Linus Neumann 1:10:59
Es gibt, also ja gut, Also...Natürlich werden sich mit dieser ganzen Agentik-Nummer jetzt auch eine ganzeReihe Leute richtig wunderschön in den Fuß schießen. Da kannst du dich ja auch richtig drauf freuen.Und das ist auch das, was mir beruflich noch ein bisschen,Hoffnung macht für die nächsten Jahre, weil da wird es noch genug,Probleme zu lösen geben, die Leute sich selber machen, weil sie halt mal einenTag gevibe-coded haben und sich jetzt auf einmal für für irgendwie Grace Hopperhalten oder was auch immer.Ja, aber ich weiß es nicht.Und es ist schön, dass Facebook so blöd ist, aber Facebook, wie gesagt,sind schon seit längerem, die waren eigentlich schon immer blöd.Und insofern haben wir mal drüber gelacht.Worüber nicht so viel gelacht wird oder wurde, ist der Referentenentwurf zumGesetz gegen digitale Gewalt.Also das ist der Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung des zivilrechtlichen undstrafrechtlichen Schutzes vor digitaler Gewalt.Und das ist der Referentenentwurf, das heißt, der liegt noch im Ministerium, 16.Und 17. April, wir hatten auch darüber gesprochen, dass er jetzt langsam inder Öffentlichkeit präsentiert wurde, der ist aber noch nicht im parlamentarischenVerfahren, das heißt, der ist jetzt noch nicht in den Bundestag herabgereicht worden,sondern das sind jetzt die ersten Stellungnahmen, die die Verbände direkt andas Justizministerium stellen.Und.Was will dieser Gesetzesentwurf alles regeln?Einmal das gerichtliche Auskunftsverfahren,also Diensteanbieter und Internetzugangsanbieter müssen auf richterliche Anordnung,Bestand und Nutzungsdaten herausgeben, unter anderem Klarname,Anschrift, IP-Adresse, Portnummer.Aber damit die, und das geht mit Richterbeschluss über Landgericht,also eine Person, ein Internetaccount kann mit einem Landgerichtsbeschluss deanonymisiert werden.Wenn da IP-Adresse und Portnummer mit dazugehören, dann wisst ihr auch direkt,es gibt damit einhergehend eine Vorratsdatenspeicherung,vorsorglich gespeicherte Zuordnung von IP-Adresse.Das ist verbunden mit einem parallelen Vorratsdatenspeicherungsgesetzentwurf.Also weitgehende Eingriffe in die Pseudonymität und Anonymität im Internet generell,und dann eben hier geregelt Auskunftsverfahren, um da auch darauf zugreifen zu können.Dann gibt es eine Beweissicherungsanordnung, frühzeitige Sicherung von Daten.Damit sie nicht bis zum Verfahrensende gelöscht werden können und damit auchdie Weitergabe an Strafverfolgungsbehörden,die Möglichkeit einer Account-Sperre, wo also ein Richterin anordnen kann,zeitweise einen Account zu sperren, und zwar bei schwerwiegenden Rechtsverletzungenund Wiederholungsgefahr.Und dann werden auch die Inhalte gelöscht. Und gleichzeitig aber natürlich Beweissicherungsanordnung.Also wir sehen, da geht es dann, diese Aspekte gehören zusammen.Dann natürlich, man braucht einen Zustellungsbevollmächtigen,damit man diese Pflicht auch für Netzwerke mit Sitz außerhalb der EU durchsetzen kann.Dann gibt es neue Straftatbestände. Der § 184 K StGB wird um Intimsphäre und Deepfakes erweitert.Der § 201 B StGB, da geht es dann um täuschende Inhalte und Deepfakes.Und dann soll ein neuer § 202 E StGB, da geht es dann um unbefugte digitaleÜberwachung in dieser Stalking-Bereich.Vorratsdatenspeicherung hatte ich schon und.Damit wären wir jetzt so,bei den entscheidenden Aspekten. So, jetzt haben dazu mehrere Verbände Stellungnahmeneingereicht, HateAid, der Deutsche Juristinnenbund,Weiße Ring, Gesellschaft für Freiheitsrechte und so weiter.Ja, die Bundesrechtsanwaltinnenkammer, Strafverteidigervereinigung,also da gibt es dann relativ viel.Und ich will ein bisschen schauen, was die so,dazu gesagt haben.HateAid wird jetzt wenig verwundern, dass sie dem allen sehr positiv gegenüberstehen,sich eher um Dauer der Verfahren sollen dann kürzer sein und so weiter.Gerichtskosten sollen pauschal geregelt werden, weil es sonst natürlich dasrechtliche Risiko und so, das finanzielle Risiko des Vorgehens bleibt. Ja,nicht überraschend. Dann gibt es natürlich andere Gruppierungen.Die sich vielleicht ein bisschen auch mehr um die Grundrechtseinschnitte,die da stattfinden, beschäftigen.Zum Beispiel die Gesellschaft für Freiheitsrechte, die erstmal sagt,okay, hier das mit den Accountsperren ist einfach einwirkungsvoller, positiver Mechanismus, vor allem, wenn er hier ein rechtsstaatlichsauberes Verfahren hat und.Der Inhaber oder die Inhaberin des betroffenen Accounts ja auch sich daran beteiligenkann, dem entgegenwirken kann oder so.Das heißt, da werden deren Rechte gewahrt und vor allem im Zweifelsfall ja dieserechte Verletzung einer Person kann halt auch unmittelbar beendet werden.Auch ist das natürlich ein ganz gut geeignetes, abschreckendes Damoklesschwert,dass du siehst, okay, wenn ich mich jetzt hier, wenn ich jetzt weiter mich soverhalte, dann wird mir dieser Account,temporär oder dauerhaft gesperrt.Das ist ja auch eine unmittelbare negative Konsequenz.Dann sagen sie natürlich, was die GFF ablehnt, das ist auch sehr schön, dass sie die,implizite Verbindung mit der Vorratsdatenspeicherung ablehnen,die sich eben aus den Auskunftsansprüchen ergibt.Dieser Auskunftsanspruch und das sind ja, das hatten wir glaube ich in einerder vorherigen Sendungen schon besprochen, das sind ja auch Auskunftsansprücheim zivilrechtlichen Verfahren. Das heißt nicht nur, ich erhebe,was weiß ich, Strafantrag gegen,die Person hinter diesem Account,sondern ich will wissen, wer die Person hinter diesem Account ist.Dann gab es etwas in diesem Bereich das Verbandsantragsrecht,wo es darum geht, dass du nicht eine individuell betroffene Person brauchst,bei gruppenbezogener digitaler Gewalt.Also beispielsweise Antisemitismus. Da musst du jetzt nicht eine individuellebeleidigte Person finden oder verletzte oder angegriffene Person,sondern du kannst mit einem Verband direkt dagegen vorgehen.Und da sagt die GfF, das kann man eigentlich ruhig drin lassen, damit du,nicht die Beschwerdelast immer auf Individuen hast.Digital Courage, natürlich und auch wichtig und richtig starke Kritik an dieserIdee der Vorratsdatenspeicherung und Massenüberwachung, müssen nochmal klar betonen,das wird ja dann von allen gespeichert.Also nicht nur von, also es wird von jedem Account, jeder einzelnen Person gespeichertund wenn diese Daten einmal gespeichert werden, dann wird der Zugriff daraufimmer nur weiter ausgeweitet.Und übrigens haben sich auch andere ExpertInnen im Themenbereich digitale Gewaltgegen Überwachungsmaßnahmen ausgesprochen,zu denen die Vorratsdatenspeicherung zählt, weil es geht ja vor allem darum,das Phänomen zu stoppen und den Menschen eine schnelle Abhilfe,zu schaffen, wo eben die GFF ja diese Account sperren.Und ich meine sogar, mich zu erinnern, dass das eigentlich ein Vorschlag vonder GFF schon vor vielen Jahren war.Das heißt, da wurde auch im Prinzip eine Idee, die sie schon länger versuchenin die Diskussion einzubringen, aufgenommen.Die Bundesrechtsanwaltskammer findet natürlich den Auskunftsanspruch und die,Sicherungsanordnung im Zivilrecht grundsätzlich sinnvoll.Klar, da können die natürlich dann schön neue Verfahren mitführen.Aber sie sagen, die Anforderungen an die gerichtliche Prüfung sind zu hoch.Es sollte eine glaubhaft gemachte mögliche Rechtsverletzung genügen,nicht deren Feststellung.Mit anderen Worten, die sagen dann halt, komm, dieser Auskunftsanspruch,der muss einfach hier, wir wollen nie im Zweifel haben, an wen wir hier verklagen wollen oder so.Lehnen gleichzeitig aber die Vorratsdatenspeicherung ab ich,denke nun ja also da stimme ich Ihnen zu bei der Accountsperre finden Sie die Schwelle zu niedrig,Sie denken dass es halt zu viel,also dass es dann zu einem inflationären Gebrauch,führen könnte, dieser Accountsperren.Und damit dann halt ein Risiko für die Meinungsfreiheit entsteht,wenn einfach die ganzen Leute sich gegenseitig, wenn sie sich einmal im Internetzanken, die Accounts sperren lassen.Und sie haben dann noch, und da kommen wir jetzt auf dieses juristische Terrain,wo es dann irgendwie um die Deepfakes, Deepfake-Kriminalisierung,da haben sie dann im Detail,kritisieren sie die Formulierung, da würde ich lieber nochmal in Ruhe mit Leutendrüber reden, die sich in dem Phänomenbereich besser auskennen und vor allemin dem juristischen Kontext, in dem dieser Absatz steht.Aber, ja, Datenweitergabe, das ist schon alle, also,es werden halt hier, sind hier haltso ein paar Überwachungsmaßnahmen und Grundrechtseingriffe drin, die halt,wo ich nicht der Einzige bin, die halt so ein bisschen sagen,das scheint vielleicht ein bisschen auch themengebietsfremd zu sein.Trotzdem bei allen, da schließe ich mich ein, breiter Konsens über das Ziel,besserer Schutz der Betroffenen,und natürlich auch ein strafrechtlicher Handlungsbedarf bei bildbasierter sexualisierterGewalt, insbesondere eben Deepfakes, hatten wir auch vor mehreren Sendungenschon drüber gesprochen.Das ist halt nicht witzig und das ist eine schwerwiegende Herabwürdigung,vor allem wenn das irgendwie besonders sexualisierte Deepfakes sind.Entsprechend, das finden alle gut. Vorratsdatenspeicherung lehnen viele ab,die Strafverteidiger, Bundesrechtsanwaltskammer, GFF, Digital Courage, HateAid.Eher akzeptieren das so, scheinen auch so ungefähr die Einzigen zu sein,was aber eben auch mit ihrem Hintergrund jetzt verständlich ist,ja, aber deswegen gibt es eben auch die anderen, die halt ein bisschen breitere Kontexte haben.Die Account-Sperre,eigentlich auch begrüßt von betroffenen Seite.Die GFF lobt die Verfahrensrechte, die Bundesrechtsanwaltskammer sagt,das ist eher ein bisschen zu niedrig.Die Strafverteidiger sagen, das ist Vorverurteilung und Beweisvernichtung weilja gelöscht werden soll aber da würde ich insgesamt sagen, also auch ein halbwegs.Das klingt nach etwas, über das man sich einigen kann,das Verbandantragsrecht das hätten gerne viele drin gehabt.Nur die Bundesrechtsanwaltkammer sagt, Vertretung durch Organisationen bei höchstpersönlichenAnsprüchen ist das systemwidrig. Also die wollen natürlich lieber selber dasmachen statt einer Organisation. Ähm,In diesen tatsächlichen Strafrechtsparagrafen teilweise Forderungen über die,Formulierung, Nachschärfung der Formulierungen und dann diskutieren sie darüber,ob allein schon die Herstellung eines Deepfakes,also wo ist quasi die Schwelle zur Strafe.Die Herstellung selber oder die Verbreitung.Da kann man natürlich jetzt auch noch ins Detail gehen.Sicherlich ist die Verbreitung irgendwo ein bisschen zu spät und die Herstellunghat halt das Risiko, zu früh zu sein, um halt relativ viele vielleicht in irgendeiner Form,realistische oder,legitime Anwendungsfälle zu finden. mit in die Definition zu ziehen.So stelle ich mir diese Diskussion vor, müsste man sich,nochmal detaillierter anschauen mit Leuten, die mehr von dem Phänomenbereichverstehen. Deswegen habe ich jetztmal mich eher auf die technischen und netzpolitischen Aspekte fokussiert.
Das Titelbild macht mich nervös. Wo sind die Rechnungen von 2022 hin???
Ich finde etwas auszusetzen: Ein Mann steht im Mittelpunkt, wird von einem anderen Mann angeschaut, der wiederum von einer Frau angeschaut wird. Im Einzelnen ist das völlig okay, aber wenn man sich die Geschlechterverteilungen der KI-Bilder der Folgen anschaut (und Tiere, reale Personen wie Politiker oder Podcastshosts usw. herausnimmt), erkenne ich, dass die hier eingesetzte KI einen Genderbias hat. Der Bias wird dadurch verstärkt, dass Männer oft in aktiveren Rollen als Frauen dargestellt werden (wie auch im heutigen Bild). Für eine queerfeministische Korrektur wünsche ich mir, dass Tim in Zukunft beim Prompten darauf achtet, danke :)
Also ich habe das Gefühl, dass der Aktenschrank im Mittelpunkt steht und es drückt für mich aus, dass die Akte mehr Aufmerksamkeit bekommt, als die natürliche Person.
Die queere Person, die den Schrank umarmt, könnte auch eine weibliche Person mit kurzen Haaren darstellen, die sich gerne „männlich“ identifizieren würde und sich in einer Transitioning Phase befindet.
Zudem gibt auch einfach Frauen, mit kleinen Brüsten und kurzen Haaren, die gerne Hosen tragen. Das wäre shaming, wenn man die dann als Mann bezeichnen würde.
Aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive finde ich es interessant, dass meine Vorrednerin nur plakative Weiblichkeit als Weiblichkeit empfindet.
Die „Frau“ in dem Bild, könnte auch eine diverse Person sein.
Naja, ich finde das Telefon richtig retro, ich hätte auch gerne so eine :)
Die Rechnungen von 2022 sind leider verloren gegangen, es war schwieirig mit den Umzugskartons.
Wenn die Geschlechterrollen nicht bewusst herbeigepromptet wurden, dann zeigt das Bild wohl ein empirisch belegtes Klische, eine vorherrschende, tatsächliche Rollenverteilung, was dann die Interpretation des Bildes erleichtert.
Wenn man die Rollenzuweisung bewusst konterkariert, dann wird das fast zwingend als die eigentliche Botschaft eines Bildes verstanden. Den Aktivisten mag es recht sein, wenn man keine eigenen Gedanken mehr visualisiert, sondern politische Popthemen wie Patriarchat, Kolonialismus, you name it.
Ich wünsche mir nicht in einer Kultur zu leben, die mir willentlich, aus pädagogischem Impuls und gesellschaftspolitischer Erleuchtung, ständig Schubser in eine bzw. vielfältige Richtungen gibt.
phu… und ich dachte ich bin komisch deutsch ist mir auch direkt aufgefallen mir den Rechnungen sonst erstaunlich wie gut das mit Text inzwischen funktioniert. und ja schönes büro…
Hallo zusammen,
Bzgl.des Themas Individueller/persönlicher/bedürfnisorientierter Software/Tools durch Ki
Wäre diese Entwicklung nicht der Tod der Standardsoftware und die Wiederbelebung der Individualsoftware nur mit weniger professionellen Anbietern und mehr Laien? Und würde das nicht wiederum zu einer babylonischen Format/Schnittstellen Verwirrung führen?
Viele Grüße
Json und REST APIs? Microservices? Also bei Schnittstellen sehe ich tatsächlich als nicht zu schlimm an.
Was natürlich sein kann ist viel verblasene Computing Time für Parser und Fileformatkonverter, die nicht notwendig wären. Und viel verlorene Information, wenn man nicht weiß worauf es ankommt.
Adapter?
Oder man lässt die KI’s sich unterhalten und die bilden im Hintergrund im Chat ein Gremium, beraten über Vor- und Nachteile und verabschieden eigene Standards. SDP (Skynet Datagram Protocol), TCP (Terminator Control Protocol), ..
Im SkyNet-Kapitel sagt Tim bei 0:29:25:
„[D]as ist definitiv eine Diskussion, die geführt werden muss.“
Das sehe ich auch so und es wundert mich, wie wenig ernsthafte Diskussionsbeiträge es bezüglich effektiver KI-Kontrolle auf globaler Ebene gibt. Vor unseren Augen wird eine Technologie entwickelt, die vermutlich 10x krasser ist als Kernspaltung und keinen juckt es wirklich.
Symptomatisch: 2 der 3 bisherigen Kommentare zu dieser Folge auf Mastodon beziehen sich auf das Episoden-Bild. Tolle inhaltliche Auseinandersetzung.
Aber nur meckern hilft ja nicht, deswegen hier mal ein Diskussionsbeitrag in Form eines offenen Antwortbriefs an die Autor:innen des Anthropic-SkyNet-Beitrages:
https://cknoll.github.io/iava-letter-to-anthropic-en.html
tldr: Es braucht eine internationale KI-Kontrollbehörde wie die IAEA und Anthropic könnte sie mit 1e9$ solide grundfinanzieren.
Linus’ Abwertung der Enzyklika des “alten Mannes” Papst zum Thema KI und seine Darstellung der Kirche als „Sekte“ zeugen von einer gewissen Ignoranz. Weltweit gibt es 1,42 Milliarden Katholiken, und in Regionen wie Afrika, Lateinamerika und Teilen Asiens ist die Glaubenspraxis oft sehr ausgeprägt. Sich über Gläubige lustig zu machen, die den Gedanken Ihres religiösen Oberhaupts zu diesem wichtigen Thema Gehör schenken, bedeutet auch, gerade jene Menschen in weniger privilegierten Teilen der Welt ins Lächerliche zu ziehen, die von den negativen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen von Technologien wie KI besonders stark betroffen sein dürften. Ich finde, auch Bewohner der atheistischen westlichen Bubble können religiösen Menschen mit Respekt begegnen und sie als Dialogpartner ernst nehmen, insbesondere bei einem Thema, das uns alle betrifft.
Linus’ Abwertung zum Thema KI und seine Darstellung der KI als „Sekte“ zeugen von einer gewissen Ignoranz. Weltweit gibt es Milliarden Gläubige, und in Regionen wie Amerika, Europa, Teilen Asiens und Rest der Welt ist die Glaubenspraxis oft sehr ausgeprägt.
;)
Wir zeugen von einer gewissen Ignoranz;
Wir haben nicht verstanden, dass die KI machtpolitisch ausgenutzt wird. Da die Kirche eine ethisch/moralische Institution ist, und die KI eine technische Lösung für ein Optimierungsproblem; warum erzählt mir plötzlich der Papst, was ich denken soll?
Niemand erzählt dir, was du denken sollst. Religiöse Menschen betrachten Technologie aber eben nicht nur als „technische Lösung für ein Optimierungsproblem“, sondern machen sich Gedanken über die moralisch-ethischen Implikationen. Dazu bietet der Papst seiner Gemeinschaft aus 1,4 Milliarden Menschen Denkansätze. Und diese Leute leben nicht isoliert in einem Erdloch, sondern gestalten aktiv Gesellschaften und Technologien auf der ganzen Welt mit. Man muss die Positionen der Kirchen und anderer Religionsgemeinschaften nicht teilen, um ihren gesellschaftlichen Einfluss zu erkennen und sie als Gesprächspartner ernst zu nehmen.
Ich bin selbst auch religiös (Hindu).
Die Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP) ist richtig alt, und geht zurück auf die Linguistik, war Jahrzehnte in der theoretischen Informatik und ist ja nur ein kleines Teilgebiet der KI.
Was ich mich frage, ist, könnte der Papst im Zweifelsfall überhaupt Technologien verbieten oder bleibt ihm nur übrig, dem technologischen Wandel zuzustimmen? Natürlich hat er eine Öffentlichkeitswirkung. Und natürlich ist es schön, dass die Kirche sich so offen zeigt.
Die „KI“ ist jetzt aber vor allem verbreitet, weil die Hardware billig genug ist. Sie ist trotzdem sehr teuer, und deshalb größtenteils staatlich subventioniert worden.
Ich weiß nicht, ob Anthropic einfach Cash gebraucht hat und dann mal bei der Kirche geklopft hat. Und im Gegenzug würde die KI ein bisschen öfter die Bibel zitieren.
Zur „AI zerstört alle Jobs der Welt“ Perspektive von Linus:
Mir scheint hier ne Art bias vorzuliegen. Als gäbe es in der Welt nur Jobs am Computer, in der Verwaltung oder im sozialen. Ja, der reiche teil der Welt ist mehr und mehr Richtung Dienstleistung gegangen als Ackerbau industrialisiert wurde oder die Bergbauprodukte woanders eingekauft wurden. Diese und zahlreiche andere Tätigkeitsfelder gibt es nach wie vor und da seh ich absolut nicht wie ein KI unternehmen folgende Bereiche ersetzen soll, denn dazu bräuchte es sehr, sehr teure Maschinen in sehr hoher Anzahl:
Zimmereien, Bäuereien, Bäckereien, Putz und Pflegekräfte, Fenster-, Trocken- oder Straßenbau, Kanalisation, Mülldienst, Forstwirtschaft.. Die Liste geht natürlich noch weiter. Und irgendwie scheint mir die Liste auffällig nah an dem zu sein, was eine menschliche Gesellschaft tatsächlich zum Leben braucht und immer schon gebraucht hat, im Gegensatz zu den Versicherungsvertreterinnen und office whatever scheissegal Dienstleistungen die einen angeblichen „Mehrwert“ generieren.
In kurz: es wird hier der größte Teil der Menschen, Jobs und Zustände auf der Welt in der „Analyse“ vergessen wenn sie nur auf den westlichen reichen Dienstleistungsteil schaut.
Backen, putzen, pflegen, Gemüse anbauen, Tiere füttern, Kanäle reinigen….
Das kann die KI bald komplett übernehmen.
Wo bleibt das Bedingungslosen Grundeinkommen?
Ein paar hundert Milliardäre besitzen 25% des Geldes in Deutschland. Aber wer bekommt „haue“? (guck Bild)
Das die KI backen putzen pflegen etc können soll musst du mir mal schlüssig herleiten. Getreide bis zu einem gewissen Umfang und Flächen wie USA , OK. Aber wer wartet die Maschinen und was ist mit ungleichmäßigen flächen wie in Thüringens Hügellandschaft oder der Magdeburger Börde.. Mein Punkt bleibt: schreibtischarbeit wird potentiell ersetzt, stellt aber global gesehen den wenigsten Anteil an Arbeit und eh den unwichtigsten.
Ich denke ja, dass wenn man Toolbuilding der LLMs als Zeichen für Intelligenz interpretiert, sollte man sich nochmal ein Grundlagenwerk zu Software Design Patterns zu Rate ziehen. Aber man kann sich natürlich auch von der Realität verabschieden. Muss jeder selber wissen.
Eure Diskussion über den Zustand der digitalen Verwaltung in Deutschland hat bei mir schmerzhafte Flashbacks ausgelöst. Ich war tatsächlich einer dieser gefühlt fünf unerschrockenen De-Mail-Nutzer in diesem Land. Spoiler: Es war die absolute, rechtsverbindlich zertifizierte Vollkatastrophe.
Man schickte damals eine De-Mail an eine Behörde und durfte danach erst mal fünf Runden das digitale Blockwart-Dasein durchspielen: „Ja, das ist gerade wirklich rechtsverbindlich. Nein, das ist keine normale E-Mail. Nein, da kommt kein Papierdokument nach. Das ist nicht das moderne Äquivalent zu ‚vorab per Fax‘!“ Wenn man dieses formelle Fegefeuer überstanden hatte, ging der eigentliche Systemfehler erst los: De-Mail verpflichtete die Behörde nämlich mitnichten dazu, ihrerseits elektronisch zu antworten. Die logische Konsequenz? Man halbierte zwar den Postlaufweg hinters Amt, durfte dann aber zehn Tage auf die analoge Antwort per Schneckenpost warten. Auf dem gedruckten Brief stand dann ironischerweise das Datum des ursprünglichen De-Mail, sie haben also taggleich geantwortet ,die Antwort aber lieber ausgedruckt, kuvertiert und zur Post getragen.
Wer glaubt, das neue elektronische Bürger- und Organisationenpostfach (eBO) mache alles besser, irrt. Die Diskussion, ob das jetzt wirklich per Brief sein muss, habe ich zwar nur noch in etwa einem Drittel der Fälle, wahrscheinlich weil das eBO über dieselben Kanäle wie das beA bzw. beN ins EGVP einspeist und sich für die Sachbearbeiter dadurch irgendwie „offizieller“ anfühlt. Trotzdem muss man die Behörden immer noch durch unangenehmes, permanentes Nudging dazu zwingen, den digitalen Rückkanal auch zu benutzen.
Meine aktuelle und extrem praktikable Gegenmaßnahme: Ich schicke den Ämtern und Gerichten nach dem zweiten Mal freundlichem „bitte nutzen Sie doch auch den elektronischen Rückkanal“ eingescannte, handschriftliche Dokumente als Antwort. Mit dem freundlichen Kommentar, dass sie von mir ab sofort auch nur noch digital nicht durchsuchbaren Dokumente bekommen, solange ich von ihnen Briefpost erhalte. Und siehe da: Plötzlich und wie durch ein administratives Wunder finden sie auf einmal doch den Knopf, um eine PDF zu verschicken. ♂️
Hi ihr Beiden,
Tim erwähnt bei 1:52 min die endlose Liste an Services in Berlin. Hier in Bonn haben wir das auch: https://www.bonn.de/service-bieten/stadtverwaltung-a-bis-z/termine-reservieren.php
Alleine die Liste an Usecases bei der KfZ-Zulassung ist schon „amtlich“, haha, direkt aus der Wortspielhölle. Da wäre ein kleiner Service-Bot schon hilfreich.
Die Sache mit der Deutschland-App von SAP/Telekom hört sich gefährlich an. War selber als Tester schon in diversen Verwaltungs-Digitalisierungs-Projekten des rosa Riesen und kann eure Vorbehalte nur teilen.
Immer die gleichen Marotten – zu groß, zu kompliziert, alle wichtigen Anforderungen ignoriert, keinen Wissenden z.b. im lfd. Betrieb gefragt – keine neuen Ideen und seeeeeeehr wenig technische Kompetenz bei den Entscheidern, die natürlich völlig beratungsresistent auf ihrer Lösung beharren.
Wie beim orangen Mann in US, alle super gegenüber der Öffentlichkeit, aber nix funktioniert richtig…
Gruß aus dem Bundeshauptdorf
Steve
Meine Befürchtung bei der gegenwärtigen allg. Anwendung von KI ist halt, dass all das Zeug was nochmal neu gemacht werden sollte und viel zu kompliziert geworden ist, jetzt zusätzlich noch zementiert wird. Für ich wäre das all der js-Krempel, aber auch allg. frameworks, die nicht mehr zu durchschauen sind.
Also der Papst ist nur angepisst von der KI, weil die seinen Namen konsequent falsch ausspricht. Mit römischen Zahlen hat sie es nämlich nicht so: https://www.spiegel.de/ausland/donald-trump-wie-der-bruch-mit-giorgia-meloni-die-transatlantischen-beziehungen-belastet-a-b052d912-0955-406a-bd49-76949923a3c0 vorlesen lassen und dann bei 1:17 aufmerken.
Und zu KI in Unternehmen: Ich arbeite in einer größeren Firma, die Messtechnik entwickelt und produziert. Mein Eindruck ist, dass KI vor allem vom Marketing für noch inhaltsfreiere Texte verwendet. Klar, das eine oder andere Skript für eine Datenauswertung habe ich auch schon machen lassen und das hat mir auch sicher ein paar Stunden eingespart — aber das passiert alle paar Monate mal. Insgesamt glaube ich kaum, dass Copilot die Lizenzgebühren wieder einspielen kann.
Comedy-Papst-Max hat was gesagt. Ahoi.
Ich habe mal was produziert, und das Zeug war tatsächlich nachhaltig! Keramik! Hält locker 2000 bis 5000 Jahre. (und länger)
Da ja nun alle durch KI Nutzung 3 mal so schnell arbeiten und mir erzählen dass sie damit längst zu nie dagewesenen Höhen der Produktivität aufgestiegen sind werden ja jeden Moment alle Produkte und Dienstleistungen viel günstiger.
Und wenn dann erstmal alle Forschung, egal ob Geistes- Natur- oder Ingenieurswissenschaft endlich nur noch KI nutzt und forscht (sonst gibts halt einfach keine Finanzierung) und man den Firmen noch 2-3 Trillionen mehr geschenkt hat. Man mir das letzte general computing device weggenommen und mich aus der Nutzung von programmierbaren Computern erfolgreich rausgepreist und via hardware attestation (für die Sicherheit, versteht sich!) ausgesperrt hat dann kommen Sam Altman, Dario und Daniela Amodel und Jensen Huang persönlich mit ihren Personenquadcoptern vorbei und geben mir mein Taschengeld.
Jetzt muss ich nur noch aufpassen dass ich niemanden, erst recht keine Politiker oder KI Unternehmen online kritisiere, sonst lässt mir das Wahrheitsministerium gegen „online hetze“ das Google Konto sperren und ich kann mich nichtmehr ausweisen und weder auf meine digitalen Euros noch auf mein Bankkonto zugreifen. Für den Fall gibt es aber zum Glück beim Google und Bankensupport noch den KI Chatbot, der hilft mir dann dieses Missverständnis zu klären.
Bleibt nur noch beten dass mein Hautton künftigen rechtsextremen Regierungen nicht zu dunkel ist. Also nicht zu Gott natürlich, ich halte nichts von dieser katholischen Sekte mit ihren imaginären Freunden und dem ganzen gerede von Christus. Ich sehe mich da eher bei rationalen, wissenschafts- und wirtschaftsbasierten, technologischen Denkern wie Peter Thiel.
Sollte es dann doch zu mies werden hau ich ganz einfach ab, Deutschland ist eh blöd, abgehängt und fascho durchnazifiziert (aber auch voll verschwult schwach und viel zu bunt). Ich geh dann in die USA, oder vielleicht nach China, die haben das alles verstanden. Die wissen mich zu schätzen. Und da wird noch richtig zugepackt.
Weiß hier irgendwer, in welcher Folge Tim und Linus mal wieder darüber gewitzelt haben, dass sie ihre Stimmen für den Podcast durch KI ersetzen – und warum das nicht die Lösung ist, weil das Wesentliche eines guten Mediums die Interaktion mit dem Zeitgeschehen ist? Das wäre sehr hilfreich, danke!
Zu der Obduktion des Wals vor Publikum in Dänemark:
Allgemein scheint man da den Bildungsauftrag anders zu verstehen. Es gab 2014 die in Deutschland skandalisierte Tötung und Obduktion einer Giraffe in einem Zoo vor Publikum.
Einige Jahre später (2017?) war ich zu Besuch in einem Freilichtmuseum in Dänemark und da wurde vor Publikum ein Schaf geschlachtet.
Wenn eine Gesellschaft eine Technologie aktiv gestaltet, entstehen daraus Wertschoepfung und Souveraenitaet. Wenn man sie primaer als Bedrohung framet, bleibt man abhängig von denen, die sie bauen.
Bei KI sehe ich genau dieses Risiko in Deutschland, insbesondere der politischen Linken und bei den Gruenen: viel Fokus auf Datenschutz, Regulierung und Worst-Case-Szenarien. Vergleichsweise wenig auf eigene Fähigkeiten, Infrastruktur und Kapitalbeteiligung. Ergebnis sehen wir ja schon seit 20 Jahren. Anstatt mehr Sicherheit haben wir weniger Einfluss.
Der CCC ist da ein zentraler Treiber, der das gesamte linke Spektrum digitalpolitisch vereinnahmt hat und anstatt Technischer Innovation immer nur Datenschutz und Sicherheit als Thema Nr 1 hat. Schade
Ich denke auch, dass man beim traditionellen Abwägen von Chancen und Risiken die Chancen nicht zu kurz kommen lassen darf.
Man kann sich da gerne über mich Lustig machen. Aber wenn ich gerade die Entwicklung in meiner Firma so anschaue sowie wie das im Forschungsbereich bzw. Umfeld bei einem Kumpel der gerade an seiner Doktorarbeit dran ist läuft, dann sehe ich da derzeit einen gewissen mentalen Abbau. Anders kann ich das kaum nennen. Und KI-Psychose ist da schon ein ziemlich passender Begriff. Da kann man sich noch so sehr einen auf die Möglichkeiten und Fähigkeiten der Modelle runterholen, die stelle ich dabei nur bedingt infrage. Aber alles darüber hinaus bleibt irgendwie rein im Rahmen von hätte, könnte, sollte, versprechen und blindes Vertrauen darin dass die Milliardäre und KI-Forscher schon das richtige tun werden. Quelle: trust me bro. Die werden schon nicht den gleichen Weg fahren den der gesamte Techsektor die letzten 10-15 Jahre bereits gefahren ist. Diesmal wirklich nicht, versprochen!
Gleichzeitig gibt es jetzt haufenweise ursprünglich smarte Leute die schon heute reden als wären selbst kleinste Programme und Lösungen eine absolute unmögliche Undenkbarkeit ohne KI. Mehr als 100 Wörter lesen ist zu anstrengend. Bücher sind ja eh blöd. Paper und sauberes zitieren? Sollte man natürlich abschaffen bzw. nicht zu hart mit den Leuten ins Gericht gehen die fantasierte Quellenangaben machen. Hat zwar früher jeder Student härter für auf die Finger bekommen, aber ist ja nun KI Zeitalter, da ist das mit dem wissenschaftlichen Arbeiten wohl einfach nichtmehr so zeitgemäß, man sollte da lieber einfach Anthropic vertrauen.
Nehmen wir hinzu dass KI-Firmen den menschlichen Austausch im Internet seit 2-3 Jahren im Keim ersticken scheint mir das alles die notwendigen Zutaten bereitzulegen für einen mächtigen gesellschaftlichen Knall. Aber wer weiss, vllt. bin ich auch nur einer dieser doofen „Ludditen“ der einfach nur nicht genug Tokens verbraucht und mit dem nächsten Modell kommt das schon alles in Ordnung dann.
Vielleicht, ganz vielleicht, wäre mich „abhängen“ zu lassen aber auch einfach tatsächlich die bessere Entscheidung. Ich stelle jedenfalls fest dass viele der Leute die früher was von hacken und kreativem Umgang mit Technik geschwafelt haben dann doch eigentlich schon immer lieber eine magische Blackbox gehabt hätten, ihnen das mit der Kontrolle über ihre Hardware dann doch nie so wichtig war und sie mir statt der Mitteilung eigener Gedanken und Dialog über tatsächliche Funktionsweisen lieber schon immer die Antworten aus dieser Blackbox vorgelesen hätten.
Mein Zugehörigkeitsgefühl droht gerade daran zu zerbrechen muss ich gestehen. Und wenn die tollen KI-Firmen so weitermachen aktiv und bewusst dafür zu sorgen dass ich mir eh keine aktuelle Hardware mehr leisten kann und ich stattdessen gezwungen werden irgendwelche zugeschweißten internet/KI Terminals zu verwenden dann sehe ich mich sowieso als abgehängt.
Super Kommentar,
geht mir in meinem Arbeitsumfeld ähnlich.
Aber wenn ich so darüber nachdenke war es ja in Wirklichkeit nie anders.
Da kann ich sogar der Argumentation aus dem Podcast folgen.
Keiner will eine Software zum Dokumente erstellen sondern man will ja fertige Dokument.
Früher haben die Leute Sourceforge Code kopiert, heute kopieren sie halt Code den LLMS zusammengewürfelt haben.
Aber wäre wirklich schön wenn sich die HW Preise mal wieder einkriegen.
> Mehr als 100 Wörter lesen ist zu anstrengend. Bücher sind ja eh blöd.
Hat da nicht schon kurzformatiges social media seinen Teil beigetragen, vor KI?
Teile von dem was Linus zum Effizienzgewinn bei AI gesagt hat habe ich verstanden als die Frage „Woher soll das Geld kommen um das alles zu bezahlen?“.
Hier möchte ich gerne etwas beisteuern:
Eine Bank erschafft Geld aus dem Nichts indem sie einen Kredit vergibt. Nicht die Zentralbank, sondern die normalen Geschäftsbanken machen das. Wenn die zum Kredit gehörenden Geschäftsideen allerdings schlecht sind platzt die Rückzahlung und die Bank würde irgendwann pleite gehen.
Wenn Unternehmer also mit guten Geschäftsideen kommen kann eine Bank instantan unendlich viel Geld drucken.
Wenn eine Fabrik z.B. 10% mehr herstellen könnte, wenn sie eine AI-Kontroll-Kamera für ihr Fließband kaufen würde, dann ist das eine so gute Idee, dass eine Bank gerne einen Kredit dafür bewilligt. Und genau in diesem Moment wurde Geld gedruckt.
Bleibt noch zu klären wann wir dann eigentlich zu viel drucken. Hier ist wichtig zu verstehen, dass die Sache mit der Geldmenge nur einen Teil des Gesamtbildes darstellt. Die Sicherheit gegen die ein Kredit vergeben wird ist ebenso entscheidend dafür ob es Inflation gibt oder nicht. Genau diese Sicherheiten geben unserem Geld einen Wert.
Das ganze kann verglichen werden mit der Aktiva- und Passiva-Seite einer Bilanz.
Ich empfehle das folgende zweiteilige Interview mit Ingo Sauer. Er forscht in Frankfurt genau zu diesen Themen:
https://www.youtube.com/watch?v=wIG_–unhdg
https://www.youtube.com/watch?v=xN-1Ya3Cw1M
Leider kommt hier aber hinzu, das dieses als Kredit ausgegebene Geld wieder an die Bank zurückgegeben wird im Laufe der Kreditrückzahlung.
Gibt es also niemanden, der Kredite aufnimmt, ist kein Geld da.
Und da sind wir wieder beim Muss des wmewigen Wachstums unter der Wirtschafts- und Gesellschaftsform des Kapitalismus.
Gerne mal den Dokufilm Oeconomia schauen…
https://www.zdf.de/dokus/oeconomia-movie-100
Wie immer toller Podcast, nur beim Thema, wie Innovationen liegen Tim und Linus oft falsch.
Da wird richtigerweise bemängelt, dass viele Deutsche sich gegen Veränderungen stellen (Thema: Verbrenner).
Und dann macht man sich gleich über die ePa lustig. Ja mag sein, dass sie stümperhaft umgesetzt ist, aber das ist bei den meisten “Neuheiten” so. Klar man jetzt argumentieren, dass eine ePa keine Neuheit sein müsste. Ist richtig, aber für die Gematik war sie neu. Und Produkte müssen eben langsam besser werden/reifen. Ist wie in der Natur und heißt Evolution. Die ersten Autos aus China waren furchtbar, die ersten Raketen von SpaceX lächerlich …. über die Falcon 9 lacht niemand mehr über chinesische Autos auch nicht mehr.
Ich bin seit 20 Jahren in der R&D und immer wenn ein Produkt entwickelt wurde kommt jemand ums Eck und sagt, “hätte man besser machen können” und oft hat derjenige auch Recht. Nützt aber nix. Ist halt jetzt so wie es ist und in der nächsten Iteration macht man es besser.
Ich glaube man erwartet in DE oft Perfektion und die gibt’s halt beim Wandel und bei Neuentwicklungen nicht. Etwas mehr Gelassenheit ist oft die besser Wahl.
Hallo zusammen,
zuerst freue ich mich, dass endlich das tote Pferd DeMail jetzt endlich in die ewige Ruhe gehen darf.
Dann bin ich sehr besorgt, dass das BMDS das nächste tote Pferd entwickeln lässt die DeutschlandAPP (oder kurz SchlAPP). Dieses Projekt ist schon tot bevor es überhaupt gestartet ist und die Idee jetzt alles mit eine magischen KI-Schicht zu lösen ist selten dämlich. Ich habe den Eindruck, dass die beteiligten Produktmanager sich noch nie mit der kommunalen Infrastruktur auseinandergesetzt haben. Sie scheinen noch nicht einmal geprüft haben was es bereits in funktionierend gibt.
1. Identität per eID prüfen – Warum wird nicht gleich die EUDI-Wallet oder wenigstens die BundID (aka DeutschlandID) eingebaut?
2. Kommunikation über Wire – WTF? Es gibt bereits eine stehende Kommunikationsinfrastruktur auf Basis des Matrix-Protokolls, das nennt sich ZaPuk und wird von der Fitko entwickelt und bereitgestellt? Warum muss man auf ein Unternehmen bauen welches schon mehrfach hin und her verkauft wurde und man nicht sicher sein kann, dass der deutsche Staat weiterhin die rechtliche Kontrolle darüber hat?
3. Termine bei Behörden buchen – FacePalm hoch 10 – Was will die App denn erreichen? Sollen die Bürger:innen wieder ins analoge Amt gehen? Davon abgesehen gibt es in Deutschland allein 11000 Kommunen und wenn jede Kommune eine Terminvereinbarung für nur 2 Behörden anbietet (das wird im Durchschnitt noch nicht einmal ausreichen), dann sind das schon 22000 Verbindungen die gemacht werden müssen. Da kommen dann natürlich noch die Landes- und Bundesbehörden dazu. Wenn ich das mal ganz grob und konservativ hochrechne, dann sprechen wir sicherlich vom 50000 anzubindenden Terminvereinbarungen. Ganz zu schweigen davon, dass nicht alle Behörden die gleichen Systeme benutzen, was dieses Vorhaben noch verschärft.
4. Wohnsitzummelden – ist eine kommunal ausgeführte Leistung und befindet sich gerade bundesweit im Rollout und könnte sehr einfach eingebaut werden, wenn man die vorhandene Infrastruktur verwendet, sonst sind es wieder 11000 Endpoints.
5. Kindergeld beantragen – wer will das in einer App machen und vor allem wie oft macht man das in seinem Leben? Zudem wurde gerade das Gesetz geändert, das man das nur noch beim ersten Kind machen muss und es bei jedem weiteren Kind automatisch passiert. Die nächste Stufe ist, dass das Kindergeld komplett antragslos ausgezahlt wird. Eine Lösung in einer App oder als Onlinedienst ist also reine Geldverschwendung.
6. Unternehmensgründung digital unterstützen – Was soll dass heißen? Dazu ist das auch wieder eine Leistung die in den 11000 Kommunen ausgeführt wird.
Das Projekt soll einen Prototyp bauen, hat aber bereits ein paar wenige Kommunen akquiriert die an der Pilotierung teilnehmen. Was passiert am Ende der Pilotierung? wird die App wieder gelöscht? Nimmt man den Bürger:innen die Funktionen wieder weg? Jedenfalls kann man aus einem Prototyp keine sinnvolle produktive Software bauen, zumal dieser Prototyp eher beweisen soll, dass es überhaupt funktioniert (BTW: wird es nicht).
Nach der Pilotierung soll dann eine „richtige“ Ausschreibung erfolgen. Welches Unternehmen bindet sich einen kruden Prototyp zur Weiterentwicklung ans Bein? Es ist also schon vorprogrammiert, dass telekom und SAP auch die Ausschreibung für den Produktivbetrieb gewinnen werden.
Gibt es niemanden in diesem BMDS, der mal die Bürger:innen fragt was sie wirklich brauchen oder mal schaut was der Bund und die Länder bereits bezahlen und betreiben ohne alles zum 10. Mal zu erfinden?
Ich könnte mich noch viel mehr aufregen aber ich muss auf meinen Blutdruck achten und gehe jetzt erst einmal für 2 bis 3 Stunden zum Yoga um wieder runter zu kommen.
Viele Grüße
Torsten
Ich glaube vielen KI Begeisterten ist nicht annährend bewusst wieviel sozialen Sprengstoff das Thema bietet und wie groß die Ablehnung in Teilen ist. Es gibt natürlich derzeit noch so die, nennen wir sie mal „KI Gewinner“ und Leute in Elfenbeintürmen.
Es ist natürlich leicht auf die Fähigkeiten der topmodelle zu zeigen und zu sagen „guck doch was da alles möglich sein könnte“. Aber man muss ich auch einfach mal der Realität stellen: was genau ist denn effektiv durch KI bislang besser geworden abgesehen von denen die entweder die aktiv vom KI hype profitieren (Anleger, KI-Forscher)?
Ok die macht jetzt das code schreiben 1000x so schnell (anekdotisch, citation needed) und alle großen Firmen laufen jetzt natürlich längst vollautonom und einzelne Entwickler erledigen die Arbeit eines Teams jetzt solo.
Alles gut, glaub ich euch. Aber verdient ihr jetzt auch mehr Geld weil ihr soviel mehr leistet wie ihr behauptet? Sind die Produkte und Dienstleistungen eurer Firma günstiger geworden? Ist irgendwas infolge von KI günstiger geworden? Habt ihr euch schon selbstständig gemacht wenn ihr allein inzwischen all das alleine erledigen könnt? Ist eure Lieblingssoftware spürbar besser oder schneller geworden?
Das Gegenteil ist der Fall. Alles wird, teilweise als direkte Konsequenz von KI teurer. Der Aktienmarkt steuert auf die nächste massive Krise zu weil KI-Firmen nach der Philosophie „infinite money glitch“ Verfahren ohne dass ein Endverbraucher auch nur die kleinste Rolle in diesem Theater spielen darf. Das Internet wird von mehr Bots und Desinformation geflutet als jemals zuvor geflutet.
Und ein Großteil der Nutzung ist für normale Leute primär aufgezwungen, nicht aufgesucht. Entweder direkt wie bei Google und Microsoft, oder indirekt durch peer pressure (Schüler, Studenten, Forschung).
Als Widerspruch seh ich dabei nur entweder Hoffen und Versprechen, oder halt fear mongering ala „mach KI und bewirb KI sonst bist du halt abgehängt“ und „die modelle werden so viel cooler“.
Klar der Hacker und MINTler in mir findet die Fähigkeiten durchaus interessant. Aber profitieren tue ich davon dass Terry Tao jetzt noch mehr Geld dafür kriegt Erdos Puzzle mithilfe von KI zu lösen nicht. Den Preis muss ich aber zahlen. Dass ich dafür irgendwann auch etwas zurückkriege dass ich jahrelang open source code und blogposts für das trainingsmaterial geschrieben habe. Darauf soll ich halt blind vertrauen.
Was ich bekomme ist der Zwang in möglichen zukünftigen Bewerbungsgesprächen irgendwas von OpenClaw scheisse und Buzzwords schwafeln zu müssen. Und das Privileg zuzuschauen wie OpenAI Speicher und Hardware für Jahre wegkauft nur um die in Lagern vergammeln zu lassen, einfach nur damit die sonst keiner haben kann.
Das dämpft meine Begeisterung dafür dass jemand jetzt mit 20 Tastendrücken weniger an ein Pfannkuchen Rezept kommt und der Webprogrammierer der vorher schon zufaul war Docs zu lesen sein kacklangsames, in der Ausführung immernoch megabyteschwerer Python script jetzt in Rekordzeit hingesabbelt bekommt dann doch ein wenig.
In dem Sinne auch: https://www.golem.de/news/generative-ki-fast-die-haelfte-der-briten-wuerde-generative-ki-abschaffen-2606-209691.html
Ich würde mal den Blick in die Wissenschaft und Forschung werfen. Dort verursacht Machine Learning und AI eine Menge extreme Beschleunigung. Nicht nur, weil man Software einfacher entwickeln kann, sondern auch weil sich diese Methoden eben hervorrangend zum Analysieren von komplexen Datenmaterial eignet. Das hat fundamentale Auswirkungen auf nahezu alle Bereiche, vor allem Grundlagenforschung, Medizin, Astronomie und ich könnte jetzt vermutlich noch 100 andere Wissenschaftsfelder aufzählen bei denen es ähnlich ist. Dass daraus nichts Positives entstehen könnte soll halte ich für eine gewagte These. Und dass die Investionen in diese Technologien deswegen sich für die Gesellschaft nicht auszahlen soll auch. Keine Ahnung, ob wir kurz davor stehen, Krebs besser bekämpfen zu können, aber es sieht generell gut aus, demnächst deutlich mehr Antworten zu haben in dem Bereich.
Damit will ich nicht sagen, dass wir nicht auch vor krassen sozialen Auswirkungen stehen. Natürlich ist das so. Dass es im Kontext dieser Diskussion überall viel Ablehnung gibt, ist nur verständlich. Allerdings ist das auch nur eine Momentaufnahme und kann sich auch wieder ändern, wenn man sich erst mal verstanden hat, wie der Technologiewandel die Gesellschaft wirklich verändert. Mancher Widerstand bleibt auch erhalten, auch wenn er teilweise schlicht nur wissenschaftsfeindlich ist (wie so manche Debatten um Genetik).
Meine persönliche Situation: Meine Softwarelandschaft wird gerade deutliche besser und selbstständig bin schon – das hat schon die andere Technologierevolution „Internet“ möglich gemacht. Durch AI erhalte ich noch mehr Werkzeuge in die Hand mit der ich _extrem_ viel mehr Dinge alleine lösen kann, die noch vor zwei Jahren undenkbar waren. Das ist für mich ein spürbares Empowerment. Und wenn die Medizin mich noch länger fit und am Leben hält kann ich auch noch länger Podcasts machen. Und das ist natürlich für alle gut!
https://www.nature.com/articles/d41586-025-03967-9
How AI slop is causing a crisis in computer science
Preprint repositories and conference organizers are having to counter a tide of ‘AI slop’ submissions
https://www.nature.com/articles/d41586-025-01592-0
AI linked to explosion of low-quality biomedical research papers
Analysis flags hundreds of studies that seem to follow a template, reporting correlations between complex health conditions and single variables based on publicly available data sets.
Wir sind da nicht soweit, dass wir *uns* so unter Kontrolle haben, dass diese Generation der KI Welle wirklich mehr Gutes bringt als schadet.
Guter Hinweis, vorallem für die etwas handfestere Beschreibung. Aber bitte nicht falsch verstehen: Meine These ist ganz und garnicht dass daraus nichts positives zurückkommen KANN bzw. das nicht möglich ist!
Meine Aussagen sollen eher auf meine Einleitung aufbauen: Welche positiven Auswirkungen bekommt man als normaler Mensch zu spüren.
Meine These läuft da eher auf die Frage Kosten/Nutzen hinaus und darauf wie die Realität im hier und jetzt aussieht.
Potenzial ja, aber vieles ist halt erstmal Vision während sehr viele Leute erstmal spürbar ordentlich auf die Mütze kriegen, in diesem Moment. Das ist ja so mein Punkt.
Ich entschuldige mich falls ich da etwas zu tief im rant versunken bin und mich da etwas unklar ausgedrückt habe.
Und das wurde ja an anderer Stelle hier in den Kommentaren bereits angedeutet: auch in der Forschung ist das ein ziemlich zweischneidiges Schwert. Auch hier wieder Potenzial. Aber wenn man hier ein bisschen auf die normale Forschung „am Boden“ guckt dann herrscht da gerade ein unglaublich großer Rechtfertigungsdruck das irgendwie mit KI in Verbindung bringen zu müssen, auch wenn es keinen Sinn macht.
Um das etwas anders auszudrücken: Ich beobachte viel Frust selbst bei Leuten die das Potenzial eben sehr wohl verstehen können. Aber selbst wenn man Potenzial erkennt muss man dann auch noch daran glauben dass dieses auch entsprechend umgesetzt zu einem Nettoplus umgesetzt wird.
Etwas individueller: Auch ich habe schon mit KI Zeit gespart bei der Entwicklung. Auf der anderen Seite arbeite ich aber auch an einem mittelgroßen open source Projekt mit bei dem erstmal keiner mehr Lust hat frische PRs zu reviewen und die issues zugemüllt werden. Selbst für völlig subjektive Vorschläge und Diskussionen. Wir stehen vor der Frage wie wir zukünftige Contributor noch vernünftig identifizieren sollen. Da sehe ich, abgesehen von Zukunftsvisionen (wie euer Beispiel bei dem KI Programme an sich ersetzen soll) auch keine Aussicht auf Besserung, weil es sich um ein reines „jeder bekommt jetzt eine eigene automatische Schusswaffe“ Szenario handelt. Und der eigene Server des Projektes befand sich durch Bots über Monate jetzt erstmal in einem DDoS Szenario das man erst kürzlich einigermaßen in den Griff bekommen konnte.
Das ist bevor auf dieses ganze Themenfeld politischer Einflussnahme durch Konzerne treten. Lokale Modelle sind z.B. cool um wenigstens ein bisschen mehr Hackerspirit und Unabhängigkeit ins Spiel zu bringen, habt ihr ja auch genannt.
Aber leider wurde uns halt erstmal deutlich bewiesen dass die großen KI-Firmen quasi von jetzt auf gleich aus Laune heraus sagen können „keine Hardware mehr für euch“ und dann ist dem Thema auch schnell ein Riegel vorgeschoben wenn der Pöbel ein bisschen zuviel Spaß am lokalen Modell bekommt.
Das ist alles bevor wir zu den Gefahren der Stagnation durch KI kommen, in Trainingsdaten gegossene Diskriminierung die erst recht zementiert werden könnte. Firmen die anfangen (könnten) in ihre Topmodelle manipulative Praktiken direkt einzubauen etc.
Aber das sind ja auch Dinge die ihr stellenweise ja bereits identifiziert oder angesprochen habt.
Achtung der Rest ist eher Überdramatisierung:
Ich widerspreche dir und Linus also nicht was die Möglichkeiten angeht, sondern Frage mich ob wir als Gesellschaft auch was von den Returns direkt und spürbar abbekommen BEVOR wir entweder alle in der isolierten Depression versinken, durch KI angekurbelte Botmanipulation mehr selbstzerstörerische Parteien wählen oder zu dem Schluss kommen dass es an der Zeit ist die Guillotinen auszupacken und Butlers Djihad auszurufen weil die Wut über Ungleichverteilung, Techmilliardäre (inzwischen auch Billionäre) und Firmenkontrolle überkocht. Und ohne dass wir dafür einen Preis bezahlen müssen der es den meisten nicht Wert ist.
Und selbst dann spielen die Kosten eben weiter eine Rolle: bei der Frage Dach überm Kopf XOR Krebsheilung nehme ich halt ersteres. Das bedeutet halt nicht dass ich letzteres nicht auch geil fände.
Oder etwas simpler, platter bzw. realistischer gesagt: wenn man mich jetzt vor die Wahl stellen würde hätte ich lieber wieder bezahlbare Hardware und einen deutlich sichereren Job, weniger fakes und mehr echten Austausch oder halt schnelleres individuelles Programmieren mit KI (wodurch ich zwar mehr arbeite, aber nicht mehr verdiene) und Fortschrittsversprechen (so realistisch sie sein mögen). Nun da fiele es mir auch nicht schwer zu sagen komm pack die KI wieder ein.
Und ich denke so geht es aktuell sehr vielen Menschen.
Da kann man mir sagen ich muss mich halt mit der Realität arrangieren, die KI ist da und geht nichtmehr weg. Und das ist vollkommen wahr, das stelle ich nicht infrage, ich passe mich dem an, ich „nutze sie halt“.
An meinem Sentiment ändert das aber zumindest voerst nicht viel.
Und ich denke in einer Gesellschaft die eh gerade ziemlich stark in die Nostalgie getrieben wird, in der die Elterngeneration sich noch das Eigenheim ohne Ausbildung oder gar Studium kaufen konnte, viel Politik für Rentner gemacht wird und auch aktuelle Kinofilme und Videospiele zu einem großen Teil aus Remakes, Remasters oder Reboots 20-30 Jahre alter Werke bestehen.
Ich denke da kickt so ein Sentiment gesellschaftlich vermutlich erst so richtig hart.
So jetzt aber wirklich genug von meinem Pessimismus :) Versprochen.
Bzgl. Der initialen Diskussion zu spannenden Spielen bei der WM ist an zu merken, dass, wenn sowohl der Iran als auch die USA 2. in ihren Gruppen werden am 3. Juli, einen Tag vorm Nationalfeiertag, gegeneinander spielen.
Das Szenario ist nichtmal unwahrscheinlich weil die USA zwar laut Buchmachern als Gruppensieger getippt werden, aber die Türkei ist nur knapp dahinter. Gleichzeitig wird der Iran auf den 3. Platz ihrer Gruppe getippt aber der Abstand zu Ägypten ist minimal.
Mir geht die WM auch total am Arsch vorbei, aber das Spiel würde ich gucken, bzw bei den spielen davor interessiert sein um sicher zu gehen, dass es auch dazu kommt.
Vielleicht weiß Impect da mehr!?
https://netzpolitik.org/2026/tracking-datenanalyse-und-ki-wie-unsichtbare-arbeiterinnen-den-fussball-steuern/
…um mal Fußball und KI zu verbinden.
Den Job des Trainers kann bald auch „eingestampft“ werden :/
Ich finde es sehr telling, dass eure Antwort auf das was uns Menschen ausmacht: Expertentum! ist.
Es ist spannend zu beobachten, wie euer offensichtlich kapitalstisch-technokratisch geprägtes Menschenbild es euch zwar einerseits ermöglicht Probleme zu identifizieren, ihr aber bei deren Auflösung wie immer voll in die Falle geht.
Wir Menschen (sowie viele andere Spezies) sind relationale Wesen. Linus meint zwar er hat mal wieder alles verstanden, weil er irgendwann mal in seinem Leben eine Vorlesung zu Intelligenzentwicklung gehört hat, verpasst es aber die humanistische Kritik an dem Begriff wahrzunehmen. Oder experimentell gesprochen: Ein Kind überlebt ohne Schulbesuch und IQ Tests, aber nicht ohne Zuneigung und Körperkontakt.
Daraus ergibt sich eine ganz andere Perspektive, auch was unseren zukünftigen Betätigungsfelder angeht. Zum Beispiel wachsen per Hand gepflanzte Bäume viel stärker und gesünder, als maschinell gepflanzte (die es oft nicht schaffen).
PS.: Es gibt ein Schism zwischen den Researchcommunities. Glaub man Ivy League, dann braucht es nur mehr Rechenpower und Daten, glaubt man uA den europäischen theoretischen Neuros, sind wir was die Einzelmodelle bereits am Ceiling & es gibt auch bisher keine neuen Ansätze, die weiter führen könnten.
Wir tun in der Diskussion oft so, als ob die großen „AI“ Modelle nur auf einer Architektur beruhen. Die Wahrheit ist doch: Wir wissen nicht, was dort passiert.
Ich will keineswegs kleinreden, dass wir vor massiven Umwälzungen stehen könnten, aber ich finde es schon wichtig da präzise zu sezieren woher diese kommen.
PPS.: Vielleicht hat es ja nen Grund, wieso sich moderne Science Fiction mehr mit den sozio-technischen als technokratischen Fragen beschäftigt?
Zum Thema Open-Weight:
Ich spiele mit eher kleineren Modellen bis maximal 70b lokal herum.
Es ist beeindruckend wie viel da bereits geht. Sie hinken je nach Gebiet und Aufgabenfeld 6-18 Monate hinterher, was die größten aktuellen Modelle angeht. Sie sind für mich gut genug. Ich arbeite im Bereich Biologie und muss Gen-Daten auswerten. Verschiedenster Art. R-Skripte from scratch schreiben oder vorhandene Skripte bearbeiten, Software-Pipelines erstellen etc. sind alles gelöste Probleme.
Genau das wird verhindern, dass die gewaltigen Investitionen jemals wieder reinkommen. Aktuell wird versucht dieses „Risiko“ (wir sind schon im freien Fall, da tut noch nichts weh) in Richtung Allgemeinheit zu verlagern, bevor das alles am Boden zerschellt. Erst wenn alle großen AI-Firmen an der Börse sind wird es krachen. Bereits jetzt steckt da doppelt so viel Geld drin wie in der Immobilienblase von 2008.
China verfolgt genau diese Strategie mit voller Absicht und wird damit gewinnen.
Ich find den elektronischen Mönch (oder „Dirk Gentlys holistische Detektei“ wie es bei mir noch hieß) auch super. In meiner Erinnerung wurden die elektronischen Mönche allerdings nicht mit Anrufbeantwortern sondern mit Videorekordern verglichen, die (die älteren unter uns werden sich vielleicht noch erinnern) die Sendungen aufgezeichnet haben, die man selber nicht sehen wollte. Genauso haben elektronische Mönche das glaubt, was man selber nicht glauben wollte. Interessant ist, dass der Mönch um den es geht kaput war, weil er für ein paar Tage statt eines Videorekorders an einen Fernseher angeschlossen worden war und alles geglaubt hat was er da gesehen hat.
Passend ist auch (spoiler alert) dass am Ende jemand sagt „Ich hätte nicht die elektronischen Mönche fragen sollen ob der Raketenantrieb ausreichend gecheckt wurde – man macht sich keine Vorstellung davon wie überzeugend die waren…“
Videorekorder. Korrekt. Das hatte ich in dem Moment falsch erinnert. :)
Den KI-Teil der Folge ab „AI: Anthropic warnt vor Skynet“ habt ihr sehr gut durchdiskutiert. Es lohnt sich die Passage zweimal anzuhören. Vielen Dank.
Ich hätte nicht gedacht, dass der Techno-Feudalismus tatsächlich in genau der Form kommen wird, wie ihn John Christopher in seinem Buch „Die dreibeinigen Herrscher“ beschrieben hat.
# Die dreibeinigen Herrscher (1984)
– »Staffel 1 – Folge 1 – Die Flucht beginnt« – https://youtu.be/Mw5el-lJfo4
– …
Das ist eins zu eins das, was diese Psychopathen und ihre Ayn-Rand-Sekte aus dem Silicon Valley vorhaben. Europa – insb. Deutschland – verhält sich dazu wie Oma Schmittlein, die im Schaukelstuhl sitzt und gar nichts mehr mitbekommt. Potential dagegen zu halten, wäre vorhanden. Ma muss es nur wollen, statt Geld für sinnlos gewordene Panzer auszugeben. Einzig die Chinesen und neuerdings die Japaner (eigene Chip-Fabrik) agieren.
– »Japan’s New Chip Breakthrough« – https://youtu.be/_ja5Z3IHXu8
– Project Rapidus (rapid wie schnell), 2 nm, 5 Jahre (seit 2023)
Deutschland (Europa) muss sich mit Japan kurzschließen und sofort in positiver selbstverstärkender Konkurrenz treten. Die Kosten für eine Chip-Fabrik sind schlappe 50 Mrd. Euro, also Portokasse. Dafür haben wir dann die Chance der Versklavung zu entkommen.
Die Amerikaner kochen auch nur mit Wasser und müssen sich die Intelligenz dafür weltweit einkaufen, weil die eigene Brut nur noch an Zuckerwasser und UFC-Kämpfen (demnächst im Weißen Haus) hängt – Idiocracy.
Wir können es, und besser.
Da sind sie ja, die goldenen Zwanziger :)
Da ihr mehrmals nach Science-Fiction gefragt habt: Ich empfehle die Wayfarer Trilogie von Becky Chambers, die laut Klappentext „…mit ›Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten‹ eine zutiefst optimistische Space Opera geschrieben (hat), die uns den Glauben an die Science Fiction (im Besonderen) und an die Menschheit (im Allgemeinen) zurückgibt…“ Für mich eine der besten Entdeckungen der letzten Jahre.
Oder, auch sehr erhellend und irgendwie komisch realistisch: Charité 2049″
Hattet ihr diese Nachricht bereits auf dem Schirm?
https://www.reuters.com/world/israeli-firm-blackcore-also-suspected-meddling-nyc-scotland-votes-french-2026-06-11/
Hallo Linus, hallo Tim,
zum Leserbrief zur Walrettung und zum Artenschutz :
Ich bin selber in der Tier- und Menschen-Rettung tätig. Dabei geht es nie um den Artenschutz sondern immer um das Individuum. Wenn wir einen vermissten Menschen retten dann tun wir das nie damit die Menschen nicht aussterben sondern für den einzelnen Menschen und dessen Freunde und Familie.
Aber ich muss 100% zustimmen : Mein Optimismus ist auch komplett verschwunden was den Umgang mit Problemen und Krisen in Deutschland angeht, wenn ich sehe wie mit einem gestrandeten Wal umgegangen wird.
Über den Einsatz selber und über den GPS Tracker habe ich ein YouTube Video gemacht (BerndFfm).
Grüße Bernd
555-Shoe — Dr. Shoe Emergency Hot-Line
Testimonial: „I feel better already.“
Ach du meine Güte.
Wieviel zahlen euch eigentlich die Techbros für dieses Geschwafel?
Oder, noch schlimmer: Lobt ihr diese ihren eigenen Slop gurgelnden n-dimensionalen Markovkettengeneratoren etwa aus eigenem Antrieb über alles? Und benutzt ihr das, was diese Dinger ausgeben, wirklich ungeprüft in der Produktion?
Ach, und Linus: Wovon Du da sprichst, ist Technik, Mehrzahl Techniken. Technologie ist die Lehre, das Wissen oder auch die Wissenschaft von/über Technik. Ja, die Amis sagen das anders, aber … ernsthaft?
Ich habe auch einen leichten Überdruss bei mir festgestellt, was die AI Thematik betrifft.
Ich finde es dennoch bemerkswert, dass sich die AI Technologien zu Recherchezwecken verwenden lassen,
obwohl sie jediglich dazu konzipiert wurden, Informationen über das eigene Nutzerverhalten zu kategorisieren.
Es sind 35°C im Schatten und du sülzt uns die Birne voll. Geh mal raus an die frische Luft, knabber an einer gekühlten Wassermelone und dann wirds schon wieder.
Nachts um 03:57 Uhr sollte man eh nichts mehr in öffentliche Kommentarspalten texten; es wirkt immer peinlich.