LNP135 Ein Lizenzangebot, das wir nicht ablehnen können

Feedback — Vorratsdatenspeicherung — BSI und der Staatstrojaner — GCHQ-Überwachung jetzt legal — SAP — Termine

Nach einer terminbedingten Pause von einer Woche nehmen wir wieder den Betrieb auf und versorgen Euch mit allerlei Feedback (keep it coming), ein paar Klassikern der netzpolitischen Diskussion und einen Einblick in die Welt der Enterprise Software. Und es gibt endlich auch mal wieder einen Terminblock. Alles drin, was der Netzpolitiker von morgen braucht.

Dauer: 1:01:44

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Feedback

Vorratsdatenspeicherung

BSI und der Staatstrojaner

Britische Regierung genehmigt sich weltweite Hacking-Befugnisse

SAP

Termine

27 Gedanken zu „LNP135 Ein Lizenzangebot, das wir nicht ablehnen können

  1. Grüßt euch,
    wenn ich schon mal kommentiere, möchte ich auch als erstes einen Dank da lassen: Danke für diesen und andere Podcasts! Ich freue mich jede Woche auf’s neue über die neue Folge!
    Und dann zum eigentlichen Grund meines Kommentars. Vielleicht ist es der falsche Podcast, aber ihr könnt ja selbst entscheiden, ob ihr darauf eingeht:
    Was soll ich denn von so etwas halten:https://staseve.wordpress.com/2015/02/11/antifa-die-gekauften-demonstrationen-zum-storen-der-burgerbewegungen-mit-dem-geld-der-steuerzahler/
    Stimmt dass so? Könnt ihr das bestätigen? Nicht, dass ich böse darum wäre, dass bestimmte Demos gestört werden, auch wenn ich ganz klar für die Meinungsfreiheit bin, aber Gehaltszettel für Gegendemonstranten??? Wie krass ist das denn bitte? Ich hoffe ja noch, dass die Infos in dem Artikel getürkt und erfunden sind. Vielleicht kennt ihr ja die Antwort.
    Grüße
    Steffen

  2. Die SAP-Geschichte ist ja nun mehr als dünn. Fakten gibt es offenbar kaum welche. Ich bezweifle, dass HANA sich für den geschilderten Einsatz eignet. Es ist nach wie vor eine Datenbank für klassisches OLTP. Die SAP-Installationen, die ich in Unternehmen hatte, die hatten mit Oracle oder dem MS SQL Server zum Teil Antwortzeiten von bis zu 10 Sekunden auf einfach Benutzerinteraktionen, weil diese Softwaremonstrosität so unglaublich komplexe Queries gefeuert hat, da man Disk-basiert nicht mehr realistisch beschleunigt bekam.
    Für wirklich grosse Datenmengen eignet sich das Ding wegen der mangelnden Skalierbarkeit (nicht wirklich Cluster-Fähig, beschränktes Main-Memory) nicht. Da gibt’s dann eher Systeme wie SOLR/Elasticsearch, Cassandra oder das gesamte Hadoop-Ökosystem.

    Was mir da schon plausibler erscheint ist ein Einsatzzweck wie bei der Bundeswehr: Auch die NSA hat klassische Aufgaben wie HR, Rechnungswesen, Controlling, Materialwirtschaft usw…

  3. Leute, SAP ist ein Schnarchnasenverein, der vieles in der Datenbanktechnik verpasst hat. Wenn ihr wirklich viele Daten abwickeln müsst, ruft tera öhm data pünktchen com an. Die wissen, wie man GB/s Daten ablegt, live zusammenfasst und den Zugriff ohne zeitabhängige Restriktionen bereitstellen kann. Es gibt Industriegiganten, die selber pro Geschäftsprozess mehr Datenströme verursachen, als die Telekom an Headerdaten hat. Zumal man das Surfverhalten, Filesharing und Mail hervorragend zusammenfassen kann. “Hat während 15min. logbuch:netzpolitik genervt” braucht weniger Datenpunkte, auch mal eine Million, als z.B. “Firma hat 300 Entitäten à 10’000 Überwachungspunkte und jeder Punkt mal 250 Eingaben telefoniert im Sekundentakt nach Hause 24/7; und dann hätte ich gerne von dem, dem hier und da noch eine globale Zusammenfassung gemäss dem, dem und diesem da. Und zwar beliebig auf Knopfdruck. In ein paar Sekunden.” Da rauchte SAP während Jahrzehnten einfach ab, sofern man überhaupt am “Berater” vorbei Zugriff aufs System erhielt.

    Lest bitte, bitte, bitte auf ihrer Seite ihre Geschichte nach und achtet auf dort auf Speichergrössen, mit wem sie zusammenarbeiten und die Kundenvideos. Das beängstigende: Es sind nicht die einzigen. Man kennt nur deren Namen nicht, weil sie nicht in den Börsennachrichten oder in der ZEIT erwähnt werden.

    Und an den Kommentator gerade oberhalb: Hadoop… ist sowas wie eine Einstiegsdroge in diese Materie. So wie “Echtzeit”-Linux zu von Grund auf gebauten Echtzeitsystemen.

  4. Auch ich raffe mich endlich mal zu einem Kommentar auf, um meinen Dank loszuwerden. Höre schon lange zu viele Podcasts und komme daher immer nicht zum reagieren. Obwohl ich eher zu den untypischen Fans der deutschen, englischsprachigen ( aber leider wegen Nichtexistenz oder schwerer Auffindbarkeit? nicht der französischen) privaten Podcastsphäre zähle: in Südfrankreich lebend, weiblich, schon im (hiesigen) Pensionsalter, höre ich euren humorvollen und allgemein verständlichen Ausführungen immer wieder gern zu. Dafür meinen ganz herzlichen Dank.
    EINEN französischen Podcast habe ich übrigens doch im Abo,er heißt “Scepticisme Scientifique”, sehr seriös und interessant.
    Gruß
    Ugk

  5. Verschwörung gefällig? Wenn das BSI bei erkannten Angriffen informiert wird, ist das eun super Trigger, ob das Risiko steigt, mit dem eigenen Trojaner oder Datenabgriff aufzufliegen.

    Für Euren Podcast herzlichen Dank und bitte weiter so!

  6. Ich war auf dem D21-Neujahrsempfang und auch dort hat Sigmar Gabriel die VDS verteidigt, wie es schon immer seine Position ist. Nico Lumma und Gabriel haben auch offen darüber debattiert. In der ersten Reihe saß auch besagte Brigitte Zypries.

  7. Und noch eins: die BfDI ist noch keine eigenständige oberste Bundesbehörde, aber ein Gesetzesentwurf dazu ist im Bundestag eingebracht und auf dem Weg durch den parlamentarischen Prozess.

  8. Ich freu mich schon darauf, wenn am Ende des Monats die Unfallzahlen nach oben schnellen, weil alle schon ihr “IstRechtsFrei”-Volumen aufgebraucht haben!
    :-D

  9. Auch wenn es etwa spät ist, noch eine kleine Ergänzung zum Thema Netzneutralität und automatisches Fahren über das Internet (vielleicht für zukünftige Diskussionen):

    Die zeitkritische Kommunikation zwischen Fahrzeugen (V2V bzw. C2C) wird üblicherweise über DSRC (Dedicated Short Range Communication) mit einen extra dafür geschaffenen WLAN-Standard mit der Kennung 802.11p, konzipiert. VANET ist übrigens das Keyword, nachdem man bei Interesse mal suchen könnte.

    Eine sehr frühe Demonstration von Ford ist über YT verfügbar: https://www.youtube.com/watch?v=orrd2qyY6lo
    Soweit ich weiß, ist das dort gezeigte System noch proprietär (das Video ist ja auch schon einige Jahre alt), aber man kann immerhin schon erkennen, wohin die Reise gehen könnte. Die passendste Demonstration (“Da kommt einer von rechts!”) ist ab 14:35.

    Als Fazit kann man hier nur nochmal darauf hinweisen, dass Internet und Netzneutralität kein Thema bei der Fahrzeug-Kommunikation sind.

  10. Das Geschwurbel von Autokarikatur Oettinger wird imho überbetont. Der Mann ist eine fachliche Niete, aber wie man seine politische Gegnerschaft auf Wolpertingerjagt schickt, das weiß er möglicherweise ganz gut.

    Für meinen Geschmack geht sowohl im Podcast als auch hier in den Kommentaren im Oettingerschen Unsinn zu sehr unter, was ich für den eigentlichen Knackpunkt halte. Nicht, dass man den Quatsch nicht diskutieren dürfte und sollte, aber ich vermisse am Ende die elegante Kurve zum Kern. Wenn man die nicht kriegt, wurde man erfolgreich verwirrt.

    – Es geht darum, von *wem* die *Carrier* *wofür* *Geld* nehmen dürfen.

    – Es geht nicht darum, ob bestimmte Anwendungsklassen Vorrang vor anderen Anwendungsklassen haben sollten, also ob VoIP gegenüber Bittorrent priorisiert werden sollte. (Oder auf links gedrehte Blinddärme gegenüber von rechts kommenden Dummschwätzern. Oder für welche Anwendungen das Internet überhaupt die Zuverlässigkeitsschwelle überspringen kann.)

    – Aber es geht darum, ob VoIP Verkehr der Telekom oder eines an die Telekom zahlenden Anbieters schneller durchs Telekomnetz rutschen darf als VoIP Verkehr eines nicht zahlenden Konkurrenzanbieters (sagen wir mal: Sipgate) oder von Karl und Kurt, die ihre VoIP Verbindung ganz ohne dritte Partei aufbauen. Analog für jede andere Anwendungsklasse und jeden anderen Carrier.

    Gründe, warum Netzneutralität gut und wichtig ist, sind:

    – Verletzung benachteiligt kleine Carrier, weil diese große Content- und Diensteanbieter nicht so gut erpressen können wie große Carrier. Dies fördert die Monopolisierung des Carriermarktes.

    – Verletzung benachteiligt kleine Content- oder Diensteanbieter, weil diese gegenüber den Carriern in einer schlechteren Verhandlungsposition sind als große Anbieter und die Mehrkosten schlechter stemmen können. Dies fördert die Monopolisierung bei den Content- und Diensteanbietern, treibt kleine Anbieter in die Fänge von (großen) Cloudbetreibern und bremst Startups aus. Damit ist es ein Innovationshemmnis und Standortnachteil.

    – Verletzung senkt die Motivation zum Bandbreitenausbau, weil der Mangel monetarisiert werden kann. Damit werden auch die Bemühungen der Bundesregierung konterkariert.

  11. Achtung Offtopic and just for the record.

    2007 gab es einen Vorfall, wo ein paar Atombomben “verschwunden” sind und wo es einige verdächtige Todesfalle von Mitarbeitern des entsprechenden Flugstützpunktes gab. Vermutet wird, das diese bei einem weiteren False-Flag vorhaben verwendet werden sollen.
    Obama hat (2012?) gesagt, sein größter Alptraum wäre, wenn in New York eine Atombombe hochgehen würde.

    Wenn also mal sowas in der Richtung passieren wird, dann behaltet das im Hinterkopf.

    http://en.wikipedia.org/wiki/2007_United_States_Air_Force_nuclear_weapons_incident

    Danke

  12. Bei der ganzen Diskussion um um die Europäischen Räte hab ich irgendwie eine Anspielung vermisst: Die Judäische Volksfront, die Volksfront von Judäa und die Populistische Volksfront. :-)

  13. Ich Depp bin voll auf die CDU Ehrenmitgliedschaft reingefallen. Habe dann doch mal den Link geklickt. Ich habe das dem Herrn Neumann voll abgenommen. Offensichtlich hinterfrage ich Logbuch Netzpolitik gar nicht mehr kritisch. Da lacht der Fefe.

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