LNP250 Vermögensabschöpfungsstelle

Feedback — Facebook — EU-Anti-Terror-Paket - Medizin und Datenschutz

Die 250. Sendung geht ohne großes Jubiläumsgeschrei über den Tisch, wir sparen uns das auf für unsere On-Stage-Sendung im Mai. Dafür viel Facebook und viele weitere Meldungen, die die Kapitelmarkenliste überlaufen lassen.

Dauer: 1:40:53

On Air
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Feedback

Anhörung von Mark Zuckerberg im US-Senat

Bundesregierung zahlt indirekt Millionen Euro an Facebook

EU-Kommission möchte Zuckerberg auch anhören

Facebook und die DSGVO

Rechtsanwaltsregister wegen Sicherheitslücke abgeschaltet

Binnen 6 Stunden in die Cloud mit dem neuen Anti-Terror-Paket der EU

Grüne wollen aus PC-Wahl-Hack, beA-Hack und Bundeshack lernen

Medizindatenschutz wird gespahnt

Bayerisches Psychiatriegesetz

USA dürfen weltweit auf Clouds zugreifen

Der Russe wieder

Transparenzgesetz: CCC unterliegt

Russland blockiert Telegram

EDRi sucht neuen Executive Director

Schlechte Idee: eigene Hände fotografieren

Termine

31 Gedanken zu „LNP250 Vermögensabschöpfungsstelle

  1. Danke, schöne Folge!
    Lustige Versprecher anfangs bei Linus (geometrische Daten, Sendung zubereitet, …).

    Zur Lage:
    Die Generation “AOL-CD” ist mittlerweile in der Regierung.
    In der Pychiatrie hört man bisweilen: Alle hier auf Station sind verrückt, nur manche haben einen Schlüssel.

    Krass, wer mittlerweile alles einen Schlüssel hat.

    • Leider hat die krasse Zeitbegrenzung von Linux die üblichen Kurzmitteilungen viel zu wenig ausarten lassen. Schade. Aber schöne Freakshow wird’s: Danke für die Erinnerung an AOL-CD, Cumpuserve Installationen und mein liebes KMNnet in Niedersachen (Stickwort Schulen ans Netz, 1993!). Dumm auch mit den psychologischen Vorurteilen und etwa Schufa für Gesundheit- abartig. Also doch Privatpatinnen/Selbstzahler bevorzugen, die es unregistriert oder im Ausland behandeln können? Selber im engen Kreis betroffen.

  2. zum Thema “man kommt aus Facebook nicht raus”:

    Manchmal macht man es sich aber auch zu einfach. Ich war vor ein paar Jahren mal bei einem Lehrgang einer öffentlichen Institution. Bei der Anmeldung wurden auch die E-Mail-Adressen der Teilnehmer erfasst.
    Lehrgangsunterlagen wurden dann aber per Facebook verteilt.
    Immerhin war man so einsichtig, mal zu fragen, wer nicht bei Facebook ist. Die zwei Teilnehmer, die sich meldeten (darunter ich) bekamen die Unterlagen dann ausgedruckt. (!) Der Stapel war ca. 2cm dick, mir wären PDFs viel lieber gewesen – denn das meiste davon wurde wohl – weder von mir noch von den Facebook-Teilnehmern – je gelesen.

  3. Hi und danke für die schöne Folge,

    bzgl der Paketproblemantik.
    DHL hat wenn man sich ein account anlegt und die möglichkeit zur Paketankuendigung (https://www.dhl.de/de/privatkunden/hilfe-kundenservice/empfangen-versenden/paketankuendigung.html) sofern die (angegebene Anschrift matched) oder (man die account oder postid in der Anschrift angibt) bekommt man immer ne Mail und kann sich auch Wunschtag und -Ort aussuchen.

    Hört sich alles super an aber klappt nicht immer
    aber wenigstens manchmal

    Grüße und Dank
    Silas

  4. Die Frage nach Zuckerbergs Hotel war die mit Abstand peinlichste des ganzen Hearings! Ausgerechnet die war Tim eine lohnende Erwähnung wert. Eure Ignoranz Facebook gegenüber treibt schon manchmal seltsame Blüten und ist in jedem Fall dem Konzept des Podcasts abträglich. Über Netzpolitik und Datenschutz zu sprechen und gleichzeitig so wenig über die größte Datensammelmaschine der Welt zu wissen kostet Credibility.
    Die Frage nach der Wirtschaftlichkeit einer kostenlosen Plattform war hingegen nur aus dem Kontext gerissen dämlich.

      • Die Frage und folglich auch die Antwort darauf hatte keinerlei Relevanz im Kontext dieser Befragung. Sie befriedigte einzig die Lust des Senators und seiner Wählerschaft, es dem Milliardär “einmal ordentlich reinzusagen”, daß man nichts von ihm und seiner Firma hält. 
        Als ob irgendjemand gezwungen würde sein Leben auf FB Preis zu geben. 
        Die Aktion war so intelligent, wie einem Konditor vorzuwerfen, daß seine Torten mies sind, nur, weil er selbst schlank ist. 

  5. Zur Werbung der Bundesregierung auf Facebook:

    Die Bundesministerien werben auf Facebook für unterschiedliche Initiativen und Themen. Beispielsweise für Wissenschafts- und Bildungsinitiativen oder auch zu Gründungsthemen und Umweltschutz. Ich finde an der Stelle sollte man auch differenzieren, zwischen Ziel und Nutzen der Werbung, den Inhalten und der unerlaubten Abschöpfung und Nutzung von Daten im Fall Cambridge Analytica.
    Auf Grund der verfügbaren Daten können Zielgruppen bei Facebook gut eingegrenzt werden, um ihnen Werbung auszuspielen. Das geht bei den von euch angesprochenen Plakatwänden wiederum nicht. Während ich bei Facebook sehr gezielt eine Zielgruppe ansprechen kann, sind klassische Werbeformate nicht so effizient, da hier Streuverluste (“Ausspielung an Menschen außerhalb der Zielgruppe die ich versuche zu erreichen”) wesentlich größer sind. In der Werbewirtschaft werden für die Kosten entsprechende Kenngrößen und Kosten für Werbemittel immer miteinander vergleichen, beispielsweise über den Tausenderkontaktpreis. Und da ist Facebook, im Vergleich, unschlagbar günstig.
    Ähnlich funktioniert es auch bei digitalen Werbeangeboten, wie Google AdWords oder Retargeting Angeboten. Wenn ich auf Internetseiten Werbung zu Artikeln angeboten bekomme, die ich mir bei (deutschen) Versandhändlern angesehen habe, dann ist auch klar, dass über meine Daten ein Profil erstellt wird und für mich “passende” Werbung ausgespielt wird.
    In der Hinsicht ist das Internet durch die Eingrenzung von Zielgruppen ein Schlaraffenland für Werber, da Kundengruppen sehr spezifisch angesprochen werden können – was bei TV, Radio, Zeitung seit Jahrzehnten immer auch eine Herausforderung war.
    Ich denke, dass man der Bundesregierung eingestehen sollte mit Steuergeldern für Initiativen und Projekte zu werben, die zum Wohle des deutschen Volkes beitragen. Ich weiß zum Beispiel von einer Integrations-Kampagne, die an Nutzer in Deutschland ausgespielt wurde, die bestimmte Sprachen aus Herkunftsländern von Geflüchteten aktiviert hatten. In diesen Fällen wäre fraglich, ob diese über andere Kanäle überhaupt von den Angeboten der Bundesregierung erfahren hätten. Mit dem Gieskannenprinzip analoger/älterer Werbeformate wären hier wesentlich mehr Steuergelder verschwendet worden.
    Es ist also die Frage, ist Werbung an sich schlecht? Soll überhaupt in Internet geworben werden dürfen? Und wenn ja, warum darf die Bundesregierung es dann nicht, wenn andere Werbeformate und -kanäle wesentlich unwirtschaftlicher sind?

    • Ich finde es ganz allgemein problematisch, dass eine Regierung werben darf. Damit wird Steuergeld für den späteren Machterhalt eingesetzt

  6. Guten Morgen zusammen. Ich will Euch den Spaß an juristischen Begriffen nicht vermiesen, aber mit dem Begriff der Vermögensabschöpfung wird ausnahmsweise einmal etwas sinnvolles bezeichnet. Es geht dabei um die Einziehung von Erträgen aus einer Straftat. (vgl. §§ 73 f.. StGB).

  7. War der unterschied zwischen bundesregierung und cambridge analytica in der facebookwerbung nicht der, dass cambridge analytica gezielt forschungsergebnisse von michal kosinski aus der psychometrie für die wahlwerbung trumps angewendet hat? Das ist schon ein bedeutender unterschied, wenn man beide vorgehen miteinander vergleichen möchte.

  8. Kommentar zu LNP247 zum Rundfunkbeitrag (ich weiß nicht, ob man bei euch immer im neuesten Beitrag oder in den älteren Beiträgen kommentieren sollte):

    Ich verstehe nicht, dass ihr nicht versteht, dass der Rundfunkbeitrag eure Konkurrenz ist. Ich stimme ja zu, dass Berichterstattung und Bildung wichtig sind. Aber das ist nicht das Problem des Rundfunkbeitrags. Das wäre nämlich nicht so teuer. In der gleiche Folge erzählt ihr was von Mining im Browser und Micropayments, damit ihr auch irgendwie eure Unkosten decken könnt. D.h. ihr merkt, dass ihr eigentlich auch irgendwie unterstützt werden möchtet. Ein Thema später: Der Rundfunkbeitrag ist ja auchsotoll. Das kann ich einfach nicht verstehen. Bei LDN das gleiche:
    Ist euch bewusst, dass man jeden Euro nur einmal ausgeben kann? Und wenn mir jemand rund 20 € jeden Monat einfach so wegnimmt, obwohl ich dort höchstens mal die Tagesschau anschaue und vielleicht eine Übertragung vom Bundestag auf Phoenix, dann kann ich diese 20 € nicht jemand anderem geben, z.B. bedürftigen Blogs, investigativem Journalismus oder jemand mit völlig gegenläufigen Meinungen. Da gibt es in der Verfassung so ein Grundrecht auf Selbstentfaltung. Und dieses wird hier massig eingeschränkt und zwar folgendermaßen:

    Sportlizenzen (500 Mio. € jährl.), Sportstudios (600 Mio. € jährl.), Pensionszahlungen (1.400 Mio. € jährl.) für eine Gruppe von Priviligierten, Tatort (1,4 Mio. € / Folge), Musikantenstadl, Fernsehgarten oder was auch immer. Dann gibt es noch duzende Fernseh- und Radiosender, die alles doppelt und dreifach produzieren und ebenso die Kosten doppelt und dreifach verursachen. Von den rund 20 € gehen bestimmt rund 15 € für ungewünschtes und mehrfach entstandene Kosten drauf und darauf, dass meine verfassungsrechtlich garantierte Freiheit meiner Meinung nach unzulässig eingeschränkt wird, und eben nicht dafür, dass Qualitätsjournalismus oder eine Mediathek bereit gestellt werden.

    Daher finde ich ihr solltet euch mal überlegen, inwiefern der Rundfunkbeitrag auch euer verfassungsrechtlich garantiertes Recht auf Selbstentfaltung einschränkt, weil ihr eben nicht das machen könnt (weil ihr das Geld nicht dafür habt), was ihr machen könntet, wenn der Rundfunkbeitrag euren Zuhörern nicht 12-15€ monatlich wegnehmen würde, die am Ende auch euch fehlen.

    • Was ich immer nicht verstehe, weshalb beim ÖR so oft Probleme in der Umsetzung thematisiert werden und dann aber gefolgert wird, dass man die ÖR ganz abschaffen müsse.
      Es mag sein, dass die ÖR zu viel für Produktionen ausgeben, die vielleicht nicht besonders viel Mehrwert haben (wobei: Wer will das entscheiden? Du?).
      Es mag sein, dass die ÖR zu teuer sind.
      Es mag sein, dass die ÖR einen zu großen Verwaltungsapparat haben.
      Tatsache ist aber, dass der Löwenanteil der Beiträge in die Bereiche Journalismus, Bildung und Kultur (damit ist das Musikantenstadl nicht gemeint – das ist Unterhaltung) fließt.
      Diese Beiträge der ÖR stehen unter einem relativ geringen Erfolgsdruck. Soll heißen: es gibt keine Sponsoren, keine Abonennenten, Klickzahlen usw. vor denen sich die Beiträge rechtfertigen müssen. Das ist einfach unglaublich wertvoll. Ich halte es für unglaublich naiv, anzunehmen, dass das auch über privatwirtschaftliche Bezahlmodelle möglich wäre. Dazu sind viel zu wenig Menschen bereit, aktiv zu zahlen und es käme nur in seltenen Fällen genug Geld zusammen, um eine umfassenede Recherche (die sich auch mal über Jahre hinziehen kann) zu ermöglichen.
      Vieles davon konsumiere ich nicht, aber ich sehe auch, dass es gut ist, dass es Vieles davon gibt. Klar, ich höre keine Radionachrichten, aber ich weiß, dass das viele tun. Deshalb finde ich es gut, wenn es mehrere unabhängige und regionale Nachrichtenredaktionen gibt, die auch auf einen journalistischen Ethos hin kritisierbar sind.

  9. Natürlich sind es immer die Russen. Wer sollte es auch sonst sein? Also das mit dem Hacken und dem Giftgas und so…

    Dass die die amerikanische Flagge für ihr ASCII-Art nehmen, ist doch auch ganz leicht erklärbar. Versucht ihr doch einmal die russische Flagge wiedererkennbar als ASCII-Art umzusetzen! Deshalb mussten die ja eine andere nehmen.

    Apropos, mir kommt da gerade eine Idee… Könntet ihr nicht mal ein paar gute VPNs in Russland empfehlen? Ich will auch mal “die Russen” sein!!!

    P.S.: Das dürft ihr gerne in Folge 0xFB rezitieren.

  10. Ich glaube nicht, dass man mit der Telemedizin viele Ärzte und andere Fachkräfte einsparen kann. Wenn ich mit einem Patienten 15 oder 30 Minuten spreche, macht es keinen zeitlichen Unterschied, ob ich dies per Video oder von Angesicht zu Angesicht durchführe. Beim Gespräch in der Praxis kann ich aber den Datenschutz besser gewährleisten und bekomme im persönlichen Kontakt auch viele andere Informationen mit. Auch jetzt gibt es schon rechtlich zulässige Methoden, die eine Fernbehandlung in sinnvollen Ausnahmefällen zulassen. Ein Beispiel wäre ein Radiologe, der aus Ferne über eine Standleitung ein Computertomographie, CCT, beurteilt, da seine Fahrt vor Ort (Wetterlage) nicht zumutbar ist oder zu lange dauert.
    Wenn ich im Interview mit dem AOK-Vorstand lese, dass dieser Vorstellungen von Patientenzugriff per Mobiltelefon auf die elektronische Krankenakte äußert (http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/aok-chef-martin-litsch-die-elektronische-gesundheitskarte-ist-gescheitert-aid-1.7484689), wird mir Angst und Bange vor Datenlecks.
    Derzeit beginnt das Ausrollen der Telematik bei der niedergelassenen Ärzten und ich “freue” mich schon auf die Berichte von unfreiwilligen Datenspenden. Das Problem bei Gesundheitsdaten ist, dass diese in der Regel lebenslang bestehen bleiben, etwa ein insulinpflichtiger Diabetiker, der seine Erkrankung nicht ändern kann. Er mag genauso leistungsfähig sein wie ein Gesunder, aber würde man ihn auch einstellen? Kontodaten oder Zugangspassworte kann man wechseln, Krankheiten nicht. Und dann soll zentral alles gespeichert werden.

    • Update zu “Telemedizin” aus dem Norden ;-): In Dänemark und evtl. anderen skandinavischen “Nordiske” Ländern wird bereits vom gewählten Hausarzt am Telefon (typisch vor 9 Uhr) Sprechstunde geben und geschulte Krankenschwestern rund um die Uhr (ausserhalb der Hausarztpraxen unter 1813) erreichbar. Funktioniert wunderbar. Ausserdem ist der Notruf 112 (auch der US-amerikanische 911 teilweise) schon computergestützt http://www.corti.ai auf Atemprobleme und evtl. Herzprobleme untersucht. Man spricht mit Menschen, aber die AI gibt darüber hinaus Infos über die Art und Weise der Antworten. Der Staat teilt auch ohne unsere Einwilligung der Biodaten und Krankenakten mit Pharmafirmen in der Øresundregion und in den “Biobanken”, mit Blut, DNA und weiteren Biomarkern. Ich hoffe es hilft allen. Lesenswert sicher auch die Forschung von Herrn Hartz: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Hartz+Tobias

  11. Hallo Danke für euren tollen Podcast. zum Thema Datenschutz im Gesundheitswesen:

    Die für die Telematik- Infrastruktur (TI) verwendeten Standards können unter https://www.vesta-gematik.de/ eingesehen (und eingereicht) werden.
    Im Allgemeinen findet man dort, neben den durch die gematik verfasseten Standards zur Telematik Infrastruktur, die in der Healthcare IT international etablierten Standards (genauer die deutschen Derivate), sowie die speziell nur im deutschen Gesundheitswesen vorkommenden Standards.
    Bei der Verwendung der Standards kann man ziemlich klar in zwei IT- Welten aufteilen: niedergelassene Ärzte und Krankenhäuser.
    Während bei letzteren die weltweit etablierten Standards anzutreffen sind (HL7,DICOM,IHE; Apple HealthKit spricht HL7 CDA), trifft man bei den niedergelassen Ärzten häufig auf die von kassenärztlichen Vereinigungen definierten Standards zum Austausch von Daten zwischen den Systemen, Geräten und den KV’n zur Abrechnung.

    Die etablierten Standards sind zwar weit verbreitet und werden fleißig weiterentwickelt, IT- Security ist aber aber meist “out of scope” und den Herstellern überlassen. Es wird im Idealfall auf optionale Transportverschlüsselung via TLS verwiesen, z.T. in fixen Versionen, welche es dann mit 2 Jahren Verzögerungen in den Standard schaffen und entsprechend später in die reale Welt.

    Die “Lasergehirne” , wie sie Linus bezeichnet hat, sind in der Healthcare IT überwiegend Medzininformatiker (als Entwickler), welche durchaus ein sehr starkes Verständnis von Sicherheit haben – der Patientensicherheit.
    Darunter fallen u.a die Sicherstellung, dass bei einem Patienten die korreten Daten zur Befundung angezeigt werden, das keine Patienten vertauscht werden, das alle Daten vollständig angezeigt werden etc.. Ein Verstädnis von Sicherheit im Kontext von Security trifft man leider nur selten an. Der Punkt dass mangelend IT- Security die Sicherheit von Patienten gefährdet, wird in bestehenden Risikokontrollmaßnahmen meist als vernachlässigbar eingestuft (wenn vorhanden).
    Was man in diesem Kontext auch betrachten muss ist, dass Software durch regulatorische Vorgaben, insbesondere wenn diese zur Ableitung von Behandlungen am Patienten genutzt wird, regualtorisch medizinischen Geräten gleichgestellt sein kann (bspw. Computertomographen, Herzlungenmaschinen usw.). Was einen massiven Overhead in der Entwicklung nach sich zieht. Die Firmen die solche Software bauen sind meist KMU’s …

    Eine Anonymisierung und pseudonymisierung der Daten stelle ich mir sehr schwer vor. Befunde und Arztbriefe enthalten heute meist an mehreren Stellen demographische Daten von Patienten, welche sich nur schwer automatisch entfernen lassen. Von der Erstellung strukturierter Befunde ist Deutschland noch recht weit entfernt.
    Aus Bilddaten lassen sich zudem auch eindeutige Information rekonstruieren, bspw. bei einem MRT des Schädels – das Gesicht des Patienten.
    Es ist seit einiger Zeit vermehrt zu beobachten, dass die Branchenriesen für Ihre KI-Projekte um die Daten von Krankenhäusern werben und für mein Verständnis eine Art “Schlacht” um die Daten zum Training der KI’s begonnen hat. Wer seine KI’s schneller und mit besseren Daten trainiert – kann schneller zuverlässige, automatisierte Befundung etc. anbieten und den Markt der Zukunft gewinnen.

    Neben den bereits unzähligen elektronischen Patienten-/Fallakten Projekten in Deutschland und der Telematik Infrastruktur der gematik fangen aktuell auch mehrere Krankenversicherungen an Portale aufzubauen, um ihren Kunden eine elektronische Gesundheitsakte bereitzustellen (AOK,TK).
    Die Anbieter betreiben hierfür typischerweise Server/Gateways in Kliniken, welche von den klinischen Systemen dann mit Daten gefüttert werden (idealerweise nur mit denen Ihrer Kunden, und die ein Einverständnis gegeben haben).
    Es sei noch erwähnt, dass es seit einigen Jahren üblich ist, dass Klinken oder großen Praxen selbst Portale im Internet betrieben, bspw. um Zuweisern an sich zu binden und denen den Zugriff auf erbrachte Untersuchungen und deren Befunde zu ermöglichen. Neben der Datenschutz-problematik ist hier auch zu betrachten dass solche Systeme meist nur ein bis zwei Hops von klinischen und medizinischen Netzen entfernt sind und unter Umständen ein Einfallstor in kritische Infrastrukturen des Gesundheitswesens darstellen (Kliniken mit mehr als 30000 stationären Fällen p.a. = kritische Infrastruktur im Sinne IT-KRITIS).

    Die von psychdoc erwähte Teleradiologie wird nicht nur bei Schlecht-Wetter gemacht, sondern ist eher der Regelfall bei Notfällen – Nachts- oder an Wochenenden und erfolgt typischerweise via VPN über die am Wohnort des Radiologen zur Verfügung stehende DSL-Leitung (…). Es existieren auch Infrastrukturen die Teleradiologie über E-Mail machen (verschlüsselt versteht sich).

    • Hallo plaste. Du kennst dich in dem Bereich scheinbar sehr gut aus. Ich würde mich gerne tiefer mit dir dazu austauschen. Wie können wir am besten zusammen kommen. Twitter? Schreib mir doch mal ne pn an @OviKay

    • mit ein bisschen zeitlichem Abstand zur Sendung :

      wäre dem Ganzen nicht geholfen, wenn es verpflichtend wäre, solche Softwareprojekte der öffentlichen Hand genauso wie andere Bauprojekte, eu-weit öffentlich auszuschreiben ? dann könnte man schon in den Ausschreibungsvorgaben auf gravierende Sicherheitsmängel / Fehlkonstruktionen hinweisen

  12. Hi, wieder eine schöne Sendung geworden, vielen dank dafür! :-)

    So sehr ich auch Tims Argument bzgl. des Nutzens eHealth nachvollziehen kann, umso mehr muss ich doch daran erinnern wo wir aktuell stehen: Wir schaffen es nicht einmal ein offizielles und aktuelles Verzeichnis von Ärzten / Praxen / med. Zentren / Therapeuten / Heilern / … hinzukriegen. Geschweige denn, dass man sich per Web schnell einen Termin bei einem Arzt in der Stadt klicken kann. Stattdessen muss man jede Praxis abtelefonieren und sich anhören, dass man niemand mehr annimmt.
    Sorry, aber wenn es schon bei sowas Einfachem schon nicht klappt, dann sehe ich noch soooo viele Probleme bei der Nutzung von “Telemedizin” …

  13. Vom 26.05.2018 bis zum 05.12.2023 sind es 2019 Tage, das sind 288 Wochen und 3 Tage für 256 Sendungen.
    Bis zum 05.12.2022 sind es 1654 Tage, also 236 Wochen und 2 Tage für 256 Sendungen.

    Ich bin für letzteres. :)

  14. Ehrlich gesagt, habe ich nicht mehr angerufen, weil ich die Nummer nicht mehr präsent habe. Wenn ich die Nummer im Podcast höre, bin ich meistens unterwegs, liege im Bett oder auf dem Sofa. Auf der Webseite habe ich sie bisher nicht gefunden.

    Könnte man doch mal in die Sidebar und dauerhaft in die Shownotes einfügen, dann kommt da auch mehr Feedback. ;)

    Liebe Grüße

  15. Danke für eure Reaktion auf meinen Facebook-Einwurf, den ich sehr sachlich und fair fand! – Es ging mir ja letztlich nur darum, dass Klischee vom FB-Netz-Idioten dahingehend zur korrigieren, dass es eben auch einige bewusste Nutzer (wie mich) gibt, die differenziert begründen können, warum sie dort sind und was die dafür in Kauf zu nehmen bereit sind. (Eigentlich – ich gebe es zu – entsprang der Post aus einem Gefühl der Kränkung über eure diesbezüglichen Pauschalisierungen).
    Dazu noch einige Anmerkungen:
    -LoggedIn-Problem: stimmt manche Communities finden nur noch da statt und deshalb sollte FB auch reguliert werden, da bin ich ganz mit Euch d’accord
    – Ein datenschutzfreundliches Alternativfacebook bedeutet “Umzugsmühen” aber vor allem, dass alle meine Freunde auch umziehen, was ich ihnen nicht vorschreiben kann. Der Zug scheint mir nach dem “Gesetz des Bequemlichkeitsvorranges” lange abgefahren.
    – Individuelle Risikoabschätzung: ich kenne sehr viele Leute, die genau das machen und sich wie ich ganz bewusst gegen FacebookApps oder Spiele entschieden haben, die großräumig Zugriff auf mein Nuzterprofil nehmen wollten. Gerade das Beispiel “This is your digital life” zeigt doch, dass da Nutzer bewusst durch Klick auf einen Zustimmen-Button ihr Einverständnis zu einer großräumigen Nutzung ihrer Profildaten bei einem externen App-Betreiber gegeben haben. Wer darauf geklickt hat, darf sich nicht wundern, wenn seine Daten die Facebookserver verlassen haben. Das war ein individuelles Risiko. Eine Verletzung meines Vertrauens ist aber durch die Laxe Hinzuziehung der Freundesprofile entstanden – das hätte m. E. nicht passieren dürfen und dass ihr das scharf anprangert finde ich absolut richtig!
    – zentralisierte Macht bei einem Unternehmen: Ja klar, da bin ich völlig bei euch, dass für FB mit dieser Marktdominanz viel schärfere Regeln gelten müssen, als z.B. für euer Forum hier. Und ja das obige Beispiel zeigt ja, dass FB diesen für die betroffenen Nutzer intransparenten ZUgriff auf ihre Profildaten wegen Freundeslistenverkopplung zugelassen hat – in sofern, prügelt nur weiter auf Facebook ein – das finde ich gut!
    – Schulinfogruppe auf FB: Stimmt Nichtteilnahme ist wirklich ein Problem, denn der Informationsfluss in so einer Whatsapp/FB Gruppe ist so schnell, dass die Mailinglistenteilnehmer sich regelrecht gemobbt fühlen – da ist die normative Kraft des Faktischen gnadenlos.
    Als Lehrer kann ich da aber Alternativen schaffen, indem ich für eine Klasse und ihrer Eltern einen Moodle-Kurs im lernsystem der Schule erstelle und die Eltern bitte, sich die MoodleApp zu installieren, mit der man einigermaßen Gruppenchats betreiben kann. Wenn ich dann noch im Unterricht mit den Schülern genau dieses Forensystem (gehostet auf dem Schulserver) betreibe, können die Schüler ihren Eltern gleich zeigen wie es geht.
    Also ich bin sehr dafür, dass nicht alle Kommunikation unbesonnen nach FB verlagert wird. Bzw. als Lehrer ist es mir aus gutem Grund streng verboten, diese Verlagerung mit zu betreiben. Natürlich muss ich mir dann ständig anhören, wie doof das ist und dass WA/FB viel besser und praktischer sind.. – aber schließlich habe ich ja einen Erziehungsauftrag und der kann dann auch durchaus unbequem sein – aber da ich dafür bezahlt werde, scheint mir das OK.

  16. Kann das Bayerische Psychiatriegesetz eigentlich auch dazu führen, dass Leute plötzlich häufiger in allgemeine, verdachtsunabhängige Verkehrskontrollen geraten?
    (a la: Polizist überprüft Halter des vollkommen unauffällig vor ihm fahrenden Wagens, bekommt Info “psychisch kranker Mensch”, entscheidet sich lieber auf Nummer sicher zu gehen)

    Wie würde sich dies auf Menschen mit einer poranoiden Veranlagung auswirken, wenn sie plötzlich vermehrt kontrolliert werden würden?
    Wird dadurch dieses Gesetz nicht zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung?

  17. Zum Thema DS-GVO

    Euer Lob für die Datenschutz-Grundverordnung kann ich leider nicht teilen. Als Jurist in einer Unternehmensgruppe der Realwirtschaft (wir machen in LKW’s) sind wir mit dem Thema gegenwärtig befasst, generell ist das Thema ja allgegenwärtig.

    Selbstverständlich sind personenbezogene Daten zu schützen, ganz ohne jeden Zweifel. In diesem Zusammenhang halte ich es auch für richtig, dass es Unternehmen, die Big Data Anwendungen betreiben, ein transparenter Umgang mit Daten vorgeschrieben wurde. Jeder muss das Recht haben, wenn jemand anderer an seinen Daten Geld verdient.

    Da draußen gibt es aber eine Unzahl an Unternehmen, die aus dem Handel mit personenbezogenen Daten keine Umsätze generieren – machen die einfach nicht. Dennoch werden auch personenbezogene Daten automationsuntersützt verarbeitet. Beispielsweise der Name eines Empfängers, dem etwas zugestellt werden muss. Und unterfallen wir dem Vollanwendungsbereich der DS-GVO. Genau wie Facebook oder Google.

    Daraus resultiert für uns ein unglaublicher Verwaltungs (Stichwort: Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten) und immense Kosten. Einwilligungen sind häufig nicht erforderlich, weil die Datenverarbeitung zum Zweck der Vertragserfüllung erfolgt. Aber was ist, wenn ein Installateur seinen Kunden zum Geburstag eine Karte schickt? Schon braucht er eine Einwilligung. Ist das wirklich notwendig? Oder würde sich das nicht selbst regeln, wenn der Kunde sagt “ich möchte keine Karte mehr?”

    Neben der Tatsache, dass ich davon ausgehe, dass das für viele Betriebe gar nicht leistbar ist, sehe ich das große Problem aber in der Entwertung der DS-GVO durch ihren ausufernden Anwendungsbereich. Wie vermutlich die meisten, bekomme auch ich derzeit täglich mehrere E-Mails, wo mich irgendjemand auf geänderte Datenschutzbestimmungen hinweist. Und obwohl es sich dabei vermutlich Anwendungen handelt, deren Datenschutzbestimmungen zu kennen, sinnvoll wäre, bräuchte ich wohl einen Monat Urlaub, um sie alle zu lesen. Es ist also absehbar, dass in Zukunft einfach jeder brav sein Häkchen bei jeder wortreichen Datenschutzerklärung setzen, aber keine Ahnung haben wird, was darin steht und in was er gerade eingewilligt hat.

    Meines Erachtens wäre eine DS-GVO mit einem schmäleren Anwendungsbereich, beispielsweise beschränkt auf Unternehmen, die mit Daten handeln, erheblich schlagkräftiger und möglicherweise ein echter Schutz personenbezogener Daten geworden.

    Aus dem Blickwinkel kann ich sehr gut verstehen, warum Facebook die DS-GVO gutheißt.

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