LNP065 Ein Klavier! Ein Klavier!

Telekom-Aktion Köln — Netzausbau — GEMA — Telekom-Aktion Köln — Skype

Die erste Folge nach der re:publica-Sonderausgabe findet leidet unter ermüdeten Bedingungen statt, so seid bitte nachsichtig mit unserer Performance und logopädischen Experimenten im Verlauf der Sendung. Dafür gibt es ein wenig Demo-Nachlese nebst weiteren Stoßseufzern in Richtung Telekom und GEMA. Wir gehen dann noch auf die neue Verfassungsbeschwerde gegen Bestandsdatenauskunft ein, die Unterstützer bzw. Mitstreiter sucht und runzeln kräftig die Stirn ob der Mitlesefreudigkeit von Microsoft in ihrem Skype-Produkt.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Klavier spielen.
Linus Neumann
Ich verweigere die Aussage.
Tim Pritlove
Könnte teuer werden. Ja, ich mir so vorstelle, man muss so als armer Straßenmusikanter sich seine Brötchen verdienen, könnte schwierig werden, ne. Aber dazu kommen wir dann später, oder? Später. Ja.
Linus Neumann
Dafür kommen wir später. Ich muss erst noch zwei Sachen loswerden.
Tim Pritlove
Ja. Wir sind ja, also ich bin ein bisschen müde heute, ein bisschen kommen nur langsam hinterher.
Linus Neumann
Tim, ich äh genau und ich nutze die Gunst der Stunde, um äh meinen ähm äh Republika Vortrag noch einmal zu bewerben. Ähm.
Tim Pritlove
Ah ja, mach mal. Ähm hat mir letztes Mal noch nicht getan.
Linus Neumann
Du hast mich abgebrochen. Ich wollte den bewerben. Du hast gesagt, wir sollen bitte beim Thema bleiben.
Tim Pritlove
Ja, das war wichtig.
Linus Neumann
Ja du äh das war ja der letzten Folge ja ohnehin wichtig, dass wir beim Thema bleiben. Die ist aber äh trotzdem äh gut angekommen. Ich dachte ja, wir wären etwas wirr, aber ähm der der das Flatrometer ähm.
Tim Pritlove
Ah, das habe ich noch gar nicht.
Linus Neumann
Bei der letzten Sendung ist zufrieden, Äh genau, mein Vortrag heißt äh die Trolldrossel Erkenntnisse der empirischen Trollforschung, wobei der Name Trolldrossel erst äh nachher dazukam. In Anlehnung an äh die Drossel habe ich also auch ein kleines Konzept entwickelt, wie man das mit Trollen machen kann. Habe ich äh habe ich verlinkt.
Tim Pritlove
Trolltross.
Linus Neumann
Und äh ist ein äh Vortrag, der also ich wir bekommen da gutes Feedback für. Den habe ich ja gehalten zusammen mit Michael Kreil, und äh dem guten Erlehmann, Und äh ich merke auf Merkel, auf dem Twitter und so und auf dem Abgrund nicht, dass die Leute den mögen. Und ich möchte, dass denen noch mehr Leute mögen. Deswegen gibt's eine Aufzeichnung.
Tim Pritlove
Du hast ja auch selber aufgezeichnet, ne?
Linus Neumann
Ja, ich habe, äh kann ja auch kurz erzählen. Ich äh war ähm auf Stage sechs, wo es keine Aufzeichnungsmöglichkeit gab. Aber ich habe an einer der PA-Boxen einen drei Pull XLR entdeckt und dann ein Kabel äh da reingestepft und äh selber aufgezeichnet.
Tim Pritlove
Das ist echt ein guter Tipp, das wusste ich das war mir selber auch noch nicht so bewusst, dass diese ganzen Aktivboxen, die normalerweise auf Konferenzen rumstehen halt so ein Daisy Chain Verfahren haben und man da eigentlich immer auch einen XLR Ausgang hat, wo ein normales Leinsignal bei rausfällt, und da kann man sich halt ran stöpseln so.
Linus Neumann
Erst so zehn Sekunden auf das Mischpult geblickt und geguckt, ob ich da jetzt irgendwie was ich da alles rausziehe, umstöpseln und anders löten muss und habe dann gedacht, ach, weißt du? Das gibt nur Ärger. Und dann habe ich halt äh ja.
Tim Pritlove
Ja. Ja, man hängt auch im Zweifelsfall einfach am falschen Port.
Linus Neumann
Genau und dann hängst du wieder falsch und mach irgendeinen Scheiß. Und dann habe ich äh äh gibt's bei im im Mac Präsentationsprogramm Keynote die Möglichkeit und das äh gibt's bei PowerPoint auch die Möglichkeit aufzuzeichnen. Also das ähm.
Tim Pritlove
So wie man die Slides geklickt hat, dass das dann quasi als Video rausgerindert wird.
Linus Neumann
Der hat dann jetzt äh ich hätte ja jetzt auch noch das das Audio Interface wieder an den Computer stopfen können, aber äh ich habe die Aufzeichnung dann über das normale MacBook äh Mikrofon gemacht. Ich wollte ja einfach nur, dass der, sich das Klickverhalten habe und das konnte man dann am Ende rausrennen als ein HD Video, die Folien und dann habe ich die andere, die schöne, gute, äh, saubere Tonspur drunter gelegt. Einmal durch den Offonic geworfen und äh, super.
Tim Pritlove
Ja, da ärgere ich mich jetzt ehrlich gesagt, warum ich das nicht auch gemacht habe. Also warum mache ich nicht einfach selber mal von meinem Slideverhalten, Allein schon zur Selbstüberprüfungszwecken, aber natürlich auch um so eine Audio Slide Only Geschichte, ohne jetzt immer, Guckt mal auf die Fresse, Videos äh machen zu müssen oder eine Alternative dazu zu haben zumindest.
Linus Neumann
Wer ältere äh ältere macOS-Versionen hat, kann auch ein Programm nutzen mit dem Namen Profcast. Ähm, das habe ich früher an der Uni öfter genutzt, dass ähm da kannst du sogar solche Scherze machen wie, also du kannst ein MP vier Video machen, du kannst aber auch MP, Also ARC Audiodateien machen, die Procepter, dann die Slide als Bild haben, sodass du äh da eine relativ kleine Datei hast, die du aufn ähm aufm iPod oder so anschauen kannst und trotzdem dann in den, in den, oder in iTunes, in der Übersicht auch immer die Slide, über die du gerade redest. Das ist schon äh gibt's ganz interessante Lösungen, aber dieses Profcast haben die irgendwie nicht weiterentwickelt. Das läuft mit der aktuellen Mac US Version irgendwie nicht. Warum auch immer. Ja, das auf jeden Fall ähm so für für nebenbei, äh einfach mal äh noch den Vortrag mit aufzeichnen, eine ganz, ganz gangbare Lösung. Wie gesagt, wer fünf Minuten länger investiert, und die Boxen nicht so so weit weg von seinem eigenen Rechner stehen hat, kann dann auch direkt das das als Interface wieder in den eigenen Rechner geben und sich den den einen.
Tim Pritlove
Auch äh schöne Views äh schon erzeugt hier. Sieht man das irgendwo?
Linus Neumann
Was meinst du mit Views?
Tim Pritlove
Na ja, was du so, was es schon geklickt wurde. Na ja, immerhin schon dreitausend Mal. Geht ab.
Linus Neumann
Ja, für irgendwie Mittwochmorgen, Stage6, äh halbe Stunde ähm war das, glaube ich, ganz, ganz äh.
Tim Pritlove
Ist auf jeden Fall ganz amtlich, ja. Aber du bist noch nicht sozusagen in offiziellen Republika äh Kanal.
Linus Neumann
Muss das ja selber machen, denn ähm der Michael hat ja noch irgendwie dann alles zusammen gescrapt und ähm hat der, glaube ich, das, was der inoffiziell ist ja immer besser und Michael hat jetzt quasi die Selbstaufzeichnung auch noch direkt mit da reingekratzt. Also es gibt irgendwie auf Gitter oder so, müssen wir auch gleich nochmal verlinken für Michael, irgendwie so eine Sammlung. So viel dazu und ähm zwei Tage nach der Republika, er eilte mich dann äh er eilte mich dann das Böse, mich eil in die Unheulde und äh haben, Auto aufgebrochen. Ich habe einen VW-Bus, mit dem ich dann noch ein bisschen Urlaub machen wollte. Und ähm, Der wurde also in einer etwas äh nicht so überwachten Stelle geparkt, damit wir einen Waldspaziergang machen könnten konnten und als wir zurückkamen, ähm hatte der eine Seitenscheibe weniger, und ähm es fehlte eine Tasche, in der sich so ein paar Sachen befanden von mir, darunter mein Laptop. Ja, ich hab jetzt, Erstmal kein MacBook mehr.
Tim Pritlove
Aber in deinem Fall datentechnische wahrscheinlich kein Problem. Ich vermute voll Verschlüsselung und.
Linus Neumann
Verschlüsselung mehrfach eh viel Lok. Ich mach da auch nochmal irgendwie 'n Blogbeitrag wie man also sorgenfrei sich die den Rechner klauen lässt und eh in dem in dem in dem in dem wohligen Genuss schwebt, dass auf jeden Fall die Daten ähm weder äh einsehbar noch verloren sind, und ähm zweitens äh, noch die Genugtuung hat das jetzt sagen wir mal jemand der jetzt nicht wirklich genau weiß was er tut diesen Rechner noch nicht mal mehr benutzen kann weil ich nämlich, dafür gesorgt habe, dass ähm dieser Rechner von nichts anderem bootet als der SSD, die da reingelötet ist.
Tim Pritlove
Ach. Oh.
Linus Neumann
Alles jetzt natürlich äh.
Tim Pritlove
Das lässt sich auch nicht mehr also lässt sich schon irgendwie theoretisch.
Linus Neumann
Wie gesagt.
Tim Pritlove
Führen, aber.
Linus Neumann
Also das lässt sich rückführen, ähm der Aufwand ist äh dann aber, denke ich, relativ hoch, und ein Aufwand, den Leute, die im Wald rumrennen und Autoscheiben einschlagen, äh im Zweifelsfall nicht äh zu leisten, in der Lage sind, Genau, also Efi Log, MacBook, einmal in den äh mit Apfel Air in den äh Recovery Modus und dann kann man das Efi Log setzen und dann setzt es quasi das gibt es, ein Passwort, was gefragt wird, wenn man von irgendeiner anderen, also wenn man irgendetwas anderes machen möchte, als von der, von der, von dem Datenträger Buten. So, das heißt, da ist jetzt eine eine verschlüsselte, eingelötete SSD, und dass MacBook weigert sich von irgendwas anderem zu buten, auch nicht von der Recovery-Partition.
Tim Pritlove
Es sei denn, es gibt Passwort, aber das Passwort hast du wahrscheinlich nicht, nicht unten dran geklebt.
Linus Neumann
Habe ich nicht auf das MacBook? Nee und ähm ja, ich wünsche den Diemen also viel Spaß mit diesem Türke, den sie jetzt da haben. Viel mehr äh.
Tim Pritlove
Ja, nee, aber das geht schon ganz gut mit so einem MacBook Pro, ne?
Linus Neumann
Ähm äh das sind eher war ein eher, ja.
Tim Pritlove
Ach so, ja, ach das ist ja praktisch. Ja dann, ist ja.
Linus Neumann
Ne? Ist also richtig guter Türkei. Ähm.
Tim Pritlove
Ähm da gibt's dann nochmal einen Flatterknopf extra heute, wa?
Linus Neumann
Genau, ich habe äh also ich äh bin ja nicht so äh ich finde diese Crowdfunding mir ein Rechneraktion eigentlich immer ein bisschen bedenklich, vor allem bei Personen, die äh die finanziellen Mittel haben, sich einen neuen Rechner zu kaufen und ihn noch dazu durch eigene Dummheit verloren haben. Äh zu diesem Personen zähle auch ich, Ähm das heißt, ich werde mir ähm dann einen neuen Rechner irgendwie kaufen müssen. Ich habe jetzt erstmal so ein altes Ersatzgerät, Aber wer mich in den Zeiten des des Schmerzes den verursacht natürlich Schmerzen, diese Ausgaben allein schon das Auto zu reparieren und so und meine schöne Tasche, meine Tasche war so neu. Die das ist eigentlich das Ärgerlichste, die Tasche, ne, weil war so teuer, die kaufe ich mir nicht nochmal, ähm wer mich ähm also wer mich da jetzt unterstützen möchte, dafür habe ich nochmal auch ein dann einen Link in den Shownotes, dass man mich direkt flettern kann.
Tim Pritlove
Ist das so eine so eine ganz tolle Tasche, irgendwas, also ich.
Linus Neumann
Das war eine eine schöne Radkurier-Tasche, die ich mir erst vor Kurzem gekauft habe, Das war äh das war schon ärgerlich. Ansonsten war da noch, weiß ich nicht, Klamotten und so in in also, Das Doofe ist halt auch, wie gesagt, die Typen, die das jetzt irgendwie eingeschmissen haben, ähm die haben da jetzt nix. Also da ist nix dabei, was also außer der Tasche, ist da nichts, was sie verwenden können.
Tim Pritlove
Du weißt, dass jetzt alle wissen wollen, was das für eine Tasche war, ne? Wir schmeißen das dann auch noch mit in die.
Linus Neumann
Das war ähm ich google das schnell, der der Marke Doc Eleven, eine äh Kreuzberger Hamburger äh Gruppierung, die irgendwie coole, coole Taschen machen. Wobei ich's irgendwie jetzt nicht finde. Also ich finde jetzt erstmal gerade irgendwas anderes. Äh Dock eleven, Kurier, Taschen.
Tim Pritlove
Machen wir dann nachher. Jetzt muss ich die.
Linus Neumann
Dock eleven Urban Container, Stock Eleven Bags dot com, ja, da meine schöne Tasche haben sie mir geklaut. Wer die sieht, äh.
Tim Pritlove
Jeder jeder der mit so 'ner Tasche rumläuft.
Linus Neumann
Fort aufs Maul. Schöner VW-Bus. Na ja, okay, also ähm genau, wer mir da, wer mir da ein bisschen Unterstützung zukommen lassen möchte in diesen harten Zeiten, der kann das gerne tun, aber ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich ähm, Grundsätzlich erstmal in der Lage bin, das selber zu bezahlen.
Tim Pritlove
Gut, soll ich auch noch was erzählen?
Linus Neumann
Ach, weiße Tim, ja, du kannst auch noch was sagen. Nee, erzähl mal wat.
Tim Pritlove
Ob dich das interessiert.
Linus Neumann
Weiß ich ja nicht, was du erzählen willst.
Tim Pritlove
Na ja, du hast jetzt von deinem Vortrag erzählt.
Linus Neumann
Ja, dein Vortrag. Genau. Tim hat einen Vortrag gehalten.
Tim Pritlove
Genau. Ja, große Überraschung, ähm wahrscheinlich die meisten auch schon bekannt, aber der Vollständigkeit halber wollte ich das auch nochmal kurz erwähnen. Ich habe Gott sei Dank noch ein paar Videos mehr als du. Ja, das brauche ich so für meinen inneren Stolz.
Linus Neumann
Wie viel hast du? Wahrscheinlich ungefähr das Dreifache. Ach so.
Tim Pritlove
Fünftausenddreihundertvierundvierzig. Damit liege ich auch äh weit abgeschlagen hinter Johnnys rahnt und vor allem hinter diesen YouTube-Stars. Die natürlich, da äh gleich viel besser abschneiden, wenngleich auch nicht unbedingt in den Zahlen, in denen sie normalerweise sind. Sind so so sechsstellige Subscriber Zahlen und sowas. Aber das ist ja auch ein anderes Genre. Ja.
Linus Neumann
Fünftausenddreihundertvierundvierzig.
Tim Pritlove
Ja, das passt schon mal ganz gut für so ein Nischenthema. Das.
Linus Neumann
Radio Universal.
Tim Pritlove
Genau, na ja, im Wesentlichen ist das halt eine Zusammenfassung hier äh der Aktivitäten des letzten Jahres. Ähm das ist es dann geworden plus ein wenig äh aus, auf, wie ich mir das so vorstellen kann, mit dem Audio Web und äh dem universellen Radio, wie ich das genannt habe Ist ja so ein bisschen meine These, ne, aus dem Podcast heraus äh Radio neu, und neu entwickeln und ohne jetzt zu viel, da an den Tag zu legen, ich halte einfach mal ein paar Wege aufgezeigt, ähm wie das funktionieren kann, vor allem aber eben auch konkret anhand der Ergebnisse des letzten Jahres. Also was halt einfach so alles äh gehackt wurde, ne. Und mir kann's natürlich nie schnell genug gehen, aber wenn es äh so weitergeht, wie es im letzten Jahr lief, dann, Das alles noch ganz schön toll werden hier mit dem Podcast. So, wollen wir jetzt mal ähm, Jetzt mal hier auf den eigentlichen äh Punkt kommen.
Linus Neumann
Ja Und zwar war ja ähm also Hauptversammlung der Telekom und ich finde das Thema, das sollte man äh deshalb nochmal nach vorne legen, weil es ja äh eigentlich nahtlos anschließt an die an die äh letzte Sendung, bei der ja so der der Schulterschluss der netzpolitischen Gruppen ähm verlangt wurde, Ich habe dann noch am am selben Abend, ähm das war ja der letzte Tag der Republika, äh den habe ich dann zum Anlass genommen, mal ein ein, zwei Bierchen zu verköstigen, und ähm habe dann mit dem äh Matthias Richel äh gequatscht, wie denn eine, Kampagne für Netzneutralität auszusehen hat gegen diese äh Drosselgeschichten und so. Und der Matthias Richel hat dann ähm, sehr coole Motive gebastelt. Und das schon irgendwie am nächsten Tag, also wo alle eigentlich noch verkatert waren und hat äh so dann zu der ersten gemeinsamen Kampagne quasi von D vierundsechzig dem dem Sozialdemokraten nahestehenden Netz, Politikverein äh und der digitalen Gesellschaft äh äh geführt. Und da gibt's also sehr schöne äh Motive, die mich äh Die ich also als Kampagne unter dem Vorzeichen, wie äh wie versteht es Oma Kawudge, ähm sehr gelungen finde. Das war so das Erste, die kann man, die sind zur freien Verfügung für alle erhältlich kann man sich überall auf seine äh Blogs donnern und so und dann, bis äh, noch hat sich eigentlich am gleichen Tag dann herauskristallisiert über Telefonate und Biere bei der Republikan. Ähm eine gemeinsame Aktion von, CCC und äh digitale Gesellschaft, die dann nämlich bei der Hauptversammlung der Telekom stattgefunden hat, Und zwar haben die ihre Hauptversammlung da ja in Köln abgehalten in der Arena mit dem nicht aussprechbaren Namen lang.
Tim Pritlove
Ja, bla.
Linus Neumann
Arena und ähm die hat ein Parkhaus und an diesem Parkhaus ist dann so ein großes äh Werbedisplay, äh auf dem dann Stand willkommen zur Hauptversammlung, Und über diesen Werbedisplay hing dann ein, knapp fünfzehn mal fünf Meter großes transparent von CCC digitale Gesellschaft wo da irgendwie drauf steht so keine Drosselung rettet das Netz, ähm und das fand ich auch sehr schön.
Tim Pritlove
Ja, hebst Hinweis auf die echte Sitzkampagne von der digitalen Gesellschaft und natürlich hier den passenden Logos. Club und DG.
Linus Neumann
Auch das hat mich äh sehr gefreut. Ähm, Das äh war eine, also das so endlich mal irgendwie so wie es mir gefällt, so schön irgendwie Gorilla mäßig da oben aufm Dach klettern und ein dreißig Kilo wiegt so ein Ding. Irgendwie aus.
Tim Pritlove
Ist riesig, ne.
Linus Neumann
Das ist ein größeres Teil, ja. Also es passt erstmal jetzt so nicht in eine Wohnung. Ähm, Das finde ich eine finde ich eine coole Sache. Hat natürlich auch ähm durchaus viel Geld gekostet. Da waren einige äh Schweißtropfen auf diversen Stirnen. Ähm was die Bezahlung von diesem Teil angeht.
Tim Pritlove
Was muss man denn da so investieren in so ein Plakat? Meine Größenordnung?
Linus Neumann
Also sagen wir mal das Ding hat so wie das dann jetzt da hing, ungefähr zwei Blatt gekostet. Zweitausend.
Tim Pritlove
Zwei was? Zweitausend. Ja. Mhm.
Linus Neumann
Dieser Spaß ungefähr gekostet. Ähm oder? Moment. Knapp, knapp um die zweitausend. Ähm da ist jetzt natürlich noch nicht drin, dass äh irgendwie ähm äh da.
Tim Pritlove
Exklusive Installation sozusagen.
Linus Neumann
Exklusive Installation und ähm vermutlich hätte man das natürlich, wenn man das jetzt nicht genau eine Woche vorher irgendwie angeleiert hätte, alles nochmal irgendwie sehr weiß ich in wahrscheinlich zwanzig, dreißig Prozent, vierzig Prozent billiger hinkriegen können.
Tim Pritlove
Klar, wenn man.
Linus Neumann
Aber ähm das ist ja auch ähm.
Tim Pritlove
Es ist, wie es ist, aber ich meine, die Medienwirkungen, die das äh erzielt hat, die äh ist das Geld allemal wert.
Linus Neumann
Genau und ähm natürlich bei der Stelle dann der Hinweis, ähm, digitale Gesellschaft kann man gerne Geld spenden, den CCC auch. Ähm, Im Moment haben wir dann beim beim Finanzvergleich festgestellt, dass digitale Gesellschaft das Geld noch ein bisschen nötiger hätte als, geringfügig. Ähm aber auch der CCC hat da natürlich den sogar den äh minimal größeren Anteil äh dieser Kosten getragen, Und ähm ja, auch das irgendwie eine Sache, was ich halt cool finde, ne, irgendwie aufm aufm Republika Pausenhof so ungefähr äh bisschen die Handys geschwungen, bisschen rum überlegt und ähm ich weiß jetzt nicht genau, wie nenne jetzt mal keine Ahnung, kann man sich ja denken, dass das irgendwie höhere, Leute des CCs waren die da irgendwie OK gegeben haben, ich will da jetzt die direkten Namen wahrscheinlich nicht unbedingt nennen, weil ich nicht genau weiß, ob die das wollen.
Tim Pritlove
Ja, ich schätze mal, dass äh wenn's da um Geld gegangen ist, dann äh dürfte da auch einfach der Vorstand involviert gewesen sein. Das sind ja die Momente, wo so ein Vorstand dann auch mal aktiv.
Linus Neumann
Der Vorstand musste auf jeden Fall auch zustimmen.
Tim Pritlove
Traditionell äh ist ja, sagen wir mal der Club nicht unbedingt vorstandsgefühlt, sondern der Vorstand ist da eher ein, Notwendikum was immer dann aktiv wird, wenn's eben offiziell wird, ne? Aber alles, was sich sozusagen äh informell lösen lässt, das wird auch informell gelöst und das finde ich auch gut so.
Linus Neumann
Genau, also die die Arbeit hier eindeutig größtenteils vom CCC in Köln verrichtet und äh dafür auch nochmal sehr großes Lob.
Tim Pritlove
Was ist denn jetzt auf der Hauptversammlung eigentlich selbst passiert? Haben da eigentlich dann tatsächlich Leute gesprochen, die.
Linus Neumann
Also es gab dann irgendwie auch ähm dort vor Ort bei der, bei der ähm Hauptversammlung. Ähm die also die, Moment, ich suche das mal ganz kurz raus. Also da kam das Thema natürlich auch zur Sprache, Entscheidend war äh, Allerdings auch, dass die, also der der größere Teil spielte sich dann außen ab, also die Aktion, zu der ja äh Konstanze und ich äh aufgerufen haben seine seine Stimmrechte irgendwie an CCC und digitale Gesellschaft, zu vermachen. Das haben auch viele Leute gemacht. Das waren dann auch Leute drin von uns, aber äh man konnte da so kurzfristig nicht äh großartig äh die Bühne betreten, da natürlich so eine Hauptversammlung äh sich, Also die sind ja einfach geprobt dadrin sich gegen unliebsame Störenfriede äh zur Wehr zu setzen und die haben natürlich für ihre Hauptversammlung entsprechende Tagesordnungen und so die verhindern, dass da irgendwelche äh unliebsamen äh Wortbeiträge an äh entscheidenden Stellen äh gemacht werden, ne? Das ist ja hauptsächlich eine Selbstbeweihräucherin, so eine Hauptversammlung und die wissen ja, dass dann da irgendwelche kritischen Aktionäre und und Leute, die irgendwie mit ihren Telekom-Aktien sich verzockt haben, wie der Uli Hoeneß oder so, da, dann da irgendwie auftreten und irgendwie ähm wenn man Pech hat, nackt über die über die Bühne flitzen oder.
Tim Pritlove
Uli Hoeneß wollte auch reden.
Linus Neumann
Nee, Rudi, Uli, hat, äh, aber es gab irgendwie.
Tim Pritlove
Hat ein gesehen, dass es besser ist, zu schweigen.
Linus Neumann
Also von unserem Mann vor Ort wird berichtet, äh auch ohne eigene Wortmeldung, was Drosse kommt das Thema der Hauptversammlung, Kerne Netzneutralität, wo du wenig erfasst, es ging immer fast ausschließlich um die Bremse und die Darstellung von Obermann, äh das ist Rene Obermann, dem äh CEO, das ist weiterhin echte Flatrates geben würde, und damit ja die Diskussion bitte zu Ende sei. Also es gab es gab Thema so gab dann aber auch Wortbeiträge die irgendwie so Schützenhilfe waren, das heißt die haben natürlich dafür gesorgt, dass dann irgendwie ähm, Dass sich Leute meldeten und dann irgendwie so den die PR äh einfach nochmal vorgelesen haben pro dieser Drosselplänepläne. Also das hat die das hat in jeder Form diese ähm diese Hauptversammlung natürlich dominiert. Ähm.
Tim Pritlove
Meine mich erinnern zu können, ich habe bloß keine Quelle parat, aber das äh fiel irgendwo so, dass die Telekom, Also in irgendeinem Artikel fiel das dann an der Seite, dass sie dass sie jetzt wohl meinen, dass eben die eigentliche Flatrate, also diese unbegrenzte Zugang dann wiederum durch Zuzahlung von zehn oder zwanzig Euro äh im Monat zu erzielen sei. Das, jetzt mal als ganz äh unabgesicherte Information, aber das ist ja am Ende nicht unbedingt das eigentliche Problem, sondern das eigentliche Problem ist ja, dass die Drossel, die dann eben für die meisten Leute gilt, quasi der Vorwand ist, um, Dienste, Anbietern einen bevorzugten Zugang zu verkaufen und damit eben diese zwei Klassen äh System zu etablieren. Und ich denke, da muss die Diskussion auch nochmal, mehr hingeführt werden auf diesen Aspekt.
Linus Neumann
Ja. Ähm es gab da natürlich auch die Demo vor Ort. Das Wetter in Köln war eher so mittelmäßig.
Tim Pritlove
Es hat geschifft wie blöde, oder?
Linus Neumann
Ja, da waren, glaube ich, nur äh irgendwie zweihundert Leute ungefähr. Ähm, aber die Demo vor Ort gab's auch und es gab, das fand ich nämlich auch cool, also ich bin ja, Wirklich sagen, also die Hausaufgaben haben wir gemacht. Ähm die Online-Demo, ja, von äh realisiert von äh ähm Sebastian Vollenhals von Open Data City, der das äh, nach einer nach einem Denkan nach einer was weiß ich Anstoßfrage bitte von ähm digitale Gesellschaft dann gebastelt hat, beziehungsweise in dem Fall dann, Minus Telekom DE. In dem Fall dann äh glaube ich, war das ich der ihn da äh angestupst hat Ähm und zwar ist das also die Online-Demo nicht im Sinne einer äh einer äh so schönen äh Attacke, sondern eine äh eine modifizierte Seite, wo dann unten über der Telekom-Seite ein eine Gruppe Menschen ist, die ähm die demonstriert.
Tim Pritlove
Also ein ein Overlay über die normale Webseite.
Linus Neumann
Und man kann äh dann auf empört dich klicken und da äh einen Spruch reinschreiben, der dann auch auf den Transparenten dieser kleinen Männchen äh äh dann steht. Genau, realisiert von Open Data City, Sebastian Vollenhals, auch da 'ne echt coole Sache.
Tim Pritlove
Ja, ganz modern hier mit äh Update mit Sharebutton und so, was.
Linus Neumann
Der der Junge kann das. Der ist. Das heißt also, dieser, der, der, der, jetzt haben wir irgendwo die Piraten dabei, doch die Piraten waren ja bei der äh Demo in Köln, die hatten ja, glaube ich, dazu sogar aufgerufen, diese Demo anlässlich der Hauptversammlung, ich weiß nicht mehr genau, wer da jetzt zu aufgerufen hat oder wer nicht. Ähm, Und dann war das Ganze natürlich auch nochmal Thema. Also, wie gesagt, so Hausaufgaben wurden gemacht, hier die ganzen Schulterschlüsse, äh wo die wurden gemacht und wurden gesucht und, ähm das da hat also, da sieht man, das war auf jeden Fall äh, Republika Wirkung, ja? Das was da alles dann noch so schnell passiert ist und wer da mit wem alles gequatscht hat, Zumal es ja, was aber ohnehin noch zu sagen ist, zwischen den einzelnen Gruppen sowieso dann wieder personelle Überschreit Überschneidungen gibt, ne, also ich wäre ja zum Beispiel schon mal ein Beispiel für jemanden, der, MCC und im in der digitalen Gesellschaft Mitglied ist. Ähm insofern war das ja sowieso mal Zeit, dass da die Logos einfach auch mal äh gemeinsam überall hingedengelt werden und man da den den breiten Schulterschluss sucht.
Tim Pritlove
Und jetzt die Frage, was was passiert politisch? Also ich glaube, die Linken sind so die einzigen, die wirklich äh da mal äh auffällig geworden sind und tatsächlich mal auch was gefordert haben.
Linus Neumann
Genau, die die Linken haben gesagt, so, wir wollen äh die haben eine Initiative in den Bundestag geworfen und haben gesagt, wir wollen jetzt hier äh nationalität sofort. Und wie das so ist bei Dingen, die die Linke fordert äh also, festschreiben, ne? Das ist also genau das, was man was man ja will, so. Das ist auch.
Tim Pritlove
Mich da jetzt gerade etwas unwissend aber ich meine den Hinweis gelesen zu haben, dass ja so etwas wie Netzneutralität tatsächlich im Telekommunikationsgesetz auch äh erwähnt ist.
Linus Neumann
Äh war dann die Argumentation von Trauber, Peter Tauber, CDU, Zähnetz. Also es war klar, die Linke hat diesen Antrag haben gesagt, wir wollen Netzneutalität äh gesetzlich festschreiben. Dann haben SPD und Grüne gesagt, genau, ist richtig, ist gut und dann hat sich der Tauber zu Wort gemeldet. Äh Peter Tauber, der Schwarze Peter, der dann sagte ja alles es ist alles in Ordnung so wie es gerade ist im Telemediengesetz gibt's ja irgendwie 'ne, Grobe Vorschreibung von Netzneutralität ähm, und die Regierung könne ja, könne also auf Basis derer eingreifen, wenn sie denn müsste und äh im weit im Übrigen äh sei er der Meinung, dass sie das nicht müsste in diesem Fall. Ja, also so viel, vielen Dank äh C Netz, Ähm ja ähm.
Tim Pritlove
Einschreiten, wenn man wollte, man will bloß leider nicht.
Linus Neumann
Ja und äh Ähnliches sagte dann die FDP, ähm dass der der vorhandene die vorhandene, Gesetzeslage, reiche aus. Ja, wie gesagt, FDP und äh CDU sind ja dann die Freunde, die sagen, das regelt der Markt, Ja, also nix, nix Überraschendes an der Stelle. Diese Positionen waren bekannt. Das war auch äh so zu erwarten, Und wenn ich das richtig verstanden habe, wurde dieser ganze äh ohnehin nur irgendwie zu Protokoll gegeben, oder?
Tim Pritlove
Ja, ich weiß nicht, also ich schaue hier gerade mal ins Telemediengesetz, Fassung von zweitausendsieben, das ist wohl die letzte, ne? Also das Wort Netzneutralität. Tochter ist auf jeden Fall so nicht auf, ne, also na gut das äh können wir ja nochmal reviewen. Das würde mich glaube mal interessieren, wie eigentlich diese Regelung da wirklich äh ist und inwiefern da irgendwas Zwingendes oder aufgreifbares eigentlich tatsächlich vorhanden ist. Vielleicht können sich da hier auch die Rechtskenner und Freaks und Nerds unter den Hörern mal zu Wort melden, das fände ich mal ganz interessant.
Linus Neumann
Kurze Korrektur, nicht Telemediengesetz, sondern tatsächlich Telekommunikationsgesetz. Äh, Die schwarz-gelbe äh Regierung hätte mit der TKG Reform prinzipiell die Mittel ähm, Über eine Verordnung gegen eine willkürliche Verschlechterung von Diensten und eine ungerechtfertigte Behinderung oder Verlangsamung des Datenverkehrs vorzugehen. Was mich wundert ist, dass ich das ähm. Dass ich das nicht weiß. Ja? Insofern und warum sie's dann nicht täten, ja? Also schon ein bisschen äh interessant. Er sagt aber, man will die äh die Prüfung der Bundesnetzagentur ähm, abwarten, denn wir wissen ja, die Bundesnetzagentur prüft, und äh so wie ich das erinnere, haben sie ja äh das mit einem mit eines Fragebogens gemacht. Ne? Also werden wir sehen, Ähm, Während diese Debatten also liefen, während bei der Hauptversammlung äh demonstriert wurde, während im Bundestag debattiert wurde. Ähm ich mache jetzt gerade eine Überleitung zum nächsten Thema, Tim.
Tim Pritlove
Ich habe aber gerade äh den Punkt gefunden, wo es im Telekommunikations.
Linus Neumann
Oh, oh, oh, oh.
Tim Pritlove
Handelt es sich dabei um Paragraph einundvierzig A, Nitzneutralität, da ist also das Wort tatsächlich, dann fassen wir das nochmal kurz zusammen, ist nicht lang. Äh Paragraph eins, es gibt zwei, Die Bundesregierung wird ermächtigt, in einer Rechtsverordnung, Zustimmung des Bundestages und des Bundesrates gegenüber Unternehmen, die Telekommunikationsnetze betreiben, das würde für die Telekom gelten. Die grundsätzlichen Anforderungen, an eine diskriminierungsfreie Datenübermittlung und in Diskriminierungsfreien Zugang zu Inhalten und Anwendungen, festzulegen. Also sie darf festlegen, um eine willkürliche Verschlechterung von Diensten. Willkürliche Verschlechterungen, wir erinnern uns, das hat auch die, Angeführt, ne? Mhm. Äh und eine ungerechtfertigte Behinderung oder Verlangsamung des Datenverkehrs in den Netzen zu verhindern. Sie berücksichtigt hierbei die europäischen Vorgaben sowie die Ziele und Grundsätze des Paragraph zwei. Der kommt jetzt, was man dir das wahrscheinlich in dem Gesetz der Paragraph zwei, den lasse ich jetzt mal außen vor. Jetzt kommt Absatz zwei, von diesem Netzneutralitätsparagraphen. Die Bundesnetzagentur kann in einer technischen Richtlinie, Einzelheiten über die Mindestanforderung an die Dienstqualität durch Verfügung festlegen, kann. Bevor die Mindestanforderung festgelegt werden, sind die Gründe für ein Tätigwerden die geplanten Anforderungen und die vorgeschlagene Vorgehensweise zusammenfassend darzustellen. Diese Darstellung ist der Kommission und dem Gerek, was hat man das jetzt sein mag, rechtzeitig zu übermitteln, den Kommentaren und Empfehlungen äh oder Empfehlungen der Kommission ist bei Festlegung der Anordnung weitgehend, hinter Rechnung zu tragen. Mit anderen Worten, hier steht drin, die Bundesregierung darf gegen Unternehmen vorgehen, Wenn denn was wäre und die Bundesnetzagentur kann eine technische Richtlinie äh erlassen. Das ist sozusagen alles, Alles, was jetzt in diesem Gesetz steht.
Linus Neumann
Aber also mit anderen Worten Peter.
Tim Pritlove
Gäbe durchaus eine Hebel.
Linus Neumann
Peter Tauber stellt sich also hin und sagt wir brauchen keine gesetzliche Regel, keine bessere gesetzliche Regelung für die Netznetralität, weil wir könnten ja, wenn wir wollten, jetzt schon etwas ändern, aber wir wollen ja gar nichts ändern. Geil Peter Tauber, danke. Also was ungefähr, Entschuldigung, aber ungefähr so was hätte ich ja auch, also sowas muss man ja auch von ihm erwarten.
Tim Pritlove
Ja. Wir verlinken das mal hier zur weiteren äh Diskussion.
Linus Neumann
Aber das war mir.
Tim Pritlove
Nicht bewusst. Mir.
Linus Neumann
Noch nicht wirklich bewusst, ja.
Tim Pritlove
Mehr auch nicht. Es ist ja manchmal auch ganz schön, im nachzuschlagen der Bundesrepublik Deutschland.
Linus Neumann
Peter Tauber, danke, Peter Tauer, haben wir was gelernt. Haben wir wieder einen neuen Taschenspielertrick gelernt. Ähm genau, also während aber äh ich versuche mich nochmal mit der Überleitung, Während also ähm, da äh äh die transparente von den Kletterern äh rausgerissen werden und natürlich auch wieder von der Telekom dann abgerissen werden und so weiter. Ähm entscheidet die Telekom, ja, ach, hm, Netzausbau und so. Ah. Aufm Land lohnt sich das ja nicht unbedingt. Ähm, vielleicht äh lassen wir es einfach mal sein und sie prüfen die Abkehr vom Festnetz für bestimmte Neubaugebiete. Das heißt, sie möchten gerne, ähm, in in entlegenden Gegenden, Gegenden gar nicht erst äh Kupfer oder Glas in die Erde legen, sondern dass äh mit Mobilfunk machen.
Tim Pritlove
Das ja alles viel besser auch.
Linus Neumann
Genau. Ähm. Jetzt äh ist hier erstmal nur die Rede vom Telefon. Es ist aber natürlich klar, wenn sie schon fürs Telefon kein Kabel legen, dann äh kommt auch das Internet nicht über ein Kabel. Würde ich jetzt vermuten, und ähm.
Tim Pritlove
Das heißt, dass wenn du DSL haben willst, dass du dann erstmal die Anschlussgebühr bezahlen musst, also die Erschließungsgebühr, wenn du die nicht sowieso schon Nicht immer als Bauherr, also wenn du jetzt selber baust und Siedlungen und so weiter, dann musst du die wahrscheinlich eh entrichten. Also müsstest du ne, vierhundert, fünfhundert Euro sind das in der Regel, um überhaupt erstmal ein Kabel ans Haus zu bekommen, Als Mieter ist das ja was anderes, ne? Also bei der Eigentümer des Gebäudes, dem oder Bauherr, wenn das grade noch gebaut wird, muss er sich dann überhaupt erstmal mit der Telekom. Also da werden ja, ohnehin Gelder für bezahlt, auch wenn die sicherlich nicht die ganzen Kosten decken, nicht, keine Ahnung, das wäre nochmal eine andere interessante Diskussion, aber jetzt äh ist ihnen das eh alles viel zu lästig, man könnte doch gleich äh machen. Dieses bezieht sich hier im Wesentlichen, das muss man nochmal genau sagen, auf Telefon. Also hier geht es um, das, was eben auch wirklich vom Staat garantiert wird, nämlich jeder muss Telefonanschluss bekommen, selbst äh Tante Erna in den Alpen. Und so war das ja bisher immer, Ja und jetzt meint man halt, ach wieso hier Mobilfunk reicht ja auch. Könnte man sogar glatt also kann ich sogar nachvollziehen. Ja, also ich meine, wenn's jetzt wirklich, wenn das eben die Garantie ist, Und das ist nämlich die Garantie, dann kann man damit alt auch telefonieren. Jetzt kann man lange darüber diskutieren, ob Mobilfunk zuverlässiger ist, äh als äh kargelgebundenes Telefon und ob denn diese Zuverlässigkeit auch ausreicht, um diesen Anspruch zu erfüllen. Anderes Thema, Aber es ist natürlich auch klar, dass äh äh wieder ein sehr weit entfernt sind von einem Upgrade dieser Basisgarantie auf Internet muss mit, dabei sein. Ich meine, an anderen Stellen, in anderen intellektuellen Kreisen, wird eher darüber diskutiert, ob man Internetzugang nicht als Menschenrecht festlegen sollte, auf der anderen äh Seite der Skala äh, dann halt die Telekom, die äh äh lange genug von ihren Monopolen da profitiert hat und meint ihr zu meint so, ach jetzt auch noch Kabel hier in den Boden reinschmeißen, wo kommen wir denn da hin?
Linus Neumann
Ich bin ähm ich frage mich ein bisschen, also wahrscheinlich wollen sie dann da echt irgendwo, Also ich glaube, ihre Überlegung ist, dass sie sagen, naja, solange es nur ums Telefon geht, ähm mit unserem Mobilfunk, mit der decken wir ja ohnehin jetzt einfach, alles ab. Das heißt, es geht jetzt wahrscheinlich nicht darum, dass sie das Geld stattdessen, äh irgendwie ausgeben wollen, um für LTE überall hinzuschnallen, sondern dass sie sich sagen, alles klar, äh wir haben ja eh schon eine Komplettabdeckung mit dem mit dem oder nahezu eine komplett Abdeckung mit unserem GSM-Netz, das reicht, Zack. Also auch hier geht's nicht um irgendwie darum, die Welt in in die die Telekom in die Zukunft der der vierte Generationsnetzwerke zu bringen, sondern vermutlich.
Tim Pritlove
Einfach die Tätigkeit im Wesentlichen einzustellen und sagen, was wollte denn hier? Es gibt auch Mobilfunk, wir machen euch gerne da so ein Home-Tarif, wie das äh Vodafonia äh eins schon mal vorexerziert hat. Ich weiß gar nicht, ob das überhaupt noch aktuell ist. Gibt's das eigentlich noch diese diese, wie hießen das? Genion äh, ne, gehen hier in Home oder gehen ja überhaupt, in deinem, in deinem äh Umfeld quasi, also in deiner Zelle kannst du halt zu einem Festnetztarif heutzutage dann halt eher nahezu.
Linus Neumann
Stimmt ja ja.
Tim Pritlove
Und wenn du halt ein bisschen weiter weg bist, dann zahlst du eben normalen Mobilfunk. Ist ja auch durchaus, hat auch alles was für sich, ja, kannst irgendwie brauchst auch kein deckt, äh Handy mehr, irgendwie hast du halt einfach immer dein Telefon dabei.
Linus Neumann
Kenne ich übrigens aus Südafrika.
Tim Pritlove
Telefonanlage im Haus hast du damit halt auch noch nicht, ne? Also so ein Verteilungs.
Linus Neumann
Nö, nee, nee, brauchst du ja auch nicht, bist du aufm Land.
Tim Pritlove
Wobei das kann man auch mit einer Fritzbox im Übrigen lösen, das Problem.
Linus Neumann
Könnte man vieles machen, ja. Also bin ich mal sehr gespannt, was hier kenne ich aber übrigens also so was sie wovon sie da reden ist auch sie wollen kein Mobiltelefon geben sondern halt irgendwie 'ne ja 'ne Fritzbox mit 'n mit 'n drei G-Modell dran oder oder zwei G oder 4G? Oder eingebaut und ähm, Damit hast du dann, also sie wollen dir trotzdem dein Feeling weitergeben, also das das Gerät, was du zu Hause stehen hast, da kannst du dann trotzdem, hast du trotzdem noch einen THE Dose, ne. Ist nur, dass kein Kabel zum Haus geht, sondern, Irgendwie oben an deinen, an deinen Kamin halt eine kleine äh Antenne gedengelt wird oder so, ne, also ähm müsste man mal überlegen. Aber ich kenne ja auch aus Südafrika, das hatte ich damals auch irgendwo verblockt in in Lesotho, da hatten die so schöne ähm, Telefon, also es waren wirklich so richtige Hinstelltelefone, die aber mit einer SIM-Karte funktionierten. Ähm damit haben Leute, die haben sie auf äh, auf Pappkartons gestellt, an der Straße und damit quasi Telefonzellen betrieben da konntest du telefonieren, weil die noch nicht so eine Abdeckung hatten. Und äh in Südafrika ist das oder in in diesen Teilen Südafrikas ist das auch so, dass die da gar nicht mehr Kupfer legen, sondern tatsächlich sich diese Länder, die noch nie überhaupt, Telefonnetze haben, hatten äh mit mit GSM äh Twim erschließen, ja. Ähm das heißt also, ja südafrikanische Verhältnisse dann auch, In Deutschland.
Tim Pritlove
Genau, dank Telekom.
Linus Neumann
Schön wird's, wie gesagt, wenn wenn dann die Leute auch noch sagen, wir wollen Internet, denn dann haben sie nicht nur ihre Drossel, sondern garantiert eine Mobilfunk in taugliche Drossel und fünfundsiebzig Gig kriegst du mit Sicherheit nicht.
Tim Pritlove
Ja, kommen wir zu der Sache mit dem Klavier.
Linus Neumann
Ja.
Tim Pritlove
Ist schon wirklich hardcore, da muss man wirklich ein bisschen schlucken, ne? Also da gibt's so Leute, die wollen der Öffentlichkeit was Gutes tun und wollen schieben da irgendwie Klaviere in die Öffentlichkeit, wo dann Leute, Musik drauf spielen dürfen. Also man stellt ein Musikinstrument auf die Straße und äh ja ähm im Rahmen von vorauseilenden Gehorsamen ist dann da auch schon.
Linus Neumann
Moment, muss man kurz dazu sagen, das ist eine eine Kunstaktion, die seit Jahren läuft, die in fünfunddreißig Städten weltweit schon durchgeführt wurde. Das äh da habe ich schon vor.
Tim Pritlove
Also.
Linus Neumann
MUS, äh geht auf äh, Den britischen Künstler Luke Jerem zurück, äh der das Projekt irgendwann mal gegründet hat und das kannst du irgendwie auf so einer Weltkarte angucken, wo die äh äh wo die das überall schon gemacht haben, ne? Und ähm, da steht dann ein Klavier, weiß ich nicht, im Park oder so. Und da auf dem Klavier steht drauf, spiel mich, ich bin deins und jeder darf da mitspielen. Und man hofft dann eben, die werden dann auch, sind dann bunt angemalt oder so, ne? Und ähm, ja
Tim Pritlove
Und jeder darf dann dahin gehen und äh spielen, egal ob er's kann oder nicht. Sicherlich in der Hoffnung und Erwartung, dass es noch Leute gibt, die Klavier spielen können, und dann eben auch tun, Ja, soweit so gut und äh man fragt sich, ja äh was hat das Thema eigentlich bei Logbuch Netzpolitik äh zu suchen? Äh Klaviere äh im Park, ist doch alles prima, die Kinder spielen, alle sind glücklich, die Vögeln zwitschern, alles wird gut, aber nee, Weil da gibt's ja dann noch die GEMA, die äh dann mal wieder mit ihrer tollen GEMA Vermutung äh da auf den Plan geht und soweit ich weiß, gab's hier, deswegen meinte ich vorhin schon vorauseilender Gehorsam, also es wurde sozusagen auch schon, Er fragt bei der GEMA, wie es denn sei, damit, weil es könnte ja sein, Das ist jetzt irgendein achtjähriger sich ans Klavier setzt und seine Lieblingsmelodie von Justin Bieber runter äh trällert, Und wir wissen ja alle, dass dass äh Finanz-Imperium von Justin Bemer sofort in seinem Kern erschüttert wird, ja, Millionen Verluste, dadurch, dass ein paar Noten durch den Wald sausen, Und da muss natürlich eingeschritten werden. Gut, dass wir die GEMA haben.
Linus Neumann
Gut, dass wir die Gamer haben. Also wir das Projekt jetzt hier in diesem Fall in München, Und der, der Junge, der Künstler, der es da macht äh oder der der Typ, der das Projekt da irgendwie auf die Beine gestellt hat, der ist nur finanziert, um da überhaupt diese vierzehn Klaviere für München zu kriegen. Ist denn zur GEMA gegangen und hat eigentlich damit gerechnet, hat gesagt, naja, komm!
Tim Pritlove
Mach mal ein Angebot.
Linus Neumann
Sagste denen mal Bescheid, ne. Ähm.
Tim Pritlove
Ja. Dann bist mal fein raus.
Linus Neumann
Dann äh wissen, fühlen die sich wenigstens irgendwie ernst genommen und sind nachher nicht beteiligt. Und ähm er ging, hatte gehofft, dass die ähm, dass die GEMA wie bei Straßenmusikern, dann darauf verzichten würde. Da gibt's nämlich einen Cheat Spruch der Gamer für für Straßenmusiker, muss ich sagen, die GEMA wird ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, Für Musikaufführungen von Straßenmusikanten keine Aufführungstantien beanspruchen. Das heißt, sie haben sie sagen, also ohne.
Tim Pritlove
Machen das wahrscheinlich nicht.
Linus Neumann
Wahrscheinlich nicht weg. Wir wir sollten wahrscheinlich und dürfen aber im als Zeichen unserer Großzügigkeit.
Tim Pritlove
In unseres.
Linus Neumann
Ja, weil wir so verzichten wir darauf. So und jetzt äh kommt also dieser junge Mann und sagt, ja guck mal hier, ich habe hier ein Klavier in die Stadt gestellt und ähm, dann sagt die Gamer, ja ihr hier hm Rechnung sieben Prozent Mehrwertsteuer und so weiter äh ungefähr fünftausend Euro, Und diese Klaviere und weil sie von einer Mindestpauschale pro Klavier und Tag ausgehen Also dieser und dieses Projekt ist dann zeitlich begrenzt. Die Klaviere stehen immer so eins zwei Monate so unterschiedliche Dauer, Ja, fünf Mille. Wollten die. Nee, nee, nee, insgesamt, für die, für dieses Projekt, hätte hätte ich jetzt so verstanden, ne? Also es äh das ganze Projekt ist aber, wie gesagt, irgendwie von Teil über Crowdfunding, Teil Kulturreferat der Stadt, 'ne Kulturstiftung irgendwie um diesen um dieses Projekt irgendwie auf die Beine zu stellen. Und dann kommt die GEMA und sagt ja und wir hätten gerne noch fünf Mille, Und dann äh sagt der äh muss der mit der GEMA reden und sagen, na ja ähm, könnt ihr vielleicht auch berücksichtigen, es gibt ja Regentage.
Tim Pritlove
Bund so viel gespielt wird.
Linus Neumann
Wo nicht so viel gespielt wird, Vielleicht können wir uns ja irgendwie, vielleicht können wir uns beim Deutschen Wetterdienst ausrechnen lassen, wie viele Male das regnen wird in der Zeit und deshalb könnt ihr mir vielleicht preislich ein bisschen entgegenkommen, damit wir dieses Projekt machen können, und außerdem hat die Gamer dann wohl äh wohlwollend äh zur Kenntnis genommen, dass das Kulturreferat der Stadt an dem Projekt beteiligt ist, und hat dann äh die Summe, Äh gemindert, weil nämlich die Stadt sowieso schon eine Gamerpauschale zahlt. Das heißt, die die GEMA hat anerkannt, dass sie eine GEMA-Pauschale zahlt die Stadt und deshalb kann man ja so, ein bisschen weniger dafür nehmen, dass sie ein Klavier inne Stadt stellen.
Tim Pritlove
Aber nicht es einfach mal sein lassen, da Kohle zu nehmen.
Linus Neumann
Ungefähr also was man hier so raussieht, ungefähr zweieinhalbtausend Euro ähm, Etwas weniger als halb so teuer, also zwei, zweieinhalbtausend Euro äh äh hat die GEMA sich dann da großzügigerweise äh runterhandeln lassen. Und äh ja.
Tim Pritlove
Was soll man dazu noch sagen? Also ja, das ist einfach mal nur wieder ein schönes Beispiel, das Tier einfach das System nicht funktioniert. Und ich hoffe, inständig, dass wir da bald 'ne Alternative am Start haben mit einfach auch diese Automatismus wegfällt und dass es da eben auch die Möglichkeit gibt mit anderen Einigungen zu erzielen. Für solche Fälle, unter anderem.
Linus Neumann
Es ist einfach ein es ist einfach nur noch ein Witz, zumal also was was passiert an so einem Klavier? Natürlich kann das gut sein, dass da mal ein Pianist, vorbeikommt und sagt, boah, das ist aber toll. Ne, da kann ich mal schön zehn Minuten Stück spielen und vielleicht sind Leute dabei und applaudieren in Frankreich äh habe ich das öfter mal gesehen. Da standen auch solche Klaviere rum, irgendwie in in Einkaufszentren oder so, ne? Dann kommt halt jemand vorbei, legt seine seine äh Taschen ab und spielt ein Stück, Fünf bis zehn Minuten und ähm der konnte das halt auch, ne, dann ist dann so ein Moment, der.
Tim Pritlove
Ja, aber was wird da meistens dann gespielt? Klassische Musik, die uralt ist, ja? Chopin, trallala, da muss keinem mehr irgendwas vergütet werden. Das alles durch, der Typ ist so lange tot, dass sogar die Copyright-Industrie da äh es nicht geschafft hat, das so lange rauszuzögern, und äh da das in dem Moment ja auch keine Aufführung einer Aufnahme ist, werden da auch keine Rechte von irgendwelchen äh Künstlern und Interpreten äh verletzt, sondern es ist eine reine Kompositionsnummer, ja? Und davon auszugehen, das finde ich so ein Klavier, da im öffentlichen Raum steht, wenn man sich an dieses Klavier stellt, dass er den ganzen Tag äh Nina und Dieter Bohlen gespielt wird meine geht's noch? Das ist einfach, das ist einfach weltfremd.
Linus Neumann
Es ist äh also ich meine äh ich glaube, man kann sich auf diese also man kann sich doch wirklich, Also da da braucht man nicht mehr darauf hinzuweisen, dass das weltfremd ist. Das ist einfach nur noch ähm nur noch asozial. Und auch wahrscheinlich bewusst.
Tim Pritlove
Ein Klavier, ein Klavier, GEMA, wir danken dir.
Linus Neumann
Wir hatten es ähm auch in der letzten Sendung kurz erwähnt, dass es ja jetzt eine verfassungsschwer.
Tim Pritlove
Eine Verfassungsbeschwerde gegen na?
Linus Neumann
Verfassungsbeschwerde äh gegen die gegen die Bestandsdaten Auskunft gibt.
Tim Pritlove
Ja, Logopädische Experimente mit Logbuch Netzpolitik.
Linus Neumann
Ähm das ist äh von wie gesagt angestrengt, von äh von Patrick.
Tim Pritlove
Ne
Linus Neumann
Katharina Nokuon.
Tim Pritlove
Politischen Geschäftsführerin.
Linus Neumann
Der Bratenpartei.
Tim Pritlove
Wie das so schön heißt im äh Politiksprech. Ja aber auch schon vorher äh recht bekannt war, zumindest im Datenschutz äh Segment und eben so zu diesem nördlichen Aktivismus äh Zirkel gehört. Patrick Preyer selber ja eher äh Schleswig-Holstein, wenn ich mich richtig erinnere und ähm Natascha war auch die ähm Spitzenkandidatin im Wahlkampf in Niedersachsen, der Piraten, und ist halt auch schon vor dem ganzen Piratending da bekannt gewesen. Wie auch immer, die Verfassungsbeschwerde, Hat jetzt schon stattgefunden.
Linus Neumann
Gibt's jetzt und man kann da mitmachen.
Tim Pritlove
Ah okay, also es wird.
Linus Neumann
Da kann man also ein Vollmachtformular ausfüllen und das ist so, ähnlich wie in der ähm wie es bei der VDS auch war, dass man da so, wenn ich mich jetzt.
Tim Pritlove
Möglichst viele Leute anschließend. Damals waren's glaube ich über dreißigtausend oder so.
Linus Neumann
Genau, man kann da mitmachen, es kostet nichts. Äh muss irgendwie Name äh Adresse und so weiter äh angeben und ähm verschiedene Daten und so und dann ist man Teil dieser äh Verfassungsbeschwerde. Aber man hat weder Gerichts noch Anwaltskosten. Beziehungsweise es ist theoretisch gibt es welche, aber äh davon werden die äh Teilnehmer äh freigehalten.
Tim Pritlove
Wir sind Verfassungsbeschwerde.
Linus Neumann
Und äh die Begründung haben sie, das ist interessant kaum. Bist du dann da mit so einem äh also kaum begibst du dich in diese Region ähm musst du ja dann auch wirklich, sinnvoll juristisch, Argumentieren und kann's nicht irgendwie sagen, so nee, das ist einfach asoziale Scheiße, was ihr da macht. Ähm und deswegen bezieht sich diese Verfassungsbeschwerde, hauptsächlich darauf, dass es äh dass diese Abfrage nicht mehr auf Einzelfälle beschränkt ist, sondern eben so ein Grundding ist, dass es so so einmal verfassungsrechtlich bedenklich, dann dass es eine äh elektronische automatische Abfrage gibt und dass irgendwie ähm, äh BK und Zeugkriminalamt Zugriff zu Möglichkeiten bekommen haben, die äh bisher noch durch das äh Fernmeldegeheimnis äh gedeckt und deshalb nicht gestattet sind. Ähm, Das ist so deren zentrale Argumentation ähm, wenn man sich das dann auf juristisch durchliest, dann klingt es etwas äh komplizierter. Ähm.
Tim Pritlove
Immer, wenn man sich was juristisch durchliest.
Linus Neumann
Also genau nicht. Es es fehlt die verfassungsrechtlich gebotene abschließende Bestimmung. Welche Vorschriften ein Zugriff auf Kommunikationsdaten erlauben sollen. Also in welchem, im Rahmen welcher Vorschriften dürfen sie da überhaupt drauf zugreifen? Welche Probleme dann, dass es eigentlich Vorgaben gibt, sowas auf, irgendwie zu beschränken äh auf bestimmte Straftaten, Entschuldigung, ich kann das, glaube ich, jetzt nicht alles äh im Detail ähm, nochmal wiedergeben, weil es relativ komplizierte Sätze sind. Aber ähm es man sieht, also sie haben sich äh sehr klare Gedanken darüber gemacht, gegen welche ähm gegen welche Gesetze und verfassungsrechtlichen Grundlagen man damit äh mit dieser Bestandsdatenauskunft verstößt und ja, ich denke, dass das für jeden und die Idee von uns sinnvoll ist, sich daran zu beschweren und dass wir da hoffentlich.
Tim Pritlove
Zu beteiligen, an der Beschwerde. Logopädische Experimente mit Lokbuchnetzpolitik, ja, es ist.
Linus Neumann
Dabei bist du müde?
Tim Pritlove
Ja ja, ich wundere mich auch. Ja. Nachhaltig. Aber ist okay.
Linus Neumann
Also, macht da mit, draufklicken, irgendwie Name angeben und gib ihm und dann hoffen wir, dass wir das irgendwie genauso rocken, wie die äh Forestanspeicher.
Tim Pritlove
Genau. So, aus der Abteilung, Überwachung, äh, leicht gemacht, gibt's äh einen schönen äh Feststellung von Heise Security, die ähm mal so ein paar Tests gemacht haben. Ich weiß nicht mehr ganz genau, wie es wurde bei einem Leser, gemeldet und dann haben sie es auch selber überprüft. Da wurden innerhalb von Skype-Chats URLs hin und her geworfen in dem Fall halt wahrscheinlich eher so interne Test äh Server, die ich unterstelle das jetzt mal eben mal schnell aufgesetzt wurden und dann ne, versucht man da den ähm, alles so ein wenig zum Laufen zu bringen. Man klickt da so, die noch nicht so lange existiert, es ist natürlich sehr unwahrscheinlich, dass innerhalb eines bestimmten Zeitraums, also irgendwann kommt natürlich so ein.
Linus Neumann
Irgendeiner vorbei.
Tim Pritlove
Adressscanner äh vorbei und guckt mal, ah, da läuft ein Webserver und da klicken wir mal drauf rum, das ist äh klar. Nur in dem Fall war es eben so, dass äh relativ schnell, ich glaube, innerhalb eines Tages, Äh Webrikfest auf diesem Webserver, der dessen Adresse eben nur intern über so eine Skype-Verbindung mitgeteilt wurden ist, äh aus, im Netz von Microsoft Kram. Microsoft muss man dazu sagen, wer es noch nicht mitbekommen hat, ist der Eigentümer von Skype. Die haben dieses für viel, viel, viel Geld gekauft und äh offensichtlich ist es so, dass hier, Verkehr aktiv mitgelesen würden, nicht nur das, dass sogar URLs, die da hin und her gereicht werden, dann, tja, benutzt werden. Warum das so ist, Das ist zum aktuellen Zeitpunkt, klar, ja. Könnt ihr jetzt ihnen mal so zu Gute halten, dass es natürlich so was ist wie ja, wir wollen hier gucken, fisching Dings und so weiter. Nur, Private Chats, äh hallo, geht's noch?
Linus Neumann
Interessanterweise, also sie haben's natürlich dann noch ein bisschen vereinfacht, also einfach ähm, nimmst halt einfach eine eine lange Zufallszeichenkette und wirfst die in deinen Chat, um halt wirklich absolut die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, dass irgendwo da noch ein Zufall mit drin Das ist das ist irgendwie durch Zufall passiert, dass dass äh dass Redman da vorbeikommt. Das war immer so innerhalb von einigen Stunden. Interessanterweise macht dieser Server äh aus Redmint, Also er macht nicht, also er sagt nicht, so gebt mir den kompletten Dokumenteninhalt, sondern er sagt äh er möchte nur den.
Tim Pritlove
Gibt's das wirklich?
Linus Neumann
Genau, existiert das und dann kriegt man ähm sowas wie mit sowas kann man jetzt zum Beispiel überprüfen, ob der ob man, ob die Datei noch die gleiche ist, die man gecacht hat oder so. Ja, also als äh als Browser da ähm zu Minimierung von ähm, Das heißt, die gucken nicht in die Inhalte, übernehmen aber selbst bei HTTPS äh dann, wenn man in einem getrequest irgendwie, also sowas wie Fragezeichen, User gleich, äh und Passwort gleich schickt, dann übernehmen sie das. Also theoretisch klauen sie mit die äh die Login-Daten.
Tim Pritlove
Also äh was mich jetzt mal interessiert hätte, weil ich meine klar, wenn du so eine URL hast, wo Login-Daten in der URL sind, Dann äh ist das ja selbstverständlich, also was heißt selbstverständlich, also wenn man da drauf zugreift, dann greift man natürlich dann auch darauf zu. Frage ist äh Das sehe ich nämlich in diesem Artikel nicht, ob sie auch URLs, wo explizit Username und Passwort in der URL waren, also in der URL-Schreibweise, User, Doppelpunkt Passwort at Domain und dann Slash, Ja, also wenn äh richtige Harte TP Authentication äh verwendet worden wäre, ob sie explizit eben auch die nehmen, um ihren Hattrick fest durchzuführen, hätte ich nochmal ganz interessant gefunden, lässt dich jetzt leider nicht mehr überprüfen, weil nach der Berichterstattung von Heise verschwand das dann nach einem Tag wieder.
Linus Neumann
Genau. Es wurde aber ähm, Sie haben sich dann bei Skype gemeldet und sie zeigten dann Skype äh verwies auf seine Datenschutzrichtlinien, in denen steht. Skype nutzt gegebenenfalls innerhalb von Sofortnachrichten und SMS automatisierte Scannen zur Bestimmung von A, vermutlich im Spam und oder B URLs, die bereits als Spambetrugs oder Phishing links identifiziert wurden. Ähm. Mit einem kannst du das aber eigentlich dann wiederum nicht rausfinden. Also ist so ein bisschen unklar, wenn sie sich nicht den Content tatsächlich anschauen, was denn überhaupt soll.
Tim Pritlove
Ja, auch hatte die BS greifen sie ja drauf zu, was jetzt auch nicht unbedingt so verbreitet ist für Spam. Also, Positiv könnte man sagen, sie haben da irgendwie so einen, Ähm System, was nur das gute TM tun möchte und äh ihnen ist da so eine Dusseligkeit unterlaufen, dass eben auch URLs, die in Chats hin und hergehen, da automatisch mit rein geraten. Auf magische Art und Weise, ja. Äh wenn man's mal ein bisschen böse formuliert, äh kann man auch sagen, hallo, was habt ihr überhaupt in einem privaten Chat zu suchen? Was ist auf jeden Fall sehr schön zeigt, ist, Der Meinung ist, dass ein Skype Kommunikation verschlüsselt wäre im Sinne von Ende zu Ende verschlüsselt, ja? Bitte vergessen. Das ist aber nicht so. Und es ist auch, so, dass hier aktiv mitgelesen wird. Ja, also alles, was dort geschrieben wird. Kann nicht nur mitgelesen werden, sondern wird mitgelesen. Von wem und wer da sozusagen noch mit einbezogen wird, in Abhängigkeit wovon und welche Keywords da vielleicht greifen, we don't know? Ähm, aber wer auch nur so halbwegs sensitives Zeug äh hin und her schicken möchte, bitte nimmt was anderes.
Linus Neumann
OTR.
Tim Pritlove
Ja, auch keine ideale Lösung.
Linus Neumann
Was spricht gegen OTR?
Tim Pritlove
Spricht zum Beispiel, dass es kaum verbreitet ist und dass eigentlich immer wieder so Synchronisationsproblematiken hast, mehrere Kleines und das ist einfach es gibt da einige Ansätze, Verschlüsselungstechnisch, trinkt euch was aus, mal gucken, so eine richtig geile Lösung, habe ich auch noch nicht gesehen, aber mal gucken.
Linus Neumann
Also, gibt der gibt viele Möglichkeiten. Ähm irgendwie OTR ist eine ist in gängige Clients auf, also auf den den gängigen Jabber-Klein für MACOS auf jeden Fall mit drin. Ähm, Bei für also die Lenux äh Version muss man sich das, glaube ich, im gängigen Debian und Obundus nochmal extra installieren. Ähm.
Tim Pritlove
Ich würde einfach sagen.
Linus Neumann
Oder GPG.
Tim Pritlove
Einfach nichts Sensitives.
Linus Neumann
Sprecht GPG. Nein, ihr müsst immer alles verschlüsseln. Immer alles endet seine Verschlüssel. Da da halte ich es mit äh Julio Assanches.
Tim Pritlove
Ja, aber es ist halt einfach nicht realisierbar heutzutage, ohne weiteres.
Linus Neumann
Ja
Tim Pritlove
Man müsste es und sollte es vielleicht tun, aber es ist halt nicht zumutbar derzeit. Es ist einfach schwierig, ja. Da auf deinem Computer kannst du da was installieren, was machst du dann auf deinem iOS-Device? Ja, es ist einfach nicht.
Linus Neumann
Ja aber das ist das, das finden, das würde ich ja nicht als Status quo akzeptieren wollen, die Scheiße ist doch eigentlich, das ist das ist natürlich geht das ohne Probleme, Natürlich kannst du alles Ende zu Ende verschließen. Du kannst E-Mails, Hände zu Ende verschlüsse, du kannst deine Kurznachrichten, Ende zu Ende verschlüssel, aber in keiner Scheiß-Software ist das einfach nur mit dabei. Immer irgendeinen Plug-in haben. Und das kann doch inzwischen echt kein Zufall mehr sein.
Tim Pritlove
Also die Aussage, keine Software, stimmt nicht so ganz, es gibt welche, die behaupten das zumindest. Äh ich kann jetzt keine Liste nennen, aber ja.
Linus Neumann
Wie gesagt, Adium hat's mit drin, ähm, haben dann inzwischen alle mit drin, das hat sich auch so als Standard durchgesetzt. Klar, da gibt's schon Lösungen, aber das das äh Entscheidende wäre doch eigentlich, Das wird immer und automatisch schon mit drin ist. Und da ist dann, finde ich, Adio mit äh hm für Meck schon einfach die sinnvollste Variante, weil sie OTR einfach direkt mit installieren und machen.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Das kommt am nächsten, dem kommt der, der, der, der, der, dem, dem idealen Zielraum am, am nächsten.
Tim Pritlove
Wenn die Gegenseite das auch kann und selbst wenn sie's kann, funktioniert's dann manchmal dann doch nicht und so weiter. Also es äh jetzt auch, glaube ich, nicht unbedingt jetzt hier unser Fokus. Gut, ich denke, die Skype-Geschichte haben wir, noch ausreichend behandelt, oder? Dann äh schauen wir da nochmal, was wir noch auf dem Programm haben. Gar nichts.
Linus Neumann
Das Spannende bei Skype ist ja noch, äh, noch dazu, dass er ursprünglich mal immer davon ausgegangen ist, dass Skype ja so so schönes äh, und so weiter macht, ne? Und dass sie, dass das ein dass sie dezentral funktionieren würden und so, ne? Und das äh erübrigt sich dann mit dieser äh zumindest bei den Kurznachrichten.
Tim Pritlove
Ja, das war eigentlich auch schon immer Mumpitz, also äh sagen wir mal so, es funktioniert an der Stelle, wo es eben Last vom Hauptnetzwerk nimmt, ja, mit anderen Worten, in dem Moment, wo man Skype macht, arbeitet, arbeitet die eigene Ressource auch noch für andere mit. Ähm da hat man dann aber nichts von. Ja, Linus, das war's, oder?
Linus Neumann
Wär's dann wahrscheinlich für heute.
Tim Pritlove
Ja. Demnächst dann äh wieder auch mal Gäste, heute mal ohne. Das ist eigentlich immer sehr belebend. Ähm um sonst noch irgendwas zu verkünden. Mir fällt jetzt eigentlich nichts mehr ein, weil man mit seinem Intro eigentlich schon leer geschossen.
Linus Neumann
Ja, ich denke auch.
Tim Pritlove
Gut, dann war's das. Ihr seid entlassen. Bis zum nächsten Mal. Tschüss.

Shownotes

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Prolog

Telekom-Demo in Köln

Telekom stellt Netzausbau ein

GEMA, ach weisste…

Verfassungsbeschwerde gegen Bestandsdatenauskunft

Skype checkt Links

21 Gedanken zu „LNP065 Ein Klavier! Ein Klavier!

  1. Habt ihr einen Tipp für ein Chatprogramm mit Ende-zu-Ende Verschlüsselung das Multiuser-Chats auch verschlüsselt? (z.B. für permanente Chats mit Arbeits-, Schulkollegen, etc .. )

    OTR funktioniert ja nur für Chats mit 2 Personen.

    Am besten noch mit Clients für alle Platformen (OSX, Linux, Windows, ..)

    gibt’s da wirklich (noch) nichts brauchbares?

    freundliche Grüße
    Jürgen

      • Danke für deine Antwort!

        Soweit ich das sehe ist das ja nur ein weiterer Client, der OTR unterstützt. Dass Multiuser-Chats nicht verschlüsselt werden ist ja ein Problem von OTR.

        Oder hast du das in Verwendung ich verstehe das falsch?

        freundliche Grüße
        Jürgen

        • Ich habe es nicht in Verwendung, nur kenne ich viele, die begeistert sind von dem Tool. So wie ich das verstanden habe, übernimmt jitsi die Verschlüsselung, ich kann mich aber auch irren.

          Daher mein mit „viell.“ eingeschränkter Tipp. Ich habe bisher leider auch noch nicht alle Informationen, die mich bei jitsi interessieren, gefunden.

  2. Würde mich sehr freuen, wenn ihr wegen des Gema-Themas demnächst nochmal jemanden von der C3S einladen würdet, den aktuellen Stand der Dinge zu erklären. :)

  3. Wollt bloss mal generelles Danke sagen für Eure launige tolle „Sendung“.
    Obwohl man beim Hören wegen der Realitäts-Situation oft zu dem Schluss kommt „Optimismus ist nur Mangel an Informationen“,
    habt Ihr meist auch einen lustigen Blick auf den manchmal unlösbar erscheinenden allgemeinen ClusterFuck in der NetzPolitik.

    Auf weitere 100 Jahre LogbuchNetzPolitik und Euch beide endlich mal auf dem Spiegel-Cover (zur Not als „Hitlers Admins – die geheime braune IT des 23. Reiches“) freut sich

    Nico :)

  4. Ich halte es für einen sehr wichtigen Grundsatz erst dann Gesetze und Regelungen einzuführen, wenn ein Problem besteht und nicht schon im Voraus. Andernfalls wird nur die Mündigkeit und Freiheit der Bürger eingeschränkt.
    Ob die Drosselung der Telekom wirklich die Netzneutralität gefährdet und negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Internets haben wird, kann man doch eh erst 2016 bewerten, wenn die Drosselung tatsächlich stattfindet. Dennoch sind bereits jetzt die Bundesnetzagentur und der Wirtschaftsminister aktiv geworden. Wenn es um den Schutz der inneren Sicherheit geht, wünschen wir uns ja auch eine möglichst geringfügige proaktive Gesetzgebung.

    • Ich halte es für einen sehr wichtigen Grundsatz erst dann Gesetze und Regelungen einzuführen, wenn ein Problem besteht und nicht schon im Voraus.

      Jedes Problem erst einmal haben zu wollen, bevor man es löst, kann ich nicht wirklich als sinnvollen Ansatz sehen, eine Gesellschaft zu gestalten.

      Ersetze doch zum Beispiel mal im Folgenden Satz Drosselung mit CO2-Ausstoß und Internet mit Klima:

      Ob die Drosselung der Telekom wirklich die Netzneutralität gefährdet und negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Internets haben wird, kann man doch eh erst 2016 bewerten, wenn die Drosselung tatsächlich stattfindet.

      • @Linus Also du hast natuerlich einerseits recht, dass man Probleme, die offensichtlich bevorstehen, nicht im nachhinein anpacken sollte. Aber irgendwie finde ich es schon seltsam nach dem Staat zur Loesung der Probleme zu rufen. Die allgemeine Abhaengigkeit der Internet-User von den ISPs und in diesem Fall von der Telekom ist ein grundsaetzlicher Konstruktionsfehler des Netzes. Sollte man da nicht in Richtung eines neuen Konzeptes statt nach neuen Regelungen durch den ach so vertrauenswuerdigen Staates suchen? Kann sich niemand was anderes Vorstellen als ein kapitalistisch getriebenes Netz zum Wohl der Allgemeinheit? Wie waere es mit ein bisschen Utopie?

        • Im Grunde drehst Du dich argumentativ im Kreis.

          Jeder Abnehmer ist seinem Anbieter ausgeliefert. Wenn man das so drastisch darstellen möchte. Siehe Benzinpreise, Strom- oder Wasserkosten.
          Die Gegenseitigkeit ist normal auf dem Markt der Angebote und Nachfragen.

          Dies zu umgehen bedeutet nunmal diese Abhänbgigkeit durch Vergesellschaftung aufzulösen. Eine Variante und bei solch großen Vorhaben wohl die einzige, ist die Verstaatlichung. Ich glaube nicht, dass kommunale Gesellschaften dieser Aufgabe gewachsen wären.

          Wenn man nicht gleich verstaatlichen möchte, muss der Staat anders eingreifen. Zum Beispiel in dem es Vorgaben zu den Angeboten und den Tarifen gibt. Wer soll es denn sonst machen? Sowas wie die FSF des Internets, die FIF – Free Internet Foundation? Was soll sie machen im Grunde? Es gibt ja keine Lizenzen oder andere Rechtliche Grundlagen aufgrund dessen man ISPs vor Gericht zerren könnte, solange sie innerhalb bestehender rechtlicher Rahmen aggieren. Möchte man aber diesen Rahmen verändern, muss man eben nach dem Staat rufen.

          Gruß
          BrEin

      • Jedes Gesetz schränkt die Freiheit der Bürger ein und daher sollten m.E. Gesetze nur dann erlassen werden, wenn dadurch bestehende oder sich konkret anbahnende Probleme vermieden oder beseitigt werden. Von diesem Stadium sind wir durch die Drosselungspläne in Kombination mit den „managed services“ noch weit entfernt.
        Eine rigorose gesetzliche Regelung der Netzneutralität birgt die Gefahr, dass sich virtuelle oder noch schlimmer physikalisch getrennte Parallelnetze etablieren könnten, weil für gewisse Dienste, wie z.B. Telefonie, virtuelle Kraftwerke, M2M usw. keine ausreichende Dienstequalität herstellen lässt.

        CO2-Ausstoß und Klima ist ein Beispiel dafür, dass wir Gesetze und Investitionen auf einer schwammigen Grundlage beschließen. Dies ist aber deshalb nötig, weil die Folgen einer potentiell anthropogenen Klimaerwärmung in vielen Jahren nur durch heutiges Handeln gestoppt oder gemindert werden kann.
        Dagegen können Fehlentwicklungen, die aufgrund mangelhafter Regelungen der Netzneutralität entstanden sind im Nachhinein korrigiert werden.

  5. Danke für das Pluggen von Linus‘ Vortrag. Nimms nicht persönlich Tim, Linus‘ Vortrag war für mich unterhaltsamer und informativer. Mag aber am Inhalt liegen, nicht an der Person. Der Vergleich hinkt sowieso.

  6. An Linus Blogartikel zum Sichern eines Notebooks wäre ich auch interessiert. Vielleicht findet er mal die Muße, den zu schreiben.

    Ansonstent gibt es zwischenzeitlich Threema für iOS und Android, ein sorgfältig gemachter Messenger (http://threema.ch/de/) mit echter (!) Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Zwar nicht Open-Source, sondern proprietär, aber immerhin mal ein Messenger, der die Verschlüsselung einmal ernsthaft umsetzt und zudem seine Server in der Schweiz stehen hat. Bei der letzten MobileMacs-Sendung wurde der auch bereits positiv erwähnt.

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