LNP254 Exit from Brexit

GPN18 — Brexit — EFAIL — Finfisher — Cellphone Tracking — Hack Back Revisited — LNP256

Nach unserer Stippvisite auf der GPN18 (die uns bestens gefallen hat) nehmen wir ein wenig Feedback auf und sprechen auch mal über den Stand der Dinge beim Brexit, bevor wir dann im Detail darlegen, was es mit dem vielberichteten EFAIL Angriff auf E-Mail-Software und ihre Verschlüsselungskomponenten auf sich hat. Weiterhin blicken wir in die Türkei, wo offenbar deutsche Spionagesoftware gegen die Opposition eingesetzt wird. Dann interpretieren wir die aktuellen Zahlen zur Funkzellenabfrage in Berlin, übersetzen die Aussagen vom Chef des Verfassungsschutzes in einfaches Deutsch und reißen dann den Schleier von LNP256, in dem wir unsere Gäste vorstellen.

Dauer: 1:48:39

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Feedback: Brexit

Efail

Finfisher in der Türkei gegen Opposition eingesetzt

Cellphone-Tracking

Maaßen spricht langsam Tacheles, was Hackback wirklich bedeutet

Termine

LNP256

48 Gedanken zu „LNP254 Exit from Brexit

  1. fettes lob für die ausführungen zu brexit die im einzelnen ja vielfach schon durchkamen,
    vor allem aber weil mit diese interaktion Podcast,Hörer, Feedback, besser machen gefällt

  2. Danke für euren Podcast immer wieder sehr interessant, besonders auch für mich als nicht ITler*in. Jedoch kann ich diesmal helfen, die Frage warum in Britz so oft abgefragt worden, hängt vermutlich mit der Serie von Brandanschlägen auf Menschen die gegen Rechts kämpfen zusammen. Britz ist leider das Zentrum des Naziterrors in Berlin.

    Wo ich auch noch hier bin, möchte ich Werbung für meinen eigenen kleinen Podcast machen: The Red Line – Thema internationale Politik.

    Nochmal Danke.

  3. Also ganz, ganz großes Dankeschön für den sehr ausführlichen Brexit-Kommentar von Tim. Ich sehe das alles sehr ähnlich und hätte auch noch so viel dazu zu sagen, aber die LNP-Kommentarspalte ist dann wohl doch nicht der richtige Ort dafür. Ich denke, die Hoffnung, dass der Brexit doch noch abgewendet werden kann, ist zumindest noch nicht gestorben, auch wenn es im Moment sehr düster aussieht. Zu guter Letzt noch sorry an Linus, wenn ich da etwas vorschnell war, mir war nicht klar, dass du dem Tim mit den Brexit-Witzchen vor allem Moderationsbrücken baust :)

    • Tolle Sendung wieder. Nicht nur Tim hat Probleme mit der Staatsbürgerschaft.. Wenn man schon die Geschlechterrolle in Frage stellt gilt das meiner Meinung für die Staatsangehörigkeit erst recht.
      Nur ist das heute politisch genauso undenkbar wie die Geschlechterdiskussion noch für 20 Jahren. Es würde ja Millionen von Nationalisten ihre Daseinsberechtigung rauben.
      Müssen UK Bürger eigentlich die britische Staatsbürgerschaft abgeben wenn sie die deutsche annehmen? Die Tolerierung der doppelten Staatsbürgerschaft gilt doch meines Wissens nur innerhalb der EU. Wie ist das mit den Europäern in UK?

      • “Wenn man schon die Geschlechterrolle in Frage stellt gilt das meiner Meinung für die Staatsangehörigkeit erst recht.”

        Steile These, die Du leider nicht mit Argumenten unterfütterst.

        Möchtest Du denn den Nationalstaat generell ablösen, oder möchtest Du deine Staatsangehörigkeit einfacher wechseln können?

        “Es würde ja Millionen von Nationalisten ihre Daseinsberechtigung rauben.” Es ist doch allseits bekannt, dass Nationalisten den Nationalstaat für ihre kruden Ansichten (Fremdenfeindlichkeit) missbrauchen.
        Wenn Du denen “ihren” Nationalstaat wegnimmst, löst das sicher nicht das Problem. Dann argumentieren sie halt in Breiten- und Längengraden, in Hautfarben, über das Aussehen, oder über die Sprache.

        Gruß

        Sebastian

        • Zum Thema Staatsangehörigkeit: Mir ist klar das die These steil ist, vielleicht zu steil. Argumentieren muss ich sie nicht, es ist ein Gedanke der einfach so stehen bleiben kann.
          Es fällt einfach auf das immer mehr Menschen auf Grund ihrer Herkunft diskriminiert oder gar kriminalisiert werden. Das geht los beim harmlosen “Wo kommst du denn her” über ein verwehrtes Wahlrecht, verwehrte Arbeitserlaubnis. Die Kriminalisierung beginnt dort wo Menschen wegen fehlender Papiere belangt werden, wobei hier zunächst von Vorsatz ausgegangen und die Beweislast umgedreht wird. Das ist eine ganz schlechte Tendenz.
          In meiner Filterblase ist mittlerweile die Mehrzahl der Leute nicht in dem Land aufgewachsen in dem sie jetzt lebt (mich eingeschlossen) und einige haben Schwierigkeiten mit Behörden im Herkunftsland (Verweigerung der Anerkennung von Ausbildungen, konsularischen Dienstleistungen, Ableistung des Wehrdienstes, Enteignung bei Abwesenheit etc.) Es geht Deutschen im Ausland so, wieviele sind schon mit Touri Visum in die USA gereist und haben dort geschäftliche Dinge erledigt .. oder arbeiten in der Schweiz unterhalb der dort geltenden Lohnkonditionen – sie kennen sie nicht mal und sind froh über die 20 oder 40 CHR/Stunde, oder als Bagpacker in Australien ohne Arbeitserlaubnis, niemanden hier ist bewusst das dies in den jeweiligen Staaten kriminelle Handlungen sind.
          Gleichzeitig kriminalisieren wir hier jeden der Gleiches in Deutschland tut. Oder es auch nur tut ohne eine entsprechende Genehmigung.
          Wenn wir uns darauf einigen das jeder hier leben darf der für seinen Lebensunterhalt selbst sorgen kann und niemanden schadet wäre das schon ein Schritt nach vorn.

  4. Der Umsetzung dieser App für die Benachrichtigung über Funkzellenabfragen in Berlin darf sich übrigens Friend-of-the-Show Ulf Buermeyer annehmen, wie er in einer der letzten Ausgaben der Lage der Nation erzählt hat. Vielleicht bekommt ihr ja für eine der nächsten Folgen ein Exklusivinterview :)

  5. Pingback: Dümmste anzunehmende Überschrift – Filterblog

  6. Zu Brexit und Wissenschaft: “Meine” Provinzhochschule in Randlage hat testweise mal Professor*Innen-Stellen auf einem britischen akademischen Karriereportal ausgeschrieben. Wir hatten in wenigen Tagen über ein Dutzend Bewerbungen im Fachbereich Ingenieurwissenschaften. Gut für uns natürlich, aber ich glaube da ist vielen Leuten auf der Insel noch nicht im Ansatz klar, was ihnen aktuell an Kompetenz abhanden kommt.

    • Deswegen wirds auch keinen (echten) “Brexit” geben. Die Bindung an den Kontinent wird bleiben will man wirtschaftlich nicht abrutschen. Bekommt dann alles nur einen anderen Namen. In Downing Street No. 10 wird nur überlegt wann und wie man das den eigenen Leuten am besten verkauft.

  7. Wie immer ein super Podcast! Ich habe eine Rückfrage zu Efail: Da die verschlüsselte Email manipuliert werden muss, würde es nicht helfen wenn der Absender zusätzlich seine Email mit PGP signiert? Wäre damit eine Manipulation nicht ausgeschlossen?

    • Leider nein: Die Nachrichten werden ja dennoch angezeigt – nur mit dem Hinweis, dass die Signatur nicht stimmt. Es sollte auch kein Problem sein, existierende Signaturen zu entfernen: Es gibt keinen direkten Bezug zwischen Verschlüsselung und Signatur, die Angreiferin könnte also den manipulierten Ciphertext in einer separaten E-Mail valide mit $irgendeinem Key signieren.

      • Das die Mail nicht mit irgendeinem Key sondern mit dem richtigen Key signiert wurde, lässt sich doch über den Fingerprint des Keys feststellen.

  8. Klasse podcast – as usual –

    Fragen an Linus
    – hast Du oder hat jemand anders die firewall Einstellungen für den EMail Client irgendwo mal dokumentiert, klingt sehr sinnvoll selbst wenn ich selber nur 3 Freunde hab die PGP auch nutzen….

    – du hast ja auch ein Macbook, läuft bei dir osx / Apple Mail oder was anderes ?

    Cheers Jo

    PS danke auch fürs Schwaben und Bayern bashing in lnp253…. als in München lebender Stuttgarter fühlt man sich doch gleich richtig geliebt von Euch Anglo-Berliner Hacker-Lümmeln :-)

    • Die “Firewall-Einstellungen” sind auch sinnvoll, wenn man kein PGP-nutzt. Es sind aber eine iptables/pf/ipfw-rules, sonder application firewall-Regeln, die ganz einfach die verwendedeten IMAP- und SMTP-Sever und -Port-Kombinationen erlauben und alles andere nicht.

  9. Linus sagt: “Wenn ihr nicht wisst, ob ihr PGP nutzt, dann nutzt ihr es auch nicht.”
    Das stimmt so nicht (mehr). Das Projekt https://autocrypt.org/ will genau das erreichen und wird bereits von mehreren Clients unterstützt, darunter K9 Mail und Enigmail2. Es gibt also (bestimmt|hoffentlich) Nutzer*innen, denen das gar nicht bewusst ist.

  10. Schöne Ausführung zum Brexit, habe da schon länger nichts mehr gehört und mich gewundert, was da eigentlich momentan so der Stand ist.
    (@Tim: Darfst du überhaupt von “den Briten” reden? Anscheinend gehörst du ja wohl momentan auch noch dazu ;P)

  11. Moin, zum Thema Brexit, bei uns an der Hochschule oder zumindest in der Arbeitsgruppe kommen immer mehr englische Forschergruppen und fragen vermehrt Forschungskooperationen an. Denen geht der Arsch recht krass auf Grundeis. Mit Brexit, wie Tim schon sagte, fallen Großteile der Fördermittel weg und niemand ist sich mehr sicher seinen Job (PostDoc Stellen, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, usw. ) behalten zu können.

  12. Danke für die spannende und gut verständliche Sendung. Eine Sache verstehe ich allerdings nicht. Bei Angriffen auf IT-Systeme ist eine Attributierung ja generell schwierig. Wieso glaubt ihr die Android app auf FinFischer Attribut irren zu können?

    LG

    • Sie verwendet in zentralen Teilen die gleiche Code-Basis mit typischen zeitgemäßen Weiterentwicklungen und nutzt insbesondere das gleiche Backend-Protokoll wie zuvor von Gamma geleakte Finfisher-Version.

  13. Ich hatte mich ja schon vor der Abstimmung als Angehöriger der good riddance-Fraktion geoutet. Wobei ich schon erstaunt war, dass all die Jahre der anti-europäischen Agitation dann doch nur für ein 50/50-Ergebnis gereicht haben. Wenn man die Schotten herausnimmt und damit beim englischen Kern des Problems ankommt, fällt die Abstimmung allerdings schon eindeutiger aus. Mir war aber auch immer klar, dass die Briten damit Manipulation zum Opfer fallen und zwar nicht Hightechmethoden des 21. Jahrhunderts sondern der traditionellen Presse, die die Öffentlichkeit über Jahrzehnte massiert hat.

    Insofern tut es mir durchaus Leid. Wenn es nach mir ginge, würden die Briten auch nicht ihre EU-Bürgerschaft durch den Austritt verlieren. Sollte es doch nicht dazu kommen, fände ich es allerdings äußerst unbefriedigend, wenn Großbritannien ohne Abstriche in seinen EU-Status zurückgesetzt würde. Die mit der Austrittsabsicht einhergehenden Vorbereitungen und Verhandlungen haben enorme Verwaltungs- und Opportunitätskosten erzeugt. Die Briten von der Klippe zurücktreten zu lassen, ohne sie dafür in Regress zu nehmen, schiene mir geradezu fahrlässig.

    Ich will auch nochmal etwas zur Europäischen Union sagen. Für mich ist sie ein Vehikel zur Überwindung der Nationalstaatlichkeit in Europa. Wenn ihr das auch so seht, würde ich empfehlen, sie immmer an diesem Maßstab zu prüfen. Das bedeutet, es ist nicht unbedingt entscheidend, dass alle dabei sind. Denn tatsächlich kann sie den umgekehrten Effekt haben. Gegenwärtig wird die EU zum Beispiel als Feindbild zur Schärfung von Nationalismus in Osteuropa genutzt. Aber auch in der Verteidigung der Union gibt es problematische Narrative. Ich sehe da besonders zwei: Europa als das Vorbild für die Welt. Wir müssen zusammenhalten, weil allen anderen dringend auf unsere Werte warten. Damit einhergehend das andere: Wie sind bedroht (von den Menschen mit den Minderwerten) und selbst die USA haben uns verlassen. Die afrikanischen und westasiatischen Horden drängen zu uns, der Russe lauert darauf uns zu überfallen und der Chinese will alles an sich reißen.

    Solche Haltungen befördern das Gefühl, die EU ist eine fragile Errungenschaft, die man nicht gefährden darf. (Auffällig gilt das natürlich nur in manchen Fällen. Wenn man Südeuropa ökonomische Vernunft lehren muss, macht man sich keine Gedanken über den Zusammenhalt innerhalb der Union. Mal schauen wie das jetzt in Italien ausgeht.) Das birgt wiederum die Gefahr in einer Verteidigungshaltung zu erstarren. Ich würde mir aber über solche Erosionserscheinungen keinesfalls mehr Sorgen machen als über Schadwirkungen, die die EU genauso entfalten kann.

  14. Hi Linus, Tim,

    Ich habe bei euch das erste mal von Efail gehört. Ihr habt euch deutlich über
    die Berichterstattung und Ratschläge der EFF lustig gemacht bzw empört.
    So wie ihr die Meldung beschrieben habt, war ich da auch bei euch.

    Inzwischen habe ich mir die Meldung aber selbst angeschaut und finde ihr müsst
    da unbedingt noch etwas klarstellen:

    Zum einen sagt die Meldung deutlich, dass das Auschalten von PGP im Mailclient
    es eine *temporäre* Maßnahme sein soll, bis weiteres bekannt ist bzw das Problem
    weitgehen behoben wurde. Bei euch klingt es so, als würde die EFF zum
    Dauerhaften abschalten auffordern.

    Zum anderen hat diese temporäre Maßnahme, finde ich, durchaus ihre Berechtigung;
    PGP-User sind ja akut der Gefahr ausgesetzt, dass auch vergangene
    EMail-Korrespondenz mittels Efail exfiltriert wird.. nicht nur Emails, die ab
    jetzt verschickt werden. Es erscheint mir nicht als übertrieben, temporär auf
    das Lesen von PGP-verschlüsselter Mail zu verzichten wenn man einen Grund hatte
    in der Vergangenheit verschlüsselte Mails zu empfangen. Auch ist der Rat auf
    andere Kanäle auszuweichen, wenn man dringend jetzt verschlüsseln kommunizieren
    muss. Darauf geht ihr überhaupt nicht ein und durch den “schick mir keine
    verschlüsselten Mails mehr” Witz kann man da absolut den falschen Eindruck vom
    Bedrohungspotential bekommen.

    Danke für den (ansonsten ;) tollen Podcast und viele Grüße.

    • 1. primär haben wir SZ und NDR/ARD aktuell kritisiert
      2. wie viele Leute reaktivieren wohl ihr PGP, wenn sie es einmal deaktiviert haben und zu Signal „gewechselt“ haben?
      3. Es gibt sinnvollere Maßnahmen zum Mitigieren des Problems
      4. diese wurden auch von an Autoren genannt
      5. diese Aktion der EFF war beispiellos – bei vielen Bugs, sie sehr viel konkretere Bedrohungsszenarien darstellten, haben sie nicht in der Form reagiert

  15. Hier ein interessantes Interview:

    Neue Datenschutzverordnung”Stärkere Sanktionsmöglichkeiten als in der Vergangenheit”

    Fälle von Datenmissbrauch durch Facebook und Cambridge Analytica hätten gezeigt, wie dringend notwendig die neue Datenschutz-Grundverordnung sei, sagte die Datenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff im Dlf. Gerade die Profilbildung stelle im digitalen Zeitalter ein großes Problem für das Persönlichkeitsrecht dar.
    Andrea Voßhoff im Gespräch mit Falk Steiner
    http://www.deutschlandfunk.de/neue-datenschutzverordnung-staerkere.868.de.html?dram:article_id=417244

    Sie redet jedenfalls, als ob sie sich mit der Materie befasst hat.
    Aber leider sie sieht sie ihre Position sehr defensiv, d.h. reagiert nur anstatt proaktiv Initiativen anzustoßen.
    Die schleswig-holsteiner Beauftragten war da immer etwas aktiver.

  16. Hallo,
    mal eine Frage bezüglich der Tickets für lnp 256, wann werden uns die Tickets zugestellt gibt es die per E-Mail?

    Vielen Dank für die tollen Episoden

  17. Ich bin echt auf Eure Kommentierung des Facebook/Zuckerberg Kaffekränzchens heute im EU-Parl. gespannt.

    Diese gesamte Heuchelei:

    Die Grünen spielen sich hier auf als die Beschützer der Bürger.
    In ihren Twitter Kommentaren (https://twitter.com/sven_giegold/status/998907001290809344) machen sie aber fett Werbung (!) für Facebook:
    https://www.facebook.com/greensefa

    Von Parlamentariern würde ich ja erwarten, dass sie auf den Live-Stream des Parlaments verweisen.

    Und was macht die empörte Gemeinde? Nutzt die Konkurrenz-Plattform Twitter, um sich aufzuregen. Die tracken genauso und blasen Werbung rum.

    Deswegen finde ich es echt klasse, dass Organisationen wie CCC auch ihre Veranstaltungen auf eigenen Strukturen beherbergen: https://media.ccc.de/
    Ich bin kein Mitglied bei dem Verein, aber der emanzipatorische Ansatz ist einfach super!

    Oder es gibt Leute, die sich über die Marktmachen von diesen Plattformen (Amazon eingeschlossen) echauffieren und dann eben diese Plattformen unterstützen (lassen): http://www.amazon.de/registry/wishlist/2QN5CA4L3DLF7

    Also, lasst uns wieder vermehrt darüber nachdenken, eigene, autonome & dezentrale Strukturen hochzuziehen. Es geht nicht nur um den eigenen Mailserver, den eigenen Rechner oder verschlüsselte Festplatten.

    Dann müssen wir die Leute, die gute Mailserver, Diaspora-Pods, Martix.org server, unabhänige Clouds (Nextcloud, Owncloud, etc.) etc. bereitstellen eben auch unterstützen.
    Für’s Fitnesstudio oder Schwimmbad bezahlen wir ja auch.
    Ist das dann die alte Idee der Kulturflatrate?
    https://de.wikipedia.org/wiki/Kulturflatrate

    Oder können wir so was nicht über Vereine und Genossenschaften organisieren?

    Ich bin gespannt!

  18. Moin zusammen, zum Thema Termine hätte ich noch einen: Heute am 23.05. läuft in der ARD um 22:50 Uhr die Dokumentation Film “Im Rausch der Daten”, in der sehr spannend gezeigt wird, wie die DSGVO entstanden ist.
    In der ARD-Mediathek ist die Doku leider nur heute:
    http://www.ardmediathek.de/goto/tv/52623888
    Ich hab’s es leider gerade erst gesehen, sonst hätte ich mich schon früher gemeldet, aber vielleicht sieht es ja noch jemand ;-)

  19. Eine EU-Nation erfordert die Totale Mobilität, welche aus ökologischen und logistischen Gründen nicht nachhaltig ist.
    Man muss den Menschen einen Ort lassen, wo sie bleiben können. Freieste Bewegung führt zu entvölkerten Armutstaschen und ins Elend derer, die sich nicht beliebig bewegen können.

    Basically, die heutigen Eliten sind Arschlöcher, die weder Verantwortung noch Verpflichtung oder Solidarität (an)kennen.

    • Deine Logik überzeugt mich nicht. Mobilität ist nicht per-es un-ökologisch, das umgekehrte lässt sich auch von totaler Immobilität behaupten. Eliten-Gebashe hilft auch nicht weiter: ohne Eliten gibt es auch keinen Fortschritt.

    • Man muss den Menschen einen Ort lassen, wo sie bleiben können. Freieste Bewegung führt zu entvölkerten Armutstaschen und ins Elend derer, die sich nicht beliebig bewegen können.

      Klingt aber eher nach “wo sie bleiben müssen”. Auf Landflucht innerhalb eines einzelnen Nationalstaates trifft deine Einschätzung genauso zu. Würde meiner Miete durchaus gut tun, wenn die Zugezogenen in der Provinz hätten bleiben müssen. Nur dann wäre das hier vor Ort alles noch ein bisschen elitärer.

  20. Jedesmal, wenn Tim über den EU-Austritt von Großbritannien spricht, sehe ich mich genötigt auch nochmal etwas dazu zu sagen.

    Ich will mal eine Gegenthese in den Raum stellen: Wer sagt eigentlich, dass der Spuk mit der Rücknahme des Austritts vorbei ist? Die britische Gesellschaft wäre weiterhin gespalten. Die “brexiteers” könnten sofort beginnen eine Dolchstoßlegende zu spinnen und die EU-/europafeindliche Presse würde wohl kaum ihre Ausrichtung ändern. Möglicherweise säße die nächste UKIP-Evolutionsstufe bald wieder im Europäischen Parlament und würden die Ränge der EU-Gegner verstärken. Zusätzlich, wie schon letztens gesagt, dieser ganze Vorgang hat bereits jetzt enorme wirtschaftliche Kosten verursacht. Wie bestrafen wir Großbritannien eigentlich dafür, wenn wir sie zurücknehmen müssen und wer hätte den Mut dazu?

    Natürlich bin ich von einem geordneten Austritt ausgegangen. Dass sich Theresa May so stark verspekuliert hat bzw. wiederum nicht stark genug, als sie glaubte sich eine größere Mehrheit sozusagen als Referendumsdividende zu verschaffen, ist tatsächlich Pech. Die EU verhandelt zu einem großen Teil im Interesse ihrer institutionellen Selbsterhaltung. Im Prinzip richtig, aber auch hier gab es eine bessere Strategie. Man hätte von Anfang an darauf bestehen müssen mit Großbritannien ein Freihandelsabkommen nur so zu verhandeln, als wären sie ein Drittstaat. Damit wären viele britische Phantasien eingehegt worden. Nach einem Jahr, je nach Stand der Verhandlungen, hätte die Entflechtung der Wirtschaftsräume beginnen müssen. (Die ausstehenden Zahlungen von Großbritannien hätten in einem Freihandelsabkommen leicht als Sonderbezollungsrecht Platz gefunden.) Eine solche Rigorosität wäre notwendig gewesen, wobei sich wohl niemand diesen Grad an Dysfunktionalität vorstellen konnte.

    Ich gehe erstmal davon aus, dass der Austritt kommt. Deshalb zu den Bedenken: 1) Eine Wiedervereinigung mit Rest-Ulster wird wohl unausweichlich sein, egal wie gut die irische Volkswirtschaft dafür aufgestellt ist. Der Prozess wird aber vermutlich sowieso Jahre dauern. Dann kann es mit Nordirland (und den nordirischen Ansprüchen) in der allgemeinen UK-Malaise schon bergab gegangen sein. 2) Sollte Schottland unabhängig werden, könnte ein Beitritt schwierig sein, aber erstens vielleicht kommt es doch zu einer Aussöhnung in Katalonien, was die Lage entspannen würde, und zweitens glaube ich selbst Spanien wird sich zumindestens auf eine schottische Mitgliedschaft in der Europäischen Freihandelsassoziation herunterhandeln lassen. 3) Ich denke spätestens das entgültige Scheitern eines Nachfolgeabkommens im Oktober wird dazu führen, dass man die letzten Monate mit Vorbereitungen beginnt, so dass einige der vorgezeichneten Katastrophenszenarien so nicht eintreten werden, und die Wirtschaft den Austritt entgültig einpreist. Wobei die resultierenden wirtschaftlichen Einschnitte natürlich dennoch drastisch sind. Es gibt dagegen eine einfache Lösung: Eine Verlängerung des Mitgliedsstatus aushandeln. Ich bin aber nicht überzeugt, dass diese einem klaren Schnitt gegenüber zu bevorzugen ist, trotz der verschleppten Vorbereitungen.

  21. Zu Verschwörungstheorien: Das Niveau an Verschwörungstheorien, die wirklich massenkompatibel sind, geht ja über “die da oben” oder “wird alles vertuscht” nicht hinaus. Elaborierte aber versponnene Theorien à la Alex Jones sind jenseits ihres breiteren Unterhaltungswertes (für sich genommen nicht ungefährlich) ein Randphänomen, wobei sie dort zur Gesinnungsfestigung durchaus einen negativen Beitrag leisten. Sehr oberflächliche Verschwörungstheorien, am ehesten in Form von Motivzuschreibungen, würde ich dagegen zum reichweitenstärkeren Bereich der Nachrichtenfälschung bzw. Falschnachrichtenverbreitung zählen. Und daher ist glaube ich der Umgang mit Verschwörungstheorien nicht das Problem. Zumal sich das (bei denjenigen mit gewisser Plausibilität) auch deutlich entschärfen ließe, wenn die Medien mehr Ambiguität aushalten könnten.

    Zur “Lösung”: Ich denke mal Linus ist klar, wie hilflos der Verweis auf Fähigkeiten zur Einschätzung von Medieninhalten ist, die man irgendwo im Laufe seines Bildungsweges hätte erlernen sollen. Gleichzeitig übersieht selbst das unbewusste Wirkungen. Auch wenn man vier von fünf Nachrichten über Gewalt durch Migranten erfolgreich als Fälschung enttarnt, wird man demnächst vielleicht dennoch in politischen Diskussionen Einleitungen wie “Natürlich muss man auch etwas gegen Übergriffe durch Geflüchtete unternehmen” bringen, obwohl das mit Blick auf die Statistik selbst dann ein unnötiges Zugeständnis sein mag, wenn alle fünf Nachrichten richtig gewesen wären. Vielleicht kann man sich mit kognitiven Werkzeugen gegen die unbewusste Wirkung von entdeckten Fälschungen verteidigen (wobei ja selbst das von einem Teil der Forschung bezweifelt wird), spätestens bei allem was der Aufmerksamkeit entgeht und als gegeben hingenommen wird, helfen sie vermutlich nicht. Es ist eben eine Form der Umweltverschmutzung.

      • Die beiden Kommentare hier gehören natürlich zur letzten Folge. Vielleicht kannst du sie dorthin übertragen? Ich habe nachgelesen, was ich beim letzten Mal zum britischen EU-Austritt gesagt habe, und so sind sie hier gelandet.

        • Puh, ich glaube dass WordPress so etwas nicht unterstützt und direkten MySQL-Zugriff habe ich hier nicht. Deine Kommentare sind es aber durchaus wert, unter beiden Folgen zu stehen… einigen wir uns auf STRG-CV?

          • Kein Problem. Wollte ich auch so machen, aber da hattest du schon kommentiert. Wir sehen uns dann demnächst wieder, wenn ein weiteres Großbritannien-Update kommt und ich neue Kommentare dann in LNP267 fehlplatziere.

      • Also es nimmt an Sichtbarkeit zu, im geschlossenen Bereich wurde das schon immer betrieben. In linken Gruppen werden auch deutlich wildere Zuschreibungen und Spekulationen diskutiert, als man dann bereit ist in die breite Öffentlichkeit zu tragen. Vermutlich hat sich für rechte Propagandisten dank der direkten Publikumsbeziehung die Kalkulation verschoben: Im Mainstream als Lügner dargestellt zu werden – und so deutlich wird das selten benannt – ist nicht so schädlich, wie Lügen für das Anstacheln der eigenen Teilöffentlichkeit nützlich ist. Idealerweise wird man dann selbst der Mainstream dieser Teilöffentlichkeit siehe Fox News. Wenn ich allerdings gerade an die Bildzeitung denke, da gab es verschwörerische Thesen doch auch schon immer, nur mit einem Fragezeichen dahinter als Feigenblatt.

        Das Problem ist Normalisierung. Eigentlich müsste man den AFD-Politiker in der Talkshow als “Sie hat in den letzten drei Wochen zu unserem Thema Falschmeldungen auf Twitter verbreitet und ist der Meinung mit Deutschland geht es den Bach runter.” vorstellen. Das traut sich niemand, vermutlich wäre es aber auch kontraproduktiv. Unser Zugriff auf das Tatsächliche ist am Ende eben doch begrenzt. Zweifel auszuräumen ist aufwendiger als Zweifel zu streuen. Und so kann man einen Tag Unsinn erzählen und wird am nächsten Tag eben doch wieder ernstgenommen. Von Tag zu Tag das ist nicht die Ebene, auf der man gewinnen kann.

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