LNP269 Abteilungsleiter für Bleistiftanspitzerbestellungen

14 Jahre netzpolitik.org — Das ist Netzpolitik! Konferenz — Trojaner Status Quo

Heute ist Andre Meister wieder mal zu Gast und wir sprechen weniger über die tagesaktuelle Lage sondern blicken mal genauer auf seine und die Arbeit von netzpolitik.org im Allgemeinen, was sich in den Jahren verändert hat und wie sich der Journalismus im netzpolitischen Bereich verändert hat. Ferner bieten wir einen kleinen Rückblick auf die "Das ist Netzpolitik!" Konferenz der letzten Woche und schließen mit einem Status Quo zum Thema Staatstrojaner, den Andre besonders gut im Blick hat.

Dauer: 1:40:19

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7 Gedanken zu „LNP269 Abteilungsleiter für Bleistiftanspitzerbestellungen

  1. Wait honey, somebody said something wrong on the internet!

    Ich teile weite Teile Eurer Einschätzung zu Quantencomputern nicht. Ich finde, die Behörden sollten moeglichst viel Geld in diese Forschung stecken: Erstens fördern sie damit die mathematisch/physikalische Grundlagenforschung (ohne dass es irgendwelche Auswirkungen auf die praktische IT-Sicherheit haette) und zweitens koennen sie dann dieses Geld nicht mehr für wesentlich gefaehrlichere Dinge wie Trojaner etc ausgeben.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass es auf absehbare Zeit keine Bedrohung für praktische Verschlüsselung durch real existierende Quantencomputer geben wird. Alles was wir bisher haben, sind:

    1) Einen Quantenalgorithmus (auf dem Papier) zur Primzahlfaktorisierung, der exponentiell besser skaliert als alle bekannten klassischen Algorithmen.

    2) Verschiedene Technologiedemonstrationen, wie man universelle Quantencomputer (also solche, die Algorithmen nach Wahl abarbeiten koennen) bauen kann. Denen ist aber allen gemeinsam, dass sie nur wenige qbits für eine relevante Zeit kohaeren halten koennen (was eine Voraussetzung für die Überlegenheit eines Quantencomputers gegenüber einer von Neumann Architektur ist). Und wenige heisst, eine Handvoll. Meines Wissens nach ist nach wie vor die größte auf einem real existierenden Quantencomputer faktorisierte Zahl die 15. All diese Technologien skalieren bisher überhaupt nicht, will man mehr Bits haben (immerhin wuerde man ja wohl zumindest den zu knackenden öffentlichen Schlüssel speichern wollen) geht die Kohärenz den Bach runter. Stand heute hat mein Abacus um Größenordnungen mehr Rechenkapazität als jeder Quantencomputer. Ich kann mir nicht vorstellen, woher hier ein Durchbruch kommen sollte.

    3) Es gibt größere Systeme (etwa optical lattices, wie sie hier in Muenchen betrieben werden), die sind aber überhaupt nicht universell. Die koennen vielleicht ein Heisenbergmodell quanten-simulieren (wo die Dynamik sehr einfach ist), da habe ich aber keine Chance, so etwas kompliziertes wie einen Shore Algorithmus drauf zu tun. In gewisser Weise simulieren diese sich einfach nur selbst. In diese Klasse gehört auch D-Wave (bei dem vollkommen unklar ist, was das simuliert).

    Meine Einschätzung ist daher: Bevor Quantencomputer eine ernsthafte Konkurrenz zu einem ordinären PC (oder sogar Cluster) werden, ist der Weltraumfahrstuhl schon lange in Betrieb.

    Anders sieht die Sache aus bei Quantenkryptographie (also Verschlüsselung mittels Quantenzuständen). Das ist Technologie, die man heute quasi schon beim Discounter um die Ecke einkaufen kann (so als 19″ Einschub, wo man hinten die Glasfaser reinstecken kann). Die ist auch “bewiesen” sicher, ebenso wie Festplatten voll mit one-time-pad Passwoertern, die man per Kurier verschickt (und aehnlich praktisch in der Anwendung).

    Tims Erklärung “die machen so viel parallel” ist zwar oft gehört, traegt aber leider nicht. Die Parallelität ist nur die gleiche, wie bei einem probabilistischen Computer: Ich könnte vor der Aufgabe stehen, die Zahl N zu faktorisieren. Dazu nehme ich mir einen Würfel mit N Seiten (numeriert mit 1 bis N), würfle einmal und probiere, ob die Zahl, die oben liegt, N teilt. Wenn ich zufällig die richtige gewürfelt habe, bin ich in einem Schritt fertig. Wenn ich formal aufschreiben soll, wie dieser Algorithmus funktioniert, wuerde ich auch hinschreiben, dass alle N Zahlen ausprobiert werden (halt nur mit Wahrscheinlichkeit 1/N). Mit etwas Ueberdehnung der Sprache könnte man auch sagen, man probiert alle N Zahlen “parallel”. Und genau in diesem Sinn, arbeiten auch Quantencomputer “parallel”. Mit dem Würfel nützt das nur nix, weil der Erwartungswert, wie oft ich würfeln muss, um die richtigen Teiler zu finden, immer noch O(N) (eigentlich natuerlich O(sqrt(N)), da ich nur bis dahin nach Teilern suchen muss) ist. Der Quantenalgorithmus ist nur in sofern geschickter, dass er “Quantenverschränktheit” ausnutzen kann und daher der Erwartungswert besser mit N skaliert.

    Dieses Argument hatte ich vor einiger Zeit schonmal verblogt (in etwas technischer): https://atdotde.blogspot.com/2016/04/the-quantum-in-quantum-computing.html

    Leider ist der entscheidende Faktor “Verschränkung”, der den theoretischen Vorteil von Quantencomputern gegenüber klassischen ausmacht, recht abstrakt. Deswegen erklärt er sich so schlecht in einem Satz. Ich habe es mal in einem Kongresstalk versucht (aber bin vermutlich gescheitert): https://media.ccc.de/v/28c3-4648-en-quantum_of_science

    • Forschung ist gut! Aber sollte Wissenschaft nicht in Universitäten passieren, am besten mit Zivilklausel? Ich sehe das nicht als Aufgabe von Behörden, erst recht nicht von Innen- und Verteidigungs-Behörden, die damit die IT-Sicherheit schwächen wollen statt sie zu stärken.

  2. Hallo,

    ist ja leider schon länger das Problem. Könntet Ihr mal “tracking.feedpress.it” rausnehmen? Ich muss seit Monaten euren guten Podcast über die Webseite anhören. “tracking.feedpress.it” braucht es um “http://logbuch-netzpolitik.de/feed/mp3” zum funktionieren zu bewegen. Es ist doch unschön wo Ihr über das tracking von Facebook berichtet und selber die Datenkrake “https://feed.press/” im system hängen habt.

    Viele Grüße

  3. Danke für die schöne Folge. Ich finde solche Vogelperspektiven-Überblicke (sowohl thematisch als auch historisch bezüglich einzelner Themen/Organisationen) immer sehr hilfreich neben den News-Hamsterrad-Wochenrückblicks-Folgen. Meinetwegen gerne mehr davon. Weitermachen.

  4. Das heißt nicht don’t throw good money after bad

    Das österreichische Jobcenter System ist eine Triage.

    Wie auf dem Schlachtfeld bekommen die die die besten Überlebenschancen haben ein aufgemalt die mit dem B werden vorrangig behandelt und die mit dem C wenn es noch da ist Morphium.

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Triage

    Naja ist ja dort südlich eine etwas andere Kultur aber wir waren festhalten die Arbeitslosen dort bekommen ein Drittel mehr an Sozialleistungen als der deutsche Brot und Spiele Empfänger ohne Chancen auf eine bürgerliche Existenz

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