LNP314 That’s just like, your opinion, man

Brexit — EUGH-Entscheidungen — Bots im Bundestag — Cyberbunker — CDU-Krisenradar

Heute geht es irgendwie nur um Entscheidungen von Gerichten und Studien, die uns mit einem Fragezeichen im Gesicht zurücklassen. Dazu passt auch eine weitere kurze Betrachtung des Brexit-Dramas.

Dauer: 1:30:27

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Bots sitzen schon in den Parlamenten

Krisenradar: CDU plant schnelle Online-Eingreiftruppe nach Rezo-Alarm

16 Gedanken zu „LNP314 That’s just like, your opinion, man

  1. “Unter Windows gibt’s in dem Sinne gar keine andere Option [als Chrome].”
    Es gibt immer noch Firefox. (Was ich verwende, zwar unter Linux.)

  2. Sagt denn das EuGH-Urteil nun, dass eine Webseite auch ohne Cookies nutzbar sein muss? Und was, wenn der eigene Browser tatsächlich zur Cookie-Akzeptanz konfiguriert ist und man im Banner Cookies ablehnt, muss dann die Webseite in ihren Wesensgehalt trotzdem nutzbar sein? Mir scheint, dass viele Webseiten es sich mit dem, was für eine Nutzbarkeit notwendig ist, viel zu einfach machen. Technisch notwendig sind ja Cookies etwa für einen Warenkorb sicher nicht. Man kann einen Kontext auch einfach durch nutzerindividuelle URL-Gestaltung realisieren. Nachdem ihr euch zuletzt so abfällig über Webseiten vob Banken geäußert habt, werdet ihr es möglicherweise nicht wissen und inzwischen ist es leider auch nicht mehr der Fall, aber es gab in der Vergangenheit eine Zeit, da konnte man das Onlinebanking der Postbank ohne JavaScript und ohne Cookies nutzen. Leider sind die Webseiten vieler Banken im Laufe der Zeit einfach dahingehend schlechter geworden, dass sie plötzlich JavaScript oder Cookies oder beides zum Funktionieren erforderten. Tim hat seine Webseiten ja in der Vergangenheit in dieser Hinsicht auch des öfteren kaputtgemacht, indem für essentielle Funktionalität plötzlich JavaScript oder Cookies oder irgendwelche Referrer aktiviert sein mussten.

    Was ich sagen will, ist, dass eine echte technische Notwendigkeit für Cookies sich argumentativ doch gar nicht glaubhaft machen lässt, wenn andere Lösungen nicht nur denkbar sind, sondern in der Vergangenheit gar bereits existiert haben. Wenn nun eine Verpflichting bestünde, Benutzern tatsächlich die Wahl zu lassen, Cookies zu akzeptieren oder auch nicht, dann müsste doch auch durchsetzbar sein, dass Nutzer, die sich dagegen entscheiden, nicht vom Angebot ausgeschlossen werden, etwa indem einfach die Webseite nicht funktioniert (funktional kaputt). Probleme des Ansatzes, was Tracking angeht, hattet ihr ja bereits angesprochen. Deswegen wäre es eigentlich wichtig, die gesetzliche Regelung noch zu erweitern, indem etwa auch programmatische Funktionen, die auf dem Nutzerrechner ausgeführt werden sollen (beispielsweise JavaScript), einer Zustimmung bedürften, und die Webseite dürfte bei Ablehnung nicht in ihrem Wesensgehalt kaputt sein, wenn, wie in nahezu allen Fällen, eine Realisierung der wesentlichen Webseitenfunktionalität auch ohne clientseitiges Scripting möglich ist. Hier müssten insbesondere der Zugang zu monopolartigen Webangeboten, beispielsweise bestimmten sozialen Netzwerken, und bestimmten Typen von Webangeboten, beispielsweise Bankingwebseiten oder geschäftsmäßigen Zeitungswebseiten, gewährleistet und deren Anbieter in die Pflicht genommen werden.

  3. Tracking-Cookies im Browser leben nur noch, weil sie am einfachsten durch unbeleckte Webseitenbastler einzubauen sind.
    Die Technik ist längst weiter (auch ohne Browser-Fingerprinting):
    “Server-to-Server Tracking Pixel”

    Am Beispiel eines Werbenetzwerks:
    Links enthalten URL-Parameter mit der Tracking-ID. Die teilnehmenden Seiten müssen mit dieser ID dann auf Serverseite(!) das Tracking-Pixel des Netzwerkes laden, um den User tracken, und auch in ihre externen Links wieder einbauen.

    Beispiel: Awin, Trackingschleuder des Axel-Springer-Konzerns

  4. Das beste Zitat zum Cyberbunker hab ich in dem Artikel in der Zeit gelesen https://www.zeit.de/digital/2019-09/darknet-cyberbunker-cyberverbrechen-mosel/komplettansicht

    Die Koblenzer Generalstaatsanwaltschaft argumentiert nun jedoch, Herman-Johan X. und seinen mutmaßlichen Mittätern könne nicht entgangen sein, was für Geschäfte über ihre Server abgewickelt wurden. Das lasse sich unter anderem daran erkennen, wie sie ihre Serverdienstleistungen beworben hätten und dass auf den abgeschotteten Servern bisher nichts Legales gefunden worden sei. Es geht also um Beihilfe zu den kriminellen Taten.

    Hab bei “bisher nichts Legales gefunden” schallend gelscht.

  5. Bezeichnung der “Mail” als Terrorblatt: Die Argumentationskraft von logbuch-netzpolitik leidet. Danke für Euren tollen Podcast.

  6. Was Ich bei dem Eva Glawischnig-Urteil bisschen fragwürdig finde ist folgendes:
    Ist nicht auch eine rechtswidrige Äußerung möglich, die unter veränderten Kontext dann durchaus rechtens wäre? Wenn du z.B. jemanden als Betrüger bezeichnest, spielt der Kontext ja eine massive Rolle und nur weil jemand vormals kein Lügner war, muss das ja nicht heißen, dass die Person in Zukunft nie etwas tun wird, wo der Ausdruck dann legitim gewesen wäre.

    Ich glaub wir müssen höllisch aufpassen, dass das Web nicht zu viel Juristerei abkriegt. Juristen können nicht von Webplattformen erwarten Probleme automatisiert zu lösen, bei denen sie selbst nur auf Fallbasis entscheiden könnten. In gewisser Weise treiben sie damit denn Bedarf einer automatisierten Jurisdiktion voran..

  7. Hei ihr beiden,

    habt ihr nicht erst vor kurzem davon gersprochen, wie sinnlos und gefährlich diese “Sicherheitsabfragen” sind und dass die nun endlich am aussterben sind?
    Wollte mich heute bei der Bahn einloggen und was finde ich vor:

    “Sehr geehrte/r Herr XXXXX,

    um die Sicherheit Ihrer Daten zu erhöhen, haben wir das Verfahren zur Wiederherstellung vergessener Passwörter überarbeitet. Dafür möchten wir Sie bitten, eine der folgenden Sicherheitsfragen zu hinterlegen. Ab 15.12.2019 kann dieser Schritt nicht mehr übersprungen werden. Ihre Eingaben können Sie im Bereich “Meine Bahn” jederzeit einsehen und bearbeiten.”

    Optionen sind:
    “- Wie lautet der Geburtsname ihrer Mutter? [warum gehen die eigentlich immer noch davon aus, dass meine Mutter einen anderen Geburtsnamen hat, nicht aber mein Vater oder beide ihren?]
    – Wie lautet die Nummer einer ihrer Kundenkarten oder Ausweise?
    – Was ist Ihr Lieblingsbuch?
    – Was ist Ihr Lieblingsfilm?
    – Wie hieß Ihre erste Lehrerin oder Ihr erster Lehrer?
    – Wie hieß Ihr erster bester Freund bzw. Ihre erste beste Freundin?”

    Ich sag mal, danke für nichts und super sicher liebe Bahn. Willkommen in den 2000ern…

  8. Das schlimmste an der ganzen Cookie-Thematik finde ich, dass Cookies ziemlich einfach und schmerzfrei zu handhaben sind. Browser (mit oder ohne Plugin) entsprechend konfigurieren, fertig. Und dafür gibt’s jetzt überall Banner.

    Javascripts, die von sonstwo nachgeladen werden, sind da schon deutlich schwieriger. Man kann sie zwar wegblocken, aber einige Third-Party-Scripts braucht man häufig, damit Seiten funktionieren. Das ist die wahre Seuche.

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