LNP375 No Durian

rC3 — Feedback — Urteil im Assange-Verfahren — Contact Tracing Singapore — NSO-Angriffe auf Journalisten — Palantir und die Impfstoffverteilung — Digital Services Act & Digital Markets Act

Heute widmen wir einen großen Teil der Sendung dem rC3 Ende letzten Jahres und dem Urteil über die Auslieferung von Julian Assange an die USA. Dazu noch ein Ausblick auf die Gesetzesvorschläge für Digital Services und Digital Markets Act der EU, einiges an Feedback und weitere Gründe, warum man mit Algorithmen vorsichtig sein sollte.

Dauer: 2:12:05

On Air
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#rC3

Feedback

Corona Warn App

Jens Spahn und die Impf-Ethik

Datenzugriff Polizei

Urteil im Assange-Verfahren


Contact Tracing Singapore

NSO-Angriffe auf Journalisten

Palantir und die Impfstoffverteilung

Digital Services Act & Digital Markets Act

29 Gedanken zu „LNP375 No Durian

    • Hallo ihr Lieben… hoffentlich habt ihr schön reinfeiern können und hattet viel Spaß mit Joghurt, Kinderbier und Schokolade XD

      ♪♫Das Bommellied♪♪ … und nun alle ♫Schalalah-lala-lala, schalalah-lala-lala,…♫♪

  1. Ich muss sagen ich war am ersten Tag eher enttäuscht. Erwartet hatte ich ein gather.town was gut skaliert – vorgefunden hab ich ein gather.town was absolut nicht skalierte. Gefühlt 1FPS, Knackser im Audio und ein Haufen überforderter Besucher*innen.

    Hab dann alle paar Stunden mal reingeguckt und es wurde nicht besser.

    Am nächsten Tag waren dann scheinbar die Leitungen adäquat verbreitert worden und es lief flüssig – war dann zwar immernoch das was ich erwartet hatte, aber immerhin größer als die Firmenfeier und die background Musik war auch passabel.

    Zum Leute kennenlernen war es mir als Fremden dann doch zu doof – liegt aber an meiner Introvertierheit – und es gab ja genug Alternativen.

    Anyway, frohes Neues Euch beiden und macht gerne weiter so!

    • Mir ging’s ähnlich. Mit Firefox ist’s auch nach 2 Schritten immer hängen geblieben, musste Chrome verwenden. Dann war nicht klar mit was man interagieren kann und mit was nicht, und den Character Creator fand ich auch verwirrend/schlecht zu erkennen. Dort hat man z.B. die Haare nur von vorne gesehn und dann hab ich später gemerkt, dass ich eine Frisur mit Zopf gewählt hatte. Und aus irgendeinen Grund hatte ich Fledermausflügel? Ganz komisch. Hab es auch sofort wieder in einen Zustand mit dieser Sidebar gebracht in dem nix mehr ging. Hat für mich leer und verbuggt gewirkt und hab’s deswegen sein lassen.

      Schade, war sicher total viel Mühe! Und war ja auch eine gute Idee! Nur hat’s halt nicht funktioniert. Mit der kurzen Entwicklungszeit auch total verständlich.

  2. Zum Assange-Urteil:

    Bei dem Urteil sehe ich noch ein weiteres großes Problem: Es wurde jetzt eine Art Präzedenzfall geschaffen, auf den die westliche Welt in zukünftigen Verfahren schauen wird – auch wenn der Präzedenzfall nicht rechtlich bindend wäre. Das führt aus meiner Sicht zu zwei ganz schwerwiegenden Problemen:
    1. Wenn bei einem ähnlich gelagerten, zukünftigen Fall, der gesundheitliche Zustand nicht vergleichbar schlecht ist, weist dieses Urteil mit großer Deutlichkeit in Richtung Abschiebung.
    2. Mit Kenntnis dieses Urteils könnte der nächste große diplomatische Akt sein, zu entscheiden, welcher Psychologe für das Sachverständigengutachten eingesetzt wird. Und wenn der Psychologe “gekauft” ist, kann man sich wohl auch denken, wie der gesundheitliche Zustand bewertet wird.

    In allen Fällen bin ich mehr und mehr der Meinung, dass die USA vielleicht die Schlacht verloren, aber den Krieg gewonnen haben. Man musste schon zeitlich vor Assange sehr mutig sein, um sich mit der halben Welt anzulegen. Nach diesen vielen Jahren erfordert das – selbst nach einer möglichen zukünftigen Freilassung Assanges – weit mehr Mut. Wer das noch aufbringen möchte und kann, ist wohl verrückt oder radikaler Idealist. Ob solche Leute überhaupt in die kritischen Strukturen kommen, ist für mich fraglich.

    • Von mir auch ein frohes neues Jahr an Linus, Tim und alle Zuhörer. Da war ich beim ersten Kommentar zu vertieft in das Urteil… :)

  3. Es gibt meines Wissens einen gewaltigen Unterschied zwischen Snowden und Assange:

    In wikileaks kann man immer noch alle Daten und Emails nachlesen. Die Snowden Files sind verschwunden bis auf wenige Screen Shots von Powerpoint-Präsentationen verstreut über die ganze Welt in stark editierten Artikeln.

    Glenn Greenwald wurde vom The Intercept hintergangen und rausgemobbt. Der Fall Greenwald hat Einiges klargestellt, nämlich dass die Management-Etage bei TI in einem goldenen Käfig leben. O-Ton Greenwald “Man musste für ein 6-stelliges Gehalt nur sehr wenig tun.” oder “haben einen Kolumnisten eingestellt, der nur dazu da war russiagate und Anti-Trump-Stories zu retweeten” Gemeint war damit Robert Mackey und auch James Risen. Risen war mal investigativer Journalist, wurde dann verklagt, hat sein ganzes Informantennetzwerk verloren, war also erledigt und hat meiner Meinung nach einen Deal gemacht mit dem FBI. Risen schreibt bei TI auch nur Kolumnen, die ähnlich viel Gehalt haben wie eine Kolumne von Roger Köppel, Jan Fleischhauer oder Thomas Friedman und wie sie alle heißen, die Meinungsmacher unserer Markenmedien.

    Wer The Intercept in 2020 beobachtete, sah die Tendenz, dass entweder im Wahlkampf z.B. von Ryan Grim eine Home Story mit Elizabeth Warren gemacht wurde, also offensichtlich inszenierte Wahlkampfhilfe veröffentlicht wurde. Oder bis Sonntag letzter Woche wurde das #fraudsquad unterstützt, wiederum mit Exklusiv-Interviews. Damit stellte sich die Leitung von TI letztlich immer wieder hinter das Establishment der demokratischen Partei. Nancy Pelosi sollte bei #forcethevote bei einer Abstimmung zur Sprecherin des House of Representatives für weitere 2 Jahre dazu gezwungen werden, eine Abstimmung zu Medicare4all zuzulassen oder angeblich “progressive” Politiker sollten gegen sie stimmen. Eigentlich ist der Zeitpunkt jetzt während einer Pandemie genau richtig. Nancy Pelosi ist nur deshalb Sprecherin der Democrats im House, weil sie die beste Spendeneintreiberin der Partei ist und sehr gut vernetzt ist mit Großspendern. Deshalb nennt man ihren Flügel, der die überwältigende Mehrheit der DNC stellt auch “corporate democrats”. Die Abstimmung für Pelosi stellte klar, dass es bei der DNC keine zwei Flügel gibt. Bei der DNC muss man einen bestimmten Betrag an Spendengeldern abliefern, sonst bekommt man keine Posten oder Unterstützung für eine Wiederwahl. Bei den Republikanern ist es natürlich genauso. Der letzte Präsidentschaftswahlkampf hat insgesamt geschätzt um die 11 Mrd. $ gekostet. Das Meiste davon ging in TV-Werbung und Beraterindustrie.

    Die Snowden-Files sind also verschwunden (wobei man auch Greenwald vorhalten muss, warum die eigentlich verschwunden sind?) und TI unterstützt die Politik der DNC, agiert damit also ähnlich wie MSNBC oder CNN und gehört natürlich Piere Omidyar, der selbst Beziehungen und Geschäfte mit dem Geheimdienstkomplex am Laufen hat.

    https://caitlinjohnstone.com/2020/10/30/greenwalds-intercept-resignation-exposes-the-rot-in-all-mass-media/

    https://duckduckgo.com/?q=pierre+omidyar+cia

    Glenn Greenwald kann man jetzt auf Substack folgen:

    https://greenwald.substack.com/

    • ps: Greenwald hat auch noch Prozesse in Brasilien am Laufen wegen der Veröffentlichung von Leaks, die die Bolsonaro-Regierung in Bedrängnis brachten. Er redet zwar nicht viel darüber, aber das sollte man auch im Hinterkopf behalten. Ihm könnte damit ein ähnliches Schicksal wie Assange, Manning oder Snowden drohen.

      • Danke für diese ganzen Hintergründe und Einschätzungen.
        Tatsächlich habe ich diese Intercept-Auseinandersetzung nicht weiter verfolgt.

        Mein Hauptgrund ist, dass ich solche öffentlichen Schlammschlachten eher als Zeichen von Unprofessionalität sehe und ihnen selten was Gutes abgewinnen kann.

        Tatsächlich habe ich seit einiger Zeit aufgehört, The Intercept zu lesen oder zu hören – das war keine bewusste Entscheidung, sondern hat sich eher eingeschlichen.
        Da kam einfach nur selten etwas, das mich großartig interessiert hat.

  4. Der Stress mit der Durian hält sich wohl eher in Grenzen, zumindest noch in 2014.

    https://www.yearofthedurian.com/2014/10/llegal-durians-how-much-trouble-wi.html

    Aber gebt euch mal Niedersachsen, da muss man für Rodeln bis zu 25.000 Euro bezahlen :)

    “Der Landkreis Holzminden hat als erster Kreis in Niedersachsen das Betreten vieler Rodelwiesen verboten. Verstöße werden mit bis zu 25.000 Euro Bußgeld geahndet, wie es in der ab Freitag geltenden Allgemeinverfügung heißt. Rechtsgrundlage ist demnach das Infektionsschutzgesetz. ”

    Quelle: (Im Moment ohne Paywall, wurde weg-gecybert)
    https://www.abendblatt.de/hamburg/article230939138/corona-news-blog.html

  5. Zu der Identitätspflicht auf Marktplätzen:
    nicht nur die von euch beschriebenen Fake Produkte sind ein Problem, sondern auch User mit Betrügerischen Absichten z.B. durch Identiätsdiebstahl im Namen anderer nicht existente Produkte verkaufen. Wobei dann die “Impressumspflicht” beim Identiätsdiebstahl auch die Kontrolle nicht unbedingt was bringt um dieses Problem zu lösen, für den “simplen” Betrug (verkauf nicht vorhandener Produkte) reicht es natürlich.

  6. Zu den Transparenzpflichten von großen Social Media Plattformen: Wenn die veröffentlichen müssen, (a) welche Reichweite eine Anzeige hat und (b) welche Zielgruppe das hat, dann kann man ja wunderbar leicht rekonstruieren, wieviele afd-Freunde mit Erektionsstörungen auf facebook sind oder wieviele Senioren mit Interesse für Fahrräder oder …
    Und wenn man angezeigt bekommt, warum man eine Anzeige sieht (= in welcher Zielgruppe man ist) dann wird das auch manche Augen öffnen.

  7. Hallo ihr beiden,

    Ich muss doch mal einen Kommentar zu Singapur abgeben. Zum Hintergrund: Ich habe dort eine Zeit gewohnt und auch an der National University of Singapore studiert (u.a. Geschichte). Der penal code in Singapur ist ein koloniales Überbleibsel (Malaya war Britische Kolonie). Das hat sich dir dortige Gesellschaft nicht ausgesucht, sondern der Indische penal code (https://en.wikipedia.org/wiki/Indian_Penal_Code) wurde von den Briten auf das Gebiet des heutigen Singapore ausgeweitet (https://en.wikipedia.org/wiki/Criminal_law_of_Singapore). Das erklärt zum Beispiel die drakonischen Strafen für Homosexualität, die praktisch genau dem damaligen Sexual- und Moralverständnis der Briten entspricht, sowie “körperliche Züchtigung” (caning = das Schlagen mit einem Stock) als Form der Strafe.
    Nun hatten die Singapurer genug Zeit sich seit der Unabhängigkeit einen neuen penal code zu geben, ich finde es aber fair, gerade wenn man so ein bisschen über Singapurer und “wie geil sie drakonische Strafen finden” herzieht, auf den kolonialen Kontext zu verweisen und auch zu sagen, aus welcher Gesellschaft (nämlich dem viktorianischen England) diese drakonischen Strafen ursprünglich stammten.
    Und im übrigen wollte ich noch sagen, dass Durian total geil ist. Tipp von mir: im Eisfach (nicht im Kühlschrank! dann stinkt alles!) aufbewahren. Durian ist super fettig und friert deshalb nicht richtig ein. Wenn man sie dann essen will, dann nimmt man eine Portion aus dem Eisfach und lässt sie leicht aufwärmen. Dadurch ist der Geschmack/Geruch dann auch (gerade wenn man gerade erst anfängt Durian zu essen) nicht so überwältigend.

    Ich habe euch trotzdem lieb und finde den Podcast voll geil. Vielen Dank euch beiden.

  8. Schlechte Nachrichten, Ok
    Gute nachrichten OK

    Aber das Outro “Jeder Zelle meines Körpers ist glücklich” ist jetzt schon seid zwei Tage in meiner HIrnrinde verankert und hat sich als Ohrwurm Ransonware-like eingenistet. Bitte veröffentlicht den De-Installionkey in der nexten LNP Folge.

  9. Eine Folge zu spät, aber folgende Anmerkung zu den Palantíri wollte ich mir nicht nehmen lassen:

    Der Name ist auch deshalb hervorragend gewählt, weil die Palantíri zunächst ohne böse Absichten mit viele Liebe zur Handwerkskunst geschaffen wurden. Sie sind dann aber regelmäßig in die Hände der Bösen Kräfte in Mittelerde gefallen und haben selbst rechtschaffene Herrscher korrumpiert, die sie nur zum Besten ihres Volkes einsetzen wollten. Gandalf beschreibt sie als ein “gefährliches Werkzeug”, unter anderem, weil man nie wisse, wer “sonst noch zusieht”.

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