LNP229 Deine Sandburg ist auf Sand gebaut

Feedback — BND vs. Tor — Zitis — Wahlkampf — linksunten-Verbot — Cloudflare vs. Daily Stormer — Termine

Nach dem Spezial in der letzten Woche geht es jetzt wieder in den normalen Modus über und wir präsentieren wieder wie gewohnt unsere Reflektionen über die jüngsten, relevanten Ereignisse, Nachrichten und Debatten. Leider weitgehend schlechte Nachrichten, aber das kennt ihr ja.

Dauer: 1:54:53

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Feedback

BND vs. Tor

Zitis-Eröffnung

Wahlkampf

linksunten-Verbot

Cloudflare und Daily Stormer

Termine

Bonus Track

31 Gedanken zu „LNP229 Deine Sandburg ist auf Sand gebaut

  1. Zum Thema linksunten.

    Es gibt da evtl. noch ein anderes juristisches Problem. Dort kann jeder Inhalte einstellen, d.h. auch Behörden wie das BKA oder der Verfassungsschutz. Beim BKA gab es diese Praxis schon (mir fällt leider der Titel der Zeitschrift nich mehr ein). Bin kein Jurist, aber das scheint mir ähnlich problematisch wie V-Leute beim NPD-Verbotsverfahren.

    Zur Vereinskonstruktion. Ich kann mich erinnern, dass es ein ähnliches Vorgehen schon gegen Hausbesetzungen gab. Um namentlich unbekannte Menschen zu räumen wird hier eine GbR in der Räumungsklage konstruiert. Eine GbR kann halt alles mögliche sein im bürgerlichen Staat. Da ein Verein jedoch genauer definiert ist, gehe ich davon aus, dass das Linksunten-Verbot illegal war.

  2. zu linksunten: verhaftet wurde da niemand, nur deren weiterbetreiben untersagt mit der Begründung das (((i))) linksunten ja ein verbotener Verein ist. (Verbotsverfügung)
    In diesem Zusammenhang wurden dort drei Personen und die KTS gerazzt. Die KTS ist Ort vieler Treffen, bspw. Linksunten, Tor, Indymedia, etc.pp. Wie richtig angemerkt wurden NUR dort die “vermeintlichen” Waffen gefunden. (eher Kindergarten in dem Zusammenhang)
    Linksunten hatte zwar ein openposting – jeder konnte posten. Aber eben auch ein nicht unumstrittenes Zensurverhalten. Damit haben sich die Zensoren nicht unbedingt beliebt gemacht. Das über die Jahre hinweg bei vielen Gruppen und Personen in Freiburg/ “Linksunten”. Mag dem Staatsschutz in Freiburg durchaus gelegen gekommen sein und als mangelnder “Rückhalt in der Szene” gedeutet worden sein. Kommt auch als nettes Wahlkampfopfer ganz gut.
    Damit sind sicher aus Sicht des Staatsschutzes auch die üblichen Verdächtigen über Monate wieder beschäftigt.
    Das Sicherheitsbehörden jetzt einzelnen diese Betreiberschaft von Linksunten zuordnen kommt zum Teil auch durch Verbindungen vom autonomen Zentrum KTS und Linksunten. Durch das (lokale) Zensurverhalten haben einzelne selbst eine Link zwichen KTS und Linksunten nahegelegt.
    Ein schöner Nebeneffekt für die Zukunft könnte sein, daß ähnliche Seiten/ Angebote neu entstehen werden – vielleicht auch innerhalb des Tor Netzes, das damit viel mehr innerhalb “der Szene” benutzt würde. Und das kann allen beteiligten kaum schaden. (Trotz der Tor Kritik zu Beginn der Sendung)

  3. Zu spät für Briefwahl?

    Auf meiner Wahlbenachrichtigung steht, dass Anträge auf Briefwahl “bis zum 22. September 2017, 18 Uhr, oder bei nachgewiesener plötzlicher Erkrankung auch noch bis zum Wahltag, 15 Uhr, entgegengenommen” werden. Ich denke dies gilt allgemein. Somit ist es noch nicht zu spät Briefwahl zu beantragen, wie in der Folge angedeutet wurde.

  4. Zur Briefwahl und ob man das noch beantragen kann:

    Auf meiner Wahlbenachrichtigung steht: „Wenn Sie durch Briefwahl […] wählen wollen, benötigen Sie einen Wahlschein, den Sie mit umseitigen Vordruck, mündlich […] oder auf elektronischem Wege beantragen können. […]
    Wahlscheinanträge werden nur bis zum 22. September 2017, 18 Uhr entgegengenommen[…]“

    Ich vermute, darum dauert die Auszählung der Briefwähler auch immer noch mal länger.

  5. Ich habe am Boden gelegen und mich grad an den Schreibtischrand geschleppt, um schnel den Link zu posten:

    https://www.wahlen-berlin.de/wahlen/Bu2017/Briefwahl/Briefwahl.asp?sel1=2156&sel2=1055

    “Ein Antrag auf Erteilung eines Wahlscheines kann bis zum 22. September 2017, 18.00 Uhr, gestellt werden. […] Die ausgefüllten Briefwahlunterlagen müssen bis zum Sonntag, den 24. September 2017, 18.00 Uhr, beim zuständigen Bezirkswahlamt eingegangen sein.”

  6. zum wahlplakat “die häuser denen, die drin wohnen”

    ich wohne auch in linus’ wahlkreis und stolperte über diese plakate. ich teile die grundsätzlich kritik, dass die parteien einen gefallenswahlkampf machen und nicht mit entschiedenen überzeugungen antreten. wie tim aber schon sagte, gibt es in den parteien untschiedliche strömungen, was die sache nicht so einfach macht. meinem eindruck nach gibt es da mächtige kulturelle und inhaltliche unterschiede zwischen den berliner grünen und denen aus ba-wü. wenn man nur eine version von beiden mag ist es da schwierig eine entscheidung für die partei zu treffen. das macht die partei wohl zur zeit für viele nicht wählbar.

    wenn die berliner grünen ein plakat “die häuser denen die drin wohnen” hängen, kann man das als lokale anbiederung sehen. der wahlbezirk um den es sich hier handelt ist aber nicht irgendeiner, sondern der von christian ströbele, in dem jetzt canan bayram seine nachfolge antreten möchte. diese kann einen einsatz für hausprojekte und linke(tm) mietpolitik vorweisen. an dem plakat steht jetzt nicht canan bayram dran, aber meine interpretation ist, dass das ein signal an die grüne wählerschaft sein soll, eine rebellische ausrichtung der partei im bund zu erhalten. das ginge mit einer erststimme für ein direktmandat aus frhain-xberg. in der tat transportiert das plakat aber vielleicht nicht die komplexe logik, die ich hier reininterpretiere :)

    • zu den regionalen unterschieden gibt es ja eine systemimmanente antwort: die landeslisten. wenn sagen wir mal in ba-wü 10% grün und berlin 20% grün gewählt würde, so würden entsprechend auch weniger kandidaten aus der landesliste ba-wü in den bundestag kommen, dafür mehr aus berlin. (gewichtet nach wahlberechtigten oder abgegenbenen stimmen pro bundesland würde ich meinen). insofern kann man das spannungsfeld unterschiedlicher regionaler schwerpunkte schon bewerben. sofern das dann auch in der partei vertreten wird. ob das nun relevante themen für den bundestag sind kann ich nicht sagen.

  7. Zum Thema Wahlen, Demokratie, Politikverdrossenheit und dieser Bundestagswahl machen wir seit ein paar Monaten den “Wahl-O-Cast”: https://denk-nach-mcfly.de/wahl-o-cast/, vielleicht ist der ja noch für die eine oder andere hier von Interesse?
    In der kommenden Woche haben wir noch Interviews mit einem Wahlleiter und dem Initiator von wahlrecht.de sowie eine kontroverse Diskussion in der Pipeline.

  8. Ahoi

    Linus-Listener-Umfrage: Ich will mein LNP frisch direkt auf die Platte!

    Dank fuer den Podcast hat mir wirklich sehr oft weitergeholfen und Ueberblick verschafft. (Ab 29.10. habe ich wieder Zugang zu meinem Konto, da sollte ich mal was springen lassen)

    Russland und der VPN Sager. Was sagt ihr dazu? Vielleicht mal eine Rede wert? ”
    Unified Register of Prohibited Information”
    https://www.privateinternetaccess.com/blog/2017/07/russia-vpn-ban-doesnt-forbid-personal-business-use-vpns/

    LG aus Samara

  9. Hey Linus,

    Vortrag in Frankfurt klingt gut. Wäre gerne dabei, ich hoffe es klappt (auf der verlinkten Seite meinen sie was von limitierten Sitzplätzen).
    LNP-Ultras-Accessoires wird man sich wohl besser sparen, sieht nach ziemlich gediegenem Publikum aus. Aber ich bring nen Joint für nachher mit.
    Bis dahin!

  10. Nachdem ihr so viel über diese Wahlsoftware und mögliche zentralisierte Alternativen über (Web-)Server gesprochen habt, frage ich mich, ob nicht gerade sowas ein Paradebeispiel ist, für eine dezentrale Blockchain-Lösung wäre. Die Ergebnisse können weiterhin anonym bleiben aber jederzeit von der Öffentlichkeit einsehbar und verifizierbar. Klar müsste man noch den “Auszählern” (oder wie heißen die) vertrauen, aber ab danach könnte alles öffentlich nachvollziehbar umgesetzt werden.

  11. Moin, habe mich vor als sie erschien auch mit der Welt am Sonntag beschäfftigt.
    (Die Titelseite ist nur in der Kompaktausgabe so krass)

    Wie dem auch sei, was mich nun jüngst irritierte ist dass Hillary Clinton in ihrem neuen Buch “What Happened” wohl eine ähnlich Krude Interpretation von 1984 artikuliert.
    “Lesson of George Orwell’s ‘1984’ is to trust ‘leaders, the press, experts’”
    Dies wird von den Breitbartnazis in einem Artikel kritisiert.

    Vielleicht ist es aus dem Kontext gerissen, habe das Buch noch nicht gelesen nur verschiedene reviewies und Artikel dazu.

    Aber ich hätte damit aus ihrer Richtung nicht gerechnet und finde die Rollenverteilung in dieser Diskussion in den USA absurd.

    Vielleicht könnt ihr das ja besser einordnen als ich.

  12. Meine Version eines Wahlplakats der Linus-Neumann-Partei: https://imgur.com/NMfVYVg

    Funktioniert auch als Folgen-Intro:
    T: Guten Morgen Linus.
    L: Guten Morgen Tim.
    T: Sorry, die Heizung ist kaputt. Ist ein bisschen kalt hier.
    L: Nicht, dass wir uns ein Virus einfangen. Mach mal die Windows zu, sonst ZITis.

    Ich entschuldige mich für diesen Kalauer ;)

  13. Dieses ständige Gleichsetzen von AfD-Wählern mit ungebildeten Hinterwäldlern oder Nazis ist echt lächerlich. Nur weil in den Medien in dem Zusammenhang regelmäßig nur Asis gezeigt werden, heißt das nicht, dass das ein repräsentativer Querschnitt wäre. Wenn jemand in der Lage ist, 2 Sätze fehlerfrei zu sprechen, wird der entweder nicht gezeigt (passt ja nicht ins Bild) oder er würde sich wohl gar nicht erst vor einer Kamera äußern.
    Das ist ungefähr das gleiche Niveau wie in dem Welt-Artikel, wenn dort alle Überwachungsgegner als Kriminelle und Terroristen pauschalisiert werden, worüber ihr euch noch 5 Minuten vorher aufregt.

    • Wenn jemand in der Lage ist, 2 Sätze fehlerfrei zu sprechen und darüber hinaus auch 2 Sätze fehlerfrei zu verstehen, dann wird er im Zweifelsfall nicht die AFD wählen.

      • Sorry, aber da muss ich qwer einfach Recht geben. Ich kenne viele Sympathisanten der AfD und nein, dass sind keine Nazis, sondern ganz liebe und teilweise (relativ) aufgeklärte Personen…

        Viele haben einfach Angst! Angst vor Neuem, Angst vor Veränderung, Angst vor dem sozialem Abstieg und Angst Dingen die sie nicht verstehen.

        Und ich hab erlebt, dass man viele durch gute Argumente noch überzeugen kann… Aber nicht indem man sie mit Nazis oder (wie Du) mit Vollidioten gleichsetzt, beziehungsweise solche Aktionen durchführt wie “Die Partei” (siehe mein Kommentar unten).

        Denn auch erlebt habe ich leider, dass man die Menschen durch sowas nur weiter radikalisiert und die Leute in die Arme der AfD treibt.

        Verändern wirst Du nur was, wenn Du Dich mit der URSACHE auseinandersetzt, nämlich mit den Ängsten der Leute!
        Das hat leider kaum jemand in der Politik gemacht. Es wurde nur immer wieder die “Nazi”-Keule geschwungen um sich auch ganz sicher abzugrenzen. Und dann kam immer nur das ständige Mimimimi darüber, dass die AfD wieder ein paar Prozent zugelegt hat.

        • Nazis und ihre Wähler kamen auch aus der Mitte. Sie waren teilweise ganz liebe und (relativ) aufgeklärte Leute. Sie bleiben trotzdem Nazis. Genauso wie heute die AfD und ihre Wähler. Nationalismus, Rassismus, Xenophobie sind eben keine Privilegien irgendwelcher “Ränder”.

          • Worum geht es Dir? Menschen aufzuklären, oder darum Recht zu haben? Sie für die Demokratie zu gewinnen oder ihnen einfach mal so richtig die Meinung zu sagen?

            Wie viele Leute glaubst Du wirst Du mit der Strategie erreichen, sie als Nazi zu beschimpfen?

  14. Hi Linus,
    wäre super, wenn Ihr in der nächsten Sendung noch auf die Übernahme der AfD-Facebook-Gruppen durch “die Partei” – eingehen könntet (hätte in die 229 auch gut reingepasst).

    Finde es immer spannend wie in der linken Szene da mit zweierlei Maß gemessen wird… Wie man sich bei der Schließung der linksunten-Seite auf Meinungsfreiheit beruft und die feindliche Übernahme von Facebookgruppen vollkomen ok findet.

    Bin da gerade etwas angepi**t… Hab in meinem Bekanntenkreis leider ein paar Leute die kein Bock mehr auf “das System” haben und mit der AfD sympathisieren – interessanterweise aber auch mit “Der Partei” (nach dem Motto “hauptssache dagegen”).
    Drei Mal darf man raten, was diese jetzt wählen…

    Das Problem ist, dass AfD-Wähler eben NICHT immer automatisch redikale Nazis sind, die als heimliches Hobby Flüchtlingsheime anzünden und Ausländer verprügeln. Wenn dem so wäre, hätte es die AfD in den Umfragen niemals in den zweistelligen Bereich geschafft. Hab da in den letzten Tagen immer wieder mit Sympathisanten diskutiert (und mit den Mund fusselig geredet)… Es sind oft Menschen die einfach vom “Establishment” die Schnauze voll haben, die man jetzt in die Arme der AfD getrieben hat.

    Ich fand “die Partei” da immer sehr sympathisch, aber nach der Aktion kann ich sie nicht mehr ernst nehmen. Die Leute die auf Facebook davon betroffen waren, hat man jetzt nur noch weiter radikalisiert, anstatt ihnen argumentativ beizukommen – und ja, das ist meiner Erfahrung nach, ohne weiteres möglich.

    • 10-20% der Bevölkerung haben ein autoritäres geschlossenes rechtes Weltbild. Diese Leute zünden nicht automatisch Flüchtlingsheime an oder verprügeln Ausländer. Diese Menschen sind jedoch zu diesem und schlimmeren fähig, das wissen wir nicht nur aus der Geschichte sonder auch von anderen Teile der Welt. Es kommt dann eben auf die sozialen Verhältnisse an. Wenn wir es zulassen, dass sich Positionen von AfD und deren Wähler weiter normalisieren, dann brauchen wir nur eine kleine Wirtschaftskrise und haben dann noch viel mehr Potential für menschenfeindliche Gewalt. Wird dann der Teufelskreis nicht gestoppt kommen noch die Leute dazu, die aus Opportunismus diskriminieren und in letzter Konsequenz auch morden und morden lassen.

      • Nein! Es sind keine 10% bis 20%. Es sind vielleicht drei Prozent.

        Die restlichen AfD-Wähler haben nur die Schnauze voll vom System und ihnen ist eigentlich egal was man wählt, hauptsache “dagegen”

        Diese kann man mit Argumenten erreichen! Das kann ich aus eigener Erfahrung berichten!

        Aber dazu braucht man viel Geduld und muss ihnen einfach mal ZUHÖREN und nicht ihnen nicht den Mund verbieten!

        Denn genau DAS führt auch ohne Wirtschaftskrise zu einem Teufelskreis! DAS führt dazu, dass diese Leute radikalisiert werden.

  15. Hallo Linus,
    Der Vortrag in Frankfurt war übrigens sehr informativ und die ganze Thematik top aufgearbeitet, hat echt Spaß gemacht. Auch ganz geil war, dass die Worte “cybererstanschlag” und “cyberwehr” gefallen sind. Man merkt oft erst nach solchen Vorträgen wie schön verständlich und unterhaltsam sich solche Sachen erklären lassen. So Leute braucht man im cyberkrieg !

  16. Wenn ihr das Logbuch über TOR erreichbar machen wollt, dann denkt dran das auch Inhalte von podlove.org, metaebene.me und wp.com nachgeladen werden.

  17. Auf https://www.freehaven.net/anonbib/ sind einige Angriffe gegen Tor Onion Services gelistet. Einige davon werden aktiv ausgenutzt. Insbesondere Firmen versuchen das dann als »Intelligence« zu verkaufen. Das Tor Project versucht auf der anderen Seite diese Angriffe (Angreifer muss Server betreiben und schickt bestimmte, erkennbare Muster.) zu erkennen und die Server vom Netzwerk auszusperren.

    Aktuell arbeiten die Entwickler an einer Verbesserung des Protokolls. Ein Großteil davon, ist implementiert und wird gerade getestet. Damit sind die oben genannten Angriffe nicht mehr möglich.

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