LNP199 Tod oder Internet

LNP200 — BNG-Gesetz — BND im NSA-UA — UK-Überwachung illegal — EuGH zu IP-Adressen — Julio Assanchez ohne Netz — Mirai-botnet — EU-Copyright — Computer für Schulen - Abmahn-Abzocke — 33C3

Heute ist Logbuch:Netzpolitik seit 5 Jahren auf Sendung. Wir bedanken uns bei unseren Hörer:innen für die aktive und kritische Begleitung über diese lange Zeit und wir hoffen, viele von Euch nächste Woche bei der 200. Sendung im ehemaligen Stummfilmkino Delphi in Berlin begrüßen zu können. Da wir jetzt aus organisatorischen Gründen schon seit drei Wochen keine Sendung mehr veröffentlicht hatten gibt es heute noch mal ein umfangreiches Paket mit Nachrichten der letzten Zeit. Gute Nachrichten sind natürlich wie immer Mangelware.

Dauer: 2:04:27

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Verwandte Episoden

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Bundesregierung verweigert NSA-UA Informationen zu Vorwürfen gegen Snowden

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Julio Assanchez ohne Netz

Mirai-botnet

EU-Copyright

Hexenwerk: Schulen mit Computer und WLAN ausstatten?

Gesetz gegen Abmahn-Abzocke ist unwirksam

Epilog


In Zusammenhang mit dieser Ausgabe stehende Folgen

42 Gedanken zu „LNP199 Tod oder Internet

  1. Kurzes Aufatmen. Oettinger ist nicht mehr Digitalkommissar. Leider aber immer noch in der Kommission. Aber wer weiß, was hinterher kommt. Vielleicht ein Kommissar/in für post-digitale Kommunikation?

  2. Kleiner Hinweis zur angesprochenen Zwangstrennung des Internetanschlußes:
    der IP-Anschluß der Telekom trennt standardmäßig erst alle 180 Tage. In der Routereinstellung kann der User (der dies weiß) die IP-Adressänderung in 2 Stufen jedoch eher auslösen.

    • Ich schrieb dazu 2014:

      Eine weitere damit zusammenhängende Frage betrifft die Haftung von Anbietern für Sicherheitslücken bzw. für deren zeitnahe Eindämmung und Beseitigung. In der Tat wird zu Recht die Frage gestellt, weshalb kommerzielle Software-Lieferanten und Dienste-Anbieter größtenteils ohne jegliche Haftung operieren dürfen. Für kommerzielle Anbieter wäre eine derartige Haftung in der Tat zielführend, da sie nennenswerte Anreize zur Qualitätssicherung schaffen würde. Das Beispiel OpenSSL macht allerdings eindrücklich deutlich, weshalb Haftung für Open-Source-Software nicht möglich ist: Eine kleine internationale Community entwickelte dieses Tool größtenteils ehrenamtlich, während weltweit Banken und Konzerne einerseits kaum zur Entwicklung beitrugen, andererseits sehr große finanzielle Werte mittels OpenSSL absicherten. Eine Haftung für nicht überprüfbare, kommerzielle Software bei einem gleichzeitigen Haftungsausschluss für quelloffene Sicherheitstechnik kling nur auf den ersten Blick wie ein Widerspruch: Die resultierenden Anreize würden sowohl bei quelloffener als auch bei proprietärer Software zur Code-Qualität beitragen und zugleich Anbieter von Sicherheitslösungen in Richtung des zu bevorzugenden Open-Source-Ansatzes bewegen.

      https://ccc.de/system/uploads/149/original/StellungnahmeDigitaleAgenda.pdf

      • Ich fürchte nur, die Abgrenzung kommerziell vs nicht-kommerziell kann hier (wie ja auch schon bei Dingen wie Impressumspflicht etc) nicht funktionieren: Einer der Größten (in Zahl der Patches) Kontributoren zu Linux (also dem Kernel) ist zB die Firma Intel. Und die machen das sicher nicht nur aus Menschenfreundlichkeit, sondern, weil sie ihre Chips verkaufen wollen. Und das ist sicher ein kommerzielles Interesse. Sollen die nach Deiner Meinung zB für Bugs im Linuxkernel haften? Oder Linus Torwalds himself, der wird ja von der Linux Foundation dafür bezahlt, was er macht? Oder vielleicht die Firmen im Linuxumfeld, die ihr Geld mit Support verdienen (zb RedHat)? Ich fürchte, die Abgrenzung taugt nicht.

        Oder ein verwandter Fall: Ich betreibe an meiner Bürotür ein elektronisches Namensschild, das ist ein Display an einem RaspberryPi mit ein paar Scripts. Würde ich das anderen verkaufen, würde ich für Fehler nur in meinen Scripts oder in der Konfiguration oder für das ganze Debian, was da drauf läuft, haften sollen?

  3. Zu Thema digitalisierung der Schulen ein kleiner Zusatz. Die hessischen Grünen beriefen den Neurowissenschaftler und Analogfundi Dr. Manfred Spitzer als Experten in die Enquetekommison zur digitalen Bildung. Mit solchen “Experten” wird das nix mit der Zukunft, an unseren Schulen.

      • Das stimmt zwar, aber wir haben in der Schule ein anderes Problem: Wir müssen Schüler (und vor allem Schülerinnen) ermutigen, wir müssen ihnen zeigen, dass sie so abstrakte Themen wie Mathe, Physik oder Informatik können, dass sie sogar Freude machen können.

        Viele lernen früh, dass Mädchen in diesen Feldern angeblich nichts können. Mädchen sollen Sprachen machen, sollen Kunst oder Deutsch können, aber bitte bloß nicht Mathe, Physik oder Informatik. Wenn die dann in das kritische Alter (Klasse 8+) kommen, reagieren sie automatisch abwehrend. Wenn man sie sich selbst überlässt, dann trauen sie sich später meistens kein MINT-Studium zu.

        Wir müssen sie also ein wenig zu ihrem Glück “zwingen”, durch (guten!!!) Pflichtunterricht in diesem Bereich. Damit sie überhaupt erst merken können, dass sie z.B. Spaß am Programmieren oder Experimentieren haben.

        Wenn wir das nicht machen, lernen manche zwar selbständig (z.B. über die erwähnten Videos), aber das wäre zu wenige.

        • Sehr schön. Aber sollen wir deshalb noch 20 Jahre warten, bis zeitgemäßes Lernmaterial online geht? Das Team “Simple Club” hat da einfach mal eine hervorragende Arbeit abgeliefert und den Maßstab gesetzt. Gibt es irgendwo, meinetwegen von Länderseite ein qualitativ vergleichbares und ebenso kostenfreies Angebot an die Schülerschaft? Wenn ja, dann warten wir hier alle auf den Link dorthin.

  4. Bzgl. Datenschutz möchte ich hier mal meine Kritik äußern:
    Es werden IP-Adressen gespeichert, obwohl man ja eigentlich das letzte Oktet weglassen sollte/muss. Viel schlimmer ist aber der Browser-Fingerprint oder Flash-Cookies, vor denen (als ich das letzte Mal geschaut habe) nicht einmal Flashblock schützen kann. Es wird massweise WordPress eingesetzt mit Addons wie Disqus oder einem gierigen Spamfilter. Es ist insofern schade, dass das Netz seit jeher von Drittdomains lebt und wie ihr auch sagt, nicht wirklich auf Datenschutz ausgelegt ist. Man sollte aber die Wahl haben, den Inhalt der Seite zu sehen, ohne dass sofort Skripte für Kommentarfunktion oder “Social” Sharing geladen werden.

    Zu eure(r/n) Seite(n): Mein Adblocker blockiert Twitter, Flattr und WordPress Statistiken. Von doppeltem Klicken keine Spur. Desweiteren ist der iTunes Linkmaker eingebunden, um Affiliate Links zu erstellen(?). Warum ist der überhaupt Client-seitig?
    Hinzu kommt jQuery von Google (wozu?), Gravatar und Cloudfront für ADN.
    Drüben bei der Freakshow slackt es zudem noch fröhlich vor sich hin!

    Die Datenschutzerklärung (auf beiden Seiten) berücksichtigt nur Twitter.
    Affiliate Links (speziell bei der Freakshow) werden nicht als solche gekennzeichnet und es gibt auch keinen Hinweis, dass welche gesetzt sind, was eigentlich den Nutzungsbedingungen von Amazon widerspricht.

    Eigentlich machen es fast alle so. Aber ich hatte hier eigentlich Besseres erwartet.

  5. Ich hätte mal noch eine Frage zum BND-Gesetz:
    Wer kontrolliert ob die Partnerdienste die getauschten Daten nach 6 Monaten löschen?
    Also wenn ich die NSA wäre und wüste der BND muss seine gesammelten Daten nach 6 Monaten löschen würde ich dem BND anbieten diese Daten auf Ewigkeit bei mir zu speichern. Tauschen dürfen wir sie ja ausdrücklich. Weil soweit ich das verstanden habe ist nicht genau spezifiziert welche Daten getauscht werden dürfen (Metadaten, Protokolle von Vernehmungen, oder gleich die Rohdaten vom De-Cix).

  6. Zum Thema Schulen mal so meine Erfahrungen:

    Ich war bis Sommer Schüler an einem Berliner OSZ, dem Oberstufenzentrum Kommunikations-, Informations- und Medientechnik (OSZ KIM), > 1000 Schüler*innen. 16 MBit DSL. Nicht, dass es im Wedding kein besseres Internet gäbe. Der U-Bhf. ein paar hundert Meter weiter hat 2015 als erster WLAN bekommen, da gibt’s 50 MBit pro Device.

    Und als ich ans OSZ gekommen bin habe ich mich noch über die gute Ausstattung mit PC-Räumen (sicherlich mehr als die Hälfte der Räume, liegt natürlich an Schulform und -ausrichtung) und Smartboards gefreut.. So wirklich modern waren die Rechner zwar auch nicht. Das liegt daran, dass laut Auskunft der Schulleitung von den ca. 100.000 EUR Jahresetat mehr als die Hälfte in Kopierkosten geht. Die Schule kann sich selbst weder mehr Internet noch den regelmäßigen Austausch der Rechner leisten. Geschweige denn Software.

    Das Berliner Gymnasium (auch knapp 1000 Schüler*innen), an dem ich vorher war, hatte 2 PC-Räume (auch 16k DSL, mehr gab’s aber auch nicht). Die ersten 3 Smartboards gab es dann ca. 2013 (Gebäude von 2000).

    Ich bin ja nicht sicher, was für Internet die Schulen hätten, wenn die Telekom nicht zumindest die 16k DSL spenden würde. (https://www.telekom.de/t@school)

    Wir sind weit entfernt von Laptop-Klassen. (Wobei ich auch schon von derartigen Versuchen gehört habe, die wenig erfolgreich waren. Warum weiß ich leider nicht mehr.)

    Zur Bahn: https://www.bahn.de/p/view/mdb/bahnintern/agb/gesamt2016/mdb_233509_befoerderungsbedingungen_24_10_2016.pdf, Abschnitt 6.3.3.
    „Ersatzweise kann in Zügen das Online-Ticket auch auf dem Display
    eines mobilen Endgerätes über ein pdf-Anzeigeprogramm vorgezeigt werden, wenn der Barcode in Originalgröße und die kompletten Fahrkartendaten bei aktivierter Hintergrundbeleuchtung vorgezeigt werden können.“
    Geht also auch ohne App.

    • Seit Anfang 2015, soweit ich weiß…
      Wenn das also eine relativ frische Anekdote war, könnte also der Zugbegleiter noch auf einem alten Stand gewesen sein.

    • @Bahn das mit dem Ausdrucken ist wegen der Rechtssicherheit so. Sonst könntest du ein Ticket online gekauft haben, es aber nicht vorzeigen können, weil dein Akku alle und der Hund deine Powerbank gefressen hat. Der Schaffner müsste dich ggf. so lange mitfahren lassen wie er dir nicht das Gegenteil beweist.*
      bzw. nicht, aber dann hättest du Schadensersatzanspruch

  7. Öttinger ist ein Schadprogramm/Computerwurm. Stuxnet vs. Stussnet… ;-O
    Wir brauchen viel mehr link/Links.
    Gut und danke dass ihr trotz dem ganzen Scheiss den Humor nicht verliert und aufrecht erhaltet und Hoffnung verbreitet.

  8. Botnet oder einfach patchen, wer haftet für was? Das ist alles gar nicht so einfach und am Ende steht eigentlich die Frage:
    Wieweit muss ich die Menschen vor sich selbst schützen?

    Ich finde ja da sollte man sehr zurückhaltend sein, sonst lernen die das nie. Beim Auto muss ich aus selber zum TÜV, da haftet nicht der Hersteller oder muss mein Auto alle paar Jahre zum TÜV fahren. Und wenn ich das nicht mache, dann hafte ich wenn was passiert. Genauso würde ich das auch bei schwachen Passwörtern oder keinen Updates machen. Wenn was passiert und jemand geschädigt wird, dann haftet eben der Besitzer. Die Leute müssen das spüren und dürfen sich nicht gedankenlos ihre Bude mit IoT Geräten zupflastern.
    Die Hersteller würde ich verpflichten, dass die auf die Verpackung schreiben müssen wie lange es Updates gibt und das müssen die dann auch einhalten. Wenn Leute dann das Billige Produkt mit nur 2 Jahren Updates kaufen dann ist das eben so. Für Smartphones gibt es auch nur ganz selten länger als 5 Jahre Updates, wer sowas kauft oder danach weiterverwendet ist selber schuld und sollte für entstandene Schäden haften.
    Uns in der Uni ist das bei Elektrik so, dass da einmal im Jahr der TÜV kommt. Das ist bei Privathaushalten nicht so, vielleicht sollte man das verpflichtend machen. Da kommt dann einmal im Jahr der CyberTÜV Rheinland :-D und konfiguriert den Router richtig. Das kostet dann, schafft Arbeitsplätze und Leute wie wir wollen das natürlich nicht. Ich lasse den doch nicht an meinen Router/Rechner/Smartphone/… , aber für die Gesamtheit wäre das positiv, da wäre weniger ungepatchtes und mit grottiger Sicherheit am Netz. Das ist eine Abwägung zwischen Freiheit aber auch Eigenverantwortung und Zwang und Vorschriften mit Bevormundung auf der anderen Seite.

    • 2 Jahre? 5 Jahre? Die meisten neueren Smartphone-Modelle sind wenn überhaupt auf dem Android-Patch-Level Juli, sehr viele sogar noch auf Januar. Da helfen 2 Jahre lang Updates nichts mehr, wenn man einfach nicht zeitnah reagiert bzw. sogar ankündigt, diese absichtlich nur in Verbindung mit neuen Android-Versionen auszuliefern.
      Das hat vordergründig auch nichts mit dem Preis zu tun, eher mit Professionalität; Samsung kann sogar noch das S5 (2,5 Jahre alt) mit monatlichen Sicherheitspatches versorgen.

      • Ich hatte “selten länger als 5 Jahre” geschrieben. Mir ist völlig klar, dass das meist viel kürzer ist, aber es gibt auch 5 Jahre. Aber das ist eben selten. Und selbst das wäre völlig OK, wenn man das vorher drauf schreibt. Das muss der Kunde halt sehen können vor dem Kauf. Wenn man Laden Lebensmittel verkauft muss man auch ein Mindesthalbarkeitsdatum draufschreiben. Das sieht der Käufer vor dem Kauf. Wenn man also ne Woche in den Urlaub fährt und danach noch was Essbares daheim haben will kauft man eben nicht die schnell verderblichen Sachen. Wenn einem das aber egal ist und man das sowieso gleich isst dann kann man auch rohes ungekühltes Fleisch an der Theke kaufen. Aber ich kann dann eben als Kunde nicht klagen wenn das nach einer Woche gammelt.
        Wenn auf einem Smartphone dann also drauf steht, dass es nur ein Jahr Updates bekommt, dann muss ich als Kunde damit umgehen. Also entweder danach entsorgen oder z. B. nurnoch als GPS-Tracker/MP3-Player/… verwenden. Oder mit dem Risiko leben, aber wenn ein Trojaner auf meinem Smartphone bei anderen Leuten Schaden anrichtet, dann bin ich dafür haftbar. Genauso wie der Wirt haftet, wenn der abgelaufene Nahrungsmittel serviert im Restaurant. Der Hersteller hat das getan was drauf steht und meinetwegen kann der draufschreiben was er will, ich muss es ja nicht kaufen.
        Übrigens auch bei Mietverträgen. Wenn ich als Vermieter draufschreibe keine Haustiere, dann meine ich das auch so. Niemand muss den Vertrag unterschreiben. Das ist eine Bodenlose Frechheit, dass das in Deutschland ungültig ist und man trotzdem Kleintiere halten darf.
        (Ich bin kein Vermieter aber finde dass der Staat nicht in Verträge zwischen Menschen reinreden sollte, da wird nämlich Niemand zur Unterschrift gezwungen.)

        • Mein Punkt war, dass man zeitnah die Updates bereitstellen muss. Da bringt es auch nichts, selbst 10 Jahre zu versprechen, wenn sie mehrere Monate später kommen.
          Das Ablaufdatum würde vermutlich nicht eine Art Gleichgewicht bewirken, sondern in Konkurrenz zu Preis und (anderen) Features stehen.

          • Ja natürlich, aber das schließt sich doch nicht aus. Das muss man als Hersteller eben mit dazuschreiben. Und wenn dann Google oder Apple hinschreiben, dass innerhalb von n Monaten ein Patch da ist, dann muss der das auch sein sonst können die Kunden klagen.

            Ich finde das aber nicht OK, wenn Kunden klagen können obwohl der Hersteller nichts versprochen hat. Wenn mir der Gebrauchtwagenhändler ein Auto ohne TÜV verkauft und ich damit losfahre, einen Unfall baue, dann bin auch ich schuld, denn ich wusste, dass da kein TÜV bei ist.

            Ich will mehr Eigenverantwortung für die Endbenutzer und zwar weil man sie so zwingen kann sich mit dem Thema zu beschäftigen. Wenn man es nicht muss, dann kümmert sich doch Niemand um die Sicherheit der eigenen Hard- und Software. Das muss den Leuten hart auf den Fuß fallen können wenn sie das wegignorieren. Die Leute haben auch genug Zeit dafür, gucken jeden Scheiß im Privatfernsehen, aber für lange Passwörter reicht es dann nicht. Wenn wir hin zur “Hightech-Gesellschaft” wollen, dann reicht es eben nicht die Leute mit schicken Geräten oder schnellem Netz zu versorgen, sondern die müssen da auch gebildet werden auf dem Gebiet. Ihr Nutzerverhalten ändern. Genau das ist unser Auftrag.

            • So wie eine Lebensmittelangabe für Salz oder Zucker? Funktioniert offenbar, denn es sind ja nur 7 Mio. Deutsche in ärztl. Behandlung! In Maßen! Aber es schmeckt doch soo gut!
              Einspritzer statt Vergaser von Motorrädern? Erst nach dem Verbot! Die Kunden wollen es doch gar nicht!
              Datenschutz? Dann benutz doch gar nicht Google!
              Probleme mit den AppStore-Regeln? Zwingt dich ja niemand, ihn zu verwenden!
              Krankenversicherung? Ich werd doch eh nicht krank!

              Ich bin strikt dagegen, Opfer zu Tätern zu machen, nur weil sie am gesellchaftlichen Leben teilhaben wollen!
              Man hat immer noch keinen Standardpasswortmanager (in Windows). Die Wifi-Passwörter werden sogar standardmäßig geteilt. Kann der User denn nicht lesen? Selbst schuld!

              Zum Glück sind die Neoliberalen nicht in der Mehrheit!
              Produkte sollen sich an den anerkannten Regeln und Normen orientieren! Es soll kein Auto für 500€ geben mit Sicherheitsproblemen und ein ähnliches mit TÜV für 3000€; und auch kein Audio-Player ohne Lautstärkebegrenzung. Ein IoT-Gerät soll ja wohl bzgl. Internetzugriff sicher sein, egal wer es für wie viel verscheuert. Das gibt es ja nicht seit gestern! Oder man muss es nur vom LAN für gewisse MAC-Adressen zugänglich machen.

              • Ich hatte das in meinem ersten Post hier als Frage formuliert und wieder hole sie jetzt sogar nochmal:

                Wieweit muss ich die Menschen vor sich selbst schützen?

                Das ist gar nicht so einfach. Ja, es wird viel falsch gemacht und manches gehört klar verboten. Zucker ist natürlich ein Lebensmittel. Fast jedes Lebensmittel kann man überdosieren und wird dann krank, ja auch Brot.
                Es gibt da jetzt zwei Herangehensweisen:
                1.: Der Staat schützt Jeden vor Allem. Das geht nur vollständig wenn der Staat auch Alles an Jeden liefert und wir sind plötzlich in einer Planwirtschaft. Da bekommt Jeder seinen Staatsrouter den kann man nicht konfigureiren, das macht der Staat dafür gibt es regelmäßig Updates. Jeder bekommt einen festgelegten Ernährungsplan, das Auto wird hart auf 130 km/h begrenzt und regelmäßig werden unangemeldete Kontrollen zu Hause durchgeführt, um sicherzugehen, dass sich Jeder an die Regeln hält. Es dient ja dem eigenen Wohl.
                2.: Man überlässt das komplett dem Markt, aber auf die Produkte muss draufgeschrieben werden was sie enthalten oder machen und wielange sie gepflegt werden mit welchem Service. Da gibt es dann wieder natürliche Selektion wenn Leute zu viel Zucker fressen oder gerne schnell fahren und auf den Sicherheitsgurt verzichten, … Man landet im Kapitalismus so wie wir ihn gerade erleben (oder so ähnlich).

                Was man braucht ist aber ein Zwischenweg. Der Staat sollte die schlimmsten Dinge verbieten selbst wenn die Leute das nicht wollen. Und im Gegenzug gibt es eben doch ein paar Freiheiten. Die Abwägung ist schwierig und aus meiner Sicht ist es auch nicht förderlich diese Aufgabe komplett dem Staat zuzuschieben. Mit Freiheit kommt Verantwortung, es ist nicht richtig die Freiheit haben zu wollen, aber die Verantwortung an Hersteller oder den Staat abzugeben. Wenn der Hersteller es erlaubt, dass man z. B. ein Passwort selber wählen kann, dann ist das eine Freiheit, aber eben auch eine Verantwortung. Genauso sehe ich das auch bei der Auswahl von Produkten. Als Freiheit hat man die große Auswahl an Geräten und die Möglichkeit diese selbst zu kontrollieren und konfigurieren, als Verantwortung hat man eben dafür zu Sorgen, dass durch deren Betrieb kein Schaden entsteht. Wenn ich die Netzwerk-Überwachungskamera in einem LAN betreibe ohne Verbindung zum Internet, dann brauche ich mich nicht um Updates kümmern. Und trotzdem soll dieser Betrieb möglich sein. Schreibt der Staat Zwangsupdates vor, dann müsste man sicherstellen, dass jedes Gerät auch ein Update bekommt, sprich ein Betrieb ohne Netz ist dann nichtmehr möglich.
                Generell sind Vorschriften eine feine Sache und schützen oft die Mehrheit der Gesellschaft, weil diese gar nicht mehr Freiheiten will, aber schränken die Minderheit ein die z. B. den kreativen Umgang mit Geräten pflegt oder einfach nur gerne Dinge selber repariert. Wo nehmen wir die Menschen als nächstes in Schutz? Soll man selber in seiner Privatwohnung Steckdosen und Lampen anschließen dürfen? Oder soll da einmal im Jahr der TÜV vorbeikommen und alles überprüfen?

                Ich finde einen guten Mittelweg könnte man über die Haftung schaffen. Klar, Vorschriften müssen auch her, aber damit die Leute besser auf ihre Geräte aufpassen oder andere Kaufentscheidungen treffen oder anders handeln sollte man sie auch zu Verantwortung ziehen können. Wenn mein Rechner Viren verschickt dann soll man mich dafür belangen können. Wenn mein Auto einen Unfall baut bin ich doch auch dran. Und selbstverständlich sollte man all seine Maschinen/Dinge unter Kontrolle haben, nicht nur die Offensichtlichen wie eben das Auto oder den Fußball beim Spielen mit dem man auch Fenster einschießen kann und dafür gerade stehen muss.
                Ich beobachte gerade bei Computern und noch mehr bei Computern die nicht als solche bezeichnet werden einen sehr sorglosen Umgang. Wir achten auf alles Mögliche im Alltag, alleine Kochen und Haushalt, nein das ist nicht sinnlos, aber wir achten darauf, dass z. B. das Essen nicht anbrennt, dass nichts verschimmelt, dass wir saubere Wäsche haben, … wieso achten wir nicht in gleichem Maße darauf, dass unsere Digitalhygiene stimmt? Wenn sich Jemand nicht wäscht oder sein Essen anbrennt, dann entstehen direkt spürbare Folgen. Feedback von Mitmenschen oder selber körperliches Feedback. Wenn mein IoT Gerätezoo DDoS macht dann spüre ich nichts davon. Und genau das muss sich ändern. Gerne gepaart mit strengeren Vorschriften aber eben nicht nur.

                • Ich bezahle Geld und bekomme dafür das Gerät und die Zusicherung sowie Haftung, dass es nach den gültigen anerkannten Regeln und Normen läuft.
                  Geld ist ein Mittel, etwas nicht selbst erledigen zu müssen.
                  Es ist ökonomisch und rechtlich besser, wenn der Hersteller sich um die Sicherheit kümmert, statt dass Millionen von Kunden dafür insgesamt unverhältnismäßig viele Produktivstunden aufwenden müssen, um sich über die Existenz von Telnet, SSH und UPnP zu informieren und wenn nötig die neusten Updates einzuspielen.
                  Wenn es im Handbuch nicht steht, dann muss man es nicht machen, oder?

                  • Das was Du beschreibst ist eine Lösung des Problems. Aber wie macht man das jetzt mit Updates? Wenn man den Hersteller dazu verpflichtet und sagt der Benutzer muss sich um nichts mehr kümmern, dann bedeutet das Zwangsupdates. Man hat das Gerät nichtmehr unter Kontrolle, sondern der Hersteller kann da nach belieben rumpatchen. Das ist vielleict für die Mehrheit sinnvoll, aber ich will das nicht. Ich will meinen Router konfigurieren können und dazu gehört natürlich auch Ports öffnen. Da brauche ich keinen Hersteller der einer Verpflichtung nachkommt und dann bei jedem Update meine Konfiguration kaputt macht. Da muss es ein Opt-Out geben also man muss sagen können “Gebt mir die Kontrolle, ich trage auch die Haftung.”
                    Beim Auto ist es ja schon ein Kompromiss. Man muss es selber nicht verstehen, aber alle zwei Jahre damit zum TÜV. Was spricht dagegen sowas auch für Computer zu machen? (ich will das auch nicht) Und auch beim Auto muss ich selber kontrollieren ob alle Lampen noch funktionieren z. B..
                    Aber eigentlich geht es mir um etwas Anderes, und zwar, dass die Leute sich mehr mit der Technik beschäftigen. Sie beschäftigen sich mit allem Möglichen, kennen Fußballspieler auswenig und jeden erdenklichen Unsinn, aber wie man seinem Router eine neue Firmware flasht ist uninteressant. Wir müssen mal entscheiden ob wir eine Gesellschaft aus Bedienpersonal haben möchten die einfach nur Dinge benutzen kann oder ob wir nicht lieber möchten, dass die Leute ihre Werkzeuge auch verstehen. Für viele Leute sind das alles schwarze Kästen und ganz ehrlich, das ist heute auch schwierig zu verstehen, man sollte es aber versuchen.

  9. Den Vorwurf der Einseitigkeit der Wikileaks-Veröffentlichungen kann ich ja nicht so ganz nachvollziehen, da sie die Daten nicht selbst beschaffen. Anzeichen, dass sie Informationen über die Gegenseite bewusst zurückhalten, gibt es doch wohl keine? Aber abgesehen davon, was will man über Donald Trump leaken? Dass er vom Temperament, von seiner mangelnden Kompetenz und seinen mangelnden Fähigkeiten, von seiner Feindschaft gegenüber Verfassungsprinzipien sowie von seinem fehlenden Respekt für und Vorurteilen gegen diverse Bevölkerungsgruppen her ein vollkommen ungeeigneter Kandidat ist, ist offensichtlich, wenn man sich nur ein wenig mit seiner Kampagne und Biographie auseinandersetzt. Alle negativen Aspekte von Trump stehen dem Wähler bereits in großer Fülle zur Verfügung, hauptsächlich in Form von O-Tönen oder Tweets aus den letzten anderthalb Jahren von Trump selbst.

    Die Clinton-Maschine ist eine durchaus beeindruckende und wesentlich professionellere, politische Entität, im Prinzip ein millionenschweres Marken- und Lobbyingunternehmen, das es lohnt aufgeklärt zu werden. Die Angriffe der Republikaner gegen die Clintons sind weitgehend substanzlos, während sie sich an die wirklichen Ansatzpunkte für Kritik nicht heranwagen, denn die würden sie genauso treffen. Die politische Unternehmung hinter Hillary Clinton ist eine der erfolgreicheren im Geflecht legalisierter Korruption in den USA (sowie der illegalen Ränder, wie die Unterlaufung der Grenzen des Citizens United-Urteils, wie sich in den geleakten Emails abzeichnet).

    Widersprechen würde ich bei der Einschätzung, dass die (gerade noch?) linken Kräfte in Lateinamerika Hillary Clinton lieber als Präsidentin sehen würden. Mag sein, dass sie in ihr das kleinere Übel sehen, aber Bill Clintons Regierung ist da noch in schlechter Erinnerung und Hillary Clinton wird genauso kritisch gesehen. Ich verweise mal einfach auf zwei Artikel. Der zweite ist von TeleSUR, hinter dem Sender steht der Verbund von Regierungen, die in Opposition zu den USA stehen und zu denen auch Ecuador gehört:

    A Voter’s Guide to Hillary Clinton’s Policies in Latin America

    Hillary Clinton Already Has Destructive Legacy in Latin America

    Übrigens nicht das erste Mal, dass Assange eine bestimmte Form der Betätigung von Seiten Ecuadors untersagt wurde: https://www.theguardian.com/media/2013/aug/30/julian-assange-embassy

    • Vielen Dank! Ja genau, wenn das zu leaken da ist soll das geleakt werden. Und wenn das Jemand als einseitig empfindet, dann soll er doch was über die Gegenseite leaken. Wenn ich die deutsche Presselandschaft und ADR/ZDF gucke, dann habe ich das Gefühl als wäre das einseitig Pro Hillary und gegen Trump. Und zwar nicht auf Faktenbasis sondern “das ist ein Spinner”.
      Es hilft auch nicht etwas als Verschwörungstheorie abzutun, das zeigt nur denkfaulheit wenn man sich eine Gegenmeinung nichtmal anhören will. Man muss sie ja noch lange nicht gutheißen oder übernehmen, aber gleich als Putinversteher oder so abstempeln ist einfach nur dumm.
      Es gibt da eine Reihe Theorien bei denen mir nicht klar ist, ob da was dran ist oder nicht. Ich weiß es nicht. Wir sollten alle viel öfter zugeben, dass wir etwas nicht wissen. Heutzutage wird einem das als Schwäche angekreidet. Da werden lieber unhinterfragt Aussagen wiederholt als zugegeben, dass man es nicht weiß.
      Z. B. kann man mal “clinton body count” googeln. Da finden sich etliche Treffer und je tiefer man da hinterherläuft desto schlimmer sieht das aus. Was dran ist weiß ich nicht.
      Dann wurde im Podcast mal wieder auf RT rumgehauen. Ja, das mag ein fieser Propagandasender sein. Aber es ist schon witzig, wenn man nach “atombombentest 2015 usa” googelt, dann findet man da fast nur Quellen wie RT. Googelt man aber “atombombentest 2016 nordkorea” dann findet man lauter deutsche Quellen. Das ist für mich eindeutig einseitige Berichterstattung. Von dem Test in den USA hatte ich übrigens in einer Phoenix Sendung “Was von Kriegen übrig bleibt” erfahren, da wurde das am Rande erwähnt.
      Dann wurde auch die Jüdische Weltverschwörung angesprochen. Es ist klar, dass es sehr wenige einflussreiche Superreiche gibt. Die passen in einen Bus alle zusammen. Die Theorie hat also nix mit dem Judentum oder so zu tun, das ist völliger Unsinn, es sind einfach ein paar der Reichen auch Juden. Genauso wie ein paar davon eben Katholiken und Christen oder Moslems sind. Das ist auch keine weilde Verschwörung, sondern Kapitalismus. Wenn da Reiche Leute mit sehr großem Einfluss sind die kapitalistisch handeln, dann hat das eben einen großen Effekt, die können dann eben auch Politik beeinflussen und Ähnliches.

  10. Ich bin sehr erstaunt, dass ihr davon ausgeht, ein Fahrkartenkontrolleur würde die Authentifizierungsmechanismen hinter den Fahrkarten verstehen.
    Geht mal davon aus, dass die meisten Leute, die Technik nutzen, die Verfahren ihrer Werkzeuge nicht verstehen. Auch Bankberater nicht. Ich erinnere mich gerne an den BankingApp-Vortrag auf dem Congress.
    (Und mit verstehen meine ich nicht, dass man die Protokolle bis ins kleinste mathematische Detail kennt. Sondern einfach weiß, warum gewisse Schritte notwendig sind.)

  11. ich fand das Beispiel Bücher wegstellen an die Straße irgendwann Pissen die Hunde dran irgendwann tritt sich fest – sehr einleuchtend. Auch mit dem als Kind zum Orthopäden wegen Thornister. Aber es gibt auch den Smartphonenacken und Hyperaktive Kinder Letzteres ggf. auch, weil die Eltern zu oft quality time mit dem Smartphone und dem Kind verbringen, bei der nicht zusammen mit dem Gerät gespielt wird.

    Die neue Wissenskultur ist aber der Knackpunkt – die brauchen wir als Überbau bei einem neuem Curriculum für Viert- bis Zwölftklässler.

    Ich sehe mich als 31 jährigen schon anders ein Smartphone bedienen wenn ich mit der Bahn fahre und Kinder zusammen an Smartphones zu gange sehe – die können mir bald mehr beibringen über IT, und ich immer weniger, höchstens was über Netzwerkstrukturen, weil auch Programmiersprachen im Wandel sind. Mein Vater ist im Schuldienst und er ist eher einer der Aufgeschlossenen dennoch würde ich es eher begrüßen, wenn ein richtiger Nerd unter 30 30% des Mathelehrplans zusammen mit Informatik und IT-Alltag ihm ggf. auch mit finanziellen Einbußen wegnimmt – das würde im Bestfall unserer künftig Multimorbiden Gesellschaft eine Cashcow bringen von künftigen young talents, die es dann hinbekommen Roboter zu kaufen und zu warten, weil wir nicht genug Hände haben um die Ärsche der heute 60 Jährigen alle in 25 Jahren gut abzuwischen. Wenn man mal so eine 10 Jährige auf einem flexiblen Skateboard mit 2 drehbaren Rädchen sieht – kann man davon ausgehen, das die auch selbst durch ihre frischeren Neuronen so manches schnell spielerisch hinbekommen, wofür ein 26 Jähriger schon zweimal soviel Zeit bräuchte.

    Was aber auch wichtig ist, nach dem Coden ist das beherrschen der Englischen Sprache sofern Monatlich 20.000 Wissenschaftliche Englische Artikel von Chinesen und 10.000 von Amerikanern veröffentlicht werden – können wir als Gesellschaft nicht mit der Utopie, wir seien aber 3mal klüger Vorankommen.

    Ich gehe sogar weiter und denke, wenn in Indien Hindi und Englisch Pflichtsprachen für Nichtbettler sind und 22 andere Amtssprachen neben bis Tausend gesprochenen – schadet es nicht 3 Sprachen mithilfe unserer heutigen Vernetzung auf Standardniveau an 6-7 Siebtklässler heranzutragen. Das arabische sollte gegenüber französischen Angeboten im Lehrplan mehr Gewicht bekommen und mit Spanisch als zweite Fremdsprache konkurrieren – während als dritte Sprache fernöstliches mit Romantischen Sprachen und Slawistik/Bantu/Türksprachen auf niedrigstem Niveau (Essensbestellungen Nachfragesituationen) mit Anknüpfungspunkte für später an Uni oder Fortbildungskurs auf dem Lehrprogramm stehen sollte.

    Was uns aber alle bremst im Moment vernünftige Reformen und Politik hin zu bekommen, ist ein gerontokratisches Demokratiedefizit hier und in Europa nochmal durch Ministerrat Entscheidungen potenziert und der immer größere Einfluss von Kapitalflüssen im Weltgeschehen.

    Ich befürchte Worst Case ist, wir als mittlere Generation werden von den zahlenmäßig mehr älteren dümmlichst gemaßregelt und um eigene Altersversorgung betrogen, während die jüngsten künftig abwandern oder als Anschauungsobjekt/bezahlter Sozial/Familienersatz für alte enden. Noch später bedient sich die Kinderlose Schicht, der heutigen 30Jährige die keinen Sex mehr nach 40 hatte keine Pflege bekommt des Bolzenschussgerätes mit 75 weil für das Barbiturat das Essen hätte schmaler ausfallen müssen.

    Best Case wäre die Alten bekommen die Automatisierungsdividende geschenkt und können woanders überwintern und den Allerwertesten automatisch abgeschwischt bekommen, wenn es nicht mehr anders geht. Der Generation der 30 jährigen wird es normal möglich eigene Familien und Häuser hochzuziehen auch wenn ein bescheidener Lebensstandard als in der Vorgeneration herrscht und einen Konsens bzgl. des künftigen Kapitalismus hin bekommen wurde. Den viel Jüngeren gelingt es künftig Medikamente mithilfe von KI zu entwickeln, die den alten vernünftige Teilhabe demenzfrei mit Abstrichen erhält – auch wenn Psychopharmaka sonst mögliche Demenz Epidemien in Alter ausgelöst hättrn. Die jungen Menschen werden dann auch halb die Energieversorgung Erderwärmung und Wasserversorgung mit neuen Theorien und Erkenntnissen in neuen Disziplinen der Physik und Biochemie besser geregelt bekommen.

  12. Moin Linus,
    moin Tim,

    Am Montag nach der Bundestags-Abstimmung zum BND-Gesetz hatte ich ein Gespräch mit meinem SPD-Bundestagsabgeordneten.
    Auf meine Frage, wieso man für ein Gesetz stimmt, das viele Stimmen (unter anderen der ehemalige Präsident des Bundesverfassungsgerichts, der Wissenschaftliche Dienst, etc.) als zumindest in Teilen verfassungswidrig eingeschätzt wurde, war seine Antwort:
    “Das ist doch gut, dass so viele Leute das als verfassungswidrig ansehen! Dann klagt bestimmt jemand und es wird vom Verfassungsgericht überprüft, ist doch ein ganz normaler Vorgang.”

    Im Gegensatz zu mir schien er kein Problem damit zu haben, 3 bis 5 Jahre mit einem möglicherweise verfassungswidrigen Gesetz zu leben.

    Mit freundlichem, desillusioniertem Gruß,
    sam

    PS: Seine abschließenden Worte waren:
    “Ja, aber dieses Misstrauen, dass sie allen entgegenbringen, dass kann doch nicht gesund sein!”

  13. Zu “IP-Kameras zwangspatchen”
    Das wäre wie in eine Wohnung einbrechen, um sichere Schlösser zu montieren. Nach den deutschen “Computer”-Gesetzen sicher illegal. Würde auch nicht das Problem der schlechten Passwörter lösen: ein sicheres Passwort einstellen und damit den Besitzer aussperren? Vielleicht legal wäre eine Art Spam-Filter auf IP-Adressen-Ebene (wahrscheinlich ähnlich erfolgreich wie normale SpamFilter). Wer einmal an DDoS teilnimmt kommt auf die Blacklist und wird möglichst frühzeitig blockiert.

  14. Muss nochmal was loswerden – Julio Assanchez wird von Linus gedisst – er solle wegen “jüdischer Kreise” mal eine Therapie machen. Ich finde für vier Jahre Isolation vergewaltigungs- und nun auch im Zusammhang mit dem Internetverbot lancierten Minderjährigen Triggering Vorwürfen ist er noch normal – die durch die Lage eintretende Deprivation kann man nicht therapieren. Ich denke jüdische Kreise ist im engl. Sprachraum für Gruppen um Debbie Wassermann Schulz nicht eine Verschwörungstheorie. Wer hier aber behauptet das 20% der Harvard Ivy League Studenten bei nur einem Bevölkerungsanteil von 0.02% in den USA symbolisch für Jüdische Weltverschwöhrung stehen – gehört geholfen.

  15. Danke nochmal für die Erinnerung an die Aufzeichnungen der Netzpolitik-Konferenz, hätte ich sonst schon wieder vergessen. Aber verdammich da ist eines depremierender als das andere.

  16. off topic, aber da musste ich gleich an lnp bzw. den CCC denken, im Zus.hang mit Datenschutz, Angreifbarkeit der app, Sicherheitsmechanismen (PIN) usw.:

    Pakete empfangen, wenn niemand zu Hause ist – das verspricht der neue Paketbutler der Deutschen Telekom
    https://www.paketbutler.com/

    “Eine App verwaltet die Pin des Paketbutlers und ermöglicht das Teilen des Pins mit Freunden oder Händlern vor Ort. Außerdem zeigt die Anwendung eine Übersicht aller Sendungen, informiert über den Sendungsstatus, den Ladestand des Akkus und lässt den Benutzer direkt in der App Abholungen und Retouren bei DHL beauftragen. Das integrierte GSM-Modul im Paketbutler sorgt dafür, dass die App den Nutzer über jedes zugestellte oder abgeholte Paket in Echtzeit informieren kann.” http://t3n.de/news/paketbutler-763215/

  17. Online Tickets auszudrücken ist möglich aber nicht zwingend erforderlich. An dieser Stellen kann man die Bahn loben und tadeln. Lob für die zukunftsgerichtete Lösung des Online Tickets und dass man Menschen ohne technische Affinität mitnimmt (PDF ausdrucken).
    Tadel für das teilweise schlecht geschulte Personal.

  18. Dem Schaffner wurde wohl schon gesagt wieso, aber der hat das vergessen. Beispiel von der SBB: Da hat mir ein Kontrolleur erklärt, dass sie am Anfang (vor ca. 5 Jahren (!)) Probleme mit dem Ablesen hatten, von Auge wie mit dem Gerät. Obwohl der Gerät ja eigentlich nie schläft, aber dann entwickelte sich alles weiter und sie hatten die Bedingungen gelockert. Nun dürfen sie auch ein PDF vom Natel ablesen. Mittlerweile wird die allgemeine Tarifordnung wieder so wie früher durchgesetzt. Es ist Aufgabe des Fahrgastes, einen gültigen und lesbaren Fahrausweis zu zeigen. Egal wie.

  19. Hallo,
    Linus hat sich über die Bildungspolitik und die IT-Ausstattung von Schulen echauffiert. Leider hat er Recht. Woran liegt das? Zum einen sind die meisten Lehrer relativ kurz vor dem Pensionsalter und haben keine Lust auf “neumodische Experimente” und zum anderen sind unter den nachkommenden Lehrern und solche, die es werden wollen Dinge, wie das Internet etc. von relativ wenig Relevanz. Dazu kommen natürlich auch Vorurteile und die Befürchtung, dass man durch diese Technik die Kontrolle verlieren könnte. Daher wird gerne als Argument ins Feld geführt, dass es für die Kinder und Jugendlichen besser sei, Bücher (aus Papier) zu lesen und mit der Hand zu schreiben, weil durch den Computer die Handschrift verkümmern würde. Problematisch ist an der ganzen Sache, dass aber nach der Schule gefordert wird, dass der sichere Umgang mit Internet, Computern etc beherrscht wird.
    Ein Punkt noch zum Schluss. Es gibt auch Familie, in denen das Internet eine untergeordnete Rolle spielt.
    Falls es im Umfeld des CCC eine Initiative zur “Computerbildung” oder ähnliches gibt, würde ich mich da gerne engagieren.

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