LNP093 Ninjakostüme bereithalten

Edathy — Netzneutralität — Vorratsdatenspeicherung — Internetzensur in der Türkei — Schengen-Security — Leistungsschutzrecht

Die fortwährend bedrückende Nachrichtenlage lässt Linus aus der Haut fahren, so dass er sich auch gleich mit Bambi-Preisträgern anlegt. Ansonsten Business as Usual: die üblichen Verdächtigen arbeiten mit den üblichen Argumenten in den Premiumthemen Netzneutralität, Vorratsdatenspeicherung und Zensur und die Suppe riecht immer noch schlecht. Wir machen das beste draus.

Dauer: 1:06:17

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Prolog

Edathy

Netzneutralität

Vorratsdatenspeicherung

Internetzensur

Schengen-Security

Ernst machen mit dem Leistungsschutzrecht

22 Gedanken zu „LNP093 Ninjakostüme bereithalten

  1. Hallo Linus, Hallo Alle,

    Ein Lehrer von mir hat mal gesagt: “Ukreine ist Wehrmachtsdeutsch.” Vielleicht kann das mal jemand recherchieren und rausfinden ob dem so ist und wie man das richtig ausspricht. Meiner Meinung nach spricht man das “Ukra-ine” aus.

  2. Kleiner Hinweis,
    ähnlich wie “Raubkopie” gibt es keine “Kinderpornografie”. Richtig heißt es “dokumentierter Missbrauch von Kindern”.

    • Okay, vermutlich schlechtes Thema für sprachtotalitaristische Anwandlungen. Ich gebe der Ukra-ine/U-kraine-Sache die Schuld.

      “Gibt es nicht” ist eine merkwürdige Formulierung. Beide Begriffe existieren ja. Im Gegensatz zur ‘Raubkopie’, die entgegen dem ersten Wortteil in ihrer allgemeinen Bedeutung einfach eine nicht-autorisierte Kopie ist, ergibt ‘Kinderpornographie’ als Begriff mehr Sinn. Ohne das näher untersucht zu haben, vermute ich, er wurde in einer Zeit geprägt, als ‘Pornographie’ selbst noch deutlich negativer besetzt war.

      Es geht also bei der Neubenennung um zwei Aspekte. Zum einen soll die sprachliche Einreihung unter den anderen weniger beanstandeten pornographischen Genres beendet werden, um deren Legitimität nicht darauf abfärben zu lassen. Zum anderen wird der Fokus von der Wirkung auf den Konsumenten (‘Pornographie’) auf die Dargestellten also die Opfer (”Missbrauchsdokumentation’) verschoben.

        • Ich wollte mich da jetzt nicht durchhören, insofern weiß ich nicht, wie die Begriffskritik hergeleitet wird. Ich gehe von der gängigen Definition von Pornographie als Darstellung von sexuellen Handlungen aus. Und auch gewaltsame Sexualität gehört zum Spektrum der menschlichen Sexualität, unabhängig davon, dass sie bis auf einen engen Unterbereich geächtet ist.

          Ganz ohne Probleme ist ‘Missbrauchsdokumentation’ übrigens auch nicht. Zwei Dreizehnjährige, die sich beim Petting filmen, fasst man nicht unter Missbrauch (okay technisch gesehen, missbrauchen sich zwei Nichtstrafmündige gegenseitig, aber ich denke der Punkt ist klar). Genauso Aufzeichnungen von einem Kind bei der Selbstbefriedigung, sofern es nicht fremdbestimmt wurde. Beides fällt nicht unter den Missbrauchsbegriff, wäre aber Kinderpornographie.

        • Das ist diese Haltung nach der bestimmte Dinge einfach als “gut” definiert werden, und das alles schlechte halt nicht dazu gehört. Siehe “Links”.

          Unsinn.
          Pornografie ist ein neutraler Begriff, wenn etwas produziert wird, um damit Menschen sexuell zu unterhalten und dabei bestimmte Grenzen überschreitet ist es Pornografie. Nicht jeder Begriff muss eine Wertung enthalten. Es hat auch nix mit Freiwilligkeit zu tun. Snuff-Porn wäre auch Pornografie.

          Problematischer ist, dass in den Medien teilweise von “legaler Kinderpornografie” gesprochen wird, obwohl es sich dann dabei ja gar nicht um Pornografie handelt, weil es nur Posing oder sogar weniger als das ist. Auch hier wäre Präzision angebracht.

  3. Im Fall Edathy hat Udo Vetter diese Woche bei hr2 “der Tag” noch auf einen wichtigen Punkt hingewiesen. Die praktische Vorverurteilung die gerade stattfindet sollte man kritisch betrachten, denn die Rechtfertigung der Staatsanwaltschaft war in etwa die das Edathy sich da zwar legale Bilder beschafft hat (egal wie man das jetzt moralisch einordnen mag), aber wer sich sowas beschafft hat sicher auch Kinderpornos zu Hause. Das finde ich doch ein sehr bedenkliches Vorgehen.

  4. Zum Leistungsschutzrecht: Ich bin Journalist und bei der VG Wort angemeldet, welche mir Mitte Januar einen Brief schickte, in dem ich informiert wurde, dass auf Beschluss der letzten Mitgliederversammlung nun auch das Leistungsschutzrecht in meinen Wahrnehmungsvertrag aufgenommen werden soll: http://www.vgwort.de/fileadmin/pdf/wortreport/150114_WORT-Report_FINAL.pdf

    Man hat als Mitglied aber noch bis Ende Februar die Möglichkeit, schriftlich dieser Änderung des Vertrags zu widersprechen, was ich auch getan habe und wozu ich per Facebook auch befreundete Kollegen aufgefordert habe.

    Vielleicht ein kleiner Beitrag dazu, das zwar beschlossene Leistungsschutzrecht zumindest in der Praxis ungültg zu machen. Ich hoffe, es widersprechen genug Leute und die Änderung wird noch zurück genommen, ich weiß aber leider nicht, wann darüber entschieden werden soll.

  5. Wenn wir über “Deutsche Algorithmen” reden, dann sollten wir nicht MAGENTA, die Glanzleistung der Deutschen Telekom vergessen. MAGENTA war ein AESkandidat, der in der ersten Runde ausschied, nachdem Adi Shamir schon während der ersten zwanzwigminütigen Präsentation (der ersten öffentlichen Vorstellung des Ciphers überhaupt) theoretische kryptografische Schwächen aufzeigen konnte. Später wurde gezeigt, dass genau sein beschriebener Angriff auch praktisch möglich ist. http://de.wikipedia.org/wiki/Magenta_%28Algorithmus%29

  6. Hallo Linus,

    ich finde Deine Beleidigungen in Richtung A**** F***** echt unwürdig und beschämend. Nur weil ein Mensch nicht Deine Meinung teilt, sollte man ihn nicht beleidigen.
    Wenn Du seine Ansicht (Speicherung von IP-Adessen über 3 Monate ist ok) nicht teilst, dann trage doch Gegenargumente vor. Sowohl im Detail als auch im großen Zusammenhang (verdachtsunabhängige Speicherung). Da auch das Verfassungsgericht seinen Standpunkt teilt, wären hier Argumente in der Diskussion hilfreich, denn wir bekommen zumindest diesen Teil nicht vor Gericht gekippt.

    • Beleidigungen

      Ich habe in dieser Folge viele Menschen beleidigt, aber keinen mit den Initialen A.F.

      Ansicht (Speicherung von IP-Adessen über 3 Monate ist ok) […]
      Gegenargumente

      Die Gegenargumente sind

      1. seit JAHREN dokumentiert und
      2. der von dir angesprochenen Person schon VIELE Male vorgetragen worden.

      Die von dir angesprochene Person hat weder einen nachvollziehbaren Grund, noch eine Qualifikation, sich zu dem Thema zu äußern.

      Trotz alledem habe ich der angesprochenen Person sogar schon die Gelegenheit gegeben, ihre Position im Logbuch auszubreiten.

      Das war schon vor Snowden eine völlig beknackte “Meinung” und zumindest danach hätte man hoffen können, dass sich die Person besinnt.

      Jemand, der einmal als “Netzaktivist” gegolten hat, sollte sich schämen, wirklichen Freiheitskämpfern so in die Karre zu fahren. Er hätte nämlich sehr wohl eine “grundrechtsschonende Alternative” – den Mund zu halten, und nicht den Feinden der Freiheit als Aushängeschild zu dienen.

      • Danke für die Klarstellung, ich hatte LNP009 gehört und war jetzt erschrocken, da Ihr damals sehr sachlich mit einander geredet hattet.
        Weiterhin alles Gute und danke für die vielen tollen Folgen!

  7. Ich habe lange überlegt wie ich es formuliere damit nicht irgendjemand beleidigt ist, denn es geht ja nicht gegen euch als Personen. Für meinen Geschmack war der Podcast klasse solange er seine eigenen Beschreibung erfüllte:

    Logbuch:Netzpolitik ist der Versuch, das netzpolitische Geschehen im deutschsprachigen Raum weitgehend neutral und unaufgeregt in einem regelmässigen Podcast einzufangen.

    Mittlerweile höre ich nur noch kurze Themenübergänge gefolgt von endlosen Tiraden gegen irgend was oder irgend wen. Dabei gar keine Wertung zu der Meinung an sich, es passt nur überhaupt nicht zur Beschreibung des Podcasts. So habe ich den damals abonniert weil er eben genau so startete wie er beschrieben war und man sich dabei in Ruhe und Sachlichkeit mit den Themen auseinander gesetzt hat. Hört doch selber noch mal rein, meint ihr wirklich das er noch zur Beschreibung passt?

    • Ja, das ist in den letzten Folgen überhaupt nicht mehr der Fall gewesen. Ich sehe es auch so, dass diese Folge vermutlich der inhaltliche Tiefpunkt war.
      Ich bin im Moment sehr viel unterwegs und habe wenig Zeit, die Folgen vorzubereiten, und wenig Zeit, zu schlafen.
      Bis sich das wieder ändert werde ich mich in den kommenden Folgen vertreten lassen.

      • Linus, mach weiter! Es tut gut, von deiner Verärgerung zu hören, denn dann wissen wir, dass wir nicht allein sind. Auf die Argument-Mürbchen kann nicht immer Rücksicht genommen werden… Gruß.

  8. Nun ich kann die Verärgerung schon verstehen und nachvollziehen. Je länger und intensiver man sich mit der ganzen Misere (ich drück’s mal zivilisiert aus) auseinandersetzt, desto genervter wird man.
    Jeden Tag erzählt man den gleichen Kram, jeden Tag weist man auf die gleichen Probleme hin, jeden Tag benennt man die gleichen Gefahren. Und was passiert, bei denen die die theoretische Möglichkeit hätten, dem ganzen Wahnsinn ein Ende/Einhalt zu bieten? Genau, nichts. Also wird man frustriert und in Teilen auch mal unsachlich.

    Denn seien wir ehrlich: Vom sachlich Fakten aufzählen, hat sich noch nichts geändert.

    @Linus: Mag sein, dass die letzte Sendung vom Verlauf nicht die Beste war, Hut ab für die Selbstkritik. Aber es geht bei dieser ganzen Chose um ziemlich viel. Nämlich nicht weniger als unsere (digitale) Freiheit. Und da muss man laut sein, anecken, anpöbeln, verärgern. Sonst nimmt uns keiner Ernst! So lange wir lieb und brav sind stören wir nämlich nicht. Also: weitermachen!

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