LNP038 Potenzielle Ehrverletzung

Google und DB-Fahrplandaten; Rechtsextremismus-Datei; Cyberkriminalitätsstatistik; Informationsfreiheitsgesetz; Urheberrecht

Alle reden von Popkultur - wir nicht. Stattdessen kümmern wie uns auch diese Woche wieder über die eher berechtigten Aufreger und uns vor allem viel mit Daten und Datenbanken, Statstiken und natürlich müssen wir auch von den aktuellen Irrungen und Wirrungen rund um die Debatte über das Urheberrecht berichten.

Dauer: 1:08:31

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Unser Gast Michael Kreil, der mit OpenPlanB vor kurzem die Fahrplandaten der Deutschen Bahn frei ins Netz gestellt hat erzählt uns, wie und warum er das getan hat – und warum es gar nicht so cool ist, dass die Bahn nun mit Google kooperiert – aber eben auch nur mit Google.

Rechtsextremismus-Datei

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Cyberkriminalitätsstatistik

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In Zusammenhang mit dieser Ausgabe stehende Folgen

18 Gedanken zu „LNP038 Potenzielle Ehrverletzung

  1. Sehr coole Sendung, Rechtsextremismusdatei fand ich auch sehr mutig behandelt, da sind dann auf einmal viele sehr still, wenn es um Datenschutz geht. Laut taz (http://taz.de/Daten-von-Rechtsextremen/!101996/) gibt es übrigens zumindest kein im Grundgesetz verankertes Trennungsgebot für Polizei und Geheimdienst.
    Mit Popkultur war wohl Julia Schramm gemeint. Schon klar: was hättet ihr schon neues erzählen können, was der Hörer nicht schon weiß? Aber da die Sendung ja LOGBUCH Netzpolitik heißt und (laut Tim) für die Ewigkeit angelegt ist, hat es mich etwas verwundert, dass es nicht zumindest bei den “also in the news…” am Schluss drankam. Das war übrigens ‘ne sehr coole Idee, die ihr gerne ausbauen könntet (also am Schluss der Sendung nur ein paar kurze Sätze zu den Sachen, die keinen Schwerpunkt in der Sendung bekommen haben). Vielmehr allerdings hat mich verwundert, dass das Thema Liquid Feedback und die Piraten gar nicht zur Sprache kam. Da habt ihr ja sicher in den letzten Tagen auch von gelesen, bei Golem, Gulli, Spiegel, FAZ, etc. Was hat euch bewogen, das Thema nicht zu behandeln? Aber wie gesagt, das ist Jammern auf hohem Niveau, es war wie immer eine sehr tolle Sendung. Vielen Dank dafür!

    • Danke für das ausführliche Feedback!

      Die Liquid Feedback Sache wollte ich eigentlich mit reinnehmen, habe es aber nicht mehr geschafft, mir einen genauen Überblick zu verschaffen. Das ist denke ich ein Thema für einen Sendungsgast aus der ersten Reihe…

      PS: Wer ist Julia Schramm?

  2. Das mit Japan stimmt. Bin letzte Woche mit dem Shinkansen von Tokyo nach Kyoto gefahren. Preise: ca 210€ Hin und retour. Fahrzeit 140 Minuten. Die Shinkansen fahren im 5 Minuten Takt. Allerdings war der Shinkansen um 40 Minuten verspätet, weil im Süden ein Taifun durch ist.

  3. Schnickschnack von “wer weiss, was andere Leute mit unseren Daten machen?”. Ich gehe davon aus, dass die Bahn eben mit Hacon und mit Google (auch wenn da kein Geld geflossen ist) Vertraege gemacht hat, in denen die sich jeweils Exklusivitaet zusichern lassen (die wollen ja auch ihr Geschaeft sichern). Da hat halt die Bahn eingeschlagen, weil es ihr guenstig erschien und so ist es dann. Da braucht’s auch keine Krokodilstraenen und “bitte bitte gebt uns die Daten”. Won’t happen, der Drops ist gelutscht.

  4. zum Thema Shinkansen:
    Der Shinkansen mag zwar pünktlich sein, aber doch nicht ganz so wie dargestellt: Zitat WP: ” Sämtliche Shinkansen-Züge erreichen pro Tag zusammengerechnet eine Verspätung von unter fünf Minuten.”

    Ein weiterer (außer dem in der Sendung genannten) Grund für die geringen Verspätungen ist außerdem, dass der Shinkansen auf eigenen Gleisen verkehrt, also nicht auf Güter- oder Regionalzüge warten muss.

  5. Pingback: DB: Es kann nicht sein, was nicht sein darf! » Blog von Peter Piksa

  6. Übrigens noch zur Bahn: es gibt eine API die genau das gleiche macht, wie die Webseite. Der Zugang dazu kostet 20.000€ (“Setup-Fee”). Dafür bekommt man aber freundlicherweise 2% von jedem verkauften Ticket ab. Also lohnt sich das ab einem Umsatz von 100.000€/Jahr. Und sie rechnen mit einem Aufwand von 1-2 Mannmonaten um die Funktionen zu implementieren.

  7. Spät, aber ich muss es mal los werden:

    Der Shinkansen fährt auf einem eigenen Netz, soweit man diesen paar nur bedingt verknüpften Linien ‘Netz’ nennen darf. In Deutschland ist es ein Netz. Und zwar ein gemischtes Netz. Es gibt nur wenige HG (Hochgeschwindigkeits) Strecken, die exklusiv von IC und ICE benutzt werden. Und diese paar HG Strecken(-teile) sind auch nur kurze Stücke an Flaschenhälsen, auf denen dann alle 3 min ein ICE vorbei kommt. Ansonsten teilen sich Fern- und Nahverkehr die selben Gleise und die selben Ein- und Ausfahrgleise der Bahnhöfe, was wirklich Flaschenhälse sind. Bei den öffentlich übertragenen Schlichtungsgesprächen zu S21 wurde mal sehr schön an Beispielen verdeutlicht, was so im Gleisfeld eines Bahnhofes abgeht.

    Also bitte, vergleicht einen ICE nicht mit dem Shinkansen, noch nicht mal mit einem TGV, die fahren in Frankreich auch auf einem exklusiven Netz. Ein Vergleich wäre die Schweiz. Und, die sind tatsächlich besser als Deutschland, was den Bahnverkehr angeht. Das Netz ist zwar nur ein Viertel so groß, aber genauso verwoben und die fahren dort VIELE Züge. Statistisch wird jeder km Gleis in der Schweiz alle 9 min befahren. In der Schweiz wird ab 2 min Verspätung angefangen, sich zu entschuldigen. Und, das geschieht nicht häufig. Meistens, wenn es Einbruchsverspätungen der grenzüberschreitenden Züge aus anderen Ländern gibt (z.B. ICE Berlin – Interlaken).

    Die Deutsche Bahn ist nicht die Pünklichste. Aber, man tut ihr unrecht, wenn man sie mit exklusiven HG Systemen vergleicht. Ich finde die machen schon einen brauchbaren Job (brauchbar, aber verbesserungsfähig).

  8. Pingback: LNP040 Realitätsanpassungsgesetz | Logbuch:Netzpolitik

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