LNP217 Märchen aus dem Cyberwald

Feedback — StreamOn — Bundestagsnetz — Google Ads — Reisepass-Entschärfung — Informatik-Bildungsplan BaWü — VDS — Termine

Neben einer Menge Feedback zur letzten Sendung stehen vor allem noch einmal die StreamOn-Pläne der Deutschen Telekom im Mittelpunkt, die vermutlich gegen die Netzneutralitäts-Richtlinien verstossen und auch darüberhinaus der allgemeinen Telekommunikations-Infrastruktur wenig zuträglich sind. Wir blicken dazu auf die Sicherheit des Bundestagsnetzes, die Probleme mit Googles Ad-Programm, Informatik-Initiativen für die Schule in Baden-Württemberg und verkünden einen Termin.

Dauer: 1:55:46

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Feedback

Cybermarsch!

Deklaration für die Meinungsfreiheit

StreamON

Bundestagsnetz

Probleme mit Google Ads

Reisepass al dente

Informatik-Bildungsplan BaWü

Kein Eilverfahren gegen Vorratsdatenspeicherung

Termine

36 Gedanken zu „LNP217 Märchen aus dem Cyberwald

  1. Die Telekom ist schon ein Grundübel. Ich reise seit 7 Jahren nach Finnland. Für 30€ bekomme ich eine Prepaid Karte mit unlimitiertem Volumen für 30 Tage. 32Mbit 4G. Upload 10Mbit. Die deutsche Telekom müsste einfach die Volumenbeschränkung abschaffen. Generell, ist es an der Zeit die Willkühr der Telcos zu beschränken.

    • Volumenbeschränkung hat die Telekom im höchsten (rechts unten) Tarif abgeschafft. Nur kostet der Tarif 199€ pro Monat. Das ist natürlich viel zu viel. Aber so lange sich die Kühe melken lassen…früher Klingeltöne und SMS, jetzt Datenvolumina. Sehr Schlimm.
      Ich Finde es aber immerhin positiv, dass man nun wenigstens einen Tarif hat, der keine Beschränkung hat auch wenn dieser viel zu teuer für den normalen Geldbeutel ist. Für die Hälfte wäre es zu überlegen.

  2. Ein Verdacht bezgl. “Cyberabwehr”.
    Sieht man sich unsere Freunde in der Politik an und die Maxim nach der sie bisher handelten passt sowas innovatives wie “Cyberabwehr” überhaupt nicht ins Bild. Oder warum grade die Bundeswehr das erledigen soll und nicht der BND, also ein Geheimdienst wo man sowas Sicherheitsrelevantes doch eher erwarten würde als bei unseren Stoppelhopsern in Flecktarn.

    Was aber ins Bild passt, ein Ressort in der Bundeswehr schaffen das sozusagen als Überflussbecken die zukünftigen zig Millionen Euro die wir als NATO Mitglied bald in die Verteidigung stecken müssen, aufzufangen. Damit wir die Heide nicht mit Leopards zuparken/die Ostsee aufgrund unserer U-Boote trockenen Fußes überqueren können. So hat man dann die Beinfreiheit die Millionen in etliche Projekte, reale oder nur auf den Papier existierende zu verrechnen ohne das unsere Nachbarn in Ost und West Aufgrund unseres Arsenals kalte Füße bekommen. Und die USA kann dann auch nichts mehr sagen. Jedenfalls nicht offiziel.

  3. Kleine Anmerkung: Bei den O2 Free-Tarifen wird nach Verbrauch des High-Speed-Datenvolumens auf 1 MBit gedrosselt. Allerdings geht dies einher mit dem Wegfall des LTE-Zugriffs für den Rest des Abrechnungszeitraumes. Die 1 MBit stehen also nur per 3G/2G zur Verfügung.

    • Ja, stimmt. Ich finde das aber wenigstens erträglicher, mit bis zu 1MB zu surfen, als mit der Drosselung der anderen Telcos.
      Das waren ein Grund, meinen Vertrag zu kündigen und zu O2 zu gehen. Die Netzabdeckung ist in meiner Stadt auch gut, so dass ich keine Einbußen zu verzeichnen habe.

  4. Hallo,
    zu Informatik in Klasse 7 in BW:
    Die Klassen können von den Schulen halbiert werden, also in zwei kleinen Gruppen unterrichtet werden, z.B. damit jedes Kind einen eigenen Rechner zum Arbeiten haben kann. Wobei das in Klasse 7 bei vielen Themen nicht nötig ist (und wobei es auch dazu führt, dass die Gruppen in anderen Fächern / Angeboten größer sein werden).

  5. Zum Thema USB im Bundestag habe ich zu vermelden: Die Nutzung von USB ist oft die praktischste Lösung, die sie haben. Ich habe vor 2 Jahren ein Praktikum im Bundestag gemacht und habe das direkt mitbekommen: “Wir haben heute viele Fotos gemacht von der Besuchergruppe, hol mal von Saturn nen USB-Stick, kopier die Bilder drauf und schick ihn per Post ins Kreisbüro!”

    Der Wahlkreis ist über 600km entfernt und das Büro entsprechend schlecht angebunden, das war tatsächlich die schnellste Möglichkeit, einen Stapel Bilder zu verschicken. (Das BTG-Netz war übrigens damals schon gut angebunden, 100Mbit/s synchron sind an dem Arbeitsplatz rausgekommen).

    Ein weiterer Punkt ist, dass die viel erhackten E-Mail-Server offen stehen für alle. Zumindest 2015 gab es nocj kein WiFi-VPN im Bundestag, die Abgeordneten-iPads und die Mitarbeiter im Kreis, die über “vorname.nachname.XX@bundestag.de” erreichbar sind, müssen also irgendwie anders die E-Mails erreichen..

    (Das war alles zu parlakom 7-Zeiten, ich weiß nicht, wie es inzwischen auszieht..)

  6. zum google ad problem: da sieht man mal wieder was man von unregulierten märkten hat: auch da trifft die marx’sche analyse voll zu. unregulierte märkte tendieren dazu sich zu oligopol-märkten zu entwickeln und letztlich versuchen die player sich in richtung monopol zu entwickeln. und man kann es ihnen nicht mal unbedingt vorwerfen denn der wettbewerb kehrt sie sonst möglicherweise raus. traurig. wer soll denn da regulativ wirken?

  7. Zur Bundeswehr:
    Meine persönliche Erfahrungen mit Leuten, die gedient haben und/oder sich verpflichtet haben, haben ein nicht vorhandenes Bekenntnis zur FDGO zu Tage befördert. Meine Testfrage ist immer, wie man zur Bombardierung Unschuldiger steht. Standartantwort: ‘Wenn mir das gesagt wird, dann mache ich das.’ Das Menschen sowas wie ein Recht auf Leben haben (oder andere Grundrechte), bedenkt jedenfalls von meinen Bekanntschaften – einige in Offiziersausbildung oder Offiziere – keiner. Und vom Oberst Klein haben sie auch noch nichts gehört…^^ Vielleicht hatte ich Pech mit meiner Stichgruppe, aber die Herren wollten sich allesamt das selbstständige Denken abnehmen lassen (falls sie dafür Begabung hatten) und eine feste Anstellung.
    Weiterhin möchte ich auf die hervorragenden Leistungen des MAD / der Bundeswehr beim Umgang mit Uwe Mundlos verweisen, bevor er Teil des NSU wurde: Der MAD versuchte ihn als V-Mann abwerben wegen (!) seiner rechten Einstellung. Und “(t)rotz seiner verfassungsfeindlichen Gesinnung wurde Mundlos von der Bundeswehr zum Gefreiten und nach seinem Ausscheiden zum Obergefreiten befördert.” (https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_Mundlos#Wehrdienst_und_MAD-Kontakt)
    Falls das noch nicht reicht, kann man sich ja einmal einen Nachmittag Zeit nehmen und die lange Liste der Anschläge recherchieren, bei denen Sprengstoff aus Bundeswehrbeständen verwendet wurde. In Anbetracht der Häufung der Vorfälle stellt sich schon die Frage, wie es sein kann, dass der Bundeswehr so oft Sprengstoff “wegkommt” und in den Händen von Waffenhändlern (nette Anekdote hier: http://www.lz.de/lippe/schlangen/21692189_Prozess-Vater-versteckte-Waffen-und-Munition-im-Zimmer-seiner-Kinder.html) oder Gewalttätern (aus dem rechten Spektrum) wieder auftaucht.

    • Keine Ahnung haben aber erstmal 100000 Menschen in den Dreck ziehen wollen. Möcht nicht wissen woran du denkst wenn du was mit deinem Buttermesser schneidest… mit so einem verqueren Welt und Menschenbild in der Rübe. Frohe Ostern. Und bitte nicht die Kinder erschrecken. ;)

    • Wow Obergefreiter da war der Mundlos ja kurz vorm Generalinspekteur, da sind wir ja nochmal knapp dem ultimativen Terror entkommen.

  8. Zur Deep Packet Inspection:
    > Linus: Ist der Port nicht teil des Headers?

    Ja und nein. Der Port ist Teil des TCP-Headers und nicht des IP-Headers (d.h. steht innerhalb der IP-Nutzdaten). Der Provider muss sich den Datenstrom (in einem komplett neutralen Netz) maximal auf IP-Ebene angucken.

    • Vielen Dank für den Nachschub, macht Sinn!
      Logisch, weil der Port auf dem Client sofort eine Rolle spielt, beim Routing aber natürlich nicht.

  9. Zu Stream On:
    Time Unverständnis warum Youtube mitmacht kann ich gar nicht verstehen. Youtube ist mehr daran interessiert das die Videos laufen als in welcher Qualität sie laufen, besonders da 480p ja gerade noch geht auf Mobilgeräten der werberelevanten Zielgruppe.

    Weiter forderte Tim das die Telekom einfach Ausbauen sollen und dann entsprechend Tarife anbieten die unbegrenzte Daten haben. Haben sie ja für 199€ und selbst wenn es halb oder viertel so teuer wäre, gibt es Menschen die andre Technische Anforderungen & Prioritäten als Tim und das nicht zahlen wollen. Dieser sind vielleicht mit Stream On zufrieden.
    Allein das zeigt für mich das ganze Problem. Sollte StreamOn den Regeln der derzeitigen Netzneutralität entsprechen, ist es ein valides Angebot am Markt und der Kunde kann sich aussuchen ob er es annimmt. Trotzdem kommen jetzt wieder alle Netzaktivisten auf den Plan und Kämpfe für die Ultimative Netzneutralität ohne Kompromisse. Dabei interessiert 80% der Netzteilnehmer am Ende des Tages und auch dazwischen das das Video läuft.

    Ich empfehle den Netzaktivsten vielleicht auch mal kompromissbereiter zu sein, mit dem Ziel die Situation für alle stetig zu verbessern und nicht gleich immer Maximalforderungen durchboxen zu wollen, die dann insgesamt zu Stillstand führen.

    • Lass Dich nicht verarschen. Warum schaffen es denn nahezu alle anderen technisch gut entwickelten Länder, viel höhere monatliche mobile Bandbreiten zu verkaufen für deutlich niedrigere Preise?

      199 EUR für eine Flatrate ist allein schon deshalb eine Frechheit, weil die Telekom ja auch Tarife im Angebot hat, wo man für 5 EUR am Tag unbegrenztes Volumen freischalten kann.

      Wenn wir aber solche diskriminierenden Drosseltarife durchgehen lassen wird sich daran auch wenig ändern. Der sogenannte “freie Markt” hat in Deutschland deutlich zu wenig Dynamik und die Telekom kann solche Tarife auch nur mit ihrer Marktbeherrschenden Gesamtinfrastruktur durchdrücken.

      • Naja Die Tagsflatrates sind im Februar am günstigsten mit 167€ allerdings gilt das dann nur fürs Inland. Der XL Tarif gilt ebenfalls im EU Ausland.

        Ich weis nicht was bei der Telekom die Marktbeherrschende Gesamtinfrastruktur beinhaltetet aber die anderen Anbieter sind ja auch nicht Größenordnungen besser, also gehe ich davon aus dass es entweder nicht so einfach ist für den Deutschen Markt diese Tarife anzubieten oder eine riesige Verschwörung liegt vor.

        Ich finde das StreamOn ein guter Start ist von da an können sich einige Vorteile für den Kunden ergeben.

      • Naja, wichtig ist doch, DASS erstmal jemand anfängt eine Flatrate anzubieten – egal wie beschissen die in Bezug auf Netzneutralität ist, egal wie teuer oder wie gedrosselt die ist… Es muss der Anfang gemacht werden, dann kommt der Stein ins Rollen (siehe mein Kommentar unten) – den Rest regelt der Markt.

        Wir können da jetzt mit den Füßen auf den Boden stampfen und uns drüber aufregen, wohlmöglich Verfassungsklage einreichen und sogar damit durchkommen…

        Aber einer echten Flatrate kommen wir damit nicht näher.

  10. Zum neuen DTAG-Tarif:
    So kritisch man das aus Sicht der Netzneutralität aus sehen kann: Ich sehe das trotzdem mittlerweile postiv, denn ich glaube der Tarif wird uns mittelfristig ECHTE, mobile Flatrates bescheren (auf die man ja schon lange wartet).

    Denn was wird passieren…
    – anderen Anbieter werden hier nachziehen und ähnliche Tarife anbieten (müssen)
    – Preise werden sinken
    – auch hier wird ein Wettbewerb entstehen
    – Irgendeiner wird damit werben “Bei uns jetzt auch in HD”
    – die Drossel fällt weg
    …und der Schritt zur echten Flatrate ist dann nicht mehr weit. Und dann wird auch niemand mehr nach Netzneutralität fragen.

    Denn machen wir uns nix vor. Der Hautptraffic im Netz ist nunmal Video. Und so negativ man das sehen kann… Wenn da nicht irgendeiner gegen klagt, wird das ganze positive Auswirkungen für die Netzwelt haben.

    Für mich selber ist der Tarif ziemlich genial. Bin viel unterwegs und es ist nicht sooo selten, dass man im Hotel das WLan entweder einfach vergessen kann, oder die Preise so exorbitant sind, dass es sich nicht lohnt (ist auch mal einen Rant wert).

  11. Lieges Logbuch Team,
    Mein Name ist Toni Matzdorf, 23 Jahre alt und studiere in Potsdam Informationswissenschaften.Ich hoffe das einer von euch diesen Kommentar zum lesen bekommt :-)Ich möchte euch einfach mal für eure wöchentliche Sendung ein großes Danke sagen. Ihr seit neben dem CCC, der Lage der Nation meine wöchentliche Podcast Dosis und ich finde die Arbeit die ihr leistet einfach toll. Durch mein Studium und auch so interessiere ich mich sehr für die aktullen Computer, Internet, Politthemen und freue mich einem so kompetenten Team zu hören zu können :-) Egal ob in der Bahn, auf dem Weg zur Uni oder zum einschlafen, in all diesen Situationen lasse ich mich gerne von euch zum Nachdenken und zum Diskutieren anregen. Macht bitte weiter so tolle Sendungen :-)
    Mit lieben Gruß
    Toni

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