LNP060 Näheres regelt ein Bundesgesetz

DRM in HTML5; Filesharing; Abhörmaßnahmen des BND; re:publica 13

Zur 60. Sendung kehrt ein wenig Ruhe ein, da der Gesetzgeber ausnahmsweise mal kein weiteres Grundrechte verletzendes Gesetz beschlossen hat und so kümmern wir uns um ein paar andere Aufreger. Den Schwerpunkt macht dabei die Debatte um DRM im Web aus. Wir diskutieren die Risiken, die in der Verabschiedung entsprechender Empfehlungen durch das W3C lägen und ob DRM-Techniken sich nicht sogar für den Schutz von Privatspähre nutzen ließe. Neben ein paar Kurzmeldungen zu Filesharing und BND wagen wir dann noch einen Blick auf die kommende re:publica 13, auf der wir beide einen Vortrag halten werden.

Dauer: 1:06:05

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DRM in HTML5

Filesharing for the greater good

Bericht über Abhörungsmaßnahmen des BND

re-publica

13 Gedanken zu „LNP060 Näheres regelt ein Bundesgesetz

  1. Tims Argument, dass man mit dem html-drm ding siches voip machen kann haelt keine 5 Minuten, wenn eine Firma das macht, dann klopfen alle Bedarfstraeger sofort an, oder argumentieren, dass sie jetzt noch mehr Trojaner brauchen

    • Er meint ja auch nicht, dass man damit VoIP oder ähnliches gegen Dritte absichern könnte (dafür würde auch SSL oder so ausreichen, bei dem man als Kommunizierender den Schlüssel kennt), sondern gegen die Gesprächspartner. Also etwa ein Telefonat, bei dem man das, was das Gegenüber sagt, nicht mitschneiden kann.

  2. empfiehlt:
    M-x spook
    SSL MD4 tempest Becker Ft. Meade [Hello to all my friends and fans in domestic surveillance] White House bootleg IRA INS investigation arrangements bemd Mafurov Abu Ghraib

  3. Kann es sein, dass ihr mit “Promo-Bay” was falsch verstanden habt ?
    Meines Wissens nach ist das ein Tool von tpb um Künstler zu unterstützen, die ihre Werke frei zugänglich machen… Oder hab ich da was falsch verstanden ?

  4. Zur DRM-in-HTML5-Geschichte: Tim mag Recht damit haben, dass sich die Nutzer im Zweifelsfall für Alternativen ohne DRM entscheiden, und es deshalb in der Praxis wenig Anwendung finden wird. Aber wenn das W3C sowas standardisiert, sendet es damit nunmal die Nachricht aus, dass es den Einsatz von DRM grundsätzlich für wünschenswert erachtet. Und da DRM (nicht nur aus meiner Sicht) den Grundgedanken des Webs deutlich widerspricht, sollte sowas auf jeden Fall vermieden werden.
    (Zumal es bereits jetzt möglich sein dürfte, (relativ leicht umgehbares) Software-DRM in Javascript+HTML5 zu schreiben.)
    BTW: “Defective by Design” ist eine Kampagne der FSF.

  5. District 9 als Beispiel für einen unbeachteten, aber guten Film zu nehmen, der durch illegales Filesharing erfolg hatte passt an sehr vielen Stellen nicht.
    Der Film war eben nicht “nur” ein “Science-Fiction Film aus Südafrika” sondern vor allem auch von Neill Blomkamp, dessen Karriere größtenteils in Kanada fußt und seinen großen Durchbruch schon vor(!) District 9 hatte und daher die Halo-Verfilmung übernehmen sollte. Die Geschichte ist lang und komplex, daher überspring ich sie mal. Jedenfalls war die Fangemeinde schon vor District 9 sehr sehr groß und der Film wurde dann auch noch von Peter Jackson produziert, der zuvor die Herr der Ringe-Trilogie geschaffen und für den letzten Film mit mehreren Oscars ausgezeichnet wurde.
    Alleine durch die Fans des Halo-Universums, die Fans von Neil Blomcamp und die von Peter Jackson wurde der Film schon vor seiner Erscheinung gehyped. Pirate Bay hatte damit nun wirklich nichts zu tun.
    Kurzfilm von Blomkamp von 2007 http://youtu.be/BKGhoJ1mgQY

  6. re “DRM in HTML5”
    Ich hatte den Eindruck, dass Linux so gegen eine Standardisierung dieses Dingens ist, weil alles was wie DRM aussieht böse sein muss. Oder? Also böses DRM im guten HTML.

    Meine Meinung: DRM ist sicher für den User lästig, aber muss man nicht auch das legitime Geschäftsinteresse der Content-Industrie berücksichtigen. Mal ehrlich: Wenn der User die Wahl hat, wird er in 90% der Fälle nicht zahlen. (Die kleine “Flattr”-Filterblase macht es vielleicht anders).
    Mir persönlich wäre es daher lieber, wenn durch 90+% Bezahlanteil die Preise niedrig gehalten werden könnten und daher auch die Nachteile, die dem zahlenden Kunden zugemutet werden, nicht weiter anwachsen (denn je mehr nicht bezahlt wird, desto mehr Energie steckt die Contentindustrie in die Absicherung).

    Ich finde übrigens auch die Kassen im Supermarkt nervig. Trotzdem verstehe ich, dass irgendjemand Geld von mir für die Ware sehen möchte. Und nein, da sehe ich keinen Unterschied für digitale Waren – auch die haben Herstellungskosten.

    Thomas

    • Linus’ Intentionen kenne ich natürlich nicht, aber grundsätzlich würde ich zustimmen, dass DRM an sich “böse” ist.
      Und deinen Vergleich mit den Kassen im Supermarkt finde ich etwas seltsam: DRM ist ja kein Bezahlmechanismus, sondern es beschränkt die Möglichkeiten ein digitales Gut zu verwenden. Um beim Supermarkt-Bild zu bleiben: Dort gekauftes Brot kann nur mit einem dort gekauften Messer geschnitten und nur mit dort gekaufter Butter bestrichen werden, und nur der Käufer selbst kann es dann essen. Und diese Regeln werden sowohl technisch als auch rechtlich durchgesetzt (DRM-Umgehung ist verboten).
      Ja, auch dieser Vergleich ist schief (wie eigentlich alle Vergleiche digitaler mit analogen Dingen), weil man das digitale Gut nur einmal kauft und dann beliebig oft nutzen kann (jedenfalls ohne DRM). Aber ich denke er beschreibt die Wirkung von DRM wesentlich besser als Deiner mit den Kassen.

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