LNP259 Stell Dir vor es ist Standard und keiner macht mit

EU-Urheberrechtsreform — Abmahnungen — Hessentrojaner — beA — EU und Kaspersky — Termine

Im EU-Parlament gab es diese Woche die Abstimmung im Rechtsausschuß zur EU-Urheberrechtsreform und mit dem Front National als Zünglein an der Waage wurde das deutsche Leistungsschutzrecht mit in das Paket genommen und mit etwas größerer Mehrheit auch die umstrittenen Uploadfilter akzeptiert. Doch ist die Positionierung des EU-Parlaments zur Initiative der EU-Kommission damit noch nicht final: erst die Abstimmung des Parlaments über das Gesamtpaket definiert den Rahmen, mit dem das Parlament letztlich in die Trilog-Verhandlungen zieht. Wir sprechen daher mit Julia Reda in Brüssel und lassen uns die Hintergründe der Abstimmung und die Chancen für einen Stimmungsumschwung im Parlament genau erläutern. Zusätzlich gibt es Updates zum Thema Hessentrojaner, dem "besonderen elektronischen Anwaltspostfach", dem Umgang der EU mit Computersicherheit und unsere tollen Termine.

Dauer: 1:31:50

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17 Gedanken zu „LNP259 Stell Dir vor es ist Standard und keiner macht mit

  1. Können wir denn ausschließen, dass die Lobbyisten von Google und Facebook inzwischen so gut sind, dass sie Gesetze anzetteln, die die Politiker nach bestem Wissen und Gewissen gegen sie durchbringen, die ihnen aber am Ende helfen?

  2. Arztbesuch: heisst das im Umkehrschluß, man kann die Wartezeiten bei den Fachärzten umgehen, in dem man sich als Privatpatient ausgibt und im Nachhinein ( 10 tage ) die Versicherungsbestätigung nachzureichen ?

  3. Bei der NSA-Kaspersky-Geschichte hab ich im Hinterkopf, dass die Govware bei Kaspersky durch israelische Geheimdienstler entdeckt und den Amis gemeldet worden wäre. Was dann die Frage aufwirft, warum israelische Spione die US-Wanzware erkennen, wenn die sich bei ner russischen AV-Firma Zugriff auf deren Daten verschaffen.

    Mal ganz davon abgesehen, dürfen die Israelis und die Amis froh sein, dass Kaspersky kein Hack&Back betreibt.

  4. Haben wir eigentlich aufgegeben was die Internetzensur angeht? Die Aufregung ist nicht mehr wirklich groß.

    Ich denke manchmal auch: Lasst es sie ausprobieren. Man hat oft genug gewarnt. Negative Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort, mehr Leute die Anonymisierungssoftware benutzen, daraus resultierend viel mehr unautorisierte Nutzung von Inhalten und geringere Grenzen zwischen Normalbürger und Kriminellen, auch die wirklich schlimmen Leute können dann schwerer überwacht werden …

    Ja, vielleicht kommt nun die Zeit für ein Peer-to-Peer-Web 3.0. Apps die Daten runterladen die man in Zukunft lesen will, lösen das Problem langsamer Downloads in anonymisierten und dezentralen Netzen. Ebenso könnte man Daten von Smartphone zu Smartphone syncen, per lokaler Datenverbindung. Dank Breitbandausbau sind die Netze auch ausreichend schnell.

  5. Ich finde die Haltung von Herrn Voss total konsistent: Nicht immer für die Industrie, sondern immer für die Groß-Industrie. Hauptsache immer für die, die Lobbyisten haben.

  6. Zu den AV Programmen:

    Um zu verhindern, dass solche Programme eine zusätzliche Angriffsoberfläche bieten, kann man mit AV-Live-CDs (oder eingerichteten USB-Sticks => sudo dd if=hybrid_iso_image.iso of=/dev/sdx bs=1M && sync) scannen. Fast alle AV-Hersteller bieten solche Images an.

    Windows bleibt ansonsten unberührt. Voraussetzung: System darf nicht verschlüsselt sein.

    Aber bei Windowsnutzern ist das eh Standard.

  7. Koennte ihr noch mal eine Sache kurz erklaeren. Verstehe ich es richtig: Im Europaparlament ist “Mein Abgeordneter” nicht Repraesentant meines Wahlkreises, sondern Repraesentant meines Landes. Sprich sie/er war hoch genug auf der Parteiliste und konnte deshalb einziehen?

    Das hat mich ein bischen iritiert beim Versuch “meinen Abgeordneten” anzurufen.

  8. wäre es eigentlich möglich – wenn wieder mal die einführung eines neuen (oder änderung eines bestehenden) gesetzes diskutiert wird, wie eben nun die reform des urheberrechts – einfach gesetzestexte/paragraphen so zu formulieren, wie man sie NICHT haben möchte, diese texte dann zu veröffentlichen (zb. auf netzpolitik.org), und dann, wenn die regierung (ob national oder eu) dieses gesetz verabschiedet und die texte sehr stark den von den gegnern vorab veröffentlichten ähneln, urheberrechte geltend zu machen und so dieses gesetz zu verbieten?
    das wäre doch mal geil, auch wenn ich’s mir nicht vorstellen kann…

  9. Thema Uploadfilter:
    Wer definiert denn die Kriterien nach denen die Filter arbeiten sollen? Die Medienkonzerne selbst?
    Und, da es selbst für mittelgrosse Plattformen nicht einfach sein dürfte derartige Software zu entwickeln, wird es wohl Filterhersteller geben deren Software dann lizenziert werden muss. Wer wird diese Software hinsichtlich ihrer Gesetzeskonformität überprüfen? Wie soll sichergestellt werden dass die Filter nicht absichtlich oder unabsichtlich false positives produzieren?
    Welche Möglichkeiten werden die betroffenen Enduser haben, gegen falsche Filterung vorzugehen?

    Wäre schön wenn die EU zu diesen Fragen geben könnte.

  10. Guten Morgen Linus und guten Morgen Tim!

    Vielen Dank für eueren tollen Podcast. Ich höre euch immer wieder gerne zu :)

    Ich hätte eine Frage an euch. Ich hatte die fixe Idee, dass es doch super wäre, wenn man über die Abstimmungen im Bundestag von einer App informiert würde und dann eine eigene Stimme abgeben könnte um so bei der nächsten Wahl die Partei wählen zu können mit der man über 4 Jahre am ehesten übereingestimmt hat. Dann bin ich über diese Seite gestolpert: https://www.democracy-deutschland.de/
    Dort wird eine ähnliche App bereits in einer Beta angeboten. Für die Beta hab ich mich jetzt mal angemeldet um das zu testen.

    Nun meine Fragen: Kennt ihr die Leute von Democracy Deutschland? Verfolgt ihr das? Was haltet ihr davon? Ich muss zugeben ein bisschen glüht mir der Alu-Hut weil es hier ja durchaus sensible Daten abzugreifen gibt.

    Grüße
    Lorenz

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