LNP113 Cyber

Digitale Agenda — IT-Sicherheitsgesetz — Der BND spioniert — Julian Assange

Tim ist wieder da und wir steigen gleich ein mit einer Sendung voller Nicht-Nachrichten: die Digitale Agenda wird verkündet und bleibt schwammig, das ebenfalls mit angekündigte IT-Sicherheitsgesetz ist in seinen Zielsetzungen auch diffus und über allem bricht noch die Neuigkeit herein, dass der Auslandsnachrichtendienst Deutschlands tatsächlich im Ausland aktiv geworden ist. Shocking News. Aber auch Julian Assange bleibt irgendwie undeutlich, in dem er ankündigt, die Botschaft zu verlassen - bloss nicht wann und wie.

Dauer: 1:36:17

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Digitale Agenda

IT-Sicherheitsgesetz

Der BND kann das auch…

Assange wird bald die Botschaft verlassen, sagt aber nicht wie

27 Gedanken zu “LNP113 Cyber

  1. Einen Richter spricht man hierzulande nicht mit “Euer Ehren” an. Daran erkennt man bei Gericht den Film- und Fernsehfreund. Herr Vorsitzender ist die korrekte Anrede.

  2. Korrekte Selbsteinschätzung: langweilige Sendung mit viel Sommerloch-Atmo :-) Ist aber nicht schlimm, denn ihr seid ja sonst immer großartig!

  3. Man muss natürlich im Sinne des Aktivismus und des demokratischen Prozesses natürlich prinzipiell weiterhin so tun, als wären Initiativen wie diese “Digitale Agenda” in irgend einer Form ernst zu nehmen – schon alleine, um die bullshit-Flut so gut es geht und so lange wie möglich einzudämmen.

    Aber wir sollten uns sehr klar bewusst sein, dass von dieser Regierungsmafia nichts anderes als die systematische Abschaffung der Bürgerrechte bzw. der Ausverkauf der Bürgerinteressen zugunsten privatwirtschaftlicher Akteure zu erwarten ist – so wie in jedem anderen Politikfeld eben auch. Das ist der einzige Inhalt und Zweck dieser “Agenda”. Hirnfreies inhaltsloses Gewäsch, außer wenn es um den Ausbau des Polizeistaats geht, da wird es plötzlich beängstigend konkret.

    Wie Tim schon sehr treffend sagte: Es ist immer das Gleiche. Und die dementen Massen werden auch 2017 wieder zur Wahl rennen und Mama Merkel wählen, so dass dieser intellektuelle Dauer-Horror auch letztlich sogar noch demokratisch legitimiert ist. Gegen systematische Verdummung gibt es in einer Demokratie halt leider keine Verteidigung.

    Es mag daher übertrieben dramatisch und hollywood-esk klingen, aber: Wir müssen uns auf einen Widerstand im digitalen (und analogen) “Untergrund” vorbereiten, jetzt intensiver und ernsthafter denn je. Lange dauerts nicht mehr.

    • Danke für den Link, sehr interessant.
      Nur unnötig, wie man auf der Telekom rumhackt. Wenn man den Staatsbetrieb privatisiert, darf man sich darüber halt nicht wundern.

  4. Fand es überhaupt nicht langweilig. Sehr schöne Spannungsbögen von Linus mit dem Anschein, dass er die heiße Luft ernst nimmt, um sie mit dem letzten Satz verzweifelt zu zerschlagen. Hab mehrfach laut lachen müssen. Höre Euren Podcast aber auch der Diskussionen wegen.

    Veröffentlichungen von Datenpannen finde ich wichtig. Was interessiert mich das Image irgend einer Firma, wenn die meine Daten nicht unter Kontrolle haben? Das sollte IMHO gesetzlich vorgeschrieben sein.

    Danke für den Podcast,

    F.

  5. 6Mbit auf dem Land von denen am Ende 3MBit auch wirklich ankommen, wären vielerorts Traumzustände. Ich sitze zwar an einem 6000er Anschluss, habe aber nicht mehr als 1Mbit down und 160kbit up. Telefonieren und eine bspw. eine google-Suche sollte man da nicht wirklich gleichzeitig machen wollen.
    Aber 2018 ist die Welt dann ja in Ordnung ;-)

  6. Jajaja, die guten alten Studierzeiten.
    Und mir haben sie im Einführungstreffen für Philosophiestudenten erzählt, “Ihr könnt es schaffen! Ihr könnt es schaffen in Regelstudienzeit* zu bleiben!”

    *Regelstudienzeit Bachelor = 6 Semester, inklusive Bachelorarbeit schreiben

  7. Also bei der wissenschaftlichen Komm.-Infrastruktur ist schon noch etwas mehr dabei als Google.
    Es geht hier um OpenAccess Publikationen etc. pp. und wer Open Access bezahlt.
    An den Unis wird eine OA Publikation subventioniert – was IMHO eine sehr gute Sache ist.
    Also, man muss nicht alles schlechtreden ;-)

  8. Nach der letzten großartigen Folge ein totales Desaster.
    Bitte überlegt ob Ihr dieses Format wirklich wöchentlich machen wollt / müsst.
    Trotz der Selbsteinschätzung die digitale Agenda ernstgenommen zu haben hättet Ihr auch Kommentieren können: “Bundesregierung mit digitaler Agenda, Inhalt wie gewohnt geprägt von nichts und Luftaussagen. Zeigt klar die haben keine Ahnung ausser wenn man mehr Geld in die Überwachung stecken muss. HaHa”
    Diesen Trend gibt es inzwischen schon eine ganze weile und ich finde das sehr schade. Vielleicht gibt das Thema nicht viel mehr als das her, aber Episoden wie mit Herrn Ströbele oder die letzte sind dann wirklich gut. Ich wüte auch gerne Gegenstimmen hören oder Gegenpositionen beleuchtet haben. Sicher finde ich z.B. das Leistungsschutzrecht auch idiotisch und keine Lösung. Aber nur dieses zu sagen und auf Dinge wie Flatter hinzuweisen finde ich zu einfach.

    Ich würde mir wünschen das Ihr etwas weniger “die sind alle doof und haben keine Ahnung, wir aber auch nicht den hauch eines Gegenvorschlages” rüber bringt.

    • Mein lieber Louis,

      du empfiehlst einerseits, die Digitale Agenda überhaupt nicht zu behandeln, sondern nur weg zu wischen, andererseits hältst du uns vor, wir würden keine Gegenvorschläge machen. Tut mir leid, aber dieser Rant ist unsinnig.

      Dir scheint entgangen zu sein, dass es sich bei diesem Podcast um ein kostenloses und freiwilliges Angebot handelt, zu dessen Konsum dich niemand verpflichtet. In der Tat hast du offensichtlich auch die Folge nicht zu Ende gehört, denn wir haben GENAU das getan: Jeden einzelnen Aspekt angesprochen und – wo möglich – Alternativen angedeutet.

      Insbesondere beim IT-Sicherheitsgesetz habe ich viel mehr Betonung auf meine Vorschläge gelegt, die ich im Bundestag [1] und in mehreren Artikel [2] vertreten habe, als auf das Gesetz selbst.

      Auch haben wir in der Folge selbst, und im Vorfeld der Veröffentlichung [3] betont, dass wir auch mit dem Ergebnis nicht sonderlich zufrieden waren.

      Wenn dir also ein sinnvolles konstruktives Feedback einfällt, bist du jederzeit herzlich willkommen, es in freundlicher Form vorzutragen, um die Freude an diesem Projekt zu erhalten. Andernfalls würde ich dich bitten, dir andere Leute zu suchen, die sich wöchentlich für dich mit diesen Themen auseinandersetzen, trotz 60h-Job und 7.000km Entfernung inkl. Zeitverschiebung. Das Internet steht dir offen und du hast dein ganzes Leben vor dir.

      Danke.

      Linus

      [1] http://www.linus-neumann.de/2014/05/07/stellungnahme-fuer-den-ausschuss-digitale-agenda/
      [2] http://www.linus-neumann.de/2014/08/07/politische-loesungen-fuer-eine-sichere-zukunft-der-kommunikation/
      [3] https://twitter.com/Linuzifer/status/502527183429316608

      • Nun, ich versuchte einen Trend, der mir aufgefallen ist, mitzuteilen, was mir wohl nicht so ganz gelungen ist. Da ich den Podcast eigentlich gut finde wollte ich nicht gleich das Abo stoppen.
        Wenn ich in letzter Zeit den Podcast gehört habe empfand ich das immer als etwas unbefriedigend. Vielleicht ist es auch eine gewisse Resignation weil sich etwas nicht ändert und daher eine Art von Galgenhumor die ich nicht, oder falsch, verstehe. Für mich ist das eine Art Beschreibung der eigenen Wahrnehmung mit einem gewissen Grundton “Da, schau: die können es einfach nicht” Das finde ich schade, denn damit wird, zumindest für mich, das Niveau unnötig abgewertet. Es gibt jede Menge großartiger Episoden zu denen ich leider nicht kommentiert habe weil ich auch zu denen gehöre die gutes schnell vergessen und wenn ich zu Hause bin mache ich dann andere Dinge.
        Vor dem Hintergrund das in einer Woche nur x Dinge passieren und Ihr Eure Zeit auch nicht in Überfluss habt bracht ich den Vorschlag einmal über die Sendefrequenz nachzudenken. Das gibt auch Freizeit zurück.
        Wie oben geschrieben: zu den guten Episoden habe ich leider nichts geschrieben und ich finde es gut das Ihr den Podcast macht.

  9. Ich kann der Kritik hier nicht folgen. Jede Woche ohne LNP ist für mich sinnlos und verloren.

    Es ist im Netz lange nicht selbstverständlich kompetente, neutrale und derart aufbereitete Informationen zu bekommen wie bei euch. Und es ist doch dabei völlig egal ob man persönlich eine Folge mal für richtig gut oder eher weniger informativ befand. Letztlich bekommt man immer etwas auf die Ohren und das was gesagt wurde, ist mit Quellen belegt. Die wöchentliche Aktualität bringt einem stets frische Fakten die man in z.B. Gesprächen mit einfließen lassen kann, wenn es eben um ein aktuelles Thema geht.

    Auch interessant bei so einer Informationsdichte ist das Archiv. Wenn ich alte Folgen noch mal höre, dann merkt man wie vergesslich man ist und wie dämlich-konstant die Entscheidungen unserer Politik wirklich sind.

    So viel Informationen durch so viel Engagement auf dieser einen Seite… Was – zu den blutigen Eingeweiden der Hölle – will man denn mehr???

    Macht unbedingt weiter so und wann immer möglich im wöchentlichen Rhythmus!

    Beste Grüße

  10. Mal ein paar Gedanken von mir:

    (1) Ich wohne in so einem Dorf mit 6Mbit-Vertrag und realen 2Mbit. Das ist nicht so schlecht wie ihr hier tut, mit ein bisschen vorladen gehen 720p-Videos auf Youtube. (Ich sehe die Städter schon lachen.) E-Mails mit ein paar MB Anhang sind dagegen eine Qual, sowohl der Versand als auch der Empfang.

    (2) Seit einiger Zeit sind hier Bauarbeiter, die lustige Kabel in den Bürgersteigen verbuddeln (und das ist auch für Internet, habe ich so indirekt vernommen). Es geht also schon vorwärts. Allerdings hat das wohl nichts mit der digitalen Agenda zu tun sondern ist einer Bürgerinitiative (o.Ä., ich weiß es nicht genau) zu verdanken, die schon vor langer Zeit (ein Jahr oder sogar mehr) im Dorf rumgefragt hat, wie das Interesse so ist. Und das nächste Dorf wird (scheinbar) auch angeschlossen. Mal schauen, durch wie viele Dörfer das Kabel gezogen wird. Man sollte ja meinen, jedes Dorf würde einfach die Kosten für “das nächste Stück zu sich” aufbringen. Damit könnte man hier in der Gegend wirklich viel machen.
    Wie schnell die ganze Geschichte am Ende wird, weiß ich momentan noch nicht.

    (3) Was ist der Hauptkostenfaktor beim Ausbau? Das Buddeln oder die Kabel? (Davon hängt es ab, ob es sinnvoll wäre, erstmal weniger Bandbreite zu versprechen.)

    (4) Dass man auf dem Land langsamer im Internet ist, ist doch irgendwie klar. Dort ist jede Infrastruktur schwächer. Das wird immer so sein. Jeder Wohnort hat Vor- und Nachteile. Gerade der Vergleich mit anderen Ländern zeigt jedoch, dass so große Nachteile vermieden werden können.

    (5) Zuerst dachte ich: “Man, 50Mbit Upstream braucht doch wirklich kein Mensch.” Und dann dachte ich: “Wenn es keiner braucht, benutzt es auch keiner dauerhaft. D.h., man kann 50Mbit Upstream mit wenig realer Kapazität anbieten.”

    (6) Wenn man wirklich etwas tun wollte, könnte der Staat ja einfach die Leitungen auf dem Land verlegen und so anfangen, die Netze zurückzugewinnen. Dass Privatisierung von Infrastruktur ne dumme Idee ist, ist ja nun doch allgemein anerkannt.
    http://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Private-Investoren-sollen-Schlagloecher-stopfen-article13523791.html
    Ach, Mist.

    (7) Gerade ein solches Thema eignet sich hervorragend dazu, es gegen die Wand zu fahren. Ein Großteil der CDU-, aber auch der SPD-Wähler werden diese Parteien nicht am Erfolg dieses Projekts messen. Vermutlich sehen viele noch nichtmal das Problem.
    Immer dran denken: Alte Leute machen einen immer größeren Teil der Wähler aus. Dementsprechend sieht die Poltik aus. Ein sehr gefährlicher Trend.

  11. Mal abgesehen von irgendwelchen Volumenbeschränkungen:

    Wäre LTE denn technisch in der Lage, die Breitband-Versorgung auf dem Land zu leisten? Oder ist das schon per Konstruktion zu langsam/schwach für z.B. ein Dorf.

  12. Die digitale Agenda glaub ich erst, wenn sie vor meiner Haustür angekommen ist und ich mal stabil mehr als ein MBit habe und es nicht mehr bei Regen weg ist!
    Immerhin haben wir unseren Bürgermeister schon genötigt, mit dem Fernwasseranschluss Leerrohre zu verlegen, das wär gar nicht mehr schwer. Aber ich glaub trotzdem nicht daran.

  13. Natürlich gibt es bei LNP auch viele eher schwache Folgen, aber das ändert aus meiner Sicht nichts daran, dass ich sonst keine Quelle kenne, die mich über wichtige netzpolitische Ereignisse so zuverlässig und kompakt auf dem Laufenden hält. Selbst die lustlosesten Folgen hatten bisher einen Informationsgehalt, der das Anhören lohnt. Ich finde es gut so, wie Ihr es gerade handhabt.

  14. Gute Sendung! Bei der Besprechung der “Digitalen Agenda” ist mir aufgefallen, dass insbesondere Tim diese Themen mit sehr viel Sarkasmus, Zynismus und einem Schuss Überheblichkeit behandelt. Ich persönlich finde, dass eine etwas sachlichere Diskussion das gute Format noch besser machen könnte. Das Fazit bzgl. der “Digitalen Agenda” fällt dadurch nicht anders aus, nur wird Eure Bewertung dadurch glaubwürdiger. So fand ich im Vergleich die Moderationsweise von Ulf Buermeyer viel ansprechender. Ich hoffe, dass ihr (bzw. Tim) diese Kritik als konstruktiv und nicht destruktiv empfindet. Ich bin ein treuer Hörer und empfinde Eure Sendung als absoluten Gewinn. Vielen Dank für die Zeit, die ihr in dieses Projekt investiert.

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