LNP115 Heiland aus Digitalien

NSA hackt und sammelt — Netzneutralität — WikiLeaks leakt FinFisher — Uber — Leistungsschutzrecht — Kimble — Datenschützer mahnen Mail-Betreiber — Google-Algorithmus

Die NSA steht im Verdacht deutschen Providern noch etwas näher auf den Pelz gerückt zu sein, diese finden aber beim Entlausen nur Flusen. Dafür darf die NSA in den USA zunächst weiter machen wie bisher. In der EU ist Netzneutralität ein Thema der sich noch nicht konstituierten Kommission und Günther Oettinger gesellt sich als viertes Fragezeichen zum Deutschen Internettrio hinzu. Auf der anderen Seite des Planeten trommeln Eduardo und Julio für Kimbles neue Internetpartei, was uns die Braue lupfen lässt und unser Justizminister hätte gerne mehr SEO-Spam da er Google zwingen möchte, seinen "Algorithmus" offen zu legen. Mit anderen Worten: auch in dieser Woche kein Mangel an Unterhaltung.

Dauer: 1:41:48

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NSA hat deutsche Provider gehackt

NSA darf weiterhin Metadaten sammeln

Netzneutralität in den USA und der EU

Wikileaks: Mehr Spy Files & Finfisher Leak

Eilverbot von Uber aufgehoben

Leistungsschutzrecht: Suchmaschinen werfen Verlage raus

Snowden, Greenwald und Assange für Kimble

Datenschützer mahnen Mail-Server-Betreiber

Google soll Algorithmus offen legen. Meint Heiko Maas.

31 Gedanken zu „LNP115 Heiland aus Digitalien

  1. Zu Google: Im Prinzip habt ihr alles dazu gesagt. Im Augenblick gibt es da > 20 Informationssysteme und mehrer Ranking-Algorithmen, die die Ergebnisse zusammenfuehren. Auch bei Google versteht im Detail niemand mehr, warum nun X vor Y gerankt ist: Dazu ist das Gesamtsystem einfach viel zu komplex und basiert auf einer viel zu grossen Menge an Daten.

  2. Wenn die NSA Stellar infiltriert hat können sie auch an die Schlüssel/Zertifikate gekommen sein mit denen die Sateliten Verbindungen transportverschlüsselt sind. Mit einer Bodenstationen (Bad Aibling, Königswarte, Onyx etc.) wäre es doch möglich einen Fulltake der Kommunikation zu machen ohne die Daten direkt vor Ort ausleiten zu müssen. Also falls die überhaupt Verschlüsseln, oder ist mein Ansatz zu naiv gedacht?

  3. Wichtig finde ich auch zu erwähnen das man jetzt vielleicht gerade nochmal über DeMail nachdenken sollte. Wo doch das Netz der Telekom aufgehebelt wurde (von der NSA).

    In diesem Licht lässt sich DeMail garnicht mehr verkaufen und stibt hoffentlich an dem Geburtskrampf.

  4. Da zeigt sich, dass Ihr beiden unfähig seid politisch klug zu handeln. Anstatt sich zu freuen, daß der in seiner Vergangenheit eher destruktiv auftretende KimDotCom sich endlich aufrafft sich überaus nützlich, effektiv und kapitalintensiv für fundamentale Freiheits- und Menschenrechte einsetzt seid Ihr entsetzt, daß sich Assange, Snowden & Greenwald mit ihm zusammenschließen um eine Five-Eyes Marionettenregierung zu stürzen.

    Was der Kim da soweit geleistet hat dürfte sein gesellschaftlich früheres Parasitentum wohl aufwiegen und selbst wenn nicht gilt immer noch:
    Der Feind meines Feindes ist mein Freund.

    Andererseits läßt diese unheilige Koalitation auch tief blicken wie unglaublich isoliert Assange, Snowden & Greenwald sind, und wie wenig REALE Unterstützung sie doch insgesamt von der Masse der Bevölkerung erfahren und somit auf etwaige Oligarchen (Omydar), Linkspopulisten (Correa), Nationalisten (Putin) oder eben Kim angewiesen sind. Eben weil so viele Idioten immer alles totquatschen oder al gusto sektieren.

    Die unsachlichen Ausführungen über Kims Privat- oder Spekulation über Sexualleben sind natürlich völlig daneben, zeugen von minderwertigen Affekten als Ausgleich zu fehlenden Argumenten – und katapultiert die ehemals gute Sende in Richtung Quatschcomdedyclub.

    Schämt Euch

      • Man kann Torsten, dem heise Verlag und der taz nur danken, dass sie sich Schmitz’ Rechtsanwalt-Sturmtruppen entgegengestellt haben.

        Und was den Kimble-Report angeht: DAS wäre mal ein Text, der auf Wikileaks landen sollte.

        Eigentlich können einem A,S & G nur leid tun. Man müsste eigentlich hoffen, dass Schmitz wirklich zum Heiligen aufgestiegen ist, denn sonst werden sich diese doch sehr verdienten Leute da echt die Finger verbrennen.

        • Also beim Zuhören habe ich auch gedacht dass ihr es ein wenig mit dem Nachtreten übertreibt, wusste da allerdings noch nicht dass der noch bis 2012 Leuten wie Kleinz seine Anwälte auf den Hals gehetzt hat.

          Was mich ein wenig überrascht, denn ich nehme ihm seine “Wandlung” schon grösstenteils ab. Der hat ja nicht nur seine winzige Asiatin, sondern auch 4 oder 5 Kinder von ihr. Nach eigener Angabe künstlich gezeugt, um weiteren geistigen Bildern vorzubeugen. Und dass der die Blagen absolut verehrt und das sowas einen gerade erst 40jährigen radikal verändern kann, das ist mir plausibel und kann man auch täglich auf Twitter verfolgen.

          Und da hat man auch verfolgen können, wie er seine “Internet Party” aufgebaut hat, und das war schon aller Ehren wert, mit App und gemeinsamer GrassRoots-Programmfindung etc pp, so wie es die Piraten hier nie richtig hingekriegt haben. Und die “Chefin” ist ne alte Bürgerechtlerin von hoher Glaubwürdigkeit.

          Und den Herren Internethelden geht’s natürlich ganz konkret darum, eins der fünf Augen am nächsten Wochenende blind werden zu lassen. Und dafür haben sie den US-Vasallen John Key klipp und klar der Irreführung der Öffentlichkeit überführt. Das war weniger Werbung für Kimble als Demontage des regierenden Ministerpräsidenten.

          Und wenn der sich am Samstag wider aller früheren Erwartungen nicht für eine dritte Amtszeit qualifiziert, dann ist es höchst wahrscheinlich dass Neuseeland aus dem Abnhörkartell ausschert und auch bei den anderen Augen die Diskussion schärfer wird.

          Und da wollen wir uns doch mal nicht über Sünden aus der grauen Vorzeit beschweren…

          (full disclosure: er folgt mir auf twitter ;o))

          • Man kann natürlich annehmen, dass er sich in irgendeiner Weise gewandelt hat, man kann aber auch das Gegenteil annehmen. Dass er sich mal bei irgendjemand entschuldigt hätte oder irgendwas eingesehen hätte ist allerdings auch nicht überliefert. Von daher bleibt das Empirische: eine tiefe Skepsis bezüglich seiner Motivation, die sich in den ersten Dekaden stets in Geld- und Großmannssucht auf Kosten anderer ausgedrückt hat. Sollte sich das geändert haben wäre das sicherlich begrüßenswert wenn auch aus unserer Perspektive nicht sonderlich wahrscheinlich.

            • Also nichts genaues weiss ich auch nicht, aber so wie er sich hier in NZ in den Medien gebaerdet, glaube ich nicht dass er sich geaendert hat.

              Seine background ist in NZ allerdings nur in hackerkreisen der “aelteren” generation bekannt. Fuer die allgemeintheit ist er mehr Opfer als Taeter.

              Cheers,
              C.

    • Hi TIm & Linus,

      Ein bisschen Kimble bashing ist ja ganz ok, aber ich haette wenigstens erwartet, dass Ihr dann auch die Hintergruende der Veranstaltung beleuchtet.

      Ausserdem haettet Ihr auch ein bisschen auf das gesagte eingehen koennen: hier ist die primaer quelle: Moment of truth http://www.youtube.com/watch?v=Pbps1EwAW-0
      Interesant:
      – Wie die USA versuchen policy & laws in anderen Laendern beinflussen.
      – Dotcoms lawyer Robert Amsterdam (http://robertamsterdam.com/) und seine Ausfuehrungen von 1:37:20 bis 2:00:00 > sehr hoerenswert
      – Asssange & dotcom werden vom selben “prosecutor betreut”

      Ich glaube allerdings nicht, dass Internet/Mana es schaffen wird.
      http://origin-interactives.stuff.co.nz/polling/
      Leider haben die NZ’ler a) andere sorgen und b) nicht dass Verstaendnis fuer die Problematik. Wenn ich mit bekannten und Kollegen darueber diskutiere bekomme ich nur unglaeubige Blicke meist. NZ als Gesellschaft ist gefuehlt 10 Jahre hinterher bei diesem diskurs.

      Ich lebe seit 4.5 Jahren in NZ und darf auch Waehlen (Auslaender mit permanent residency)

      Cheers,
      C.

      • Also nach 80% stimmauszaehlung kann man sagen, dass die internet party null einfluss auf die Wahl hat. Ca. 1.3% und die analysten meinen sogar, dass dotcom das direct mandat von Mana partner (Hone Harawira) kosten wird.

        Cheers
        C.

    • Ich verfolge Kims Treiben seit etwa 20 Jahren und kann keine Unterschiede zwischen seinem früheren und jetzigem Gebahren feststellen. Er war und ist ein pathologisch aufmerksamkeitsgieriger Selbstdarsteller ohne jede inhaltliche Substanz, so etwas wie Julia Schramm in dick. Womit die Schlagzeilen produziert werden, ist völlig egal. Was zählt, ist die erzielte Beachtung.

  5. Das Stellar Video war gut und richtig.

    Mag ja sein, dass es für uns hier in der Filter-Bubble zu cheesy ist, aber das ist irrelevant. Denn ob wir uns jetzt zwei Jahre oder fünf Jahre lang gegenseitig vorheulen, wie schlimm die NSA ist, hat keinerlei Auswirkungen auf die Realität da draußen.

    Dieses Video hat jetzt zumindest mal in konsumierbarer Form vor Augen geführt, was das Überwachungszeitalter bedeutet. Und wenn wir Glück haben, sind dadurch einige Leute, die den Skandal bereits unter einer Kruste aus Gazukrainekrieg und Ebolapanik begraben hatten, wieder darauf aufmerksam geworden.

    Die öffentliche Meinung ist unsere einzige Hoffnung. Denn das Selbstzerfleischungsstück der Netzszene rund um die Piratenpartei hat den Parteipolitikern Deutschlands sehr deutlich for Augen geführt, dass die Internetszene hier in Deutschland keine ernst zu nehmende politsche Größe ist und daher getrost ignoriert werden kann.

    Die traurige Wahrheit ist: Der Schmitz in Neuseeland braucht jetzt nur einen Achtungserfolg zu erziehlen um in dem Land mehr bewirken zu können, als wir alle zusammen heute in Deutschland bewirken können. So weit ist es schon gekommen. Dafür sollten _wir_ _alle_ uns schämen.

    • Ja, das bemängele ich seit jeher.
      Tim’s Cloud-Spezialexperte Clemens bekommt aber wohl das Problem mit den multiple Hosts auf einer IP nicht in den Griff.

  6. Hallo ihr beiden,

    wieso macht ihr jetzt so lange Podcasts? Aber vielleicht auch ganz gut, weil man das dann in mehreren Episoden hören kann.

    Gruß,
    foobar.

    • Das Problem bei Tim ist, dass er mehrere Domains auf einer IP hostet:

      Name: metaebene.me
      Address: 82.193.243.53

      Name: logbuch-netzpolitik.de
      Address: 82.193.243.53

      Name: freakshow.fm
      Address: 82.193.243.53

      …und so weiter.
      Das kann man lösen, Tim und Clemens aber wohl nicht :-P Es bliebe aber auch das Problem, das man für jede Domain ein Zertifikat bräuchte, was ganz gern mal ins Geld geht…

  7. Hat Tante ordentliches HyperText Transfer Protocol Secure (HTTPS)?

    1.) Qualys SSL Labs
    https://www.ssllabs.com/ssltest/analyze.html?d=tante.cc
    Ergebnis: [A] kein [A+], weil SHA1 unterstützt wird

    2.) SSL-Tools
    https://ssl-tools.net/webservers/tante.cc

    Macht die Macht ordentliches HTTTPS?
    (nur Qualys SSL Labs getestet; Noten A bis F, +, -, T)

    CSU)
    https://www.ssllabs.com/ssltest/analyze.html?d=csu.de
    Note: [A-] csu.de aber [failed] http://www.csu.de

    SPD)
    https://www.ssllabs.com/ssltest/analyze.html?d=spd.de
    Note: [F]

    CDU)
    https://www.ssllabs.com/ssltest/analyze.html?d=cdu.de
    Note: [B]

    Die Linke)
    https://www.ssllabs.com/ssltest/analyze.html?d=die-linke.de
    Note: [A-]

    AfD)
    https://www.ssllabs.com/ssltest/analyze.html?d=alternativefuer.de
    Note: [A-]

    Grüne)
    https://www.ssllabs.com/ssltest/analyze.html?d=gruene.de
    Note: [A]

    FDP)
    https://www.ssllabs.com/ssltest/analyze.html?d=fdp.de
    Note: [failed]

    Piraten)
    https://www.ssllabs.com/ssltest/analyze.html?d=piratenpartei.de
    Note: [A]

    Fefes Blog)
    https://www.ssllabs.com/ssltest/analyze.html?d=blog.fefe.de
    Note: [T]
    siehe: http://blog.fefe.de/?ts=b25933c5

    Die Aussagen dieser Noten sind als temporäre Zustände zu werten. So erhielt die CSU noch vor wenigen Wochen ein [A+] und die Grünen ein [B]. Das kann an technischen oder personellen Umstellungen der jeweiligen Website-Betreiber liegen oder aber in den Tests wurden neue Erkenntnise der Sicherheitsforschung mit aufgenommen (bspw. SHA1 ist schwach) oder aber die SSL/TLS-Protokolle erhielten ein Versions-Update (alte Protokolle oder Verfahren werden nicht stillgelegt). Nicht betrachtet wurden weitere zu den Parteien gehörende Websites oder Subdomains, die teilweise HTTPS unterstützen. Es ist zu beanstanden, dass nicht jede Website ein Kontaktformular bereitstellt, um etwaige Missstände zu melden.

  8. Diese Telekom-Propaganda sollte man im Auge behalten, die wissen ganz gut, welche Knöpfe sie drücken müssen. Alles, was sich gegen die großen US-amerikanischen Internet-Monopolisten richtet, zieht derzeit gut in der deutschen Politik. Die Telekom suggeriert, dass gezielte Diskriminierung einen Erfolg für heimische Dienstleister bringen könnte, wo es der mehr oder wenige offene Wettbewerb anscheinend nicht kann. Als Beschützer armer kleiner Start-Ups verkauft Blank sein Unternehmen ja nun schon länger: Siehe Kommentar zu LNP 63. So muss man wohl auch die Bemerkung zu den Serverparks verstehen. Wenn die Telekom die Möglichkeit erhält zu bestimmen, wie schnell etwas beim Endkunden landet, sind solche vermeintlichen Vorteile viel weniger erfolgsentscheidend. Ich würde davon ausgehen, dass sie die Start-Ups nur vorschieben und einfach ihr Stück vom Monopolistenkuchen abhaben wollen (und gerne bereit sind, die angeblichen Widersacher dafür noch fester in den Sattel zu setzen), aber denkbar wäre natürlich auch die Förderung kleiner neuer Internetdienstleister gegen Gewinnbeteiligung, womit wir die Telekom und Konsorten als Gatekeeper der europäischen Start-Up-Szene hätten.

    Vielleicht kann mal jemand die Ausschlag gebenden europäischen Politiker wie Oettinger in einem Video zusammenschneiden mit so einem fiesen Falsche Antwort-Signalton, wenn sie sagen, dass sie für Netzneutralität sind und dann ihre falsche Definition herunterbeten. Und am Ende sagt es dann nochmal jemand richtig mit *bing*.

  9. Kurzes Detail zum Stellar Film (für die Richtigkeit):
    laut Abspann hat das Video Katy Scoggin gedreht (und Regie geführt) und Laura Poitras hat’s produziert.

  10. Hi Ihr Zwei,

    …man könnte den Eindruck haben, Ihr seid nur neidisch, weil Ihr Ed Snowden auf dem 30c3 nicht auf die Leinwand gekriegt habt ;-)

    Was Kimdotcom selber angeht so überwiegt meine Skepsis natürlich auch. Aber eure Argumntation diesbezüglich war doch sehr persönlich. Der wäre doch wirklich mal interesannt für ein Interview. Nützt doch nix, immer nur Leute aus der eigenen Bubble einzuladen. Frank und Fefe haben ja z.B. auch mal den Döpfner in Alternativlos erzählen lassen. Und diese Sendung gehört nicht zu den uninformativsten!

    An die Saulus zum Paulus Nummer glaube ich auch nicht, aber ich folge dem Typen nun schon ne Weile auf Twitter und abgesehen von sinem noch immer vorhandenen Größenwahn, scheint er seine “Energien” dieses mal tatsächlich positiv zu kanalisieren… und ein gewisses Maß an Größenwahn ist bei solchen Aktionen vermutlich sogar erforderlich..?!

    Ich könnte mir auch vorstellen, dass der so schmerzfrei ist, das Ihr den troz eures Rants zu einem Interview kriegt ;-) Ich meine, das wäre doch die Gelegenheit, der Sache mal auf den Grund zu gehen… dann könntet Ihr gleich mal die MEGA-Security antesten usw. Sowas wäre doch keine schlechte LNP-Folge?

    ansonsten, das übliche Lob und: Weitermachen!

  11. Auch wenn ich die Verlage nicht verteidigen will, das LSR bleibt trotzdem völliger Quatsch, aber:

    Tim irrt imho. Google News IST für Google ein “Moneymaker”, auch ohne Werbeschaltung.

    Denn Google verdient an Profilbildung, die sie u.a. durch Clicktracking generieren.

    Userclicks zu News sind extrem wertvoll, weil die Nachrichtenpräferenzen (Inhalt und Umfeld/Site) sehr viel über den User aussagen.

    Daraus entstehen bessere Profile über die Interessen des jeweiligen Users, was dann wiederum zu einer besseren Zuordnung in Werbezielgruppen führt. Und je besser Google seine Werbung ausliefern/targeten kann, desto höher ist die Klickrate, desto mehr Geld machen sie.

    Das ist das Geschäftsmodell von Google. An dem habe ich auch gar nichts auszusetzen, aber trotzdem betreiben sie Google News auch in Deutschland nicht allein aus reiner Nächstenliebe.

  12. Noch’n Nachtrag.

    Verwalten von und Handel mit Nutzerprofilen nannte man früher ™ Adresshandel. Und da waren die deutschen Verlage führend, siehe Bertelsmann.

    Das Internet in Form von Google & Co. hat den Verlagen also mehrere Geschäftsfelder auf einmal zerschossen, u.a. Kleinanzeigen jeder Art, Produktwerbung, Profil-/Adresshandel.

    Die Wut sitzt tief.

  13. Google hat jetzt auch sich geäußert zum News-fall
    Hier der Auszug aus dem offiz. GoogleProduktBlog:

    Nach einhelliger Meinung wurde die erste Zeitung der Welt, Relation aller Fürnemmen und gedenckwürdigen Historien, 1605 auf Deutsch von Johann Carolus veröffentlicht. Er verfolgte ‒ vor fast einem halben Jahrtausend ‒ bereits das Ziel, mit seiner Publikation möglichst viele Leser zu erreichen, also das, wonach jede Zeitung bis heute strebt.

    Google unterstützt Presseverlage nach Kräften, auch online eine Lesergemeinde aufzubauen ‒ und Geld zu verdienen. Jeden Monat leiten wir über eine halbe Milliarde Klicks zu deutschen Nachrichtenseiten. Jeder dieser Klicks ist für Verlage Schätzungen des amerikanischen Zeitungsverbandes zufolge zwischen 12 und 16 Cent wert. Zusätzlich haben wir in den vergangenen drei Jahren eine Milliarde Euro an deutsche Werbepartner aus dem Medienbereich ausgeschüttet. Aus all diesen Gründen entscheiden sich viele Nachrichtenanbieter dafür, ihre Inhalte über die Google Suche oder Google News zugänglich zu machen ‒ von FAZ bis Süddeutsche, von Spiegel bis Zeit ‒ insgesamt rund 5.000 deutsche Nachrichtenseiten. Abertausende weitere Anbieter arbeiten mit Google als Werbepartner zusammen.

    Allerdings haben einige deutsche Verlage ‒ vertreten durch die Verwertungsgesellschaft VG Media ‒ kürzlich beschlossen, Google (und andere Anbieter) zu verklagen, weil wir Textausschnitte („Snippets”) und Vorschaubilder („Thumbnails”) verwenden, um Leserinnen und Leser auf die Seiten der betreffenden Verlage hinzuweisen. Wir bedauern dieses juristische Vorgehen sehr, denn jeder Verlag konnte schon immer selbst entscheiden, ob und wie seine Inhalte in unseren Diensten angezeigt werden. Vor dem Hintergrund dieser Klage werden wir Snippets und Thumbnails einiger bekannter Webseiten wie bild.de, bunte.de oder hoerzu.de nicht mehr anzeigen, also jener Verlage, die in der VG Media organisiert sind. Für diese Seiten werden wir nur noch den Link zum Artikel sowie dessen Überschrift anzeigen. Andere große deutsche Anbieter haben die Inhalte von Mitgliedern der VG Media sogar vollständig entfernt.

    Jahrhundertelang war die Reichweite des gedruckten Papiers für Verlagshäuser begrenzt. Das Internet hat dies entscheidend verändert und großartige Chancen, aber auch beträchtliche Herausforderungen für Verlagshäuser mit sich gebracht. So hat sich zum Beispiel der Wettbewerb um die Aufmerksamkeit der Leser und um Werbeerlöse verschärft. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Verlagsbranche dabei zu unterstützen, diese Herausforderungen zu meistern. Daher freuen wir uns auf die weitere gemeinsame Arbeit mit tausenden von Verlagspartnern überall auf der Welt und natürlich auch in Deutschland.

    Post von Philipp Justus, Managing Director, Google Germany

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