LNP183 Blinde Kuh mit Baseballschläger

Störerhaftung — Sampling erlaubt — Android Location History — Google gewinnt gegen Oracle — KI lernt Stereotype — Cyber Cyber Cigarette — Fast WLAN in Berlin — Netzneutralitätsdemo

Wir melden uns wieder zurück und blicken auf die umstrittene Neuregelung des Telemediengesetzes in Bezug auf die Störerhaftung. Es bleibt offen, ob das Ziel erreicht wurde aber wir beklatschen ein wenig ein neues Gesetz, das ausnahmsweise ein paar gute Neuerungen mit sich bringt zumindest keine Verschlechterungen schafft. Weiterhin interessieren wir uns für die bemerkenswerte und potentiell wegweisende Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum Thema Sampling und reden über neue Begehrlichkeiten des FBIs für automatische Datensammlungen auf Android-Telefonen. Wir schütteln ein wenig den Kopf über Pressemitteilungen des BSI und schlagen ihn danach auf den Tisch nachdem wir uns die jüngste Initiative Berlins ein "freies WLAN" zu schaffen genauer anschauen.

Dauer: 1:37:06

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Störerhaftung wurde vielleicht abgeschafft

Sampling erlaubt

Android Location History

Google gewinnt Urheberrechtsstreit gegen Oracle

KI lernt Stereotype

Cyber Cyber Cigarette

Fast WLAN in Berlin

Netzneutralitätsdemo in Wien

30 Gedanken zu „LNP183 Blinde Kuh mit Baseballschläger

  1. Zum Sampling: Das Bundesverfassungsgericht hat nur ein Urteil des BGH kassiert, aber nicht unbedingt ein neues Urteil gefällt. Eher einen neuen Rechtsrahmen gesteckt, in dem das BGH (nicht irgendwas in der EU, wie ihr sagtet) den Prozess neu verhandeln muss. (Keine Ahnung, ob das nachher noch zur EUGH hochgereicht werden könnte, IANAL)

    “Möllmann: Zuerst wird der BGH unter Berücksichtigung der Erkenntnisse des Bundesverfassungsgerichts neu entscheiden müssen. Das wird sicher noch ein paar Jahre dauern.”
    http://www.spiegel.de/kultur/musik/moses-pelham-erstreitet-recht-auf-samplen-experteninterview-a-1095111.html

    Es ist zwar ziemlich wahrscheinlich, dass es ein Urteil geben wird, das Sampling einfacher macht, aber entschieden ist da bisher noch nichts.

  2. Zur e-Zigarette:
    Ihr glaubt gar nicht, was fuer Akkutraeger es inzwischen gibt – z.B. Modelle, bei denen beim Feuern eine LED-Leiste froehlich bunt leuchtet. Zumindest mir ist aktuell noch kein Geraet bekannt, das Toene ausspuckt, aber das kann ja noch werden.

    Firmware-Updates sind da keine Seltenheit, so gibt es fuer den “Joeyetech eVic-VTC Mini” inzwischen Firmware 3.03, kann man per USB aktualisieren.
    Die Updates fuegten neue Betriebsmodi hinzu, verbesserten die Ansteuerung der Dampfer-Spulen, oder brachten sinnfreie Dinge wie ein Logo (v3.02) und Flappy Bird (!!!!!) mit v3.03.
    Ich kann auf meiner verdammten e-Zigarette FLAPPY BIRD spielen! WTF

    Ich habe uebrigens ueberlegt, mir als Logo ein WiFi-Icon mit vollem Empfang draufzubauen… wenn dann jemand sagt, das WiFi-Netz waere schlecht, kann ich meine Dampfe rausholen, draufschauen und sagen “ne wieso, ist doch voller Empfang”…

    Gruss,
    Matze

  3. Tim, mir ist aufgefallen, dass du scheinbar das Bitlove-Projekt vernachlässigst. Folgen kommen erst spät oder erstmal nur als MP3. Die FS177 kann man garnicht laden, weil es nach 3 MB abbricht (alle Codecs) und in einer Endlosschleife von vorne beginnt – Nein es liegt nicht an meinem Client; die Folgen drumrum kann man aber laden…

    Was ist da los? Ich finde das Projekt sehr gut und ausbauwürdig.

  4. Amen Bros. Das Break wurde primär für frühen Jungle und später auch für Drum’n’bass genutzt.
    Und zu Kraftwerk, die Band heute ist leider nicht die gleiche Band, die wir von früher kennen und geliebt haben. Because Ralf. Seit nur Ralf Hütter der ursprünglichen Band noch dabei ist, lief vieles, eigentlich alles, schief, siehe neu gemischte Platten, Retrospektiven, Graphics. Alles viel klinischer. Auch dieser Rechtsstreit erklärt sich mit Ralf. Wer Kraftwerk liebt muss Ralf hassen.

  5. Unter Linux kann man die USB-Keyboard-Funktionalität sperren. Es gibt auch den USB-Guard. Hoffentlich ist sowas bald Standard in jeder Distro, mit schöner GUI-Popup wenn man ein neues Keyboard einsteckt, die einen fragt ob man es erlauben will.

    Ich finde es schon gut wenn solche Lücken nach und nach geschlossen werden. Muss ja nicht sein das man versucht seinen Rechner sicher zu machen, und dann kommt wer zu Besuch und steckt was ein.

    • Also bei mir kann ich die Location History einfach ausschalten (nicht pausieren). Das geht über so einen Schieberegler, die man von Android kennt. Außerdem habe ich im selben Menü einen “delete location history” Button.
      Ich weiß aber nicht inwieweit die Open GApps da vielleicht anders sind, als die Stock Google Dienste.

  6. Ach Linus, das mit dem aggressivem Rap hast du meiner Meinung nach doch etwas undifferenziert dargestellt. Klar, je nach dem aus welcher Szene man kommt ist es nicht selten schwer Denk- und Verhaltensweisen anderer Szenen zu verstehen. Ich hab aber eigentlich gedacht (und irgendwie denke ich das trotz deiner Äusserungen immer noch :) ) du könntest “aggressiven Rap” von Moses Pelham und “aggressiven Rap” von zB Public Enemy auseinanderhalten.
    Es gibt so verdammt viel schlechten Rap und durch die Urheber- und Verwertungsrechte auch so viel schlechte HipHop Musik. (klar wenn man richtig sucht findet man auch neben dem ganzen Mist die ein oder andere Perle)
    Die Kust der Samplecollagen hätte sich so schön weiterentwickeln können. Naja hätte hätte………aber vielleicht passiert dies ja jetzt noch.
    Das ausgerechnet ein Moses Pelham warscheinlich dafür sorgt das die Samplingkunst mal neu überdacht wird passt mir auch nicht, da hätte ich lieber Kinderzimmer Productions oder so gesehen.
    Aber das gibt es ja in der Politik auch manchmal das irgendein Idiot doch mal eine gute Entscheidung trifft oder zur abwechlung mal was schlaues sagt.

    Zu dem Berliner WLAN: Das diese Aktion in die Hose geht war doch klar. Am Pariser Platz funkt schliesslich nur einer: Die Briten.

    Ich hab bei diesem Beitrag wirklich mitgefühlt. Eure Verzweiflung ist ausserordentlich hör- bzw spürbar. Es könnte ja auch so schön sein……..

    Vielen Dank für eure Arbeit. Macht weiter so.

    • Ich hab aber eigentlich gedacht (und irgendwie denke ich das trotz deiner Äusserungen immer noch :) ) du könntest “aggressiven Rap” von Moses Pelham und “aggressiven Rap” von zB Public Enemy auseinanderhalten.

      Habe ich die denn in der Sendung durcheinander gebracht?

      Ich habe selber früher viel Rap-Musik gehört, zu dieser Pelham-Setlur-Welt, die ja nur die lasche Vorhut der heutigen “Gangsra-Rap-Musik” ist, aber nie den Zugang gefunden. Das war mir immer zu peinlich.

    • Ich habe mich ebenfalls über Linus’ Bemerkungen geärgert, aber nochmal anders. Ich verstehe nicht, was es für eine Rolle spielt, wer das Recht auf Sampling bis ans Bundesverfassungsgericht hochklagt. Klar, Linus sagt zwar auch, dass es keine Rolle spielt (“in der Sache richtig” oder so ähnlich), kann sich aber mehrfache Seitenhiebe nicht verkneifen (Kraftwerk seien schließlich Musiker und Sabrina Setlur würde nur ihre Aggressionen auf einem Kraftwerk-Loop auskübeln. Oder so ähnlich).

      Und ja, klar, ich muss es ja nicht hören, wenn es mir nicht gefällt, usw, usf. Aber fast alles andere an dem Podcast gefällt mir ja, insbesondere dass LNP in der Regel “das netzpolitische Geschehen im deutschsprachigen Raum weitgehend neutral und unaufgeregt” wiedergibt. Will meinen, man hätte vielleicht noch etwas länger über das eigentliche Thema, Sampling und Remixkultur, philosophieren können, ohne so viel Verachtung für einen Musiker zur Schau zur stellen, der anderen vielleicht mehr bedeutet als Linus. Einige der RHP-Songs sind Deutschrap-Klassiker und so zu tun, als sei das alles ja gar keine “richtige” Musik, nur weil man selber lieber Beginner hört oder Max Herre oder was weiß ich, das wirkt schon etwas undifferenziert.

      Danke für die Aufmerksamkeit jedenfalls und natürlich noch viel größeren Dank für 183 tolle Sendungen von einem sehr loyalen Hörer!

  7. Zum freien Berliner WLAN: Schöner Zufall, dass die Berlin Biennale gerade den Autonomy Cube von Trevor Paglen und Jacob Appelbaum ausgerechnet in Akademie der Künste am Pariser Platz ausstellt. ;)

  8. E-Zigaretten werden andauernd schlechtgeredet. Ein Zusammenhang mit der starken Tabaklobby besteht ganz bestimmt nicht! Wenn staatliche Stellen da mitmischen, hat das sicherlich auch gar nicht mit den immensen Steuereinnahmen zu tun, nein nein!
    Erbärmlich, wie der Weltnichtrauchertag benutzt wird.

  9. Ihr denkt bei den E-Zigaretten viel zu kompliziert. Mass storage reicht vollkommen aus. Und wenn es ne exe mit PDF Symbol ist die nen pdf Reader öffnet mit Zubehör bzw. den Angeboten verschiedener ‘Liquids’.

    Ansonsten führt Google zu Artikeln die offenbar auf einem Bericht bei reddit basieren wo irgendeine Malware die Firma infiziert hat und auf dem Ladegerät zu finden gewesen sein soll. Natürlich kann auch eine Schadsoftware auf dem Rechner umgekehrt auf das Ladegerät gesprungen sein beim Anstecken.

    Wie dem auch sei, dass usb Sticks ab Werk mit Schadsoftware kommen wurde bereits beobachtet, ebenso wie Treiber CDs – z.b. weil die Kopierstationen oder der PC auf dem das iso erzeugt wurde infiziert sind.

    Irgendwo gab es auch noch den Bericht über Android Malware in Flugzeugen, vom Anstecken der Techniker Handys zum Laden, aber das glaube ich wiederum nicht so ohne weiteres…

  10. Den eignenen Google Standortverlauf kann man übrigens als JSON oder KML Datei auf der Takeout Seite herunterladen. https://takeout.google.com/settings/takeout
    Mit ein wenig Code kann man so auch selbst Analysen darauf fahren, ich selbst habe den Verlauf erst kürzlich dazu verwendet um herauszufinden, wie viel Zeit ich auf dem Universitätsgelände verbracht habe.

  11. Zum einfallstor USB möchte ich euch noch auf folgenden Beitrag hinweisen. Der ist mir vor ein paar Tagen unter die Finger geraten.

    Sicher ist USB nur ein weg und infiziert immer nur “einen” Rechner und man braucht ggf einen Mann vor Ort, aber das Szenario ist durchaus möglich und unsere Geheimdienste nutzen das schon fröhlich ;)

    http://www.taz.de/!5307828/

    • Das war in dem Fall aber kein “normales” USB-Gerät, sondern eben ein aktives Stück Hardware mit Chip und Speicher, das nur deshalb USB-Schnittstellen hat, damit man es einfach zwischen Tastatur und Rechner stöpseln kann. Insofern zwar ein interessanter Fall, der mit dem hier disktutierten Szenaio aber nichts zu tun hat.

      • Ich denke mal, das das schon was damit zu tun hat. USB war die Schnittstelle, an der die Daten angegriffen wurden und das mit voller Absicht und gezielt.
        Sicher ist es ein sehr konkreter Fall aber es ist eben möglich über USB gezielt Nutzer auszuspionieren und Netzwerke bzw Rechner zu kompromittieren.

        • Ein Keylogger ist keine spezifische Schwachstelle von USB. Das funktioniert genau so gut bei PS/2 – und würde bei Firewire, Thunderbolt, Kopfhörerkabel und Strom-Anschluss genau so funktionieren, wenn es dafür Tastaturen gäbe.

  12. Das mit der Fritzbox war ein Scherz oder? Die mag ja für den Heimgebrauch was taugen, aber für viele Geräte/Nutzer sicher nicht. Ich habe mal in einer kleinen Agentur gearbeitet, da war die Fritzbox schon mit den Geräten der 12 Mitarbeiter überfordert.

  13. Zu “Fast WLAN in Berlin”; Setzt euch doch mal mit Christoph Lauer in Verbindung. Der könnte (evtl. sogar dankbar) Nachforschungen anstellen, wofür da 170.000 Euro für das werbeverseuchte pseudo “freie WLAN Netz” der Stadt Berlin verbraten wurden.

  14. Zum Google Standortverlauf:
    Den gibts schon ewig. Auf Android war der bei mir immer Opt-In. Ich bekomme von Google monatlich einen Bericht über meinen Standortverlauf per Mail. Alles sehr transparent und benutzerfreundlich wie ich finde.
    Das ganze lässt sihc auch auf iOS benutzen. Dafür ist nur eine App von Google nötig (Maps, Google-App, Google Fotos o.Ä.). Dort lässt sich der Standortverlauf einschalten. Dann funktioniert es auch mit dem Apple Device :-).
    Hat mir schon öfter sehr geholfen.

  15. Schöne Folge – mal wieder!

    Interessant, dass ihr den “Mechanical Turk” erwähnt. Ich bin auch erst neulich darauf gestoßen. Ich würde ihn gerne nutzen, aber ich besitze keine US-Firma. Hat jemand einen Tipp, welche man da eintragen könnte? Oder hat damit jemand Erfahrungen?

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