LNP102 Nur wenige Admins haben Zugriff

Netzpolitik in der Schweiz — re:publica Nachlese — EuGH und Google — Netzneutralität in den USA — Digitale Agenda zu IT-Sicherheit

Nachdem sich der Staub der re:publica gelegt hat kommen wir wieder zu einer Sendung. Linus war leider verhindert, dafür springt Andre Meister wieder ein. Außerdem begrüßen wir mit Kire unseren ersten Gast aus der Schweiz, der uns in dieser Ausgabe umfangreich über den Stand der netzpolitischen Bewegung und aktuell drängenden Themen berichtet. Wir blicken dann noch ein auf die netzpolitisch relevanten Vorträge der re:publica und analysieren die umstrittene Entscheidung des EuGH zu den Rechtspflichten von Google (und damit auch anderen nicht-europäischen Internetfirmen).

Dauer: 2:01:26

On Air
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Netzpolitik in der Schweiz

re:publica Nachlese

EuGH: Suchmaschinen und personenbezogene Daten

Drei Bundesminister zur deutschen IT-Zukunft

Netzneutralität in den USA

Bundestags-Ausschuss: “Digitale Agenda” zu IT-Sicherheit


In Zusammenhang mit dieser Ausgabe stehende Folgen

14 Gedanken zu „LNP102 Nur wenige Admins haben Zugriff

  1. Sehr schöne Podcast-Folge. Zum Thema “Google zerschlagen”: ich habe zufälligerweise kürzlich ein Buch über die Geschichte des Erdölgeschäfts gelesen. Da gab es bis 1911 eine Firma namens Standard Oil Company, die in vielen Bereichen des Öl-Geschäfts in vielen Ländern Quasi-Monopolist war und alle irgendwie mit Öl zusammenhängenden Geschäftsfelder unter einen Hut gebracht hat (Förderung, Verarbeitung, Transport etc.). Deshalb (und wegen einiger streng riechender Geschäftspraktiken) hat man Standard Oil dann damals wirklich zerschlagen.

    Wenn man Öl gegen Internet austauscht klingt das schon ein bisschen nach Google und die Forderung nach Entflechtung klingt ein Stück weniger abgefahren.

    • und wenn man “äpfel” durch “birnen” ersetzt, klingt das fast nach obstsalat.

      der unterschied zwischen öl, stahl, etc monopolisten und google, yahoo etc ist doch, dass die ersteren die hand physisch auf einer (begrenzten) resource haben. das ist bei google nicht so: die information ist auch einfach so da.

      das jetzt die tcom als der zugangsmonopolist, der sie nun mal sind, sich da gross hinstellt und mit dem finger auf andere zeigt, während sie den zugang künstlich beschränkt (das sollte auch viel eher das ziel von herrn gabriel sein: netzneutralität) durch (mangelnden) speed, “qualitätsdiensten” etc.

      ich seh auch nicht, wie ein “zerschlagenes” google besser ist als was auch immer dann kommt. dann lizensieren (wie jetzt schon) hoogle, moogle, und schnoogle von der mutterfirma google die suchtechnologie und fertig ist die laube. marktdominanz alleine ist kein kriterium für zerschlagen, der mißbrauch derer ist es.

      ich seh auch nicht, wie “es ist schwer, um facebook herumzukommen” (zitat aus dem podcast) durch “wir müssen es zerschlagen” gelöst wird bzw dass das überhaupt ein problem ist. wenn die peergroup das halt nutzt, dann ist das so. wenn die peergroup bei mcdonalds speist, dann ist die persönliche abneigung auch kein grund dafür, dass man mcdonalds zerschlägt.

      ich seh auch nicht, wie “aber google hat jetzt soviel geld, die können mehr investieren als ‘der staat’ und dadurch das bessere produkt bieten” als kriterium gelten kann, die “euopäische suchmaschine” nicht voranzutreiben. dass diese bislang nicht realität ist hat mit vielen aspekten zu tun, keiner davon hat mit der marktdominanz von google zu tun.

      zerschlagen und blöd-finden-von-google ist die völlig diskussion: netzneutralität und netzausbau wäre die richtige richtung.

  2. Internet dezentralisieren darf nicht nur “Google zerschlagen”
    meinen. Auch die technische Infrastruktur ist mittlerweile viel
    zu zentralisiert (entgegen dem Ansatz aus Gründungszeiten),
    z.B. DE-CIX. Diese Fehlentwicklung erlaubt Ländern, das Internet “abzuschalten” und die Schnüffler haben’s auch leichter.

  3. Bei 1:42 vergleicht Andre die Effekte die die Masse der Nutzer dauerhaft zu Google treiben mit denen die das gleiche bei Facebook bewirken. Ich denke dass dieser Vergleich für die allermeisten Google-Dienste nicht passt: Bei Facebook geht es doch vor allem um Netzwerkeffekte. Wenn viele meiner Freunde über Facebook kommunizieren, ist es für mich sehr von Vorteil auch dort aktiv zu sein. Und wenn sich dort erstmal ein ausreichend großes Netz etabliert hat, ist es sehr schwer für den einzelnen wieder auszusteigen. Das ist bei der Google-Suche nicht so, so dass dort solche Matthäus-Effekte weniger stark greifen (etwa durch die größere Bekanntheit oder durch Default-Einstellungen in Browsern). Einen impliziten sozialen Zwang wie bei Facebook gibt es hier aber nicht.

  4. Danke für diesen Podcast – wie für alle anderen!
    Diesmal habe ich mich besonders gefreut, weil ihr euch einen Schweizer Gast eingeladen habt. Ich bin froh, dass es auch in der Schweiz Leute gibt, die sich der Netzpolitik annehmen. Herzlichen Dank “Kire”!

  5. Ich frage mich ja, wieviele Leute das EuGH-Urteil jetzt nutzen werden, um sich auf die ersten Suchplätze hochzuoptimieren, indem sie Seiten ihrer relevanteren Namensdoppelgänger bei Google aus dem Index kicken lassen.

    • mit hinblick auf rausklagbarkeit aus dem index wird als nächstes klagbarkeit auf ein bestimmtes ranking kommen.

      dieses urteil ist so, wie es ist, ein völliger fail.

  6. Es fehlen noch Luxemburg und Liechtenstein, dann hättet ihr wirklich alle.

    Übrigens ist die Drei(einhalb…)sprachigkeit ein Segen und Fluch zugleich. La quadrature du net ist halt im Welschland bekannter, während hier die Merkel genauso verpönt ist (je nach Gusto). Und wie immer ist alles von Kanton zu Kanton verschieden. Ausser die Sachen, die nach ca. 1900-1920 relevant wurden, die werden von Bern genauso “harmonisiert”, wie es die EU mit den Ländern heute macht.

    Ganz witzig fand ich die etwas verlorene Reaktion auf die Tatsache, dass die SVP im Parlament dafür ist, aber ein grosser Teil derselben eben auch dagegen. Das ist normal im Schweizer Politgeschäft und kein Problem. Schliesslich sind die Regionen so verschieden, dass halt auch regional Hinterzimmergeschäfte gemacht werden müssen. Also nicht nur zwischen Parteien, Industrien, Interessengruppen, Ideologien und so, sondern auch zwischen Sprachen und Regionen. Das macht unsere Politik fürs verständige Publikum hundertmal interessanter als Länder mit Oppositionssystem (oder – Himmel! Zweiparteiensystemen).

    Übrigens hatte keiner der grossen Parteien das Resultat vom letzten Abstimmungssonntag (“Abstimmungsparole”) abgebildet. Insofern sind halt Volksentscheide echter als der Repräsentantenknüngel.

    http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/17/03/blank/key/2014/02.html

  7. Themenvorschlag für die nächste Schweiz-Sendung: Urheberrecht und die repressiven, stark amerikanisch beeinflussten Vorschläge zu dessen Verschärfung in der Schweiz.

    Ein einziger Link als Beispiel: https://www.steigerlegal.ch/2013/12/06/urheberrecht-netzsperren-selbstjustiz-und-ueberwachung/

    Kire kann dazu sicherlich weiterhelfen. Geeignet wäre allenfalls ein Korrespondent aus der Digitalen Allmend, die sich unter dem Dach der Digitalen Gesellschaft Schweiz um urheberrechtliche Themen kümmert.

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