LNP180 Krieg ist Frieden und Kupfer ist Glasfaser

Panama Papers — Cyberwar — Russenverschwörung — Neuer BND-Chef — Netzpolitik-Affäre — Anonyme SIM-Karten — Vectoring — FBIphone — Kundenauskunft über Überwachung — TTIP — Kartellverfahren gegen Google

Die etwas breite Nachrichtenlage führt zu einer Sendung mit einem Blumenstrauß von Themen. Wir marschieren ein wenig mit den neuen Cybertruppen und munkeln ein wenig rund um die Wachablösung beim BND. Correctiv hat die Netzpolitik-Affäre neu zusammengefasst und wir versuchen vergeblich der Materialkunde der Telekom zu folgen. Abgerundet mit ein paar Kurzmeldungen kommen wir dann auch zum Ende und wünschen uns eine erfolgreiche Woche. Dank re:publica wird es in der nächsten Woche vermutlich keine Ausgabe von Logbuch:Netzpolitik geben.

Dauer: 1:33:09

On Air
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Feedback: Panama Papers

Cyberkrieg

Cyberkrieg USA/ISIS

Russenverschwörung

Neuer BND-Chef

Netzpolitik-Affäre

Bestandsdatenauskunft: Anonyme SIM-Karten adé

BNetzA unterstützt T-Vectoring

Adblocker und die e-Privacy-Richtlinie

FBIphone

Microsoft will Kunden benachrichtigen

TTIP-Gegendemo in Hannover

Kartellverfahren gegen Google

Epilog

24 Gedanken zu „LNP180 Krieg ist Frieden und Kupfer ist Glasfaser

  1. Zum Vectoring: klar wäre Glasfaser ideal. Doch auch bei dem neuen Strategiepapier von Herrn Gabriel steht nicht drin, wie das finanziert werden soll. Wenn nicht massive Förderprogramme helfen, wird es mit FTTH/B für alle noch lange dauern. Auch die Telekom kann das nicht alleine stemmen. Man kann an der Telekom manches kritisieren (Netzneutralität, Drosselkom etc.) aber im Falle des Nahbereichsvectorings muss man genauer draufschauen: der Wettbwerb, von dem in den Nahbeichen übrigens keine Impulse für mehr Bandbreite ausgingen, hat auch in Zukunft noch den Zugang zum Kunden in den Nahbereichen (Vula, Bitstrom). Von einem Monopol kann kaum die Rede sein. Letztlich haben sich die Wettbewerber der Telekom auch mit Vectoring ausserhalb der Nahbereiche schon seit 2013 arrangiert und setzen es selber ein. Der Weg zur Glasfaser wird wohl in der Masse über FTTC laufen (Neubaugebiete etc ausgenommen). Klar ist auch: auf den letzten Metern vom Kabelverzweiger/Netzknoten bis in die Häuser muss irgendwann Glasfaserverlegt werden. Bis dahin: lieber 100 Mbit mit Vectoring, als noch 10 Jahre mit 6 Mbit warten bis Glas kommt.

    Was mir noch wichtig ist: toller Podcast, weiter so!

    • You failed!
      Bei 6 Mbit/s ist man wahrscheinlich nicht im Nahbereich, außerdem würde dir VDSL mit oder ohne Vectoring nicht nützen…

  2. Ich denke das mit der Abschaffung der anonymen Simkarten wird weniger bedrohlich, als es sich anhört.
    Habe eine Aldi-Talk-Sim, die ist auf eine Identität von http://de.fakenamegenerator.com/ angemeldet. Geht super, hat mittlerweile die ganze Familie.
    Ich denke, dass keine Plausibilätsprüfung ohne Melderegisterabgleich da dahinterkommt.
    Sollten tatsächlich alle deutschen Anbieter auf Melderegisterdatenabgleich verpfichtet werden, kann man sich immernoch ne Sim aus dem EU-Ausland holen, da ab 15.06.2017 keine Roaminggebühren existieren. Dann holen wir uns alle finnische Sims, wo man gleich mal das 5fache an Datenvolumen zum gleichen Preis wie hier bekommt und vielleicht auch mehr Privatsphäre? Wir werden sehen, aber wer möchte, wird sich vermutlich noch ein wenig entziehen können.

    • Roaminggebühren sind dann zwar weg, aber eine Nutzung (mehr Datenvolumen) wie du sie dir vorstellst wird es trotzdem nicht geben.

  3. Grandiose Einleitung, Respekt dafür, Linus!
    Und Tim, guck mal in deine Lieblingswikipedia. VDSL2 ist bis 100Mbit/s up und downstream spezifiziert und G.fast, der schon seit Jahren in den Alpenbundesländern eingesetzte Nachfolger gar bis 1 Gbit/s in beide Richtungen. Also ist doch wohl Kupfer vollkommen mit Glasfaser zu vergleichen und FTTdp Netze sogar für dich datenhungrigen Cybermenschen noch auf lange Zeit vollkommen ausreichend.

    Gruß aus dem Edgeland,
    Knut

    • Na gut, aber trotzdem darfst du dann nicht mehr allzu weit vom Verteiler weg wohnen. Bei 250 Metern ist Schluss. Und das kann man durchaus schnell erreichen. Bei mir dürfte der Verteilerkasten ca. 500 Meter wegstehen.
      Trotzdem ist es schon deutlich besser geworden als es mal war. :)

      Ich finde, es sollte aber eine Verpflichtung geben, dass in jedem Kuhkaff Internet über Kabel (also richtiges DSL oder KabelInternet) gibt.

      Die geforderten 1 Gbit/s halte ich zwar auch für utopisch, aber kleiner als 50 Mbit/s will man es auch nicht mehr haben. Wenn jeder diese Mindestbandbreite erreicht wäre schon mal viel geholfen.

      Die Idee zu den Verteilern Glasfaser zu verlegen ist schon mal ein guter Schritt in die richtige Richtung. Direkt in die Häuser wird vermutlich wieder schwierig werden, da keiner gerne die Wände aufreist.

  4. Glasfaser zum Haus per Mikrotrenching dürfte problematisch sein. Hier wird bis zum Verteiler Glasfaser gelegt und die Umgebung dann per Vectoring angeschlossen. Das klingt kosteneffizient, aber es braucht ja auch Equipment, das bei FTTH wegfällt.

  5. “Schaden für die Bundesrepublik” == die halblegalen bis illegalen Praktiken der Geheimdienste werden aufgedeckt und sie müssen Mühe aufwenden, um die ungeliebten Kontrolleure zu bespaßen, bis die weggehen und man endlich weitermachen kann

    Tja, ist das bei Maaßen jetzt Inkompetenz oder bewusste Täuschung der Öffentlichkeit?

  6. Wir brauchen einen Sprachschlachtplan gegen das feindliche Vordringen von “cyber”.

    Eine Blue Box-Lösung für Mobiltelefone wäre auch nicht schlecht.

  7. Vielleich möchte sich die Telekom mal ein Beispiel an http://www.deutsche-glasfaser.de nehmen. Die haben hier bei uns im Kreis Heinsberg (und das ist hier wirklich der A**** der Welt) Glas verbuddelt. Bis ins letzte Dorf.
    Zu Beginn des Aktionszeitraums galt, wenn 40% der Ortschaft einen Anschluss bestellen, wird das Dorf versorgt. Soweit ich das mitbekommen habe, nahm man das mit den 40% nicht ganz so genau. Wenn mal ein Kaff knapp darunter war wurde trotzdem Glas gelegt. Teilweise hatten wir hier Orte mit über 90% (ich glaube Schalbruch war so ein Fall). Das Ganze dauerte ziemlich lange, bis es endlich mal losging. Dann ging’s aber ruckzuck.
    Wenn ich morgens zur Arbeit fuhr wurde die Straße aufgerissen, wenn ich abends nach Hause kam war schon alles wieder zu. Wenige Wochen später kamen drei Gestalten, buddelten am Haus ein Loch, zogen die Faser raus, legten sie bis ins Haus und setzten ein Dummygehäuse drauf. Einige Tage danach kam ein weiterer Typ, klemmte den Router an, testete kurz, murmelte was von “viel Spaß” und zack: 200/200Mbit.
    Für alle, die innerhalb des Aktionszeitraums beantragten (so wie ich), entfiel die Anschlussgebühr und die ersten 6 Monate waren gratis.
    Bisher gab es nur einen einzigen Ausfall für wenige Stunden, der vorher auch noch angekündigt wurde.
    Zwar ist 56,-€ nicht gerade billig, aber für 200/200Mbit würde ich die auch mit mehr Geld bewerfen. Freiwillig.
    Und bevor jemand fragt: Ja, IPv6.

    • 56 Euro für 200Mbit synchron klingt für mich sogar relativ günstig.

      Wenn du im geschäftlichen Umfeld (beispielsweise bei Unitymedia) 25Mbit synchron haben willst zahlst du locker mal 300 Euro monatlich.

      Freut mich für dich, dass es sowas gibt.

  8. @ Tim und Linus

    Zur allgemeinen Lage der Bürgerrechtler, Datenschützer und verwandten Aktivisten:

    Twister (Bettina Hammer) hat im Heise-Forum eine Perle vergraben. Mich interessiert Eure Sicht auf die Dinge.

    “(…) Dass dies zunehmend an seine Grenzen stößt, egal wie engagiert man ist, ist klar. Dies zeigt sich z.B. auch daran, wie viele einst sehr aktive Bürgerrechtler, die nicht ein gewisses gutes finanzielles Polster haben wie z.B. Herr Baum und Co., mittlerweile nur noch bedingt aktiv sind und einst mehr als stark agierende NGOs sich zunehmend aufs Spendensammeln und einige wenige möglichst medienträchtige Aktionen beziehen, während all der Kleinkram, der so wichtig wäre, verwaist weil niemand da ist, der sich kümmert.”

    http://www.heise.de/forum/heise-online/News-Kommentare/Analyse-des-Urteils-zum-BKA-Gesetz-Karlsruhe-am-Limit/Restpektlosigkeit-und-finanzielles-Ausbluten/posting-28559254/show/

  9. Das Thema “anonyme” SIM-Karten verstehe ich nicht.

    Anonyme SIM-Karten gibt es in Deutschland schon seit Jahren nicht mehr. Seit Jahren muss man sich namentlich registrieren.

    Bei Postpaid-Verträgen machen die Mobilfunkanbieter immer eine Identifizierung des Kunden per Ausweisvorlage vor Ort, Postident bei Lieferung oder per Ausweiskopie.

    Bei Prepaid-Karten gab es dieses Schlupfloch, das jetzt offenbar geschlossen wird. In einigen Shops musste man sich bei Prepaid auch bisher schon ausweisen.

    Nur wenn man die SIM-Karten in Drogerien, Supermärkten und Kiosken ohne die nötige Infrastruktur (wie in Handy-Shops) kaufte, konnte man hinterher die Registrierung mit Fantasiedaten im Internet machen. Die Anbieter haben sich hier einfach die Kosten gespart, eine ordentliche Identifizierung (z.B. per Postident) zu machen. Plausibilitätsprüfungen gab es wohl (Test auf echte Straßen-Postleitzahl-Ort-Kombinationen). Ob der Kunde wirklich dort wohnt und so heißt, wie angegeben, wurde in diesen Fällen nicht weiter geprüft. Das soll sich offenbar ändern.

    Damit werden entweder Prepaid-Karten entweder aus Drogerien, Supermärkten und Kiosken verschwinden (weil dort keine Vor-Ort-Identifizierung möglich ist). Oder man muss wie bei einer Kontoeröffnung bei einer Direktbank Postident in einer Postfiliale machen. Oder das neue Videoident kommt zum Einsatz. Und erst nach dieser Identifizierung wird die Prepaid-Karte dann freigeschaltet. Wer sich wie bisher direkt im Handy-Shop die Prepaid-Karte holt, wird halt weiterhin per Ausweis(kopie) identifiziert.

    Fazit: Ich verstehe nicht, warum jetzt alle Welt davon spricht, dass in Deutschland “anonyme” SIM-Karten abgeschafft/verboten würden. Das ist schon lange so. Nur die Pflicht zur IdentitätsÜBERPRÜFUNG wird jetzt verschärft. Man kann sich also jetzt nicht mehr als “Max/Erika Mustermann” oder “Hansi Müller” eine SIM-Karte registrieren.

    Kennt jemand zufällig neue Schlupflöcher, um an eine pseudonyme SIM-Karte zu kommen?

    • Amüsant und tragisch zugleich zu beobachten, wie manche sich hier verausgaben, nur um dann doch keine Antwort zu erhalten. Hellbanning at its best!

  10. Ach so:

    Abgleich mit Einwohnermelderegister halte ich für abwegig. Hat kemand eine Quelle dazu? Das gibt es normalerweise in Deutschland nicht, dass Privatunternehmen automatisch ihre Kundendaten mit dem Melderegister abgleichen. Das gibt es Schweden und generell in diesen nordischen Ländern, aber nicht in Deutschland.

    Bei einer Bankkontoeröffnung wird ja auch nichts mit dem Melderegister abgeglichen.

  11. Bitte nicht verwechseln:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hauptverteiler sind dort wo die eigentliche Vermittlungsstelle ist/war. Meist mehr oder weniger große Gebäude. Im Gegensatz zu https://de.wikipedia.org/wiki/Kabelverzweiger (die grauen Kästen an der Straße) welche früher wirklich nur Verzweiger waren, inzwischen aber immer mehr Technik beinhalten und dann mit DSL Technik bestückt eben DSL Outdoor-DSLAM genannt werden.
    Soweit ich das mitbekommen habe, war ja das Vectoring von den Outdoor-DSLAMs schon länger geklärt. Jetzt geht es noch um das Vectoring im Nahbereich der Hauptverteiler, also direkt zu den Kunden statt über einen Outdoor-DSLAM.

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