LNP201 Das Trumpeltier regiert die Welt

LNP200 — Trump — Cyber — Bundesverfassungsgericht — Assanchez — Web of Trust — GEMA — WhatsApp — Oettinger — Steinmeier

Nach einer Verschnaufpause, die nach dem tollen Liveevent und der frustrierenden US-Wahl dringend geboten war, nehmen wir wieder den Ball auf und liefern eine leicht aufgeblähte Sendung passend zu den ebenfalls leicht aufgeblähten Personen, die derzeit leider immer noch den Nachrichtenfluss bestimmen.

Dauer: 2:22:29

On Air
avatar Linus Neumann Paypal Icon Bitcoin Icon Amazon Wishlist Icon
avatar Tim Pritlove Paypal Icon Amazon Wishlist Icon Bitcoin Icon

There is no game

Trump

Cyber-Sicherheitsstrategie

Lagebericht IT-Sicherheit

Internetüberwachung: Verfassungsbeschwerde gegen BND-Datenstaubsauger

Bundesverfassungsgericht: NSA-Selektoren bleiben geheim

Assanchez hat Damenbesuch

NDR-Recherche: Daten zu Surfverhalten von Millionen Deutschen als “kostenlose Probe”

WhatsApp unterbricht Datenweitergabe

GEMA darf Verlage nicht pauschal beteiligen

Oettinger wechselt ins EU-Haushaltsministerium

Steinmeier wird Präsident

Linus bei SWR1 Leute

Das Weihnachtsgeld geht in die Netzpolitik

Termine und Orte


In Zusammenhang mit dieser Ausgabe stehende Folgen

54 Gedanken zu „LNP201 Das Trumpeltier regiert die Welt

  1. Moin!

    Um die US-Wahl (deren Ergebnis mir auch nicht gefallen hat) mal in Zahlen auszudrücken:

    Hillary Clinton 2016: 60.839.922 Stimmen
    Barack Obama 2012: 65.910.437 Stimmen
    Barack Obama 2008: 69.456.897 Stimmen

    Donald Trump 2016: 60.265.858 Stimmen
    Mitt Romney 2012: 60.932.795 Stimmen
    John McCain 2008: 59.934.786 Stimmen

    Die Demokraten haben mit einer geeigneten Person als Kandidat das Potential über 70 Millionen Stimmen zu holen (die Bevölkerung ist seit 2008 gewachsen). Hillary Clinton ist da 10 Millionen drunter geblieben. Sie hat eben niemanden zum Wählen motiviert und begeistert, im Gegenteil.

    Die Republikaner hingegen haben es einfach nur geschafft ihr deutlich geringeres Potential auszureizen. Alle Stammwähler haben brav ihr Kreuzchen gemacht. Hier und da hat es Wanderungen gegeben, aber im Ergebnis hat das nicht viel geändert.

    Es wird so viel über Rassisten, die Ungebildeten, Frauenhasser und sonstige Rückwärtsgewandte diskutiert. Das greift meines Erachtens alles zu kurz und schafft nur eine neue Filterblase in der alle sich wohlfühlen weil es ein griffiges Feindbild gibt: Trump und seine verblendeten Anhänger.

    So einfach ist es nicht. Die Demokraten sind eindeutig selbst Schuld. Die eigene Anhängerschaft mobilisieren ist die erste Bürgerpflicht für Kandidaten. Wer das nicht schafft verliert mit Sicherheit und darf hinterher nicht die Schuld an äusseren Faktoren festmachen…

    • Deine Zahlen sind nicht korrekt, hier sind aktuell gehaltene Daten:
      https://docs.google.com/spreadsheets/d/133Eb4qQmOxNvtesw2hdVns073R68EZx4SfCnP4IGQf8/edit

      Hinzu kommen ca. 3 Mio. noch un(aus)gezählte Stimmen in Kalifornien – das ist der Stand von heute Nacht:
      http://elections.cdn.sos.ca.gov/statewide-elections/2016-general/unprocessed-ballots-report.pdf

      Die Analysen sind also alle ziemlich verfrüht. Aber abgesehen davon, warum sollen die Millionen Demokraten z.B. in Kalifornien wählen gehen, wenn ihre Stimme ohnehin nicht zählt? Mehr als 55 Wahlmänner gibts auch nicht bei 100% Wahlbeteiligung.

      • Danke für die aktualisierten Daten, mir war nicht bewußt, dass da noch nicht das letzte Wort gesprochen war. Ich bleibe trotzdem bei meiner Analyse, Clinton hat niemanden begeistert, die Demokraten sind selbst Schuld.

        Übrigens zählen nicht nur die Millionen Demokraten in Kalifornien nicht, auch die Millionen Republikaner. Warum sollen die zur Wahl gehen? Der Staat geht so oder so mit 100%iger Sicherheit an die Demokraten.

      • Was Kalifornien angeht: Da stand noch nicht einmal mehr ein Republikaner auf dem Wahlzettel für den Senat:

        http://voterguide.sos.ca.gov/en/candidates/us-senate-candidate-statements.htm

        Das wurde durch folgende Verfassungsänderung ermöglicht:

        https://en.wikipedia.org/wiki/California_Proposition_14_%282010%29

        Somit ist Kalifornien, der bevölkerungsreichste Bundesstaat der USA, für die Wahl vollkommen irrelevant geworden. Keiner der beiden Kandidaten hat sich da blicken lassen um Wahlkampf zu veranstalten, da gab es nur Wahlkampf im Fernsehen.

        Ganz ehrlich, in Kalifornien würde ich mir auch überlegen ob ich an dem Dienstag nicht was besseres zu tun habe als meine Zeit in der Schlange vor der Wahlkabine vergeude..

        • Nicht nur Emails an/von John Podesta sondern auch die Emails des DNC. Es geht um den Gesamteindruck. Das DNC hätte den Kandidaten neutral gegenüber stehen sollen, stattdessen kann man anhand der Emails sehen, dass sie auf der Seite der Clinton-Kampagne standen, was aber auch so zu beobachten war, insofern war das mehr eine Bestätigung.

          Die Einstellung gegenüber den Sanders-Leuten in den Emails ist insgesamt negativ. Dazu kommen viele kleine Handlungen: Etwa, dass Ideen, welche Angriffe sich gegen Sanders eignen würden, ausgetauscht wurden. Donna Brazile, aus der Führungsebene des Committee, hat anscheinend Fragen für Debatten vorher an die Clinton-Kampagne weitergeleitet. Und auch sonst wurden Hinweise auf Aktivitäten der Sanders-Kampagne weitergegeben.

          Aber wie gesagt die deutlichste Vorteilsnahme für Clinton war offensichtlich. Das war zum Beispiel die Festlegung von Anzahl und Sendetermin der Debatten, so gewählt, dass Clintons Mitbewerber nur sehr wenig Sichtbarkeit bekommen haben.

  2. Mich wundert das auch total, dass Menschen als “Basket of deplorables” und “White-Trash” (weißer Müll) herabgewürdigt, nicht links, liberal und aufgeklärt wählt. Die müssen echt dumm sein.

    Mal ehrlich, die Demokraten haben es einfach versaut, sie waren zu arrogant, siegessicher und haben sehr offensichtlicht ihr Desinteresse an gewissen Bevölkerungsschichten gezeigt.

    Auch hier die Hörempfehlung zur US-Wahl für “aufgeklärte” Menschen:
    http://www.advdiaboli.de/2016/11/11/hch020-nach-trump/

      • Ah, bei Minute 8 geht es dann mit der Lügenpresse und dem “betrogen und belogen” los, und bei Minute 9 mit der “kognitiven Dissonanz” – liest wohl Fefe, der gute Mann.

        Hast Recht, sollte man wirklich nur “aufgeklärten” empfehlen.

  3. Lieber Linus – dein Trump Statement teile ich nicht. Ich habe beim Aufwachen!Podcast die echt guten Analysen gesehen und gehört.

    Die linke Betrachtungsweise die ihr pflegt, ist mir sehr angenehm, allerdings ist diese erheblich zu kurz gesprungen. Es geht um das Menschenbild das wir alle haben und die “geplatzten Erwartungsblasen” eines jeden Einzelnen – von der du gesagt hast diese nicht mehr erreichbar sind.
    Ich bin 52 Jahre alt und habe in einer mürrischen Gefasstheit, seit etwa 30 Jahren, verfolgt was die Politik für , allerdings eher gegen die Mehrheit der Menschen gemacht hat.
    Die von dir rationale Betrachtungsweise ist etwas die mich echt deprimiert – ich bin in einem Gesprächskreis der NachDenkSeiten und es verfestigt sich bei mir der Frust meine empfundenen Wünsche und Vorschläge rational demokratisch verhandelt werden müssen.
    Ich habe mir Jahrzehntelang angehört , dass meine Empfindungen zu speziell sind und sehr schwer zu verwirklichen sind, und im Zuge dessen zerfallen alle sozialen Errungenschaften die ein wirtschaftlich abgesichertes Leben ermöglichen – es wird alles besser – echt ???
    Gerade habe ich meine Arbeit verloren – ich habe in Norwegen und Island gearbeitet und kam wieder nach Deutschland weil meine Familie krank und alt ist – und nahm mein Recht auf soziale Verhältnisse hinzuweisen :
    1. In Gesprächen mit Kollegen
    2. In Gesprächen mit Passagieren
    3. In einer schriftlichen Stellungnahme an den Chef

    daraufhin bekam der Junior Chef “Bauchschmerzen” und hat mich gekündigt, allerdings auf die Art die mir eine unbeschadete Weise ermöglicht mich in die Hartz Gemeinde einzureihen, was natürlich Unsinn ist, weil Arbeitslose ausreichend gesellschaftlich stigmatisiert sind.

    Was ich damit sagen will, ist das ich die Unzufriedenen absolut verstehe und deren Wut echt berechtigt ist und die “Sprechblasendemokraten” es verdient haben, von ihren Plätzen gejagt zu werden.
    Ich selbst habe mit der Demokratie gebrochen und empfinde mich als politisch interessierter Nichtwähler, das wegen mehrerer Gründe , von denen ich nur den Stärksten beschreiben werde.
    Es ist die kognitive Beeinflussung, welche die Menschen dazu bringt mit einer Ideologie zu leben die sich an einer Fiktion reibt und wenig mit Wirklichkeit zu tun hat.
    Von dieser Position aus, ist die Wahl von Donald Trump für mich ein Symbol was Hoffnung übermittelt. Wie bei Tilo & Stefan in A!156 dargestellt wurde – Trump hat im Vorwahlkampf der Republikaner in der 1. Debatte gesagt , was er machen wird und wie er die Vorwahlen sieht – und JA es war eine Show und die meisten von uns die das gesehen haben haben es nicht verstanden , und die wenigsten reflektieren sich selbst, warum sie es nicht verstanden haben. Wir sitzen in einem Kuschelgefängnis und wollen auch gar nicht raus – eine Feststellung von mir die sich auf Aussagen von “alten Gefährten” gründet , die eine Heirat oder homosexuelles Outing , als einschneidendes Erlebnis beschreiben. GÄÄÄHN !
    Was sind das für Rahmenbedingungen, welche solche Entscheidungen als etwas befreiendes liebendes prägendes gesellschaftlich Wertvolles vermitteln ?
    Es ist eine Schande, das wir alle ein solch beschränkendes Machwerk akzeptieren – es sollte jeder Wunsch und Wille und Empfindung seinen Ausdruck bekommen – was bedeutet denn sonst : Jeder hat das Recht auf freie Entfaltung ?
    Demokratische Prozesse ordnen das Miteinander und beeinflussen die Rahmenbedingungen in keinster Weise.
    So das das Rechts – Links Gebolze echt nichts mit Wandel zu tun hat und genau die selbe Show ist , die Donald Trump ins Präsidentenamt gespült hat . Es war immer der Kampf oben vs unten – und Donald Trump ist gegen die Eliten angetreten und steht nach meinem Empfinden für einen Wandel der starren Rahmenbedingungen.
    Am allerliebsten ist es mir er würde Europa , Russland, Arabien sagen , seht zu wie ihr klarkommt – es wäre echt Zeit .
    JaJa ich weiss – wir haben Angst vor der Apokalypse – anders ohne memetisches Fremdwort : Wir haben Angst vor Aufdeckung .
    Ich bin heilfroh das Killary nicht Präsident geworden ist, so kommen wir um die Flugverbotzone in Syrien und den Ukrainekrieg herum, weil die europäischen NATO(D) Vasallen echt keine Kraft haben, diese Kraftlosigkeit ist zwar bedauerlich, aber jetzt durchaus gut. Ihr seht doch auch das die NATO , fast genau die Situation von 1939 herbei geführt hat , nur das die Polen jetzt mit dabei sind. Mir macht das Angst und das weniger als Russland mir Angst macht.

    Ihr beim CCC habt so gute Leute, Redner und Beiträge und pflegt trotzdem diesen linken Pessimismus , das ist es doch nicht, oder ?
    Warum hat ein Mann wie Gunter Dueck so wenig Support, das er sich in dieser Sisyphos Arbeit des Wandels und Innovationsanwendung abrackert und echt nur wirtschaftliche Gründe angeführt werden um noch den letzten Tropfen aus der Orange genannt BIP zu pressen.
    Die Geschichte von den Mäusen die Prof. Dueck erzählt, ist haargenau das was die “westliche Wertegemeinschaft” tut . Siehe Ukraine , Putsch – Wirtschaftsförderung / IWF Hilfe – US Firmen samt Vizepräsidentensohn – Fracking & Monsanto – WIR WOLLEN KÄSE !
    Und dazu das Clinton Gebabbel von der Allianz der Demokraten , als ob der Westen ausser Willkür und Unterschlagung etwas zu bieten hat .
    Und wir empathische Menschen unsere guten Taten als reine Privatveranstaltung abfeiern – ich bin echt wütend auf diese Ideologie das wir ein Feindbild brauchen sollen und da steckt ihr auch drin .
    Ich wünsche uns allen, das wir es hinbekommen diese Links – Rechts Ideologie überwinden und das Spielfeld zu verlassen und uns endlich um Herzenswärme und Empathie kümmern und in die Welt bringen. Ich habe es bisher nie geschafft mein gefühltes Menschenbild zu leben und bin gefangen in den Fesseln des kleineren Übels , wenn es Menschen gibt die da auch raus wollen freue ich mich und können mich gerne kontaktieren !
    DANKE

    • Lieber Gerald,

      zunächst einmal vielen Dank für deine ausführliche Schilderung. Wenn du meine politischen Äußerungen verfolgst, weißt du dass ich mir über die gesellschaftliche Situation, die du mit vielen teilst, sehr genau im Klaren bin.

      Wenn ich mir darüber Gedanken mache, dann suche ich nach Lösungen des Problems, in das unsere Gesellschaft jetzt schon steckt, und das noch sehr viel größer werden wird.

      Natürlich ist auch richtig, dass die Regierungen der letzten 20-30 Jahre die Politikverdrossenheit heraufgezogen haben, die jetzt in diesen Entwicklungen mündet. Sicherlich wirst du bemerkt haben, dass ich nun wirklich kein Fan dieser Regierungen bin. Nun sagen viele Menschen das, was du schreibst:

      Von dieser Position aus, ist die Wahl von Donald Trump für mich ein Symbol was Hoffnung übermittelt. […] Es war immer der Kampf oben vs unten – und Donald Trump ist gegen die Eliten angetreten und steht nach meinem Empfinden für einen Wandel der starren Rahmenbedingungen.

      In einem Milliardär, der sein Leben lang Menschen gegeneinander ausgespielt und noch nicht einmal Steuern gezahlt hat, und der einer der großen Nutznießer der Globalisierung ist, siehst du nun also den Heilsbringer?

      In diesem Menschen siehst du den Vertreter eines “unten”, das jetzt dem “oben” den Marsch bläst?

      Wenn diese “politische Entwicklung” dir eine Hoffnung gibt, dann frage ich mich ernsthaft: Worauf?

      – Linus

      • Lieber Linus,

        Vielen Dank für deine freundliche Antwort, ich habe nach eurem Podcast , dein Interview auf SWR3 gesehen. Leider ist diese Form ja nur für Themenhopping gut , es ist mir aber eine Freude dich zu sehen und deinen einfühlsamen Beschreibungen zuzuhören.

        Zu deiner Frage :
        Wenn diese “politische Entwicklung” dir eine Hoffnung gibt, dann frage ich mich ernsthaft: Worauf?

        In Gesprächen weise ich in letzter Zeit auf die Beeinflussung durch die Medien und in den Darstellungen von Sachverhalten mit lobbynahen Vertretern hin – Beispiel : Institut für neue soziale Marktwirtschaft mit deren medialen Protagonisten .
        Wir mit unserem Gesprächskreis in Kiel, haben einen Vortrag mit Rainer Mausfeld auf die Beine gestellt . Der sich als Professor für kognitive Psychologie und Psychologiegeschichte, der Aufgabe angenommen hat , die Verschleierungstechniken der neoliberalen Schicht aufzudecken und verständlich zu vermitteln und den Interessenten erstmal zu erklären das diese gesellschaftspolitische “Duldungsstarre” induziert wurde.
        Mein Empfinden ist , das es erstmal einer Lösung aus dieser Zwangsjacke von Fragmentierung – Dekontextisierung – Rekontextisierung bedarf – sowas als “politische Entwicklung” zu bezeichnen empfinde ich nicht – mein Privates ist privat .
        Für mich war es ein gutes Zeichen das Donald Trump die Rolle der Medien thematisiert hat und das die Eliten in den USA sich von ihm abgewendet haben – und NEIN – ich sehe ihn nicht als Heilsbringer – eher so als wenn Mehmet Scholl einen 25 m Freistoss in den Winkel setzt , ein paar Tage freuen und weiter geht es.
        Ich empfinde das Handeln von Donald Trump , als starke persönliche Integrität und einen starkes Vertrauen in die Möglichkeiten die Menschen mit Macht haben. Er war der Einzige der sich gegen die Abschaffung von Obama Care ausgesprochen hat , was ihm während der Debatte ein Pfeifkonzert einbrachte. Ich halte es sogar für möglich das er Obama Care auf europäischen Standart stellt , etwas was Obama sich nach zermürbenden Debatten nicht getraut hat und zudem die letzten 1,5 Jahre nur noch mit Executive Orders regiert hat .
        Das ist ausdrücklich keine Verteidigung von der Person Trump von mir , sondern ein Gefühl wie diese entsetzlich brutale Schräge wieder in Balance kommen kann .

        Wenn ich die politische Zukunft beschreiben soll , habe ich die vage Idee , es nach Vorbild der isländischen Demokratie zu versuchen , zumal eine Demokratie wie sie hier im westlichen Wertekonsens gemacht wird , gar nicht funktionsfähig ist. Ich mag das darwinistische Prinzip der Bedeutungsauslegung nicht , weil es zwangsläufig dazu führt die schlechtesten Seiten des Menschen hervorzulocken (Guantanamo, Abu Graib, Murat Kurnaz usw.) Die Nazi´s hatten den Führerbefehl – und heute ist es Sachzwang und Alternativlosigkeit und Kollateralschäden und verantwortliche Mörder werden hoch befördert . Überall Unschuldige im Dienste einer wichtigen Angelegenheit. Sorry ich scheife ab.

        Demokratie nach isländischem Vorbild, erwachsen aus der Ting Versammlungstradition , (den Versammlungsort gibt es heute noch Thingvellir) , mit regionalen Parlamenten und Online Parlamenten für überregionale Angelegenheiten .

        Allerdings ist der subjektive Prozess der Selbstreflexion echt wichtig, und so lustig ich deine & Tims Lästereien über x beliebige Themen , Entscheidungen, Aussagen finde, frage ich mich was mich da zum Lachen bringt , ein Vorgang der, bei allen Beiträgen die ich sehe, präsent ist.
        In der Native People Phase die ich erlebte sagten wir : Sehen was wirkt.
        Ich erinnere mich das die Piraten auch diesen Ansatz verfolgten, allerdings halte ich Henry Kissinger für einen schlechten Ratgeber und so mussten die Piraten dafür bezahlen und Gunter Dueck sagte sie müssen 20 Jahre weiterwühlen, bis sie Wirkung für ihre Standpunkte erreichen.
        Das was ich beschreibe ist eine lose Idee , wenn ich Panik oder Wut habe , bin ich auf der “Selbstversorgeragenda” – Leopold Kohr , österreichischer Philosoph schrieb ein Buch über die Kraft des Kleinen und die Macht der Entschleunigung – wo er sagte das eine Regierungsform in der LAGE SEIN MUSS die Menschen die in der Form leben ohne fremde Hilfe in den menschlichen Grundbedürfnissen zu versorgen – davon sind wir hier meilenweit entfernt , wir ballern alles raus , damit man uns ja lieb hat – auch ein Schiefstand der uns und unserem Empfinden nicht gut tut.

        Norweger die ich kenne und mag haben gesagt : Im Ausland ist es schön , je weiter wir südlich fahren um so billiger wird es , erst kommt Schweden , dann Dänemark und dann , ja dann kommt Deutschland . Also ganz ehrlich, das meinen sie nicht als Lob.

        Diese politische Entwicklung, weckt in mir die Hoffnung, das sich interessierte Menschen aufmachen, für sich und hilfsbereite / lose Menschen Lebensfelder zu schaffen und auf sich selbst zu vertrauen und nicht das Geschehen in der Welt als Geschäft wahrzunehmen .

        Erstmal bis hierhin
        LG
        Gerald

      • Von Anfang war Linus’ Einschätzung zu Trump erstmal auch die meine. Kurz: Trump als Potus geht nicht nur nicht, sondern ist eine globale Katastrophe.

        Aber: In der Wahlnacht und den ersten Tagen danach sah sich meine Meinung manches Mal gewissermaßen einem Glücksgefühl gegenüber, dass Clinton verloren und mit Trumps Wahlsieg eine Revolution begonnen hatte.

        Den Aufwachen-Podcast habe ich auch gehört. Er wirkte sehr verführerisch auf mich, dass Trump doch gar nicht der unberechenbare Polterer sei, als den ihn die Mainstream-Medien dargestellt hätten und immer noch tun würden. Ich kam tatsächlich für ca. 24 Stunden ins Grübeln, ob ich meine Einschätzung zu Trump revidieren müsste.

        Inzwischen ist diese aber sehr gefestigt: Trump ist der gefährlichste US-Präsident ever!

        Dafür ausschlaggebend sind für mich die ersten Handlungen des President-elected, insbesondere die Zusammenstellung seines Stabes aus bekannten Faschisten, Kriegstreibern und Ultrakonservativen. Da kann alles bei rauskommen, aber garantiert nichts Gutes!

        Thilo Jung habe ich wegen seines Jung-und-Naiv-Channels bisher sehr geschätzt. Aber der letzte Aufwachen-Podcast war im besten Fall ein gewaltiger Fehltritt (Trump-Verharmlosung), oder im worst case ein Coming-Out als Faschisten-Sympathisant. Die Zukunft wird es zeigen. Jedenfalls sollte man – auch von jungen und naiven – Medien die eigene Medienkompetenz nicht einlullen lassen.

        Vor 2 Monaten habe ich die behördliche Empfehlung ,sich einen Trinkwasservorrat anzulegen, noch als reine Panikmache gesehen. Trump hat das jetzt geändert.

        Er wird definitiv US-Präsident, platziert eine üble Gesellschaft in Schlüsselpositionen und wird seine Macht zum Leidwesen vieler Menschen garantiert ausschöpfen. Krieg und massenhafte Unterdrückung in USA und auch im sog. Kern-Europa (und überall auf der Welt) ist leider, leider nicht mehr undenkbar.

        Rhetorische Frage: Wozu wird dieses Regime wohl seinen Zugriff auf die NSA-Daten “nutzen”?

        • Wie ich schon schrieb, ich bin nicht der Verteidiger von Donald Trump und respektiere deine Empfindung.

          Zu deiner rhetorischen Frage : Früher hiess es Gott sieht und weiss alles – dann kam Nietzsche und Gott war tot – ich habe keine Ahnung wieviele Menschen das in Deutschland glauben – allerdings ist es für die Kontrolleure nicht gut und so kam die NSA. Und was die machen ist Kontrolle und Bestrafen nach Metadaten also willkürlicher Mord und die Sprachregelung erlaubt nicht das zu sagen .
          Und es ist echt einfach : Die meisten von den Menschen akzeptieren Selbstverteidigung – das die transatlantischen Strategen, nur für die Militärs, erweitert haben, ist etwas was wir nur vermuten können, allerdings gibt es die Praxis der USA in jedem “Partnerland” riesige Stützpunkte zu bauen, bezieht sich eindeutig auf die Selbstverteidigungsstrategie und es gibt noch die Aussage von Horst Köhler , die wir minderseitlich kennen, von der Selbstverteidigung von Israel nicht erst zu sprechen. Alle diese Aggressivität, wird verschleiert und wir können auf klärende Aussagen warten bis wir schwarz sind.
          Dazu noch die Geschäftsidee, das jeder der was aufklärendes veröffentlicht , ach da will einer wieder Geld verdienen. Die Botschaft bleibt unwahrnehmbar, geschweige denn das es Unruhen gibt und dann kommt eine Umfrage wo gesagt wird , Angela Merkel hat 70% Zustimmung.
          Es geht immer im Kreis und die Machtorgane verschärfen wie sie wollen.

          Wegen dieser Entwicklung sage ich, das es echt gut wäre wenn sich viele Menschen an der Hackerethik orientieren, und soweit auch an Völker & Menschenrechten.
          Richtig froh hätte mich Präsident Bernie Sanders gemacht, und Wasser und Nahrung für 10 Tage habe ich schon seit mehreren Jahren , eher sogar 20 Tage , auch ohne Hinweis der Regierung . Arbeitsloser Hamster eben ? und Furcht bereitet mir Gewalt und große Menschenmengen.

  4. Trump fordert illegale Einwanderer abzuschieben, was völlig im Rahmen der Gesetze ist. Die Demokraten sind für illegale Einwanderung, da die Einwanderer und deren Kinder überwiegend Demokraten wählen, und nicht weil sie Mexikander toll sind und Menschenfreunde sind. Außerdem gibt es sanctuary cities, in denen Bundesgesetze zur Einwanderung faktisch nicht durchgesetzt werden. Wenn die Gesetze zur Einwanderung schlecht sind, besteht immer die Möglichkeit, diese zu ändern. Sie selektiv nicht durchzusetzen ist keine Option.

  5. Hi ihr 2.
    Kleine Distortionsfelder entdeckt:
    Sich beklagen, dass Trump gewählt wird um dann herzuleiten, warum es wahrscheinlich ist, dass Trump gewählt wird.
    Auf die Politikverdrossenheit abgehängten Schichten verweisen, um dann festzustellen, dass Wahlen dort schichtenübergreifend intensiv diskutiert werden.
    Das Trump das exzessive Waffenarsenal Obamas vorfindet müsst ihr dann schon Obama vorwerfen.
    Das die Demokraten trotz Sanders gegen die Republikaner verloren haben, müsst ihr den Demokraten vorwerfen.
    Kopf hoch.

    • >Dass Trump das exzessive Waffenarsenal Obamas vorfindet müsst ihr dann schon Obama vorwerfen.
      >Dass die Demokraten trotz Sanders gegen die Republikaner verloren haben, müsst ihr den Demokraten vorwerfen.
      Kopf hoch.

      Ja, ich denke das haben wir auch getan. So war es zumindest gemeint (vielleicht kam es nicht deutlich rüber)

      • Ok, scusy, das waren vorwiegend Linus’ Aussagen. Dann bau den Ärmsten mal wieder auf.
        Mir gehts also ein bischen wie Euch.
        Ich bspw. rege mich so dermassen über diese schwachsinnigen Wahlbetrüger der Demokraten, die ihren eigenen und aussichtsreichsten Kandidaten überhaupt wegmanipuliert haben, dass ich Trump den PolitHack fast schön gegönnt habe.
        Viel Glück. :)

        • Dass Sanders bessere Chancen gegen Trump gehabt hätte halt ich für nicht mehr als eine unbewiesene Behauptung. Ja, es gibt Umfragen aus dem Frühsommer, die so etwas andeuten, aber: Sanders war und ist (bis auf seinen Heimatstaat) wesentlich weniger bekannt als Clinton und Trump; ich halte es für sehr wahrscheinlich, dass seine Umfragewerte wesentlich schlechter geworden würden, wenn sich erstmal herumgesprochen hätte, dass er sich selbst einen “socialist” nennt (ja, auch 25 Jahre nach Ende des kalten Kriegs gibt es in den USA noch eine irrationale Furcht vor diesem Wort). Außerdem hat Clinton Sanders im Vorwahlkampf praktisch nicht angegriffen, weil von vorneherein klar war, dass er keine realistische Chance hatte (und nein, bei der Vorwahl der Demokraten wurde nicht beschissen und sie war auch nicht knapp). D.h. die meisten Wähler hatten zum Zeitpunkt dieser Umfragen noch nie etwas negatives über Sanders gehört. Und das hätte sich sehr schnell geändert, wenn er Kandidat der Demokraten geworden wäre. Laut diesem Artikel http://europe.newsweek.com/myths-cost-democrats-presidential-election-521044 hatten die Republikaner da so einige Dinge im Giftschrank liegen, die zwar rational objektiv betrachtet nicht schlimm sind, die aber im Wahlkampf extrem beschädigend gewesen wären. Man schaue sich zum Vergleich nur einmal an, wie stark sich durch die Nicht-Nachricht, dass das FBI ein paar mehr Mails von Clinton gefunden hat, in den letzten paar Tagen vor der Wahl die Umfragen verändert hatten.

          • Doch, in den Vorwahlen wurde zu Ungunsten von Bernie Sanders beschissen, das haben die Emails von Wikileaks bewiesen. Deswegen musste Debbie Wasserman Schultz, die DNC Vorsitzende auch ihren Hut nehmen.

            Ich gebe dir aber Recht, dass die Chancen von Sanders gegenüber Trump reine Spekulation sind.

          • Sanders hat das Primary und trotz aktiver Sabotage seitens DNC und unter Verzicht massiver Wahlkampfinvests und wohlgesonnener Medien mit 43:55 beendet.
            Aus dem Stand, unbekannt, nearZero Establishment. Mit dem Label “socialist. In Amerika.
            DNC hätte die Angriffsfläche dramatisch reduziert. Das wäre imho die taktik gewesen.

  6. Zur Trump-Wahlanlyse kommt es mir ein wenig so vor als hätte Linus mal etwas genauer bei Rayk Anders zuhören sollen. Er hat ja u.a. gut erläutert warum er z.B. bei YouTube vertreten ist und wo auch gerne mal die Fehler “der Linken” liegen. Grob in der Annahme alle würden sich über die gleichen Medien bilden (ich glaube er hat Zeit und taz genannt). Und dann eben argumentiert man müsse die Leute eben da abholen wo sie sind, eben z.B. auf YouTube oder Facebook.

    So kommt es mir vor allem bei Linus Argumentation so vor als wäre er auch auf dem Standpunkt alle müssten ungefähr den gleichen Bildungsgrad haben, die selben Informationen etc. und so doch auch ganz leicht sehen können was für einem Bullshit sie da aufgesessen sind.

    Das ist nun mal schlichtweg nicht der Fall. Es ist doch z.B. schon lange bekannt das die meisten Deutschen die Tagesschau nicht verstehen. Ebenso dürften die Meisten Logbuch Netzpolitik etc. nicht verstehen.

    Und so falsch es auch ist was Trump oder bei uns AfD und Konsorten verbreiten, sie haben halt begriffen wo man die Leute abholen kann und wie man einfach Informationen vermitteln kann. Auf YouTube waren vor der Wahl fast ausschließlich irgendwelche Trump reden im Trend. Die von Clinton eher selten. Warum nur?

    Wichtig bleibt eben man die Wähler mobilisiert bekommt und wo diese sich austauschen. Und wenn die etablierten Parteien daran scheitern ihre Ziele der Mehrheit zu vermitteln und dann eben dazu kommt das sie ihre Wahlversprechen nicht einhalten (aus welchen Gründen auch immer), dann passiert eben so etwas wie Brexit und Trump und ich gehe mal davon aus wir werden uns bei der kommenden Wahl auch gehörig umgucken.

    Einen passendes Interview gab es dazu auch mal in der Zeit:
    http://www.zeit.de/campus/2016/06/sprache-politiker-hillary-clinton-linguistik-elisabeth-wehling

    Beispiel:
    “ZEIT CAMPUS: … Donald Trump spreche wie ein Viertklässler.

    Wehling: Das war das Ergebnis einer Studie aus unserem Forschungsteam, die das Sprachniveau von Politikern untersucht hat. Trump war auf dem Level eines Grundschülers. Auf den ersten Blick könnte man denken: Ach, der redet für Dumme, wahrscheinlich ist er selbst ein bisschen dumm. Ist er aber nicht.

    ZEIT CAMPUS: Lassen Sie mich raten – alles Strategie?

    Wehling: Ganz genau. Donald Trump benutzt fast nur Wörter der “basic level cognition”. Das sind solche, die wir als Kind als Erste lernen. Zum Beispiel sagt er nicht: Wir werden die Migration aus Mexiko eindämmen, sondern: Wir bauen eine Mauer. Da haben wir sofort ein Bild vor Augen.
    …”

    Bei all der berechtigten Kritik oder auch dem Schock über Brexit, die Trump Wahl, den enormen Zuspruch für die AfD usw. sollte man sich wohl mal die Filterblase ansehen in der man selbst unterwegs ist und aus der heraus man urteilt. Man (da schließe ich mich voll ein) versucht nicht einmal die Gegenseite zu verstehen. Dabei meine ich nicht irgendwelche Extreme a la Nazis, sondern die vielen Leute aus allen Gesellschaftsschichten die plötzlich nach rechts abdriften weil sie sich nur noch dort verstanden fühlen. Die Argumente oder Ängste scheinen da oft so absurd das man sich nicht vorstellen kann die würden bei der Masse ziehen und daher macht man sich darüber lächerlich anstatt den Ernst zu erkennen und versuchen den Menschen mit einfachen Argumenten zu erklären wie und wo sie belogen werden.

    Zum Verständnis oder zumindest dem Versuch den Dialog zu suchen gab es einen interessanten Bericht in der Zeit(? Quelle gerade abhanden gekommen). Da erzählte eine Schülerin aus Berlin von ihrem Auslandsaufenthalt während der Wahl in den USA. Sie landetet nicht in einer Großstadt, wie erhofft, sondern in einer eher ländlichen Gegend. Eher streng katholisch geprägt und Trump zugeneigt. Das konnte sie als liberale Berlinerin erst auch nicht verstehen und akzeptieren, musste dann aber mit der Zeit erkennen das es mitnichten dumme Menschen sind bei denen sie da gelandet war. Sie hat einfach nie zugehört sondern nur von ihrer Position heraus argumentiert. Bis ein Lehrer direkt in einer Diskussion im Unterricht etwas sagte wie “du hörst uns nie zu”.

    Und ich glaube genau das machen wir alle nicht und kanzeln alles nur von oben herab direkt ab und sind dann schockiert.

    Wie Linus aber auch schön gesagt hat: mir tun die Leute auch jetzt schon leid die dann enttäuscht werden.

  7. Um dem US-Wahl depri Endzeit negativ overkill entgegenzuwirken hätte/könnte man hinweisen (können) auf die “Spendenrekorde in den USA: Die Zivilgesellschaft wappnet sich gegen Trump” https://netzpolitik.org/2016/spendenrekorde-in-den-usa-die-zivilgesellschaft-wappnet-sich-gegen-trump/

    Zur Trump(wahl)analyse empfehle ich den aufwachen podcast 155 und 156.

    Zu Trumps Mauerbau gibt es ein erstaunliches Video: https://www.youtube.com/watch?v=Q__bSi5rBlw (“M.A.M.O.N. (Monitor Against Mexicans Over Nationwide) is a satirical fantasy sci-fi shortfilm that explores with black humor and lots of VFX the outrageous consequences of Donald Trump´s plan of banning immigration and building an enormous wall on the Mexico – US border.”)

    Zu Reaktionen der deutschen Bundesregierung auf die Wahl von Trump empfehle ich die Bundespressekonferenz (BPK) mit dem Zitat des Sprechers vom Auswärtigen Amt der sinngemäß sagt, dass für die Bundesregierung nicht relevant ist, was Trump gesagt hat, sondern nur was er machen wird: https://youtu.be/mCOKooRJ7eg?t=1m48s

    Un wem auch mit Blick auf Deutschland (noch) schlecht(er) werden will kann sich anschauen “de Maizière: Cyber-Sicherheitsstrategie der Bundesregierung – Komplette BPK vom 9. November 2016 ” https://www.youtube.com/watch?v=Fkg9FcBF0nc

    btw: 2017 ist Bundestagswahl. Eine ausführliche Analyse der netzpolitischen & co Agenda der bei der Bundestagswahl vertretenen Parteien fänd ich gut. Gerne auch emotional, mit Fokus auf positives, mit versch. Gästen.

  8. Wenn das Geträne bezüglich Trump sich beruhigt, reden wir über die Linke, ja?

    Die Zahlen haben da eine bittere Botschaft: hautfarbenneutraler altersneutraler gendergerecheter Hass auf weisse alte Männer ist überraschenderweise nicht mehrheitsfähig.

    Schon nach der Vorwahl war klar wie das ausgeht, ein großer Teil der großer Teil der Demokraten wollte keine Hillary nur um einen Trump zu verhindern, auch das ist Demokratie.

    Wenn unser Thema weiterhin die unmoralische Rechte ist, können wir uns gemütlich in eine zweite Amtszeit*x dieses Trottels gendern.

    • Nun werden Leute als Rassisten/Populisten/Faschisten bezeichnet wird. Ist es so, dass sie damals Hippies (durch eine Medienkampagne als Kiffer herabgewürdigt) oder Kommunisten genannt worden wären? Facebook muss die rechten Fake-News löschen, aber die Lügenpresse bleibt! Und ja, es gibt sie tatsächlich: Der Mangel, eine andere Geschichte als die eigene vorgefertigte zu erzählen, der Narzissmus, mit dem belehrt wird und Aufklärungsarbeit geleistet wird, zeigen, dass es kein Journalismus mehr ist. Die Podesta-und DNC-Emails haben das Geflecht zwischen den Mainstream-Medien (insbes. CNN) und Clinton gezeigt: Es wurden Fragen des Fernsehduells vorab mitgeteilt bzw. gemeinsam formuliert.

      Kann überhaupt mal jemand von der Antifa definieren, was ein Faschist ist? Fanatismus produzieren offenbar die “anderen”. Imperialismus, Führerkult, antidemokratisch (Er hat die Wahl gewonnen)? Kontrolle des Staates über die Wirtschaft? Er ist doch selbst Unternehmer! Eingriff in Medien und Kommunikation? Er kann nicht mehr Schaden anrichten, höchstens ein paar Blasen platzen lassen!

  9. Abgesehen von persönlichen (d.h. postfaktischen) Angriffen auf Trump, gibt es ja nur zwei Möglichkeiten:

    1. Trump tut was er sagt
    2. Trump tut nicht er sagt

    Im ersten Fall:
    1.1 Außenpolitik “Wir zahlen nicht für Deutschlands Sicherheit!”
    Truppenstationierungen werden verringert, Kriegsverbrechen (Drohnenkrieg) werden beendet oder nicht mehr bei uns begangen.
    Wir müssen selbst Verantwortung übernehmen.
    http://www.zeit.de/2016/48/europa-usa-nato-weltmacht
    1.2 Wirtschaftspolitik “Zölle auf ausländische Waren werden erhöht.”
    Z.b. China ist nicht mehr in der Lage durch Unterdrückung ihrer Bevölkerung, bzw. Marktmanipulationen (Währungsmanipulation und Subvention zur Erlangung von Monopolstellungen), zu billig den amerikanischen Markt zu überschwemmen. Das ist möglicherweise! auch ungünstig für Deutschland und wird auch vielen amerikanischen IT! Konzernen nicht gefallen, da diese hier mit profitieren.
    Die amerikanische Industrie ist wettbewerbsfähiger und kann wieder aufgebaut werden.
    1.3 Innenpolitik “Wir werden eine Mauer bauen, und Mexico wird bezahlen”
    Die Grenzbefestigungen nach Mexico werden weiter ausgebaut, wie unter jedem Präsidenten seit 1993. Wie Mexico bezahlen soll ist fraglich, vielleicht über Zölle? Folgen wie oben.
    Überwachung: Keine Aussage von Trump dazu, aber kann es noch viel schlimmer werden?

    Im zweiten Fall:
    Es ändert sich nichts (Clinton Variante).

  10. @Linus:
    Du sagst genau wie ein Großteil der Politik in Deutschland und Amerika, dass wir die Wirtschaft nicht aufbauen können ohne einen Krieg auszulösen, d.h. wir müssen den Weg (Globalisierung, weltweite Ausbeutung) weitergehen, der so viele (auch Amerikaner) in Armut und Unglück gestürzt hat.

    Deine Alternative ist Bildung, um hochwertige Waren zu exportieren, wie soll das für jedes Land funktionieren ohne den internationalen Wirtschaftskrieg weiter zu befeuern?

    Diese Aussage der Alternativlosigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung muss doch jeden klar denkenden Menschen aufregen und ist, denke ich, der Kern des Problems.

    • Lieber Frank,

      Du sagst genau wie ein Großteil der Politik in Deutschland und Amerika,

      1. Das was danach folgt, sage ich nicht.
      2. Ich sage auch nicht das gleiche wie ein Großteil der Politik in Deutschland und Amerika
      SONDERN: Ich führe deren Logik zu Ende.

      dass wir die Wirtschaft nicht aufbauen können ohne einen Krieg auszulösen

      Nein, ich sage, dass das der Grund für Kriege ist und einer ihrer Effekte: Dass es wieder schon Wachstum gibt. Was ich nicht sage: Dass wir deshalb in den Krieg ziehen sollten.

      d.h. wir müssen den Weg (Globalisierung, weltweite Ausbeutung) weitergehen, der so viele (auch Amerikaner) in Armut und Unglück gestürzt hat.

      Auch das sage ich nicht.

      Ich sage, wie man eine Gesellschaft aufstellen kann, so dass sie in Frieden und Fortschritt und Einklang leben kann und gerade nicht Kriege oder Faschismus verfällt.

      Aber auch das drehst du mir um Mund um…

  11. AUFWACHEN-PODCAST.DE VON TILO JUNG UND STEFAN SCHULZ!

    FÜR ALLE, DIE NOCH IMMER GLAUBEN, DASS DIE TRUMP WAHL EIN DESASTER IST! BITTE BITTE BITTE BITTE! ICH KANN ES NICHT MEHR HÖREN!

    (capslock for cruise control…)

    • ARMES DEUTSCHLAND LÜGENPRESSE!1!!!

      Dass ich hauptberufliche Medienkritiker (oder selbsternannte “Presse-Aussteiger”, die bei der FAZ gekantet wurden) grundsätzlich die maximale Aufmerksamkeit versprechende These vertreten, bis dann irgendwelche CAPS-LOCK Kommentare in Kommentarspalten auftauchen, ist eine Sache.

      Wie die beiden da jetzt die nahezu weltweiten faschistischen Tendenzen verharmlosen (Stefan) oder gerade zu abfeiern (Tilo) eine andere.

      Das kann man sich dann anhören und sich seinen Teil zu denken, oder mit Caps-Lock bewaffnet in den Kreuzzug der Wahrheit ziehen.

      Ehrlich gesagt schaurig, was die beiden für ein Publikum heranziehen.

  12. Ok, jetzt muss ich doch noch ein wenig ausholen.

    Linus und Tim, ich habe manchmal das Gefühl, so sehr ihr mit dem Podcasten eine alternatives Medium pflegt, so sehr sehr steckt ihr trotzdem im Mainstream-Medien-Sumpf fest.

    1. Die Schuld daran, dass Trump gewonnen hat, haben die Demokraten bzw. deren Super Delegates. Wenn die nicht Bernie Sanders wegmanipuliert hätten, hätte Sanders einen Landslide Sieg gegen Trump hingelegt, der seinesgleichen gesucht hätte. Wenn ihr also auf irgendwen sauer seid, dann bitte auf Hillary und die Demokraten.

    2. Trump ist nicht geisteskrank, noch sonst irgendetwas. Er hat ein riesengroßes Ego, keine Frage, aber ansonsten war das eine strategische Meisterleistung so den Sieg zu erringen, wie er es gemacht hat, obwohl wirklich ALLE ALLES UND JEDER von den Meiden, Stars, Politiker (sogar seiner eigenen Partei) gegen Ihn Stunk gemacht haben. Hillary Clinton hat pro Tag 30 Millionen US Dollar ausgegeben für ihren Wahlkampf und trotzdem hat ein wahrscheinlich “nur” Multimillionär sie aus eigenen Mitteln geschlagen.

    3. Wenn man einen zweiten Trump, oder die Rechten in Europa verhindern will, dann kann es jetzt wirklich nicht mehr so weiter gehen. Aber das bedeutet nicht, dass ihr jetzt “Double Down” geht und den Mist, der überhaupt erst diese Stimmung hat entstehen lassen, dass ein Trump oder auch ein Brexit gelingen kann, auf 200% weiterfahrt. In dem erstrebenswerten Ziel der Gleichberechtigung und Anti-Diskriminierung habt ihr und haben andere noch viel viel mehr es nicht gemerkt, oder billigend in Kauf genommen, dass gegenläufige Meinungen, die trotz aller ablehnenswerten Inhalte, nicht mehr geäußert werden dürfen und dass Menschen die sie trotzdem äußern verfolgt und ihr Leben zerstört wurde und wird. Donald Trump, der Brexit, die AFD und alle anderen rechten Tendenzen in Europa sind mehr oder weniger das direkte Resultat dieses blinden Hasses von Denjenigen, die angeblich gegen Hass und Diskriminierung kämpfen, aber am Ende auch nur Extremisten, Demagogen und Populisten für eine andere Sache sind. Gamergate und die Figuren die daraus hervorgingen sind z.B. auch ein Paradebeispiel hierfür.

    Aber mal unter uns: Wenn ihr wirklich glaubt, dass Double Down der richtige Weg sei, dann nur zu. Dreht die Spirale schön 4 bis 8 Jahre so weiter, aber wundert euch dann nicht, wenn es dann einfach nur immer immer weiter bergab geht und die Rechten und Konservativen vollends die Macht übernommen haben. IHR, die ihr Freiheitsrechte und Gleichstellung dadurch durchgesetz sehen wollt, indem man andre nicht “enabled”, sondern eine andere Gruppe “disabled”, werdet daran Schuld sein und sonst niemand.

    • Sorry, da gehe ich nicht mit. Den Einsatz für Gerechtigkeit und Gleichheit mit Extremismus gleichzusetzen ist für mich nicht mehr als rechte Propaganda. Hier wird nur versucht, den Spieß umzudrehen und die Schuld der Gegenseite aufzuladen nach dem Motto “du bist ja selbst Schuld, wenn ich Dir auf die Fresse haue, weil du mich ja die ganze Zeit meine Meinung in Zweifel gezogen hast”.

      Das ist genau die Stimmung, die stabile Verhältnisse kippen lässt und mit der man den Rattenfängern auf dem Leim geht. Da gehe ich nicht mit.

      Schuld am Wahlsieg sind primär und vor allem die Leute, die ihn gewählt haben und dann die, die auf Alternativen oder ihr Wahlrecht verzichtet haben. Wer die Verantwortung für die eigene Tat bei den Opfern ablädt handelt in meinen Augen heimtücksich und gefährlich.

      Und verschon mich mit dem Gequatsche von “Mainstream-Medien” (die Presselandschaft ist weder zentral gesteuert noch undivers), “Meinungen dürfen nicht mehr geäußert werden” (nie wurden mehr Meinungen “geäußert” und verbreitet als derzeit) und anderer rechter Propaganda, die den Kampf gegen blinden Hass (gegenüber Frauen, Minderheiten, Ausländer und anderen Gruppen) selbst als “blinden Hass” darstellt.

      Wer sich mit dieser Sprache gemein macht ist schon auf dem Weg ins Aus. Also bitte: Hass runterfahren und die Leute in die Pflicht nehmen, die es sich zu einfach machen. Wir hatten das in Deutschland schon mal, Ergebnis ist bekannt. Brauchen wir nicht noch mal.

      • Und verschon mich mit dem Gequatsche von “Mainstream-Medien” (die Presselandschaft ist weder zentral gesteuert noch undivers)

        An dem Punkt muss ich allerdings widersprechen. Ja, die Presselandschaft ist divers und nicht zentral gesteuert, aber das heißt nicht, dass es keinen Mainstream gibt, der in einigen Bereichen so agiert, als gäbe es eine zentrale Steuerung. “Mainstream-Medien-Sumpf” würde ich mir allerdings nicht zu eigen machen.

        Gerade in den USA gibt es eine sehr enge Verflechtung der Medienlandschaft, besonders die Cable News, mit dem politischen Establishment in Washington. Zum Beispiel über die gute alte Drehtür, regelmäßig werden Insider des Politbetriebs angeheuert. Dabei ist, trotz (und auch wegen) des ewigen Klagens der Republikaner über die linke Presse, das Konsensnarrativ mitte-rechts, nicht ohne Zufall da wo auch Hillary Clinton oder Barack Obama zu verorten sind. Die großen Medienkonzerne gehören zu den Hauptprofiteuren vom spendenfinanzierten Wahlkampf in den USA. Ein sehr großer Anteil der eingesammelten Gelder landet in Form gekaufter Werbeminuten bei ihnen. Das ist ein Beispiel, wo die Anreizstruktur eine gewisse Gleichschaltung des Diskurses bedingt.

      • Man muss auch beachten, dass jedes Medium eine eigene Zielgruppe hat, die man nicht mit unkonsistenten Analysen abschrecken möchte. Es gibt dort keine objektive Berichterstattung.
        Skandal, Empörung, Bilderstecken (u.a. auch “Brüste”) und Recycling-Artikel bringen eben mehr Klicks und damit Werbeeinnahmen. Das kann man auch auf Youtube beobachten: Prank und Brüste: Trash.

        Einsparungen haben dazu geführt, dass Korrespondenten nicht aus den jeweiligen Ländern berichten, sondern in Washington an die vermeintlich wahren (TM) Informationen kommen. Auch hier darf man die Informanten (Geheimdienstquelle) nicht mit differenzierten Artikeln abschrecken, man muss ganz auf Linie (Atlantikbrücke, DAG,…) sein, um an exklusive Infos zu gelangen.

  13. Danke für die Episode, zwei Gedanken dazu:

    1. Bildung als Mittel gegen wirtschaftliche Marginalisierung
    Hätte ich bisher eigentlich auch so gesehen. Nach der Lektüre des für Nicht-Ökonomen wirklich sehr empfehlenswerten Buches “23 Things they don’t tell you about capitalism” von Ha-Joon Chang – sollte man sich kaufen, Testlesen kann man aber hier: https://mafhom.files.wordpress.com/2013/02/23-things-they-dont-tell-you-about-capitalism.pdf – bin ich nicht mehr so sicher.

    Changs Argument (Kapitel 17: More education in itself is not
    going to make a country richer): Mehr Bildung mag zu einem erfüllteren Leben führen, steigert aber nicht unbedingt die Produktivität (und damit den Wohlstand) eines Landes. Die Schweiz hat eines der höchsten pro-Kopf-Einkommen der Welt und gleichzeitig einen deutlich geringeren Anteil an Akademikern als jedes andere Industrieland. Südkorea hatte in den 60er eine deutlich niedrigere Alphabetisierungsrate als Argentinien, hat das südamerikanische Land wirtschaftlich heute aber deutlich abgehängt.

    Seine Begründung: Mehr Bildung führt nicht unbedingt sofort zu mehr und besseren Jobs, sondern erst einmal zu einem Verdrängungswettbewerb (degree inflation). Jobs für die früher ein Hauptschulabschluss genügte, stehen heute vielfach nur noch Menschen mit Abitur offen. Sobald eine gewisse Prozentzahl der Bevölkerung studiert, muss man ebenfalls studieren, um nicht als unqualifiziert zu gelten. Wichtiger als die Bildung einzelner Individuen seien die strukturellen Voraussetzungen einer Volkswirtschaft (Rechtsstaat, Zugang zu Kapital, Forschungsinvestitionen etc.). Die Bringschuld liegt also nicht (nur) auf dem Individuum (Du musst lernen und performen, sonst gehst du unter), sondern (auch) beim Staat (Er muss die Voraussetzungen schaffen, dass meine Anstrengungen nicht sinnlos sind).

    2. Depression/Frustration
    Meine politische Aktivität beschränkt sich darauf, dass ich zur Wahl gehe und mit Freunden diskutiere. Daher fände ich es umso erschreckender, wenn Leute wie ihr sich angesichts aktueller Entwicklungen frustriert abwenden würden. Nicht dass ich es nicht verstehen würde. Das Problem ist die Gegenseite. Leute, die sich von 8 Jahren Obama oder fast 70 Jahren europäischer Einigung nicht entmutigen lassen, sondern monothematisch und fast autistisch liberale Werte untergraben. Typen wie Farage oder der weniger bekannte Danniel Hannan habe jahrzehntelang für den Brexit gearbeitet. Am Anfang hat man sie belacht… Die Geschichte dahinter wurde sehr lesenswert im Guardian aufgeschrieben: https://www.theguardian.com/politics/2016/sep/29/daniel-hannan-the-man-who-brought-you-brexit
    Oder Zyniker wie Ayn Rand, der heute halb Amerika huldigt. Manchmal scheint mir, man müsse seinen Sermon nur oft genug wiederholen, irgendwann hören die Leute schon zu. 200 mal LNP geht da schon in die richtige Richtung. Nicht nachlassen.

    • Mehr Bildung mag zu einem erfüllteren Leben führen, steigert aber nicht unbedingt die Produktivität (und damit den Wohlstand) eines Landes.

      Ein erfüllteres Leben für alle wäre mir schon genug, denn das würde sie davon abhalten, sich in die Steinzeit zurück zu wählen.

      Die Bringschuld liegt also nicht (nur) auf dem Individuum (Du musst lernen und performen, sonst gehst du unter), sondern (auch) beim Staat (Er muss die Voraussetzungen schaffen, dass meine Anstrengungen nicht sinnlos sind).

      Mein Reden.

  14. Eine kleine Anekdote:

    Ich bin großer LNP Fan und möchte Euch herzlich zur 200. Folge gratulieren. Am liebsten wäre ich auch live dabei gewesen. Die Anfahrt von knapp 600 km war mir dann jedoch etwas zu weit.

    Irgendwie hat mich die 200. Folge dann nicht wirklich angesprochen. Diese sehr subjektive Betrachtung erkläre ich mir damit, dass dem Publikum vor Ort eine tolle Show geliefert wurde – und ihr die Chance genutzt habt, um Euch ein bisschen zu feiern. Das ist selbstverständlich nicht nur vollkommen in Ordnung sondern m.E. auch hochverdient!

    Wie auch immer… ich habe LNP 200 dann irgendwann einfach abgebrochen und mir statt dessen auf dem Weg zur Arbeit andere Podcasts angehört. Tim hat da ja einiges gutes im Programm…

    Euren Teil zur 200. Folge hätte ich dann, während meiner heutigen Autofahrt, aus naheliegenden Gründen am liebsten übersprungen. Allerdings habe ich Linus diese Woche auch im SWR (Youtube Channel) gesehen. Als er dann über PINs in Bezug auf Handys gesprochen hat habe ich ein schlechtes gewissen bekommen und meine sehr einfache PIN in eine deutlich komplexere geändert. So hatte ich dann während meiner gesamten Autofahrt keine Chance, eurem Gerede über LNP 200 zu entgehen… Vielen Dank dafür, Linus ;).

    Schön, dass es euch – und scheinbar allen Anwesenden – gefallen hat! Ich freue mich auf viele weitere Folgen LNP und bin euch für euren Einsatz unendlich dankbar.

    • Diese sehr subjektive Betrachtung erkläre ich mir damit, dass dem Publikum vor Ort eine tolle Show geliefert wurde – und ihr die Chance genutzt habt, um Euch ein bisschen zu feiern. Das ist selbstverständlich nicht nur vollkommen in Ordnung sondern m.E. auch hochverdient!

      Ich finde sehr schade, dass dieser Eindruck erweckt wurde. Als Podcast-Hörer beobachte ich bei einigen Podcasts die Tendenz, sich persönlich sehr abzufeiern, und eine Menge irrelevanten Quatsch, den man so erlebt hat zu erzählen. Selbst wenn die Leute das ernsthaft interessieren würde (was ich nicht glaube), habe ich keine Lust auf solche Podcasts.

      Für LNP ist exakt das Gegenteil unser Ziel. Um auch die 200 Folge nicht zu so einem Abfeiern verkommen zu lassen, haben wir viel Vorbereitung investiert, um anderen Menschen bei dieser Gelegenheit eine Bühne zu bieten: Fünf Gäste, Pre-Show mit einem anderen Podcast, etc.

      Am Ende hat hoffentlich niemand (außer vielleicht Henning) weniger Bühne bekommen, um sich darzustellen, als Tim und ich…

      • “Am Ende hat hoffentlich niemand (außer vielleicht Henning) weniger Bühne bekommen, um sich darzustellen, als Tim und ich…”

        Ich komme gerade ein bisschen ins Nachdenken. Mein Formulierung ist glaube ich irreführend gewesen.

        Die Tendenz zum sich selbst Abfeiern sehe ich, genau so wie du, in zahlreichen Podcasts. Allerdings nicht bei LNP. Wenn ich LNP einschalte weiß ich, dass mich Neuigkeiten aus der Netzwelt erwarten, auf die dann detailiert eingegangen wird. Das ist im Endeffekt auch der Grund, warum ich LNP seit einer niedrigen zweistelligen Folgenzahl höre und schätze.

        Als Nutzer eures Engagements habe ich selbstverständlich kein Recht, das dann auch für jede Folge einzufordern. Aber vermutlich ist es vermutlich genau dieser Punkt, weswegen ich von Live-Podcasts selten positiv überrascht bin. Das würde dann auch erklären, warum ich von LNP 100 mit Ströbele extrem begeistert war und von LNP 200 eher mittelmäßig fand.

        Das alles ist natürlich vollkommen OK und erst ein mal mein Problem. Ich bin nämlich auch der Meinung, dass nach 199 tollen Folgen dann auch mal eine 200. dabei sein darf, die für euch und das live Publikum eine tolle Erfahrung ist und mich als Hörer nicht zu 100% mitreißt.
        In jedem Fall vielen Dank für dein Feedback, Linus! Und nochmals vielen Dank für den Einsatz, den ihr (fast) jede Woche bringt!

      • Hallo Linus, Hallo Tim

        Vielen Dank fuer dieses unvergessliche LNP-Geburtstags-Event-Hoerertreffen, bzw fuer euren tollen Podcast insgesamt.

        > Ich finde sehr schade, dass dieser Eindruck erweckt
        > wurde.

        Diesen Eindruck hatte ich gar nicht! Im Gegenteil, ihr beide seid wirklich bescheiden und “auf dem Teppich” geblieben – obwohl ihr relativ bekannt seid.

        Ich habe keinen Hauch von “selbstfeiern” festgestellt – eher ein fast schon unglaeubiges Zweifeln, wie mit dieser Aufmerksamkeit umzugehen ist, und ob ihr euch tatsaechlich wohlfuehlt in dieser – fast schon repraesentativen – Rolle, mehr oder weniger im medialen Mittelpunkt, dieses politischen und gesellschaftlichen Diskurses.

        In LNP201 hast du Linus unglaeubig und scherzhaft gesagt, dass du ueberrascht warst, wie viele Menschen nicht unerheblichen Aufwand betrieben haben(“so doof(?) waren”), um zum LNP Geburtstag zukommen.

        Ich hoere da ein gewisses Unbehagen bezueglich dieser Art von Oeffentlichkeit raus. Das deckt sich auch mit dem, was ich vor Ort beim Livepodcast wahrgenommen habe.

        Nichts desto trotz muss man auch mal nuechtern anerkennen, dass es neben dem regelmaessigen und steten Senden auch besondere Traits eurer beiden Persoenlichkeiten sind, die euch zu adaequaten Moderatoren und z.T. auch glaubhaften Vertretern einer gesellschaftlichen Stroemung machen;

        Ihr balanciert politischen Aktivismus(Aufklaerung von Missstaenden und Spendenaufrufe), Journalismus und Entertainment.

        LNP-200 war wirklich keine aufgesetzte “Show”, sondern mehr oder weniger “nur” eine besondere LNP-Podcastfolge, mit besonders interessanten Gaesten und viel Vorbereitung.

        Ich bin so froh, dass ich dort sein konnte – die 600km waren mir zwar auch erst zu weit, aber dann habe ich noch einen Mitfahrer gefunden, der auch gerne nach Berlin wollte, und irgendwie ist LNP ja auch mein Lieblingspocast.
        Ich bin uebrigends jetzt auch nochmal doppelt froh dort gewesen zu sein, da ich dort ein klein wenig Congressstimmung fuehlen konnte, und ich diese Jahr leider kein Ticket bekommen habe.

        (Ich kanns noch gar nicht fassen… und weiss gar nicht was ich machen soll zwischen Weihnachten und Neujahr)

  15. Zu ca. 42m, “Was glaube ich vollkommen unterschätzt wurde […]”:

    Ich würde aber sagen, man wollte das nicht sehen. Die Sanders-Kampagne war eine linke und glaubwürdigere Kritik des Establishments und genau deshalb hat man sie von Seiten der Mainstream-Medien (zum Begriff siehe meinen anderen Kommentar oben) viel härter bekämpft als Trump, den die Medien eigentlich bis fast zum Schluss nicht Ernst genommen haben. Ein Symbol dafür: Im Vorwahlkampf hat man lieber Trumps leeres Podium gezeigt, als Sanders, der zur gleichen Zeit eine Siegesrede hielt. Gerade am Anfang haben die Medien mit Trump Quote gemacht und ihn wegen seiner lauten, rechten Anhängerschaft hofiert, obwohl die meisten Beteiligten ihn hinter vorgehaltener Hand sicherlich weiterhin für einen Clown hielten. Die Mainstream-Medien haben Donald Trump aus dem gleichen Grund mitaufgebaut, aus dem sie Bernie Sanders abgetan haben, weil sie die Stimmung im Land nicht wahr haben wollten.

    Zu ca. 46m, keine Förderung für Bildung:

    Gerade in den USA gibt es ja durchaus eine breite Förderung mit Studienkrediten. “Trump University” ist das beste Beispiel. Solche zum Teil betrügerischen For Profit-Bildungseinrichtungen sind entstanden, weil die Studenten relativ leicht an Kredite herankommen. Eine Familie, die ihrem Nachwuchs die Gebühren für solche Institutionen ohne Kredit bezahlen kann, fällt eher nicht auf eine solch Masche herein. Das Problem liegt mehr darin, dass die Schulden, die man durch die hohen Gebühren anhäuft, mit der Arbeit, die man auf Basis der Ausbildung bekommen kann, oft nicht (oder jedenfalls nicht in einem akzeptablen Zeitraum) abzahlbar sind.

  16. Einige kleine Korrekturen hätte ich noch:

    Zu ca 48m: “es reicht, dass der Graulich euch ein bisschen was dazu erzählt hat”

    Das stimmt so nicht. Dem Urteil kann man entnehmen, dass die sogenannte “Vertrauensperson” keine ausreichende Lösung ist.

    https://www.bundesverfassungsgericht.de/SharedDocs/Entscheidungen/DE/2016/10/es20161013_2bve000215.html

    [Leitsatz 3] Das aus dem Beweiserhebungsrecht des Untersuchungsausschusses grundsätzlich folgende Recht auf Vorlage der NSA-Selektorenlisten ist nicht durch die Einsetzung der sachverständigen Vertrauensperson und deren gutachterliche Stellungnahme erfüllt.

    Und dann nochmal ausgeführt (meine Hervorhebung):

    Die sachverständige Vertrauensperson handelte nicht als Hilfsorgan des Untersuchungsausschusses.

    Das Untersuchungsausschussgesetz kennt die Konstruktion der sachverständigen Vertrauensperson nicht. […] Der Untersuchungsausschuss muss letztlich selbst eine abschließende, umfassende Beweiserhebung und Beweiswürdigung vornehmen.

    Dies war bei der Einsetzung der sachverständigen Vertrauensperson nicht gewährleistet. […] Die sachverständige Vertrauensperson hat eine eigene inhaltliche Interpretation und rechtliche Bewertung der NSA-Selektorenlisten vorgenommen. Da aber eine Delegation der Erfüllung des Untersuchungsauftrags an die sachverständige Vertrauensperson ausscheidet, ist ihr Bericht den Antragsgegnern zuzurechnen und kommt einer Auskunft der Antragsgegner zu den vom Untersuchungsausschuss im Beschluss […] gestellten Fragen gleich.

    Zu ca. 1h55m:

    Ingrid Isgren ist nur eine Stellvertreterin. Es war Marianne Ny, die damals den Haftbefehl ausgestellt hat.

    Zu ca 2h16m: “Donald Trump ist der beliebteste Politiker der USA nach den jüngsten Umfragen”

    Das kann man nun wirklich nicht sagen. Donald Trump ist vielleicht sogar der zum Zeitpunkt der Wahl unbeliebteste Politiker, der jemals die Präsidentschaft gewonnen hat.

    http://www.gallup.com/poll/197576/trump-favorability-trails-presidents-elect.aspx

  17. Zur von Linus angesprochenen mangelnen Chancengleichheit kam vor nicht allzu langer Zeit eine Reportage: http://www.ardmediathek.de/tv/Doku-ONE/Die-Illusion-der-Chancengleichheit/ONE/Video?bcastId=13980890&documentId=37703386

    Just in case, dass das wer nicht nachvollziehen kann.

    Glückwunsch zur LNP200 auch von mir, den ursprünglichen Termin hätte ich wahrnehmen können, so hab ich’s mal wieder nicht geschafft, ins Delphi zu kommen, obwohl ich da weniger als ‘ne halbe Mate-Länge hinbräuchte.

    *d

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.