LNP292 ad ACTA

Brüssel – Uploadfilter – Pornhub

Zwischen Reisen nach Brüssel, Demonstrationen und zielgruppenorientierter Werbung auf Pornhub melden sich Linus und Thomas mit einer "kurzen" Sendung, die etwas ausartet…

Dauer: 2:24:19

On Air
avatar Linus Neumann Paypal Icon Bitcoin Icon Amazon Wishlist Icon
avatar Thomas Lohninger Amazon Wishlist Icon Paypal Icon

Erfahrungen in Brüssel

Thomas

Linus

Europaweite Demos

Blackout der Wikipedia und vieler weiterer Seiten

450€-Bots

Ablauf der Abstimmung im Plenum

44 Gedanken zu „LNP292 ad ACTA

  1. Wenn ihr darüber redet, wer “die Demos” organisieren, könntet ihr ruhig mal sagen, dass das durchaus auch sehr stark die Jusos sind.

    Wenn man Engagement von Parteien immer hinter runter fallen lässt, müsst ihr euch nicht wundern, wenn Netzpolitik nicht so richtig im politischen System ankommt.
    Setzt doch lieber mal auf empowerment und lobt auch differenziert, wenn Parteien oder Gliederungen für unsere netzpolitischen Ziele eintritt.

      • Finde ich schade, statt die zu nennen, die hier mit powern (und ja das sind viele, das ist ja so toll).

        Ihr fandet es ja auch negativ, dass Fahnen zu sehen waren und habt das als “vereinnahmen” direkt negativ eingeordnet. Warum nicht den Wert hoch halten, dass viele Organisationen mit am Start sind und es eben die Vielfalt zeigt.

        Ey, da sind so viele Menschen, die auch in Parteien das Thema so stark gepusht haben. Darüber sollten wir Netzpolitiker uns freuen und nicht immer und immer wieder drauf hauen.

        Überleg mal: Netzpolitik hat es geschafft auf einem Parteikonvent das zentrale Thema zu sein, dass direkt herausgenommen wurde aus den Anträgen und an den Anfang gestellt wurde. Das ist doch ein großer Tag für unserer Thema. Man kann nicht auf der einen Seite immer meckern, dass ja Netzpolitik in den Parteien so einen geringen Stellenwert einnimmt und es so wenige Netzpolitiker*innen dort gibt und auf der anderen Seite nie sich auch mal freuen, wenn das Thema durch kommt oder die Netzpolitiker*innen der Parteien konkret empowern. Ja man kann Katarinas und Andreas späte Einsicht kacke finden, na klar. Aber man kann doch im gleichen Athemzug auch Mal Menschen wie Saskia loben.

        Wie erreichen wir wohl unsere netzpolitischen Ziele? Ich denke, in dem man Erfolge auch benennt und an aufzeigt, wo Engagement stattfindet.

        Anmerkung: Ich sehe in allen progressiven Parteien viele Menschen, die das Thema powern. Ich kenne nur leider die Anträge, Gruppen und Personen unter der Wasseroberfläche bei Grünen und Linken nicht. Und ich weiß, es haben nicht nur die Jusos als Parteiorganisation mit unterstützt.

  2. Hat ab 1 h 11 der Uploadfilter zugeschlagen, weil ihr bei Pornhub geklaut habt? Bei mir ist dann mittendrin Schicht im Schacht und der Ton kommt auch nicht wieder hoch bis zum Schluss. Oder geht es nur mir so? Die ersten 71 Minuten sind aber sehr informativ, auch mit den leicht verschobenen Tonspuren.

  3. Ich kann mich dem Epilog nur anschliessen: Danke an alle Beteiligten für diese Sendung!

    Und bei der Gelegenheit möchte ich auch mal ein ganz generelles Dankeschön an Linus, Tim, Thomas und alle weiteren involvierten Personen loswerden; für das Betreiben dieses Podcasts sowie auch für die Mühen und Arbeit, die Ihr neben dem Podcast noch in solch wichtige Themen unserer (netzpolitischen) Gesellschaft investiert.

  4. Es fehlen die Kapitelmarken oder zumindest eine Einstellung dazu. Ich sehe sie zwar hier, aber in meinem Podcatcher (Overcast) sind sie nicht wie normalerweise enthalten. Nur als Info.

    • Hab gerade erst die Folge zu Ende gehört. Ignoriert meinen Kommentar. Sorry und danke dass die Folge dann doch noch do früh online kam.

  5. Ohne die Hoffnung auf einen positiven Ausgang der Abstimmungen heute ganz aufgeben zu wollen, hat sich der grenzenlose Optimist, der sich irgendwo in meinem Hirn von Wasser und angestaubten Erinnerungsresten ernährt, schon ein neues Framing im Falle einer Niederlage ausgedacht:

    Wollen wir denn eigentlich unser Internet so wie es gerade ist überhaupt ? Könnte so ein verkorkstes Gesetz am Ende vielleicht sogar dazu führen, dass dezentrale, verteilte (soziale) Netzwerke einen wichtigeren Platz im Internet einnehmen und sich Kreative weniger auf zentralisierte, kommerzielle Plattformen verlassen?

    …wahrscheinlich nicht (ohne weiteres). Also lasst uns erstmal die Daumen drücken!

  6. Vielen Dank für die interessante Zusammenfassung – aus Würzburg kann ich vermelden, dass am Samstag ordentlich was los war.
    Mir persönlich wird allerdings zu viel von Artikel 13 geredet. Artikel 11 und 12 sind wichtig und nach meiner Erfahrung mehr dazu geeignet, Akzeptanz bei Leuten zu bekommen, denen das ganze Thema eher fremd ist.
    Ich lese den Newsletter von Herrn Prantl und als dieser Text am Sonntag kam und ich darin mitleidig als von Konzernen fehlgeleitete Irre bezeichnet wurde, dachte ich schon, dass bei der ganzen unsäglichen Geschichte irgendwas in der Kommunikation schief gelaufen ist.

  7. Sollten wir eine Mail an AKK schreiben und Sie fragen was für einen Fakenewstrollkopf Sie in Ihren Reihen duldet?
    Vielleicht fordert die breite Gemeinschaft Strafen für “Würdenträger” die offensichtlich Fakenws verbreiten.
    Als Strafe tendiere ich zu: Ein Peitschenhieb pro im Zusammenhang gesagtem Wort.

    PS: Pornhub sollte sich aus Protest mal für einen Tag abschalten. Vielleicht merkt dann der eine oder andere Politiker was ihm nach der Reform fehlen wird.

  8. Inhaltlich gut und richtig. Aber man hätte die Sendung (ohne etwas weg lassen zu müssen) auch bequem auf die Hälfte der Zeit einkürzen können.

    Lange Monologe mit vielen, zum Teil wortwörtlichen Wiederholungen und langen Ausführungen fragwürdiger Relevanz. Wiederholt kommt Linus vom Hölzchen aufs Stöckchen…

    …das war mal anders. Kurz und prägnant. Auf den Punkt.

    Unabhängig davon: Danke für die Informationen und euer Engagement!

    • Ja, das haben wir ja auch in der Sendung mehrmals bemerkt und angemerkt.
      So ist das leider manchmal, wenn man sich tage- und wochenlang mit wenig Schlaf engagiert und dann sonntagnachts noch eine Sendung macht.

  9. Eine Sache habe ich übrigens nicht verstanden: Warum glauben die Lobbyisten, dass man mit der Richtlinie Druck auf Youtube ausüben kann, Lizenzverhandlungen mit besseren Konditionen abzuschließen? Eigentlich erfüllt die Plattform die neuen Bedingungen für den Haftungsausschluss schon jetzt: 1) best effort bei der Lizensierung: Kaum jemand hat mehr Beziehungen zur Urheberrechtsindustrie und das bisherige Beteiligungsmodell kann vermutlich in einen Preis für eine Lizenz umgerechnet werden. 2) high standards: Niemand hat bessere Filtertechnik für Audio/Video. Sie definieren den höchsten Industriestandard. Es sind alle anderen die dorthin aufschließen müssen. 3) notice and takedown: Gibt es. – Kaum ein Anreiz entgegenkommender zu sein, oder?

    Und wenn Youtube glaubt einem Haftungsrisiko ausgesetzt zu sein, kann dieses durch Lizenzvereinbarungen doch höchstens abgemildert aber eben nicht ausgeschlossen werden. Es ist in dem Fall durchaus möglich, dass sie die bisherigen Inhalte aus EU-Ländern aus der Verbreitung nehmen, die freie Nutzung für alle EU-Internetnutzer einstellen und nur noch mit den bestehenden großen Kanälen arbeiten, was vermutlich sowieso ein Großteil ihres Marktes ausmacht. Dann werden sie überhaupt nicht mehr von dem Artikel erfasst und dann haben sie noch weniger Anreiz Lizenzen zu vereinbaren, wenn die Preise nicht möglichst niedrig sind.

  10. Politik als zauberei..
    /CDU Axel Voss kommt auf die bühne und scheitert kläglich an seiner show und verrät seinen zaubertrick..die menge büht, Axel Voss hat nicht nur sich selbst blamiert sondern seine ganzes Kunsthandwerk samt aller kollegen…/

    wer ist denn jetzt demokratie feindlich..?

  11. Hallo Linus, hier ein kleines Feedback zu deiner Kritik am Zensurbegriff. Ich kann dein Ansinnen verstehen und teile es grundsätzlich, dass wir schon die sachlich besseren Argumente haben und deswegen nicht auf inhaltliche Verkürzungen angewiesen sind, die wieder nur die Angriffsfläche für den politischen Gegner erhöhen.

    Aber: 1. In diesem Fall gibt es klare Hinweise darauf, dass der politische Gegner so sehr im faktenleeren Raum operiert, dass es vielleicht sogar ein bisschen egal ist, ob auch wir verkürzen. 2. Du liegst mit deiner Kritik am Begriff der Zensur falsch. Nicht nur staatliche Zensur ist Zensur. Art. 5 I 2 GG umfasst nur Vorzensur, sog. Nachzensur oder Zensur im weiteren Sinne (umfasst dann auch nichtstaatliche Akteure) ist nicht davon umfasst, der Begriff Zensur im allgemeinen Sinne ist also deutlich weiter als der Begriff der Zensur aus Art. 5 (vgl. https://www.bpb.de/nachschlagen/lexika/recht-a-z/23269/zensur). Der Begriff wird hier natürlich negativ konnotiert verwandt, aber es steht nicht auf den Schildern: „Das ist Zensur und deswegen eine Verletzung von Art. 5 I 2 GG.“
    Hinzu kommt: Es findet hier aber sogar eine Vorabauswahl anhand von bestimmten Kriterien statt, anstatt einer begüßenswerten Nachzensur (notice and takedown) also eine Vorzensur; diese ist auch ganz explizit durch den Staat angeordnet! Zensur ist iSd Art. 5 GG die „Prüfung des Inhalts einer Äußerung vor deren Verbreitung“ (Maunz-Dürig, GG-Komm., Rn. 116) durch den Staat. So unglaublich abwegig ist die Idee, es handle sich hier um Zensur (i.e.S. durch den Staat), also überhaupt nicht.
    Also: 1. kann man es auch anders meinen und 2. wäre für einen Laien selbst die Behauptung, es handle sich hier um staatliche Zensur für mich noch recht akzeptabel.

    PS: Das GG wird sowieso von EU-Recht verdrängt.

    Resümee: Ich finde du schießt hier mit deiner Kritik etwas übers Ziel hinaus.

    • Hi, ich kann Deinem, Linus, Punkt bezüglich Zensur gut folgen. Zensur ist nicht nur ein verkürztes, sondern auch ein abgenutztes Argument. Diejenigen Rückwärtsgewandten, die die Richtlunie durchgewunken haben, geben auf dieses Argument nix. Vielmehr ist immer begründet worden, man wolle Google & Co an die Leine nehmen. Es war – im Nachhinein ist man immer schlauer – ein strategischer Fehler, hier nicht mit dem Argument zu kontern, dass man genau die stärken wird, die man einhegen will.

    • Hallo Cassandra,
      ich kann verstehen, was du meinst und würde mich dem anschließen, allerdings denke ich nicht, das das Internet beerdigt werden sollte oder kann.
      Denn solange Konzerne daraus Geld machen können, wird es weiter existieren.
      Was deinen Glauben an eine Beerdigung der Demokratie betrifft, stimme ich dir leider vollkommen zu, wobei diese Abstimmung über die Urheberrechtsreform nur der abschließende Sargnagel meinerseits war. Die Reihe der Entscheidungen gegen Zukunft und den Souverän ist leider zu lang, aber wahrscheinlich bezahlen die Indurstrielobbies einfach besser, als der dumme Wähler.
      Lustigerweise habe ich das Gefühl, das man ähnliche Nähe zur Wirtschaft in anderen Ländern (aus Sicht dieser sogenannten Demokraten in den Parlamenten) sofort als Korruption bezeichnen würde. Aber bei uns in Westeuropa heißt das ja Lobbyismus (ein tolles Instrument, wenn man sich auf Argumente und nicht Macht, Einfluss, Posten und Geld verlassen würde).
      Für mich war es seit über 30 Jahren eine Pflicht wählen zu gehen, um meine Teilhabe an der Politik zum Ausdruck zu bringen. Aber offensichtlich ist das deutsch Wahlvolk zu bequem, feige oder faul sich an echten Änderungen zu versuchen, wo es doch so schön einfach ist, sich zurück zu lehnen und immer “Weiter so” zu rufen, weiter so in Richtung auf den globalen Kollaps (Thema Klimaschutz und Raubtierkaptalismus).
      Wir leben immer noch in einem der besten Länder dieser Welt, aber ohne eine Beteiligung aller Interessen, nicht nur derer, die schon alles haben und nur verwalten und ihre Macht erhalten, werden wir mit dem Rest untergehen und ich fürchte, ich werde das noch erleben.

      Ach ja: Danke für den mal wieder sehr genialen Podcast, der mir gar nicht lang vor kam, weil es immer wieder spannend und interessant war.
      Ich weiß, es ist jetzt danach aber ich habe vorher schon geahnt, wie es ausgehen wird.

  12. So, nachdem heute die Abstimmung gelaufen ist, wie sie gelaufen ist, sehr schade drum. Zwar wird nichts so heiß gegessen wie es gekocht wurde, aber ein Fortschritt war das jetzt sicher nicht.

    Da Linus sich ja ein wenig sorgen macht, was die jüngeren dachte ich mir ihm ein Anschauungsbeispiel zu liefern. Bin zwar in meinen 20ern und dementsprechend dabei den jüngeren zu entwachsen, behaupte aber mal zumindest noch nahe genug dran zu sein.
    Vielleicht ist es ja zu irgendwas nutze und wenn nicht, dann habe ich mal meinen Gedankenwust ein wenig zu Bits getippt.

    Also ans Werk: Ich habe ein wenig das Vertrauen in die Implementation unseres politischen Systems verloren. Nicht dass die Ideen dahinter keine guten wäre, aber es scheint immer Häufiger eher schlechte Outputs zu generieren.

    Wenn die Abstimmung anders ausgegangen wäre, wäre die Enttäuschung in unsere Systeme sicher nicht so stark ausgeprägt, aber das Problem ist grundsätzlicher, als diese eine Abstimmung.

    Rund jedes 2. Jahr kommt die EU mit irgendeinem neuen Quatsch aus den geheimen Verhandlungen. Acta, VDS, TTIP, Urheberrechtsnovelle, nur um ein paar zu nennen und bei der EU zu bleiben.
    Das Ganze fühlt sich eher wie eine Sisyphosarbeit an, anstatt nach einer Vertretung der Interessen der Bürger, die manchmal Mist baut und der Korrektur bedarf. Letzteres wäre meine Hoffnung an ein System.
    Natürlich hat so ziemlich jedes Thema 2 oder mehr Seiten und man kann seine eigenen Ansichten nicht immer durchsetzen, aber zumindest ein vernünftiges Verhalten gegenüber Bürgern mit Einwänden wäre doch nicht zu viel verlangt oder? Vielleicht könnten sie einen ja sogar überzeugen.

    Stattdessen habe ich während der ganzen Geschichte um die Urheberrechtsnovelle einmal mehr erlebt:
    1) Die Mehrheit der Politiker fühlen sich offensichtlich von einem partizipierenden Bürger gestört, vor allem wenn er eine andere Meinung hat.
    2) Interessen weniger gut vernetzter Lobbyisten und ihrer Geldgeber zählen viel mehr, als selbst unentkräftete Einwände.
    3) Es wird sich noch nicht einmal mit Themen auseinandergesetzt (oder Leute dafür beschäftigt). Z.B. wird Machbarkeit juristisch gelöst, nicht real betrachtet.
    4) Führungspolitiker sprechen Teilen der Bürger wahlweise das Menschsein ab, die Fähigkeit die Meinung frei zu bilden ab oder (und das ist ja vergleichsweise harmlos) verleumden es als gekauft, fremdgesteuert und gefahr für die Demokratie.
    5) Unsere 4. Gewalt bläst großteilig ins gleiche Horn (4), anstatt die Story “solch Hohlköpfe versuchen mit dreisten Lügen die Öffentlichkeit zu täuschen” zu schreiben.

    Ja, auch ich konnte drüber lachen, wenn sie sich in den Augen der Netzöffentlichkeit mal wieder blamierten, aber eigentlich ist das Ganze nicht witzig und dieses mal war das oben beschriebene Verhalten dem Vertreter Teilen des Souveräns gegenüber besonders ausgeprägt.

    Inzwischen weiß ich, dass solches Verhalten nicht wie ich vor ein paar Jahren noch dachte alleine auf Dummheit, Uninformiertheit oder einseitiger Lobbyarbeit zurückzuführen ist, sondern auch auf die Machtdynamiken, die in jedem System wirken, das macht das ganze noch frustrierender.

    Nun kommt die nächste Wahl und die Frage, was man wählen soll.
    Ich hoffe eine Vernunftwahl nach den meisten Übereinstimmungen (für mich Linke) oder ansonsten eine richtige Protestwahl (Wahlzettel ungültig oder Partei) zu treffen. Allerdings kenne ich auch den von Mal zu Mal, von Gesetzesvorlage zu Gesetzesvorlage immer stärker werdenden Impuls, eine Wahl geboren aus reiner Ablehnung des ganzen Systems in seiner jetzigen Implementation (AFD), zu treffen. Über diesen Impuls habe ich mit einigen meiner politisierteren Bekannten gesprochen und er war ihnen erstaunlicherweise nicht fremd.
    Ich habe mit den Thesen der AFD alles in allem zwar herzlich wenig am Hut, aber es scheint mir momentan die enzige Wahl zu sein, wenn man den anderen Parteien einen Denkzettel geben will, der auch ankommt.
    Natürlich ist die große Gefahr, dass ein solcher Denkzettel in sämtliche Richtungen fehlinterpretierbar ist, weswegen ich persönlich auch dem Impuls nicht folgen werde. Für andere kann ich dabei natürlich nicht sprechen.
    Dabei geht es auch nicht so sehr um Fakten (ich wüsste jetzt nicht wie sich die AFD beispielsweise gegenüber der Urheberrechtsnovelle verhalten hat), sondern zum einen die Wahrnehmung, dass man selbst nicht in dem Prozess akzeptiert ist, also drängt sich die einzige größere Partei auf, die ebenfalls nicht wirklich Akzeptanz im Prozess findet.

    Ich hoffe, dass ich Linus Albträume nicht zu sehr befeuert habe.
    Alles in allem danke für die ganze Arbeit sowohl für den Podcast, als auch die ganze Aktivismusarbeit, die ihr im Logbuch-Umfeld so leistet.
    Weiter so, denn aus irgendeinem Grund bin ich lieber informiert depremiert, als uninformiert glücklich.

    • Als Wahlhelfer bei der Europawahl 2019 möchte ich euch bitten, keine ungültigen Stimmzettel ab zu geben. Diese werden sehr wahrscheinlich eh nur von uns Wahlhelfern, und das sind in der Regel sieben pro Wahllokal, gesehen / gelesen. Mir zumindest ist von Amtswegen, wie auch privat egal was der einzelne Wählt. Ich schüttle höchsten den Kopf am Ende der Auszählung. Ungültige, kreativ gestaltete Wahlzettel können zwar belustigend sein, erschweren aber die Arbeit von uns Wahlhelfer ungemein, denn wir müssen über jeden ungültigen Zettel im Wahlvorstand ein Beschluss fassen und den damit verbunden Papiergram erledigen. Die Kommentare auf diesen Stimmzettel werden im Protokoll nicht erfasst. Nach Auszählung wandern alle Stimmzettel in ein Archiv bis zur nächsten Wahl. An den Ergebnissen ändern ungültige Wahlzettel nichts. Sie gelten als Enthaltungen bzw. nicht abgegebene Stimmen und werden am Ende rechnerisch eh den gewinnenden Parteien zugeschlagen.
      Also, für einen Protest wird der Wahlzettel sicherlich viele andere Möglichkeiten bieten, als ihn ungültig zu machen.
      Nach dieser kurzen Ausführung bitte ich euch unsere bzw. meine Arbeit nicht unnötig zu erschweren, denn ich machen das zwar freiwillig ehrenamtlich und in meiner Freizeit.
      Vielen Dank!

  13. Was die „Zensur“-Skandierungen betrifft glaube ich nicht, dass unbedingt die Unkenntnis der Demonstranten dieses Missverständnis auslöst. Die Demonstrationen, sind vielleicht durch das Einbringen der YouTuber, welche gerade von Artikel 13 betroffen sind, stark auf diesen ausgerichtet. Aber ich glaube viele der Demonstranten stören sich nicht alleine an Artikel 13 sondern an weiteren Artikeln der EU-Urheberrechtsreform und an dieser im Allgemeinen. Da hat auch bereits netzpolitik.org über Artikel 6 der selben Richtlinie berichtet, welcher etwa Terrorpropaganda bereits mit in den Bestand der zu filternden Inhalte aufzunehmen gedachte, und somit klare Bezüge zu einem missbrauchbaren Zensurinstrumentarium geschaffen hätte. Über der Überschrift gegen Artikel 13 macht das natürlich keinen Sinn, gegen die EU-Urheberrechtsreform jedoch schon. Es ist nur mehr tragisch, dass „EU-Urheberrechtsreformendemos“ medial nicht so griffig ist wie „Artikel 13 Demos“.

    • Natürlich hätte es „Unter“ statt „Über der Überschrift” heißen sollen.“
      Darüber hinaus inhaltlich zu korrigieren, dass der problematische Artikel 6 wohl nicht in der Urheberrechtsreform selbst, sondern in der parallel anrollenden Verordnung für Terror-Regulierung enthalten ist, und damit potenziell etablierte Upload-filter neben dem Vergütungsversprechen, zum Zensurinstrumentarium ummünzt.

  14. Mensch Linus, da haste dich aber umständlich ausgedrückt. (als du die Prozentzahl Genauigkeit der Filter auseinander genommen hast). Es gibt zwei Fehler, die ein Filter machen kann: Durchlassen, was eigentlich gefiltert gehört, und Filtern, was eigentlich durchgelassen gehört. Nun wäre es sehr leicht, einen Filter zu bauen, der einen der beiden Fehler nicht macht (einfach alles durchlassen oder alles wegfiltern), aber beide Fehlerraten gleichzeitig wegmachen ist nach aktuellem Stand unmöglich, vielleicht sogar immer unmöglich.

    Ich geb dir natürlich in der Sache Recht, eine Filterqualität sollte man nicht in nur einer Zahl messen. (Wahrscheinlich auch nicht in zweien). Aber so wie du es gesagt hast… hätte ich es nicht vorher schon verstanden gehabt, hätte mir das nicht geholfen ;-)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ich akzeptiere

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.