LNP293 Versteckt hintenrum

26.03. Uploadfilter

Direkt nach der Abstimmung des EU-Parlaments für Uploadfilter sprechen wir mit Julia Reda über das Ergebnis.

Dauer: 0:54:12

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Interview mit Julia

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47 Gedanken zu „LNP293 Versteckt hintenrum

    • mich wundert
      warum nicht mehr abspringen
      oder alle
      die sache ist durch
      und man will ja nicht derjenige oder diejenige sein
      die einer unpopulären sache
      zugestimmt hat

    • Nein! SPD-Abgeordnete wollen nach der Abstimmung was ganz anderes geplant haben? Das klingt ja komisch… und erinnert mich an irgendwas… ah, die CDU!

      CDU vor der Abstimmung:
      Ihr seid alles Bots. Und Uninformierte Kinder. Konzerngesteuert. Hört nicht auf jeden Scheiß, den euch ein paar YouTuber erzählen!

      CDU nach der Abstimmung und vor der Europawahl:
      Wir brauchen ein freies Internet! Die jungen Wähler nehmen wir ernst. Diffamierung ist kein Weg zum Ziel!

      https://twitter.com/CDU/status/1110582374029582337

  1. Ist das nur bei mir so oder existiert der Twitteraccount von Alec Empire nicht mehr?
    Zumindestens der Link führt ins Leere und der Twitteraccount existiert nicht.

    Auch wenn es ein dunkler Tag ist, danke für die regelmäßigen Updates, die vielen technischen und politischen Hintergründe und die Glatze am Kopf, die durch die ganzen Facepalms entstanden ist.

    Was vielleicht eine sinnvolle, wenn auch nervige Idee sein könnte, wäre den bestehenden Kontakt zu YouTubern auszubauen und mit diesen in Zukunft Themen so zu übermitteln, dass auch technische Informationen ankommen.

    • Der gute Hr. Empire hat sich anscheinend wirklich komplett von Twitter verabschiedet. Sich komplett zu entziehen ist auch eine Diskussionstaktik. Sicherlich die schlechtest mögliche, aber eine mögliche.

    • Als ich den Namen “Alec Empire” zum ersten Mal gehört habe, dachte ich zuerst, dass es sich um eine misslungene Übersetzung von “Alexander Gauland” handeln müsste :-)

  2. Julia, Thomas, Linus, danke für Euer Engagement und die Berichterstattung über einen so langen Zeitraum!

    Gestern war ja ein Tag mit einem Haufen Enttäuschungen, da kann man sich gar nichts vormachen (Klimapolitik in D sowie die Aktivitäten im Hambacher Forst kamen ja auch noch dazu). Knapp am Ziel vorbei, das ist bitter. Und heute jubeln die Zeitungen, sprechen vom Ende des Internets als rechtsfreiem Raum etc. Oh Mann…

    Aber es gibt auch Hoffnung, denn Ihr (und viele Mitstreiter) habt so viele Leute motiviert sich für ihre Belange politisch zu engagieren, tatsächlich mal aktiv zu werden, einen Kontakt in die EU aufzunehmen – und dabei zu erfahren dass das wirklich nicht so weit weg ist wie es immer den Anschein hatte. Es wurden viele Gespräche geführt zwischen Leuten die sich wahrscheinlich kaum mal mit anderen auf konstruktive Weise über Politik unterhalten hätten. Auch all das ist passiert und das ist die positive Seite des leider negativen Ergebnisses. Ich bin mir sicher, dass viele derzeit merken, dass es doch nicht unmöglich ist, etwas zu ändern, seine Stimme zu erheben, mit Gleichgesinnten etwas zu unternehmen. Das macht mir jedenfalls viel Hoffnung für die Zukunft. Und ich möchte an der Stelle noch einmal betonen: die ökologische Bewegung und die digitale Bewegung sind meiner Ansicht nach zwei Facetten einer Entwicklung die momentan die Kraft und die Chance hat unsere Lebenswelt nachhaltig zu prägen. #BitsUndBäume war da ein Schritt in die richtige Richtung das zu vernetzen.
    Ein Aspekt der mir beim Hören der aktuellen LNP Folge durch den Kopf ging: die Sprachbarriere in der EU. Ich weiß nicht ob das nur ein sehr subjektiver Eindruck ist, aber mir scheint dass wir die Haltung z.B. der Franzosen in der Sache der Urheberrechtsreform nicht verstanden haben. Ich habe nirgends davon gehört oder gelesen, klar vielleicht mein Fehler, meine Filterblase. Unsere politischen Diskurse sind medial nach wie vor sprachraumzentriert. Wir wissen in Deutschland i.d.R. relativ viel über Österreich weil es dieselbe Sprache ist, aber wenig über (z.B.) Frankreich weil nur ein Bruchteil von uns dieselbe Sprache spricht. So als konstruktive Kritik für die Zukunft gemeint: wie wäre es, EU-Themen auch mal mit Gästen aus anderen Ländern zu besprechen, ggf. mit Netzpolitik-interessierten Expats?

  3. Mal eine möglicherweise naive Frage, die mich aber dennoch interessiert: Gibt es denn Überlegungen (so vage sie sein mögen), einen “Community-Upload-Filter” zu entwickeln? Frei nach dem Motto, wenn wir schon das schlimmste nicht abwenden können, wollen wir es zumindest abmildern? Um sozusagen das nicht auch noch den großen Playern zu überlassen? Und dann open-source, öffentlich finanziert und mit neutraler Plattform? Gibt es da irgendjemand, der zumindest schon mal in diese Richtung gedacht hat?

  4. zu meinen es wäre extrem knapp gewesen
    ist extrem nicht so gescheit
    (oder absichtliche irreführung)
    natürlich werden nicht viele lust haben
    einer unpopulären sache zuzustimmen
    wenns nicht notwendig ist
    wenn man die 50% schon erreicht hat

  5. Ich schließe mich meinen Vorredner*innen an. Vielen Dank für die exzellente Berichterstattung, die vielen Hintergrundberichte und die Unterstützung in Original-Material und deren Interpretation.

    Zur Anregung von Marc: Ist mir auch aufgefallen und fände ich sehr gut.

    Zur Anregung von Jan: Es gibt in github schon ein OpenSource-Projekt dazu. Mir fehlt noch eine HackerEthik im Projekt, doch immerhin ist ein Anfang gemacht: https://github.com/uploadfilter/uploadfilter

    Um die Debatte zu verstehen, rege ich noch einmal an, sich diese beiden Beiträge von Peter Kruse anzuschauen. Er hat die gesellschaftlichen Hintergründe beleuchtet. Ich denke, wir müssen uns mehr mit dem Welt- und Menschenbild auseinandersetzen, um hier zu besseren Lösungen zu kommen. Zu oft bleiben wir im Klein-Klein und verpassen den Gesamtüberblick. Das wäre zum Beispiel auch wichtig, um auf der individuellen Ebene zu klugen Entscheidungen und zu einem beherzten Handeln zu kommen. Wir alle prägen Gesellschaft mit unserem (Nicht)Tun.

    Peter Kruse bei der re:publica 2010
    https://www.youtube.com/watch?v=ryiuuUKQJy0
    In seinem Vortrag ging Peter Kruse ein auf: Kampf kultureller Wertewelten: Warum polarisiert das Internet die Gesellschaft? Verschiebung der Machtverhältnisse: Warum verändert das Internet Wirtschaft u Politik.

    Stifterverband im Gespräch mit Peter Kruse zur kommunikativen Macht in Netzen (2011):
    https://youtu.be/5e21bPydGaQ

  6. oh mein gott oh mein gott oh mein gott
    wie naiv kann man denn sein
    sowas wird nicht demokratisch entschieden
    die menschen haben da keine möglichkeit der mitbestimmung
    das ist doch nicht so schwer zu begreifen
    wo ist das problem?

  7. Ich bin auch traurig über das Ergebnis, wirklich enttäuschend. Jedoch sollte unser Engagement jetzt nicht nachlassen, sondern noch entschlossen auf die EU-Wahl hinarbeiten. Danke für euren Podcast und danke an alle Beteiligten im Hintergrund.

    PS:
    Direkt nach der Abstimmung des EU-Parlaments für Uploadfilter sprechen wir MIR Julia Reda über das Ergebnis.

    Da ist ein Tippfehler:

    Direkt nach der Abstimmung des EU-Parlaments für Uploadfilter sprechen wir MIT Julia Reda über das Ergebnis.

  8. Und was nun?
    Will sich jemand die Mühe machen und die Lobbistinnen und die dahinter stehenden Unternehmen auflisten und die breite Netzgemeinschaft boykottiert diese Unternehmen?

    Zusätzlich können wir die Ja Sager in allem was Sie sonst noch tun kritisieren und Ihnen einen dauerhaften Shitstorm bescheren.

    Wem würde Julia bei der EU Wahl ihre Stimme geben? Ich bitte um eine Wahlempfehlung.

    PS: Dieses augenkrebsverursachende im Text und extrem ohrenschmerzerzeugende Gendern könnte wirklich aufhören.

    “Vorredner*innen” muss das sein?
    Was ist mit denjenigen die sich weder Mann noch Frau fühlen, geehrte/r/s Frau/Mann/Unbestimmt Köppe vom Beitrag 27. März 2019 um 10:32?

    • Das * ist bewusst dazu da um Menschen, die sich jenseits von männlich/weiblich sehen, mit zu nennen. Deshalb hat es bei vielen das binnen-i oder das / abgelöst. Ich mag Sternchen – haben bei mir bisher noch kein Krebs verursacht.

      • Ich finde dieses * unlogisch verwendet.
        Logisch (nicht schön und auch nicht von mir praktiziert bzw. unterstützt) wäre, z.B.:
        Lehrer* (*=”” für männlich, *=”in” für weiblich, *=wie_auch_immer_die_Endung_sein_soll für unbestimmt)
        Polizist*
        Podcaster*
        usw

        Zumindest für Leute die schon mal vor einer Textkonsole gesessen haben ist das logisch.

        Bei Lehrer*in fliegt dir ein Syntaxerror um die Ohren

        • Gesprochene Sprache funktioniert nunmal anders als Programmiersprache. Die Logik liegt in dem, was ausgesagt werden soll, nicht in dem, was theoretisch alles ausgesagt sein könnte, nähme man die Sprache als rein logischen Inhaltsbaukasten.
          Lehrer* wäre erneut die Priorisierung der männlichen Form mit dem Anhängsel, dass alle anderen auch mit gemeint sind. Also im Grunde der viel besungene generische Maskulin mit einem Alibizeichen hinten dran. Bei solchen Formen geht es aber nunmal darum, Menschen explizit anzusprechen und nicht als “ihr anderen auch irgendwie”. Dazu gehört, dass man sprachlich die weibliche Form erkennbar macht. Und da es für nich-männlich/weiblich keine sprachliche Form gibt, wird es mit dem Symbol gesetzt. Das Sternchen ersetzt eben nicht Zeichen, sondern Inhalt.

  9. Idealfall YT: Browser-Plugin das die Suche auf Yt über einen kostenlosen VPN oder Tor leitet, wenn das gewünschte Video in der EU nicht verfügbar ist wird es durch so einen Dienst runter geladen, sonst normal.

    Idealfall Google News: Die bezahlen Nachrichtenagenturen statt Zeitungen, drücken den Preis dank Google Translate. Kommentare und Meinungen werden nur umschrieben, so wie es oft auf Seiten wie Perlentaucher geschieht. Nur wenige Kommentare werden mit Vorschau verlinkt. Kleine Anbieter von Meinungen und Kommentaren z.B. Blogs werden dabei aber genauso wie die großen Medien behandelt. Nach der Fake-News-Kampagne zu Richtlinie zieht das Argument Seriösität dagegen nicht mehr. Google News baut dann noch eine Plattform für Lokal-Journalismus auf, in Konkurrenz zu den bestehenden Anbietern.

    Idealfall Allgemein: Wir machen mehr mit Peer-to-Peer, wie IPFS. Wenn man Inhalte im Voraus runterlädt, wie bei einigen Apps, dann geht es auch schnell. Dann muss aber vielleicht auch mal ein Anbieter bezahlt werden.

    Nur eine Sache wundert mich noch: Wenn selbst große Anbieter nicht zuverlässig Satire und Co. erkennen können, ist es dann nicht so das sie gar nicht filtern müssen, zumal sie das nicht rausfiltern dürfen? Sie können immer sagen es geht halt nicht besser, wegen den Ausnahmen. :D

    • Browser Plugin wird nichts nützen. Der Filter wird ja verhindern, dass Dinge überhaupt erst hochgeladen werden.

      Satire-Filter: das wird eher umgekehrt laufen. Yt&co werden eher zu viel blocken und sich dann bei Beschwerden auf die technischen Grenzen berufen als Klagen mit konkretem Geldwert durch seeehr reiche Rechteverwerter zu riskieren.

      • Alle außerhalb der EU können weiter Sachen hochladen die hier nicht gehen, ebenso jeder der einen Anonymisierungsdienst nutzt. Eine Folge der Richtlinie wird sehr wahrscheinlich genau sein, dass Inhalte für EU-Bewohner geblockt werden, dass bedeutet aber nicht das sie von der Plattform verschwinden.

        Was den Satire-Filter angeht wollte ich nur auf die umgekehrte Möglichkeit hinweisen, dass bedeutet nicht das ich die andere Entwicklung für ausgeschlossen halte. Wenn sie einige Male vor Gericht gewinnen, dürfte ihnen das schon helfen, daher denke ich sie werden es versuchen.

        • Wenn ich sehe welche Gesetzeswünsche noch so in der Pipeline sind, dann soll es bald keine Anonymisierungsdienste geben und der Betrieb unter Strafe gestellt werden. Ich fände es wichtig das Momentum zu nutzen, um die kommenden Gesetzesinitiativen schon viel früher zu attackieren. Hat jemand eine Idee, wie das gehen könnte? Ich will meine Hoffnung nicht verlieren.

    • Nur eine Sache wundert mich noch: Wenn selbst große Anbieter nicht zuverlässig Satire und Co. erkennen können, ist es dann nicht so das sie gar nicht filtern müssen, zumal sie das nicht rausfiltern dürfen? Sie können immer sagen es geht halt nicht besser, wegen den Ausnahmen. :D

      Ich dachte auch, kann man die Anforderungen der Richtlinie, die sich für Filter ergeben, nutzen, um die Forderung aufzustellen, Content ID muss in der EU abgeschaltet werden bis sie die Urheberrechtsschrankenausnahmedetektion (u sad) nachgerüstet haben?

  10. Die Stimmungsmache und Desinformation in Medien wurde im Heise-Forum treffend als „PsyOps vom Feinsten“ beschrieben.
    Dem schließe ich mich an.

    Kann jemand einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss dafür einrichten?

    • Oh, bitte nicht, besser nach vorne schauen und die Energie da rein stecken. So bitter das nun ist, aber da käme doch eh nix bei raus…

  11. Und: ich liebe LNP! Ihr seid eine der wenigen Informationsquellen mit gleichbleibend hohem Niveau.
    Danke für eure Arbeit und Motivation.

  12. Ich habe heute mit der (einzigen) Abgeordneten telefoniert, die den pledge2019 geleistet hat, aber trotzdem für die Richtlinie gestimmt hat. Eine finnische Sozialdemokratin, was sich gut trifft, weil ich auch in Finnland wohne und wähle.
    Was mich überrascht hat, war ihre Aussage, dass die Richtlinie parteiintern gar nicht diskutiert wurde. Ich nehme an, die haben halt einfach nach der S&D-Vorlage gewählt.
    Das wäre so ein Fall gewesen, wo Raum für Überzeugungsarbeit für uns gewesen wäre, was aber nicht passiert ist, weil – Anknüpfung an den Kommentar von Marc – die Richtlinie in der finnischen Öffentlichkeit einfach kein Thema ist.

    • Ein Symptom dessen: Am Aktionstag am Samstag waren in Helsinki geschätzt 30 Leute auf der Straße, die Hälfte davon deutschsprachige Expats.

      • Tatsächlich scheint es mir wichtig zu sein, den Focus auf Vernetzung in andere Länder zu legen. Wenn man überlegt wieviel in D/A gerissen wurde und welches Potenzial in den Nachbarländern vielleicht noch bestünde. Den Erfolg in die Breite bringen…

  13. Wir digital Natives wurden gerade von der EU erobert.

    Im Raum der EU gilt die DSGVO.
    Diese sichert unsere Rechte gegenüber Staat und Unternehmen.
    Die DSGVO legt damit Grundrechte für den Cyberspace in der EU fest.

    Wir digital Natives lieben unsere Freiheit im Netz.
    Artikel 11 und 13 schränken unsere Freiheit im Cyberspace ein.
    Das gefällt uns nicht – deshalb protestieren wir.

    Die EU ist ein großer Wirtschaftsraum.
    Wer in der EU Inhalte anbieten möchte muss sich an die DSGVO halten.
    Die gute Regelung der DSGVO wird somit weltweit Umsetzung finden.

    Das Neuland Cyberspace wurde gerade von der EU erobert.
    Die Verfassung dieses neuen Landes wird auf den Grundrechten der DSGVO basieren.
    Der “Meatspace”-Teil von mir findet das gut.

    Der anarchistische digital Native in mir ist wütend.
    Der Rest von mir findet die EU eigentlich ganz toll.

  14. Ich möchte explizit der Kritik widersprechen, die Folgen wären zu lang. Das waren sie bisher noch nie. Man sollte sich selbstverständlich nicht x-mal im Kreis drehen bei einem Thema, aber der allgemein natürliche Gesprächsverlauf sowie das Gehen in die Tiefe sind ja gerade was ich, und sicherlich auch andere Hörer, so an LNP schätzen!

    Folgen dürfen ruhig etwas länger sein!

  15. Der Oettinger meldet gerade mal an, dass Deutschland ja keine zu lasche Umsetzung des Gesetzes versuchen sollte, sonst gibt es Ärger mit der EU-Kommission. Probleme gäbe es eh nicht, Uploadfilter sind eh schon normal und Betreiber müssen halt nur Verträge mit Verwertungsgesellschaften schließen … Und ja, die sollen sich gefälligst mit der Umsetzung auch beeilen: https://www.politico.eu/newsletter/brussels-playbook/politico-brussels-playbook-presented-by-google-not-brexit-day-oettinger-interview-did-vestager-kill-renzi/

  16. Hallo Thomas,
    ihr müsst http://pledge2019.eu/ wieder zum Anrufen freischalten… Mit der Verordnung .„zur Verhinderung der Verbreitung terroristischer Online-Inhalte“ sollen noch mehr Rechtsunsicherheiten, durch Uploadfilter und nicht leistbare Sperrfristen geschaffen werden.
    Wir müssen also wieder mit den Abgeordneten sprechen!
    Das Zugangserschwerungsgesetz vor 10 Jahren war gegen Kinderpornografie, und die Filterlisten kamen immerhin vom BKA, trotzdem wurden politische Seiten ohne Kinderpornografie gesperrt.. Bei Uploadfiltern sollen KI-Systeme entscheiden, noch undurchsichtiger / unkontrollierbarer!

    Ich bin mir nicht sicher, ob das gut oder schlecht ist, aber vielleicht hilft die Notwendigkeit weiter zu machen, dass der Hashtag #wählengehen auch bis zum 26.5. trendet…

  17. @Linus

    Während wir jetzt alle erschöpft und enttäuscht vom vergeblichen Demonstrieren gegen die Urheberrechtsreform sind, wollen CDU/CSU u. a. heimliches Betreten von Wohnungen inklusive Trojaner-Installation bei Deutschen (!) in Deutschland (!) für den BND (!) legalisieren.
    So wird das Szenario, einem politisch unliebsamen, aber rechtlich sauberen Bürger KiPo als perfektes, weil todsicheres Kompromat unterzuschieben, immer wahrscheinlicher. Wie gehst du als politisch Aktiver und Hacker mit besonderen Fähigkeiten ganz persönlich mit diesem Risiko um, Linus? Wie sollten wir uns verhalten? Es soll in der Szene schon Versuche gegeben haben, unliebsame Stimmen mit dieser Masche mundtot zu machen. Interessante Zeiten…

  18. Der EVP-Kandidat für das Amt des Kommissionspräsidenten Manfred Weber (CSU), ein Befürworter der Richtlinie, hat am 29.03.2019 in einem Interview mit dem ZDF (“Was nun, Europa?”, https://www.zdf.de/politik/was-nun/was-nun-europa-104.html ab 14:00) gesagt: “… wenn sich bei der Einführung, bei der Umsetzung … , wenn sich da herausstellen sollte, dass es wirklich zu Eingriffen gegenüber der Meinungsfreiheit kommt, der Zensur kommt, …, dann bin ich auch jederzeit bereit, über Revision nachzudenken.”

    Seht Ihr realistische Möglichkeiten, die Auswirkungen der Richtlinie zu evaluieren, natürlich abgesehen von unwahrscheinlichen Großereignissen wie Youtube wird in EU komplett abgeschaltet. Kann man Wirkungen wie Einschränkungen der Meinungsfreiheit und der Vielfalt im Netz, höhere Vergütungsanteile für die Kreativen oder es landet doch mehr Geld bei der Verwertungsindustrie und den Verlagen so feststellen, dass sie auf die Richtlinie zurückzuführen sind, oder besser noch diese Wirkungen quantifizieren?

    • Das Problem mit Richtlinien ist, dass sie eben in jedem Mitgliedstaat in ein lokales Gestetzt umgesetzt werden müssen. Dann daran wieder etwas zu ändern, das dauert.

      Weiterhin verhindert die Intransparenz eines eventuellen Overblockings eine ordentliche Evaluation.

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