LNP487 Das Internet ist undankbar

Feedback — Markus Beckedahl — Daniela Klette — AI Act — Bundeswehr-Webkonferenz — EU-Normen — Anzeigenhauptmeister

Heute ist das Kernteam wieder beisammen und wir beschäftigen uns eingehend mit Eurem Feedback. Dann schauen wir anläßlich seiner Beendigung seiner Arbeit für netzpolitik.org auf den Beitrag von Markus Beckedahl zum netzpolitischen Bereich, den er in den letzten 20 Jahren nachhaltig geprägt hat, auf die ungewöhnliche Entdeckung der untergetauchten RAF-Terroristin Daniela Klette durch AI-Tools, den AI Act und eine Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zur Frage der freien Veröffentlichung von Normen die Bestandteil von EU-Gesetzen sind. Zum Schluß diskutieren wir die Auswirkungen eines TV-Berichts zum "Anzeigenhauptmeister" der dem Internet wieder alles abverlangt.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Nimmst du eigentlich über einen sicheren Kanal an dieser Sendung teil?
Linus Neumann
Natürlich, die Metaebene ist abhörsicher.
Tim Pritlove
Logbuch Netzpolitik Nummer 487 vom 18.März 2024 aus der absolut undurchdringbaren Meta-Ebene, Hochsicherheitszelle.
Linus Neumann
Hier ist noch jede Konferenz unter den Teilnehmenden geblieben in der Meta-Ebene.
Tim Pritlove
Ja.
Linus Neumann
Und dem...
Tim Pritlove
Es ist so abhörsicher, die Leute haben sich teilweise untereinander nicht verständigt Sagen wir mal.
Linus Neumann
Es hat noch niemand gehört, der es nicht hören sollte oder die Das ist ja,Das soll uns erstmal jemand nachmachen.
Tim Pritlove
Irgendwie bleibt man auch hier unter sich Wir.
Linus Neumann
Bleiben unter uns und es hört Unter zwei Es hört nur die.
Tim Pritlove
Wieso heißt das eigentlich unter drei?
Linus Neumann
Ah shit, solche Fragen. Ich weiß auch nicht genau, wieso das ist und ich mussauch öfter nochmal gucken.
Tim Pritlove
Also ich beziehe mich, falls das jemand nicht weiß, auf diese Abwägung.
Linus Neumann
Sprach kurz des Journalismus. Unter 1, die Information darf bei direkter Nennungdes Urhebers wörtlich wiedergegeben werden.Also Angela Merkel sagte, unter zwei, die Information und das Umfeld der Quelledürfen zwar wiedergegeben, aber nicht direkt zitiert werden,wie aus Kreisen der CDU zu erfahren war.Und unter drei, die Information darf nicht öffentlich verwertet werden.Aber woher die kommen, weiß ich auch nicht genau.
Tim Pritlove
Was sind wir dann unter vier? Ja.
Linus Neumann
Wir sind unter 5.Wir sind unter aller Sau. Ich weiß es nicht. Nee, aber ich...Aber gibt's da eine Zahl? Ah! Das ist Paragraph 16 der Satzung der Bundespressekonferenz.Aha. Aber da steht nicht, was...Aber ich weiß es tatsächlich nicht, was diese Zahl da heißt.Also woher das der etymologische Ursprung ist.Aber der wird bestimmt in den Kommentaren uns dann mitgeteilt.
Tim Pritlove
Okay. Eins, zwei, drei gibt es sozusagen und da darf man nichts weiter erzählen.Wir sind dann also unter fünf, da darf man alles weiter erzählen.
Linus Neumann
Nee, unter eins darfst du es ja auch. Also unter eins heißt,du darfst es weiter erzählen. Du darfst genau sagen, von wem.
Tim Pritlove
Ah, das heißt, ihr dürft alles weitererzählen, was ihr heute gehört habt,aber ihr müsst sagen, dass ihr bei Logbuch Netzpolitik gehört habt. So läuft das.
Linus Neumann
Unter 1. Unter 2 wäre wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen.
Tim Pritlove
Nee, wir wollen schon Full Credit haben. Also unter 1.Und heute unter 487.Das ist nämlich die Ausgabe heute. Habe ich aber schon gesagt. Ich wiederhole mich.Ja, wir wollen uns aber nicht so viel wiederholen, sondern wollen euch natürlich,wie es unsere Art ist, hier Informationen liefern.Und ich würde sagen, wir fangen an mit Feedback, oder?
Linus Neumann
Gerne.
Tim Pritlove
Okay, fange ich mal an. Also, zum Thema anonyme Bewertungen.
Linus Neumann
Wir hatten gesprochen über diese Arbeitgeberportal-Geschichte.Das ist ja zu der Sendung, die ich mit Thomas gemacht habe. Deswegen helfe ichdir kurz mit dem Kontext.Und dem anderen.Wir sind ja unter eins. Siehst du, mit der Anzahl der Personen kann das nichts zu tun.
Tim Pritlove
Ne. Das dachte ich nämlich auch ursprünglich, aber das passt halt irgendwie nicht so richtig.Das scheint eher sich auf, ja, keine Ahnung, worauf es sich bezieht.Klärt uns auf. Vielleicht finden wir es auch noch nebenbei raus.Anyway, Sabrina schreibt uns auf jeden Fall zum Thema anonyme Bewertung.Ich finde die Idee mit der E-Mail ja ganz nett, aber das geht ja nicht bei jedem Job.Ich habe zum Beispiel keine E-Mail-Adresse über meinen Arbeitgeber und das dürftefür Leute an der Kasse, Paketboten und so weiter ja auch gelten.Und das sind ja gerade die, die in eher prekären Verhältnissen sind und dementsprechendviel Grund haben, ungünstige Bewertungen zu hinterlassen.Funktioniert also dann doch nur so ein Semi.Max fügt dem noch hinzu, außerdem, selbst wenn ich eine dienstliche E-Mail-Adressehabe, als frisch gegangener Mitarbeiter habe ich diesen Zugriff dann nicht mehr.Und viel wichtiger, mein Arbeitgeber hat zumindest potenziell vollen Zugriffauf meine dienstlichen E-Mails herauszufinden.Wer sich im fraglichen Zeitraum auf diesem Portal angemeldet hat,ist damit praktisch trivial.
Linus Neumann
Ja, ich vermute rechtswidrig, aber das kann ich nicht beurteilen.Also ich fand beide Aspekte wichtig zu diesem Thema.Also irgendwie, ich habe eine E-Mail-Adresse über den Arbeitgeber und mit derhabe ich mich auch mal auf so einem Arbeitgeberbewertungsportal dann authentifiziert.Aber klar, bei negativer Bewertung müsste ich davon ausgehen,dass das theoretisch erkennbar ist, von wem die ist.Ganz grundsätzlich würde ich vermuten, dass das bei nicht allzu großen arbeitgebendenInstitutionen dann ohnehin auch immer erkennbar ist, weil die vielleicht zeitlich korrelieren.Aber ja, beide Aspekte, die Max und Sabrina da benennen, sind einfach absolutzutreffend und deswegen wichtige inhaltliche Ergänzung.
Tim Pritlove
Alright.
Linus Neumann
Eine weitere wichtige Ergänzung haben wir von Dirk bekommen und zwar hattenwir gesprochen über die Änderungen,die Apple auf iOS macht in Reaktion auf das Inkrafttreten des Digital Markets Act.Insbesondere, dass sie diese Web-Apps für die EU jetzt rausnehmen,also dass die Progressive Web-Apps, also etwas, was quasi direkt nur als Web-App da läuft und sagen,das geht deshalb nicht, weil man da jetzt den Browser frei wählen könnte.So, das habe ich relativ einfach wiedergegeben.Dazu kommentiert Dirk zum Thema Web-Apps auf iOS.Apples Argument ist offensichtlich vorgeschoben. Sie haben schon Sandboxing auf App-Ebene.Dasselbe Sandboxing können und werden sie auch für Third-Party-Web-Browser einsetzen.Und das können sie natürlich auch für Third-Party-Web-Engine-Web-Apps einsetzen.Und ich denke auch da klarer Punkt.Es gab aber weiterhin ohnehin noch, erstaunlich, es scheint ja jetzt hier zumKrimi zu werden, dass sich diese Regeln da auch ändern werden,die Apple da jetzt gerade erst bekannt gegeben hat.
Tim Pritlove
Ja, also zunächst einmal zu diesem Sandboxing-Argument. Den Fehler,den ihr da in der Sendung gemacht habt, der ist vielfältig gemacht worden,weil es ist oft so dargestellt worden, dass Apple generell keine PWAs,also Progressive Web Apps mehr ermöglichen würde, dass sie sozusagen komplettverschwinden. Das ist natürlich Quatsch.Die verschwinden nicht, weil es sind Web-Apps, die können in jedem Web-Browserlaufen, das ist die Eigenschaft von Web-Apps, die laufen natürlich auch nach wie vor im Browser.Also es verschwindet in dem Sinne nichts. Was sie angekündigt hatten und wassie aber mittlerweile auch wieder zurückgenommen haben, interessanterweise, war,dass sie das Installieren von Web-Apps auf dem Homescreen ausschalten,die die Möglichkeit geboten haben.Also man hatte dann sozusagen ein Icon für diese Webseite, mit der das verbundenist, die halt eine App repräsentiert, die dann Fullscreen sich öffnet und danneben so aussieht, als wäre es eine App,auch wenn sie tatsächlich nach wie vor eine Web-Anwendung ist,die im Browser, aber ohne diesen Browser-Chrome läuft.Und natürlich wäre die App auch sonst nach wie vor genau so weiter gelaufen.Nur das Ding ist, damit diese App sich wie eine...Verhalten kann, hatte Apple weitere Dinge hinzu programmiert,wie zum Beispiel die Integration von System Notifications, also von Web Notifications,die sich dann wie richtige Notifications anführen und so weiter.Also es gab sozusagen ein Integrationspaket, was eben diese Web Apps noch ingewisser Hinsicht ein wenig promotet hat und sozusagen noch mehr wie Apps hat aussehen lassen.Das ist allerdings etwas, was sie halt zu ihrem Webkit-System dazugebaut haben.Das hat mit Sandboxing und Sicherheit an der Stelle überhaupt nichts zu tun,sondern es geht sozusagen darum,dass wenn sie all diesen sonstigen Komfort auch mit anderen Browser-Enginesnoch bereitstellen sollten, die von Third-Party sind, müssten sie für die wiederumnochmal ein eigenes Framework aufmachen,damit die sich da reinklinken können, um für Web-Apps, die unter ihrer Engine laufen,denselben Komfort zu haben. Und da hat Apple gesagt, das machen wir nicht.Jetzt gab es einige neue Regelungen, also einige Abschwächungen oder andereTeiländerungen in dieser ganzen Geschichte, die ich vorgetragen hatte.Und eine davon ist, dass es jetzt diese Progressive Web Apps auf dem Homescreendoch geben soll, aber dann eben auch nur mit WebKit.Und das ist, wie manch andere Sachen, die sie jetzt auch noch verkündet haben,vermutlich, das weiß man nicht so ganz genau, Ergebnis eines Dialogs,der hinter den Kulissen mit der EU läuft.Anders kann ich mir das ehrlich gesagt nicht erklären, weil es gibt jetzt indem Sinne noch keine rechtlichen Auseinandersetzungen, also zumindest keine,die ich kenne und ich habe soden Eindruck, es ist jetzt halt einfach mal Feedback eingesammelt worden,sowohl Feedback von Developern als auch Feedback von der EU-Kommission,von den zuständigen Arbeitsgruppen, keine Ahnung, das weiß man nicht,weil sie dann eben gesagt haben,nee, wir machen jetzt Homescreen doch wieder, aber das geht dann halt nur mit ihrer Engine.Was ja eigentlich entgegen dieser Idee der Bevorzugung einer Browser-Engine ist.Aber die ist halt jetzt dann wieder doch noch ein bisschen bevorzugt,aber offensichtlich auf eine Art und Weise, wo die EU gesagt hat,das ist uns egal, weil die können ja dann trotzdem noch in dem anderen Browser auch laufen.
Linus Neumann
Ja, okay, verstehe.Ja, habe ich falsch wiedergegeben?
Tim Pritlove
Das haben ganz viele missverstanden.
Linus Neumann
Oder falsch verstanden. Dann danke Dirk für die Korrektur und danke dir Timfür die noch sinnvollere Einordnung.Dann haben wir über das Thema Content Warnings gesprochen und in dem Kontexthabe ich zumindest meinen vorsichtigen Zweifel ausgedrückt,dass wenn man jetzt ein Wort liest, dass man dann nicht daran denkt.Ja und das hat aber René gerade gerückt, dass es nur daran denken nicht unbedingt bedeutet,dass man auch eine potenzielle Retraumatisierung erfährt und vielleicht möchtestdu diesen längeren Kommentar einmal vorlesen.
Tim Pritlove
Also René schreibt zum Thema Content Warnings.Es wird leider etwas länger, aber vielleicht hilft es dem einen oder anderendas Ganze besser zu verstehen. Ich bin selbst Trauma-Überlebender.An alle möglichen Inhalte Content Warnings dran zu klatschen,halte ich für absolut falsch und sogar gefährlich.Aber es gibt durchaus einen sinnvollen Use Case, der einem vielleicht nichtklar ist, wenn man nicht selbst betroffen ist oder sich sehr gut mit dem Themaauskennt. Um beim Beispiel von Linus zu bleiben.Es macht einen himmelweiten Unterschied, ob ich das Wort Vergewaltigung leseoder ob ich mit konkreten Einzelheiten,Details, Beschreibungen einer Vergewaltigung konfrontiert bin.Selbst wenn die Details für andere vielleicht unscheinbar sind.Ersteres stecken viele mit Traumafolgestörungen noch gut weg.Vielleicht kommen da auch schon gewisse Assoziationen auf, aber man kann esnoch unter Kontrolle halten.Sobald es mehr ins Detail geht, wird es aber schwierig. Denn wenn das traumatisierteGehirn in der Schilderung genügend Ähnlichkeit zu selbst erlebten Dingen sieht,drohen Dissoziationen, eine Art Schutzmechanismus des Körpers und im schlimmsten Fall Flashbacks.Diese Ähnlichkeiten können marginal klein sein und trotzdem schon ausreichen.Ein Flashback ist nicht so wie in Filmen gerne dargestellt ein ablaufender Filmvorm inneren Auge, etwas an das man sich zurückerinnert.Es fühlt sich in diesem Moment komplett real an. Man fühlt und verhält sichso, als wäre man wieder in der traumatisierenden Situation.Das Lesen eines bestimmten Details kann mich also dazu bringen,die schlimmsten Momente meines Lebens erneut erleben zu müssen.Flashbacks wirken in der Regel auch noch eine Zeit lang nach.Im Worst Case kann es bei mir dazu führen, dass ich mehrere Nächte kaum schlafe,nicht mehr aus dem Haus komme und mich für mindestens ein oder zwei Tage krank melden muss.Hier hilft natürlich eine Traumatherapie besser als jede Content Warning,aber Plätze für Traumatherapien sind leider noch viel seltener als normale Therapieplätze.Und gerade komplexe Traumata aus der Kindheit arbeitet man nicht mal eben soauf, da reden wir häufig über viele Jahre dauernde Behandlung.Bei Themen, die sehr häufig mit tatsächlichen Traumafolgestörungen assoziiertsind, Vergewaltigung ist da ein sehr gutes Beispiel,halte ich es daher für extrem sinnvoll die Inhalte zu markieren,sodass jede selbst die Wahl hat, ob sie damit gerade konfrontiert werden möchteoder eben nicht. Lichtkontrolle ist dabei ein gutes Stichwort.Traumaüberlebende haben häufig völligen Kontrollverlust erlebt und erleben ihnin solchen Situationen wieder im Kleinen.Wie jede im Grundsatz gute Idee gibt es auch hier wieder Menschen,die diese eigentlich gute Idee im blinden Aktionismus ad absurdum führen.Politische Inhalte oder beispielsweise Essen hinter Content Warnings versteckenzu wollen ist eine echt schlechte kontraproduktive Idee, weil meine Ausführungenjetzt schon so lang sind, belasse ich es mal dabei.
Linus Neumann
Ja, also finde ich einen wichtigen Aspekt.Ich glaube, das kann man einfach mal so stehen lassen.
Tim Pritlove
Das kann man so stehen lassen und ich denke, das ist halt auch wirklich derentscheidende Unterschied.Also meine Berichte, reale Schilderungen von schwierigen Situationen oder vonSituationen, die für andere Leute schwierig sind, natürlich was anderes alseine generelle Diskussion.
Linus Neumann
Also wichtig ist aber natürlich, René bezieht sich hier sehr konkret eben auchauf Dinge, die traumatisierend sind.Also da gibt es schon einige Dinge, die vielleicht nicht so traumatisierend sind.Dann gibt es noch, hatten wir des Weiteren darüber gesprochen,dass es im Fediverse die spezifische Diskussion gibt, ob man denn nun mit Netzenwie Threads oder Blue Sky föderieren,also mit anderen Worten die eigenen Inhalte dieser Netzwerke und auch die Inhaltedieser Netzwerke den eigenen Nutzerinnen zugänglich machen.Machen möchte oder ob man die komplett ausschließt und ja, also das Defediverse pflegt.Und dazu kommentierte Oliver Müller zum Thema Föderation mit anderen Netzenwie Threads und BlueSky.Linus hat das Problem nicht verstanden.Die Sorge ist nicht, dass Meta und BlueSky an die Daten kommen,sondern dass deren unmoderierter Content ins Fediverse schwappt.Keins der großen Unternehmen bekommt das mit der Moderation hin.Ich möchte diesen Müll nicht im Fediverse.
Tim Pritlove
Tja, das ist natürlich,ja, also das ist klar, dass das so ein bisschen die Angst zu sein scheint,dass man sich eben mit den großen Netzwerken, die angeblich die Content-Moderationnicht hinbekommen, dann automatisch viele Kommentierende reinholt,die sonst vielleicht so nicht auftauchen würden.Da bin ich mir jetzt aber nicht so sicher, ob das quasi jetzt nur auf die großenPlattformen so beschränkt ist.Ich meine, das kann ja natürlich im Fediverse auch sonst passieren.So und hier gibt es ja so eine spezifische Angst vor Threads oder anderen Netzwerken,die sich in irgendeiner Form an das Fediverse noch ranklinken könnten.Und da muss man aber sagen, ich meine, das Moderationsproblem hast du natürlichim Fediverse genauso. so.Und das wird derzeit eigentlich nur dadurch gelöst, dass man sagt,naja, wenn es sozusagen ein Problem gibt, dann kann ich das auf Server-Ebene abschalten.Es gibt dann so einen Rogue-Server, wo nicht ordentlich moderiert wird und dannwird das halt einfach komplett rausgenommen.Davon ausgehend, dass das sich in irgendeiner Form lokal begrenzen lässt.Und das funktioniert natürlich bei Threads so nicht mehr, weil du wirst sehrviel Quality-Content haben, Aber eben auch sehr viel negativen Content,aber nichts garantiert dir, dass das nicht auf mastodon.social genauso ist.So, was heute eh schon die allergrößte Instanz in diesem Fediverse ist und was willst du dann machen?Willst du dann irgendwie mastodon.social abkneifen, dann wird natürlich dieseModerationsdiskussion dort ganz genauso geführt werden und Regeln erstellt werden.Also es ist ein generelles ungelöstes Problem in Social Media und ich glaubenicht, dass man das jetzt so ohne weiteres, dass man so mit dem Finger auf einzelneSysteme zeigen kann und sagen, ihr seid jetzt generell ein Problem.Außer vielleicht Schutz.Social.
Linus Neumann
Also kämen mir zwei Gedanken zu. Also wenn jetzt, also truth.social wäre sowas,wo ich auch denken würde, das könnte man vielleicht mal deföderieren.Gleichzeitig würde ich mir aber auch denken, was mache ich denn,beispielsweise, wenn auf meiner Instanz sich eine Journalistin befindet,die für ihre Recherchen spezifisch sich diese Inhalte anschauen möchte.Also, kann ich dann als Betreiberin einer Instanz sagen, nee,also das darfst du nicht.Ja klar, kann ich, ist ja alles, ich weiß, darf ich, kann ich,bitte nicht nochmal erklären.Also kann ich, ja, aber ist das jetzt eine moralische Position, das zu tun?Dass ich also direkt eine ganze Instanz blocke. Also nach meinem Verständnis,ich kann das ja nur von anderen Leuten mir anhören, die sowas tun,gibt es da irgendwie ein Spam-Problem?Ja, also da gibt es potenziell irgendwie Instanzen, die offene Registrierungoder sowas haben und dann spammen die andere voll.Ich persönlich, mir ist das noch nicht passiert, also ich habe keinen Spam bekommen. kommen?
Tim Pritlove
Ich denke, wir haben vor allem im Fediverse derzeit einfach noch kein Spam-Problem,weil es einfach noch nicht groß genug ist.
Linus Neumann
Nee, also das wird ja schon berichtet. Also wenn ich so mit,Betreiberinnen spreche, die sagen dann schon, dass sie teilweise eben Serversperren müssen oder es dann irgendwelche Spam-Wellen gibt, weil wieder irgendwo,und dann ist man da ein paar Tage am Klicken und muss irgendwann ein paar Server deföderieren oder so.Das, also Also wird mir schon berichtet.Ich persönlich kann das nicht beurteilen.Vielleicht habe ich lange Zeit davon profitiert, dass andere Menschen das getan haben.Gleichzeitig weiß ich aber, also ich finde diese Entscheidung, da jetzt quasi Inhalte,ganze riesige Mengen an Inhalten nicht zugänglich zu machen,per se schon eine sehr folgenschwere Frage.
Tim Pritlove
Also, zumal es jetzt konkret bei Threads, und darum geht es ja hier eigentlichprimär, weil das ist ja nur die einzige Plattform, die gesagt hat,sie will sich mal aktiv in das Fediverse mit einklinken, hast du natürlich das Problem,dass, klar ist da eine Menge Unsinn unterwegs, gar keine Frage.
Linus Neumann
Genau, weil auch eine ganze, also die relative Zahl ist wahrscheinlich relativgering, aber die absolute Zahl ist dann eben sehr hoch.
Tim Pritlove
Genau und ich meine, das ist nun mal der Netzwerkeffekt. Ich meine,ich wäre jetzt nicht überrascht, wenn es nicht sogar schon so weit ist.Ich kenne jetzt die aktuellen Zahlen gar nicht, aber bei Twitter gehen haltdie Nutzerzahlen weiterhin zurück und bei Threads gehen sie sicherlich nichtnennenswert zurück, wenn sie mal.Also sie ging glaube ich kurz zurück, nachdem der erste Hype durch war.Aber grundsätzlich wird das kein kleines Netzwerk bleiben und kann halt sehrgut sein, dass das eben eins der Systeme ist, wo das Interesse dann hinschwappt.Und was machst du dann, um daran teilzunehmen, wenn du teilnehmen möchtest?Dann bist du da halt unterwegs.
Linus Neumann
Also ich habe mir ja schon von vielen Leuten gewollt oder ungewollt das Fediverse erklären lassen.Aber ganz grundsätzlich habe ich nicht das Verständnis, dass meine Instanz irgendeinenSchaden nimmt, wenn sie jetzt eine andere nicht deföderiert.Also angenommen, truth.social, um jetzt mal bei einer sicherlich nicht mit besonderenInhalten gesegneten Instanz,ja, angenommen, ich bin jetzt auf einer Mastodon-Instanz und da gibt es woanderstruth.social im Fediverse, passiert doch gar nichts.Nämlich passiert ja erst dann was auf meiner Instanz, wenn sich jetzt eine meinerNutzerinnen entscheidet, einer Truth.Social Nutzerin zu folgen.Dann ist die Konsequenz, dass das bei mir in der Federated Timeline als Nutzer erscheint.
Tim Pritlove
Es geht ja nicht nur um die Federated Timeline, sondern es geht ja auch darum,wer dir sozusagen, wer auf dich reagiert.Dann können ja dann auch Leute von Truth Social dir folgen und dann dich halt mit Replies zu ballern.
Linus Neumann
Genau, und dann wäre es in jedem anderen sozialen Netzwerk, wäre es dann so,dass ich diese Personen blocken müsste, was ich problemlos kann.Also wäre jetzt nicht unbedingt ein Anspruch, den ich an die Betreiberin derInstanz erheben würde, zu sagen, schützt mich vor Followern von Truth.Social.
Tim Pritlove
Naja, wenn es dann halt so endemisch wird, dass man irgendwie sagt,99% aller Beschwerden kommen nur von diesem einen Server, dann ist das sicherlichzu so einem Punkt eskaliert, wo man über sowas auch nachdenken könnte.Aber grundsätzlich stellt sich eher die Frage, welche Moderationsmöglichkeiten wird es denn geben?Also es gab ja bei Twitter, bevor Elon Musk das übernommen hat,durchaus einige Maßnahmen,die ich jetzt im Einzelnen gar nicht mehr runterbeten kann, aber es gab ja soverschiedene Konstellationen, wo dann sozusagen Replies gar nicht auftauchen,wenn die nicht so einen bestimmten Status haben etc.Und das sind natürlich alles so Dinge, die sich letzten Endes im Finiverse auchdann schrittweise etablieren müssen, weil wir werden dieses Problem dort haben.Also Threads hin, Threads her.Umso mehr Interesse das Netzwerk anzieht, umso mehr wird es solche Moderationsproblemegeben und dann stellen sich genau dieselben Fragen, egal ob man jetzt einenanderen Server blockt oder nicht.Also diese Methoden müssen ohnehin geschaffen werden und das System muss haltda auch mithalten mit dem, was andere Netze dort anzubieten haben.Also es wird spannend werden zu sehen, aber Social Media ist nicht einfach.
Linus Neumann
Nee, nee, das ist es nicht. Aber was auch immer Twitter gemacht hat,hatte ich den Eindruck, dass esbis zu dieser Übernahme durch Elon Musk ausreichend gut funktioniert hat.Also wir haben ja die, also ausreichend gut heißt nicht gut,aber ausreichend, um zumindest die Plattform am Leben zu halten und die Fälleder Belästigung für einen ausreichend großen Anteil der Nutzerinnen auf einemausreichend niedrigen Niveau zu halten.So, also das heißt nicht, dass es kein Problem gab, aber es hat nicht die Plattformals solche gefährdet Elon Musk hat das relativ schnell sehr stark zum Kippen gebracht ähm.Also es war offenbar ein Problem, was mal jemand halbwegs im Griff hatte.Was nicht, nur damit das jetzt nicht wieder die Leute falsch verstehen,was nicht heißen soll, dass das Problem gelöst war, wie kein Problem,was da ist, wo es mehr als einen Menschen gibt, war das vollständig gelöst.Und ich will auch nicht in Abrede stellen, dass es schwere Fälle von Beleidigungund Belästigung und Verbal Abuse und ganz schrecklichen Inhalten da gibt.Aber der größere Teil der Nutzerinnen hat das Ausmaß offenbar für ausreichendgering gehalten, um zumindest noch die Plattform weiterzunutzen.Ich glaube, das ist eine Aussage, die ich so vorsichtig treffen kann.
Tim Pritlove
Ganz so. Danke.
Linus Neumann
Womit wir beim nächsten Thema wären. Danke Markus Beckedahl. Erstes Thema.Meine Güte, der Markus, erstes Thema bei uns in der Sendung.
Tim Pritlove
Ja, ist eigentlich auch nur eine kleine Meldung, könnte man sagen.Vielleicht auch nicht. Also Markus Beckedahl, der ja glaube ich in der Öffentlichkeitsehr mit seinem Projekt Netzpolitik.org verbunden ist, was er vor gut 20 Jahren gegründet hat.Verlässt jetzt das Schiff und wendet sich anderen Dingen zu und da fällt einemerstmal auf dass das ja schon 20 Jahre sind,21 war 21 wann ist das online gegangen?
Linus Neumann
Die Webseite wurde 2002 von Markus Beckedahl als Blog gegründet Okay.
Tim Pritlove
Also über 20.
Linus Neumann
Jahre Ich wäre jetzt fast sicher gewesen, dass es 2004 war, weil ich mal nach der ähm,nach einem Redesign Aufkleber gemacht hatte.Genau, bei dem Redesign, einem der Redesigns, die ich mal gemacht hatte fürNetzpolitik.org stand oben drauf seit 2002 offensichtlich und mein Gehirn hatmir gesagt, es wäre seit 2004 gewesen.Ja, aber genau, seit 2002, also 21, 22 Jahre.
Tim Pritlove
Ich hatte auch 2004 im Kopf, weil ich hatte auch, also ich habe tatsächlichmal mit ihm Einen der aller aller aller ersten Chaos Radio Express Folgen gemacht.Damals noch als es so hieß.Heute ja nur noch CRE. Und wo ich halt noch überhaupt gar nicht wusste,was dieses Format irgendwann mal sein würde.Und CRE 007 ist sozusagen mit ihm.Da ist er gerade, ich glaube aus Tunesien oder so zurückgekommen. Bei diesem WSIS,irgendein internationales Meeting und da haben wir uns darüber unterhalten undda kam dann auch das erste Mal so Notznetzpolitik.org als Projekt zur Sprache.
Linus Neumann
Offenbar schon 2005 einen ersten Freedom Blog Award bekommen von Reporter ohneGrenzen, also ja, dann wird das schon stimmen mit dem 2002.
Tim Pritlove
Naja, auf jeden Fall ist das ein interessanter Flashback auch,weil gerade so diese Zeit 2004, 2005, 2006 ist bei mir stark in Erinnerung.Klar, weil das so auch ein bisschen der Start der Meta-Ebene war,aber vor allem, weil es ja auch die Zeit war, in der ...Die Publikation im Internet auf einmal so ein individuelles Ding wurde.Vorher in den ersten zehn Jahren des Webs, so ab 94 ungefähr, war ja so Publikation.Erstmal kamen ja die ganzen Firmen mit so, ja, wir haben jetzt auch eine Internetpräsenzund unsere Visitenkarte im Web und so weiter, wo dann irgendwelche beklopptenWerbeagenturen Werbeagenturen für völlig überdrehte Millionenbeträge beauftragt wurden,irgendwie fünf HTML-Seiten mit Flash-Content zu erzeugen, der dann irgendwierumgehüpft hat, wenn man drauf ging.
Linus Neumann
Das waren gute Zahlen für die Werbeagenturen.
Tim Pritlove
Das war also wirklich eine Wichserei, das war wirklich einfach furchtbar undja okay, für die Werbeagenturen war das natürlich geil,das ist halt immer so bei diesen Hypes, wenn irgendwas neu ist,keiner weiß, was es ist, aber du musst halt irgendwie dabei sein,sonst kannst du dich vor deinen Business-Kollegen nicht mehr ordentlich zeigen,dann wird halt höllisch viel Geld auf einmal klar gemacht, um irgendwie die Zukunft zu machen.Und was haben wir hier schon für Hypes, jetzt ist es halt gerade AI oder wenndu jetzt nicht irgendwie AI auf deine Kleidung draufstempelst,dann brauchst du dich auf der nächsten Businessmesse gar nicht mehr zeigen und so weiter.Und naja, die Zeit war dann halt irgendwann reif, dass genug Werkzeuge da waren,dass dieses Publizieren nicht mehr so schwierig war und dann kamen halt solcheSysteme auf wie Textpattern und dann später auch WordPress,die halt, hier ist dieses andere Blogging-System noch, komme ich jetzt geradenicht drauf, also man konnte auf einmal bloggen.So, man konnte selber einfach irgendwie was reinschreiben in das Internet unddann erschien das irgendwie.Und 2004, 5, 6, das waren so…,Der Aufbruch für Text, also 2004 ging so dieser totale Blog-Hype los,war ja dann auch bald die Geburtsstunde der Republika, das kam ja dann auch mit in diese Zeit rein.Nein, 2005 war dann so dieses, oh wow, ja also erstmal so diese Begeisterung,oh bloggen, was, man kann selber was reinschreiben und dann schreibe ich dasin die Webseite und dann steht das da, so unglaublich.So, jetzt ist jeder, seine eigene Zeitung, werden Zeitungen überleben, ja, sofort so,was, ganze Industrien werden jetzt untergehen, weil jemand bloggt.So, Markus Beckedahl schreibt jetzt selber was über Netzpolitik.org und mussnicht bei der Zeit fragen, dass das irgendwie im Internet veröffentlicht wird.Und ein Jahr später hattest du das dann mit Podcast oh man, was man kann Tonaufnehmen und im Internet einfach so veröffentlichen ohne beim Radio zu sein.Was geht denn jetzt ab, wird das Radio überleben,so, ganze Industrien werden untergehen weil jetzt Leute irgendwie in ihrem Mikrofonins Internet sprechen sind.
Linus Neumann
Sie doch auch oder nicht?
Tim Pritlove
Es hat aber wirklich jetzt noch sehr lange gedauert und 2006,weißt du was aus 2006 rauskam?
Linus Neumann
Äh, äh, YouTube. Oh.
Tim Pritlove
Und dann ging das mit Videos los.
Linus Neumann
Ja, also das war ja, also insgesamt.
Tim Pritlove
Was Videos? Jeder kann Video, wird das Fernsehen überleben irgendwie.
Linus Neumann
Ja, Tim, du überlebst gerade Web 2.0, ne?
Tim Pritlove
Genau, aber das war im Prinzip.
Linus Neumann
Aber es gab ja noch eine, wie ich finde, wichtige andere oder weitere,also was das Blog ausgemacht hat, Etwa nicht nur, dass es ein Content-Management-Systemist, dass man sich plötzlich bei seiner Webseite einloggen und die Inhalte selber verändern kann,sondern auch diese Funktionalität der Trackbacks.Etwas, was dann auch irgendwann dem Spam zum Opfer gefallen ist,habe ich so ein bisschen den Eindruck.Aber was es Blogs ermöglichte, sich automatisch miteinander bekannt zu machenoder zu verlinken, also funktioniert so.So, du, es gibt jetzt so ein Blogartikel, sagen wir, bei Netzpolitik.org undjetzt geht ein weiteres Blog, sagen wir mal Spreeblick, gab es ja damals zum Beispiel,da gibt es vielleicht immer noch, aber und schreibt einen,Artikel, der darauf Bezug nimmt und dann wird dieser Link und verlinkt dabeiNetzpolitik.org, dann sagt der Spreeblick-Server dem Netzpolitik.org-Server Bescheid, übrigens,hier hat jemand gerade was was dazu geschrieben und auf dich verlinkt.Und wir geben dir jetzt mal so einen kleinen Snippet davon.Packen das da drunter und das kannst du dann, wenn du möchtest,als Kommentar annehmen.So, das machte aber immerhin möglich, dass diese Blogosphäre entstand,wo dann gegenseitig aufeinander Bezug genommen wurde.Und ich glaube, bis Netzpolitik.org irgendwann hart in die Kommentare eingegriffen hat,war wahrscheinlich jede Logbuch-Netzpolitik-Folge ein Trackback unter vielenNetzpolitik.org-Artikeln.Weil sich ja nach wie vor unsere Inhalte naturgemäß sehr stark auch mit denInhalten von Netzpolitik.org.Johnny Häusler hatte damals dann glaube ich noch so eine Sendung im Radio Trackbackoder war das ein Podcast?Das war schon noch so ein ausschlaggebender Aspekt des Blogs,aber wir müssen vielleicht gar nicht so viel über Blogs reden.
Tim Pritlove
Nee, aber du machst einen guten Punkt, weil das muss man sich mal klar machen,dass das also wirklich eine wichtige Aufbruchszeit war.Auch die Hashtags wurden im Prinzip in der Blogosphäre damals noch unter demNamen Technorati-Tags geboren.Also auch das war sozusagen das erste Tagging, diese erste Idee von Contentunter einem Stichwort zusammenzufassen. Da kommt sozusagen das Tag her.Man hat dann seine Blogartikel getaggt und Technorati hat dann alle Blogs abgesuchtund dann sozusagen konntest du auf Technorati nach einem Hashtag suchen unddann fandest du eben Blogartikel zu diesem Thema.
Linus Neumann
Die waren aber nicht notwendigerweise, also Tags waren nicht notwendigerweisemit einem Hash davor. vor.
Tim Pritlove
Ne, also Technorati-Tags, Hash hat sich dann durchgesetzt auf Twitter. Ja.Das kam noch dann, dann wurden es die Hash-Tags, weil sie halt noch ein Hash davor hatten.Genau, so, aber die Tags an sich sind mit Technorati geboren worden,eine Webseite, die dann halt auch irgendwann dem Spam zum Opfer gefallen ist.Das waren alles super Ideen, aber im Prinzip so die die,Geburtsstunde dieses Individual- Und genau da ist dann halt Markus reingegangenmit Netzpolitik.org und hat eigentlich das erste wirklich nennenswerte netzpolitische,ähm,Wie soll man denn das nennen? Also Pamphlet, hatte ich fast gesagt.Also die erste wirkliche Quelle sozusagen geschaffen für so netzpolitischen Content.
Linus Neumann
Er hat sogar den Begriff geprägt. Also den Begriff gab es jetzt nicht notwendigerweise.Also vielleicht hat den jemand anderes vorher verwendet, aber er hat ihn etabliert.Ja, er hätte ja auch zum Beispiel Digitalpolitik nehmen können.Übrigens gehört ihm offenbar die Domain digitalpolitik.de, wo er jetzt bloggt.
Tim Pritlove
Tja.
Linus Neumann
Auf eigene Beine ging und ich war, wenn ich das recht erinnere,der erste quasi angestellte Autor.Davor gab es viele Gastschreiber,Jörg-Olaf Schäfers und auch eigentlich viele Leute aus dieser ganzen Netzpolitik-Bubbleund mit dieser Herauslösung,ich glaube,mein Arbeitsvertrag war sogar noch mit New Thinking.Aber da ging das dann langsam los, dass Netzpolitik da rausgelöst wurde.Davor war ich Praktikant. Ich bin also als Praktikant dann in eine sehr prekärbezahlte Stelle, aber immerhin eine bezahlte Stelle gewechselt und dann...Hat sich das über die Jahre eben immer weiterentwickelt. Ich denke nennenswertvor allem, dass dann 2015 die Landesverratsaffäre war.Das hat glaube ich nochmal sehr stark zur Wahrnehmung von Netzpolitik Erk dannnochmal beigetragen und nochmal sehr viel mehr das Ding auf stabile Beine gestellt,auch was das Spendenaufkommen anging.Und inzwischen, ich lese immer die Finanzberichte und so, aber wenn wir jetzt mal kurz schauen,haben die ungefähr eine Million an quasi Spendenaufkommen im Jahr,mit der sie 2023 20 Mitarbeiter finanziert haben.Also da ist nochmal einiges passiert, nachdem ich da wieder weggegangen bin.Genau. Und ja, inzwischen natürlich was ganz anderes als das Blog,was Markus da mal selber,mehr oder weniger selber betrieben hat und dann als es groß genug war,Leute von sich aus eben auch gerne dort geschult haben.Also klar, war auf jeden Fall eines der größten, wenn nicht das größte Blogder deutschen Blogosphäre.Natürlich habe ich mich da gefreut, schreiben zu dürfen.
Tim Pritlove
Bis wann hast du da geschrieben?
Linus Neumann
Ich würde schätzen 2011, Ende 2011.
Tim Pritlove
Bis ich abgeworben habe.
Linus Neumann
Habe. Also das war ja so, ich bin gegangen,ist jetzt glaube ich auch kein Geheimnis, weil ich ein bisschen mehr Einkommendann doch brauchte, also ich habe meine monatlichen Kosten dadurch nicht decken können,habe dann eben in die IT Security gewechselt, wo ich einen Job bekommen habe, der meine monatlichen,Aufwände ganz gut decken konnte und eher wirklich durch, also completely unrelatedRelated kam das ungefähr zusammen, dass ich meinen Job gewechselt habe und LogbuchNetzpolitik angefangen habe.Was aber damit zu tun hatte, dass du, also es waren zwei unabhängige Prozesse.Die hatten jetzt nichts miteinander zu tun. Die sind einfach nur koinzidiert.Dann habe ich ja auch noch eine Zeit lang, also ich glaube, wenn das mir jetztnicht jemand heimlich weggenommen hat, habe ich immer noch Schreibrechte beiNetzpolitik.org. Also ich könnte jederzeit….Aufgestellt hat, aber ich kann sicherlich nicht andere Sachen editieren und löschen.Es sei denn, die haben immer noch meine Backdoor in dem ... ... ...
Tim Pritlove
...
Linus Neumann
... ...Lange Rede, kurzer Sinn. Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt,die die Netzpolitik in in Deutschland in ihrer Berichterstattung,aber auch in ihrer Kampagnenfreudigkeit so stark geprägt hat wie Markus Beckedahl.
Tim Pritlove
Und das hat sich ja auch gerade mit dem von dir schon erwähnten Landesverratsskandal gezeigt.Ich kann mich noch erinnern, also als das rauskam, es hat nicht lang gedauert,war das nicht so in wenigen Stunden, war dann auf einmal so eine Demonstrationauf der Straße von mehreren hundert Leuten.Also ich weiß nicht mehr ganz genau, wie lang der Vorlauf, vielleicht war esauch nur ein Tag oder so. Aber es war, das kam raus und es gab spontan großeDemonstrationen, so im Regierungsviertel.Und also der Vorlauf war glaube ich nicht mehr als ein Tag oder so oder zwei vielleicht.
Linus Neumann
Immer auf jeden Fall schnell.
Tim Pritlove
Genau. Und das hat dann schon gezeigt und glaube ich aber auch dem Establishmentgezeigt, dass so dieses kleine Block nicht mal einfach so totzuschießen ist,sondern sehr viel mehr Relevanz hat.Das ist ja noch so eine Zeit, wo einfach dieses ganze Netzgewese nicht so richtig ernst genommen wurde.
Linus Neumann
Und auch diese Zusammenhänge, also das war, sie haben Pläne des Bundesverfassungsschutzes,des Bundesamtes für Verfassungsschutz für den Aufbau einer Einheit zur Überwachungdes Internets veröffentlicht.Und die waren natürlich, das war natürlich einfach ein Leak aus dieser Behörde,ja, und die wurden die Strafanzeige die kam von Hans-Georg Maaßen dem Hans-Georg Maaßen-Mann der Typ,ja und dann wurde sie also das hatten sie veröffentlicht im Frühjahr 2015,hat auch keine Sau interessiert dann haben sie die im Mai 2015 hat dann derdamalige Generalbundesanwalt Harald Range ein Ermittlungsverfahren eröffnet,Und dann, glaube ich, hat das irgendwie bis Juli oder August gedauert,bis sie das auch erfahren haben. Ne.Genau, ich sehe, achso, und dann wurde es aber auch relativ schnell eingestelltund ich glaube, dass der Range dann dafür auch noch irgendwie größeren Ärgerbekommen hat. Naja, wie dem auch sei, wahnsinnige Geschichte.Mein bescheidener Beitrag damals war Landesverrat.org, wo ich dann diese Inhaltebereitgestellt habe, weil Netzpolitik.org, die ja auch, genau,die mussten die ja dann offline nehmen.Und dann gab es eben einige, die sich getraut haben, diese Inhalte zu spiegeln.Und da gab es noch eine starke Kritik, die Tagesschau hatte sich das nicht getraut. Ja, weil...Dass Markus da langsam gehen würde, hat sich ja über die Zeit nachverfolgen lassen.Er hat ja schon vor längerer Zeit die Chefredaktion abgegeben und das dann andie Doppelspitze Anna Biselli und Daniel Leisegang übergeben.Und ja, dass jetzt offenbar nach längerer Zeit dann eine vollständige Aufgabeauch seiner Herausgeberschaft ist.Und womit auch, also er hat dann nicht mehr viel geschrieben,aber dann so eine Kolumne gehabt und so und in seiner Danke-Netzpolitik.org,in seinem letzten Beitrag sagt er sogar, dass er jetzt auch quasi den Schreibzugriff,den standardmäßigen Schreibzugriff abgibt.Ja, und dann hat er eben unter digitalpolitik.org bloggt er jetzt eben weiter.Wobei man vielleicht auch sagen muss, das kann man schon sagen,Entschuldigung, digitalpolitik.de, jetzt habe ich fast den Fehler,wozu man vielleicht auch sagen muss, Markus war schon eigentlich immer Blogger.Der hat eher einen Freund des schnellen Raushauens, des kurzen Kommentars.Das waren seine hauptsächlichen Beiträge. Die langen Recherchen,die dann später auch Einzug erhalten haben bei Netzpolitik.org,die wurden eher auch von anderen getrieben.Was nicht heißen soll, dass er da nicht seinen Beitrag zu geleistet hat,aber so vom Typ her war Markus eben einfach mal Blogger durch und durch.
Tim Pritlove
Ja, er war in der Lage es spontan auf den Punkt zu bringen und da ist er jadann eben auch als Ansprechpartner für die Medien dann eben zu einer festenGröße erwachsen, weil er halt einfach schnell erfassen konnte,okay, das ist jetzt hier sozusagen die politische Kernaussage,die jetzt hier gerade unter der Lupe ist und dazu hätte ich mal folgende Anmerkung zu machen.Genau. Das ist eine Fähigkeit, die nicht jedem liegt.
Linus Neumann
Ne, und die hat er wirklich enorm gut drauf und die ja glaube ich auch sicherlichbei seiner Koalition der Republika eine Rolle spielt,dass er halt die ja bei aller Gebreite des Programmes doch schon durchaus immer,also gut bei der Breite ist es nicht so schwer, aber die schon die relevantenThemen immer abbildet, ja und ja.Das auch sehr, sehr gut macht und diese netzpolitischen Diskussionen ebenfallsbreit prägt und wiedergibt.Und ja, kann man auf jeden Fall sagen, Markus, haben wir da eine ganze Mengezu verdanken und sicherlich nicht zuletzt auch Logbuch Netzpolitik,weil wer weiß, wenn ich damals nicht Praktikant bei Netzpolitik.org gewesenwäre und Redakteur bei Netzpolitik.org, ob wir irgendwie jemals dazu gekommenwären, diesen Podcast zu machen.
Tim Pritlove
Nö, wahrscheinlich nicht.
Linus Neumann
Das hat sehr viel fruchtbaren Nährboden für sehr viele Menschen gebracht,was Markus da geschaffen hat.Aber er wird erhalten bleiben, er macht die Republika weiter,plant jetzt wohl offenbar noch ein anderes Festival und so.
Tim Pritlove
Wobei ja so für so einen digitalen Menschen, ich hab die Schreibrechte abgegeben,schon so ein bisschen klingt wie so eine Inschrift auf dem Grabstein. ein, ne? Also,Wenn ich die Schreibrechte abgebe.
Linus Neumann
Ich hätte jetzt, also das hätte jetzt auch nicht unbedingt, also warte mal,ich versuche mich da mal eben einzuloggen.Vielleicht kann ich ihm die einfach wiedergeben.Nee, ich komme da auch nicht mehr so ohne weiteres drauf. Die haben da jetztauch mal endlich eine HT-Access Sperre auf dem Login.Ja, also Also, ähm...Markus Becke da, vielen, vielen Dank. Es gibt zwei schöne Artikel, einmal von ihm,wo er Netzpolitik.org dankt, einmal von Netzpolitik.org, wo sie ihm danken undjetzt gibt es ein Trackback von uns, sofern WordPress das noch unterstützt,wo wir ihm auch nochmal danken.Wir haben ja beide auch vor wenigen Tagen noch persönlich getroffen und da auchunsere Glückwünsche und unsere Anerkennung übermeldet.So, also ich weiß ja nicht, Tim, ob du es mitbekommen hast, aber Daniela Klette.
Tim Pritlove
Der Name war mir ehrlich gesagt kein Begriff.
Linus Neumann
Nö, ich glaube eigentlich die meisten Namen der sogenannten dritten Generationwaren ja nicht so bekannt wie die der ersten und zweiten Generation der Roten Armee Fraktion.Ja, also Bader-Meinhof, Ensslin und so diese ganze Runde, die Namen sind ja sehr bekannt.Dann kommen glaube ich so, wir werden dann noch so Jan Karlraspe,Christian Klarholger-Mainz sind dann noch bekannte Vertreterinnen der Roten Armee Fraktion.Aber die sogenannte dritte Generation der RAF, also die als zweite,die alle um die Landshut-Geschichte drumherum waren,haben es nicht mehr zu so viel Ruhm geschafft.Wobei dieser Ruhm natürlich insgesamt auch relativ zweifelhaft ist.Jedenfalls hörte ich relativ verspätet ein paar weitere Episoden eines Podcasts,in dem ich auch selber zu Gast war.Und zwar war das der Podcast Legion Hacking Anonymous.Ja, das war eine, wenn ich mich nicht täusche, sechsteilige Produktion, so von Studio Bummens,eine ziemlich gute oder umtriebige Podcast-Produktionsbude, so um Cash Rauberos,Patrick Stegemann,Seraphine Dinges.Jetzt weiß ich gar nicht, ob die da alle wirklich, also da arbeiten auch soein bisschen Lose zusammen, aber die haben schon die ein oder andere echt aufwendige,coole Produktion hinter sich, denke ich, kann man so sagen.Und da gab es das irgendwie zu Hacking, zu Anonymous,wo sie sich ein bisschen mit diesem Kollektiv oder dieser Idee Anonymous auseinandergesetzthaben in sechs Episoden und ich glaube in einer davon kam ich auch so ein bisschenzum Thema Hacking zu Wort.Und jetzt kommt da auf einmal eine neue Staffel quasi.Das ist eine aufwendig über Monate produzierte True Crime im weitesten Sinne.Und jetzt kommen die hin und fügen dem Ding zwei Folgen hinzu.Und zwar Legion Most Wanted.Wo ist die RAF-Terroristin Daniela Klette?Und das beginnt damit, dass ein Hörer denen irgendwie eine E-Mail schreibt undsagt, ey, ihr habt doch hier diesen Anonymous-Podcast gemacht und mir ist daecht was Irres passiert. Ich war auf einem,auf einer Geburtstagsparty im Anonymous-Umfeld und da war eine Frau,die dann irgendwie zu fortgeschrittener Stunde das,Fahndungsplakat der RAF rausholt und auf Daniela Klette zeigt und sagt, sie wäre das.Und wollte euch dem nicht mal,annehmen.
Tim Pritlove
Eine Frau, die selber gesagt hat, sie sei die die auf der Suche ist.
Linus Neumann
Du kennst das,man sitzt da feuchtfröhlich zusammen in kleiner clandestiner politischer Rundeund feiert einen Geburtstag und Leute outen sich als Terroristen und plötzlichoutet sich die ein oder andere als Terroristin as you do,und dann nehmen die sich dieser Sache an und ich muss ehrlich sagen,also ich habe diese beiden Folgen verspätet gehört, die sind glaube ich irgendwieim Dezember erschienen oder nee, die erste im Dezember und die zweite am 9., nee,nein, beide im Dezember. So.Und ich hab die aber verspätet gehört irgendwann im Februar.Weiß gar nicht genau wieso, aber ich hab die später gehört.Und ich muss sagen, dass ich mich ehrlich gesagt ziemlich darüber aufgeregthabe, weil sie, also dann irgendwie diese,Frau, die da von sich behauptet hat, sie wäre wäre Daniela Klette,da stellt sich dann im weiteren Verlauf raus, dass sie das wohl nicht ist.Die hat da wahrscheinlich einfach ein bisschen, wird dann ein bisschen interviewtzu dem Thema und sagt dann so, ja hier.Nee, aber ich war so in dem Umfeld bin ich groß geworden oder so.Hat sich ein bisschen dicke getan oder derjenige, der da diese Podcast da aufsie angesetzt hat, hat vielleicht falsche Erinnerungen gehabt oder so.Jetzt haben die aber, Und im Rahmen dieser Recherche, weil die machen das jaschon ordentlich, mit jemandem vom Bellingcat gesprochen und haben einfach mal in PimEyes,in dieser Gesichtersuchmaschine, danach suchen lassen.Und Bellingcat ist ja so ein, könnte man sagen, so ein O-Sint-Recherche-Kollektiv.Die nutzen diese ganzen öffentlich verfügbaren Informationen,so auch in diesem Fall PimEyes.Und dieser kanadische Journalist sagt dann so, ja ne, ich hab mal hier in dieserGesichtersuchmaschine geguckt, die Frau da in Köln, die ist das nicht, aber die hier ist das.Und sagt irgendwie, hier gibt es eine Capoeira-Schule in Kreuzberg und die Frau,die da auf dieser Facebook-Seite von dieser Capoeira-Schule ist, das ist Daniela Klette.Und dann gehen die in diesen Podcast dahin und sagen, ja okay,dann gehen wir jetzt halt mal in diese Capoeira-Schule, machen da so eine Stundemit, finden die da nicht Fragen nach ihr?Und der sagt, der Capoeira-Vortänzer oder was sagt dann, ja ne,die war früher öfter mal hier, aber ist irgendwann nicht mehr gekommen.
Tim Pritlove
Also haben ein Bild gezeigt sozusagen.
Linus Neumann
Das hing da wohl auch rum in der Capoeira-Schule. Also irgendwie haben die daFotos gemacht, da war sie drin. drin.So, und dann beenden die das und sagen, ja okay, Podcast zu Ende,wir haben jetzt hier zwei wildfremde unschuldige Personen, einfach mal beschuldigt,gesuchte Terroristin zu sein, aber wir haben uns entschieden,man muss ja auch mal veröffentlichen, dass nicht jede Recherche was wird, okay, ciao.Und ich dachte mir so, ey, das kannst du doch nicht veröffentlichen,also es ist doch wirklich,also hatte ich meine Probleme mit und irgendwie so drei Tage,nachdem ich das gehört habe, irgendwie so Daniela Klette erwischt,war auf der Facebook-Seite von der Capoeira-Schule und die war das einfach.Die hatten halt Recht.
Tim Pritlove
Und wussten es nicht.
Linus Neumann
Und da habe ich mich ehrlich gesagt sogar noch so ein bisschen,fand ich halt auch kritikwürdig, weil sie so ein bisschen sagen so,wir wissen es nicht, kann doch sein, dass es ist.YOLO, ciao, goodbye, frohe Weihnachten.Und ja, ich hatte meine Schwierigkeiten mit dieser Publikation.Aber Aber, ja, irgendwie, wann war das?Mitte Februar oder wann, fand dann eine Verhaftung statt von Daniela Klettein Kreuzberg, ja, in Kreuzberg, Berlin.Und die hat da offensichtlich in letzter Zeit,wie lange weiß man nicht, gesucht wurde sie glaube ich 30 Jahre lang oder so,hat die in Kreuzberg rumgehangen und hat da offenbar ein halbwegs unbehelligtes Leben geführt.So, in weiterer Folge haben sie dann jetzt auch noch nach den anderen gesucht.Insbesondere haben sie ja den Burkhard Garwig dann mit Bildern gesucht.Ich würde jetzt mal vorsichtig vermuten, dass sie die aktuellen Bilder von BurkhardGawig vielleicht, das ist eine Spekulation von mir, von einem Handy hatten,was sie Daniela Klette weggenommen haben.Weil auf einmal hatten sie, kurz nachdem sie Daniela Klette hatten,hatten sie aktuelle Bilder von Burkhard Gawig und offenbar auch Hinweise aufseinen Aufenthaltsort, weil sie ja dann noch weitere Türen eingetreten haben.Was vielleicht auch da eine wilde Spekulation damit zu tun haben könnte,dass Handys Fotos mit Geotechs machen.Aber das ist jetzt wirklich Spekulation von mir, da habe ich keine Einblicke.Auf jeden Fall irre Story, Alter.Ich finde das absolut irre. Zumal ja dann die Polizei hingegangen ist und sichgerühmt hat, dass sie mit ihrem Dank 30 Jahre vorsichtiger Arbeit und genau,wir lassen hier nichts mit uns machen.Und dann war nämlich der, der Kesch Rauberos war auf einmal unter Druck,dass er dann gefragt wurde, habt ihr mit der Polizei kooperiert?Und da musste er natürlich als Journalist so sagen, so, äh, nee,Und nee, so nein haben wir nicht.Wir haben natürlich ein paar Fragen an die gestellt, aber wir kooperieren alsJournalisten natürlich nicht mit der Polizei und glaube ich auch,dass die nicht zur Polizei gegangen sind und gesagt haben, ey Leute,wollt ihr nicht mal gucken?Ich glaube, wir haben die Daniela Klette. Aber sie haben halt einen Podcastveröffentlicht, wo sie mehr oder weniger sehr einfach nachvollziehbar das rausgehauenhaben, was ich eben daran auch ein bisschen kritisch fand,weil irgendwie so, ich weiß nicht, wie viele Capoeira-Schulen es in Berlin gibt,aber es sind wahrscheinlich nicht so viele wie Yoga-Studios,wo ich sagen würde, das ist eine nicht eindeutige Angabe.Aber okay, wie gesagt, ich meine, wenn du am Ende recht behältst, kannst du sowas machen.
Tim Pritlove
Was sie ja gemacht haben, ist eigentlich nur zu zeigen, es gibt diese Recherchemöglichkeiten.
Linus Neumann
Aber stell dir mal vor, das hätte auch anders ausgehen können,dass jetzt irgendwie die Leute irgendwelche Internet-Naseweise herausfinden, wer da gemeint ist.Und dann irgendeine komplett unbescholtene Capoeira-Tänzerin fertig machen undsie bezichtigen, eine Terroristin zu sein.Also ich fand das, vielleicht bin ich da auch überempfindlich,aber ich fand diese Podcast-Veröffentlichung, als ich sie gehört habe,habe ich gedacht, das kannst du eigentlich nicht machen.Aber okay, das war auch nur mein persönlicher Einblick und wie gesagt,der Erfolg gibt ihnen recht Ich mein.
Tim Pritlove
Also ich hab mal grad mal diese PimEyes Webseite mal ausprobiert und einfachmal mein eigenes Gesicht da reingeschmissen Und?
Linus Neumann
Bist du Raftterrorist oder nicht?
Tim Pritlove
Ich,Ich kann mich da jetzt nicht zu äußern.Auf jeden Fall, also ist überhaupt gar kein Problem, mich zu finden.Also so gefühlt wirklich, aber auch wirklich in jedem Scheiß Foto,wo ich auch nur ansatzweise drauf bin und ich würde mal sagen,eine ganze Menge der URLs, die hier angedeutet werden, die man jetzt nicht klickenkann, ohne da zu bezahlen. Ähm,Da wusste ich auch gar nicht, dass ich da irgendwie drauf bin.Also auf irgendwelchen Stadionfotos bin ich dann irgendwie so zu sehen.
Linus Neumann
Was?
Tim Pritlove
Halb überdeckt, ja.
Linus Neumann
Okay.
Tim Pritlove
Ja. Also und ich habe jetzt nur so ein Bild mal hochgeladen,wo ich so halbwegs okay drauf zu erkennen bin.Aber das ist auch schon ein paar Jahre alt und findet definitiv auch die älterenFotos von mir. Also das funktioniert exzellent.Und vor allem nicht ein einziges Foto, was ich nicht bin.
Linus Neumann
Okay, bei mir erkennt er gar nicht, dass er sagt, das wäre kein Gesicht.Was hast du für eine Fresse.
Tim Pritlove
Wie sieht das denn aus? Nee, man darf da nur hübsche Menschen hochladen.Naja, auf jeden Fall eine irre Geschichte und ja, jetzt ist halt Frau Kletteausfindig gemacht worden Und zwei weitere, die noch flüchtig sind,sind sozusagen on the run.Wird man noch sehen, ob das auch noch zu Fahndungserfolgen führt.Aber was lernen wir da jetzt daraus? Warum erwähnen wir das Ganze?Einfach um mal klar zu machen,dass die vor vielen Jahren von uns vielleicht noch so als theoretische Möglichkeitmal in den Raum gestellte Funktionalität jetzt quasi da ist.Also es ist einfach möglich eine Person zu finden und das finde ich ja hier so bemerkenswert.Das Foto, mit dem sie das gefüttert haben, war das alte Fahndungsfoto.
Linus Neumann
Ja, da bin ich zum Beispiel, also ich habe darüber mit Kantorke gesprochen,der ja genau zum Thema biometrische Massenüberwachung im Logbuch auch schon zu Gast war. Ja.Und der hat mir gesagt, mit dem normalen Fahndungsfoto würde man sie nicht finden.Ich habe es aber selber nicht ausprobiert.Deswegen muss ich da jetzt einfach mal mit, das kann ich das erstmal nur sowiedergeben. Ich wusste aber auch nicht, wie einfach das ist.Also ich habe hier tatsächlich jetzt auch, krass, es gibt ja Bilder von mir,die ich echt nicht kannte.
Tim Pritlove
Ja, so ging es mir auch.
Linus Neumann
Also ich glaube, da müssen wir was gegen unternehmen.Also ich meine, sowieso, die Gefahren, also ich meine, die ganze Geschichteerzählen wir jetzt sowieso nur, um vor den Gefahren biometrischer Gesichterkennungzu warnen, muss man ja einfach mal ganz klar sagen.Aber es kann auch sein, dass das vielleicht abgeschaltet wurde,vielleicht hat die inzwischen ein GDPR-Komplaint bei PimEyes eingereicht oder so.Aber also relativ sicher hat dieser Bellingcat-Journalist jetzt nichts gemacht,was nicht jeder andere mit ein bisschen Mühe auch hätte machen können.Es gab dann weiterhin Diskussionen also Thilo Jung hat ja dann zum Beispielauch in der Bundespressekonferenz als sie da ihren Erfolg feierten auch gesagtso, ja was ist denn daran so schwer, das haben die Podcaster doch schon vor zwei Monaten gemacht so,und also und dann gab es aber Diskussionen darüber, dass die Polizei sagt,sie dürfte dieses Tool nicht verwenden was ich ähm.Und was ich nicht genau beurteilen kann, ob das wahr ist oder nicht.Also ich fände es gut, wenn sie es nicht dürfen ohne weiteres,weil das ist ja schon ein höchst kritikwürdiges Produkt, dieses PIM-Eis.Und es ist jetzt, sag ich mal, für den Kampf gegen biometrische Massenüberwachungnicht unbedingt positiv, dass es jetzt diesen Ermittlungserfolg gibt.Ja, also selbst wenn das jetzt etwas ist, was am Ende zur Überführung einerTerroristin beigetragen hat,heißt das nicht, dass eine solche Technologie unterm Strich netto positive Konsequenzenfür eine Gesellschaft hat?
Tim Pritlove
Nee, weil in diesem Moment sind es natürlich einfach Demonstranten und Leute,die gegen die Industrie protestieren oder sonst irgendwie.
Linus Neumann
Nur kurz um ein Beispiel zu nehmen, bei diesen Massendemonstrationen in Reaktionauf die Korrektivrecherche,die ja eine der wichtigsten politischen Enthüllungen, Recherchen oder sonstwas, der letzten Jahre ist,die dann zu massenhaften Demonstrationen gegen diese grundgesetzfeindlichenBestrebungen aus dem engsten Kreis der AfD geführt haben.Da wurden ja auch Leute fotografiert und gefilmt.Insbesondere bei den kleinen Demonstrationen hast du die sogenannte Anti-Antifada gehabt, die eben Leute fotografiert.Das ist völlig normal, dass du bei Demonstrationen gegen Rechtsextreme fotografiert wirst. ist.Insbesondere, wenn es sich, wenn du dich in dem Kreise befindest, wo es.Oder in Bereichen befindest, wo du zu den wenigen Mutigen gehörst und nichtzu denen, für die erst 100.000 auf die Straße gehen müssen, damit sie sich alsSchaulustige mit darunter trauen.Und da sieht das dann schon sehr schnell ganz anders aus, wenn solche Tools in deren Hände sind.Und da plötzlich jeder Demonstrationsteilnehmer von jedem selbsternannten Anti-Antifamal eben erkannt werden kann und dann in den jeweiligen Gruppen,in denen Angriffe auf Menschen und Belästigungen von Menschen koordiniert werden, plötzlich kursieren.Das ist eine Gefahr, die nicht theoretisch ist, die wir mit dem NSU 2.0 beiweiß ich nicht wie viel hundert Leuten gesehen haben.Mit dem selbsternannten NSU 2.0. Also das ist alles wirklich eine Gefahrtechnologie.
Tim Pritlove
Ja, aber es ist halt auch so, the ship has sailed.Also das ist jetzt sozusagen eine Technologie, die ist da und diese Datenbankensind da und ich glaube, die gehen auch so schnell nicht wieder weg.Ist wirklich knifflig, wie man jetzt hier dem Missbrauch oder Gebrauch da nochnennenswert Herr werden soll.Das ist auf jeden Fall ein Problem.
Linus Neumann
JaTja, also Wahnsinnsgeschichte und Podcasts. Der Podcast ist natürlich empfohlen,auch sei es nur, um sich das Ding mal anzuhören.Aber ich fand das wirklich irre.
Tim Pritlove
Aber jetzt gibt es ja den AI-Act. Da wird doch alles gut.
Linus Neumann
Ja, also genau.Der AI-Act wurde jetzt so beschlossen.Bis zuletzt wollten ja eigentlich,also in seiner ursprünglichen Positionierung, wollte das Parlament dieser biometrischenMassenüberwachung potenziell ein vollständiges Verbot überhelfen.Ja, das wird so nicht sein.Es sind jetzt viele Begründungen zugelassen, Menschen zu überwachen,anhand körperlicher Merkmale zu identifizieren,das auch mit Hilfe von öffentlichen Kameras und das soll teilweise sogar inEchtzeit erlaubt werden, wenn die Annahme besteht,dass etwas Schlimmes passieren könnte.Also sehr geringe Anforderungen an die Begründungen.Und da gab es also im Trilog kaum Einschränkungen der Wünsche der Mitgliedstaaten.Das wird jetzt noch potenziell noch vor den EU-Wahlen in Kraft treten und dannwerden, dann in zwei Jahren werden diese Regeln greifen.Und jetzt könnten die Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene strengere Regelnerlassen, als es von der Verordnung vorgesehen ist.Zum Beispiel für diese biometrische Überwachung.Die Ampelregierung hat angekündigt zumindest eine Echtzeitüberwachung nichtzu wollen ja also das ist ich denke es wäre schon nicht schlecht gewesen da mehr,Einschränkungen zu haben weil diese Technologie jetzt auch noch direkt in Echtzeitauf die Leute loszulassen.
Tim Pritlove
Ja wobei Echtzeit heißt ja eigentlich auch nur möglichst sofort Und zehn Minutenspäter ist meistens auch noch sofort genug und ist dann schon schnell wiederaus der Reglementierung rausgenommen.Also das wird schon einfach genutzt werden.So richtig verhindert wurde dadurch jetzt nichts.
Linus Neumann
Ja, also da wurde auf jeden Fall die,also ich denke, man kann sich über vieles in diesem AI-Kram Gedanken machen,aber ich glaube eine biometrische Überwachung des öffentlichen Raumes erstmalohne große Einschränkungen zuzulassen,ist folgenschwer und Und ein klarer Fall von einem Risiko, das man sich garnicht erst vorstellen kann.Ich habe es immer wieder gesagt, dass das ermöglicht dann im öffentlichen Raumdas Tracking, wie wir es aus dem Internet kennen. Und das ist...Wirklich problematisch.Hört auf Daniela Klette.Daniela Klette kann ein Lied davon singen.
Tim Pritlove
Gut. Kommen wir zu anderen problematischen Nutzungen von Technologie.Unsere Freunde von der Bundeswehr.
Linus Neumann
Du hast das ja mit Pavel im UKW behandelt. Ihr habt euch allerdings mehr mitden Inhalten dieses Taurus-Gespräches auseinandergesetzt.
Tim Pritlove
Genau.
Linus Neumann
Was war passiert?
Tim Pritlove
Was war passiert? Also es ging hier um ein vorbereitendes Gespräch von vier,Bundeswehrmitgliedern, deren Namen ich jetzt schon wieder nicht parat habe.Vielleicht findest du die Liste noch kurz.Das ist nochmal ganz interessant zu sehen. Das war also schon auch...Also Leute, die was zu sagen haben und es sollte halt ein Treffen vorbereitetwerden mit dem Verteidigungsminister Pistorius,wo es nochmal um diese Taurus Marschflugkörper geht.Das ist ja so ein System, was nur Deutschland hat und in einer gewissen Mengevorrätig ist und seit längerer Zeit ganz oben auf der Wunschliste der Ukraine steht,weil natürlich mit diesem System es möglich ist, die Russen auf eine Art undWeise zu treffen, wie es mit den anderen Systemen so nicht geht.Und das Ganze ist natürlich jetzt im Zentrum einer hitzigen politischen Debatte.Bei diesem Vorbereitungsgespräch ging es im Wesentlichen darum.Nochmal die technischen Grundlagen und die logistischen Herausforderungen darzustellen.Sollte es denn doch irgendwann noch eine politische Entscheidung für solcheLieferungen geben, die es halt bisher nicht gab und die sich auch im Kontextdieses Gesprächs nicht abgezeichnet hat.Ja und jetzt war es aber so, dass diese Leute,die sich dort unterhielten, nicht in einem abhörsicheren Raum saßen,sondern quer verteilt über die Welt und ein Teilnehmer war zu dem Zeitpunktin Singapur und die ganze Diskussion lief über das Konferenzsystem WebEx,was im Wesentlichen eigentlich ein internetbasiertes und dann entsprechend auchmit Verschlüsselung ausgestattetes Konferenzsystem ist.Allerdings wurde hier die Möglichkeit gewählt, dass man sich auch per Telefon zuschalten kann,weil es offensichtlich einem der Teilnehmer nicht möglich war oder vielleichtsind es auch mehr als einer, ich weiß es jetzt nicht ganz genau,es gab da verschiedene Darstellungen, irgendwie nicht möglich war über das Internetteilzunehmen, was mich ehrlich gesagt verwundert, hat, weil...Kann mir keiner erzählen, dass diese Personen nicht mit Smartphones ausgerüstetsind, wo man mal eben auch selbstverständlich per Smartphone und Internetverbindung,gerade in Singapur sollte es genug Internet geben,bin ich mir eigentlich relativ sicher, daran teilnehmen kann.Stattdessen wurde halt ein Telefonzugang genommen und das Problem mit dem Telefonnetzwerkist nun mal, dass dort Verschlüsselung nicht standardmäßig aktiviert ist,sondern nicht existent ist.Und mit Telefonverbindungen, die aus Singapur initiiert werden und dann Einwahlknoten,ich weiß gar nicht wo diese Einwahlknoten waren,ob das deutsche Einwahltelefonnummern waren oder vielleicht sogar amerikanische,kann ich gerade nicht sagen, wo auch immer sie sind, bevor man zu diesem Einwahlknotenkommt, durchläuft man mindestens eben Verteilungssysteme in Singapur.Und in diesem Fall eben wahrscheinlich auch internationale Netzknoten und naja,unverschlüsselte Telefonie wird einfach weltweit an zahlreichen Orten abgehört.Und so ist es den Russen gelungen, dieses Gespräch vollständig bezuschneidenund fanden dann den Inhalt so putzig, dass sie das dann auch genüsslich veröffentlichthaben, offensichtlich mit dem Ziel,Kanzler Scholz hier noch mehr in Zugzwang zu bringen, sich nochmal ganz klarzu seiner Entscheidung zu bekennen, diese Taurus-Lieferung nicht zu genehmigen,was er ja dann auch getan hat,wie es eben die Russen geheißen haben.Also der Grad an ähm,Wie soll man denn das nennen? Also ich weiß nicht, ist es Nachlässigkeit,ist es Inkompetenz, ist es, was ist es denn eigentlich?
Linus Neumann
Das ist Fahrlässigkeit, die in keiner Form zu entschuldigen ist.Also das, ja, kannst du nicht erklären.Ich finde übrigens nur, also offenbar, also zwei Teilnehmer kenne ich.Das ist der Brigadegeneral Frank Gräfe und der Inspekteur der Luftwaffe IngoGerhards und zwei Offiziere.Weil du mich gerade noch gebeten hattest, die Namen zu recherchieren.Die Offiziere finde ich jetzt spontan nicht.Und ich glaube, es hat sich dann herausgestellt, dass offenbar der Gräfe,der da in Singapur war, sich unsicher eingewählt hatte.Aber dass auch der Inspekteur der Luftwaffe, Ingo Gerhards, ebenfalls sich nichtrichtig eingewählt hatte.Also nicht mit dem, nicht mit der, für den Dienstgebrauch zertifizierten Variante eingewählt hat.So, und jetzt frage ich mich, wieso kann die Bundeswehr diese,wieso haben die überhaupt diese Option an, dass man sich per Telefon damit einwählen kann?Also, das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen, weil ich bin mir relativsicher, dass das ein deaktivierbares Feature ist.Zur Frage, es hat eventuell nicht funktioniert. Tja, wieso wohl nicht,wenn einer auf der Leitung hängt?Das könnte eine Sache sein. Außerdem, ich habe nicht viele Erfahrungen mit WebEx,aber ich kann sagen, dass es von allen Möglichkeiten des Videoconferencing diejenigeist, die ich am allerwenigsten mag.Und diejenige, wo ich am häufigsten feststelle, dass Leute sich auch übers Telefoneinwählen, teilweise auch einfach deshalb, weil es geht.Also warum geht das überhaupt? Warum?Warum? Und meistens werden die Leute sich dann von Telefonen einwählen,dann nutzen sie die Mute-Taste nicht und so weiter, aber okay,ich will jetzt nicht schon wieder in meinen Rant über,Mehrpersonentelefonie,ausbrechen.
Tim Pritlove
Also es geht natürlich deshalb, weil die Leute manchmal einfach kein Breitband-Internet haben.
Linus Neumann
Genau, aber ja, in Singapur ist das eher unwahrscheinlich.
Tim Pritlove
Ja, das ist in der Tat.
Linus Neumann
Ein entwickeltes Land. Ja, aber also es ist Es ist hochnotpeinlich und wenndu dir überlegst, was Militäre dieser Welt ausgegeben haben über die Zeiten,In Verschlüsselung. Ich meine, wir können froh sein, dass die Deutschen keineFunktion, oder eine Schwachstelle in der Verschlüsselung der Enigma hatten.Das hat nach allem, was man historisch weiß, einen entscheidenden Beitrag geleistetdazu, dass die scheiß Nazis den Krieg verloren haben.Also die Bedeutung von Verschlüsselung sollte Militären seit jeher bekannt sein.
Tim Pritlove
Insbesondere den Deutschen.
Linus Neumann
Insbesondere den Deutschen, die sollten sich an eine, also da gibt es überhauptkeine Entschuldigung für.
Tim Pritlove
Überhaupt keine Entschuldigung für. Null.Ja, aber haben sie gemacht und ich weiß gar nicht, was ich dazu sagen soll.Also ich meine, du hast schon recht, also es ist sowohl die Frage,warum wird es bereitgestellt und B, warum wird es dann auch noch gemacht,wenn es bereitgestellt wird.
Linus Neumann
Mir war übrigens so, aber das habe ich offensichtlich falsch gelesen oder falschin Erinnerung, dass irgendwie noch nachher behauptet wurde,es wäre noch nicht mal jemand auf der Leitung gesessen,sondern es sei passiert, dass sie einfach eine weitere Person eingewählt hatund niemand sich gewundert hat, dass da einer mehr im Call ist.Aber das lese ich jetzt nicht im Wikipedia-Artikel, bei dem ich davon ausgehe,dass jede gesicherte, stabile Information sich darin wiederfindet.
Tim Pritlove
Ja, das habe ich als Vermutung auch gelesen, aber kenne dafür keine Bestätigung.
Linus Neumann
Ja, also hielte ich potenziell für die noch wahrscheinlichere Variante,aber genau, also aktueller Stand ist das zumindest nicht bestätigt.
Tim Pritlove
Ja, also das ist auf jeden Fall das,Problem ist hier glaube ich einfach, dass die Bundeswehr nicht alert genug ist,also die laufen hier noch in einem bürokratischen Trott der,im Wesentlichen hier so wir machen hier so ein bisschen Militärsimulationen,den Eindruck macht. Also sie sind nicht im Kriegsmodus.Das ist das, was mich so ein bisschen verstört dabei.
Linus Neumann
Also sagen wir mal, Konfliktmodus wäre mir lieber. Also ich hoffe nicht,dass sie in den Kriegsmodus kommen.
Tim Pritlove
Aber Ja, wir haben aber gerade Krieg. Also man muss in dem Kriegs,also als Bundeswehr muss man gerade im Kriegsmodus sein, weil wir haben da geradeein Land, was täglich im Fernsehen ankündigt, dass sie irgendwie Atomraketenauf Berlin schicken wollen.Also wenn Wenn dann die Bundeswehr nicht dann im Kriegsmodus ist,dann frage ich mich, wann die im Kriegsmodus ist.Also mal ehrlich, man kann es ja aus der Politik irgendwie noch versuchen rauszuhalten,um die Bevölkerung nicht zu beunruhigen.Aber innerhalb der Bundeswehr sollte man da einfach ausreichend beunruhigt sein.Man sollte zumindest ausreichend sensibilisiert sein, hier nicht noch die Dingeschlimmer zu machen, als sie ohnehin sind.Zum Beispiel, indem man interne Talking Points einfach so preisgibt,weil die halt politisch und informationstechnisch genutzt werden können.So und ich meine, was haben wir hier schon über Security-Angriffe auf dem Bundestagund so weiter gesprochen,wo mit Hightech und finstersten Hacker-Methoden und Zero-Day-Exploits und diealso findigsten Methoden sozusagen schon die Geheimnisebene dieses Staates aufgebohrt wird.Aber wenn man dann halt einfach sagt, ja ich nehme jetzt einfach mal Telefon,dann muss man sich auch einfach über gar nichts mehr wundern.
Linus Neumann
Nein, also da sind noch keine Köpfe gerollt.Also wenn du das nicht machst, dann brauchst du dich über gar nichts mehr zu wundern.Oder? Also das Gut Natürlich hat es auch Also natürlich müssen wir trotzdemjetzt diese Sache ordentlich untersuchen Na, aber,Ey, Verschlüsselung Ich find's allein schon irre Also ich find's eigentlichschon irre, dass die überhaupt WebEx nutzen Wobei das ja bei,sinnvoller Anwendung potenziell Vielen Dank.Wahrscheinlich für ein solches Gespräch eine ausreichende Sicherheit bieten würde.
Tim Pritlove
Ich weiß nicht, ist jetzt ein Webex irgendwas speziell schlecht, was ich nicht weiß?
Linus Neumann
Maximal Scheiße zu bedienen.
Tim Pritlove
Okay, gut, aber es ist an sich das Feature, wir haben eine verschlüsselte Verbindung, haben sie schon.
Linus Neumann
Also sollte jetzt, würde ich dem Ding schon zutrauen.
Tim Pritlove
Francisco ist das System, muss man dazu nochmal sagen. Tja, naja gut,also so, ja, als Kopfschüttel haben wir jetzt hier gerade nicht bereit, oder?Haben wir noch irgendeinen nennenswerten Kommentar dazu abzugeben?
Linus Neumann
Nee, nee, hast recht. Wir könnten jetzt noch ein paar Minuten weiter uns anden Kopf fassen, aber das machen wir einfach nach der Sendung noch ein bisschen.Aber du fragst dich doch echt.
Tim Pritlove
Ey. Tja, so ist es. Wir dienen Deutschland.Aber nicht besonders gut.So, mal vielleicht ein bisschen was aus der Abteilung, etwas bessere Nachrichten.
Linus Neumann
Ah ja, da bin ich mal gespannt.
Tim Pritlove
Genau. Es gibt da einen Menschen, Karl Malamuth,ich weiß nicht, ob du von dem schon mal gehört hast, Aktivist und Internethistoriker,der zwar aus den USA kommt und dort unter anderem das Projekt publicresource.org gegründet hat.Und unter anderem auch in den USA schon mit Klagen dafür gesorgt hat,dass Normen und Standards,die in Gesetzen verwendet werden, auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen.Und hatte da auch im letzten September bereits schon Erfolg damit.Und vor allem geht er spezifisch dagegen vor, dass das Ganze mit dem Urheberrecht begründet werden soll.Was jetzt also passiert ist, er hat geklagt in der EU und mit der Argumentation, ihr macht Gesetze.Diese Gesetze beziehen sich auf bestimmte Standards,aber wenn ich diese Standards einsehen will, dann werde ich von der DIN undvon anderen Normungsinstituten zur Kasse gebeten, weil ich muss ja Geld dafürbezahlen, wenn ich mir diese Standards vor die Nase halten möchte,um mal nachzuschauen, was ich denn jetzt eigentlich tun muss,um diese Gesetze einzuhalten.Und hat das eben vor den Europäischen Gerichtshof gebracht, über den wir jaschon öfter berichtet haben, über den EuGH.In diesem Zusammenhang habe ich übrigens auch nochmal begriffen,dass der EuGH tatsächlich, also dass das Gerichtssystem der Europäischen Uniontatsächlich aus drei Teilen besteht, von denen es nur zwei Teile gibt.Hä? Ja, es gibt nämlich den Europäischen Gerichtshof, den EuGH,Aber es gibt auch noch das Gericht der Europäischen Union, das EUG.Nicht EUGH, sondern EUG.Früher wurde es einfach das Gericht der ersten Instanz genannt,dafür ist es nämlich zuständig.Und außerdem gibt es noch sogenannte Fachgerichte, die existieren könnten,aber von denen derzeit noch kein Nutzen gemacht wird im europäischen System.Themen. Auf jeden Fall Moment.
Linus Neumann
Könnten wir dann, also könnten wir diese dritte fehlende Instanz jetzt einfach kurz spontan gründen?
Tim Pritlove
Fachgericht für,verschlüsselte Webkonferenzen. Ja, mal gucken. Also weiß ich nicht.Genau, also die Argumentation mit der da vorgegangen ist, ist halt das technischeNormen, die Bestandteil europäischer Verordnungen und Richtlinien sind,dass die für Unternehmen und Bürger kostenfrei zugänglich sein müssen.Und diese Klage wendet sich halt vor allem gegen die Europäische Kommissionund diese Normungsorganisationen, die also auch hier beteiligt sind.Also das sind einerseits die verschiedenen Normungsorganisationen in den europäischenLändern und das Europäische Komitee für Normung, CIN.Interessant ist, dass also zunächst einmal sich dieses Gericht der EuropäischenUnion dem angenommen hat und das hat diese Klage zurückgewiesen mit dem Hinweis,weil ja dann die Finanzierung dieser Normungsinstitutionen, Organisationen gefährdet sei.
Linus Neumann
Ist ja geil.
Tim Pritlove
Und ich meine, man muss ja auch nochmal klar machen, Normen werden halt vondiesen DIN und von anderen Normungsorganisationen in Europa veröffentlicht,aber nicht vollständig und frei.Sondern wenn man die dann halt so genau haben will, dann muss man horrende Summendafür bezahlen, dass man eine entsprechende Kopie dieser Standards bekommt.Also wenn ich mir das so mal vorstelle, das Internet hätte sich so nicht durchgesetzt.Also das war definitiv auf einer anderen Basis gebaut.Aber in dem Moment, wo man halt in Gesetzen auf entsprechenden Standards verweist,insbesondere bei den neuen digitalen Gesetzen.
Linus Neumann
Ist doch völlig selbstverständlich, oder?
Tim Pritlove
Würde man meinen, aber tatsächlich wird halt hier auch immer argumentiert,dass ja allein schon wegen des Urheberrechts das ja auch nicht ginge.Wobei halt der Malamuth ganz nachvollziehbar argumentiert,dass ja diese Normungsgruppen erstmal gar nicht die Urheber seien,sondern die veröffentlichen das ja nur.Und dass ohnehin das Urheberrecht nicht diesen Status haben darf,sondern dass der Recht auf den Zugang zu dem Gesetzestext eigentlich Priorität haben soll.Und jetzt ist das Ganze dann aber, nachdem es in erster Instanz erstmal zurückgewiesen wurde,geht es dann eben zum Europäischen Gerichtshof und der hat sich jetzt dazu geäußertund hat gesagt, sagt so, ja nee, also das kann nicht sein,dass Standards, die in Gesetzen als Voraussetzung sind,wo gesagt wird, damit du dieses Gesetz erfüllen kannst, muss folgender Standardberücksichtigt werden.Und wenn du dann halt sagen willst, ja was steht denn da drin in dem Stand,ich würde ja gerne mal überprüfen, ob hier irgendjemand auch das Gesetz einhält,dass man dann erstmal dafür bezahlen muss, nur um das irgendwie zu machen.Und das geht halt irgendwie nicht.
Linus Neumann
Ja, also.
Tim Pritlove
Es ist jetzt noch so ein bisschen unklar, so wie sich das EuGH geäußert hat,inwieweit das jetzt dann auch sozusagen dieses Urheberrecht-Argument betrifft,weil sich dazu das EuGH so konkret nicht geäußert hat.
Linus Neumann
Das heißt, wir müssen einfach nur riesige Gesetze mit Unmengen an urheberrechtlichgeschütztem Material veröffentlichen?
Tim Pritlove
Naja, das ist ja sozusagen nur so ein Argument, um das sozusagen aufrechtzuerhalten.Also mir ist nicht ganz klar, was jetzt hier der nächste Schritt ist,aber hier ist auf jeden Fall ein interessanter Fakt geliefert worden,weil im Prinzip wird jetzt diese ganze aktuelle Handhabung für nichtig erklärt vom EuGH.Und jetzt muss hier in irgendeiner Form Abhilfe geschaffen werden.
Linus Neumann
So, ich finde das, also es sollte auch wirklich einleuchtend sein, oder?
Tim Pritlove
Es sollte einleuchtend sein, allerdings stellt sich natürlich hier eine vielgrößere Frage, nämlich wie finanzieren wir denn jetzt die Normungsinstitute künftig?Also nicht alle Standards, die in diesen Normungsinstituten gehandelt werden,stehen in irgendwelchen Gesetzen.Da sind ja jede Schraube und jedes Kabel und Schutzmechanismen und keine Ahnungalles mögliche, es gibt Standards für jeden Scheiß,sind da drin und da wird es halt natürlich noch weiterhin so gehandhabt werden können.Nur Standards, die eben explizit Teil von Gesetzen sind, müssen jetzt eigentlichkostenlos herausgegeben werden.Und zwar für die Öffentlichkeit.
Linus Neumann
Ja.
Tim Pritlove
Das finde ich ist eine ganz gute Nachricht.
Linus Neumann
Ja, aber das ist auch, also was denn sonst?
Tim Pritlove
Tja.
Linus Neumann
Ja, irre. Also ich wusste das nicht. Ich wusste nicht, dass es noch nicht so ist.Umso mehr freue ich mich, dass es jetzt so ist.
Tim Pritlove
Genau, also muss man mal abwarten, was das jetzt tatsächlich auslöst.Mir ist nicht so ganz klar, was jetzt der nächste Schritt ist in diesem Zusammenhang,aber so ganz ohne Auswirkungen wird das nicht sein können.
Linus Neumann
Okay. Dann kommen wir zum letzten Thema.Und dieses Thema ist eins aus dem kulturellen Bereich, würde ich sagen.Also das Internet ist bereichert worden durch ein neues Mem.
Tim Pritlove
Ja, welches?
Linus Neumann
Das ist der Anzeigenhauptmeister.
Tim Pritlove
Okay, das ist dieser Mensch, der Falschpacker aufschreibt oder so?
Linus Neumann
Also der hat, also es ist eine Spiegel-TV-Doku und Spiegel-TV hat auf,wenn man so mal deren YouTube-Veröffentlichungen verfolgt, die haben da so durchwachsenes Material.Also ich glaube, sehr bekannt ist diese Penny an der Reeperbahn.Kennst du nicht?
Tim Pritlove
Penny an der Reeperbahn?
Linus Neumann
Also auf der Reeperbahn in Hamburg-St. Pauli befindet sich ein Pennymarkt.
Tim Pritlove
Achso, ja.
Linus Neumann
Und dieser Pennymarkt hat relativ ausgedehnte Öffnungszeiten und natürlich einrelativ spezielles Publikum.Also einerseits Leute, die auf der Reeperbahn unterwegs sind und mal vielleichtnoch irgendwo billig Alkohol kaufen wollen.Andererseits Leute, die vielleicht auf der Straße wohnen in Hamburg und da Alkohol kaufen.Aber dann natürlich insgesamt auch.Es ist ein relativ bunter Bezirk, in dem der ein oder andere Charakter wohnt.Und in diesem Penny-Markt haben die eine Zeit lang mal so eine Doku gemacht,in der sie mal so alles wiedergeben, was da so rein und raus läuft.Dazu relativ belustigt erzählt und es ist auf jeden Fall absolut lustig.Ja, auch grundsätzlich erstmal eine wertschätzende Stimme, aber man weiß jetzt auch nicht unbedingt,ob jedem Menschen, der da dargestellt ist oder sich auch darstellt,ob der unbedingt im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte war, als er dem zugestimmt hat.Oder ob der überhaupt noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte ist.Also muss man gesehen haben, ist unglaublich unterhaltsam, ist auch eine sehrinteressante Sozialstudie, aber ich denke, an der kann man auch sehr viel Kritik üben,weil da mitunter auch wirklich Menschen in katastrophalen Zuständen gezeigt werden. So.Gleichzeitig haben die relativ viele Recherchen irgendwie, da gibt es ja sozu Rockermilieu, kriminelles Milieu und so, wie dem auch sei,haben ein relativ buntes Programm.Und jetzt haben sie einen jungen Mann begleitet,der irgendwie 18 Jahre alt ist, mit so einem eindeutig höchst verkehrssicherenFahrrad durch die Gegend fährt und dabei irgendwie Signalkleidung trägt undeinen Helm und dann Knöllchen schreibt.Höhepunkte sind dann irgendwie, dass er jemanden aufschreibt, der,Irgendwie statt sieben Meter vom Halteverbotsschild sechs Meter siebzig vomHalteverbotsschild entfernt ist und deswegen 30 Zentimeter im Halteverbot stehtund deswegen jetzt aufgeschrieben wird und dann dokumentiert er das mit so einem Zollstock.Dann hat er irgendwie vorne ein Schild dran wo irgendwie Pulifzai steht ja,weil Polizei darfst du nicht dran schreiben.
Tim Pritlove
Wäre Amtsanmaßung sondern da steht was dran Pulifzai ja.
Linus Neumann
Also und dann wirft ihm jemand Amtsanmaßung oder Täuschung vor,weil er sich eben auch als Anzeigenhauptmeister,vorstellt Ja, also wenn er da mit Leuten spricht, dann sagt er irgendwie,ich bin Anzeigenhauptmeister so und so.
Tim Pritlove
Polizvieh steht drauf.
Linus Neumann
Polizvieh.
Tim Pritlove
Polizvieh.
Linus Neumann
Ja, das ist so ähnlich wie hier in Berlin stand doch mal, steht glaube ich immernoch, weiß ich gar nicht, so ein altes Polizeiauto, eine Wanne,auf der dann statt Polizeikanzlei stand. Da hat es so ein Verkehrsrechtler, glaube ich.
Tim Pritlove
Oh, kenne ich mit Politur, aber es gibt verschiedene Varianten.Ja, genau, es gibt Polenta.
Linus Neumann
Politur und was man so alles da so draufschreiben kann. So, aber der ist halteisenhart und der hat irgendwie um die 4000 Anzeigen geschrieben.Geht, glaube ich, wohl auch seinem Heimatdorf inzwischen, damit gehöre ich auf den Sack.Hält sich aber für irgendwie jemanden, der Staatssäcke füllt und hat,also hat da wirklich ein sehr ausgefallenes Hobby, sagen wir mal. Ja.So und den haben die mit, ich glaube das ist sogar der gleiche Erzähler,so da so begleitet in seinem Alltag, wie der dann da so mit den Leuten aneinander gerät,die dann irgendwie so sagen,ja ich hab hier so einen Vogel und dann sagt er direkt, das ist eine Beleidigungund kennt dann irgendwie den Paragrafen und schreibt dann eine Anzeige dafür.Dann hat er wieder in irgendeinem Falschparker die Polizei bestellt.Dann hat die Polizei aber ein beschmutztes Nummernschild.Und dann entblödet er sich nicht, auch noch der Polizei zu sagen,sie müsste dann jetzt mal langsam das Nummernschild reinigen.Weil noch ist es erkennbar.Aber, aber, und der Typ ist natürlich Instant, Instant-Meme,ja, also der ist so geil, also der ist, du guckst dir das an und du denkst dir so, ist der gut,aber du weißt auch, das Internet ist undankbar, Tim, ich sage dir,das Internet ist undankbar.Weil natürlich ist der Typ jetzt ein Instant-Meme und der wird jetzt rauf und runter gememt und so.Und statt ihn dankbar zu behandeln, statt dem Internet zu danken.Ist der natürlich zu absoluten Hassobjekt von irgendwie weiß ich wie vielen Autofahrern geworden.Und hat dann jetzt auch schon, also wie heißt dieser absolute Vollproll da von YouTube?Ja, nein, aber der wirkt nicht der Königsbräu.
Tim Pritlove
Achso, ja.
Linus Neumann
Der Königsbräu von YouTube.
Tim Pritlove
So Namen, die mir Gott sei Dank schnell wieder entfallen.
Linus Neumann
Montana Black.
Tim Pritlove
Ja, sowas, ja.
Linus Neumann
Mit so einer Knast drin. Also der Typ, ey. Eine Figur. Der ist ja auch ein Instant-Meme.Also den guckt man sich ja auch nur an.Aber, also jedenfalls, der hat dann auch schon prophezeit, dass der früher oderspäter auf die Fresse kriegt.Natürlich. Also ist ja auch klar, ne? Ich meine, natürlich kriegt der früheroder später auf die Fresse.Aber natürlich auch, insbesondere, weil Spiegel TV den jetzt da in einer Dreiviertelstundendokuder Weltöffentlichkeit oder dem deutschen Autofahrer zum Fraß vorgeworfen hat.Ja, und da hat er natürlich auch… Mit Realnamen.Ja, ich hab den, also der ist da mit Realnamen, wird über den berichtet.Ich hab deswegen auch extra seinen Realnamen gerade nicht gesagt,so, aber Ich auch nicht, aber Der ist mit Realnamen und irgendwie Wohnort und so jetzt im Internet.Und statt den mal zu feiern, weil ich denk mir so, kann doch nur Gewinner geben.Also der Typ zeigt einen Autofahrer nach dem anderen an, die rasten aus undwenn sie den beleidigen oder schlagen, kriegen sie noch eine Anzeige.Erstmal würde ich sagen, so ey,the game, not the player. Also der macht das halt, also ich finde das eine...
Tim Pritlove
Also ich kann einen gewissen Unmut der Leute durchaus nachvollziehen.
Linus Neumann
Natürlich. Ich glaube, der Unmut ist dem auch nicht entgangen.Der merkt ja, wie die Welt auf ihn reagiert.
Tim Pritlove
Aber ist dem ein bisschen egal?
Linus Neumann
Also der hält sich dafür auf der der auf der richtigen Seite des Gesetzes ist,der möchte einfach nur, dass die Leute sich dran halten.Also sagen wir mal, ich würde noch einen draufsetzen. Ich glaube,dem ist auch klar, dass er jetzt nicht am Ende des Tages Menschen glücklichgemacht hat mit seinem Tun.Und deswegen meine ich auch, gewissermaßen könnte man auch sagen,der will ja auch auf die Fresse.Also so, oder der will, sagen wir mal so, der will, dass Leute ihm auf die Fresse hauen wollen.
Tim Pritlove
Weißt du?
Linus Neumann
Der hat da schon, also man kann da teilweise so eine leichte diebische Freude auch bei erkennen.Ja, also als er dann das ausmisst so mit den sieben Metern, dann fragt ihn haltdieser Journalist oder Redakteur oder wer das dann ist. oder so,muss man das jetzt immer messen?Und dann sagt er so, nö, kann man auch schätzen.Aber der hat sich halt verschätzt. So, oder?Ich finde halt, für so einen muss man dankbar sein. Der treibt ja jetzt niemandenin den Ruinen. Der schafft ein Thema.Und ich finde es fürchterlich, dass das Internet nicht die Souveränität hat zu sagen, so.Guter Typ. So, schaff was, worüber wir uns den Mund zerreißen können.Schaff was, wo wir uns mit auseinandersetzen können. Gib uns ein Gesprächsthema.Und ich verstehe es nicht. Ich verstehe es genauso nicht beim Drachenlord,warum Menschen dann so darauf reagieren.Wie gesagt, dass der von einem, den er da irgendwie in einer Stresssituationweiß, da sind Leute, sie sind beim Be- und Entladen vor ihrem eigenen Geschäft.Und dann kommt er an und sagt, Hallo, ich bin der Anzeigenhauptmeister.Gebt jetzt eine Anzeige. Und die nehmen den natürlich nicht ernst.Und dann ruft er halt die Bullen. Und dann kommen die Bullen und sagen,boah, scheiße, ja, hier 15 Euro.Lass uns in Ruhe und wollen wieder weg.Der hat da halt einen Punkt getroffen, wo er trollen kann.Und damit muss man eben auch, also ich finde, das ist eine Reifeprüfung fürdie Menschen, damit umzugehen. und eben nicht die Fassung zu verlieren.
Tim Pritlove
Wie würdest denn du damit umgehen, wenn der dich jetzt laufend im Meta aufschreibt?
Linus Neumann
Ich bin ein schlechtes Beispiel.Ich weiß nicht, ob ich das im Podcast, ich kann das auch nicht erzählen.Wenn ich das erzähle, dann bin ich dran.
Tim Pritlove
Also dann bin ich dran wegen Beamtenbeleidigungen.
Linus Neumann
Aber sagen wir mal, ich hab ich hab nach meiner letzten,nach meinem Nach meinem letzten Strafzettelchen, was mir von so Polizisten ausgestellt wurde,Bodycount wieder entdeckt. Kennst du Bodycount?1992, Album.
Tim Pritlove
Achso, Rap? Oder was?
Linus Neumann
Bodycount ist völlig in Ordnung, kommen auch übrigens dieses Jahr nach Berlin,Hamburg und so, aber die hatten 1992 ein Album rausgebracht, das sich...Das sich mit Gewalt gegen Polizisten verherrlichend auseinandergesetzt hat.Sagen wir das so. Das wurde dann in Deutschland auch, ist in Deutschland schwerzu bekommen gewesen, sagen wir es mal so.
Tim Pritlove
Und das hast du dann vermehrt gehört.
Linus Neumann
Weil du unzufrieden warst über den Anzeigenhauptmeister.
Tim Pritlove
Der in dem Fall wirklich ein Hauptmeister war.
Linus Neumann
Das war ein richtiger Hauptmeister und das war auch so einer.
Tim Pritlove
Aber der Polizei kann ich das in gewisser Hinsicht noch nachsehen.
Linus Neumann
Ne, das sind also.
Tim Pritlove
Also mit den Gesetzen ist es ja so, die sind dazu da,um Recht zu definieren und festzustellen und natürlich gibt es Momente,wo man sozusagen das auch missbrauchen kann.Ja, also vor allem gibt es erstmal Momente, wo es auch sinnvoll ist,dass es das gibt und dann ist das sozusagen die Vergleichsgröße,die man nimmt und damit wird dann eben recht auch entschieden,wenn mal was Schlimmes passiert ist.Allerdings, gerade was den Straßenverkehr betrifft.
Linus Neumann
Ein völlig unterregulierter Bereich, wenn ich das mal sagen darf.Im Straßenverkehr hier, also ich habe gesagt, wir sprechen nicht drüber,aber jetzt sprechen wir drüber.Hier in Berlin, unterregulierter Bereich,unterentforster Bereich,du kannst dich an eine Ampel stellen und du kannst dir sicher sein,dass bei jedes Mal, wenn das da rot wird, noch drei Leute drüber fahren.Du kannst dich hinstellen und brauchst nicht lange zu warten,bis irgendwelche Besoffenen zu acht auf irgendeinem Roller auf der falschenSeite rumfahren und so weiter.Aber wozu entscheidet sich Berlin, wem wird das Leben in Berlin schwer gemacht? Den Radfahrern.
Tim Pritlove
Da muss ich jetzt wirklich ein bisschen kichern.
Linus Neumann
Also die wirklich in jeder Statistik die gefährdetsten Verkehrsteilnehmer inBerlin sind, von denen die geringste Gefährdung ausgeht.
Tim Pritlove
Der Anzeigenhauptmeister konzentriert sich ausschließlich auf Autos?
Linus Neumann
Ich glaube, der Anzeigenhauptmeister, der drückt keine Augen zu.Also da kannst du sicher sein, der drückt keine Augen zu.
Tim Pritlove
Dem geht es doch sozusagen ums Prinzip und damit auch egal, welcher Gesetzestextjetzt hier relevant ist.
Linus Neumann
Ich würde sagen, der Anzeigenhauptmeister ist nicht bestechlich,der ist nicht korrumpierbar.
Tim Pritlove
Gut, also wo wir jetzt gerade bei diesem Bereich sind.
Linus Neumann
Ich habe Hochachtung vor dem.
Tim Pritlove
Ja, also mit den roten Ampeln habe ich in Berlin etwas andere Erfahrungen.Also ich würde mal sagen, die allermeisten Autos bleiben bei rot stehen, solange bis grün ist.
Linus Neumann
Und dann fahren sie mit 100 weiter.
Tim Pritlove
Egal, wir waren bei der roten Ampel. Rote Ampeln, finde ich,haben im Wesentlichen noch ein hohes, wie nennt man das?
Linus Neumann
Das ist eine der wenigen Dinge, die Autofahrer noch bemüht sind zu respektieren, ja.
Tim Pritlove
Genau, also da ist so die, ich weiß nicht genau, wie man das jetzt korrekt quantifiziert,aber sagen wir mal so, die Mitmachbereitschaft bei diesem Gesetz ist relativ hoch.Allerdings bei Fahrradfahrern habe ich das Gefühl, überhaupt nicht bekannt,dass rote Ampeln eigentlich auch für Fahrradfahrer, also bei jeder einzelnenroten Ampel, wirklich jeder Ampel in Berlin, jede Ampel, wenn ich da stehe, rot,immer ist auch mindestens einer, wenn nicht zehn Radfahrer dabei,die komplett zu ignorieren.Also den Punkt kannst du jetzt wirklich überhaupt nicht aufmachen.Ich weiß genau, worauf du hinaus willst und ich sage auch nicht,es ist nicht erforderlich, bestimmte Dinge zu entforcen.Worauf ich hinaus möchte, ist was anderes.
Linus Neumann
Also ich habe….
Tim Pritlove
Ist das meiner Auffassung nach nicht im Sinne der Gesetzgebung.Weil diese Gesetze sind nicht dafür gedacht, permanent überall,jederzeit, auf jeden angewendet zu werden,sondern sie sind sozusagen dafür gedacht, um dafür zu sorgen,dass wir ein Gemeinwohl haben, haben, in dem sich alle weitgehend,so wie es erforderlich ist, respektieren und Sicherheit gewähren.Das ist sozusagen das Ziel.Aber nicht permanent für jede 30 Zentimeter Verfehlung irgendwie zur Kasse gebetenzu werden, weil das ist dann auch nicht im Sinne der Gesellschaft.Und das ist das Problem, was die Leute mit dem Anzeigenhauptmeister haben.Natürlich sollte es nicht dazu führen, dass ihm dann sozusagen Dinge geschehen,worauf andere Gesetze damit angewendet werden können.Insofern verstehe ich den Punkt natürlich auch.
Linus Neumann
Also, zu den roten Ampeln. Ich habe meine Strafen für das Überfahren roter Ampelnimmer mit Fassung bezahlt und mich da nie drüber aufgeregt.
Tim Pritlove
Mit dem Fahrrad?
Linus Neumann
Ja, ich bin natürlich nur mit dem Fahrrad. Wenn du im Auto über eine rote Ampelfährst, das kannst du nicht bringen.
Tim Pritlove
Warum nicht?
Linus Neumann
Das ist verboten.Okay, gut. Da würden sie mich auch nach dem Führerschein fragen.
Tim Pritlove
Eigentlich beim Fahrradfahren auch.
Linus Neumann
Ja, also ich habe tatsächlich mal für das Überfahren einer roten Ampel, die lauern ja.Die stellen ja auch Rotampelfallen. Aber auch das machen sie übrigens für Fahrradfahrerund nicht für Autofahrer.
Tim Pritlove
Für Autofahrer gibt es sogar richtige Maschinen.
Linus Neumann
Also pass auf, ich kann dir erklären, was passiert ist. Ich habe während desRadfahrens an einer Telefonkonferenz teilgenommen.Was legal ist.
Tim Pritlove
Aber verschlüsselt.
Linus Neumann
Verschlüsselt, ja. Ja, so. Und ich hatte das Handy in der Tasche,weil ich ja weiß, dass ich das Handy während der Fahrt nicht bedienen darf.Und hatte das Ding natürlich auf Mute, weil ich ja weiß, dass ich durch meineFahrgeräusche die Telefonkonferenz an ihrem Geschehen störe.So, dann wurde es mir aber dazu bunt und ich wollte mich zu Wort melden.Zu diesem Zeitpunkt stand ich an einer roten Ampel Und zwar am Alexanderplatz,Dann habe ich an dieser roten Ampel Was auch mein gutes Recht ist,Ähm.Moment, wie war das? Da wurde es grün. Ich hatte mein Handy noch in der Tasche.Ich bin losgefahren, habe in Vorbereitung meines Einschreitens in diese Telefonkonferenz,bin ich also nicht auf dem Radweg weitergefahren,sondern bin dann langsam, also absolut mit Schrittgeschwindigkeit,auf den Gehweg gerollt, dort zum Stehen gekommen. Ich konnte ja nicht auf der Straße anhalten.Ich bin also auf dem Gehweg zum Stehen gekommen, habe dabei mein Handy rausgeholt,mich unmutet und angefangen zu sprechen.Woraufhin ich mir zwei fahrradfahrende Polizisten auf dem Gehweg entgegen kamen, die zu mir fuhren.Also schon mal gegen dieses man darf nicht auf dem Gehweg fahren Gesetz.Übrigens auch auf der falschen Seite mir entgegen kamen.
Tim Pritlove
Außer man ist Polizist.
Linus Neumann
Genau und dann haben die mich wegen,Fahren auf dem Gehweg den ich ja wahrscheinlich gute 6 Meter berollt hatte.
Tim Pritlove
6 Meter das sind 6 Meter als erlaubt sind.
Linus Neumann
6 Meter mehr als erlaubt sind die sind aber 30, 40 Meter zu mir gefahren telefonieren am Steuer,Und zweifelhafter Beanstandung der Verkehrssicherheit meines Fahrrades mit einem Knöllchen versehen.Das war dann irgendwie so 100 noch was, 150 Euro oder sowas der Spaß gekostet hat.Das hatte aber leider noch die bittere Konsequenz,dass ich zum Wiederherstellen der Verkehrstauglichkeit meines Rades nach derenAuffassung ein Loch in diesen Fahrradrahmen bohren musste.
Tim Pritlove
Was? Wieso das?Achso, du hast kein Licht gehabt, oder was?
Linus Neumann
Nee, natürlich brauchte ich kein Licht an dem Fahrrad zu haben.
Tim Pritlove
Und was musst du da noch reinbohren?
Linus Neumann
Eine Auffassung für die Hinterradbremse.
Tim Pritlove
Dein Fahrrad hat hinten keine Bremse gehabt?
Linus Neumann
Selbstverständlich hat mein Fahrrad hinten eine Bremse gehabt.
Tim Pritlove
Ja, aber?
Linus Neumann
Es gibt in Berlin zwei unterschiedliche Urteile zu der Frage,ob ein Fixed-Gear-Fahrrad die Anforderungen von zwei unabhängigen Bremssystemen erfüllt oder nicht.
Tim Pritlove
Ah, du bist mit dem Hipster-Bike unterwegs gewesen und daran haben sie sich gestört.
Linus Neumann
Das Fahrrad, was mein verstorbener Freund als letztes designt hat,was ich gekauft habe, ja.Und dieses Fahrrad durfte ich dann auf Anordnung der Polizei beschädigen.Das war einfach nur, also ganz ehrlich, wenn du meinen Weg zur Arbeit fährst,das sind sechs Kilometer, sieben Kilometer durch Berlin Mitte,die kannst du nicht zurücklegen, ohne in Lebensgefahr zu geraten.Und dass dann da irgendwelche Polizisten ihre Hauptaugenmerk darauf legen,Radfahrer einfach nur zu schikanieren in Situationen, die in keiner Form…,in keiner Form irgendeinen Menschen in Gefahr gebracht haben oder sonstiges,ist einfach also da habe ich verliere ich sämtliches,Interesse diesen Staat noch weiter zu unterstützen und das ist wirklich Dasist eine arme Sau, der Typ, der zeigt da, der lässt da ab und zu mal einen Wieso?
Tim Pritlove
Vielleicht waren die von der Polizei ja ja auch arme Säue. Also letzten Endesist es aber genau das gleiche.So, weil er ja dann auch Leute sozusagen in Situationen gegen das Gesetz stellt,wo es aber real kein, also unterstelle ich jetzt mal, ich habe jetzt nicht alleSituationen gesehen und mit Sicherheit schreibt er auch mal Leute auf,wo man sagt, das geht ja gar nicht. Gar keine Frage.Aber es gibt sicherlich eine Menge Situationen, wo man sagt,hast du sie noch alle? Ja, das ist das Problem.
Linus Neumann
Ganz ordentlich alle. Also das ist ja auch klar, aber man muss doch auch malso einen Typ mal embracen und sagen, Mann ey, so groß ist die Wahrscheinlichkeit,dass ich die Freude habe mit dem nicht.Und jetzt, ja, jetzt darf ich nicht mehr im Halteverbot parken.Meine Güte. Also ich weiß nicht, wie oft die, wann immer ich ein Auto hattein Berlin, weißt du, wie oft die mir die Dinger abgeschleppt hatten?Weil, was da nämlich passiert ist, Auto in Berlin kann ja keine Sorge brauchen,also steht das die ganze Zeit rum.Also kommt irgendwann einer und stellt da ein Halteverbotsschild hin und dannkommt der Abschlepp-LKW und dann kriegst du eine Rechnung für weiß ich nicht,150 Euro kostet das Abschleppen, 70 Euro,das Parken im Halteverbot und so weiter,Das ist Teil des Sports.
Tim Pritlove
Man muss einfach kontextsensitiv vorgehen.
Linus Neumann
Sagen wir mal so, ich hätte keinerlei der Handzeigenhauptmeister verliert meinepersönliche schützende Hand, sobald der irgendwie einen Radfahrer belästigt.
Tim Pritlove
Sogar die Polizei kann ganz entspannt sein.Also ich hab's irgendwie tatsächlich mal gebracht, dass ich irgendwie so zerstört und völlig,ermüdet von irgendeiner Veranstaltung zurückkam, uns wirklich gebracht habe,das Auto, mit dem ich fuhr, auf der Straße stehen zu lassen.Der Schlüssel war noch drin und ich bin wie oben in die Wohnung reingegangenund bin oben eingeschlafen.
Linus Neumann
Da kannst du aber froh sein, dass die dich erst erwischt haben,nachdem du den Rausch ausgeschlafen hattest.
Tim Pritlove
Nee, ich war gar nicht so betraut. Das war kein Alkoholismus.Ich war wirklich nur vollkommen, ich weiß nicht mehr ganz genau,was der Grund war, aber ich war einfach todmüde und bin einfach eingeschlafen.Und ja, das konnte aber auch noch alles sehr entspannt und ohne größere Strafengeregelt werden. Die haben sich einfach nur sehr gewundert.Was wollen wir denn jetzt eigentlich mit dieser Meldung jetzt sagen,aber die würden es jetzt so ausführlich geäußert haben Du möchtest gerne.
Linus Neumann
Dass er nicht.
Tim Pritlove
Getötet wird jetzt.
Linus Neumann
Also ich finde dürfen eins nicht vergessen die Leute, die ihn angegriffen habendas hätte ich vielleicht noch früher dazu sagen sollen die haben den in derBahn erkannt das waren keine Opfer von dem,Leute.
Tim Pritlove
Haben ihn angegriffen? Ja. Hast du das schon erwähnt?
Linus Neumann
Der hat, also der wurde angegriffen. Der ist Opfer einer Körperverletzung geworden. Und zwar,Nicht, wie es zu erwarten gestanden hätte,dass der früher oder später halt einen auf die Fresse kriegt von jemandem,dem er im falschen Moment einen reinwürgt,sondern offenbar ist das am Abend des 2.März nach einem Match von Dynamo Dresden beim Halleschen FC.Und sagen wir mal so, Dynamo Dresden-Fans stelle ich mir nicht so angenehm vor.Ich weiß nicht, wie das Spiel verlaufen ist.Heimfans, dann war es in Halle. 18.20 Uhr, als die Bahn von etwa 20 Heimfansnach dem Spiel genutzt wurde, der Jugendliche wurde anschließend verletzt inein Krankenhaus gebracht.Sein Mobiltelefon wurde später auf dem Bahnsteig gefunden. gefunden.So, das heißt, er hat jetzt von Menschen, die er, mit denen er nichts zu Leidegetan hat, angegriffen.Und das ist, denke ich, eine eindeutige direkte Konsequenz dieser Spiegel Online-Dokuund der massenhaften Aufmerksamkeit, die der natürlich überall bekommen hat.
Tim Pritlove
Heißt das jetzt, dass man ich meine jetzt mal die Perspektive Spiegel-TV Spiegel,was war das? Spiegel-Online? Spiegel-TV?
Linus Neumann
Spiegel, es gibt ja keine also Spiegel-TV ist sowieso nochmal was anderes alsSpiegel-Online, aber inzwischen gibt es ja gar keine Unterscheidung mehr.
Tim Pritlove
Okay, also dieses Fernsehteam, was halt schon seit vielen, vielen Jahren diesesSpiegel-TV macht, das ist ja jetzt beileibe nicht das erste Produkt dieser Art.Denkst du, dass dass das jetzt, sagen wir mal, die Ursünde in diesem Fall ist,dass man darüber berichtet?Also ich meine, wenn du jetzt so ein Journalist wärst.
Linus Neumann
Ich bedauere, ich muss einfach mal wirklich mein Bedauern darüber ausdrücken,dass dem Internet die Reife fehlt, um sich an sowas zu erfreuen.Und dass wir eine Situation haben, wo so einer, Und das war ja,also, es haben ja wirklich viele vorhergesagt, dass der, und da brauchst du auch nicht viel, ähm.Kompetenz zu, um dir vorzustellen, dass der eine sehr fürchterliche,dass diese Öffentlichkeit, die er jetzt bekommt, für ihn fürchterliche Folgen haben wird.Das hat auch ein Artikel im RND auch schon vorhergesagt.Der sagte so, das ist schlimm, der wird Opfer von Gewalt werden.
Tim Pritlove
Drachendort gelodet sozusagen.
Linus Neumann
Ja, und das finde ich halt fair game, wenn das in der Situation ist,wo er jemandem auf den Sack geht, wenn das jetzt irgendwie eines seiner konkretenOpfer ist, dass er sich nicht anders zu helfen weiß, weil er sich nicht artikulieren kann, ist okay.Ich denke, das ist ein Risiko, was er selber kennt.Und vielleicht notfalls mit seinem Pulli-2-Fahrrad dann da wegfährt oder so.Dass der jetzt quasi eine Zielperson öffentlicher Hetze ist, finde ich halt schlimm.
Tim Pritlove
Ja, ist auch schlimm. Ja.Aber er macht das noch. Bis man nicht...Ich würde ihm einfach raten, such dir ein anderes Hobby. Es gibt andere schöneDinge, die man machen kann.Also wenn man so einen Spaß dran hat, Gesetze umzusetzen, da gibt es auch sogarein Berufsbild dazu. Wie heißt das nochmal gleich?
Linus Neumann
Polifzai?
Tim Pritlove
Polifzi. Nee, Rechtspfleger heißt das.Rechtspfleger. Da könnt ihr doch Rechtspflege machen. Das wird doch vielleicht was für ihn. Naja.
Linus Neumann
Aber also.
Tim Pritlove
Alle Beteiligten haben ja eigentlich irgendwie so ein bisschen mal drüber nachzudenken,was sie eigentlich tun, würde ich sagen. Ja genau.
Linus Neumann
Welche Veränderung möchtest du in der Welt machen?
Tim Pritlove
Also die Journalisten sollten sich ein bisschen darüber Gedanken machen,was ihre Berichterstattung für Auswirkungen hat.Die Hater sollen einfach mal kacken gehen und Herr Hauptmeister selber.
Linus Neumann
Herr Nanter, sollte sich auch mal überlegen. Und die Polizei,die müssen ihr Nummernschild sauber machen.
Tim Pritlove
Ich meine, man könnte ja auch Briefmarken sammeln oder Blumen pressen oder esgibt so viele schöne Hobbys, mit denen man seine Zeit sinnlos vergeuden kann. Warum das?Naja, okay.Jetzt machen wir hier Schluss.
Linus Neumann
Internet pflege deine Helden, sonst hast du halt irgendwann keine mehr.
Tim Pritlove
Haben wir sonst noch was beizutragen? Nee, ne? Nee, ist auch schon wieder ganzschön lang hier unsere Sendung, glaube ich, oder?Ich schau mal Uiuiui, ja das reicht,Gut Leute damit schicken wir euch in die Woche und,mir fällt mir jetzt irgendwie nicht dazu ein Nee.
Linus Neumann
Mir auch nicht Ja.
Tim Pritlove
Auch nicht.
Linus Neumann
Achso, du musst ja jetzt...
Tim Pritlove
Nee, nee, muss ich nicht.
Linus Neumann
Okay. Ciao, ciao.

Shownotes

Prolog: unter eins, zwei, drei

Feedback

Anonyme Bewertungen

iOS WebApps

Triggerwarnungen und Content Warnings

Defediverse

Danke, Markus Beckedahl!

Daniela Klette

AI Act ohne strenge Einschränkungen

Abgehörte WebEx-Konferenz der Bundeswehr

Europäische Normen und Bezahlschranken

Anzeigenhauptmeister

97 Gedanken zu „LNP487 Das Internet ist undankbar

  1. Zu eurer Verwunderung, um nicht zu sagen eurem Entsetzen was da bei der Bundeswehr passiert ist, das riesige Problem ist da doch das da einfach so viel nicht funktioniert das ich denen noch nicht mal den riesigen Vorwurf mache. Die wollten wahrscheinlich einfach dieses Meeting durchziehen und weil Dinge nicht funktioniert haben wurde dann halt das Handy genommen. Warum überhaupt dieses depperte System, wohl der selbe doofe Grund warum alle Schulen mit Teams arbeiten. Es funktioniert halt einfach auf so gut wie jedem System. Die Bundeswehr funktioniert halt wie ein Amt in Deutschland. Die hatten alle bis zu Corona quasi nix mit digital am Hut. Zumindest mal nicht in der Kommunikation. Und hay das ist ein Verein dem vom Bundesrechnungshof gesagt wird reicht es nicht wenn der Funker Funk in seinem Gehörschutz hat? Das heißt da wird das Geld nicht dafür reichen das alle eine gute digitale Ausrüstung haben und viel einfach über private Ausrüstung läuft. Dazu kommt das da halt wirklich viele Leute sitzen, auch in den oberen Rängen, die von Datenschutz ohne zugeklebte Briefumschläge nicht viel Ahnung haben. Ich finde es daher schon ok die nicht nen offiziellen Kopf kürzer zu machen. Viel mehr Sinn ergeben würde da für mich einfach alle noch mal zu Schulen. Wenn denn da genug Geld und Personal für da ist. Was ich leider bezweifeln muss. Leider ist hier Internet und Datenschutz in selbigem sowie alles was man so digitalisieren müsste bei der Bundeswehr noch ungefähr so hinterher wie im nächsten Rathaus. Also ja das ganze ist eine echte Katastrophe was da passiert ist aber es ist leider so typisch deutsch.

  2. Der Anzeigenhauptmeister hat Fahrradfahrer schikaniert und zwar sich selber.
    Also hat er automatisch den Segen des Linus verloren.

    Aber Spaß beiseite: ich finde die Meinung von Linus etwas sehr biased und die von Tim viel ausbalancierter ohne jetzt Autofahrer in den Schutz zu nehmen.

    • Ich habe hin und her überlegt, wie ich mit diesem Anzeigenhauptmeister und seinem zumindest spleenigen Hobby gedanklich umgehe. Bei euch hier und in diversen Reaction-Videos ist nahezu alles besprochen worden. Allerdings hat mich dann ein Kommentar unter dem Spiegel-TV-Youtube-Kanal in seiner Kürze und Klarheit überzeugt:

      „1935-45 wäre dieser typ gefährlich, verdammt gefährlich“ – @berircan×××…×××
      (Screenshot: https://imgur.com/a/pyKujbn)

      Auch wenn hier richtigerweise 1933-45 gemeint war, ist die Aussagekraft dieses Kommentares für mich so gewichtig, dass es alle gesetzestreuen fahrrad- und fußgängerfreundlichen Argumente vollständig in Wohlgefallen auflöst und es spielt gar keine Rolle mehr, ob dieser Typ geistig behindert ist oder nicht. Korinthenkackerische Menschen, wie dieser, würden unter einem anderen Regime für ihren kauzigen Drang nach Denunziation Verschleppungen und Tote in Kauf nehmen – bewusst oder unbewusst. Unsere Demokratie sollte sich gegen solche die Rechtsordnung relegiös im Wortlaut massenhaft missbrauchende Personen impfen und ggf. diese bestrafen (bspw. durch das Richterrecht). Ähnliches gilt ja auch seit 2020 im „Anti-Abmahngesetz“ für Abmahnanwälte, die rein profitorientiert automatisch erstellte Massenabmahnungen verschickten.

      Der bekannte Gaming-Streamer Gronkh wies in seinem Reaction-Video auch darauf hin, dass der selbsternannte Anzeigenhauptmeister nicht nur den sozialen Frieden aus niederen Beweggründen bei geringfügigen nichtigen Verkehrsdelikten beeinträchtigt, sondern dass dieser, wie bei der Szene mit dem Maßband, sich hämisch(!) darüber freut, eine Strafanzeige mittelbar via App ausstellen zu dürfen. Es handelt sich also auch noch um ein Charakterschwein, was ins Bild passt.

      Die Spiegel-TV-Kanal-Kommentare wurden abgeschaltet, jedoch kann man sie noch zeitlich begrenzt bei dem Twitch-Streamer „Papaplatte“ sehen (https://www.twitch.tv/videos/2077117710?t=1h29m33s). Dieser hatte sein Reaction-Video dazu bei Youtube hochgeladen, aber mittlerweile, wie Gronkh und andere große Twitch- und Youtube-Streamer gelöscht. Der körperliche Anschlag, ausgelöst durch die eindeutig auf Sensationsgeilheit und damit auf Profitmaximierung ausgelegte antijournalistische Spiegel-TV-Reportage, auf Kosten einer womöglich schutzbefohlenen Person, waren vermutlich der Grund.

      • Ich finde diesen Take ehrlich gesagt gefaehrlich. Weil er davon ausgeht, dass das Problem die Menschen sind, die Verordnungen durchgesetzt sehen wollen, und nicht etwa die strukturelle Machtausuebung durch Verordnungen.

        Darin sehe ich auch das Kernproblem der aufgeheizten Stimmung gegen den Anzeigenhauptmeister. Das faengt an mit der Gegenueberstellung von Rotlichtverstoessen von Radfahrenden und Autofahrenden in der Episode – als seien Lichtzeichenanlagen etwas natuerliches, was selbstverstaendlich in der gebauten Welt vorkommt. Es hilft glaube ich sehr, sich mal in die Rolle des Alien Observers zu versetzen und ganz naiv auf eine gebaute Umgebung wie eine Stadt zu blicken und sich zu fragen: Warum gibt es gewisse Regeln?

        Bei Lichtsignalisierung, Parkraum etc. halte ich es fuer wichtig, den kulturellen Kontext zu beruecksichtigen. Wen schuetzen diese Vorschriften? Lichtsignalisierung und vor allem auch reglementierte Querungen fuer zu Fuss gehende und Radfahrende stehen in einer Tradition des motorisierten Individualverkehrs, der das Auto als die dominante Mobilitaetsform zu verankern versucht hat. Im Englischen gibt es den Begriff des “jaywalking” als Abkehr vom vorher herrschenden Modus, dass der oeffentliche Mobilitaetsraum allen gehoert, durch den Kraftfahrzeuge sich vorsichtig hindurchzutasten haben (vgl https://en.wikipedia.org/wiki/Jaywalking). Vorher gehoerte die oeffentliche Sphaere allen, inklusive Kindern, die halt Ball spielen auf der Strasse. Das wurde zurueckgedraengt, um ein Vorrecht dieses oeffentlichen Raums fuer das KFZ zu schaffen. Wenn man nur darauf blickt, dass alle Beteiligten sich an ein Rotlicht zu halten haben, ohne zu beruecksichtigen, welchen Schaden ein Rotlichtverstoss gegen andere hervorrufen kann, mag das Sinn ergeben. Man kann aber andersherum auch sagen, dass es ein Rotlicht fuer zu Fuss gehende und Radfahrende ueberhaupt nur geben muss, weil andere Menschen sich mit einem KFZ bewegen, mit dem sie andere Menschen schwer verletzen oder gar toeten koennen.

        Und analog sehen wir das in den herrschenden Privilegien, die sehr unterschiedlich je nach Verkehrsmodus ausgestaltet werden. Linus erzaehlt in der Episode von seiner Begegnung mit der Ordnungsmacht, die den Vollzug der festgeschriebenen Verordnungen festlegt – waehrend es vollkommen normal und okay fuer Kraftfahrzeuge fuehrende Menschen ist, dass Verstoesse gegen die ausdruecklich festgelegte Ordnung nur ab und zu ueberhaupt verfolgt werden.

        Es ist einfach zu sagen, da ist jemand ein*e Denunziant*in und das lehnen wir generell ab. Ich finde es aber sehr wichtig, zu beruecksichtigen, in welcher Richtung der Machtstruktur jemand sich betaetigt und worauf die Regeln, auf die sich die Person beruft, basieren. Ich finde es etwas flach zu sagen, dass das zugrundeliegende Problem in einer Person liegt, die geltende Regeln angewendet sehen moechte und das auf das Dritte Reich zurueckzufuehren. Das zugrundeliegende Problem im Dritten Reich lag in der dahinterstehenden Ideologie und dass dort ueberhaupt menschenverachtende Regeln erlassen worden sind und dass dies von einer Mehrheit der Bevoelkerung mitgetragen worden ist. Dass es dann auch Menschen gab, die das vollzogen haben: Geschenkt. Die Ursuende lag darin, dass es ueberhaupt eine Mehrheit gab, die menschenverachtende Reglements der Regierung mitgetragen hat. Das gilt damals wie heute.

        Hier geht es meines Erachtens vielmehr darum, dass sich im Bereich des motorisierten Individualverkehrs ein Selbstverstaendnis bestimmter Privilegien entwickelt hat. Das faengt an damit, dass es okay und selbstverstaendlich ist, oeffentlichen Raum fuer sich und seine Fortbewegungsmittel zu claimen und regelmaessig auch darueber hinaus, was regulatorisch ueberhaupt vorgesehen ist. Und dazu auch eine gesamtgesellschaftliche Ansicht, dass das einfach okay ist und so gehoert und jeder Eingriff in diesen krassen Flaechenverbrauch einen Eingriff in die persoenliche Freiheit bedeutet.

        Der Anzeigenhauptmeister hat hier einfach ein eklatantes Vollzugsdefizit in bestehenden Regularien gesehen und das als zu behebendes Problem erkannt. Ich will keine Diagnose durch die Hose machen, aber ich erkenne da Menschen aus meinem Freundeskreis auf dem ADS-Spektrum wieder und kann das durchaus nachvollziehen – denn gerade wenn man wieder die Alien-Observer-Rolle einnimmt, kann man sich durchaus fragen: WTF tolerieren wir das?

        Ich kann aber auch total die Perspektive der „Betroffenen“ nachvollziehen, denen einfach anerzogen wurde: Es gibt diese Regeln, aber als KFZ-Fuehrende sind das eher so grobe Guidelines und macht einfach. Das sind gesellschaftlich aufgebaute Privilegien. Und wenn jemand diese ankratzt, reagiert man mit Reaktanz. Und will „so jemandem“ aufs Maul hauen.

        Es lohnt sich IMO schon, sich mal sehr weit von der Welt zu entfernen, die man so als normal beigebracht bekommen hat, und den Anzeigenhauptmeister aus dieser Perspektive zu betrachten. Weil eigentlich, sachlich, und auch aus gesellschaftlicher Perspektive: Der Bub liegt nicht falsch. Interessant ist eher, zu analysieren, _warum_ der so viel empoerten Gegenwind bekommt, und anhand dessen zu dekonstruieren, was wir als ganz normal beigebracht bekommen haben.

        • Boah Aaaalter…, komm mal runter vom Schwellungssprech. Das ist hier immer noch ’ne Kommentarseite und kein Seminar für Palavarismus. Außerdem darf man 2024 im Web auf Unicode vertrauen und Umlaute verwenden; die 90er sind lange vorbei.

        • Wenn ich die Alienrolle einnehme komme ich zu dem Schluss dass der Bub sehr wohl falsch liegt. Denn natürlich tolerieren wir massenhafte Regelverstöße, weil es eben nicht darauf ankommt in sklavischer Manier eines Bücklings Regeln einzuhalten („Deutsch zu sein bedeutet vor allem etwas um seiner selbst willen zu tun.“), sondern das allgemeine Zusammenleben möglichst konfliktfrei abzuwickeln. Dazu gehört auch dass man anderen nicht in die Pfanne haut.

          Du denkst viel zu bürgerlich.

      • Schon faszinierend, wie Recht und Gemeinwohl in ihr Gegenteil verkehrt werden, sobald es ums Auto geht. Nicht derjenige, der mit seinem Auto Geh- und Radwege, Feuerwehrzufahrten und Kreuzungen zustellt, handelt im Eigennutz und aus niederen Motiven – sondern derjenige, der das anzeigt. Fuß- und Radwege müssen flächendeckend zugepollert werden, weil Autofahrer nicht in der Lage sind, regelkonform zu parken. Es sind schon Leute in ihren Wohnungen verbrannt, weil die Feuerwehr wegen Falschparkern nicht durchkam. Leute sind totgefahren worden, weil Kreuzungen wegen Falschparkern nicht einsehbar waren. Oder weil Radstreifen zugeparkt waren.
        Aber wer sich dagegen einsetzt, ist ein „Denunziant“.

        BTW – wer hier mit Nazivergleichen anfängt, sollte sich erst mal informieren, wo die Massenmotorisierung in Deutschland ihren Ursprung hatte und welche verkehrspolitische Linie die heutigen Nazis fahren.

      • Ja krass und schon sind nicht mehr die Autofahrenden die ihre stinkende Kiste überall hin stellen sondern die Leute die darunter leiden dass sie zum Beispiel nicht mehr über sie Straße kommen. Hinterfragt bitte eure Privilegien.

  3. Hallo ihr zwei,

    die Geschichte mit dem Typen der Autofahrer anzeigt, kann ich als Radfahrer nicht lustig finden. Ich bin neulich von einem Motorradfahrer von der Straße gefegt worden. Es ist wahrlich ein Glück, dass ich noch lebe. Ich habe für Autofahren NULL Humor übrig. Auf Arbeit, ich bin ambulanter Krankenpfleger, fahre also täglich.
    Die Erfahrung von Tim kann ich nicht nachvollziehen, was rote Ampeln angeht. Ich könnte In den 4 Stunden in denen ich fahre, mindestens 20-30 Autofahrer aufschreiben, die bei einer längst roten Ampel fahren. Täglich! Sehr beliebt übrigens auch bei BVG – Bussen.
    Klar, in Prenzelberg fahren viele Radfahrer über Rot. Doch habe ich bis jetzt nie gehört, dass ein Fußgänger oder Autofahrer dabei ums leben kam. Das ist trotzdem falsch, jedoch deutlich weniger gravierend. Und wie viele Autofahrer die nach rechts abbiegen überhaupt nicht gucken, und ich beinahe über die Motorhaube flog, kann ich nicht mehr zählen. Ich habe zwei solche Autofahrer bereits angezeigt. Und werde das auch weiterhin tun. Wie gesagt, kein Humor mehr für diese Spinner.

    • Ja schlimm dass Radfahrende bei Rot fahren. Dann müssen wir ja nicht mehr über die Autofahrenden reden, die in Prenzlberg vor der Horde auf der Verkehrsinsel wartender Kinder „noch schnell“ bei tief rot mit 80 drüber düsen. Ja sorry kann ja mal passieren, war mit dem Handy beschäftigt.

  4. Ping zum Thema Organspende, die Zustimmung dazu kann man seit gestern auch online geben, delegieren oder ablehnen. Mal wieder ein sinnvoller Usecase für eID + Ausweisapp. Letztere funktioniert jetzt sogar unter Linux und auf Android via f-droid.

    Vielleicht wäre das ja was für die nächste Folge.

    Yuppieverachtende Grüße
    Lukas

    P.S.: Organspende ist der einzige Weg für Nazis, doch ein Herz zu bekommen.

  5. Echt das ist eure Meinung zum Anzeigenhauptmeiszer. Nachdem ich unendlich viele rant’s von euch zum Thema Fehlverhalten im Netz und das sowas nicht zu dulden ist, macht ihr solche Aussagen. Ich kann dazu nur sagen wer sich nicht den Regeln entsprechend verhält soll die dafür vorgesehene Sanktion bekommen nicht mehr und nicht weniger. Und wenn dein Fahrrad nicht den Regeln entspricht dann Zieh halt vor Gericht. Das ist ein Rechtsstaat und der rette uns immer noch den Arsch auch wenn es lästig ist. Wenn die Jungs und Mädels von der Trachtengruppe falsch liegen dann lass es klären. Beim nächsten Mal verweist du mit einem Grinsen auf dein Urteil. Kein Mensch zwingt dich ein Loch in den Rahmen zu bohren.

  6. Also pimeyes ist echt krass. Es gibt bei einem Foto von mir, und ich bin nicht ansatzweise eine Person von öffentlichen Interesse, genau einen Fund. Das Tool hat mich in einem Foto von der osad in München von vor X-Jahren gefunden.

  7. Der große Unterschied zwischen KFZ / LKW und allen anderen Verkehrsteilnehmern ist schlicht und ergreifend, dass von den KFZ / LKW _immer_ eine große Gefahr für Leib und Leben ausgeht und zwar genau für die restlichen Verkehrsteilnehmer.

    Genau deshalb gilt es, diese Gefährder zurück in die StVO zu zwingen.

    Das Sterben und Verletzen muss aufhören und entsteht halt sehr oft auch dadurch, dass man „mal kurz“ irgendwo hält (2 Todesfälle in den letzte 2 Jahren in Berlin!), oder der Default eingepflanzt wird, dass man „mal eben“ noch aufs Gas drückt um über die Ampel zu kommen oder es „normal“ sei, dass man mit 60 statt 50 bzw. 50 statt 30 durch die Stadt brettert. Das ist Mist und das Verständnis dafür muss aufhören.

    Ich bin auch jedes mal einigermaßen schockiert, wenn so getan wird, als sei die StVO nur so ein bisschen als Vorschlag zur Orientierung gedacht.

    Anzeigenhauptmeister FTW!

    • Der Beitrag zeigt eindrücklich wie ein erstrebenswertes Ziel, hier die Einhaltung der StVO, als Mittel missbraucht wird um eine unliebsame Gruppe zu gängeln. Dein großer Held zeigt Falschparker am So Morgen in einer Kleinstadt an, die 10 Meter vor dem Ende einer abgepollerten Straße stehen.

      P.S. Manchmal fahre ich sogar ganz normal Auto und die große Nase, äh, Motorhaube überschreitet die Haltelinie nur bei Grün.

      • Wer das Einhalten der StVO als Gängelung bezeichnet ist aus der Diskussion raus.

        Der eine will Sicherheit und Freiheit für alle, der andere will persönliche Freiheit und Verantwortungslosigkeit.

        Choose your fighter.

        • Wenn er denn Sicherheit und Freiheit wollen würde. Er will offenbar nur seine Bedürfnisse befriedigen und missbraucht dazu die staatliche Ordnung. Auch wenn r/Falschparker und r/StVO sich gerne sonst was herbei phantasieren, wird in 98 % der Fälle niemand durch Falschparker gefährdet oder in seiner Freiheit eingeschränkt.

          • Woher hast du die Zahl? Warum sind wenige, die gern mit zb mit Rolli oder Kinderwagen von a nach b wollen, Verkehrsteilnehmende zweiter Klasse? Autofahrende verlangen Rücksichtnahme für ihre Belange, aber was ist mit den übersehenen Kindern oder den Alten, die „plötzlich im Weg“ waren?

      • Autofahrende als Opfer, ja klar. Die armen Autofahrer.
        Aber dass die Poller evtl einen Sinn haben, weil zb Leute mit Kinderwagen oder Rolli durch wollen, hast du vor lauter Lack nicht mehr kapiert.

    • STVO als Vorschlag für Orientierung
      Ich hatte es auch zuerst nicht verstanden – aber dann gab es mal eine Diskussion zum Thema Tempokontrolle bei 70kmh und die Leute meinten das sei „Abzocke“. Da entgegnete jemand: „ja fahrt doch nur siebzig und dann passiert nichts!“ Da hat jemand erklärt warum das nicht wahr ist:
      Wenn man den Führerschein bekommen hat, hält man sich an die STVO und lernt dann mit VERSTAND zu fahren!
      Wenn ich also später mit VERSTAND mit 120 durch den 70er Bereich ‚beschleunigt‘ unterwegs bin und die Polizei mich zur Kasse bittet, tut sie das ja weil sie meinen Verstand in Frage stellt – ich weiß ja besser wie schnell ich hier fahren kann als die Polizei und STVO. Die gilt ja nur für Fahranfänger.

      Erfolg des ganzen ist: hier in Pankow kann ich durchschnittlich bei 10 Ampelquerungen pro Woche einmal bei Grüner Fußgängerampel überfahren werden, weil jemand noch schnell mit VERSTAND über die rote Ampel ‚beschleunigt‘ unterwegs ist

      • Gleiche Erfahrung hier. Übrigens völlig egal ob auch Kinder dabei sind. Kein Wunder dass Spielplätze umzäunt sind, sonst wären die auch schnell zugeparkt. Verstehe es sehr gut wenn sich Leute gegen die Mentalität, dass man mit Auto alles darf, zur Wehr setzen.

  8. Ihr erwähntet Radio Trackback mit einer gewissen Unsicherheit, was das war. Das war ursprünglich sowohl Radiosendung (bei Radio Fritz), als auch Podcast. Gestartet im Jahr 2006 von Johnny Häusler. Ich weiß das so genau, weil ich da 2006 auch mal amngerufen habe, als er gerade keine Themen hatte, und um Anrufe gebeten hatte. Danach haben mir dann Leute, die mich da gehört hatten, Feedback gegeben, dass ich doch auch mal nen Podcast machen könnte. Was ich auch getan habe. Trackback wurde dann jedenfalls noch moderiert von einem Marcus Richter, den ihr auch schon irgendwo getroffen haben könntet.

  9. Hallo ihr Beiden,
    noch ein hinweis zum Thema „Europäische Normen und Bezahlschranken“ :
    Ihr sagt dass alle Normen die in Gesetzen vorkommen natürlich kostenfrei verfügbar sein müssten. Absolute Zustimmung. Aber ihr sagt dass da nicht jede Schraubennorm oder sonstwas betroffen ist. Ich finde aber dass auch jede Norm die z.B. in einer öffentlichen Ausschreibung als Anforderung enthalten ist frei sein muss, ansonsten bedeuteten die hohen Kosten für diese (digitalen Kopien eines pdf-) Dokuments eine benachteiligung kleiner Firmen.
    Zur Frage wie die Kosten für die Erstellung dieser Normen gedeckt werden sollten : Das passiert schon heute zum größten Teil nicht von den Verlagen (namentlich dem beuth-Verlag) die diese später verkaufen sondern von mit Steuermitteln bezahlten Uniprofessoren oder eben abgesandten von Firmen die ein Interesse an bestimmten Regelungen haben. Minkorrekt hat das in Folge 135 schonmal diskutiert.

    • „Ich finde aber dass auch jede Norm die z.B. in einer öffentlichen Ausschreibung als Anforderung enthalten ist frei sein muss, ansonsten bedeuteten die hohen Kosten für diese (digitalen Kopien eines pdf-) Dokuments eine benachteiligung kleiner Firmen.“

      Ich finde das nicht. Denn zum einen kosten Normensammlungen im Abo wirklich nur niedrige zweistellige Eurobeträge im Monat, zum anderen ist das DIN eine Einrichtung der Wirtschaft. Und von Unternehmern kann ich unternehmerisches Handeln erwarten.

      „Zur Frage wie die Kosten für die Erstellung dieser Normen gedeckt werden sollten : Das passiert schon heute zum größten Teil nicht von den Verlagen (namentlich dem beuth-Verlag) die diese später verkaufen sondern von mit Steuermitteln bezahlten Uniprofessoren oder eben abgesandten von Firmen die ein Interesse an bestimmten Regelungen haben.“

      Und wer bezahlt die Angestellten beim DIN und VDE die die eigentlich Arbeit machen? Dass was in den Komissionen besprochen wird muss erst einmal zu einer Norm werden, mit anderen Normen abeglichen werden, ggf. international. All das machen Menschen die auch Wohnen und Essen möchten und von dem Geld ihr Einkommen erhalten.

      • Der VDE und seine Angestellten werden praktisch ausschließlich von seinen Mitgliedsbeiträgen finanziert. Diese Mitglieder entsenden Ihre Experten die dann eine neue Norm aushandeln unentgeldlich. Das tun sie nicht aus Menschenliebe sondern weil sie dafür sorgen wollend ass in den Normen später „das Richtige“ drin steht.
        Der DIN e.V. (der beuth-Verglag ist eine Tochter davon) hat meiner Meinung nach eine Hoheitliche Aufgabe und sollte aus Steuermitteln finanziert werden. Das Präsidium besteht übrigens aus 37 CEOs, Vorständen von großen Konzernen oder Geschäftsführer, ich glaube um die müssen wir uns keine Sorgen machen.
        „niedrige zweistellige Eurobeträge“ ist Quatsch. Vielleicht für eine einzelne Norm, ja. Aber praktisch jede Norm verweist wieder auf zig andere Dokumente oder Prüfvoschriften die man sich auch anschauen müssten.

    • Schade dass der Staat die Regelung des Autoverkehrs komplett aufgegeben hat. Oder wo gibt es tatsächlich noch Führerschein- und Geschwindigkeitskontrollen?

  10. Seit einiger Zeit beschäftigt mich eine Frage bezüglich des Anzeigenhauptmeisters, die nicht von der Hand zu weisen ist: Stehen wir hier nicht vor einem klassischen Fall von Täter-Opfer-Umkehr? Viele von uns, die selbst Auto fahren, können den Ärger über diese Figur sicherlich gut nachvollziehen. Doch es gibt auch kritischere Perspektiven zu betrachten. Besonders aufmerksam wurde ich, als erste Stimmen laut wurden, die kritisierten, dass auch SpiegelTV in seiner Berichterstattung nicht unbedingt vorbildlich agiert hat.

    Interessant fand ich in diesem Zusammenhang die Zusammenfassung von Alexander Prinz, auch bekannt als Der Dunkle Parabelritter, der mittlerweile Teil des funk-Netzwerks ist. Er hat auf seinem YouTube-Kanal einen Beitrag veröffentlicht, der sich mit dem Thema auseinandersetzt. Hier der Link zum Video: https://www.youtube.com/watch?v=Z7WtoB_lixs

    @Fantomas wies darauf hin, dass Berichte existieren, laut denen die Stadt die Meldungen, die vom Anzeigenhauptmeister eingereicht werden, nicht weiter verfolgt. Dies steht im Gegensatz zu anderen Städten, die solche Meldungen ernst nehmen und entsprechend ahnden, was für sie durchaus lukrativ sein kann. Ein Beispiel https://fragdenstaat.de/a/241296

  11. Zum Anzeigenhauptmeister : Dass ihr euch 30 minuten in Bewertungen und Meinungen was Moral, Rechtmäßigkeit und Motive dieser Person und seinem Tun ergeht empfand ich als sehr enttäuschtend. Die Aspekte der Medienverantwortung und das Gefahrenpotential das diese Dynamik für den „Anzeigenhauptmeister“ im weiteren Verlauf seines Lebens birgt habt ihr völlig vernachlässigt. Ich würde gar behaupten – ihr seid gar dem SpiegelTV ragebait konzept voll auf dem Leim gegangen. Sehr schade. Lg. ?wchen

    • Volle Zustimmung. Das war von allen Beiträgen, die ich bei euch in den letzten Jahren gehört habe, der enttäuschendste. Aus einer privilegierten Position, von oben herab, unsensibel für die guten Gründe, die zum Beispiel Opfer motorisierter Gewalt zu solchen verzweifelten Taten treibt.

  12. Kurz zum Thema Normung: Gut, dass es jetzt kostenfrei ist. Lange überfällig. Aber das Ganze Thema Normung ist interessant, da hier die Industrie weitreichend ihre Interessen in Gesetze schreiben kann und die Arbeitnehmerinteressen meist etwas zu kurz kommen, wegen mangelnder Finanzierung. (Es geht ja nicht nur um Schrauben und Papiergrössen oder raumbildende Packmittel, sondern auch um Sicherheitsrelevante Themen oder Gesundheitsschutz etc.) Ich wette, dass das Urteil an der Finanzierung der Arbeitnehmerinteressen in diesem Prozess jetzt keinen großen Einfluss hat, außer dass die Gewerkschaftsvertreter den kram den sie selber mitverhandelt haben nicht mehr kaufen müssen :-) LG

    • Du schreibst:
      „Es geht ja nicht nur um Schrauben und Papiergrössen oder raumbildende Packmittel, sondern auch um Sicherheitsrelevante Themen oder Gesundheitsschutz etc.“

      Ich arbeite in einem Großkonzern und kann Dir berichten, dass Ergonomie und Arbeitssicherheit dort einen teilweise absurd hohen Status angenommen hat. Es gibt jedes Jahr eine Arbeitssicherheitsunterweisung, deren Inhalt ein 120 Seiten langer Folienfilm ist. Dort wird dann darauf hingewiesen, dass man den Treppenhandlauf zu benutzen hat, keine Gegenstände auf Schränken höher als 1,60m ohne Fallsicherung legen darf und eine Einweisung in die Benutzung von Leitern nachweisen muss, bevor man selbige benutzt.

      Daher kann ich bei weitem nicht nachvollziehen, woher Du die Ansicht bekommst, das Arbeitnehmerinteressen in der Standardisierung und Normung keinen Eingang findet…

      • „Es gibt jedes Jahr eine Arbeitssicherheitsunterweisung, deren Inhalt ein 120 Seiten langer Folienfilm ist.“

        Die Fachkraft für Arbeitssicherheit braucht wohl mal eine Auffrischung in Didaktik.

        „Dort wird dann darauf hingewiesen, dass man den Treppenhandlauf zu benutzen hat, keine Gegenstände auf Schränken höher als 1,60m ohne Fallsicherung legen darf und eine Einweisung in die Benutzung von Leitern nachweisen muss, bevor man selbige benutzt.“

        Was dem Unfallgeschehen nach auch angemessen ist. Übrigens alles berufsgenossenschaftliche Vorschriften, keine Normen…

    • „da hier die Industrie weitreichend ihre Interessen in Gesetze schreiben kann und die Arbeitnehmerinteressen meist etwas zu kurz kommen, wegen mangelnder Finanzierung.“

      Das ist falsch. Arbeitsschutznormung findet dort nicht statt, sondern beim Staat. Z. B. beid er BAuA, wo auch der Interessensausgleich berücksichtigt wird:

      https://www.baua.de/DE/Die-BAuA/Aufgaben/Geschaeftsfuehrung-von-Ausschuessen/ABS/Mitgliederverzeichnis.html

  13. Moin. Zum Taurus-Bundeswehr-Leak:
    Ist es nicht eigentlich auch vorstellbar, dass die dargereichte offizielle Erklärung, es sei über die ungesicherte Einwahl via Mobiltelefon abgehört worden, nur vorgeschoben, weil leicht verdaulich ist? Somit müsste die Bundeswehr nicht zugeben, dass die Russen vielleicht doch über andere Kanäle an das Gespräch gelangen konnten. – Es scheint keiner zu hinterfragen .. oder bin ich damit schon kurz vorm Aluhut auf Rezept?

    Ich habe mich sehr gefreut, dass Tim und Linus das Thema noch mal aufgegriffen haben.

    Grüße aus der Hauptstadt.
    Rob

    • Die Annahme, dass der Telefontyp aus Singapur die angezapfte Quelle ist, wird zumindestens durch den Mitschnitt insoweit plausibilisiert, als dass er die erste zu hörende Person ist.

      Spekulieren kann man danach natürlich viel:
      – Wer hat mitgeschnitten? — Singapur, Russen, Briten, Amis … Bei so einer Militärtagung sind sicher alle vor Ort …
      – Ist der Mitschnitt vollständig? — Oder soll eben obige Plausibilität nur vorgetäuscht werden?
      – War die ungesicherte Leitung Unvermögen — oder Absicht?
      – usw. usf.

  14. Zum Thema „AHM“ muss ich mich auch hier nochmal äußern.
    Ich zeige ebenfalls relativ häufig Falschparker an, und kann das gerne erklären warum und was dabei meine Perspektive ist.
    Zum einen zeige ich nicht alles an, sondern nur „was mich nervt“, das sind vor allen Dingen Gehwegparker und Radwegparker. Mir geht es um den Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmerinnen. In diesem Sinne mache ich es genau so, wie es Linus gefallen sollte.
    Das Problem ist, dass die Gesetze an dieser Stelle das einzige sind, was Menschen vor Autos schützt. Damit diese Gesetze das können muss die aber irgend wer durchsetzen. Die Polizei interessiert es für gewöhnlich nicht, und vieler Orts die lokalen Ordnungsämter auch zu wenig.
    Eure passage zu den roten Ampeln mag unterhaltsam sein, hat aber einen waren Kern, den auch schon Mikael Colwill-Andersen in seinem Buch „Copenhagenize“ heraus gearbeitet hat:
    So lange die Städte nur auf das Auto zugeschnitten sind, sind sie es auch, die sich an alle regeln zu halten haben. Die anderen sind schon beschäftigt damit sich durch diese Zumutung an Infrastruktur zurecht zu finden. Die Regeln sind nicht für sie gemacht, sie sind gegen sie gerichtet. Dann liegt es in der natur der sache, dass sie sich den Regeln auch widersetzen.

    Mich freut am ende der Gedanke, dass alle Autofahrer damit rechnen dürfen, dass Menschen auf Fahrrädern Kameras benutzen (müssen) um ihr treiben zu dokumentieren. Wenn du mich dazu zwingst anzuhalten, hast du dir das Foto zu deinem Regelverstoß verdient.

    • Volle Zustimmung.

      Ich fahre pro Jahr ca. 4-6 Tkm Fahrrad in der Großstadt. Für blinde Rechtsabbieger gibt’s von mir nur noch Rolleyes.
      Was halt generell nervt, ist die allgemein niedergehende Tendenz, irgendwelche Regeln einzuhalten. Daher bin ich voll und ganz auf der Seite des AHM. Rauchen auf ÖPNV-Bahnhöfen direkt unter dem Rauchverbotsschild oder sogar in der S-/U-Bahn – niemand sagt was. Das sendet doch an ALLE das Signal, dass jeder machen kann, was er will und führt nur noch mehr dazu, dass keiner mehr für alte oder gebrechlliche Menschen den Sitzplatz freimacht oder selbstverständlich den Radweg zuparkt.

      Erst ich, dann lange nichts, dann wieder ich.

      Regeln sind immer nur so gut wie deren Durchsetzung – an letzterer mangelt es leider aus Kapazitätsgründen. Da ist mir jede Bürgerin willkommen, die den Schmeiß hat, einen Missstand offen und klar anzusprechen und dafür eins auf die 12 zu riskieren. Als ich das letzte Mal jemanden auf sein Rauchen im (unterirdischen) U-Bahnhof ansprach, beschwerte sich zunächst der Angesprochene, dass er sich ja über die Luftverpestung durch meinen Atem auch nicht beschwere, woraufhin andere, Unbeteiligte im örtlichen Umfeld seine Partei ergriffen und meinten, ich solle gefälligst den Mann in Ruhe lassen…
      Wenn es schon so weit ist – wieso dann die Regel(n) aufrecht erhalten?
      Wir brauchen mehr Anzeigenhauptmeister.

      • „Regeln sind immer nur so gut wie deren Durchsetzung – an letzterer mangelt es leider aus Kapazitätsgründen.“

        Aber das ist doch gut? Dann wird man wenigstens selbst nicht verfolgt wenn man mal wieder keinen Bock hatte sich an die Regeln zu halten.

        • Die Regeln, die ich hier meine, sind aus gutem Grund da. Dass die Kapazitäten zur Durchsetzung fehlen
          1. ist NICHT gut
          2. liegt zum Großteil an schlimmeren Regelverstößen, die es einzudämmen gilt.

          Was aber daraus folgt, ist im „Bagatellebereich“, um den es beim AHM geht, das Recht des Stärkeren oder Dreisteren. Ein Zustand, den ich zumindest nicht toll finde und von dem ich glaube, dass er zu zunehmendem sozialen Unfrieden führen wird.

          • Im Prinzip volle Zustimmung. Nur glaube ich nicht daran dass Kapazitäten fehlen, die Prioritäten liegen halt so überhaupt nicht mehr darin, Schwächere im Verkehr zu schützen, als darin, Leute rassistisch zu gängeln oder linke Demos weg zu prügeln.

    • Danke für diesen Beitrag. Besonders gut zu sehen an sehr großen Kreuzungen, wo es mit dem Auto immer genau eine Ampelphase ist, aber mit Rolli 3-6, danke auch für die Abgase. Zusätzlich können sich Autofahrende mittlerweile wirklich alles erlauben, bis hin dazu Kinder zu überfahren – mit Fahrlässigkeit und tief stehender Sonne muss man halt dann ein paar hundert Euro zahlen, was soll’s.

  15. Ich fordere eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 10 km/h für das Fahren auf dem Gehweg. Fahrradfahrer:innen, die mit überhöhter Geschwindigkeit auf dem Trottoire fahren, gefährden die Verkehrssicherheit von Fußgänger:innen.

      • Eltern dürfen ihr radfahrendes Kind auf dem Gehweg auf dem Fahrrad begleiten, so zumindest .ein letzter Kenntnisstand.

        Das gibt natürlich nicht jedem das Recht, auf dem Gehweg Rad zu fahren.

        BTW: Mit 10km/h von 100 kg umgenietet zu werden wünsche ich keinem…Dieser Wert wäre also sogar noch zu hoch gegriffen.

        • Ich würde es ja schon begrüßen wenn nicht Leute mit Auto oder Motorrad die Gehwege zum Fahren und kaputt Parken nutzen würden. Oder es an einigen Orten überhaupt möglich wäre, gefahrlos ohne Störung durch Kfz Gehwege und Fußgängerzonen auch mit Kind zu nutzen.

  16. Tim muss ich bezüglich der umfassenden Durchsetzung der StVO widersprechen. Er vermutete, dass es nicht im Sinne der Gesetzgeber sei, dass Gesetze durchgehend durchgesetzt werden. Das heißt aber, dass nur ein willkürlich oder zufällig ausgewählter Anteil der Verstöße geahndet werden soll. Ich denke nicht, dass diese Willkür beabsichtigt oder erwünscht ist.

    Angenommen es sei erwünscht, dass manche Fälle der Missachtung roter Ampeln straffrei bleiben, könnte man faire und möglichst sachliche Kriterien dafür aufstellen. Z.B. könnte man ausschließlich Fälle, in denen eine Behinderung, eine Gefährdung, oder ein Sach- oder Personenschaden entsteht, ahnden.
    Das hätte vielleicht für Tim interessante Folgen, z.b. die Normaliersung des Überfahrens roter Ampeln, insbesondere von Radfahrern, die dabei aufgrund ihrer geringen kinetischen Energie nur eine geringe Gefahr ausstrahlen.
    Das ist aber bestimmt nicht vom Gesetzgeber gewollt, sonst stünde es anders geschrieben.
    Mit der biometrischen Massenüberwachung und der vollautomatischen Echtzeitahndung aller Ordnungswidrigkeiten ergeben sich desweiteren neue Potentiale für die Entstehung von Bürgerbewegungen, die die Festschreibung neuer Grundrechte, z.B das Recht auf Falschparken oder das allgemeime Recht auf schadensfreien Rechtsbruch, fordern.

    • „Das heißt aber, dass nur ein willkürlich oder zufällig ausgewählter Anteil der Verstöße geahndet werden soll. Ich denke nicht, dass diese Willkür beabsichtigt oder erwünscht ist.“

      Doch, ist es. Der Gesetzgeber hat sogar bestimmt dass es ein Opportunitätsprinzip gibt und bei pflichtgemäßen Ermessen der Rahmen von nichts tun, über Ermahnen bis zur Sanktion reichen kann. Ordnungswidrigkeiten sind Handlungen gegen die allgemeine Ordnung, keien Straftaten.

      • Viel interessanter wäre ja, wie das mit wirklich gefährlichem Verhalten ist: 50,70,130 in der Stadt? Man kann geteilter Ansicht sein, wie viele tote Kinder opportun sind. Wo dir in anderen Ländern Führerschein und Mordwerkzeug direkt abgenommen werden, sind bei uns Schulterzucken und Geldstrafe die Regel.

  17. Die Tatsache daß Brigadegeneral Frank Gräfe Diplom-Informatiker ist, kommt mir in der ganzen Debatte um die digitale Kommunikation der Bundeswehr irgendwie zu kurz.

  18. Zur Bundeswehr/Webex: ausgeschlossen, dass unsere Cyberwehr da erfolgreich einen schönen Honeypot aufgestellt hat? Für Scholz ist die veröffentlichung nicht schlecht, sie drückt seine SPD in eine Richtung, in die er sie haben will. Die Bundeswehr gibt sich verwundbar und wiegt den Feind in falscher Sicherheit.
    Just saying, sooo unfähig sind die Damen und Herren der Bundeswehr nun auch nicht

    • Das ist ein Gedanke der mir auch kam. Soweit ich weiß war der besagte Teilnehmer auf der Singapore Airshow und hat sich da per Telefon eingewählt. Das sich diese Messe geradezu anbietet hier zu spionieren ist klar und sich dort per Telefon in eine geheime Sitzung einzuwählen kommt einem öffentlichen Aufruf sich abhören zu lassen doch recht nah. Und da es bisher keine disziplinarische Maßnahme gab, ist vielleicht damit zu erklären, das nieman böse ist das abgehört wurde.

  19. Zum Thema AHM – Schaut euch doch mal ein paar Tage lang mit offenen Augen die Situation da draußen an. Wir haben über 50% (etwa 32 auf 50Mio) mehr private PKW als 1992, alleine die nur für den Zuwachs nötige Parkfläche entspricht über 230 Quadratkilometer (eher mehr, da die Fläche oft an mehreren Orten vorgehalten wird, Arbeitsplatz, Wohnort, Supermärkte, etc.). Und da es in ihren Augen zu wenige Parkplätze gibt, geben die Carbrains diesen Druck an schwächere Verkehrsteilnehmer weiter, anstatt mal 100 Meter zu laufen.

    Auf meinen paar Minuten Arbeitsweg mit Rad oder zu Fuß in einer mittelgroßen Stadt sehe ich täglich mehrfach das komplette Programm: Parken auf Gehweg, Parken auf Radweg/Radstreifen, Überholen mit Gefährdung, 50 in der 30er Zone, Fahren und Parken in Fußgängerzone. Mir wäre es auch viel lieber, das Ordnungsamt würde sich drum kümmern, das hat hier aber schlicht aufgegeben. Was bleibt also außer der Privatanzeige, wenn man diese täglichen Gefährdungen nicht mehr hinnehmen will?

  20. Zum Thema der Normungen:
    Das Problem der Bezahlschranke betrifft im übrigen nicht nur den Bürger oder die Unternehmen sondern auch die Verwaltungen, die die Gesetze der Legislative umsetzen müssen. Diese bekommen die angesprochenen Normen auch nicht vom Beuth-Verlag geschenkt, sondern müssen diese kaufen und das immer in der aktuellen Auflage, wenn sie diese regelmäßig brauchen. Rechnet man mal die Kreisverwaltungsbehörden (oder anderen Ebenen) hoch, kommen da ordentliche Summen bei rum.

    Das gleiche trifft dann auch auf Normen zu, die man nicht so oft benötigt. In dem Fall müssen erstmal Überlegungen angestellt werden, ob der eigene Etat die Anschaffung stemmen kann oder ob es da „wert“ ist. Im Endeffekt läuft es darauf hinaus, dass man bei Bekannten in den anderen Ämtern nachfragt, ob die diese Norm zufällig da haben und man erhält die Informationen über die Telefonleitung.

    Generell finde ich es auch oft schwierig, fixe Normen in ein Gesetz/VO/TA zu schreiben. Zum Beispiel enthält die Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) von 1998 einen Verweis auf die VDI 2714, die jedoch mittlerweile zurückgezogen wurde und der Regelsetzer (Normungsinstitut) empfiehlt die Nutzung der DIN 9613. Jetzt muss die Verwaltung dennoch die alte Norm anwenden, da diese in dem Regelwerk festgeschrieben wurde.

  21. Abriss zum Prolog und den 3 Vertraulichkeitsstufen:
    Die Wikipedia verweist auf den § 16 der Satzung des Bundespressekonferenz e. V. (https://www.bundespressekonferenz.de/verein/satzung) in dem folgendes geregelt ist:
    § 16 (1) Die Mitteilungen auf den Pressekonferenzen erfolgen: unter 1. zu beliebiger Verwendung oder unter 2. zur Verwertung ohne Quelle und ohne Nennung des Auskunftsgebenden oder unter 3. vertraulich.
    (2) […] Eine Verletzung dieser Regeln über die Verwertung der Mitteilungen kann den Ausschluss aus dem Verein oder die Rücknahme der Zulassung als Ständiger Gast zur Folge haben.

    Interessant, dass die Institution der Bundespressekonferenz ein Verein ist, in dem die teilnehmenden Journalisten Mitglieder sind… Das erklärt vielleicht die „freundliche“ Grundstimmung der teilnehmenden Presse :P

  22. auch ich noch mal zum thema anzeigenhauptmeister:
    ich lebe in einer stadt, die noch relativ jung ist, aber auch diese entstand in einer zeit, als es noch keine kfz gab. und auch als sie nach dem 2. weltkrieg aufgrund umfassender zerstörung zu großen teilen wieder neu aufgebaut werden mußte, war nicht abzusehen, wieviele fahrzeuge in tim’s „goldenen zwanzigern“ hier herumfahren würden. rein statistisch werden sie (laut umweltbundesamt) allerdings lediglich eine stunde am tag bewegt. den rest der zeit stehen sie irgendwo herum.
    die wichtigste frage beim bzw. vor dem autokauf müßte also eigentlich lauten: wo parke ich mein fahrzeug, wenn ich es gerade nicht brauche?
    habe ich einen parkplatz zuhause vor der tür? habe ich einen solchen an meinem arbeitsplatz? beim supermarkt, vor dem kino, bei meiner stammkneipe? wenn sich alle diese fragen mit „ja“ beantworten lassen, dann nur zu! allerdings stelle ich immer wieder fest, daß menschen zwar fehlende parkmöglichkeiten bemängeln, sich dann aber trotzdem ein auto kaufen. und dann wird das eben auf dem gehweg abgestellt, „…geht ja nicht anders!“.
    mich als fußgänger kotzt das genauso an, wie offensichtlich diesen ahm, da ich aber die auseinandersetzung nicht weiter anheizen will, hier ein vorschlag zur güte: wir fußgänger lassen euch autofahrer auf dem gehweg parken, dafür laßt ihr uns, da auf der für uns vorgesehenen fläche ja ohnehin kaum noch platz ist, eben auf die straße.
    und dann schauen wir mal, wie lange ihr es euch gefallen laßt, mit schrittgeschwindigkeit zu fahren, bevor ihr die toleranz, die ihr so gerne von uns einfordert, eurerseits über bord werft und nach dem rechtsstaat ruft – oder einfach gas gebt. immer getreu dem motto: „freie fahrt für freie bürger“ (und freies parken natürlich auch).

  23. An die, die nun Pimeyes ausprobiert und sich gefunden haben: Scheiß Tool, oder? Eure offline-Anonymität ist jedenfalls Geschichte. Bei vielen Fotos im Netz dürfte der Kontext eure Identität verraten.

    Nun beschwert euch bitte bei eurer Landesdatenschutzbeauftragten. Hier ein Text zum Kopieren:

    Pimeyes ist eine Gesichtersuchmaschine, bei der man durch Hochladen eines Gesichts Fundstellen gleicher oder ähnlicher Gesichter im Internet erfährt. Pimeyes beantwortet leider keine Auskunftsanfragen. Aber eine Suche nach meinem Gesicht hat ergeben, dass die Firma ohne meine Einwilligung meine biometrischen Daten verarbeitet. Ich bin der Ansicht, dass diese Verarbeitung gegen die DSGVO verstößt.

    • Ja, es ist ein sch* tool. Ich glaube auch, dass pimeyes gegen die DSGVO verstößt. Die Auswirkungen dieser Software sind enorm. Man muss sich bewusst sein, dass man von jedem identifiziert werden kann, sei es auf öffentlichen Fotos von Demonstrationen (Schwarze Listen), Aufnahmen von Überwachungskameras oder heimlich aufgenommenen Handyfotos (Stalking). Ich würde mich freuen, wenn dieses Thema in einer der nächsten Ausgaben der LNP ausführlicher behandelt werden könnte. Was sollte man tun und was lieber nicht? Image Cloaking, rechtliche Schritte, opt-out?

  24. Nur kurz zum Thema Anzeigenhauptmeister, es wurde ja schon viel gesagt:
    Warum findet alle Welt es eigentlich normal, dass auf Rad- und Gehwegen gehalten und geparkt wird? Das gefährdet reell Menschen, die auf die Fahrbahn ausweichen müssen.
    Das ist nicht ohne Grund verboten und leider ist es Usus, dass sogar die Polizei normalerweise vorbeifährt.
    Danke, Anzeigenhauptmeister!

    • „Das gefährdet reell Menschen, die auf die Fahrbahn ausweichen müssen.“

      Das ist in den meisten Fällen – wenn überhaupt – lediglich eine abstrakte, keine konkrete Gefährdung. Und die reicht laut BGH nicht einmal für eine Verurteilung bei vielen Verkehrsstraftaten.

      • Und wenn es keine Gefährdung ist, ist es eine ehinderung im Fortkommen – ich als Radfahrer muss bremsen, mich umsehen, in welche Richtung ich am sinnvollsten ausweichen sollte.
        Wenn man beachtet, welche Hupkonzerte und hochgefährdende Mindestseitenabstandsunterschreitungen man als Radfahrer erleidet, wenn man es wagt, einen nicht als solchen beschilderten Radweg NICHT zu benutzen (wofür die Gründe mannigfaltig sein können), obwohl es im Rahmen des Erlaubten ist…Ich denke, es ist erkennbar, dass Du hier einen Doppelstandard ansetzt.

        • um den Doppelstandard aufzulösen, denken sich Leute wie dein Vorposter i.d.R. Gründe aus, warum unmotorisierte Verkehrsteilnehmer weniger wert sind als sie selbst und deswegen auch nicht dieselben Rechte haben können:
          „zahlen keine Steuern“, „fahren über Rot“, „halten sich für was besseres“, …

      • „… lediglich eine abstrakte, keine konkrete Gefährdung.“

        Die Toten würden widersprechen. Wenn sie noch könnten. Bisschen mehr Zeitung lesen.

        Deshalb arbeiten wir noch lebenden daran, all diese Gefahren ins Bewusstsein deren zu rücken, die noch in der Lage sind, Rücksicht zu nehmen und
        alle anderen müssen eben über ihren Geldbeutel an die Gesetze erinnert werden.

      • Wegen solcher Kohlenstoffmonoxidfans wie dir behalten in Deutschland Raser ihre Mord Werkzeuge während sie in allen anderen Ländern eingezogen werden.

  25. Sorry, aber die Aussage zu PWAs stimmt so nicht. Teil des Konzepts PWA ist eben, dass man sie sich wie eine App „installieren“ kann.
    Wenn Apple das nicht mehr ermöglicht, erlauben sie effektiv keine PWAs mehr.

    • Das mag das Konzept sein, aber es gibt ja keine Pflicht PWAs zu implementieren (macht Firefox auf dem Desktop seit 2021 z.B. auch nicht mehr). Trotzdem laufen die Anwendungen ja immer noch unmodifiziert im Browser, so dass hier im Kontext der Diskussion des DMA keine Verhinderung eines Zugangs existiert – es wird nur ein gewisser Komfort-Level ausgeschaltet (weil keine Service Worker mehr verwendet werden können, Push Notifications anders funktionieren etc.)

      Am Ende hat Apple ja nur vermutet, dass PWAs unter jeder Browser-Engine bereitgestellt werden müssten und den Mehraufwand dafür nicht leisten wollen. Das ist ihr gutes Recht. Interessanterweise wurde diese Entscheidung ja nun zurückgenommen, vermutlich weil die EU kommuniziert hat, dass sie das gar nicht enforcen wollen (was auch irgendwie merkwürdig ist finde ich, da inkonsequent).

      • Korrekt. PWAs hätten nach Apples ursprünglichen Plänen noch im Browser funktioniert. Aber halt eben nicht mehr als PWA. Das ist schon eine Einschränkung.

  26. Really, es jetzt hier so darzustellen als hätte Facebook kein Content Moderation-Problem fand ich dann doch etwas absurd. Das ist doch mal eines der Kernprobleme mit Facebook und wenn man euch so über die Jahre zugehört hat, würdet ihr das doch mal ehrlich auch nicht abstreiten. Weibliche Brüste zensieren aber Holocaustleugner nicht, was wir da so alles hatten. Ich weiß nicht, was euch da bei Mastodon immer so triggert, aber eure Debatten zu dem Thema drehen irgendwie völlig ab. Ich kann ja verstehen, dass ihr dem alten Twitter nachtrauert und das ist vielleicht doof für euch persönlich. Ihr wart aber auch zu Twitter-Zeiten vielleicht genau Teil einer der wenigen Gruppen, die von dem System am meisten profitiert haben. Die neuen Netzwerke drehen sich halt auch um andere Interessen und entwickeln sich eben dann anders, und vielleicht passender für Menschen, die vorher auf Twitter eher nicht so einen Platz gefunden haben. Mastodon funktioniert für viele, viele Menschen super und ich z.B. habe überhaupt keinen Bedarf nach irgendeinem anderen sozialen Netzwerk. Es ist zum Beispiel mal wieder ganz Nett, einfach wieder irgendwo rumhängen zu können, ohne dass man (das Netzwerk) direkt wieder irgendein Rennen um die Rolle als „Platzhirsch“ „gewinnen“ muss und irgendwelchen Investoren nachjagt.

  27. Mich haben die Bul… Polizei auch mal genervt als ich radfahrend war. Gegen 13:12 Uhr wurde ich angehalten, weil…nicht so wichtig. Kleinigkeit. Wollte drei Ampeln vermeiden. Hab ne Abkürzung genommen. Und 20 Euro oder so bezahlt. Ich habe mich mit einem Tempo 30 Antrag bei der Polizei bedankt. War erfolgreich.

  28. Ein paar kleine Korrekturen:

    1. Linus sagt, „netzpolitik.org musste die Landesverrat-Dokumente offline nehmen“. Nein, das mussten wir nicht und das haben wir nicht. Es gab zwei Gründe, warum andere die gespiegelt haben: Einerseits aus Solidarität, andererseits weil unsere Webserver damals angesichts des Ansturms zeitweise überlastet waren.

    2. Linus sagt, das Wachstum bei netzpolitik.org war nicht linear. Doch, das war es weitestgehend. In der Redaktion waren wir zu Landesverrat schon fünf Leute: Neben Markus und mir auch Anna, Tomas und Constanze. Bei den Spenden war Landesverrat ein zeitlich begrenzter Spike, aber keine langfristige Vervielfachung.

    3. Die Demo war zwei Tage nach Bekanntwerden der Vorwürfe.

    4. Generalbundesanwalt Harald Range hat nicht wirklich „Ärger bekommen“. Er hat gekündigt, bzw. Versetzung in den einstweiligen Ruhestand beantragt.

    5. Linus WordPress-Account ist seit Januar 2019 deaktiviert. Die HTTP-Authentifizierung vor dem Admin-Interface gibt es seit April 2020.

  29. Zu den Bremsen an Linus‘ Fahrrad: das war mir immer als die Berlin Regel bekannt. Zwei unabhängige Bremsen sind vorgeschrieben, starrer Gang zählt nicht. Kann sein, dass sie nicht ganz eindeutig ist, meiner Erfahrung nach ist das den meisten aber bekannt und wird zumindest zähneknirschend hingenommen. Die Diskussion darüber ist in der Regel vergeblich.
    Vor einigen Jahren tauchte die Rennleitung beim Start des Halloween Alleycats auf, hat allen Rädern, die nicht die geforderten zwei Bremsen hatten, die Luft rausgelassen und es gab die Ansage, dass die entsprechenden Räder nach Hause geschoben werden. Das war zumindest humorvoller als reihenweise Anzeigen zu verteilen.

  30. Kleine sprachliche Anmerkung: „rank and file“ bezieht sich auf die gemeinen Fußsoldaten, die in „Reih und Glied“ stehen müssen. „rank“ hat also in diesem Fall nichts mit dem Generalsrang zu tun, wie Tim vermutlich meinte.

  31. Die „KANZLEI-Wanne“ gehört übrigens zur Kanzlei Hoenig. Carsten Hoenig hat seinen Schwerpunkt im Strafrecht, ist aber wenigstens im Straßenverkehr wohl gerne mit dem Motorrad unterwegs. Zu seiner Webseite gehört auch ein recht kritisches, aber auch unterhaltsames Blog – das leider aber etwas eingeschlafen ist.

  32. Man diese BPK als Veranstaltung von Journalist*innen kritisieren, aber sollte dabei berücksichtigen, dass es schon ein Fortschritt ist, wenn Regierungssprecher*innen dort Rede und Antwort stehen müssen und nicht im Kanzleramt bzw. einem Ministerium. Dann sind die Regeln nämlich die dortigen. Ruhig mal eine PK im Weißen Haus mit der PK vergleichen: Wer kommt zu Wort und wer nicht?

  33. Noch einmal zu dem Fediblock-Thema:
    Wir sind durch twitter und Co halt einfach schon so sehr an die Anwesenheit irgendwelcher Arschlöcher im Internet, gewöhnt, die erst dann vielleicht mal wegmoderiert werden, wenn das was sie sagen in die Kategorie „Volksverhetzung“ oder „Morddrohung“ fällt, wo es eigentlich schon kein Fall mehr für die Mods, sondern für die Polizei ist, dass man leicht mal vergessen kann, dass Social Media auch ein Ort sein kann, der so gestaltet ist, dass man sich da aufhalten möchte, weil es dort schön ist, und nicht weil man sich über andere User so sehr aufregt, dass dass es die Aufmerksamkeit dort hält.
    Das man nur gelegentlich mal einen einzelnen User auf twitter blockieren muss, damit man wieder Ruhe hat, ist ein Luxus, den nicht Jede:r dort genießen kann. Als letztes Jahr im Juni ein Haufen AFDler und weitere Nazis sich entschieden hatten, den „Stolzmonat“ als queerfeindliches „Gegenprojekt“ zum pride month ins Leben zu rufen, hatten alle User:innen, die in diesem Zeitraum mit irgendwelchen lgbt-Content interagiert hatten, so viele von diesen Leuten in den Kommentaren (mit denen sie noch nie zuvor interagiert hatten), die ihnen da irgendwelches homophobes Zeug rein gerotzt haben, dass meine Timeline mit denen komplett überflutet wurde, und ich mindestens eine dreistellige Zahl an Usern blockieren musste, damit die Plattform wieder halbwegs benutzbar wurde.
    Und wenn eine Plattform so moderiert wird, dass sie koordinierte Belästigung und Homophobie nicht als solche erkennt, und dagegen vorgeht, weil die Formulierungen in den meisten Fällen gerade so noch nicht strafrechtlich relevant sind, dann scheint es mir nicht so viel verlangt zu sein, sich eine Plattform zu wünschen, auf der deutlich höhere Mindest-Standards eingehalten werden.
    Ihr scheint zu vergessen, dass bei Weitem nicht alle, anders als Linus‘ beispielhafte Journalistin, Social Media als einen Ort benutzen wollen, an dem sie die Konfrontation mit problematischen Persönlichkeiten suchen, sondern eher als einen Ort, wo sie mit netten Menschen interagieren können.
    Und gerade dieses Ideal wurde halt von recht vielen Fediverse-Admins wiederentdeckt, weswegen sehr viele größere Instanzen (und kleinere Instanzen, die sich diese zum Vorbild nehmen) deutlich höhere Standards bei der Moderation setzen, als wir es von Facebook, Twitter, Instagram und Co gewöhnt sind. Und das beinhaltet halt nicht nur das Moderieren der eigenen User, sondern auch den Umgang mit Instanzen, deren Mods unwillig, oder unfähig sind, problematischen Content zu moderieren.

    Es irritiert mich schon sehr, dass ihr, nachdem ihr vor längerer Zeit nur deshalb überlegt hattet, das Trump auf Twitter toleriert werden sollte, weil er als Politiker einfach zu wichtig war, um zu verschweigen, was für Ansichten er vertritt, und jetzt mit der selben Argumentation, minus die die Relevanz von Trump, überlegt, ob man truthsocial nicht vielleicht doch zulassen sollte, weil Einzelpersonen sich auf eine Safari in die Tiefen der rechtsextremen Szene begeben wollen könnten. Dann soll die Journalistin sich halt ihren undercover-Account direkt dort auf der Instanz machen, wenn die mal gerade nicht down ist, oder ohne eingeloggt zu sein sich direkt auf deren Web-Interface umsehen.

    Zudem ist die Handhabe auf verschiedenen gut moderierten Instanzen unterschiedlich, in dem Sinne dass einige andere Instanzen zulassen, die auch weniger gut als die eigenen moderiert sind, solange eine gewisse Grenze nicht überschritten wird, während andere quasi die eigenen Standards 1:1 auch von Anderen verlangen.
    Und ist ja der Punkt beim Fediverse: Nicht jede Instanz muss mit ihren Regeln und ihrer lokalen Kultur alle User:innen im Fediverse ansprechen. Und da die Instanzen üblicherweise keine Gewinn-Absichten haben, stört es sie üblicherweise recht wenig, wenn du sagst „Ich haue ab, weil es mir auf der anderen Instanz besser gefällt.“, bzw eine Person aus dem Administatoren-Team meiner Instanz hatte in einem Podcast mal erwähnt, im Gegenteil, sogar eher Stolz auf User zu sein, wenn diese nach einiger Zeit im Fediverse irgendeine obskure 20-Personen-Instant gefunden haben, die *perfekt* zu ihnen passt, und tech.lgbt ihnen quasi als Start- und Orientierung-Hilfe gedient hat.

    Und zu Linus‘ Vermutung, dass das Fediverse für uns nur deshalb eine spam-freie Erfahrung ist, gerade *weil* haufenweise Instanzen wegen Spam geblockt werden: Das ist absolut korrekt. Ich kenne kaum eine Instanz, die nicht bei mehreren hundert anderen Instanzen angibt, diese wegen einer Überflutung mit Spam-Bots geblockt zu haben. Dazu kommen dann meist noch dutzende Instanzen, auf denen dokumentierter Kindesmissbrauch ungehindert geposted wird und da sind wir bei den Instanzen, um die es am Anfang ging noch gar nicht angekommen.
    Also ja: Das Blocken von Instanzen ist ein absolut alltägliches und notwendiges Tool um das Fediverse benutzbar zu halten.

  34. Zu der AHM-Thematik: Mich entsetzt der Umgang mit ihm. Es wird viel zu wenig thematisiert, dass da ein armer18-Jähriger, der vermutlich große Probleme mit seinem Sozialleben hat, von Spiegel TV schlichtweg als wandelnde Kuriosität zur allgemeinen Belustigung ausgebeutet wurde. Und das obwohl die Story von keinerlei öffentlichem Interesse ist: Von 800 Anzeigen in seinem Heimatort mündeten 2023 laut Fragdenstaat nur 10 in einer Geldstrafe. Darüber zu berichten dient nur der Sensationsbefriedigung. Und diese hitzige Diskussionen hier in den Kommentaren, ob das nun rechtens oder Denunziantentum ist, was er da macht – sorry Leute, diese Diskussionen sind einfach nur peinlich.

    Stattdessen sollte man deutlich mehr Reportagen über diesen widerwärtigen Clickbait-Journalismus und all ihre Zuschauer drehen, die sich da in ihrem plumpen Sozialvoyeurismus etwas auf ihr ach-so-überlegenes Normalsein einbilden.

  35. Lieber Tim, hast du denn den Eindruck, dass Gesetze bei Autofahrenden bis zum letzten Zentimeter durchgesetzt werden? Ich habe leider den absolut gegenteiligen Eindruck. Als Autofahrer kannst du dir alles erlauben, egal ob Leute gefährdet werden. Anzeigen verlaufen meistens im Sand, jede Zivilcourage wird zum Denunziantentum erklärt, sinnvolle Alternativen erschwert. Beispiele gibt’s in den Kommentaren hier zur Genüge, auch Videos und Fotos im Netz ohne Ende, zb mit #motorisiertegewalt. Autofahren auf dem Gehweg, durch die Stadt rasen, rote Ampeln ignorieren, in Deutschland völlig normal. Jeden Widerstand gegen die automobile Gesellschaft, die mehrere Tote pro Tag völlig in Ordnung findet und für Rationalität nicht ansprechbar ist, finde ich erstmal symphatisch.
    Meine Meinung: Linus hat einen berechtigten bias, Tim sollte auch einmal die Perspektive wechseln: vielleicht einmal mit Rolli oder Kinderwagen durch Berlin? Oder mit Rad? Tim, wenn du wissen willst, warum Leute so werden wie der ahm, denk an die vielen Angehörigen im Verkehr getöteter, auch Kinder.

  36. Zum Taurus-Leak: Pistorius hat in mehreren Pressekonferenzen gesagt, dass sich zwei Teilnehmer, darunter der in Singapur, per Telefon eingewählt haben. Da braucht es dann also weder jemand in dem Call direkt, noch die angebliche Wanze im Hotel, ein IMSI-Catcher o.ä. reicht.
    Zudem, und das kommt noch dazu, wurde nicht das „WebEx for Bundeswehr“ eingesetzt, in das man sich nicht per normalem Telefon einwählen kann. (Kryptophone sollen gehen, das aber angeblich nur sehr kompliziert.) Da liegt also IMHO gleich doppeltes Versagen vor.

    Was mir da noch wichtig ist, und sonst zu kurz kommt: Aus dem von Russland veröffentlichten Mitschnitt selbst irgendwelche Schlüsse zu ziehen ist sehr riskant. Man verlässt sich da auf Propagandamaterial. Bisher ist von den deutschen Behörden noch nicht bestätigt, dass das Material unverfälscht ist. Nur dass es den Call mit diesem Thema und diesen Teilnehmern gab.

  37. Eine Kleinigkeit noch: während bei Radfahrenden und Fußgänger*innen Regelverletzungen ärgerlich, aber eigtl ungefährlich sind, finde ich diese Regelverletzungen wegen der völlig auf Autos ausgelegten Infrastruktur verständlich. Nicht verstehen kann ich die Bagatellisierung von fast immer gefährlichen, viel zu oft tödlichen Manövern und Regelverletzungen von motorisierten Menschen. Und beim Parken Leute, ganz ehrlich, fast immer geht’s nur um ein paar Meter, die man zusätzlich laufen müsste, um nicht den Zebrastreifen weg zu parken.

  38. Dazu, dass sich die Abgabe von Schreibrechten wie eine Grabinschrift anhört, ein Fun Fact: Wenn im Amateurfunk jemand stirbt, dann sprechen wir davon, dass die Person „Silent Key“ ist, weil die Morsetaste still bleibt. Find ich irgendwie einen schönen Begriff dafür. :)

  39. Zum Thema: „Abgehörte WebEx-Konferenz der Bundeswehr“
    Vielleicht hat die Bundeswehr sich auch mit Blick auf ihre historische Verantwortung (enigma wie von Linus erwähnt) explizit GEGEN sichere Verschlüsselung entschieden um im Falle einer neuen Diktatur in Deutschland ihren Gegnern leichtes Spiel zu bieten ;)

  40. Reichlich spät, aber ein Punkt zu den Normen fehlt in meinen Augen noch: Es gibt die beiden wunderbar schwammigen Begriffe „gute Ingenieurspraxis“ und „Stand der Technik“, an die man sich bitte halten möge. Dazu zählen auch die jeweils einschlägigen Normen, an die man sich also tunlichst auch dann hält, wenn sie nicht in einem Gesetzestext explizit zitiert sind.

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