18. Linus hat Ben Shapiro genannt als Beispiel für einen Vertreter aus der (stark) konservativen Ecke in den USA. Vor einigen Wochen bin ich ebenfalls über diverse Videos von ihm gestolpert und bin fasziniert denn er argumentiert hart und direkt aber sachlich und logisch zu sonst sehr emotionalen Themen in denen die “Political Correctness of the Left” Überhand genommen hat (zum Beispiel https://www.youtube.com/watch?v=YgQy70_LPS4).

    Über ihn bin ich auch auf weitere Personen wie Sam Harris, Jordan Petersen (http://podcasts.joerogan.net/podcasts/jordan-peterson-4) und Maajid Nawaz (http://podcasts.joerogan.net/podcasts/sam-harris-maajid-nawaz) gestoßen.

    Zwar komme ich nicht zu den gleichen Schlussfolgerungen wie diese Herren aber deren Argumentation und die Logik dahinter kann ich absolut nachvollziehen.

    • Ich bin auch schon über Videos von/mit Ben Shapiro gestoßen und fand seine herangehensweise ganz interessant. Aber ich muss leider sagen, dass es vor allem sein “Diskussions-Stil” ist, der beeindruckend ist. Seine Argumente sind es nicht immer und er ist vor allem daran interessiert, Seine Agenda unter zu bringen aber eben nicht, anderen Menschen mal zuzuhören. Er argumentiert unehrlich und ist vor allem scheinheilig.

      Bei reddit bin ich über einen sehr klugen Kommentar zu ihm gestolpert, der endlich mal sehr gut begründet hat, warum ich ihm irgendwie nicht trauer. Er ist enorm scheinheilig.
      Wenn du Ben Shapiro interessant findest, dann lies dir den Artikel mal durch (Linus, du bitte auch, falls du das hier auch liest): https://static.currentaffairs.org/2017/12/the-cool-kids-philosopher
      Darin sind auch nochmal ein paar echt krasse statements von Ihm drinnen, die ich absolut widerlich finde, die aber in seinem Kontext nie auftauchen sonst. Außerdem nimmt der Artikel mal seine Diskussionstechniken unter die Lupe – Ergebnis: Er redet einfach schneller als die Gegenseite und benutzt nur die Fakten, die ihm nützen, ignoriert den Rest. Außerdem misrepräsentiert er das Argument der Gegenseite – etwas, wie immer gesagt wird, was er angeblich nicht tun würde.

      Die jüngste Aktion von ihm ist auch mal wieder entlarvend – er hat die gerade aufstrehbende Demokratin Alexandria Ocasia-Cortez zu einer öffentlichen Diskussion aufgefordert und ihr 10000 Dollar als Wahlkampfspende als Gegenleistung angeboten. Klingt erstmal nach einer tollen Idee, bis man merkt, dass Ocasia-Cortez sich durch annahme einer solchen Spende strafbar gemacht hätte, da sie bei einer solchen Summe gegen amerikanische Campaign Finance-Laws verstoßen hätte. Sie hat ihn dementsprechend zurückgewiesen – was natürlich jetzt gegen sie verwendet wird.

      Sein Interview bei Bill Maher in der Show war auch wieder same same – er rasselt seine Talking Points runter, ist aber nicht bereit auch nur einen Millimeter seine Meinung zu ändern. Er ist eben gerade nicht interessiert an konstruktiven Argumentationen.

      Wie ein ehemaliger Bewunderer von ihm zitiert wird: “I realized He was more interested in appearing to be right than actually _being_ right.”

      • Danke für den Artikel zu Ben Shapiro, sehr gut. Wollte mal wissen, wie der so drauf ist, nachdem ich jetzt mehrmals sowas wie den Kommentar von Linus gehört habe, dass es sich lohnen würde, und bin jetzt doch etwas schockiert! Der Typ geht ja mal gar nicht! Linus, wäre cool wenn du das in der nächsten Sendung oder hier nochmal kommentieren könntest :) Ansonsten danke für den schönen Podcast! Hör ich immer sehr gerne :)

          • Bitte entschuldige, wenn ich dich falsch verstanden habe. Du sagst er sei ein “ziemlich kluger Mann” und du hörst seinen Podcast um deine “Wahrnehmung dahin zu balancieren wie er über Sachen nachdenkt”, im Kontext von “sich mehrere Quellen verschaffen”. In dem verlinkten Artikel wird eine seiner Reden zitiert mit: “You guys are so stupid… you can all go to hell, you pathetic, lying, stupid jackasses.” Auch aus dem Artikel: “he argues that atheism is incompatible with the idea of free will because religious people believe that free will is granted by God.”
            Ben Shapiro schreibt: “There can be no doubt that any moral system condoning homosexuality must also let other, less widely accepted sexual practices through the door.

            If that fluid, careless amalgam of values based on feelings and personal logic ever takes precedence, America will suffer the fate of ancient Rome.”
            Seine Ansichten zu Diskriminierung von Schwarzen, Transgender, etc. sind auch fürchterlich, will aber jetzt nicht den ganzen Artikel hier rein pasten.

            Ich sehe da weder irgendeinen Grund zur Annahme, dass der besonders klug sei, noch will ich meine Wahrnehmung in seine Richtung balancieren. Hab auch kurz in ein Video von ihm reingeschaut und mir scheint der Artikel trifft es ganz gut, er scheint hauptsächlich einfach schnell zu reden. Jedenfalls kriege ich nicht den Eindruck, dass es sich lohnen würde, mich mit dem als alternative Quelle oder anderem Standpunkt zu beschäftigen, mir scheint er so abseits von Vernünftig, dass ich ihn mir allenfalls anschauen würde um zu lernen wie ich am besten gegen so was argumentiere. Ich habe mich aber auch nicht wirklich umfangreich mit ihm beschäftigt, der Sinn meiner Bitte war also herauszufinden, ob du etwas siehst, dass ich übersehen habe, wenn du seinen Podcast regelmäßig hörst.

            Nochmal Danke für euren Podcast, freue mich schon drauf gleich die neue Folge zu hören :)

  19. Kl. Detail zu Pizzagate, zum 2. Mal bei 1:20:00 etwa: Soweit ich weiß hat jmd. auf FB oder so angekündigt in dieser Pizzeria mal selbst bewaffnet nach dem Rechten zu sehen und ist da auch bewaffnet aufgetaucht und hat eine Welle gemacht, aber m.W. nicht rumgeballert.

    2. Detail: Der Mann, von dem in einem frühen Segment neben Shapiro und Sam Harris die Rede ist, heißt wohl (Jordan) Peterson, nicht Patterson, wie Oscar.

  20. Liebes Team Logbuch Netzpolitik,

    Eure Ausführungen zum Thema öffentlich rechtliche Medien (ROM) und ihre “tendenziöse” Berichterstattung halte ich nicht für sehr geglückt. Objektivität in Medien ist eine Illusion. Sie ist weder gewünscht noch möglich. Wir brauchen einen werteorientierten Journalismus, der sich klar zum kategorischen Imperativ bekennt.

    Wir fänden einen Bericht (im Jahr 1943) über das Warschauer Ghetto in der Juden und SS-Männer gleichermaßen (“ausgewogen”) eine Möglichkeit zur Äußerung bekämen unerträglich. Zuschauer kämen nach so einem Bericht wohl möglich zu dem Schluss, dass beide Seiten es ja ziemlich schwer haben.

    Die öffentlich rechtlichen Medien sind nicht allein durch die Auswahl der Themen manipulativ (die wäre verzeihlich), sondern vor allem durch die Homogenität des Narrativs in den Meldungen.

    Dies stellte der damalige Außenminister Steinmeier anlässlich der Verleihung der Lead Awards in Hamburg, 14. November 2014 schon fest.

    https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/141115-rede-bm-anlaesslich-verleihung-lead-awards/266898
    “Wenn ich morgens manchmal durch den Pressespiegel meines Hauses blättere, habe ich das Gefühl: Der Meinungskorridor war schon mal breiter. Es gibt eine erstaunliche Homogenität in deutschen Redaktionen, wenn sie Informationen gewichten und einordnen. Der Konformitätsdruck in den Köpfen der Journalisten scheint mir ziemlich hoch.”

    In den ROM erlebe ich dieselbe Tendenz. Mir ist bewusst, dass differenzierte Einordnungen in einem Nachrichtenformat nicht möglich sind, aber man kann dann einen Brennpunkt machen.
    Ein Beispiel sei die Verwendung des Begriffes “Zusammenstöße” in Bezug auf die gezielten Tötungen unbewaffneter Zivilisten an der Trennlinie zu Gaza. Das ist manipulativ und verhöhnt die Opfer.

    ich beobachte auch immer öfter, dass sich die Berichterstattung auf Emotionen und nicht auf Reflexion konzentriert.
    Eine vernunftgesteuerte Analyse (gesunder Menschenverstand) wird absichtlich nicht angesprochen. Die ganze Terrorberichterstattung lädt allein durch den Sprachduktus und die Dramaturgie (ständige Live-Schalte, ohne dass es einen Informationszuwachs gibt) zu emotionaler Rede ein und schürt Bedürfnisse nach Sicherheit und verbreitet Ängste.

    Ich könnte noch viel zu dem Thema schreiben, möchte es aber hierbei belassen.

    Abschließend möchte ich dem Team danken für den sehr guten, fachlich fundierten und erfrischend werteorientierten Journalismus!

    Mit freundlichen Grüßen!

    Detlef Koch

  21. Moin Tim und Linus,

    ich höre euch seit einer ganzen Weile echt gern zu, aber auch bei euch sehe ich gewisse Entwicklungen, die ich echt schwierig finde.
    Z.B. die inflationäre Nutzung von Begriffen wie “Verschwörungstheoretiker”, “Reichsbürger”, “Aluhut(träger)”… Ihr macht immer wieder den Eindruck, dass ihr recht breit recherchiert aber dann haut ihr einfach wieder diese Diffamierungsbegriffe raus. Versucht doch mal eine Sendung ohne diese Diffamierungen.

    Ihr stellt mich jetzt garantiert ebenfalls in diese Ecke, aber wer heutzutage wirklich noch jemand glaubt 9/11 ist genau so gelaufen, wie es in den 15 Minuten nachdem die Gebäude gestürzt sind von den Medien (sogar relativ “gleichgeschaltet” (s. Formulierungen und Erklärungsansätze)) verbreitet wurde – 13 Höhlenmenschen mit Teppichmessern kapern 4 Flugzeuge, die alle vaporisiert werden (besonders gut in Shanksville und am Pentagon zu beobachten), stürzen in 2 große Gebäude, die deswegen in sich zusammenbrechen und Newton widerlegen […]-, der sollte mit Begriffen belegt werden, die ihr für Flacherdler und Menschen die mit der politischen Ordnung in ” GER”/ “deutsch” nicht einverstanden sind, reservieren würdet.

      • Ok habe mich schon gewundert, weil “neuere” Beiträge schon freigeschaltet wurden.. Habe die Uhrzeit zu ernst genommen…

        • Diesen Kommentar habe ich bereits kommentiert und somit den Zensurvorwurf versucht zu relativieren. Schade, dass nur hierauf ein ironischer Post von Linus aber kein Kommentar zum Ursprungspost formuliert wird…

          • Die Ironie deines nicht nur latent rassistischen „Höhlenmenschen mit Teppichmesser“ Truther-Kommentars kann ich leider nicht toppen.

            • Hallo Petra

              1. Was ist denn deiner Meinung nach an dem Tag passiert?
              2. Und ich bin D’accord mit Linus => das war schon ein sehr rassistischer Kommentar.

              Mir fällt auch auf das hier viele solcher Trolle kommentieren – vielleicht sollte ich es auch lassen – könnte ansteckend sein.

              Sebastian

            • Und wieder die Diffamierung. Es scheint dann doch ein gewisses Handlungsprinzip von dir zu sein.
              “Höhlenmensch” ist nicht meine Meinung, sondern das medial vermittelte Feindbild. Dieser Begriff wurde in den Nachrichten zwar nicht verwendet, aber welche Bilder wurden eingespielt, als von Al-Qaida die Rede war?
              Hier könnte man wieder auf die tendenziöse Berichterstattung eingehen… Aber ich habe schon gemerkt, die Challenge “Sendung ohne Diffamierungsbegriffe” wirst du nicht eingehen, deswegen belasse ich es hiermit.

              • Meine Meinung, zu dem was an diesem Tag passiert ist, ist völlig irrelevant.
                Es gibt aber viel zu viele Ungereimtheiten, Lügen und Auslassungen um mit dem Thema so flapsig umzugehen.
                9/11 ist der erste Blankocheck für die ganze Überwachungsthematik gewesen. Aber wir dürfen uns das ganze nicht näher anschauen…

                Und auch du Sebastian diffamierst. “Troll”. Hast aber bestimmt eine total tolerante Einstellung zu allem, nur eben nicht bei den lieben kleinen Triggerworten, egal in welchem Kontext sie genutzt wurden..

                • hmm tolerant— Also Dummheit, Arroganz, Idiotie, Ignoranz und Gewalt innerhalb meiner Filterbubble toleriere ich eigentlich nicht :)

  22. Moin,
    Wo Ihr Euch Anfangs so schön über das Podcast streaming per LTE in der Pampa amüsiert, geht meine aktuelle Erfahrung in ähnliche Richtung:
    Ich war die Woche in Dänemark, im letzten Ferienhaus des Waldweges, in erster Reihe, 90m von der Wasserkante entfernt. Nächste Ortschaft wahlweise 3km nach Norden oder 5km nach Süden. An einem Fensterrahmen konnte man den Finger durchstecken, geheizt wurde landestypisch per Holzofen oder per Strom. Warmwasser kam nicht aus einem Durchlauferhitzer, sondern aus einem elektisch betriebenen Vorratsbehältnis im Dach, dass 3h zum Aufheizen benötigte. Bei dem Sturm über der Nordsee/Skagen regnete es etwas durch das Dach. Abwasser wurde in Sickergruben gesammelt, der Müll von einem kleinen Pritschenwagen abgeholt.
    Dennoch gab es stabile 50Mbit/s. Mein Heimanschluss in Hamburg meldete mir täglich 2-6 mal Neuverbindungen, weil alles wieder etwa wackelig war.
    Achja, ich konnte natürlich die Angebote der ARD-Mediathek nur per VPN nutzen.

  23. In der Schweiz werden die Gehälter der Post, SBB, Swisscom, SRG und Nationalbank (-Cheffen) regelmäßig mit den 7 Zwergen von Bern verglichen. Zu Recht, finde ich.

  24. Verlogen finde ich, dass in allen anderen Sprachen ausser Englisch, Deutsch und Französisch den ganzen lieben langen Tag gehetzt und ungesühnt Gift und Galle gespuckt wird. Nicht einmal Spanisch und Portugiesisch werden beobachtet und dort findet man echt krasse Güterzüge mit Jauche, die jeden Tag via Silicon Valley umgeschlagen werden. Was ich nicht ausstehen kann ist Willkür und Janushaftigkeit.

  25. Jetzt scheint es auch euch erreicht zu haben, wirklich Schade (die Kommentare hier). Ich finde das so erstaunlich, wie sich Halbwissen zu Wissen oder vll auch nur zu einer festen Meinung (also nicht Fakten) manifestieren.
    Thema Flat-Earther ist ja nur Beispiel bringend für all diese grundlagenlosen Debatten. Es macht überhaupt keinen Sinn, sich mit jemanden über eine These auszulassen, wenn die Argumentationslinie nicht die gleiche ist. Da wird es nie einen Konsens geben können. Was aber viel schlimmer an dieser unterschiedliche Sichtweise ist, ist die Tatsache, das geleistete Vorarbeit, die von vielen Bestätigt worden ist und bis jetzt noch von keinem direkt wiederlegt werden konnte, eben von einer Seite immer ignoriert wird. Ich komm einfach nicht dahinter, wieso.

    Ich finde, auch zum Thema Alex J. es wird immer wichtiger sein, dagegen zu halten und ein gewisses Level, welches sich erarbeitet wurde, zu verteidigen. Die Evolution ist dem Thempo einfach nicht mehr gewachsen.

    Ich musste heute auf dem Weg nach Hause so lachen: Vier Feuerwehrfahrzeuge und drei Krankenwagen, dazu noch Polizei fahren auf eine Autobahnauffahrt… drei Autos vor mir fuhren denen hinterher. Jetzt ratet mal, was da wohl auf der einen Richtung los war? Genau…, und das eben spiegelt die momentane Situation im Netz wieder. Es lohnt sich also mal ab und zu mal, das Hirn zu benutzen.

  26. Ich bin in der Theorie ein großer fan von öffentlich-rechtlichen median aber bitte nicht in der form in der wir sie zurzeit haben.
    Ja die meisten Probleme von zu großen Pensionen/Renten bis hin zu den zu hohen produktionsausgaben lassen sich auf „System“ Probleme zurückführen. Das ändert aber nichts daran etwas Getanen werden muss. Ich sehe keinerlei Bemühungen der öffentlich-rechtlichen in die Richtung.
    ich
    Die Ausgaben sind aber nicht dass was mein Blut zum kochen bringt bei dem Thema. Für mich sind die öffentlich-rechtlichen median wehrend der Ukraine Kriese gestorben. Damit, dass die Berichterstattung konsequent Russland feindlich war kann ich noch leben aber es ist auch passiert, dass Vermutungen berichtet wurden als wären es recherchierte bestätigte Fakten. Nachdem die diese dann als falsch rausgestellt haben hatte man nicht mal den anstand klarzustellen es Falschmeldungen waren.
    Das ist in meinen Augen untragbar und Nachrichten die so arbeiten will ich nicht unterstützen. Da will ich das Geld lieber Reportern geben die ihren Beruf ernst nehmen.

  27. zum Thema “Urheberrecht in Schulreferat”:

    Ich bin ein wenig erstaunt, wie ihr euch echauffiert. Es geht hier eben nicht um die Schülerin, die das Foto für ihr Referat verwendet hat, sondern um die Schule, die dieses Referat (ungeprüft?) veröffentlicht hat. (Warum überhaupt?) Einer Schule kann man da doch eine genauere Prüfung zumuten.
    Der Hinweis “war sogar eine Quellen-Angabe drunter” mag für die Schülerin sprechen, spricht aber gegen die Schule. Wenn schon eine Quellen-Angabe dran ist, wäre es noch leichter gewesen, das Problem vor der Veröffentlichung zu erkennen.
    Dass der Fotograf das jetzt gar nicht lustig findet, kann ich auch verstehen. Auch wenn ihr recht schnell auf “wir müssen unser Urheberrecht ändern” kommt, klingt es stellenweise eben doch nach “der Spießer soll sich nicht so anstellen”.

    Das Urheberrecht ist aktuell eben so, wie es gerade ist, und danach ist der Fall und die Entscheidung des Gerichts ziemlich klar.

  28. Es finden auch Regional in Niedersachen #noNPOG-Demos statt. Am 24.08. um 19 Uhr am Hauptbahnhof findet in Osnabrück eine Demo statt. Unterstützt wird das Bündnis auch vom ChaOStreff und der Grünen Jugend Osnabrück.

  29. Hallo Ihr beiden,

    Ist nur ein kleiner Teil in eurer Sendung gewesen, aber trotzdem. Ich kann mir viele der amerikanischen Latenight Sachen nicht mehr so richtig ansehen. Bei sehr vielen ist das einfach jeden Tag dasselbe. Klar, die Witze sind irgendwie lustig und so, aber mir bleibt das Lachen immer mehr im Halse stecken, denn was ändert sich denn? Trump beseitigt nach und nach alle möglichen Errungenschaften einer zivilen Gesellschaft, benimmt sich wie der letzte Prolet / Despot / Wahnsinnige und das einzige was sich ihm in den Weg stellt scheinen ein paar Latenight Talkshowhost zu sein, die über ihn Witze reissen.
    Man könnte es auch anders betrachten: Stephen Colbert und Co. haben sich so sehr daran gewöhnt, dass alles scheisse ist und sich alles noch verschlechtert und, dass sie Witze darüber machen, dass sie gar nicht so wahnsinnig daran interessiert sind, die Situation zu ändern.

    Ich vermisse Jon Stewart. Heute, ohne das “Gegengewicht der Vernunft” könnte ich ein Colbert Report nicht mehr verkraften. Ich glaube Colbert’s konservative Satirefigur hat nur im Gegengewicht zu Jon Stewart funktioniert. Bei Stewart hatte ich immer noch das Gefühl, dass er ab und zu mal inne hielt und erklärt hat, dass bestimmte Dinge nicht in Ordnung sind. Ich erinnere Mich da noch an solche Aktionen wie die “Rally to restore sanity”. Inzwischen hab ich das Gefühl, Colbert hat es sich bequem gemacht in dieser Rolle.
    Das ist alles an für sich in Ordnung.
    Mein problem ist, dass ich glaube, dass Millionen Menschen heute nicht mehr darüber nachdenken, wie sie Dinge ändern könnten. Stattdessen schalten sie jeden Abend in diverse LateNights und machen sich über “die doofen Republikaner” lustig. Ach wie lustig das doch ist, dass doch ist den einen Widerling immer als Schildkröte zu bezeichnen. Das ist alles für einen Lacher gut. Es bewirkt meiner Meinung nach, dass die ganzen schlauen linken vor dem Fernseher sich selbst auf die Schulter klopfen können, auf der Richtigen Seite zu stehen und viel schlauer zu sein, als die ganzen Hinterwäldler.
    Aber leider verpufft da auch jedwede Energie, irgendwas dagegen zu machen.
    Wie viele politische Comedy-sendungen gibt es heute? Es gibt deutlich mehr, als zu Zeiten von Jon Stewarts Daily Show. Das macht Quote und es schafft Arbeit.

    Ich weiß, ihr seid nicht die unkritischsten, wenn es um Fefe geht. Aber eines hat er mal mit Frank besprochen, dass ich mir bis heute gemerkt habe: Wenn fefe diktator wäre, würde er alle Satiriker gewähren lassen. Solange alle über das Regime lachen, solange Putschieren sie nicht.
    Ich glaube etwas ähnliches passiert in Amerika. Wie ihr schon sagt: Am Ende wird Trump wahrscheinlich nicht über ein bisschen Wahlkampfinanzierungskriminalität stürzen.

    Es gab mal einen schönen artikel über David Foster Wallace und seine Ideen zu Ironie. Er war der Meinung, dass uns Ironie alle am Ende kaputtmachen wird. Und er hat irgendwie Recht. Ironie war das Mittel gegen das Establishment. Ein Mittel, um dem Establishment die eigene Bigotterie vor Augen zu führen. Das war vor etwa 40 oder so Jahren.
    Heute _ist_ Ironie das Establishment. Sogar die CDU hat die Merkelraute, mit der wir uns über sie lustig gemacht haben als Ihr Symbol übernommen. Merkel ist ganz offiziell “Mutti” geworden. Der letzte CSU Ortsvorstand von hinterm Berg twittert selbstironischen in der Gegend rum. Ironie ist eine Sackgasse hat DFW gesagt.
    Zuerst machen wir uns mit Ironie über die Leute lustig, die sich selbst als die “guten” bezeichnen, aber selbst voller schlechter Eigenschaften sind. Das hat ne Weile gut funktioniert. Aber heute hat sich Ironie meist zu Zynismus verkrustet und wir machen uns in der selben Weise über die Menschen lustig, die tatsächlich was ändern wollen. Leute die so naiv sind, daran zu glauben, das sich tatsächlich was verbessern könnte. Diese Leute bekommen von uns Ironie-Weltmeistern die gleiche Überheblichkeit ab. Wir haben es alles gelernt in den Late Night shows.
    Wenn man das Problem begreifen kann, dann muss man sich einfach die schlechten Kopien der Daily Show angucken. Die Heuteshow zum Beispiel. Da wird aus jedem Witz die Schadenfreude herausgepresst. Ich sehe nur nie diesen Moment, in dem Mal Pause gemacht wird und angesprochen wird, wie wir die Situation tatsächlich verbessern könnten. Das vermisse ich einfach bei Jon Stewart.

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