LNP262 Alces datae

Mobilfunkausbau — EU-Kartellstrafe für Google — Rundfunkbeitrag — Verfassungsbeschwerde gegen Biometrieabgleich

Wir sitzen in einer leicht unterurbanen Region und leiden unter Funkloch. Trotz latentem Urlaubsmodus tragen wir ein wenig Feedback zusammen und diskutieren Entscheidungen der EU-Kartellbehörde und des Bundesverfassungsgerichts sowie die Klage gegen den Biometrieabgleich, der von der GFF vorangetrieben wird.

Dauer: 1:19:16

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hart am amüsieren… (by Max)

EU-Kartellstrafe für Google

Mobilfunkausbau

Verfassungsgericht zum Rundfunkbeitrag

Verfassungsbeschwerde Biometrieabgleich

Termine

Epilog

41 Gedanken zu „LNP262 Alces datae

  1. Eure Kapitel kommen nicht mehr in meinem Pocket Casts (ios) an. Ich glaube das ging schon mal, aber seit ein paar Sendungen (?) nicht mehr. Habt ihr da was geändert? Bei anderen Podcasts funktionieren die Kapitel.

  2. Kartellstrafe:

    Die Strafe ist IMO durchaus legitim.

    Es ist natürlich richtig das jeder Hersteller einen Android open source release auf sein Telefon würfeln kann. Das grosse Aber steckt aber im Detail, wie so oft. Wer nämlich den App Store nutzen will (Google Play Store) muss eine Lizenzvereinbarung mit Google unterschreiben. Und damit bindet sich man dann wieder fest daran Chrome als Browser und Google als Searchprovider auszuliefern.

    Aber, man könnte doch als Hersteller zwei Linien fahren, einmal Google, einmal reines Android mit alternativem Browser und Appstore. Also ist ja nicht Google schuld, sondern die Hersteller. Stimmt so wohl auch nicht, sobald man ein reinee Androidgerät im Angebot hat verweiger Google einfach die Lizenzierung für andere Geräte.

    Und ein Android Telefon / Tablet ohne brauchbaren App Store nennt man Amazon Fire Tablet und es ist zum Sterben verdammt. Wenn Amazon es nicht schafft eine Parallelappstoreinfrastruktur zu stricken ist das von Sony, Samsung, Huawei und HTC auch nicht zu erwarten.

    Google nutzt da also IMO schon seine Stellung aus. Ein Updating der Systemkomponenten die ohnehin open source sind kann man ja technisch durchaus über eine separate Systemanwendung realisieren.

    Alle Infos entnommen dem aktuellen Lage der Nation podcast.

  3. Wie wäre es denn mit einem Netzausbau-Fond, in den alle Netzanbieter pro Kunden einen vordefinierten Betrag einzahlen müssen. Dieser würde von einer Stiftung Netzausbau/ÖR-Anstalt verwaltet, in deren Vorstand die Telkos ihre Vertrerinnen entsenden um dort über die Details des Ausbaus zu entscheiden — gemeinsam mit zB BNetzA–Vertretern!? Mit diesem Fond könnte dann der Ausbau eines gescheiten Netzes für alle Telkos finanziert werden. So könnten auch Newcomer leichter am Markt überleben, da sie ein gut ausgebautes Netz anbieten können bei erstmal geringen Kosten. Bei steigender Zahl an Kunden würde sich das ausgleichen. Sozusagen als reguliertes, faires frei zugängliches Kartell für alle.

  4. Die Kosten für die Versteigerungen müssen in den 5 Jahren, in denen die Technologie aktuell ist von den Kunden wieder abgeschöpft werden.
    UMTS hat 50.000.000.000€ in die Staatskasse gebracht. Umgelegt auf 60.000.000 Kunden (120mio. Handykunden nach Bundesnetzargentur mit der Annahme, dass die Hälfte gescheites Internet nutzt und zahlt) ergeben grob 834,- pro Kunde. In 5 Jahren als ca. 14,-€ pro Monat die Telekom & Konsorten für unsere ‘schwarze Null’ im Bundeshaushalt durchreichen. Egal wie man die Randbedingungen dreht und wendet – am Ende zahlen wir für diese ‘unerwarteten Mehreinnahmen’.
    Das wäre doch mal eine schöne Stelle, an der man die Bürger entlasten könnte, indem man die Lizenzen einfach vergibt.

    • Und die 14€ weren dann von den Tarifen abgezogen.

      Ich glaube das wird nie passieren. Wenn die Lizenzgebühren wegfallen, sinken die Grundpreise um 5€ und den Rest streichen sich die Telkos ein.

    • Ja, das war eine Begründung warum in Deutschland die Mobile Preise so extrem viel höher sind als in fast allen anderen europäischen Staaten.

      Leider kommt man davon nun kaum noch herunter. Der Kunde hat sich an die Preise gewöhnt. Vergibt man die Lizenzen nun für lau, werden dann die Preise wirklich sinken? Dann müsste man doch wieder regulierend von außen eingreifen. Und das scheint in unserer immer stärker Richtung “marktliberlal” tendierenden Gesellschaft eher ungewünscht sein.

  5. Wird Safari 9.1.3 (OSX 10.9.5) nicht mehr vom Podlove WebPlayer 4.1.3 unterstützt? Der Player wird im Browser nicht angezeigt.

  6. Zum Anstalt Geld für mittelmäßiges Infotainment zum Luxus Preis

    Das Musikantenstadl ist für mich die symbolträchtige Verschwendung der Gelder und in unserem Land mag das durchaus demokratisch sein da die meisten Wähler mittlerweile über 60 sind aber wegen den hohen Alters Pensionen vorheriger Generation es ist kaum noch möglich junge Menschen unbefristet dort anzustellen während 10000 an Ruhestands Gehältern für Leute abfließen die mit ihrem Machogehabe vielleicht auch mehr als zwei Familien durch zufüttern haben.

    Das ist wie vielleicht auch die staatliche Subvention der Renten während aus der Forschung oder den Unis im Keller abgeschlossen sind bezeichnend für die Generationengerechtigkeit hier.

    Böhmermann ist vielleicht noch der jüngste der nicht als Angestellter sondern als man mit Verträgen der jüngeren Generation irgendwie über die Runden kommt während ein Claus Kleber glaube mit 400.00 im Jahr nicht abgespeist werden kann. Dennoch ist er für mich sogar zu bieder wenn man mal überlegt dass viele die sozusagen nicht so dem sozialdemokratischen oder linken Milieu der Anstalten entsprachen auch wenn es in den Rundfunk reden allerlei politischen einen Fluss gibt ist der der Linken Eliten viel größer. Ich meine das nicht mal im Gegensatz zu rechts sondern gegenüber künstlerischen liberalen Geistern wie z.b. Niels Rufe oder einen mittlerweile berenteten Harald Schmidt. Benjamin Stuckrad-Barre findet einfach nicht mit seiner politischen Einstellungen in den Anstalten ein Pension Auffangbecken wie die Generationen zuvor

    • Die symbolträchtigste Verschwendung sind wohl eher die Ausgaben für Sportrechte. Ob nun Fußball oder Olympische Spiele. Da sind die Ausgaben für ein Musikantenstadl lächerlich gering. Sowohl absolut als auch umgerechnet auf die größe der Zielgruppe.

  7. Mein Kritikpunkt am Rundfunkbeitrag ist, dass der größte Teil des Geldes eben nicht ins Programm geht oder in die Technik sondern in die Gehälter der Intendanten und die Pensionsansprüche aller Mitarbeiter: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien/so-verdienen-deutschlands-rundfunk-intendanten-15034872.html

    Ebenso dass ARD und ZDF das Geld nur so aus dem Fenster rauswerfen – nach dem Motto jeder Behörde: Wenn wir in diesem Jahr sparen, haben wir im nächsten Jahr weniger Kapital. So wird sehr gerne von jedem Sender ein Reporter rausgeschickt, der vor Ort mit nahezu den gleichen Bildern berichtet. Auch das muss nicht sein.

    Nicht zuletzt wurde auch den ÖR-Medien eine tendenziöse Berichterstattung nachgewiesen, vor allem wenn es um Themen geht, wie NATO oder Russland.

    Einen üblen Nachgeschmack hinterlässt das Urteil des BVerfG, da es auf viele Punkte nicht eingegangen ist und eher dem Gutachten des Paul Kirchhof folgte, wobei der Ferdinand Kirchhof der vorsitzende Richter bei dem Verfahren war.

  8. Die Argumentation bezüglich der Frequenzversteigerung kann ich nicht nachvollziehen.
    Natürlich werden die Frequenzkosten auf die Mobilfunktarife umgelegt. Aber auch wenn diese Null sind wird ein gewinnorientierter Betreiber keine Mobilfunkmasten aufstellen die sich nicht rentieren. Man wird diese immer (vertraglich) dazu zwingen müssen. Das ist aber eben unabhängig von den Frequenzkosten, die kann man versteigern oder verschenken, das macht den Mobilfunk insgesamt teurer oder günstiger, wird aber meiner Meinung nach nichts am Netzausbau ändern.

    Aus Konsumenten sich gefährlich halte ich die Argumentation für eine gemeinsame Mobilfunkinfrastruktur. Diese wäre dann eben ein Monopol und Monopole werden auf kosten der Kunden ausgenützt werden.
    Wenn, dann müsste man hier (wie auch von Tim kurz erwähnt) Dienstleistung und Infrastruktur trennen und die Infrastruktur nicht gewinnorientiert (genossenschaftlich, staatlich) betreiben.

  9. Lateinnachhilfe zu den Datenelchen:
    Alces datae LNP spricht man “Alkes datä LNP”.
    Manche würden behaupten, es würde “Alkes datai LNP” gesprochen, aber die glauben auch, Griechenland wäre die Wiege der Zivilisation (obwohl wir seit den Datenelchen ja wissen, dass das eindeutig Schweden ist).
    Wieder andere sitzen mittelalterlich verhunztem Latein auf und sprechen deshalb “Alzes datä NLP” und lassen sich dadurch die großartigen Namen “Käsar” und “Kikero” entgehen.
    “data-e” sagt aber wirklich überhaupt niemand.

    • Also die Debatte ob Zeh oder K ist schon so alt wie es Lateinunterricht gibt. Da die modernen Römer (also Italiener*innen) den Buchstaben aber Tsch aussprechen, wäre davon auszugehen, das sei auch vor 2000 Jahren der Fall gewesen.
      Ich halte dementsprechen ‘Altsches’ für korrekter.

      • :’D
        Altsches ist wirklich das denkbar falscheste.

        Was die Italiener heute sprechen ist wirklich kein Argument für die Aussprache damals. Die Griechen haben auch aus ihrem ‘eta (η – sprich “e” bzw. “ä”) ein “i” gemacht. Und auch bei uns gibt es seit dem Frühneuhochdeutschen (Luthersprech) reichlich Klangverschiebungen. Die Linguisten wissen schon ziemlich gut, wie solche Veränderungen passieren und deshalb kann man auch so einiges rückwärts konstruieren.

        PS: Das mit “ob Zeh oder K” ist eigentlich keine Debatte. Manche wissen es halt einfach nur nicht besser… ja, entschuldige bitte, ich kling grad sehr besserwisserisch.

  10. Man kann ja immer noch darauf hoffen, dass es der Markt mit der Netzabdeckung irgendwann geregelt bekommt. Möglicherweise muss vorher der Neoliberalismus zu Grabe getragen werden …

    … Grüße aus dem Zentralraum OÖ-AT, wo von zu Hause aus aktuell weder mobiles Telefonieren noch Internet möglich ist – Letzteres ging bis von UMTS auf LTE umgestellt wurde – und das nur, weil man die Funkmasten einst entlang der Autobahnen hinter den Hügeln aufgestellt hat. Scheinbar wollte man damals ein Netz für Vertreter bzw. für Firmentelefone. War ja auch teuer in den 90igern …

  11. Wenn man schon 18 Euro pro Monat bezahlt, hätte ich auch gerne ein frei zugängliches und modernes Medienarchiv der Öffentlichen (mit ordentlicher Suchfunktion). Was ist in dem Zusammenhang eigentlich aus den Bestrebungen zu Abschaffung der Depublikationspflicht und z.B. depub.org geworden?
    https://netzpolitik.org/2017/was-macht-eigentlich-die-depublizierungspflicht/
    Das ärgert mich eigentlich am meisten. Man bezahlt für Inhalte, die dann nach ein paar Tagen wieder verschwinden müssen, weil die Lobby der privaten Medien bessere Arbeit beim Gesetzeschreiben geleistet hat.

    • Nur als Ergänzung, das ärgert mich nicht wegen dem Geld, sondern weil es wichtig ist, dass Informationen und Wissen öffentlich verfügbar sind. Da bin ich auch ein großer und dankbarer Anhänger von sci-hub, die 99% der weltweit publizierten wissenschaftlichen Artikel umsonst zur Verfügung stellen.
      BTW: Falls jemand weiß, wie oder wo man ohne Bitcoin-Wallet, z.B. über einen Dienstleister, für Bitcoins spenden kann wäre ich sehr dankbar.

      • Die ganzen Handelsplätze funktionieren doch so, z.B. Bitstamp oder Bitcoin.de, sofern das nicht eine “Online-Wallet” für dich ist. Mach keinen Sinn irgendwo die Bankverbindung anzugeben nur um mal zu spenden, könnte auch leicht missbraucht werden. Wenn man sich identifizieren muss, kann man gleich einen Account aufmachen. Vor dort aus kann man BC verschicken, die Konditionen muss man sich halt anschauen.

  12. Bzgl GEZ
    Solange die aus den Gebühren finanzierten Inhalte zu großen teilen proprieter laufen, Also nicht unter freien Lizenzen veröffentlicht werden lassen sich die Rundfunkgebühren in meinen Augen nicht rechtfertigen.

    Auf die Befreieungspolicy bzg. ,so muss man auch hier Mängel attestiert werden, die unzulässige Ungerechtigkeiten produzieren:
    Wer nicht gerade Arbeitslosengeld 2 oder Sozialhilfe empfängt hat zumindest einen außerodentlichen bürokratischen Aufwand, insofern er die Befreiung überhaupt durch bekommt. Außerdem zählt ein zu geringes Einkommen als Grund die Befreiung zu verweigern.

  13. Herr Vorsitzender, das waren keine Fake News. Ich habe lediglich auf der Suche nach der Wahrheit eine falsche Antwort in meinem Podcast publiziert.

  14. Leider ist bei der Diskussion zur Kartellstrafe ziemlich offenkundig geworden, dass euch die eigentliche Motivation für die Strafe im Wesentlichen entgangen ist. Dadurch wurde euer Beitrag dann auch eher verwirrend denn erhellend. Also…niemand beklagt, dass Google seinen Play-Store auf Android-Handys zwangsinstallieren will. Ganz im Gegenteil – der Play-Store ist exakt das eine Ding aus dem Google-Android-App-Universum, das alle Hersteller, die Android verwenden, sogar komplett freiwillig auf ihre Devices bügeln wollen – kein Kunde will nämlich ein Android-Handy ohne Zugang zum einzigen wirklich gut versorgten Markt für Apps kaufen, und einen weiteren konkurrenzfähigen App-Store aufzubauen ist offenbar keine realistische Perspektive, das hat Amazon unter Einsatz massiver finanzieller und marketingtechnischer Ressourcen schon versucht (die haben sogar teure Apps verschenkt, man erinnere sich an “Amazon Underground”), und das ging im Wesentlichen in die Hose, wie jeder weiß, der mal ein Fire-Tablet oder gar -Smartphone in der Hand hatte.

    Dieser Wunsch nach der Play-Store-App wird von Google nun als Hebel genutzt, um den Herstellern gleich das gesamte Paket aufzudrücken – es gibt eben den Store nicht einzeln, sondern nur im Paket mit einem Knebelvertrag, der Chrome als einzigen Browser, Google Maps als Karten-App und Google als voreingestellte Suchmaschine erzwingt und gleichzeitig verbietet, andere Varianten der Geräte komplett ohne das “Google-Package” auf den Markt zu bringen. Und das völlig ohne irgendeine technische Notwendigkeit – es gibt keinen Grund, weder technisch noch aus Usability-Sicht, weswegen ein Handy-Hersteller in seinem Android-Derivat nicht den Play-Store mit einem vorinstallierten Firefox-Browser und einer Maps-App mit den eigenen Karten kombinieren können sollte (Chrome und Google Maps könnte der Nutzer in dem Fall dann ja auch aus dem Store nachinstallieren, wenn er die lieber hätte als das vorinstallierte Zeug). Der einzige Grund, warum Google das tut, ist der, dass es wirtschaftlich für sie Sinn ergibt, wenn sie den Default, den 95% der Leute aus reiner Faulheit nie ändern, auf ihre Dienste zwingen können. Die Argumentation, dass das ein Ausnutzen einer Monopolstellung (mit dem Play-Store) zum Unterbinden von Konkurrenz (auf dem Browser- und Suchmaschinen-Markt) ist, was eine Kartellstrafe rechtfertigt, finde ich daher schlüssig.

    Dann habe ich noch den Eindruck gehabt, dass in der Diskussion ein “Argument” mitschwingt, dass man in Diskussionen zu diesem Thema recht häufig hört, nämlich: “Man kann Google ja irgendwie auch dankbar sein, dass sie Android für alle kostenlos und offen zur Verfügung stellen, da muss man ihnen ja auch irgendwie was im Gegenzug zugestehen”. Das ist Unfug – Google hat schlicht keine Wahl in dieser Hinsicht. Android basiert auf Linux, und Linux ist GPL-lizenziert, und GPL ist eine virale Lizenz, erfasst also auch sämtliche derivativen Werke. So lange Google also nicht hingeht und die großen Teile des Android-Codes, den sie gar nicht selbst geschrieben, sondern einfach nur aus Linux übernommen haben, komplett und restlos entfernt und durch eigenen Code ersetzt, hat Google also gar keine andere Wahl, als das Ergebnis inklusive ihrer eigenen Änderungen und Erweiterungen wiederum quelloffen allen Interessenten bereitzustellen. Google hält sich hier schlicht gezwungenermaßen an die Lizenzbedingungen, was ich persönlich für eine Selbstverständlichkeit halte, die keiner weiteren Lobhudelei oder gar Dankbarkeit bedarf.

    Diese lizenztechnische Problematik ist es ja gerade, weswegen Google den Play-Store, der als eigenständige Applikation ohne Linux-Abstammung nicht unter die GPL fällt und daher von Google prinzipiell nach eigenem Gusto lizenziert werden kann, als Hebel nutzen muss, um sich die Hersteller im Hinblick auf die Auswahl gewisser anderer vorinstallierter Dienste und Einstellungen gefügig zu machen.

    • Chrome muss nur überhaupt installiert sein, aber nicht als einziger oder als Default. Samsung ist ja berühmt-berüchtigt dafür, zu jeder einzelnen Google-App auch noch eine equivalente Samsung-App zu installieren.

      Und wegen der Lizenzproblematik wandert mittlerweile auch immer mehr in die proprietären Play-Services oder die Google Apps, was anfangs noch als Teil von AOSP veröffentlicht wurde.

  15. Ich habe mal einen Bericht zu der Mobilnetz-Situation in der Schweiz geschrieben: https://folleon.com/201-salt-doesnt-limit-data-usage-a-short-report

    Ich war letzte Woche in Deutschland und da ist mir aufgefallen, dass die Mobilabdeckung wirklich ein Problem ist. Als ihr bei LNP immer davon gesprochen habt, dachte ich mich, dass es ja kaum so schlimm sein kann. Da habe ich mich krass geirrt!

    Es ist wohl kaum bezifferbar, wie viel Geld der deutschen Industrie (und damit auch dem Staat) verloren geht, weil keine Vernünftige Infrastruktur da ist. All die nicht möglichen Startups, die vergeudeten (Arbeits-)Minuten beim Warten, die nicht angebotenen Dienste…

    OT: Ich war letzte Woche mit dem Zug unterwegs (Duisburg-Zürich). Auf jedem Bahnhof wurden Verspätungen ausgerufen (bis zu 35 Minuten!) und ein Anschluss ICE von Basel nach Zürich wurde gar von der SBB ersetzt, weil dieser 1:06 Verspätung hatte. Unglaublich, sowas. Deutschland könnte das eindeutig besser.

    Naja, keep going!

  16. Lieber Linus, Lieber Tim,
    zum Thema Netzabdeckung in Finnland vs. Deutschland: Ich bin beruflich jeden Monat ein bis zwei Wochen in Finnland und bekommen den Netzabdeckungsgradienten jedes mal hart zu spüren. Mit meiner finnischen Prepaid-SIM (20€/m, keine Volumengrenze, ohne Identitätsnachweis erhältlich) bläst mein Telefon noch in der letzten Ecke eines beliebigen Nationalparks 50MBit/s durch und selbst Video-Telcos im Zug über VPN sind meistens problemlos machbar.

    Mein Taxifahrer beschwerte sich unlängst über die hohen Investitionen von rund 700€ um seine neue Glasfaser von der “Strasse” über den Acker bis zu seinem Haus zu verlegen, über die er zukünftig für knapp 30€/m seine symmetrische 1GBit/s-Verbindung bezieht. Das ganze in Nord-Savo (Name der Region) rund 20km vom nächsten 800-Einwohner-Dorf entfernt.

    Sicherlich ist die Kommunikationsinfrastruktur auf Grund einer viel geringeren Einwohnerdichte technisch schlecht vergleichbar mit der hiesigen. Die Rentabilität einer einzelnen Anlage ist im ländlichen Raum jedoch sicherlich noch wesentlich geringer als in Klessen-Görne.
    Daher passt die gute Netzverfügbarkeit in das finnische Gesamtbild – man hat erkannt (oder sich bewahrt), dass gewisse Dienste des öffentlichen Lebens und deren Aufrechterhaltung Aufgabe der öffentlichen Hand sind oder wenigstens einer besonderen Legislativen bedürfen um sie von negativen Mechnismen des entfesselten Kapitalismus zu entbinden. Dazu gehören neben der Netzabdeckung u.a. eine freie Heilsfürsorge und ein sehr gut ausgebautes Strassennetz.

    Ich liebe mein Heimatland Deutschland und freue mich jedes mal nach Hause zu kommen. Die digitale Atemnot jedoch, die sich einstellt sobald ich auf meiner Rückreise mit dem Zug nach Süden fahrend Hamburg-Altona hinter mir gelassen habe, erzeugt eine gewisse enge in meiner Brust und stimmt mich nachdenklich.

  17. Ich bin zwar kein Waidmann, aber lasst mich trotzdem folgende Korrektur anbringen: Elche sind Paarhufer, wie z.B. auch Rotwild, Rehwild, Damwild, Muffelwild oder Gamswild. Und Paarhufer balzen nicht, sondern brunften. Die Balz bezieht sich nur auf Vogelwild.

  18. # Rundfunkbeitrag
    Die Sache gehört einfach so gelöst:
    1. Der Gesetzgeber schafft einen Rahmen für alternative Anbieter. Die Hürden sind recht niedrig, der Schutz der Meinungsfreiheit wie bei Parteien recht hoch. Verhindert werden muss eigentlich vor allem die Vermarktung von Esoterik oder Buchverlage die nur ihre Autoren interviewen. Paar Stunden Inhalte pro Woche reichen, inkl. Abdeckung des aktuellen Zeitgeschehens.
    2. Vorhandene und neue Anbieter von frei verfügbaren Inhalten wie z.B. Metaebene schließen sich vielleicht noch mit jemandem zusammen um z.B. eine halbe Stunde Nachrichten pro Tag zu produzieren.
    3. So ein Anbieter sucht sich die vorgeschriebene Anzahl von Unterstützern z.B. 25000, und bekommt automatisch die Genehmigung. Die Unterstützer müssen für ein Jahr zahlen und können danach wechseln.
    4. Wer dafür mindestens so viel pro Monat zahlt wie für den ÖRR muss keinen Rundfunkbeitrag mehr leisten.
    5. Der Anbieter darf nicht unter eine bestimmte Grenze wie z.B. 5000 Abonnenten fallen, sonst fällt die Regelung mit der Befreiung vom Rundfunkbeitrag der Abonnenten weg.
    6. Der ÖRR muss sparen, vor allem bei Unterhaltung und Sport. Das kann in PayTV oder werbefinanziertes TV/Streams umgewandelt werden bzw. davon übernommen werden. Die Ausgliederung und Privatisierung sollte einen Teil der Pensionen abdecken.

    # Google
    Es mag sein das Googles Verhalten derzeit bestraft werden kann, dann sollten die Gesetze aber geändert werden.
    Soweit ich das verstehe geht es praktisch nur um den Namen Android, welches freie Software ist, welches es ohne Google nicht gäbe. Der Zwang gegenüber den Herstellern Google Software zu installieren, die dann nur aus Faulheit nicht ersetzt wird, sollte nicht ausreichend für eine Strafe sein. Allein schon weil es keinen Versuch gibt, Konkurrenz vom Markt zu halten. Ich hoffe die Anwälte und Richter finden da eine Weg drum herum. Politisch hätte man das gar nicht machen sollen, man sollte die Gesetze bzw. Verträge so anpassen das dies in Zukunft gar nicht mehr geht. Im Prinzip wird hier Erfolg bestraft.

  19. Hallo Linus, Hallo Tim,

    wo habt ihr eigentlich die Information über Finnlands mobile Daten im Vergleich zu Deutschlands Kabeldaten her? Ich konnte da nur was von 2016 finden und in euren Show Notes habt ihr es leider nicht verlinkt.

    Grüße und Danke

  20. Zum Thema öffentlich-rechtliches Kinderfernsehen hier ein Kommentar meines Sohnes:

    „Papa, wo ist das Programm auf dem keine Werbung kommt?“

    ’nuff said.

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