US-Sanktionen — Ausspähen unter Freunden — Digital Independence Day — 39C3 — Termine
Das neue Jahr legt gleich richtig los und wir sinnieren zu Beginn, was das jetzt schon wieder alles soll. Danach berichten wir von den scharfen Maßnahmen, die die US-Regierung ergreift, um auch in Deutschland kritische Organisationen mundtot zu machen, in dem Terrorsperrlisten des internationalen Bankensystems mißbraucht werden. Dann stellen wir Euch die Idee des Digital Independence Day vor und gehen eine längere Liste von Vorträgen des 39C3 durch, die für Euch interessant sein könnte.
Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.
Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.
Transkript
Shownotes
Prolog
- DIE ZEIT: Russland: Medwedew könnte sich Entführung von Bundeskanzler Merz vorstellen
- www.spiegel.de: Dmitrij Medwedew: Bundesregierung reagiert scharf auf Spruch über Entführung von Friedrich Merz
US-Sanktionen gegen Europa
HateAid
- HateAid: Einreiseverbot gegen Geschäftsführerinnen von HateAid
- Wikipedia (de): Anna-Lena von Hodenberg
- Wikipedia (de): HateAid
Rote Hilfe
- taz.de: Alle Konten gekündigt: Rote Hilfe droht das finanzielle Aus
- Rote Hilfe: Kontokündigung wegen Antifa: Banken vollstrecken US-Politik in Deutschland
- ndr.de: Wegen Trump? Banken kündigen Konten der “Roten Hilfe”
- www.gls.de: Stellungnahme Kontokündigungen
- www.gls.de: Aus der Bank: Im Dialog bleiben
Ausspähen unter Freunden geht gar nicht
- DIE ZEIT: Bundesregierung: Merkel: “Ausspähen unter Freunden geht gar nicht”
- DIE ZEIT: Spionage: BND hörte jahrelang US-Präsident Barack Obama ab
- genialokal.de: Das erwachsene Land
#DIDit #DUTgemacht
- www.ccc.de: CCC | CCC unterstützt den monatlichen Digital Independence Day
- heise online: 39C3: „Digital Independence Day“ gegen Tech-Monopole
- heise online: 39C3: Digital Independence Day – CCC-Sprecher über Weg raus aus Big Tech
- www.tagesspiegel.de: Hacker-Treffen: Chaos Computer Club regt „digitalen Unabhängigkeitstag“ an
- tagesschau.de: tagesthemen 23:30 Uhr
- tagesschau.de: CCC-Kongress in Hamburg: Wege in die digitale Unabhängigkeit
- tagesschau.de: tagesschau 20:00 Uhr
39C3
- media.ccc.de: A post-American, enshittification-resistant internet
- media.ccc.de: The Heartbreak Machine: Nazis in the Echo Chamber
- www.golem.de: Golem.de: IT-News für Profis
- media.ccc.de: Die Känguru-Rebellion: Digital Independence Day
- media.ccc.de: All my Deutschlandtickets gone: Fraud at an industrial scale
- media.ccc.de: CCC-Jahresrückblick
- media.ccc.de: To sign or not to sign: Practical vulnerabilities in GPG & friends
- media.ccc.de: Gegenmacht – Best of Informationsfreiheit
- media.ccc.de: Zentrum für Politische Schönheit:
- media.ccc.de: Hacking washing machines
- media.ccc.de: FeTAp 611 unplugged
- media.ccc.de: PRÜF
- media.ccc.de: Pwn2Roll: Who Needs a 595€ Remote When You Have wheelchair.py?
- media.ccc.de: Schlechte Karten – IT-Sicherheit im Jahr null der ePA für alle
- media.ccc.de: Current Drone Wars
- media.ccc.de: AI Agent, AI Spy
- media.ccc.de: Chatkontrolle
- media.ccc.de: Watch Your Kids: Inside a Children’s Smartwatch
- media.ccc.de: 10 years of Dieselgate
- media.ccc.de: Wer hat Angst vor dem Neutralitätsgebot?
Termine
Jugend hackt: Projektstipendium
- Jugend hackt: Projektstipendium: Long Term Support
DID Terminkalender
- termine.di.day: Der Smarte Gemeinschaftskalender
Kurzer Kommentar zu Linus „Auftritt“ bei Meredith Whittaker beim 39C3.
Es hat sich für mich sehr befremdlich angefühlt, dass nachdem der Herald den Talk angekündigt hat, Linus das Mikrofon genommen hat, nur um zu sagen: „Meine einzige Aufhabe ist es, dass ihr den kompletten Weg der zwei Vortragenden auf die Bühne applaudiert.“ Und das wars.
Fand ich irgendwie unnötig. Ich weiß, dass ihr nen guten Kontakt habt. Aber dann hätte man ja den Herald komplett ersetzen können. Fühlte sich so an als ob das „coolste Kid vom CCC“ unbedingt auch noch was sagen wollte, weil die Vortragenden so wichtig sind. Irgendwie hat es sich ein kleines bisschen wie eine Ego-Show angefühlt.
Kann verstehen, dass mutmaßlich der Herald dann nach dem Vortrag keinen Bock mehr hatte die Abmoderation zu machen.
Es ist doch gerade so schön, dass die Ankündigungen quasi jede Person machen kann, egal wie bekannt die Vortragende Person ist. Das zeigt ein Gegenmodell zu dem was wir in der normalen Welt erleben.
Der Vortrag war auf jeden Fall trotzdem sehr gut und sehr wichtig!
Sonst wie immer vielen Dank für die neue Sendung!
Jetzt war der Kommentar doch länger. Sorry dafür.
Tja, gewisse Persönlichkeitsakzentuierungen kommen selbst in den besten Familien vor. Wie heisst es so schön: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen!“ Gerade mit der Selbstdarstellerei ist das so eine Sache, darüber sind schon manche gestolpert. Julian Assange hätte sich einigen Diskomfort ersparen können, wenn er heimlich, still und leise sein Wikileaks betrieben hätte, ohne dafür öffentliche Anerkennung zu suchen. Letztlich wäre Zurückhaltung gute Opsec – und auch guter Stil – gewesen, während der aufmerksamkeitsheischende Auftritt mehrere Jahre Kerker nach sich gezogen hat.
Ja, Leute, also das geht mir nimmer so!
Linus Neumann, ein ganz toller Typ!
Er sieht richtig gut aus.
Er ist richtig wichtig.
Er ist vor allem auch witzig.
Er ist auch noch so jung geblieben, aber er will nicht mehr in die Schule gehen!
Er macht das halt schon etwas länger, aber er ist trotzdem einfach die bessere Wahl.
Er hat wenigstens Ahnung, was er sagen soll.
Eloquent wäre untertrieben.
Warum redet er über seinen Ski-urlaub?
Jetzt wäre der Kommentar doch noch etwas länger gewesen, wenn nicht Zurückhaltung die bessere Wahl gewesen wäre.
Die Idee mit dem Digital Independance Day finde ich super. Seit Jahren warte ich aber vergeblich darauf, dass der Signal-Messenger barrierefrei wird und das helle Design wirklich einheitlich hell einstellbar ist: Alle Nachrichten als dunkler Text auf hellem Hintergrund. Leider ist es mir bisher noch nicht gelungen, den Signal-Entwicklern verständlich zu machen, dass hier leider die Barrierefreiheit = Einstellbarkeit & Wahlfreiheit nicht gewährleistet wird. Die Rückmeldungen waren bisher nur, dass keine Bugs dahingehend feststellbar seien. Frage: Welche Möglichkeiten habe ich als Einzelperson oder hat die Community, solche Veränderungen anzustoßen? Bei allem, was barrierefrei ist, bin ich sofort zum Wechseln bereit.
Das mit der Barrierefreiheit ist ein guter Punkt. Aber ich kann dich zumindest dahingehend bruhigen, das die meisten Messenger nicht nur nicht barrierefrei sind, sondern ihre Nutzeroberflächen nahezu vollständig verständnisfrei sind. Oft ist unklar, wie, wo oder wann man wozu welche Einstellung machen kann oder eben nicht.
Der Hinweis mit der Tabelle für logins um einen Überblick für seine accounts zu bekommen, geht auch noch besser und nachhaltiger. Einfach ein keepass file anlegen und bei der Gelegenheit die Passwörter und hinterlege mailadresse auf die Reihe bekommen.
Das ist unglaublich schön für das gewissen einfach alle Accounts zu kennen und im Griff zu haben. Keepass ist dafür der Perfekte Ort Tabelle sollte die zweite Wahl sein.
Das versetzt einen sogar irgendwann in die Lage guten Gewissens die sunnygirl82@hotmail.com Adresse irgendwann los zu werden. Geht das nämlich nicht nur um die postalische Adresse wenn man umzieht.
Ich bin Laie. Ich habe mal wirklich Zeit aufgewendet, mich in keepass einzuarbeiten. Für mich: kompliziert, undurchschaubar und letztlich auch die Frage: Warum soll ich diesem Dienst mehr vertrauen als meinen analogen Notizzetteln mit meinen Passwortmerkspruchsammlungen? Also führe ich weiter mein Nottizbuch.
Vermutlich bekommen alle Nerds jetzt reaktiven Ausschlag, aber für den Laiennutzer müssen die Dinge einfacher, zugänglicher sein, wenn wir sie nutzen sollen.
Grundsätzlich halte ich den Digital Independence Day für eine gute und wichtige Initiative. Dass das CCC hier unterstützend wirkt, ist ausdrücklich positiv hervorzuheben.
Kritisch sehe ich jedoch, dass Tim und Linus ihre eigene Lebensrealität stark verallgemeinern – nach dem Prinzip: „Wenn ich das schaffe, dann schafft ihr das auch.“
Gerade beim Thema WhatsApp ist diese Perspektive aus meiner Sicht zu kurz gedacht. Eltern mit Kindern, die in Sport-, Musik- oder anderen Vereinen aktiv sind, sind auf Gruppenkommunikation angewiesen. Informationen zu Terminen, Orten oder kurzfristigen Änderungen werden nahezu ausschließlich über bestehende WhatsApp-Gruppen verbreitet.
Solche Gruppen, in denen sich viele Eltern kaum kennen, geschlossen zu einem anderen Messenger zu bewegen, ist in der Praxis kaum umsetzbar.
Diese Lebensrealität betrifft viele Familien – auch wenn das in der Sendung nur wenig berücksichtigt wurde.
Es sagt sich leichter als es ist, aber da muss man dann standhaft bleiben! Im Zweifel bekommt man eben keine Informationen oder verlässt die Gruppe und sucht sich eine andere. Ein für viele ungewöhnlicher Gedanke, aber es lohnt sich.
Ja, super. Hab ich vor Jahren mal getestet. Konsequenz: Freundeskreis halbiert, Großteil der Familie wesentlich weniger Kontakt.
Habs dann wieder gelassen und biete jetzt viele Kommunikationsmöglichkeiten an, auch WhatsApp für die, deren Kontakt mir wichtig ist.
Aber wer mag kann natürlich auch standhaft bleiben und seine sozialen Kontakte minimieren. Hat man auch viel mehr Zeit sich um seine Technik zu kümmern.
„Im Zweifel bekommt man eben keine Informationen mehr..“.
Mir ist es am Schluss wichtiger, das reale soziale Umfeld zu behalten, als meine digitale Integrität durchzusetzen.
Ein Erfahrungsbericht von mir als Vater zweier inzwischen erwachsener Kinder (die aber noch zu Hause wohnen). Ich habe damals (Kinder in der Schule), als diese krasse AGB-Änderung bei WA startete (DU als Nutzer bestätigst bei Zugriffserlaubnis auf Kontakte, dass Du da die Einverständnisse aller in Deinem Adressbuch hast, wissenschon…), WhatsApp deinstalliert und allen Kontakten dazu Bescheid gegeben sowie auf Telegram, Threema und Signal verwiesen.
Meiner Familie habe ich seinerzeit Telegram als Familienemessenger aufs Auge gedrückt (ja, war nicht die klügste Wahl, shoot me…)
Es gab zwar Gemecker vom Nachwuchs, aber sie haben es gefressen.
Auf einmal hatte ich viel mehr Zeit für andere Sachen, weil nicht andauernd Nachrichten reinkamen. War schön. Elterngruppen brauchten wir da aber auch nicht mehr (das ist echt der Oberhammer, wie verbohrt da wirklich ALLE sind, dass es ohne WA einfach nicht geht!).
Es haben sich viele Kontakte trotzdem erhalten, auch sowas wie Klassentreffen ging nicht an mir vorbei, weil es immer liebe Menschen gab, die mich per Mail über den Stand informierten. Also keine Beschwerden da. Von WA zu anderen Messengern gewechselt sind aber immer nur solche Leute, die irgendwie technischen oder politisch informierten Background hatten. Alle anderen – rollen mit den Augen: “ Ach ja, Du nu‘ wieder mit Deiner Extrawurst…“, „Mir doch egal, was die alles über mich wissen.“, „Bei Insta und Tiktok bin ich ja auch, da ist das eh‘ egal“, „Ich hab nix zu verbergen, sollen die doch alles lesen…“ – man wird da einfach als Sonderling und Verschwörungstheoretiker abgestempelt.
Irgendwann gab es dann aber zumindest bei uns in der Familiengruppe immer mal wieder Probleme bei der Auslieferung/Benachrichtigung. Es war nicht zu ermitteln, ob das ein Geräte- oder Infratstrukturproblem war. Hinzu kamen (Telegram…) immer häufiger Scamnachrichten, die auch mich genervt haben.
Jedenfalls lief es dann vor ca. 1,5 Jahren darauf hinaus, dass ich vom Rest der Familie überstimmt wurde und alles wieder über WA läuft.
Ich nutze das jetzt OHNE Kontaktefreigabe und schreibe allen außer meinen Kindern und meiner Frau, die mich über WA kontaktieren, dass sie das sein lassen sollen und wie ich über andere Messenger erreichbar bin. Der Chat wird dann sofort geblockt. Das funktioniert soweit ok, größtenteils.
Leider muss ich aber feststellen, dass auch bspw. Hotels, Autovermietungen etc. sich einfach die Freiheit rausnehmen, mich über WA zu kontaktieren, wo dann auch relevante Infos zum Einchecken etc. drinstehen. Da kann man sich jetzt aufbauen und rumzetern, wie sie dazu kämen und wer denen das Recht eingeräumt hat, meine Nummer für WA zu nutzen – ehrlich, wer hat dauerhaft und immer wieder die Zeit für diesen Kampf? Mag sein, dass manche sich die Zeit dafür nehmen. Es sei einfach nur hier dargestellt, dass es ANSTRENGEND ist. Und ich denke – genau das ist der Grund, wieso die Leute nicht wechseln: WA ist etabliert.
WA tut den Job.
WA ist kostenlos.
WA ist einfach zu bedienen.
Bis auf den ersten Punkt bieten das auch alle anderen Messenger, die ich nutze. Es scheint also der Wichtigste zu sein.
Noch bin ich standhaft und bleibe bei der Kontaktfreigabeverweigerung. Aber im Mittel kommt dann pro Vierteljahr dann doch wieder irgendein Kontakt rein, auf den man nicht verzichten kann. Mit der Zeit, da ja die Klarnamen bei mir nicht sichtbar sind, sondern nur die Telefonnummern (außer bei Gruppen), wird es irgendwann unübersichtlich.
Fazit: Es geht für mich größtenteils ohne WA – aber nicht völlig. Da muss man sich einfach der sozialen Realität stellen.
Ich würde Linus an dieser Stelle auch widersprechen: Er ist nicht der schwierigste Fall, um Leute auf andere Plattformen zu ziehen, sonst der leichteste:
Linus ist bekannt, viel gefragt von Journalisten, kann sich (vermutlich) aufgrund seiner Bekanntheit seine Kunden aussuchen. Klar kann er den Kommunikationskanal vorgeben.
Die schwierigen Fälle sind aber das genaue Gegenteil: Menschen mit eher wenig sozialem Anschluss, die aktiv dafür arbeiten müssen, nicht abhängt und vergessen zu werden. Das wird deutlich schwieriger, wenn man die Kontaktaufnahme dadurch erschwert, dass man Standardwege nicht bedient. Dann ist man nämlich immer davon abhängig, dass das soziale Umfeld den Extra-Aufwand macht, einen separat zu kontaktieren.
Der Grund, warum wir Menschen zu WhatsApp bekommen haben, war wie von euch gesagt die Kostenersparnis ggü. der SMS, zusätzlich noch die weiteren Features (Gruppen, Bilder). Da war es eben deutlich leichter die Leute auf die Plattform zu bekommen als heute, wenn man mit abstrakten Werten wie digitaler Souveränität argumentiert.
Ich kam hier her, um einen ähnlichen Kommentar zu machen.
Gleichzeitig sehe ich hier eben immer noch die Links zu Twitter, Amazon und einen Linuzifer bei LinkedIn posten.
Als letztes frage ich mich, wie Ihr Euren AppleID Account ablösen werdet.
Gerade von Whatsapp wegzukommen wäre wünschenswert aber ist extrem schwierig. Stand heute bedeutet kein Whatsapp: Weniger Teilhabe in Vereinsgruppen, in Elterngruppen etc. Spontan aus meiner Lebensrealität: Weniger Sex weil die Hookups von der Dating App wieder nur Whatsapp haben. Kein Sex mit Nutzern von Meta Produkten kann man versuchen aber naja.
Genau deswegen ist die Regelmäßigkeit (jeden Montag) vermutlich eine gute Idee.
Ich habe eine Lösung für dein Sexproblem gefunden; sei einfach ein bisschen mehr du selbst. Du musst verstehen, dass es nichts persönliches ist, „wenn leute dir leider nicht antworten können.“
Hast du es mal mit Blumen probiert?
Zum Frühstück ein Mohnbrötchen?
Ich muss Wojtek hier voll und ganz zustimmen. Familien haben derzeit praktisch keine Change ohne Whatsapp zu leben. Ich kann mir den „Luxus“ auf Whatsapp zu verzichten leisten, weil meine Frau in allen Kindergarten-, Klassen-, Kindergeburtstags-, Schwimmkurs- und was weis ich nicht noch in was für Gruppen ist. Wenn man beim Elternabend vorschlägt mal einen anderen Messenger zu verwenden wird man gleich als Nestbeschmutzer schief angeschaut. Klar, wenn man seine Kinder zu Außenseitern machen will, kann man das schon machen – aber das ist nicht mein Lebensziel.
Trotzdem freue ich mich sehr über den DID – ich hoffe er bringt solche Themen vielleicht auch durch Menschen wie Marc-Uwe in einer breiteren Masse auf die Agenda.
Da muss ich mich leider anschließen. Ich arbeite ehrenamtlich für mehrere Sportverbände und Vereine. Was alle verwenden: WhatsApp und TEAMS (die größte Pest, wenn man nicht 8/24 im Büro sitzt)! Dafür brauche ich 5 Microsoft Accounts, was von Microsoft für einen kleinen Alltagslaptop nicht vorgesehen ist und ich nicht haben will, aber muss. Beruflich bin ich selbstständig, aber auf Kontaktaufnahme von Kundschaft und „Kommunikation“ angewiesen. Familie kommt dazu.
Meine Verweigerungshaltung kann ich kaum umsetzen.
Folglich habe ich alles: Whatsapp, Signal, Threema, BluSky, Insta, Facebook, Mastodon etc. Das ist völlig spaßbefreit und für dazu, dass ich am liebsten „alles ohne Computer“ machen würde.
Außer einem Kind ist das Umfeld extrem weit weg von dem, was ich im Podcast als Realität heraushöre. Deshalb finde ich die Aussage „Wenn ich es kann, können es alle“ leider als arrogant. Schade.
Sehr schöne Podcast-Folge wieder, danke dafür.
Ich finde es immer wieder erstaunlich, mit welcher Naivität viele Menschen durchs Leben gehen. Mit etwas Fantasie – zumal inzwischen ohnehin viele Konventionen über Bord gegangen sind – ist es doch gar nicht so schwer, sich vorzustellen, auf welchem Weg ein US-Präsident Grönland sogar ziemlich legal, etwa per Volksabstimmung, bekommen könnte. Die konkrete „Anleitung“ spare ich mir lieber, falls da noch niemand darauf gekommen ist. Währenddessen fällt unseren Politikern und deren Wählern oft nicht viel mehr als Empörung ein – oder hilflose Drohungen nach dem Motto: „Ich zähle jetzt bis drei und dann …“
Wenn CHN TWN bekommt und RF die UKR, wer sollte sich bei einer Übernahme von GRL durch die USA ernsthaft dagegenstellen? Das wäre letztlich ein imperialer Deal. Übrigens stand CAN wohl auch noch auf der Wunschliste.
Sehr amüsant fand ich auch eure Wiederentdeckung der Sanktionslisten. Ich meine, dazu schon in einer früheren Folge kommentiert zu haben. Kurz zusammengefasst: Wer kontrolliert eigentlich die Rechtmäßigkeit der Einträge? Und die fehlende Fantasie hindert „uns“ offenbar auch daran, – offiziell, versehentlich oder nach einem Hack – einmal die AfD, Firmen von Orbán oder andere moralisch fragwürdige Organisationen oder Unternehmen einzutragen. Diese Listen werden nicht täglich gepflegt, und Prüfungen passieren meist erst, wenn sich jemand beschwert. Es sind zwar nur Nadelstiche, aber Micro$oft auf einer solchen Liste wäre, wenn auch kurz, bemerkenswert.
Vielleicht noch ein Gedanke aus meiner Kernkompetenz Informatik: In der Softwareentwicklung wie auch in der Systemadministration bzw. -konfiguration sollte man sich immer möglichst vollständig überlegen, was Software oder Konfiguration nicht tun sollen. Das ist in der Regel deutlich mehr als das, was sie tun sollen – und genau diesen Teil sparen sich viele. Schaut man sich die Root Causes der meisten Probleme mit digitalen Systemen an, wurde dieser Grundsatz meist nicht konsequent genug berücksichtigt.
Macht weiter so – besonders euer Engagement im CCC Umfeld ist vorbildlich.
@Linus auch wenn Framework coole Hardware macht, unterstützen sie Verschwörungstheoretiker, Faschisten, Rassisten und andersartiges rechten Abschaum.
https://thelibre.news/lets-talk-about-dhh/
https://sgued.fr/blog/framework-omarchy/
Sehr schade, aber ich denke es ist sinnvoll, das im Hinterkopf zu behalten.
Hachja, wir wären auch einfach alle hier nicht im linken Spektrum ohne ständige Spalterei und unnötiges purity testing. Danke dass du uns kurz daran erinnerst damit wir das im Hinterkopf behalten.
Dann lieber wieder zu Apple und Microsoft, nech? Die küssen ja schießlich nur Trump und der MAGA Bewegung den Ring im vorauseilendem Gehorsam.
Der Skandal zum Thema Rote Hilfe ist eigentlich, dass die Göttinger Sparkasse der Roten Hilfe (Beobachtungsfall des Verfassungsschutzes) das Konto kündigt, nicht jedoch der AgD Göttingen (ebenfalls Beobachtungsfall): https://afdgoettingen.de/spenden/
Kurzer Service-Post zum Thema 39c3 Beiträge durchsuchten:
Startet ein Video auf media.ccc.de und hängt hinten an die URL „/playlist“, dann läuft da schön eins nach dem anderen durch, wie bei YouTube ;)
Einziger Schönheitsfehler imho: Die Playlist läuft rückwärts von Infrastructure Review bis Opening
Zum DID mal kurz eine persönliche Erfahrung, die ich gerade mache. Ich reise gerade mit einem Segelboot um die Welt, und bin 2025 in Europa und jetzt 2026 in Südamerika und der Karibik unterwegs.
Ich habe es jahrelang ohne Whatsapp, Facebook und Instagram geschafft. Aber in Spanien fing es an: Wir brauchten schnell(!) einen Mechaniker, und der bestand auf Whatsapp. SMS ignorierte er, warum auch immer – es ist ja auch eine Kommunikation über dieselbe Telefonnummer. Also war ich gezwungen, Whatsapp zu installieren. Direkt nach der Installation meldeten sich interessanterweise mehrere Personen, von denen ich teils Jahre nicht gehört hatte. Aber ich habe es dann nach der Kommunikation deinstalliert – nachdem ich die Personen auf Signal verwiesen habe. Keine der Personen hat sich aber darauhin bei Signal angemeldet. “Habe ich nicht”
Als wir in Tobago ankamen, wurde es dann leider richtig mandatory. Das Einklarieren über die Immigration funktioniert tatsächlich real nur noch über Whatsapp. Es gibt eine Email (gmail – keine Antwort), eine Telefonnummer – die keine ausländischen Nummern annimmt – und als wir den Beamten trafen, bat er um Meldung auf Whatsapp, um in Kommunikation treten zu können. Das tat er nach den Formalien, die man in Persona erledigt, dann auch: Er fragte nach Abreisedaten, updates, Terminabsprachen etc. und auch unseren Aufenthalt konnten wir per Whatsapp Nachricht verlängern – nachdem wir am Office vor verschlossenen Türen standen und wie gesagt nicht anrufen konnten. “We are on patrol right now” war die Whatsapp Nachricht.
Man kommt hier also um Whatsapp nicht herum. Das sage ich nicht zur Rechtfertigung, es zu nutzen sondern als Zustimmung und Motivation zum DID. Ein gruselige Vorstellung, wenn es irgendwann so in Deutschland laufen würde.
Mir ist schon öfter aufgefallen, dass Linus den Verzicht auf WhatsApp als einfach oder gar realistisch darstellt. Hier muss ich widersprechen: Vielleicht ist das in deiner Blase so oder ein massiver Generationen-Unterschied. Es freut mich, dass es anscheinend solche Bubbles gibt und du Teil davon bist. Aber ich bin Mitte 20 und in meiner Altersgruppe ist es schlicht unmöglich, auf WhatsApp zu verzichten.
Man fragt neue Bekanntschaften nicht mal mehr, ob sie WhatsApp haben; die Quote liegt bei 100 %. Das wird beim Austausch von Nummern einfach vorausgesetzt. Mein gesamtes gesellschaftliches Leben findet dort statt: Sportvereine, Freiwillige Feuerwehr, Abijahrgang, diverse Freundesgruppen und sogar meine (Informatik!)-Studiumskontakte. Alles läuft über WhatsApp-Gruppen.
Ich selbst bin über jeden Messenger und Mastodon erreichbar, aber noch nie wollte ein Kontakt die Kommunikation aktiv dorthin verlagern. Klar könnte ich von allen verlangen, für mich die App zu wechseln, aber „dieser Typ“ möchte ich nicht sein. Wenn mich jemand bittet, auf Signal umzusteigen, mache ich das sofort – es ist nur noch nie passiert.
Wenn wir abstimmen könnten, welche App wir ab jetzt alle benutzen, würde meine Wahl sicher nicht auf WhatsApp fallen. Aber der Netzwerkeffekt ist in der Realität einfach unfassbar stark.
Ich bin froh, wenn Menschen sich Zeit nehmen, mir zu schreiben, denn Einsamkeit ist ja ein größer werdendes Thema. Ich will ihnen nicht vorschreiben, welche App sie nutzen müssen, und möchte nicht der „Sonderfall“ sein, für den man extra eine zweite App öffnen muss. Das würde den Kontakt reduzieren. Freunde und soziale Kontakte sind essenziell für die psychische Gesundheit. Da soll man mich dort erreichen können, wo man will – und das ist dann die App, die man auch für alle anderen nutzt.
Besonders bei Gruppen wie der Feuerwehr oder im Sportverein (Altersspanne von 10 bis 70) halte ich einen geschlossenen Umzug für illusorisch. Ich möchte nicht derjenige sein, der versucht, 50+ Leute zu überreden – erst recht nicht, wenn man dort neu dazukommt. Während engste Freunde nach mühsamer Überzeugungsarbeit mitziehen würden, verliert man in größeren Vereinen oder Gruppen ohne WhatsApp schlicht den Anschluss – sowohl sozial als auch bei wichtigen kurzfristigen Absprachen.
Außerdem fehlt (noch) ein echtes Killerargument für den Wechsel, das jedem sofort einleuchtet. WhatsApp ist ja Ende-zu-Ende verschlüsselt und die Nachrichten liegen immerhin nicht einfach auf dem Server wie etwa bei Telegram.
Am Ende ist mir der soziale Kontakt zu meinen Mitmenschen wichtiger als die perfekte Wahl des Messengers.