LNP369 Die geplagte Seele der Deutschen

Wahlcomputer — Corona-Warn-App Security — Spahn — Vorratsdatenspeicherung — youtube-dl — KenFM

Heute wieder eine Sendung in der Told-You-So-Geschmacksrichtung in der wir uns über alle erheben und alles besser wissen. Außerdem wählen wir Pushy den Verkehrshamster zu unserem neuen Maskottchen. Und was uns sonst noch so einfällt.

Dauer: 1:11:52

On Air
avatar Linus Neumann Paypal Icon Bitcoin Icon Amazon Wishlist Icon
avatar Tim Pritlove Paypal Icon Bitcoin Icon Liberapay Icon Amazon Wishlist Icon

Intro

US-Wahl und Wahlcomputer

CWA-Server Lücke

Spahn demonstriert, warum CWA Cluster-Erkennung braucht

Justizministerinnen fordern Vorratsdatenspeicherung

youtube-dl is back

KenFM von YouTube gesperrt

Datenelch mit Verkehrshamster. Zeichnung: mackxz

42 Gedanken zu „LNP369 Die geplagte Seele der Deutschen

  1. Ich verstehe eure Abneigung gegen Wahlcomputer nicht.
    Wenn richtig gemacht, dann sehe ich kein einziges Problem die Wahl computerunterstützt durchführen zu lassen.

    Mein Vorschlag:
    – Bürger bekommt eine Wahleinladung mit QR Code
    – QR Code wird beim Betreten des Wahllokals gescannt, Computer überprüft ob Wähler wahlberechtigt ist
    (jetzt wird in einem Wählerverzeichnis per Hand der Bürger gesucht und wenn wahlberechtigt, dann bekommt dieser einen Stapel Papier)

    – Wähler geht in die Kabine und wählt am Computer. Bekommt einen Ausdruck mit seiner Wahl und kann diesen Ausdruck überprüfen. Der Ausdruck entspricht dem bisherigen Wahlzettel.
    (Jetzt, vor allem bei Kommunalwahlen, hat man einen Wahlzettel, der größer als A0 Format ist)

    – Wähler geht zur Urne, scannt dort seinen QR Code und wirft den Ausdruck in die Urne
    (jetzt, die Wahlhelfer suchen den Wähler wieder im Wählerverzeichnis und markieren diesen als “hat gewählt”)

    – Nach der Wahl wird das Ergebnis aus dem Wahlcomputer als Schnellmeldung zum Wahlleiter gesendet
    (jetzt: ein manueller Prozess beginnt der sich meist tief in die Nacht zieht)

    – Die Wahlhelfer zählen die Stimmzettel (Ausdruck aus dem Wahlcomputer) und senden dann das Ergebnis an den Wahlleiter
    Durch computergenerierte Stimmzettel ist auch das Auswerten computerisiert und damit schneller.

    Wo in diesem Verfahren seht ihr Probleme? Dieses Verfahren hilft die Wahl einfacher, schneller, ekologischer (habt ihr gesehen wie viel Papier bei der Wahl verbraucht wird?) zu machen. Die Wahl bleibt geheim und nachzählbar.

    • Welches Problem wird durch dieses Verfahren gelöst? Ich habe nicht zu Ende gelesen, da es mir komplizierter erschien als Wahlkarte zeigen, Wahlzettel bekommen, Kreuze machen und einwerfen.
      Ich war selber mehrfach (zufällig ausgeloster) Wahlhelfer auch bei so Wahlen mit Din A3 Wahlzetteln und drei Wahlen an einem Termin wo das Zählen dann vier Stunden gedauert hat und sehe da keine Notwendigkeit zur Beschleunigung. Warum genau muss um 18:05 das Ergebnis verkündet werden?

    • Also dein Problem mit der hergebrachten Wahldurchführung scheint im Wesentlichen im Papierverbrauch zu bestehen. Hast du mal die Anzahl der Wahllokale für eine landesweite Wahl mit der benötigten Zahl von Wahlcomputern pro Lokal multipliziert, um eine Grundlage für eine Abschätzung der Ausfallquote und des Wartungsaufwands zu haben?

      Auch die Kontrolle der Personalien müsste noch durchgeführt werden. Den Personalaufwand, einen der größeren Kostenpunkte, würde man nicht unbedingt verringern. (Abgesehen davon, dass man eigentlich nicht will, dass nur zwei Personen die Wahl leiten.)

      Durch computergenerierte Stimmzettel ist auch das Auswerten computerisiert und damit schneller.

      Was genau heißt “computerisiert” wird das eigentliche Wahlergebnis nach deinem Vorschlag durch Handauszählung der Ausdrucke bestimmt oder nicht?

    • Kleiner Tipp: mach erst mal ein paar Wahlen als Wahlhelfer mit und komm danach nochmal mit diesen “noch nie dagewesenen”, ja geradezu “genialen” Einfällen zur Verbesserung des Prozesses mit maximalst brutalem Technikeinsatz um die Ecke.

      Ich hab zum Beispiel noch keine Wahl gesehen, bei der für jeden Wähler zweimal im Wählerverzeichnis rumgesucht wird. Das passiert einmal, wenn man reinkommt und die Wahlzettel bekommt. Danach gilt derjenige als “hat gewählt” – man achtet natürlich noch drauf, dass derjenige irgendwann wieder hinter dem Sichtschutz hervorkommt und dann die richtigen Zettel und nicht zu viele oder zu wenige in die Urne wirft, aber da macht keiner mehr irgendwelche Aufzeichnungen drüber, jedenfalls nicht im Normalfall, in dem alles wie vorgesehen verläuft. Auch habe ich noch keine Wahl gesehen (oder besser gesagt: war noch bei keiner als Wahlhelfer beteiligt, und ich war schon in einige Wahlen involviert), bei der die Zählung bis tief in die Nacht gedauert hätte. Das geht typischerweise in 30 Minuten bis 2 Stunden vonstatten. Vom Hörensagen kenne ich auch schlimmere Beispiele mit mehrfachem Aufkommen von Diskrepanzen in großen Wahlbezirken, die geklärt werden mussten, aber auch da reden wir dann von 3-4 Stunden allerhöchstens, wir kratzen also gerade mal an der Oberfläche der Nacht, und das sind seltene Ausnahmefälle, die meist am Ende eh keinen signifikanten Einfluss auf das Wahlergebnis haben.

      Stimmzettel sind übrigens heutzutage oft aus Recyclingpapier – die müssen funktionieren, nicht blütenweiß aussehen. Wie willst du das mittels umweltschädlich massenproduzierter Technik signifikant “ekologischer” hinbekommen – sollen da alte ausgemusterte Smartphones eingesetzt werden?

      • Ich war Beisitzer bei einigen Wahlen und zuletzt Schriftführer. Und ja,wir saßen bis nach Mitternacht und haben die Papierzettel ausgewertet (Regionalwahl).
        Warum wohl werden immer Beamte zwangsbeglückt bei den Wahlen zu helfen? Weil kaum einer Bock auf diesen Stress hat. (Obwohl es meist gutes Geld gibt) Offensichtlich laufen die Wahlen in München anders als da wo du bei der Wahl geholfen hast. Möglich dass der Wahlablauf hier unsinnigerweise komplexer ist als nötig.
        Das Problem der Ökologie ist mit der Computerisierung nicht wirklich gelöst, wenn die Technik nur einmalig angeschafft wird. Da stimme ich zu.
        Ich denke aber, dass die Wahlen schneller und genauer ausgezählt werden können wenn wir endlich von dieser Papierwirtschaft wegkommen. Vielleicht finden sich dann auch mehr Freiwillige außerhalb des Beamtenstands um zu helfen.

    • Vergleich die Unmengen Papier mal mit der Unmenge an Tagespresse, die an einem einzigen Werktag gelesen wird. Auch wenn nicht jeder 2. eine Zeitung kauft – die haben i.d.R. zig Seiten. Und das 300x im Jahr.

      Im Vergleich dazu steht so ein Wahlcomputer dafür 364 Tage im Jahr ungenutzt rum und veraltet. Nach 20 Einsätzen (Bundestags-, Landtags-, Europa- & Kommunalwahlen) wird er dann weggeschmissen, weil 20 Jahre alt und zu nix mehr kompatibel.

      • Da ich keine Papierzeitung lese bin ich nicht auf diesem Vergleich gekommen. Jetzt wo ich drüber nachdenke könnte man an vielen anderen Stellen viel mehr Papier sparen als bei der Wahl. Deshalb ziehe ich das ökologische Argument zurück und fordere stattdessen: Verbietet die Papierzeitungen/Papierwerbeblätter! und nutzt digitales Toilettenpapier (nicht ganz ernst gemeint)

        Was ein Wahlcomputer sein soll und wie man mit dieser Hardware nach der Wahl verfährt müsste man sich gut überlegen. Wo ein Wille da ein Weg.

    • Ich zitiere mal Tom Scott:
      Glückwunsch, du hast gerade einen teuren Stift erfunden.

      Entweder zählt das Computer-Ergebnis, das nicht nachvollziehbar ist, oder es zählen die Ausdrucke, dann bietet der Computer keinen Mehrwert.

      oder wie Tim es sagt: Es gibt kein Problem, das hier gelöst wird.

  2. Ist nicht der Spahn Fall genau ein Beispiel für die große Schwachstelle von CrowdNotifier? Nämlich, dass das Contact Tracing nicht mehr vollautomatisiert geschieht. So wie ich das Konzept verstanden habe muss der Infizierte dem Gesundheitsamt das Restaurant nennen und erst dann wird der Key publiziert. Das wäre hier ja dann nicht geschehen.

    Ich halte ein Lösung bei der der Infizierte dem Gesundheitsamt seine Aufenthaltsorte nennen muss für ungeeignet. Mir ist klar, dass er das tun muss. Aber der Charme von einem anonymen appbasierten Check-in wäre ja, dass ich Leute trotzdem warnen kann, obwohl ich dem Gesundheitsamt nicht von meinem Sexclubbesuch erzählen will, weil meine Frau gerade neben mir sitzt als die anrufen. Und die Leute vom Besuch beim Italiener, an den ich mich nicht mehr erinnern kann, werden eben auch gewarnt.

  3. Der Mann ist kein Verschwörungsmystiker sondern ein Verschwörungsmythologe. Okay? Er forscht nach Verschwörungsmythen.

    Mal unabhängig von sonstigen Erwägungen, rein mechanistisch hat die Verdrängung eines Anbieters weg von den prominenten Plattformen denke ich durchaus eine negativen Effekt auf dessen Informationsverbreitung, der nicht ohne weiteres zu kompensieren ist. Zum einen hat der Youtube-Algorithmus KenFM jetzt nicht mehr in seinem Portfolio von Inhalten, die er Nutzern der Plattform zuführt. Damit schneidet man schonmal den Zufluss vorallem einer bestimmten Gruppe von Personen ab, nämlich diejenigen, die KenFM erstmalig ausgesetzt werden und dementsprechend vielleicht besonders naiv an diese Inhalte herangehen. Zum anderen auch bei Nutzern, die mit KenFM auf eine andere Plattform wandern, lässt das Interesse mal nach. Ihre sonstigen Interessen werden aber mit größerer Wahrscheinlichkeit auf Youtube bedient. Halten sie sich wieder dort auf, können sie vom Informationsangebot von KenFM via Algorithmus nicht mehr eingefangen werden. Sie müssen sich dann schon aktiv dafür entscheiden, auf der anderen Plattform mal wieder vorbeizuschauen.

    Der Vergleich mit Fox News ist da auch nicht so treffend, denn die sind ja auf dem Youtube des Fernsehens (ironische Rückübersetzung) für die USA, sprich sie sind im Kabel. Und sie sind da glaube ich immer noch die Nummer Eins. Würde man Fox News aus dem Kabel bannen, würde sich einiges verschieben.

    Das führt auf ein weiteres Beispiel, wo die eigentlich befürwortete Freiheit der Informationsverbreitung eine negative Wirkung entfalten kann: Interoperabilität. Wenn die Plattformen so interoperabel wären, wie ich und ich nehme an ihr, es euch wünscht, würde in einer gut gemachten Anwendung, die unterschiedliche Plattformen integriert, kein Medienbruch bei so einem Wechsel entstehen. Selbst wenn idealerweise die problematische algorithmische Inhaltezuführung ausgeschaltet wäre, für alle, die schon am Haken hängen, würde das Abonnement einfach automatisch wechseln. Hinweise auf Verstöße gegen Regeln der Plattform könnten mit so einer integrierenden Anwendung “wegoptimiert” werden. Und vielleicht will man das, wenn es zum Beispiel um eine überzogene Auslegung von Urheberrechten geht, aber vielleicht sollte man es nicht einfach technisch ignoriert bekommen, wenn die Verstöße allgemeinere Regeln des Zusammenlebens betreffen.

    Spaß beiseite, das gesuchte generische Femininum ist tatsächlich Verschwörungsmythikerin.

  4. Waren diese Wahlcomputer schon Hackbar als er Gewählt wurde, dann müssten diese Stimme von Damals auch wieder Ausgezählt werden, wenn er diese Schwachstellen ob bewusst oder nicht ausnutzt, in dem er sie “nicht” beseitigen lässt sobald er davon erfährt, gut das wird eben so schwierig zu beweisen sein, so wie Tim das ja schon aufzeigte. ‍♀️

  5. Den größten Witz an Namen für VDS haben wir formal als Gesetz noch in Kraft: Die Höchstspeicherfrist von *mindestens* soundso lange. Mal ganz davon abgesehen, dass die Provider die Daten ohnehin speichern und auf Nachfrage rausgeben. Ich verstehe nicht, was die ständige Forderung da bringen soll. „Ja, liebe ISP, jetzt macht bitte weiter, was ihr ohnehin schon tut.“ Was verpasse ich da?

    • Vielleicht will man das als rechtliches Prinzip endlich verankert haben, um weitergehende Forderungen stellen zu können. Zum Beispiel … hm, okay ich will die nicht auf Ideen bringen.

  6. Minifaceshield – Ja, die sind natürlich totaler Quatsch. Wenn ich aber meinen Wocheneinkauf im Supermarkt mache, begegnete mir schon öfter ein sehr altes Ehepaar – er mit normaler Atemmaske und sie mit dieser Mininasensprungschanze. Ich akzeptiere das. Warum? Weil beide in sehr kleinen Tippelschritten zusammen einkaufen gehen, ich davon ausgehen kann, dass sie eine altersbedingte Atemschwäche hat und eigentlich _keine_ Atemschutzmaske tragen müsste, aber zumindest versucht zu zeigen, dass sie sich an den Schutzmaßnahmen beteiligt. Versucht euch mal in die Situation von solchen 80+Menschen reinzuversetzen: Sie können reduziert sehen, hören, sich bewegen, jungen Leuten ausweichen, die ihnen zu nahe kommen usw. Alles außerhalb der eigenen vier Wände ist mit Angst behaftet, und das wird euch/uns später auch so gehen (#Rentnerrepublik). Also auch wenn es technisch keinen Sinn zu machen scheint, ist die soziale/psychologische Komponente hier höher zu bewerten.

    Wenn ich aber in einem Fernsehinterview (ARD/rbb) eine Horde halbstarker Ey-weischt-du-Alter-Handy–Idioten mit Minifaceshield auf der Nase dem Reporter in sein Mikrofon rülpsen sehe, hätte ich auch nicht schlecht Lust mit dem Prügel durch die Menge zu pflügen.

    Der Umstand ist also immer wichtig mitzubetrachten, bevor man sich eine vorschnelle Meinungen bildet und rausposaunt.

  7. Bisschen Offtopic zum Thema Wahlcomputer/Online Wahlen: warum das alles Murks ist, wenn man frei, geheim und nachvollziehbar wählen möchte ist klar und bedarf keinerlei Erläuterung mehr. Wenn ich allerdings den Baustein geheim rauslasse und offene Wahlen zulasse, gibt’s da Software Empfehlungen die sowas bieten? Also ne offene Wahl wo ersichtlich ist, wer für was gestimmt hat musste doch z.B. auf PGP Basis Recht einfach sein. Gibt’s da was? Könnte sowas für nen Verein gut gebrauchen, habe aber auf die schnelle nichts gefunden und selber bauen, narja, dann macht man doch wieder Fehler…

    • Äh, klar. Nimm ein beliebiges Kommunikationsmedium (Email, WhatsApp, …) und veröffentliche das Abstimmungsverhalten.
      Wer falsch gezählt wurde, kann sich ja melden.

  8. Hallo, hier ein kleiner Warnhinweis. Solltet ihr Ken Jebsen auch einen Antisemiten nennen, dann werdet ihr vermutlich verklagt. Der sagt selber so im Interview, ist ein einträgliches Geschäft, obwohl die taz und andere schon gewonnen haben. Ergo wenn ihr Probleme bekommen solltet, wohl besser gleich bei der katapult Redaktion melden. Die werden gerade verklagt und geben alles weiter, weil die taz ihnen auch alles erzählt hat. Dann ist er wohl komplett demonitarisiert ;o)
    https://mobile.katapult-magazin.de/?mpage=a&l=0&artID=1350

    Was ich aber richtig krass finde, warum schweigt sein früherer Arbeitgeber (in Bezug auf den Artikel von Katapult s.o.) ? Haben die da selber ein Nest gleichgesinnter???

  9. Nochmal Wahlcomputer, diesmal aber vom hinteren Ende:
    Ich hab letztens in einer (netten, unaufgeregten) Diskussion dargelegt, warum Wahlmaschinen scheiße sind, da kam das Argument auf, die Stimmzettel zu vereinheitlichen/maschinenlesbar zu machen & zumindest den Zählvorgang zu automatisieren.
    Ich hab dann erstmal David Kriesel zitiert („Traue keinem Scan, den du nicht selbst gefälscht hast“), denke jetzt aber doch darüber nach, ob das vielleicht keine schlechte Idee ist.
    Wie seht ihr das?

    • Es ist ggf. sinnvoll, Zählmaschinen einzusetzen, solange sie nur als Kontrolle einer Handauszählung (oder einer Vorsortierung) dienen. Denn in dem Moment, wo die Maschine das Ergebnis amtlich feststellt bist Du gleich wieder in der selben Falle, dass Du dem Computer das Wählen überlässt.

      Aber auch eine Kontrolle kann problematisch sein: wenn es eine Abweichung vom Zählergebnis gibt, wie findet man schnell die falsch ausgezählten Zettel? Und wenn man nichts findet, wie kann schnell herausfinden, welche die Maschine falsch gezählt hat. Hier könnte es am Ende (für einen nicht unerheblichen finanziellen und administrativen Mehraufwand) zu Komplikationen kommen, die man sonst gar nicht hätte.

      Eine Vorsortierung macht imho schon mehr Sinn. Das kann aber auch nur helfen, wo die Wahl verhältnismäßig einfach gestaltet ist oder wo bei bei einer komplexen Wahl (Kumulieren/Panaschieren) die einfach zu zählenden Stimmen (wo auf Kumulieren/Panaschieren verzichtet wurde) von den anderen separariert werden.

      Am Ende muss man sich immer fragen: was ist am meisten wert? Ich denke, die Investition in Computer in Wahlbüros bringt so gut wie nichts, schadet ggf. aber viel. Wenn man bereit ist, mehr in Wahlen zu investieren, sollte man darüber nachdenken, die Entschädigung für Wahlhelfer heraufzusetzen. Für das Geld, was man für eine Zählmaschine ausgibt, kann die personelle Beteiligung auf diesem Weg so weit erhöhen, dass alles viel schneller geht (wenn das überhaupt das Problem ist, ich brauche das Endergebnis nicht am selben Abend oder auch nur am nächsten Morgen).

      Diese Nutzlosigkeit von Wahlcomputern ist auch ein Grundproblem: Wahlen sind selten und wenn sie stattfinden, finden sie überall gleichzeitig statt. Ja, das gilt nur eingeschränkt für regionale Wahlen, aber auch dort werden oft Wahlen zusammengelegt (Bund/Land/Kommunal). Am Ende steht das Gerät nutzlos rum, muss gelagert, gewartet, gesichert (!) werden. Das kostet noch mehr Geld, während man die Geräte nicht braucht. Braucht man sie dann doch, muss man alle aktualisieren, überprüfen, transportieren, in Betrieb nehmen, kaputte kurzfristig (!) ersetzen, Leute darauf schulen (!) usw. usf. Das ganze ohne erkennbaren Mehrwert.

      Diese Logik, dass man es doch irgendwie hinbekommen müsste/könnte, Computer zum Einsatz zu bringen, ist in sich kaputt. Denn am Ende zählt: was ist das Problem, das ich lösen möchte? Was funktioniert denn derzeit nicht oder schlecht, was unbedingt verbessert werden möchte und warum sollten ausgerechnet Computer da helfen, obwohl sie für das Ereignis Wahlen (s.o.) so viele Nachteile haben?

      Wenn man also über Wahlcomputer diskutiert sollte die erste Frage immer sein: welches Problem soll gelöst werden? Da fällt den meisten Leuten schon nichts mehr ein und wenn, dann sind es eher gefühlt/abstrakte Problemstellungen a la “wie werden wir moderner” oder ähnlicher Käse. Etwas Konkretes, Sinnvolles und Nachvollziehbares habe ich auf jeden Fall noch nicht gehört.

      • Wir haben bei der Kommunalwahl 220€ bekommen (+- je nach Funktion). Trotzdem waren kaum Bürger bereit mitzuhelfen. Die meisten Wahlhelfer sind Beamte die man mit einem Urlaubstag lockt.
        Die Wahlcomputer können dumme Terminals sein, die per Touchscreen die Wählerstimme annehmen und dann computerlesbar ausdrucken.
        Die Auswertung kann dann an einem Computer geschehen (den wir schon haben): man legt den Wahlzettel unter die Camera, der Rechner erkennt die Wählerstimme, zeigt diese am Bildschirm an, alle nicken und der Wahlvorstand bestätigt mit einem Mausklick.
        In meinen Augen wird hier weder eine Betrugsmöglichkeit geboten noch die geheime, freie und nachprüfbare Wahl beeinträchtigt.
        Letztendlich wird die günstige und schnelle Wahldurchführung die Demokratie stärken indem auch z.B Volkentscheidungen und -befragungen ermöglicht werden, die jetzt zu teuer zum Durchführen sind.
        Jedenfalls finde ich die Volksentscheidung/-Befragung besser als irgendwelche ausgelosten Bürger zu bestimmen die dann Entscheidungen treffen (Stichwort Bürgerräte, wie sie schon im Ostblock nichts vernünftiges erreicht haben)

        • “Trotzdem waren kaum Bürger bereit mitzuhelfen.”
          Zu Arbeit als Wahlhelfer kann jeder Wahlberechtige verpflichtet werden. Ich verstehe wirklich nicht, wie man dafür keine Leute finden kann.

    • Auf einem Wahlzettel werden meist nur Kreuze gemacht. Die Software muss nur diese erkennen. Es muss nicht unterschieden werden ob jemand ein X ein Hakenkreuz (schon gesehen) oder ein V oder ein O macht.

  10. Zu den Wahlcomputern: ich stimme euch zu, dass man die so weit wie möglich vermeiden könnte. Ich will die in Deutschland nicht haben.

    Aber in den USA würde eine Auszählung sonst vermutlich Wochen dauern und wir haben dieses Jahr ja auch gesehen, dass schon eine Verzögerung von ein paar Tagen ausreicht, um Verschwörungstheorien zu schüren. Und dadurch dass die Auszähler tagelang unter enormem öffentlichen Druck lange Arbeitszeiten zum Auszählen verwenden müssen, werden da irgendwann auch Fehler passieren.

    Eine Möglichkeit, sie sicher zu gestalten, wäre die Wahlzettel auszudrucken, sodass der Wähler sie noch überprüfen kann, wie von anderen schon geschrieben. Da kann man dann anschließend stichprobenartig überprüfen. Wenn dabei Unregelmäßigkeiten auftauchen oder die Wahl sehr knapp ist, kann man immer noch komplett von Hand nachzählen.

    Es gab auch Gesetzesentwürfe, die sowas vorgesehen haben. Sie wurden nicht umgesetzt, weil der republikanische Mehrheitsführer im Senat sie nicht auf die Tagesordnung setzte und sie so versanden ließ. Da liegt ein weiterer Kritikpunkt, den ich an eurer Besprechung des Themas habe: nein, Trumps Kritik an der fehlenden Sicherheit der Wal ist nicht berechtigt. Denn er und seine Verbündeten haben gezielt darauf hingearbeitet, dass die Wahl in diesem Aspekt unsicher ist.

    • In den USA haben wir nur gesehen, wie eine Wahl während einer Jahrhundert-Pandemie abläuft. Und ich bezweifele, dass die Verschwörungstheorien irgendwie geringer ausgefallen wären, wenn die Wahl etwas schneller ausgezählt worden wäre. Letztlich werden Sie ja auch nicht mit der Feststellung des Wahlergebnisses enden, aber da helfen auch keine Wahlcomputer.

      Davon abgesehen sind auch diese Ausdruckszenarios total sinnlos, siehe dazu meinen anderen Kommentar. Die erste Frage muss immer lauten: was soll besser werden? Maßnahmen, die nur dazu da sind, die Nachteile von Wahlcomputern (angeblich) zu kompensieren muss immer die Frage aufbringen: wieso überhaupt Computer und was soll dadurch verbessert werden? Ich habe darauf noch nie eine schlüssige Antwort bekommen.

    • In den USA verwenden sie nahezu überall zur Auszählung spezielle Stimmzettel-Scanner. Die Dinger fetzen Wahlzettel in Rekordtempo durch und sind so eine Art Kompromiss in Sachen Überprüfbarkeit, denn man kann das Ergebnis sowohl stichprobenartig als auch wenn nötig komplett manuell (kommt beides in der Praxis vor, je nach Bundesstaat und je nachdem wie knapp es ist und ob jemand eine Nachzählung anfordert) überprüfen. Mit diesen Scannern ist eine Auszählung der Präsenzstimmen normalerweise am Wahlabend kein großes Problem, selbst dann nicht, wenn – wie in den USA gang und gäbe – auf dem Wahlzettel neben der “Hauptwahl” (z.B. des Präsidenten und der Senatoren) noch dutzende von Propositions mit obskuren Namen und Themen zur Wahl stehen.

      Das Problem sind die Briefwahlstimmen, und bei denen kommt man mit Wahlcomputern genau nirgendwo hin. Das, was so lange in der Auszählung gebraucht hat in dieser Jahrhundertwahl, waren auch ausschließlich die Briefwahlstimmen, nicht die Präsenzstimmen. Nicht mal die angesprochenen Scanner helfen bei denen sonderlich weiter, denn das Kernproblem dabei ist nicht der Auswertungsprozess, sondern der Verifikationsprozess vorher, in dem der Wahlzettel in einem genau festgelegten Verfahren von mindestens zwei Anwesenden der großen Parteien aus zwei Umschlägen herausgeschält werden muss, dabei müssen je nach Bundesstaat diverse Schritte durchlaufen werden, z.B. eine Unterschrift geprüft, ein kleines aus einem Umschlag heraushängendes Zettelchen abgerissen und archiviert, der Wähler in einem Wahlverzeichnis gesucht und abgehakt, der Zettel auf Manipulation geprüft…usw., alles von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden, aber mit dem gemeinsamen Nenner “frisst Zeit, ist kompliziert, ist kaum automatisierbar”.

  11. Ich habe doch ausdrücklich geschrieben, was besser werden soll: leichtere und schnellere Auszählung. Man muss in den meisten Bezirken eben nur noch eine Stichprobe von Hand zählen statt alle Zettel.
    Das ist doch ein konkreter Vorteil. Meinetwegen kann man sagen, dass er die Nachteile nicht aufwiegt, aber er existiert zumindest.

    • Warum soll das ein “konkreter Vorteil” sein? Was ändert sich an der Wahl, wenn sie schneller ausgezählt wird? Was fügt das dem demokratischen Prozess zu? Wo wird die Wahl “wahrer” oder “besser” durch eine schnellere Auszählung?

      In meinen Augen sind Vorteile: transparente Prozesse, die maximale Akzeptanz schaffen und verhindern, dass das Ergebnis angezweifelt wird.

      Bis ein neuer Präsident in den USA vereidigt wird vergehen zwei Monate. Derzeit wird mehr Zeit damit vergeudet, das Ergebnis anzufechten und es wird jedes noch so Detail hervorgezogen, dass auch nur irgendwie den Glauben an einen ordnungsgemäßen Ablauf erschüttern könnte. Wäre es anders gelaufen, wenn in Pennsylvania die Wahl zwei Tage schneller ausgezählt worden wäre? Das bezweifele ich doch stark.

      Entscheidend ist das Ergebnis und dass alle sagen: “Ja, so wie das abgelaufen ist zweifeln wir dieses Ergebnis nicht an”.

  12. Bezüglich der Meldung von Ergebnissen in der CWA: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es dem Nutzer sehr leicht gemacht wird, die Verknüpfung zwischen App und Test via QR-Code zu vermasseln. Es handelt sich um eine unheilige Allianz zwischen Murphy’s Law und Nudging:

    1. Man bekommt zwei Zettel, einen mit einem funktionierenden code und einen mit einem code der nicht funktioniert (Murphy’s law)
    2. Den funktionierenden Zettel muss man nach kurzer Zeit abgeben und darf nur den nicht funktionierenden Zettel mit nach Hause nehmen. (Nudging)
    3. Auf dem nicht funktionierenden Zettel steht “Bitte scannen sie diesen Code”. (Ist das noch Nudging oder nicht mehr subtil genug?)

    Im Nachhinein war mir dann klar, dass der nicht funktionierende Code nur ein Beispiel sein sollte, aber da war es schon zu spät, da der andere Zettel weg war. Zum Glück bekam ich das negative Ergebnis noch zusätzlich per SMS.

    Meht Details und ein Beispiel für die Zettel findet ihr im Github Issue dazu.

    • Nach einem Update der App hat es jetzt funktioniert. Es ist also in der Tat sinnvoll umgesetzt und beide QR codes können genutzt werden um sich für das Ergebnis zu registrieren.

  13. Ich stimme euch zu, dass Jebsen ein Corona-Leugner ist und man die Unruhestifter, die versuchen die Krise für ihre Zwecke auszunutzen, irgendwie zügeln muss.

    Leider verlinkt ihr auf belltower-news, ein neues Outlet der Annette Kahane-Stiftung, die früher Stasi-Mitarbeiterin war. Amadeo Antonio – schon klar. Euch hätte auffallen können, dass der Artikel sehr tendenziös ist. Wäre z.B. erwähnt worden, dass der Empfänger der “antisemitischen” Email Hendrik Broder war, der sehr ähnlich tickt wie Ken Jebsen (neurechter Spinner, aber eben in der Israellobby), hätten die Alarmglocken läuten können. Damit ist das Bild nicht so schwarz und weiß, wie es vielen Zuhörern erscheinen mag. Es gibt viel grau.

    Jebsen hat viele Kritiker israelischer Politik interviewt, die sich für die Rechte der Palestinenser einsetzen, die rechtsradikale Regierung oder eben die Zionisten kritisieren, z.B. Rolf Verleger, ehemaliges Mitglied des Zentralrates der Juden, oder Evelyn Hecht-Galinski, Tochter eines Holocaust-Überlebenden. Er hat auch Prof. Moshe Zuckermann interviewt:

    https://www.youtube.com/results?search_query=moshe+zuckermann

    Wohlgemerkt, diese Interviewten haben sich nicht über Antisemitismus von Ken Jebsen beschwert. Wenn ihr Ken Jebsen Antisemitismus vorwerft, folgt ihr quasi der neuen Definition von Antisemitismus:

    https://electronicintifada.net/content/watch-film-israel-lobby-didnt-want-you-see/25876

    https://www.heise.de/tp/features/Genau-wann-ist-Israelkritik-antisemitisch-4624152.html

    Diese Regelung zensiert z.B. Prof. Moshe Zuckermann oder Prof. Norman Finkelstein oder die meisten Aktivisten, die sich für Rechte der Palestinenser einsetzen weltweit und auch in der wikipedia. Die meisten Juden, die nicht in Israel wohnen, sind Reformjuden und in USA ist eine Mehrheit der amerikanischen Juden gegen die Politik, die Israel betreibt. Über die Israellobby hat z.B. der angesehene Politologe Prof. John Mearsheimer ein Buch geschrieben:

    https://www.amazon.de/Israel-Lobby-U-S-Foreign-Policy/dp/0374531501/

    kenfm hat sich erst so richtig negativ verändert seit Ende 2019, was auch mit der Änderung der YT-Algos zusammenhängen dürfte. Ich spekuliere, da haben sie gemerkt, dass sie vom Algo belohnt werden, wenn sie wie Trump-News auftreten und damit ihre Reichweite vervielfachen können. Der Verlockung konnten sie nicht widerstehen. Danach luden sie Krall zum Interview oder Rainer Rupp verbreitete über kenfm Eike-Propaganda. Über Markus Krall und Degussa:

    https://www.youtube.com/user/AndreasKemper

    Es gab definitiv einen Kurswechsel und interne Konflikte. Es dürfte der gleiche Mechanismus sein, wenn Medien in ihre Headline “Trump” schreiben, um mehr Klicks zu bekommen. Das machen eben fast alle. Im Laufe des letzten Jahres haben sich Linke wie Pedram Shayar und Prinz Chaos von kenfm verabschiedet. Habt ihr die nicht wahrgenommen? Shayar und Staiger haben einen guten YT-Kanal, der zu wenige Zuschauer hat:

    https://www.youtube.com/channel/UC7DSgzPnJO5Nb6jXv0jco0w

    Diese negative Veränderung von kenfm wird von manchen langjährigen Gegnern benutzt, um ihre alten Vorwürfe zu erneuern, die damals genauso wie heute nicht unbedingt zutreffend waren.

    Ich habe jedenfalls lange Jahre Interviews von Ken Jebsen angeschaut, weil ich durch sie sehr interessante Menschen kennenlernte. Dafür sah ich über seine persönlichen Schwächen hinweg. Niemand muss sich seine konfusen Reden anhören und meiner Meinung nach ist er ein sehr schlechter Redner. Man muss auch sehen, dass es bei ihm eine Entwicklung gab, die sich in den letzten Monaten erst so zum Schlechten beschleunigt hat. Insgesamt dürfte auch seine Zeit in der Walldorfschlule prägende gewesen sein und dass er eben mit Naturwissenschaften nicht klar kommt.

    Insgesamt finde ich die Sperren in Ordnung und überfällig. Es hat nicht nur Jebsen getroffen, sondern noch eine Menge schlimmere Hetzer, meist aus dem rechten Spektrum um AfD oder schlimmer, z.b. Hagen Prell mit seinem grandiosen supersicheren Webprojekt, Oliver Janich usw. Das sind Internetbettler, die von den Almosen ihrer Anhänger leben, die sich dafür belügen und betrügen lassen.

    Auch nuoviso, üble rechte Esoteriker, wurden wohl diesmal wirklich gesperrt. Dass sich Ken Jebsen von denen nie distanzieren wollte, war für mich immer ein Warnsignal. Jedenfalls spielte Jebsen lange auf beiden Seiten und das ist nun vorbei. Dadurch wird es auch bei den Linken etwas einsamer, genauso wie in USA, wo klar wird, wer von den Biden-Anhängern eigentlich links ist – nämlich praktisch niemand. Soweit sind die allermeisten dieser Wähler geistig nicht.

    Die Nummer von Jebsen mit der Eigenwerbung, von wegen schrecklich zensiert, gab es übrigens auch schon von nuoviso zu bewundern im Sommer 2019 oder eben Hagen Prell usw. Nuoviso behaupteten, dass sie von der NATO gesperrt worden wären, während einer kurzen Sperre seitens Youtube. Als ich sie nach Beweisen fragte, kamen nie welche, weil sie natürlich keine hatten für ihre überzogene Behauptung. Bettelei und Betrug auf Youtube ist ein riesiges Probleme.

    Mittlerweile machen solche Abzockerkanäle auf YT Trailer für ihre Inhalte, die sie dann auf andere Plattformen stellen, die aber zum Glück oft so laggen, dass sie damit kaum ihre Zuschauer halten können.

    Ich sah das Treiben vieler rechter YT-Kanäle schon lange fassungslos und fragte mich, warum da nichts passiert? Insgesamt sehe ich “Zensur” nicht so kritisch. Die Alternative wäre quasi ein Team von Polizeiermittlern gewesen, das denen immer hinterher räumt. So tief wie der Sumpf mittlerweile ist, bräuchte man dazu eine gigantische Behörde und die existierenden Behörden zeigen ständig, dass sie ihren Aufgaben nicht gewachsen sind.

    Das Problem von YT ist natürlich das Geschäftsmodell, nämlich Big Data, Überwachungskapitalismus und Geld verdienen mit Werbung.

    Ein Negativbeispiel dafür ist JP Performance. Der kriegt auch Millionen Klicks. Der wird nie gesperrt werden wegen zu kritischer politischer Inhalte. Im Gegenteil! Und doch steuert er nicht nur mit seinem Dauergrinsen dazu bei, dass sich die Klimaerwärmung verschlimmert: Er ist ein verkappter Lobbyist der Autoindustrie und zwar der schlimmsten Elemente davon.

    Auch die Bundeswehr mit ihrem Werbekanal auf YT wird nicht gesperrt werden. So dürfen sie also für Krieg Werbung machen und diese Werbung ist auch noch politisch.

    Hier noch ein paar Youtube-Kanäle, die ich mit einer Mischung aus Faszination und Entsetzen manchmal anschaue:

    Von dem kriegt ihr Manieren beigebracht und lernt wie man reich wird:

    https://www.youtube.com/channel/UCrl3m6hXSCJUZIZd0cK6w4A

    vorbestrafter Verbrecher und Junkie, der gerade an seinem Comeback arbeitet:

    https://www.youtube.com/channel/UC9Iq-yi4q3lsnSEXltzpqcQ

    Beschäftigt euch mal damit, wieviel Geld der macht mit Machogehabe und gewaltverherrlichenden Videospielen:

    https://www.youtube.com/c/DrDisRespect/videos

    und es geht natürlich immer noch schlimmer:

    https://www.youtube.com/user/FPSRussia/videos

    Es ist also so:

    Einige störende Elemente werden entfernt, oft berechtigt, weil sie den sozialen Frieden gefährden mit Falschinformationen und verletzliche Menschen betrügen, aber grundlegend bleibt alles gleich mit den unsozialen Medien und ihrem Geschäftsmodell, was letztlich eine Unterabteilung des Kapitalismus ist.

    Ihr interessiert euch doch für whistleblower, oder?

    Aaron Mate bietet euch ein paar Perspektiven, wie sie bei deutschen (links)liberalen Medien, die ihr auch gerne lest und zitiert, nicht geboten werden.

    https://www.youtube.com/results?search_query=aaron+mate+opcw+whistleblower

    Dagegen fand sich heute bei SPON folgender Beitrag:

    https://www.spiegel.de/politik/ausland/chemiewaffenangriffe-in-syrien-menschen-lagen-wie-ameisen-auf-dem-boden-a-9387543e-7d57-4205-9918-312fceb045a0

    Die Deutsche Welle meint, die Angriffe seien echt gewesen und darüber sollen nun deutsche Gerichte urteilen. Zeitgleich kann die Bundesregierung immer noch nicht sagen, ob die Türkei illegal in Afrin ist, wer die Kriegsparteien in Jemen sind, die deutsche Firmen möglicherweise beliefern oder was gerade in Berg-Karabach passiert.

    Aus Australien schaffte es ein weiterer whistleblower in unseren transatlantischen Nachrichtenstrom:

    Military Whistleblower Exposes Australian War Crimes in Afghanistan – activism munich

    https://www.youtube.com/watch?v=OxJ9eVF-c2w

    Er soll natürlich, wenn es nach der australischen Regierung geht, verurteilt werden in seinem kommenden Prozess unter Ausschluß der Öffentlichkeit.

    Im Prinzip könntet ihr ein Segment machen, das eure Hörer regelmäßig über Leaks und whistleblower updatet. Ihr macht das schon in gewisser Weise seit langem, aber vielleicht noch prägnanter jede Woche Nachrichten aus der Welt der Leaks und whistleblower. Nicht alle, die sich dafür ausgeben, sind welche. Leaks und whistleblower sind wichtig als Kontrollmechanismus, da sind wir uns einig.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.