LNP482 Meuchelpuffer

Ein Logbuch:Netzpolitik Spezial zur Recherche "Geheimplan gegen Deutschland" von correctiv

Kaum ein im Netz veröffentlichter journalistischer Bericht hat Deutschland so in Aufruhr versetzt wie die umfangreiche Recherche von correctiv über ein geheimes Treffen von Rechtsextremen und Neonazis Ende November letzten Jahres in Potsdam. Der unter dem Namen "Geheimplan gegen Deutschland" berichtet ausführlich von der im Landhaus Adlon abgehaltenen Zusammenkunft und den dort diskutierten "Masterplan" für eine breit angelegte Deportation von Ausländern und deutschen Staatsbürgern aus Deutschland.

Die Reaktion fiel prompt und umfassend aus. Überall in Deutschland kam es zu spontanen Demonstrationen bei denen weit über eine Million Menschen auf die Straße ging um gegen die menschenverachtenden Pläne und vor allem die bei diesem Treffen prominent vertretene AfD zu demonstrieren.

Wir sprechen mit Jean Peters von correctiv, der an der Recherche beteiligt war und auch als Autor maßgeblich für die Adaption der Ereignisse im Rahmen eines im Berliner Ensemble aufgeführten Theaterstück verantwortlich war über die Personen und Inhalte des Treffens, die Arbeit von correctiv und über die Reaktionen der Öffentlichkeit und der AfD auf die Ereignisse.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove
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Jean Peters

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen, Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen, Tim.
Tim Pritlove
Sag mal, hast du dir am Wochenende auch dein Demo-Geld abgeholt?
Linus Neumann
Ich bin zu spät gekommen. Die war, die Antifa GmbH, schon insolvent.
Tim Pritlove
Logbuch Netzpolitik Nummer 482 vom 22.Januar 2024, kurz nachdem Deutschland erwacht ist. Hat man so den Eindruck.
Linus Neumann
Oder? Gemerkt hat, wie man sich da eingetreten hat, ne?
Tim Pritlove
Ja, es ist auf jeden Fall ein bewegtes Wochenende liegt hinter uns.Aber du hast kein Demo-Gelb bekommen?
Linus Neumann
Nee, das war...
Tim Pritlove
Aber du warst schon da? Also hast du jetzt quasi Überstunden gemacht?
Linus Neumann
Überfüllt und trotzdem da Versammlungsabbruch-Antifa.Berlin hat es nicht geschafft. Ich habe es befürchtet.Versammlungsabbruch. Köln, Hamburg, München, die haben alle Versammlungsabbruchwegen Überfüllung geschafft.Berlin, knapp nicht. Wie stehen wir jetzt da?
Tim Pritlove
Ja, naja, ich meine, ein Lob an die Polizei, die hat dann halt einfach mal 17.Juni gesperrt. Auf einmal war dann von Brandenburger Tor bis Siegessäule,das war so der Tweet, hab ich gesehen, ich war nicht da, ich war auf der anderenSeite, aber die haben dann einfach mal gesagt, leider wenn das hier ein LoveParade ist, dann nochmal Siegessäule auch noch mit dazu.
Linus Neumann
Sie haben allerdings dann auch den kompletten Zufall mit dem ÖPNV gesperrt.Also die S-Bahn haben nicht mehr da gehalten, die U5 hat nicht mehr da gehalten,um halt einer Überfüllung entgegenzuwirken.Nur einer hat das Memo nicht bekommen, als wir dann langsam gegangen sind.Das haben wir ja auch gesagt, Leute, geht jetzt mal lieber langsam,so vorsichtig und gemütlich.Dann haben wir auch so in Segmente aufgeteilt, dieses Segment bleibt noch einbisschen hier, wir singen noch ein Lied zusammen, damit halt diese Menschenmasseirgendwie halbwegs gesund da abwandern kann.Damit ich da irgendwie am Paul-Löbe-Haus entlang und dann diese Brücke, die da in Richtung...Nee, nee, nee, in die andere Richtung.Friedrichstadtpalast. Die Brücke, die da... Und da steht dann so ein einsamerPolizist und sagt so, hier bitte nicht lang.Aber da laufen halt so Tausende Menschen, die von der Demo... Nee, hier nicht.Wir sperren das jetzt hier. Ich sag, wieso sperren sie denn jetzt den...
Tim Pritlove
Das ist der offizielle Demo-Trail gewesen. Die sind aber falsch rumgelaufen.Das war alles eine totale Katastrophe. Die haben auch falsche...
Linus Neumann
Der war wirklich nicht die hellste Kerze. Also er war auch, sag ich mal,so wenig hell, dass er auch nicht gemerkt hat, dass wir einfach weitergegangen sind.
Tim Pritlove
Worüber reden wir? Wir reden über die umfangreiche Demonstrationsaktivität inDeutschland, die an diesem Wochenende stattgefunden hat, die auch schon dieTage davor stattgefunden hat. Warum? Warum?Weil alle sich ausnahmsweise mal über Nazis aufregen.Nicht wie sonst, wo man dann immer das so zur Kenntnis nimmt und dann ist wieder alles so wie vorher.Es scheint was passiert zu sein. Und der Grund dafür ist der Artikel vom Korrektiv-Kollektiv.
Linus Neumann
Nein, ist kein Kollektiv.
Tim Pritlove
Was?
Linus Neumann
Ist kein Kollektiv. Ich habe es auch letztens gesagt.
Tim Pritlove
Okay, dann sagen wir von Kollektiv. Wir werden gleich klären, was es ist.Denn darüber wollen wir uns heute unterhalten. Wir haben den Geheimplan gegen Deutschland.Und dafür begrüßen wir den Jean heute in unserer Runde.Jean Peters, hallo. Herzlich willkommen bei Logbuch Netzpolitik.
Jean Peters
Hallo. Eine Freude, hier zu sein.
Linus Neumann
Endlich. Genau.
Tim Pritlove
Und dich haben wir eingeladen, weil du so ein bisschen mitschuldig bist,weil du auch für Korrektiv tätig bist.Und ja, da ist auf jeden Fall fleißig gearbeitet worden, ganz offensichtlich.Denn dieser Artikel ist ja ein bisschen eingeschlagen wie eine Bombe,so kann man fast sagen. Also das hat mich auch ein bisschen überrascht.Nicht, dass ich das als unangemessen empfinden würde, ich fand das als sehr angemessen,bloß normalerweise hat man halt immer solche Veröffentlichungen und dann passierthalt irgendwie gefühlt nichts oder die Aufmerksamkeitsspanne bricht dann spätestensmit dem nächsten Helene Fischer Album dann auch schon wieder komplett ein.
Jean Peters
Ja, das stimmt. Genau.
Tim Pritlove
Und das war anders so. Und warum das diesmal so anders so war,darüber wollen wir heute mal quatschen. Sehr gerne.
Linus Neumann
Dich vorstellen.
Tim Pritlove
Genau, wir müssen nämlich jetzt erstmal fragen, wer bist denn du eigentlich?Jean, kannst du das mal sagen?
Jean Peters
Ja, also mein Name ist Jean, Jean Peters und ich arbeite seit,weiß ich nicht, eineinhalb Jahren für Korrektiv.Ich habe für vorher, ich habe 2019 da schon mal eine Recherche veröffentlichtzu KlimawandelleugnerInnen und bei Korrektiv gendern wir glaube ich nicht dabei sein.
Tim Pritlove
Bist du denn ein gelernter Journalist?
Jean Peters
Ich war nicht an einer Journalistenschule. Ich habe das gelernt peu à peu.Also ich arbeite eigentlich so zwischen Aktionskunst und Journalismus.Das sind so zwei Gewerke, die ich gelernt habe. Ich habe das Peng-Kollektivgegründet vor etwa zehn Jahren.Da haben wir viel Schabernack gemacht. Da kam ich eben in diese Medienwelt undhabe gelernt, wie die Strukturen funktionieren.Überhaupt, da war ich sozusagen wie so ein bisschen auf der anderen Seite.Also da hatte ich die Medien, würdeich beschreiben, so ein bisschen aus künstlerischer Perspektive bespielt.Wir haben Aktionen gemacht, investigative Interventionen habe ich das irgendwanngenannt, weil wir natürlich viel recherchiert haben und uns die Dinge komplexerangeguckt haben und überlegt haben, wo kann man denn da einen Stich setzen,was sind Bilder, die man schaffen kann, die die Probleme zusammenfassen undvor allem und das finde ich bemerkenswert an der aktuellen Situation ist,dass eine der Dinge, die mich immer rumgetrieben haben ist, wie kann man ineiner Welt, die einen ständig überfordert und in eine Art von Lähmung und Ohnmachtbringt, diese Ohnmacht durchbrechen.und das habe ich mit Peng dann geübt, geübt, geübt und dann irgendwann habeich bei Jan Böhmermann gearbeitet,Das war eine super tolle Zeit, weil ich da auch nochmal eine ganz andere Formvon Impact lernen konnte, sehen konnte, wie Fernsehen funktioniert.
Linus Neumann
Und ja auch im Rechercheteam dann bei Böhmermann, ne?
Jean Peters
Ja.
Linus Neumann
Redaktion, Redaktion.
Jean Peters
Ich war Autor offiziell, also was sozusagen, da gibt es ja verschiedene Kategorien,auch da war ich als Autor, aber ich habe viel recherchiert.Ich war so ein bisschen so ein Zwitter zwischen den verschiedenen Abteilungen.
Tim Pritlove
Warst du dann immer schuld, wenn sich Linus hier aufregt, bist du schuld gewesen?
Jean Peters
Ich weiß nicht, worüber sich Linus aufgeregt hat. Ich glaube,du weißt ganz genau, worüber ich mich aufgeregt habe.Ja, also genau, das war eine gute Zeit dort und dann habe ich irgendwann...
Tim Pritlove
Warte mal, ist denn das vergleichbar? Sag doch nochmal kurz was zu Peng.Weil Peng ist ja nun auch so ein bisschen, wir hatten ja jetzt vor kurzem jaauch das Zentrum für politische Schönheit nochmal zu Gast.Das ist ja auch so eine wilde Truppe, die, sagen wir mal, Politik mit anderenMitteln betreibt. Und ich glaube, das gilt für Peng auch irgendwie. Kann man das so sagen?
Jean Peters
Ja, sicher. Also was Peng gemacht hat, ist Aktionskunst. Jeder im Kollektivund jede hatte eigentlich andere Schwerpunkte.Die einen sagen Aktionskunst mit Schwerpunkt auf Aktion, die anderen sagen Aktionskunstmit Schwerpunkt auf Kunst.Wir haben uns, ein Beispiel war, was für eure Community bestimmt spannend ist, ist Intel Exit.Da haben wir Geheimdienst-Aussteigerprogramm gestartet, wo ich finde,das Wichtige ist, dass man Form und Inhalt zusammenbringt.Also der Versuch in der Aktionskunst ist zu sagen, wir, in dem Fall Geheimdienste,was machen Geheimdienste?Die machen Aussteigerprogramme für Linke, Rechte und Islamisten.Und dann haben wir einen für die gemacht, weil die auch die Demokratie gefährden, oder?Also für alle, die Demokratie gefährden, Aussteigerprogramme und sind dann miteiner Drohne über die NSL, also den Stützpunkt da in, wo war das, Darmstadt in der Nelb?Was heißt das?
Linus Neumann
Eibling?
Jean Peters
Nee, Dingensbummels, ich fällt mir gerade nicht ein.
Tim Pritlove
Obwohl er jetzt Politik berichtete.
Linus Neumann
Ich habe schon eine Beine.
Tim Pritlove
Ich habe viele Fängtaktionen. Ja genau.
Jean Peters
Wenn man auf intenexit.org geht, dann findet man auch das Video irgendwie.Und da sind wir mit einer Drohne drüber geflogen, haben Flyer abgeworfen,damit die zurückkommen in Demokratie. Der Spruch war dann the backdoor to democracy.Wir haben schon mit Marketing gearbeitet auch, auch mit diesen ganzen Labelsund wie funktioniert das und das ganze Logo entwickelt und so.Und dann haben wir Leaks genutzt von Telefonnummern. Das Interessante ist,bei Geheimdiensten achten ja immer die Leute auf die Pentagon-Papiere und was sind deren Strategien.Aber keiner kommt auf die Idee, dass die Telefonnummern auch wertvoll sind.Und die haben wir dann geschröpft und haben dann eine Datenbank aufgebaut mitTelefonnummern direkt durch Wahlen zu den Leuten, die dort arbeiten.NSA, aber auch BND und in verschiedensten Abteilungen in Kanada,in England, GCHQ und überall,haben dann ein Callcenter aufgebaut im Theater und dann konnten Leute durchwählenund direkt mit denen kommunizieren.Und das war so ein bisschen die Idee, diesen Schleier wegzuziehen von diesenGeheimdiensten, vor denen alle Schiss haben und wollten damit eigentlich sagen,guck mal, die sind nahbar und wir müssen mit denen die zurückholen und dieses Thema größer machen.
Linus Neumann
Und auch ein bisschen zu zeigen, dass die sich ja in einer sektenartigen Strukturbefinden, die sich nach außen abkapselt, wo man auch Aussteigerhilfe bieten muss. Ja.
Jean Peters
Das Irre war, weil die Frage ist ja, was haben wir denn damit geschafft?Die gibt es ja immer noch.Da muss man sagen, die sind jetzt nicht alle ausgestiegen. Es sind super vieleLeute auf uns zugekommen. Das war schon teilweise eine irre Zeit.
Tim Pritlove
Wirklich?
Jean Peters
Ja, wir dachten auch, die Chance ist super gering und dann passiert es halt doch.Und was machst du denn mit denen? Das war schon so ein bisschen ein Problem.
Linus Neumann
Wir wollten eigentlich nur einen Scherzland-Ruf machen, aber wir wollten siemit unserer Psychologe entsprechen.
Jean Peters
Wir hatten schon viel vorgebaut. Wir hatten einen ziemlich hohen Sicherheitsstandard.Wir hatten dann so ein Safe, so ein 350-Kilo-Safe im Büro mit Kameras,einem eigenen kleinen Server, der die Kameras, damit die nicht gehackt werden können.Ich bin ein halbes Jahr mit USB-Sticks um den Hals rumgelaufen,mit Airgap-Laptops rumhantiert. Das war alles neu, da habe ich wirklich viel gelernt.
Tim Pritlove
Ich meine, waren sich die Leute bewusst,wer diese Kampagne gestartet hat. Ja.
Jean Peters
Und die haben gesagt, die Chance ist gering, aber, oder 50-50,dass ihr für die CIA arbeitet, aber wir wollen es trotzdem versuchen.Ich habe hier Material, wo kann ich damit hin?Wir so, äh, Material, äh, Besatzungsjournalisten.
Linus Neumann
Du kannst uns an Geheimnisse vertrauen.
Jean Peters
Aber es war schon irre.
Tim Pritlove
Ich würde auch sagen.
Jean Peters
Bis heute, würde ich sagen, ist es eine super Idee gewesen, wenn jemand jetzt50 Millionen hat, macht ein Aussteigerprogramm für Geheimnismitarbeiter.Und zwar auf der der menschlichen Ebene, nicht auf der gib mir deine Informationen,gib denen ein, so wie Courage, hattest du ein bisschen gemacht, Courage von Dächen,also in die Richtung war es, boah, es war eine krasse Zeit, es war wirklichtotal irre und zufällig hat währenddessen auch noch Homeland direkt vor meinerHaustür gedreht, ja, da waren so plötzlich so Spione mit so Kameras, es war alles surreal,aber genau, also da haben wir so Aktionskunst gemacht.
Linus Neumann
Kurzer Nachtrag, ihr seid über den Daggerkomplex geflogen, in Darmstadt an der Grenze zu Griesheim.Ich hab das schnell Danke. Du hast mir einen Google-Tipp gegeben.
Tim Pritlove
Aber warum habt ihr denn diese Domain intelexit.org nicht behalten?
Jean Peters
Ist die weg? Oh Gott.
Tim Pritlove
Da sind jetzt irgendwelche Krypto...
Linus Neumann
Naja, das ist eine andere Geschichte.
Tim Pritlove
Das muss ja auch finanziert werden. Ja.
Jean Peters
Wir sind nicht immer gut gewesen in der Domain-Pflege.
Tim Pritlove
Das stimmt. Ja, das ist auf jeden Fall ein bisschen verbrannt.
Jean Peters
Aber wenn wir jede Domain behalten hätten, die wir benutzt haben,dann wären wir jetzt auch Das war echt krass pleite. Also ich bin auch ausgestiegenbei Peng. Ich bin da gar nicht mehr drin.
Tim Pritlove
Achso, okay, gut. Aber hast du das gemacht und da sozusagen deine Erfahrungen gesammelt?
Jean Peters
Ja, da habe ich super viel gelernt. Nee, vor allem eine Sache muss ich an der Stelle doch betonen.Also ich habe ja ein Buch darüber geschrieben, das ist ja alles öffentlich,das ist ja kein Geheimnis, dass ich das alles gemacht habe. Nun muss man auch wissen...Das ist meine Vergangenheit, so wie manche Leute auch zwischendurch mal in derSPD waren oder so und politisch aktiv waren, habe ich halt sowas gemacht.Und trotzdem habe ich dann, dann habe ich bei Jörn Böhmermann gearbeitet inder Redaktion, da wurde es dann schon immer seriöser in Anführungsstrichen.war eine Satiresendung, aber schon mit einem ziemlichen Ernst im Hintergrund,da habe ich unter anderem die Hohenzollern-Recherche gemacht und haben wiederPapiere veröffentlicht aber es eben auf eine bestimmte Art veröffentlicht,und gesagt, diese Komplexität muss man so,veröffentlichen, dass es trotzdem eben den Impact hat, den es hat,weil Hohenzollern alle wegklagt, die irgendwas Kritisches zu ihm machen,und dann haben wir also da habe ich auch wieder super viel gelernt und habemich Stück für Stück weiter gehangelt und ich bin immer noch der Kunst sehr,sehr verpflichtet, sonst hätte ich jetzt kein Theaterstück gemacht.Aber jetzt bei Korrektiv ist es ein ganz anderer Schnack.
Linus Neumann
Hast du nicht auch bei Böhmermann die GPT-3 Nummer damals gemacht?
Jean Peters
Boah, also du meinst die KI-Sendung?
Linus Neumann
KI-Sendung?
Jean Peters
Genau, ja, das war als ich gerade mit einem Fuß rausging, das hatte ich angestoßen tatsächlich.Lass mal eine Sendung nur, Ich kann nicht zu viele interne Details sagen,aber da habe ich meinen Anteil dran gehabt.
Linus Neumann
Ja, okay. Ich erinnere mich, dass wir da mal drüber gesprochen haben.Also okay, Böhmermann ist ja dann schon so eine High-Impact-Recherche kombiniert mit…,humorvollen Blick drauf, also noch nicht so weit weg von Peng. Genau.
Jean Peters
Das war so der Zwischenschritt zwischen Peng und Korrektiv, würde ich sagen.Also wenn ich jetzt so an meinen Lehrgang sozusagen als Lehrling gucke,was habe ich gelernt und wie habe ich mich entwickelt?
Tim Pritlove
War denn das eine vergleichbare Tätigkeit?Wie was? Den Übergang sehe ich jetzt schon.Also Korrektiv hat jetzt für mich jetzt von außen so den Dünkel des das istjetzt der richtige Journalismus so, ja.Künstlertum, da kann man dann halt drüber streiten und Böhmermann macht ja imPrinzip auch so eine ähnliche,so deutsches John Oliver ähm, wir machen jetzt mal ernste Themen aber wir bereitensie halt unterhaltsam auf, damit es auch irgendwie ankommt.
Jean Peters
Na und Böhmermann hat sich ja selber auch weiterentwickelt. Also das was diegerade machen ist ja grandios. Das ist ja von, wenn man sich anguckt,was lief vor zehn Jahren oder was, wie alt ist der denn jetzt schon,also vor sieben Jahren oder so, das war ja viel mehr Comedy.Da hatten die die Fernsehhilfe und so, da waren ein paar coole Sachen bei,dann die Varoufakis und so, das war aber viel mehr. und dann haben die Stückfür Stück, eigentlich fing das so ein bisschen mit hohen Zollern Recherche anund dann haben die gesagt, wir gehen ins ZDF rüber und ändern das Format undgehen viel mehr auf Investigativ.Da haben die ganz neue Leute geholt, Hanna Herbst und wer da alles reinkam,haben die Rechercheredaktion,unheimlich aufgestockt und haben da Stück für Stück Standards eingeführt, die wirklich,ja, also journalistisch sind, einfach viel, viel klarer in diese Richtung gehenund das war also, damit haben die einen Standard erreicht Und damit haben dieauch Recherchen machen können, wo die gesagt haben,das hatte ich damals auch angefangen zu sagen, komm lass uns doch mit Leutenzusammenarbeiten, lass uns doch, da freuen sich und das ist eine Win-Win-Situation,wenn man mit Frag den Staat zusammenarbeitet, was die jetzt viel machen oderverschiedenen Gruppen.anderen investigativen Abteilungen lass uns zusammenlegen, dann werden die auchgesehen, das ist eine große Plattform, man braucht jetzt nicht immer zu sagenwir, wir, wir in Konkurrenz sein und das ist ein schönes Modell,also ich finde das da hat sich ja auch bei denen was entwickelt parallel.
Tim Pritlove
Ja, das ist auf jeden Fall ein Gewinn, weil man ja eigentlich auch gesehen hat,bei John Oliver ist schon so ein bisschen eins der Ideen, oder?So das das Last Week Tonight-Format? Kann man das, darf man das sagen?
Jean Peters
Ich glaube, also da gibt es ja Eitelkeiten, da will man ja nicht drüber reden.Da will ich keine Feinde machen.
Tim Pritlove
Aber es gibt Ähnlichkeiten.
Jean Peters
There is only one feeling, will ich jetzt nicht anfassen.
Linus Neumann
Es könnte schon sein, dass der Böhmermann John Oliver auch schon mal auf YouTube gesehen hat.
Jean Peters
Vielleicht.
Tim Pritlove
Es gibt es ja online. Es ist ja auch keine Schande, sich von guten Sachen inspirierenzu lassen und es steht ja auch vollkommen außer Frage, dass er auch nochmaleine ganz ganz eigene Persönlichkeit damit einbringt.Letzten Endes ist es Deutschland, das funktioniert sehr gut.
Jean Peters
Singen kann er besser. Ja.
Tim Pritlove
Das stimmt.
Linus Neumann
Ich habe mir gekauft, Polizistensohn auf Vinyl.
Jean Peters
Gibt es das?
Linus Neumann
Ja.
Jean Peters
Habe ich gekauft.
Tim Pritlove
Das ist original, das erste.
Linus Neumann
Klar, ich habe Polizei und dann noch andere.Das Recht ist hart. Das ist ja alles diese Gangster-Serie, Polizisten.Grundy, die Actionfigur von Grundy gab es nicht mehr. Die war schon ausverkauft, als ich den...
Jean Peters
Weißt du, woher die kommt, die Grundy-Idee? Das ist von diesem Panda-Bär.Es gibt so ein Video, so ein Werbevideo im Fernsehen, müssen wir bei YouTubeauch mal rumgoogeln, so ein Panda-Bär, der irgendwann ausrastet und dann imDings die ganzen Computer zerhackt.Und das war eigentlich die Inspiration.
Tim Pritlove
So ein typischer Panda-Kostüm.
Linus Neumann
Ja.
Jean Peters
So ein Panda-Kostüm. und da geht er hin und das war so ein Viral und davon dann,inspiriert haben wir Grundy gemacht, ja.
Linus Neumann
Jedenfalls, ich konnte nur noch diese Platte kaufen.
Jean Peters
Okay.
Linus Neumann
Aber bevor wir jetzt anfangen YouTube-Videos zu gucken, der Tim hat dieses YouTubeohne Werbung, da fällst du noch schneller in das Loch.Da hängt dir auch eigentlich jeden Abend ein Guck.
Jean Peters
Du zahlst für YouTube, bist du Arsch?
Linus Neumann
Nein. Habe ich dir auch gesagt.
Jean Peters
Du gibst Google Geld. Ja. Und also Und zahlst du das mit den Spendengeldern von hier dem Podcast?Oder was zahlst du direkt weiter an Google?
Tim Pritlove
Klar.
Linus Neumann
Boah, guck dir das an.
Tim Pritlove
Und Korrektiv.Alle, die mir irgendwie weiterhelfen.
Jean Peters
Wer jetzt noch dabei bleibt, freue ich mich mit euch über die Inhaltsstelle. Genau.
Linus Neumann
Jetzt kommen wir nämlich zu Korrektiv. Und Korrektiv ist eine...Das Recherchezentrum, das ist nämlich kein Kollektiv.
Tim Pritlove
Jaja.
Jean Peters
Recherchezentrum.
Linus Neumann
Liegt nah.
Tim Pritlove
Ist aber jetzt auch kein etablierter Begriff oder habe ich was nicht mitbekommen?
Jean Peters
Gute Frage. Also es ist auf jeden Fall kein Kollektiv. Wir haben zwei GeschäftsführerInnen,also das wie gesagt, wir gendern nicht, also zwei GeschäftsführerInnen,eine Frau ist dabei und das sind David Schraven und Janett Gusko.
Linus Neumann
Die Janett Gusko ist mit gemeint, ne?
Jean Peters
Ach Gott, ey. Ey, bitte jetzt nicht da reingehen. Naja, zu Gender, da kommen wir später zu.
Linus Neumann
Zu den Gender-Fragen. Gender ist auf jeden Fall ein wichtiges Thema für die deutsche Sprache.
Jean Peters
Da werden wir noch viel drüber reden, vor allem, weil ich weiß ja nicht,wie eure Community drauf ist, aber da geht ja immer das Testosteron bei manchenMännern plötzlich hoch.Und dann gibt es eine Redaktion, also es ist ein Riesenladen mittlerweile,also Riesen, nicht so groß wieder Spiegel, die Zeit, wir haben 100 Leute ungefähr, aber da hast du...
Tim Pritlove
100?
Jean Peters
Ja.
Linus Neumann
Das ist vor weniger als zehn Jahren losgegangen.
Jean Peters
Ja, ja.
Linus Neumann
Also David Straven oder was, der hatte das? Genau.
Jean Peters
Der hat das gegründet.
Tim Pritlove
Das ist vor zehn Jahren. Ziemlich genau, ja. 9. Dezember 13.
Linus Neumann
Und der hat dann noch so irgendwie, also, ja krass.Also ich erinnere mich, als er dann so, ja hier, wir machen das jetzt und so.Und David Straven ist ja jetzt kein, also schon ein ernstzunehmender Investigativjournalistauch vorher schon gewesen. Also man wusste schon, da steckt jetzt was hinter.Aber das war ja dann eher, wo du dachtest, oh, mal gucken, ob der damit,und jetzt hat der 100 Leute, gibt's da in dem Laden?
Jean Peters
Ich glaub 90, ich weiß nicht genau die Zahl, aber um die 100, ja.Und du musst aber gucken, die Redaktion selber ist jetzt nicht so groß.Also du hast 15 InvestigativredakteurInnen, du hast einen großen Teil FaktencheckerInnenund die sind komplett, ich gender die ganze Zeit.
Tim Pritlove
Mach's doch, wie du willst.
Jean Peters
Ich bin Privat hier, ne?
Linus Neumann
Genau.
Jean Peters
Du bist Privat hier. Ich kann gendern, so viel ich will, liebe Linus.Also dann hast du diese ganzen Faktenchecker in, die machen nichts anderes,als das Internet aufräumen.Das ist ein knacke Job. Sie gucken dich die ganze Zeit an.
Linus Neumann
Die haben nämlich so eine Kooperation dann damals gemacht.
Jean Peters
Mit?
Linus Neumann
Facebook oder Google?
Jean Peters
Facebook.
Linus Neumann
Achso, das heißt, Tims Google-Kohle kommt gar nicht bei euch an.
Tim Pritlove
Da bin ich falsch informiert worden.
Linus Neumann
Jetzt musst du wieder Werbung gucken.
Jean Peters
Da hast du was falsch verstanden. Wir geben ja Facebook kein Geld.Wir kriegen Geld von Facebook. Also wir knechten Facebook und sagen,wenn ihr auf uns verzichtet,Fahren wir euch an den Karren. Das heißt, das ist immer so eine Art Verpflichtungssituation.Ihr müsst das bezahlen. Genau, Ransomate.
Tim Pritlove
Schönes soziales Netzwerk haben sie da.
Jean Peters
Und da wird, also ich meine, das ist halt echt krass, was die da leisten.Jeden Tag die ganze Scheiße sich anzugucken, zu korrigieren, zu überprüfen und so.Und das ist aber komplett abgespalten. Ich darf auch gar nicht mit denen zusammenarbeiten.Also manchmal ist es auch echt nervig, weil ich denke, ihr habt voll Ahnung.Und die sind so, nee, das wird getrennt.Und dann gibt es super viele Bildungsangebote, wie die Reporterfabrik,dann gibt es den Verlag, dann gibt es die Community-Abteilung,die nichts anderes macht als Social Media.Und das sind insgesamt um die 90 Leute. Und da ist die Buchhaltung.Die alle nicht vergessen werden sollten. Okay.
Linus Neumann
Dann bin ich auch ruhig da, weil tatsächlich jetzt so, sagen wir mal,die Korrektiv veröffentlicht ja jetzt nicht im Tagestakt.Bei 100 Leuten würdest du ja schon erwarten, dass die jeden Tag was veröffentlichen.
Jean Peters
Aber die Faktenchecker, glaube ich, schon fast.
Linus Neumann
Aber wenn du jetzt auf korrektiv.org gehst, genau, ja okay, ein bisschen.
Jean Peters
Und das hat sich geändert, wir haben jetzt ein Newsletter. Also an der Stelle Werbung, Werbung.Das ist mittlerweile täglich. Und das ist der Newsletter Spotlight heißt der.Da kannst du jeden Tag, da kriegst du noch als erster mit, wenn wir so eineneue Recherche veröffentlichen.und da wird auch wirklich Tagesgeschehen, da erzählen wir da,okay, was sind die geilsten, neuesten Recherchen, verlinken zu was weiß ich,Spiegel und BR und hast du nicht gesehen und kommentieren so ein bisschen auch das Weltgeschehen.Also versuchen so eine Art Kompass in dieser Wust von Nachrichtenwelt zu sagen,was ist gerade wichtig und das zusammenzufassen und einen damit zu nehmen. Und das ist täglich.Und das ändert sich gerade, dass wir immer mehr in Richtung Tagespublikation gehen tatsächlich.Aber das ist ein Versuch zu gucken, wie macht man das im Internet.Wir wollen ja nichts printen.
Tim Pritlove
Auf jeden Fall ist das bis hierhin ein recht erfolgreiches Modell gewesen undich erinnere mich auch noch ganz gut an die Zeit vor zehn Jahren.Es gab ja auch ein paar andere Projekte, die ähnlich veranlagt waren.Der eine fällt mir jetzt gerade nicht ein, den es nicht mehr gibt.
Linus Neumann
Krautreporter.
Tim Pritlove
Krautreporter, genau. Riffreporter gibt es noch.
Linus Neumann
Ich weiß nicht, ja genau.
Jean Peters
Krautreporter gibt es auch noch, oder?
Tim Pritlove
Irgendwas hat sich da auf jeden Fall geändert.
Jean Peters
Und ich glaube das Wichtige an Korrektiv und das ist das Besondere,das ist, dass wir gemeinnützig sind. Also es gibt zwei Dinge,die da glaube ich herausstechen.Das eine ist die Gemeinnützigkeit, das heißt wir haben alles kostenlos auf derWebseite, überhaupt keine Werbung, wir sind für Spenden finanziert,bekommen auch von Stiftungen verschiedenen Geld und so, aber hauptsächlich istes Spenden finanziert und dadurch gibt es eine große Unabhängigkeit.Und ich muss auch sagen, ich merke das selber, wir haben verschiedenste politischeMeinungen bei uns. Also mir wurde noch nie reingeredet, wenn ich irgendwas da bringen wollte.Und da gibt es also keine sozusagen Linie, wo man irgendwas machen muss oder nicht und so.Das ist das eine. Und wir sind nicht abhängig sowohl von öffentlich-rechtlichenStrukturen, die es da gibt.Und wir haben halt einfach eine Geschäftsführung, die mutig ist.Das ist total entscheidend, wenn man solche Recherchen macht.Ich habe gehört aus verschiedenen anderen Redaktionen, die haben das gesehenund gedacht, ach scheiße, sowas müssen wir eigentlich auch nochmal machen.Irgendwie sind wir so lahm und sind da in den Bürokratik und ach,wie kann man das machen und das machen und einfach.Und das andere ist, dass wir auch schon immer neue Formate gesucht haben,also von Graphic Novels, wir waren schon oft am Theater und versuchen auch zuüberlegen, wie kann man Journalismus so anders denken, dass es wirklich bei den Leuten ankommt.Und auch neue Leute erreicht. Also es gibt eine der geilsten Redaktionen beiuns, sind die Leute von Salon 5, die in fucking Bottrop mit Jugendlichen arbeiten.
Linus Neumann
Wieso fucking Bottrop? Bottrop ist völlig okay.
Jean Peters
Ja, natürlich ist es okay, aber ich war halt bis jetzt selten da.Und das wird halt auf der Deutschlandkarte übersehen.
Tim Pritlove
Wo ist denn Bottrop?
Jean Peters
Bottrop? Ey! In der Nähe von Essen. Da wohnt übrigens unser Geschäftsführerund fährt immer die Woche nach Berlin.Und in Bottrop hast du eben die Salon 5 Redaktion.Und das sind Jugendliche, die sonst irgendwie, was weiß ich,wo die abhängen würden und da lernen die Journalismus und machen TikTok-Sachenund so und das, die, eine der coolsten Mitarbeiterinnen bei uns,Hatice, leitet das und das ist echt, die haben so eine Power, das ist super geil.
Linus Neumann
Die ist glaube ich gerade TikTok berühmt geworden.
Jean Peters
Ist sie?
Linus Neumann
Na mit, ähm, mit diesem Schminkvideo.
Jean Peters
Nee, das ist eine andere glaube ich.
Linus Neumann
Ach, die ist nicht auch Hatice?
Jean Peters
Ach, das war die. Hatice, an der Stelle tut mir leid, weil ich das verpassthabe, dass du berühmt geworden bist über ein Schminkvideo.Aber hat die Chip von Talon 5 so viele Knaller?
Linus Neumann
Dann habe ich das vielleicht gerade verwechselt.
Tim Pritlove
Kannst du mal so ein bisschen schildern, weil mich interessiert jetzt vor allem,du hast es ja schon angerissen, dass es Unterschiede gibt zu klassischen Redaktionen,die jetzt in einem Verlag, in einer Zeitschrift oder was auch immer organisiert sind.Was ist deine Wahrnehmung, wie sich die Struktur von Korrektiv dann ganz praktischfür arbeitende Journalisten anders entfaltet?Also fängt das schon bei der Themensuche an oder beim Beschluss?Wer entscheidet letzten Endes, was gemacht wird? Es wird ja auch da einen Ja-Nein-Prozessin irgendeiner Form geben.
Jean Peters
Also am Ende entscheidet natürlich die Chefredaktion. Du hast Justus van Daniels,der ist Chefredakteur, stellvertretender Chefredakteur ist Anders Dovideit.Und da hast du auch noch Corrective Europe, das ist ein anderer Schnack,also in der Abteilung, wo ich arbeite, in der normalen Reaktion,hast du sehr flache Hierarchien, du machst Angebote, also es kommen Leute aufdich zu und irgendwelche Quellen kommen auf dich zu und dann sagst du,okay, pass auf Leute, ich hab hier was, das ist spannend, das würde ich gerne machen.Klar muss das diskutieren, wenn es totaler Schmuh ist, dann werden die sagen,jetzt komme ich schon wieder damit.Dann muss man sich ein bisschen durchsetzen, wie es halt so ist in Gruppen.
Tim Pritlove
Ist dir das schon mal passiert?
Jean Peters
Ist mir schon mal passiert, ja. Das willst du aber nicht sagen.
Tim Pritlove
Womit.
Jean Peters
Ich werde das noch bringen, die Große.Das nagt an meiner Seele, das werde ich noch bringen. Aber ja,nee, und im Prinzip pitchst du dann Sachen und versuchst durchzubringen,also wie eigentlich in jeder Gruppe, die irgendwie Bock hat,geile Sachen zu machen, dass man sich irgendwie diskutiert und das durchsetzt.Und da ist, erlebe ich aber wirklich viel mehr Förderung als irgendwie Rumgebremse.Und da hast du natürlich verschiedene Charaktere und so.Aber es ist gerade, also sonst wäre uns das auch wirklich nicht gelungen mitdem Ding, muss ich sagen, ein wahnsinnig geiles Team mit unterschiedlichen Qualitäten,die sich gegenseitig unterstützen.
Tim Pritlove
Ich möchte.
Linus Neumann
Ey Tim, ich muss ganz kurz sagen, also Bottrop, ne? Bottrop ist als Stadt weltweitbekannt für eine Kfz-Manufaktur,die bekannt für ihr für dezenten Auftritt,hohe Energieeffizienz und insgesamt so ein Understatement ist.Kennst du? Brabus.Brabus, das ist ein Mercedes-Benz-Tüter.
Tim Pritlove
Dicke Puschen.
Jean Peters
Und Bottrop, da muss ich auch sagen, das Geile ist, wenn du so einen David Schravenin Bottrop wohnen hast, dann hast du halt ständig Storys in Bottrop.David Schraven ist so ein Haudegen, der hat dann angefangen,so einen Kaffeewagen zu machen, weil er Kaffee verkauft hat, noch nebenher.Und dann kamen die Leute mit Storys auf ihn zu hat angefangen,da Leute, Journalisten zu engagieren, die Kaffee verkaufen, weil dann so Traubensich um den Kaffeewagen gesammelt haben und immer ihre Story.Und du hast in Bottrop die Apothekengeschichte, ein Riesending,da hat ein Apotheker gepanschte Krebsmedikamente gemacht und dann hast du diePapstgeschichte, dass der Papst von Kindesmissbrauch wusste,hat in Bottrop angefangen.Das heißt für mich, wenn da du einen so einen fucking Haudegen wie David Schrabenin Bottrop hast, dann brauchst du eigentlich so jemanden, in jeder kleinen Stadtund dann überall sind diese Geschichten.Und es kommt noch eine Trilogie, aber darüber darf ich noch nicht reden,glaube ich. Da kommt noch ein Riesending aus Bottrop.Also das ist, Bottrop hat schon viel zu bieten.
Linus Neumann
Und in Bottrop war das Bergwerk Prosperhaniel, da habe ich mal eine Grubenfahrt gemacht und außerdem,ist da glaube ich, müsste das Walter Extra Flugzeugproduktion,die das, die weltbekannte,Kunstflugmaschine machen.Tim hat keine Ahnung.
Jean Peters
Nee, Bottrop ist groß.
Tim Pritlove
Ich habe gelernt, wenn du im Ruhrpott was sein willst, dann musst du auch eineMannschaft in der ersten Bundesliga stellen.Und von Bottrop habe ich jetzt ehrlich gesagt noch nichts gehört.
Linus Neumann
Das ist, glaube ich, eher so Einzugsbereich Schalke.
Tim Pritlove
Naja, das ist ja gleich um die Ecke oder nicht. Die gehen doch auch alle auf Schalke.Aber nochmal kurz zu mich interessiert das. Du hast ja gesagt,okay, ihr könnt da jetzt besser arbeiten.Tolles Team. Liegt es jetzt vor allem am Team oder ist es auch so,dass die Struktur, die sich Korrektiv gewählt hat, da quasi hilfreich ist?Also Hintergrund der Frage ist sozusagen, ist das ein Modell für Redaktionen?Also was können Redaktionen von Korrektiv gegebenenfalls? Ja.
Jean Peters
Also ich glaube, es kommt ganz viel. Der Fisch stinkt immer vom Kopf her.Also ich glaube, du hast halt da einen Haudegen an der Spitze,David Schraven, der, wenn man mit sowas kommt, der sagt, komm, ich habe keine Angst.Und so ein WDR hat natürlich unheimlich viel Geld und könnte alle Juristinnenund Juristen der Welt einsetzen, um so eine Geschichte durchzuklatschen.Aber hat halt viel Angst.Und deswegen hast du halt, also wir haben ja nur einen Juristen.Und gehen da volle Kraft rein.Ich meine, okay, man muss auch sagen, die Beleglage ist extrem gut,wir haben auch keine großen Sorgen, dass da irgendwas schief geht.Aber trotzdem muss man damit rechnen, dass sie versuchen einen irgendwie anzugreifen,haben sie bis heute nicht gemacht,also nur diese Kraft zu sagen, wir haben keine Angst und wir gehen nach vorneund wir wollen die Geschichten, die relevant sind irgendwie jagen und machen, das ist erstmal,da kann man sich drauf verlassen, wir haben den Rückhalt von der Geschäftsführung.Und dann hast du ein Team, was gewachsen ist.Ich muss sagen, Justus von Daniels, der ist im Korrektiv, soweit ich das weiß,der war bei der Zeit auch und so und der ist Jurist.Aber der ist, und das ist auch ziemlich besonders bei solchen Strukturen,der ist ein sehr, sehr gewissenhafter Typ, der auch wirklich kein Ego-Schwein ist.Also es gibt andere Redaktionsleiter, denen geht es am Ende darum,dass alle ihre Mitarbeiter eigentlich ihre Angestellten sind,die ihre eigene Person groß machen. Und das ist der überhaupt nicht.Und bei dem habe ich immer eine sehr fachliche Antwort, eine sehr abwägendeAntwort und ich glaube diese Kombination von einem, der sagt,komm lass uns nach vorne treiben und der andere sagt, hey lass uns mal allesabwägen und genau gucken und das nochmal überprüfen und so und ich werde eswirklich korrekt machen.Und jetzt könnte ich über jede einzelne Person bei Korrektiv reden, die da was einbringt.Das ist schon gerade, man redet von geschichtlichen Momentum bei dieser Geschichte.Ich würde sagen, das ist auch gerade ein sehr schönes, menschliches Momentumsozusagen, was da zusammengekommen ist.Also da bin ich, das ist jetzt kein Gelaber, ich fühle mich richtig wohl da.
Tim Pritlove
Goldenen Zwanziger.
Linus Neumann
Lenus, da sind sie ausgerechnet in Bottrop Bottrop hat übrigens auch eine Skihalle Wirklich?
Tim Pritlove
Bottrop.
Linus Neumann
Das ist dass du Bottrop nicht kennst Naja.
Tim Pritlove
Mich hat da ehrlich gesagt noch nichts hingetrieben Du.
Linus Neumann
Warst schon mal in Bottrop Ich war mit dir zusammen in Bottrop Also.
Jean Peters
An der Stelle, jetzt habe ich nur zwei Leute rausgehoben die anderen sind natürlichauch super Wir waren auf dem Petraeder Ach.
Tim Pritlove
Und der ist in Bottrop Der ist in Bottrop.
Linus Neumann
Das ist das Zentrum der Welt.
Jean Peters
Und gutes Bier. Ich habe gehört, die haben eine Brauerei.
Tim Pritlove
Ich habe gar nichts Böses gesagt über Bottrop. Ich habe nur wenig Informationen.So, dann lass uns doch mal zu dem Geheimplan gegen Deutschland kommen,der nun für die ganze Aufregung gesorgt hat.Was kannst du uns denn dazu sagen, wie es dazu kam? Das denkt man sich ja nieaus, das kriegt man ja irgendwie mit.
Jean Peters
Ich muss sagen, relativ klassisch, ehrlich gesagt, im Journalismus.Da kam eben eine Quelle auf uns zu und da hatten wir eben Briefe.Briefe, die eingeladen haben dahin. Ich habe nach drei Stunden,nachdem ich das bekommen habe, ein Zimmer gemietet in dem Hotel.Da stand nämlich der Ort drin. Da stand drin, dass die hier patriotische Sachen machen wollen und so.
Tim Pritlove
Das Landhaus Adlon in.
Jean Peters
Potsdam.
Tim Pritlove
Auch als Gästehaus am Liebnitzsee bezeichnet, also auf der Webseite nennen sie sich selber so Jetzt auf.
Linus Neumann
Einmal nicht mehr Landhaus Adlon.
Tim Pritlove
Es werden so beide Namen irgendwie bezeichnet.
Jean Peters
Aber es bezeichnet dasselbe Es gehört nicht zum Kempinski Adlon,das ist ja eine Kette, sondern das gehört, es wurde aber gebaut damals von LouisAdlon in den 20er Jahren als Gästehaus und komischerweise steht nirgendwo imInternet, was da in der während der Nazi-Zeit war. Das haben wir irgendwie ausgelassen.Was war denn da? Das weiß ich nicht. Das können Historikerinnen und Historikernoch herausfinden, wie das da genutzt wurde von den Nazis.Wir wissen ja, dass Adlon bis zum Ende noch das Zweiten Weltkriegs Gästeempfang hat im Adlon.Aber ein wunderschönes Haus, also direkt am Leibnizsee.
Linus Neumann
Leibnizsee. Leibnizsee ist, glaube ich, oben nach Norden.
Jean Peters
Genau, einer der schönsten Seen in Leibnizsee.
Linus Neumann
Nicht verraten.Geheimer See im Sommer. Nein, ich lenk's nicht mehr.
Jean Peters
Genau, der Lenischsee da. Und da habe ich einfach mal Proforma gedacht,das klingt schon so heiß.Und dann haben wir einen zweiten Brief bekommen und da war klar,Martin Sellner soll kommen, Alexander von Bismarck, das stand da alles im Brief.und es soll um Masterplan gehen und die Kernaufgabe dieses Treffens ist,Geld zu sammeln für die patriotische Sache.
Linus Neumann
Da stand ja schon drin in der Einladung.
Jean Peters
Ja, da stand alles drin und dass es auch ein neutrales Konto geben soll,in Anführungsstrichen, auf dem das Geld und man könnte auch so ein Bar bezahlen.Es roch alles nach so, what the fuck.Und da haben wir halt gedacht, okay, das ist schon ernst zu nehmen, was die da machen.und haben uns dann überlegt, wie können wir uns das denn mal genauer angucken.Also das macht man ja nicht einfach so, ne, das ist nicht irgendwie,gehst nicht zum Anglerverein und schleustdich ja ein, sondern weil die ja irgendwie eine kleine Von wann war.
Tim Pritlove
Denn diese Einladung?
Jean Peters
Puh, fragst mich was, ich hab die glaube ich im,September, Oktober bekommen, irgendwie so was und ja, und dann ein Monat später,war es dann schon soweit. War es dann schon soweit, ja.Genau, und dann haben wir einen Redakteur da reingeschickt, der eben,wie gesagt, ich habe das da gebucht, der ist dann da reingegangen und Welches.
Tim Pritlove
Der schönen Zimmer, war es denn?
Jean Peters
Das war das hässlichste Zimmer.Ich dachte.
Tim Pritlove
Hier so Master Suite oder so.
Linus Neumann
So geht ihr mit den Spenden um?
Jean Peters
Die Master Suite, das hat ja der Redakteur da abgefilmt, Der war dann vor Ortund hat dann mit seinem Handy, lustigerweise in einer bestimmten Situation,gab es da Briefe, die aufgestapelt waren am Morgen des Treffens.Und der ist da rumgelaufen und hat da die ganze Zeit nach Kaffee gefragt undgesagt, ich bin hier auch Gast und ich will irgendwie Kaffee haben und frühstücken und so.Und dann stand da plötzlich, lagen da ganz viele Briefe aufgestapelt mit denNamen drauf, der Leute, die kommen.Ja und der war, offensichtlich hat er das da gefilmt und da sah man Ulrich Siegmundübernachtet in der Master Suite und das war der Fraktionsvorsitzende von Sachsen-Anhalt, der AfD.Das heißt, der war deren kleiner Star.
Linus Neumann
Und der hat das teuerste Zimmer bekommen?
Jean Peters
Der hat das geilste Zimmer bekommen mit Swimmingpool und was da alles.
Linus Neumann
Meinst du, der hat das selber bezahlt?
Jean Peters
Nicht Swimmingpool, Whirlpool. Kein Plan.
Tim Pritlove
Ab 200 Euro steht hier.
Jean Peters
Ach, ab!Also wir wissen, dass der Hausbesitzer offensichtlich auch ein bisschen Probleme im Finanzamt hat.Da haben wir Dokumente.
Linus Neumann
Bedauerliches Missverständnis.
Jean Peters
Ja, der hat wohl ziemlich viel Schulden.Oder weiß ich nicht, ob er Schuldenhat. Er zahlt auf jeden Fall nicht rechtzeitig seine Steuer bezahlt.Das hat er einfach so rumliegen lassen, die ganzen Sachen. Achso.
Linus Neumann
Ich wollte gerade sagen, wo habt ihr das denn jetzt schon wieder her?
Jean Peters
Ja, lag alles rum. Das lag alles in diesem Hotel rum, offen.Also von Infosec hat der offensichtlich überhaupt keine Ahnung.Das war sowieso Infosec-mäßig sehr lustig. Ja.
Tim Pritlove
Dass da überhaupt noch andere Zimmer verfügbar waren, das finde ich ja schon krass.
Jean Peters
Da vermute ich ehrlich gesagt einen Verpeiler und auch eine Unprofessionalität,dass wenn die so ein Ding machen, die Leute einfach sich bei Booking.com einbuchenlassen, also über die Webseite ging es wohl nicht mehr, aber über Booking.com ging es noch.
Linus Neumann
War nicht alles schlecht.
Jean Peters
Ich würde ja an deren Stelle sagen, entschuldigen Sie bitte,wir sind überbucht und wir buchen Ihnen ein anderes Geschenk,ein anderes Zimmer irgendwo in Potsdam. Haben Sie nicht gemacht.und dann war ja auch die Betonung.
Linus Neumann
Ausgebucht und trotzdem da, booking.com Antifa.
Jean Peters
Und dann haben wir, naja, wir sind ja seriöse Journalisten, wir sind kein Antifa,wir machen natürlich Redaktionsarbeit und da war aber auch in der,in diesem Moment der Konferenz, es gab so ein Moment, das muss ich erzählen,wegen dieser Infosec-Geschichte,dass der sich einen ganz stolz gesagt hat, ich mach hier alles nur per Post.Also, Also das ist ganz wichtig, dieser Gernot Möhring, das war der Organisatorzusammen mit Hans-Christian Limmer.
Linus Neumann
Von denen waren also diese Briefe?
Jean Peters
Genau, der erste Brief war unterschrieben von Hans-Christian Limmer,der ist groß geworden, hat sehr viel Geld verdient mit Backwerk.Es hat ja einen Verkauf für um die 100 Millionen.
Tim Pritlove
Die Bäckereikette. Die Bäckereikette.
Linus Neumann
Auf Bäckereikette.
Tim Pritlove
Auf Bäckereikette, ja.
Jean Peters
Das ist schon interessant, dass die ganzen Lebensmittelunternehmer,Müller und so und noch ein anderer, die machen alle so Nahttiere.Und dann hat der die Pottsalat,die haben super reagiert, die machen so Lieferservice für gesundes Essen.Da hat er investiert. Willst du die durchsetzen?Die machen das richtig, die haben ihr Logo geändert mit so einem gegen Nahtzucker.
Linus Neumann
Ja, ja, ich hab das gesehen auf LinkedIn, damit er direkt so ein Gegen-Nazi-Symbolnämlich bei sich hatte. Ja, ja.
Jean Peters
Ja. Und dann Hans im Glück, die Burgerkette und wir beide haben jetzt gesagt,bitte geh hier raus, das ist nicht so gut für unser Marketing,dass du hier so eine Nazi-Konferenz machst.Und die beiden haben eingeladen und es ist schon interessant,da Gernot Möhrig, das ist so ein Zahnarzt aus Düsseldorf gewesen,zu dem Zeitpunkt schon in Rente.Und hat also eingeladen und hat dann vor der ganzen Konferenz,ja bitte alles nur per Post und dieses ganze Telegram und Whatsapp,das ist alles viel zu gefährlich und so und lass uns bitte keine digitalen Sachen.weil Anon Leaks, die nämlich schon mal irgendwas zu denen veröffentlicht hat.Und das haben wir dann auch gefunden.Also Anon Leaks hatte schon mal so ein Düsseldorfer Forum, so hieß dieses Treffen von denen,interne E-Mails veröffentlicht, wo Topala auch irgendwie drin vorkam und irgendwieein Konto von Ute und Thomas und so. Das war alles schon da drin.Und dann sagt er alles bitte nur per Brief, alles nur per Post.Aber der kommt nicht auf die Idee, dass es noch den Human Factor gibt,der diese Briefe einfach weitergibt.So hatten wir halt diese Briefe.Und konnten das einschätzen und haben gesagt, okay, das ist schon relevant.Was da passiert, das müssen wir uns angucken.
Linus Neumann
Vor allem, weil das jetzt, wir sind gerade über Martin Sellner so relativ schnellhinweggegangen, aber der ist ja wirklich einer der bekanntesten,Neonazis. Ja.
Jean Peters
Das muss man sagen. sagen, der ist halt ein Marketing-Stratege.So würde ich ihn beschreiben.Der arbeitet mit Worten. Und die arbeiten, die sagen halt, lasst uns nicht Neonazisnennen, lasst uns Identitären nennen.Lasst uns nicht über Rassen sprechen, lasst uns über Ethnien sprechen.Lasst uns, also das ist immer sozusagen das Wording, lasst uns nicht über Deportationenund sowas, lasst uns über Remigration sprechen.Also das ist, wir versuchen, ein Gewand anzuziehen mit schönen Lambda-Zeichenund so statt Hakenkreuz und damit wird eine völkische Ideologie verbreitet.
Tim Pritlove
Österreicher.
Linus Neumann
Den haben wir schlechte Erfahrungen gemacht.
Jean Peters
Hat auch ein Kunstverständnis, muss man sagen. Also das ist genau Österreicher mit Kunstverständnis.
Tim Pritlove
Er hätte nicht Maler werden können.
Linus Neumann
Wer weiß.
Jean Peters
Er hat noch eine Chance.
Tim Pritlove
Vielleicht wurde er schon abgelehnt.
Linus Neumann
Also er ist schon in der Lage, sich sortiert auszudrücken. Ja.Durchaus, sag ich mal, jetzt ein Bildungsstand, der höher ist als der durchschnittliche Neonazi.Hier steht jetzt auf Wikipedia nicht, dass er ein Neonazi ist.Insofern sagen wir mal, er ist ein rechtsextremer Aktivist und Autor.
Tim Pritlove
Laut Wikipedia.
Linus Neumann
Als Sohn eines Homöopathen und einer Englischlehrerin in Baden bei Wien aufgewachsen.Als Jugendlicher schloss er sich der Neonazi-Szene an. Okay.Und oh je, oh je, oh je.Boah, das willst du gar nicht lesen, ne? Also ein wirklich, hatte eine,sagen wir mal, schwere Kindheit.
Jean Peters
Kannst du die Schleppergeschichte von dem?
Linus Neumann
Nee.
Jean Peters
Das ist eine wunderschöne Anekdote. Der hat dann irgendwann dieses,gegen die Seenotrettung, ein Schiff gechartert und hat dann irgendwie so Flaggengehalten vor den den Seenotrettern.Und dann dieses Schiff, was sie gechartert haben, das waren Tamilen auf dem Schiff. Und dann,sind die nämlich angelandet. Es ist alles total monströs schief gelaufen.Da hat überhaupt nichts erreicht.Und dann haben die, als sie angelandet sind, sind dann die ganzen Tamilen vonBord gegangen und haben gesagt, okay, Asyl!Und dann...
Tim Pritlove
Das war diese komplett gescheiterte Mission, jaja.
Jean Peters
Ne, also genau, der ist halt im Geiste des Neonazitums, völkischen Dingen undder hat dann dieses Buch geschrieben,was bei Götz Kubitschek veröffentlicht wurde, was im Doppelpack verkauft wirdmit Maximilian Krah und wenn man sich diese, das wird ja nicht aus Zufall imDoppelpack verkauft, Maximilian Krah ist AfD, EU-Kandidat gerade,also ziemlich weit oben, ehemals CDU Und der sagt in seinem Buch,und das haben wir uns natürlich alledurchgelesen, was ist deren Argumentationslinie, im Buch von Krah steht,die wollen 25 Millionen, der zahlt 25 Millionen Menschen müssen aus Deutschland raus.Also das ist so sozusagen, ich weiß nicht, ob der sagt aus Deutschland raus,aber es geht um 25 Millionen.Und Selna… Das Land erledigt.
Linus Neumann
Das ist komplett klar.
Jean Peters
Also wenn wir nicht ein paar Tamilen noch dazukriegen.Nee, also im Ernst, da geht es ja wirklich um uns alle.Das ist nicht nur die 25 Millionen, sondern da geht es, und das muss man verstehen, es geht um uns alle.Und Sellner beschreibt dann die Strategie dazu in seinem Buch und da finde ichganz interessant, der hat einen Artikel über Militanz, wo er beschreibt, was alles nicht geht.Also der beschreibt sozusagen die militante Strategie und schreibt darunterden kuriosen Satz, aber das müssenwir natürlich aus grundsätzlichen oder prinzipiellen Gründen ablehnen.Und das heißt, diese Fantasie von Bürgerkrieg, von wirklich gewaltvollem Umsturz,die wird dort angerissen und immer in einer Fantasie beschrieben,aber das geht natürlich nicht.So wie Höcke sagt, der kommende Bürgerkrieg, Selner hat jetzt auch nach derVeröffentlichung von dem kommenden Bürgerkrieg gesprochen. Also die fantasiereneinen gewaltvollen Umsturz und immer so in Klammern.Ja und versuchen das natürlich rechtlich immer so zu sagen, dass es irgendwie noch klar geht.
Linus Neumann
Aber glaubst du, dass er,also ich hab's nicht geschafft, sowas zu lesen, also ich wüsste auch nicht,wo ich das herbekomme, ohne dass der ein Center verkriegt, ja.Aber meinst du, dass er eigentlich sich für einen gewaltsamen Umstoß interessiert oder dass er sich für die,faschistischen Ziele interessiert und eher denkst du, lass mal den althergebrachtenWeg, die originalen Nazis haben es auch ohne Gewalt geschafft.
Jean Peters
Nee, das ist strategisch. Also der bezieht sich interessanterweise auf Gramsci,den Postmarxisten, der im Knast war und da seine Bücher geschrieben hat.Und Gramsci hat ja von den organischen Intellektuellen gesprochen,von seinem Kulturkampf, in Graben kämpfen, dass man...
Linus Neumann
Antonio G-R-A-M-S-C-I.
Jean Peters
Genau, Antonio Gramsci.
Linus Neumann
Das ist ein Sarde.
Jean Peters
Der hat eben diesen Kulturkampf beschrieben und den beschreibt der Selner als Metapolitik.Darum ging es auch sehr viel bei der Konferenz. Also wie kann man eine Stimmungschaffen, in der, wenn die Nazis an der Macht sind, die Bevölkerung mitzieht.Darum ging es. Das ist Teil dieses sogenannten Masterplans. Also er selber hates nicht Masterplan genannt, sondern der Gernot Möhrig hat es Masterplan genannt,in den Briefen und auch in der Konferenz.und Sellner war dann ganz berührt, ach das würde ich jetzt wohl nicht sagenund so Ich bin doch kein Master Ich bin.
Linus Neumann
Doch noch gar nicht Master.
Jean Peters
Der Master Suite war ja der Ulrich Dings, der Musikmund Ja und das also,Dann geht es um die vorpolitischen Raum, der kulturell geschaffen werden muss.Die beziehen sich da, muss man auch sagen.Also betonen den Erfolg, wenn Olaf Scholz sagt, wir wollen hier ganz viel abschieben und so.Also so eine Stimmung zu schaffen. Und da muss ich auch sagen,die Parteien, die jetzt weiter, weil bei der Einführung der Konferenz wurdegesagt, das, worum, was, wo wir jetzt drauf müssen, ist Migration.Und die haben dann dekliniert und gesagt, alles, was Ukraine,was Israel, was Corona und so angeht, das spaltet uns nur.Aber wo wir zusammenstehen, ist das Migrationsthema. Und wenn man sich anguckt,wie wichtig ist denn Migration?Also jetzt gerade dieses neue Gesetz von der Ampel, wo die Abschiebungen erleichtern sollen.Manche nennen es das Ausländer-raus-Gesetz.
Tim Pritlove
Das soll nichts erleichtern, das ist eine Verbesserung. Rückführungsverbesserungsgesetz. Genau.
Jean Peters
Und dieses Rückführungsverbesserungsgesetz, da geht es ja darum,von wie vielen Menschen reden wir da.Da geht es ja darum, Menschen abzuschieben, die, wenn ich das jetzt richtigim Kopf habe, die nicht ausreisewillig, aber ausreisefähig sind und auch keineAufenthaltserhöhungen haben. Das sind maximal 100.000 Menschen.Und diese 100.000 Menschen, die liegen uns ja gar nicht auf der Tasche.Die sind ja gar nicht erfasst. Das heißt, sie kriegen kein Geld vom Sozialstaat.Diese 100.000 Menschen, um die schneller abzuschieben, müssen wir so viele Grundrechte opfern.Also da werden Kinder nachts aus der Wohnung geholt.Privatsrecht, Schutz des Kindes und so weiter. Diese ganzen Grundrechte werdenüber Bord geworfen, um irgendwie ein Zeichen zu setzen,dass man jetzt schneller abschieben kann das ist schon sehr sehr problematischund gleichzeitig muss man trotzdemsagen und das ist jetzt eben der Schulterschluss zum bürgerlichen Lager,Hier in dieser Konferenz ging es um deutsche Staatsangehörige.Da ging es um Menschen, die in zweiter, dritter Generation hier leben,die dieses Land aufgebaut haben nach dem Krieg.Und da sagte der Sellner eben an einem entscheidenden Punkt,als rückgefragt wurde aus dem Publikum, ja was machen wir mit denen,die einen Pass haben? Dann hat er ja, das ist ganz schwierig,das ist das größte Problem.Ich weiß nicht, ob ich es wörtlich zitiere gerade, aber es steht alles im Text.Aber da müssen wir mit maßgeschneiderten Gesetzen einen hohen Anpassungsdruckschaffen und dann Stück für Stück die raus. Wenn man in seinem Buch schaut,dann sagt er nochmal ganz deutlich, die Methoden findet man in der Bewegung.Wenn man sich die Bewegung der Neonazis anguckt, dann sind das Gewaltmethoden.Und dann redet er noch über Bürgerkrieg und so weiter. Also natürlich wird es mit Gewalt gehen.Natürlich ist es keine schöne Sache, wie der Höcke irgendwann sagt,es wird auch irgendwann mal wehtun und so.Also, aber die Sprache, die sie nutzen, ist sehr gewählt.Und wenn man jetzt nochmal, jetzt mache ich das doch auch, selbst wenn das jetztnicht Leute waren von der Wandling-Konferenz, weil die nicht an der Macht waren,das waren Menschen, die nicht an der Macht waren, aber die hatten diese Möhreder Macht vor ihrem Gesicht.Wir gehen trotzdem mal kurz zur Wandling-Konferenz und schauen uns die Protokollean und da steht auch drin, alles was hier passiert, muss auf legalem Wege passieren.Das stand ganz explizit in den Dokumenten der Wandling-Konferenz.Alles muss legal sein. Und ich würde auch sagen, alles muss demokratisch sein.Nazis wurden demokratisch gewählt.Also demokratisch und legal ist kein Maßstab, um zu sagen.
Linus Neumann
Geht's oder geht's nicht. Wenn du anstrebst, die Regierung zu stellen,dann definierst du ja einen großen Teil von legal.
Jean Peters
Ganz richtig. Jetzt haben wir ein Grundgesetz, du kannst ja nicht einfach soüber das Verfassungsgericht drüber fliegen, selbst als Regierung.Die fängt ja auch regelmäßig ein, wie wir gerade gesehen haben mit dem Klimadingster.da, aber die überlegen sich schon genau, wie können wir das schaffen. Und,Ich glaube, weil viele Leute auch reagiert haben mit der Mensch,irgendwie ist es ja nichts Neues, das stimmt auch, in vielerlei Hinsicht istes nichts Neues, steht in deinem Buch, steht bei KRA, steht bei Selna,wir wissen, schon seit langem gibt es Neonazis.Und die AfD ist eine sehr rassistisch geprägte Partei, die in vielen Teilenrechtsextrem ist, aber was da passiert ist, war in dem Sinne neu,dass die Kombination von allem im Brennglas dann sehr deutlich ausgesprochen wurde.
Linus Neumann
Und da saßen jetzt im Publikum, also ich meine, wenn man Martin Sellner redenhören will, der ist ja durchaus beschäftigt, sich in sozialen Medien zu verbreiten,du hast gesagt, der hat Bücher geschrieben.
Jean Peters
Ein Buch hat er geschrieben und ein anderes hat er mitgeschrieben. So.
Linus Neumann
Und jetzt sitzt er da in dieser Runde, wo ja ein bisschen andere Bedingungen herrschen.Es gibt den Aufruf oder die Aufforderung, relativ viel Geld zu spenden.Es wird von irgendwelchen Multimillionären geladen.Es ist eine Mischung an Leuten da. Vielleicht können wir einmal ganz kurz so ein...kurzen Überblick über die Leute uns verschaffen, die so da waren.Dass wir mal so schauen, wir haben diesen Limmer, der hat seine Kohle mit mitdem Backwerk gemacht und ist jetzt Gesellschafter bei Pottsalat und Hans im Glück.
Jean Peters
Der ist rausgeflogen. Der rausgeflogen ist auch ein feines Wort,die haben natürlich viel Cash gezahlt. Die mussten den ja rauskaufen.
Linus Neumann
Das fand ich auch. Also ich meine, der hat jetzt einfach nur,Also der wird seine Anteile jetzt verkauft haben oder verkaufen.
Jean Peters
Man muss an der Stelle auch sagen, bevor jemand 100 Millionen in die Hand nimmtund das jemandem gibt, für Backwerk zum Beispiel, das kennen die denn nicht?Also das fand ich schon erschreckend, dass die Gesellschafter von Backwerk nichtsagen, ich gucke mir das mal an.
Linus Neumann
Ich weiß jetzt nicht, ob bei finanziellen Investoren ein politischer Backgroundcheck,Ich glaube, die geben sich sehr viel Mühe, die Zahlen zu checken.
Jean Peters
Ja, offensichtlich. Das ist das Problem.Falls ihr mal in der Lage sein solltet, irgendwem 100 Millionen Euro zu geben,guckt doch einfach mal, ob das ein richtig harter Neonazi ist.
Tim Pritlove
Kommt in den besten Familien vor.
Linus Neumann
Wobei ich jetzt sagen würde, wenn der die 100 Millionen nicht bekommen hätte,hätte, dann hätte er sie früher oder später mit diesem Backwerk verdient.Auch das Kapital kauft dir das Ding ja nicht ab für mehr, als es wert ist.
Jean Peters
Na gut, aber das ist eine andere Diskussion. Okay.
Linus Neumann
Also jetzt haben wir den Limmer. Der war nicht da.
Jean Peters
Der war nicht vor Ort.
Linus Neumann
Ach, der war nicht vor Ort?
Jean Peters
Nee, der hat aus ganz unwisslichen Gründen abgesagt. Der hat eingeladen.
Linus Neumann
Ist der eure Quelle oder was?
Jean Peters
Das kann ich dir nicht sagen.
Linus Neumann
Das wäre ja der Hammer.Hat der das echt? Nein, das gibt's doch nicht.Ich hab ne Idee, wer die Quelle ist.
Tim Pritlove
Vielleicht hat er bessere Quellen gehabt als die anderen. Also das kann ja auch sein.
Linus Neumann
Okay, gut, der war jetzt nicht da, der hat das nur aber der hat Einladungsschreiben versendet.
Jean Peters
Der hat zumindest die Unterschrift drunter und wir haben ihn auch gefragt,warum haben sie denn die Unterschrift nicht versagt oder ich weiß nicht genau,wie die Frage war, aber sie haben doch unterschrieben, darauf hat er nicht reagiert.
Linus Neumann
Und der hat das alles rüber geschoben an den Gernot Möhrig, der andere Einladende.
Jean Peters
Ne, der hat es nicht rübergeschoben, der hat den Brief mit unterschrieben.Und der Gernot Möhrig, der, da habe ich auch was vorliegen, was noch nicht veröffentlicht wurde.
Tim Pritlove
Oh, ein NLP-Exclusive. Wo ist der passende Trigger? Das haben wir gar nicht.
Jean Peters
Ich lese mal vor, aus der Stellungnahme, also, ich habe jetzt an der Stelle,muss ich sagen, vermutliche Stellungnahme aus dem Freundeskreis von Gernot Möhrig.Das habe ich nicht überprüfen können, können, ob die wirklich von ihm stand,aber die ist angeblich vom 12.01.2024 und da sagt er, Stellungnahme von GernotMöhrig, soll ich das ganze Ding vorlegen?
Linus Neumann
Wir haben Zeit. Okay.
Jean Peters
Also Stellungnahme von Gernot Möhrig zum privaten Treffen 25.11.2023 in Potsdam.Es handelte sich um ein privates, parteiunabhängiges Treffen,zu dem ich postalig eingeladen hatte.Insofern war nicht die Zusammenkunft geheim, sondern lediglich die groß angelegten,illegalen massiven Abhörmaßnahmen von Seiten von Korrektiven.Ich weiß nicht, was er meint.Aber dann sagt er als nächstes, da die meisten Teilnehmer aus reinem Informationsinteressean den privaten Treffen teilgenommen haben, gab es auch keine Teilnahmenberechtigung von 5000 Euro.Wir wissen mittlerweile, also im Brief stand 5000 Euro, bitte mitmachen.Und einer der AfD-Teilnehmer haben auch bestätigt, er hat 5000 Euro bezahlt.Ich kann mir gut vorstellen, dass nicht alle das bezahlt haben.Nächster Punkt. Die anwesenden Unternehmer, Politiker, Journalisten brachtendie Frage zusammen, wie die auf vielen Gebieten katastrophalen politischen Entwicklungenin Deutschland korrigiert werden können.Dazu sollte ein Masterplan diskutiert werden.Also bestätigte unsere Recherche hier. Ein Thema war dabei, wie mit den zigtausendin Deutschland illegal lebenden Ausländern zu verfahren sei.Es gab keinen Abschiebemaßplan.Korrektiv hat völlig korrekt berichtet, dass ich die Bildung einer Expertengruppefür die Zukunft angeredet habe, damit unter ethischen, rechtlichen und logistischenGesichtspunkten die Frage erörtert werden sollte,wie hier rechtswidrig anwesende und kriminelle auffällig gewordenen Ausländeraus der Landes gebracht werden können.Also dieses Logistische muss ich mir auf der Zunge zergehen lassen,das bestätigt er hier nochmal.Dabei ist für mich völlig klar, dass Deutsche mit Migrationsgeschichte,die sich konstruktiv einbringen, überhaupt kein Thema für diese angedachte Expertengruppesein können. Der hat übrigens für die Expertengruppe angeregt,dass Hans-Georg Maaßen da mitmachen soll.Daher wurde auch zu keinem Zeitpunkt die, Anführungsstriche,Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland einschließlich deutscherStaatsbürger diskutiert, geschweige denn der Begriff Deportation erwähnt.Der Begriff Deportation wurde tatsächlich erwähnt, das stimmt. Stimmt.
Linus Neumann
Und die sagen ja Remigration.
Jean Peters
Die sagen Remigration. Und die deutschen Staatsbürger wurden aber sehr wohl genannt.Und die vielen Falschmeldungen über meine Person nehmen zur Zeit täglich derartzu, sodass ich dazu aktuell nicht im Einzelnen Stellung beziehen kann.12.1.2024 Dr. Gernot Möhrig.Also das wurde mir zugespielt aus dem Umfeld von Gernot Möhrig.Ich kann es, muss ich dazu noch mal sagen, können wir nicht überprüfen,ob es wirklich von ihm ist.Können wir uns gleich mal die Metadaten der PDF angucken.
Tim Pritlove
Der Begriff Remigration steht ja jetzt in dieser ganzen Geschichte ziemlichgroß geschrieben da, weil er halt sozusagen als Talking Point hier ja extrem gepusht wurde.Und es ist ja auch wieder so eine, der Versuch so einer Umdeutung.Weil es ja an sich ein entstehender Begriff ist, ganz normal.Das ist ein soziologischer Begriff.Migration, es gibt auch Leute, die migrieren irgendwo hin, dann migrieren siewieder zurück, dann ist das Remigration.Das ist aber ein freiwilliger Vorgang und hier ist ja eigentlich von einer etwasweniger freiwilligen Remigration die Rede. Ja.
Jean Peters
Ich würde schon sagen, dass der unterschiedlich benutzt wird.Hier wurde der schon ziemlich klar benutzt, aber im Prinzip hätte ich jetztvor zwei Monaten oder drei nicht gesagt, dass jeder Mensch, der dieses Wortbenutzt, damit meint, dass die Leute gewaltvoll aus dem Land gedrängt werden.Mein Eindruck ist schon, dass da hier, also gerade mit dieser Sache von deutschenStaatsangehörigen, das doch deutlich wurde.Also der Ulrich Siegmund hat in seinem Vortrag dort auch davon gesprochen,wie, also ich habe den Eindruck, das war eigentlich so ein, der hat so das Bildvon so einem Germania Disneyland gehabt.Also von so einem Land, in dem irgendwie, ja,also wir wollen zeigen, wie toll das ist, wenn hier nur noch Deutsche rumhängenund so, die Bio-Deutsch sind,solche Worte nutzen wir natürlich auch nicht, aber da ging es darum, dass sie Druck machen.Und das hat mich daran erinnert, was die in Dortmund-Dorstfeld gemacht haben.Also in Dortmund-Dorstfeld, wenn ich, ich kann vielleicht googeln nochmal,ob ich das richtig gesagt habe, waren die so Nazi-Kids.Da hatten die eine national befreite Zone.
Linus Neumann
Dortmund nicht unwahrscheinlich.
Jean Peters
Und guck mal hier, national befreite Zone.
Linus Neumann
Gerade ein Rechtsextremist, ein Blogger von Rechtsextremisten angegriffen worden, dadurch ja.
Jean Peters
Auf jeden Fall ein Statut von Dortmund, da kam, soweit ich das verstanden habe,das Bürgeramt hat gesagt, ey, hier, guck mal hier,da ist dann fehlten Feuerlöcher und hier Baumaßnahmen, die Treppe ist irgendwienicht ordentlich und dann jeden Tag sind die gekommen und das hat die Nazisschon ziemlich geärgert.Also damit drängt man eben Menschen aus einem einen bestimmten Kiez raus.Und in die Richtung ging auch die Fantasie zu sagen, lass uns doch mal zu denDönerläden gehen und denen richtig auf die Nerven gehen.
Linus Neumann
Kriegen die alle eine Steuerprüfung? Dann gucken wir nochmal.Und der Ordnungsamt muss auch noch in der Hygiene gucken.
Jean Peters
Genau. Also das und dann...
Linus Neumann
Der sanfte Terrorismus der Bürokratie. Ja.
Jean Peters
Und was sehr wenig aufgegriffen wurde, natürlich weil du es auch schwer belegenkannst, das war eine Fantasie von dem, aber der hat schon sehr deutlich gesagt,ich brauche sehr viel Geld.Und dieses Geld, das möchte ich gerne individuell mit euch besprechen,wie das zu mir kommt, aber ich habe da so eine Idee.Also er hat gesagt, er braucht 1,37 Millionen Euro.Das wird jetzt alles ein bisschen hektisch in meiner Erzählung,weil ich jetzt hin und her springe, aber ich fand diesen Teil von Ulrich Siegmund,dass über Spendengelder so wenig gesprochen wurde im Nachgang,interessant, weil das wurde, eigentlich ist das schon relevant nach so vielenSpendenskandalen von der AfD.Da sagt er, ja, ich weiß ja, über Spenden ist das der sauberste Weg,aber man kann ja zum Beispiel, ist jetzt nicht wörtlich, aber man kann ja zumBeispiel über Personalgeschichten oder Agenturen andere Wege finden.Also sprich, wenn ich jetzt sage, ich mache hier für Logbuch-Netzpolitik,ich habe da einen Freund, den bezahle ich direkt und der schiebt dir,Linus, die ganze Zeit irgendwelche Arbeiten zu.Der macht Recherche, der macht Dings, der engagiert auch eine Agentur,die macht irgendwie riesige Werbekampagnen für Logbuch-Netzpolitik.Damit habt ihr nichts zu tun, dann geht das Geld ja nicht über eure Bücher undtrotzdem geht das Geld zu deinem Gunsten.
Linus Neumann
Dann sollten wir uns mal drüber unterhalten.
Tim Pritlove
Die Idee ist eigentlich auch ganz gut.
Linus Neumann
Halt.
Jean Peters
Ja, da sind die Deutschen aber anständig und berichten nicht darüber,solange man es nicht belegen kann.
Tim Pritlove
Lass uns noch mal so ein bisschen beim Line-Up bleiben, dass man es jetzt nichtzu sehr, also nicht sofort in diesem gesamthematischen Ding findet.
Linus Neumann
Der Möhrig hat aber seine ganze Familie mitgebracht.
Tim Pritlove
Genau.
Jean Peters
Nee, nee, nee.
Linus Neumann
Hat der noch viel mehr Familie?
Jean Peters
Nee, der hat noch viel mehr. Der war nur sein Sohn, Arne Friedrich Möhrig.
Linus Neumann
Ja.
Tim Pritlove
Aber der war ja ganz stolz, dass seine ganze Familie alles Nazis sind.
Jean Peters
Ja, der war ganz stolz, dass er im sechsten Lebensjahr dabei ist.und der hat also tatsächlich, der hat, da kamen auch sehr viele Hinweise jetztseitdem rein über die anderen Familienmitglieder also der hat noch zwei Töchterund ich glaube der hat auch noch einen Sohn, ich bin mir ganz sicher und der hat dann auch die,Schwiegerkinder die angeheiratet sind, auch alle.
Linus Neumann
Hat er auch alle konvertiert alle rechts. Und die Astrid Möhrig ist die,die die Umschläge entgegennehmen sollte?
Jean Peters
Das ist seine Frau, genau Genau, die auch in der Düsseldorfer Society irgendwie viele Freunde hat.Zum Beispiel die Ex-Frau von Boris Becker, mit dem war die Barbara.
Linus Neumann
Welche?
Tim Pritlove
Barbara.
Jean Peters
Glaube ich heißt die.
Tim Pritlove
Barbara Becker.
Jean Peters
Barbara Becker. Da habe ich zumindest ein Foto von denen gesehen.Ich weiß nicht, ob die befreundet sind, aber es gibt so ein Foto.Barbara Becker, wenn du Astrid Mürig, Barbara Becker eingibst, dann findest du die.
Linus Neumann
Die wollen den nicht, der Boris.
Jean Peters
Und die sind wirklich rumgelaufen durch die Düsseldorfer Society und haben sichja getroffen mit allen möglichen.Wagenknecht hat ja auch jetzt bei Markus Landt gesagt, jo, den hat sie getroffen,die war mit dem Abendessen. Volker Pispos war mit dem Abendessen.
Linus Neumann
Was im Moment?
Jean Peters
Ja. Ja, ja. Der ist so ein Typ. Das habe ich jetzt verstanden,erst nach der Wagenknecht-Sendung. Da haben sich nämlich verschiedene Leute bei uns gemeldet.Und der guckt eine Sendung und dann sieht der, ey, die ist gut für den langfristigen Kampf.Da war eine Frau, die war so gut integriert aus einem anderen Land und die hatsich für Abschiebungen von kriminellen Ausländern bei einer populären Sendung,ich will die jetzt ein bisschen schützen, weil irgendwie sind die auf den Rhein gefallen.Da hat er sofort angeschrieben, ganz höflich, ganz nett und so und lassen Sieuns mal treffen, ich will die jemand vorstellen und so.Bis heute hatte ich keine Ahnung, was für ein krasser Rechtsradikal der ist.Und die hat mich angerufen und die hat mir so viel erzählt über den.Die hat mich dann verbunden mit anderen Freunden von denen und so.und das war schon, also der ist das war so sein Typ, wirklich also ich hab denja auch da bei Youtube gesehen und so und der ist ein super freundlicher,netter Typ gewesen, total korrekt,und hat ja lange eine Bezahnerspraxis gehabt und ist da auch Kongressen gewesen und so,und ist immer sehr freundlich auf Leute zugegangen, hat gesagt wir lassen unsAbendessen und wollte netzwerken, netzwerken netzwerken, netzwerken und ausdiesem Netzwerk hat er dann eben diese Veranstaltung gemacht,Wo dann sein Sohn auch eine Agentur gepitcht hat und der Sellner seinen Planund der Siegmund seinen Plan und der Vosgerau, der Anwalt.Also so, jetzt gehen wir mal auf die Leute. Wer war dabei?Aus der AfD selber war als kleines Licht Tim Krause aus Kreis Potsdam.Keine Ahnung, wie er sich da verloren hat.Der ist auch mal zum Islam konvertiert und der ist anscheinend ein Grün-Typ.
Linus Neumann
Wenn ich genau weiß, was das ist.
Jean Peters
Ist wieder regentiert. Ja, ist wieder offensichtlich zurück zur AfD.Also es wurde mir gesagt. Ich bin mir nicht ganz sicher. Aber gut,und dann hat der war der andere Ulrich Siegmund.Den hatten wir ja schon. Den hatten wir ja schon.
Linus Neumann
Genau.
Jean Peters
Der hier seinen ganzen Spenden-Pitch da gemacht hat. Und der Master Suite war.Und dann hatten wir Gerrit Hui.
Linus Neumann
Was ist das eigentlich für ein Name?
Jean Peters
Hui. Ich hab mich auch gefragt, was machst du, wenn die an der Macht ist?Heil Hui. Heil Hui. Das kannst du doch nicht machen.
Linus Neumann
Oh Mann, das ist ja, okay, aber Hui. Aber das ist doch kein,da würde ich doch jetzt erstmal einen Migrationshintergrund vermuten.
Jean Peters
Gerrit Hui. Gerrit Hui ist auch sehr erbost über unsere Veröffentlichung. Gut.
Linus Neumann
Ich würde jetzt erstmal grundsätzlich, ich würde jetzt erstmal davon ausgehen,dass alle, die relativ erbost sind.
Jean Peters
Und dann, ich sag mal, der spannendste von all dem ist Roland Hartwig.Denn Roland Hartwig, ehemaliger Chefjurist von Bayer-Konzern,das ist keine kleine Nummer,der hat sich damals solidarisch zu Kalbitz verhalten, als Kalbitz aus der AfDgeflogen ist. muss ich jetzt ein bisschen ausholen.Kalbitz, Fraktionsvorsitzender von AfD Brandenburg.Der wurde gesichtet bei einem Lagertreffen von,den, ich weiß nicht, nicht der Sportgruppe Hoffmann, sondern der Bund DeutscherAlso ich will nicht das aus dem Namen bringen, google das mal kurz.
Tim Pritlove
Also,Burschenschaft Saxonia Tschernowitz?
Jean Peters
Nee, nee, HDJ oder so.
Linus Neumann
Heimattreue Deutsche Jugend?
Jean Peters
Guck mal kurz.
Tim Pritlove
Heimattreue Deutsche Jugend.
Linus Neumann
Ja klar, HDJ sind noch so ein klar D, wie bei AfD das F. Also.
Jean Peters
Du hast einen Kalbitz, der rausfliegt, weil der 2007 auf dem Lager,nee 2009, ich weiß nicht mehr genau, 2007, 2009, gesehen wurde auf dem Lager der HDJ.HDJ, Nachfolgeorganisation der Bund Heimattreue Jugend, die den Bundesführer hatte, wie heißt er?Gernot Mürick. So, da wurde Kalbitz gesehen, ist rausgeflogen.Und dann hast du einen Roland Hartwig, der auf dieses Treffen geht,vom ehemaligen Bundesführer, von diesem Ding, wo die selbst der AfD angeblich zu rechts waren,der dann sich, als der Kalbitz rausgeflogen ist, an Kalbitz' Seite gestellthat, und hat gesagt, das geht nicht, dass ihr ihn rausfliegen lasst.Und daraufhin wurde sein Bundestagsmandat nicht verlängert, er wurde von derAfD von der Liste genommen, weil er sich solidarisch gezeigt hat mit Kalbitz.Hat also ein grundvölkliches Verständnis, würde ich mal behaupten.Und tritt dort auf und sagt dort klipp und klar, ich bin die rechte Hand von,also er sagt, ich bin der Berater und persönliche Referent von Dr.Alice Weidel und wir als Vorstand.Also er tritt dort auf als Vorstand der AfD. Und das ist dann rechtlich relevant,weil dann hast du jemanden, dersagt, ich bin hier als Vorstand der AfD-Bundespartei. Das ist die Linie.In dem Augenblick wird es auch für ein Verbot relevant, weil da jemand ist,der ganz öffentlich auftritt als.Deswegen hat auch Weidel, mutmaße ich jetzt mal, am Ende sich entschieden,der muss weg. Ich muss jetzt Konsequenzen ziehen.Wir haben uns umgehört innerhalb der AfD und haben da verschiedene Quellen,die gesagt haben, der ist sozusagen eine Art von inoffizieller Parteigenerhalter.ist das? Geschäftsführer, nicht Geschäftsführer, Generalsekretär.Und ich weiß, er soll wohl ziemlich faul sein und der macht die ganze Arbeit für die und so.Und der war dort und hat gesagt, das, was ihr hier macht, finde ich ganz toll.Das Buch von Martin Sellner ist so toll.Das ist ein ganz toller Typ und so.Und dieser Arne Friedrich Möhrig, seinen Vortrag leite ich jetzt ein und wirwollen uns das angucken als Vorstand und auch Geld in die Hand nehmen und und das alles fördern.Da hast du eine Linie, die wird dann relevant. Das ist eigentlich der Kern,wo man sagen kann, aha, jetzt now we're talking.
Linus Neumann
Und du würdest ja schon, also wen könnte jetzt einen kurzen Ausflug machen?Also natürlich macht nicht das Gesicht, das da vorne steht, also Alice Weideloder Tino Chrupalla oder auch Olaf Scholz oder auch Robert Habeck die Politik.Die stehen ja da, die Die sagen am Ende, yo, in Ordnung, geh mal dahin odersonst was. Genauso wie der CEO von einem Unternehmen nicht die Arbeit macht.
Jean Peters
Das würde ich so nicht sagen. Die stehen schon für Dinge gerade.Die Denkarbeit machen sie vielleicht nicht.
Linus Neumann
Ich hätte jetzt eher ein produzierendes Unternehmen. Irgendwo stehen Leute.Aber es ist schon so, dass eine durchschnittliche deutsche Bundestagsabgeordnete,Die hat ja so viele Termine,dass sie auf ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sich verlassen muss, um Dinge umzusetzen.Und diese Mitarbeiterinnen haben natürlich mehr Zeit, um die Dinge ordentlich zu machen.Die kriegen natürlich eine Vorgabe,denen wird gesagt, geh mal in die Richtung, geh mal in die Richtung.Aber so viele Fototermine wie eine Bundestagsabgeordnete oder eine Regierungsbeteiligteoder auch eine Oppositionspolitikerin hat, gibt es dahinter die Mitarbeiter,die die Arbeit wirklich machen.Einfach ein kleines Beispiel, Film, den viele unserer Hörerinnen kennen,Democracy im Rausch der Daten.Da gibt es Jan Philipp Albrecht, das ist der Europaparlamentsabgeordnete,der da für die Werte einsteht und nach draußen das kommuniziert und so weiter.Und dann gibt es den Ralf Bendrath, der, naja, the legwork macht.Der mit den Leuten redet, der Dinge an ihn heranträgt und sagt so sinngemäß,jetzt haben wir noch die 20 Lobbyisten hier, was machen wir mit denen, wie machen wir das hier.Die Gesetze schreibt ja, oder die Texte, die liest ja dann nicht am Ende derJPA, der Jan-Philipp Albrecht selber, sondern das macht ja dann der Ralf Benrath.Dafür haben die ja ihre Mitarbeiter. weiter.Und wenn du jetzt der oder wenn man sich solche Politikserien anschaut,wie hier, wie heißt das, diese Weiße Haus nicht die dystopische Weißhaus-Serie,es gibt ja hier House of Cards und wie heißt das, das war ungefähr zehn Jahre vorher,mit dem Präsidenten, den man mochte, der keinen umgebracht hat und so.
Jean Peters
Welcher Präsident keinen umgebracht hat? Sorry.
Linus Neumann
Aber Jetzt direkt. Aber in beiden Serien ist eigentlich ganz klar,der Chief of Staff, der Eigen Der eigentliche Mann mit der Macht.An dem müssen die alle vorbei. Einfach allein schon, weil der den Kalender kontrolliert vom Präsidenten.
Jean Peters
In der Konfrontation haben wir auch direkt Alice Weidel konfrontiert,weil klar war, der arbeitet für die.
Linus Neumann
Und der ist ihre Rechte an.
Jean Peters
Der liest die E-Mails. Das war völlig klar.
Linus Neumann
Und der sitzt da und lässt sich bei sowas erwischen ich meine das ist der Detail,den jetzt Alice weil ihm zur Last legen muss also das ist ja wirklich unwahrscheinlich,dass sie jetzt nicht wusste dass der genau da ist,Und welche Position der da vertritt? War das am Wochenende oder war das unter der Woche?
Jean Peters
Das war am Samstag, ja.
Linus Neumann
Ja gut, also kann man sich noch rausreden, aber der wird ja jetzt nicht.
Jean Peters
Nee, aber das ist ja ganz zum Punkto Privattreffen. Also war ein privates Treffen.Erstens sind da Funktionen. Zweitens, er redet ganz offen als ich hier, als wir als Vorstand.Drittens, es wird mehrfach gesagt, an dieser Stelle, so wie wir hier sind,das würden wir in der Öffentlichkeit nicht machen.Drittens, bitte alles nur postalisch. Alles bitte geheim halten,so ungefähr. Also das heißt, es war definitiv als ein Geheimtreffen gedacht.Und viertens, guckt dir doch mal kurz an, was der Papen damals, wann war das? 1933.Die haben sich ja getroffen im Privaten mit einem NSDAP-Mitglied,der gesagt hat, wir wollen Hitler an die Macht holen.Das war ein Privattreffen, wenn man so will.
Linus Neumann
Aber natürlich wird wird vieles in Privattreffen gemacht. Das war jetzt ja nur ein Privattreffen.Wenn Olaf Scholz da irgendwie Cum-Ex vergisst, das war auch kein Privattreffen.Also ja, war ein Privattreffen, natürlich.
Jean Peters
Nee, aber viel diskutiert wird im Nachhinein, war es geheim oder was nicht geheim, war es privat.Natürlich treffen nicht die ganze Zeit Nazis irgendwie und planen irgendwelcheDinge, aber da waren Funktionen da.Und diese Funktionäre haben als Funktionäre auch gehandelt. Das muss man schon sagen.
Linus Neumann
Das muss man schon sagen und ich findeauch tatsächlich, du kannst ja auch irgendwann das nicht mehr trennen.Also bei einem solchen, das ist ja kein 9-to-5-Job. Ich bin von morgens um 9bis 17 Uhr bin ich der persönliche Referent von Alice Weidel,am Wochenende, Freitag nach 6 macht jeder seins oder wie das sagt.
Jean Peters
Wenn ich auch noch sage, ich bin der und wir als Vorstand werden.Also das ist ja, ja, ja. Gut.
Tim Pritlove
Ich glaube nicht, dass die AfD-Leute sich da groß rausgehen können.
Jean Peters
Die drohen jetzt rum, aber nicht juristisch.Also die haben alles, was wir bis jetzt gemacht haben, haben sie auf die eineoder andere Art und Weise bestätigt.Manche sagen, alles nicht wahr, alles Lügen. Die anderen sagen,es ist ja ein vielstimmiger Chor, die AfD. AfD.Und während die einen sagen, Remigration ist kein Geheimplan,das ist ein Versprechen und die hier gerne und mürrig sagen,ja, das habe ich schon gesagt mit diesem logistischer Vorbereitung und der nächstesagt irgendwie, ja, okay, das habe ich gesagt, aber das nicht.Die bestätigen ja bis jetzt alles, was wir gesagt haben. Das,was sie sagen, sei nicht gesagt, dann sollen die Juristik dagegen vorgehen.Wir haben bis jetzt noch keinen Brief bekommen. Der sagt, das habe ich nicht gesagt.Außer, das stimmt schon, Mario Müller, der,schon für Gewalt verurteilt, also der wurde verurteilt für eine Schlägerei,wo der selber, ich weiß nicht mehr genau was, aber der hatte irgendwas,war auf jeden Fall Schlägereien dabei gegen Zivikops und der arbeitet im Bundestag,Und der hat gesagt, nee, diese Dokumentation Links-X-Mistus-Töter-Kalane,der ist gar nicht von mir.Aber würde nicht stimmen, dashat er aber dort tatsächlich vor der ganzen Meute gesagt, er wäre der...
Linus Neumann
Das ist der, der sich mit den Gewaltaktionen... Genau.
Jean Peters
Der ist der absolute Antifa-Jäger von vorn bis hinten.Das war ganz interessant, weil der dort gesagt hat, mein Name ist Mario Müller,ich bin gewaltbereiter Neonazi, wenn man den Linken glaubt, also die ganzenDenunzianten nennen mich so, aber wenn man das glauben will,dann muss man auch glauben, dass Maaßen Verschwörungstheoretiker ist.
Tim Pritlove
Das ist ja wirklich.
Linus Neumann
Das ist echte Personalie. Also ich meine, findet man in der Wikipedia unterMario Müller, Klammer auf, Neonazi.
Tim Pritlove
Den Beruf musst du erstmal verdienen.
Linus Neumann
Gut, Mario Müller ist jetzt, das ist natürlich zur Begriffsklärung,aber das ist halt das, was er ist.88 in Bremen geboren, Mitglied der jungen Nationaldemokraten, Identitären Bewegung,aktive Teilnahme an Treffen von Rechtsextremen in Potsdam 2023,okay, das ist jetzt da sind wir dann auch schon so und er, der ist wissenschaftlicher Mitarbeiter des,Bundestagsabgeordneten Jan Wenzel-Schmidt und jetzt wie findest, also,wie kriegst du denn also erstmal glaube ich hat er jetzt gar keine akademischeKarriere so, wo man sagen würde, den kannst du als wissenschaftlichen Mitarbeitereinstellen eher so ein bisschen Straßenabitur.
Jean Peters
Aber Guck mal ganz kurz, ein Tattoo hat er sich im Zusammenhang mit der Begegnungins Bein stechen ließ, zitiert ein Motto des Nazi-Dichters Hans Baumann,Rebellen haben Tod und Teufel zum Gesellen. Also so ein Typ ist das.
Linus Neumann
Aber wie kommt denn, also Redakteur des rechtsextremen Magazins Kompakt, das kann also...Der ist jetzt nicht durch Zufall Mitarbeiter eines Bundestagsabgeordneten undich glaube genau davon hat er auch da gesprochen bei diesem Treffen,wenn ich das im Theaterstück richtig gesehen habe.
Jean Peters
Der hat einiges erzählt, der hat, naja Theaterstück ist Theaterstück,das wollen wir mal in Klammern halten, weil da...
Linus Neumann
Dann nehmen wir den Artikel, den Korrektiv da oben.
Jean Peters
Genau, also was der dort gesagt hat, ist, dass er, und das sind zwei Punkte,die ich wichtig finde und da würde ich noch einen Unterpunkt machen.Zum einen, er hat dieses Dokumentation-Links-Istimismus-Twitter-Account,zusammen mit Dorian Schubert übrigens. Durian Schubert, auch ein bekannter Neonazi.Da haben wir interne Chats bekommen, wo der diesen Typen, der einen Bombenanschlagin Freiburg auf ein autonomes Zentrum geplant hat und den grüßt er so mit 88.Also es ist so, das ist Dorian Schubert, mit dem zusammen behauptet er,muss ich dazu sagen, würde er dieses Twitter-Account Dokumentation Legitimismus machen.Wenn ihr euch das heute anguckt, ist es irgendwie privat geworden,haben sie jetzt abgeschaltet. Bis dahin hast du da gefunden,immer wieder die Markierung von verschiedenen Menschen.Also auch Journalistinnen, Journalisten, teilweise der Welt,die dazu gegen Nazis recherchiert haben, wurden dort als linksradikale U-Boote und so weiter markiert.und der hat, also sagt, guck mal, das machen wir,ich will aber nicht, dass das öffentlich bekannt wird, also hier aber geileArbeit, die ich mache und dann hat er gesagt, übrigens,als der Typ von Lina E, da muss man jetzt vielleicht ein bisschen ausholen,Lina E ist verurteilt worden, das geht jetzt in Revision.Als linksradikale oder als für linksextreme Gewalt verurteilt worden, In erster Instanz.Da geht es jetzt zur nächsten Instanz.Und die haben da in Konnewitz angeblich irgendwelche Leute verprügelt und so. Konnewitz.
Linus Neumann
Ein Stadtteil von Leipzig. Genau.
Jean Peters
Und da hat einer aus der Gruppe rund um Lina E.ist dann nach Polen. Ich sag mal, ich weiß nicht, wie kontensual das war.
Linus Neumann
Remigriert.
Jean Peters
Remigriert, genau. Ne, der kommt nicht nach Polen. Der ist nach Polen migriert.Und der war, soweit ich das verstanden habe,ich muss gestehen, ich bin da nicht so super tief drin, aber der hat wohl eineVergewaltigung, wurde der von den Leuten aus der eigenen Gruppe verurteilt,aber nicht vor Gericht, aber es war sozusagen, der sollte K.U.Tropfen oder was genutzt haben, also ziemlich üble Sache und die gehen natürlichnicht zur Polizei, die machen dann Online-Ding.Also alles in Lammertal verfangen, der Typ haut ab, geht nach Polen,arbeitet dort als Kindergärtner,will sich ein neues Leben aufbauen. Und dann sagt dieser Mario Möhrig und dashabe ich rausgefunden, das haben wir rausgefunden, sagt er.Und wir haben das dann den Medien gegeben, den polnischen Medien,die haben es veröffentlicht und dann sind,Fußballfans.
Linus Neumann
Erlebnisorientierte Fußballfans.
Jean Peters
Haben ihn sportlich handfest konfrontiert. Das heißt, du hast einen Typen,der sitzt im Bundestag und der brüstet sich damit, dass der Und dann ist erzum Kronzeugen geworden im Fall Dinae.Das heißt, er ist involviert, zumindest, damit brüstet er sich,jemanden zu jagen, der hinterher so eingeschüchtert wird, dass er als Kronzeugein einem Fall vor Gericht in Deutschland aussagt.Das ist nicht ohne.Dass das alles getrennt wird. Das darf nicht zusammenliegen.Dann sagt der, und da will ich auch noch mehr Geld für haben,und zwar von allen möglichen Leuten.Das heißt, der möchte von der Partei Geld haben, um das auszubauen, diese Struktur.Da würde ich denken, der will eigentlich, denkt der, ist mein Eindruck zumindest,deswegen habe ich es im Theaterstück auch so beschrieben, der denkt an Gestapo.Also das ist sozusagen, die haben immer wieder in Vorbildern der Gestapo oderder Nazis gedacht, die haben ihren Hitler einfach gut gelesen.
Tim Pritlove
Ja, ähm, tut mir leid.
Jean Peters
Das war ein ziemlich harter Tobak.
Tim Pritlove
Ja.
Jean Peters
Ist harter Tobak.
Tim Pritlove
Aber das sind sozusagen, jetzt müssen wir kurz mal die Klammer wieder schließen,also wir sind jetzt bei Mario Müller gestartet,so, neben Martin Sellner und noch einem weiteren von dieser identitären Bewegung,dessen Name jetzt vielleicht nicht so relevant ist, so, das war so.
Jean Peters
Naja, ich hab Vermutung, wer das ist, aber wir können das auf den Fotos nicht eindeutig.
Tim Pritlove
Okay, also man weiß es nicht so genau. Auf jeden Fall, das war so ein bisschendie Neonazi-Fraktion in dieser Gruppe.
Linus Neumann
Aber das ist ja eine Nummer für sich, dass dieser, also einfach nur,was der Typ da erzählt hat oder was man jetzt über den herausgefunden hat,das ist ja schon eine Nummer für sich, die ein Wahnsinn ist.Das ist ein bezahlter Mitarbeiter eines Bundeshausabgeordneten.
Jean Peters
Genau. Ich glaube, der hat keinen Hausausweis.
Linus Neumann
Der aufgrund seiner Vergangenheit darf denn nicht in den Bundeshaus.
Jean Peters
Das weiß ich nicht.
Linus Neumann
Also irgendwie so, der hat keinen Hausausweis. Ich glaube, das stand sogar ineurem Artikel, dass der auch, also auch, wenn du keinen Hausausweis hast,kannst du ja trotzdem im Bundestag, aber der darf da trotzdem nicht rein.
Jean Peters
Ja, und du hast ja Zugang trotzdem zu Akten. Also du kannst ja,wenn es Storcher wäre, der hat ja, das ist ein Finanzausschuss,Familienausschuss, das sind ja alles Sachen, die sind, da hat er einen Zugang zu.
Linus Neumann
Und.
Tim Pritlove
Ich lese hier übrigens gerade, dass Bundesministerium des Inneren jetzt prüft,ob man vielleicht den Herrn Sellner mal nicht mehr nach Deutschland lässt.Der hat ja schon für USA und UK hat der schon so ein Verbot.
Linus Neumann
Deutschland prüft Grenzschließung für Neonazi-Sellner.
Tim Pritlove
Das ist geil, oder? Ja.
Linus Neumann
Tja.
Jean Peters
Ich weiß ja gar nicht, was hätteein Hitler gemacht, wenn er nicht nach Deutschland hätte gehen können?Ich will die Vergleiche jetzt nicht aufmachen, das geht nicht. Das wird...Sorry, also ich meine die Ernst, es ist wirklich kein Vergleich.
Linus Neumann
Es ist kein, also genau, jeder Vergleich in der Richtung ist natürlich irgendwiefalsch, kann aber, wenn man jetzt nicht aufpasst, irgendwann in 10, 15 Jahren doch passen.Und das ist ja der der, der, also der Aspekt, um den es hier geht,dass es irgendwie schon zu weit getrieben wurde. Also ich finde, Ja.Also ich finde allein diese Story mit diesem Mario Müller schon hart genug. Ja.
Jean Peters
Klar. Also es wird ja bei AfD-Verbot immer diskutiert, juristisch,ja gut, aber die haben ja noch keinen Schläger-Trupp in den Straßen wie die Gestapo damals.
Linus Neumann
Wollen wir da noch drauf warten? So.
Jean Peters
Und ich meine, ich habe mich auch gefragt, also weil, wie ich Holocaust vergleiche,es gibt einfach keinen historischen Moment wie den Holocaust. Das ist singulär.Das muss man sehr klar sagen.Wir haben aber, alle sind ausgestattet mit einem Gehirn, was assoziativ arbeitet.Und da glaube ich, das ist auch einer der Gründe, warum wir diese Geschichte so eingeschlagen ist.Denn du hast zwei Gruppen in Deutschland, wenn ich jetzt mal ganz platt sein darf.Das eine sind die Menschen mit Migrationshintergrund und das andere sind dieMenschen mit Nazi-Hintergrund.Und die Menschen mit Nazi-Hintergrund haben halt gemerkt, Scheiße,das erinnert mich an irgendwas aus meiner Familie.Und jetzt habe ich die Möglichkeit zu zeigen, was ich gemacht hätte,wenn ich an der Stelle meiner Großeltern wäre.Die anderen sagen, Scheiße, die wollen mich aus dem Land schieben.Das heißt, alle, die das gelesen haben, hatten irgendwie eine Form von direkterBetroffenheit und einen Bezug zu dem Text.Das war mir vorher nicht so klar, aber das ist eine, es gibt viele Erklärungen,wie kam das dazu, dass diese Information, diese Nachricht, denn das war es amEnde, es war eine Nachricht, mehr nicht,so solche Wellen geschlagen hat.Das hat einfach mit allen direkt was zu tun, ob du es willst oder nicht.Da hast du eben so einen Lindemann, ich weiß nicht, ob ihr das Video gesehenhabt, das war Wahnsinn, Lindemann in der Tagesschau oder so,wo die das Kamera haben laufen lassen und der fünfmal wiederholt hat.
Tim Pritlove
Wer, welcher? Ach, dieser Lindemann, der Lottogewinner oder wer? Nee.
Jean Peters
CDU, CDU, was ist der?
Linus Neumann
Der Generalsekretär von der CDU ist aber Lindemann.
Jean Peters
Lindemann, Lindemann, nee, genau, nicht der Rammstein, denke ich.Ja, ich fand diese Geschichte von Lindemann, wie er da sich geäußert hat zuden zwei Werte-Unions-Leuten, die da waren, die fand ich einfach so besonders,weil du gesehen hast, wie ein CDUler versucht,das irgendwie einzufangen und 50 Mal, naja, nicht 50 Mal, aber ein paar Malwiederholt die ausgebildet gelernten Sätze, dass er unheimlich erschrocken war.da merkst du so uh, das hab ich ja nicht kommen sehen, das wäre ich ja aus meinem Lager,da zerbreche ich mir den ganzen Tag den Kopf darüber, plötzlich ist er aufgewacht und das war wie so,als, ich mein sorry aber du hast die Werteunion nicht seit gestern da und diemachen ja nichts anderes als die Brandmauer abzubauen und der war plötzlichganz erschrocken, ganz erschrocken und das zeigt Aber willst du sagen.
Linus Neumann
Du glaubst ihm das nicht?
Jean Peters
Pff, guck mir das Video mal an. Verlinkt ihr bestimmt in den Shownotes.Da wiederholt er seinen Satz, auswendig gelernt, immer wieder, wie entzürnt der war.
Tim Pritlove
Das ist ja jetzt nichts Neues, dass die CDU einen harten rechten Rand hat.Ich meine, es gab schon so viele, die abgewandert sind. Wie hieß noch die Trulla,die jetzt diese AfD-Stiftung anführt?
Linus Neumann
Oh, ja stimmt.Erika Steinbach.
Jean Peters
Genau.
Linus Neumann
Okay, die haben sich auch reingetreten.
Tim Pritlove
In gewisser Hinsicht ist das ja auch ein Feature von der CDU gewesen,weil sie ja im Prinzip diese ganzen rechten Leute irgendwie eingebunden unddavon abgehalten hat, sowas wie eine AfD zu gründen.Und das war ja eigentlich auch schon immer die Politik der CDU gewesen.
Jean Peters
Nix darf rechts von uns.
Tim Pritlove
Genau.
Linus Neumann
Das ist natürlich auch erstmal eine richtige Vorgabe.
Tim Pritlove
Ich meine, die Leute gibt es ja. Das ist insofern eine Funktion,die die CDU so nicht mehr leistet.
Jean Peters
Und was jetzt gerade passiert mit der Spiegelrecherche, die daraufhin rauskamvon dem ehemaligen Finanzsenator in Berlin, der auch sowas organisiert hat, solche Treffen und so.Da merkst du, ach du Scheiße, wir haben jetzt doch ein bisschen zu viel geflirtetauf dem rechten Rand und du hast jetzt von den Leuten,die sich damit lange auseinandersetzen, die sagen, ja gut, das wussten wir allesschon, das ist jetzt nichts Neues, bis hin zu denen, die sagen,huch, da sind wir jetzt ganz überrascht, hast jetzt alle dabei,die sagen, das geht nicht.Und das ist eine neue Qualität. Das ist schon beachtenswert.
Linus Neumann
Das ist der Peter Kurt, der auch irgendwie Privattreffen mit Selna und so weiter veranstaltet hat.
Tim Pritlove
Wen von den Personen müssen wir denn jetzt auch nochmal erwähnen,um so ein Gefühl dafür zu bekommen, wer war.Was wir auch noch nicht gesagt haben, ist so, die Zahl von Leuten.Also wie viele Leute haben denn eigentlich tatsächlich daran teilgenommen?Wie genau weiß man das? Wisst ihr das?
Jean Peters
Da muss ich auch ein bisschen meine Quellen schützen. So genau zwischen 20 und30. Alle können wir nicht nennen.Du hast auf jeden Fall Alexander von Bismarck dabei.Das ist dieser verstrahlte, übrigens kein direkter Nachfahre.Da haben wir noch Post von der Familie von Bismarck bekommen.
Linus Neumann
Der gute Name.
Jean Peters
Döbelin und was, andere Linie und so. Der ist bekannt geworden,weil er Rosen verteilt hat vom Panzer hier von Ennolenze, den der Abge...
Linus Neumann
Ennolenze hat einen russischen Panzer unter den Linden hingestellt vor die russischeBotschaft Der war nicht mehr Der war glaube ich kaputt, der Panzer Und der hatdann eine Rose vor dem Panzer gelegt,um den russischen Soldaten zu gedenken, oder was?
Jean Peters
Ja, genau Der ist auch wirklich Aber der ist wirklich ziemlich verstromert.
Linus Neumann
Alexander von Bismarck.
Jean Peters
Ich wollte eigentlich in der Recherche immer nur irgendeinen Bismarck schreiben,weil der so verstrahlt ist.Aber auch Mitglied der CDU Auch Ist er das?Ist er Mitglied der CDU? Da hätten wir einen vierten CDU Wir hatten ja nämlich auch Ulrich Vosgerau,Also Von der CDU hat es auf jeden Fall zwei aus der Werteunion,Schneider Und Baum Die sind mittlerweile, waren auch im Foto Jetzt ist der vonder Maaßenpartei Mit drin Dann hattest du den Ulrich Vosgerau,der ist der Anwalt der die AfD vertritt und die vom Verfassungsgericht und die Delirium Stiftung,dann hast du Henning Pless das ist so ein Typ der mit so Darm Zeugs bei Instagrambekannt wurde Instagram Profil ist seitdem auch gesperrt.
Tim Pritlove
Darm Zeugs?
Jean Peters
Ja irgendwie wie man besser essen kann und wie deine Kacke ist und so Reinigung und so.
Tim Pritlove
Rechtsextremer Heilpraktiker und Esoteriker habt ihr dazu geschrieben.
Jean Peters
Ja.
Tim Pritlove
Das ist ja auch...
Linus Neumann
Da gibt es auch... Ja.
Tim Pritlove
Dazu empfehle ich den Film Mondverschwörung. Da ist das alles sehr schön,schon in seiner prototypischen Zusammenhängung sehr schön zusammengefasst.
Jean Peters
Dann hast du noch einen Blut- und Boden-Nazi und IT-Unternehmer,so stand der bei uns im Text, kann man ja auch nennen, das ist Christoph Hofer.
Linus Neumann
Der ist in der Netzpolitik.org-Artikel. Genau.
Jean Peters
Das muss ich auch mal sagen, also was seitdem passiert ist, wir sind ja jetztkein Riesenteam bei Korrektiv.Wir haben sehr viele Informationen und wir können die alle nicht gleichzeitig verarbeiten.Das heißt, das machen wir, das machen wir nicht, das machen wir, das machen wir nicht.Seitdem das Ding raus ist.Ich stehe meine Tage nur noch daraus, wir sind nämlich halt nicht wie andereMedienhäuser, sind wir gemeinnützig, das heißt, das Zeug muss raus.Wir können halt nicht alles ordentlich journalistisch verarbeiten,also bin ich nur dabei, anderen guten, fitten Journalistinnen und Journalistendie Informationen weiterzugeben.Zu sagen, okay, der, das, das ist der Hintergrund, guck mal,von dem habe ich noch ein Foto, das habe ich noch Dings, guck mal,auf dem Blog habe ich das über den gefunden und so.Und so kam auch Markus Reuter und sein Kollege und denen habe ich dann ein paarInformationen gegeben, das eingeordnet. Ich habe Fotos gefunden,wie der einen Preis gewonnen hat in Thüringen.Und das wurde alles dann veröffentlicht. Wunderbar unter dem Titel Braune IT und rechte Influencer.Da haben die eben geguckt, wer war denn dieser Blut und Boden Nazi?Und der hat da eben diese TEDx Sex Awards,2001 Thüringens Aber der hat die Sex Awards gewonnen. Nee.
Linus Neumann
Das ist doch irgendwie Gründer im Gründerpreis. Ja.
Jean Peters
Also genau. Und seitdem fließen da auch wieder ganz viele Hinweise,mit wem der alles zusammenarbeitet.Genau, das ist dieser Hofer. Wen hat man?Da hat man einen Neurochirurgen, der ist heute auch bei… Da haben wir den Neuroschirurgen,das war auch ein Typ, der einfach im Publikum saß und,der hat eine Neuroschirurgie gehabt, der ist ja jetzt rausgeflogen.Also ist heute bei Dossier rausgekommen, da hatte ich journalistischen Kollegenvom Standard und vom Dossier, Dossier ist sowas ähnliches wie Korrektiv in Österreich,dem ist man weiter ausrecherchiert.Es ist wirklich toll, wie alle dabei sind, jetzt.Zum Anlass zu nehmen, um weiter zu gucken, was gibt es denn dann noch für Hinweise.Da gab es natürlich die Angestellten, die haben damit nichts zu tun.die haben einfach gearbeitet und dann hast du die die Gastgeber natürlich,die Leute, denen das Hotel gehört.Da hast du die Huss, die ist da hat die Zeit auch einen Artikel über die veröffentlicht.Mathilda Martina Huss, ich glaube die hat zwei Vornamen und,da hat Christian Fuchs einen langen Artikel über die veröffentlicht vor kurzemund ihr Mann Wilhelm Wildering, wenn mich nicht alles täuscht,der in der CDU Potsdam ist.Damit hast du den Vosgerau CDU, Werteunion 2 CDU, Wildering CDU. Das sind schon mal vier.Und du hast gesagt, der Alexander von Bismarck ist auch CDU.
Linus Neumann
Da bin ich mir nicht sicher. Wenn man den googelt, dann findet man irgendwieeinen Link auf Wikipedia, wo das steht, aber wenn man da drauf geht,steht da die Seite gibt es nicht. Also da müssen wir ganz nur genehmigte Informationen.
Jean Peters
Der ist so ein bisschen irre, also den würde ich auch aus allem ein bisschen rausnehmen.
Linus Neumann
Irrelevant meinst du?
Jean Peters
Irrelevant, ja. Viel Geld. Der wurde leider nicht enteignet von den nach demKrieg. Also das haben sie verpasst.Die Monarchie in Deutschland im Gegensatz zu anderen Ländern sind wir viel zu milde mit umgegangen.
Tim Pritlove
Also diese Martina Huss, die ist die, du hast es gesagt, von dem Hotel,von dem Treffen, von dem Ort.
Jean Peters
Ja.
Tim Pritlove
Okay, also es ist nicht so, dass die Location nicht wusste, wen sie dort.
Jean Peters
Nee.
Linus Neumann
Ganz im Gegenteil.
Jean Peters
Das behaupten die jetzt. Also die sagen, die fragen nicht, worüber geredet wird.Die waren aber dabei, die saßen mit im Raum, die haben das mit organisiert.Und die, ja, also die können dich da auch nicht rausreden. Das ist leider so.
Tim Pritlove
So eine Gruppe haben wir jetzt noch nicht erwähnt, die müssen wir jetzt aberdann doch nochmal erwähnen, weil das ist auch so ein Laden, der mich irgendwieschon immer genervt hat.
Linus Neumann
Martin Sellner postet ja gerade ihr TikTok-Video, das hat die alle unter einer Decke stecken.Und der Verein Deutsche Sprache hat ja durchaus in den letzten Folgen Logbuch-Netzmusikeine Rolle gespielt, weil die mir ja geile E-Mails geschrieben haben oder CCwaren in geilen E-Mails.
Jean Peters
Wirklich? Ja.
Linus Neumann
Versehentlich bei Markus Lanz ist mir geil, der Begriff geil.
Jean Peters
Wirklich, hast du das gesagt? Welches Wort? Das Wort geil.
Linus Neumann
Hab ich im Fernsehen gesagt?
Jean Peters
Nein. Doch. Nein.
Linus Neumann
Ja doch.
Jean Peters
Nein.
Tim Pritlove
So ist er. Einfach so.
Linus Neumann
Dann kamen E-Mails und Briefe im Chaos Computer Club an und wurde sich danndarüber erkundigt, ob ich einen Samenabgang gehabt hätte und so weiter.Und da war dann der Fall, eine deutsche Sprache.
Jean Peters
CC. So, dann will ich vielleicht kurz was vorweg schieben. Ich habe hier einBuch in meinen Händen geschrieben.Herausgeber Gernot Möhrig. Das heißt Deutschlands junge Zukunft.Jugendliche Antworten auf Fragen der Zeit.Erschienen beim Arndt Verlag mit DT. Das kriegt man in Antiquar noch im Internet, wenn man das will.
Linus Neumann
Von unserem Möhrig Zahnarzt aus Düsseldorf.
Jean Peters
Der das alles organisiert hat. Und das ist veröffentlicht worden 1981.Wurde vor mir veröffentlicht. Vor dir. Da ist alles mögliche an völkischem Zeugsdrin. Also wie mit Ausländern überhaupt.Und der ist auch gegen Windräder übrigens. Und da ist ein Kapitel,das nehme ich jetzt raus. Also es gibt wirklich viele eklige, dreckige Kapitel.Aber du willst jetzt nicht das ganze Kapitel vorlesen. Aber dieses eine,das fand ich schon interessant.Weil er schon damals, 1981, sich über die deutsche Sprache...
Linus Neumann
Da war er selber noch jung.
Jean Peters
Da war er selber noch jung. Er ist heute 69 Jahre alt, zumindest soweit ich weiß.Und 81 schreibt er, good morning Leute, mit dieser Glosse stellt eine Schülerindie Verslängung der deutschen Sprache bloß. Aber sie sucht nach Ursachen und Lösungen.Und dann geht es so. Good morning, Leute.Seid ihr auch up to date gewesen und habt zum Breakfast Popcorn gefuttert,wie es die Slogans des Television befohlen haben? Okay.Und immer diese englischen Worte sind immer kursiv, ja? Okay,dann schnell hinein in den Swimmingpool, wie es die Chemiklier der High Societygeht. Und so geht es die ganze Zeit weiter.
Linus Neumann
Du merkst.
Jean Peters
Der ist so erbost darüber, dass es Worte gibt, die nicht urdeutsch sind.Und das ist ein ganzes Kapitel über ihr Business Speech Establishment Jet Set im Non-Stop-Flug.
Linus Neumann
Muss man jetzt mal so sagen, hat er schon einiges vorweggenommen,wie wir heute sprechen. Also der war da an was dran.Der hat einen ganz heißen Spruch gehabt.
Jean Peters
Aber da merkst du, denen geht es ja ja wirklich um diese Kultur,diese also, dass wir wirklich Wie ist das? Die Nazis haben ja auch die Pistole.Weißt du das? Die Pistole durfte nicht Pistole genannt werden.
Linus Neumann
Sondern?
Jean Peters
Meuchelpuffer.
Tim Pritlove
Was?Bitte?
Linus Neumann
Das hab ich ja noch nie gehört.
Jean Peters
Guck dir mal den Meuchelpuffer an. Also hab ich mal gehört. Ich weiß nicht genau,wie streng das dann genommen wurde.
Linus Neumann
Flusswaffe mit kurzen Lauf, die aus einer...
Jean Peters
Das ist der Meuchelpuffer.
Linus Neumann
Deutscher Schreiber ist wirklich der Wikipedia-Artikel dazu.Erfolglos blieben dagegen Wortschöpfungen wie Zeugemutter für Natur,Entgliederer für Anatom, Jungpfannzwinger für Nonnenkloster und Meuchelpuffer.
Jean Peters
Das ist alles, also das und das. Die wollen auch nicht Webseite sagen,sondern die sagen halt digitaler Schaukasten.
Linus Neumann
Ja, die sind ja auch im Weltnetz und so.
Jean Peters
Also diese Idee von der deutschen Sprache, dass die bloß nicht gendern darfund jetzt wird es ja ernst,da merkst du, das ist ein Eintrittstor in die bürgerliche Welt,mit der man fischen kann für Menschen und die aufs rechte Lager bringen kann.Das heißt, warum reden so viele Leute über Gendern? Weil das eben ein Vehikel ist.Und alle Leute, die sich jetzt echauffieren und sagen, hör mal auf zu gendern,sie darf es nicht sagen, vergesst nicht, dass ihr da Teil seid einer rechtsradikalenIdeologie, die deutsche Sprache irgendwie verteidigen will.Das ist gezielt. Und diese Silke Schröder hat als Vorsitzende des ehemals,glaube ich, die ist auch rausgeflogen, Sloterdijk ist da auch direkt ausgetreten,die Halle vorne war da glaube ich auch drin. Ich weiß nicht.
Linus Neumann
Ob der ausgetreten ist, aber der ist ja auch ein bisschen weggetreten inzwischen.
Jean Peters
Also das ist so dieses Sprachspiel, meinetwegen kannst du mich nennen,wie du willst, kannst du auch mit, also was soll das denn?
Tim Pritlove
Also ich hätte keinen Beleg für deine Behauptung, dass Meuchelpuffer was mit den Nazis zu tun hat.
Jean Peters
Nein.
Linus Neumann
Natürlich. Deutscher Sprachpurismus. Bestrebungen deutscher Sprache.19. Anfang des 20. Jahrhunderts. Ah.
Jean Peters
Okay.
Linus Neumann
Kein direkter Nazi-Bezug.
Jean Peters
Sagen wir mal so, ein paar Nazis werden Meuchelpuffer gesagt haben.Als sie in Stalingrad verloren haben.
Linus Neumann
Meuchelpuffer ist auch ein bisschen bescheuert. Wie kommen wir jetzt einen Sendungstitelhin ohne Meuchelpuffer?
Tim Pritlove
Das ist ja scheiße. Danke.
Linus Neumann
John. Nee.
Tim Pritlove
Aber wenn ich das verstehe, ist das eher so ein spöttischer Begriff.Der war schon so gemeint, wie er jetzt auch klingt.
Jean Peters
Ja, okay.
Tim Pritlove
Man kann jetzt den Nazis auch nicht alles angreifen.
Jean Peters
Ja, da mögen wir entschuldigen.
Tim Pritlove
Die wollen 25 Prozent der Bevölkerung sich entledigen. Die wollen uns alle umbringenund die hassen uns und wollen nicht, dass wir ein schönes Leben haben und inZukunft wollen sie uns auch rauben.Aber Meuchelpuffer, das haben sie nicht gemacht.
Jean Peters
Haben sie nicht verbrochen. Und ich möchte mich an der Stelle entschuldigen.Ich habe an der Stelle nicht ordentlich recherchiert.
Tim Pritlove
Aber gut, dass wir das noch mal...
Jean Peters
Wir sind Checker.
Tim Pritlove
Ja.
Linus Neumann
Wir haben hier den Logbuch Netzpolitik,korrektiv. So sieht es nicht aus.
Tim Pritlove
Das ist die wahre heiße Zeit. Hier gibt es gleich einen Pool.
Linus Neumann
Was?
Jean Peters
Im Swimmingpool?
Tim Pritlove
Also, die Vereine...
Jean Peters
Wie heißt der Verein?
Tim Pritlove
Verein Deutsche Sprache. Ja. Ich meine, Leute, wirklich, die gehen einem dochschon lange auf den Sack.Immer diese dummen Kommentare. Keinerlei.
Jean Peters
Das ist schon geil.
Tim Pritlove
In diesem Laden drückt sich ja so ein Mangel an Anpassungsfähigkeit aus.Das ist ja sozusagen die fleischgefordene Verharrung.Nichts darf sich ändern, nichts darf irgendwie sein und vor allem auch so dieses ähm,Dieser fehlgeleitete Glaube, es gäbe so eine urdeutsche Geschichte und die deutscheSprache wäre irgendwann mal so aus dem Himmel herab zu uns gegeben worden undgenau so müsste es für immer sein, ist natürlich totaler Unsinn.Jeder, der sich auch nur ein bisschen mit Sprache beschäftigt,gibt immer Einflüsse von überall. Es.
Jean Peters
Ist kein Zufall, dass ausgerechnet Silke Schröder nicht nur für den Deutschlandkurierarbeitet, sondern dass auch die Person ist, die gefragt ist.Martin Sellner, was machen wir denn mit den Leuten, die einen deutschen Pass haben?Also als der seinen Vortrag gehalten hat.
Linus Neumann
Die war so richtig mit, das war die, die das gefragt hatte.
Jean Peters
Ja, aber das ist doch ein Problem, was machen wir mit denen,das ist doch ein Ding der Möglichkeit, was machen wir da?Ja, kein Problem, das ist in der Tat das Schwierigste mit dem deutschen Pass,das müssen wir irgendwie machen und so. Da werden die alle sagen,was die nicht gesagt haben, aber das haben sie gesagt.
Linus Neumann
Was ich, vielleicht nochmal ganz kurz zu dieser Idee des Sprachpurismus.Also das ist nicht nur in Deutschland so, dass es das gibt.Also in Frankreich sehr stark. Die haben ja, also in Frankreich haben die tatsächlichirgendwie, ich weiß nicht, ob das heute noch so ist, aber die haben Regelungen,dass ausreichend französische Musik im Radio kommt, gehabt.Die haben den Computer-Ordinateur genannt.
Jean Peters
Minitel, weißt du, Minitel.
Linus Neumann
Die haben sehr darauf geachtet, dass sie die französische Kultur bewahren.Und gegen so, und jetzt...Da gibt es natürlich zwei Überlegungen zu. Natürlich ist es eine,wenn du, sag ich mal, auf so eine nationale Identität Wert legst,da musst du natürlich aufpassen, dass du eine eigene Kommunikation behältst.Natürlich ist es für dich, wenn du auf nationale Identität Wert legst,nicht in deinem Interesse, dass die Leute massenhaft andere Sprachen sprechen,dass die Leute viele Lehnswörter aus anderen Sprachen haben,weil das verwässert deinen Nationsbegriff. Ja.Gleichzeitig, um jetzt noch einen weiterzugehen, also in Richtung 1984,Newspeak und so weiter, ist es auch natürlich eine, wenn du sagst,du willst möglichst die Gedanken der Leute kontrollieren oder einen Einflussdarauf nehmen, wie sie denken,dann ist die kleinste Einheit das Wort.
Jean Peters
Ja.
Linus Neumann
Und insofern sind solche Bestrebungen nicht nur bescheuert, sondern die betten.Sich ein in eine Nationsstrategie.Natürlich nennen sie das Kultur, aber gerade Frankreich als Beispiel,ich weiß nicht, ob die das heute noch machen, aber das war früher ein großesThema, dass sie damit ein Nationsgefühl bewahren.indem sie diese fremden Wörter, die sind halt nicht von hier,ja, und die wollen wir dann nicht benutzen, indem wir unsere eigenen Wörter...
Jean Peters
Aber lass mal ein paar Schritte zurückgehen, weil ich würde das schon unterscheiden.Also ob du sagst Poinier d'amour, ja, das ist ja in Deutschland heißt das Poinierd'amour, es laufendelt auf Englisch, das ist in Deutschland ist das der Rettungsring.Also Deutsche können das alles ja nicht. Wunderschön behalten wir Poinier d'amour, ja, das ist so.Aber Aber was die in Frankreich auch machen, ist zu sagen, mindestens so undso viele Franzosen müssen im Radio laufen.Das ist aber erstmal eine ökonomische Stärkung der Kultur. Finde ich erstmalinteressant. Kann man machen.
Tim Pritlove
Franzosen oder auf Französisch? Ist es auf Französisch?
Jean Peters
Also Kanadier können auch. Ich meine schon.
Tim Pritlove
Aber ich bin da kein Experte drin.
Jean Peters
Okay, ja, auf keinen Fall. So, und dann, das andere ist, finde ich auch,dass man, also ich finde, man muss schon aufpassen, wie sehr kann eine Sprachesich weiterentwickeln und meine Ex-Freundin meinte immer, ich bereichere jadie deutsche Sprache und das Entscheidende ist doch, dass man,sie ist Spanierin, dass man sich versteht, ja, darum geht es ja,dass man irgendwie kommunizieren kann,dass Kultur sich wabert miteinander.
Linus Neumann
Und ich bin da ja voll dabei. Ich habe nur gerade extra gesagt,wenn du darauf wertlegst, dass du irgendwie ein Nationsgefühl bewahren willst,dann ist Sprache dein initialer Vektor. Also da musst du drauf achten.Die Nazis haben nicht gesagt, wir machen hier unsere Reden in drei Sprachen,damit wir alle verstehen.
Jean Peters
Also die Sprache ist ja schon ein Schlüssel, um die Kultur zu verstehen.Also wenn du verstehen willst, warum Deutsche so stock im Arsch präzise sind,dann ist es, weil die so Kettenwörter machen können und vom Fabrikantenhut Besitzerstockreden können und du denkst dir, was, Fabrikantenhut Besitzerstock, irgendwie,hä, das geht jetzt nicht ganz, aber Fabrikantenbesitzerstock,das geht schon und diese Kettenwörter sind halt so präzise in einem Wort,das sind die Deutschen mit ihrer Präzision.Und dann hast du halt, andere sind viel poetischer, deswegen sind die auch vieloffener in ihrem Geiste.
Linus Neumann
Okay, lassen Sie sich hier in so eine linguistische, ich würde ehrlich gesagtsagen, dass die englische Sprache absolut überlegen ist durch ehrlich gesagtpräzisere Möglichkeiten des Ausdrucks, aber,okay, da verlassen wir glaube ich alle unser Terrain.
Jean Peters
Absolut komplett.
Tim Pritlove
Da wäre ich auch ganz anderer Meinung.
Linus Neumann
Lass den Tim jetzt nochmal kurz über den Verein Deutsche Sprache runten.
Jean Peters
Wallah, wir wir verlassen unser Terrain, oder?
Linus Neumann
Wallah, wir finden die Verein Deutsche Sprache awesome.
Tim Pritlove
Naja, also im Prinzip haben wir ja alles dazu gesagt.Du hast ja vorhin so eine These aufgestellt, warum jetzt das alles,und vielleicht kommen wir jetzt auch einfach mal zu den Reaktionen,die das alles ausgelöst hat.Du hast ja gesagt, du siehst halt unter anderem diesen Aspekt,so Leute mit ihrem Nazi-Hintergrund, also sozusagen der deutschen Abstammungoder eben die Migration, alle sind irgendwie betroffen.
Jean Peters
Man muss ja auch sagen, irgendwie 80 Prozent der Deutschen waren im Widerstand,also waren nicht alle Nazis.
Linus Neumann
Mein Vater war bei der Marine im Widerstand.
Jean Peters
Mein Opa. Gut.
Tim Pritlove
Also das war jetzt deine These. Ich wollte nur sagen, wie ich das so empfundenhabe, weil als ich so auf diese Demo gegangen bin am Sonntag,das Lustige war, ich bin hier in Prenzlauer Berg irgendwie gestartet,ein paar Kilometer bis dahin und da waren schon unheimlich viele Leute zu Fuß unterwegs,ganz offensichtlich auf dem Weg zu dieser Dieser Demo.Also man merkte, umso näher man da rankommt, umso mehr Leute hat man gesehen.Aber es war jetzt gar nicht mehr nur die Zahl, sondern eben auch was für Leute da waren.Und man merkte einfach so eine Besorgnis. Und ich glaube, dass sehr viel beidieser Meldung auch konkret mit dieser buntenoder gar nicht mal so bunten Zusammensetzung dieser Runde zu tun hat.Weil es halt nicht nur die Neonazis haben sich getroffen und haben darüber gesprochen,alle abzudeportieren oder auch nur die AfD,sondern dass es so ein vergleichsweise breites Bündnis ist, was in alles reingeht.in die Wirtschaft, weniger bekannte Personen und Gruppen,dass sich wirklich nachhaltig so dieses Bild einer echten Verschwörung auch dargestellt hat.
Jean Peters
Ist ein juristischer Begriff, darf es nicht nutzen. Verschwörung löschen wirhier sofort. Wirklich. Wirklich.
Linus Neumann
Ich würde dem auch widersprechen, Tim, weil also ist es.Menschen von ähnlichen politischen Interessen bilden Netzwerke.Und die treffen sich auch, also ist das jetzt geheim?Ja, ich meine hier wurden dokumentiert Maßnahmen ergriffen, um den Kreis kleinzu halten. Ja, wurde gesagt, komm, wir wollen mal unter uns reden.Aber um das jetzt auch mal ein bisschen so zu normalisieren,ich finde das schon auch in nicht-verschwörerischen Treffen völlig üblich,zum Beispiel sowas zu sagen, wir machen mal Chat im House Rules,wir machen mal, wir schaffen hier mal ein Forum, wir laden mal nicht Leute ein.Diese eine Ladung, die ist jetzt mal persönlich.Ich möchte mal mit dir sprechen. Ein uns bekannter Musikant hat ja auch beieinem Treffen die Idee zu einem Lied gehabt,weil da ein Ladender mal über die Kunstfreiheit gesprochen hat.Der Jean erinnert sich, ist glaube ich auch öffentlich dokumentiert,dass Jean darüber gesprochen hat,was alles von der Kunstfreiheit gedeckt ist und daraus ein Lied entstanden ist,ein Pianostück, das viele von uns kennen.Das ist jetzt kein Geheimtreffen gewesen, aber das war ein persönliches Treffen.Wo es einen geschlossenen Einladungskreis gibt.Ich zum Beispiel auch häufig den Jean einlade und sage, sag dem Tim bitte nichtBescheid. Und das ist ja ganz normal. Ja.
Jean Peters
Ich finde es immer merkwürdig, ehrlich gesagt.
Linus Neumann
Ja, aber es ist halt auch wichtig, dass man mal unterschätzt.Also das ist schon relativ normal, dass es natürlich, man nennt das,also andere Begriffe dafür sind Seilschaften, Netzwerke.was könnte man da noch zu sagen?
Jean Peters
Was weiß ich, aber die haben was geplant und das ist entscheidend. Natürlich.
Linus Neumann
Die haben was geplant und das war sicherlich auch nicht das erste Mal, dass sie sich...
Jean Peters
Und da gibt es auch noch andere und jetzt kommt alles zu Licht.Und jetzt sagen alle, uh, auf welcher Party habe ich schon geflirtet?Uh, da soll ich aufpassen.Rennen auf uns zu und sagen, ich muss euch das ganz schnell sagen,bevor ihr es rausfindet. Das ist interessant.Und das ist der Moment, wo man sagt, aha, du hast in allem, also du hast jajetzt so viele Reaktionen, Nicht nur, dass alle, die bei diesem Treffen waren,persönlich Konsequenzen finden.Sondern du hast die ganzen Unternehmen, die sich da zusammentun und sagen, so geht es nicht weiter.Du hast Redaktionen, die anfangen dazu zu recherchieren. Also früher hattestdu Redaktionen, die sich zusammenschließen, um zu sagen, irgendein Fußballerhat irgendwen auf einer Party geknutscht und jetzt tun wir zehn Leute aus demSpiegel auf dieses Thema.Weil das ist gerade das ganz große Ding. Das wollen alle wissen.Da hast du wirklich hochqualifizierte Menschen, die nichts anderes tun,als diesen Fußballer zu recherchieren.Und ich frage mich, Leute, was ist denn da los?
Linus Neumann
Und.
Jean Peters
Jetzt hast du aber die Leute, die sagen, okay, jetzt tun wir alle vom Spiegel,von der Zeit, von Fatz, die tun wir alle mal darauf, wer hat denn mit Nazisgeflirtet und wann und wo und worüber haben die geredet.Und das ist ein Qualitätserfolg, den darf man nicht unterschätzen.Das ist richtig viel wert. Natürlich hast du diese Demonstrationen,wo Menschen zusammenkommen.Mir hat eine Freundin erzählt, die sehr organisiert ist in der postmigrantischenSzene und die meinte, ich habeda das selten erlebt, dass Menschen aus den Behörden, wo sie arbeitet,zusammen mit Postmigranten, die selber Postmigrantin, aber zusammen mit anderenPostmigranten, mit anderen Postmigranten, mit Linken, mit Recht,also sozusagen Rechtes, Lager, Bürgerlich, CDU,und alle zusammenkommen, wo man merkt, die würden sonst nicht zusammenkommen.Ich habe bei der Tagesschau, das hat mich so berührt, da sagt einer,ich bin einer der Leute, die zu wenig auf die Straße Ich habe jetzt das Beinmeines Kinderbettes abgemacht und die Gardine abgehangen und daraus eine Flaggegemacht. Ich denke mir, das arme Kind.Aber das schwappt da über, wo man merkt, wir müssen jetzt was tun.Und du hast Juristen, die Juristenverbände, die sich zusammentun und sagen, so geht's nicht weiter.Und du hast, und wir müssen uns jetzt überlegen, was können wir denn juristischalles tun, um eventuell AfD-Verbot zu prüfen und und und.Also da passiert grad überall Dinge von Menschen, die bis jetzt nicht politischwaren und jetzt aufstehen und sagen, es reicht mir.
Linus Neumann
Und glaubst du, dass, also wird das halten? Auf eine Weise eigentlich ganz interessant.Ich meine, mit den Kommunisten haben sie es jahrelang hingekriegt.Also wenn du jetzt in Richtung McCarthyism guckst oder so, da könnte man sagen, da hat eine,jetzt benutze ich viele Begriffe im falschen Kontext, aber die wehrhafte Demokratie mal so funktioniert.Also eine absolute Hexenjagd gegen Leute, die für soziale Gleichheit waren,aber den man jetzt... Ne.
Jean Peters
Soziale Gleichheit, aber auch Autoritarismus. Kommunisten sind auch sehr autoritätsfreundlich.
Linus Neumann
Im McCarthy-Ism ist ein oder andere Opfer, gab es da glaube ich auch noch was.Aber da ist ein oder andere Sozialdemokrat noch unter die Räder gekommen. Aber okay.
Jean Peters
Ja.
Linus Neumann
Hält dieses Momentum an oder nicht?
Jean Peters
Okay, ich bin ja kein Prophet, kann ich dir nicht sagen.
Linus Neumann
Aber du bist es ja natürlich.
Jean Peters
Was ich spannend finde, ist, dass jetzt zumindest ein Momentum da ist,dass jetzt gemerkt wird, ey okay, jetzt können wir endlich überprüfen,was ich getan hätte, wenn ich in der Situation meiner Großeltern gewesen wäre.Ich glaube, das ist einer der stärksten Sprüche, die ich auf Demos gesehen habe.Was hätte ich getan? Die Fakten sind offengelegt. Die Maske ist jetzt runtergezogen.Wir wissen, was der Plan ist.Mit Sicherheit nicht von allen AfDlern. Das sind bestimmt auch ein paar Verstrahlteda, die dachten, das wollte ich aber jetzt nicht.Aber der Großteil, und das haben ja auch viele aus der Parteispitze bestätigt,beziehungsweise aus der Partei, haben gesagt, das ist kein Geheimplan,das ist ein Versprechen.
Linus Neumann
Das war ja wirklich auch mit der härtesten Tweet überhaupt. Das ist kein Geheimplan,das ist ein Versprechen. Wir werden Millionen hier hier rauswerfen.
Jean Peters
Das ist völlig klar. Und jetzt kann man sagen, okay, was machen wir damit?Und wir wissen es nicht. Gerade sind die Demos überschlagen sich und es wird jeden Tag krasser.Das finde ich sehr beachtlich. Die Frage ist, wie sehr bleiben die Leute dran?Mein Job jetzt als Redakteur ist nicht zu Demos aufzurufen, sondern weiter zurecherchieren. Das machen wir auch.Wir bekommen alle möglichen Hinweise. Denen gehen wir nach.Wenn wir es nicht selber schaffen, dann geben wir die weiter.Das ist sozusagen ganz normale journalistische Arbeit, die wir machen.
Linus Neumann
In einem Bereich, der halt mal eine Rolle spielt.
Jean Peters
Ja, kein Problem.
Linus Neumann
So nebenbei, ich habe gestern Abend mit einem Journalisten noch geschrieben,der mich darauf hinwies, dass auf bild.de, wenn du auf diese Seite gegangen bist,Blocker aus oder was auch immer, da war keine Erwähnung dieser Demonstration. Was?Keine Erwähnung dieser Demonstration, null. Nupp, das ist gar nichts.
Jean Peters
Gestern?
Linus Neumann
Und heute Morgen auch nicht. Heute Morgen habe ich dann nochmal geschaut,dachte so, okay, vielleicht waren die Bild-Redakteure alle noch verkatert oderso. Oder vielleicht waren die selber auf der Demo, nix.Heute Morgen Bild geguckt, Meldung Nummer eins war irgendwas mit Dschungelcampund Fußball oder sowas. Also die haben das komplett...
Jean Peters
Ich halte auch keinen ordentlichen Journalismus, muss man sagen. Ja.
Linus Neumann
Also genau, ordentlicher Journalismus ist eine Sache, aber du musst es schonschaffen, das halt wirklich gezielt tot zu schweigen.Da gab es dann irgendwo unter Regional oder irgendwie, wenn du auf News gegangenbist, bei Bild.de, immerhin ist News halt eine Unterkategorie.Wenn du da draufgeklickt hast, dann kam irgendwas zu den Demonstrationen.Aber es war jetzt schon so, dass eigentlich jede Startseite,also wenn du auf Tagesschau gegangen bist.
Jean Peters
Wenn du auf Washington Post, New York Times, also Washington Post hat irgendwiesieben oder acht Artikel dazu gemacht.Das ist schon Berichterstattung einfach. Übrigens nicht nur von Deutschland, das ist interessant.Du hast auch 160 Demos angemeldet in Frankreich gegen deren neues Migrationsgesetz,das gegen Grundrechte in Frankreich verstößt. Also es entsteht gerade in Israelhast du unheimlich viele Leute, die gegen Netanyahu demonstrieren.Das ist jetzt kein Phänomen, das nur wegen unseres Artikels rauskommt.Also das möchte ich auch festhalten.Wir haben gerade glaube ich schon eine Art globalen Backlash und das macht auchHoffnung, was USA angeht, gegen Trump, gegen autoritäre Regime.Da muss man sagen, ein letztes Aufbäumen?Oder schaffen wir es, uns zu wehren?Wissen wir nicht. Aber es passiert gerade endlich was und da war...Da war der Artikel sicherlich ein Weckruf, aber eben nicht die Ursache, die alleinige.
Linus Neumann
Also der hatte Tropfen, der das wasserns.
Jean Peters
Der war einfach der Moment. Und das glaube ich auch, wenn du fragst,wie kam, wieso so viele Reaktionen.Also das eine habe ich schon gesagt, die Demaskierung, der Moment und so.Und das ist einfach so unter dem Brennglas klar geworden, worum es geht.Aber du hast auch einen Moment, das ist zumindest mein Gefühl,dass eine solche Ohnmacht sich aufgestaut hat.Erstmal nach Corona. Ja, was willst du machen? machen.Boah, das war alles so einengend. Dann hast du den Russland-Angriff auf dieUkraine. Dann hast du den 7. Oktober in Israel.Das waren alles Momente, wo wir da standen und dachten, fuck,fuck, fuck, ey, was kann ich denn machen? Was hab ich in der Hand?Und jetzt hast du plötzlich dieses Treffen in Deutschland, wo du merkst,okay, ich bin betroffen als Mensch mit Nazi-Hintergrund oder Mensch mit Jetztreicht es mir, ich gehe auf die Straße und die ganze Kraft geht raus Und es reicht mir.Also das ist, glaube ich, sozusagen das Aufsprudeln der Ohnmachtlosigkeit.
Linus Neumann
Aber wie blickst du denn jetzt zum Beispiel darauf, also als jemand,der jetzt an dieser Recherche beteiligt war, der sich ja offenbar sehr mit dendort anwesenden Personen auskennt,wie blickst du denn jetzt zum Beispiel auf diese Konzentration auf die AfD?
Jean Peters
Wie meinst du?
Linus Neumann
Naja, wenn ich das richtig in Erinnerung habe, hat sich gestern die Werteunion,also der Parteiversuch um Hans-Georg Maaßen,gegründet, in dem Foto, was da,also ein Foto, was auch an Peinlichkeit nicht zu überbieten ist,dann halten sie zwei Deutschlandflaggen hin, die haben ja noch tausend Knickeaus der Amazon-Verpackung, ja,also die hatten offenbar keine Deutschlandfahnen zur Hand und mussten sich dienoch bei Amazon gefaltet kaufen,ja, ich meine, das erste, wenn man eine Fahne kauft, das erste,was man macht, ist, man haut die, verknüttelt die und haut die in die Waschmaschine,damit niemand sieht, dass man die gerade erst gekauft hat. Selbst dafür hatten die keine Zeit.
Tim Pritlove
Ja, hast du dich schon mal gefragt, wozu es Amazon Same-Day-Delivery gibt für solche Notfälle?
Jean Peters
Ich wusste gar nicht, dass du so flaggenstilbewusst bist.
Linus Neumann
Ich bin flaggenstilbewusst.
Jean Peters
Ich bin flaggenstilbewusst.
Linus Neumann
Meine Logbuch-Netzpolitik-Einhorn-Standarte-Flagge. Ich bin auch sehr froh,dass sie jetzt inzwischen durch mehrere Aufenthalte in Gewitter und schlechtemWetter so leichte Fetzen am Ende hängen.dass sie jetzt so richtig, jetzt kriegt die Patina, jetzt hat die Geschichte und so immerhin.
Jean Peters
Haben sie keine belgische Flagge da gehabt.
Linus Neumann
Weiß man nicht,aber zwei bei diesem Treffen der Gründung der Werteunion, zwei anwesende Personenbei diesem Treffen und zwar die Simone Baum und Silke.
Jean Peters
Schneider ich weiß nicht, ob Manuela oder Michaela Michaelaschneider.
Linus Neumann
Ich habe es selber gemacht und wohnt. Ich gucke mal schnell bei mir.
Jean Peters
Michaelaschneider, glaube ich. Ja.
Linus Neumann
Michaelaschneider.
Jean Peters
War auch so ein No-Man's-Wort, was man mit Google nicht finden konnte.Da muss man schon viel suchen, bis man das Gesicht erkannte. Ja, okay.Also die beiden sind da und dann?
Linus Neumann
Ja, und da gründet sich gerade die nächste Partei. Also da sollte sich ja schon,Simone Baum und Michael Schneider genauso.Und ich guckte diese Tim, so kannst du doch nicht. Das ist doch,das gehört doch unter Strafe.Das ist doch hier diese gefaltete Flagge. Das ist doch irgendwie,damit kannst du doch Also.
Jean Peters
Beschwer dich mal nicht, dass man Deutschland zusammenfaltet. So.
Tim Pritlove
Jetzt regt euch mal ab. Ich würde gerne mal darüber reden wollen.Also ich war ja auch auch auf dieser Demo. Ich habe mir dann auch diese Reden,angehört. Ich muss zugeben, dass ich mich generell mit Demos und der Demokulturso ein bisschen schwer tue.Ich weiß nicht, warum immer alle die ganze Zeit schreien müssen.Also wozu hat man da ein Mikrofon und einen Lautsprecher?Ja, das ist laut genug, aber es muss immer die ganze Zeit alles immer geschrienwerden, um irgendwie seinem also ich weiß nicht, also bei mir kommt das nichtso an, dass damit irgendwas unterstrichen wird.
Jean Peters
Kannst auch mal ganz vernünftig was recherchieren und publizieren. ganz leise.
Tim Pritlove
Also man kann natürlich schon ein bisschen Emotionalität haben,aber es ist halt von verschiedenen Vortragenden wurde einfach der Schreistil gepflegt.
Jean Peters
Und das ist schön.
Tim Pritlove
Habe ich auch noch hingenommen, was ich ein bisschen vermisst habe,ich meine, nicht, dass ich jetzt irgendwie so eine Martin Luther King Rede erwartethätte, aber die Gelegenheit,wenn man so 250.000 Leute da stehen hat, gut, die werden wahrscheinlich auchmit ihren Lautsprechern nicht weit gekommen, aber es ist auch auch irgendwiealles gestreamt worden, wie auch immer.Es wurde halt viel über so, wir sind die Brandmauer,die keiner aufhält. Ich weiß nicht, Brandmauern bewegen sich jetzt offensichtlich.
Linus Neumann
Ey Tim, jetzt kannst du die so vereindeutsche Sprache...
Tim Pritlove
Ich fand die Bilder halt ein bisschen schwierig. So, und okay,kann ich auch alles noch irgendwie hinnehmen.Mir fehlte nur so ein wenig, also es wurde viel beschworen, dass jetzt allezusammen sind und sind alle gegen irgendwas.Was mir aber einfach gefehlt hat, war dieses, was machen wir jetzt damit,was ist wichtig, weil es ist ja auch klar, diese Demos werden nicht ewig weitergehen,sondern das wird sein Ende finden im News-Cycle, in der Erschöpfung.Leute werden denken, ich war ja schon ein-, zwei- oder dreimal jetzt auf einerDemo, jetzt habe ich ja auch genug getan und dann droht es sozusagen,okay, vielleicht glaubst Du glaubst es nicht, aber mir fehlte sozusagen dieAnsage in dieser Hinsicht.Die Frage ist, was muss geschehen? Meiner Auffassung nach muss es halt jetzteinfach mal eine klare Erkenntnis geben, dass das halt...sich im Wesentlichen eigentlich in Wahlbeteiligung ausdrücken muss.
Jean Peters
Ja, gut. Also Wahlbeteiligung kannst du machen. Finde ich auch wichtig.Wollen wir hoffen. Habe ich keinen direkten Einfluss drauf.
Tim Pritlove
Also mit den Personen, die jetzt konkret auf dieser Demo waren.Es werden ja jetzt nicht alle anfangen.
Jean Peters
So effektivistisch zu werden. Aber da bist du, glaube ich, wenn du das auf Wahlbeteiligung,hast du ein Demokratieverständnis, was sehr, will ich dir jetzt nicht unterstellen,aber sehr verengt ist. Nämlich alle vier Jahre einmal Kreuz machen.Es gibt ja dazwischen noch sehr, sehr sehr viel, nämlich zivilgesellschaftlichesEngagement und auch, und das muss man an der Stelle, da wird sehr viel diskutiert,ein AfD-Verbot einzuleiten.Und wenn das AfD-Verbot eingeleitet wird und darauf kann man Druck ausüben.Dann ist die Frage für mich einzig und allein nicht das Ob, sondern das Wie.Denn das Ob, da bin ich jetzt als Nicht-Jurist der Überzeugung,dass die Belege auf dem Tisch jetzt liegen.Nicht nur von uns, sondern auch vom Spiegel und von anderen Zeitungen,die jetzt weiter daran arbeiten,Da hast du eigentlich genug Material, wenn man sich das KPD-Urteil anguckt,wo das ja schon durchexitiert wurde und KPD wurde verboten, dann kann man sagen, die AfD,glaube ich, ist da wirklich ein Pfeil für ein Verfassungsgericht.Wird das denn verboten? Dann hast du natürlich ein Problem.Dann hast du 30% der Deutschen, oder 20 oder was, die sagen,ich wollte gerade da ein Kreuz machen, jetzt kann ich doch kein Kreuz machen, was machen wir jetzt?Gut, dann kannst du Wagenknecht gehen, kannst du Maaßen gehen,kannst du im Bündnis Deutschland gehen, da gibt es Alternativangebote, kannst du alle machen.Aber trotzdem glaube ich, dann ist die Frage, wie kann man das politisch auffangen?Und welche Instrumente Und da rede ich jetzt aus zwei Richtungen.Das eine sind die Parteien, also Grüne, FDP, SPD, CDU und Die Linke.Was macht ihr, damit ihr nicht im Verdacht seid, dass ihr einfach nur irgendwenverbieten wollt, die euch nicht wählen wollen.Und aber auch, was machen wir denn als TV-Gesellschaft? Wir sind ja nicht entlassen,nur weil wir einmal im Jahreskreuz waren.Das heißt, ich weiß, ich bin da jetzt kein Experte, das ist ja auch nicht meinJob, aber eine Idee, die mir in den Kopf kommt, ist Bürgerräte in jedem fucking Dorf aufzubauen.Entschuldigung, wenn ich fucking gesagt habe, feine deutsche Sprache.Also in jedem Dorf aufzubauen. Fickend.Fickend heißt das. Fickend. Ein korpulierendes Bürgerräte zu machen.Nee, im Ernst. Also irgendwelche Auffangmöglichkeiten zu machen.Und ich muss da ja auch schon sagen.Und Parteien, so wie sie heute agieren, die großen Parteien,glaubst du denen ein Wort, das sie sagen mit ihrem ganzen PR-Management?Hast du nicht das Gefühl, dass ein Scholz heute das sagt und morgen das sagt?Da ist ja ein großes Misstrauen zu Recht entstanden mit Cum-Ex.Das ist ja nicht so, als wäre das Misstrauen irgendwie daher fantasiert.Ja, und was mich halt fasziniert, ist, dass dann so ein Habeck,der versucht hat, mal Tacheles zu reden und zu sagen, ey, wir leben hier inWidersprüchen, das ist alles nicht einfach, wir werden jetzt für schwierige Sachen.Der hat ja mal einen anderen Kommunikationsstil gemacht und trotzdem wird er gejagt.Also wir haben da noch keine kommunikative Lösung, weil die Kommunikation ist nicht alles.Das heißt, eine andere Sprache oder ein anderes Thema ist Gerechtigkeit.Gehen wir mal in Eigentum ran? Können wir Umverteilung mal anfassen?Ist das was, was wir uns auch überlegen müssen als Lösung?Das ist erst ein riesen Diskurs. Wie fängst du das auf, wenn du die sogenanntenSorgen der Bürger ernst nehmen willst? Ja, dann musst du Umverteilung machen.Das ist mein Vorschlag. Vielleicht gibt es auch andere Wege.Aber wie kann man das aufmachen?
Linus Neumann
Also Umverteilung auf jeden Fall, aber von unten nach oben oder von oben nach unten jetzt?
Jean Peters
Von links nach rechts. Rechts nach links. Ja.
Tim Pritlove
Aber jetzt bist du bei politischen Maßnahmen angekommen und ich habe jetzt explizitdavon gesprochen, was machen die Leute, die jetzt aufgeschreckt sind und sozusagen bereit waren,zumindest schon mal auf eine Demo zu gehen, weil sie ein Standing haben wollen. Was ist es?
Jean Peters
Die gucken in ihrem direkten Umfeld erstmal. Wen kenne ich da,wer die AfD wählt? Wen kenne ich da, der organisiert ist?Was kann ich denn da machen, um den Faschismus zu bekämpfen?Also gehen wir wirklich mental mal an, und das ist wirklich nur ein Gedankenexperiment,das ist kein Vergleich, das ist ein Gedanke an 1933.Was wäre, wenn ich in der Zeit wäre und ich würde sehen, irgendeine Tante undOnkel von mir sagt, naja, das ist ja gar nicht so schlimm und das machen wir jetzt mal.Was mache ich dann? Und dann sei kreativ. Also es gibt so viele Wege.Bist du Jurist, machst du das. Bist du Journalist, machst du das.Bist du irgendwie, was weiß ich, Landwirt, dann sagst du, ey,pass mal auf, lass uns gerne für Agrarsachen demonstrieren, aber vielleichtfür solidarische Landwirtschaft und für eine Umverteilung und so weiter.Also überleg dir gut, was du machst, damit du, wenn du etwas tust,die Nazis nicht applaudieren.Das ist die Folie, die auf jede deiner Handlungen drauflegen muss.
Tim Pritlove
Ich finde das einen schönen Wunsch. Ich glaube noch nicht so richtig daran,dass die Landwirte das erhören werden.Weil das muss man sich nur die letzten Wochen ja anschauen, wie es gelaufen ist.
Jean Peters
Es gibt super coole Landwirte. Ja.
Tim Pritlove
Natürlich gibt es super coole Leute, aber wir reden jetzt wirklich mal von demGroßteil der Gesellschaft.Und man wählt auch nicht nur alle vier Jahre. Man wählt eigentlich fast jedesJahr. Ja, man wählt immer irgendwas.Man hat Europawahl, man hat Regionalwahl, man hat irgendwie Kommunal-, also Landeswahl etc.Also es gibt vielfältige Möglichkeiten immer wieder in irgendeiner Form was zu machen.Ich habe zum Beispiel, habt ihr das mitbekommen, in Polen gab es ja sogar eineAktivität von jungen Leuten, die sich alle wieder in ihren Heimatorten gemeldethaben, drei Monate vor der Wahl,um dort sozusagen die Stimmenmehrheiten auf dem Land ein wenig zu beeinflussen.Das ist wohl ein richtig großes Ding gewesen, die sechsstellige Zahl von Leuten, die das gemacht haben.
Jean Peters
Es gibt auch gerade eine Bewegung in Deutschland.
Tim Pritlove
Könnte man in Thüringen auch mal machen.
Jean Peters
Ja, es gibt eine Bewegung von Leuten, die aus Thüringen und Sachsen und so weiterweggezogen sind, sich wieder dort zu melden, um dort zu wählen.Why not? Ich meine, ähm.
Tim Pritlove
Nichts davon ist jetzt das Allheilmittel, aber ich denke halt,dass tatsächlich auch dort und vor allem wahrscheinlich für die meisten Leutees im Rahmen der Wahlen jetzt die Möglichkeit gibt,leicht einen Unterschied zu machen.Das sollte man schon nochmal darauf hinweisen. Wir machen das auf jeden Fall jetzt mal.
Linus Neumann
Eines, also ich meine,die Einsicht, die ja irgendwie vermittelt werden muss, ist, dass wir die politischenHerausforderungen, die irgendwie vor und um uns stehen, gemeinsam bewältigen müssen.Und dass es nicht so ist, dass, also selten war der Feind irgendwie ärmer als wir.Und ohnehin schon unterdrückter als wir.Also es ist ein relativ einfacher Check ist so, ist die Person,die du gerade für deine Unzufriedenheit verantwortlich machst,privilegierter als du oder weniger privilegiert?Wenn sie weniger privilegiert ist, bist du im Zweifelsfall irgendwie nicht auf dem richtigen Weg.Ja, weil Privilegien akkumulieren sich oben, genauso wie das Kapital sich aneinigen Stellen akkumuliert und das ist, die Idee der Politik ist dem entgegenzuwirkenoder die Idee der Demokratie ist dem entgegenzuwirken.Deswegen sind wir den weiten Weg gegangen von Gewaltherrschaft über Monarchienund sonstigen Unterdrückungen, aus denen wir uns alles rausgekämpft haben, in die Demokratie.Und natürlich gibt es eine ganze Menge Leute, die mir nicht gefallen,mit denen ich nichts zu tun haben will und denen jetzt vielleicht auch nichtmeine unbedingte, unmittelbare Aufmerksamkeit gilt, aber das heißt noch langenicht, dass ich es zum primären Ziel mache,die auszuschließen von einer Teilhabe an der Gesellschaft.So bescheuert, so wahnsinnige Ideen, wie Donald Trump hat irgendwie mit einerGrenze zum Staat Mexiko, die dann irgendwie den größten Teil des Zementvorkommensdes Planeten benötigt. Nein, das ist jetzt übertrieben.
Tim Pritlove
Du meinst die Mauer, nicht die Grenze.
Linus Neumann
Die Mauer, die Grenze gibt es ja, aber der wollte ja da eine Mauer hin machen.Also so irrsinnige Ideen, wo man sich überlegt, die Gesellschaft,die man für die Zukunft haben möchte,die muss ja mit einer Utopie verbunden sein.Die müssen ja auch Leute mitmachen.
Jean Peters
Ja.
Linus Neumann
Du kannst ja nicht, es geht ja nicht zu sagen, wir haben eine gesellschaftlicheUtopie, dass hier alle eine weiße Hautfarbe haben und alles was wir dafür brauchenist so und so viele Millionen Menschen aus diesem Land vertreiben,da ist doch kein Problem mit gelöst.Ganz im Gegenteil, du hast eine ganze Menge neuer Probleme.Du hast eine ganze Menge neuer Probleme, unter anderem, dass auf einmal eineganze Menge Arbeit nicht gemacht wird.Und zwar die ganzen Knowledge Worker und die intelligenten Leute,die uns in diesem Land fehlen und die wir brauchen,um den Osten zu zivilisieren, der jetzt 15, 20 Jahre Braindrain hatte,die müssen ja irgendwo herkommen.Ja und das ist also wirklich so, es ist halt wirklich scheiße,dass wir gerade eine Menge komplexer Probleme haben und auch Schwierigkeitendamit haben, uns diesen Problemen,Ja, stabil gegenüberzustellen und uns gut gegen diese Probleme zu positionieren.Aber ich denke nicht, dass eines der, also wirklich keines der Probleme,dass so eine AfD-Wählerin um den Schlaf bringt,wird dadurch gelöst, dass du irgendwie mit riesigem Aufwand Menschen aus diesem Land vertreibst.Also keines. Kein einziges.
Jean Peters
Nee, natürlich nicht.
Linus Neumann
Und das ist doch die Einsicht, die irgendwie vermittelt werden muss.
Jean Peters
Ja.Gut.
Linus Neumann
Kommen wir nochmal zu lustigen Sachen. Jemand hatte ein Saunaboot.
Jean Peters
Jawohl.
Linus Neumann
Was ich eine sehr gute Idee finde bei einer Recherche, die im September.
Jean Peters
November.
Linus Neumann
November, November, Entschuldigung natürlich, November.
Tim Pritlove
An meinem Geburtstag haben die sich getroffen. Das ist ja auch kein Zufall. Sauerei.
Linus Neumann
Also wenn ich im November,recherchieren müsste, würde ich auch sagen, wenn ich mich dann auch noch ander frischen Luft aufhalten muss, würde ich schon sagen,Saunaboot.
Tim Pritlove
Also worauf du anspielen möchtest ist, es wurde das Ganze ja technisch begleitet,unter anderem auch fotografisch und es gab verschiedene Winkel,von denen Fotos gemacht wurden und einer war halt von Süden aus,da wo der schöne Lenitzsee ist, wo das Gästehaus ja liegt.
Jean Peters
Genau. Also das Lustige ist, bei der Rezeption lag so ein Flyer aus.Übrigens lag da ein Flyer aus auch von, ich weiß gar nicht, wie der heißt, Fotobox Peters oder so.Und da konnte man sich so einen Fotografen mieten, der so eine Fotobox aufstellt.Da sind wir nicht drauf gekommen.Das wäre natürlich genial gewesen, so einen lustigen Fotografen,der so Erinnerungsfotos macht mit allen Gästen.
Linus Neumann
Mit Nazis, also so ein schönes Porträt mit lustigem Mut oder so.
Jean Peters
Aber es gab auch das Seekult. Also allen, die jetzt gerne mal eine Saunaerfahrungmachen wollen auf dem Saunaboot in Potsdam, empfehle ich hier an der Stelle Seekult.Die hatten da Flyer ausliegen und man konnte sich ein Saunaboot mieten,zwei Kilometer entfernt und damit direkt bis dahin schippern.Das haben wir uns natürlich nicht zweimal überlegt, sondern gedacht,ja super, wie können wir denn hier Fotos machen von vorn, von hinten?Greenpeace an der Stelle will ich auch erwähnen, haben Autos dahingestellt undvon der einen Seite, von den Eingangskameras observiert,haben so alles zur Verfügung gestellt und Seekult hat uns, uns wissen wir wen,aber einfach ein Daunafloß zur Verfügung gestellt, mit dem wir fünf Meter entferntvon der Wiese, die direkt an dem Hotel war,Haben wir dann geankert, oder ich war nicht dabei, aber Kolleginnen waren da drauf.Und das war, also da hast du drei Leute drauf, der eine mit so einem Telesport-Objektiv,die andere Person war mit verfrorenen...
Linus Neumann
Siehst du das jetzt hier auf dieser Welt?
Jean Peters
Genau das.
Tim Pritlove
Gab es gar Rabatt hier, Rabattaktion. Unter der Woche, im November, ja.
Jean Peters
Ja, aber war dann, also die andere Person war dann am Motor...
Linus Neumann
Die eine hat sich mal aufgefärbt und der andere musste Fotos machen.
Jean Peters
Aber die andere Person war am Motor immer sozusagen mit gefrorenen Händen unddie dritte war mit so Ferngläsern und hat immer gesagt, ja fünf Meter vor,fünf Meter zurück und dann und dann,Fotos gemacht und es war genau, das war eine ganz schöne das war natürlich lustig,weil es mit allem Engagement,Fotos gemacht wurden, aber wir hatten auch auch ein Reporter,also es waren verschiedene Perspektiven.Das eine waren wie gesagt diese Autos mit Dashcams drin, das andere waren dieSauna-Flows, das dritte war ein Reporter, der drin war, mit seiner Uhr da gefilmt hat,mit so einer Uhr, die eine Kamera drin hat und er hat ja mittlerweile jede zweiteUhr und da rumgelaufen und so einen Kaffee gefragt hat.Das waren quasi die drei Perspektiven, die wir hatten, um zu gucken,dass wir die wirklich alle erkennen können und unsere Quellen uns da ja sozusagennicht nur erzählen müssen, sondern, oder wir das von den Quellen bekommen, wer da wahr sein.
Tim Pritlove
Das war ja auch wirklich ein Highlight in dem Bühnenstück, was wir nochmal würdigensollten zum Ende der Sendung.Ich war ja vor Ort und mir das irgendwie angeschaut und Das Bühnenstück meinstdu jetzt? Das Bühnenstück.
Linus Neumann
Ja.
Jean Peters
Moment mal.Die haben wir aber nicht auf der Kamera gehabt. Das haben wir gekauft.
Tim Pritlove
Weißt du, Obsekt, ne? Ne, ich war im Berliner Ensemble bei dem Stück,wo wir schon erwähnt haben, dass du da Autor, Autor, Co-Autor,ich weiß nicht, du hast das mit den Leuten zusammen...
Jean Peters
Lolita Lachs und Kai Vogels, ja, das sind die zwei, mit denen ich das gemacht habe. Ja.
Tim Pritlove
Ich fand das eine sehr würdige Veranstaltung und die auf der einen Seite das gut rübergebracht hat.Ich bin gar nicht so ein Theatertyp, muss ich dazu sagen. Ich hab's irgendwienicht so mit Theater, aber das hab ich alles sehr genossen.
Jean Peters
Gibt's übrigens bei, in der ARD Mediathek, kann man sich das mal angucken.
Linus Neumann
Und auf YouTube da auch noch, oder? YouTube.
Jean Peters
Genau, überall.
Linus Neumann
Ich war ja leider gezwungen, meine vier Karten zu verschenken. Eine an Tim.Und musste es im Stream schauen. Da war, während das gestreamt wurde,waren ja schon 19.000 Leute da drin.Das Ding hat jetzt irgendwie eine Viertelmillion Millionen Views auf YouTube.
Jean Peters
Für einen Theaterfilm abfilmen, ist das irgendwie nicht so üblich.
Linus Neumann
Ja.
Tim Pritlove
Das dürfen gerne auch noch ein paar mehr werden, weil ich fand das einfach eine sehr,gute Zusammenfassung des Geschehens, wo dann halt auch diese witzigen Elementeeben wie mit dem Saunafloß oder mit dem nach Kaffee gefragt Mann so wunderbar rüber kam. Oder Frau.
Jean Peters
Weiß ich nicht.
Tim Pritlove
Ja, also im Stück war es ein Mann.
Jean Peters
Ne, es war eine Schauspielerin mit Bart.
Tim Pritlove
Echt?
Jean Peters
Ja.
Linus Neumann
Oh.
Jean Peters
Okay, alles klar.
Tim Pritlove
Sorry, jetzt hätte ich mal bessere Plätze bekommen müssen.
Jean Peters
Sorry.
Tim Pritlove
Der Hasolinos war echt jetzt hier. Ey.
Linus Neumann
Ihr hattet so weit vorne gesessen.
Tim Pritlove
Okay, das ist mir nicht aufgefallen.Ja, schönes Detail.
Jean Peters
Sprachdeutscher Sprachverein, hallo. Ja.
Tim Pritlove
Also mehr kann ich da eigentlich auch gar nicht zu sagen, außer dass ich ichallen nochmal empfehlen möchte, da mal reinzuschauen.
Jean Peters
Ich glaube, was ich da gerne verarbeiten wollte, ist das Problem,das immer wieder im Stück aufkommt, wie sagst es denn?Und das ist das, was wir, also da kommt der Faschismus und die Reporter dürfennicht sagen, das ist der Faschismus, sondern die müssen sagen, das sind irgendwie.Parteimitglieder der Partei, die vomVerfassungsschutz als rechtsextrem eingeordnet wird, aber das sind halt,Einfach Faschisten. Und dass du mittlerweile in einer Situation bist,wo du jedes Wort dreimal umdrehen musst, bevor du das benennen kannst,was da vor uns steht, das haben wir versucht so ein bisschen dort auszuarbeiten.Ja, sozusagen, das ist glaube ich das Künstlerische, also abgesehen davon,dass man das erlebbar machen sollte, also die Idee, warum wir das denn überhauptgemacht haben, ist ja, dass man nach, also ich weiß nicht, ob ihr das Buch von Björn Schulhand kennt,wo er über die Erzählungen und Narrationen, ich weiß nicht, wie das heißt,Björn Schulhand hat so ein kleines Büchlein geschrieben.Und da beschreibt er, wie Informationen auf uns einprasseln und wir quasi aufdem Handy swipen von Tiger Baby über Ukraine Krieg und gar nicht mehr richtigverarbeiten können, die Aufmerksamkeit, die da gelenkt wird.Was ist jetzt wichtig und was nicht? Und dem gegenüber stellt er vor 200 Jahrenoder was, wenn der Bote kommt von der spanischen Revolution und dann alle da sitzen und hören,was hat das mit mir zu tun und da ist sozusagen die Kunde, die erzählt wird und es wird erlebt.Und wir sitzen am Lagerfeuer und erleben was und können das richtig gemeinsamdiskutieren, verarbeiten.Diesen Moment wollte ich schaffen, wollten wir schaffen im Theatersaal,dass man da gemeinsam dieses Momentum erleben kann, verstehen kann,einordnen kann, von Anfang bis Ende, nicht nur die Headline.Und dann auch den Kontext versteht. Moment mal, was darf ich denn sagen undwas nicht und wie und was und was das Problem und das.Im Journalismus gepaart, also Fakten rüberzubringen und sie immer wieder geschichtlichund eben in dem aktuellen Diskurs einzuordnen. Das war quasi die Aufgabe.
Linus Neumann
Es gab ja nicht nur positive Rezeptionen des Theaterstücks, also ich fand es super.
Jean Peters
Soll auch so sein.
Linus Neumann
Ja.
Jean Peters
Das kann auch so sein.
Linus Neumann
Es hatte Also ich fand es sehr gelungen, es hatte seine humorvollen Aspekte,genau dieses mit dem, nee, das darf man nicht sagen, das ist so ein bisschendie redaktionelle Arbeit,ein bisschen auch, man merkt den, ja wie soll man das sagen,den Frust des Redakteurs, den du jetzt auch gerade,einen oder anderen Lacher, aber natürlich auch den einen oder anderen Lacher,der dann so im Halse stecken bleibt.Es ist natürlich so eine offene, also es wurde euch glaube ich ein bisschenso zur Last gelegt, diese todernsteRecherche und Enthüllung hier ins Theater zu bringen oder so, ne?Ich konnte mir jetzt bei der Kritik die...
Jean Peters
Da möchte ich ganz klar sagen, also diese Recherche ist ein Schlag in den Magenvon einem Menschen, der seit Jahrzehnten Rassismus erlebt.Der erlebt es jeden Tag und dann kommt diese diese Recherche und ich habe gehörtvon Schulklassen, die das besprechen und merken, fast jeder in der Schulklasse,wenn das passiert, würde deportiert werden.Das ist eine reale Angst.Das ist kein fucking Witz. Und dann kriegst du mit in diesem bourgeoisen Theatersitzen da so Weiße und machen Witze.Das tut doch unheimlich weh. Und dann ist das gesamte die ganzen Schauspielerinnenund Schauspieler sind also einer da waren nicht alle, aber fast alle sind sozusagen Bio-Deutsche.Eine Person, das erkennt man nicht so richtig, das kommt nicht aus der Zeit.Aber das ist sozusagen, und dann, okay, wir haben mit der Beratung von dem Stabiler-Rücken-EV.Rassismuskritisch, aber das kommt trotzdem, auch in dem Augenblick,wo du das siehst, ist es egal, das tut einfach fucking weh.Und da verstehe ich zu sagen, ey Leute, könnt ihr mal das Maul halten,das ist nicht fucking witzig, das tut weh. und dann feiert ihr euch auch nochhier als tolle Journalisten und so. Diese Stimme ist wichtig.Und da will ich auch sagen, das ist zum Teil der Zeit geschuldet.Wir haben das Stück in...vier Tagen geschrieben, wir haben zwei Probentage gehabt, da mussten die existierendenStrukturen, die halt nun mal weiß, rassistisch durchfleucht sind, genutzt werden.Ich hatte da keinen Raum zu sagen, können wir bitte noch drei Schleifen machenund eine Ausschreibung machen und Menschen einlassen.
Linus Neumann
Das wäre jetzt auch ein bisschen, also mein, also jetzt zumindest die Personen,die die Anwesenden gespielt haben, da wäre jetzt auch Diversity ja...
Jean Peters
Ja, aber kann man machen. Also ich finde es nicht falsch. Wir haben auch Frauen,die Männer gespielt haben, Also es ist egal, alte, die jungen gespielt haben.Das finde ich alles egal.Das ist Wumpe an der Stelle.Wir hätten auch noch andere Autorinnen, wenn wir Zeit gehabt hätten,das zu machen, dann hätten wir das gemacht.Und das ist eine valide Kritik an dem Stück erstmal.Die Zeitachse ist dann nicht mitgerechnet, aber unabhängig davon ist es valide,das im Theaterbetrieb mitzudenken.Was ich aber als Antwort auch geben will ist, dass wir dieses Stück,auf eigene Kosten gemacht haben und alles Open Source gemacht haben man kanndas nutzen, also Open Source im Sinne von der Text ist online,alle können es nutzen wir kriegen viele Zuschriften, können wir es einfach wassind die Bedingungen, Lizenzen wir sagen, er antwortet immer,nutzt es einfach, macht es einfach schreibt es um, macht es anders schreibtes weiter das ist ganz üblich im Theaterbetrieb, dass man Texte nimmt und sieumschreibt Und anpasst.Und das soll bitte und gerne passieren.Also wenn jemand sagt, ich möchte das im Gorki-Theater nur mit postmigrantischenMenschen machen und ich möchte den Text komplett umschreiben,dann seid ihr herzlich eingeladen. Wir freuen uns, dass es passiert.Wir sind nicht die Krönung des Wortes und des Wissens für deutsche Sprachenvereine.
Linus Neumann
Jetzt habe ich aber natürlich schon eigentlich vermutet, dass die Sätze,die da so fallen in dem Theaterstück, dass die ja irgendwie so ein Vorbild haben.
Jean Peters
Von der Konferenz.
Linus Neumann
Also so viel kann man da jetzt nicht ändern.
Jean Peters
Doch, du kannst alles ändern. Das ist die Kunstfreiheit. Du kannst alles ändern.Das ist das Ding. Und es ist auch nicht alles, was da gesagt wird.Das ist ja das Spiel des Textes. Und Leute, die sich intellektuell damit auseinandersetzen,werden merken, wo sind die Grenzen und wo nicht.Das will ich dir zumuten. Dass du dich damit auseinandersetzt,dass du dir Überlegungen machst, was kann ich hier sagen und was nicht.Und an welcher Stelle muss ich sagen, das hier ist jetzt frei erfunden.Und das hier ist jetzt umgeschrieben. Und das hier werde ich jetzt nicht sagen,weil das Nazis sagen und ich will nichts reproduzieren.Wir haben es damit gelöst, dass wir Dinge gesagt haben, daraufhin sich Leuteund das war übrigens bei uns in der Redaktion genau so.Ich habe da eigentlich Redakteure zitiert, die gesagt haben,das kannst du doch nicht im Text schreiben.Das ist doch ein Nazi-Ausdruck, nicht assimilierter Staatsbürger.Der meinte, mein Kollege, wenn du dieses Wort abdruckst, dann machst du die Tür auf zu Buchenwald.Das ist der direkte Weg ins KZ. Und wir haben gesagt, nee, wir müssen es aberbringen, weil die das gesagt haben, nicht assimilierte Staatsbürger.Und dann müssen wir es aber einordnen und sagen, das verstößt gegen das Grundgesetz. selbst.Und das haben wir dann genauso reflektiert im Theaterstück, dass wir gesagthaben, der sagt das und dann regt sich jemand auf und sagt, halt dein Maul.Das kannst du nicht sagen.Und wenn andere sagen, das wollen wir überhaupt nicht reproduzieren,dann sollen die das bitte genauso spielen. Das ist willkommen.Und wenn andere sagen, wir wollen das nochmal ein bisschen irgendwie mehr kontextualisierenund wollen andere Stimmen reinbringen aus der postmigrantischen Community, dann bitte.Also es ist wichtig zu verstehen, wir haben da da etwas angestoßen und ich habedas übrigens noch nie erlebt und das sagt auch mein Kollege Kai Vogels aus dem Theater,er hat es noch nie erlebt, dass so sehr alle Theater in einem Strang,sonst ist das so viel Konkurrenz in der Kulturwelt.
Linus Neumann
Und Hans ist in Dortmund.
Jean Peters
Nee, der ist Intendant vom Volkstheater Wien, der war in Dortmund.Wir kennen uns aus Dortmund, wir haben uns dann getroffen beim Chaos ComputerClub und haben das da das erste Mal besprochen.
Linus Neumann
Beim Kongress, nicht beim...
Jean Peters
Beim letzten Chaos Computer Club Kongress, ich kenne ihn seit langem,aber da haben wir uns nochmal verabredet und,Deshalb hat er das erste Mal Inhalte aus der Recherche grob gehört,nicht im Detail, weil wir das natürlich sozusagen noch unter Verschluss halten mussten.
Tim Pritlove
Was meinst du mit, die ziehen alle an einem Strang, also was heißt das konkret?
Jean Peters
Das heißt, dass die nicht sagen, hier, ihr seid geil, ihr seid nicht geil,wir sind besser als ihr und konkurrenz, wir wollen Preise gewinnen und so.Das ist ein ganz großes Haifischbecken, die Kulturindustrie in der Theaterwelt,da haben wirklich viele gesagt, können wir das auch aufführen,können wir den Text haben, wir würden das gerne auch. Es wurde live gestreamtauf ganz vielen Webseiten von.
Linus Neumann
Ich glaube.
Jean Peters
Über 40 Theater in Deutschland. Bundesweit haben das auf ihren Webseiten gezeigt.Es wurde in Bochum und ich glaube vier oder fünf anderen Theatern live gestreamt im Theater.Es war in Bochum überfüllt. Die mussten einen zweiten Saal aufmachen,weil die gesagt haben, das ist so wichtig. Das war sozusagen,da haben alle gesagt, das ist, jetzt hören wir auf mit der Kritik an,du bist besser, du bist geiler, du bist Dings.Wir haben dieses Stück ja wirklich in zwei Probentage, also nicht mal,jeden Tag waren drei bis vier Stunden.Und es war kein Stück, was von Exzellenz, also ich muss sagen,die Schauspieler waren unglaublich toll.
Linus Neumann
Die Schauspieler waren exzellent.
Jean Peters
Die waren unheimliche Profis, die können die Materie sofort verarbeiten.Aber die hatten auch alle.