LNP288 Wir nennen Namen

Copyright Directive — Demonstration — Petition — Telefon — Termine

Jetzt ist es – wirklich – fünf vor zwölf und Thomas präsentiert die neue Aktion gegen Uploadfilter: Abgeordnete anrufen, im echten Leben. Es ist gar nicht so schlimm!

Dauer: 0:58:56

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66 Gedanken zu „LNP288 Wir nennen Namen

  1. Ich freu mich schon drauf, auf die Frage, ob ich den Text gelesen habe, zu sagen: Ja! Ich hab den hier vorliegen – wollen wir den eben gemeinsam durchgehen?

  2. Ein bisschen unschön finde ich, dass am 23. März auch in London eine große Demo gegen den Brexit bzw für ein People’s Vote stattfindet. Die richtet sich zwar nicht direkt an die Abgeordneten im Europaparlament, aber wegen des Themas ist es meiner Ansicht nach klar, dass das deren Aufmerksamkeit zumindest teilweise vom Thema Urheberrechtsreform ablenken wird.

    Und noch ein kleiner Hinweis: In Deutschland kann man bei der Europawahl nur eine Partei bzw. eine Liste wählen, nicht einzelne Kandidaten. Man kann also den Abgeordneten im Telefongespräch nicht direkt mit “wenn Sie für Artikel 13 stimmen, dann wähle ich Sie nicht” drohen.

  3. Ich finde es wichtig sich Gehör zu verschaffen, aber ist ein bisschen Selbstkritik nicht angebracht:
    Wenn ein Kommunikationskanal mit Vorlagen geDDoS’t wird, führt dies natürlich dazu, dass dieser Kanal in die Ablage P umgeleitet wird..
    Wie lange würdet ihr ans Telefon gehen, wenn eine rechte Website einen ähnlichen Service aufbauen würde, bei dem euch ein paar Rechte ihre Sorgen der “Massenzuwanderung” kundtun? Es wird eben einen armen Mitarbeiter erwischen, der ‘ans Telefon gesetzt wird’.
    Ich bin von der Methode noch nicht ganz überzeugt, habe aber auch keine bessere Idee, wie man sich nachhaltig Gehör verschaffen könnte..

    • Von einem DDoS ist die Aktion meilenweit entfernt. Ich vermute, du schätzt einerseits die Anzahl der Abgeordneten(-büros) ein bisschen niedrig und die Anzahl der tatsächlich anrufenden Menschen ein bisschen hoch ein.

      Abgesehen davon geht es genau nicht darum nach vorgefertigte Vorlage vorzugehen, wie ist die E-Mail-Kampagne macht – sondern um den direkten Dialog.
      Siehe hierzu auch LNP289 :-)

  4. Also falls da jemand nach Argumenten für das Telefonat sucht, würde ich gerne auf die Artikel 12 und 15 hingewiesen.
    Ich selber bin Mediengestalter und Arbeite eng mit Musikern, Fotografen, Illustratoren, etc. zusammen. Also echten Künstlern. Und wir regen uns fürchterlich darüber auf, dass die gesamte Argumentation immer wieder nur um Artikel 13 kreist.

    Artikel 12 führt den Verlegeranteil ein, einen Prozess, der vom EuGH (C-277/10) ) und dem BGH (I ZR 198/13 – Verlegeranteil) für rechtswidrig erklärt wurde. Aber natürlich nur in den Mitgliedsstaaten, in denen das früher mal so üblich war. Daher schafft er zusätzlich eine Ungleichbehandlung zwischen Künsltern der einzelnen Mitgliedsstaaten.

    Artikel 15 sollte es uns ermöglichen Tantiemen auszuhandeln. Ich habe auch schon Illustrationen für ein Buch gemacht. Dafür knapp 150€ bekommen. Das war’s. Der Verlag hat das Buch öfter verkauft, als ich zählen könnte. Muss mich aber mit dem Buy-Out begnügen, weil das aktuell so üblich ist.

    Falls ihr also wirklichen Künstlern, und nicht nur Let’s Playern, einen Gefallen tun wollt, sprecht das doch mal an. Hilft vielleicht auch die Abgeordneten umzustimmen, wenn die nicht ständig die selbe Laier hören.

    • So wie ich das verstanden hab, kann jetzt nur noch die Richtlinie als Ganzes abgelehnt werden.
      Von daher macht es durchaus Sinn, wenn man sich da auf ein Argument konzentriert, welches das größte Mobilisierungspotential hat und sich nicht in “Nischenthemen” verausgabt, auch wenn diese für einzelne Gruppen entscheidend sind.

      • OK…das finde ich jetzt schon hart. Dazu mal zwei Punkte:

        – Nischenthemen, die nur für einzelne Gruppen entscheidend sind? Hier geht es um den Kernpunkt dieser Reform, der von den Befürwortern der Reform genutzt wird. Es geht eben darum, dass die Rechte von Künsltern und Urhebern zu stärken wären, diese aber unter Artikel 12 und 15 leiden würden.

        – Ich bin darauf auch in meiner Mail an die Abgeordneten eingegangen. Einzige Antwort? Artikel 13 enhält keine Uplaod Filter. Die haben sich total in dieses ewige Artikel 13 gebashe eingeschossen und ihre Argumente zurechtgelegt. Ich glaube sogar, dass dieses Thema bei denen auf taube Ohren stößt. Wenn Ich jetzt aber am Telefon mit was anderem komme, haben die vielleicht keine vorbereiteten Argumente auf nem Zettel, die sie nur runterlaiern müssen.

        • In Artikel 9 und 10 geht es anscheinend auch noch darum das die Rechte von Kreativen durch Verwertungsgesellschaften auch ohne deren Zustimmung oder Mitgliedschaft wahrgenommen werden können. Ich frage mich was das für Auswirkungen haben wird z.B. ob man da auch wieder heraus kommt.

        • Sorry, ich glaube ich hatte Dich da missverstanden (bzw. nicht richtig gelesen, was Du geschrieben hast)

          Mir ging es um die Kampagne an sich. Da macht es sicher Sinn, sich für die Mobilisierung das Thema rauszusuchen, das die allermeisten Menschen interessiert.

          Wenn man aber das Büro der Abgeordneten am Telefon hat, dann kann es sicherlich auch nützlich sein, einen der anderen Artikel anzusprechen, um klar zu stellen, dass die Richtlinie auch in ihren Kernpunkten ihr Ziel verfehlt.
          Da hast du sicherlich recht.

          Ich für meinen Teil beschränke mich aber auf die Zementierung der Vormachtstellung von Google und Facebook für die nächsten Jahrzehnte, weil es das ist, was mich persönlich an der Richtlinie am meisten stört.
          Es ist eine Richtlinie, welche die Rechte der “Großen” stärkt und die den “Kleinen” den Garaus bereitet.

          Das ist das genaue Gegenteil dessen, von dem wir vor der “Erfindung” des WWW bei 300 baud in den news-groups geträumt haben ;-)

  5. Ich frage mich bei den Upload-filtern folgendes, sollten diese durchgesetzt werden, muss mir doch als Dienstanbieter die praktische Möglichkeit gegeben sein, Inhalte zu kontrollieren. Jetzt höre ich immer das man die Filter wahrscheinlich von Google und so kaufen muss oder diese dort überprüfen lassen muss. Dies widerspricht jedoch meine Geschäftsinteressen. Müssten mir dann nicht die Rechteinhaber Ihr Material zur Überprüfung gegeben? Sprich Disney mir alle neuen Filme schicken und der Spiegel seine neuste Ausgabe damit ich meinen Filter aktualisieren kann???

    • Hm, es ist, wenn ich das richtig verstanden hab, anders.
      Auf der einen Seite musst Du mit allen Rechteinhabern dieser Welt einen Lizenzvertrag abschließen.
      Auf der anderen Seite musst Du verhindern, dass ein Werk, das ein Rechteinhaber bei Dir “registriert” hat, auf Deine Plattform hochgeladen werden kann.
      Ich vermute mal, Disney wird sich zu Deinem großen Bedauern nicht für jeden neuen Kinofilm bei Dir melden ;-)

    • In der aktuellen Fassung von Artikel 13 steht:
      made, in accordance with high industry standards of professional diligence,
      best efforts to ensure the unavailability of specific works and other subject
      matter for which the rightholders have provided the service providers with the
      relevant and necessary information,

      Das bedeutet in meinen Augen, Uploadfilter müssen auf Werke angewendet werden, die der Rechteinhaber bei der Plattform “angemeldet” hat, wo er also z.B. eine “Muster” bereitgestellt hat, mit dem man einen Content, der auf die Plattform übertragen werden soll, vergleichen kann.
      Is ja irgendwie auch logisch, weil irgenwoher muss das “Muster” ja kommen und das kann ja nur vom Rechteinhaber sein.

    • Naja, also in der Theorie gäbe es Mittel und Wege, wie du zu einem Filter kommst, ohne alle Filme, Artikel, etc. direkt zugesendet bekommst (oder ich habe hier auf die Schnelle einen Denkfehler begangen).
      Realistisch umsetzen würden sowas nur Google, Facebook, etc. bauen.
      Außerdem basiert das, woran ich gerade denke eine Mitarbeit der Urheberberechtigten für jedes System, das gebaut wird, was die realistische Umsetzung nur durch Marktmächtige, wie Google möglich macht (der Urheber wird nicht versuchen alle 20000 aus dem Boden geschossenen Filter zu bespaßen)

      Was mir dazu in einfällt in kurz:
      Der Uploadfilterhersteller baut ein Client/Server System. Auf der Clientenseite wird das Produkt eingespeist, der Client macht aus dem Produkt via Einwegfunktion* einen oder mehrere Abgleichswerte. Diese werden an den Server übertragen.
      Somit hätte der Anbieter des Uploadfilters einen Vergleichswert ohne das originale Produkt zu kennen.

      *(math. Funktion, die einen Wert in einen anderen umwandelt, wobei der eine Weg relativ einfach, der Rückweg allerdings schwierig berechenbar ist. Ein analoges Beispiel wäre vielleich ein altes Telefonbuch, die Nummer zu einem Namen zu finden ist zeittechnisch einfach, den Namen zu einer Nummer eher nicht)

      • Eine Schwierigkeit bei der Nutzung einer solchen Einwegfunktion ist, dass das häufig dazu führt, dass der Filter die Mediendatei nicht mehr erkennt, sobald sie leicht modifiziert wird. Videos könnte man beispielsweise mit einem Rahmen umgeben, sie ein bisschen schneller oder langsamer laufen lassen, spiegeln, die Farben leicht verändern, etc. Aber solche Modifikationen ändern natürlich nichts an der urheberrechtlichen Situation.

        • Na ja, das kommt darauf an, *warum* man die Veränderungen vornimmt. Wenn man damit das Werk karikieren möchte, oder einen review davon macht, dann ist das ja ausdrücklich erlaubt:
          Member States shall ensure that users in all Member States(*) are able to rely on the
          following existing exceptions and limitations when uploading and making available content
          generated by users on online content sharing services:
          (a) quotation, criticism, review;
          (b) use for the purpose of caricature, parody or pastiche.

          • Das halte ich für einen komplett orthogonalen Sachverhalt.

            Auf der einen Seite ist es meines Wissens nach derzeit ausgeschlossen, dass eine wie auch immer geartete Software diese Schrankenregeln korrekt anwenden kann. Und ich würde auch nicht erwarten, dass sich daran in absehbarer Zeit etwas ändert. Machine learning scheint mir dafür auch nicht besonders gut geeignet.

            Andererseits muss meines Wissens nach das Werk gar nicht verändert werden, damit seine Verwendung unter eine dieser Schranken fallen kann (solange nur die anderen Bedingungen erfüllt sind); möglicherweise mit der Ausnahme, dass bei größeren Werken nur Ausschnitte zu verwenden sind.

            D.h. es gäbe dann dem Gesetz nach legale Verwendungen des unveränderten Werks, die der Uploadfilter trotzdem herausfiltern würde, und illegale Verwendungen des veränderten Werks, die der Uploadfilter nicht herausfiltern würde.

            Der entscheidende Punkt ist aber doch, dass ein Uploadfilter, der alleine dadurch umgangen werden kann, dass der Nutzer das Werk minimal verändert, im Zweifelsfall vor Gericht nicht ausreichen würde, um die Bedingung von Artikel 13 Paragraph 4 b) zu erfüllen.

        • Stimmt, ein solcher Abgleich ist anfällig für Modifikationen, hätte ich dazu schreiben sollen.
          Mir ging es in erster Linie darum zu zeigen, dass ein Übertragungsweg möglich ist.
          Sicher könnte man die Anfälligkeit minimieren, aber das Grundproblem bleibt

  6. Ich habe auch viel zu viel Zeit damit verbracht, mich mit dem Text zu beschäftigen. Manchmal fällt mir in der Tat auf, dass die Argumente der Gegner nicht immer optimal sind. Trotzdem ist meine Schlussfolgerung, dass diese Richtlinie weg muss.

    Hier noch ein paar Dinge die man sich mal von den Mitarbeitern der Abgeordneten erklären lassen kann:
    – Sind Plattformen die vor allem Text verbreiten betroffen (Foren, Stackexchange,..)? Zumindest wenn sie die Inhalte bewerben bzw. empfehlen? Wo ist das genau ausgeschlossen?
    – Ab wann handelt eine Plattform oder ein Uploader „for‐profit” (Spenden ohne anerkannte Gemeinnützigkeit, und/oder ein wenig Werbung, man lebt davon, oder die Zeit wird einem entschädigt)
    – Was passiert wenn die EU‐Staaten die Richtlinie unterschiedlich umsetzen und dann ein US‐Video das Recht in einem EU‐Staat bricht?
    – Oder ein bestimmter Inhalt wird in einem EU‐Staat mit einer Regelung hochgeladen, und der angebliche Geschädigte sitzt in einem EU‐Staat mit strengerer Regelung?
    – Kann sich eine Plattform schützen wenn sie unter die Regelung fällt, dann aber _bestimmte_ Inhalte nicht mit Werbung verbindet aber weiter Daten sammelt? (Also ich habe nichts gefunden)
    – Wenn die Produzenten/Veröffentlicher Lizenzen für genutzte Auszüge Dritter haben, muss die Plattform dann keine mehr haben oder auch nochmal extra weil sie ja profitiert?
    – Bekommen die Plattformen Pauschal‐Lizenzen oder sollen sie dann auch entscheiden welches Video es wert ist veröffentlicht zu werden, oder wenn es ihnen zu teuer ist dann geht es halt nicht?
    – Haftet der Verföffentlicher/Hochlader immer noch, wenn die Plattform schon haftet?
    – Sind Meme Zitate? Fallen sie nun raus oder nicht? Auch wenn sie keine Karikatur sind?
    – Was ist mit Avatarbildern der Nutzer in Foren? Sind das auch Zitate, oder kann das weg?
    – Was ist wenn eine US‐Firma Geld von Youtube will, für ein Video das in den USA unter Fair‐Use fällt aber in der EU nicht, und Youtube keine Lizenz dafür hat? Das Video ist aber in der EU abrufbar. Spielt der Standort des Rechteinhabers eine Rolle, und was ist mit Niederlassungen?
    – Was ist mit Lets-Play Videos? Beispielsweise wenn eine Firma nicht will das dies gezeigt wird.
    – Was ist mit Abmahnwellen gegen kleine Plattformen? Ab wann ist man ein relevanter Teilnehmer im Markt?
    – Was ist mit Werken wie Fantrailern: Zusammengeschnittene Werke mit vielen Auszügen aus einem Werk mit Musik unterlegt? Das ist kein Review, keine Kritik, kein Zitat… In den USA ist das Fair-Use, in der EU kann der Rechteinhaber sagen: “Will ich nicht”?
    – Soll es in Deutschland und anderen Staaten so sein das Verwertungsgesellschaften die Inhalte von Nichtmitgliedern lizenzieren sollen dürfen? Kommt man da als Kreativer jederzeit wieder heraus, z.B. wenn man sein Werk später und ‘Creative Commons’ stellen will? Gibt es dann sowas wie die Gema-Vermutung für alle Inhalte? (Artikel 9 und 10)

     — ab hier Artikel 11 —
    – Bräuchte Google News irgendwelche besonderen Genehmigungen um in Zukunft Nachrichten direkt von Nachrichtenagenturen zu beziehen und diese zu veröffentlichen? Was ist wenn sie dazu eine Plattform für Lokaljournalisten und lokale Hobbyjournalisten einrichten um die News dann auf ihrer Plattform anzuzeigen?
    – Was ist mit Nachrichten im Stil von Shortnews.de, also umformuliert? Vielleicht sogar automatisch.

  7. Ich finde gerade die Aktion Pledge2019 klasse und freue mich schon auf Diskussionen über das Internet mit Menschen die keine Ahnung haben^^

    Eine Frage habe ich aber. Für den Fall, den wir alle verhindern wollen, dass Artikel 13 durchkommt. Sollten wir ihn nicht so weit es geht zu unserem Vorteil nutzen. Ich meine wenn jetzt sagen wir mal ein Freund ein Buch veröffentlichen würde, in dem lauter Zitate drin stehen wie:
    Die Alternative für Deutschland macht zukunftsorientierte Politik.
    Axel Voss hat verstanden wie das Internet funktionert
    und so weiter.
    Wären diese Aussagen nicht schon schützenswert? Ich bin wirklich kein Urheberrechtsexperte aber die schöpferische Leistung wäre bei diesen Aussagen meiner Ansicht definitiv gegeben, schließlich braucht man schon sehr viel Fantasie um auf sie zu kommen.
    Wie gesagt ich frage für einen Freund…

  8. Hmmm, ich würde jetzt aber schon gerne auch den vollen Text, der dann zur Abstimmung stehen soll, lesen. Wo könnte ich den denn finden? Wäre das nicht auch was für die Show notes gewesen?

    • Das ist auch noch so ein Thema. Man soll das Ding lesen, warum ist es dann nicht auf Seiten der EU leicht zu finden? Ist Julia Reda dafür zuständig die Entwürfe der EU zu veröffentlichen, so das wir Bürger das dann von ihrer Seite runterladen können, um dann zu beurteilen was die da so vorhaben? Und wenn sie das nicht tun würde?
      Das sieht nach einer Strategie aus die man von den Vogonen abgeschaut hat.

      Ich finde die Bürger sollten vor Beschluss einer Richtlinie mindestens 6-12 Monate Zeit bekommen sich diese anzuschauen und darüber zu diskutieren. Vielleicht beschränkt auf Richtlinien bei denen genug Leute im Vorfeld Interesse anmelden.

      • Dass Beschlüsse veröffentlicht werden müssen, BEVOR sie in die Endabstimmung kommen ist eine schöne Idee in der Theorie. Leider befürchte ich eine Situation, wie im Hitchhiker’s Guide, dass die Zerstörung der Erde ewig irgendwo auslag, wo keiner hinschaut. Dafür wird im Zweifelsfall von den Finanzkräftigen Interessengruppen schon gesorgt werden.

  9. Ok, nach 4 Telefonaten ein erstes Resümee:
    1 CDU-Abgeordneter bat mich, sich eine mail zu schreiben ;-)
    3 SPD – Abgeordnete versicherten mir, dass die SPD Artikel 13 geschlossen ablehnen würde. Die letzte meinte “wir haben uns schon bei Pledge2019 gemeldet, aber die sind ein bischen langsam beim Verarbeiten der Daten” ;-)
    …. to be continued …..

  10. Kann man seine Rückrufterminliste eigentlich irgendwie wieder löschen?
    Ich versteh diese Computerstimme null und weiß daher nicht, welchen Abgeordneten ich gerade anrufe. Das ist aus meiner Sicht sehr sehr hinderlich für das Telefonat.
    Ich würde daher lieber immer selber anrufen, das ist für mich einfache … leider hab ich das erst nach ein paar Telefonaten festgestellt, als ich die Termine schon eingetragen hatte ….

    • Soweit ich das verstanden habe nicht, da ihr Hauptgeschäft nicht ist Content von den Usern zu veröffentlichen.
      Überfragt bin ich allerdings was das für Dienste wie slack mit sehr großen Gruppen bedeuten würde.
      Außerdem hat ja mittlerweile selbst whatsApp diese komischen storys die man veröffentlichen kann. Was das also da bedeutet kann ich dir nicht sagen.

      • Wir hatten das Thema Foren u.Ä. hier in den Kommentaren ausführlich https://kaffeeringe.de/2019/02/16/ich-lass-mir-ungerne-sagen-was-ich-denken-soll/ und sind uns nicht ganz einig.

        Meine Sicht derzeit:
        Diskussionsbeiträge sind unter der Schöpfungshöhe und daher nicht geschützt, Fotos, Geschichten, etc. nicht, also geschützt. Relevanz der Plattform wird dann am ehesten noch retten, wenn die Plattform nicht wichtig genug ist oder nicht um das selbe Publikum konkurriert. Sie muss auch profitorientiert sein (was auch immer das bedeuten mag) und Inhalte empfehlen (dass könnte dich auch noch interessieren…). Zudem müssen Rechteinhaber ja die Möglichkeit bieten die Werke oder Auszüge zu erkennen. Vielleicht mit einer Datenbank aus Prüfsummen?

  11. wie unterscheidet so ein Uploadfilter mein Bild einer Sehenswürdigkeit wenn schon tausende vor mir dieses Motiv hochgeladen habe.
    Es muss ja einen Filter nach dem Inhalt geben und ab wann gilt ein z.B. Bild als gleich?

    Was passiert wenn ich auf mehreren Plattformen meine Produkte anbieten will?
    Ich kann mein Ferienhaus bei Anbieter B nicht hochladen weil das Bild schon bei Anbieter A liegt und im Uploadfilter liegt?

    • Handelsplätze sind nicht betroffen. Dein Bild ist nur in einer Rechtedatenbank wenn du selbst oder eine Verwertungsgesellschaft es dort einstellst, und dann ist es ja immer noch dein Bild.

  12. Die Europawahl ist eine Listenwahl. D.h. wir stimmen über Listen/Parteien ab. Deshalb ist es auch nicht einfach, Personen direkt anzusprechen. Im Zweifel bestimmen die Parteien, welcher “Parteisoldat” die besten Aussichten auf das EU-Geld hat. Da gilt vermutlich Parteidisziplin und interne Vernetzung mehr als Bürgernähe.
    Die EU versäumt es einfach demokratischer zu werden.

    “Zur Europawahl in Deutschland
    Die Wahl zum Europäischen Parlament erfolgt nach den Grundsätzen des Verhältniswahlrechts mit Listenvorschlägen. Jede Wählerin und jeder Wähler verfügt über eine Stimme, mit der sie/er einen Listenvorschlag einer Partei oder einer politischen Vereinigung wählen kann.”
    aus
    http://www.europarl.europa.eu/germany/de/europa-und-europawahlen/europawahlen-2019

    Es ist deshalb wichtig -zumindest in Deutschland – auch die Partei/Fraktion der aktuellen Parlamentarier zu nennen.
    Hoffen wir, dass das Engagement der Internet-Gemeinde zum Ziel führt.

    Ja, ich kann nicht nachvollziehen, wieso die EU den IT-/Digitalstandort EU ohne Not so schwächt. Die Rolle der Justizministerin wird immer kurioser, insbesondere was auch die zukünftigen Themen im Bereich Freiheit betrifft.

  13. Kann mir irgendwer bitte mal Mut in Sachen EU machen?
    Also nichts gegen den europäischen Gedanken, ein mehr oder minder vereinigtes Europa für die Bürger wäre sehr nett.
    Nur sehe ich davon nicht so viel. Die EU ist organisatorisch ein ziemlich undemokratisches Konstrukt, da man in einem großen Teil höchstens durch die eigene Regierung vertreten ist, die Vertreter der anderen Länder aber noch nie was von deiner Stimme gehört haben (Stichwort Rat und Komission).
    Davon, dass ein Stimmenungleichgewicht herrscht braucht man gar nicht anfangen oder?
    Ja, hat seine Gründe, dass es so ist, wie es ist, könnte man aber mal langsam durch eine europäische Wahl ablösen.
    Dann gehen Staaten in der EU eher für ihre eigenen Interessen vor, als für ein gemeinsames zu streben.
    Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, kommen sie im 2 Jahresturnus mit irgendeinem Schwachsinn aus ihren Hinterzimmern in die niemand Einblick hatte, bis es fast zu spät war und bekommen es dann meist auch noch irgendwie durch.
    Also bei mir haben sie es so gut wie geschafft, dass ich die EU ablehne.
    Dabei war ich mal so gerne Europäer und nicht nur Deutscher…

    • Ich werde das erst feiern, wenn Linux und Tim zusammen bei Bohndesliga in einer 2.Liga-Kult-Club-Special-Sendung auftreten ;-)

  14. @Linus: Ohne den Erklärungsclip am Ende des Podcasts hätte ich nicht verstanden, worum es im Gesetzentwurf überhaupt geht. Auch deine höhnische Abwertung von Leuten, die Urheberrechte in Anspruch nehmen wollen (“die armen Künstler”) fand ich wenig zielführend. Es gibt legitime Gründe, das Urheber/innen für die Nutzung ihrer Werke vergütet werden bzw. die Hand darauf haben wie andere damit umgehen.

    • “Ohne den Erklärungsclip am Ende des Podcasts hätte ich nicht verstanden, worum es im Gesetzentwurf überhaupt geht.”
      Ohne die vielen Folgen LNP gehört zu haben, in denen wir dieses Thema seit nunmehr über einem Jahr begleiten, geht das auch nicht.
      Leider sind wir hier an eine zeitliche Restriktion gebunden, dass wir nicht jedes Mal alles wieder von 0 an erklären können.
      Im diesem Fall hätte aber schon eine Folge davor, LNP287 gereicht.

      “Es gibt legitime Gründe, das Urheber/innen für die Nutzung ihrer Werke vergütet werden bzw. die Hand darauf haben wie andere damit umgehen.”
      Diese erkenne ich auch in dieser Folge an. Es geht aber genau nicht um die Vergütung der Urheber, sondern um die Vergütung der Rechteverwerter. Genau deswegen verhöhne ich auch das verlogene Argumentieren über “die armen Künstler.”

  15. Ich sehe ein Problem darin das die Abgeordneten zu sehr darauf hinweisen es gäbe ja keine Verpflichtung zu Uploadfiltern oder das sie Uploadfilter ablehnen und nicht zustimmen werden WENN diese drinnen sind. Darum habe ich hier noch eine Verbessungsvorschläge für die Richtlinie, aus der sich ergibt wie problematisch diese ist:
    https://pastebin.com/kFShqxge

    Die kann man in Emails oder Anrufen verwenden, dabei vielleicht noch eigene Ideen einbringen oder aus anderen Quellen zusammen sammeln. Ich will mich von einer weiteren Beschäftigung mit dem Text zurückziehen, da ich auch noch andere Dinge zu tun habe.

  16. Toll, dass mit anderen Erscheinungen des Kalten Krieges auch das Motiv der Gedankenkontrolle wieder zurückgekommen ist. Das ist leider die Richtung, die ich für diesen Diskursstrang vorhergesehen habe. Das Narrativ vom äußeren Feind, der die Massen verdeckt manipuliert, ist ein sehr nützliches Werkzeug, um unbequeme Wahrheiten wegzuerklären. Ohne sagen zu wollen, es wäre unvorstellbar, hat sich diese Zuschreibung bisher eigentlich immer als Phantasma entpuppt. (Im Gegensatz zur äußeren Manipulation neuralgischer Punkte im sozialen Graphen der eigenen Gesellschaft. Das passiert ständig.) Es gibt natürlich eine erprobte Möglichkeit der Massenbeeinflussung, nämlich Propaganda. Aber diese ist offenbar. Wie sonst könnte sie eine Masse erreichen? Und je mehr Menschen von ihr erreicht werden, desto sichtbarer wird sie. Offenbare Propaganda kann aus der Sicht größerer Teile der Gesellschaft subliminal sein (zum Beispiel, wenn man mal von einer Regierung und mal von einem Regime spricht), aber die dafür verantwortlichen hidden persuaders sind typischerweise in die Gesellschaft tief integriert und kommen nicht von außen, auch deswegen werden sie übersehen.

    Ich beziehe mich übrigens nicht auf die These vom nützlichen Idioten, der sich als Googlelobbyist einspannen lässt. Denn das wird mit deren Propaganda erklärt. Sondern ich denke an die aktuellen Beispiele, wie das von Angela Merkel. Wenn sie sich Kinder, die im vermeintlichen Energiewende-Vorzeigeland gegen unzureichendes Engagement beim Klimawandel demonstrieren, nur als Resultat heimlicher Fremdbestimmung vorstellen kann.

    Apropos, falls noch jemand ein Argument gegen die neue Urheberrechtsdirektive sucht: Wie wäre es mit Klimawandel? Im Ernst hat sich mal jemand Gedanken über den Extraverbrauch durch eine Filterinfrastruktur gemacht? Ob es nun Amazon oder Google als Service verkaufen oder es eine zentrale öffentliche Stelle gibt, irgendwo muss ein zweites “Flickr”, ein zweites “Soundcloud”, ein zweites “Youtube” entstehen, wo der gesamte urheberrechtlich relevante kulturelle Output ein weiteres Mal eingepflegt und in Standardmuster für Filtersysteme umgewandelt werden kann. Und wenn die Politiker bis dahin geglaubt hatten, urheberrechtlich relevant sind so Kinofilme, dann werden sie diese Illusion spätestens dann verlieren, wenn sich die ersten Spaßvögel mit ihren Heimvideos in die Datenbank geklagt haben. Na gut, dieser Dienstleister schiebt die kompletten Inhalte hinterher nicht wieder durch das Internet, aber dafür handelt es sich um overhead, dessen Nutzen eigentlich ausschließlich in einer vermuteten Wirkung auf den Markt besteht. Ein ziemlich teurer Spaß, vermutlich auch von der Energiebilanz her.

    Und wo ich mir gerade selbst nochmal vor Augen führe, wie dumm die ganze Idee klingt: Ist es sicher, dass man die Anforderungen der Direktive für Haftungsausschluss nicht schon dann erfüllt, wenn man mit einem “nackten” Uploadfilter komplett ohne Filterkritieren anfängt und diese nur auf Zuruf einpflegt? Das wäre zumindestens nicht ganz so realitätsinkompatibel…

    • > mit einem “nackten” Uploadfilter komplett ohne Filterkritieren anfängt

      Die Rechteinhaber müssen Daten bereitstellen. Metadaten, Muster, Prüfsummen, … die man man dann nutzen muss um sich im Rahmen der eigenen Möglichkeiten Mühe zu geben. Wenn man groß genug ist, auch über die Daten die man bekommt hinausgehend.

  17. Ihr glaubt immernoch daran, dass die Abgeordneten einen Fehler machen? Tun sie nicht, das ist Kalkül- so denke ich.

    Im freien Netz häuft sich Kritik am System Europa, an der Sozialpolitik, der Umweltpolitik, der Verteilung von Geldern, dem Liberalismus und den “Verteidigungskriegen”.

    Gerade junge Menschen kennen mimen in unserer “freien Welt” zu gut an unliebsame Ingormationen und Hintergründe- die leider auch nachweisbar mit Fakten (also dem schöpferischen Eigentum von Nachrichtensendern) hinterlegt sind. Beispiele sind Attack, Hagen Rether, Daniele Ganser, Pispers…

    Die wird man nur durch so ein Gesetz eindämmen können, dass die alten Machtstrukturen erhalten bleiben.

    KALKÜL

  18. Ich hab gerade auf YouTube einen Alternativvorschlag zu Artikel 13 gesehen.
    Christian Solmecke schlägt darin vor, anstelle von Uploadfiltern Pauschalabgaben nach dem Vorbild der Leermedianabgabe einzuführen.
    Klingt nach dem ersten Anschauen halbwegs plausibel.
    Wie ist so was denn aus netzpolitischer Sicht zu bewerten, wenn man mal ein bischen näher drüber nachdenkt?

        • Habe das Video von Solmecke nicht gesehen, da ich seine Ausführungen zum Thema Artikel 13 nur begrenzt hilfreich fand. Leermedianabgabe in 2019? Für was? Festplatten? Was ist wenn man die Platte gar nicht für Medien nutzen würde? 50 Euro extra?

          Das lenkt doch alles nur davon ab das es hier um Auszüge von Werken geht, oft mit werbendem Effekt, aber ohne Schaden für das Originalwerk. Uns sie wollen Geld dafür. Mit Hilfe der Politik.
          Wäre noch nicht mal das größte Problem: Schlagt mal vor, Geld ja, aber mit Limitierung auf Anteile an der Werbung und kein Recht zur Verweigerung von Lizenzen… Aus der Reaktion darauf kann man dann ableiten ob es darum geht die Preise hoch zu treiben wie man will, die Plattformen können ja mehr Werbung schalten, außerdem ob man sich vorbehalten will das Auszüge aus Werken nur auf eigenen Plattformen oder in bestimmten Formen gar nicht genutzt werden dürfen.

  19. Unfassbar gut: “Ich glaube Du hast einen Namen falsch ausgesprochen; Alfidoni, nicht Adolfini”…
    Die Reaktion: “Tut mir leid, ich bin Österreicher!” :-)

    Kannste dir nicht ausdenken!

  20. Hier mein Facebook-Post auf meinem Profil:
    Ich habe eben Werner Langen Europaparlamentarier von der CDU in Brüssel angerufen, um ihn zu bitten, seine wahrscheinliche Zustimmung zu EU-Urheberrechtsreform mit dem Artikel 13, der Websitebetreiber zwingt Urheberrechtsverstöße mit den besten verfügbaren Maßnahmen zu unterbinden, zu überdenken.
    Leider war er nicht zu sprechen und eine sichtlich angespannte Büroleiterin, wollte mich erst mal an Axel Voss weiterreichen da „der dafür zuständig ist“.
    Dann wurde ich gefragt, ob ich „als Bürger anrufe“, was ich bejahte. Auf meine Argumente wollte die Dame sich ungern einlassen „wir sind hier bestens über alle Aspekte informiert“ – meine Kritik an den Uploadfiltern parierte Sie dann aber doch mit dem Argument, dass diese gar nicht explizit verlangt seien, sondern nur die besten zur Verfügung stehenden Maßnahmen. Mein Argument, dass eben diese derzeit verfügbaren Maßnahmen die schon bei YouTube implementierten Uploadfilter seien und so doch ausländischen Internetgiganten die Macht gegeben werde, die Uploads europäischer Bürger zu kontrollieren – ohne, dass es eine Verpflichtung zur Offenlegung deren Algorithmen durch unsere Gesetzgebung gebe, wollte Sie dann nicht mehr kommentieren – „soviel Zeit haben wir hier nicht, aber ich habe mir das mal alles aufgeschrieben“ – Ich signalisierte Verständnis und bedankte mich höflich für das Gespräch.
    Ob das was nützt, weiß ich nicht – aber sie sagte, dass „wir nur noch Telefonate führen und unsere Arbeit kaum noch machen können „ – das Signal scheint also doch in Brüssel anzukommen.
    Dass kein Zweifel entsteht: ich bin für ein Urheberrecht das Creative und Aktive schützt und Ihnen ein Leben von ihrer Arbeit ermöglicht, nur finde ich den Kollateralschaden, der mit dem Artikel 13 dieser Richtlinie für die Freiheit der Netzkultur angerichtet wird, ausgesprochen unverhältnismäßig.

    • Bei mir ist er direkt selbst ans Telefon gegangen …. ich bin aber nicht zu Wort gekommen ….
      Der Herr Abgeordnete war völlig außer sich. Scheint doch schon ein paar Anrufe in den letzten Tagen gegeben zu haben ;-)

  21. Wer gerne mal 4 Minuten am Stück beschimpft werden will, ohne auch nur den Hauch einer Chance zu haben, zu Wort zu kommen, sollte beim Abgeordneten Werner Langen (CDU) anrufen ;-)

  22. Tip an alle: Meine Anrufe über pledge2019.eu werden oft nicht abgenommen. Wenn man dann aber den Abgeordneten googled und seine Kontaktnummer anruft, hat man plötzlich jemand sehr nettes dran, der auch nicht immer pledge2019.eu kennt.
    Und schon hat man wieder ein nettes Gespräch geführt.

    • Ja, das kann ich grundsätzlich bestätigen.
      Herr Langen war bei meinen 16 Anrufen die Ausnahme von der Regel.
      Drei CDU-Mitarbeiterinnen haben versucht, mich möglichst schnell los zu werden und haben mir geraten, doch lieber eine mail zu schreiben ;-)
      Die Mitarbeiterin von Manfred Weber hat jede meiner Frage mit einem stereotypen “rufen Sie doch bitte im Büro von Herrn Voss an, der ist unser Berichterstatter” beantwortet.
      Alle anderen Mitarbeiter*innen haben sich meine Argumente angehört, einige haben auch die Argumente ihrer Abgeordneten vertreten. Die meisten haben zumindest zugesagt, dass sie meine Sorgen an den Abgeordneten weiterleiten.

      Ich rufe mittlerweile nur noch bei CDU-Büros an, weil die SPDler immer gleich gesagt haben, sie würden die Richtlinie ablehnen.
      Meine (auch von Linus angeführte) Argumentation ist, dass mit Artikel 13 die Vormachtstellung von Google auf Jahrzehnte zementiert wird, weil ich davon ausgehe, dass Google seinen Uploadfilter umsonst zur Verfügung stellen wird. Ich gehe davon aus, dass das Gleiche für Facebook und Amazon gelten wird. Damit geht sämtlicher Content aus Europa erst mal in die USA, um dort analysiert zu werden.
      Ich drücke dann mein tiefstes Unverständnis aus, dass ausgerechnet die CDU, die ja eigentlich daran interessiert sein müsste, in Europa ein Gegengewicht zum “Silicon Valley” aufzubauen, durchsetzen möchte, dass dieses unmöglich wird.

      Mein Eindruck ist, dass diese Argumentation oft zumindest überrascht. Wirkliche Gegenargumentation hab ich da nur von Mitarbeitern bekommen, die für Abgeordnete arbeiten, die diesbezüglich “Fachpolitiker” sind und öffentlich ausdrücklich für Artikel 13 plädieren.

      Bei denen ist es nützlich, die Richtline zur Verfügung zu haben, um daraus zitieren zu können. Da sind nicht alle Mitarbeiter*innen wirklich sattelfest und argumentieren dann mit “Phrasen”, die sich dann leicht widerlegen lassen.

      Es gibt zu meiner Überraschung offenbar einige CDU Abgeordnete, die sich noch nicht entschieden haben, wie sie abstimmen wollen. Ein Anruf bei denen lohnt sich also.

      Insgesamt eine sehr interessante und gewinnbringende Erfahrung ….

  23. Na da freue ich mich schon auf meinen Anruf morgen ;) . Ich hoffe den Axel dran zu bekommen – dann kann er mir das mit dem Zeitungsartikel nochmals erklären ( siehe Video Golem) …. . Aber mal was anderes:
    Ich wohne in der tiefsten Provinz und habe eigentlich keine Ambitionen in meiner Stadt eine Demo zu machen – hätte jedoch einen Vorschlag den Du lieber Linus vielleicht in die Welt heraus tragen könntest:
    Alle die nicht auf eine Demo gehen können oder möchten, sollten doch bitte einen Brief an Ihren EU Abgeordneten schreiben welcher … eigentlich am 23.3 zugestellt werden sollte (also 1-2 Tage vorher abschicken). Spätestens am Montag muss die Post mit einem Laster die Post zu EU-Parlament fahren und die “eigentlich wichtige Post” müssten die Bearbeiter erst mühsam aussuchen. …. so ein kleiner Flashmob.

    Ich habe gerade ein Instagram Post gemacht wo ich zu diesen auch aufrufe.
    Euere Meinung Linus? Tim?

    Liege Grüße aus dem Schwarzwald
    Ralf Konrad
    P.S.: Meinen Bundestagsabgeordneten habe ich auch schon genervt …

  24. Gibt es zu dem Verhalten der FAZ, das Thomas etwa bei Minute 40 anspricht (“Wollen sie noch vorkommen im Wahlkampf oder nicht?”) eine Quelle?

  25. Und ich möchte an dieser Stelle löblich meinen Kollegen erwähnen, der zum Büro von Udo Voigt durchgestellt wurde.

    Positiv daran: das Gespräch war schnell zu Ende – Udo Voigt stimmt gegen alles.

    :)

  26. Eine, zwar sicher gut gemeinte, aber im Hinblick auf die Pledge leider kontraproduktive Aktion:

    EU-Copyrightreform: Zivilgesellschaft und Verbände fordern Moratorium
    Das EU-Parlament soll die Abstimmung über die Copyright-Novelle und Upload-Filter auf die Zeit nach der Europa-Wahl verschieben, meinen 14 Organisationen.

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/EU-Copyrightreform-Zivilgesellschaft-und-Verbaende-fordern-Moratorium-4327875.html

  27. @Nadine: Warum sollte das kontraproduktiv sein?

    Wenn die Abstimmung vertagt werden sollte, könnte es doch ggf. tatsächlich zu neuen Verhandlungen über die Richtlinie kommen. Das kann doch nur gut sein, wenn es stimmt, dass der aktuelle Stand der schlimmstmöglich denkbare ist.

    In Bezug auf die Pledge … na ja, ich denke, was da eine Wirkung hat, ist nicht die Drohung mit “ich wähle Eure Liste nicht, wenn Ihr der Richtlinie zustimmt”. Was da vermutlich wirken könnte, ist die Tatsache, dass da nun seit Tagen das Telefon nicht mehr still steht und da lauter Menschen anrufen, die vernünftige Gespräche mit Argumenten etc. pp. führen.

    Bei 500 Mio Wahlberechtigten, würde es selbst dann keinen großen Unterschied machen, wenn alle Menschen, welche die change.org-Petition geklickt haben, nun weder CDU noch SPD wählen würden.

  28. Ihr habt da so eine schöne DB auf pledge2019.eu.
    Warum gibt die Api unter /api/meps/ nur eine Liste mit friendly und
    unter /api/mep/ nur einen zufälligen unfriendly zurück.

    Zeigt doch bitte auf der Seite die Abgeordneten auch in der Übersicht mit der ep_group bzw Partei.
    Und gebt der Liste doch einen Filter für Friendly und Partei.

    Ich denke, dass dies einen viel höheren Druck erzeugt wenn jeder auf einen Blick sehen kann wo das Gros der Partei steht.

    • Meine Vermutung:
      Friendly sollen nicht belästigt werden und stehen ohnehin auf der Seite als Menschen, die den Pledge geleistet haben.
      Warum die unfriendly zufällig gewählt werden, wurde in der Sendung schon erklärt.

      • Ja, das ist richtig und gut, dass nur ein unfriendly für den Anruf ausgewählt wird / werden soll.
        Mir geht es auch nicht um den Anzurufenden sondern um die Liste darunter welche nur die “friendly” zeigt.
        Mich würde brennend interessieren wer noch nicht zugesagt hat. Oder wie das Verhältnis ist. Oder wie die Verhältnisse innerhalb der Partien sind. Oder welche Partei mehrheitlich wo steht.
        Wäre alles sehr interessant für den Mai.

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