LNP090 Vorratsdatenspeicherungssprachregelung

Internet kaputt — Obama-Rede — Netzneutralität — Vorratsdatenspeicherungssprachregelung — E-Mail-Konto-Klau — Porno-Abmahnungen — Zensurheberrecht

Deutschland diskutiert über das kaputte Internet. Wir auch. Und wir gehen gleich an die Quelle der Diskussion und haben uns Sascha Lobo ins Studio eingeladen. Meinungsfreudig steigt er in unsere zahlreichen Themen der Woche ein und gibt uns einen Eindruck von seinem Leben als professioneller Interneterklärer.

Dauer: 2:03:55

On Air
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avatar Sascha Lobo

Das Internet ist kaputt

Unser Gast Sascha Lobo wandte sich mit einer selbstkritischen Einsicht an die Öffentlichkeit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

Obama-Rede

US-Präsident Barack Obama wandte sich mit einer wenig selbstkritischen Rede an die Weltöffentlichkeit.

Netzneutralität in den USA gekippt

Ein US-Berufungsgericht wandte sich mit einer kritischen Urteil an die Netzneutralitätsverordnung der FCC.

Einigung auf Sprachregelung bei der Vorratsdatenspeicherung

Justizminister Heiko Maas wandte sich der Arbeit an einer Vorratsdatenspeicherungverodnung zu.

16 Mio Email-Konten “geklaut”

Das BSI wandte sich mit einem Sicherheitstest an die Eigner von .de-E-Mail-Adressen.

Porno-Abmahnungen

Das technische Gutachten zur Software GLADII wurde veröffentlichlicht.
Zentrale Fragen beantwortet es nicht.

#Zensurheberrecht

Das Bundesinnnenministerium mahnt die Plattform frag-den-staat.de mit Hilfe des Urheberrechts ab.

 

92 Gedanken zu „LNP090 Vorratsdatenspeicherungssprachregelung

  1. Warum glaubt Sascha Lobo, daß er das Internet so gut versteht, um es anderen erklären zu können? Wenn man Linus und Tim so oft widerspricht, ist das ein Alarmzeichen…

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  2. Ich konnte der Diskussion nicht folgen und ich habe sie nicht verstanden. Was sind denn nun die Folge? Wie soll man ganz praktisch mit dem Skandal tun?

    Mir war es Alles zuviel. Ich verstehe es nicht mehr.

  3. Ah… “Logbuch Sacha Lobo” war ja eher nen bischen anstregend. Wann kommt den dann “Logbuch Netzpolitik Folge 090” ? Im übrigen, ich glaube mit der Überschrift stimmt was nicht.

  4. Bitte sprecht nie wieder mit Sascha Lobo oder ähnlichen Labertüten. Der gute Mann ist nichts weiter als ein Phrasendrescher. Hat er auch nur eine wirkliche Aussage gemacht? Er spricht ja fast wie ein Politiker – und wir wissen doch alle nur zu gut, warum die sich so verhalten.
    Sascha warnt, Sascha weist hin, Sascha will Debatten anstoßen, blablabla. Das ist anstrengend, überflüssig und nervt.

    Diesen schönen Podcast mit so seichtem Quatsch zu verwässern, ist eine ganz schlechte Idee. Lieber wieder wie sonst, denn das ist toll!

    • Das habe ich auch so wahrgenommen. Er lässt keine Gelegenheit aus, Linus wie einen Deppen hinzustellen. Das war absolut unnötig. Dass er sich selbst am liebsten reden hört, ist nochmal eine andere Geschichte.

  5. Als ich den Blogeintrag geöffnet hatte und den Player startete, dache ich bin auf Logbuch-Netzpolitik.

    Jetzt hier unten bei den Kommentaren weiß ich, ich bin auf Focus Online oder Bild.de.

  6. Solche Gespräche sind so wichtig und finden doch viel zu wenig statt.

    Danke Euch dafür. Bitte bringt Fortsetzungen wo immer es möglich ist.

    • Nee, im WMR war Lobo hervorragend und hat max&mspro einfach nur an die Wand geredet/argumentiert. Die beiden hatten eben nichts entgegenzusetzen.

  7. In der Folge endlich mal kontroverse Diskussion, die zum Nachdenken anregt!
    Hat auch super Potential für mehrmaliges Anhören.
    Tolle Folge, vielen Dank!!

  8. Boah, war das anstrengend. Inhaltlich fand ich gut, dass in dieser Folge zwischendurch mal gestritten wurde. Da sieben sich dann die Knackpunkte einer Debatte heraus und man sieht, worüber man sich nochmal Gedanken machen musste.
    Anstrengend fand ich jedoch, dass Sascha nicht gerade ein disziplinierter Disputant ist und Tim und Linus kaum mal einen Satz zu Ende sprechen konnten.

    Schön wäre, Diskussionen zu haben, in denen durchaus unterschiedliche Meinungen zum Ausdruck kommen, man sich aber zum einen ausreden lässt, und zum anderen gemeinsam über “Disturbance in the Force” oder “Die Seite war voll” lachen kann. Respekt an Tim und Linus, die Ruhe bewahrt zu haben.

  9. Sascha will ein neues “Internet-Narrativ” (schon dieses Wort allein…)? Er möchte neuen “Internet-Optimismus”? Ja und dann? Dann hören NSA und GCHQ auf, uns totalzuüberwachen? Ganz sicher! Sascha hofft auf Rettung durch die “Politik” – genau die Politik, die so geil auf Vorratsdatenspeicherung ist? Viel Glück! Ich fand diese Folge wirklich enttäuschend, obwohl ihr sonst top seid.

  10. Ich fand die Erweiterung durch Lobo insgesamt gut. A. wurden die Punkte mal halbwegs kontrovers diskutiert, B. betrachtet Lobo eher die Metaebene, (wenn ihr ihn nochmal einladet sollte vorab ausgemacht werden, dass jedes Mal, wenn das Wort “Ebene” verwendet wird, ein kleines Schnäpperle getrunken wird) was noch eine weitere Sicht auf die Dinge bringt. Ob man die dann teilt ist eine andere Frage, aber die neue Perspektive tut ab und an ganz gut.

    Arbeiten sollte der gute Mann aber mal am Diskussionsverhalten. Diese, “das müsstest du eigentlich besser wissen”, “ihr seid Nerds” und “du siehst das aus der falschen Perspektive/ den falschen unwichtigen Punkt” Attitüde wirkt regelmäßig etwas überheblich. Vor allem wenn man sein Gegenüber nicht ausreden lässt. Würde ja völlig ausreichen, den eigenen Punkt darzulegen.

  11. IMHO:
    Ich fand Sascha richtig gut.
    Es müssen doch nicht immer alle ins selbe Horn blasen.
    Und ich finde Sascha hat recht. Die Politik kann sich nun mal für Sachen wie Breitbandausbau,Netzneutralität oder Briefgeheimnis etc pp einsetzten. Wenn die Politk morgen einen auf Big Firewall und Deutschlandnetz macht, dann werdet ihr verstehen was er meint. Aber auch Linus und Tim haben recht. Wo die Politik nicht schnell genug ist oder nicht will, da müssen die Techniker ran. Wenn es einen einfachen Weg gibt seine E-Mails/Post zu verschlüsseln und das auch alle machen, dann muss oder braucht die Politik nicht mehr handeln.

  12. Sascha Lobo hat sich leider zum Hans-Ulrich Jörges der Netzpolitik entwickelt. Seine Positionen sind gerade noch nachvollziehbar, seine persönlicher Stil ist nicht hinzunehmen. Move on und ignorieren.

  13. Der beste Podcast seit langem …. Ein so toller Gast , hoffe ihr habt den noch öfter gebucht . Ich hätte gern noch weitere 2 Stunden zugehört vor allem gab es ja soviel was nur angeschnitten wurde – hoffe wirklich davon gibt es eine weitere Folge ! Danke , diese Folge hat wirklich sehr gut unterhalten und war zudem auch noch informativ !

  14. Ich weis nicht was einige auf Herrn Lobo rumhacken müssen. Ja er ist nicht gerade der zurückhaltende Typ, also eher unnerdig. Inhaltlich hat er aber nicht selten den Finger an der richtigen Stelle, und schafft es über seine Kanäle das Thema einer breiteren Masse zugänglich zu machen. Gerade der rampenscheu Nerd sollte froh darüber sein eine derartige Rampensau auf der eigenen Seite zu haben. Auch wenn mir die Art von ihm auch nicht immer schmeckt, muss ich seine Arbeit anerkennen.

  15. JA! dem kann ich nur zustimmen! NEVER AGAIN S.Lobo – der Typ hört sich verdammt gerne reden – am besten fand ich seinen Einwand an Linus gewand zum BSI Verfahren: “…nene…da gibt es ganz moderne Technik, die das kann…” Nocheinmal S.Lobo hier eingeladen und ich höre die betroffene Folge nicht! *schmerz*

  16. …ich möchte bestimmt nicht sagen, dass solche Diskussionen nicht noch mehr von Nöten ist. Aber Lobo hat Inhaltlich NICHTS aber AUCH GAR NICHTS Inhaltlich beigetragen. Er ist ein perfekter Selbstdarsteller und hat zum Teil einfach keine Ahnung und diskutiert wirklich wie Lanz! Fällt ins Wort, ist Respektlos etc. Tut mir leid – ich kann S.Lobo nichts abgewinnen und werde einen digitalen Bogen um diese Schattengestalt des Internets machen.

  17. Eigentlich wollte ich das gleiche hier kommentieren, schließe mich aber einfach hier an.

    Inhaltlich war es schon eine gute Folge, dafür Danke.
    Sie war aber sehr sehr anstrengend zu hören.

    So anstrengend, als hätten wir da plötzlich eine Podiumsdiskussion, bei der jeder um seinen Redebeitrag kämpfen muss und ich hatte das Gefühl, für Sascha ist das eine seiner leichtesten Fingerübungen bzw. hat er am meisten Erfahrung, in solchen Szenarien irgendwie eine dominante Rolle an sich zu reißen.

    Klar sagt er auch Dinge, die sonst nicht so im Redefluss unserer beiden Gastgeber liegen und hat damit schon die Sendung bereichert. Aber die Art, wie sofort alles kommentiert und unterbrochen werden muss, wie an jeden halbfertigen Gedanken angeknüpft, kurz etwas grobes in die Richtung angedeutet und dann wieder die eigene Agenda drangepappt wurde, ohne wirklich auf das Thema bezug zu nehmen… das hat mich so gestört beim Zuhören.

    Also nächstes Mal bitte einfach besser benehmen wie die anderen beiden Jungs das auch machen. Gesittet, ruhig und inhaltsbezogen auf den Punkt bringen. Danke. :)

  18. Ich höre seit Beginn diesen Podcast und ich habe glaube ich noch keinen verpasst. Ich wünschte fasst es wäre mir bei diesem passiert Ich sage so was nicht gerne und auch nicht oft : Nicht noch mal diesen Sascha.Der geht gar nicht.Ich kenne Ihn nicht persönlich aber das war mir zu selbstverliebt und Er schafft eine miese Atmosphäre.

  19. Sehr schöne Folge, vor allem sehr anders, als gewohnt. Bisher habt Ihr uns die Neuigkeiten der Netzpolitik unterhaltsam aus Eurem Blickwinkel präsentiert; dass sich immer alle einig waren, fiel nie groß auf, erweiterte aber auch nicht gerade das Blickfeld.

    Jetzt waren die Spannungen zwischen dem Gast und den Gastgebern von Anfang an unterschwellig zu spüren (Linus: “Sascha … wurde in die Relevanz erhoben und zu uns in die Sendung eingeladen” und ähnliche freudsche Formulierungen). Sascha diskutierte die Themen aus einem deutlich anderen, weniger nerdigen Blickwinkel als Tim und Linus. Das brachte für mich einige interessante, neue Aspekte, auch wenn ich ihm nicht in jedem Detail zustimme. (Das gilt für Euch beiden übrigens genauso.)

    Mir hat Saschas Input auch deshalb gut gefallen, weil er wohl näher am Mainstream der Nicht-Nerds ist, weil er dazu beitragen kann, die breite Kluft zwischen der Netzgemeinde(TM) und der Normalbevölkerung(TM) zu überbrücken. Das ist nötig, sonst behalten wir nur innerhalb unserer Echochamber recht und bleiben ansonsten irrelevant.

    Mein besonderes Kompliment an Linus und Tim, dass Ihr die Größe hattet, den “anderen bedeutenden Interneterklärer” zu Euch einzuladen, auch wenn ich immer wieder die Mühe zu spüren meinte, die es Euch gekostet hat. Schwierig in der Diskussion ist ja nicht der politische Gegner, sondern der “Parteifreund” aus einem anderen Flügel. Ich hatte nachher den Eindruck, dass sich Eure Positionen nicht so sehr unterschieden, wie die kontroverse Diskussion sich anhörte, sondern dass Ihr die Themen z.T. nur unter verschiedenen Blickwinkeln betrachtet und analysiert. Eine Lehre aus den politischen Niederlage des letzten Jahres war für mich, dass wir mehr Diskussion und ggf. auch Koalitionen mit benachbarten gesellschaftlichen Gruppen brauchen, von denen wir uns sonst gerne abgrenzen, die aber eigentlich ähnliche Interessen vertreten, wie wir. Wie das gehen kann, habt ihr hier vorgemacht, dass es nicht immer einfach ist, aber auch dass wir an inhaltlicher und gesellschaftlicher Breite gewinnen. Herzlichen Dank dafür.

  20. Hier scheinen einige richtig in Watte eingepackt zu sein. Nur weil mal richtig Diskutiert wird (und das ohne die kleinste Spur Respektlosigkeit) wird direkt gemeckert.
    Herr Lobo ist ausgezeichnet im debattieren, des polarisiert hier scheinbar so Manchen.

    Sehr gute Sensung. Erkennt man auch an der Art der Resonanz.

  21. Das BSI hat vermutlich Chaosradio Express 155 gehört und daraus eine Legende gebastelt, was? …von wegen, gibt ja Leute, die dem BSI solche Hinweise geben (“könnten”) …mag ja sein und wär’ wohl auch ab und zu als vernünftig zu erachten; falls ein BSI überhaupt an Ergebnissen ‘fremder’ Wissenschaften interessiert sein sollte.

    … na, und wat machen’ se denn nu mit die ominöse ‘Info’? –

    Konsumenten massenhaft zum Umherklicken und Eintippern auf Ihre Website locken…Mails versenden…da geht doch was…nice collection.
    Sicherheitswarnung (Hubschraubereinsatz!) ;-) …kam ja sogar im Rundfunk (dlf).

    huch, da auch ;-)
    https://blog.fefe.de/?ts=ac1ee2a4

    Ob der “16 Mio Email Konten Skandal” auch noch als Werbung für De-Mail nützlich wird?

    Linus & Tim vielen Dank für das stets unaufgeregte und konstruktive Interview …und für (wahnsinnig :-) scharfsinnigen Humor! (auf allen Ebenen ;-)

  22. Als Stammhörer diverser (aller?) Metaebene-Podcasts schätze ich besonders eure durchgängig wertschätzende und von persönlichem Engagement geprägte Gesprächskultur, die eine grandios positive Grundstimmung aus dem Studio “durch den Äther” bis zu mir überträgt.
    Das war diesmal mit Sascha Lobo anders.
    Saschas Thesen und Argumente sind oft sehr erfrischend und bereichern die inhaltliche Diskussion sehr, wie ich finde. Davon hat auch diese Sendung inhaltlich profitiert.
    Mein großes ABER: Sascha hat die Sendung wohl zu sehr mit einem Debattierclub verwechselt, wo es darum geht, andere Gesprächsteilnehmer mit rhethorischen Mitteln auszustechen und die eigene Meinung gegen andere Positionen durchzusetzen.
    Dies führt zu der typischen Rechthaberei und Aggressivität gegen andere Gesprächsteilnehmer, wie es in (manchen) TV-Talkshows ist und diesmal eben leider auch in dieser Sendung zu hören war.
    Möglicherweise wollte Tim, der sich scheinbar zurückhaltende Podcast-“Fuchs”, genau diese Spannung schüren und damit die Sendung würzen.
    Meine Meinung: bitte nicht wiederholen! Das habt Ihr nicht nötig. Repetiert zukünftig bitte Sachas Beiträge “aus der Distanz” und bewahrt euch unbedingt euren einmaligen und unübertroffenen Gesprächsstil.

  23. Mit solch einer grotesken Kreatur wie Sascha Lobo verschwendet ihr eure Zeit? Zitat Lobo: “Wir müssen die Geheimdienste auf europäischer Ebene stärken, um ein Gegengewicht zu den USA zu schaffen – natürlich unter strenger demokratischer Kontrolle.”

    Lobo, geh zur CDU.

  24. Der Gast Sascha Lobo war leider keine Bereicherung für diese Folge. ich würde es sehr begrüssen, wenn das nicht wiederholt würde.

  25. Lobo war irgendwie eine schlechte Wahl. Er glaubt doch nicht ernsthaft politsch irgendeinen Einfluss nehmen zu können? Naiv 3.0?
    Ich halte ihn auch ehrlich gesagt vielleicht für “belesen”…aber für dumm.

    Es wäre interessant, Leute einzuladen, die genau das vorausgesagt haben und jene zu fragen, wie genau sie zu den Schlüssen damals gekommen sind.
    Es sollten aber keine hardcore Aluhüte sein…
    Da fallen mir spontan gleich zwei mit dem Buchstaben F ein. :)

  26. Anstrengend…
    Herr Lobo wirkt wie jemand der einfach den Umgang mit Leuten die genauso viel wissen wir er nicht gewohnt ist. Er ist scheinbar gewohnt der Experte zu sein und führt sich auch so auf, was er in dieser Runde aber nicht ist. Großes Lob aber an Linus und Tim die trotzdem bei ihrer Linie geblieben sind. Nächste Woche halt wieder zu zweit :D

  27. LNP. Eigentlich immer eines der Podcast-Highlights für mich. Diese Folge…? Irgendwie kann ich damit nicht warm werden. Monolog statt Dialog? Vortrag statt Diskussion.
    Zudem denke ich, dass man Linus und Tim angehört hat, dass sie latent angenervt waren. Diese Feststellung ist natürlich rein subjektiv:-).
    Ansonsten, sehr geiler Podcast. Hört man immer wieder gerne

  28. Da hat Herr Lobo ganz viel Frust auf seiner Seite. Diese Entsteht meiner Meinung nach daraus dass er merkt: Nicht Sozial Media Gurus und Politiker (Demokratie *hust*) haben es jetzt in der Hand die negativen Entwicklungen aufzuhalten, sondern die Techniker/Nerds und Ihre Lobby/Verbände. Er hat Angst vor der Bedeutungslosigkeit. Verständlich wenn man seinen Unterhalt damit verdient. Wenn jetzt nicht mehr auf (seine) Followerzahl geschaut wird sondern lieber gleich frank zur DLD eingeladen wird, dann befinden wir uns endlich mal auf der richtig Kompetenzlinie. Es wird.

  29. Mit großer Freude sehe ich, dass sich in den Kommentaren eine gewisse Kontroverse abzeichnet. Aber vielleicht kann ich die eine oder andere Wahrnehmung versuchen feinzujustieren, in allseitigem Interesse.

    • Mir ist bewusst, dass meine unfassbar große Medienprofessionalität das verschleiert. Aber das war mein zweiter Podcast, in dem ich je zu Gast war. Ich habe das Format auch noch nie angehört, ich bin einfach nicht so der Podcasttyp.

    • Was wiederum der Schlüssel ist zum Verständnis einiger Kommentare da oben. Wenn ich den Sympathiefaktor (siehe unten, kommentiere ich noch) kurz ausblende, entnehme ich als Essenz, dass eher Kuschelatmosphäre gefragt wäre, ein gemütliches Miteinander reden über die aktuellen netzpolitischen usw. usf.

    • Dafür jedoch stünde aber ich nicht zur Verfügung. Das entspräche der Art von Selbstvergewisserung und gegenseitiger Bestätigung, die die Netzgemeinde so liebt. Das hat sie aber auch schwach, klein und wirkungslos gemacht hat. Natürlich ist Selbstvergewisserung nötig, aus Gründen des sozialen Zusammenhalts. Aber eben nicht nur/ausschließlich. Sich gegenseitig zu sagen, wie superrichtig man liegt in der Sache, und das auch noch vor einem Publikum, das zu 108% der exakt gleichen Meinung ist: uninteressant für mich, wirkungslos für die Außenwelt.

    • Was wir brauchen, ist ein Diskurs, eine Debatte, ein Aufeinanderprallen der Meinungen und Haltungen. Ich glaube, dass nur so der dringend benötigte Weg gefunden werden kann, mit den a) dramtischen Enttäschungen b) riesigen Herausforderungen c) für beides notwendigen Visionen/Hoffnungen/Strategien umzugehen.

    • Vor allem aber kann nur so die Außenwelt miteinbezogen werden. Die entscheidenden Leute erreicht man nur über Diskurse, und Diskurse werden groß über Kontroversen.

    • Tatsächlich habe ich unterschätzt, oder sagen wir: nicht beachtet, dass dieser Podcast eher einem gemütlichen Beisammensein entsprechen soll und nicht einem Debatten- oder Diskussionsgespräch.

    • An dieser Stelle kommt zum Teil ungünstig mit hinein, dass ich a) ohnehin dazu neige, zu sticheln, b) die beiden Moderatoren von Anfang an scherzhafte Hackordnungsspielchen eingeführt haben (“… von uns in die Relevanz erhoben und eingeladen wurde”) c) ich diese Spielchen freudig aufgenommen habe, aber auch d) vermutlich dabei etwas übertrieben habe, wofür ich e) unmittelbar nach der Sendung bei Linus persönlich entschuldigt habe.

    • Was aber direkt zu einem oft angesprochen Punkt führt: Sympathie. Ich muss nun ausholen. Hörern dieses Podcasts wie auch allgemeinen Verfolgern meines medialen Oeuvres wird aufgefallen sein, dass ich tendenziell nicht auf Sympathie spiele. Das zu ändern, ist einfacher als man denkt, wenn man ein bisschen Übung in Mediendingen hat und Wirkungen analysiert (mache ich immer). Ein paar Mal habe ich es auch schon gemacht, zB bei einem Auftritt bei DAS! beim NDR, ist vielleicht irgendwo online oder wäre es, wenn das öffentlich-rechtliche Internet nicht kaputt wäre (Supergag). Es ist allerdings so, dass mich Sympathie als Leitlinie medial nicht interessiert. Ich bin der Meinung, dass sie sogar vergiften kann. Das Publikum ist sehr, sehr viel machtvoller, als man so denkt. Die Wucht einer öffentlichen Empörungswelle zum Beispiel ist unfassbar groß – wenn man sich dort aufhält, wo sie stattfindet. Umgekehrt heisst das aber auch, dass Sympathie, also persönliche, nichtinhaltliche Bestätigung beginnen kann, die eigenen Haltungen zu verändern. Erst sind es einzelne Formulierungen, die man so wählt, dass sie auf die richtige Art missverständlich sind. Dann lässt man bestimmte Themen weg, weil man weiss, dass damit Gruppe A oder Gruppe B nicht so zurechtkommt, will sagen: weil man sich so Sympathien verscherzen würde.

    Denn leider trennen die meisten, selbst kluge Leute zu wenig zwischen “finde ich schlecht/falsch” und “ist schlecht/falsch”. Wenn man also zu intensive Bande zum Publikum aufbaut, emotional, wenn man zu sehr Sympathie als Leitstern aufbaut, dann möchte man sie nicht verlieren. Und ruckzuck sagt man nur noch Sachen, von denen man schon weiß, dass die eigene Crowd die Sympathien aufrecht erhält. Das geht zum Beispiel sehr gut, wenn man nur gegen Leute schießt, die gar nicht anwesend sind oder an deren Ohren/Augen ein Inhalt nie gelangen wird.

    Mir ist voll bewusst, dass bei mir kaum Gefahr besteht, dass ich zur Aufrechterhaltung von irgendwelchen Sympathien beginne, Dinge zu sagen, die ein kleiner Teil des Publikums hören möchte. Das Muster bediene ich seit meiner ersten Re-Publica-Rede, es äußert sich insbesondere in der traditionellen Publikumsbeschimpfung.

    Worüber man streiten kann und sollte: wie man in Diskussionen agieren kann, ohne dass Sympathie eine zu große Rolle spielt, in die eine oder andere Richtung. Das allerdings habe ich noch nicht herausgefunden, für mich (leider auch nicht für andere) und ich würde gern Leute kennenlernen, die dieses Spiel beherrschen, um von ihnen zu lernen. Bis dahin höre ich 10x mal lieber sowas wie “ich mag Sascha Lobo nur so mittel, aber dieser Punkt ist interessant/bedenkenswert/richtig” als die Umkehrung “super gemacht, ihr seid toll, gerne wieder”, was bedeutet: ich mag Dich, solange Du meine Meinung bestätigst.

    Beim nächsten Mal werde ich trotzdem höflicher sein, oder es wenigstens versuchen, Zwinkersmiley.

    • Kuschelatmosphäre […] Tatsächlich habe ich unterschätzt, oder sagen wir: nicht beachtet, dass dieser Podcast eher einem gemütlichen Beisammensein entsprechen soll und nicht einem Debatten- oder Diskussionsgespräch.

      Ich würde eher sagen: Einem Protrait.
      Da wir unsere Sicht ohnehin jede Woche zum besten geben, will ich Gästen immer die Möglichkeit geben, ihre Sicht ausführlich darzustellen. Da mag auch gerne mal einiges dabei sein, was ich anders sehe (ich erinnere mich zum Beispiel an die letzte Sendung mit Gregor Sedlag), ohne dass ich es unbedingt auf ein Streitgespräch anlege.
      Das soll dann lieber im Kopf der Hörer stattfinden.

      Das scheint imho auch der Unterschied zwischen dem Format Podcast und anderen, zeitbegrenzten Formaten zu sein, bei denen man in wenigen Minuten mit prägnanten Sätzen eine bessere Figur als “der Gegner” machen muss. Dass Sascha eine solche Schule hinter sich hat, merkt man dann natürlich.

      So kam es, dass wir an diese Sendung mit unterschiedlichen Erwartungen heran gegangen sind, das tut aber inhaltlich nichts zur Sache und daher freue ich mich, dasss Sascha unser Gast war.

      (“… von uns in die Relevanz erhoben und eingeladen wurde”)

      Das war eine blöde und nicht gelungene Anspielung auf meine eigene Löschdiskussion und den Anfang der letzten Sendung.
      Sascha hatte keinen Grund, das als etwas anderes als ein Angriff auf seine Person zu interpretieren – auch wenn ich es nicht so gemeint habe.

      Abschließend:
      Sascha und ich haben direkt im Anschluss an die Sendung festgestellt, dass wir nichts gegeneinander haben, und an diese Sendung mit ein bisschen unterschiedlichen Erwartungen heran gegangen sind. Das mag auch damit zu tun haben, dass wir es bisher versäumten kleinere, vorangegangene Sticheleien mal bei einem Bierchen zu genießen.

      Grundsätzlich wünsche ich mir für alle Gäste beim Logbuch, dass ihre Argumente unabhängig von persönlichen Sympathien, politischen Ausrichtungen oder ihrem Diskussionsstil betrachtet werden. In den Kommentaren sehe ich, dass die meisten Hörer das auch tun.

  30. Nette Episode!

    Logbuch Netzpolitik ist ja sowieso schon meine Informationsquelle Nr. 1 beim Thema Netzpolitik. Ich dachte allerdings nicht, dass man dieses Format noch verbessern kann. Genau das habt ihr aber geschafft, indem Ihr Sascha Lobo (für diese Folge) in Boot geholt habt. Ihr und eure Gäste seid euch sonst immer zu sehr einer Meinung. Dass es in dieser Folge jemanden gab, der auch mal eine kontroverse Meinung vertreten hat, und mal widersprochen hat, gibt dem ganzen die nötige Würze. Danke dafür. Das macht das Format lebendig. Sascha Lobo würde sehr gut in die Standartbesetzung dieser Sendung passen.

    Beste Grüße

  31. Meine Fingernägel waren noch nie so tief in meinen Stuhl eingeraben wie beim Hören dieser Sendung; trotzdem (oder vielleicht gerade deshalb) war es eine der unterhaltsamsten Sendungen seit langem.

  32. Deine Arbeit kommt mir oft so rüber als würdest du dich einfach selbst zu wichtig nehmen. Ich würde mich freuen wenn du nicht immer die Rolle des (Pseudo?) Intellektuellen Fragenstellers einnimmst sondern auch mal deine eigene Meinung klar und vorallem BEGRÜNDET äußerst. Was nicht ist, kann ja noch werden ;).

    @johannesmyr

  33. So nervig ich Sascha Lobo und seine Art auch finde, ich konnte dem was er gesagt hat zum Teil sehr viel abgewinnen. Auch wenn so ein Geschwafel vermutlich niemanden weiter bringt, außer vielleicht ein paar Studenten in einem Soziologieseminar.

    Dem “neuen positiven Internetnarrativ” kann ich nur widersprechen. Solange FaceTube erreichbar ist und die Masse nicht mitbekommt, dass sie im großen Stil überwacht wird, wird das bestehende Narrativ von ihr nicht als negativ wahr genommen.

    Die aktuellen Enthüllungen werden, im Gegenteil, den Status Quo noch weiter zementieren, wenn sich die Gesellschaft erst mal an die Vorstellung gewöhnt hat ständig Überwacht zu werden.

  34. Neben allen schon angeführten Aspekten, die gegen Lobo sprechen, finde ich einen Aspekt noch nicht genug gewürdigt, den ich mit dem Stichwort Sacha Anderson vorstellen möchte: was hier von einigen als Geschwafel wahrgenommen wurde wirkt auf mich so, als strebe Lobo eine Rolle als “Doppelagent” und Spinne im Netz an. Wirkliche Veränderungen der Verhältnisse sind für so jemanden nicht wünschenswert.

    Dieser Podcast war der erste der Reihe, den ich nicht zu Ende hören mochte.

  35. Ich höre LP ja sehr konsequent und gerne, aber die aktuelle Ausgabe habe ich nach 10min abgebrochen.

    Von Sascha Lobo hab ich tatsächlich noch nie etwas gelesen oder gehört, das ich nicht selbst Samstag morgens mit Restalk unter der Dusche zusammenfaseln könnte – es ist mir wirklich schleierhaft, was dieser Mensch für eine angebliche “Kompetenz” besitzen soll – abgesehen davon, dass er rote Haare und einen twitter-Account hat und sich selbst gerne reden hört.

    Freue mich aber schon auf die nächste Ausgabe, macht weiter so!

  36. Nein, das bringt auch niemanden in einem Soziologie-Seminar oder einem anderen Studiengang weiter. Es ist leider einfach nur das selbstverliebte, nebulöse, inkohärente und nahezu vollkommen substanzlose Geschwafel eines mittelmäßigen Werbetexters.

  37. Abgesehen von spannenden Inhalten stimme ich absolut zu: seeehr anstrengend zu hören. Bei so stolzen, steifen Gästen, die einen Hang zur emotionalen Ausbrüchen und unnötiger verkomplizierunug haben, freu ich mich schon wieder auf eure locker entspannten Sendungen!
    Danke trotzdem.

  38. Es wurde ja ziemlich am Anfang erwähnt, dass wir (jeder!!) bereits im Internet durch Geheimdienste kontrolliert werden. Kann mir jemand da mal ein Bespiel für geben?

  39. Mir gefiel diese Folge ausgesprochen gut. Ich fand die Diskussion sehr spannend und anregend. Schön, wenn ihr Gäste habt, die ,zumindest für mich, neue Gedanken formulieren. Ich muss ja nicht mit ihnen einer Meinung sein.
    Ein Gedanke zum Inhalt: Siedlungsbau ist eine mitterlweile schon sehr alte Kulturtechnik. Die Struktur einer Stadt oder Siedlung spiegelt immer das gesellschaftliche System wieder, in dem sie entstanden ist. Wenn man weiß, worauf man achten muss, kann man also an einer Stadtstruktur das System der Gesellschaft die in ihr lebt ablesen. Ist das auch auf unsere heutigen Kommunikationsstrukturen übertragbar und wenn ja, was, können wir da aus den Kommunikationsstrukturen ablesen?

  40. Ich fand die Folge an sich schon sehr interessant.
    Allerdings schien es so, als ob Sascha keine Meinung und Deutung neben seiner eigenen akzeptieren könne, weil anscheinend nur er die Weisheit mit Löffeln gefressen hat.
    Gerade eben dieses dazwischen funken von ihm und das zurecht weisen gegenüber euch hat der sonst eigentlich sehr interessanten Diskussion und Thema doch etwas geschadet.

  41. Interessante Erfahrung mal mit Sasha Lobo.

    Es hat mir aber auch gezeigt, dass es mir wichtiger ist, die etwas verkürzten, sarkastischen Fazite von Tim Pritlove und Linus Volkmann zu hören, die zwar sehr subjektiv, aber einfach viel verwertbarer sind.
    Die elaborierten und vielfach abgewägenden Beiträge von Lobo sind zwar weniger nerdig, aber setzen ein gut informiertes gefestigtes Meinungsbild zum jeweiligen Thema voraus.
    Da ich das schlichtweg nicht habe, bin ich froh, dass ich eine Haltung zu einem Netzthema hier im Podcast dargestellt kriege und beim nächsten Mal Zeitunglesen den Abgleich machen kann, wie es da thematisiert wird. Z.B. von Sasha Lobo.

  42. Inhaltlich fand ich die Diskussion gar nicht schlecht, sie wäre noch besser gewesen, wenn Linus und Tim öfter zu Wort gekommen wären. Streckenweise unerträglich fand ich, daß Sascha Linus und Tim, wenn diese am Reden waren, permanent ins Wort gefallen ist. Mal ganz davon abgesehen, daß das unhöflich ist: Er hat damit genau das verhindert, um was es ihm angeblich geht, nämlich eine Debatte. Eine Debatte kann es nur geben, wenn man den Debattengegner auch ausreden läßt.
    Vielleicht wäre es bei solchen Sendungen – die ich prinzipiell sehr gut finde – sinnvoll, wenn jemandem die Rolle des Moderators übernehmen würde, der dann auch mal sagt: “Sascha, halt die Klappe und laß’ den Tim ausreden.” Das wäre die politische Lösung. Die technische wäre, ihm das Mikro abzudrehen, wenn jemand anders redet ;-)

  43. Ich gestehe, ich habe mich noch nie so lange am Stück mit den Äußerungen von Sascha Lobo befasst, wie beim Hören dieses Podcasts und gestehe, dass ich des öfteren gedacht habe “ach was, so hatte ich das noch nicht gesehen”. Vielen Dank, ich bin positiv überrascht und fand, dass die hier eingebrachte andere Perspektive sehr bereichert hat, grade weil mal politisch/soziologischer und weniger von der Technik kommend argumentiert wurde.

  44. Ein anderer Gedanke, der mir beim Hören des Abschnitts über die VDS kam: Zu den Zeiten, als wir alle beim Verfassungsgericht dagegen geklagt haben, war mir (und ich denke vielen anderen) “klar”, woher diese beknackte Idee kommt: Die war letztendlich ein Wunsch der Content-Industrie, die mittelfristig das für ihren Kampf gegen die Urheberrechtsverletzungen einsetzen wollte (mit dem üblichen Doppelsprung: erst für schwere Straftaten und dann für immer banalere Dinge). Die hat dann mittels Lobbyarbeit den Sicherheitspolitikern diesen Floh ins Ohr gesetzt, woran sich jetzt keiner mehr erinnert und von dem jetzt keiner mehr weg will. Genau wie sie auch die Internetsperren lancieren wollten und das über den absurden Weg des dokumentierten Kindesmissbrauchs gemacht haben.

    Seit den grossen Verwerfungen des Frühjahrs 2012 (Wir sind die Urheber, Sven Regerer etc) ist diese Debatte aber wieder sehr sehr ruhig geworden und nun kann sich leider niemand mehr daran erinnern, warum man denn die VDS braucht, wenn sie schon nichts zu Verbrechensbekämpfung nützt.

  45. Interessante Folge. Ich kenne nicht viel von Sascha Lobo, seinen FAZ-Beitrag muss ich noch lesen. In seinem Auftritt hier in LNP war, wie einige vor mir schon erwaehnt hatten, wenig Inhalt, viele Phrasen. Eines ist mir aber doch in Erinnerung, naemlich sein Trollforschung-Vortrag der re:publica XI. Zitat: “Dass sie mich anrufen mit meiner daemlichen Frisur, ist eure Schuld.” Das war 2011 und 3 Jahre spaeter laden wir ihn immer noch ein, in der Hoffnung, dass Debatten gestartet werden oder Narrative gefunden werden. Schlimm. Und obwohl viele Punkte die hier in dem Podcast anders sehe als SL, kann ich ihm zum o.g. Satz zustimmen: “wir” brauchen eine groessere, bessere, breiter gefaechterte Lobby. Ja, preaching to the choir, ich weiss. Um das nun nicht in die Laenge zu ziehen, ist ja nur ein Kommentar, zwei Punkte noch: die “Politik” soll nun helfen? Gut, dass SL das zwischendurch erklaert und meint “nenn’ es Demokratie” – klar, einfach abwaehlen die Idioten, dann koennen die dann ihrem Schuetzenverein mal Vorratsdatenspeicherung einfuehren. Aber klappt halt nicht. Ach, warum denn nicht? Tja, klappt wohl doch nicht so einfach mit “die Politik muss da helfen”; da muessen eben doch erst die Nerds und die Buergerrechtler kommen. Und: das Wort “naiv” fiel ein paar Mal. Leider ist mir bei allen 3 Gespraechsteilnehmern eine seltsame Naivitaet aufgefallen. Es ist 2014, und wir sind immer noch “ueberrascht”, dass die amerikanischen Politiker div. Ausschuessen ins Gesicht luegen / ueberspezifisch dementieren? Und ueberrascht, dass es Politiker andere Nationen es ihnen gleich tun? Ich weiss wirklich nicht, warum das noch Ueberraschung hervorrufen sollte. Seit der TKUeV (2002!) bzw. Artikel 215 im Patriot Act ist der Kaese doch gegessen, weiss nicht was es da noch zu hoffen gab, dass die nun doch nicht abhoehren. Seit 12 Jahren wissen wir also, dass sie’s koennen, seit 7 Monaten wissen wir, wie umfangreich sie’s tun. Und wenn Herr Maas also gegen die VDS ist – bin mal gespannt wie lange noch und was stattdessen durchgewunken wird. Zuckerbrot & Peitsche, anyone? (Wow, krasse Referenz am Ende, aber ich wollte jetzt auch mal zum Schluss kommen).

  46. Inhaltlich bereichernd. Redeanteil unausgeglichen.

    Noch ein Detail zum Thema BSI-Sicherheitsabfrage (01:36:40): Was ist anders daran eine Negativ-E-Mail zu senden? Die Mailadresse muss bis Abschluss der Prüfung ja bekannt sein um eine eventuelle Positiv-Nachricht senden zu können. Da kann man genauso gut eine Negativ-Nachricht schicken.

  47. Man merkt das S.Lobo wirklich kein Podcasthörer ist – denn als Hörer von CRE, Freakshow etc. kann ich sagen, dass es hier sicherlich nichts mit Kuschelromantik zu tun hat. Gerade in der Freakshow gab es schon einige hitzige Diskussionen – in der metaeben findet man davon genug aber sachlich, respektvoll und inhaltlich auch positiv. Leider ist S.Lobo eher Politiker oder Selbstdarsteller und “Talkmaster” was dieser Folge wirklich nicht gut tat. Es freut mich ja dass freundschaftlich ein Bier “gezoscht” werden konnte aber ich brauche trotzdem solch eine Folge nicht nochmal. Davon fallen die Ohren ab und der Agropegel steigt auch…und das lag sicherlich nicht am depremierenden Zustand unserer “Neulandpolitik” ;)

  48. Als regelmäßiger Hörer schätze ich LNP als Aggregator der wichtigsten netzpolitischen Geschehnisse. Diese in der Breite zu verfolgen, in Zusammenhang zu setzen und aufzubereiten, vor allem mit technischer Tiefe, wird ausgezeichnet umgesetzt.

    Die Schlußfolgerungen und Bewertungen von Tim und Linus sind – für mich persönlich – meist gut nachvollziehbar und genau das macht die Sendung vertrauenswürdig, bzw. »sympathisch«. Außer es betrifft die grundsätzliche Einstellung zu den deutschen Unionsparteien.
    Von den bisherigen Gästen war man gewohnt, daß sie die Faktenlage bereichert haben und nicht nur die Interpretationsebene.

    Eigene Theorien als einzige Wahrheit darzustellen und sein Gegenüber durch einen – bestimmt sorgsam gewählten – Begriff wie »Nerd-Trugschluß« abzukanzeln, sind vielleicht während einer Debatte rhetorisch geschickt, machen einen am Ende aber nicht gerade glaubwürdiger.

    Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit sind enorm wichtige und ebenso schwierige Themen. Was Netzpolitik angeht, kann ich glücklicherweise einige Informationen selbst prüfen. Wer nun meine Einschätzungen teilt, dem werde ich gerne weiterhin zuhören. Wer für mich nicht nachvollziehbar argumentiert und dabei auch noch unfreundlich und ohne jede Demut auftritt, den werde ich einfach abschalten.

    Daß ich hier als Diskussionsteilnehmer die gleiche Relevanz habe wie /dev/random, kann ich schmerzfrei verkraften, negative Emotionen beim Konsum von Podcasts hingegen nicht.

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  49. Lobo hat recht, aber das muss er uns nicht ins Gesicht schmieren. Selber machen tut nun Not!

    Deutschland insbesondere krankt an der “Politikflucht” auf beiderlei Seiten. Die Wähler… sagen wir lieber, das Volk ächtet die Classe politique und lässt sie machen, wursteln, vom Ruhestand träumen. Die Politiker flüchten auf gutdeutsch-idealistische Art in ihr bequemes “Haus der Entscheidungen”, obwohl schon lange von der Wirtschaft entschieden wird.
    Und nein, Lobo liegt vollkommen daneben, wenn er sagt, dass sei eine Entscheidung der Politik, wenn nichts getan wird. Siehe NSA-Skandal. So “entrüstet” und “enttäuscht” und “gekränkt” er ist: Er hat keinen Schimmer, nicht zwei Millimeter begriffen, dass solche Umstände die Politiker lähmen. Fefe’s Kompromat-Koffer gibt es eben doch! Und sonst ist da halt Geld drin. “Was, eine Strategie? Das ist eine böse Unterstellung!”
    Nun, was sollte Lobo tun? Erst einmal in den Talkshows konkrete Wünsche anbringen. Also z.b. sollte er Position beziehen und in einer Show mal vorschlagen, dass man
    1. Abmahnungen komplett abschaffen sollte. Die Reaktionen des Establishments zu sehen wäre nett!
    2. Das Peering institutionalisiert, falls die T-Kom sich weiter so unkooperativ verhält. Im Gegenzug sollten die Teilnehmer eines solchen einen Persilschein betreffend Performance erhalten, sodass nicht die T-Kom irgendwelche Normen durchdrücken kann, die einem kleinen, städtischen Provider vllt. den Hals brechen, falls sie einmal für einen Tag keine Verbindungen aufrecht erhalten können.
    3. Weg von dieser Achse Amerika-Deutschland. Das ist ja widerlich! Wir sind Europa hier! Wenn in Österreich flächendeckend Mobilinternet erhältlich ist und in .de fast nix, obwohl .at ökonomisch weniger potent ist, dann sollte sich so einer wie Lobo, der eine Wucht im Diskurs darstellt erst einmal fragen, wieso das so ist und sich dann mit Forderungen hinstellen. Nicht erklären wie das Internet funktioniert, sondern dafür zu sorgen, dass auch im tiefsten Schwarz- oder Thüringer Wald jeder selber den Wikipedia-Artikel über Netzneutralität nachschlagen kann.
    4. Technische Details veröffentlicht. Bin ich mir nicht sicher, aber in einer Nerdsendung sollte er schon präzise formulieren, wie er Netzneutralität sieht. QoS ist selbstverständlich… aber sollte “die Politik” (die in .de eben nicht “alle” sind, sondern v.a. die Verwaltung) nicht per Dekret in die Telekommunikationsverträge hineinschreiben, wo und dass die Firma diese Regeln sowohl in Worten wie auch technisch präzise (z.b. iptables-Regeln vom T-Kom-Modem) auf ihrer Webseite in allgemein zugänglichem Format (html4) veröffentlicht? Eine solche Publikation kann eine Firma automatisiert erstellen, ist ein Kostenfaktor von vielleicht 5000€ im Jahr (eine html-Seite kann jeder Sysadmin auffrischen) und ermöglicht es der richtigen Öffentlichkeit wie auch den Regulatoren auf eine einfache Art zu kontrollieren, wie im deutschen Netz reguliert wird. Beobachtet die Überwacher und überwacht die Beobachter!
    5. Diese 50k Dokumente von Snowden endlich als torrent dedumpt werden. Zuwenig betont hat er den Umstand, dass nur die grossen Zeitungen die Informationen über die Internetbewachung kontrollieren. Als “Internet-Erklärer” hätte er aus déformation professionelle heraus Position für wikileaks oder Bittorrent beziehen sollen. (bei diesem Punkt kann ich mich täuschen, es fällt mir halt auf, dass diese mediale Kontrolle seit Juni 2013 irgendwie nicht beachtet wird)
    6. Mehr Frequenzen dereguliert werden, wie das ISM-Band. Wieso sollte das Militär so viel Bandbreite erhalten und wir haben hier LTE oder Wlan, diskutieren sie auf drei Seiten!

    Einfach so Zeug halt. Oder auch nicht, mir doch egal. Bis in fünf Jahren gibt es ein Internet IIb, das mit irgendwelchen ARM-Boards auf illegalen Frequenzen von Stadtteil zu Stadtteil hüpft. 1Mbit/s reicht ja, um ein paar Blaustrahlkopien pro Woche zu verteilen.

    Und die Formulierung “der Gesetzgeber ist gefragt” kann er sich bitte auch ans Bein schmieren. “Das müssen wir verbieten”. Und dann wirkt das auch. Wir sind das Volk.

  50. Also ich fand die Sendung OK. Mir wäre etwas mehr Schlagabtausch lieb gewesen, aber naja. Bei SL habe ich nur eine Kleinigkeit auszusetzen: Wenn er länger als drei Sätze redet, fällt er in einen eher dem geschriebenen Deutsch zuzurechnenden Duktus, was das Zuhören deutlich anstrengender macht.

    Ansonsten habe ich gerade noch bei heise gesehen, was den Ragefaktor in der nächsten Sendung hochtreiben sollte (falls das angesichts der In-App Abhöraktionen von GCHQ noch möglich ist): Die Urheberrechtsabgabe auf PCs. Vermutlich kommen als nächstes die Smartphones dran?

    http://www.heise.de/newsticker/meldung/Urheberrechtsabgabe-auf-Computer-Bitkom-einigt-sich-mit-Verwertern-2097944.html

  51. Zum Vortragen von Inhalten / Inhalten braucht man ein gewisses Maß an Benehmen. Wer das nicht hat, sollte vielleicht besser zu RTL gehen. Es ist schade, dass Herr Lobo in der Form derart unangemessen vorträgt, dass es sehr schwer wurde, ihm in der Sache zu folgen. Vielleicht waren da brauchbare Thesen dabei, aber bei mir kam nur ein Dauerfeuer von “ICH BIN DER GEILSTE und WEIß ALLES BESSER!!!” an. Meinen Respekt an Linus, weil er Sascha nicht eine reingehauen hat. Zu dieser Zurückhaltung wäre ich an Linus’ Stelle nicht in der Lage gewesen. Wenn Herr Lobo mich in einer Diskussion derart respektlos, arrogant und von oben herab behandelt hätte, hätte ich ihm vermutlich seine Frisur mit einem Stuhl neu ausgerichtet. Und weil das ja auch nicht OK ist (habe ich mal gehört), hätte ich die “Diskussion” oder das Plateau der Loboschen Selbstdarstellung vorher durch rauslaufen beendet.

  52. Schöne Sendung–auch wenn sich die Diskutanten nicht in allen Punkten einig waren, macht es doch Spaß halbwegs klar denkenden Menschen im Zwiegespräch zu lauschen.

    Das es dann mehrere Standpunkte zu einem Thema geben kann, sollte niemanden (ver-)stören. Die wahre Welt da draußen, AFK, ist weder schwarz noch weiß, und besteht nicht aus einer Matrix aus Nullen und Einsen, daher denke ich ein bisschen mehr “Loboisierung” des LNP Formates (auch mit anderen Gästen) wäre sowohl dem Unterhaltungswert, als auch der Realitätsnähe durchaus zuträglich.

    Die häufig im LNP genäußerte Techie/Nerd/Hacker-Perspektive aus dem “Maschinenraum des Deutschen Internets” ist wichtig, nett, sicherlich auch nett gemeint, aber am Ende des Tages finden eben genau dort keine Entscheidungen statt.

    Der CCC und sein Umfeld ist ein wichtiges Regulativ, aber auch gerne mal das Feigenblättchen der Entscheider. Siehe Linus Vortrag zum Thema „Bull-shit made in Germany“ auf der 30C3.

    Um das Bild des Traumschiff „Deutsches Internet“ zu komplettieren:
    Entschieden wohin die Reise geht, wird oben auf der Brücke, und die Brücke informiert sich beim Chefstewart Lobo (Sorry, aber der Vergleich mit Namensvetter und Ex-Chefstuart „Sascha Hehn“ war einfach zu schön), und einigen anderen für wichtig befundenen “Internet Köpfen” über das werte Befinden der Gäste.

    Denn, machen wir uns nichts vor, der Kahn fährt nur deshalb, weil es zahlende Gäste gibt. Und die Richtung wird auf der Brücke und nicht im Maschinenraum bestimmt.

    [Niemand bestreitet das es ohne den Maschinenraum nicht geht, aber “Sysadmins aller Länder vereinigt Euch” wie von Mr WikiLeaks neulich auf dem 30C3 gefordert, dürfte vermutlich noch eine Weile auf sich warten lassen, bis dahin…wird es noch viele FAZ,FAS und SPON Artikel der CCC Sprecher, Expertenrunden, sowie Enquette-Kommissionen benötigen um die Brücke zu übernehmen, … das mit dem Entern der Brücke ist ja zunächst einmal ins Wasser gefallen.]

    Ich wage die Vorhersage: die Revolution im Maschinenraum fällt aus.

    Veränderungen und Richtungsänderungen ergeben sich durch die Mittel der Politik. Das hat Lobo schön gesagt. Und “Politik” sind nicht die, die derzeit auf der Brücke im Weg rumstehen, und durch Kenntnislosigkeit glänzen, sondern diejenigen die das Ruder irgendwann in der Hand haben und einen anderen Kurs steuern. Ab und zu mal an die Zukunft denken, kann Lobo doch auch.

    Apropos “andere Perspektive.” Eine habe ich noch:

    In anderen Ländern gelten andere Gesetze und Telekom Regelungen. In Deutschland unterliegt ein Breitbandanschluß der Regulierung durch die Bundesnetzagentur BnetzA. In den USA unterliegen alle Services die als „common carrier“ definiert wurden der Regulierung durch die FCC. Die FCC erhält ihren Aufrag vom Kongress.

    Dummerweise gilt ein Internet „broadband“ Zugang aber nicht als „common carrier“ und unterliegt daher auch nicht der Regulierung durch die FCC. Nachdem die FCC aber Netzneutralität für „broadband“ gefordert hatte, und dies im Jahre 2008 gegen COMCAST durchsetzen konnte, wurde ihr nun in einem zweiten Verfahren am 14 Januar 2014 beschieden das sie doch nicht zuständig ist. Hieraus auf das Untergang des Netzes, bzw. der Netzneutralität zu schließen ist Unsinn. Es gibt in den USA keine Netzneutralität in unserem Sinne, und daher kann sie auch nicht untergehen.

    Das ganze nochmal in Zeitlupe:

    Der Telekommunikationsmarkt in den USA wurde 1996 neu geordnet, danach begannen US Telefonunternehmen die Internet Service Provider (ISPs) weltweit aufzukaufen, in Deutschland schluckte UUNET Technologies, Inc. z.B. den ersten kommerziellen ISP EUnet Deutschland.
    (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Aus-EUnet-wird-Uunet-9838.html)

    Allianzen wurden geschlossen (Global One), und zerbrachen (GlobalOne) und die alten Baby-Bells in den USA durften Merger eingehen sobald die gewissen Bedingungen erfüllten und es entstanden neue Telecom Carrier, z.B. Verizon im Jahr 2000 (aus GTE, Bell Atlantic, NYNEX).

    Nach der dot.com Blase und Bilanzierungsskandalen (WorldCom, 2003), verleibten sich die neuen US Carrier die Restbestände der IP-Pioniere ein (Verizon z.B. in 2006 MCI/WorldCom/UUNET), und investierte das Geld aus dem Festnetzgeschäft gleichzeitig in Wireless Carrier. Darum ist Verizon Wireless heute, (nach dem Merger mit der damaligen #3 Alltel) der größte Mobilfunkanbieter in den USA, noch vor AT&T.

    Wichtig ist nun zu wissen das die FCC zwar die Telefonkonzerne und Kabelnetzbetreiber in den USA regulieren durfte „common carrier“, aber nicht die Internet Service Provider. Und das ist auch heute noch so, anders als in Deutschland!

    Zeitleiste:

    2005 Die FCC gibt ihr “Broadband Policy Statement” (Internet Policy Statement) heruas, darin werden 4 Prinzipien definiert um den Ausbau der Breitbandnetze in den USA zu fördern, später (209) von Obama wieder aufgegriffen:
    • Access the lawful Internet content of their choice
    • Run applications and use services of their choice, subject to the needs of law enforcement
    • Connect their choice of legal devices that do not harm the network
    • Competition among network providers, application and service providers, and content providers
    (vgl. http://en.wikipedia.org/wiki/Net_Neutrality)

    2008 wurde COMCAST verurteilt, die Netzneutralität nicht einzuhalten, weil es den P2P Verkehr seiner Kunden drosselte. Geklagt hatte die FCC und Recht bekommen. COMCAST argumentierte das die FCC gar nicht zuständig sei, aber das Gericht sah das nicht so. Dennoch sah sich die FCC in der Pflicht die Neutzneutralitätsdebatte neu anzuschieben:

    2009 hat die FCC einen Netzneutraralitätsvorschlag vorgelegt, und das ganze „Open Internet“ genannt (http://arstechnica.com/tech-policy/2009/10/fcc-proposes-network-neutrality-rules-and-big-exemptions/) in diesem Vorschlag wird der Begriff „managed services“ eingeführt, welches impliziert das es Daten geben darf, die bevorzugt behandelt werden.

    Interessanterweise stimmte sogar die EFF in 2009 zu, das die FCC gar nicht zuständig ist, in den USA das Internet, bzw “broadband access” zu regulieren:

    In an odd twist, the Electronic Frontier Foundation agrees. Despite supporting neutrality, the group argues that “Congress has never given the FCC any authority to regulate the Internet for the purpose of ensuring net neutrality.” (Dies bezieht sich auf das COMCAST Urteil von 2008.)

    Das ganze Dilemma das ISPs nicht durch die FCC reguliert sind, Telefonie aber sehr wohl, hätte man im Nachgang anfassen und korrigieren können: http://arstechnica.com/tech-policy/2010/04/making-isps-common-carriers-just-a-simple-error-correction/

    2010 haben Verizon und Google einen Gegenvorschlag zur FCC veröffentlicht und ihre Version von „Open Internet“ definiert (http://arstechnica.com/tech-policy/2010/08/google-verizon-unveil-net-neutrality-lite-to-government)

    Ende 2010 wurde dann die von der FCC formulierte Version Gesetz (http://arstechnica.com/tech-policy/2010/12/its-here-fcc-adopts-net-neutrality-lite/) und im October 2011 von Verizon angefochten (http://arstechnica.com/tech-policy/2013/09/verizons-bid-to-kill-network-neutrality-law-goes-to-court-monday/)

    Nach etwas über 2 Jahren Verhandlung, steht nun seit Beginn 2014 fest das die FCC doch nicht für die Regulierung von „broadband“ in den USA zuständig ist. (http://arstechnica.com/tech-policy/2014/01/net-neutrality-is-half-dead-court-strikes-down-fccs-anti-blocking-rules/, http://www.theguardian.com/technology/2014/jan/14/net-neutrality-internet-fcc-verizon-court)

    Verizon gibt nach der Urteilsverkündung eine Erklärung an ihre „broadband“ Kunden ab: http://responsibility.verizon.com/broadband-commitment/

    Ist das Internet in den USA jetzt kaputt wie blog.fefe.de schrieb? Auch nicht kaputter als vor dem Urteil.

    Was kaputt ist, (aus deutscher Sicht) ist der US Congress der es versäumt hat der eigenen Regulierungsbehörde einen sauberen Aufrag und das Recht zu geben „broadband“ zu regulieren. Das kann man nun aber schwerlich den US Telcos anlasten. Die nutzen natürlich jedes Schlupfloch, das der Gesetzgeber läßt.

    Schön zusammengefasst, was die FCC hätte tun können und jetzt eigentlich tun müsste: http://arstechnica.com/tech-policy/2014/01/how-the-fcc-screwed-up-its-chance-to-make-isp-blocking-illegal/

    Auch hier ist ein Blick in die Zukunft vermutlich wenig spannend. Der aktuelle Vorsitzende der FCC Tom Wheeler sagt nämlich in o.a. Artikeln:

    “I am a firm believer in the market,” Wheeler said, as we noted in coverage last month. “I think we’re also going to see a two-sided market where Netflix might say, ‘well, I’ll pay in order to make sure that you might receive, my subscriber receives, the best possible transmission of this movie.’ I think we want to let those kinds of things evolve. We want to observe what happens from that, and we want to make decisions accordingly, but I go back to the fact that the marketplace is where these decisions ought to be made, and the functionality of a competitive marketplace dictates the degree of regulation.”

    Die Amis sehen eben anders als in Deutschland oder der EU „alles zu regeln und regulieren“ als nicht wirklich notwendig an. Stattdessen wollen sie sehen, wohin der Markt das ganze entwickelt. Es könnte ja sein, das in einem Internet der zwei Geschwindigkeiten die Möglichkeit versteckt ist, noch mehr Geld zu verdienen als in einer „netzneutralen Variante“. So einfach ist das.

    Eine „echte“ Netzneutralität , wie sie als „Geburstrecht des Internet“ von Techies wie Tim Berners-Lee (http://www.bbc.co.uk/news/technology-23205244 ) gefordert, in Deutschland diskutiert und in Holland qua Gesetz vorgeschrieben ist, gäbe es in den USA nur, wenn die FCC „broadband“ als „common carrier“ definieren würde.

    Wie oben beschrieben hat das die FCC aber schon mehrfach in 2005, 2009, 2010, usw. versäumt. Und es sieht nicht so aus, als würde sich das mit Tom Wheeler in 2014 ändern.

    Warum ist das so? Nun, wer weiß? Vielleicht weil die Vorsitzenden der FCC i.d.R. ehemalige Lobbyisten der Telekomindustrie in den USA sind? Wäre zumindest eine geile Verschwörungstherie für blog.fefe.de, vielleicht weil die Amis den pragmatischen kapitalistischen Ansatz der verkopften EU Politik vorziehen?

    Wie man sieht, lebt der Maschinenraum im Traumschiff „Deutsches Internet“ jedenfalls im Paradies. Denn in Deutschland zumindest, gibt es die Chance Netzneutralität mit rechtsstaatlichen Mitteln der Politik einzufordern. (Wenn man genug Geduld aufbringt.)

    Die Netzneutralitätsdebatte in den USA ist inhärent verschieden von der Debatte in Europa und Asien. Steht auch so in der englischsprachigen Wikipedia die „Netzneutralität“ von „Netzneutralität in den USA“ unterscheidet. (http://en.wikipedia.org/wiki/Net_Neutrality, und http://en.wikipedia.org/wiki/Net_neutrality_in_the_United_States).

    Schöne Grüße nach Berlin aus der amerikanischen/deutschen Internet Provinz.

  53. Äußerst amüsant, wie sich die Finger über Lobo zerhackt werden. Haben sich da etwa reichlich Leute angesprochen gefühlt, dass sie ihren Arsch nicht hochkriegen und was verändern, statt Twitter und das restliche Internet vollzuheulen, wie schlimm alles ist? Selber keine Aufmerksamkeit und Sensibilität bei anderen erwecken, aber über die rumheulen, die es machen.

    Stattdessen mit den Gleichgesinnten lamentieren über ein Thema, worüber sich alle einig sind. Ja, das bringt uns echt weiter.

    Soviel zur Netzgemeinde. Haha.

    Für mich war das eine der besseren Folgen bisher.

  54. Nur an dem Formular ist was braun. Es checkt nicht, welchen “Kommentiere”-Button man gedrückt hat. Zumindest mit Mobile-Safari … @Tim

  55. Ohne die ganzen Kommentare gelesen zu haben: Ich fand die Sendung gut und die Inhalte informativ. Wenngleich Tim und Linus wenig Zeit hatten, sich einzubringen, so kann habe ich viel gelernt und kann die Folge auch guten Gewissens anderen Interessierten anempfehlen.
    Und ich gehe davon aus, dass Tim und Linus a anderer Stelle wieder zu ihrer Redezeit kommen.
    Vielen Dank jedenfalls – ich fand die Sendung sehr, sehr gut.

  56. HI! Ich höre euch immer gerne! Wäre mal cool zu erfahren wie ich mich richtig gut im netz vor spionage usw. schützen kann!?

    Macht weíter so!

    GRuß

  57. Als ich den Podcast gehört habe, hat mich die ganze Art und Weise, in der Sascha “argumentierte” gestört. So sehr, dass es die erste Folge von Logbuch Netzpolitik war, die ich nicht zu Ende hören wollte….

    Ich schließe da also vielen anderen Vorrednern an: “bitte nicht mehr mit Sascha Lobo”.

    Versucht aber doch mal Peter Schaar einzuladen, sein Vortrag auf dem 30C3 war aus meiner Sicht ein Hightlight.

  58. Sascha bitte nicht mehr einladen. Ich finde den Job, den er macht sinnvoll und gut, aber es passt absolut nicht ins Logbuch. Also erstmal keine Kritik an ihm, aber an der Kombo.

    Gruß Max

  59. Eigentlich wollte ich in meinem Kommentar darauf eingehen, warum in der letzten Sendung andauernd die Frage aufkam “Was nun? / Was können wir tun?”, aber niemals auf Lösungen wie PGP, Gliph oder end-to-end verschlüsselte WhatsApp-Klone a la “myEnigma” im Detail eingegangen wurde; aber dann habe ich Herr Lobos Kommentar aka “die längste Ausrede der Welt, warum ich einfach kein sympatischer Mensch bin” gelesen und musste laut lachen..
    Die letzte Sendung war mal was anderes als sonst und durchaus unterhaltsam (so, wie “das Dschungelcamp” auch unterhaltsam sein kann, aber eben nur einmal im Jahr), aber für die Zukunft bitte wieder sachverständige Gäste und keine Medienprofis aus Funk- und Fernsehen. Für mich macht gerade die Abstinenz von solchen Personen und die eher ruhige, sachlich-produktive Diskussion den Reiz eines Podcasts aus. Holgi ist schon die Einzige Ausnahme, die ich ertrage ;) Achja: dies schreibt kein pseudointellektueller Berliner, sondern ein südhessisches Landei (Fraktion: langsames Internet).

  60. Lieber Sascha (in der vagen Hoffnung das Du hier ev mitliest),

    mit dem Punkt das sich bei Infrastrukturellen Investitionen praktisch via “Naturgesetz” (bzw. nach der Logik der aktuell akzeptierten bzw. vorherrschenden Marktmechanismen) Monopole bzw. Oligopole ergeben hat Linus einfach mal Recht. Dieser Effekt wird “natürliches Monopol” genannt und das kann man zB hier nachlesen

    http://de.wikipedia.org/wiki/Nat%C3%BCrliches_Monopol

    Das kann man aus vielerlei Hinsicht bedenklich oder schlecht finden und kann das regulieren (dafür gibts ja auch sowas wie Kartellbehörden und Regulierungsbehörden RegTP oder wie die gerade heisst) aber an sich ist das was da im Infrastrukturbereich des Netzes passiert ist zu 100% mit Marktlogik erklärbar (was natürlich nicht ausschließt das ev doch auch noch andere Einflussfaktoren bzw. Player mitgewirkt haben aber das ist ohne Beweise eben nur eine Vermutung und aus dem Fakt das es nur 5-10 SuperCarrier gibt, lässt sich mitnichten ableiten das das alles gelenkt ist).

    Wohlan
    CB

  61. Gefällt mir sehr gut.
    Wenn zwei sich einig sind, ist es ein Monolog in Stereo.
    Das hier war eine richtige Diskussion.
    Durch Reibung entsteht Wärme.

    Dass einige Kommentierende das, was Sascha mit dem “Lösungsansatz Politik” sagen will, nicht verstehen, ist schade. Und noch mehr schade ist, dass Sascha damit Recht hat. Wer es schafft, das Internet zur Massenüberwachung zu missbrauchen, hat auch die Möglichkeit, dieses zu unterbinden. Oder jemand baut die unknackbare eierleckende VollMilf-Sau der Anonymisierung, Verschlüsselung und Dezentralisierung, die alle bereit sind zu nutzen. Die also natürlich kostenlos sein muß. Und unkompliziert/idiotensicher. Und schnell. Und in Farbe. Und in HD.
    You may say that I am a dreamer, but I’m not the only one.

  62. Danke für diese schöne Folge.
    Das erinnerte mich teilweise an die ganz frühen Chaos-Radio-Episoden, wo Menschen saßen, die wenigstens teilweise unterschiedliche Meinungen hatten (der Gras-Konsum hier war denke ich geringer *gg). Ich finde es sonst etwas ermüdent, wenn alle sich gegenseitig die selben Argumente hin- und herschieben; obwohl die natürlich leider meist korrekt sind.

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