LNP163 Die Teenage-Nerds von nebenan

Flugdaten-Vorratsdatenspeicherung — Werbeblocker — Digitale Grundrechte — Störerhaftung vor dem EuGH — EU-Urheberrechtsreform

Auch in dieser Woche nehmen Meldungen rund um das Urheberrecht einen breiten Raum in unserer Sendung ein: die EU ist auf dem Weg zu einer Reform und die Klagewelle rund um Werbeblocker reißt nicht an. Dazu macht die VG Wort jetzt den Universitäten das Unterrichten noch schwerer. Aber im Mittelpunkt der Diskussion stehen die von Justizminister Heiko Maas ins Feld geführten "Digitalen Grundrechte", die wir uns mal einzeln zu Gemüte führen.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen, Tim.
Tim Pritlove
Ich habe ein bisschen drüber nachgedacht, wie wir diese ganzen netzpolitischen Probleme vom Hals kriegen. Wir schließen einfach das Internet.
Linus Neumann
Reden wir kurz mit Bill Gates und dann ist heute Nachmittagsschicht.
Tim Pritlove
Logbuch, Netzpolitik, hundertdreiundsechzig, viele Ausgaben wird's nicht mehr geben, weil wenn das Internet dann erstmal abgeschaltet ist, dann äh weiß ich auch nicht, dann können wir uns mal wieder auf Urban Gardening zurückziehen oder sowas.
Linus Neumann
Kann sich nur noch um Stunden handeln.
Tim Pritlove
Aber soll du als Trollexperte irgendwie, was sagst du zu diesem zu diesem weiß ich nicht, dieser dieser Roboter gesteuerten Perücke da. Da fällt einem doch heute hier auch nicht mehr viel zu ein, oder?
Linus Neumann
Äh hart. Ist gut.
Tim Pritlove
Hat so ein bisschen den Eindruck, dass Tollerei jetzt irgendwie auch auf so einem politischen Level und gesellschaftlichen Level angekommen ist und das, dass da, dass auch dieser öffentliche Diskurs davon genauso ähm, wenn ich zäher stört, wird doch zumindest angegriffen ist, äh wie wir das so im Kleinen in unseren sozialen Medien auch schon gesehen haben, dass das einfach, Dinge aus der Spur bringt und ähm eine eine richtige Debatte gar nicht mehr so äh ermöglicht.
Linus Neumann
Ja, bei dem Trump, ich weiß, also ich meine, ich glaube nicht, dass das ein Troll ist. Ja, also in seiner, ich meine.
Tim Pritlove
Deine Strategie ist rollig. Das meine ich.
Linus Neumann
Seine Strategie ist drollig, aber halt auch schweinegefährlich, ne. Also ich meine, das nicht jeder, der der Stuss redet, ist sie treu. Ich meine, das Problem bei Donald Trump ist, dass der ja offenbar tatsächlich irgendwie äh Chancen hat, Das ist eigentlich, ich meine, weißt du, wenn das jetzt Martin Sonneborn wär, dann würde ich sagen, super. Ist es halt nicht.
Tim Pritlove
Wieder. Ja gut, aber ich meine, trotzdem scheint ja so, sagen wir mal so eine aufgeklärte äh Öffentlichkeit, so sieht denn überhaupt noch existiert. Äh ihre Schwierigkeiten haben zu haben, das eingeheckt zu bekommen. Das ist sozusagen das, was ich äh beobachte.
Linus Neumann
Ja, das das mag sein, aber wir haben auch in Deutschland gerade äh Schwierigkeiten, bestimmte politische Beiträge von komischen Menschen äh irgendwie einzu.
Tim Pritlove
Ich das auch gar nicht auf die USA beschränken. Also ich sehe das schon auch so ein bisschen als globales äh Phänomen und das mag jetzt nicht unbedingt eine Folge des Internets sein, aber es ist halt einfach, sagen wir mal, zumindest eine Konsequenz unserer äh globalisierten Medienöffentlichkeit.
Linus Neumann
Also du sagst es, die Welt ist zur Treugrube geworden und wir müssen jetzt alle Freds irgendwann mal dicht machen.
Tim Pritlove
Ich habe nicht gesagt, dass ich irgendwelche Antworten parat habe. Ich sehe nur Probleme.
Linus Neumann
Politik ist die Fortführung des Flame Wars mit anderen Mitteln.
Tim Pritlove
Ja, am Ende, ja, ich hoffe, das wird da ausreichend gestellt sind durch unsere Vorvergangenheit.
Linus Neumann
Ich hoffe mal, dass da irgendwie die Vorvergangenheit, also ich hoffe mal, dass wir das mit einer äh ich sage mal eine, Ich bin mir nicht so sicher, ob eine eine gepflegte Sozialisation irgendwie ausreicht für das, was kommt, wenn Donald Trump Präsident würde.
Tim Pritlove
Die Befürchtung habe ich auch. Gut. Wir uns eine gewissen Restoptimismus. Äh den brauchen wir auch, wenn ich mir allein schon die Themenliste der heutigen Sendung anschaue. Wollen wir erstmal mit Feedback anfangen?
Linus Neumann
Ja, wir haben ja äh in der letzten Sendung kurz erwähnt, dass es äh Smart Homes gibt, und ähm kurz erwähnt, dass viele der Implementierungen eben nicht wirklich ein smartes Home sind, sondern, dummes Home, was irgendwie versteuert ist oder so und da haben wir eine E-Mail bekommen von Uwe Fräse, der mich darauf hinweist, dass es ein nettes Projekt äh mit von Grund auf eigenem Protokoll, Verschlüsselung und so weiter gibt, dass äh unter Smarthomatic Punkt ORG, zu aufzufinden ist und, dass er uns und den Hörenden ans äh ans Herz legen möchte, nicht nur das zu nutzen, sondern auch die Entwicklung voranzubringen.
Tim Pritlove
Ja, das jetzt mal gedropt.
Linus Neumann
Ungeprüft.
Tim Pritlove
Ungeprüft einfach so. Wir geben dem jetzt einfach mal äh die Chance des Zweifels.
Linus Neumann
Das ist, also ich meine, ist grundsätzlich wichtig, solche Sachen. Natürlich äh Quell offen und Community entwickelt zu halten und ähm, Das ist ein Grundstein dessen, dass man sich überhaupt über den ganzen Mist noch beschweren kann. Ja, wir brauchen ja auch so ein so ein Alibilinox, um, Das wird nicht mehr lange dauern. Nein, aber natürlich ist es wichtig, solche Projekte auch zu haben, ähm und weiterzuentwickeln.
Tim Pritlove
Genau. Das wird ja auch getan, auch auf dem Kongress. Wirst wahrscheinlich auch auf den Kongress, oder?
Linus Neumann
Ja, ich wollte da mal vorbeigehen.
Tim Pritlove
Nee, ich meine, nicht du, sondern er.
Linus Neumann
Hat er nicht geschrieben.
Tim Pritlove
Naja, wir werden's sehen. Tickets sind ja nun leider knapp.
Linus Neumann
Also wenn das mal ich sage mal, wenn das Smarthome funktioniert, kann das ja kann er ja rüberkommen.
Tim Pritlove
Ah, okay. So, womit geht's denn äh los? Also wir gehen mal nach äh Europa. Da brechen auch schon wieder die Pfeiler äh ein, die mühsam eingeschlagen worden sind.
Linus Neumann
Ja, der Innenausschuss des EU Parlaments hat jetzt für eine geplante Richtlinie zur Fluggastdaten Vorratsdatenspeicherung gestimmt.
Tim Pritlove
Das sogenannte Peser nehmen, Record Konzept, also PNR, hatten wir hier auch schon mehrfach angesprochen und eigentlich auch berichtet, dass es da ganz gute Ergebnisse gab, unter anderem hat das EU-Parlament auch schon mal eine andere Position eingenommen.
Linus Neumann
Genau, es war nämlich eigentlich so, dass äh dass es eine äh recht einschränkende Position des Parlamentes gab, Aber dann eben der gute Berichterstatter äh Timothy Kirk Hope äh mit den Mitgliedsstaaten und der EU-Kommission einen anderen Deal ausgehandelt hat und für diesen Deal haben jetzt achtunddreißig Abgeordnete aus diesem Ausschuss äh gestimmt. Neunzehn dagegen, zwei haben sich enthalten, Es geht dabei darum, sechzig Datenkategorien äh festzuhalten für fünf Jahre. Zu den Daten gehören neben Name, E-Mail, Telefon, Konten, Kreditkartennummern, außer Dinge wie Essenswünsche, also einmal alles, was so 'ne Airline über dem Passagier oder die Passagiere erfasst.
Tim Pritlove
Sehr, sehr wichtig zu wissen, was du gegessen hast, um rauszufinden, ob du einen Terrorist bist. Ja.
Linus Neumann
Genau. Das hilft bei der Aufklärung, denn auf diese Datensammlung dürfen Sicherheitsbehörden bei Terrorismus und anderen schweren Straftaten zugreifen. Ähm. Wie gesagt, es ist sehr viel mehr als ähm die Innenpolitiker des EU-Parlaments im im Juli erst erstmals befürwortet hatten, wo sie gesagt haben, okay, geh bitte mit folgender Position in diese Verhandlungen Und was aber jetzt passieren wird, ist, diese Daten sollen sechs Monate unmaskiert und dann eben die restlichen viereinhalb Jahre ohne direkten Personenbezug aufbewahrt werden, Aber diese viereinhalb für viereinhalb Jahre gespeicherten maskierten Daten unter Umständen redentifiziert werden. Das ist eigentlich ganz geil. Also du sagst irgendwie so, ja, ja, die Daten werden ja anonymisiert, gespeichert, nur diese Anonymisierung können wir rückgängig machen. Das ist auch immer so ein Hütchenspielertrick. Wieso? Ist doch alles anonymisiert. Es ist genauso wie wie dir so ein E-Mail-Anbieter sagt, ist alles verschlüsselt. Ist alles voll, wir haben wir haben den Schlüssel, klar, aber ist alles verschlüsselt. Kannst du alter Hütchenspielertrick funktioniert jedes Mal wieder, Und ähm nehmen den Transkontinentalflügen ja, das galt zunächst, In der Vereinbarung vom Juli, von der in der Parlamentsposition vom Juli erstmal nur für Transkontinentale Flüge, aber jetzt sollen freiwillig auch innereuropäische Strecken erfasst werden. Und der EU-Rat hat sich schon am Freitag darauf verständigt, dass alle Mitgliedsstaaten da freiwillig mitmachen. Ja, das heißt, dann haben wir also nicht nur transkontinentalflüge, sondern auch innerhalb äh EU innerhalb der EU alle Flüge äh fünfeinhalb Jahre alle Flugbewegungen aufgesammelt und im Zugriff, Also wir wissen ja, dass wir in den letzten Jahren sehr, sehr viele Probleme damit hatten, dass wir ähm, Terrorismus nicht aufklären konnten, weil wir einfach nicht wussten, was die Leute im Flugzeug gegessen haben.
Tim Pritlove
Und wer von Leipzig nach Frankfurt geflogen ist.
Linus Neumann
Genau. Na ja, was also es heißt halt klar, ich meine, im Zweifelsfall können sie dann jederzeit vollständig darauf zugreifen, was es für Flugbewegungen innerhalb und innerhalb, oder was es für Flugbewegungen gab, bei denen mindestens eine Seite ein europäischer Flughafen war. Das heißt es letztendlich, Es ist halt eine vollständige Erfassung der Reisebewegungen mit diesem Mittel, Ist schon krasse Ansage. Ich meine, wenn du überlegst, dass wir das hat jetzt keinen direkten Bezug zu schenken, aber irgendwie so diese Idee mit dem, dass man einfach mal ohne Grenzkontrollen sich hier bewegen kann innerhalb Europas und so äh finde ich es schon davon berührt, wenn all diese Bewegungsdaten eben für fünf Jahre gespeichert werden, ne. Und es, wir haben ja das Urteil zur Vorratsdatenspeicherung von Kommunikationsdaten des EUGH und der hatte ja damals sich schon auch klar dagegen ausgesprochen, dass es irgendwelche anlasslosen Sammlungen äh personenbezogener Daten geben soll. Und genau dieser EuGH prüft gerade das geplante Fluggastdatenabkommen zwischen der EU und Kanada, Um zu schauen, ob das überhaupt mit den Grundrechten vereinbar ist und während das so passiert, weißt du, während denen die die ähm Kommunikationsvorratsdatenspeicherung weggesicht wird und die das PNR-Abkommen mit Kanada geprüft wird, sagen sie, alles klar, machen wir direkt weiter hier. Ähm bloß nicht irgendwie aus der Übung kommen. Und währenddessen sitzt da noch der EU-Ministerrat da und sagt, ja, jetzt müssen wir auch irgendwie nochmal über eine Neufassung, der Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung diskutieren, weil es kann ja nicht sein, dass wir nicht alle EU-Mitglieder zur Speicherung von Telefon und Internetverbindungsdaten verpflichten.
Tim Pritlove
Ja, also das ist äh ja, Ich habe auch so langsam so den Eindruck, dass das auch auf europäischer Ebene mittelfristig äh sich einfach, nur noch ein nennenswerter äh Widerstand formieren lässt, indem man einfach mit dem europäischen Gerichtshof äh gegen alles, was das EU-Parlament und äh die Kommission so beschließt, vorgeht. So einen Zustand, wie wir ihn in Deutschland nun auch schon seit längerer Zeit haben. Weiß nicht, ob das dann genauso erfolgreich sein wird, aber zumindest gibt's auch hier so eine starke Dissonanz zwischen äh dem, was so an ähm Festellungen der des EuGH äh vorliegt und dem, was letzten Endes äh angesetztes Paketen und Richtlinien beschlossen wird.
Linus Neumann
Ja, das ähm, ich meine, so eine Feststellung ist kein gutes Zeichen, ne? Also, wenn du sagst, okay, wir müssen unsere gesamte Freiheitspolitik auf die äh höchsten Gerichte konzentrieren, dann weißt du, wie der Wind steht, ne?
Tim Pritlove
Ja und wenn man sich dann so Länder wie Polen anschaut, die jetzt nach dem Regierungswechsel erstmal nichts besseres zu tun haben, als ihr komplettes Verfassungsgericht auszutauschen und äh auf die Linie zu bringen, dann äh. Ist das halt auch äh langfristig nicht unbedingt jetzt eine Absicherung, die einen ruhig schlafen lässt.
Linus Neumann
Haben wir ja auch diese Idee haben wir ja von den äh, Zeh Promis, äh C-Prolis, C-Politikern, äh auch erst vor ein paar Monaten gehört, dass man sich gedacht hat, jetzt mit dem Karlsruher, hör mal, die behindern hier unsere Arbeit, da müssen wir mal was machen. Ja, also diese Forderung gab's ja auch schon.
Tim Pritlove
Na ja, das wird sicherlich auch wiederkommen. Und in Ungarn sieht man ja auch schon, wie weit das äh gedeihen kann und was das für Konsequenzen hat. Nicht schön.
Linus Neumann
Also Rat, das Ratstreffen hielt fest, alle Mitgliedsstaaten waren der Auffassung, dass die massenhafte Sammlung elektronischer Kommunikationsdaten prinzipiell weiterhin erlaubt ist. Auch schön, ne? Eine Mehrheit der Delegationen ist außerdem der Meinung, dass ein EU weiter Vorstoß geprüft werden müsse, um die Zersplitterung des Rechtsrahmens bei der Vorratsdatenspeicherung innerhalb der EU zu beenden, und lud die Kommission dazu ein, einen neuen Gesetzentwurf vorzulegen, wann immer es möglich ist.
Tim Pritlove
Außerdem wurde beschlossen, dass die Erde eine Scheibe ist.
Linus Neumann
Ja, das soll ja das ja sowieso, ich meine. Also, naja, du, du siehst, es ist ja, du, das ist die äh Missachten vollständig, äh, dieses, dieses Organ, ja, oder die, die Äußerungen, dieses Organes, ja? Wenn sagt, OK wir wir machen wir machen einfach ein Gesetz und wenn es das kassiert wird, dann gucken wir was wir ändern müssen und versuchen das da wieder vorbei zu schieben, ja? Und das das funktioniert auf diese Weise überall, ja? Woanders würde man also bei anderen die so klar irgendwie die Verfassung nicht, Würde man da wahrscheinlich herrschere Kritik finden, als bei äh der EU-Kommission oder dem EU-Rat, der sagt, ja wunderbar, äh schade, dass es jetzt beim ersten Mal nicht geklappt hat, müssen wir mal gucken.
Tim Pritlove
Ja wir machen das einfach so lange, bis es durchkommt. So läuft's. Aber in Deutschland ist doch alles super, oder?
Linus Neumann
Deutschland sind die Gerichte auf auf unserer Seite.
Tim Pritlove
Auf Zack, da kann nichts schief gehen, da brennt nichts an.
Linus Neumann
Ja, wir haben den Feier schon behandelt vom Springer Verlag, der gegen diese äh Werbeblocker, Los geht an vielen verschiedenen, auf vielen verschiedenen Ebenen. Ähm einmal direkt gegen IO, die irgendwie einen nur einen Forum-Post auf ihrer Seite hatten. Wir haben diesen Fall des äh YouTubers Tobias, hieß er, glaube ich, der äh da abgemahnt wurde und der sich ja jetzt auch ähm im Rahmen einer negativen Feststellungsklage dagegen zur Wehr setzt und wir beobachten. Gleichzeitig drei Urteile aus äh vom drei Landgerichtsurteile Hamburg, Frankfurt, Stuttgart, in Hamburg wurde eine einstweilige Verfügung gegen IO bestätigt, da ging's also um diesen Vor und Post die Begründung des Urteils liegt noch nicht vor, aber es ist vermutlich so, dass sie sich auf diese Argumentation auf Basis von Paragraph fünfundachtzig A des Uhr war, Rechtsgesetzes, gelassen haben. Das war also die Argumentation von Springer, dass sie gesagt haben, na ja, dieser Werbeblockerblocker ist eine, Wirksame Methode zur Durchsetzung, der ähm der Ziele des Urhebers, wie sein Werk zu nutzen sei und wie nicht. Ja? Und wir hatten ja damals schon in unserer Laien, mit unserer Laienkenntnis, äh, festgestellt, dass diese vom reinen Gesetzestext hätte es wahrscheinlich auch hinkommt, ja, die hatten damals was ganz anderes im Kopf, als dieser Absatz geschrieben wurde. Da ging's eben eigentlich um die Manifestation von. Äh von DVD, Kopierschützen, die nicht funktionierten und äh man sieht da jetzt, dass äh nahe gibt's jetzt einen schönen äh Kollateralschaden, so auch am Landgericht Frankfurt, wo die beiden ähm, äh Angebote und AdBlock von Beta-Fisch im Eilverfahren ohne mündliche Verhandlungen durch zwei einstweilige Verfügung gegen die Programme gesperrt wurden. Dieses Edschild ist jetzt auch im im App Store nicht mehr verfügbar, Und am Landgericht Stuttgart hatte die Verlag also die Tochter von Springer, nämlich N vierundzwanzig GmbH. Äh versucht die iOS App Blocker zu verbieten, Auf Basis des Gesetzes gegen den unlauteren Wettbewerb. Ähm, Wettbewerb ist immer dann, wenn du quasi. Gegen einen Wettbewerber und lauter Fourgehs. Gut erklärt, ne, aber äh da gibt's quasi, da gibt's bestimmte, bestimmte Vorgaben, wann du die Grenzen des, des rechtlichen Überschreites in in dem Umgang mit einem äh dir im mit dir im Wettbewerb stehenden Marktteilnehmers. Und, Das Landgericht Stuttgart wollte da allerdings nicht ohne eine mündliche Verhandlung entscheiden. Ähm, und na, offenbar teilte das Gericht dann in der Verhandlung am neunzehnten November nicht die Auffassung der Springeranwälte, wonach Blogger eine gezielte Behinderung eines Mitbewerbers darstelle. Also das heißt, die haben sich hauptsächlich darauf berufen, dass sie gesagt haben ähm. Blogger, Ist einfach kein Mitbewerber und deswegen ist das auch keine gezielte Blockade eurer äh Interessen, ja? Aber auch da, da habe ich jetzt nur spekuliert, denn ähm das Urteil soll bald verkündet werden, ja? Also da geht's geht's kräftig weiter und währenddessen rüstet sich eben Tobias mit seinem Anwalt zur negativen Feststellungsklage und da kann man ihm nur ähm viel Erfolg bei wünschen.
Tim Pritlove
Mhm. Aber hat jetzt noch nichts gesagt, wann das so weit ist.
Linus Neumann
Ähm da gibt es ein paar, also es wird vermutlich erst im nächsten Jahr dann soweit sein, ja, oder gibt's halt ein paar äh Überlegungen grade.
Tim Pritlove
So, aber.
Linus Neumann
Gute Nachrichten? Ich weiß es nicht.
Tim Pritlove
Das ist jetzt gute Nachrichten. Klingt jetzt erst mal nicht so falsch, oder?
Linus Neumann
Na ja, also das ist halt von Heiko Maas. Heiko Maas. Fängt aber gut an. So.
Tim Pritlove
Ja. Na der fängt immer gut an. Na? Und dann kommen die anderen und sagen, hey Heiko, das hast du jetzt nicht wirklich gemacht, oder? Das. Ab in die Ecke.
Linus Neumann
So, das da kippst du jetzt um. Ja, Heiko Maas hat äh nachdem. Martin Schulz, der Präsident des EU Parlaments. Vor ein paar Wochen eine Internetkater äh gefordert hat, hat Heiko Maas, Einen äh Vorschlag entworfen und aufgeschrieben, einer Internetkater der digitalen Grundrechte. Und.
Tim Pritlove
Dabei zahlt online veröffentlicht.
Linus Neumann
Website online veröffentlicht. Ich weiß nicht, ob die damit jetzt schon gültig ist.
Tim Pritlove
Na ja.
Linus Neumann
Er hat also dreizehn Thesen angeschlagen oder dreizehn Artikel und der erste Artikel ist, jeder Mensch hat das Recht auf Zugang zum Internet. Ja. Bist dabei? Äh interessant wäre dann halt mal zu sehen. Ob davon auch so Ideen wie dieses Hadofi betroffen wären, was ja in Frankreich irgendwie nach wie vor äh als ernst erst gemeinte Maßnahme diskutiert wird, dass man das einem der Internetanschluss weggenommen wird.
Tim Pritlove
Die sogenannte Regelung. So.
Linus Neumann
Man kann sich andererseits natürlich auch da anschauen, was ist mit den ähm, Mit Geringverdienenden, ja, oder mit auf ländlichen Regionen wohnenden. Wir hatten ja auch darüber gesprochen, dass die Bundesregierung inzwischen ja meint, ja, das mit diesen, mit diesen fünfzehn fünfzig MBit flächendecken, müssen wir nochmal gucken.
Tim Pritlove
Bin so und so vier Jahren. Mhm.
Linus Neumann
Also er, er sagt hier, nicht nur der Netzausbau ist nötig, auch der tatsächliche und faire Zugang für alle muss Realität werden. Schöne Worte, Heiko, wenig konkret. Das gilt hier für alles, ne. Ich meine, das sind wieder irgendwelche so Gummiparagrafen, aber immerhin.
Tim Pritlove
Ich will das jetzt gar nicht so runter machen. Ich meine, das ist jetzt erstmal aufgeschrieben und das ist äh in der Tendenz und in seiner Grundaussage weicht das jetzt von der HK-Ethik jetzt auch nicht so weit ab.
Linus Neumann
Hast du Heiko, hast einen Heiko Maas einen Nachhagen genannt?
Tim Pritlove
In den nicht gegangen, aber.
Linus Neumann
Ähm.
Tim Pritlove
Ich lese sagen wir mal eine ähnliche Forderung auch äh daraus äh heraus, ja. Zugang zu Computern soll, uneingeschränkt sein et cetera. Da war das Internet jetzt sozusagen noch nicht äh explizit genannt, aber das ist, sagen wir mal, im selben Geiste und das äh also mit Artikel eins, immer mit.
Linus Neumann
Artikel zwei wahrscheinlich genauso, denn Artikel zwei lautet, jeder Mensch hat das Recht über seine persönlichen Daten selbst zu bestimmen. Die Entsprechung zur Hacker-Ethik ist hier, lieber Tim.
Tim Pritlove
Private Daten schützen.
Linus Neumann
Öffentliche Daten nutzen und bilde nicht in.
Tim Pritlove
Genau, die zwei Zusatz äh die zwei Zusatzthesen von äh Wow, die der damaligen äh Hakaethik quasi noch in Deutschland hinzugefügt wurden.
Linus Neumann
Genau, da bezieht er sich auf die Daten als Öl des einundzwanzigsten Jahrhunderts und ähm insbesondere benennt er sich äh äh bezieht er sich hier auf die neue EU-Datenschutzgrundverordnung, mit Hilfe derer. Wir alle diesem Ideal ein Stück näher kommen.
Tim Pritlove
Ja, ja, die in diesen Tagen beschlossen wird. Ich meine, das, der noch ausstehenden Verwässerung im Kontext grade solcher Beschlüsse wie dem eben schon angesprochenen PNR, wo ich halt äh schon mal an eine absolute Diskrepanz sehe zwischen dem, was da beschlossen wird und dem, was theoretisch nach aktueller Diskussionsstand mit der EU-Datenschutzgrundverordnung äh erreicht werden soll, Also das werden wir nochmal sehen, ob das sozusagen wirklich dazu führt, dass wir diesem Ideal näher kommen, aber schön wär's. Äh ja, die, Hoheit über die eigenen Datenraum. Sind wir auch dabei.
Linus Neumann
Artikel drei. Jeder Mensch hat das Recht über seine digitale Identität selbst zu bestimmen. Jeder Mensch hat ein Recht auf Vergessenwerden. Da wird schon interessant, ja? Also seine digitale Identität, wieso bitteschön nur eine, Ja, finde ich schon mal witzig, ja. Ähm.
Tim Pritlove
Ja. Guter Punkt und das vergessen werden ist natürlich jetzt wirklich sehr knifflig.
Linus Neumann
Ja, mit dem Vergessen werden wissen wir, da gibt's im Prinzip diese äh die einzige Implementierung des Rechts auf vergessen werden, ist das, was irgendwie als äh äh auf dieser auf diese Google Geschichte sich bezog, ne, wo man letztendlich gesagt hat, okay, wenn über dich in in den Medien etwas schlechtes stand, Ähm dann hast du keine Handhabe dem Medium gegenüber es zur Löschung zu veranlassen, aber du hast gegenüber Google eine Handhabe, das aus den Suchergebnissen löschen zu lassen, weil Google ja ein Profil über dich abbildet und dieses Profil kannst du ja beeinflussen. Und ähm, Er sagt dir sogar, Er sagte sogar explizit, damit etwa Jugendsünden nichts für lebenslangen Belastungen werden dürfen, Suchmaschinen, dann bestimmte personenbezogene Einträge nicht mehr anzeigen. Das ist ja auch genau das, was wir mit diesem Recht auch vergessen werden, Urteil Google sehen, dass die ganzen äh Wirtschaftskriminellen jetzt irgendwie ihre ersten zehn Google-Treffer bereinigen lassen. So, das ist eigentlich das, was da stattfindet, ne?
Tim Pritlove
Genau. Mit Judensünden hat das erstmal wenig zu tun. Wobei ich jetzt auch nicht sagen würde, dass diese Idee des Vergessens im Netz, nicht auch diskussionswert ist, nicht unbedingt jetzt in der Form, wie wir das bisher umgesetzt gesehen haben, aber sagen wir mal, ähm bewege mich auf Plattform X und ich könnte äh einstellen, dass ähm und hätte auch sozusagen ein Anrecht auf eine solche Funktion, dass sich bestimmte Informationen mit einem Verfallsdatum preisgebe.
Linus Neumann
Ohne ohne Frage, das ist quasi diese Idee des digitalen Radiergummis. Ähm, für die es bisher eigentlich keine keine funktionierende technische Entsprechung gibt, aber ähm es ist hier, also es ist ein, durchaus, sage ich mal, ein eine Herausforderung für unsere Gesellschaft und es muss irgendwie dieses Recht auf vergessen werden, geben, aber man sieht halt auch, sobald das eingeräumt wird, dass es dass es von. Dass es zur Anwendung dieses Rechtes kommt, die nicht unbedingt im Interesse der Allgemeinheit sind, Also schwieriger Fall, den werden wir jetzt hier nicht lösen können. Ähm grundsätzlich ist das natürlich schon klar, dass man irgendwie sich wünschen sollte, ähm dass Menschen da irgendwie einen einen Schutz genießen und auch Nachsicht, äh gilt, Aber wie gesagt, die bisherigen äh Realwelt-Implementierungen sind äh zweifelhaft. Artikel vier. Kein Mensch darf zum Objekt eines Algorithmus werden.
Tim Pritlove
Tja.
Linus Neumann
Da weiß ich nicht genau, was der ähm, Okay, das muss man vorlesen. Das lässt man einfach so viel. Ich lese das jetzt vor und dann steht das für sich. In Zeiten von Big Data werden aus Analysen vergangenen Verhaltensprognosen für die Zukunft erstellt. Aber der Mensch ist mehr als sein Datenprofil und menschliches Verhalten lässt sich nicht wertneutral berechnen. Jeder Algorithmus basiert auf Annahmen, die falsch oder diskriminierend sein können, soweit, so gut. Schlussfolgerungen, Wir brauchen deshalb einen Algorithmen-TÜV, der die Lauterkeit der Programmierung gewährleistet und auch sicherstellt, dass unsere Handlungs- und Entscheidungsfreiheit nicht manipuliert wird. Maschinen haben keine eigene Ethik und empfinden keine Empathie Nachteilige Entscheidungen dürfen daher nicht allein von Algorithmen getroffen werden, dürfen nicht blind auf Statistiken und Big Data vertrauen, denn eine richtige Entscheidung muss nicht nur effizient, sondern auch gerecht sein. Das ist sehr spannend, da wird die Schufa sich freuen.
Tim Pritlove
Dachte mir auch, dass die als erstes anrufen, war Heiko, das hast du nicht geschrieben, oder? Ja, also ähm, schöne Worte. Äh ich frage mich, was die Konsequenz daraus ist oder was hier so dahinter äh Gedanke ist. Ich habe halt immer so ein bisschen dieses pauschale Google-Bashing, was derzeit einfach immer noch so äh en vogue ist, In unserem äh Politiksegment im im Hinterkopf, ohne dass jetzt hier, weiß nicht, ob der über Schufa überhaupt nachgedacht hat in diesem Moment.
Linus Neumann
Nachgedacht, meinst du? Ja. Weiß ich nicht, ob der nachgedacht hat.
Tim Pritlove
Ich meine, wenn man dem jetzt folgt, müsste man sozusagen diverse äh auch Gerichtsurteile, die es zuletzt gab in Punkto Schufa, im Prinzip wieder revidieren, ne.
Linus Neumann
Also was äh was äh, Ich meine, allein dieser Satz, kein Mensch darf zum Objekt eines Algorithmus werden, da muss er sich halt mit Donald Trump und Bill Gates irgendwie zusammensetzen und dem Ganzen ein Ende machen. Natürlich sind ähm alle Menschen. Beziehungsweise ihre Daten, Objekt eines Algorithmus, Wenn sie irgendwo bei Facebook bei Twitter egal, so kommt sofort irgendein Algorithmus vorbei, nimmt deine Daten und macht damit was. Ja, dafür haben wir Computer programmiert. Was er natürlich eigentlich meint, ist.
Tim Pritlove
Soll keine Bewertung.
Linus Neumann
Steht über dem Algorithmus. Der Mensch muss am Ende über dem Algorithmus stehen. Es darf nicht äh eine reine Bestimmung durch Algorithmen geben. Denn Maschinen haben keine eigene Ethik und empfinden keine Empathie. Ähm, Und der entscheidende Satz ist hier, nachteilige Entscheidungen dürfen daher nicht allein von Algorithmen getroffen werden, ja? Das ist also, glaube ich, sehr schwammig und äh eventuell werden dann, wenn irgendwie die Maschinen übernommen haben und uns alle unter Jochen äh werden sie eventuell halt, an diesem Artikel scheitern, ja. So, aber viel früher kann ich mir nicht vorstellen, dass der ernsthaft mal zum Tragen käme, ihr.
Tim Pritlove
Gar kein Problem. Skynet nimmt sie einfach noch ein paar Menschen mit den Sekretariat, die dann sozusagen am Schluss nochmal ihren Friedrich-Wilhelm runtersitzen und dann läuft das auch.
Linus Neumann
Du, ich finde das, stell dir mal vor, Skynet kommt und denkt man so, fuck! Ah
Tim Pritlove
Ansonsten so kurz vor dem Ziel und jetzt das. Hm.
Linus Neumann
Artikel fünf, Jeder Mensch hat das Recht, seine Meinung im Internet frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Eine Zensur, findet nicht statt. Ja, das ist etwas umformuliert natürlich Artikel fünf des Grundgesetzes. Und da sagt er, ja ähm. Oh meine Güte, da hat er irgendwie noch so ein irgendwie. Oder so, da da wird der aber echt spannend. Das finde ich ja witzig. Dann nennt er als Beispiel, Das digitale Gegenöffentlichkeit auch bei uns wichtig ist, hat gerade das Olympiareferendum von Hamburg gezeigt alle Parteien und klassischen Medien waren Pro Olympia, aber die Mehrheitswillen der Menschen hat hinein Kampagne repräsentiert, die sich im Internet organisiert hat, jetzt ist das Internet irgendwie die Wahrheit. Darauf sollte man ihn irgendwann nochmal festnageln.
Tim Pritlove
Finde ich aber bemerkenswert. Ja.
Linus Neumann
Ja, es ist bemerkenswert.
Tim Pritlove
Also ich, ja, politischer Diskurs hin äh und her, ich finde er fügt der Debatte auf jeden Fall deutlich interessantere Aspekte hinzu, als wir das, sagen wir mal, aus dem CSU-Lager kennen.
Linus Neumann
Das auf jeden Fall, aber natürlich, Kann, ne, diese Meinungsfreiheit nicht äh nicht uneingeschränkt bleiben, deswegen gibt es Artikel sechs. Das Recht, seine Meinung im Internet zu äußern, befreit niemanden davon Die allgemeinen Gesetze und das Persönlichkeitsrecht seiner Mitmenschen zu beachten. Ja und mit die allgemeinen Gesetze, Hast du quasi die.
Tim Pritlove
Gut, ich meine, das ist wie im richtigen Leben auch so. Äh ist halt die These mit die Freiheit des Einzelnen inne, da wo die des Anderen beginnt und ähm ja, das war jetzt zu erwarten, dass das hier auch noch daher kommt. Finde ich jetzt auch erstmal nicht falsch.
Linus Neumann
Wir kennen ja auch ähm Heiko Maaßens Engagement äh Facebook äh zu einer äh effizienteren Löschung von äh Hassaufrufen äh zu bewegen, das äh wiederholt er hier auch, auch im Netz, darf man Hass, Hetze und Beleidigungen nicht ungestraft über seine Mitmenschen ausschütten, das ist auch klar. Der ähm rechtliche Rahmen hier für äh ist entsprechend zu setzen, und hat natürlich seine äh Schwierigkeiten oder was heißt seine Schwierigkeit.
Tim Pritlove
Also Justizministerium bewirft Facebook jetzt immerhin schon seit Monaten mit Watteborsch hier, um das äh auch zu ändern. Muss man.
Linus Neumann
Er sagt zum Beispiel, es ist gut, dass die Justiz jetzt konsequenter eingreift, wenn etwa im Netz dazu aufgerufen wird, äh Unterkünfte für Geflüchtete in Brand zu setzen, und er näht auch direkt dieses Beispiel äh ebenso tut Facebook gut daran, endlich seine Verantwortung wahrzunehmen. Ähm.
Tim Pritlove
Das wäre auch schon, wenn die Justiz konsequenter eingreift, äh wenn ich nur dazu aufgerufen wird, sondern wird es auch getan wird.
Linus Neumann
Da könnte David die Justiz sicherlich dann irgendwann eines Tages auch nochmal.
Tim Pritlove
Hinkommen. Ja.
Linus Neumann
Hinkommen. Bis dahin stellt er fest und er hat ja sicher jetzt die, also er sagt jetzt Zensur durch private darf es nicht geben, Das ist auch sehr schön, darauf sollte man ihn auch nochmal festnageln. Aber das Löschen rechtswidriger in rechtswidriger Inhalte ist keine Zensur, sondern gleiches Recht für alle, analog und digital, aber da wissen wir halt auch, rechtswidrige Inhalte äh sind oft nicht nur Meinungsäußerungen, ja, also löschen rechtswidriger Inhalte. Da haben wir eigentlich den Bezug zu diesen ähm, anderen Rechten, die vielleicht noch irgendwo durchlöschen, durchgesetzt werden. Artikel sieben, der wird dann schon irgendwie spannender, Jeder Mensch hat ein Recht darauf, dass seine Arbeit angemessen bezahlt wird, wenn er Dienstleistungen im Internet erbringt oder sie über das Internet vermittelt. So, da denke ich mir jetzt erstmal so, wunderbar, wem stelle ich die Rechnung? Aber.
Tim Pritlove
Ja, von was hat das jetzt mit dem Internet zu tun? Also das äh.
Linus Neumann
Schweine sagte, na ja, es gibt irgendwie viele Freiberufler und Solo-Selbstständige on demand. Das ist eigentlich ganz interessant, dass er da äh also im Prinzip auf diese Sharing-Economy eingeht, ne? Schafft mehr Flexibilität, aber auch das Risiko zum digitalen Tagelöhner zu werden. Was? Sharing Economy, schon ziemlich genau ist, ohne jede soziale Sicherheit.
Tim Pritlove
Wobei ich es nicht finde, dass das Internet jetzt an der Stelle da äh als Brandbeschleuniger wirkt, sondern das ist eigentlich etwas, was wir in der Wirtschaft ohnehin schon haben.
Linus Neumann
Das ist ein richtiger äh richtiger Einwand, aber insbesondere in den letzten Jahren hast du natürlich so eine Entwicklung, die ähm die da nochmal irgendwie einen obendrauf setzt, ne. Ähm. Und wenn, Und wenn Arbeitsaufträge per Online-Auktion vergeben und Handwerker oder Haushaltshilfen in einen ruinösen Wettbewerb getrieben werden, dann brauchen wir ein Verbot. Nicht genau wieso er dann noch im Internet dazu schreibt, also der.
Tim Pritlove
Das wäre ja an sich äh ganz sinnvoll, unabhängig vom Internet.
Linus Neumann
Auch in der digitalen Welt muss es für eine gute Arbeit eine menschenwürdige Bezahlung geben. Also ich denke, hier hat er.
Tim Pritlove
Also er sieht eine Verschärfung eines Problems durch das Netz, was aber nicht an sich ein Problem des Netz an sich ist, sondern was einfach ein generelles Problem ist und auch schon in gewisser Hinsicht schon ist vorher schon abgezeichnet hat. Stimmt, dass dass äh das Internet jetzt hier auch die ähm Vorzeichen und die Faktoren nochmal ein bisschen ändert, aber, Also weniger die Vorzeichen als Faktoren, ne? Ja. Ja.
Linus Neumann
Aber es war natürlich klar, wenn er über Vergütung im Internet redet, dann darf Artikel acht nicht fehlen. Alle Urheber, Und ausübenden Künstler haben das Recht auf einen fairen Anteil an den Erträgen der digitalen Nutzung ihrer Werke. Das finde ich sowas von krasser. Einen fairen Anteil, Es ist schon völlig, steht in dem Artikel schon drin, dass der Urheber nur einen Anteil kriegt, Ja? Das finde ich also nehmen wir hier auf Bezug auf die letzte Woche, wo ich, so ein bisschen gesagt habe, dass ich mich freuen würde, wenn Urheber direkt entlohnt würden und wir da möglichst wenig ähm Mittelsmänner haben, die diese Domäne als ihren äh als ihre Industrie und ihre äh ihr Haupteinkommen sehen. Sei es, Apple mit einem App Store sei es äh Spotify, sei es Labels. Insgesamt würde ich mir eben wünschen, da weniger Mittelsmänner zu haben. In Artikel acht wird aber im Prinzip das schon zementiert, Sagt dazu, noch nie hatten so viele Menschen zu so viel Wissen und Kultur so einfach Zugang wie heute, das hat er richtig erkannt, Das verdanken wir der Digitalisierung, richtig. Zugleich ist geistiges Eigentum in der digitalen Welt besonders verletzlich geworden. Nach dem Grundsatz vergüten statt verbieten, sollten vor allem neue Bezahlmodelle entwickelt werden, statt sich den Auswirkungen der Digitalisierung vergeblich entgegen zu stimmen. Lieber Heiko, da sagst du genau das, was ich eigentlich letzte Woche äh versucht habe, anzumerken.
Tim Pritlove
Ja. Also gut. Ich sehe, ich sehe jetzt deinen deine kritische Reaktion im Bezug auf fairer Anteil. Da sehe ich jetzt nicht unmittelbaren Brückenschlag zum Leistungsschutzrecht oder so äh fairer Anteil ist jetzt erstmal an sich keine. Sehr aufgeladene Formulierung. Sagen wir's mal so, ja. Äh gut, neue Bezahlmodelle, ja, klar. Bitte, bin, Dabei ist interessant, dass wir hier sozusagen Urheberrecht dann auch gleich äh in der Liste der Grundrechte, die wir ja gerade hier diskutieren, sehen, Ähm na gut, aber als Diskussionsgrundlage nehmen wir das mal auf.
Linus Neumann
Artikel neun ist schön.
Tim Pritlove
Gibt's da auch noch so eine Zwischenüberschrift, ne?
Linus Neumann
Ja, die es zwischen wird. Wir sind noch nicht mal ein Satz.
Tim Pritlove
Die Macht-Asymmetrie zwischen Normalbürgern und den Internetgiganten.
Linus Neumann
Ja, wunderbar, ich meine, das ist eine Sache, der man sich annehmen muss, ja? Hat er schon recht. Artikel neun sagte dann, der Staat gewährleistet die Netzneutralität. Ja, das wäre schön. Das wäre schön gewesen.
Tim Pritlove
Das wäre schön gewesen. Mhm.
Linus Neumann
Gleichheit im digitalen Zeitalter bedeutet vor allem Netzneutralität. Das heißt, alle Datenpakete müssen mit der gleichen Geschwindigkeit und Qualität übertragen werden. Er nimmt hier die radikale ähm Definition von Netzneutralität. Ähm wie gesagt, die Realopposition sagt durchaus, dass man aufgrund von Diensten ähm. Diskrim oder nicht, aber dass man Dienste unterschiedlich behandeln kann im Sinne einer Qualitätsoptimierung, aber eben nicht in Abhängigkeit von Anbietern, ja, also Netzneutralität ist eigentlich ja, wie wir schon mehrmals herausgestellt haben, die, der das Verhindern dieses zweiseitigen Marktes und der äh Troll unter der Brückefunktion, die ähm, Netzbetreiber für sich in Anspruch nehmen. Weiter sagt er, wir brauchen ein offenes Internet, bei dem die Anbieter entscheiden, Was ins Netz kommt und die Kunden, welche Inhalte sie wahrnehmen, aber nicht die Netzbetreiber, ne, genau das, was ich gerade gesagt habe, Ein Zweiklasseninternet würde dazu führen, dass kommerzielle Inhalte noch mehr dominieren, aber wie die Videos der ägyptischen Bürgerrechtler mit den Übergriffen vom Tahirplatz wohl kaum gesehen hätten. Es ist gut, dass das Europaparlament sich grundsätzlich zur Netzneutralität bekannt hat, Das Beispiel mit den Videos würde ich hier etwas als etwas unglücklich gewählt.
Tim Pritlove
Das würde ich auch sagen, ja, weil.
Linus Neumann
Also gerade das, was, worauf er sich da bezieht, ist ja das, was ich, was eigentlich als.
Tim Pritlove
Alles über die großen Plattform.
Linus Neumann
Facebook Revolution in die Geschichte eingegangen ungerechtfertigterweise als Facebook-Revolution in die Geschichte eingegangen ist. Aber ich meine, er muss natürlich hier auch mal ein bisschen dick Butter aufs Brot schmieren für seinen Artikel neun.
Tim Pritlove
Ja und das äh, ich meine, die Formulierung ist, es ist gut, dass das Europaparlament sich grundsätzlich zuletzt Neutralität bekannt hat. Das ist schön, aber es ist schade, dass die EU-Kommission und der Rat, äh dem er ja sozusagen direkt auch angehört, äh leider das Gegenteil durchgesetzt hat und von daher muss ich sagen, ja, schöne Idee, Artikel neun, ähm, Schön, dass wir darüber gesprochen haben, aber es findet leider gerade nicht statt und da könnt ihr euch auch selber nochmal ein bisschen am Kragen zupfen.
Linus Neumann
Artikel zehn. Niemand darf seine wirtschaftliche Macht missbrauchen. Der Staat verhindert Monopole und Kartelle, er fördert Vielfalt und Wettbewerb. Ja, das ist eine eine Grundnotwendigkeit, wenn in einer Mischung aus äh Demokratie und Kapitalismus, Dass man sagt, okay, dann, wenn wir schon das haben, dann müssen wir irgendwie immer wieder Monopole verhindern, weil die sich eben auch automatisch, sonst ergeben. Als Beispiel sagt er, wenn Edeka und Tengelmann fusionieren wollen, dann schreitet schreiten unsere Kartellwächter ein, damit es auch künftig Wettbewerb zwischen den Supermärkten gibt. Was tun wir aber, wenn und das ist klar, Google in Deutschland fünfundneunzig Prozent aller Suchanfragen abwickelt. Bei diesem Quasimonopol, sollte eine Neutralität sichergestellt sein, damit alle Angebote diskriminierungsfrei auffindbar sind. Um den Wettbewerb zu fördern und neuen Anbietern bessere Marktchancen zu geben, brauchen wir auch mehr Datenportabilität, also das Recht, die eigenen Daten beim Wechsel eines Anbieters mitzunehmen, Außerdem sind offene Schnittstellen und Interopeabilität notwendig, damit man Produkte verschiedener Anbieter an seinen äh Grenzen, an seinen Geräten nutzen kann. Die Welt besteht nicht nur aus Apple Produkten, Tim, ganz ruhig.
Tim Pritlove
Vorher hat er das.
Linus Neumann
Auch hier natürlich erstmal schöne Worte, aber wir wissen, ähm diese das Beispiel, was er hier wählt, ist natürlich ein bisschen schwierig, mit diesem Quasi-Monopol Google, ja, weil man immer wieder, was immer wieder aus der Politik auch diese Forderung kommt, ja, Google manipuliert, Sein Suchalgorithmus, ja. Äh als wäre der Suchalgorithmus von Google in irgendeiner Form ein neutrales Etwas. Ja, ein, eine, eine objektive Waage, die nicht vollständig in, in tausendfacher Weise äh manipuliert ist, ja? Darüber hatten wir auch vor in einer etwas länger vorangegangenen Sendung gesprochen, Die Google Suchergebnisse sind stark, manipuliert und zwar dahingehend, dass sie den Menschen gefallen, die die Suchmaschine nutzen, ähm schwierig da zu sagen, ich glaube die Forderung damals kam auch sogar von Heiko Maas oder von wem kam die zu sagen, Google müsse jetzt mal den Algorithmus offenlegen? Das war ein, zwei Jahre her. Haben sie gesagt, jetzt muss Google den Algorithmus.
Tim Pritlove
Von wem das kam, ja.
Linus Neumann
Also, geht. Ja, und da steht dann irgendwie eine Zeile drin und dann kam kann man nachher sagen, das und das ist irgendwie nicht äh nicht gerecht, ne? Also so geht es halt leider nicht, auch wenn es schön wäre, Aber ich glaube, wo was er hier meint, ist eben, Da hat man durchaus da muss man ein ein juristischen Angriffspunkt haben, sich in den nachweisbaren Fällen auch zur Wehr zu setzen, ja. Also zu sagen. Datenportabilität sicherzustellen und bei Quasimonopolen eine Neutralität sicherzustellen, das ist schon äh, Das trifft schon einen Problempunkt, ja? Also wir erinnern uns an die vielen Fälle der der vergangenen Monate, ja, irgendwie Amazon verkauft irgendwas nicht mehr, Apple lässt zufällig unsere App nicht in den äh in den Store, ähm das wäre schon schön, da, irgendwann auch mal eine äh Handhabe zu haben.
Tim Pritlove
Also das ist hier, sagen wir mal, als Forderung ganz interessant. Allerdings ist das auch wirklich ein Bereich, in dem herzlich wenig passiert. Gerade dieses Google Beispiel und insbesondere der Hinweis auf Suchmaschinen. Ist ja nun mehr als nur eine Suchmaschine, Was tut denn bitte schön, Europa um diese Situation? Auch nur ansatzweise zu verbessern. Wenig bis gar nichts, und ich denke, hier ist noch am meisten Hub. So, weil das ist einfach komplett unbeackerter Bereich für meinen Geschmack, Vielfalt und Wettbewerb äh und in irgendeiner Form einer nennenswerten Unterstützung ähm, der Basis, auf der man solchen Trends auch etwas entgegensetzen könnte, davon sehe ich halt einfach wenig bis gar nichts, Es gab mal, ich habe jetzt eben grad nochmal geguckt, ich find's grad mal wieder nicht, wie es heißt, aber aufm äh Abend, auf dem netzpolitischen Abend hier in Berlin, Projekt vorgestellt. Ich glaube, es hieß europäischer Index. Ein Projekt, was die Idee äh voranträgt, äh doch auf europäischer Ebene, quasi ein zu etablieren, um einfach die Basis für eine Suchmaschine zu schaffen. Und das einfach auch öffentlich zugänglich zu machen, Solche Ideen, ich will das jetzt nicht als einzige Lösung hinstellen, sondern das sagen wir mal äh eine Idee in diesem Geiße, die ich äh sehr unterstützenswert finde, dass man sagt, okay, ja, wir sehen auch ein, dass das so eine technische Leistungen wie Google sie gemacht hat mit wir durchsuchen das ganze Netz und wir bieten darauf noch 'ne Suchmaschine ja das lässt sich in dem Sinne heute nicht mehr so ohne weiteres wiederholen, Sieht man ja, wie andere große Unternehmen da schon ihre Probleme haben, da auch nur ansatzweise mitzuziehen, aber in dem Moment, wo man das eben auf eine öffentliche Basis ziehen würde, würde man eben tatsächlich Vielfalt und Wettbewerb auch konkret fördern. Das wäre etwas, wo man Artikel zehn dann nochmal aus der Hosentasche ziehen kann.
Linus Neumann
Artikel elf. Jeder Mensch hat ein Recht auf Datensicherheit. Das ist sportlich, denn dieses Recht äh besteht, glaube ich, für die Wenigsten im Moment.
Tim Pritlove
Dort ein bisschen drauf an, was Datensicherheit meint.
Linus Neumann
Genau, ne, wird der natürlich auch direkt schwammig. Die enorme Bedeutung der Datenverarbeitung macht unser Gemeinwesen verwundbar und erhöht die Gefahr, dass sensible Daten in falsche Hände geraten. Der Terror ist längst auch im Netz angekommen. Früher waren Hacker die Teenager-Nerds von nebenan. Heute gehen die Cyber-Attacken von kriminellen Terroristen oder fremden Geheimdiensten aus. Wer sensible Daten speichert oder digitale Dienstleistungen der Daseinsvorsorge erbringt, muss diese kritische Infrastruktur auch besonders sichern. Datensicherheit ist Grundrecht und Grundpflicht. Bei Smartcards, Smart Cars Also vernetzten Fahrzeugen wird sie sogar lebenswichtig werden. Ja, also.
Tim Pritlove
Nicht nur da.
Linus Neumann
Wir haben dieses äh Grundrecht auf Integrität unserer Informationsverarbeitenden Systeme, Und ich erinnere daran, dass wir im Januar, Februar diesen äh des kommenden Jahres uns dann wieder mit Staatstrojanern auseinandersetzen werden. Da dürfen wir den Heiko Mastern einen Artikel elf erinnern und damit äh diese Debatte dann hoffentlich zum Erliegen bringen. Insofern können wir uns direkt Artikel zwölf zuwenden.
Tim Pritlove
Genau. Bei uns bei den Teenagern Nerds von nebenan.
Linus Neumann
Ja ja.
Tim Pritlove
Das sind doch wir ordentlich. Ja. Die Teenage-Nerds von dem Mann, sehr schön.
Linus Neumann
Artikel zwölf, die Staaten schaffen ein Völkerrechtes Netzes, um die Freiheit des Internets weltweit zu sichern. Ist ganz interessant. Ich meine, bis jetzt hat die Freiheit des Internet sich immer gegen die Staaten äh verteidigen müssen, aber deswegen finde ich's gut, dass jetzt die Staaten sich schützens vor das Internet stellen, um uns vor wem genau zu schützen? Seit Edward Snowden und dem NSA-Skandal wissen wir, dass der digitale Leviatan nicht nur im Silicon Valley lauert, auch Staaten bleiben eine Gefahr für die Freiheit, wenn sie an den Knotenpunkt des Internets ungezügelt E-Mails mitlesen oder unser Surfverhalten ausspähen. Das Völkerrecht wurde vor vierhundert Jahren geschaffen, um die Freiheit der Meere zu sichern. Die Weltmeere des digitalen Zeitalters, das ist das Internet. Deshalb brauchen wir eine internationale Verständigung über die Achtung persönlicher Daten, um sie vor dem willkürlichen Zugriff von Geheimdiensten zu schützen.
Tim Pritlove
Wow. Heiko Maas hat sogar Illuminatus gelesen.
Linus Neumann
Oder seinen Mitarbeiter starb.
Tim Pritlove
Kann auch sein, aber das ist mit dem digitalen kommt, das finde ich ja schon bemerkenswert. Ja, ähm gehen wir mit? Oder?
Linus Neumann
Ja, ja, es ist natürlich nur eine Hälfte der der Problematik, aber eben auch die politisch zu lösende, ne? Also.
Tim Pritlove
Ja, aber es wäre sicherlich ähm also ich finde den Gedanken finde ich absolut richtig und auch die ähm, Sagen, dieser Freiheit der Meere äh von von den Freiheit der Meeren zu den Freiheit in den Datenmeeren. Das äh finde ich eine ganz brauchbare Analogie.
Linus Neumann
Thomas Hobs äh bedankt sich für die Referenz.
Tim Pritlove
Ähm.
Linus Neumann
Das ist ein Standardwerk der Politikwissenschaft. Oder Stoffform und Gewalt eines kirchlichen und staatlichen Gemeinwesens.
Tim Pritlove
Okay. Hatte ich nicht.
Linus Neumann
Oh, das ist äh ja, dann können wir das mal hier empfehlen. Das müsste inzwischen wahrscheinlich gemeinfrei sein, aber irgendjemand wird's sicherlich irgendwo nur. Ich gucke mal, ob man das irgendwo im Projekt Gutenberg oder so findet, vielleicht auch vielleicht hat's auch irgendjemand verhindert, der Leviatan selbst vielleicht sogar.
Tim Pritlove
Auch der braucht einen fairen Anteil.
Linus Neumann
Das heißt, Deleviatan ist da halt der der herrschende, der souverän. Ähm der aber auch in einer anderen Weise eben gezügelt werden muss und so weiter. Na ja. Artikel.
Tim Pritlove
Das Datenseemonster.
Linus Neumann
Artikel dreizehn. Jeder Mensch hat das Recht auf eine analoge Welt. Niemand darf ungerechtfertigt benachteiligt werden, weil er digitale Dienstleistungen nicht nutzt. Freiheit hat stets auch eine negative Dimension und gibt uns das Recht etwas nicht zu tun. Das muss auch im Zeitalter der Digitalisierung gelten. Eine Fahrkarte kaufen, einen Reisepass beantragen, Eine Kontoüberweisung vornehmen, so etwas muss auch möglich bleiben ohne ein teures Smartphone zu kaufen? Und es darf auch niemand benachteiligt werden, weil er keinen Facebook-Account besitzt. Das persönlich ist mir auch wichtig, muss ich sagen. Da, Das ist nicht nur ein Minderheitenrecht für alle Digitalverwaltung, sondern auch ein Gebot der sozialen Gerechtigkeit. Zum Beispiel im Interesse von vielen Senioren, die teilen, die keine digital Natives mehr werden.
Tim Pritlove
Irgendwie in Berlin allen Leuten sagen, die versuchen einen Termin bei einer Börse zu bekommen, Na ja, da kannst du nur noch irgendwie im Internet dir dann deinen Termin klicken. Nee, ja, stimmt nicht, du kannst auch noch äh Telefonanruf machen.
Linus Neumann
Also er führt das noch weiter aus. Äh denke ich, ist auch in Ordnung. Ja, natürlich sollte man jetzt keinen in die Digitalisierung zwingen und äh ihn zum Objekt eines Algorithmus werden lassen. Insofern kann man diesen, Bin ich jetzt mal gespannt, wie er denn aus diesem Artikel noch irgendwas Böses rauskratzen will. Denn an dieser Kater wird sich ähm Heiko Maas dann in den kommenden, Monaten und Jahren ähm in seinem Handeln messen lassen. Da bin ich mal sehr gespannt, äh, ob er es wirklich schafft, in allen dreizehn Punkten noch umzukippen oder ob uns ein bisschen was davon erhalten bleiben wird.
Tim Pritlove
Na ja, ist ja auch nicht ganz so alleine da in diesem ganzen äh Apparat, muss man auch mal dazu sagen. Also du wirst wahrscheinlich niemanden finden in der gesamten Bundesregierung, der irgendwie seine persönliche Agenda mal in vierzehn, fünfzehn Artikel aufschreibt, der diese dann auch vollständig umgesetzt bekommt im Rahmen seiner Tätigkeit.
Linus Neumann
Ich frage mir, wenn du dir diese dreizehn Artikel anguckst, ne und dann nimmst du dir mal irgend so ein äh irgend so ein radikal radikal so einen christlichen Radikalfundamentalisten, ja? Beckstein oder sowas, ne? Oder U. Welchen dieser Artikel würden die widersprechen? Das wäre der interessante Punkt. Und äh ich glaube, höchstens irgendwie bei der Staat gewährleistet die Netzneutralität kann er mit direktem Widerspruch rechnen. Die anderen Artikel werden die führen die glaub ich mittragen, und oder sogar auch bei bei Netzneutralität machen sie das Gleiche, die würden jeden einzelnen dieser Artikel mittragen und ähm mit dem Hinweis, Ausnahmen regelt ein Gesetz, ähm, versehen und dann kannst du das so stehen lassen.
Tim Pritlove
Du meinst, sie wären auch für freie Meinungsäußerungen und so?
Linus Neumann
Natürlich, ich meine, er sagt ja, bei der freien Meinungsäußerung schiebt er ja direkt sechs nach, äh allgemeine Gesetze und Persönlichkeitsrecht und die allgemeinen Gesetze bestimmen ja die C-Politiker. Insofern, Glaube ich, ich glaube nicht, dass die einem dieser Artikel direkt, widersprechen würden. Sie werden diesen Artikel, diese Artikel einschränken und in ihrem Handeln widersprechen, aber sie werden sich nicht hinstellen und sagen, ich widerspreche der digitalen Grundrechte Kater von Mars. Oder findest du einen?
Tim Pritlove
Ich überlege grade, Artikel zwölf, weiß ich nicht, Völkerrecht äh zur Absicherung der Freiheiten im Internet Ob da jetzt jeder so äh mitgeht und ähm sozusagen in den Geheimdiensten, den digitalen Liviatan sieht. Äh ich glaube, da geht jetzt nicht unbedingt jeder sofort mit, aber Artikel dreizehn ist auf jeden Fall ein Fest, ne. Mit der analogen Welt.
Linus Neumann
Also ich, wie gesagt, muss kann man ja auch als als äh Hausaufgabe für die Interessierten Hörer überlassen äh ich finde da jetzt erstmal spontan.
Tim Pritlove
Oder? Schon recht. Also äh es klingt alles erst mal richtig, aber es ähm, Klingt auch nicht so, als ob da nicht jeder mitgeben könnte. Will er auf jeden Fall mal interessant zu sehen, ob irgendjemand daran konkret irgendwas auszusetzen hat, obwohl es noch relativ schäumig formuliert ist. Aber ich finde es, ich finde es gut, dass er sowas auch formuliert. Ich finde es überhaupt gut, wenn äh Politiker, die auch in so konkreten Ministerpositionen sitzen und weiß Gott eine Menge zu tun haben, sich auch, sagen wir mal, zu solchen philosophischen Auslassungen bemüßigt fühlen. Und hier sozusagen auch an einer Debatte, in einem, einem, einem öffentlichen Diskurs teilnehmen, weil dann könnten sie auch bleiben lassen. Das steht ja jetzt sozusagen nicht in der Aufgabenbeschreibung eines Justizministers. Du sollst öffentliche Debatten über Inside Online äh anstoßen, und macht ja auch nicht jeder.
Linus Neumann
Na, du musst aber irgendwie deine also, wie gesagt, lass sie mal abwarten, was wir von dem Mann noch sehen. Ich finde das auf jeden Fall mal ganz gut, jetzt noch mal was zu haben, woran man ihn erinnern kann.
Tim Pritlove
So, das ist also diese geheime Keynote. Jetzt hast du's ausgeplaudert.
Linus Neumann
Über die Vorratsdaten.
Tim Pritlove
Und warum das gut ist für uns Teenager.
Linus Neumann
Kief Alexander und Heiko Maas. So ähm.
Tim Pritlove
Ja, die können sich da mal so ein Rap Battle geben.
Linus Neumann
Wir haben ja im Freifunkbereich so ein paar Verfahren.
Tim Pritlove
Neues Thema, wa?
Linus Neumann
Das ist ein neues Thema. Und da gibt's jetzt vor dem Münchner Landgericht eines ein Verfahren eines Freifunnkers, der sich gegen Ansprüche von Sony Music wert. Also, was passiert ist? Der hat halt offenes WLAN angeboten, hat dann irgendwie eine Abmahnung von Sony Music bekommen, hat gesagt, hier nix. Äh die wollten halt irgendwie achthundert Euro von ihm haben und dann hat er gesagt, nix äh ich habe hier freies WLAN angeboten. Ich äh für mich gilt diese äh für mich gilt eine Haftungsfreistellung und er, hat dann eine äh negative Feststellungsklage angestrengt, ja? Also sich nicht nur gegen die Abmahnung gewehrt, sondern eben auch gegen Sony Music geklagt und, Das Landgericht geht davon aus, dass eben Dritte die Urheberrechtsverletzung begangen haben und eben nicht der äh Tobias McFaden selbst, und will deshalb wissen, ob EU-Gesetze, Verantwortlichkeit des des WLAN-Betreibers, also Tobias McVetten, ausschließen. Und zur Klärung dieser Frage hat sie den Fall, an den Europäischen Rechtshof nach Luxemburg geworfen.
Tim Pritlove
Genau, das kennen wir ja jetzt sozusagen auch schon aus den äh anderen ähm Timmfeldern, die wir jetzt jüngst äh diskutiert haben, Man kann sich nicht direkt ähm an das EUGH wenden, aber man kann es sozusagen dorthin äh eskalieren.
Linus Neumann
Genau und das ist hier geschehen und da könnte man jetzt hoffen, ähm die Argumentation der klagenden Partei ist, wenn WLAN-Hotspots generell zwangsweise verschlüsselt werden müssten, hätte das eben auch zur Folge, dass sich jegliches, öffentliches WLAN in öffentlichen Einrichtungen, Geschäftszentren, Beherbungsbetrieb Beherbergungsbetrieben, Gaststätten, Museen in ein privates WLAN veröffentlichen äh verwandeln würde. Also quasi sagen, wenn du keine öffentlichen Wählern betreiben darfst, dann ist der Schaden sehr groß für alle, Und äh da wollen sie offenbar die äh, Rechtsgüter abwägen lassen, um zu sagen, okay, gibt's da, gibt's dafür eine Handhabe, die sind Schaden ein, anzurichten, hauptsächlich um durch die durch diese Störerhaftung, die in der Regel einfach nur den Interessen der äh Verwertungsindustrie äh dient. Nun sagen sie, Es ist auch nicht angemessen, Anbieter eines Hotspots zu Verhinderung von Urheberrechtsverletzungen zu verurteilen und ihnen die Wahl der Mittel zu überlassen. Ja? Wie es in der momentanen, gängigen Rechtsprechung eben passiert. Im Zweifelsfall würde nämlich der WLAN Dienste Anbieter übertriebene Maßnahmen ergreifen, um eine Haftung auszuschließen, dass er genau das, was wir jetzt auch sehen.
Tim Pritlove
Ich kann gerade nicht so äh ganz folgen. Das ist jetzt die Meinung des des Landgerichts noch.
Linus Neumann
Nee, das ist die Meinung der äh Klagenden. Das Landgericht hat gar keine Meinung, sondern hat gesagt, das müssen wir erstmal auf auf EuGH-Ebene äh klären.
Tim Pritlove
Okay, also sozusagen jetzt die äh okay, die meinen.
Linus Neumann
Ja? Dann sagen sie im Zweifelsfall würde nämlich der Wlan Anbieter übertriebene Maßnahmen ergreifen, um seine Haftung auszuschließen, was sich auf die Grundrechte des Nutzers im Hinblick auf den Datenschutz und die Informationsfreiheit negativ auswirke. Ist eine, denke ich, eine sehr, Kluge und gültige valide Argumentation zu sagen, okay, was, wenn ihr die Haftung auf den WLAN Zugangsanbieter drückt, dann wird der um der Haftung zu entgehen übermäßige Maßnahmen ergreifen, Und diese übermäßigen Maßnahmen werden in einer Einschränkung der Informationsfreiheit des Nutzers. Resultieren und deswegen, argumentieren sie eben grundsätzlich gegen die Störerhaftung, weil sie sagen, der freie Zugang zu dem Netz, ist das höhere Gut als hier irgendwie eine Zustellungsadresse für überhöhte ähm Abmahnungen zu haben. Wir werden sehen, was wieder EuGH da entscheidet, ist auf jeden Fall interessant, da ist so eine negative Feststellungsklage. Jetzt wirklich auch mal bis vor den EuGH kommt. Das äh äh ist erstmal als Erfolg zu ähm werten. Wir werden sehen, für wen.
Tim Pritlove
Ja, es könnte natürlich auch wieder zu so einer interessanten Grundsatzentscheidung äh führen, die dann von allen europäischen Ländern ignoriert wird. Gut. Viel EU äh heute. Man merkt, dass äh die Bedeutung zunimmt.
Linus Neumann
Hier hat die EU-Kommission hat jetzt angekündigt, sich mal um das Urheberrecht zu kümmern. Und als erstes äh wie haben sie das genannt, als Vorspeise? Haben sie gesagt, Wir werden dafür sorgen, eines der größten Probleme, unter denen das Internet leidet, jetzt mal sofort zu lösen, nämlich den Zugang zu Streaming-Diensten und anderen digitalen Inhalten zeitweilig aus dem Ausland, Also Klassiker, du bist irgendwie äh was weiß ich, du möchtest zum Beispiel die ARD-Mediathek gucken, ja, mit Hilfe des weltumspannenden Datennetzes Möchtest du die Gelegenheit nutzen, auch in deinem Urlaub oder auf deiner Geschäftsreise mal den Tatort aus der ARD-Mediathek zu sehen.
Tim Pritlove
Nein. Ne.
Linus Neumann
Gar nicht. Erstens hast du da diese Zeitsperren, die sagen, es na, ist noch nicht nach zwanzig Uhr, darfst du nicht gucken. Und zweitens hast du dann noch diese Sperren, die sagen, du bist ja gar nicht in Deutschland, ja.
Tim Pritlove
Auf Mallorca, ne?
Linus Neumann
So und da sagen sie halt, ja, also zeitweilig wollen wir da eine Lösung finden. Ja, dass also auch die armen Leute, die ein Netflix-Abo haben, was weiß ich hasse, Netflix Abo fließt nach Indien, in Indien gibt's kein Netflix, kannst deine Serien nicht zu Ende gucken, ne. Brauchst du irgendwie, musst du musst du dir ein VPN klicken oder ähm, oder so ein äh, DNS-Server äh eingeben, der dann halt andere, der die andere IP-Adresse ausgibt, damit du doch noch Netflix gucken kannst. Trick ist, du holst dir ein VPN nach Schweden, weil dann hast du schwedisches Netflix, da gibt's sogar nochmal irgendwie ein paar Serien mehr oder so. Es geht natürlich so alles nicht. Das ist also jetzt schon mal der das dicke Bonbon, was uns die EU-Kommission verspricht, Und äh möchte außerdem dann in Zukunft uns noch äh mehrere Ausnahmeregelungen im Urheberrecht zugunsten von Blinden und Sehbehinderten schenken. Das ist natürlich immer gut, und ähm, In dieser Form wollen sie eben ihre Verpflichtung aus dem internationalen Blindenvertrag umsetzen, den die Staaten der Welturheberrechtsorganisationen bereits zweitausenddreizehn beschlossen hatten. Und natürlich im Bildungsbereich wollen sie sich auch noch ein bisschen umschauen. Die Julia Räder, die wir ja, beim Camp auch zu Gast hatten, hat äh sich diesen Kommissionsentwurf mal angeschaut und hat auf ihrem Blog eine äh Score-Card ähm. Veröffentlicht, wo sie im Prinzip sagt, so welche Echos, wie adressiert werden, Wenn sie sagt, ich will da jetzt nicht äh nicht alle von durchgehen, aber diese Geoblocking-Sache kritisiert sie natürlich auch und sagt, na ja, okay, das soll jetzt irgendwie nur hier auf äh auf temporär sein und das ist irgendwie Kritik würdig, weil es eben, Ne, irgendwie nicht dauerhaft ist und sie will ja eigentlich Geoblocking vollständig loswerden, ist ein sagt, ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, aber was sie eigentlich möchte, ähm, ist, dass das Geoblocking vollständig wegkommt und was was die Kommission hier verspricht, ist im Prinzip äh äh Roaming für Netflix. Das ist das, was sie eigentlich sagen. Also Netflix, äh die deine Kunden müssen roman dürfen, ne, für zwei, drei Wochen. Ähm. Panoramafreiheit war hier so ein Anliegen, da sagt sie, okay, da hat gibt's ein klares Bekenntnis. Der Kommission zu ähm. Es gibt auch ein klares Bekenntnis dazu, Werke, die nicht weiter, die nicht weiter verkauft werden, auch zugänglich zu machen, ja? Dass du quasi durch, nicht, nicht durch, nicht neu Auflage, die Verbreitung von Werken einschränken kannst. Sie möchte ähm sie möchten die Bildung, die Bildungspolitik stärken, sie möchten die Nutzerrechte für digitale Inhalte stärken und das sind jetzt so die positiven Punkte, aber sie hat eine relativ lange Liste der der roten und gelben Punkte, wo sie äh nicht glücklich und zufrieden ist und ich denke, wir werden einfach mal die Gelegenheit nutzen, da zeitnah mit ihr nochmal drüber zu sprechen, wenn die Kommission ihren großen, geschwungenen Worten erste ernsthaft niedergeschriebenen äh Vorschläge ähm, folgen lässt.
Tim Pritlove
Mhm, schöne, schöne.
Linus Neumann
Das ist eine sehr gute Aufarbeitung, ja.
Tim Pritlove
Ist es wirklich also der der Style gefällt mir einfach sehr gut, weil er irgendwie extrem äh klar fokussiert ist. Man kann hier sehr schnell, also erstmal sieht man sozusagen ihre ähm nicht nur ihre Gewichtung, sondern sozusagen auch ihre, Tour ihrer Strukturierung sozusagen dieser Themen und äh geht das dann einzeln äh durch, bewertet es unabhängig voneinander und das äh ja, ist super, nicht gut.
Linus Neumann
Ja, das ist sehr, sehr gut aufbereitet und deswegen äh empfehlen wir, dass diesen Link zu klicken.
Tim Pritlove
Genau, klicken sie diesen Link jetzt.
Linus Neumann
Und sie weist natürlich auch darauf hin, dass man sich immer noch an die äh Kommission wendet, weil sie ja ähm. Quasi noch die Sicht der Nutzer ähm, Willkommen heißt, da gibt's also eine Möglichkeit, sich an dieser Umfrage zu befinden. Und äh sich an dieser Umfrage zu beteiligen und diesen Link hat sie äh unter ihrem Artikel und wir haben den auch ähm bei uns in den Shownots. Bleiben wir noch ein bisschen beim Urheberrecht, oder?
Tim Pritlove
Unbedingt.
Linus Neumann
Wir haben gerade schon darüber gesprochen, dass die äh EU Kommission zumindest, sage ich mal, Ausnahmeregelung und Erleichterung in im Urheberrecht, Anstrebt äh im Bereich der Bildung, Währenddessen haben wir in Deutschland ähm die Verwertungsgesellschaft Wort, die ein Zusammenschluss von Autoren und Verlagen ist, der Tanthemen aus Zweitnutzungsrechten einnimmt und an die Urheber weitergibt. Ich kannte die VG-Wort, vor allem daher, dass man so bei Netzpolitik org zum Beispiel ein Zählpixel äh eingebaut hat, und da gibst du quasi als Autor deine ähm deine VG Wort Mitgliedsnummer ein. Und. Dann zählt die VG Wort quasi mit, dass oder wie oft deine Artikel gelesen wurden? Und dann kannst du dir am Ende nachher dafür Geld geben lassen. Man muss sich auf der VG Wort, man kann sich da so eine Karteinummer geben lassen und wenn man das irgendwie in bei dann in die in das Blog einbaut, dann kriegt man am Ende des Jahres irgendwie Geld. Weil die, weil man ja Autor ist und die VW Wort, entlohnt dann den Autor. Ist tatsächlich etwas, was auch bei äh Netzpolitik org zumindest mal genutzt wurde. Auch wenn ich im Quelltext jetzt gerade erst auf die Schnelle nicht gefunden habe, aber so, daher kannte ich eigentlich immer die VG Wort. Stellt sich aber raus, die Vogelwort. Hat natürlich überall ihre äh Finger im Spiel, wo etwas gelesen wird. Und bisher war das, bei den Universitäten so. Diejenigen von uns, die mal irgendwie eine Uni besucht haben, erinnern sich oder die gerade eine Uni besuchen, dass es da häufig so ist, dass Professoren ein Skript zur Vorlesung bereitstellen? Da hast du dann irgendwie. Vielleicht mal ein paar Buchseiten drin kopiert Oder man wissenschaftlichen Artikel und dann kannst du in gehst in Copy Shop und holst dir diesen Reader oder so, ne? Bei manchen Seminaren sind das dann lecker mal irgendwie fünfhundert bis tausend Seiten für so ein Semester oder so, Wallose Zusammenglaubung von Artikeln und ähm. Buchkapiteln oder was auch immer, äh die Professoren in der freien Ausübung ihrer Lehre für die Studierenden für relevant halten. Und die Basis dafür war. Dass die ähm Unis so eine Art ähm, Pauschalabgabe gezahlt haben an die VG-Wort. Ja, die haben einfach gesagt, okay, wir machen das und dafür, dass wir das machen, zahlen wir euch folgenden Betrag. Und jetzt hat die VG Wort aber gerichtlich erstritten, dass jede Seite aus einem Skript einzeln gemeldet und bezahlt werden muss. In dem Fall, dass es, online bereitgestellt wird. Das scheint hier mein äh so, wenn es digital von der Uni bereitgestellt wird. Und das gilt selbst dann, wenn das Skript vom Dozenten Passwort geschützt nur eine Handvoll Seminarteilnehmern zugänglich gemacht wird.
Tim Pritlove
Ja, Artikel acht. Fairer Anteil an den Erträgen. Ja, weißt du, was für ein Reibach gemacht wird von den Studenten? Ja, die verdienen sich dumm und duselig. Ja. Während ihrer Ausbildung und äh das kann einfach nicht sein, Dass da nicht einfach auch ein fairer Anteil gezahlt wird. Also ich halte das für wirklich absurd. Also ich finde es erstmal schon mal absurd, dass die VG Wort sich überhaupt in so einen juristische äh Bereich gegeben hat. Also was möchten sie bitte darin gewinnen?
Linus Neumann
Geld.
Tim Pritlove
Ja, ja, aber ich meine, es ist nicht durchführbar.
Linus Neumann
Nee, eben und das ist genau das, was passieren wird. Also sie sagen im Prinzip so, na ja, okay, ab jetzt müsst ihr uns seitenweise Rechenschaft ablegen über das, was ihr in euren Skripten in geschützten Bereichen einem kleinen Nutzerkreis zugänglich macht und es das alles melden. Das heißt im Prinzip die Professoren und äh die Unis haben einen bürokratischen Aufwand vor sich, den sie nicht leisten können, und das könnte dann ultimativ bedeuten, dass äh die Professoren und Dozenten einfach ganz oder, Einfach ganz darauf äh verzichten. Skripte äh digital bereitzustellen. Ja, vielleicht gibt's dann den, den Fall, dass sie sagen, okay, komm, wir machen das irgendwie mit Papierkopien. Ich glaube, diese Regelung bezieht sich eben erstmal, Wenn ich das hier richtig lese, nur auf digitale Bereitstellung. Aber so wie, ich meine, die letzten in den letzten zehn Jahren hat man als als Studierender ähm, Wahrscheinlich wohlwollend die zehn Bemühungen, beobachtet, sowas in dieser durchaus nicht perfekten, aber immerhin immer weiter verbreiteten Lernplattformen Mode abzubilden, wurde man dann eben auch mal sehen kann, für diese Woche hat äh, Der oder die Dozierende eine einen Artikel bereitgelegt, das ist ein PDF, das hat die irgendwo runtergeladen, vielleicht auch von weiß der Geier, wo sie's her haben, das muss auf jeden Fall gelesen werden, das möchten wir der nächsten Seminarstunde besprechen, So und genau über genau dieser Akt muss dann jetzt eben dokumentiert und der VG Wort gemeldet werden. Also ich weiß nicht, ob den ganz klar ist, was das äh was das bedeuten wird, ja. Grade auch wenn man sich überlegt, wie das im im Bildungsbereich mit den Disketten ist. Achtzig und so, ne. Ja, also hier äh das also ich meine, sorry, so wenn wir wenn wir von unserem Universitätswesen irgendetwas haben wollen, dann muss das halt möglichst straff von dieser ganzen Urheberrechtsscheiße freigestellt werden. Das gilt nicht nur, für oder eben zumindest sagen wir Pauschalvergütung, muss man sagen, okay, ne? Pauschalvergütung in Ordnung, verteilt das wie ihr wollt. So, aber bitte ermöglicht die Freiheit der Lehre und der Ausbildung, Ja, wenn ihr das, wenn wir das nicht machen, wird das ein riesiges Problem werden wir haben das das Problem ist ja schon groß genug über durch diese großen Wissenschaftsverlage, die letztendlich, ja, ich habe das, glaube ich, schon mehrmals ausgeführt, aber die großen Wissenschaftsverlage machen nichts anderes als Forschungsergebnisse der Universitäten in ihren Journals zu veröffentlichen, und diese Journals dann den Universitäten wieder zurückzuverkaufen. Das ist das ist das, was diese Wissenschaftsver, haben wir lange, große ähm Open Access Initiativen, die sich darum kümmern, hier die Freiheit der Wissenschaft und die Freiheit der äh Lehre irgendwie wieder in diesen Betrieb zurückzubringen. Und es ist in diesem Bereich wirklich bitter, wenn. Da äh durch solche, Verwertungsrechte, denn muss ja nicht meinen, dass irgendeiner der Autoren, die in einem dieser wissenschaftlichen Journals veröffentlichen, dafür irgendwie eine nennenswerte Bezahlung bekäme, ja, die Journals bezahlen ja auch nicht die Forschenden für die Forschung, die sie da veröffentlichen, das Einzige, was diese Journals machen, ist, dass sie einen Stab bereithalten von kompetenten Personen, die die das Peer-Review machen. Das ist durchaus auch etwas, was im wissenschaftlichen Kontext ebenso notwendig ist, und ähm wo auch.
Tim Pritlove
Wobei dieser Stab nicht wirklich angestellt, diese Unternehmen sind, sondern andere Wissenschaftler, die das auch kostenlos machen.
Linus Neumann
Ist auch kostenlos machen und sich da und dann sich dafür geehrt werden, ne? Das schreibst du als Wissenschaftler schön in deinen CV, dass du im im was weiß ich, Editer von einem Journal Biss oder regelmäßiger Reviewer für einen Journal oder so, dass auch immer eine Ehre, ne? Letztendlich, werden ja die wenigsten Bereiche von von vielen Wissenschaftlern beackert, so dass wenn du dann, Als Review äh benannt wirst, dann ist es auch auf eine gewisse Weise eine Ehre, dass dass du dem Editta eben, als die Person bekannt bist, die über diese wissenschaftliche Arbeit das erste wichtige Urteil fällen soll. Zweifel ist das dann so, also liegt ihr dann vor und dann liest ihr da durch und dann kannst du ein paar Fragen stellen, Verbesserungsvorschläge dann geht das anonym an den Autoren zurück oder an die Autorin oder an das Autorenteam zurück und dann wird das umgesetzt oder nicht, dann wird dir das wieder vorgelegt und dann entscheidet der Edither, ja? Aus dem Feedback der Reviewer und der den Änderungen, die dann da geschehen sind, ob dieses Paper dann veröffentlicht wird oder nicht. Das ist durchaus, das ist eine wichtige Qualitätssicherungsmaßnahme in der Wissenschaft und es ist auch wichtig, dass das Journals sich bestimmte, einen bestimmten Ruf erarbeiten, ja? Einfach damit du quasi ja, eine Sortierung hast, auch als interessierter Leser oder anderer oder Lesende und Forscher in diesem Bereich, diese, diese Leistung der Journets für die Wissenschaft will ich nicht in Abrede stellen, aber das das Geld, was die uns kosten und unsere Universitäten kosten, das ist nicht mehr feierlich. Aber hier komme ich auch ein bisschen vom vom Thema ab. Ähm, Das hier ist nicht gut. Das, was hier von der VG Wort erstritten.
Tim Pritlove
Ja, ich freue mich vor allem, also ich weiß jetzt nicht, ob das in diesem äh Urteil so klar auch dann schon herausgestellt wurde, aber was heißt denn künftig muss jede Seite aus einem Skript einzeln gemeldet werden? Seite was, jede Seite eines Buches.
Linus Neumann
Jede Seite des Gürts. Von wem ist sie? Wo ist sie her? So, wer hat die geschrieben?
Tim Pritlove
Ja und wie meldet man das dann? Wie referenziert man da drauf? Ich meine, wir haben immer noch äh was was haben wir, glaube ich, bisher auch so noch nie drüber gesprochen, Aber was ich ja auch als ein Grundproblem ansehe in dieser ganzen Urheberrechtsverwertungsgeschichte ist, wir haben immer dieses, Diese pauschale Geltung eines Urheberrechts, ja? Du schaffst irgendwas, du hast das Urheberrecht daran, ohne weitere Maßnahmen, Ergreifen zu müssen. Ein anderes vorstellbares Modell wäre ja, man sagt, okay, wir wir räumen den Urhebern die rechte ein, aber ihr habt eine Meldepflicht, Ihr müsst euer urheberrechtlich geschütztes Werk auch als solches melden. An einer irgendwie zu schaffenden äh Instanz und dann gibt's auch eine Nummer dafür.
Linus Neumann
Ja, das ist ja auch das, was die vorgeworden macht. Du hast als Urheber, als Autor eine Nummer, ja? Und genau das wollen sie ja.
Tim Pritlove
Nein, nein, das Werk. Nein, nein, das Werk muss eine Nummer haben, weil du hast ja das Problem, wie wie.
Linus Neumann
Nee, ich glaube, die gehen auf Autorenbasis. Wenn ich det, also.
Tim Pritlove
Ja, das kann ja sein, dass ihr auf.
Linus Neumann
Aufs dünne Eis, aber die kommen, die gehen nach Autorenbas.
Tim Pritlove
Worauf ich hinaus will ist, die Arbeit, die man hat, um eine solche Meldung vorzunehmen. Ja, was, was, was, was heißt das? Pro Seite, ich habe den und den und den Autor genannt, das reicht dann schon. Wissen wir nicht. Okay.
Linus Neumann
Also, Ich kenne das Modell, was ich gerade geschildert habe. Ich weiß nicht, wie die VG Water das sonst macht. Aber ich würde hier vermuten, dass ihr Interesse ist, zu sehen, welche Autoren werden hier wie oft kopiert und welchen dieser Autoren müssen wir dann entsprechend auch die Tantieme geben? Wird auch die das wird auch die Argumentation, Der VG Wort an dieser Stelle gewesen sein, dass sie sagen, wenn wir diese Daten nicht haben, sondern eine Pauschal äh Vergabe bekommen, äh eine Pauschalvergütung äh bekommen, dann, wir nicht dazu in der Lage ähm unsere Einnahmen.
Tim Pritlove
Gerecht zu verteilen.
Linus Neumann
Zu verteilen. Das würde ich würde ich vermuten, dass das die Argumentation ist, Dennoch beziehe ich mich darauf zurück, das Urteil habe ich nicht genau gelesen und das Entscheidende ist, dass das den Lehrbetrieb, das was, wenn es zu komplex wird. Ja, dann hast du, vor allem, wenn du sagst, du willst es seitengenau haben, ja, dann äh wird es eben dazu führen, dass die Lehrenden an den Universitäten ihre Skripts nicht mehr bereitstellen können. Und ich kenne das auch schon also wir das gibt's ja immer wieder an Universitäten, dass dann die Lehrenden sagen, ja es gibt da so eine gibt da so ein Buchkapitel und so äh müssten sie mal, Ich gehe jetzt mal kurz aus dem Zimmer. So, hier liegt so ein USB-Stick. Ich habe keine Ahnung, wo dieser USB-Stick herkommt. Äh, Das wäre auch echt ärgerlich, wenn dir jetzt nachher jemand von ihnen hätte, aber ich muss jetzt echt dringend, also bitte so huch, wo ist denn der USB-Stick hin? So, ne, weil die da eben auch unter Druck sind, unter Druck stehen, ne. Dass diese Problematik, da muss man eben äh abwägen und Lösungen finden und da halte ich eine Pauschalvergütung, für das, Wichtigere oder das bessere, auch wenn sie dann eben in den in Einzelfällen zu einer nicht hundertprozentig äh gerechten Verteilung der Tanthemen, die sicherlich auch wichtig sind für die für die Urhebenden, äh, resultiert.
Tim Pritlove
Also, das einzeln melden, da komme ich irgendwie noch so ein bisschen, da da kann ich noch mitgehen, ne?
Linus Neumann
Das ist ja das Problem, das werden die Universitäten nicht leisten können.
Tim Pritlove
Ja ist nochmal ein anderer Aspekt so, aber hier heißt es ja auch einzeln bezahlen. Das heißt, umso mehr ich nenne, umso mehr muss ich bezahlen. Das könnte sozusagen da drinstehen, weil in dem Moment, wo ich keine pauschale Vergütung mehr habe, die sagt, hier ist der Betrag, damit ist alles abgegolten, ja, der Wunsch sozusagen, noch mehr Tracking zu haben, was denn nun konkret zitiert wurde, was er nun konkret genutzt wurde, damit die ihren Schlüssel, der äh auf der dieses pauschal gezahlte Geld dann auch gerecht verteilt trainieren können, Da gehe ich ja irgendwie noch mit. Das ist zwar natürlich auch schon dieser Aspekt, okay, hier kommt viel Arbeit auf uns zu. Ja, aber in dem Moment, wo sozusagen auch noch die Bezahlung da dranhängt, Bedeutet das ja einerseits so aha umso mehr zitiert wird, umso mehr muss bezahlt werden. Da hast du halt schnell eine eine Unileitung, wie gesagt, der zitiert mal nicht so viel, Das können wir nicht bezahlen, ja? Weiß ja wie das ist. Also du hast an in dem Moment einfach ein ein nicht kalkulierbare Größe. Klar, die kannst du irgendwie schätzen, da hast du da irgendwie so dein Jahresbudget, aber dann wird dann einfach mal zitiert, wie nix Gutes und dann kommen sie halt irgendwann an und sagen, hier mal nicht so viel zitieren, Ist ja nun, kann ja auch nicht die Antwort sagen. Vor allem und das ist das nächste, was mir jetzt noch kommt. Ich meine, gut, hier dreht es sich vor allem um Texte, ne. Wir reden jetzt hier über die VG-Wort, aber grundsätzlich hätte das natürlich jetzt auch äh entsprechenden ähm, Charakter auch für andere Medieninhalte, Ja, was ist mit Bildern, was ist mit äh Fotografien, was ist mit Diagramm, was ist mit ähm was ist mit Videos? Also im Unterrichtsmaterial insbesondere, zumal dieses, ich stelle ein Skript bereit für eine Vorlesung. Ich meine, das ist ja irgendwie auch noch so ein bisschen zwanzigstes Jahrhundert. Worauf es jetzt hinausläuft, sind mittelfristig werden wir auch eine äh umfassende Änderung der Art und Weise haben, wie Lehrinhalte überhaupt vermittelt werden, da fallen mir so Konzepte ein wie halt sozusagen diese ganzen, Vorlesungen komplett umgedreht werden und primär überhaupt erstmal im Netz stattfinden, ja. Was ist denn mit solchen eingestellten Videos? Können die dann irgendwie auch noch pauschal abgesichert werden oder kriege ich dann einfach eine Million YouTube Klicks und dann muss ich sozusagen für meine Vorlesung auch noch regelmäßig Geld bezahlen. Das sind schon so Fragen, die man sich stellen muss.
Linus Neumann
Es sind Fragen, die man sich stellen muss. Ich denke aber, wie gesagt, man kann dieses ganze Problem hier nur dadurch in den Griff kriegen.
Tim Pritlove
Die man zum Beispiel bisher.
Linus Neumann
Indem man das irgendwie pauschal löst und da den Bürokratieaufwand verringert, um eben diese Freiheit der Lehre und der Wissenschaft sicherzustellen. Anders kann ich mir das einfach nicht vorstellen.
Tim Pritlove
Meldung oder die Bezahlung.
Linus Neumann
Also, ich ich halte ernsthaft so, dass die Freiheit der Wissenschaft und der Lehre ist das höhere Gut als die Vergütung der Urheber. Die was da an Urhebern, was da an Urheberrechtlich geschützten Materialien verteilt wird, In solchen Seminaren hat zu achtzig Prozent sowieso kein Urheberrecht, Verwertung verdient, weil diese vor, in der Regel geht es daher um Forschung. Und diese Forschung ist bezahlt worden und wenn sie in Deutschland ähm erst durchgeführt wurde, dann ist sie von der öffentlichen Hand, bezahlt worden. Das heißt, es sind Urheberrechte sollten da von vorne herein im wissenschaftlichen Bereich einfach überhaupt nicht bestehen, Dafür unterhalten wir uns ja die Universitäten als freie Orte des Wissens und des Zugangs zu diesem Wissen. Er ist also von vornherein schon falsch, wissenschaftliche ähm, Veröffentlichung mit einer derartigen ähm Verwertung, Und Verwertungsmöglichkeit zu versehen.
Tim Pritlove
Ja.
Linus Neumann
Ja, also da kann man im Detail noch weiter diskutieren, aber ist eben grundsätzlich falsch. Ja, weil am Ende zahlst du das doppelt. Also du zahlst ist ernsthaft so, du zahlst als Universität am Ende für das Abo von dem Journal, wo deine Professoren und Professorinnen mit zwei Jahre Arbeit, wenn sie Glück haben, mal einen Artikel drin platziert bekommen damit du den am Ende bei dir ins Regal stellen kannst.
Tim Pritlove
Wurde eine Professorin auch noch die Zeit dafür bereitgestellt haben aus ihrer normalen Arbeitszeit heraus das auch noch zu reviewen.
Linus Neumann
Genau. So und dann gab's am Ende dafür bezahlen, Das ist das geht so nicht. Aber das ist jetzt, ne, sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Einmal die wissenschaftlichen Verlage und dann eben die VG Wort, die ja hier eigentlich dienthemen der, Der veröffentlichenden, ähm sichern möchte, wo man hier dann zum Beispiel auch wiederum, wenn man weit gehen würde, das Argument bringen kann. Wieso, das ist doch bezahlt. Ich meine, diese Artikel zu veröffentlichen, diese Forschung durchzuführen, ist Teil der Aufgabenbeschreibung der Forschenden, ja? Wobei ich denen auch unter ne, also im Detail muss man da sicherlich nochmal drüber reden, aber ist auf jeden Fall das höhere Gut, dass äh Forschungen, und Lehre hier möglichst frei sind und auch das Wissen, das sie generieren.
Tim Pritlove
Gut, kommen wir zum Schluss.
Linus Neumann
Kommen wir zum Schluss, das Radar wird eingestellt vom ZDF und ist es nicht feierlich, welche Begründung sie dafür nennen, Das ZDF hatte so einen Projekt namens Lobby Radar, das war ein oder ist ein äh Browser Plugin. Dass die Verbindung von Politik und Lobbyisten aufzeigen soll. Hass dieses Plug-in irgendwie an, gehst auf eine Seite und dann, quasi, werden äh Namen unterstrichen und dann kannst du da drüber gehen, dann siehst du, welche Verbindungen diese Personen haben. Hier haben wir so einen Screenshot. Da ist dann irgendwie Elmar, Wissen und dann siehst du, hat Verbindung zur Atlantikbrüche Brücke zur Münchner Sicherheitskonferenz zum RTL äh zum ZDF zum äh International Press Institut und so weiter. Da kannst du halt quasi sehen, wie sind die, In der Politik und der ähm in und dem Lobbyismus, Verbunden. Prominenterweise dieses Beispiel, was ich gerade genannt habe, ist der ZDF-Chefredakteur und daher weht auch der Wind, denn dieses Projekt haben sie mit Open Data City äh realisiert, Der Vertrag mit Open Data City läuft Ende des Jahres aus Open Deta City ist bekannt war bei uns auch schon mal mehrmals zu Gast für viele interessante Projekte im Bereich der Datenvisualisierung. Und ähm man geht laut Zeit ungefähr vom vom niedrigen sechsstelligen Betrag aus, den das ZDF bisher, diese Initiative gesteckt hat. Und jetzt hat der offenbar der ZDF-Intendant Thomas Bellod gegen die Weiterführung entschieden. Weil er gerne das Geld woanders investieren möchte, zum Beispiel in äh bei der Fußball-EM und in den gemeinsamen Jugendkanal mit der ARD. Und so, ja und es werden aber Stimmen laut, die sagen, es gab einen, es hätte einen großen Druck gegeben, ähm aus dem überwiegend mit Politikern besetzten ZDF-Rundfunkrat sowie aus weiteren Politikkreisen, weil die eben sich in ihrer in der Freiheit, ihrer Amtsausübung eingeschränkt gesehen haben, wenn da überall dieser Lobbyradar ihre Verbindung zeigt uns hier. Ja, das war natürlich auch genau das Ziel. Es gab.
Tim Pritlove
Wo kommen wir denn da hin?
Linus Neumann
Natürlich solche großen Datenmengen ähm. Haben da auch immer mal wieder das kleine Problemchen, dass äh sie vielleicht. Auch meine falsche Verbindung herstellen oder so. Ähm da gab's dann vielleicht auch mal Beschwerden. Ähm, Aber grade jetzt zum Beispiel siehst du dann irgendwie Sandwohn, Lobby ist mit Bundestagshausausweisen hinzugefügt. Da hast du dann jetzt irgendwie auch sehen können, ne? Wer welchem Verein eben den Haus, Hausausweis verschafft hat und solche Geschichten. Aber das ZDF auf jeden Fall sagt, wir unterstützen dieses Produkt nicht mehr äh finanziell, und es wird jetzt halt Open Source sein mit einem eigenen Gitterprepo und da kann man eben einsehen und weiterentwickeln. Und die Leute von Open Detas City suchen jetzt nach neuen Partnern, Um dieses Projekt weiterzuführen und auch auf die europäische Ebene zu bringen, und ist ja schon sehr interessant ähm dass hier. Dieses Gerücht wird sich natürlich erstmal nicht offiziell bestätigen lassen, ja, weil die kritischen Stimmen. Im Rundfunkrat werden sich jetzt nicht an die Öffentlichkeit wagen und das ZDF hat die, Einflussnahme des Rundfunkrates hier auch zurückgewiesen. Aber es ist schon sehr erstaunlich, dass ausgerechnet so ein Projekt dann beim ZDF unter die Räder kommt, weil ähm die Wirkmacht dieses Projektes offenbar schon den Leuten ähm klar geworden ist.
Tim Pritlove
Also dieses Plug-in wird's dann aber trotzdem noch geben.
Linus Neumann
Das gibt's noch und ja, müssen wir jetzt halt gucken, dass wir das weiter äh ähm betreiben.
Tim Pritlove
Müssen wir auch mal installieren. Vielleicht noch gar nicht aufm Radar, den Lobby-Radar.
Linus Neumann
Aber man sieht hier natürlich die Lügenpresse, ne, wie die Lügenpresse mit der Politik.
Tim Pritlove
Oh Gott, das hast du jetzt nicht.
Linus Neumann
Ah ja, wir hatten zur letzten Sendung so schöne äh so schön viele Kommentare. Da müssen wir ja hier auch nochmal ein noch mal ein paar uns einfangen. Womit wir beim Ende wären.
Tim Pritlove
Ja, nahezu fast. Also eigentlich schon.
Linus Neumann
Wieso was hast du noch? Nichts?
Tim Pritlove
Ich stelle nur ähm fest, dass immer, wenn wir immer, wenn du reinkommst und sagst, das geht heute ganz schnell. Wir haben ja nur ein paar Sachen, dass wir dann schnell im Grundsatzdiskussionen, ausufern, was ich aber gut finde eigentlich. Wie viele Sendungen haben wir eigentlich noch dieses Jahr?
Linus Neumann
Hm, können nicht mehr so viele sein.
Tim Pritlove
Nee, ich gucke gerade mal. Ich glaube, nächste Woche sind wir schon noch mal äh verabredet, aber das war's dann auch.
Linus Neumann
Danach die Woche ist schon die letzte Woche vom Kongress und dann ist Kongress. Oh mein Gott. Nee, da können wir nicht. Also übernächste Woche gehe ich gar nicht. Und danach die Woche vielleicht. Da Kongress müssen wir gucken, ob wir da Zeit finden. Aber haben wir, glaube ich, schon verraten, dass wir da Zeit finden müssen, ne?
Tim Pritlove
Na wir fassen das ins Auge, sagen wir es mal so. Wir werden nochmal schauen, ähm diese ganzen, Planungen für Kongress, für den Kongress. Also, ich glaube, gefühlt bei so ziemlich jedem Beginn das irgendwie mehr oder weniger jetzt. Jetzt, oh, Kongress, jetzt müssen wir uns was einfallen lassen und so. Fuck.
Linus Neumann
Ja.
Tim Pritlove
Ciao. Ein Kongress, der ausverkauft ist.
Linus Neumann
Wer hätte damit rechnen können.
Tim Pritlove
Tja, na ja, das hat sich abgezeichnet. Hatte halt drei Jahre gedauert, wo immer irgendwie dreitausend Leute mehr kamen als vorher. Das machste halt nicht äh ewig bei begrenzter Kapazität, ne. Ich meine, das ist krass, das ist einfach, es ist einfach unfassbar, aber es war auch es hat sich halt abgezeichnet, weil, Ich überlege gerade, wie viele Teilnehmer wohl dieser Kongress jetzt haben würde, wäre die Kapazität höher oder irgendwie unbegrenzt. Schwer zu beantworten, aber. Die Nachfrage ist auf jeden Fall ungebrochen. Wer sich jetzt, wem jetzt gerade klar wird, dass er immer noch kein Ticket hat und äh gerne dort hinkommen wollen würde, na ja, wird schwierig. Ist alles ganz gut ausverkauft und ähm da muss man halt mal schauen, ob irgendwelche Leute vielleicht ihre Tickets, die sie gekauft haben, nicht wahrnehmen und dann schnell zugreifen.
Linus Neumann
Am besten twittern.
Tim Pritlove
Warum nicht.
Linus Neumann
Am besten den Hashtag zweiunddreißig C drei kaputt machen. Ja, das scheint, also das machen so viele, da muss irgendwas, da muss funktionieren. Ja. Nee. Ja, äh, was soll ich dazu sagen? Ich meine, der Vorverkauf war lange genug da und es ist verbergen sich dahinter viele hundert dramatische Einzelschicksale, denen.
Tim Pritlove
Geholfen werden kann.
Linus Neumann
Denen nicht geholfen werden kann. Und das ist äh bitter und die Erfahrung hatten wir auch im Sommer mit dem Camp.
Tim Pritlove
Camp. Das hatten wir auch schon vorher in Berlin, mehrere Jahre gehabt leider.
Linus Neumann
In Berlin war's noch tragischer.
Tim Pritlove
Viel tragischer. Wenn man jetzt mal berücksichtigt, dass wir hier mal so locker die vierfache Menge an Leuten bearbeiten können.
Linus Neumann
Also aber ja, ich meine, es ist.
Tim Pritlove
Streaming.
Linus Neumann
Das ist richtig, gibt der hervorragende Streaming und.
Tim Pritlove
Man kann äh live bei den Veranstaltungen auch im Chat dabei sein, Fragen stellen. Ich weiß, das ist nicht dasselbe, aber das ist immerhin schon mal was. Ja, aber grade nicht im Angebot.
Linus Neumann
Nehmt mehr als quasi mehr als einen Vorverkauf, längere Zeit offen lassen und alle äh kaufen lassen, die dran denken, kann man eben leider nicht machen, ja.
Tim Pritlove
Machen. Ja, das ist das Blöde.
Linus Neumann
Klar könnten wir jetzt irgendwie ja, also.
Tim Pritlove
Müssen unser eigenes Kongresszentrum bauen. Wird kein Weg.
Linus Neumann
Ja, weil die uns das nächstes Jahr abreißen, übernächstes Jahr.
Tim Pritlove
Na ja Dauerkongress.
Linus Neumann
Na ja, okay. So ist das.
Tim Pritlove
So ist das. Aber wir bleiben euch erhalten. Nächste Woche geht's weiter und ja, wenn ihr dann auf dem Kongress seid, dann sagt doch mal guten Tag, aber das können wir ja nächste Woche noch mal besprechen. Dann jetzt erstmal tschüss.
Linus Neumann
Und danken dem Michael. Bis dahin.
Tim Pritlove
Genau, das tun wir. Tschüss.

Shownotes

Prolog

Feedback: Smart Homes

EU: Flugdaten-Vorratsdatenspeicherung

Werbeblocker vor Gericht

Heiko Maas präsentiert unsere digitalen Grundrechte

Störerhaftung vor dem EuGH

EU: Urheberrechtsreform

Urheberrecht an Unis: VG Wort meldet sich zu Wort

ZDF stellt Lobbyradar ein

33 Gedanken zu „LNP163 Die Teenage-Nerds von nebenan

  1. Thema Flugdaten-Vorratsdatenspeicherung:

    1) Wie kann das legal sein, wo doch der EuGH die Telco-VDS für grundrechtswidrig erklärt hat? Die geplante Flug-VDS wird ja noch eingriffsintensiver sein: Nicht nur retrograde Überwachung wie bei der Telco-VDS, sondern auch präventives Profiling (aka Rasterfahndung) wird die Flug-VDS mitsichbringen. Das ist noch krasser als im Nachhinein in die Telco-Daten zu schauen.

    2) Flugpassagierdaten werden schon bisher aus handels- und steuerrechtlichen Gründen (siehe Handelsgesetzbuch und Abgabenordnung) 10 Jahre gespeichert! 10 Jahre! Auch ohne Flug-VDS haben wir schon seit jeher die Situation, dass unser Flugreiseverhalten für 10 Jahre auf Vorrat gespeichert wird. Warum fand das bisher niemand schlimm?

  2. Kann’s sein, dass eure MP4 tags kaputt sind?

    Ich lese die mit „mp4chaps“ aus „mp4v2“ (https://github.com/TechSmith/mp4v2) aus. Bisher ging das problemlos. Seit ein paar Wochen bekomme ich Fehlermeldungen:

    ./mp4chaps -l -C /tmp/lnp163-die-teenage-nerds-von-nebenan.m4a
    ReadAtom: „/home/copyshop/lnp163-die-teenage-nerds-von-nebenan.m4a“: invalid atom size, extends outside parent atom – skipping to end of „cprt“ „data“ 661765 vs 661620
    ReadProperties: atom ‚data‘ is too small; overrun at property: typeReserved (src/mp4atom.cpp,386)
    ERROR: unable to open for read: /home/copyshop/lnp163-die-teenage-nerds-von-nebenan.m4a
    r

    • An dieser Stelle dann der Hinweis, dass die podcasts CRE, Not Safe For Work, Raumzeit, the lunatic finge in meinem Podkicker Podcast Player v.2.1.10 (Android) seit einiger Zeit immer doppelt angelegt werden. Wenn man den doppelten Eintrag löscht, wird er beim nächsten Start von Podkicker wieder doppelt angelegt.

  3. @PNR

    Linus, Tim, erinnert ihr euch noch an 2012/2013? Da gab es eine Kampagne des Vereins Digitale Gesellschaft. Damals hat der Innenausschuss des EU-Parlaments PNR abgelehnt. Wie sich die Zeiten innerhalb von 3 Jahren ändern. Jeder Terroranschlag ist ein Sieg für die Sicherheitspolitiker aka Überwachungsfanatiker.

    @EU-Institutionen

    Die schlimmste Institution der EU ist der Rat. Dort sitzen die Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten zusammen und entscheiden fernab von demokratischer Legitimation.
    Wusstet ihr, dass das EU-Parlament keine eigenen Gesetzesinitiativen starten kann? Immer mehr Gesetze werden über die EU eingeführt, doch das EU-Parlament ist schwach. Ob das Absicht ist?

    • Ja, wussten wir und haben wir auch mehrfach thematisiert. Allerdings hat das Parlament bei jedem neuen EU-Vertrag mehr Rechte erhalten. Das muss natürlich fortgesetzt werden, aber es wird dauern, bis sich aus der „Union der Regierungen“ ein wirklich Parlament-gesteuerte Demokratie entwickelt.

  4. @Recht auf Vergessen

    Linus, du kritisierst, dass die Early Adopters des Rechts auf Vergessenwerden vor allem „Wirtschaftskriminelle“ seien und dass dies nicht im Interesse der Allgemeinheit sei. Sollte dann nicht auch Anonymisierung (z.B. via Tor) abgeschafft werden, weil die Early Adopters von Anonymisierung vor allem Kriminelle sind? Und ist das Recht auf einen Strafverteidiger nicht genauso wenig im Interesse der Allgemeinheit, wenn Kriminelle mit guten Strafverteidigern möglichst viel für sich herausholen können?

    • Moin,

      das „Recht auf Vergessenwerden“ scheint in seinen bisherigen Realisierungen in die Kategorie gut gemeint* zu fallen.

      Klingt schön, klingt nach Datenschutz, klingt nach digitaler Mündigkeit, soll die kleinen vor den großen schützen – wird aber genutzt, um sich den Archiven des kollektiven Gedächtnisses zu entziehen.

      Es scheint ein ungelöstes Problem zu sein, das Recht auf Vergessen so zu formulieren, dass es mehr beabsichtigte Wirkung als der Öffentlichkeit nicht dienliche Intransparenz hervor ruft.

      Das EU-Recht auf Vergessenwerden tut im Moment genau das, wie mehrere Analysen eindrucksvoll zeigen.

      Alles, was ich bisher in dem Bereich gesehen habe, hatte ein sehr viel größeres Missbrauchspotezial, als sinnstiftenden Nutzen. Betroffene, die ein Recht auf Vergessenwerden nicht in Anspruch nehmen können, leiden jedoch ebenfalls darunter.

      In meinen Augen eine bisher nicht gelöste juristische Herausforderung der Abwägung.

      Linus

      * …ist das Gegenteil von gut

      • @Linus

        Was auch helfen könnte:

        Wenn man seine Identität (vor allem Name) offiziell und regelmäßig ändern könnte (natürlich kennt der Staat die Namenshistorie weiterhin). Anstatt jeder unrechtmäßigen und diskreditierenden Veröffentlichung von persönlichen Daten im Internet hinterherzujagen, könnte man einfach öfters mal seinen Namen ändern. Wenn man sich dann z.B. bewirbt, findet man unter dem neuen, offiziellen Namen keine Verleumdungen, Lügen und ähnliche rufschädigenden Informationen.

        Was hältst du von so einer Idee?

      • Könnte man das „Rech auf vergessen“ nicht auch anders interpretieren um so das bestehende Datenschutzrecht zu stärken:

        Ich bin kein Jurist aber müsste es nicht möglich sein eine Formulierung zu finden die beim „Recht auf vergessen“ auf Firmen abzielt mit denen Benutzer/Kunden einen Account haben um einen Service zu Benutzen (bezahlt als auch unbezahlt/durch Werbung).
        Hier könnte man das „Recht auf vergessen“ so verstehen, dass es als Benutzer das Recht gibt Unternehmen auf zu forden die Eigenen Daten zu Löschen sollte man den Dienst nicht mehr Benötigen.

        Imho. sollte sowas sollte schon innerhalb des normalen Datenschutrechts möglich sein aber man könnte hier glaub ich noch nachbessern indem man Firmen gesetzlich dazu verpflichtet das möglichst einfach als Option an zu bieten und die Einhaltung auch Kontrollieren.

  5. Recht auf Vergessen nur auf Suchmaschinenebene ist unsinnig, die Daten sind immer noch da draussen und können dennoch gefunden und indexiert werden , Google allein zu verpflichten hilft nicht.

    Man sollte es wirklich gegen die Quelle durchsetzen, dann ist die Info auch wirklich weg.

    • Das, was du vorschlägst, ist glücklicherweise mit dem Presserecht nicht vereinbar.

      Der Fall, der das RaV auf EU-Ebene ins Rollen gebracht hat, war iirc ein Mann, der vor x Jahren insolvent gegangen ist. Die Presseberichterstattung darüber war sachlich richtig und nicht zu beanstanden.

      Ärgerlicherweise bestimmten die betreffenden Artikel aber das Suchergebnis zu seinem Namen, schadeten ihm und seinen wirtschaftlichen Interessen also fortwährend.

      Gerichtlich setzte er also gegen Google, das ein Profil zu seinem Namen unterhält, ein RaV durch, und ließ die Seiten als Suchergebnisse !zu seinem Namen! entfernen. Die Artikel selbst blieben online, weil sie nicht zu beanstanden waren, und als Suchergebnisse werden sie auch zu anderen Suchbegriffen angezeigt.

      Siehe hierzu auch meinen Kommentar weiter oben

      • Naja, das Presserecht erlaubt nur dann über Personen ohne deren Zustimmung zu berichten, wenn ein ausreichendes öffentliches Interesse besteht oder wenn sie sowieso in der Öffentlichkeit stehen. Ein Archiv zugänglich zu machen, das von Bots ausgewertet und über Suchmasken wieder zur Verfügung gestellt wird, kann man als Form der Neuveröffentlichung sehen. Diese geschieht zu einem Zeitpunkt, wo das Publizieren einer solchen mehrere Jahre alten Information über den Betroffenen vermutlich anfechtbar wäre. Ich denke mal über jemanden zu schreiben, der vor zehn Jahren eine Insolvenz hatte und sonst keine Person des öffentlichen Interesses darstellt, könnte man, wenn es keinerlei gegenwärtigen Bezug gibt, vermutlich untersagen. Ein entscheidender Unterschied ist natürlich die Sichtbarkeit. Einen Artikel in einem Archiv kann man sicherlich nicht mit einer aktuellen Publikation vergleichen, dafür stellt aber die Suchmaschine eine sehr spezifische Sichtbarkeit her, wenn nach dem Namen gesucht wird. Das Medium, das das Archiv betreibt, ist dafür mitverantwortlich, weil es, unter der Annahme, dass der Robot Exclusion Standard eingehalten wurde, die Auswertung überhaupt erst ermöglicht hat.

        Und diesen Bedingungen und auch in der Abwägung damit die Zugänglichkeit und Integrität von Archiven als wichtiges Gut zu schützen, scheint mir der richtige Ansatzpunkt, weder die Anzeige bei der Suchmaschine bzw. ihr Index zu sein, noch das Vorhandensein des Artikels im Archiv, sondern die Verfügbarmachung des Namens für die automatisierte Verarbeitung. Ich würde als Kompromiss also erlauben auf Basis eines Rechts auf Vergessen einen gerichtlichen Anspruch gegen die Quelle zu erwirken, der sich nur darauf erstreckt, den Namen der Auswertung durch Aggregatoren zu entziehen. Der Name kann bzw. soll sogar weiter aus dem Archiv herauslesbar sein. Er kann meinethalben auch über die archiveigene Suchfunktion gefunden werden. Nur gegenüber einem Aggregator (der Wohlverhalten zeigt) darf er im Kontext des Artikels nicht übergeben werden. Eine mögliche technische Lösung wäre, den Namen als Bild einzublenden und vielleicht noch den Zugriff auf das Bild für Bots zu verbieten (für Blinde o.ä. bräuchte man vielleicht noch einen Zusatzhinweis). Gegen die Suchmaschine bestünde dann nur noch ein Anspruch auf Aktualisierung, falls diese das nicht von sich aus tut. Die Rechtsansprüche würden damit viel stärker auf unterschiedlichste Medien verteilt. Außerdem würde man so „downstream“ allen Suchmaschinen auf einmal die Information entziehen. Und auch wenn wir mal so einen schönen öffentlichen Index haben wollen, ist das sinnvoll, denn ansonsten kann man sich ja vorstellen, welche Unmengen von Ansprüchen gegen so ein Projekt geltend gemacht würden.

        Übrigens finde ich die Argumentation des EuGH dennoch gar nicht so schlecht. Dass eine Suchmaschine eine Datenverarbeitung von personenbezogenen Daten darstellt und Personenprofile erstellt, ist eine interessante Sichtweise. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass man unter besonderen Umständen einen Alles-oder-nichts-Anspruch gegen eine Suchmaschine hat. Etwa wenn man keine Person des öffentlichen Interesses ist und der eigene Name einmalig ist — das wären ja dann auch diejenigen, die einen solchen Schutz am meisten benötigen — könnte ich mir durchaus vorstellen, dass man einer Suchmaschine untersagen kann, überhaupt Suchergebnisse zum eigenen Namen herauszugeben.

  6. Hat der gute Heiko da wirklich das Geschäftsmodell der Versicherungen angezweifelt? Das ist ja Kommunismus! Die Welt wird untergehen! Wir werden alle störben!

  7. Was tut denn bitte schön Europa, um diese Situation auch nur ansatzweise zu verbessern? [45:50]

    Nun, gerade dieses Jahr haben sie doch ein Kartellverfahren gegen Google eröffnet, wegen Platzierung von Suchergebnissen und vorinstallierten Googlediensten bei Android: http://www.sueddeutsche.de/digital/kartellverfahren-eu-kommission-geht-gegen-google-suche-und-android-vor-1.2435847

    Digitale hohe See: Die Idee gibt es ja schon länger. Ich musste da gleich an einen Lightning Talk vom 29C3 denken. Nach „the internet as international space“ suchen, in der Auflistung gibt es auch einen Youtube-Link: https://events.ccc.de/congress/2012/wiki/Lightning_Talks

    Obwohl ich befürchte, dass mit so einem Status, der einzelne Nutzer so gut geschützt sein wird, wie ein Wal vor einem japanischen Forschungsschiff oder ein Tanker vor der somalischen Piratenpartei.

    Naja, da kannst du nur noch irgendwie im Internet dir dann deinen Termin klicken. Ne, ja stimmt nicht. Du kannst auch noch Telefonanruf machen. [53:20]

    Ja, aber bald ist das nur noch IP-Telefonie! Also über Internet!! Duhn-Duhn-Duuuuhn. Tatsächlich kann man auch hingehen und einen Termin bekommen.

    Universitäten und VG Wort: Das Urteil ist ja schon etwas länger her, von 2013: http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=pm&pm_nummer=0050/13 Irgendwann musste die Umsetzung kommen. Allerdings gibt es doch nochmal einen Aufschub für 2016: http://www.sueddeutsche.de/bildung/einigung-mit-der-vg-wort-unis-koennen-skripte-auch-unbuerokratisch-ausgeben-1.2774533

    Die Frage nach Bildern und Grafiken wird in dem frühreren Süddeutsche-Artikel (Seite 2), den ihr verlinkt habt, angesprochen:

    Immerhin, so Rehr, liefen die Verhandlungen mit der VG Bild-Kunst – quasi die VG Wort für Bilder oder Grafiken – besser. Es sei wahrscheinlich, dass in Skripten verwendete Fotos weiterhin pauschal abgerechnet werden könnten und nicht einzeln gemeldet werden müssten.

    So völlig habe ich das wAusmaß des Problems selbst noch nicht verstanden. Meiner Erfahrung nach werden Skripte hauptsächlich selbst geschrieben, nicht immer von dem, der die Lehrveranstaltung abhält, aber eben doch speziell für die Lehre des Fachbereichs. (Oder so wurde es zumindestens erzählt.) Kann aber sein, dass in manchen Fächern stärker zusammengekopiert wird. Was mir noch nicht so richtig klar ist, ob Seminare, in denen mit Papern gearbeitet wird, darunter fallen. Diese werden zum Teil von den Autoren selbst freigegeben oder der Zugriff darauf wurde von den Universitätsbibliotheken teuer eingekauft. Hier wäre ich dann ganz bei Linus. Diese Materialien sollten insbesondere auch im Lehrbetrieb gar nicht mehr mit Vergütung beschwert sein.

    Insgesamt sehe ich das aber als Stunde von Open Educational Resources. Wenn man Gelder einmal zentral zusammenführt, um gute Lehrmaterialien zu erzeugen, am besten als Baukasten und nicht als Gesamtwerk, dann könnte man sie auch so gestalten, dass alles ohne fremde Materialien auskommt oder dieses höchstens unter das Zitatrecht fällt und im Zweifelsfall kann man auch Diagramme aus den Daten einfach neuerstellen oder sogar von den Forschern in Auftragsarbeit unter freier Lizenz reproduzieren lassen.

    Nebenbei, hier hätte man bei mehreren Gelegenheiten auf Forschergeist-Episoden verweisen können.

  8. Der Artikel 13 von Heiko Maas* ist unvereinbar mit der Steuerdaten-Übermittlungsverordnung (StDÜV) vom 28.01.2003**. Diese enthält zwingende gesetzliche Verpflichtungen zur elektronischen Übermittlung von Steuerdaten.

    Siehe z.B.: „Ab dem 01.01.2013 müssen die Umsatzsteuer-Voranmeldung, der Antrag auf Dauerfristverlängerung, die Anmeldung einer Sondervorauszahlung, die Zusammenfassende Meldung und die Lohnsteuer-Anmeldung authentifiziert elektronisch übermittelt werden.“

    * „Jeder Mensch hat das Recht auf eine analoge Welt. Niemand darf ungerechtfertigt benachteiligt werden, weil er digitale Dienstleistungen nicht nutzt.“ Quelle: http://www.zeit.de/2015/50/internet-charta-grundrechte-datensicherheit/komplettansicht
    ** Quelle + weitere Beispiele + Definitionen: https://www.elster.de/untern_recht.php

  9. Tim hat mal in einer Folge gesagt, dass Peter Sunde ziemlich negativ geworden ist seit er im Gefängnis war. Wer folgendes Interview von gestern liest, wird feststellen, dass er mehr als Recht damit hatte: http://motherboard.vice.com/read/pirate-bay-founder-peter-sunde-i-have-given-up

    „Well, I have given up the idea that we can win this fight for the internet. The situation is not going to be any different, because apparently that is something people are not interested in fixing. Or we can’t get people to care enough. Maybe it’s a mixture, but this is kind of the situation we are in, so its useless to do anything about it.“

    „Hopefully technology will give us robots that will take away all the jobs, which will cause like a massive worldwide unemployment; somewhat like 60 percent. People will be so unhappy. That would be great, because then you can finally see capitalism crashing so hard.“

    Da wird einem ganz anders, wenn man das Interview liest…

  10. @ Maschinenraum

    Könnt ihr Zeitmarken einführen? Manchmal interessiert man sich nur für Teile des Podcasts und will die uninteressanten Teile überspringen. Zeitmarken würden helfen, die interessanten Themen zielgerichtet anzusteuern. Youtube hat sowas ähnliches mit Zeitmarken.

      • Danke Tim für die schnelle Reaktion. Ich wusste nicht, dass es Kapitelmarken gibt. Wie kriege ich das hin, z.B. direkt zum Thema „Werbeblocker“ zu springen? Braucht man dafür Javascript?

        • Oh, ich sehs grad. Ohne Javascript kann man zwar hören (Sehr gut! Geht woanders nicht ohne Javascript!). Aber nur mit Javascript kann man die einzelnen Kapitel separat ansteuern. Dann hat sich das ja geklärt. Kommt davon, wenn man mit so nem zugesperrten Browser unterwegs ist. ;)

    • Alle zwei Jahre verdoppelt sich die Zahl von Besuchern, die man in einem Kongresszentrum unterkriegt? Schön wärs. Allerdings ist Miniaturisierung in der Tat eine mögliche Lösung: Kinder nehmen weniger Platz weg. Die Junghacker-Initiativen sind also ein guter Ansatz.

  11. @Ort-/Geoblocking + @Zeitblocking

    Damit der Linuz seinen weimarer Tatort auch am Nachmittag genießen kann, empfehle ich ihm den öff.-rechtl. Sendungsaggregator „MediathekView“ zu verwenden. Bitte auch über die Metaebene des Programmes nachdenken.

    Das Programm MediathekView durchsucht die Online-Mediatheken verschiedener Sender (ARD, ZDF, Arte, 3Sat, SWR, BR, MDR, NDR, WDR, HR, RBB, ORF, SF) und listet die gefundenen Sendungen auf. Die Liste kann mit verschiedenen Filtern nach Beiträgen durchsucht werden. Mit einem Programm eigener Wahl können die Filme angesehen und aufgezeichnet werden. Es lassen sich Abos anlegen und neue Beiträge automatisch herunterladen.

    Beispiel: Tatort – „Die Fette Hoppe“ (Video tgl. ab 20 Uhr)
    http://mvideos.daserste.de/videoportal/Film/c_380000/383228/format681183.mp4

    Nach 7 Tagen werden die meisten Inhalte aber ohnehin aus bekannten irrationalen Gründen gelöscht, obwohl mit ca. 10.000.000.000 € pro Jahr bezahlt (…schöne Grüße an den Berufspodcaster). Die obige Zahl heißt auf deutsch: „Zehn Milliarden“.

  12. Ich kann euch (und Andere) nicht mehr flattern. Das ist im Moment für euch nicht so schlimm weil die bisherigen Klicks um so wertvoller sind.Aber dann…

  13. zu VG-Wort vs. Wissenschaft und Lehre:

    Es gibt mittlerweile wohl eine Einigung zwischen Kultusminsterkonferenz und VG Wort: „Verständigung zu Intranetnutzungen an Hochschulen“
    http://www.kmk.org/presse-und-aktuelles/meldung/verstaendigung-zu-intranetnutzungen-an-hochschulen.html

    Alles gut damit? Kaum. Immerhin macht das nochmal wieder deutlich, welchen Irrweg die „Verwertung“ von mit öffentlichen Geldern finanzierten Inhalten darstellt.

    Die Antwort muss Open Access heißen und das übrigens auch, was die Erstellung von Lehrbüchern angeht. Es ist Unsinn, wenn Verlage aus – in der Regel von Beamten im Dienst erarbeiteten – Vorlesungsskripten abgeleitete (digitale) Lehrbücher vermarkten und dafür von den Hochschulen immer wieder Geld verlangen: Einmal für die Exemplare in der Bib, einmal pauschal für digitale Skripte, dann nochmal über Urheberrechtsabgaben auf Toner (ja in den Unis wird noch gedruckt ;-) )….

    Der zweite Teil der Antwort muss aber auch sein, dass Autoren von Open-Access/Creative Commons Veröffentlichungen nicht mehr mit der VG-Wort gemeinsame Sache mache: Die eigene Forschung als Open-Access zu veröffentlichen, die Veröffentlichungsgebühr von der Hochschule zahlen lassen und dann zur VG-Wort rennen und Tantiemen kassieren, geht garnicht.

    Bei Linus Einleitungssätzen ist mir aber fast der Hörer aus den Ohren gerutscht: Die Übertragungsleistung von GEMA auf VG-Wort ist doch nicht so schwer, dass man sich bei Netzpolitik.org nicht mal hätte fragen sollen, woher diese Gesellschaft denn das schöne Geld hat, das sie verteilt?!

    • Ich hatte das früher netzpolitik.org gegenüber auch schon öfter mal kritisiert bzw. überhaupt erstmal nachgefragt warum sie das machen (VG Wort). Selbst Constanze Kurz, als Autorin vom Datenfresser nutzt das dort. Kritik wird bei np.org aber leider allgemein nicht wirklich ernst genommen bzw. beantwortet. Selbst Constanze hat dann nichts mehr wirklich dazu gesagt

      Find ich oft sehr enttäuschend dass sich np.org keinen Umgang mit konstruktiver Kritik hat. Zumindest nicht in den Kommentaren, aber auch auf Email hab ich entweder ne unsachliche oder keine Antwort bekommen, und es liegt meiner Meinung nach nicht daran, dass ich Kritik unsachlich formuliere. Seit der Landesverratssache sind die Autor_innen ja sehr viel diverser geworden und ich find es schön dass sie vielfach nun gendern. Aber auch da keinen Diskurs draus zu machen bzw. ein Meinungspapier zu veröffentlichen das der Szene argumentativ helfen könnte zeigt dass np.org sich auf einem hohen Ross fühlt dass schlichtweg alles was udn wie sie es machen richtig ist ohne sich mit Kritik auseinanderzusetzen müssen.

      Bei der Gendersache ist das natürlich nochmal speziell weil man natürlich keinen Bock hat sich mit den geflame der Anti-Fem Idioten auseinanderzusetzen, aber so einfach überhaupt nichts dazuzusagen ist auch eine Chance die vertan wurde und zeugt leider mehr von Arroganz als von konstruktivem Umgang mit der Community (damit meine ich wie gesagt nicht die anti-gender-flamer mit denen ich auch nicht -mehr- diskutieren würde)

      sorry, war jetz eher themenfremd

  14. da man bei twitter ja einfach geblockt wird: „der eugh wird’s schon richten“ … glaubt ihr wirklich, dass der eugh, wenn die politik in zukunft ständig mit dem scheiß kommt, immer „nein“ sagen wird? unglaublich naiv. und das von euch.

  15. @digitalen Grundrechte/Internet-Charta,

    Auch wenn man Inhaltlich nicht voll und ganz auf Line mit der Artikel von Heiko Maas ist, so muss man doch anerkennen, dass der Artikel aktuelle Netzpolitische Fragen mit aktuellen Formulierungen addressiert.

    Ja ich weiss es gibt die Hacker Ethics etc. deren Grundideen immer noch top-aktuell sind, aber seien wir uns ehrlich einige dinge wirken etwas angestaubt heutzutage und es gibt Update bedarf. Hier braucht es stellenweise zetigemäße Formulierungen und die einarbeitung aktueller Themen e.g.:

    „Free access to computers“ => What aubout the Interwebz? Und der Frage nachgehen wieso Facebook & Wikipedia alleine nicht reichen!

    „You can create art and beauty on a computer“ => sure, no need to tell me that.

    Und die dinge die Heiko nicht anspricht: Recht auf Verschlüsselte Kommunikation… Recht auf Anonymität….

    Ich finde es schade so ein wesentlichen Diskussionsfeld den Istitutionen(und deren Vertretern) zu Überlassen zumal man in diesem Aspekt relatv einfach die möglichkeit (gehabt)hätte nicht reagieren sondern pro-aktiv agieren zu können. (Etwas, dass in der Netzpolitik eher seltern vorkommt)

    Self-Organized-Session @32c3?
    Das Thema wäre doch etwas für eine self-organized-session am 32c3 – ich kann leider dieses Jahr nicht vor Ort sein aber vielleicht findet sich eine Person die das organiseren will *hint* *hint*

    Es geht nicht darum die „einzig wahren“ 10 Gebote der Digtitalen Welt zu finden aber einfach brauchbare Formulierungen welche in die richtige Richtung gehen und auf die man zugruckgreifen kann – was sich in welcher Form durchstetzt wird die Zeit zeigen.

  16. Das Thema VG Wort ist meiner Meinung nach schnell in einen generellen Urheberrechts-Rant abgedriftet, dabei haette ich mir gewuenscht die VG Wort mal etwas genauer zu beleuchten. Wenn ich das richtig verstehe, ist die VG Wort doch das Gegenstueck zu GEMA, d.h. Autoren melden sich bei der VG Wort an und bekommen dann irgendwie Geld je gelesener Zeitschrift oder pro Zaehlpixel-Aufruf oder wie auch immer. Wissenschaftliche Arbeiten aus dem deutschen Sprachraum sollten doch eh‘ nicht von der VG Wort erfasst sein, oder etwa doch? _Das_ waere doch dann der grosse Skandal. Nicht, dass die VG Wort hier Wegezoll haben will (verstaendlich, ist halt deren Geschaeftsmodell), sondern dass die Arbeiten von deutschen oeffentlichen(!) Schulen ueberhaupt via VG Wort irgendwie Geld erzeugen sollen.

    Urheberrecht und damit einhergehende Nutzungslizenzen gibt es nunmal. Da muss man sich als Bildungseinrichtung halt die Muehe machen Open Access propagieren und auch nutzen. Und bei 1000-seitigen Vorlesungs-Skripten wuerde ich mir als Student auch Quellenangaben wuenschen, damit ich weiss, wo der/die Prof das her hat. Also, mein Punkt ist: Open Access ist gut, sich an der VG Wort oder GEMA abzuarbeiten ist Zeitverschwendung. Wenn man sich als AutorIn oder MusikerIn bei der VG Wort bzw. GEMA anmeldet, dann muss man halt diese Werke meiden und aus dem Open Access Pool schoepfen. Ich verstehe irgendwie nicht, dass sich Musiker ueberhaupt noch bei der GEMA anmelden, aber jetzt drifte ich gerade ab…

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