LNP380 Werkzeug der Aufklärung

Feedback — Urheberrechtsreform — Hatespeech — Clubhouse — Termine

Auch in der heutigen Sendung begrüßen wir wieder eine Gast: Julia Reda ist wieder einmal zu uns gestossen und wir besprechen mir ihr ausführlich, wie es um die Umsetzung der europäischen Urheberrechts-Richtlinie in Deutschland so steht. Spoiler: nicht so geil. Dazu diskutieren wir noch ausführlich über Hatespeech und haben eine Menge Feedback am Start.

Dauer: 1:45:19

On Air
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Feedback

DSGVO-Ersuchen an Clearview.AI

Eingeschränkte Möglichkeiten von Lehrerinnen

“Handelsstopp” bei robinhood und co

Shorten als Marktverzerrung

Impterminvergabe per Eventim

Linux in der Verwaltung

(Kommentar kam per Mail)

Urheberrechtsreform

Hintergründe

Hatespeech

Hamburger LfDI verlangt Auskunft von Clubhouse

Termine

Bonus “Track”

34 Gedanken zu „LNP380 Werkzeug der Aufklärung

  1. Viele Grüße euch dreien!
    Soviel Versöhnlichkeit und Empathie mit LuL hätte ich Linus bei der Schärfe, die in den Kommentaren durchschien gar nicht zugetraut. Chapeau, dass ihr das geradegerückt habt – und wie ich gerade gestern von den BelWue-Leuten in Stuttgart gehört habe, scheint die Community der Moodle- und BBB Admins mittlerweile auch gut über die Bundesländer hinweg vernetzt zu sein, so dass bei Skalierungsproblemen mit diesen quelloffnene Systemen das Rad nicht überall immer wieder neu erfunden werden muss.
    Es steht zu hoffen, dass die Politik jetzt auch dauerhaft die Mittel bereitstellt, das engagierte Nerds bei den landeseigenen Hochschulprovidern den Schulen dauerhaft unter die Arme greifen können und damit proprietäre Lösungen mit der Zeit einfach überflüssig machen.
    Wie wäre es, wenn ihr beim nächsten Hackathon oder C3C mal eine Contribution für BigBlueButton oder Moodle auslobt, damit wir dann in unseren Meetings auf dem Gruppenwhiteboard auch mal einen Radierer, eine Wiederherstellentaste oder gar eine Speichermöglichkeit für die gemeinsam bearbeitete Tafel bekommen…? :-)

    • Das ist aber nett von dir Pauker dass du uns beim nächsten Event einen Anreiz für Digitaleschule-Software-Contributions organisierst :-P

      • Wenn du mir erklärst, wie man das als Voll-Laie, dessen Coding Fähigkeiten schon beim Ertüchtigen der Tochter für gymnasiales Javascript enden, machen kann – dann mache ich das ;-)
        In Karlsruhe waren ja schon so Events von euch im ZKM

  2. Kann mir nochmal jemand plausibel erklären, warum ich das Hebeln und Shorten nicht unterbinden kann. In den Brokern dürfte das überhaupt kein Problem sein. Wenn ich für das Shorten von einer anderen Bank Geld leihe kann das doch genauso durch Kapitmarktkontrollen unterbunden werden. Als Hartz4-Empfänger muss ich theoretisch Eingänge von niedrigen Eurobeträgen legitimieren könne und als Ottonormalverbraucher wird mein Konto gesperrt wenn ich Beträge über 1000 EUR überweise. Ohne Nachweise geht dann gar nix mehr. Warum soll das in diesem Fall nicht gehen? Wenn Akteure verfolgt und bestraft werden, wird das keine großes Problem mehr sein und präventiv wirken. Beim Shorten genauso. Im Prinzip kann ich das also schon verbieten und habe eine höhere Stabilität.

    Mir ist auch nicht klar welche positive Funktionen jenseits davon Shorten an der Börse haben könnte. Es geht doch nur ums zocken, oder?

    • Es geht nicht ums Zocken, es geht um Preisfindung. Es geht darum, den Wert von Unternehmen zu ermitteln, und um einen möglichst realistischen Wert (d.h. eine möglichst gute Abbildung der kollektiven Meinung aller am Markt beteiligten Personen) zu erhalten, müssen Anleger in der Lage sein, sowohl positive als auch negative Signale geben zu können, und zwar idealerweise gleich “einfach”, denn sonst verzerren schon allein die einseitigen Handelsmöglichkeiten den Markt und somit die Preisfindung (wie wir btw gerade bei GameStop gesehen haben: wenn man einem Teil der Teilnehmer verbietet, Aktien zu kaufen, gehen sie in den Keller). Positive Signale gibt man durch Kauf von Aktien. Negative durch Verkauf. Jetzt herrscht hier aber ein Ungleichgewicht: kaufen kann jeder, der Geld hat, und Geld kann man sich leihen. Verkaufen können nur die Besitzer der Aktien. Außer, man leiht sich die Aktien und verkauft die…tada: ein Short!

      Geht das eine, muss auch das andere gehen, sonst ist die Marktverzerrung vorgezeichnet. Shorten ließe sich durchaus verbieten, da die Herkunft von gehandelten Aktien verhältnismäßig einfach nachvollziehbar ist, da es sich um ein geschlossenes System rein elektronischer Übertragungen handelt. Aktien mit Kredit zu kaufen ist nicht unterbindbar, ohne das Geldsystem radikal umzugestalten: kein Bargeld mehr, zusätzlich eine Art “Herkunftsinfo” die irgendwie bei Überweisungen immer mitgeschleppt werden müsste (sonst schiebe ich Kreditgeld einfach ein paar Mal im Kreis und es ist “sauber”). Und selbst dann blieben noch riesige, prinzipiell kaum praktikabel zu stopfende Lücken: was ist, wenn ich mit Kreditgeld irgendwas (zum Schein) kaufe und der Verkäufer (bei dem dieses Geld das “Kredit”-Flag verlieren muss, denn in seiner Welt hat er was verkauft und keinen Kredit aufgenommen) kurze Zeit später von mir das Ding zum selnen Preis zurückkauft? Das ginge alles selbst über die kühnsten Fantasien der Fans totalitärer Finanzsysteme hinaus, was man da auffahren müsste, nur um die Grundlagen zu schaffen, um einen Kauf von Aktien mit geliehenem Geld verfolgbar zu machen.

      Ich bin übrigens “Ottonormalverbraucher” und ich schiebe problemlos Beträge von weit über 1000€ per Überweisung von Konto zu Konto, wenn es sein muss auch mehrmals pro Woche, ohne dass mich jemand irgendwas dazu fragt oder irgendwelche Nachweise verlangt. Dass es Sperrungen bei derartigen Beträgen gäbe halte ich für groben Unfug – die monatliche Mietzahlung vieler “Ottonormalverbraucher” dürfte diesen Betrag ja schon sprengen, entsperren die also jeden Monat ihr Konto?
      Außer natürlich man richtet sich so ein Limit absichtlich bei seiner Bank als Sicherheit für den Fall einer Phishing-Attacke ein, aber das hat dann nix mit Kapitalmarktkontrollen zu tun.

      Auch ist ein Hartz-4-Empfänger nicht gerade das Musterbeispiel, das man auf alle Bürger ausweiten sollte – genausowenig wie ein säumiger Schuldner, der in der Vollstreckung gelandet ist und eine Pfändung auf seinem Konto laufen hat. Menschen, die vollständig eigenverantwortlich mit ihrem selbst verdienten Geld hantieren und Forderungen stets korrekt nachkommen haben einen nachvollziehbar größeren Anspruch auf freien Umgang mit diesem Geld.

      • Sorry, bei den 1000EUR habe ich eine Null vergessen. Das kann durchaus schnell zum Problem werden.

        Ansonsten halte ich die Argumentation für wenig überzeugend. Es geht gleichzeitig ums Zocken und um Preisfindung. Shorten ist Teil der Preisfindung, solange wir neutral einen ökonomischen Prozess beschreiben wollen in dem Shorts möglich sind (obwohl er damit auch nicht wirklich beschrieben ist, dann die Preisfindung ist vor allem von Marknarrativen abhängig, die von deutlichen Machtverhältnissen und damit von Machtasymmetrien der Marktteilnehmer geprägt sind).
        Ob Shorten Teil der Preisfindung sein soll oder muss ist eine ganz andere Frage, die im Prinzip gar nicht beantwortet wird. Regulierer und Ökonomen sahen das historisch unterschiedlich und das ist auch heute noch so. Das ist eher ein Frage der historisch-ökonomischen Situation und der Weltanschauung. Dass es ohne Shorten eine Verzerrung gibt, ist dabei auch eher ein grundlegendes Werturteil als eine ökonmische Analyse, die Vor- und Nachteile von Leerverkäfuen in einer spzefischen Situation (z.B. in einer weltweiten Krise etc.) abwägt. Wenn das eine geht, muss auch das andere gehen halte ich ökonomisch für ein schwaches und nachrangiges Argument. Es kann einem Hedgefond also durchaus ums Zocken bzw. um möglichst hohe Gewinne gehen. Mit einer möglichst neutralen Beschreibung wird das dann argumentativ begründet, obwohl das Modell nur dazu taugt einen Prozess zu beschreiben und nicht ihn zu legitimieren – als moderne unsichtbare Hand. Adam Smith hat diese Metapher letztlich dazu benutzt um die Ausbeutung von Kindern in Fabriken zu rechtfertigen, da es am Ende dem Gemeinwohl diene, wenn man den gesamte ökonomische Prozess betrachte.

        Die Bewertung der weiteren Aussagen, etwa über ökonomisch benachteiligte Menschen überlasse ich den Leserinnen und Lesern.

  3. Als jemand der seit jahren immer wieder mitbekommt wie Bauantäge, Flächennutzungspläne und Baubürokratie im allgemeinen jegliche eigeninitiative auf dem Land aufs übelste behindern oder gar verunmöglichen, ist euer Bonustrack von heute das Beste was ich zu dem Thema seit langem gehört habe. Wenn die ganze Situation nicht so traurig wäre könnte ich noch viel herzlicher lachen. Horizonte über Horizonte. Wo kommt der track eigentlich her?

    • Ich hatte selbst eine Auseinandersetzung mit dem Bauamt über eine Nutzung im Außenbereich. Ich habe einen Bekannten, der eine solche Auseinandersetzung geführt hat. Und ich habe einem Kfz-Schlosser einen landschaftspflegerischen Begleitplan für eine Werkstatt im Außenbereich geschrieben. Insofern ist mir klar, dass (und warum) Leute, deren Projekte betroffen sind, die bestehenden Regelungen unfair finden.

      Die Unterscheidung zwischen Innenbereich und Außenbereich ist aber grundlegend im Baurecht. Für beide gelten unterschiedliche Regeln. Dazu gehört die Eingriffsregelung im Außenbereich, die zu Vermeidung und Ausgleich verpflichtet wo die Schutzgüter Landschaftsbild und Naturhaushalt betroffen sind. Und das ist eine ganz wichtige Errungenschaft unseres Naturschutzrechts, die ich keinesfalls missen möchte.

      Alle komplexen Probleme haben eine einfache und, tja, falsche Lösung. Hier nur auf die vermeintlich unsinnige Bürokratie einzudreschen greift ganz, ganz kurz … just saying. :)

      • Ging mir auch so. Nur weil er ein Macher ist und Geld sparen will soll aus dem Bauerhof jetzt ein Industriebetrieb werden. Bin ganz froh das man sowas nicht einfach machen kann.

  4. Zum Hass im Netz
    Ich glaube, es sind leider doch auch Ideen, die hier wirken. (Auch wenn es hilfreich sein mag mit deinem geschätzten Zitat Linus, Hass im Netz als bemitleidenswerte Handlung zu entlarven. Das ist sie natürlich trotzdem.)
    Auf Attacken verschiedenster Art auf Gruppen oder einzelne Personen und diejenigen, die sie ausführen – und den entsprechenden Hass – lässt sich das Zitat schon anwenden finde ich, aber den Agitatoren, die diesen Hass schüren und nutzen kann man das weniger nachsagen: die agieren ja sehr gezielt mit Ideen als Motivation (z.B. bestehende Privilegien und Machtstrukturen aufrecht zu erhalten oder auszubauen) und der Hass den sie schüren ist für sie ein wichtiges Werkzeug diese Ideen umzusetzen. Gegen wen sich dieser im einzelnen richtet ist denen egal. Das sind mal Juden, dann Muslime, “die Ausländer”, Lübcke oder wer grade ein gutes Ziel ist.

    Die Idee dahinter ist doch: es müssen irgendwie bestehende Ängste oder Unzufriedenheiten (z.B. Existenzängste, wie begründet die sind ist egal) in eine völlig von den Ursachen getrennte Richtung gelenkt werden, gegen die man verspricht etwas zu unternehmen. Das scheint einfach immer wieder zu funktionieren und ist glaube ich etwas, das mehr Aufklärung braucht. Insbesondere derjenigen, deren Ängste ausgenutzt und deren Hass geschürt wird.
    Die Opfer des Hasses sind – wie im rechten Spektrum aus diesem Grund öfter – “nur” Kollateralschaden. Sie werden entmenschlicht, um Empathie zu vermeiden und können so bedroht, ermordet, misshandelt oder gepushbackt werden. Sie werden zum Mittel. Der Hass ist der Zweck. Und dieser wiederum ist das Mittel zum erreichen (politischer) Ziele oder Ideen.

    Ich finde es gut dass du, Linus, diese Strategie lächerlich zu machen versuchst mit der Anwendung deines Lieblingszitats. Ich glaube das ist ein hilfreicher Teil einer Strategie dagegen. Ich glaube aber auch, das Schüren von Hass als Idee und Strategie zu benennen und zu entlarven, ist ebenfalls wichtig. Um vielleicht diejenigen zu erreichen, die darauf reinfallen und zu Handlangern der Aufstachler, zu Tätern werden und – wie ich glaube auch İdil* es gesehen hat – sich auch selbst schaden und verletzen, indem sie anderen Schlimmes antun.

    Danke euch für die Sendung :)

    *wann kommt die eigentlich mal wieder!!? :D

  5. …und ich schließe mich Daniel an: vielen Dank für den Bonus-“Track”!! Hab grade die Doku gesehen. Die Stelle die ihr rausgeschnitten habt ist wirklich sehr schön! …frustrierend. Habe immer noch nicht herausgefunden, wozu wir diese Bürokratie eigentlich brauchen… gab es da nicht diese Theorie, dass sie sich selbst erhält…

    HAHAHA! das erste Ergebnis das mir duckduckgo liefert bei “bürokratie selbsterhalt” führt zu folgender Definition von Bürokratie:

    “Bürokratie verständlich & knapp definiert
    Organisationsform von Staaten oder Unternehmen, die der Rationalisierung und Optimierung von Verwaltungsaufgaben dient.” [1]

    …nee is klar!

    [1] https://www.rechnungswesen-verstehen.de/lexikon/buerokratie.php

  6. Was das Stellen der Arbeitsmittel für Lehrer angeht ist Linus aber doch recht optimistisch. Da es in meinem Bekanntenkreis Lehrer aus verschiedenen Bundesländern und Schularten gibt, weiß ich, dass es alles andere als selbstverständlich ist, dass der Schulträger Kreide zur Verfügung stellt.

  7. Feedback zu Hatespeech.
    Simplicissimus hat ein gutes Video Namens “RTL Exposed: Wenn man Kinder wie Hunde behandelt” veröffentlicht. Dies ist wie gewöhnt gut und sachlich.
    https://www.youtube.com/watch?v=iz5ADI4glnY

    Trotzdessen und obwohl es nie die Absicht war gab es einen riesen Shitstorm.
    Hier ein Update Video dazu:
    https://www.youtube.com/watch?v=RYsdZ7oXZfs

    Dies zeigt, obwohl es oft nicht gewollt ist kann eine Berichterstattung sich leider auch leider zu einer persönlichen Sache entwickeln.

  8. Ein Punkt, der sich eher nicht *direkt* auf eines der Thema bezieht, moechte ich doch mal anmerken. Auch, da Linus eine entsprechende Vorlage liefert (bei 1:33:40): “Zeigt auch so’n bisschen wie schwach dann doch die Möglichkeiten der Durchsetzung sind.”

    Das ist ein Punkt, den ich immens wichtig finde. Natuerlich hat mal als Kunde/User Rechte. Die kannst du oft aber kaum durchetzen. Ich habe in den letzten Monaten bei diversen Anbietern maximal frustrierende Erfahrungen gemacht. Die Frage an Google, nach einem Opt-Out fuer Kundenumfragen, wurde nach etwa 9 Monaten durch die Rechtsabteilung beantwortet. Wobei beantwortet hier eine blumige Umschreibung fuer “drumherum geredet” meint.

    Eine Anfrage nach meinen Daten bei Amazon, nach Loeschung meines Accounts, glich dem “Passierschein A 38”-Szenario bei Asterix und Obelix. Mal wirst du darauf verwiesen, dass du deine Daten bei Amazon herunterladen kannst (geht natuerlich nur *mit* Account) und dann schreibt man, dass man sich kuemmert und verweist auf eine weitere Stelle, die wiederrum an den Support verweist, der dich dann wieder auf die Auskunftsmoeglichkeit auf der Webseite verweist.

    In mehreren Faellen habe ich dann versucht eine Veschwerde bei den zustaendigen Datenschutzbeauftragten einzureichen. Hier wartest du dann Wochen bis Monate, bis man dich entweder nach Irland (Google) oder Luxemburg (Amazon) verweist oder es einfach zu keinem Ergebnis kommt.

    Und was nun? Jetzt kannst du das Spiel weiter treiben, dich mit Irland/Luxemburg/Whatever in Kontakt setzen und im Zweifel ignoriert man dich einfach. Natuerlich nicht, ohne in den doch mal eintreffenden Mails darauf hinzuweisen, wie wichtig man als Kunde doch ist. Was machst du dann? Wer faengt denn dann eine Klage an? Ja gut, Max Schrems. Aber wenn du kein Jurist bist oder vielleicht einfach nur Jemand bist, der die Technik nutzt, ohne sie im Grunde zu verstehen, dann bist du hier fertig.

    Will damit sagen, dass Unternehmen durchaus auch mal geltendes Recht entspannter auslegen koennen, so lange sich Niemand beschwert. Und wenn sich Jemand die Muehe macht eine Beschwerde durchzuziehen, dass hat man dort eine komplette Rechtsabetilung, die dich dann auch Monate oder Jahrelang beschaeftig. Fuer uns, als Benutzer, gibt es einfach keinen Hebel geltendes Recht effizient einzufordern oder gar durchzusetzen.

  9. Es war ein toller Podcast! Ich fand besonders gut das Ihr der Thematik Hass im Netz einen Sendeplatz gegeben habt und das Ihr zu einem der Aktoren auf Twitter eine Bewertung geben habt. Das hat mir wirklich gefallen und ich habe sehr gespannt zugehört.

  10. Zum Hass im Netz im Allgemeinen und den Mitarbeitenden der Welt im Besondern.

    Vorweg sei erinnert, Rainer Meyer war bei der FAZ durch Schirrmacher und wurde von ihm auch dort gehalten. Mit Meyers Texten bin ich nicht im Detail vertraut, habe aber den Eindruck, er ist nicht “schlimmer geworden”, seit seinem Wechsel zu Welt.

    Was hat Schirrmacher dazu bewogen, ihn zu halten? Hier kann man nur spekulieren, Meyer ist aber offensichtlich ein guter Antreiber von sogenannten „Feuilleton-Debatten“, bei denen eine „grelle Rhetorik“ wohl einen Teil des „Unterhaltungswert“ darstellt (1). Die damit verbundene Steigerung von Aufmerksamkeit und damit verbunden der Reichweite dürfte auch Meyers Wert für die Welt darstellen.

    Zwischenzeitlich gibt es aber andere Lesende dieser „Feuilleton-Debatten“. Früher waren die Leser, die Abonnenten von FAZ, Zeit, Süddeutscher, usw. Die schränkte den Kreis der Lesenden alleine durch die Bereitschaft dafür entsprechend Einkommen und Zeit aufzuwenden ein. Heute haben wir – dem Internet sei dank – eine viel größere Reichweite für das, was früher eine „Feuilleton-Debatten“ war.

    Mit dieser größeren Reichweite funktioniert die „Feuilleton-Debatte“ mit ihrer „grelle Rhetorik“ aber nicht mehr. Es gibt jetzt Lesende, die aus den Texten Handlungsanweisungen für sich ableiten und die in den Debatten genannten (“markierte”) Personen bedrohen. Darauf müssen Me­di­en­schaf­fen­de eine Antwort finden, selbst mache ich glücklicherweise nichts mit Medien. ;-)

    Ob Meyer jetzt bewusst diese neuen Leser bedient, kann ich nicht sagen. Der Eindruck drängt sich mir aber auf. Ich denke das beste Mittel, welches mir – als nicht direkt betroffenen Person – dabei zur Verfügung steht, ist das Ignorieren. Ignorieren in dem Sinn, sich nicht auf die „Feuilleton-Debatte“(2) mit „greller Rhetorik“ einzulassen und damit Meyer und der Welt Aufmerksamkeit und damit Reichweite zu generieren.

    tl;dr — don’t feed the troll gilt immer noch

    (1) https://www.deutschlandfunkkultur.de/abbildung-der-geistigen-gegenwart-zur-funktion-des-genres.976.de.html?dram:article_id=351214
    (2) die Tiefe vieler Debatten im Feuilleton ist ein weiteres Thema, würde aber den Rahmen sprengen

    • Brunos Kommentar trifft es gut!

      Um mehr Licht ins Dunkel zu bringen (Absicht, Motive) habe ich einen Vorschlag: versucht doch mal, ein Gespräch mit Rainer Meyer zu dem Thema zu bekommen! Muss ja nicht gleich eine ganze Sendung sein, ein Teil reicht ja.

      Warum? Ihr habt zwar durchaus treffend die Seite beleuchtet, auf der Negatives von Rainer Meyer ausgeht und dem ist in weiten Teilen zuzustimmen. Aber erfahrungsgemäß gibt es auch immer „die andere Seite der Medaille”. Die würde ich gerne mal hören – mit euch in einem zivilisierten Dialog!

      Vielleicht kann LNP so auch einen Beitrag leisten, dass sich mal was ändert und die Situation besser wird! Wenn sich beide Seiten nur weiter mit Schmutz bewerfen, wird es nämlich meist nur schlimmer.

  11. Das war mal wieder Interessant, besonders der Teil über meinen Namensvetter und der Bonustrack.

    Ich habe mir im Anschluss die Reportage angesehen. Das war interessant, aber eigentlich das Thema nicht mal angerissen.

    Ich würde mich freuen, wenn Tim mal einen Podcast mit dem Wollenerd aus dem Bonustrack machen könnte. Der schien sich da gut auszukennen und hätte mit Sicherheit das Potential zu einem guten Interviewpartner. Allein schon wie und wo er an diese Maschine aus China gekommen ist.

    Und vielleicht stellt das ja Herrn Benneckes Standpunkt, Nutzviehhaltung sei immer falsch, insoweit in Frage, das Nutzviehhaltung auch anders und unter Umständen sinnvoll sein kann, um zum Beispiel, wie in diesem Fall, Kunstfasern und damit zukünftiges Mikroplastik zu vermeiden.

  12. Zu dem Feedback von Chantal möchte ich anmerken, dass sich ihre Hoffnung darauf weiter unter Linux arbeiten zu können vermutlich nicht erfüllen wird. Die aktuelle Koalitionsvereinbarung zwischen CDU und SPD liefert dazu:

    “Wir werden den in Niedersachsen bislang Linux-basierten Verfahrensbetrieb aufgeben, mit dem Ziel, auf diesem Weg die
    länderübergreifende Zusammenarbeit zu erleichtern und den Aufwand in
    Programmierung und Verfahrensbetreuung zu reduzieren.” (Zeile 3453 von https://cdu-niedersachsen.de/wp-content/uploads/2017/11/11-16_Koalitionsvertrag_final.pdf)

    vgl. auch: https://heise.de/-4309953

    Es nützt also allein leider nichts, wenn Linux erfolgreich eingesetzt wird. Leider bekommt so das positiv gedachte Feedback von Chantal einen negativen Beigeschmack. Erstaunlich ist, dass die Migrationsinfo bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offensichtlich noch nicht angekommen ist.

    • Naja. Angekommen ist die Info natürlich schon bei mir. (über die Presse) Aber bisher gibt es keine Hinweise auf die Umsetzung und noch hoffe ich, dass es sich, wie so vieles, im Sande verläuft.

  13. Den Bonustrack halte ich doch eher für eine Medienkompetenzübung. Sicher mag ich mich da täuschen, aber mir sieht der Rant mehr nach einem geplanten PR-Stunt aus, mit der Absicht, “viral zu gehen” und den Bekanntheitsgrad der Marke zu steigern. Growth Hacking nennt sich sowas ja heutzutage und fällt damit zwar auch gewissermaßen in euer Metier, wird aber den üblen Geruch von Marketing-Gülle nicht los.

  14. Hallo zusammen, ihr seit eine große und wichtige Berreicherung meiner Medien, die ich lese bzw. höre, möchte eure Beiträge nicht missen. Danke.

  15. Hallo Leute,
    vielen Dank für den Top-Podcast den ich regelmäßig genießen darf. Ich hoffe ihr macht noch lange weiter. Bei Gelegenheit gibt es auch eine kleine Spende. Versprochen!
    Ich habe noch eine kleine Frage an die Community. Vor einiger Zeit (ich weiß leider nicht mehr wann oder in welchem Zusammenhang) habt ihr mal über ein Buch zum Thema Sprache bzw. Speichertechniken gesprochen. Weiß zufällig noch irgendjemand in welcher Folge das gewesen sein kann bzw. wie das Buch hieß?
    Danke schonmal :)

    • Hab ich wohl wieder Quatsch erzählt. Ich hab mal wieder Podcasts vermischt. Das kommt wohl davon, wenn mal alle möglichen Podcasts nachholen muss. Ich meinte übrigens “Der kleine Hey” von Julius Hey aus NSFW002. Spende gab es troztdem :P

  16. Ich war mir bei den ersten paar Minuten des Hass-im-Netz-Themas so sicher, dass das Thema wieder Clubhouse-Geshille ist. War ein richtig unangenehmes Gefühl. Guter Troll, Hut ab!

  17. Ich weiß, ich bin spät dran, aber vielleicht habe ich ja noch das Glück, dass jemand mitliest.
    Ich bin Lehrer und veröffentliche meine Lehrmaterialien generell unter einer CC-Lizenz. In den meisten Fällen geht das auch wunderbar, da ich der Urheber bin und auf gemeinfreie Grafiken zurückgreife.
    Allerdings möchte ich zur Auflockerung auch manchmal Memes erstellen und dabei auf bekannte Templates zurückgreifen (zum Beispiel so was: https://preview.redd.it/4u76zs43h8h61.jpg?width=960&auto=webp&s=1350698c0b0b846cc369eeacda9e15027812c227).
    Die Nutzung für den Unterricht ist in jedem Fall in Ordnung, allerdings weiß ich nicht, wie es mit einer Veröffentlichung, insbesondere unter einer CC-Lizenz ist.
    Weiß da zufällig jemand Bescheid?

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