LNP390 Qualitätsschwankungen in der Suchtmittelversorgung

Feedback — Schauspieler auf Abwegen — Corona-Warn-App — Luca App — Signal hackt Cellebrite — Frag den Staat vs. Frontex — Jobs

Dass die Gesellschaft langsam aber sicher den Verstand verliert wird diese Woche noch mal eindringlich von einer Reihe von Schauspielern demonstriert, von denen Tim noch nie was gehört hat. Während der rechte Rand jubelt machen sich Politiker und Talk Shows auf, um "den Dialog zu suchen". Na danke.

Still und leise wird aber dafür das lang erwartete Checkin-Feature der Corona-Warn-App released während sich die Schlammschlacht rund um die weitgehend nutzlose Luca App weiter ausdehnt. Siehe oben.

Dafür haben wir aber auch noch ein paar gute Nachrichten von der Front und für Interessierte auch noch ein paar Jobgesuche für Euch.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Mein Name ist Tim Pritlove, ich bin Podcaster und ich möchte heute Danke sagen.
Linus Neumann
Danke an alle Restintelligenten dieses Landes, die seit über einem Jahr unermüdlich verantwortungsvoll und mit klarer Haltung dafür sorgen, dass der Diskurs genau da bleibt, wo er hingehört, nämlich im Rahmen.
Tim Pritlove
Lokbuchnetzpolitik Nummer dreihundertundneunzig vom was haben wir denn heute? Den vierundzwanzigsten äh April, zwanzig einundzwanzig Ja und äh ich habe das Gefühl, es sind äh nicht alle ganz dicht.
Linus Neumann
Alter.
Tim Pritlove
Was ist los? Was äh erlaube Schauspieler.
Linus Neumann
Wie erbärmlich, wie peinlich.
Tim Pritlove
Genau. Hallo, ich bin's, äh ein überbezahlter Schauspieler, der sich keine Sorgen um die Zukunft machen muss in meinem exklusiven äh Einfamilienhaus, mit Garten uns ja alles so schlimm.
Linus Neumann
Konnte gar nicht weggucken.
Tim Pritlove
Ich konnte erst gar nicht hingucken. Ich hab's.
Linus Neumann
Ben Becker. Ben Becker am Set. Ja beschwert sich, dass er vom Plastiktellern essen muss und nicht drehen könnte. Vom Set aus seinem Clownsvagon. Oh liefer's! Was erlaube, aber und Ritchie Müller, ich meine, der hat wenigstens dann am Ende irgendwie vierundzwanzig Stunden oder so später eingesehen, dass das vielleicht eine absolute Unverfrorenheit war, was er da mit diesem Atmen aus Tüten gemacht hat, ne. Also hätte es ja dann noch, sie hätte gesagt, ja also okay, das ist mir irgendwie nicht aufgefallen, dass das komplett asozial war. Ulrike hat was was ist in die Gefahr?
Tim Pritlove
Kanntest du die alle?
Linus Neumann
Die drei kenne ich, weil das Tatort äh ähm.
Tim Pritlove
Ich gucke ja kein Tatort. Ich habe überhaupt mit dem mit der deutschen äh ich kenne ihn ein, ernsthaft.
Linus Neumann
Ist auch Tatortkommissar gewesen oder immer noch.
Tim Pritlove
Habe ich mal gehört.
Linus Neumann
Und dieser, der, der, der den ganzen Quatsch initiiert hat, der hat der war auch Regisseur bereit bei drei Tatorten. Da gibt's auch.
Tim Pritlove
Ich kenne die alle nicht. Das ist kein Witz.
Linus Neumann
Das ist ein Privileg, das ist ein Privileg. Wir gehen mit unserem Privilegien nicht an. So. Tu jetzt mal so, als würdest du die kennen. So und der der, Der Typ, der das editiert hat, dieser Brüggemann. Also es gibt ja jetzt so eine schöne Aufklärung, wo nur so beim NDR die, also die die Frage, die man sich ja eigentlich gestellt hat, ist. Wie haben sie es geschafft, dreiundfünfzig Leute für diesen, für die Aktion zu begeistern, ohne dass irgendeine von denen zwischendurch mal gesagt hat, so ey Leute, vielleicht, vielleicht ist das komplett geschmackslos, geschmacklos und scheiße, was wir hier machen, ne. Und, da äh eine Agentin, die beim NDR nicht namentlich benannt wird, hat halt irgendwie so gesagt so, ja, es wäre ja schon auffällig, wie viel Tatort da drin ist ob die nicht vielleicht eine eine WhatsApp-Gruppe hätten oder so. Und ich glaube, genau das ist das, so ein Telegramkanal, der der Tatort äh Kommissarin oder sowas.
Tim Pritlove
Also es ist äh ganz, also ich. Das ist jetzt auch natürlich ein sehr sehr persönliche Sichtweise, aber ich komme komme mit deutscher Schauspielkunst ohnehin nicht klar. Also bei mir erzeugt das einfach, Schmerzen und es hat in dem Moment auch, gemerkt wieder, warum. Weil das einfach mit der Realitätswahrnehmung wenig zu tun hat. Die sind also wirklich da äh in so einem Spiel gefangen und äh da ist schon noch so eine dünne Wand zwischen ihnen und der Außenwelt. Und das, hat sich da einfach sehr schön gezeigt, wie schnell man dann eben sich aus so einer Beklopptheit dann auch äh instrumentalisieren lassen kann. Das wurde ja dann auch, wunderbar demonstriert, ne, indem einfach Querlinker, AfD und Hans-Georg Maaßen drauf angesprungen sind und äh gejubelt haben, wie sie doch jetzt hier irgendwie die Maßnahmen der Regierung kritis, haben. Also wirklich eine Frechheit und ähm das ist halt einfach die die Gruppe der Leute, die überhaupt noch Schickungen hat, äh. Überschaubar geworden.
Linus Neumann
Also ich ich muss dazu noch zwei, zwei, drei Sachen sagen. Also erstens, unter diesen Videos befindet sich eines von irgend so einem deutschen Schauspieler, den ich auch nicht kenne, der spezifisch. Nur darüber spricht, ähm äh sich darüber lustig macht, was es bedeutet, Applaus von der falschen Seite zu bekommen. Phase, da ist es ja alles, also alles ja wirklich hochgradig verstörend, was die da reden. Und in dieser Art redet er darüber so, wenn ich im Theater auftrete, dann darf rechts keiner sitzen, weil dann dann kommt der Applaus nicht von der falschen Seite. Aber wenn, von der Bühne aus gesehen ist ja andersrum, also darf gar keiner mehr ins Scheiß, ne? Aber spezifisch. Sich mit Applaus von der falschen Seite auseinandersetzen. Und das, bevor sie es überhaupt veröffentlicht haben, ja? Das ist das Erste. Das Zweite ist. Jan, Josef Liefers, völlig durch. Im WDR-Interview, Ja, die haben dir dann irgendwie zur aktuellen Stunde, haben sie den da äh und der setzt damit mit ungepflegten Haaren, im Bademantel, am Küchentisch oder so, ne, also weiß ich, wahrscheinlich ist das irgendein Designer äh Jackette, sieht aber aus wie ein Bademantel und ähm. Sagt dann, also beschuldigt dann den Redakteur, der ihm Fragen stellt, dass, so wäre ihm ja zuletzt begegnet worden, was weiß ich, irgendwie in der DDR. Und das ist der Jan Joseph Liefers, der unmittelbar nachdem er einen Scheiß redet, den kein Mensch, hätte hören müssen, in die Nachrichtensendung des WDR geladen wird und und noch eine Stunde später bei drei nach neun sitzt, ja? Und dann irgendwie erzählt, er dürfte bestimmte Dinge nicht mehr sagen. Der heute in der Bild-Zeitung. Das Titelblatt hat, ja? Und der der zieht hier irgendwelche DDR-Vergleiche. Sorry, der Typ hat alles, also der hat ja komplett die Bodenhaftung verloren Und ich habe mich heute, ich habe lange auch wirklich so ein bisschen gerätselt, woran das liegt, ja und dann habe ich heute mal gefragt, so, ob eventuell, eventuell, nur eventuell der Verdacht, ja? Das irgendeine kritische Koks-Infrastruktur hochgegangen ist, und die deshalb jetzt irgendwie den Scheiß ziehen müssen, den du auf der Straße kaufen kannst, ne? Hier Jean Peters vom Pain-Kollektiv hat mich dann darauf hingewiesen, dass hier vor ein paar Tagen irgendwo hundert Kilo äh Drogen ähm. Du kein Scheiß. Und in Hamburg haben die auch vierzehn Kilo Koks hochgenommen. Die müssen jetzt einfach schlechten Shit ziehen. Also ich versuche, ich ne, jetzt, ganz ehrlich, ich versuche hier die Entschuldigungen zu suchen, die Jan Josef Liefers nicht einfallen.
Tim Pritlove
Der Typ spielt beim Tatort einen Rechtsmediziner.
Linus Neumann
Na ja, ich habe also der spielt nicht einen Sonder, der der ist einfach nur er selber, ne, also der ist, wenn du dir den anguckst, das kannst du jetzt von dem Burner, den er da im Tatort spielt, nicht unterscheiden. Das, also. Der spielt ähm im Münsteraner Tatort. Das ist, glaube ich, auch so wahrscheinlich sind das die beliebtesten Tatorte oder sagen wir die mit den höchsten Einschaltquoten zusammen mit dem Axel Prahl, ist ein sehr, sehr klamaukiger Tatort. Ähm der aber auch auf eine gewisse Weise Kultstatus hat. Axel Prahl ist so ein äh ja, so ein, Sankt Pauli Fan äh Kommissar so mit ja, der sein Leben sehr einfach äh gestaltet und ähm der, Jan Joseph Liefers ist da halt äh dieser äh Gerichtsmediziner ein ein absolut arrogantes Arschloch, was er zu zu einer Selbstüberschätzung äh neigt und äh eine sehr smarte Assistenz hat, äh, kleinwüchsig ist und die er immer als Alberich bezeichnet und so, ne, also so ein richtig also, bis vor kurzem habe ich gedacht, dass er das spielen würde, aber er er ist das einfach, ja? Das erinnert mich so ein bisschen an diesen Beatlessong äh aber ähm ja, das ist äh, Also der Münsteraner Tatort hat tatsächlich äh sehr großes humoristisches Potential äh gehabt in letzter Zeit äh ist das hat das ein bisschen gelitten, weil die das auch übertrieben haben, ne? Also diese. Diese Thiel und Burne-Nummer, die wurde in immer größere Extreme gezogen und das ist einfach nur noch, einfach nur noch lächerlich. Vor ein paar Jahren hatte ich den Eindruck, dass das noch so ähm ja, eine unterhaltsames Salz in der Suppe war beim Tatort. Inzwischen ist das halt eine versalzene Suppe, der Monster war in der Tatort, kannst dir auch nicht mehr angucken. Aber äh.
Tim Pritlove
Ich bin beeindruckt von deiner äh Kulturkenntnis äh des des Deutschen ist. Ich gehe gerade nochmal diese Liste durch von diesen Videos, auf alles dicht machen.
Linus Neumann
Müller ist übrigens auch Tatortkommissar gewesen, glaube ich.
Tim Pritlove
Ich lüge dich jetzt nicht an. Ich kenne keine einzige Person, von denen Heike Madschatz.
Linus Neumann
Heike Makatsch, du kennst Heike Makatsch. Stimmt, Makatsch.
Tim Pritlove
Ja die die kenne ich, aber die ist da auch nicht mehr drauf.
Linus Neumann
Genau, die hat Anstand, die hatte.
Tim Pritlove
Na ja, ich meine, man muss sich natürlich schon fragen, wie wie kommst du da überhaupt erstmal hin? Ich meine, wenn sie jetzt zumindest schnell reagieren und so ein bisschen Einsicht äh generieren, ja, ne, aber jeder, der jetzt hier noch drauf ist, äh muss sich, einfach was schämen. Aber ich kenne keine einzige dieser Personen und ehrlich gesagt habe auch nicht das Gefühl, irgendwas verpasst zu haben jetzt und ähm ich hoffe, äh, dass sie irgendwie noch zu retten sind. Dann schreiben sie ganz am Ende noch so, übrigens, fuck Nazis.
Linus Neumann
Ach ach ey komm, der Tim, der also was, was ich was das Fass, das also. In einer normalen Welt, ja, würde man sagen, okay, alles klar, Dreiundfünfzig Leute, kollektives Karriereende. Ähm was hat die da hingetrieben, ne? Könnte man noch ein Buch drüber schreiben, irgend so ein Psychoanalytiker oder so, ne. Oder ne, könnte man sagen, okay, krass. Das Schlimme ist doch, dass das Tragische ist doch, dass die Bild-Zeitung, denen jetzt Recht gibt, ja, die Bild schreibt irgendwie, hier die Leute, die die Meinungsfreiheit von Jani Josef Liefers beschneiden wollen. Ähm die.
Tim Pritlove
Herr Spahn will sich den.
Linus Neumann
Will sich mit denen treffen.
Tim Pritlove
Ja, das ist doch alles, die haben doch alle, sorry, aber wir die ja.
Linus Neumann
Hast du dieses, hast du diese, mein Gott, hast du dieses Interview mit Ben Becker gesehen? Vor dem man das.
Tim Pritlove
Also wirklich, ich rufe nein. Gehört ja auch dazu, aber der hat hier kein.
Linus Neumann
Nee, beim Bäcker wurde, ähm, ich glaube, am nächsten Tag, also dann von von Bild TV interviewt und ähm. Also müssen jetzt mal neutral zu beschreiben. Also er führt dieses Interview geschminkt als Clown. Vermutlich angetrunken aus einem Wohnwagen. In Baden-Württemberg. Ja, also er beschreibt, dass er da am Set ist und seine schwerste Anklage, die er erhebt, ist, dass er sein Essen nicht auf Porzellan bekommt. Ist die härteste Anklage, die er erhebt. Und ähm.
Tim Pritlove
Schnee.
Linus Neumann
Also du kannst es es ist absolut absolut absolut es ist.
Tim Pritlove
Das Schöne ist, in der Krise merkst du wirklich, wer deine Freunde sind.
Linus Neumann
Na und vor allem ach so und die andere Anklage, die noch schwerwiegendere, die erklebt, die äh äh die erhebt aber die eben durch sein durch seine Präsenz am Set sage ich mal so ein bisschen an Schlagkraft verliert, ist das eher nicht drehen dürfte, das wäre also wie wenn man einem Maler die Pinsel wegnimmt, ja? Und das ist aber natürlich schwierig, weil der halt da geschminkt am Set steht. Äh sodass da sage ich mal seinem eigenen Argument keinen Gefallen tut, so, ne?
Tim Pritlove
Oh Gott.
Linus Neumann
Absolute Katastrophe und wie gesagt, steht jedem frei. Und ich finde das auch äh total gut, ja. Ich möchte auch eigentlich, dass das so viele wie möglich sehen, um sich da ihre Meinung zuzumachen. Und ähm. Es ja zur Kunstfreiheit gehört eben leider auch und zur Meinungsfreiheit, dass äh das, was ihr tut, andere Leute scheiße finden. Und ganz schlimm, also das Tragische ist, dass das jetzt halt wirklich dann gewürdigt wird ähm, Und ja und dass die halt von irgendwelchen Nazis wie ähm. Von irgendwelchen Nazis da Applaus kriegen und in den Telegram-Gruppen jetzt rauf und runter gefeiert werden und sich quasi explizit vor der Veröffentlichung damit auseinandergesetzt haben, dass das passieren würde. Und also och, so geschma.
Tim Pritlove
Regel eins, wenn du so eine Aktion machst und irgendwelche Videos veröffentlichst und du musst dem Ganzen ein dreitausend Zeichen langen Text voranstellen, wo du dich irgendwie erstmal erklärst, ja wir lassen uns nicht in eine Ecke stellen mit rechten Verschwörungstheoretikern und Reichsbürgern dann dann läuft schon mal was falsch. Ich weiß ja jetzt nicht wann dieser, dazugekommen ist, ob der da irgendwie von Anfang an stand oder äh ob sie das dann später reingeschoben haben, dann müsste man jetzt mal hier ins Archiv äh gucken aber das ist doch einfach mal, ey Leute wirklich, haltet euch einfach raus. Also das ist einfach die die Prominenten sind auch ehrlich gesagt, auch ein ein weiterer Fail in dieser Gesellschaft, in dieser Krise. Da ist echt nicht viel gekommen. Natürlich es gibt Ausnahmen, gibt erfreuliche Ausnahmen, ähm, Ja, wie Bimmermann, der auch, glaube ich, die einzig richtige äh Reaktion darauf gezeigt hat und einfach gesagt hat, so das einzige Video, was man sich angucken muss, ist hier irgendwie die Dokumentation, die äh Coronastation in der äh Charité und irgendwie, glaube ich, gleich die Domain mit Punkt com. Ich weiß nicht, wer sich das hat einfallen lassen, die dann darauf äh verweist, dass Okay, da sind dann so Spitzen, ne, zeigen aber zumindest, dass es noch so ein bisschen ähm ja, dass es so eine Gruppe gibt. Also ich äh appelliere wirklich an die Gruppe der Restintelligenz, ne. Bleibt einfach mal klar. Irgendwie auch noch umkippt so, dann äh ist überhaupt nichts mehr zu retten. Wir müssen jetzt auch wirklich die Fassung bewahren, ist wichtig und ähm ja, die Schauspielerzunft in Deutschland, die hilft auf jeden Fall nicht.
Linus Neumann
Der ich bin hier gerade auf dieser Seite, der mit der äh mit dem Applaus von rechts äh Ding ist. Jens kannte ich vorher auch nicht, aber äh ja, herzlichen Glückwunsch für so eine lustige, lustigen Beitrag. Ähm, Ja, man kann also. Das Schlimme ist ja also diejenigen, die sich davon verabschieden äh und davon lossagen, denen das muss man natürlich anerkennen, das ist äh Heike Makatsch, Merit Becker, Richie Müller, nach meiner Kenntnis bis zum jetzigen Zeitpunkt, ähm die sich davon, distanziert haben und sich dort haben entfernen lassen. Ich finde auch das Video von Ulrike dort nicht mehr interessant ist. Natürlich dann auch mit welcher mit welcher Begründung und so man das tut. Und ähm das sind natürlich dann auch streckenweise sehr selbst sehr selbstmitleidige und sehr selbst dienliche Begründung, mit denen die Leute das da gemacht haben, mitunter. Ja und ähm, Ja, was eigentlich notwendig wäre, wäre halt mal auch also zu benennen, was hält's ja auch an dieser NDR, die Sache, der die mal auf den Grund gegangen sind, so, wie kriegst du. Dreiundfünfzig so Leute dazu, so ein zu machen, ohne dass irgendjemand mal sagt so, ey, vielleicht ist das eine schlechte Idee. Und was was man bis jetzt halt hört, ist, äh dass äh dass Ritchie Müller hat, das äh glaube ich gesagt, dass da halt auch Drehbücher verteilt wurden. Also die konnten sich ihre Rollen sogar aussuchen Ja? Was das jetzt irgendwie besser oder schlechter macht, das äh dass das.
Tim Pritlove
Wird dann gar nicht selber gedacht. Sondern da hat eine Agentur äh was entworfen, ja und die Schauspieler tun halt das, was sie halt tun. Sie spielen eine Rolle.
Linus Neumann
Agentur wohl nicht, also dass das scheint wohl primär tatsächlich auf diesen Dietrich Brüggemann und den Jan-Josef Liefers zurückzugehen. Was ist was ist bisher äh was da bisher äh äh öffentlich gemacht wird? Die Agentur spezifisch nicht.
Tim Pritlove
Aber da ist doch für so eine Agentur die Rede.
Linus Neumann
Nein nein eine eine Agentur, also was hier in dem NDR-Bericht ähm zitiert wird, ist eine Agentin, die sagt, ähm also hier. Ich zitiere mal kurz aus dem NDR Text. Die Künstleragentur, die normalerweise die Kreativen und sozialen Engagements der Schauspielerinnen und Schauspieler koordinieren, waren offenbar nicht eingebunden Entsprechend groß ist bei vielen der Ärger. Ich habe allen gesagt, dass das eine saublöde Idee ist, erzählt eine Agentin in den Hintergrund gegenüber Zapp Von den Plänen, wissen sie sie schon seit Anfang März. Die Aktion habe sich ausgehend von einer Handvoll Leuten in konzentrischen Kreisen über persönliche Netzwerke verbreitet. Erstaunlich sei die Dichte der Tatortkommissare, gerade so als hätten die eine eigene WhatsApp-Gruppe, spottet die Agentin.
Tim Pritlove
Okay, aber da ist so eine so eine so eine Agentur Wunder am Werk. Da heißt die, die irgendwie.
Linus Neumann
Ja, okay, dann habe ich.
Tim Pritlove
Das ist wohl dieser Typ, ja Wunder, was weiß ich, keine Ahnung. Auf jeden Fall Scheißidee und äh Leute, geht wieder zurück in eure kleinen Fernseh äh Kammern und glaubt nicht, dass ihr irgendwie groß was beizutragen habt. Ich meine, man merkt dann auch, wie auch gleich, es gibt da noch ein paar Leute, die irgendwie klar kommen hier so. Nora Tschirner habe ich einen Kommentar. Die hat sich da korrekt geäußert.
Linus Neumann
Ulmen auch.
Tim Pritlove
Worauf man auch drauf äh verweisen sollte, ist dieses Interview von einem menschlich auch nicht kannte vorher, aber gerne ideal kennenlernen möchte jetzt. Ullrich Matthes. Ähm der äh bei 3Sat Kulturzeit da ein längeres Interview zu zu gegeben hat und meiner Meinung nach alles dazu sagt, was man dazu sagen äh, vernichtendes äh Urteil und klares Statement. Also nicht, dass es jetzt hier heißt, so wir scheren alle Schauspieler über einen Kamm, gibt genug Schauspieler, die irgendwie auch Grips in der Birne haben und ähm Schauspieler allein ist halt jetzt erstmal noch keine Qualität äh, für euch gilt, wie, glaube ich, für alle, die so halbwegs in der Öffentlichkeit stehen, ja? Dadurch, dass ihr dieses prominenten, gesetzt habt bei euch. Ja, das mag bei manchen größer sein, bei anderen kleiner sein, aber Bekanntheit, Prominenz, das sind alles Dinge, die dazu führen, dass Leute einem vielleicht mehr Aufmerksamkeit geben als es manchmal angemessen ist und dementsprechend steigt mit der eigenen Prominenz auch die eigene Verantwortung. Und der hat man verdammt nochmal gerecht zu werden. Wenn man so das Maul aufmacht, dann sollte man auch entsprechend vorher darüber nachgedacht haben. Und das hat hier definitiv nicht stattgefunden.
Linus Neumann
Und da muss man noch dazu sagen, bevor das jetzt auch wieder losgeht, ne, also äh. Wenn die jetzt irgendwie das dürfte man nicht mehr sagen oder so, ne. Es wird halt bewertet nicht der Kern eurer Aussage, sondern auch die Qualität. Und äh die ist halt hier nicht vorhanden. Es wäre ja durchaus, ne, also es wäre ein Leichtes gewesen, für die. Zum Beispiel eine wohlformulierte. Und gut erklärte und bist durch Wissenschaftlerinnen, Gebäckte Aussage, zum Beispiel zu dieser Frage der äh Ausgangssperre nach zweiundzwanzig Uhr zu formulieren. Und daran eine Kritik zu formulieren. Es wäre übrigens, muss ich auch ganz ehrlich sagen. Ähm sehr in meinem Sinne auch gewesen, hier die Situation der Kultur. Mal qualifiziert aufzuzeigen, denn es ist ja richtig, dass ähm im Prinzip die die Kultur, Die Hauptleitragende der Coronamaßnahmen ist, und das ist ja ein ein Zustand, den man einfach auch mal beschreiben kann, in dem und auch eine Frage ist, die man sich mal stellen kann. Ist das eigentlich, in Ordnung, wenn wir in unserer Gesellschaft diese Einschränkungen, die zum Schutz vor der Krankheit erlassen werden, so ungleich verteilt haben. Und das ist etwas, was man supergut mit mit dieser Gruppe hätte formulieren können und die hätten sich auch mal super gut ohne sich einen Zacken aus der Krone zu brechen. Solidarisieren können mit der äh Pflege und Medizinbranche, die zu Hungerlöhnen hier die ähm die äh die die Corona, erkranken, die Covid Erkranken pflegt bis zur Erschöpfung, ja? Und dass wir alles möglich gewesen, das das ist eine Position, die es gibt und die man sehr gut vertreten kann und die eine sehr starke ähm, und ähm fundierte Kritik an den, gesellschaftlichen Missständen ausdrücken kann. Und die Chance, mit dreiundfünfzig Deutschen Prominenten zu verkacken, mit Anlauf und absichtlich und wissentlich äh und dann noch irgendwie so ein DDR-Gefahr da loszuwerden, das ist. Da da wirklich, da habe ich also habe ich kein Mitleid, also eigentlich noch, Wirklich und dann noch vom Gesundheitsminister dafür eingeladen zu werden. Und jetzt durch die Talkshows zu tingeln. Das ist das ist wirklich eine Katastrophe. Ähnlich übrigens, ich habe da gestern auch zugetwittert. Nächste Woche sitzt der Liefers dann bei Anne Will und Lanz. Diskutiert Karl Lauterbach oder Christian Drosten und Heribert Brannte sitzt daneben und schreit dazwischen und alle happy. Und genauso wird das kommen. Und Heribert Brannte ist übrigens auch eine schwere Enttäuschung, weil der auch mit seiner äh mit seiner Reichweite und seiner über mit und seinem seinem Status und seiner äh seiner Argumentationsfähigkeiten sehr viel klügeres Argument vortragen könnte, als das, was er tut. Und dann da irgendwie nur so ein dieses Grundrechtsgelaber, statt ne, muss man wirklich sagen, ne? Statt das mal vernünftig zu untermauern, zu sagen, das und das muss besser sein, das und das ist ein Problem und so geht es, aber nein, es ist immer die setzen sich da hin und sagen, man dürfte irgendwas nicht mehr sagen und sie sie tragen in keiner Form konstruktiv dazu bei, dass wir aus unserem hochinzidenz durch Seuchungsland das alles verkackt irgendwie in eine bessere Position kommen. So viele kluge, wichtige Positionen vertreten können und sie haben sich für so einen Scheiß entschieden.
Tim Pritlove
Wie schreibt ihr die ganze Tür so schön? Bewegende Geste, Bürgerklatschen für reiche, privilegierte Schauspieler, die während der Corona-Pandemie am meisten leiden mussten.
Linus Neumann
Oh je.
Tim Pritlove
Slow Clap, meine Freunde. Slow Clab, kann ich dazu nur sagen.
Linus Neumann
Also ich glaube tatsächlich, dass hier die die These mit der mit der äh mit den Qualitätsschwankungen in den in den in der Suchtmittelversorgung noch die beste Erklärung dafür ist.
Tim Pritlove
Ja, danke, dass wir jetzt die ersten zwanzig Minuten unserer kostbaren Zeit hier jetzt auch so einen Scheiß wiederverwenden müssen, aber sonst hätten wir uns jetzt irgendwie auch echt nicht so richtig in Rage und Stimmung reden können, insofern danke vielleicht auch. Danke. Wir müssen wirklich jetzt mal danke sagen.
Linus Neumann
Okay, da haben wir zwei kurze Sachen zu empfehlen. Und zwar äh zwei Podcasts. Ähm einmal ich äh zu Gast bei Malik FM. Ähm ich habe ja äh wie vielen auffällt rede ich selten irgendwie privat, öffentlich und konzentriere mich hier eher auf, Das politische Geschehen, das hat der Malik Aziz kritisiert und wollte sich mal privat ein bisschen mit mir unterhalten, haben wir gemacht. Äh, ich habe ja Sendung, Episoden Nummer dreiundzwanzig, ja, das. Ja, also und. Genau, wer sich das anhören möchte, dreieinhalb Stunden kann das da machen, wenn ich dann nicht.
Tim Pritlove
Ist es nicht schön, dass du deine dass du mal deine Meinung wirklich auch frei verbreiten darfst?
Linus Neumann
Ja. Das, da habe ich alles gesagt, was ich bei Tim nicht sagen darf. Und.
Tim Pritlove
Es muss auch Grenzen haben, ja, auch Freiheit hat Grenzen.
Linus Neumann
Genau und dann haben wir, genau, also Link ist in den Ansatz unter Malek Punkt FM. Und dann gibt's noch ein Podcast Serie, die veröffentlicht wurde und zwar der Mann in Merkels Rechner von Hakan Tanry Verde ich habe immer Tanri, Verdi hier immer gesagt. Ich habe in der in dem Podcast spricht der seinen Namen selber aus, ne, hört man natürlich, wie man ihn ausspricht ähm und Florian Vlade ähm der Mann in Merkels Rechner und zwar setzen die sich damit ähm, Also das haben wir hier im Logbuch auch immer diskutiert, nämlich diesen Angriff im Frühjahr zwanzig fünfzehn auf den deutschen Bundestag. Und die ähm ja russische Hackergruppe dahinter und die dann auch hier dieses, Waffenexportkontrollgremium in Den Haag angreifen wollten und so weiter und dass sie am Ende waren ja die Ermittlerinnen sogar in der Lage, da eine Einzelperson heraus zu identifizieren. Und äh wir haben das hier über die Jahre eben auch immer berichtet und diese Podcast-Serie setzt sich damit, auseinander. Wie das also über die Jahre auch zusammengetragen wurde, wie die also, woher die die Beweise haben, welche ähm. Maßnahmen da von den Niederländern angestrengt wurden und so weiter. Ähm ist auf jeden Fall äh sehr interessant aufgearbeitet und äh kann man sich gut mal anhören.
Tim Pritlove
Gut, das äh bringt uns dann zum Feedback.
Linus Neumann
Dann äh muss ich einmal ganz kurz, genau, ich hatte letzte Woche oder letzten Sendung diesen random Check-In für die Luka-App der falschen Person zugeordnet und wenn ich das richtig sehe, war das. Mann, wie spricht man das denn aus?
Tim Pritlove
Was? Mähnen Wolf.
Linus Neumann
Na ja, ganz genau. Genau nicht, ich hätte jetzt den Twitter äh Account. Genau, fertig, danke.
Tim Pritlove
Ganz einfach.
Linus Neumann
Okay, so. Also sorry, darf ich falsch falsch auf Twitter geschaut, wer was genau gebaut hat?
Tim Pritlove
Dann haben wir relativ viel äh Feedback bekommen zu unserer Frage mit warum läuft eigentlich das mit der Digitalisierung so schief in Deutschland? Also was ist so der eigentliche Grund? Glaube, das wird sich auch nicht äh final klären lassen in dieser Sendung, aber wir haben Feedback bekommen, per Mail und auch in den Kommentaren und auch über andere Kanäle. Äh auch viele Gesprächsangebote, vielen Dank äh dafür, weil das jetzt nicht zu sehr Tiefen, aber vielleicht trotzdem mal so ein, zwei Anregungen aus dem Feedback hier wiedergeben, weil da ein paar ganz interessante, Gedanken drin sind, die äh sicherlich wert sind, dass man darüber noch ein bisschen weiter nachdenkt. Wir beginnen mit äh Susanne, die uns per Mail äh geschrieben hat. Hallo ihr zwei, musste ich schon wieder schmunzeln, okay, schmunzelle häufiger, aber nicht jeder Schmunzel ist ein Kommentar wert. Diese ganze Gemengelage mit den Bundesländern, der Luca-App und den Ausschreibungen klingt ehrlich gesagt für jemanden, der schon in den Behörden gearbeitet hat, gar nicht besonders neu. Prinzipiell ist doch klar, was da gerade passiert. Es wird Geld auf ein Problem geworfen in der Hoffnung, es verschwindet. Und die Leute, die werfen, sind weder besonders klug, noch findig, weitsichtig. Klar wäre es besser gewesen, wenn man das Ganze über eine Ausschreibung gemacht hätte, Aber das hätte am Outcam nix geändert. Es hätte nur erstmal besser ausgesehen. Die verantwortlichen Damen und Herren haben sich diesbezüglich nicht sehr klug verhalten, denn eigentlich macht man es so, aus welchem Grund auch immer schon einen Favoriten hat, den man gerne als Gewinner einer Ausschreibung sehen würde, zuerst die Marktanalyse, damit man sehen kann, was es alles noch so gibt und inwiefern man diskriminierungsfaktoren beziehungsweise Alleinstellungsmerkmale finden kann, die den Favoriten begünstigen. Dann eine entsprechende Ausschreibung verfassen, die diese Faktoren und Merkmale einfordert. Und falls dann tatsächlich noch mehrere Nebenbuhler übrigbleiben, den Favoriten, lebst zwei Toreren angeboten, einreichen und zurücklehnen. Ehrlich, der Grund für die Existenz. Ausschreibungsverfahrens ist ja äh ehren und richtig, aber das Verfahren macht eigentlich nur zwei Dinge. Erstens, Bürokratie erhöhen und zweitens die Favorisierung von minimalistischem billigen Schrott siehe, Bär, denn wenn man eine Ausschreibung tatsächlich normal durchführt, muss man letztendlich das günstige Angebot nehmen und das ist oft eben auch nicht zielführend, eigentlich nur sagen, das Problem ist nicht die fehlende Ausschreibung oder die Verschwendung von Geld. Tatsächlich glaube ich, bekommen wir gerade die Quittung für ein ganzes Sammelsurium von Missständen, die sich vor allem in den Behörden Bundesinstitution und auch im akademischen Sektor angehäuft haben, Zusammengefasst lässt sich das am besten mit diversifizierter Inkompetenz in Schlüsselpositionen beschreiben. Denn genau das ist doch letztendlich die Ursache vieler Fehlentscheidungen, die wir gerade sehen, egal wie sich diese Inkompetenz manifestiert, Korruption Unverständnis, Verblindung, Public Geilheit, Überforderung, Überarbeitung und so weiter. Abgesehen von den offensichtlichen Ursachen möchte ich hier noch kurz zwei nennen. Zum einen die Personalpolitik in den Behörden und Instituten. Diese begünstigt auch verschiedene Arten und Weisen, dass Menschen mit einer bestimmten Konstellation von Eigenschaft, dort oftmals unbefristet arbeiten. Es fehlt an Diversität, denn die würde resilient gegen Krisen machen und mehr Kreativität fördern. Außerdem fehlt es am Willen beziehungsweise der Möglichkeit, unpassende Mitarbeiter auch wieder zu entfernen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass die Lichtblicke in dieser Krise vermutlich genau von den Mitarbeitern stammen, die eine Ausnahme bilden oder die gerade befristet auf der Durchreise in den Institutionen arbeiten. Der zweite Punkt hat etwas mit den Verschwörungsmythen und vermeintlichen Experten zu tun. Es ist ja schon schlimm genug, dass sich Nichtwissenschaftler oder gebietsfremde Wissenschaftler als gleichwertige Experten, in die akademischen Diskussionen einmischen und Gehör finden. Aber diese Art von unqualifizierten Beiträgen kommt mitunter auch von Leuten vom Fach. Beispielsweise einem Virologen, was ungleich viel beängstigender ist, möchte ich kurz auf etwas hinweisen, was ich in meiner akademischen Laufbahn schon oft als bizarre angesehen habe. Vorausgesetzt, man hat finanzielle Mittel und Zeit, jeder Depp einen Doktortitel bekommen. Es ist wirklich einfacher, einen Doktortitel zu bekommen, als zum Beispiel eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen. Durch eine Ausbildung kann man zumindest durchrasseln, durch eine Promotion eher nicht. Da müsste man schon selbst aufgeben. Der Grund ist, dass Doktoranden einerseits die Billiglohnsklaven der Wissenschaft sind und andererseits auch als quantitativer Bewertungsmaßstab für Arbeitsgruppen fungieren. Man stellt sie also auch ein, damit man eine billige Arbeitskraft hat und man boxt sie letztendlich durch bis zum Anschluss, damit die eigene Quote stimmt. Und dieses durchboxen geht auch so weit, andere, die komplette Arbeit übernehmen und auch Publikationen verzichten, weil ein Fail inakzeptabel ist. Tja und dann schließt sich der Kreis, weil so jemand vielleicht in einer Behörde landet und nach einer Talkshow ihre seine oder ihre persönliche Meinung zum Besten gibt, genug ausgekotzt. Macht weiter so, Susanne Das war lang, aber interessant, ein etwas äh kürzerer Kommentar noch von äh AD. Zu äh demselben Thema. In der Überlegung, warum Deutschland in Bezug auf Computing in der öffentlichen Verwaltung dysfunktional ist, wäre natürlich ein guter Überblick über die Vergleichsländer nötig, der mir fehlt. Wird vermutlich immer ein Beispiel finden, wo etwas bereits umgesetzt wurde, aber die Frage ist eher, wie sieht das Feld aus, insbesondere Länder oder Landesteile mit ähnlichen Bedingungen? Dann ist die Frage, wie sehr passt, eine woanders bereits erfolgte Umsetzung zu den eigenen Ansprüchen Eine Lösung, die schon vor Jahren umgesetzt wurde, aber alles verbaut hat, was man auch an gegenwärtigen deutschen Umsetzungsplänen kritisieren würde, ist dann nur noch ein Ausweis davon, dass man dort schneller war Also ich möchte nicht ganz ausschließen, dass ein Teil der Antwort hier auf einen Blick in den Spiegel hinausläuft, dort, wo Computing in den Verwaltungen schon lange Einzug gehalten hat, die Leute weniger Sorgen, weniger Ansprüche haben an den Schutz bestimmter Rechte, an nicht Kommerzialität, an Offenheit und Transparenz, Wir sind eben selbst eine Art Bedenkenträger. Die Realität im Internet scheint mir dagegen zu sein, dass etwa die allermeisten Plattformen, die groß geworden sind, all diese Ansprüche nicht erfüllen. Auch ein guter Punkt. Gut, ähm dann hatten wir noch einen Kommentar, zu der Meldung äh rund um die Energe S Covid äh, also die App, die quasi wie die Corona-Warn-App, ja, auf diesem basiert, aber von Apple das letzte Update zurückgewiesen wurde.
Linus Neumann
Genau und da war ja unsere Frage, wie das was die genau gemacht haben, dass Apple das zurückweist, weil es ja nur kurz zur Erinnerung, weil's ja darum ging, dass Apple das zurückgewiesen hat, weil sie gesagt haben, ey jetzt habt ihr hier Location Tracking drin ne? Und das, das war, wir haben's nicht ganz verstanden, was die jetzt gemacht haben, dass das, dass das als Location-Tracking interpretiert wurde.
Tim Pritlove
Genau, dazu gab's dann Ordern äh Kommentar, Das Check-In Feature war dort schon seit letztem Sommer implementiert die QR-Codes hierfür werden zentral auf einer Webseite des NHS erzeugt und mit konkreten Orten verknüpft. Bislang wurden die Check-Ins eines Nutzers jedoch nur lokal gegen eine Liste infizierter Locations, die vom Backendkommen abgeglichen, Nutzer gegebenenfalls aufgefordert, sich zu isolieren oder testen zu lassen. Neu sollte jetzt hinzukommen, nach einem positiven Testergebnis optional die Check-Ins der vergangenen Tage hochgeladen werden können, um eine Clustererkennung zu erleichtern. Bisher wird dieser Prozess von Contact Tracern manuell gemacht. Bei der deutschen App sollte der Upload mit Einschränkungen kein Problem sein, da es keine zentrale Datenbank aller kurzen zugehöriger Locations gibt. Also hier wurde quasi im Prozess die ähm Methodik äh so. Geändert, dass eben genau dieses zentrale Einsammeln von Bewegungsdaten möglich gewesen wäre. Und das haben Apple und Google dann äh entsprechend sanktioniert. Ableite, die schauen sich das schon sehr genau an, was bei den Apps einzeln passiert. Das ist schon ein anderer Prozess, als das jetzt so normale äh Apps äh sehen.
Linus Neumann
Ja. Also auch vielen Dank für die, Erklärung und dann ist jetzt über das Wochenende das geschehen, worauf wir seit, ja, Monaten gewartet haben, die, Corona-Warn-App hat eine Check-In-Funktionalität bekommen. Kleine Erinnerungen, ich habe das nochmal rausgesucht. Ich habe's ja glaube im Oktober. Ähm zum ersten Mal gefordert und ähm gleichzeitig oder kurz davor oder kurz danach, kriege ich gerade nicht mehr hin, wurde das eben als ähm schon, auch wirklich mal sauber ausformuliert von so Leuten wie und einigen anderen. Möchte einfach mal sagen, großen Namen der IT und Privacy. Forschung, ja, also mit ähm Universitärem, akademischen Hintergrund wurde eben dieses Crowd-Notifyer formuliert. Ähm jetzt ist natürlich äh oder jetzt ist in die Corona-Warn-App ein System eingezogen, was sehr, sehr nah an ist. Ich will die Details jetzt gar nicht äh diskutieren. Ähm was da die Unterschiede sind, sondern einfach mal sagen, okay, was macht die Corona-Warn-App? Du kannst in der App jetzt ein, QR-Code generieren Sagst du, ich möchte ein Event machen, was weiß ich, privates Event oder äh die geben dir da auch eine Auswahl. Was sehr schön ist, weil sie in der Auswahl auch schon direkt darauf abzielen, dass du im Prinzip kleine Events anlegst, ja? Nicht so etwas wie, einen Zoo, was halt epidemiologisch komplett unsinnig ist, ne? Also sie leiten da so äh lenken da so ein bisschen in eine in in eine sinnvolle Anwendung. Ähm. Und was hier passiert ist, ähm ich vereinfache es, ne, dieses Event hat einen hat einen Code und wenn dieser Code, veröffentlicht wird, dann werden diejenigen alarmiert, die diesen Code bei sich gespeichert haben. Das heißt, hier werden, Orte, an denen ihr eincheckt, wieder nur auf eurem Telefon gespeichert und nicht, wie beim Lukas-System live, online bei Luca im System. Ja, was übrigens auch den, in großen Teilen Deutschlands wahrscheinlich entscheidenden Vorteil hat, dass ein Check-In offline funktioniert. Ja, also mit Luca werdet ihr in Regionen, wo es kein Internet gibt, ähm. Schwer einchecken können, umso erstaunlicher, dass Mecklenburg-Vorpommern als erstes auf dieses System gesetzt hat, aber es ist ein anderes Thema. Ähm.
Tim Pritlove
Oder überhaupt Deutschland.
Linus Neumann
Im System, was Internet.
Tim Pritlove
Online soll das funktionieren? Ja, hm, da haben wir noch gar nicht nachgedacht.
Linus Neumann
Ja, also du, also, ne, das ist das, was dezentral ist. Also, nur auf eurem Gerät ist gespeichert, an welchen Locations oder bei an welchen Events ihr eingecheckt habt Ähm dieser Check-In ist vollkommen anonym und auch die Alarmierung ist anonym. Dadurch, dass nur auf eurem Gerät gespeichert ist, wo ihr eingecheckt habt äh und die Alarmierung durch die Veröffentlichung dieser Check-In Codes funktioniert. Ähm weiß auch nur euer Gerät, ob es grade alarmiert wurde oder nicht Ne, bei Luca ist das Ziel ja, zu sagen, diese Person war dort. Liebes Gesundheitsamt, geh dahin, ja und mach denen jetzt irgendwie Ärger. Und außerdem ist natürlich hier. Weil das Gesundheitsamt nicht dazwischen ist, erfolgt die Alarmierung sehr viel schneller. Ja, also automatisch, wie wir es von der Corona-Warn-App kennen, ne, du hast dein Testergebnis, du schaltest die Alarmierung frei, du äh alarmierst die Events und du bist fertig. Während ja, Luca sich rühmt hier eine Anbindung an das Gesundheitsamt zu haben, damit es dort der langsam manuellen Verarbeitung zugeführt werden kann, was eben auch wieder dem epidemeologischen Sinn der ganzen Idee entgegensteht. Es gibt natürlich ein Problem bei diesem Check-In Kram generell. Das ist die geringere Genauigkeit. Ich hatte das hier, glaube ich, auch schon öfter erklärt, aber ich möchte sagen, das, was ich jetzt sage, gilt für Luca und für Corona-Warn-App gleichermaßen. Nämlich, dass, nur weil zwei Personen in ein gleiches Event oder bei Luca eben eine Location eingecheckt haben, es nicht heißt, dass die sich auch angesteckt haben, Und das äh, werde nicht müde, das zu betonen, dass ähm Infektionsgeschehen eben stochastisch ist. Also es nicht so ist, dass es überhaupt die Definition einer Situation gibt, in der eine Ansteckung zu einhundert Prozent stattfindet. Und weil es das nicht gibt, lässt sich auch keine Operationalisierung dafür finden Und wenn man sich jetzt überlegt, dass man mit der Luca-App ein Check-In in einem Zoo macht zwanzig Hektar oder was, dann ist relativ klar, dass die Wahrscheinlichkeit sehr groß ist, dass wenn man dort eine Person alarmiert. Dass diese trotzdem nicht infiziert ist. Ja, also dieses Cluster und sonst was Alarmierungssystem. Hat eine sehr viel geringere Alarmierungsgüte als die. Grundfunktion der Corona-Warnapp, diese Abstands- und Zeitmessung über Bluetooth, wo es ja wirklich um die Nähe zwischen zwei Personen geht. Und auch da ist die Alarmierungsgüte eben ähm von, notwendigerweise einer Reihe an, gezeichnet, weil es eben nicht eine einhundertprozentige Infektionswahrscheinlichkeit geben kann. Wenn man aber schon ein System mit so geringerer Genauigkeit baut, dann ist es natürlich sinnvoll, das einfach umso schneller äh äh stattfinden zu lassen. Und ähm dezentral und anonym zu bauen, weil der Gewinn, den man durch den ganzen Kram hat, eben relativ schmal ist. Ja, und das ist ja auch der Hauptgrund, warum man, kein zentrales System wie Luca, bauen sollte. Ähm insofern diese CWA-Funktionalität macht einen soliden Eindruck von der technischen Seite. Es gab dann auch irgend so ein. Menschen auf Twitter, der dann das Spiel nachspielen wollte. Ähm wir hatten da ja in der letzten Sendung drüber gesprochen. Enno Lenza hat ja mit der Luca-App mal so einen Code veröffentlicht und dann haben sich da, wurden sechshunderttausend Leute eingecheckt, Und die Luca-App ist dann abgestürzt. Und dieser ähm Herr wollte das dann jetzt ausprobieren mit der Corona-Warn-App. Genau das geht eben nicht ja? Also diesen Unterschied muss man glaube ich nochmal konkret erklären. Bei der Luca App haben jetzt sechshunderttausend. Gab es sechshunderttausend Check-Ins. An einer Location, weil es ein zentrales System ist. Und das Ding ist implodiert, weil es ein zentrales System ist. Wenn man das gleiche Experiment mit der Corona-Warnapp macht. Dann speichern ja die eingecheckten immer nur auf ihren eigenen Geräten, dass sie dort waren, Das heißt, eine Überlastung des Luka-Systems findet äh oder eines Corona-Warn-App-Systems kann gar nicht stattfinden, weil es keinen zentralen Server gibt, der sich das alles merken muss. Das ist das eine, Das Zweite ist, dass du bei Lukay ja Fake-Check-Ins machen kannst, wie du willst. Mit Sicherheit haben nicht sechshunderttausend Einzelpersonen den QR-Code von Enno Lenze gescannt, sondern da hat halt jemand seinen Fake-Check in Skript einfach mal eine Zeit lang laufen lassen, ne? Also einem Experiment haben sicherlich Hunderte oder Tausende teilgenommen, aber nicht sechshunderttausend. Ähm und, würde man nun in der Corona-Warnapp machen, das geht nicht. Man kann also man kann es nicht machen, weil ein Check-In darin besteht, dass man auf seinem eigenen Gerät das speichert. Also man kann gar keine fake Check-ins in der Corona-Warnapp machen, weil es keine zentralisierte Infrastruktur gibt, die man täuschen könnte. Und diese das ist natürlich eine Resilienz dieses Systems, dass halt einfach dafür sorgt, dass die Datenhaltung eben dezentral ist und deswegen diese Angriffsfläche und diese ganzen Probleme, nicht hat. Und deswegen ist das eben ein riesiges Problem bei der Luca-App, dass man das Ding mit mit Müllzug knallen kann, dass man Leute einchecken kann, die nie da waren. Ähm und in der Corona-Warn-App einfach kein Angriffsszenario. Und das ist natürlich schwer zu erklären, weil Leute, die sich nicht mit der Infrastruktur darunter auseinandersetzen, sehen QR-Code und sagen.
Tim Pritlove
Genau.
Linus Neumann
Und dann ist aber auch schon der Gedankengang zu Ende. So.
Tim Pritlove
Ja, genau.
Linus Neumann
Ähm also das nochmal zur Erläuterung des Unterschieds dieser beiden. Systeme mit anderen Worten. Was das am Ende auch heißt und das, denke ich, muss man nochmal festhalten. Bei der Corona-Warn-App bekommst du nur, Notifications für Events und Locations, wo du selber mit deinem Gerät den QR-Code gescannt hast. Bei der Luka-App kriegst du zusätzlich noch die ganzen Events, wo irgendjemand anders dich eingecheckt hast und du kriegst keine Notification, sondern Anruf vom Gesundheitsamt, der potentiell sogar sanktionsbehaftet ist. Und, ja, da ist natürlich schon klar, für welches System man sich im Zweifel.
Tim Pritlove
Ich möchte gar nicht ich möchte gar nicht wissen, wie viele äh Anrufe vom Gesundheitsamt Karl Lauterbach bekommt, weil er einfach sich in allen Zoos Deutschlands äh äh sozusagen schon gemeldet hat.
Linus Neumann
Sehr umtriebig, Herr.
Tim Pritlove
Ja, so. Das äh der kriegt nicht genug.
Linus Neumann
Dieses Fake-Check in Problemen das kriegt Luca auch nicht weg. Das können die nicht wegkriegen. Das liegt daran, dass sie äh diese Verschlüsselung haben. Und würden sie nun Maßnahmen ergreifen und sie werden es im Zweifelsfall auch tun, deswegen sage ich das jetzt auch hier, ne. Wenn sie jetzt Maßnahmen ergreifen, unterbinden, dann können sie das nur tun, indem sie die Anonymität aufweichen. Und das ist ihr zentrales Versprechen. Ja, das heißt, äh sie können diesen fundamentalen Fehler ihres Systems nur verhindern, indem sie ein, äh also ein ein weiteres ihrer Versprechen sprechen. Okay, kommen wir aber jetzt mal ganz kurz zu äh der letzten Woche in Sachen Luca. Das war ja dann. Will mal sagen, erstaunlich. Wir haben ja als CCC ein äh Statement veröffentlicht, in dem wir ähm auf die verschiedenen Schwächen des Lukasystems hinweisen. Und äh uns vor allem die Frage stellen, wie es passieren konnte, dass nun ich glaube dreizehn Bundesländer insgesamt mehr als zwanzig Millionen Euro in dieses Ding versenkt haben, Ähm ich habe hierzu mal die Chris Köver von Netz Politik org gefragt, die sich ja äh mit der digitalen Pandemiebekämpfung, eben auch als Journalistin recherchier recherchierend auseinandersetzt und habe sie mal gefragt, ob sie schon erfahren hat, was, was die Kosten für Sormas sind. Sormas ist dieses ähm. Glaube Open-Force Tool, was in den Gesundheitsämtern verwendet wird und das ist das, woran Luca andocken soll.
Tim Pritlove
Also in zunehmenden Maße verwendet werden soll, ne? Da ist diese Umstellung noch nicht vollständig. Ähm sollte eigentlich erst im Laufe dieses Jahres äh abgeschlossen sein, wie weit das jetzt im Einzelnen ist. Weiß ich nicht, aber es ist bestimmt noch nicht überall am Start.
Linus Neumann
Genau das andere war.
Tim Pritlove
Das weiß ich nicht genau.
Linus Neumann
Ja, also hm Sommer ist auf jeden Fall das contact tracing Datensammeltool, was in den Gesundheitsämtern zur zum Einsatz kommen soll. Also was zentral für diese Arbeit ist die Gesundheitsämter grade versuchen zu erledigen. Und. An das eben auch Luca Daten liefern soll. So ja, dass das der Unique Selling Point von Luca. So und also was Chris bisher in Erfahrung bringen konnte ist, die Kosten für Sormas waren insgesamt fünf Millionen. Und Luca haben wir jetzt schon zwanzig zugeschoben. Während der Sommers Rollout, wie du sagst. Noch gar nicht ähm abgeschlossen.
Tim Pritlove
Und der auch vor allem unterfinanziert ist und deswegen dauert es so lange Ja, es gibt einfach da nicht genug Leute, die mit diesem Rollout bei vierhundert Gesundheitsämtern beschäftigt werden können, weil das bedeutet ja immer Analyse der Ist-Situation, Migration der Systeme, Training, Schulung für die Leute, äh Support, ne, also das Das ist sozusagen nichts, was man mal eben runterlädt und installiert und dann läuft das, sondern natürlich muss sowas in so einen Prozess reingebracht werden, Leute müssen damit vertraut gemacht werden. Die haben vorher so gemacht, jetzt müssen sie's so machen dauert einfach seine Zeit. Und wenn du jetzt sagst, ich kannte die Zahl noch nicht. Fünf Millionen hat man da reingesteckt, um irgendwie erstmal das Betriebssystem der Gesundheitsämter zu installieren und das. Dauert schon zu lange und es wäre ja eigentlich toll, wenn's schneller gehen würde. Aber dann für eine Software, die irgendwie unterm Strich eigentlich gar nichts bringt, gibt man zwanzig Millionen aus. Ja, um sich an ein System anzudocken, was noch gar nicht installiert ist, äh da fällt einem ja gar nichts mehr zu ein.
Linus Neumann
Naja da fällt einem wirklich nichts mit zu ein. Und äh deswegen haben wir auch dieses Statement vom CCC veröffentlicht und haben gesagt, so stoppt das, ne? Das ist eine Millionengrab und vor allem, was hier ja passiert, was möchte ich auch nochmal wiederholen, ist ja die Förderung eines dauerhaften Geschäftsmodell für Check-Ins und Ticketing, was diese Startups da versucht zu etablieren, wo es jetzt eigentlich zwanzig Millionen staatliche Förderung für bekommt. Nun, wir haben dieses Statement veröffentlicht. Und ähm ich sage mal so, wir waren ja vorgewarnt, von Eva Wolfang. Dass diese Leute mit allen Mitteln gegen Kritiker vorgehen, Zu diesen Mitteln gehört, dass äh sehr viele Leute, die jetzt, sage ich mal, das CCC-Statement getwittert haben. So per DM von denen angeschrieben wurden. Zu diesen, zu dieser Reaktion gehört, dass ihr in so 'n achtseitige, wirklich, völlig, völlig wirres äh Ding geschrieben haben, in der sie ähm behaupten, auf die CCC Kritik zu, was aber tatsächlich eigentlich nur so eine so eine Parade an Strohmännern ist, wo sie quasi die Argumente, die wir anbringen, wegzerren und etwas anderes anbringen. Zum Beispiel sagen wir, Das Geschäftsmodell ist zweifelhaft, das ist natürlich klar, ich meine, ist ein privates Unternehmen, was Ticketing und Check-In machen möchte und sie sagen dem entgegen, ne, es wäre transparent, aber transparent ist ja kein Gegensatz von zweifelhaft, ja, also etwas kann ja transparent und zweifelhaft sein und das ist bei denen ja auch der Fall. Es ist halt zweifelhaftes, ziemlich durchschaubares Geschäftsmodell. Ähm also da brauche ich eigentlich gar nicht drauf einzugehen. Spannend sind dann so Sachen wie ähm Smudo, der dann, sage ich mal, seine Äußerungen so so Sachen sagt wie, Luca nicht mehr von Lockdown zu Lockdown und das ist net, also ne, das heißt also er sagt spezifisch, Mit diesem Tool brauchen, haben wir keine Lockdowns mehr. Und das ist eine Aussage, die in keiner Form haltbar ist, ne? Das ist genau diese falschen Heilsversprechen, die wir kritisieren. Was er auch sagt, ist der CCC sagt stopp Luca, ich sage Stopp covid. Ja, es ist auch wieder, ne, genau diese diese, Ja, also es ist so.
Tim Pritlove
Genau, weil weil wir sind ja, wir sind ja pro covid, ne? Ist ja klar, ne? Ja, ja.
Linus Neumann
Covid. Wir sind pro covid und du nicht. Also wirklich. Ne, du musst also du musst dich da echt zusammenreißen. Weißt du, wenn ich das nicht der Höhepunkt ähm. Es gab dann hier von den äh von, sagen wir mal, Mecklenburg-Vorpommern ansässigen Verlagen oder von einem äh also von so einem Zeitungskonglomerat, die Überschrift, jetzt halte ich fest hin. Falsch völliger Schwachsinn. Chef der Luca-App knöpft sich Kritiker vor. In der er äh ja also äh und das das ist wirklich, also das ist die Krönung, ja? Also wer jetzt noch irgendwie einen Eindruck haben möchte, mit was für Leuten wir hier zu tun haben, die stellen sich ernsthaft hin. Und sagen, dass diese Luca-Track-Schwachstelle keine Schwachstelle sei, und das haben die mehrfach getan und zwar explizit. Ich wurde dann von einem Journalisten mit Namen Thomas Koreanovic ähm, Mit folgender Aussage konfrontiert bevor sie veröffentlicht wurde, ja? Also ich zitiere jetzt hier, Patrick Hennig, das ist einer der Covid-Glücksritter, der sagt Folgendes, Es handelt sich dabei um keine Sicherheitslücke, auch wenn der Chaos Computerclub das behauptet. Jeder Schlüsselanhänger ist, wie die eigene Telefonnummer statisch. Er ist dafür gedacht, dass auch jemand ohne Smartphone ein System teilnehmen kann. Der Schlüssel selbst ist auf dem Schlüsselanhänger im QR-Code und der Seriennummer hinterlegt. Kleine Anmerkung von mir. Das ist die Schwachstelle. Daher so weiter, Patrick Hennig, daher empfehlen wir, den Schlüsselanhänger vertraulich aufzubewahren, Anmerkungen von mir. Man soll damit einchecken und verrät damit den Schlüssel. Das ist die Schwachstelle. Patrick Hennig. Im vorgeworfenen Beispiel hat ein dritter Sichtbesitz über den Schlüsselanhänger verschafft und dann seine eigenen Daten abgerufen. Äh Anmerkungen von mir. Es ist ein QR-Code, den fotografiert man. Den muss man nicht besitzen, Und das in dem Beispiel die eigenen Daten abgerufen wurden, ist ja, klar, weil es eine Demonstration einer Schwachstelle ist, dass man da jetzt nicht eine real existierende Person nimmt. Sollte auch einleuchtend sein. Und, er hier sagt, dritter hätte sich Besitz über einen Schlüsselanhänger verschafft, das ist halt so, ne? Dieses spezifischen ähm, Formulierungen, die ja sehr schwer haltbar sind, aber natürlich etwas sehr böses ähm dem Tobias Ravenstein und der Bianca unterstellen, die diese Schwachstelle gefunden und veröffentlicht haben. So und dann sagt er, wir haben weitere Maßnahmen getroffen, um den Effekt des Verlustes zu minimieren. Es geht nicht um Verlust. Man checkt mit diesem Ding ein. Sagt er generell, generell gilt, normalerweise informiert man erst den Hersteller, räumt eine angemessene Frist zu Beseitigung ein und geht danach an die Öffentlichkeit. Da sitzen wir nur verwundert da und fragen uns, warum werden wir medial geschlachtet, wieso wird die Diskussion nicht sachlich geführt? Klassiker ne? Also wir können immer wieder darauf lenken.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Die Versachlichung der Debatte fordert. Und jetzt äh weiter Patrick Hennig, die Sicherheitsprobleme, auf die der Chaos Computerclub anspielt, lassen sich technisch leicht erklären und damit ausräumen. Äh ist schon echt krass, ja. Wir haben keine Sicherheitsbedenken, Trotzdem wird getan, als ob das alles ganz schlimm sei. Dadurch werden die Öffentlichkeit und die Politik stark verunsichert, dabei liegt die Vermutung nahe, dass hier eine eigene Agenda verfolgt wird. So, mit diesem Statement hat mich der Journalist ähm konfrontiert. Und ähm ich habe dem dann widersprochen und habe gesagt, so, also passen Sie auf, ne? Das ist hier eine Schwachstelle, ist ein Verstoß gegen das Versprechen. Dass Luca ja seinen eigenen Nutzerinnen macht. Und habe außerdem gesagt, äh er möge bitte Herrn Hennig bitten, zu konkretisieren, den Vorwurf einer eigenen Agenda, die der Chaos Computerclub verfolgen würde, damit wir uns dazu auch äußern können. Ne, das also halte ich jetzt für eine angemessene Reaktion, wenn ein Journalist mich mit einer solchen. Aussage konfrontiert. Also erstens muss man ja sagen, da komme ich gleich nochmal zu, ist einfach eine, nicht gedeckte Tatsachenbehauptung von Herrn Hennig, dass es sich dabei um eine Sicherheit nicht um eine Sicherheitslücke handeln würde, ne? Der kann ich ja dann als unabhängiger Experte ähm entgegentreten. Ähm, Also ich habe dem widersprochen und habe dann festgestellt, dass meine Richtigstellung der Behauptung von Patrick Hennig ignoriert wurde. Das wurde so gedruckt, in der, Berliner Zeitung. Am Sonntag, ich habe dann auch den Journalisten gefragt, wie es denn dazu käme, dass, ob ich zu spät geantwortet hätte oder so. Nö, aber er meinte, das wäre also deckungsgleich. Ich hätte dem Herrn Hennig ja nicht widersprochen und deswegen hätte er sich äh dazu entschieden, ähm dass. Zu ignorieren, was ich dazu gesagt habe. Das habe ich natürlich schon ein bisschen überrascht und da fragt man sich ja, also auch wirklich so, es ist beeindruckend, wie sowas zustande kommt. Und deswegen muss ich jetzt eigentlich mal sagen so. Also der Satz, es handelt sich dabei um keine Sicherheitslücke, dem habe ich entgegen zu halten, so ist ein zentrales Sicherheitsversprechen von Luca, das kein Tracking stattfindet. Die Behauptung, dass das nur funktionieren würde, wenn jemand seinen Schlüsselanhänger verliert, ist falsch. Und. Und dadurch, dass sie die Schwachstelle ja selber dann auch beseitigt haben erkennen sie ja an, dass es eine ist, Insofern trifft Herr Hennig hier halt wirklich eine. Tatsachenbehauptung, die entweder darauf schließen lässt, dass er grundsätzlich kein Verständnis vom eigenen System hat oder dass er hier wieder besseren Wissen eine Schwachstelle leugnet, die er selber anerkannt und beseitigt hat. Und das finde ich schon wirklich ähm ziemlich hart. Ja und das könnte man jetzt ja so raus sein, als würde ich den Herrn Hennig der Lüge bezichtigen, Und wenn ich das tue dann kann ich mir sicher sein, dass er sich dagegen auch nicht zur Wehr setzen kann, weil es unstrittig ist, dass es eine Schwachstelle und ein Verstoß gegen die eigenen Sicherheitsversprechen von und der Luca-App ist. Insofern, das ist äh, Also da habe ich gestaunt. Mit sowas hätte ich nicht gerechnet, ne? Und aber man hat ja oder wir haben ja von. Eva Wolf Angel äh auch dann schon die Geschichten gehört, dass sie, sich dann bei der Chefredaktion über sie beschwert haben und was nicht alles, also die kämpfen da wirklich mit ganz anderen Maßnahmen. Als man die äh ja erwarten würde, ne, man hätte, Also die hätten ja eine Sache, die die Option steht ja immer frei. Als äh Betroffener einer Sicherheitslücke. Anständig das anzuerkennen, der Community, die es dir gemeldet hat zu danken. Und äh Besserung zu loben. Das ist auch, also ich meine, ist die einzige Möglichkeit, die belastbar ist und nur sehr unerfahrene oder sehr. Also sehr aggressive Personen würden von diesem, von dieser Idee abweichen. Ja. Und das ist das, was äh die hier tun, das äh zeigt natürlich davon, dass die ähm. Ja, sagen wir mal, ein bisschen skrupelloser sind, als das in der Community eigentlich äh üblich wäre. Das ist schon ziemlich krass. Also ich wäre gespannt, äh ob die auch nur eine unabhängige Expertin finden, die der Ansicht ist, dass das keine Schwachstelle gewesen sei und das ist schon, also. Also mir ist völlig unklar, was da los war. Es gab übrigens auch dann noch ähm ich kann es nicht anders nennen, aber so eine Art Gefälligkeitspodcast des Landesdatenschutzbeauftragten von Baden-Württemberg, der ja eigentlich. Aufgabe hat. Diese App im Interesse und im Auftrag der Bürgerinnen und Bürger zu prüfen und ähm in diesem Podcast wird Luca Track noch nicht mal erwähnt, Auch da fragst du dich so, was ist denn los? Also wirklich, was ist denn hier los, ja? Äh vielleicht wird das vorher aufgenommen, aber dann würde man ja seine Veröffentlichung anpassen, wenn dann halt eine schwerwiegende Schwachstelle ähm öffentlich bekannt geworden ist. Also das ist äh schon. Äh faszinierend gewesen. Ja und äh ich glaube, ich muss hier an dieser Stelle nicht betonen, dass der Computerclub seit vierzig Jahren äh Schwachstellen aufdeckt und meldet und sicherlich, keine andere eigene Agenda verfolgt, als die Öffentlichkeit vor vor windigen Geschäftemachern und äh unsicheren Systemen zu warnen. Ja, das ist äh. Also die die Unverfrorenheit ist schon wirklich ähm ja, faszinierend.
Tim Pritlove
Vielleicht an der Stelle auch nochmal so eine andere Kritik, die ich auch so nebenbei noch mitbekommen habe, äh zu kontern, ja. Es gibt ja auch so Leute, die sagen so, ja, äh der CCC, jetzt wo man's vielleicht sinnbildlich für auch eine ganze Szene, ja, äh verhindert ja auch Innovation. Weil wir ja immer an allem rummäkeln und irgendwie, was weiß ich, Zoemaßstäbe ansetzen und wer würde denn dann da überhaupt noch sich trauen, ein Start-up zu gründen, äh in so einem, in so einer Atmosphäre, wo er wo man Angst haben muss, dass der böse große, mächtige CCC da irgendwie sein, sein sein Wort erhebt. Leute, der CCC, ja, das ist irgendwie ein Haufen von, Experten, die sich irgendwie an der an der Frontlinie irgendwie in der Öffentlichkeitsarbeit äh bemühen, die teilweise selber im Security-Business sind, äh teilweise aber auch nicht gestützt von einem. Netzwerk von, freiwilligen Nerds, Helfern, anderen Aktivisten, Verwandten, Gruppen, ähnlicher äh und auch manchmal ganz anderer Natur, ja, die, überhaupt nicht in der Lage sind, irgendwie eine großes Agenda Setting zu betreiben, sondern im Wesentlichen eigentlich auch immer nur reagieren auf diesen ganzen Unsinn, der irgendwie auf einen zukommt. Und wenn man in der Lage ist irgendwie eine Startup Kultur zu starten, ja? Die vielleicht auch einfach mal so ein paar von diesen Grundsätzen einfach mal von vornherein mal im Gedankengang berücksichtigt Wenn man das tut, dann ist man da sowieso schon relativ frei, dann kümmert sich irgendwie der Club äh äh eigentlich um sowas auch überhaupt. Sondern haben einfach genug damit zu tun, auf die Sachen einzuschlagen, die ich jetzt wirklich einfach mal völlig neben der Spur sind oder die zumindest versuchen, in der Öffentlichkeit deutlich besser dazustehen, äh als es eigentlich angemessen wäre.
Linus Neumann
Ich möchte da noch einen wichtigen Aspekt äh anmerken, Tim. Äh insbesondere die Frage der Innovation, Also, eine zentrale Datenbank der Bewegung von Bürgerinnen zu machen, ist jetzt nicht ein besonders innovatives Konzept. Die Innovation ist tatsächlich in so etwas wie Crowd Notifyer oder dem, was äh jetzt an Crowd-Notifyer angelegt in die Corona-Warn-App eingebaut wurde. Schnell. Anonym, dezentral und zwar eine Lösung, die auf ein spezifisches Problem fokussiert. Sich das dessen annimmt und die bestmögliche und schnellste Option dafür baut, ja? Das ist Innovation. Eine zentrale Datenbank zu bauen, es keine Innovation. Das äh ist wirklich einfach keine Innovation. Was ich sehr im, übrigens amüsant finde, um jetzt nur mal so. Also um nochmal hier auf der dieses Statement, ja? Äh CCC-Vorwurf Doppelpunkt, eklatante Menge in der Spezifikation. Also was bedeutet Spezifikation? Eine Software wird spezifiziert. Ja, man schreibt also, unser System funktioniert folgendermaßen und nicht so. Ja, wir machen ein zentrales System und da wird verschlüsselt und und alle müssen online sein, um sich da einzuchecken. Das ist die Spezifikation, Dem entgegnen sie uns die die kennen den Begriff der Spezifikation nicht. Weil sie sagen dann, also sie entgegnen dem, wir sagen die, die Spezifikation hat Mängel und dem sagen sie, wir haben uns für den Reflexierungsfehler entschuldigt, meinen damit, dass sie hier eben Software von anderen gestohlen hatten, ohne das äh richtig anzuerkennen. Wir haben darüber ja gesprochen, ja. Also da geht es aber nicht um die Spezifikation, sondern geht es um die Lizenzierung. Und das heißt, die kennen. Entweder wissen die nicht, wann eine Spezifikation ist, das würde einiges erklären. Muss ich wirklich sagen, also wenn dann ist eine Menge entschuldigt. So, wenn die nicht wissen, was eine Softwarespezifikation ist, dann sind viele Fehler in dieser Spezifikation ihnen ähm. Ihnen zu verzeihen, ja, aber dann ist nichts zu verzeihen, dass irgendjemand das kauft. Ja, okay. Ist wirklich ähm haarsträubend, haarstr.
Tim Pritlove
Verbringen schon wieder zu viel Zeit damit.
Linus Neumann
Du hast recht. Fassen wir es noch kurz zusammen. Es gibt einen wichtigen äh einen wichtigen Artikel noch von Ralf Rottmann. Der ist heute auf Netzpolitik Orgin erschienen, ähm der das Lizenzmodell kritisiert. Und zwar ist es ja so, dass wir jetzt schon über zwanzig Millionen Euro in den Wind geschossen haben für dieses System. Und äh er er führt dort aus, warum Software heutzutage in der Regel äh Software also Service ähm. Nutzungsbasiert abgerechnet wird. Also, dass du zum Beispiel sagst, okay, wenn das Ding hier irgendwie durch die Decke geht und so, ne, dann kostet dann zahlen wir euch eben, was weiß ich, fünf Cent pro Check in, ne? Und, Wenn das nicht durch die Decke geht, dann haben wir als als Kundinnen nichts verloren, keine großen Kosten gehabt und ihr keinen großen Gewinn gehabt, Und er schreibt eben da auch so, dass das Skurrile ist, dass eigentlich dieses Lukading umso profitabler wird für die Erfinder, je weniger es genutzt wird. Dem habe ich nur noch hinzuzufügen. Deren Ziel, deren Longterm-Ziel ist, ja nach Covid weiterhin die Check-In und Ticketing-App zu sein. Insofern haben die natürlich auch ein Interesse daran, Erfolg zu haben, aber die haben halt jetzt erstmal, ne, zwanzig Millionen eingestreicht, um diese, diesen Erfolg zu realisieren. Als Dankeschön kriegt man da jetzt obendrauf noch eine noch weitere Prüfung von anderen Landesdatenschützerinnen und eine Prüfung durch das BSI Da finde ich, das finde ich sehr lustig, weil als wir damals die Wahl gehackt haben, ne, äh Martin Schiersig, Thorsten Schröder und ich, dieses äh äh PC Wahlding auseinandergenommen haben, nachdem Martin Schier sich da die sich das Anfangs angeschaut hatte in einem Bundesland. Da haben wir ähm noch irgendwie so sanft täglich mit dem Innenministerium telefoniert, ne? Und da habe ich gesagt, Leute, warum reitet nicht das BSI ein und fix diesen Krempel? Ja? Und da wurde mir das geht nicht, weil das wäre ja eine Marktverzerrung, weil es gibt ja mehrere Anbieter auf diesem Markt, der äh Wahl Auswertungstools. Und es wäre jetzt ein ein Marktverzerrung und ein ein Übervorteilung eines Anbieters, wenn der jetzt ähm Unterstützung durch das BSI bekäme bei der Beseitigung von Schwachstellen. So, aber wenn erstmal zwanzig Millionen in so eine Luka-App vergeudet wurden, ne, dann kriegst du natürlich noch ein BSI Audit äh kostenlos, obendrauf. Also das ist wirklich unterhaltsam.
Tim Pritlove
Ist auch ein geiles Argument, mal dafür äh wirklich mal eine eine Bundes ähm äh eine Infrastruktur im Bundesbesitz aufzuziehen, dann kann dann wenigstens auch mal das BSI was fixen.
Linus Neumann
Ja Na ja und und wir hätten ja eine, wir haben ja eine eine Corona-Warn-App, die gehen all diese Probleme, ja? Fake, Check-Ins, äh funktioniert nur, wenn's online ist und so nicht hätte.
Tim Pritlove
Skalierung.
Linus Neumann
Das große Problem der Fake-Check-Ins ist ja. Das wird überhaupt nicht ausreichend berichtet. Ähm erstens, du müllst die Gesundheitsämter zu, die melden sich übrigens jetzt auch und sagen, das ist alles nur Müll, was da rauskommt. Die Daten wollen wir gar nicht haben. Das kommt sowieso noch, ne? Aber stell dir mal vor, jemand würde hingehen und würde jetzt in jedem Ort jeden Check in den es so gibt, zwei, drei Fakes drunter streuen. Wo die Leute immer sagen könnten, ey Entschuldigung, ich war nicht da, ich wohne nicht in der Stadt oder was auch immer, ne? Du hättest oder du hast als jemand, der vom Gesundheitsamt aufgrund eines Luka-Check-Ins angerufen wird, immer, Die Niability. Immer. Kannst einfach sagen, nö. Geh, weiß doch jeder. Gucken sie mal. Hier, ich kann ihnen zeigen, wie man Fake-Check-In macht, Wie wollen Sie mir hier irgendwie unterstellen, dass ich da war? Und ähm dem entgegnen. Diese Luca, Leute? Ja, ja, aufm Blatt Papier können die Leute ja auch immer falsche Daten schreiben, aber aufm Blatt Papier, dann muss ich da wenigstens hingehen. Was Luca ist, ist ein großes Blatt Papier in der Mitte des Internets, wo jeder reinschreiben kann, was er will. Und das gilt für alle lokale gleichermaßen. Und, Also so ist diesen konzeptionellen Fehler nicht verstanden zu haben und nicht zu verstehen, warum die Corona-Warn-App äh, absolut überlegen. Es gab gar keine Frage. Ja, äh ist halt schon eine Katastrophe. Entsprechend wird auch auf Zeit online von ähm. Glaube, Jakob von Lindern war der Name, äh auch gefordert zu sagen, so, ey, jetzt haben wir eine staatliche, saubere Infrastruktur, schnell, anonym dezentral. Dieser diese gesamte Idee des Zwanges, Quarantänezwang und der Staat und wir halten dich jetzt hier fest, sowieso Unsinn. Schaffe doch jetzt in den Verordnungen diese Kontakt äh Datenerfassung ab. Wenn es doch ein schnelleres System gibt, ja? Und äh geht diesen Weg, ja? Also man könnte ja zum Beispiel sagen, wäre ja echt super, dass man sagt, pass auf, Corona-Warn-App oder. Wenn du die nicht benutzen möchtest, dann muss halt deine Adresse eingeben. Das wäre mal eine faire, äh ein fairer Vergleich, um zu sagen, so hier, da siehst du eben, wir bieten dir ja das Schnellste, und anonyme Tool an was wir finanziert haben, was ohne Risiko ist. Und wenn du dem nicht traust, dann schreib eben deine Adresse auf einen Zettel, dann wird deine Adresse ans Gesundheitsamt weitergegeben. Das wäre, sage ich mal so, Als äh kannst du eben auch deine Adresse dalassen. Das wäre, sage ich mal, eine eine informierte äh informierter Umgang mit den mit den Risiken und vor allem nochmal, ne, es geht hier dabei nur darum, schnell genug zu alarmieren damit die Leute dann ihre Kontakte reduzieren. Und deswegen ist die Geschwindigkeit der Alarmierung so wichtig. Aber ja, solange wir irgendwie Jan Josef Liefers und Ben Becker am quengeln haben, brauchen wir uns, glaube ich, über die äh ja die Qualität der und Informiertheit der äh Corona App-Debatten nicht zu wundern.
Tim Pritlove
Politik muss ich hier echt an die Nase fassen, also falsche Voraussetzungen, falsche Rahmenbedingungen, falsche Entscheidungen, am Ende auch noch eine verpasste Chance, weil zu wissen, dass so ein Feature in der Corona-Warn-App ohnehin in der Entwicklung ist Das denkt sich das Team doch nicht selber aus. Das ist doch Auftrag, das ist doch vom Bund gewollt gewünscht und wird dann entsprechend umgesetzt, weil dann wird es ja auch bezahlt. Die drehen doch nicht frei und Däumchen und machen da irgendwie ihr eigenes Ding. Das war doch sowieso schon unterwegs, das Feature. Wenn das sowieso schon unterwegs ist, warum wissen das die Länder nicht? Warum kriegen die das nicht gesagt, dass das sozusagen sowieso kommt? Dass es dann auch noch die beste Lösung ist, weil es eben nicht zusätzliche Last auf die Gesundheitsämter legt, die jetzt irgendwie immer gucken muss, wenn irgendwie ein Vorfall ist, ah okay, jetzt haben wir also hier irgendwie sechshunderttausend Leute im Zoo Was machen wir denn da jetzt damit? Das ist ja noch mal mehr Arbeit, Die sollen entlastet werden. Die werden damit nicht entlastet. Entlastet werden sie durch die Corona-Warnapp und würde man darauf hinweisen, dann, Würden auch mehr Leute diese App runterladen und dann würden sie sie auch benutzen und dann würde auch die ursprüngliche Funktion nochmal besser. Und dieses ganze Argument, man könnte das ja irgendwie nicht befördern. Mein Gott, einmal irgendwohin schreiben, jeder Laden in Deutschland, der aufhaben muss, äh aufhaben möchte. Dieses DIN A4 Papier auszudrücken. Und da ist irgendwie ein QR-Code mit einem Link auf die App drauf. Und äh also so naheliegend alles, so einfach, so kostenlos und trotzdem wird's nicht gemacht und stattdessen. Müssen wir jetzt irgendwie mit so einer, so einer Debatte rumschlagen, die eigentlich letztes Jahr schon äh komplett durch war.
Linus Neumann
Das ist wirklich ähm na ja. Jetzt hoffe, wir wollen's nie wieder was davon hören. Nie wieder, Nehmt das Scheißgeld geht aber geht mit Gott aber geht bitte OK.
Tim Pritlove
Genau. Nimmt nimmt einfach die Kohle, setzt euch auf eure Insel, macht eine Party mit euren Pieps irgendwie und haltet's Maul und lasst uns einfach in Frieden. Wir haben hier irgendwie eine Krise zu bewältigen.
Linus Neumann
Wir müssen uns ernsthaft dann irgendwann mal darüber Gedanken machen, wie es zu so einem, wie es zu seinem absoluten Desaster kommen kann. Das nochmal zu in Ruhe zu analysieren, das ist ein schmerzhaftes schmerzhafte, dunkle Hülle, in die wir kriechen müssen. Das tut mir leid. Okay. Halbwegs gute Nachrichten. Ja, eigentlich nur ein bisschen äh Hacker äh Heldenstories. Ähm vor einiger Zeit Also es gibt dieses Unternehmen mit dem Namen. Denn die haben sich im Prinzip auf die Forensik an Geräten spezialisiert. Also bietet an, ne? Die Polizei oder ein Geheimnisse, wer auch immer hat ein Gerät, ein Smartphone in ihren Händen. Möchten gerne die Daten auslesen, dann bietet Celebrite quasi so ein Toolset an, diese äh Geräte äh auszulesen, und das natürlich auch äh unter Ausnutzung von Schwachstellen auf den Geräten, ja, wenn also, wie es bei älteren äh iPhones, ich glaube bis zur sechs oder sechs S, dieser Boot und so diese diese Dinge finden da alle Anwendungen, äh um in um in die Geräte reinzukommen und sie auszulesen. Ja? Und hat jetzt vor ein paar Wochen ähm relativ medienwirksam angekündigt. Ja, also wir können jetzt übrigens auch Signal auslesen. Und das. Also was das bedeutet, muss man jetzt auch mal sagen, so das heißt nicht, sie haben Signal gehackt, sondern sie es heißt einfach nur, dass ihr Parsa für Daten jetzt auch das interne Datenformat von Signal, ja, auslesen kann, ne? Also wenn du jetzt so eine App hast und eine Signal App, die speichert natürlich die Nachrichten auf dem Telefon. Und wenn äh du jetzt diese Datenbank ausliest oder dieses Dateiformat ausliest, äh und verstehst und zwar auf die Weise verstehst, wie es die App versteht, dann kannst du eben auch diese Chats. Darstellen in einer Weise, äh wie du das eben äh für richtig hältst. Und äh. Dieser Teil das nennt sich äh also dieser Parsa, der diese ganzen Daten auseinandernimmt, äh nennt sich der und der andere Teil des ähm Celebrited System ist der UVD, das ist quasi das System, was ähm ein Backup macht Ja, die die imitieren im Prinzip äh Android oder iTunes oder macOS, ne, um Backup von dem System, von dem von dem von dem Gerät zu machen und dann haben sie eben den, der die Daten, die da, die dieses, dann eben ausliest. So funktionieren diese Dinge und dann sagen sie am Ende hier pass auf das und das war der Fall. Jetzt äh wie es der Zufall will, äh ist irgendwo so ein Ding vom äh vom LKW gefallen und ähm. Landete bei äh bei Signal, ja? Und ähm die haben dann sich damit auseinandergesetzt, wie dieses äh funktioniert und äh haben. In dem. Haben also was weiß ich, sich das Spyder angeschaut und so, ne und haben festgestellt, dass da so typische ähm drin fehlen, also eine Verteidigung dieser Software, und ist eine Reihe an Schwachstellen gibt, die man ausnutzen kann. Ein Beispiel, was sie benennen ist, dass irgendwie ein zehn Jahre altes FFM-Pack drin ähm, Und sie sagen aber auch, dass das nicht die mit denen sie sich ansonsten noch weiter auseinandergesetzt haben. Was sie dann veröffentlichen ist ein Video, bei dem also mit diesem Tool. Ein Smartphone ausgelesen und analysiert wird und dann auf einmal äh einen Pop-Up aufblinkt auf diesem Rechner. Und da steht irgendwie sowas wie äh. Oder sowas ne? Also leg dich mit dem Besten an und so und du bist erledigt wie der Rest auch, Ja, was heißt das? Die haben also einen Weg gefunden in diesem in dem dass man dem eine Datei gibt, die wenn er die, versucht zu verarbeiten, ähm dass er offensichtlich ein, ich würde jetzt schätzen, aber ne? Mehr schreiben sie dazu nicht. Ich würde jetzt schätzen, dass sie da einen Buffer Overflow ausnutzen oder irgendeine eine Command Injection oder so. Und dann Abitur auf dem Zielsystem ausführen können, und sagen eine typische Handlungsmöglichkeit, die ihn dadurch offen stünde, wäre zum Beispiel die also die Ergebnisberichte, und zukünftige Nachlust und äh Laune zu verändern. Und äh das ist natürlich also so Kudos. Eins A, feinstes Hacking, feinstes Hacking, Prädikat, feinstes Hacking und dann sagen sie ähm, Wir sind natürlich bereit, äh im Rahmen einer responsible, die Schwachstellen, die wir hier gefunden haben, Celebritan mitzuteilen, wenn? Sie das auch machen mit allen Schwachstellen, die die bei ihrer Physikal Extraction. Bei ihren anderen Dienstleistungen zum Einsatz bringen, Hier muss man kurz sagen nutzt laut eigene Angabe für neuere iPhones haben sie angeblich, also sagen sie, gibt es die sie nutzen? Um da quasi auch diese Backups einzuleiten. Aber bei diesen Explods handelt es sich vermutlich oder in großer Sicherheit eben um, und um das Risiko zu minimieren, dass diese Explod-Zeit in die Öffentlichkeit geraten vom LKW fallen und in den Händen von maximalen Spike landen, bieten sie, Das nur als Service an. Das heißt, sie sagen, okay, die Strafverfolgungsbehörden oder Geheimdienste können uns ein Gerät einschicken, wir hacken dieses Gerät für die und schicken ihnen dann die Daten zurück. Was natürlich total problematisch ist, weil eine Forensikerin, Geheimnisse, bei der Polizei, natürlich für die Ergebnisse gerade stehen muss. Und wenn du hier dich einer externen Dienstleisterin bedienst. Wir haben das gehackt, hier sind die Ergebnisse, aber wir sagen denen nicht, wie wir das gemacht haben, dann äh ist das natürlich ein ein großes Problem. Und darauf Signe, dass sie sagen, so, passt auf, wenn ihr hier die Oldies äh droppt so, Dann droppen wir auch unsere, aber wenn solange ihr kein macht, müsst ihr, könnt ihr diesen Anspruch auch nicht an uns stellen.
Tim Pritlove
Oh meinst, das ist soviel.
Linus Neumann
Ey du, es ist wirklich so ähm. Ah, ganz toll, ja. Ähm. Ganz, ganz toll, ja? Und ähm außerdem schreiben sie. Völlig unrelated so unabhängig von dem, was wir jetzt da geschrieben haben. Zukünftige Versionen von Signal werden sich regelmäßig ein paar Dateien aus dem Internet herunterladen und in App-Storage legen. Diese Dateien werden nie benutzt werden. Werden niemals mit Signal interagieren, aber ähm wir speichern dir einfach mal auf eurem Gerät. Und es ist natürlich sehr naheliegend oder man könnte sich jetzt vorstellen, dass diese Dateien halt Explodes für Celebrite beinhalten. Das wäre natürlich totaler Wahnsinn. Äh aber es kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass sie so etwas machen würden.
Tim Pritlove
Also richtig schöner, geiler Hackback sozusagen. Diesmal richtig.
Linus Neumann
Ich denke, ähm ich weiß nicht, ist das ein äh.
Tim Pritlove
Na ja, die haben zurückgehackt.
Linus Neumann
Nö, die haben die haben halt einen Exploit gefunden und haben sich mit der Disclosure Policy des Unternehmens auseinandergesetzt, haben festgestellt, oho, die nehmen an der Responsible Disclosure, Kultur nicht teil. Entsprechend sehen wir uns jetzt auch nicht denen gegenüber verpflichtet an der Kultur teilzunehmen. Und äh wir befinden uns also hier gemeinsam auf hoher See. Und handeln nach den Regeln, die die uns vorgegeben haben. Ah, traumhaft, ja. Ich meine, deswegen äh ich liebe die. Ich liebe die. Signal, Deswegen nutze ich Signal. Okay. Machen wir ähm noch kurz weiter. Wir hatten darüber gesprochen, dass äh Frontex ja die Agentur äh ist, die. Vierundneunzigtausend Euro Abendessen ausrichtet.
Tim Pritlove
Lecker.
Linus Neumann
Und die hatten ja jetzt eine Informationsfreiheitsanfrage von frag den Staat irgendwie zurückgewiesen und ihnen eine äh Rechnung über ich weiß nicht, ob über fünfundzwanzigtausend Euro oder sowas waren das, Das Gericht hat dann bestätigt, dass dass sie über einhundert Prozent zu viel verlangt hatten, ja? Ah genau, dreiundzwanzigtausendsiebenhundert Euro wollten sie haben. Äh und ne, dass quasi diese Forderung viel zu hoch war und ähm ja, frag den Staat, hat Recht bekommen, dass das, oder dass das dass die Agentur mit ihrem Milliardenbudget, die für vierundneunzigtausend Euro Abendessen gehen, ähm mit dreiundzwanzigtausendsiebenhundert Euro von frag den Staat viel zu viel Geld verlangt hat und dass das eine Maßnahme war, um, dem Informationsfreiheitsgesetz entgegenzutreten und ihr den Informationsfreiheitsansprüchen, die äh über frag den Staat gegenüber Frontex. Ähm erhoben wurden. Insofern, ja, herzlichen Glückwunsch zum oder zum zum Sieg in dieser juristischen Auseinandersetzung und ja, ne, also wenn man sich das Budget von Frontex anschaut, das, was da getan wurde, war eben ein spezifischer Versuch. Fragt den Staat hier zu schaden und fragt den Staat, ist ein demokratisches, Tool für Transparenz und diesen System schaden zu wollen ist natürlich absolut unangemessen. Natürlich kann man, ne, das ist ja völlig in Ordnung, sich gegen Informationsfreiheitsanfragen. Ähm denen widersprechen, wenn man dafür einen äh rechtlichen, eine rechtliche Grundlage hat oder ein, ne, das. Sind nun mal Gesetze, ja, aber quasi dann einen Versuch machen, denen durch ähm übertriebene Forderungen äh einerseits das Funding zu entziehen und ihnen gewissermaßen äh. Aktiv schaden zu wollen, natürlich mit dem Ziel, dass die weniger Fragen in Zukunft, dass es eben wirklich eine absolut unwürdige Aktion und das wurde hier eben auch höchstrichterlich, festgestellt.
Tim Pritlove
Ich hoffe, dass sie nicht verhungern jetzt irgendwie, wenn sie nur noch zehntausend Euro für ihr Abendessen bezahlen dürfen.
Linus Neumann
Nee, die dürfen also theoretisch der Schaden für äh für Frontex ist ja jetzt nur zwei zwölftausend Euro ungefähr. Das heißt, das nächste Abendessen nur für vierundachtzigtausend. Ja, so ein bisschen, also, schwächer, ne. Na gut, dann kommen wir in der nächsten Woche nochmal ein bisschen darauf zu sprechen, dass das IT-Sicherheitsgesetz zwei beschlossen wurde und das beschlossen wurde, ähm. Da würden wir uns nochmal tiefe mit auseinandersetzen und haben jetzt nur nochmal ein bisschen Jobs zu bewerben.
Tim Pritlove
Was gibt's denn Schönes.
Linus Neumann
Netzflüssig Orks sucht eine Unterstützung in Finanzen und IT, Wir suchen für anfangs zwanzig Stunden die Woche Unterstützung in Finanzen und IT. Ähm der aktueller Admin soll unterstützt werden, um die Lasten bis hin zu verteilen, damit er auch mal äh Urlaub machen kann, ohne dass er eine Notbetreuung der IT leisten muss und äh in der Finanzabteilung soll eine Stelle geschaffen werden, die die Kommunikation, zum und Lohnabrechnungsdienstleister und die Aufarbeitung dafür übernimmt. Und auf lange sich dann eben auch in die Spenderinnenverwaltung einsteigt.
Tim Pritlove
Buchhaltung. Geil.
Linus Neumann
Siehst du mal, Tim, ich habe auch gedacht, wenn du nochmal Lust hast auf ein.
Tim Pritlove
Wenn das mal nichts wird mit mit Podcasting irgendwie, wenn es dann habe ich immer noch äh noch eine Exit-Strategie.
Linus Neumann
Um das kurz noch zu sagen, ne? Es handelt sich dabei um zwei Stellen, ne, also nicht beides zusammen, sondern es gibt zwei Stellen, also einmal diese äh äh Finanzengeschichte und einmal die IT-Geschichte und ähm ja, Link findet ihr in den Bewerbungsfristende ist äh Bewerbungsfrist endet Ende Mai. Und äh ja, vielleicht ist das ja was für euch ähm. Wie ihr euch dort bewerbt, findet ihr eben auf Netzbild org, Link dazu in den Shownotes, könnt ihr einen freundlichen Gruß da lassen.
Tim Pritlove
Gut, die Redefrist für diesen Podcast endet jetzt. Damit haben wir irgendwie die Woche erstmal eingetütet, denke ich, oder?
Linus Neumann
Ja, also äh genau, denke schon. Ähm IT-Sicherheitsgesetz und Tickermock machen wir dann in der nächsten Sendung.
Tim Pritlove
Machen wir in der nächsten Sendung, genau. Jetzt müssen wir uns noch ein paar andere Sachen kümmern. Na schön, dann bleibt uns nicht äh viel anderes übrig, als euch noch eine angenehme äh Restwoche in der Restintelligenz zu wünschen. Lasst euch nicht äh lasst euch nicht äh verrückt machen. Außer von uns natürlich.
Linus Neumann
Jo, alles klar. Ciao, ciao.

Shownotes

Intro

Alles dicht machen

Podcast-Empfehlungen

Linus bei malik.fm

Der Mann in Merkels Rechner

Feedback

CWA mit Checkin-Funktion

Unsinnige Infektionsschutzverordnungen

Luca

Radio-Interviews

Breite Kritik

Datenflut für Gesundheitsämter

Philipp Berger leugnet nachgewiesene Schwachstelle

Kritik am Lizenzmodell

BSI prüft

Landesdatenschützer prüfen

Unterschied CWA / Luca

Signal hackt Cellebrite

Frag den Staat vs. Frontex

Jobs

netzpolitik.org

Bonus Track

106 Gedanken zu „LNP390 Qualitätsschwankungen in der Suchtmittelversorgung

  1. Hier Linus, ich hab‘ noch ’n paar Herztropfen übrig: O>O>

    Filmtipp zum Spannungsabbau: „Tatort (920) – Im Schmerz geboren“ ;)

    • Nach den ersten 20 Minuten dachte ich mir, es fehlt als Gegenpart jetzt nur noch ein empörter Holger Klein, der sich über Axel Prahls dreckige Lache mokiert.

      • Hehe, aber ich hab‘ doch bewusst einen genommen, in dem nur „Der Gute(tm)“ (Matthes) aus diesem ganzen #allenichtmehrganzdicht-Drama mitspielt. Dass es sich dabei zufällig auch noch um einen der besten Tatorte der letzten Jahre handelt, der zudem noch perfekt zum amokartigen Aggressionsabbau taugt, war ein Bonus. :D

    • Sein Auftritt hier passt doch in gewisser Hinsicht zu seiner Sprechrolle bei den ???. Peter Shaw fällt doch immer wieder durch seine naive Art auf und geht jedem Schwindel (Gespenster, Geister, Monster, Zauber, Flüche) auf den Leim. Leider scheinen in Justus und Bob dieses Mal nicht auf den Boden zurückgeholt zu haben.

  2. Hallo Tim, hallo Linus, ich schätze eure technische Analyse, eine gesellschaftliche erwarte ich nicht. Ihr beklagt euch über #ichmachnichtauf Nummer und gebt ihnen in ihrer Kernaussagen recht. Die allermeisten Kritiken an der aktuellen Corona-Politik werden direkt und ohne Umwege in die rechte Ecke gestellt. Meist wird eine schliche Diskussion mit Sätzen dieser Art abgekürzt: „Ach, dir sind die Toten egal! Das sich die Intensivmediziner den Arsch aufreißen, auch egal!“ Leute, in der Art und Weise eures Kommentars disqualifizieret ihr euch ebenso. Hört euch den Part in ein paar Tagen nochmal an, ihr schwingt euch in recht beachtliche Höhen, um zu urteilen! Es sollte in unserer Gesellschaft immer möglich sein, eine andere Meinung zu haben. Ihr wundert euch, wie es möglich ist, das 53 Künstler zusammen so einen Unsinn erzählen. Wenn einem zu viel Autos in einer Einbahnstraße entgegen kommen, kann es sein, dass man selbst in der falschen Richtung unterwegs ist. Im Osten habe ich geschalteten Medienorganen erlebt. Im Moment bin ich erschrocken, wie mit abweichenden Meinungen umgegangen wird. Ja, dass kommt mir leider verdammt bekannt vor! Eure Reaktion, die völlige Unmöglichkeit der anderen Meinung zuzulassen, gehört auch dazu. Die Demokratie kommt nicht aus dem Wasserhahn, den man nach belieben auf und zu drehen kann. So wie ihr sehr genau darauf achtet, was mit unseren Daten geschehen kann, so sensibel sind zum Glück einige Menschen bei der Wahrnehmung von gesellschaftlichen Veränderungen und benennen sie. Lasst die Kirche im Dorf, es sind ein paar Videos von Schauspielern im meinungsreichen Netz.
    Ich höre sie Folge trotzdem zu Ende, ich halte 20 Minuten eine andere Meinung aus.

    • Kann dem zustimmen. Auch wenn Linus im Verlauf der Diskussion das dann dahingehend etwas ausdifferenziert, dass Euch die Qualität und Art der Präsentation stört und Ihr Euch einen konstruktiveren Beitrag gewünscht hättet (absolut legitimer Punkt), finde ich ein Vokabular wie „sollen das Maul halten“ (Tim) oder „normalerweise halt Karriereende“ (Linus, der damit gefühlt ins Horn mancher stößt, die jetzt ein Berufsverbot für diese Personen fordern, obwohl er bestimmt nicht in diese Ecke gestellt werden will) als ebenso wenig förderlich für die Diskussion. Gerade in diesen Zeiten: Besonnen bleiben. Danke und Gruß.

      • Sorry, wer derart dümmlich und undifferenziert den sinnbildlichen Mittelfinger erhebt und die zugehörige Einordnung vermissen lässt, darf sich über ein paar deftige Kommentare nicht beschweren, geschweige denn wundern. Gerade MIT anschließender Ausdifferenzierung finde ich diese deftigen Kommentare in genau diesem bekanntermaßen meinungsstarken Podcast gerade richtig.
        Zumal mich Tims (und Pavels) verhältnismäßig ruhiger und geduldiger Umgang mit „schrägen“ Fragen und Kommentaren in diversen Corona-Weekly-Clubhouse-Sessions mehrfach beeindruckt hat.
        Und Linus ist da ja bekanntermaßen u. a. parlaments-ausschuss-gestählt… („…das freut mich für Sie….“).
        An anderer Stelle werden mich die beiden übrigens sicherlich wieder mal ähnlich irritieren, wie Sie… ;)

    • Hallo Olaf,
      ich habe Kommentare zu zwei Aussagen von dir.
      „Die allermeisten Kritiken an der aktuellen Corona-Politik werden direkt und ohne Umwege in die rechte Ecke gestellt.“
      Das teile ich nicht. Zeitungen und Fernsehen sind voll von Kritik, die nicht in die rechte Ecke gestellt wird.
      „Im Osten habe ich geschalteten Medienorganen erlebt. Im Moment bin ich erschrocken, wie mit abweichenden Meinungen umgegangen wird.“ Für mich hört sich das an, als würdest du unterstellen, die Medien hier seien gleichgeschaltet. Das ist nicht so. Spiegel, Süddeutsche, Welt, Handelsblatt, FAZ … sind nicht gleichgeschaltet, sondern vertreten unterschiedliche Interessen und Meinungen. Jeden Tag, zu allen möglichen Themen, auch zu Corona. Unter anderem diese Medien sind – siehe oben – voll von Kritik an der Corona-Politik der Regierung, und ich sehe nicht, dass deren Publikation in irgendeiner Weise eingeschränkt sind. Ich finde Verweise auf die DDR (oder ggf. auch auf das Dritte Reich) unpassend, da man wegen einer abweichenden, sich im Rahmen der Gesetze bewegenden Meinung nicht nach Bautzen oder nach Dachau kommt.

      • @Jürgen „Zeitungen und Fernsehen sind voll von Kritik, die nicht in die rechte Ecke gestellt wird.“
        Das stimmt, voll von Kritik, dass die ZeroCovid-Strategie nicht angestrengt wird, dass die Impfkampagne so schleppend verläuft, dass der Datenschutz nicht aufgeweicht wird usw. Aber wo findet sich nochmal die vernehmbare Kritik, dass ich jeden Morgen über den aktuellen Stand der Inzidenzen und Sterbefälle nach Art einer Wettermeldung informiert werde, nicht aber in ähnlicher Manier über die inzwischen 1 Millionen Jobverluste durch die ergriffenen Maßnahmen, die Steigerung an psychischen Erkrankungen bis hin zu Suiziden usw.?

        „Für mich hört sich das an, als würdest du unterstellen, die Medien hier seien gleichgeschaltet. Das ist nicht so.“
        Stimmt, das ist nicht so, wurde von Olaf aber auch nicht behauptet. Worauf er hinweist, sind Entwicklungen, die er bedenklich findet. Mit anderen Worten, er weist auf das Dazwischen, die Graubereiche hin. Das ist das, was man sich wünscht: raus aus dem Schwarz-Weiß-Denken. Dein Verständnis ist „gleichgeschaltet oder frei, tertium non datur“. Das viel zu oft, sehr zu unrecht gescholtene, aber so unermesslich wichtige, weil differenzierende und auf Einschränkungen und Abwägungen hinweisende „aber…“ ist sehr wertvoll. Es ist in der Tat äußerst bedenklich, wenn bereits der Hinweis auf das „aber…“ zur Disqualifizierung ausreicht. So oft es auch missbraucht sein mag: es ist für für jede deliberative Kulturform wie etwa eine Demokratie von unschätzbarem Wert.

    • Die allermeisten Kritiken an der aktuellen Corona-Politik werden direkt und ohne Umwege in die rechte Ecke gestellt

      Ja, das ist so ein Talking Point, der mich besonders verärgert.

      Es gibt eine Menge Kritik an der aktuellen Corona-Politik, die schlicht an den gesunden Menschenverstand appelliert, zu Solidarität aufruft, wissenschaftliche Erkenntnisse anerkennt und als Grundlage für politisches Handeln einfordert. Davon sehe ich sehr viel und davon stelle ich nichts in „die rechte Ecke“, da es sich hier primär um humanistisch geprägte Grundmotivationen handelt.

      Aber wenn Leute mit ihrem andere gefährden, vollkommen belegbare wissenschaftliche Erkenntnisse leugnen und vor allem den Verlust ihres privaten Luxus und ihrer Privilegien beklagen und dabei ingorieren, was sich in den Krankenhäusern abspielt, dann sehe ich hier leider eine Grundeinstellung, die für mich zutiefst unsolidarisch ist.

      Und wenn dann der Mob den Reichstag stürmt und im Fernsehen über einen Mangel an öffentlicher Rede berichtet, dann ist für mich Ende Gelände. Und wer sich dann beklagt, dass wenn man dieses Verhalten kritisiert, dann hat man wohl auch nicht verstanden, wie „die rechte Ecke“ funktioniert: denn solche unüberlegten Schreiereien werden von den rechten Kräften sofort aufgegriffen und sich zu eigen gemacht.

      Die Schwurblerdemos sind nachweislich voll von solchen Neppern, Schleppern und Bauernfängern und dann jammern die esoterisch verbrämten und zunehmend wissenschaftsfernen Hobbyprotestler, dass man sie dafür kritisiert, dass sie gerade diesen Kräften sich als Statistien andienen und in die Karten spielen.

      Ich habe nichts gegen valide Kritik, aber das Schauspieler-Beispiel beweist gerade wieder schön, wie der Hase läuft. Unkonkreter kann man sich nicht äußern. Die verdrehten Sätze haben viele von denen vermutlich selbst nicht verstanden (sie wurden ihnen ja auch tatsächlich vorgeschrieben und dann von ihnen vorgetragen, da kam nichts von Herzen). Und alle Sätze eint, dass sie nichts konkretes fordern oder aussagen. Es wird nur ein diffuses Unwohlsein formuliert, ein „da stimmt was nicht“-Gefühl erzeugt. Und wirklich konkret wird es dann nur wenn der eigene Luxus eingeschränkt wird (Paketboten und Plastikteller).

      Genau das ist diese „rechte Ecke“, man braucht sich da nur die Bundestagsreden der AfD anzuschauen: keine Vorschläge, wie man irgendwas besser machen kann, nur Anklage, diffuses Zeug und Hetze gegen andere, die an allem Schuld sein sollen. So wird ein allgemeines Unwohlsein erzeugt, das niemand konkret erklären kann.

      Hier muss man schon mal Position beziehen und sicherstellen, dass die eigene Kritik nicht von rechts gekapert wird. Dazu muss sie einfach konkret sein. Und dafür muss man sich mit den Problemen auch mal wirklich beschäftigt haben. Das sehe ich bei der verwöhnten Schauspielerkaste, die sich da mental entblösst hat, leider nicht.

      • Lieber Tim, ich denke, du solltest dir doch nochmal die Mühe machen, das Video von z. B. Nadine Dubois wirklich aufmerksam anzuschauen. Und dann überdenke bitte noch einmal inwiefern dein Vorwurf zutrifft, dass dort zu einem Verhalten aufgerufen wird, das „andere gefährdet“, dass dort „vollkommen belegbare wissenschaftliche Erkenntnisse geleugnet“ werden, dass der „Verlust ihres privaten Luxus und ihrer Privilegien beklagt“, dass ignoriert wird, „was sich in den Krankenhäusern abspielt“. Diese Vorwürfe sind meines Erachtens schlicht grotesk, sofern man sich der grandiosen Ironie der Künstlerin im Vorhinein nicht verschließt, um sich nicht selbst bei eben jener Überheblichkeit zu ertappen, die sie damit anklagt. Liegt dir denn ein Verständnis für den künstlerischen Ausdruck wirklich so fern, dass du meinst, Kunst müsse stets etwas „konkretes fordern oder aussagen“? Das soll Aufgabe der Kunst sein? Mit Verlaub, aber das ist eine mir selten offener begegnete mentale Entblößung einer technizistischen Ignoranz gegenüber den grundlegenden Formen unseres gesellschaftlichen und kulturellen Zusammenlebens.

        • Dem kann ich nur zustimmen Jan. Vor allem das Video von Frau Dubois hat mir gefallen weil es das Thema auf dem Punkt bringt dass Privilegierte mit der Coronakrise und den Maßnahmen besser zu Rande kommen, als der Arbeiter in prekären bzw. systemrelevanten Berufen. Vor allem die Sicht auf diejenigen Künstler und Leute, die jetzt seit über einem Jahr von Grundsicherung leben müssen, ohne Aussicht, dass sich die Situation in ihrem Berufszweig bessert, oder der oder diejenige, die seit Monaten KUG beziehen, nicht wissen, ob ihr Betrieb die Krise überleben wird, kommen mir in der medialen Berichterstattung vor allem im ÖRR zu kurz.

          Die Tagesschau schrieb vor ein paar Tagen, dass mit der Coronakrise über eine Millionen Arbeitsplätze weggefallen sind, vor allem Minijobs, die meist von Studenten getätigt werden. Viele von denen leben wieder zu Hause.

          https://www.tagesschau.de/wirtschaft/coronapandemie-arbeitsmarkt-101.html

          Und dann gibt es auch solche Videos im Netz, wo Betroffene in die Kamera sprechen und berichten, dass die GEMA oder die Krankenkasse einen Insolvenzantrag gestellt haben und das Firmenkonto gepfändet wurde, weil seit einem halben Jahr keine Beiträge gezahlt wurden, weil noch im März auf die November- und Dezemberhilfen gewartet wurde. Als Kleinunternehmer, mit einem kleinen Stamm von Angestellten, steht man buchstäblich vor dem Ruin, ohne selber daran Schuld zu sein. DAS lieber Tim und Linus macht einfach nur noch wütend und nicht irgendwelche Videos, dessen Inhalt man im vernünftigen Rahmen diskutieren kann ohne Shitstorm in den sozialen Medien zu fürchten. Und wenn ich dann lesen muss, dass z.B. Meret Becker Morddrohungen erhält und andere ihre Videos zurückgezogen haben weil ihre Kinder Bedroht werden, hört der Spaß langsam auf.

          https://www.rnd.de/promis/meret-becker-morddrohungen-nach-allesdichtmachen-TIVZTC5WVZDXTELKV3ZB7FYYRA.html

          Liefers sprach in dem Interview beim WDR seine Erfahrung in der DDR an. Wenn ein Rundfunkrad (in diesem Fall Herr Duin) auf Twitter fordert, dass der ÖRR das Arbeitsverhältnis zwischen den Schauspielern noch mal überdenken sollte, erinnert das schon sehr an die Biermannaffäre Ende der 70er Jahre.

          https://www.berliner-zeitung.de/news/tatort-verbot-fuer-liefers-gefordert-kritik-an-rundfunkrat-garrelt-duin-waechst-li.154893

          Also bitte ich euch auch verbal etwas zurückzurudern. Denn solche medialen Shitstorms (ich höre in der Presse überwiegend nur negative Kritik), spaltet die Gesellschaft noch mehr. Denn auch den Sinn mancher Coronamaßnahmen in Frage zu stellen (z.B. die nächtliche Ausgangssperre) sowie Öffnungen bestimmter Bereiche in nächster Zukunft ins Auge zu fassen (andere Länder machen das bereits), sollte und muss offen diskutiert werden.

      • „Aber wenn Leute mit ihrem andere gefährden, vollkommen belegbare wissenschaftliche Erkenntnisse leugnen und vor allem den Verlust ihres privaten Luxus und ihrer Privilegien beklagen und dabei ingorieren, was sich in den Krankenhäusern abspielt, dann sehe ich hier leider eine Grundeinstellung, die für mich zutiefst unsolidarisch ist.“

        Bist Du hier noch bei den Videos? Ich konnte leider nicht mehr alle sehen, aber in den verbleibenden konnte ich keine Faktenleugnung finden, bitte nenne doch mal eines.
        Und bei den Krankenhäusern hast du leider genau den Tunnelblick, den Herr Liefers anprangert. Alle schauen nur auf die Beatmungspatienten, Schlagzeilen wie „Doppelt so viele Suizidversuche bei Jugendlichen registriert“ laden nicht auf den Titelseiten der Zeitungen. Menschen mit Depressionen hilft man, indem man sie unter Leute bringt. Wir tun gerade das Gegenteil davon. Während wir freie Beatmungskapazitäten haben, hat der Lockdown bei der Hälfte der depresseiven Patienten die Situation verschlechtert. Es sind nicht alles irgendwelche Nerds, die den ganzen Tag am PC Spaß haben können, es gibt auch Leute, die richtig durchdrehen wegen des Lockdowns. Und ich weiß nicht, wieviele derer, die in die Schubladen „Esotheriker“, „Schwurbler“ und ähnliches behandlungsbedürftig wären. Ich kann nur sagen: Lockdown macht krank! Und die meisten sehen es nicht oder wollen es nicht sehen. Neuronale Erkrankungen sind ein Tabu, auch über Suizide wird von den Medien explizit nicht berichtet. In „normalen“ Jahren sterben über 9000 Menschen in Deutschland durch Suizid – und das sind nicht nur unheilbar kranke Greise, da sind viel zu viele Jugendliche dabei. Über die redet niemand, das wird einfach so akzeptiert. Die Zahlen für 2020 liegen dem Bundesamt für Statistik leider noch nicht vor.

        Zum Thema „unkonkret“: Herr Hallervorden hat ein wunderbar ausgearbeitetes Konzept für sein Theater, aber darüber redet niemand, denn ein Stapel Papier ist etwa so unterhaltsam wie der Beweis des großen Satzes von Fermat, damit kommt man nicht in eine Talkshow oder die tagesschau. Und wenn jemand die Riemann’sche Vermutung beweist, ist das auch nicht auf der Titelseite der Bild-Zeitung, da ist die Frau Bundeskanzler drauf, wenn sie sich den Knöchel verstaucht.

      • Nein, Tim, Du hast Dich völlig verrannt bei diesem Thema. Der Ex-DDR-Widerständler Jan Joseph Liefers hat völlig recht, sich an die DDR erinnert zu fühlen, wenn er im WDR-„Verhör“ im Stasi-Sprech gefragt wird „Sind sie so naiv?“ und es anschließend Berufsverbots-Forderungen von ÖR-Offiziellen hagelt! Ich weiß, wir sind noch lange nicht so weit, aber wehret den Anfängen! Ex-DDR-Bürger sind da zu recht sensibel. Ich sage damit nicht, dass die Aktion besonders toll war. Aber wenigstens tut sich mal was!

        • Ja ne schon klar, ich kenne die Methode, brauchst Du mir gar nicht zu kommen. Dieses Umkehren des Narrativs funktioniert hier aber nicht. Sowohl Herr Liefers als auch Du braucht mir hier gar nicht das Opfer zu spielen. Hier soll einfach nur mal wieder der Grenzbereich ausgelotet werden und kaum zeigt man Euch das Stopschild labert ihr was von DDR, Unterdrückung und „wehret den Anfängen“. Macht Euch nicht lächerlich. Wir haben schon sehr genau verstanden, wie es gemeint ist und deswegen richten wir auch den Scheinwerfer drauf.

          • Wie bitte? ICH spiele das Opfer? Ich bin Wessi! Ich bin nicht das Opfer! Aber ich verfüge über Einfühlungsvermögen. Und welches Narrativ hier angeblich umgekehrt wurde, ist mir auch nicht so recht klar. Mit „kaum zeigt man _Euch_ das Stopschild“ meinst Du vermutlich, dass wir alle Nazis sind oder was? Das wäre sehr traurig. Es gibt dieses „wir“ und „ihr“ garnicht. Aber Du driftest leider so langsam in unbegründeten Hass auf „wen-auch-immer“ ab. Das musst Du nicht! Peace&Gruß….

    • Ich danke dir vielmals für deine Kritik. Denn die Worte die ich wählen wollte um meine Meinung zum ersten Teil des Podcast kund zu tun, wären durchaus nicht so sanft gewesen.
      So hänge ich mich einfach an Deinen Beitrag an und unterstütze diesen voll und ganz und behalte meine Wut über die unreifen Aussagen vom Tim und Linus für mich.

      • Jetzt macht ma halblang. Ich komm‘ auch ausm Osten mit Stasi-Erfahung in der Familie, negativer so. Ich würde damit nicht als Merkmal rumflexen irgendwo in dem Bereich mehr ‚Ahnung‘ zu haben oder den Lehrerfinger hochzuheben.
        ‚N Teil der Videos kann man sicher als gelungen und vllt. sogar geistreich bezeichnen, einen anderen einfach Panne; wer da mitgemacht hat nunmal da mitgemacht, das ist was als ‚Verantwortung‘ genannt wurde im pcast.
        Die Videos waren einfach en gros überflüssiger medialer Müll der einem von der Seite hingequatscht wird. Hat das Zeug das echo und die shitstorms verdient? Nee. sicher nicht. Macht es die Aktion deswegen irgendwie sinnvoll oder beachtenswert? Sicher auch nicht. Vergesst den Sch*ss einfach und hört endlich mit dem peinlichen Ossigeflexe auf eh.!

  3. Vielleicht gibt es jemand der sich damit auskennt.

    Warum kann man jetzt nicht sagen:
    Luca hat nicht das geliefert was im vertrag stand.
    Wir wollen unser Geld zurueck.
    Oder geht das aber man will nicht?

    • Das hängt leider sehr stark vom Vertrag ab. Dort muss ja nicht dasselbe stehen wie das, sie in der Werbung versprechen.
      Zusätzlich gibt es dann vielleicht auch moch Klauseln, die genau das ausschließen.
      Da die Verträge aber meine Wissens nach nicht öffentlich sind, kann man nur raten :/

      • Könnte man nicht z.B. via Informationsfreiheitsanfrage/Fragdenstaat die Luca App Verträge benatragen&veröffentlichen oder ggf. via GFF freiklagen?
        Schließlich gehts da ja um öffentliche Gelder. Warum sollten dann wesentliche Teile des Vetrags nicht auch öffentlich einsehbar sein? Ggf. Abwägungen würden aus meiner Laiensicht eher für Veröffentlichung sprechen statt für Schutz von möglichen Geschäftsgeheimnissen, insbesondere vor dem Hintergrund der mangelhaften Qualität des Produktes (Luca App).

  4. Danke für diese Sendung, wie auch für die anderen! Ein echter Lichtblick in den trüben und teils verworrenen Gedanken, die ich mir selbst inzwischen mache oder die andere verbreiten. Erfrischend intelligent, das tut echt gut!

  5. Moin.
    An sich bin ich ja definitiv „Team CWA“. Aber es gibt da eben leider das Problem, dass eigentlich kein CWA-Problem ist, sondern ein Nutzer-Problem.

    Das Eine ist ja überhaupt die Nutzung der App selbst.
    Da wäre ja zu hoffen, dass die Länder ihre Gesetze dahingehend ändern, dass statt der Luca-App mit Datenerfassung auch die CWA dazu reichen würde und sich dadurch der Nutzerkreis massiv ausweitet.
    Hier in Lüneburg (Niedersachsen) werden ja immerhin die PCR-Ergebnisse im Normalfall nur über die CWA ausgegeben, so dass zumindest diese (wenigen) Leute schon mal dazu genötigt wurden, die wenigstens dazu zu installieren – was dann ja aber leider nicht heißt, dass die es auch weiterhin tun [leider eigene Erfahrung im Bekanntenkreis].

    Aber dann kommt ja noch das weitere Problem.
    Man sieht ja anhand der in der App gezeigten Daten der 7-Tage-Mittelwerte von bestätigten Neuinfektionen und der „warnenden Personen“, dass lediglich etwa 15% der positiv getesteten Personen ihr Ergebnis dann auch mit Anderen teilen und diese somit warnen.

    Bei einem solch geringen Wert ist die Effektivität aber natürlich leider verschwindend gering. Ich weiß leider gar nicht mehr, wie da die Voraussetzungen seitens Apple und Google waren, ob es optional sein muss, so wie es bisher der Fall ist.
    Aber ich wenn dem nicht so wäre, dann wäre ich dafür, dass die Warnung anderer Nutzer dann nicht optional geschieht, sondern durch die eigene App auf dem eigenen Smartphone dann automatisch.
    Die Daten sind doch ohnehin anonym, also sollte das doch zumindest vom Datenschutz her keine Bedenken geben.

    Und dann würde ich denken, dass dann auch die Akzeptanz für die App an sich auch steigen würde, wenn man somit dann auch mal Warnungen auf seinem Telefon sieht und somit auch weiß, dass die App an sich doch funktioniert, was derzeit eben viele verneinen … obwohl das eben an den egoistischen und nicht über Ihren eigenen Bekanntenkreis hinausdenkenden Nutzern liegt, die max.diese dann selbst warnen, statt auch denen Unbekannte, die die CWA durch ihre Funktion ermittelt hat.

    Ciao und vielen Dank für eure Sendungen!
    Dennis

  6. Hallo Linus, hallo Tim,

    ich finde es in Eurer Besprechung der Luca-App etwas ungeschickt für die Diskussion, dass Ihr die App gemeinsam mit dem Crowd-Notifier-Konzept und dem Check-in-Feature der CWA in einen Topf werft. Soweit ich das verstehe, soll sie ein anderes Problem lösen: Während Crowd Notifier bzw. die CWA-Check-in-Funktion die Grundfunktion der CWA (d.h. anonyme Benachrichtigung von eventuell Infizierten) um Erfassung von Zusammenkünften erweitern, soll Luca eine einfache und datensparsame technische Lösung für die Erfassung von Gästelisten in Locations bieten, wie sie von den Coronaschutzverordnungen der Budesländer gefordert sind.

    Nun kann man natürlich zu Recht darüber diskutieren, ob diese Forderung in den Verordnungen sinnvoll ist. Dabei kann ich Euren Standpunkt (und den des CCC) mit Blick auf den Datenschutz vollkommen nachvollziehen, sehe umgekehrt aber auch Argumente, die *für* eine namentliche Rückverfolgbarkeit durch die Gesundheitsämter sprechen. Gerade, dass die Gesundheitsämter eine bindende Quarantäne anordnen können, sehe ich eher als Vorteil, denn wir wissen ja alle, wie gut das mit der Freiwilligkeit und Selbstverpflichtung in der Pandemie bisher funktioniert. (Ich verweise auch auf die Diskussion in der „Lage der Nation“ 235 vom 2.4. ab Minute 59:50.)

    In jedem Fall denke ich, dass man die Diskussion über die namentliche Rückverfolgbarkeit von der technischen Umsetzung durch die Luca-App trennen sollte. Für die gegebene Problemstellung scheint mir die Luca-App konzeptuell gar nicht so schlecht zu sein (haben die direkten Konkurrenten eigentlich ein ähnliches Verschlüsselungskonzept?); über die katastrophalen handwerklichen Fehler, die Öffentlichkeitsarbeit, das Geschäftsmodell und die vielen Millionen Euro versenktes Steuergeld brauchen wir allerdings nicht zu diskutieren.

    That said, Danke für das Logbuch; ich habe sehr viel Spaß, Euch beim Aufregen über die technischen Fehltritte dieser Welt zuzuhören. :)

    • Hallo Michael, solange Gesundheitsämter bereits die schriftlichen Restaurantlisten o.ä. genau überhaupt nicht für das Contact-Tracing nutzen, ist eine Verpflichtung zur Datensammlung dort vor Ort vollkommen unnötig und somit unverhältnismäßig und rechtswidrig. Bevor dann gar noch eine zentrale Datenbank mit verpflichtend verifizierten Personaldaten unter Zwang und sanktionsbewährt eingeführt wird, müssten m.E. erst mal die Gesundheitsämter vor Ort unter Androhung von saftigen Sanktionen gezwungen werden, ein ordentliches Tracing dann erst mal sicherzustellen. Wir erinnern uns: Letzten Sommer war die Inzidenz unter 10 und die GÄ haben genau nichts auf die Kette bekommen. Soviel hat sich da vielerorts offensichtlich noch nicht geändert.

  7. Ich habe Moxie so verstanden, dass Cellebrite gar keine Schwachstellen ausnutzt, sondern nur funktioniert, wenn der Nutzer den Ermittlungsbehörden ein entsperrtes Gerät übergibt. Somit ist die Cellebrite Software nur eine Art Frontend für adb bzw. iTunes Backup (Moxie schreibt, dass Cellebrite iTunes Komponenten enthält), über dass der geneigte Nutzer den Ermittlungsbehörden „aesthetically pleasing files“ zur Ausführung zur Verfügung stellen kann, was einen Dienst an der Allgemeinheit darstellt, da Ästhetik in Software von großer Bedeutung ist.

  8. Zu deutschsprachigen Schauspiel: Habe gerade angefangen Babylon Berlin zu schauen. Das ist gut! Nicht so schmerzhaft wie das meiste andere deutschsprachige. Aus irgendeinem Grund aber nur auf US Netflix (VPN).

  9. Wird bei der CWA der BLE Alarm eigentlich vom QR-Code-Arlarm unterschieden? Angenommen ich würde jetzt aus persönlichen gründen schnell einen PCR Test machen wollen, dann könnte ich ja mal bei Leuten mit einschlägigen Symptomen die demnächst einen PCR Test machen (oder einfach auf Twitter) rumfragen ob sie mir nicht schnell einen QR Code generieren können richtig?
    Bezweifel irgendwie, dass das ein ernsthaftes Problem wird, wäre aber schon ein durchaus praktikabler Angriffsvektor beim CWA System.

    • Ich rufe nicht dazu auf, aber das geht auch einfacher: Du gehst zum nächsten Testzentrum und sagts du hast Symptome (z.B. Halskratzen). Zack Test. Ohne App, ohne alles.

  10. Ich bin ja voll dafür, dass die CWA die Zettelausfüllerei in den Restaurants ersetzt oder zumindest als äquivalent anerkannt wird. Aber hat man im „Dualbetrieb“ (CWA nutzen oder Zettel ausfüllen) nicht dann das Problem, dass wenn ein Nicht-App-Nutzer positiv getestet wird, das Restaurant bzw. das Gesundheitsamt keine Möglichkeit hat, die App-Nutzer zu warnen?

    • Ja, die App Nutzer werden nur dann gewarnt wenn ein anderer App Nutzer positiv getestet wird und das Ergebnis dann auch in die App eingibt.

      Wenn man die CWA benutzen könnte statt Zettel ausfüllen wäre toll, wir machen jetzt auch alles doppelt (Mit Zettel).

      Grüße Bernd

  11. Habe mir angeschaut wo die Schwerpunkte des Reporters der Stuttgarter Zeitung liegen, der über Luca-App berichtet hat: Stadtleben, Stadtgeschichte, Musicals, kulturelle Initiativen (!?)
    Oben drauf kam dann noch der anzuzweifelnde Podcast unseres Landesdatenschutzbeauftragten dazu.
    Seitdem scheint es aus dieser Richtung hier bei uns in Stuttgart keine neuen Erkenntnisse zu geben weil in dem Medium nichts mehr dazu veröffentlicht wurde.

  12. In der westlichen Zivilisation sollte man aufhören, Prominente mit Intellektuellen zu verwechseln. Nur weil sie berühmt und reich sind, bedeutet das nicht, dass sie automatisch intelligent sind oder die Gesellschaft repräsentieren

  13. Ich nehme den eben gehörten Malik.fm Podcast als Anlass für ein kleines Lob.
    Ich empfinde das Generisches Femininum, das von Linus im Podcast verwendet wird, als sehr angenehm.
    Vielen Dank dafür.

    Liebe Grüße Sara

    • Ich finde, es passte rein stilistisch schon immer ins Gesamtkunstwerk. Allerdings Linus, solltest du nochmal in die Verlegenheit kommen, deine Verwendung eines generischen Femininums zu erklären, wäre es nett, wenn du den Binnenstreit über die einzig wahre und schöne Form nicht störst, indem du die Aufmerksamkeit auf die Leute lenkst, die nicht „gendern“. Unter dem Radar lebt es sich einfach ungen(d)ierter.

  14. Ich habe leider nicht verstanden, warum ihr euch darüber amüsiert, daß Ben Becker kritisiert, daß er Einweggeschirr verwenden muß. Mir geht es genauso, ich gehe weiterhin jeden Tag zur Arbeit und die Kantine hat geschlossen. Stattdessen ist vor dem Gebäude ein Stand, an dem Eintopf im Plastikgeschirr verteilt wird, natürlich mit Wergwerfbesteck. Gegessen wird am Arbeitsplatz und jede Kaffeeküche hat Mehrweggeschirr -besteck und einen Geschirrspüler. Vor zwei Jahren hätte man alle für blöd erklärt, die das Einwegbesteck und -geschirr nutzen, heute wird man schon blöd angeschaut, wenn man auf den Plastikbecher keinen Deckel möchte und zum Eintopf keinen Einweglöffel.
    Und wo ist das Problem, wenn „gutsituierte Schauspieler“ Zustände beklagen, von denen sie selbst nicht so schlimm betroffen sind? Das nennt man Solidarität. Über die Zustände auf den Intensivstationen dürfen sich ja auch nicht nur die beklagen, die darunter leiden. Und solange sich nur die Betroffenen beklagen, interessiert es auch keinen, denn dann heißt es, sie sollen nicht so egoistisch sein.
    Ich find die Videos größtenteils lustig, verstehe aber auch, daß andere das nicht lustig finden. Aber warum bekommen die Schauspieler Morddrohungen für diese Videos? Da läuft etwas total schief. Bekommen die Schauspieler auch Morddrohungen, wenn sie im Fernsehen einen Bösewicht darstellen? Vermutlich nicht.
    Auch sehr befremdlich fine ich, daß man eine Meinung nicht haben darf, nur weil die AfD diese ebenfalls hat. Wenn die AfD sagt, daß 1+1=2 ist, dann krempelt auch niemand die ganze Mathematik um, nur um nicht „der AfD in die Hände zu spielen“.
    Das waren jetzt 53 Schauspieler, die meiner Meinung nach zu 90% absolut berechtigte Kritik geäußert haben, aber anscheinend wurde sie nicht verstanden, weil auch ihr nicht auf die Inhalte eingegangen seid, sondern nur auf die Form. Es spielt z.B. gar keine Rolle, ob Ben Becker geschminkt war, weil er am Set ist oder weil er vielleicht ein Yutobe-Video dreht oder ob er einfach mal nur ausprobieren wollte, ob das neue Make-Up etwas taugt. Und ja, die Videos sind natürlich stark vereinfachend, aber eine Minute ist halt auch sehr kurz – und trotzdem für mancher Mitmenschen Aufmerksamkeit schon zu lang. Deswegen hat bis hierher wohl auch keiner gelesen, sondern spätestens beim Wort AfD drückt jemand auf den Antworten-Knopf und schriebt mir, ich sollte auf die Intensiv-Stationen gehen. Ich würde aber den Leuten auch mal empfehlen, auf intensivregister.de zu gehen und sich anzusehen, daß die Bettenbelegung annähernd konstant ist, während die Infektionszahlen rauf- und runtergehen. Und dazu paßt die Kritik von Herrn Liefers, daß die Medien täglich die Inzidenzwerte und den „Body-Count“ melden, aber niemand erklärt, wie diese Zahlen dazu passen, daß die belegten Betten konstant sind und die freien Betten reduziert werden.

    • Die ersten Minuten haben sich Tim und Linus warmgelaufen. Ich habe schon oft die ersten Minuten einfach übersprungen. Das ist wie beim Verbrenner. Nur warmgelaufen und nahe am Arbeitspunkt werkelnd ist dieser zu ertragen.

  15. Ihr macht das super :)
    Zu Tims Aufruf jeder Laden möge sich nen DinA4 Zettel mit CWA Werbung an die Tür hängen: das kommt.

    Der CWA Checkin Code, mit einem regulären QR Scanner gescannt, führt direkt auf so eine Internetseite mit Weiterverlinkung zu Google und Apple zum Download. Müsste man die Läden also nur ermutigen CWA Codes aufzuhängen..

  16. Und wo ist das Problem, wenn „gutsituierte Schauspieler“ Zustände beklagen, von denen sie selbst nicht so schlimm betroffen sind? Das nennt man Solidarität. Über die Zustände auf den Intensivstationen dürfen sich ja auch nicht nur die beklagen, die darunter leiden.

    Wenn sie nur Dinge beklagen, von denen sie betroffen sind, aber die Zustände, von denen sie nicht betroffen sind (wie auf den Intensivstationen) nicht beklagen. Von Solidarität war da afaik nichts zu hören.

    Das waren jetzt 53 Schauspieler, die meiner Meinung nach zu 90% absolut berechtigte Kritik geäußert haben, aber anscheinend wurde sie nicht verstanden, weil auch ihr nicht auf die Inhalte eingegangen seid, sondern nur auf die Form.

    Hilf mir mal kurz auf die Sprünge, und erklär mir mal kurz, was die „zu 90% absolut berechtigte Kritik“ _genau_ kritisiert hat.

    Ich würde aber den Leuten auch mal empfehlen, auf intensivregister.de zu gehen und sich anzusehen, daß die Bettenbelegung annähernd konstant ist, während die Infektionszahlen rauf- und runtergehen. Und dazu paßt die Kritik von Herrn Liefers, daß die Medien täglich die Inzidenzwerte und den „Body-Count“ melden, aber niemand erklärt, wie diese Zahlen dazu passen, daß die belegten Betten konstant sind und die freien Betten reduziert werden.

    Ah, „die Medien“. Sag doch gleich „MSM“.

    Ja ich habe mir mal die Zahlen auf dem DIVI Intensivregister angeschaut und habe auch keine Probleme, das zu verstehen. Die Zahl der belegten Betten ist konstant, weil sie durchgehend ausgelastet sind. Die Zahl der wirklich freien Betten wie der Notreserve sinkt laufend. Dazu steigt die „Einschätzung der Betriebssituation“ im roten Bereich „Eingeschränkt“ mit den Infektionen zunehmend an. Dazu kommt, dass die Verantwortlichen seit Monaten mahnen, dass alles am Limit ist. Gilt das nicht?

    Denn es sind nicht die Betten, die sich um die Kranken kümmern, sondern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser und diese waren schon vor der Pandemie unterbezahlt und überarbeitet und jetzt wollen laut Umfragen 30% des Personals den Job nach der Pandemie am liebsten schmeissen. Das klingt für mich nicht gerade nach Luft nach oben.

    Überhaupt ist es zynisch, unsere Reserven in Einheiten von Beatmungsgeräten zu bewerten. Die Gesundheit ist schon beeinträchtigt wenn man ins Krankenhaus gefahren wird. Und die Kosten dafür tragen wir alle.

    • Wann waren die Zustände auf den Intensivstationen schön? Internsivstation bedeutet Kampf ums Überleben. Jeden Tag sterben im Schnitt 2600 Menschen. Schon immer. Ich behaupte einfach daß keiner dieser Toten „schön“ oder gesund oder glücklich stirbt. Das Problem ist einfach daß plötzlich eine Betroffenheit in der Welt ist. Keiner jetzt jetzt so aufgeschrecken Gutmenschen hat sich vor Corona um die Patienten auf den Intensivstationen Gedanken gemacht. Keiner um die täglich 2600 Menschen die schon immer gestorben sind. Keiner kümmert sich um die ca. 50 Toten die täglich wegen resistenter Keime im Krankenhaus sterben. Eure ersten Minuten waren Mainstream, rückgradlos, pseudobetroffen und unreif. Bleibt beim Thema Netzpolitik. Da kennt ihr euch aus und für dieses Wissen schätzen wir euch. Euer Pseudogutmenschentum legt bitte vor Aufnahme beiseite oder macht vorher einen Podcast wo ihr diese Themen behandelt. Verseucht aber bitte den LNP Podcast nicht mit eurer themenfremder Meinung.

    • 53 Darstellerinnen leiden an :

      Aufmerksamkeitsuntersättigung !

      Und das Glück des Künstlers, wenn das einzig Wichtige wieder da ist. Jetzt. Endlich wieder da sein, sich spüren und wichtig zu sein.

    • „Wenn sie nur Dinge beklagen, von denen sie betroffen sind, aber die Zustände, von denen sie nicht betroffen sind (wie auf den Intensivstationen) nicht beklagen. Von Solidarität war da afaik nichts zu hören.“

      Die Solidarität mit „den Intensivstationen“ dann bitte beibehalten, also über Corona hinaus meine ich. Wäre auch schön gewesen, wenn man diese Solidarität schon vorher mal entdeckt hätte, denn die Situation ist seit mind. 20 Jahren äußerst prekär.

  17. Mit welchen Tags kann man denn hier richtig quoten?

    „Hilf mir mal kurz auf die Sprünge, und erklär mir mal kurz, was die „zu 90% absolut berechtigte Kritik“ _genau_ kritisiert hat.“

    Den Ministerpräsidenten fällt seit über einem Jahr nichts besseres ein als „alles dichtmachen“, obwohl es z.B. in Tübingen und Schweden anders läuft und diverse Dienstleister ausgearbeitete Hygienekonzepte haben. Wenn nur zehn Prozent aller Infektionen in den geöffneten Geschäften stattfinden, warum kann man nicht weitere Geschäfte öffnen? So sehe ich z.B. das Makatsch-Video mit „ich mache nicht auf“.
    Menschliche Kontakte sind wichtig, darauf weist das Video hin mit „ich lösche jetzt auch alle meine Kontakte“.
    Das „ich habe viel gelernt“ mit der Nacherzählung der Maskenregelungen weist auf den Widerspruch von „kaufen Sie keine Masken“ des RKI hin zu „Einkaufen nur mit FFP2-Maske“ hin – und ja, man kann seine Meinung ändern, die Kritik daran halte ich dennoch für berechtigt, insbesondere nachdem die CSU-Abgeordneten sich mit den Masken nette Nebeneinkünfte generiert haben.
    Und die zwei-Tüten-Atmung ist für mich Kritik daran, daß es diverse Regelungen gibt oder gab, die an sich funktionieren würden, wenn sie praktikabel wären.
    Das „Ich bin dafür, Theater und Kinos nie wieder zu öffnen; niemand braucht Kunst“ ist für mich die Kritik daran, daß z.B. der Frisör öffnen darf, obwohl er keine 1,5 Meter Abstand zum Kunden hat, während das Kino mit 500 Sitzen nicht einmal von einer Person alleine (oder einem Haushalt) genutzt werden kann.
    Das Video „nur mit negativem PCR-Test zum PCR-Test“ ist Kritik daran, daß das Tasten total planlos erfolgt.
    Und daß man für „Applaus von der falschen Seite“ kritisiert wird und sich das letzte Video von allem distanziert ist eine Kritik daran, daß man anders leider keine Aufmerksamkeit bekommt.
    Und ein häufiger Kritikpunkt ist natürlich das „der Staat muß alles vorschreiben, weil die Leute selbst zu dumm sind“. Ein bißchen Eigenverantwortung kann man von Erwachsenen Bürgern schon verlangen, da ist es IMO absurd, wenn man vorschreibt, daß z.B. ich meine Eltern besuchen darf (ein Besucher in einem fremden Haushalt), sie mich aber nicht (zwei haushaltsfremde Besucher gleichzeitig). Ich habe meine Kontakte so weit reduziert, wie es ging, aber wenn dann jemand erwartet, daß ich aufpasse, wieviele Kilometer ich fahre und ob meine Eltern an dem Tag vielleicht schon Besuch von den Nachbarn hatten, während man über Weihnachten dann zehn Leute aus füng Haushalten, aber Kinder unter 14 …
    Irgendwann interessiert die unsinnige Regelung einfach keinen mehr, weil sie sich sowieso täglich ändert.
    War das ausführlich genug?

    „Ah, „die Medien“. Sag doch gleich „MSM“.“

    Ich weiß nicht, was mit MSM gemeint ist, aber wenn ich auf ein Nachrichtenportal gehe, auf die Titelseiten der Zeitungen schaue, Radio oder Fernsehen einschalte, dann melden die die Neuinfizierten, die Toten, den Inzidenzwert und die Geimpften. Und das jeden Tag seit über einem Jahr, es nervt und Hintergrundinformationen zu finden ist richtig schwer. Z.B. würde ich mich interessieren, wie gut die jeweiligen Maßnahmen greifen, wo sich die Leute angesteckt haben, usw. All das könnte mein Verhalten optimieren, bzw. das von uns allen. Das fehlt mir und auch das wurde in den Video kritisiert, es wird nur Angst gemacht, aber außer Abstand, Händewaschen und Maske tragen gibt es keine wirklichen Tips.

    „Ja ich habe mir mal die Zahlen auf dem DIVI Intensivregister angeschaut und habe auch keine Probleme, das zu verstehen. Die Zahl der belegten Betten ist konstant, weil sie durchgehend ausgelastet sind. Die Zahl der wirklich freien Betten wie der Notreserve sinkt laufend.“

    Wenn Du mal auf die Zahl „intensivmedizinisch behandelter COVID-19-Fälle“ schaust, ist die im Sommer 2020 bei unter 250, belegte Intensivbetten 20.000. Am 3. Januar mit 5.800 Fällen sind ebenfalls 20.000 Intensivbetten belegt. Und der Grund dafür ist, wie man zum CoVid-19-Fall wird. Jeder aufgenommene Patient wird getestet und jeder positiv getestete Patient ist ein CoVid-19-Fall, auch wenn er wegen eines Herzinfarktes, Schlaganfalls oder Arbeitsunfalles auf der Intensivstation liegt.

    „Dazu kommt, dass die Verantwortlichen seit Monaten mahnen, dass alles am Limit ist. Gilt das nicht?“

    Wenn Du mit „die Verantwortlichen“ die Eigentümer der privatisierten Kliniken meinst, das sind die, die die Bettenkapazität zurückfahren, weil man jetzt von der Politik mehr Geld fordern kann, während das Personal mies bezahlt wird und Rekordgewinne eingefahren werden (https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/helios-kliniken-gewinn-corona-101.html), nein, das gilt nicht. Wenn „die Verantwortlichen“ während der Krise das Personal in Kurzarbeit schicken und Psychiatrie-Patienten die Termine abgesagt werden müssen, Krebspatienten die Operation verschoben wird und man die Anzahl der freien Inzensivbetten reduziert, dann ist das ein Gewinn auf Kosten von Menschenleben. Keines der Videos hat die Leute kritisiert, die am Patienten arbeiten – im Gegenteil, es gibt eines, in dem kritisiert wird, daß über diese Leute gelästert wird.

    „Denn es sind nicht die Betten, die sich um die Kranken kümmern, sondern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser und diese waren schon vor der Pandemie unterbezahlt und überarbeitet und jetzt wollen laut Umfragen 30% des Personals den Job nach der Pandemie am liebsten schmeissen. Das klingt für mich nicht gerade nach Luft nach oben.“

    Da müssten halt mal „die Verantwortlichen“ auf etwas Gewinn verzichten und die Leute besser bezahlen und auch mehr Leute einstellen. Man könnte z.B. den Kliniken vorschreiben, wieviel Personal sie vorhalten müssen, damit das vorhandene nicht überlastet wird.

    „Überhaupt ist es zynisch, unsere Reserven in Einheiten von Beatmungsgeräten zu bewerten.“

    Warum? Die Begründung für den ersten Lockdown war „damit das gesundheitssystem nicht zusammenbricht“. Solange wir alle behandeln können, bricht nichts zusammen.

    „Die Gesundheit ist schon beeinträchtigt wenn man ins Krankenhaus gefahren wird. Und die Kosten dafür tragen wir alle.“

    Gegen die Kosten des „Lockdown Light“ seit Anfang November sind die Krankenhäuser praktisch geschenkt.

  18. Mit welchen Tags kann man denn hier richtig quoten?

    Mit <blockquote>

    Den Ministerpräsidenten fällt seit über einem Jahr nichts besseres ein als „alles dichtmachen“, obwohl es z.B. in Tübingen und Schweden anders läuft

    Wenn den MPs mal nichts besseres einfallen würde. Die MPs sind imho die Hauptbremser jeglicher Bemühungen, einen wirklichen Lockdown herbeizuführen.

    obwohl es z.B. in Tübingen und Schweden anders läuft

    In Tübingen und Schweden läuft nichts anders. Schweden ist deutlich schlimmer getroffen worden als Deutschland und in Tübingen gibt es zwar viel Modellregion-Propaganda, aber am Ende sterben auch da die Leute genau so häufig wie überall anders auch.

    Wenn nur zehn Prozent aller Infektionen in den geöffneten Geschäften stattfinden, warum kann man nicht weitere Geschäfte öffnen?

    Weil sich dann noch mehr Leute infizieren.

    Menschliche Kontakte sind wichtig, darauf weist das Video hin mit „ich lösche jetzt auch alle meine Kontakte“.

    Tiefgreifende Erkenntnis. Stellt das irgendjemand in Frage?

    Und die zwei-Tüten-Atmung ist für mich Kritik daran, daß es diverse Regelungen gibt oder gab, die an sich funktionieren würden, wenn sie praktikabel wären.

    Oh es gab „diverse Regelungen“, die „an sich funktionieren würden“? Was für eine unheimlich superkonkrete Erläuterung.

    Ja es sind viele „planlose“ Regelungen getroffen worden. Sie wurden allerdings vor allem deshalb so planlos, weil der Widerstand flankiert von Nazis in Schurbeldemos auf die Straße getragen wurde und nebenbei die Industrie sich gegen jede Schließung der Wirtschaft gewehrt hat. Letzteres hört man übrigens von den Schauspielern nicht.

    Und daß man für „Applaus von der falschen Seite“ kritisiert wird und sich das letzte Video von allem distanziert ist eine Kritik daran, daß man anders leider keine Aufmerksamkeit bekommt.

    Fragt sich, wer „man“ ist. Für meinen Geschmack ist im wesentlichen nur den zugehört worden, die genauso unzusammenhängend allgemein nach „Freiheit“ geschrien haben und für die der nächste Friseurtermin wichtiger ist als die Gesundheit des Nachbarn.

    Gegen die Kosten des „Lockdown Light“ seit Anfang November sind die Krankenhäuser praktisch geschenkt.

    Da gehe ich mit. Ein kompletter Lockdown im Herbst hätte alles schneller und billiger gemacht. Aber die Gesellschaft war zu sehr damit beschäftigt sich selbst zu loben, was man doch für ein tolles Gesundheitssystem hat und sich darüber zu beklagen, dass man von Plastiktellern essen muss.

    Wir können das an dieser Stelle aber beenden, da kommen wir nicht auf eine Linie.

    • Aber die Gesellschaft war zu sehr damit beschäftigt sich selbst zu loben, was man doch für ein tolles Gesundheitssystem hat und sich darüber zu beklagen, dass man von Plastiktellern essen muss.

      Nein, „die Gesellschaft“ beklagt sich darüber, daß wir bis vor kurzem so weit waren, Plastikteller und Einwegbesteck EU-weit zu verbeiten, weil wir Plastikmüll vermeiden wollten. Das hat nichts damit zu tun, daß Prozellan und Metall niveauvoller wären, sondern damit, daß der Planet im Plastikmüll untergeht. Und wer sich beklagt, daß die Schauspieler in den lustig gemeinten Clips nichts über Tote sagen und ihnen empfiehlt, die Intensivstationen zu besuchen, der möge vielleicht mal „Citarum“ oder „Pacific Garbage Patch“ in eine Bildersuchmaschine werfen bevor er Umweltschutzbemühen ins Lächerliche zieht.

      • So durchgeknallt Ben Becker auch sein mag, es ist richtig, dass er hier einen Punkt hat: Würde man dasselbe absichtliche Missverstehen an den Tag legen, wie es Tim und Linus in dieser Angelegenheit üben, so wäre ihnen vielmehr die Wissenschaftsleugnung vorzuwerfen, insofern sie hier nämlich das Problem des Plastikmülls klein reden. Denn es ist eine „vollkommen belegbare wissenschaftliche Erkenntnis“, dass der Plastikmüll in der Umwelt (ach und noch so viele Dinge mehr) ein weitaus größeres Problem für die Weltgemeinschaft darstellt als Corona. Aber die Probleme, die einen unmittelbarer betreffen, sind einem nunmal stets näher. (Beachte den Konjunktiv! Es geht mir darum, auf das Strohmann-Argumentationsmuster hinzuweisen, dass von Tim und Linus in dieser Sache leider gepflegt wird; so toll der Podcast sonst auch ist.)

    • „deshalb so planlos, weil der Widerstand flankiert von Nazis in Schurbeldemos auf die Straße getragen wurde“

      Tim, komm wieder zu Dir! Du redest Dich um Kopf und Kragen! Das ist doch wirklich, wirklich Unsinn! Das glaubst Du doch selbst nicht! Wer am öftesten „Nazi“ sagt hat NICHT gewonnen in diesem Spiel.

      Gruß….

  19. Kann es sein, dass Ihr das „Schauspiel der Schauspieler“ möglicherweise zu ernst nehmt?
    Wenn ich die völlig überzogene Rolle des Ben Becker, auf gewisse Reaktionen von Ministerpräsidenten anwende, erkenne ich da gewisse Parallelen. Ein Verhalten wie kleine Kinder, denen droht das Sandförmchen weggenommen zu werden. Hier soll uns allen nur ein Spiegel vorgehalten werden. So meine Sichtweise, des zugegeben, grenzwertigen Beitrags.

  20. Hallo Tim und Linus,

    In Minute 39 sagt ihr, es gebe kein Internet in MV. Meine Eltern in Nordest MV und auf dem Dorf bekommen Glasfaser diesen Monat geschaltet. Das ist kein Einzelfall, da Glasfaser komplett Flächendeckend ausgerollt wird, wo noch kein DSL 50+ liegt.

    Viele Grüße
    Frieder

  21. Hallo Tim, hallo Linus,

    vielen Dank(!) erst und nochmal für Eure unendlichen Mühen und den phantastischsten Podcast überhaupt.

    Möglicherweise habe ich ja in dieser Folge etwas missverstanden, aber mich beschleicht ein wenig der Eindruck (Stichwort: Heribert Prantl), als erscheinen Euch in Bezug auf Ausgangssperren (/-‚beschränkungen‘) Kritiken daran überzogen wegen des übergeordneten Zieles der effizienten Pandemiebekämpfung und Lebenserhaltung.

    Gleichermaßen müsste man dann jedoch ebenfalls kritiklos anerkennen, dass es irgendwelchen BND-/VS-Sicherheitsschergen dann auch nur um das übergeordnete Ziel der ‚Sicherheit‘ vor allerlei Dingen geht (‚Terrorismus‘ etc.) und dass dann auch diesbezüglich allerlei Grundrechte ohne zu zucken über Bord geworfen werden dürfen.

    Freiheitsrechte zu opfern und dann wegen ein wenig Spitzelschergentum zu jammern, wäre dann genauso daneben. Bei der spätestens übernächsten ‚Anpassung‘ der Polizeigesetze, die dann die Ausgangssperre als Standardmaßnahme für und gegen alles beinhalten wird, sprechen wir dann noch mal drüber. Weil dies ja nur eine klitzekleine Grundrechtseinschränkung ist, bei der man angeblich nicht mal einen Richter zu fragen braucht.

    Und überhaupt, Nachts schlafen ja eh die meisten, betrifft mich ebenso wenig wie irgendein Folter- oder Hunger-/Kriegsopfer weit weg, so zumindest derzeit die Mehrheitsmeinunng bezügl. nächtl. Ausgangssperren. Da wird mir Angst und Bange und Übel noch dazu. Da wird dann auch hier demnächst einfach mal die kommende Banlieu-Demo oder so per allgemein verfügter Ausgangssperre (max. 25000,-€ Owi / 5 Jahre Knast) beendet werden. Das OVG Meck-Pomm hat das letzten Donnerstag eigentlich treffend formuliert und die Ausgangssperre dort aufgehoben, sinngemäß: Zur Erleichterung der Arbeit der ‚Sicherheitsbehörden‘ muss sich niemand in den nächtlichen Hausarrest sperren lassen. Wenn das BVerfG die Ausgangssperren nicht unverzüglich kippt, wird es sehr bald sehr ungemütlich hier werden, dann sind so klitzekleine Eingriffe in pers. Daten oder Kommunikationsinhalte für das höhere ‚Gute‘ dann auch immer angemessen und wir können das GG zu Grabe tragen. Das könnt ihr nicht wirklich wollen, ist aber letztlich die Konsequenz. Das wird voll nach hinten losgehen, Vorsicht!

    Alles Gute Euch!

  22. Hallo Linus, hallo Tim,
    vielen Dank dafür, dass ihr diesen Podcast regelmäßig aufnehmt – mittlerweile fehlt richtig etwas, wenn ich längere Zeit nicht LNP hören kann (was mir eventuell auch etwas zu denken geben sollte :-) ).

    Zum Thema „QR Code als Lösung der Probleme“ wollte ich kurz mal beschreiben wie aktuell Südtirol sich in eine doch etwas komische Situation bringt. Seit dem 26.04.2021 darf man in Südtirol mit einem negativen Testergebnis (ein Nasenflügeltest welchen man in Testzentren an sich selbst durchführt) gewisse „Vorteile“ genießen. Dabei geht es beispielsweise darum ob man innerhalb eines Gastbetriebs Getränke / Speisen konsumieren darf oder nur im Freien. Zur Erklärung: auch im restlichen Italien darf man dies im Freien, solange gewisse Einstufungen der Region (gelb / orange / rot) dies zulassen. Südtirol wollte aber jetzt unbedingt gleich was machen (auch wenn eine italienweite Lösung in Arbeit sein sollte) und hat sich dieses „Sonderrecht“ selbst zugewiesen – die Gründe und die Möglichkeit dahinter warum man das kann lasse ich mal beiseite, aber in Deutschland gibt es ja bekanntlich auch mehr Sonderfälle und spezielle Zuständigkeiten in den Ländern wie es mir scheint :-).
    Um nun den Nachweis zu erbringen, dass man eben in den Genuss der Vorzüge kommen darf, erhält man nach dem erfolgten Test von Seiten des Sanitätsbetriebs (in etwa das Gesundheitsamt) per Mail eine passwortgeschützte PDF Datei und eine SMS mit dem Passwort hierfür. Nach Entsperrung der PDF sieht man auf das Testergebnis in Textform und findet dort ebenso einen QR Code.
    Das Spezielle (oder leider eben nicht Spezielle) daran ist, dass der QR Code einfach einen Link zu einer Website enthält auf welcher mit einem grünen Haken symbolisiert wird, dass das Ergebnis negativ war und noch gültig ist (aktuell 72 Stunden Gültigkeit). Zusätzlich steht der Name der getesteten Person darunter. Die Idee dahinter ist nun jene, dass z.B. der Gastwirt vor Einlass mit seinem Mobiltelefon jeden QR Code scannen soll.
    Nicht zuletzt aufgrund eures Podcasts kamen mir gleich einige Zweifel: einmal ist das generieren dieses „Nachweis“ nicht unbedingt sehr schwierig (impfausweis.net lässt grüßen), zum Anderen gibt es so eine zentrale Stelle bei welcher wohl in den Serverlogs zumindest die IP des Mobiltelefons des Gastwirts, sowie die URL der gescannten Person inkl. Zeitpunkt auflaufen dürften und man somit Zusammenkünfte von Personen erahnen könnte.

    Mir stellt sich die Frage wozu man den QR Code denn überhaupt brauchen sollte – immerhin muss ich vorher schon mal umständlich ein zufälliges Passwort aus einer SMS entnehmen um eine PDF zu entsperren um dort (obwohl ja das Ergebnis auch auf dem selben Dokument schon stehen würde) dann einen QR Code angezeigt zu bekommen und diesen dann vorzulegen – aber man kann ja zur Not einen Screenshot des QR Codes erstellen um schneller ran zu kommen.

    Einige Medien haben dann zumindest jemanden gefragt welcher die Sache von IT Sicht beleuchten kann und es wurde zum Glück festgestellt, dass dieser „Pass“ eben nicht fälschungssicher sein kann und eben Bewegungsprofile erstellt werden können (https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2021/04/tag-Der-Gruene-Pass-ist-nicht-faelschungssicher-cee6aa61-d6c7-435e-8e00-cb88088037a4.html).

    Passend zu eurer Frage bezüglich Digitalisierung und Behörden kam dann postwendend die Antwort des Direktors des Südtiroler Sanitätsbetriebs in welchem mehrere etwas fragliche Aussagen standen – eine davon aber schon recht komisch war:

    „Wenn jemand imstande ist, Geldscheine zu fälschen, dann ist er sicher auch imstande, so ein Dokument zu fälschen.“ (https://www.rainews.it/tgr/tagesschau/articoli/2021/04/tag-zerzer-suedtirol-corona-pass-datenschutz-faelschungssicherheit-8a6f43e3-dc1b-4b6f-8f33-8b422edcac3e.html).
    Ich weiß nicht ob ich es nun dramatisch finden soll, dass jemand glaubt eine HTML Seite mit drei Bildern und etwas Text sei wirklich so schwer zu erstellen wie das Produzieren von Falschgeld oder ob ich mich für die Bediensteten der IT dieses Sanitätsbetriebes freuen soll – immerhin haben sie scheinbar einen Vorgesetzten, welcher ihnen diese genannten Fähigkeiten zumindest indirekt zutraut :-).

    Auf alle Fälle vielen Dank für euren Podcast und die unterhaltsame Art die Themen zu vermitteln, bitte macht weiter so!

    Schöne Grüße aus Italien

  23. Hallo Tim, hallo Linus,

    super Podcast, vielen Dank dafür. Das wird hier langsam zu meiner Lieblingsrubrik :-)

    Der Wahnsinn greift um sich, habe ich das Gefühl, Corona fängt gesellschaftlich an zu wirken.
    Ich denke, diese Aktion der Schauspieler kann und sollte man anders sehen. Es ist in gewisser Weise künstlerische Freiheit es so darzustellen und wenn man das als Gesamtes betrachtet, mit etwas Abstand, dann ist es mit den mehr als 50 Einzelbeiträgen, die vielleicht etwas schlampig wirken aber genauso auch sein sollen, sogar ganz gut gemacht. Aber Sarkasmus/Zynismus ist eine Form, die auch stark angreift und provoziert (und auch rote Linien überschreitet) und dann zu den Diskussionen führt, die wir hier auch in diesem Thread sehen, vielleicht beabsichtigt aber in der aktuellen Situation, in der wir uns befinden unpassend. Und es ist auch unnötig, denn ähnliches Kasperletheater haben wir ja schon in den politischen Runden und der Bundesregierung und jetzt auch noch diese übermäßig und von den Medien aufgebauschte Inszenierung der Bestimmung der Kanzlerkandidaten. Man sollte dem Ganzen nicht mehr Beachtung schenken, als es verdient.
    Die Diskussion zeigt eher ein anderes gesellschaftliches Problem. Die Lösung der Bundesregierung, die von den Schauspielern schon als zu hart kritisiert wird, löst das Problem ja nur ungenügend und eine viel strengerer, echter Lockdown, der den Namen auch verdient, wäre viel sinnvoller. „The Hammer and the Dance“ wurde es sehr passend am Anfang der Pandemie einmal beschrieben. Das wäre die Strategie, also wirklich für relativ kurze Zeit, vielleicht 2 Wochen wirklich „alles dicht machen“, und die Inzidenz unter z.B. 10 bringen und erst dann wieder alles öffnen. Wenn es über z.B. 30 steigt, käme wieder der Hammer (ich kann das Wort Lockdown nicht mehr hören). Kurze harte Maßnahmen wären für ALLE sicher eine bessere, effektivere Lösung gewesen, mit weniger Toten und weniger LongCovid. Aber genau das ist das Dilemma. Eine NoCovid Strategie ist in unserer demokratischen Gesellschaftsordnung nicht durchführbar. Die Freiheit hat einen derart hohen Stellenwert (und das ist ja auch richtig so), dass man sie mit Anzahl Toten in Verhältnismäßigkeit setzen muss und die Auslastung von Intensivbetten oder Krankenhäusern spielen dabei vermutlich gar keine Rolle. Das ist das Problem, dass wir für Pandemien in unserer Gesellschaftsordnung keine Lösung haben (*). Die müsste man aber erarbeiten, was lange dauern wird. Hoffentlich ist die Pandemie auch bald vorbei.
    Oftmals wird von Virologen und Politikern gesagt, wir hätten es selbst in der Hand, könnten solch einen „Lockdown“ selbst durchführen. Das ist richtig, hat aber seine Grenzen, denn das gilt ja nur für den privaten Bereich. Schüler müssen trotzdem noch zur Schule und die Eltern müssen zur Arbeit und in beiden Bereichen finden Ansteckungen statt. Bei einer Inzidenz von 150 / 100000 Einwohnern liegt die Wahrscheinlichkeit, dass man jemanden triff, der einen infizieren kann (unter Berücksichtigung einer Dunkelziffer) trotzdem noch unter 1%. D.h. von 100 Leuten, die man trifft vielleicht einer. Also gefühlt ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr gering und das ist auch das, was man spürt und sich entsprechend verhält. Es braucht also schon Richtlinien, ohne die geht es nicht.

    (*) Aber es gäbe eine Lösung, nämlich die digitale Kontaktverfolgung mit der CoronaWarnApp. Es ist total unverständlich für mich, warum die nicht weiter beworben wird. Die neuen Features, wie z.B. Check-In, werden wenig zur Pandemiebekämpfung beitragen können, wie Linus gut erläutert hat. Features wie GELB und ORANGE Warnungen könnten helfen aber was viel wichtiger ist, ist die Verbreitung. Damit die CoronaWarnApp wirken kann, müssten >70% der Bürger mitmachen. Im Moment sind es ca. 30%. Warum wird hier nichts investiert (Werbung, kostenlose CoronaWarnApp-only Smartphones, Armbänder, …), bzw. warum wird die gesamte digitale Kontaktnachverfolgung nicht mehr als Mittel zur Pandemiebekämpfung in Erwägung gezogen, weder beim RKI, noch bei Epidemiologen aber auch den Medien nicht? Da fragt nicht einmal einer nach den ~60 Mio. Die Medien erledigen ihren Job nicht gut aber vielleicht hatten sie auch die gleichen Drogen wie die Schauspieler.

    Ciao

    • Ja CWA wäre für mich auch eine Lösung, die Leute zu mehr Selbstverantwortung motivieren kann und halt auch die Kontaktverfolgung erheblich verbessert.

      Leider bin ich einer der Leute, die ihr Smartphone nicht gleich auf den Dachboden legen, wenn eine neue Smartphone- bzw Softwaregeneration anbricht. Deshalb nutze ich noch Android 4, die Mindestanforderung ist aber Android 6.

      Ich habe es auch bis heute geschafft ohne Google-Konto auszukommen. Deswegen kommt eine Googlefreie CWA für mich ein bisschen spät.

      Ehrlich, ich hätte es super gefunden, wenn ich auch ein CWA-Nutzer sein könnte. Aber dafür will ich nicht meine Prinzipien über den Haufen werfen.

      • Hallo Espa,

        da bin ich ganz deiner Meinung. Ich verstehe auch nicht, warum man sich von 2 Herstellern Apple und Google abhängig machen muss. Mein Handy läuft auch ohne google account. Für Android gibt es aber mittlerweile mit der CCGT eine Alternative im f-droid Repo: https://f-droid.org/de/packages/de.corona.tracing/
        CCGT ist identisch mit dem CWA, bis auf das ENF Protokoll von google, das für diese Version nachgebaut wurde.
        Leider ist die min. Android Version 5 und die auch nur experimentell.

        Gruß
        Dirk

      • Nachtrag:
        Für genau diese Fälle, also Menschen, die im Grunde mitmachen wollen, aber aus bestimmten Gründen die CoronaWarnApp nicht installieren möchten, hätte man ein Angebot machen können, z.B. in Form eines CoronaWarnApp-only Handys. Das braucht dann keinen google oder apple account, keinerlei persönliche Daten und eigentlich nicht einmal eine SIM Karte sondern nur Bluetooth und WLAN zum Datenabgleich ab und zu. Wäre nur die Frage, ob das akzeptabel wäre, ein 2. Smartphone mit sich herumzuschleppen…

        • Moin Dirk,

          ja genau… Das Angebot hätte von Anfang an breiter gefächert werden müssen um ein größeren Erfolg zu haben.

          Danke für den Hinweis auf CCTG! Diese Art der Werbung triggert mich einen neuen Anlauf zu machen.

          Im Übrigen finde dein Kommentar, welches das Dilemma zwischen der Pandemie und dem hohen Stellenwert der Freiheit verdeutlicht sehr gut!
          Es gibt einfach viele Menschen die es noch erlebt haben wie es ist freiheitlich eingeschränkt zu sein.
          Die Regierung hat vor der Pandemie viel dafür getan, dass Menschen der Politik nur noch wenig Vertrauen schenken.

          Aus dieser Sicht kann man es den Schauspielern nicht verübeln, dem kritisch gegenüber zu stehen.

          Ich würde mir auch wünschen, dass wir alle an einem Strang ziehen. Das würde die Situation viel erträglicher machen und es würde schneller zu dem angestrebten Ergebniss füren. Dafür braucht es aber sehr viel Vertrauen in die Regierung.

          Grüße

          • Nachtrag:
            Ich hab mich jetzt schweren Herzens von meinem alt gewohnten HTC Desire 310 getrennt. Ein Kumpel hat mir sein ausgemustertes Huawei geschenkt.

            Darauf läuft jetzt CCTG. Die App macht erstmal einen guten Eindruck.

            Danke nochmals!

    • Das kann ich nur unterstützen.

      Wenn Jens Wawrczeck (der „unbekannte“ Theater-Schauspieler, als einer der Sprecher von „die drei Fragezeichen“ bekannt) im Theater „schwere Kost“ vorführt, bekommt er dafür Beifall.
      Wenn er eine ähnlich schwere Kost auf Youtube aufführt, gibt’s virtuell Prügel.

      Wo ist die Gelassenheit hin, sich das alles anzuhören, bei Bedarf zu kommententieren/applaudieren, und danach einfach seiner Wege zu gehen? Wem’s nicht gefällt, soll einfach nicht hinschauen.

  24. Ich bin Fan der Corona Warn App und nutze sie auch. Check In werde ich auch nutzen.
    Die Luca App nutze ich nicht mehr weil ich nicht glaube dass die irgendeinen Mehrwert bietet. Nur viel Arbeit fürs Gesundheitsamt. Und viel Geld für Smudo.

    Für Veranstaltungen die ich organisiere muss ich nun eine handgeschriebene Liste der Teilnehmer führen. Das möchte ich gerne automatisieren. Auch möchte im Falle eines Falles dem Gesundheitsamt keine handgeschriebene hingeschmierte Liste mit kaum lesbaren Telefonnummern zusenden sondern am liebsten eine maschinell lesbare Liste mit allen Daten die das Gesundheitsamt wissen will.

    Hier ist ein Beispiel was unser Gesundheitsamt so wissen will :
    https://www.mkk.de/aktuelles/corona/formulare/formular_kontakt_zu_infizierter_person.html

    Gibt es da eine App ?

    Meine Wünsche : Dezentral, verschlüsselt, freiwillige Angaben außer Namen und Telefonnummer, das ist ja Pflicht.

    Ich möchte neben der Warnung von anderen Teilnehmern über die Corona Warn App auch die Gesundheitsämter entlasten und unterstützen.

    Ich denke diese Anforderungen haben viele. Eigentlich alle wo sich mehr als 3 Leute treffen.

    Grüße Bernd

    PS.: Zur Zeit nutze ich die Daicy App. Die hat sogar eine Gefährdungsanalyse. Check In und Übertragung ans Gesundheitsamt sind leider nur in Vorbereitung.

  25. Erst einmal Danke an Linus und Tim für eurer Engagement zum Thema Netzpolitik. Ich bin schon lange Fan von LNP und freue mich über jede neue Folge. Allerdings muss ich sagen, dass mich die letzte Folge doch arg verstört hat.

    Zum einen leben wir immer noch in einem Land mit Meinungsfreiheit. Somit dürfen auch Schauspieler ihre Meinung äussern, mögen sie auch noch so weit jenseits des gute Geschmacks sein. Schauspieler leben nunmal in einer schillernden Welt, und dementsprechend wird sich auch zwangsläufig ihre Meinung von uns „Normalsterblichen“ unterscheiden. Das muss man nicht gut finden, aber akzeptieren können.

    Der weit gewichtigere Punkt 2 jedoch ist etwas, was mir in letzter Zeit immer häufig negativ auffällt:
    – Es werden mal wieder alle 53 Darsteller über den selben Kamm geschoren.
    – Die Inhalte der Aussagen werden komplett ignoriert. Stattdessen wirdsich nur auf die Personen (und deren Beruf/Tätigkeit) bezogen.
    – Es fallen Aussagen wie „haltet’s Maul“, die primär Beleidigen und nicht zu einem menschenwürdigen Umgang beitragen

    Die Aussagen von Nadine Dubois und Kathrin Osterode kann ich komplett unterschreiben.
    Auch die Aussage von Herrn Liefers über diesen ständigen „Alarmismus“ unterschreibe ich gerne: Die Älteren können sich wahrscheinlich noch dran erinnern, dass es mal ein Aufschrei in den Medien über den Borkenkäfer (inkl. des üblichen „wir werden alle sterben“) gab. Am Ende des Sommers war … nichts. Jetzt kommt die Klimakatastrophe inkl. Borkenkäfer wieder auf uns zu, und die gängige Meinung des Volkes: „Schon wieder? Hatten wa schon, geht wieder weg“

    So, das waren meine 5 Cent. Trotzdem danke für eure langanhaltende, (meist :-)) gute Arbeit.

    Grüße,
    Plotti

    • „Zum einen leben wir immer noch in einem Land mit Meinungsfreiheit. Somit dürfen auch Schauspieler ihre Meinung äussern“

      Nananana… wer sagt denn, dass sie das nicht „dürfen“? Meinungsfreiheit heißt doch nicht, dass ich deine Meinung teile! Kritik müssen sie schon aushalten können; deswegen: „Halt’s Maul, sonst Karriereende!“ Nennt man konstruktive Kritik.

      • Tut mir Leid, aber ich sehe „Halt’s Maul“ nicht als konstruktive Kritik, sondern als Beleidigung und Drohung.
        (Und das, obwohl ich im Ruhrpott aufgewachsen bin.)
        Ich denke mal, das hier niemand Herr Liefers persönlich kennt, und diese Beleidigung als „freundschaftliche Neckerei“ bezeichnen kann. Wer mir nicht glaubt, kann das „Halt’s Maul“ ja mal im nächstgelegenen, sozialen Brennpunkt ausprobieren, und die Sekunden messen, auf denen man noch auf 2 Beinen steht…

        Und um das Klarzustellen: Die Aussagen von Richy Müller und Ben Becker sind menschlich unter aller Sau, aber Todesdrohungen haben sie deswegen nicht verdient. Niemand hat das.

  26. Stichwort: QR-Code „höhö“ (00:44:42)
    Erschreckend wie erklärend fand ich die Quelle der EnnoL-Aktion-Nachmacherei! Wenn Jung-Journalisten, die es anscheinend bis in die Tagesschau-Redaktion geschafft haben, nicht schaffen, diese Basics kurz zu recherchieren… Er muss ja gar nicht alles wissen, nur ist das Framing im Welt/Bild-Style dann halt null angebracht…

  27. Wie Linus Neumann von dem #Grundrechtsgelabber von Heribert Prantl spricht, gefällt mir nicht. Über Grundrechte labbert man nicht. Auch ein Heribert Prantl nicht. Die Aussage empfinde ich als ungehorig.

    • Gelaber wird hier nicht aufgrund des Themas zum Gelaber, sondern aufgrund seiner Qualität: Nur weil das Thema Grundrechte sind, ist ja nicht automatisch die Qualität der Argumentation gesichert: Wir sprechen in jeder Folge über Grundrechte und ich hoffe, dass es in der Regel kein Gelaber ist.

      Heribert Prantl jedoch labert einfach nur vor sich hin, ohne seinem Niveau angemessene Gegenvorschläge zu seinen Kritikpunkten zu etablieren: „Das ist eine Grundrechtseinschränkung!“
      Ja, das wissen wir. Was machen wir stattdessen oder wie kommen wir mit WENIGER Einschränkungen zum Ziel?

      Eine sinnvolle inhaltliche Auseinandersetzung findet man zum Beispiel bei der Gesellschaft für Freiheitsrechte:

      Die Ausgangssperre des § 28b Abs. 1 Nr. 2 IfSG genügt nicht dem verfassungsrechtlichen Bestimmtheitsgebot und ist unverhältnismäßig, weil sie insbesondere nicht auf einem schlüssigen Gesamtkonzept beruht.

      https://freiheitsrechte.org/ausgangssperren/

    • Über Grundrechte labbert man nicht. Auch ein Heribert Prantl nicht. Die Aussage empfinde ich als ungehorig.

      So toll ist die Verfassung jetzt auch nicht. Grüße an das Bundesamt.

  28. Hey,
    ich habe mir aufgrund dieser Folge mal Malik.fm angehört und wollte sagen:
    Linus, ich empfinde deine Art zu gendern als super angenehm. Überhaupt hör‘ ich LNP schon seit 5 Jahren, hab aber noch nie einen Kommentar dagelassen :D (also so viel zu euren schweigenden Hörerinnen).

    Beste Grüße an euch!
    Karo

  29. Hallo
    Wenn ich darf dann möchte ich hier mal eine Warnung und gleichzeitig einen Rant los lassen das beispielhaft ist für das angebliche Problem der CWA.

    Folgendes ist mir heute passiert:
    Da ich direkt Kontakt mit einem positiv Getesteten hatte bin ich heute zum Ersten mal zum PCR Test.
    Bezahlt hat die 130€ für den Test mein AG.

    Getestet wurde in einem Co Care Testcenter Dresden (https://cocare-testzentrum.de/standorte/) welche Deutschlandweit einige Testcenter betreibt.
    Auf meine Frage, das ich das Testergebnis auch auf/in die CWA haben will. Kam die Aussage das das Testcenter nicht angebunden wäre und dies somit nicht möglich wäre.

    Da bekomme ich so eine Hals.
    Nach fast einem Jahr haben sie es immer noch nicht geschafft.
    Na dann gute Nacht Deutschland.

  30. Moin,

    evtl haben andere auch das Problem. Bei PodcastAddict (müsst aber auch auf anderen Catchern auf Android so sein) kommt seit dieser und der letzen Folge statt des Download immer der Fehler:

    SSLHandshakeException – Handshake failed

    Das ist wohl eine Unverträglichkeit von Android und LetsEncrypt. Dokumentiert als Bug hab ich es für Android 4 gefunden aber meins ist wesentlich aktueller. Die Ursache war bei mir der veraltete HTTP Feed der Metaebene (https://feeds.metaebene.me/lnp/mp3). Die Lösung daher recht einfach, das Protokoll in der Url aktualisieren auf https.

    Vielleicht hilft es anderen. :)

    Danke für euere Mühen <3

  31. Kleiner Erfahrungsbericht zur Luca-App in Mecklenburg-Vorpommern:
    Ich abeite in einem gemeinschaftlich verwalteten Bürogebäude, in dem verschiedene BIldungsträger, Vereine und NGOs sitzen. Hier wird nun auch fleißig die Luca-App genutzt, weil gerade die Organisationen mit Publikumsverkehr natürlich entsprechende Nachweise führen müssen und hier die LucaApp von oben ja quasi verordnet wurde.
    Für die Menschen, die im laufenden Betrieb, teils mit Kitakindern/Homeschooling zu Hause, reichlich zu tun haben, ist das jetzt die komfortabelste Lösung. Auf Kritik wird teils mit zusätzlicher Zettel-Urne-Alternative, teils mit Gereiztheit reagiert. Jetzt nochmal nach neuen Möglichkeiten zu suchen und das etablierte Vorgehen über den Haufen zu werfen ist den meisten, die ohnehin schon von den unklaren politischen Entscheidungen frustriert sind, zu aufwendig.
    Ich würde mir zwar einen kritischeren Blick auf die Luca-App wünschen, kann aber auch nachvollziehen, dass die Problematik nur bedingt von jedem einzeln durchdrungen werden kann und man sich wie so oft in dieser Pandemie von den politischen Entscheidern allein gelassen fühlt. Wieder wird die Verantwortung auf den Einzelnen abgeschoben, anstatt klare Strategien mit klaren Ansagen zu fahren.

    • Hallo Njorg,

      wie auch hier in den letzten Podcast Folgen schon von Linus erläutert, wird die Bedeutung der Check-In Funktion überschätzt. Die digitale Nachverfolgung von Kontakten, auch von Clustern, wird von der CornaWarnApp sowieso schon abgedeckt, vermutlich besser (Beispiel, checkin im Zoo). Die Luca-App verspricht eine Entlastung der Bürokratie für die GAs und die Geschäfte, die eine Nachweispflicht haben, nach einer Verordnung, die fragwürdig ist. In der Realität wird letzteres vermutlich erreicht aber die GAs werden sicher nicht entlastet.
      Der wesentliche Punkt zur effektiven Nutzung von digitaler Kontaktverfolgung ist die Verbreitung des Werkzeugs! Im mittleren Nutzungsbereich von 30% – 70% steigt sie überproportional und damit die CoronaWarnApp einen Unterschied machen kann, muss sie auf > 70% der Smartphones installiert sein und genutzt werden.
      Also eine „klare Ansage“ von mir: Nutze die Angebote mit Check-In Funktion von CWA und meinetwegen auch Luca-App, um die Bürokratie zu entlasten ABER: Nutze die CoronaWarnApp und mache soviel Werbung in deinem Freundeskreis, damit sie soviel wie möglich nutzen, um mit digitaler Kontaktnachverfolgung bei der Pandemiebekämpfung einen Unterschied zu machen.
      Diese Ansage hätte eigentlich von Herrn Spahn kommen sollen.

      Gruß
      Dirk
      (https://christian-werner.medium.com/warum-du-eine-coronawarnapp-pflicht-unterst%C3%BCtzen-solltest-fc9037ed6cb7)

      • Ich bin ganz deiner Meinung. Mein Erfahrungsbericht war mehr dazu gedacht, zu zeigen, wie vielerorts – auch bei Menschen, die fürs Denken bezahlt werden – die nüchterne Realität aussieht.
        Wie du schon sagst: die CWA müsste eigentlich sehr viel mehr von der Regierung beworben und empfohlen werden. Solange das nicht geschieht, sehe ich leider wenig Hoffnung, dass durch die Überzeugungsarbeit einzelner im großen Rahmen etwas bewirkt werden kann.
        Nunja, wenigstens kann man so für etwas weniger zetnral gesammelte Luca-App-Daten sorgen.

  32. Ich teile die Meinung der Schauspieler nicht, aber wie ihr die von oben herab verurteilt, steht euch auch überhaupt nicht. Eine Meinung dazu darf natürlich jeder haben, aber wenn man eine gewisse Reichweite hat, sollte man schon etwas darauf achten, wie man sie vertritt. Das habt ihr lustiger Weise den Schauspielern vorgeworfen. Mit verbalen Entgleisungen, wie „Maul halten!“, solltet ihr euch selber schämen. Gerade Tim, der offen zu gibt, bzw. eigentlich herabwürdigend damit prahlt, dass er niemanden davon kennt, sollte vielleicht ein wenig die Füße still halten. Das mag auf den einen oder anderen von denen vielleicht nicht zutreffen, aber man sollte nicht den Fehler begehen, Menschen, die man überhaupt nicht kennt und sie daher in keinen Kontext einordnen kann, für dumm zu halten.

    Eure süffisante Arroganz finde ich in eurem Fachgebiet ja sogar manchmal unterhaltsam. Ich würde zur Zeit ungerne Luca sein. Aber für euer erstes Thema der letzten Folge habe ich mich dermaßen fremdgeschämt.

    „Je weniger einer meint sich äußern zu müssen, desto seltener wird er im Nachhinein als Idiot betrachtet.“ Four Rooms, 1995, coloriert

    Ich kann eure Verwunderung über diese Clips durchaus nachvollziehen. Nur versucht euch doch bitte das nächste mal nicht so dermaßen im Ton zu vergreifen. Ihr habt euch da ganz schön in Rage geredet.

  33. Danke für Eure Podcasts!
    In dieser Zeit ab und zu noch Leute mit differenzierten Argumenten, vertretbaren Positionen und Witz zur hören tut gut.
    All die angebräunten Pfosten die sich bisher nur für ihre Flugferien und Gartenzwerge interessierten und nun plötzlich als „Verfechter*innen der Grundrechte“ auftreten wollen, nerven gewaltig.

  34. Nachdem ich, wieder besseren Wissens, mal die Kommentare auf Zeit.de zum Thema Luca vs. CWA verfolgt habe, glaube ich ihr verkennt das Problem, was für die „normale Bevölkerung“ vorherrscht (oder ihr verkennt es nicht und verzweifelt ebenso wie ich).
    Klar kann man jetzt viele der Kommentierenden als „Trolle“ abtun, aber dennoch…

    1, CWA ist von der Regierung
    Ist leider ein Punkt dem Viele misstrauen und meinen, man holt sich damit den Überwachungsstaat ins Haus.
    Zudem sind doch eh schon alle mit den Maßnahmen unzufrieden und jetzt soll man sich noch so eine olle App besorgen die wieder nur Unsinn von der Regierung ist, nein Danke.

    Ja Luca wurde auch von „der Regierung“ gekauft, aber eben erst nachdem Smudo gesagt hat wie toll die ist und Smudo hat die App gebaut, nicht die Regierung selber.

    2. Datenschutz
    Das Thema interessiert grob gesagt kein Schwein (leider), dadurch dass aber darauf so herumgeritten wurde, kommt bei den Leuten nur an „CWA funktioniert nicht, wegen Datenschutz“. Hätte man das Thema nicht behandelt, weder in der Presse noch sonst wo, dann wäre der Punkt untergegangen.
    In den Köpfen scheint aber nur geblieben zu sein, dass es zur CWA eine Diskussion zum Datenschutz gab und damit gilt wieder „Deutschland ist technologiefeindlich, ein Land der Verbote und deshalb funktioniert hier auch nix“. Da kann Linus oder wer auch immer zum x-ten Mal perfekt erklären warum gerade die CWA gut ist und das Thema so wichtig ist: es interessiert niemanden und es will auch niemand verstehen.

    Smudo sagt halt einfach „hier nimm meine App und der Lockdown geht vorbei“. Das ist es was die Leute hören wollen, so hat auch Trump funktioniert.

    3. Spam ist mir egal
    Gehört an sich zu Punkt 2 und wurde tatsächlich häufig als Argument gebracht. Die paar Sicherheitslücken, zentrale Datenspeicherung usw. sind allen vollkommen egal. Man will wieder vor die Tür gehen können. Und ob man dann nach Nutzung der Luca App mal eine Spam Mail mehr oder weniger bekommt ist dabei doch Latte (so eben die Annahme, dass sei die Kritik an den Sicherheitslücken)

    So ist halt die Denke Vieler. Das ist erschreckend, aber eben traurige Realität.

    4. Zu viel Infos
    Über die CWA wurde zu viel erklärt. Bei nahezu jedem Pressebericht hat man das Gefühl, die Aufgabe der Presse ist es jetzt, dass ins Positive zu schreiben, was die Regierung verbockt hat. man hat eine schlechte App entwickeln lassen und die Presse versucht jetzt die Fehler ins positive zu drehen. Und dann sagen noch diese ewigen Verbotsleute vom Datenschutz “ ja wir finden die App auch toll“.
    Die überwiegende Mehrzahl der Leute will aber nicht mal wissen ob die Daten zentral oder dezentral gespeichert werden, ob Google oder Apple da jetzt mitlesen oder nicht.
    Sie wollen hören „wenn du die App installierst, darfst du wieder ins Stadion/Konzert/Kino und der Sommer wird geil“..
    Wurde aber halt nicht gemacht, es wurde verzweifelt versucht, die Bedenken die man geschaffen hat wieder auszuräumen.

    Leider leider hilft es dann eben nicht, wenn zum x-ten mal erläutert wird wie die CWA funktioniert, warum sie gut ist (oder zumindest das Beste was wir haben) usw. Es wurde von vornerein falsch aufgezogen. Und sosehr es mich ankotzt das sagen zu müssen: man hätte als aller Erstes ans Marketing denken müssen!
    Datenschutz und Sicherheit hätte man einfach im stillen Kämmerlein betrachten sollen. Und wenn dann doch mal wer gefragt hätte der sich damit auskennt, hätte man sagen „hier guckst du, daran haben wir auch gedacht, geil unsere App oder?“-

    So grandios die Berichterstattungen und Erklärungen hier auch immer sind, der Zug ist abgefahren. Denn sehr offensichtlich, wie auch in dieser Folge herausgestellt, ist es ja nicht mal der Regierung selber gelungen ihre eigenen Leute zu überzeugen. Da nimmt man eben lieber nochmal zich Millionen in die Hand, aus dem Glauben heraus endlich eine Lösung zu bekommen die eben nicht durch den blöden Datenschutz behindert wird.
    Irgendwie so eine „Elon Musk Mentalität“: erst mal machen und Rohre verlegen, um Genehmigungen kümmern wir uns später. Oder eben erst mal dafür sorgen, dass die Biergärten wieder aufmachen und die Menschen wieder raus können. Um die Sicherheit kümmern wir uns (vielleicht) später.

    • Ja da hast du vermutlich recht, was den Großteil der Leute angeht.

      Ich finde aber, dass Politiker schon in der Lage sein müssten, auf Expertiesen einzugehen. Ihr Job ist es darauf zu achten, welche Systeme öffentlich etabliert werden und für was sie Geld ausgeben.

      Jetzt ist der Schaden schon angerichtet. Ich habe wenig Hoffnung, dass in Sachen Luca-App zurück gerudert wird. Obwohl? Bei dem Regierungschaos… ;-)

      • Das Politiker scheinbar für Expertise völlig unzugänglich sind, berichtet Linus doch leider immer wieder und wieder.
        Man darf zwar seine Expertise Vorträgen, aber die wird dann wohl einfach wegignoriert. Ich meine in einer Folge hat Linus auch Mal berichtet, dass ihm einer der Politiker am/im Aufzug sogar (paraphrasiert) gesagt hat „sie haben ja vollkommen Recht, aber wir werden es trotzdem anders machen“.

  35. Ich kenne mich in der App-Entwicklung nicht aus, deshalb brauche ich eure Hilfe als Community.

    Wie weit kann ich eine App (vielleicht die Corona-App) mit 20,440 Mio Euro entwickeln?
    Ich denke, dass es an qualifiziertem Fachpersonal in Deutschland nicht mangelt – ich kann mich aber auch täuschen.
    Mir will nicht in den Kopf gehen, warum die Bundesregierung Geld für eine Konkurrenz der Corona-App (welche von genau dieser Bundesregierung stammt) bezahlt, statt die eigene App weiterzuentwickeln?

    Ich freue mich über jede Person, die mir meine Fragen erklärt.

    • Hallo Valkyrie,

      das ist logisch nicht zu erklären. Alle Prinzipien zur Lösungsfindung, die man bei der CoronaWarnApp richtig gemacht hat, hat man bei der Luca-App offensichtlich falsch gemacht und keine richtigen Experten zu Rate gezogen sondern ist allein auf die Aussage von Smudo: „Wenn ihr die App habt, bekommt ihr eure Freiheit zurück“ oder so ähnlich, hereingefallen, ohne diese Aussage zu prüfen.

      Diese 20 Mio hätte man z.B. für CoronaWarnApp-only Handys ausgeben können, was sicher geholfen hätte oder für neue Features, wie z.B. GELB (Activity risk) oder ORANGE (n+1-level risk) Warnung oder oder …
      Für 20 Mio könnte man 200 Entwickler bei einem Jahresgehalt von 100000 ein Jahr beschäftigen. Ein Traum.

      Gruß
      Dirk

      • Diese 20 Mio hätte man z.B. für CoronaWarnApp-only Handys ausgeben können,

        Und wieviel Handy hätte dann jeder Bundesbürger für seine 25 Cent bekommen?

        Für 20 Mio könnte man 200 Entwickler bei einem Jahresgehalt von 100000 ein Jahr beschäftigen. Ein Traum.

        Und wenn man aufwacht, hat man für jeden der Entwickler zusätzlich 10% des Bruttogehalts als Lohnnebenkosten bezahlt und muß gleichzeitig noch 19% Steuer abführen, da man anscheinend nur Personalkosten als Ausgaben hatte – und das ganz ohne Buchhaltung oder Personalabteilung.

        Die Werbekampagne „Wir bleiben zu Hause“ der Bundesregierung hat übrigens 30 Mio. EUR gekostet.

        Wo ist das Problem der 20 Mio. EUR? Das sind 25 Cent pro Kopf. Selbst eine einzige FFP2-Maske kostet mehr – und hätte auch ohne die 20 Mio. EUR Vermittlungsprovision mehr gekostet. Der aktuelle Zustand kostet uns über 3 Mrd. _pro Woche_, also bisher über 1000 EUR pro Kopf. Da gebe ich gerne 25 Cent für alles aus, das versucht, diesen Zustand zu beenden, auch wenn hinterher Murks dabei herauskommt.

        • CoronaWarnApp-only Handy:
          Selbstverständlich hätte man damit nicht alle Bürger versorgen können, wäre aus meiner Sicht auch unseriös. Aber es hätte für ein Modellprojekt ähnlich wie die Modellprojekte mit Schnelltests in einer mittelgroßen Stadt incl. Umland gereicht.

          200 Entwickler:
          Es ging nicht darum auszuformulieren, was es bedeutet eine Firma zu gründen sondern nur, was 20 Mio. an Entwicklungspower bedeuten. Siehe auch LNP391/Kommentar von Ole, der es ähnlich beschreibt!

          25 Cent:
          Ich finde es sehr bedenklich, wenn man die Verschwendung von Steuergeldern damit rechtfertig, dass es für den einzelnen Bürger nur Pfennigbeträge sind. Das klingt fast so, als ob ich eine Wahl gehabt hätte. Aber darum geht es auch nicht, auch nicht um die 20 Mio. sondern darum, dass es zum einen eher kontraproduktiv eingesetzt wurde und zum anderen für wirklich sinnvolle Entwicklungen z.B. bei der CoronaWarnApp eben nicht. Mit sinnvollen Einsatz hätte man sicher die 3 Mrd. pro Woche, von denen du sprichst, um einiges reduzieren können, sicher mehr als die 20 Mio. . Geld für Forschungsprojekte auszugeben, die manchmal erfolgreich sind und manchmal eben nicht, sind selbstverständlich notwendig und sinnvoll. Aber darum geht es hier ja nicht. Die Luca-App war kein Forschungsprojekt sondern konnte sich nur durchsetzen, weil von prominenter Seite Werbung gemacht wurde und diesen Versprechungen ungeprüft geglaubt wurde.

  36. Also diese Schauspieler-hashtag-Sau habe ich mir bei ihrem Galopp durchs Mediendorf gar nicht erst angeschaut, aber das plötzlich aus Linus hervorsprudelnde Tatort-Detailwissen fand ich in der Tendenz doch ein bisschen verstörend. Dann höre ich mir dieses malik-fm-Biopodgespräch an und beim Musikgeschmack dachte ich, schau an, der Linus scheint eine abgerundete Persönlichkeit zu haben – das kann man ja auch nicht vorher wissen. Da sind die Tatort-Trivia vielleicht so ein bisschen das Zimt in der Suppe. Ich habe weiterhin darüber gestaunt, dass er mal am Set der US-Version von Shameless gelebt hat. Aber dann kam er bei der Frage nach sowas wie Vorbildern oder inspirierenden Persönlichkeiten auf Markus Lanz zu sprechen – jemand, den ich nur sehr ausschnittsweise wahrnehme, was dennoch genügt hat, ihn in meinem Kopf den Mann mit den schrecklichen Fragen zu taufen – und da war dann klar, ich habe eine TMI-Linie überschritten.

  37. Hi,

    ich weiß ich bin ein bisschen spät – aber ich wollte noch was zu Signal sagen:
    Ich weiß nicht wie weit die Aussage „Mess with the best. Die like the rest“ verbreitet ist – auf jeden Fall ist es auch ein Zitat aus dem Film „Hackers – im Netz des FBI“ mit Angelina Joliet und Jonny Lee Miller von 1995.

  38. Kleine Korrektur zu Telegram:

    Linus meinte ja es gibt den Plan dass die App „Zensurfrei“ aus unsicheren Quellen installierbar sein soll. Telegram ist aber komplett Quelloffen. Soll heißen jede*r kann sich eine funktionierende App aus dem Source Code bauen und installieren. Die App ist auch über f-droid verfügbar. Das ist tatsächlich so ziemlich das Einzige, das Telegram besser macht als Signal, da finde ich immer noch schade, dass ich nicht eigenhändig überprüfen kann, dass der veröffentlichte Client Quellcode auch wirklich zu der über die Stores erhältlichen App gehört.

    Sonnst wie immer Tolle Sendung & LG

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