LNP127 Hat sich fast gereimt

Charlie Hebdo — 31C3 Nachlese

Das Jahr startete aus netzpolitischer Sicht recht nachrichtenfrei, doch löst das Attentat auf Charlie Hebdo in Paris natürlich sofort die altbekannten Rufe nach mehr Überwachung aus. Wir diskutieren das. Ansonsten blicken wir zurück auf den großartigen 31C3 und geben noch ein paar Empfehlungen für Vorträge, die man vielleicht gesehen haben sollte.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Bist du vom einunddreißig C drei wieder erwacht?
Linus Neumann
Ich bin mitten im Prozess.
Tim Pritlove
Neues Jahr, neues Glück, neues Logbuch Netzpolitik. Oh, es hat sich fast gereimt. Ähm ihr hört schon an unseren, na, so fast.
Linus Neumann
Glück und Netzpolitik, meinst du?
Tim Pritlove
Genau, ja. Hoffnung stirbt zuletzt.
Linus Neumann
Ich fast gereimt. Mir gar nicht aufgefallen.
Tim Pritlove
Der Schüttel rein, der Schüttel rein, der reimt sich nicht, der reimt sich nicht Ja und ich bin auch so ein bisschen also ich bin irgendwie also ich hab den Kongress noch nicht so komplett überlebt um ehrlich zu sein. Also es waren jetzt grade mal irgendwie zehn Tage das ist zu wenig.
Linus Neumann
Zur vollständigen Erholung.
Tim Pritlove
Ja, genau, also drei Tage brauchte ich einfach so rein zur physikalischen Regenerierung, physischen, physisch, physikalischen Regenerierung. So, bis einfach mal, wie die Zellen wieder aufgeladen waren, Ja und jetzt ist ja noch äh noch einiges nachzuholen so inhaltlich und.
Linus Neumann
Das ganze Programm noch gucken.
Tim Pritlove
Sowas das ganze Programm noch, muss ich irgendwie erzählen lassen und so weiter. Aber wir werden uns hier heute auch nochmal ein bisschen äh erzählen lassen, nicht wahr? Von uns gegenseitig.
Linus Neumann
Ja ne, der Kongress, der schlaucht halt schon jedes Jahr mehr, als man sich vornimmt oder äh als man damit gerechnet hat, ne?
Tim Pritlove
Genau, aber das äh ist war die Reise auf jeden Fall wert. So viel kann man schon mal vorwegnehmen.
Linus Neumann
Ja und dieses Jahr war ja besonders besonders günstige äh Lage mit den mit den freien Tagen, ne? Weil man ist ja quasi den einunddreißigsten hat man ja eh sich freigenommen und dann war, war ja der erste quasi, ne? Und dann musste man sich nur noch den zweiten frei nehmen, um im Prinzip bis zum Abend des vierten Januars ähm durchgängig im Bett liegen und Kongressvideos schauen zu können und dann geht das ja.
Tim Pritlove
Unter diesem Aspekt, da wird es noch gar nicht betrachtet.
Linus Neumann
Ja, du bist ja auch kein, du bist ja auch kein äh äh wie nennt man das.
Tim Pritlove
Nine to Fiver.
Linus Neumann
Nine to Fiver, genau, kein, kein Sozialversicherungspflichtig, Beschäftigter, Nichtselbstständig, Nichtselbstständiger äh nicht selbstständig heißt das, genau, in der Steuererklärung. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit. Ich habe nämlich dann meine Steuererklärung gemacht, deswegen weiß ich das.
Tim Pritlove
Ja da, da muss ich noch, da muss ich noch ran. Ja, nee, für Selbstständige macht das irgendwie alles nicht so einen großen Unterschied und ehrlich gesagt, ich hätte lieber so eine, längere erste Woche, aber egal, wir wollen uns nicht beklagen, der Kongress war es auf jeden Fall wert und wir werden auch gleich nochmal ein bisschen äh intensiver einsteigen. Wir hatten ja auch ähm, schöne Sendung, die leider, leider, leider bisher nur ein Audio vorliegt, die Videoaufzeichnung hat es leider noch nicht ins Netz geschafft, aber ich hoffe, das wird nicht mehr sehr lange dauern ist leider eine der letzten Aufzeichnungen, die dann nicht mehr veröffentlicht werden konnten, bevor das ganze Equipment in den Truck gepackt wurde und jetzt muss es alles erst mal aus dem Truck wieder ausgepackt werden, bevor sich da jemand verantwortungsvoll ransetzen kann.
Linus Neumann
Truck. Bisschen Aufnahmen wird im Truck gefahren, sagste?
Tim Pritlove
Das Equipment des Videooperation Centers, wo die ganzen Aufnahmen draufliegen, die waren dann halt irgendwann eingetütet, aber noch nicht so richtig im Netz, also da muss man sozusagen nochmal das Schneidepersonal ran.
Linus Neumann
Wollte nur damit angeben, dass der CCC selbstverständlich äh über LKWs verfügt, mit denen äh.
Tim Pritlove
Ja, also ich äh will keine Illusion an die Wand malen. Das ist noch nicht so, dass wir jetzt schon wirklich so komplette Rockstar äh Lastwagenzüge haben, wo dann so Wok und Knock draufsteht, Aber wenn man sich diesen Kongress so anschaut, hat man so langsam den Eindruck, dass es darauf irgendwann noch mal hinauslaufen könnte. Aber wollen wir jetzt erstmal mit den schlechten Nachrichten anfangen?
Linus Neumann
Ach ja.
Tim Pritlove
Nicht, dass unsere Hörer hier verwöhnt werden.
Linus Neumann
Also, es war nicht alles gut. Es gab auch was Schlechtes und zwar äh ich weiß nicht, ob sie Nachrichten gelesen haben, aber in Frankreich gab's da so einen kleinen Zwischenfall.
Tim Pritlove
Ja, gab's. Das stimmt.
Linus Neumann
Anschlag auf die Redaktion des äh Satiremagazines.
Tim Pritlove
Genau.
Linus Neumann
Und äh es wird äh diskutiert, dass das wohl damit zusammenhängen könnte, dass sich die Redaktion von Charlie Epdo grundsätzlich über alle Regionen dieser Welt lustig macht und es eventuell ein paar Menschen gegeben haben könnte, denen das nicht gefallen hat, insbesondere, dass sie sich über den Propheten Mohammed lustig gemacht haben und dass das dann letztendlich dazu führte dass, Zwölf Redaktionsmitglieder in so einer Art Militäraktion ähm brutalst irgendwie getötet wurden.
Tim Pritlove
Also ich glaube Redaktionsmitglieder waren's äh unterm Strich glaube ich nur vier und dann halt andere Leute äh auch noch äh zu Kollateralschäden geworden, so von äh Reinigungskräften im Eingang und äh lustigerweise auch noch einem, also lustigerweise habe ich mich gleich verplappert. Und äh unter anderem auch noch einem arabischstämmigen Polizisten, ja, der versucht hat, äh da, Verteidigungslinie aufzubauen. Also es ist alles, eine superscheiße Aktion und das ist alles richtig furchtbar und man mag da irgendwie gar nicht richtig drüber nachdenken. Die Empörung ist äh groß. Ja, was natürlich äh niemanden davon abhält, die entsprechenden Maßnahmen zu fordern, die natürlich jetzt unbedingt zur Verhinderung von weiteren Terrortaten dieser Art und Weise absolut unerlässlich sind.
Linus Neumann
Vielleicht noch kurz ähm zur nicht-Netz-Politischen Einordnung, wenn das passiert in einer Zeit, weil weil du ja auch immer betonst, ne, dass wir ja hier für die, auch für die Nachwelt äh dokumentieren. Das passiert in einer Zeit, zu der in Deutschland ähm große, Ausländerfeindliche Demonstrationen stattfinden, ne? Wir haben irgendwie fünfstellige niedrige fünfstellige Anzahlen islamfeindlicher Demonstranten in Dresden die irgendwie unter diesen äh Label Pegida, Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes. Sich irgendwie mit den null Komma zwei Prozent Migrantenanteil in Sachsen auseinandersetzen.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Ja? Heute sehr schön äh auf Twitter gelesen. Kennst du äh Schrödinger als Ausländer? Schrödingers Ausländer nimmt dir den Job unter Arbeitslosengeld gleichzeitig weg.
Tim Pritlove
Ja also es ist wirklich äh absurd, was, Da stattfindet, es ist irgendwie bitte ich die also ich meine islamfeindlich würde ich sie nicht nennen. Das ist halt einfach ausländerfeindlich.
Linus Neumann
Ja, Ausländerfeier, habe ich das, habe ich das äh.
Tim Pritlove
Ja, na ja, ich meine, Islam ist da halt äh sozusagen jetzt grade die die Positionsfläche, aber, Habt ihr einen schönen Blogartikel gelesen von jemanden, der ähm da sie sich ja immer so um das, Abendland, ja, das sogenannte jüdisch-christliche Abendland, dem man in Deutschland eigentlich auch gar nicht so richtig angehört hat jemals. Wie auch immer, auf jeden Fall ist das irgendwie so ihr Termen und dann hat sich mal irgendjemand äh mit einer Israelfahne so mitten in diesen Pegida-Pulk reingestellt und äh, natürlich dann auch gleich Flack bekommen und wurde dann sozusagen auch gleich aus dieser Demo rausgedrängt. Also so viel zur äh angeblichen Offenheit an der Stelle.
Linus Neumann
Na, das sind Ausländerfeinde, ja und zwar auch ziemlich strunz Dumme, ne. Muss man vielleicht auch noch dazu sagen.
Tim Pritlove
Ja, das ist strunzdummer, beziehungsweise halt auch einfach so, so, so, so Bürger, die einfach mal wieder den Schuss überhaupt nicht gehört haben und sich hier einfach von so einem Nazivolk instrumental äh instrumentalisieren lassen, das ist schon einfach bedrückend.
Linus Neumann
In Berlin gab's ja äh also auf Berlin kann man ja nach wie vor äh in in solchen Fragen zum Glück zählen. Da ist jetzt schon die zweite. Also es gibt ja eine ganze IDA-Reihe, ne. Die äh gehen ja überall hin, In Köln haben sie dann den Dom ausgeschaltet als die äh Idioten da aufgelaufen sind und in Berlin waren es, ich glaube, fünfzig ähm, Idioten, denen irgendwie schon mal so hundert Pressefotografen gegenüber standen und fünftausend äh Gegendemonstranten äh ungefähr diese Region, ne, also und.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Da da kann man ja dann noch so ein bisschen hoffen.
Tim Pritlove
Ja, also Dresden war wohl auch die einzige Stadt, wo es mir äh Demonstranten als Gegendemonstranten gab.
Linus Neumann
Ja da allerdings auch signifikant. Ja, wie gesagt, auch die sind ja Dresden ist leider in in der in der in diesem Bereich der ausländerfeindlichkeit ja leider ähm seit jeher oder seit seit äh seit der Wende immer wieder ein trauriges äh Beispiel, ne?
Tim Pritlove
Ja, aber zur Einordnung muss man vielleicht auch nochmal so diesen sonstigen äh globalen Kontext auch noch mit anführen. Ich meine, wir haben den, eine eine Vielzahl an Konflikten und Kriegen die sich eben unter anderem auch aus dieser Radikalisierung des Islams im Sinne von eben islamistischer Bewegung heraus ergibt, sprich islamischer Staat kämpft in Syrien und im Irak und ähm, Boko Haram hat irgendwie jetzt am vorgestern irgendwie auch mal soeben ein Dorf mit zweitausend Leuten platt gemacht in im Norden von Nigeria. Das sind alles so diese Rahmenbedingungen, dieses äh, angeblich dem Islam zugewandten, Terrorkommandos, die einfach nur frei drehen. So und ja, in Frankreich gibt's halt diesen Konflikt, auch ist ja auch eins der Länder, die einfach ein deutlich höheren Bevölkerungsanteil haben, also es ne, der der Bezug von Frankreich zur islamischen Welt ist deutlich stärker als der von, von Deutschland, einfach schon durch die Kolonialhysterie von äh Frankreich auch mitbegründet. Ja, die Konflikte werden dort offensichtlich auch sehr viel härter ausgetragen und mit diesem Anschlag äh hat das so einen neuen, Höhepunkt erreicht.
Linus Neumann
Ja. Und es ist halt also es hat äh. Okay, jetzt, ich meine, das sind halt Fanatiker, ne. Du hast ja dann auch immer immer sehr schön äh die Forderung. Es müssen sich ja dann äh die islamischen. Ähm Religionsoberhäubtal und Gemeinden oder was äh von denen wird ja dann immer eine Distanzierung verlangt, ne.
Tim Pritlove
Ja, die findet auch statt.
Linus Neumann
Selbstverständlich findet die statt, aber ähm Ich da stellt sich natürlich auch die Frage, als der Brei liegt da irgendwie rumgerannt ist, ne? Da hat aber keiner von den Christen eine Distanzierung äh von diesem Nazi da verlangt, ne. Also das ist schon, auch wirklich bitter ähm für, also es sieht einfach. Bin da wirklich auch sprachlos und auch wirklich voller Angst, weil man da halt erkennt, dass sich da eine ähm. Halt Fronten ergeben oder oder Positionen ergeben, die halt die du so schnell nicht wieder gekittet bekommst, ne? Und ich bin da jetzt sehr, sehr blicke mit großer Sorge auf den nächsten Montag, wenn da wieder die Idas äh aufmarschieren. Wie viele. Wie viel die dieser äh Sache abgewinnen können, ne? Also die äh AfD spricht's ja jetzt auch offen an, ähm selbst irgendwie, wie heißt diese äh verrückte ähm von der CDU. Erika Steinbach, ne? Die die machen, also die die sprechen halt jetzt irgendwie konkret an und sagen, seht ihr, haben wir doch äh ne, Islam und so, da müssen wir jetzt endlich mal einen Riegel vorschieben. Und ähm. Die werden sicherlich dadurch äh Zulauf erhalten und daraus Kapital schlagen können und geben sich auch alle alle Mühe dazu, da mehr ähm. Mehr Öl ins Feuer zu gießen und das erfüllt mich mit großer Sorge.
Tim Pritlove
Ja, also nicht wirklich überraschend, das ist auch so ein bisschen, täglich Gruß aus Murmeltier, das kennen wir schon, Terroranschlag, entsprechende Reaktionen. Ich meine, das das da jetzt äh also sehr viel mehr Sorgen würde ich mir eigentlich um die Situation des Frauen-National in Frankreich machen, weil da wird, da wird es sozusagen jetzt richtig kritisch, zumal ja eben der jetzt schon so in in Wählersphären von dreißig Prozent Zuspruch und so weiter ohnehin schon steht. Ähm für Frankreich könnte das wirklich ein großes Problem werden. Damit natürlich auch letztlich für Europa, wie wir schon bei der letzten Europawahl ja auch gemerkt haben, Ja, das können wir jetzt derzeit nur befürchten und erahnen, wir werden's sehen, wie sich das entwickelt.
Linus Neumann
Genau, die die netzpolitische Relevanz zeigte sich dann auch. Also wir haben ähm. So in dem aktivistischen Umfeld dann natürlich auch so gedacht, so okay, sind wir jetzt mal gespannt, wie lange ähm, denn so die Sicherheitspolitiker von auf die wo, nachdem man bei sowas dann die Uhr stellen kann, wie lange die. Anstandsperiode zumindest noch ist, ne? Und an der Anstandsperiode erkennst du ja auch vielleicht so ein bisschen ähm wie tief der äh, Konflikt vielleicht auch schon ist, ne? Und die Anstandsperiode hat dieses Mal, glaube ich, weniger als vierundzwanzig Stunden betragen bis dann die äh CDU CSU hervortrat und sagt, ja, seht ihr? Und deshalb brauchen wir Vorratsdatenspeicherung und Axel Voss von der CDU und ein paar andere Europa konservative Europaparlamentarier haben auch gesagt, ja hier brauchen neue Vorratsdatenspeicherungen. Und äh dann die EU Kommission äh drückt natürlich auf ihre komischen äh PNR-Abkommen, ne, also die Passengercke ähm, und der äh Juncker ähm, irgendwie eine EU-Kommission Initiative für neue Antiterrorgesetze im Februar angekündigt. Und natürlich, Bosbach äh schießt dann weder den Vogel ab, das ist ja der Innenexperte der Union, das ist also dieser dieser alte Mann mit den mit den mit den schwarzen Augen, ähm der dann irgendwie sagt, ein wichtiges Ziel wäre schon, wenn wir endlich einmal damit aufhören würden, neue Maßnahmen zur Sicherheit, zu Gefahrenabwehr ständig zu kritisieren als islamophob als übertriebene Maßnahme. Ja, also der äh. Will halt natürlich auch sofort daraus Kapital schlagen für seine ähm politischen Zielsetzungen, ne?
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Und ähm jetzt habe ich das gerade aus irgendwelchen Gründen versäumt, diesen Link ins äh in das Pad hier zu werfen. Aber ähm es gab dann noch einen Artikel, in dem ein ähm. Geheimdienstmitarbeiter der USA ähm indirekt snowden äh die Schuld daran gibt, weil ja.
Tim Pritlove
Das gibt aber einen Sonderpreis für besondere Kreativität.
Linus Neumann
Weil ja, ähm Edward Snowden, Die Geheimdienste faktisch blind gemacht hat, ja? Und äh ja, ja, das ist kein Witz, jetzt muss ich den äh jetzt muss ich den Link natürlich noch raussuchen und habe das versäumt. Also das ist die, das ist das Niveau, was ähm innerhalb ähm. Von weniger als vierundzwanzig Stunden in in dieser Debatte erreicht wurde.
Tim Pritlove
Ja, nicht wirklich überraschend, aber trotzdem mal wieder erschreckend. Aber ich meine, so ist nun mal das politische Spiel. Irgendwas passiert und ähm ich weiß auch nicht, es gibt da irgendwie auch so einen merkwürdigen Reflex. Bei den Politikern, dass sie der Meinung sind, sie müssten da auch, sofort irgendwie reagieren Bezug zu nehmen, irgendwelche Dinge fordern. Ja, das ist ja immer so dieses, irgendwas muss verschärft werden oder irgendwas, muss jetzt mal endlich mal gemacht werden. Ähm weil man muss ja so diese Illusion äh aufrechterhalten, dass man halt immer irgendwie wehrhaft, einer tollen Idee am Start ist und dann sind halt die anderen doof, wenn's nicht gemacht wird. Hauptsache, man war selber nicht schuld.
Linus Neumann
Na ja, die Politik, also bei aller Vorsicht, ne, also man es gibt ähm. Also es gibt natürlich einerseits diese äh äh die äh diese geschmacklosen Typen, die halt wirklich, also so jemand wie der Bosbach, der hat halt äh längst äh jede jede Anstand irgendwie über Bord geworfen, ne? Der ist äh eiskalt und die die appellieren und spielen ja auch mit der, mit der Angst der Menschen äh für ihre eigenen politischen Ziele. So, es gibt aber natürlich auch ähm. An an andere also an Verantwortliche. Ähm in solchen Situationen natürlich irgendwie einen Druck, dass sie irgendwie eine Reaktion zeigen müssen, um zu zeigen, dass sie in der Lage sind, darauf zu reagieren. Zum Beispiel äh Innenminister, Innenminister de Maizire musste natürlich jetzt auch irgendwas sagen also hat er gesagt ja wir müssen Terrorpropaganda auf YouTube löschen also diese, diese diese Videos, in denen dann irgendwie gesagt wird, hier heiliger Krieg oder so, ne? Also irgendwas musst du ja äh zeigen, weil du bist ja schließlich die Regierung und du kannst ja nicht irgendwie wenn wenn ein ein Anschlag auf die Werte der Gesellschaft stattfindet hingehen und sagen oh fuck ja da können wir leider nichts machen. Das waren irre gegen die können wir uns gar nicht schützen. Den Mut ihn entschieden entgegen zu treten zeigen und uns davon nicht einschüchtern lassen, So, aber das ist natürlich irgendwie keine äh Reaktion, für die du wiedergewählt wirst, ne? Wenn du sagst, okay, hier äh ähm die kriegen jetzt alle einen Stempel in einen Ausweis und ähm, werden an Ein- und Ausreisen gehindert und YouTube-Videos gelöscht oder so ähm, Da erwächst ja den Eindruck, irgendwie Maßnahmen äh zu ergreifen, die irgendwas damit zu tun hätten oder vielleicht zumindest denen das Potenzial innewohnt, äh sowas in Zukunft zu verhindern. Was natürlich totaler Unsinn ist. Dass du so etwas verhindern könntest. Aber du musst halt irgendwas, du bist ja irgend 'ne Reaktion zeigen.
Tim Pritlove
Genau, irgendeine Reaktion muss man zeigen, weil sonst ist man ja irgendwie fehl am Platz.
Linus Neumann
Ja, ist nicht wiedergewählt und du bist ja schließlich da um um die Menschen zu schützen.
Tim Pritlove
Genau, ne? Ist auf jeden Fall nicht überraschend, dass jetzt wieder der Klassiker vor Ortsdatenspeicherung äh ausgegraben wird. Das kommt ja dann immer als erstes so. Oder? Also.
Linus Neumann
Ja ja, Vorratsdatensprechung ist immer ganz wichtig, damit hätten wir alles verhindern können interessanterweise also ist ja auch alles so wiedergekaut, ne? Wirst du ja auch als als Aktivist in diesem Bereich ähm ich glaube, Markus äh hat das dann auch gemacht. Der hat ja dann einfach äh irgendwann äh also als dieser ähm als dieser kurz nach diesem äh Attentat oder nach diesem Angriff ähm in Paris hat er dann einfach nur einen Artikel von, weiß ich nicht, zweitausendacht oder zweitausendsechs oder so was äh wiedergeholt und hat den einfach nochmal, hat den nochmal verlinkt. Er hat gesagt das, was wir damals schrieben, ist jetzt natürlich geschrieben haben, ist jetzt wieder äh relevant geworden, ne. Und ähm.
Tim Pritlove
Bei welchen welches Attentat ging's da?
Linus Neumann
Das äh ich muss leider sagen, dass ich dem dem Link dann nicht gefolgt bin, sondern ich schaue jetzt gleich ganz kurz.
Tim Pritlove
Das war wahrscheinlich na, zweitausendsechs war jetzt nicht breit weg, oder? Nee.
Linus Neumann
Nee, ich weiß, ich habe jetzt auch einfach irgendwie ein Jahr äh.
Tim Pritlove
Ja auch egal, du hast dir einfach irgendwas einfallen lassen, das ist gut, so macht das.
Linus Neumann
Leider wieder aktuell die Bilder der Anschläge im Kopf Widerspruch zwischen Angst vor Terrorismus und Wirklichkeit und der Artikel war von zweitausendzehn auch nicht von. Von Markus, sondern von Florian Alt hergeschrieben. Und da ging's auch wieder so Innenministerkonferenz, Terroranschläge, Vorratsdatenspeicherung, ähm da sagte dann wer sich jetzt noch gegen die Vorratsdatenspeicherung wehrt, hat die Bedrohungslage nicht verstanden, und so weiter.
Tim Pritlove
Yada, Yalla.
Linus Neumann
Der schöne Teile, die die äh. Der eigentlich offenkundige Widerspruch ist ja, dass die Vorratsdatensprechung. Immer nur zur äh Aufklärung von Straftaten motiviert war oder in den in den Gesetzen, die ich so gesehen habe, aber beworben wurde als Mittel zur Verhinderung von Straftaten, ne? Was ja dann auch der logische nächste Schritt ist, wenn du die Daten hast, äh dass du dann als nächstes sagst, hey ja, das kann ja nicht sein, äh dass wir diese Daten haben, aber nicht nutzen, um vorher halt reinzuschauen. Und ähm. Na ja, in dem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass es seit zweitausendvier eine Vorratsdatenspeicherungsdebatte in Frankreich gab. Dort wurde die eine Form der Vorratsdatenspeicherung zweitausendsechs zum ersten Mal ähm eingeführt und zwar inklusive einem Gesetz zur Videoüberwachung und zur Fluggastdatenspeicherung, also genau dieses PNR-Zeug. Ähm, zweitausendelf wurde dann äh durch die Umsetzung der EU-Richtlinien quasi nochmals für eine äh also für eine modifizierte äh Speicherung äh gesorgt. Und im letzten Jahr haben sie dann dort einen ähm Antiterrorgesetz. Verabschiedet. Also alle Maßnahmen, äh die uns jetzt, Die unsere Feinde der Freiheit, die ja Hand in Hand arbeiten mit äh den anderen Feinden der Freiheit und sich da äh wunderbar ergänzen. Ähm. Die haben es nicht geschafft, äh dass in Frankreich zu verhindern, die werden's auch äh woanders nicht äh schaffen, irgendwas zu verhindern, ne? Und das ähm wir haben ja sogar über die NSA-Überwachung das die USA mit dem in Erklärungsnot, dass sie nicht einen einzigen Anschlag benennen können, den sie mithilfe dieses dieses ganzen Aufrisses hätten verhindern können und in selbst in Deutschland wird immer auf irgendwie so ein paar Typen gezeigt, die irgendwie was weiß ich da am am. Eine nicht funktionierende Bombe an irgendein Bahnhof äh haben liegen lassen, ne? Also ähm es ist äh.
Tim Pritlove
Arsträubend.
Linus Neumann
Es ist halt haarsträubend diese Maßnahmen sind halt nicht in der Lage, äh solche einen Schutz vor solchen Angriffen zu bieten. Man muss auch trotzdem ähm. Also man muss da halt sehr, sehr besonnen auch drauf klicken, ne. Ich meine, ein Angriff auf die auf die Meinungs- und Pressefreiheit in in so brutaler Form, ja, äh ist. Ist ja auch wirklich, wirklich schwer ähm irgendwie zu aufzunehmen und zu verkraften und da, wie gesagt, mir wird da auch schlecht, wenn ich darüber nachdenke. Und natürlich stellt einen das vorne ähm. Vor einem wie soll man das sagen, emotionale Herausforderung, äh bei sowas trotzdem ähm, besonnen zu reagieren, und ähm dieser Herausforderungen sind äh viele Menschen eben leider auch nicht gewachsen. Und ähm, schüren da jetzt auf die ein oder die andere Weise äh Gift für die Gesellschaft, ob sie jetzt äh sagen, irgendwie den eine gesamte äh Religionsgemeinschaft da jetzt äh für verantwortlich machen oder ob sie Irgendwie welche unsinnigen Gesetze fordern, die unser aller äh Zusammenleben in der Freiheit einschränken würden. Ne, also das ist äh. Schwierig und für viele Menschen offenbar äh sind viele Menschen sind offenbar nicht in der Lage, auch dieser dieser Versuchung ähm. Zu widerstehen für komplexe gesellschaftliche Phänomene, sehr einfache ähm Lösungen formulieren zu wollen.
Tim Pritlove
Ja, das, ja, das ist natürlich das das Grunddilemma der menschlichen Gesellschaften, würde ich sagen, ja, es ist jetzt irgendwie auch gar nichts spezifisches und ähm zeigt sich ja immer wieder, in dem Moment, wo man einfach äh auch die Ruhe bewahrt, ja, und und sich äh da auch eine offene Gesellschaft weiterhin äh leistet, dann, kann es sich halt genauso normalisieren. Ich meine, was jetzt in diesem Zusammenhang immer gerne ähm zitiert wird, ist natürlich die Reaktion von, Norwegen.
Linus Neumann
Doltenberg oder wie hieß er? Ja.
Tim Pritlove
Herr Stoltenberg, der ja mittlerweile NATO-Generalsekretär ist, ne. Ähm, äh auf die Anschläge von äh diesem Andreas Breiwick, der halt anders, anders, wo sie ja dann im Prinzip darauf reagiert haben. Zunächst einmal mit äh ja wir werden uns jetzt hier irgendwie unsere Freiheit nicht äh einschränken lassen und äh wir versuchen jetzt bewusst noch eine offenere Gesellschaft zu sein. Inwiefern das jetzt auch wirklich nur. Also inwiefern das jetzt nur ein Spruch war, ja und das äh wie sich das in Norwegen tatsächlich entwickelt hat, bin ich gar nicht kompetent, ähm mich dazu zu äußern. Aber äh ich denke, dass dass das schon einfach die richtige Reaktion ist, weil am Ende muss man ja auch feststellen. Sone Leute und solche militärisch geplanten Aktionen, die kann man nicht verhindern. Also, das ist einfach das einzige, was man machen kann, ist die Gesamtsituation zu verbessern. Derzeit haben wir es halt einfach mit mit so mega Krisenherden zu tun. Sicherlich ähm spielt die islamische Welt da jetzt eine besondere Rolle. Ja, aber ist da keineswegs die einzige anfällige, ich meine wir haben ja ähnliche Terroranschläge eben wie mit aber auch in den USA und so weiter, aus rechten Kreisen. Also aus allen möglichen verstörten, Gruppen heraus immer wieder gehabt, unterm Strich ist halt die eigentliche Wirkung von Terror, nämlich genau das, was der Name eben sagt. Das ist einfach diese Schockwirkung, die auf die Gesellschaft gehen soll, die sie dazu zwingen soll, bestimmte Reaktionen zu zeigen. Von den Zahlen her ist ja nun Terror nicht wirklich ein Problem, nicht so, dass es irgendwie am laufenden Meter stattfindet. Ähm sonst sind halt immer nur vereinzelte Schläge die eben versuchen, durch eine besondere Brutalität und eine besondere äh Plakativität äh eine Gesellschaft, falsche Richtung zurück.
Linus Neumann
Und deswegen müssen wir jetzt, ob wir wollen oder nicht, äh Witze über den Propheten machen.
Tim Pritlove
Genau.
Linus Neumann
Ja, es war so, also meine Geschehe hat's nicht anders gewollt. So, ich meine, äh.
Tim Pritlove
Mir fällt jetzt allerdings gerade keiner ein.
Linus Neumann
Mir auch nicht, aber es gibt äh sehr viele Cartoons gerade, die das auch tun. Das finde ich auch eine sehr, also ist natürlich auch ähm. Nee, also es ist ich weiß auch gar nicht, ob das ähm ist das jetzt so gut, dass die also ich sehe das zum Beispiel mit gespaltenen Gefühlen, ähm dass jetzt natürlich also. Ähm jetzt eine Welle von äh Karikaturen und Cartoons. Kommt, die eben ja den äh diese Religion verhöhnen, ne. Glücklicherweise auch viele, die dann äh direkt Jesus äh äh mitverarschen. Ähm. Und natürlich ist das so, die ist das eine der irgendwie auch notwendigen Reaktionen zu zeigen, pass mal auf, wir haben noch viel mehr Witze Ähm andererseits äh führt das natürlich auch so diese beleidigt das halt wirklich Menschen, ne? Also ähm. Ich persönlich bin jetzt ein ähm großer Feind von Religion, halt das für für absoluten Unsinn, ne? Und das ist auch, das muss auch eine Gesellschaft äh auf jeden Fall abkönnen, dass man sich über Religionen lustig macht und auch über den Papst und äh haste nicht gesehen Ähm das ist, dass es sicherlich wichtig. Ähm andererseits ist das natürlich äh, führt das natürlich in so einer Situation jetzt nicht unbedingt zu einer Befriedung der Gesamtgesellschaft, ne, wenn ähm wenn man jetzt, quasi als ähm äh Gläubiger ähm damit auseinander damit konfront wird, dass Menschen, die man selber verurteilt, Morde begangen haben und dass man jetzt noch dazu äh die ganz überall irgendwie so so Cartoons sehen muss, in denen halt gegen die eigenen religiösen Gefühle geschossen wird. Also es ist halt schwierig so, es ist halt keine es ist notwendig, da müssen wir jetzt durch und da müssen auch die Islamgläubigen jetzt leider durch mit uns gemeinsam.
Tim Pritlove
Ja
Linus Neumann
Aber ähm, es birgt natürlich auch das Risiko, dass deren Gefühle halt da in einem Maß verletzt werden und in denen halt eine innere Spannung aufgebaut wird, die jetzt auch nicht unbedingt zu zu einer Verständigung zufrieden beiträgt.
Tim Pritlove
Ja, nee, das muss jetzt nicht unbedingt besonders klug sein. Ich meine, Gott sei Dank, die meisten Karikaturen, die ich gesehen habe, haben die Situation als solche aufgegriffen, aber jetzt nicht unbedingt versucht, jetzt nochmal jetzt hauen wir nochmal extra auf die Kacke, ja. Bin gespannt, nächste Woche Charlie Abdu, äh will ja trotzdem mit anderen neuen Ausgabe erscheinen pünktlich am Montag. Wie das normalerweise auch gewesen wäre, nur eben nicht in der normalen Auflage mehr, der sich erscheinen von, glaube ich, so sechzig, achtzigtausend, sondern irgendwie so in der Größenordnung von einer Million gedruckten Exzellenplan, Das wird sicherlich sehr interessant sein zu sehen, wie die da selber reagieren. Ich persönlich fand ja die Titanic-Reaktion irgendwie am souveränsten.
Linus Neumann
Ja das Sonneborn hat das gesagt, oder? Das äh.
Tim Pritlove
Sonnenborn hat auch noch irgendwas gesagt. Das erinnere ich jetzt gerade nicht, wenn du das äh Zitat am Start hast. Weiß nicht, aber es gab so diese typischen Kurzmeldungen von von Titanic, die sie ja dann immer so mit äh twittern wo sie darauf hinwiesen, dass ja dann nächste Woche äh ein Redaktionstreffen bei ihnen wäre und es werden aber auch noch äh Vertreter der gesamten Lügenpresse auch noch anwesend vom Hessischen Rundfunk und so weiter und und das wäre doch eine ideale Gelegenheit für Terroristen, da ich richtig abzuräumen. So schmerzfrei. Ja.
Linus Neumann
Also äh Sonneborn äh schrieb auf Facebook. Äh das ist nicht komisch, mit Anzeigen Abo-Kündigungen oder Kalaschnikow geballert auf Satire zu reagieren, gilt in der Szene als Unfein. Ja, da habt ihr recht, ja.
Tim Pritlove
Das ist schlimm.
Linus Neumann
Äh
Tim Pritlove
Kündigung und Kalaschtikowk geballert. Ja, also das ist ein gutes Beispiel für ähm den Kopf erhoben, denn erhobtes Weitertragen. Äh ich meine, ich bin mir sicher, dass sie dabei der Zitat Redaktion, wie bestimmt bei allen anderen, befreundeten Satiremagazinen da schon auch ihren Schock weg äh haben, ne.
Linus Neumann
Ja, wobei äh Sonneborn ist ja äh beruhigt und sagt, bei Titanic könnte so etwas nicht passieren.
Tim Pritlove
Hätten ja nur sechs Mitarbeiter.
Linus Neumann
Sechs Redakteure.
Tim Pritlove
Ja, das meine ich. Das ist einfach, einfach äh souverän, ne.
Linus Neumann
Humor ist, wenn man trotzdem lacht.
Tim Pritlove
Genau. Ja. Also, wir fassen zusammen Frankreich hatte eine Vorratsdatenspeicherung, das volle Programm vielleicht nicht, aber zumindest äh all das, was sich äh ein Herr Bosbach und ein Herr Uhl schon immer äh herbei fantasieren und zusammenträumen und das hilft halt gegen solche Sachen überhaupt nicht. Ähm. Das wird sich überhaupt auch zeigen, äh wie wehrhaft denn jetzt da die äh französische Polizei ist in dem Fall. Äh SW, läuft da irgendwie grade auch ein Einsatz so, keine Ahnung, wie das ausgeht, wann wie lange sich das noch Hinzieht, aber derzeit ist da halt einfach grade, alles durcheinander und es wird irgendwie gefahndet. Wir wissen noch nicht, wie's ausgeht.
Linus Neumann
Ich würde noch kurz ergänzen, dass du sagst, alles was die sich äh herbeifantasieren, ne? Da ist natürlich noch wichtig, darauf hinzuweisen, würde jetzt ähm eine Vorratsdatenspeicherung eingeführt und irgendwie Antiterrorgesetze und, Menschen nach Regionen sortiert und äh Stempel in Ausweise und ähm haste nicht gesehen, was alles passieren. Dann ist das ja nicht so, als würden, Bosbach und Uhl sich dann in den Schaukelstuhl setzen und auf ihr getanes Lebenswerk blicken. Nein, dann würden sie ja weitermachen. Also es ist das sind ja nicht Leute, die ähm Ein erklärtes Ziel haben, dass sie erreichen könnten. So, das sind halt ähm Extremisten und die würden halt weitermachen. So, da dann sagst du sechs Monate vorzeitenspeicherung, dann würden die als nächstes rumschreien, dass wir zwölf brauchen, ja? Und dann würden sie halt sagen, dass wenn Vorratsdatenspeicherung für was nicht alles brauchen. Also die ähm Es ist nicht so, als hätten die einen einen erklärten Endzustand, auf den sie hinarbeiten, der irgendwie in reichbarer Nähe ist, um durch den man durch dessen Erreiche man diese Vögel einfach alle mal loswerden könnte.
Tim Pritlove
Ne, so sieht's aus. Jut, aber das Thema durch. Ja, ne. Genau. Ja, was haben wir denn sonst noch? Sonst haben wir eigentlich nicht so viel. Jetzt können wir eigentlich nochmal auf unseren schönen Kongress zurückblicken.
Linus Neumann
Ja, müssen wir wohl.
Tim Pritlove
Müssen wir auf Mangelung anderer Themen.
Linus Neumann
Also ich ich würde gerne eine, ich fand eine Sache sehr spannend bei diesem Kongress und das ist ähm. Ähm das ist der, ich schaue natürlich auch immer so auf das auf die ähm auf das Echo bei diesem Kongress und ähm die die Besucher ne also wie sie Besucher und Besucherinnen den Kongress wahrgenommen haben Und ähm dieses Mal waren's ja nochmal knapp äh zweitausend Besucher mehr als im letzten Jahr. Und jetzt ist natürlich die ähm war natürlich die Frage, wer sind diese zweitausend Leute mehr? Ne, sind das äh sind das jetzt alles irgendwie ähm, Hacker oder wer kommt da mehr zu diesem Kongress hin, ne? Sind das ähm politisch Interessierte, sind das technisch interessierte? Und natürlich war es eine eine große Mischung. Aber das, was ich wahrnehme war in in diesem Jahr fand, ähm sind ähm, Blogartikel und begeisterte Berichte von. Ja äh also Eltern eigentlich. Das war das, was ich am, also ähm Mütter. Die mit ihren Kindern da waren. Das waren also die Berichte, die mich am meisten auch auf 'ne Weise gefreut haben und gesagt haben ich war mit den Kindern da, die Kinder haben, konnten überall spielen, das war höchst interessant für mich, hab da vier Tage Spannung, Familienausflug zum einunddreißig C drei, kommt alle, bringt eure Kinder mit und so, ne? Das das fand ich eigentlich am am interessantesten, weil dieser, das ist dann Kids Base gibt und dass das ein super geiler Kongress ist für Kinder, das ist ja nicht erst dieses Jahr so. War ja schon immer so, dass es den oder nicht schon immer, aber.
Tim Pritlove
Nee, immer nicht, nee.
Linus Neumann
Gibt seit Jahren den jungen Hackertag, ne? Und ähm, dass es ist natürlich auf jeden Fall für für Kinder interessant da und diese diese Kidsbase und so, das ist ja jetzt alles, das gab's ja schon, gibt's ja alles schon länger und ähm, hat sich glaube ich irgendwie daraus ergeben, dass äh die, dass die Community selber halt irgendwann auch kleine Junghacker gebaut hat und äh die ja auch irgendwie da beschäftigt werden mussten, während die Eltern äh, sich irgendwie mit den mit ihrer äh mit ihren Interessen auseinandersetzen. Ähm aber die jetzt so war für mich gefühlt zum ersten Mal das so Familienveranstaltungen einunddreißig C drei. Und das finde ich natürlich eine sehr äh eine sehr positive Entwicklung. Ähm dass diese Öffnung ähm der Veranstaltung in die, Breite der Gesellschaft jetzt da so wirklich auch richtig spürbar ist. Gleichzeitig gibt's aber natürlich ähm. Personen, die dann da auch sagen, das ist eine Entwicklung, die sie äh, der sie kritisch gegenüberstehen, weil das ja ähm, Kongress ist, ne? Und äh man da eben auf äh auf seine ähm. Leute und seine Community hofft und auf technische Themen und man möchte eben nicht, dass dass da Menschen hinkommen, die sich dann nachher beklagen, dass der Vortrag zu technisch war und sie das nicht verstanden haben. Man möchte da halt unter sich sein, ne. Also so ein bisschen dieser äh ich nenne das immer den, den, den schwulen Bar-Effekt. Ja, die, die, du, du, du, äh, das ist damit spiele ich auf das ähm. Auf das Buch äh Herr Lehmann an. Ähm, wo die wo die Heteros in eine Schulenbar gehen und dann sagen die sagen die sagt, sagen die Schwulen halt so, ey ähm wir wollen euch hier nicht, ne? Wir haben wir haben hier, geht in eure Hetero Bars, ne, Wir haben ja bei einem Schulenbau gebaut. So und ähm dann dann streiten sie sich halt darüber, ähm ob das jetzt in Ordnung ist oder nicht, ne? Und ähm. Das äh ist natürlich schon auch interessant. Ich meine, du machst natürlich eine du machst eine eine homosexuelle Institution, weil du möchtest, dass dass halt dieser Diephold eben Homosexualität ist, weil ihr als Homosexuelle Person in irgendeiner Kneipe immer das Problem hast, dass du nicht weißt, äh ne, ob du dir jetzt vielleicht ein Problem einhandelst, wenn du das Objekt der Begierde äh anmachst. Und äh so äh, ähm auf jeden Fall sind dieser dieser Effekt sind halt gesellschaftlich ausgegrenzt und müssen sich, mussten sich dann eben für sich ihre Räume schaffen und ähm das ist ja auch äh wichtig, dass das geschehen ist und hat halt rettet glaube ich ähm. Für viele Menschen so, die die äh die geistige Gesundheit, dass man eben unter Gleichgesinnten sein kann, ähm, Egal, wie weit man von von dem entfernt ist, was irgendwie als Normalität äh betrachtet wird. Und das ist natürlich bei der, bei der Hacker-Community auch so. So und diese Sorge kann ich also ähm nachvollziehen und deswegen freue mich auch dieser Artikel so für mich der Kongress überhaupt nicht anders war als viele Jahre davor gut waren mehr Menschen, ja? Aber ich habe denen überhaupt nicht anders wahrgenommen Und da ist mir ist mir irgendwie zum ersten Mal klar geworden, dass der Kongress in dieser Größe ähm. Mit diesem vielfältigen Angebot inzwischen eine Veranstaltung ist, wo du im Prinzip, als jemand, der sich für IT-Security interessiert, hingehen kannst, ungefähr dreißig, vierzig Vorträge zu dem Thema hast, ähm die weltbesten äh Security Forscher dort hast und, einfach vier Tage reines ähm. Hardcore IT Security geben kannst, als politisch interessierte Aktivist ähm internationale Leute da hast, irgendwie aus Frankreich, Amerika und allen Ländern dieser Erde und dich nur mit netzpolitischem Aktivismus auseinandersetzen kannst. Und ähm oder du gehst als Podcasthörer dahin und kannst dich irgendwie vier Tage nur mit dem Sendezentrum auseinandersetzen. Und du kannst eben auch als als Familie da hingehen und dich vier Tage damit auseinandersetzen, dass dein Kind äh Schlösser knackt, ähm was lötet ähm.
Tim Pritlove
Geschmiedet. Ringe schmiedet.
Linus Neumann
Oder okay, also das fand ich äh die war an zum Glück so weit weg von unserem, dass.
Tim Pritlove
War ganz schön laut, ja.
Linus Neumann
Boah. Ne, aber äh genau, kannst du, wenn's sein muss, kannst du auch noch einen Ring schmieden von mir aus, ne. Und das quasi, du kannst den Kongress auf so viele Weisen wahrnehmen. Ähm, Das ist quasi gar nicht den Kongress gibt, sondern deinen Kongress. Und das äh ist das war irgendwie was, was ich äh wirklich auch dieses Jahr zum ersten Mal wirklich gecheckt habe.
Tim Pritlove
Ja die Vielfalt ist schon enorm und das hat natürlich über die Jahre wirklich äh extrem zugenommen, und es hat sie auch so perfektioniert, also grad so diese Kindersituation, das ist noch nicht so lange her, dass das wirklich äh so gut geworden ist, dass.
Linus Neumann
Das gab's in Berlin auch schon immer im.
Tim Pritlove
Nicht wirklich nein, also. Ja, es gab eine Lego-Ecke, aber das war's dann auch, aber es war, sagen wir mal, insgesamt nicht jetzt unbedingt so eine Atmosphäre, wo du jetzt äh deine Kinder einfach frei hättest laufen lassen, so. Also ich habe halt auch irgendwie von vielen gehört, so ja, äh kommst du da mit deinem Kind und dann dann ist das halt irgendwie weg. So, ja und das ist dann zwar erstmal in so einer ituation, wo du denkst, so, ah okay, sind ja sind ja nur zehntausend andere Leute hier so, ja, da könnte man sich halt schon mal Gedanken machen, aber da ist es dann halt doch nicht so das Problem, also hängt natürlich immer ganz davon ab, wie protektiv äh jeweilige Elternteil so drauf ist. Aber es ist einfach so eine Atmosphäre, wo sich die Kids auch einfach extrem wohlfühlen und an vielen Stellen haben problemlos andocken können. Das war jetzt in Berlin so noch nicht so der Fall.
Linus Neumann
Ja, okay, also.
Tim Pritlove
Wie auch immer, also das was du ja sagen willst, es verbessert sich, es stellt sich breiter auf und der Kongress ist halt also, Ich mache halt auch immer so den Witz irgendwie, den werde ich dir gegen dir gegenüber auch mal gerissen haben, wenn man dann so unten dieser Partytanzfläche steht und der wilde Mob irgendwie äh danst da vor sich hin so, dass sie einfach nur draufzeige und sage hier guck mal. Gar keinen Kongress. Total Stereotyp so, ja. Ich glaube, wer wer mit so einem Stereotypenbild ähm dahin geht, der der wird die Welt nicht mehr verstehen. Also das ist einfach sehr weit davon entfernt.
Linus Neumann
Ja, das denke ich auch. Ähm. Also insgesamt glaube ich, das ist jetzt, es hat sich wahrscheinlich gewandelt von äh dem Kongress der Hacker für die Hacker, zu dem Kongress der Hacker für, sich und alle. Ja, also ähm. Und jetzt gibt's natürlich dann auch die Sorge, dass äh jetzt neben uns äh jetzt platzen die Kapazitäten und bald werden wieder bald kriegt man dann kein Ticket mehr oder so. Ich meine, da das ist, glaube ich, noch eine äh das, steht noch in den Sternen, ob das wirklich so passieren wird. Also da müsste man nochmal ähm wirklich sehr, sehr viel mehr Menschen anziehen. Ähm aber. Es ist ja nicht so, als wäre der Kongress die einzige Veranstaltung des Cross Computerclubs.
Tim Pritlove
Nö. Also das.
Linus Neumann
Ganz im Gegenteil, ne? Also die die Veranstaltung äh die Hacker zentrierten Veranstaltungen ähm, Die gibt's ja auch über das Jahr verteilt, ne, wo man dann irgendwie seinen in der Community schön mit Stahlgeruch und so äh, schmieden kann, ne? Das äh so ist das ja nicht. Und das wäre auch schade, wenn's das nicht gäbe, ne.
Tim Pritlove
Ja, ja. Genau. Ja, mittlerweile gibt's so viele Kleinstableger, äh die so locker die Größe eines ehemaligen Kongresses erreichen, ja? Da kann man, glaube ich, schon so vier oder fünf aufzählen, die so und so in die Richtung gehen. Ja, also ich fand das auch alles sehr befriedigend und ähm diese ganzen Bobbeiträge da draußen, die so davon berichten, wie schön es auch auf dem Kongress war und wie überraschend das war. Ja, das finde ich auch sehr, Also es freut mich, Freut mich einfach extrem, dass das auch so gesehen wird, weil ich denke, so eine gewisse Innenwahrnehmung hatten wir schon, ne, weil dieses Abschotten war eigentlich nie so das Programm, seitdem der Kongress in, Berlin ist, gab's eigentlich schon immer den Wunsch sich breiter aufzustellen, nicht mal jetzt so im Hinblick auf na ja, dass jetzt sozusagen auch Elternteile und, und, und, und, und der Normalbürger sich hier auch äh wunderbar findet, sondern dass man vor allem auch äh so eine kulturelle Breitenaufstellung erreicht, weil. Für mich ist ja die Hacker-Szene nicht unbedingt so definiert durch den Computer, Sie ist für mich äh definiert durch Menschen, die einfach das Kritische Denken schätzen, und die einfach eine gewisse Grundeinstellung, gewisse skeptische Grundeinstellung gegenüber Medien und, und, und, und, und wie die Welt sich so äh gerne sieht, ne man stellt's halt in Frage. Man man hinterfragt, man schaut genau nach und das sind ja eigentlich auch immer diese Inhalte, dass sich das bei Computern eben so wunderbar ausspielen lässt, ist klar, aber im Prinzip geht es ja eben genauso auf alle gesellschaftspolitischen Bereiche auch, mit und von daher habe ich mir schon immer auch gewünscht, dass der Kongress jetzt sozusagen als als wichtigste Veranstaltung des Clubs. Es auch schafft, eben explizit andere Gesellschaftsbereiche stärker mit einzubeziehen, dass wir eben Vorträge bekommen von ganz anderen, Leuten, die irgendwie eine eine in ihrer Szene eine ähnliche Sicht haben und ähnliche äh Betrachtungen haben, weil es einfach so auf aus einer anderen Perspektive heraus schildert. Da finde ich es im Kongressprogramm auch noch eine Menge zu tun das ist schon noch sehr ähm computerlastig mit Ausnahmen. Ähm aber es zeigt sich eben zum Beispiel mit dieser mittlerweile ja schon fast perfekt funktionierende Verbindung mit der Partyszene, also was da einfach so, Feierkulturell abläuft, ja? Ich sag jetzt, Für mich ist das halt mehr als jetzt nur, ah ja, da ist ja jetzt noch Musik und man kann noch ein Bierchen trinken, sondern das ist eben auch schon ein ein andocken, auch kritischer Geister. Ich meine, wenn man äh die Partyszene ein bisschen kennt, ich meine, Das das ist auch voll mit Leuten, die ähm der Welt kritisch gegenüberstehen.
Linus Neumann
Ja, kritisch, aber mit einer positiven Utopie, ne? Also das ist eigentlich das, was ich äh was ähm was das auch für mich ausmacht, ne? Oder was auch diese Veranstaltung so besonders macht. Ähm. Da sind Leute, die haben einerseits äh schon den den Ernst der Laarge verstanden. So, aber äh auch nicht aufgegeben ähm auf eine auf eine, positive, offene äh Welt äh hinzuarbeiten und ihren Beitrag dazu zu leisten, ne? Das ist eigentlich das, was diesen was was diese Veranstaltung ausmacht. Und ähm Ja, das ist schön, dass das, dass sich das, dass sich das öffnet. Ähm irgendwann werden wir's wahrscheinlich dann werden wir halt überrannt, da müssen wir halt zumachen. Und äh wieder klein anfangen. Wer weiß, ähm Aber wenn man eben mit dieser positiven Utopie und an das Gute im Menschen glauben, weitermachen möchte, dann äh ist das natürlich auch immer schön, wenn wenn man in andere Bereiche der Gesellschaft ähm, seine Wirkung entfalten kann.
Tim Pritlove
Ja, so ist das. Hast du denn noch ein paar Vorträge gesehen?
Linus Neumann
Ja, ich habe ja äh, wie gesagt, dann äh vom einunddreißigsten zwölften bis fünften Januar äh Bing Watching gemacht. So, das ging halt in allem durch. Und wir haben aber ja auch schon in unserer letzten Folge so ein bisschen äh Vorträge ähm. Beworben und gefeatured. Deswegen will ich jetzt da vielleicht gar nicht irgendwie so viel noch mal erwähnen. Ähm. Sondern mal auf diese auf äh insbesondere einen Vortrag eingehen, der wo ich ähm ob das Verlauf Office ja äh, überrascht war. Und zwar ist das der Vortrag von Bills Gennow, der. Vor fünfundzwanzig Jahren auf der Abhörstation äh Berliner Teufelsberg gearbeitet hat. Ähm damals war er so irgendwie in seinen zwanzigern, und der Wahrheit NSA-Agent, der dort eben Aufklärung äh betrieben hat, und hat äh finde ich einen einmaligen Einblick so in diese Erlebniswelt des NSA-Agenten äh gegeben. Und ähm.
Tim Pritlove
Beziehungsweise Analysten, wie er sich ja selber bezeichnet hat. Also, also er war jetzt auch kein, kein, kein Techniker, konnte auch die Fragen äh dazu nicht so direkt beantworten, was da jetzt für Computersysteme und so weiter zum Einsatz kam, was natürlich die Posi da durchaus interessiert hätte sondern er war halt so derjenige, bei dem eben so Informationen gelandet sind und der sie eben zu analysieren hatte, um sie dann äh auszuwerten, um zu schauen, äh was man dann nach oben weiter reicht.
Linus Neumann
Genau und er erschloss äh mit ähm, mit einer natürlich etwas streitbaren äh Conclusio und sagte so, ja äh Teufelsberg wäre quasi das goldene Zeitalter der äh der Spionage gewesen. Ähm und äh, plädierte also für eine Unterscheidung von ähm äh. Gezielter Überwachung und Massenüberwachung. Und äh das kam aber bei dem bei einigen Leuten im Publikum irgendwie überhaupt nicht gut an die ihn dann als bezeichnet haben, ob seiner unkritischen, Darstellung des eigenen Wirkens, die ich eigentlich so gar nicht wahrgenommen habe. Also die Publikumsreaktionen waren da glaube ich eher so ein bisschen schade, weil sie auch so eine gewisse.
Tim Pritlove
Nicht unbedingt äh repräsentiert haben, wie das generell aufgenommen wurde.
Linus Neumann
Erstens das und zweitens auch so einem bisschen mangelnde Reife der der Rezipienten da gezeigt hat, weil das natürlich wirklich eine einmaliger, ein einmaliger Einblick war. Das kriegst du so nie wieder, dass dir jemand äh so offen äh davon erzählt, wie er diese Welt eben erlebt und erfahren hat. Ja, das war äh einmalig.
Tim Pritlove
Ja und ich meine, seine Position ist auch nachzuvollziehen. Ich meine, es war ja im Wesentlichen dieses so wie wir haben da äh in einem der härtesten politischen Konflikte der Geschichte. Ähm es immerhin geschafft, dass es eben nicht, dass der kalte Krieg, kalt blieb. So, ja oder haben wir dazu beigetragen, nicht, dass er sich da jetzt als einziger ähm Grund dafür sah, aber das war schon ähm so seine seine Kern äh Betrachtung, ne? Und das hat das natürlich alles ein bisschen anders sieht, als jemand, der nicht so ein Apparat drinsteckt. Ja, aber, die Reaktion jetzt auch nicht besonders toll mit ja okay das erste ging noch mit ja gut darum ging's gar nicht so. Ähm und.
Linus Neumann
Na ja, das ist.
Tim Pritlove
Ja, nee, kann man, kann man sich anschauen, ist äh interessante Blick in eine interessante Zeit.
Linus Neumann
Dann ein Thema, was wir im Logbuch Netzpolitik ähm ja leider immer ähm, seit Monaten äh bösartig und unentschuldbar äh ausgelassen haben. Das sind die Freihandelsabkommen.
Tim Pritlove
TTIP.
Linus Neumann
Gibt's einen äh schönen Vortrag von Katharina Nokuhn und einer Kollegin von ihr äh zum mit dem Titel deine Rechte sind in diesen Freihandelsabkommen nicht verfügbar, Wir müssen dann jetzt äh hoffentlich mal es schaffen, die Katharina mal ins Lock hochzuholen, um uns da in Zukunft äh auf dem auf dem Laufenden zu halten. Der sei also auch nochmal hier äh empfohlen. Ich ich nehme jetzt mal äh gezielt die hier raus, die vielleicht nicht so äh ohnehin schon bekannt sind und äh an allen Ecken und Enden empfohlen werden. Ähm dann, Was ich wirklich, äh was, was wirklich auch ein krasser Vortrag ist, äh ist der von äh Erich Möchel. Ähm Erich Möchel ist ja quasi so der Erfinder des netzpolitischen Journalismus. Ja, der hat die mit der Future Zone damals so das erste ähm ja.
Tim Pritlove
Line-Magazin für netzpolitische Fokussierung.
Linus Neumann
Genau, das ist quasi so der, das ist der, der Godfaber. Und ähm ein äh ein sehr äh. Also ein Nerd, ne? Also auf auf seine Weise der äh sein Österreicher und ähm der hat sich. Der hat im Prinzip mal das gemacht, was man was man eigentlich viel mehr sich gewünscht hätte, Als Reaktion auf die Snowden-Dokumente, denn der hat irgendwie gesehen, aha. Hier ist ein Snowden-Dokument, da steht irgendwie drin, äh Kryptonym, also irgendein Name, Standort in Wien. Und der Erich ist auch noch Amateurfunker. Kennt sich also mit Antennencharakteristiker aus und dann ist er eben mal losgegangen und hat recherchiert, wo denn wohl die NSA-Standorte in Wien sind Und was für Antennen die aufm Dach haben und was man, was was das für Produkte sind, in welchen Bereichen die senden oder abhören können und worauf sie gerichtet sind. Und er hat einfach mal äh durch längere Spaziergänge in Wien und ein bisschen Recherche ähm, sehr, sehr viel über die NSA oder die NSA Standorte in Wien äh heraus gefunden und dort präsentiert. Leider ähm hat er äh größere Schwierigkeiten im Laufe des Vortrags mit ähm, äh mit seiner Technik und mit seinen Augen, weil er kurzsichtig ist. Und ich so, nicht so ganz mit dem mit dem Computer da an der Stelle dann äh zurecht kam und ähm, leider ist er auch äh viel zu sehr Nerd, um in dem Vortrag zu betonen, wie wie geil das eigentlich ist, was er da gemacht hat. Ja, der ist viel zu sehr interessiert an allem, um damit anzugeben, wie krass er das alles herausrecherchiert hat. Sodass man da sitzt und und teilweise ein bisschen Schwierigkeiten hat, ihm äh zu folgen und zu erkennen, was er da krasses. So, ob das jetzt irgendwie schon bekanntes Wissen ist oder ob er das irgendwie recherchiert hat. Ähm, den den Vortrag, äh dem mal in Ruhe zu folgen, dass äh das lohnt sich und da sieht man mal wirklich, was, Ja, was eben investigativer Journalismus ist und was jemand ist, der sich mal wirklich mit einem Thema auseinandersetzt. Das äh finde ich schon sehr äh fand ich da sehr ähm.
Tim Pritlove
Ja, davon abgesehen, dass der Erich auch einfach geiler Typ. Das ist einfach eine geile Sau. Den musst du einfach mal gesehen haben Ja, also der ist auch, er ist ja auch ein ein ewiger äh Wegbegleiter des des Disclubs irgendwie, der hängt schon aufm ersten Camp ab und länger äh ist der sozusagen in unserem Umfeld, auch wenn er vielleicht nicht so den Bekanntheitsgrad ähm genießt sein äh Oberösterreichischer Dialekt ist auch vom Feinsten. Da kann man dann auch nochmal so ein bisschen seine Sprachkenntnisse äh aufbessern. Ja, sollten auch mal zusehen, dass wir den Erich vielleicht auch mal äh ins Logbuch einladen, wenn er vielleicht mal in Berlin ist oder was ich so noch so anbietet.
Linus Neumann
Ja, also den den auf jeden Fall auch mal anschauen. Dann ähm. Auch sehr interessant äh äh James Bamfort. Ähm, Journalist und Autor zu NSA-Themen, der in dem Vortrag im Prinzip ähm also, Er ist quasi derjenige, der publik gemacht hat oder in der Breite publik gemacht hat, dass das die NSA gibt so ungefähr, ja? Also der setzt sich seit drei Jahrzehnten mit der NSA auseinander, hat da mehrere Bücher zu geschrieben und der hat äh den Anfang der ähm. Sage ich mal, der feindlichen Übernahme der NSA von Kommunikationsprovidern äh da geschildert, also schon vor hundert Jahren, als es um Telegraphen ging und dann um Telefon und so, das hat er da sehr interessant nachgezeichnet, auch ähm Absolut äh zu empfehlen. Das ist also eine eine Koryphäe auf diesem Gebiet und ähm war, also es war natürlich ein, Ein älterer Herr ähm der ähm auch äh, unglaublich begeistert war von von dem Kongress, ja? Also ich war ähm habe dann mich ab und zu mal mit ihm unterhalten, weil ich ja als äh äh, dadurch, dass ich ähm ja in die in einem Track quasi verantwortlich war, also in dem Thema Politik habe ich mich natürlich auch so ein bisschen äh mich um seine um sein Wohlbefinden äh gekümmert und immer mal wieder, wenn ich ihn gesehen habe, so und wie geht's? Und hast du hier schon gesehen und kennst du überhaupt die Party Area? So kann er natürlich noch nicht, mit riesigen Augen da rein und meinte so, was äh das war ja schon auch äh war echt äh sehr äh sehr cool. Ähm. So, dann äh noch einen äh Vortrag, den ich auch sehr spannend fand, äh oder der äh von Jugend hackt. Wo also die äh ein Projekt der Open Knowledge Foundation, die also für ähm die also äh ja Jugendliche und fast noch Kinder äh ebenso an, anders arbeiten mit offenen Daten heranführen und mit denen irgendwie kleinere und größere äh Projekte machen. Da waren also vier äh absolut, coole äh Jugendliche, die dann da so ihre ihre Projekte vorgestellt haben. Das war äh auch echt mal geil und glaube ich, lehrte so. Einigen. Äh also das hat halt auch so ein so ein so gezeigt so, okay geil so, wir sind zwar wir die die Lage ist ernst, aber wir haben halt echt ein paar äh wir haben halt echt auch coolen Nachwuchs, auf den wir zählen können. So, das war ähm hat mich auch Das war sehr ähm erhellend und äh erfreulich.
Tim Pritlove
Also sie hatten äh ich habe den noch nicht gesehen, also da waren die äh die Jugendlichen selber auf der Bühne dann sozusagen dabei beim Talk. Ah ja, sehr cool.
Linus Neumann
Sehen Sie hier unser Projekt und so haben wir jetzt supergeil. Geilen Scheiß haben die gebaut. Das das ist auf jeden Fall auch äh ein sehr, sehr schöner Vortrag gewesen. Ja und dann gab's natürlich noch so die die Klassiker, aber die braucht man ja gar nicht. Äh gar nicht, um unbedingt mehr zu erwähnen und ich glaube, alle anderen Vorträge äh ähm insbesondere aus dem Politikbereich hatten wir ja, glaube ich, auch schon in der letzten Sendung. Deswegen.
Tim Pritlove
Ich weiß nicht, ob ihr da wirklich alle hatten, aber wir können ja so in den nächsten äh Wochen auch nochmal das eine oder andere nach äh holen. Ich wie gesagt, noch so ein bisschen hinterher, hab für mich erstmal so ein paar äh Standards ähm abgeklappert, hier das mit dem Trauerkeim Scan, den du nicht selbst gefälscht hast, äh. Hatten wir, glaube ich, in der letzten Folge schon.
Linus Neumann
Nee, haben wir, das haben wir nicht angesprochen.
Tim Pritlove
Haben wir nicht, bist du sicher?
Linus Neumann
Ja, siehst du, jetzt haben wir nämlich genau das Problem, deswegen wollte ich, dass die jetzt gerade beenden.
Tim Pritlove
Welches Problem?
Linus Neumann
Dass wir nicht wissen, was wir erzählt haben und was nicht.
Tim Pritlove
Achso, na gut, dafür haben wir ja unsere eigenen Shownotes, das äh ist immer ganz hilfreich, dass man nochmal nachschlagen kann, wovon man eigentlich äh drüber gesprochen hat Mir war so, dass wir das irgendwie angesprochen haben, aber tatsächlich den Shownotes nach haben wir es nicht angesprochen, also spreche ich das nochmal an, ja? Ist auch so ein, Der Vortrag gefiel mir auf mehreren Ebenen sehr gut. Ähm erstmal war es halt einfach mal wieder so ein schönes, ich habe da mal was rausgefunden und hier ist der Bericht Talk so, das das passt immer sehr gut auf den, auf den Kongress finde ich. Dann ähm war's halt auch einfach mal wirklich eine krasse Story. Also der kurze ist so äh es wurde da einfach so ein, Bildkompressionsfehler in den äh industriellen Scannern von Xerox gefunden, die im Prinzip bedeuten das wahrscheinlich in den letzten acht Jahren einfach alle Scans, die diese Teile von Zahlen gemacht haben und einfach falsch sind. Einfach alle. Ein richtiges, großes, mega Desaster. Aber vor allem äh, Der Vortragen hat es einfach auch so lustig gemacht und und und so unterhaltsam äh diesen Talk rübergeschoben und da sieht man dann auch einfach schön diese Interaktion dann auch mit dem Publikum, wie alle irgendwie mitgehen und so und das äh ist also äh auf mehreren Ebenen ein empfehlenswerter Talk.
Linus Neumann
Der hatte, also der hatte halt äh, der David, der war so, also du siehst ja der besiegt sich ja auch selber, der die ganze Zeit bei dem Vortrag, weil er sich so freut, weil er auch merkt, dass das halt gerade abgeht und das, auch rüber bringt und so, der hat dich ähm Der war so begeistert, ähm als er die als sein Talk angenommen wurde und der hat dann auch glaube ich irgendwie so jeden Tag irgendwie mehrfach äh so getwittert, so oh geil Kongress und da ich ich werde dabei sein, ich freue mich so sehr, dass Zwischendurch schon dachte so, oh fuck, so nicht dass der was was ist jetzt so, ne? Der ist ein bisschen zu euphorisch, ne? Nicht, dass der da irgendwie nachher ähm ähm mit der Zwangsjacke abgeholt werden muss, also weil der hat so, der hatte halt so eine Euphorie, ja? Und äh ja, hat auch ähm, ein ein Wahnsinnsfeedback zu dem Talk und das ist wirklich äh das ist auch wirklich toll. Vor allem wir erleben das gelingt, denen halt so zu halten, dass denen äh halt auch, dass ja wirklich für alle, verständlich ist und also ist ein ist ein super Vortrag, super vorbereitet, mit Liebe gemacht und unglaublich gelungen, ja.
Tim Pritlove
Ja und auch mit einer interessanten Reflexion. Das heißt, nicht nur sozusagen über das Ding selber gesprochen hat, sondern auch sehr viel darüber gesprochen hat, wie er das strategisch durchgezogen hat und warum irgendwie der eine Move jetzt äh besser oder schlechter gewesen wäre.
Linus Neumann
Also das ist ein absolutes Muss, innen gesehen zu haben. Das stimmt.
Tim Pritlove
Weitere Vorträge werden wir dann demnächst nochmal nachschieben, wenn wir irgendwie alles im Blick haben.
Linus Neumann
Ja und wenn wenn es wenn es die Themen äh Gebieten. Ja.
Tim Pritlove
Aber jetzt müssen wir erstmal Schluss machen, oder?
Linus Neumann
Wir müssen jetzt langsam zum Ende kommen. Da darf natürlich der Dank nicht fehlen, Und zwar geht der Dank äh diese Woche an Hannes People Sven. Und an eine unbekannte Person. Und zwar gibt es äh bei bei Amazon, glaube ich, das Problem, wenn vom, Wunschzettel etwas bestellt wird, was nicht von Amazon geliefert wird, dann liegt dem eine äh Rechnung bei, als als hätte ich das bestellt. Und ähm dann kann ich nicht sehen, von wem das ist, Und wenn das passiert, dann äh ist das vielleicht gut, einfach mal kurz noch äh sich so bei mir zu melden, weil sonst kann ich nicht danken und das ist natürlich dann äh zu vermeiden und schade, wenn das geschieht. Oder ich ich habe irgendwas bestellt und konnte mich nicht dran erinnern. Kann.
Tim Pritlove
Das wollte ich doch schon immer haben.
Linus Neumann
Geil.
Tim Pritlove
Gut, wir müssen Schluss machen, oder?
Linus Neumann
Ja, wir müssen, wir müssen, ich, ich muss.
Tim Pritlove
Genau. Du musst, okay. Du musst wir müssen äh ihr alle müsst wieder einschalten. Das nächste Mal, wenn Doktor Netz Politik wieder auf den Tisch kommt. Bis bald.
Linus Neumann
Bis bald, ciao, ciao.

Shownotes

Charlie Hebdo

31C3

46 Gedanken zu „LNP127 Hat sich fast gereimt

  1. ahoi ihr zwei:

    bezüglich der Frage, ob man beim Umgang mit Satire/Kritik sozusagen „um des lieben Friedens Willen“ zurückstecken sollte, würde ich euch aus meiner persönliches Sicht mal ein titaniumgehärtetes NEIN entgegen schleudern wollen.

    Frieden ist für mich kein Zweck an sich. Das mögen andere Menschen anders sehen. Aber ich möchte nicht in einem Zustand X leben müssen, nur weil die Änderung des Zustandes X den Frieden gefährden würde.

    Es gibt halt leider kein Naturgesetz, das friedliches Zusammenleben und ewige Harmonie garantiert, wenn sich nur alle mal ein bißchen am Riemen reißen. Das ist nicht so, und das war auch noch nie so. Es wird immer Knalltüten geben, die meinen, anderen Menschen deren Leben vorschreiben müssen, zur Not mit Gewalt. Dagegen muss man sich, meiner Ansicht nach wehren (und wehren dürfen), egal, ob diese Knalltüten islamische Mordkommandos oder deutsche Innenminister sind. Wenn dabei dann der Frieden erstmal unter die Räder kommt, ist das tragisch, aber leider nicht zu ändern. Genau deswegen finde ich die kompromisslose Haltung der TITANIC schon immer so gut: Satire darf alles und jeden, immer. Kein Respekt vor gar nichts. Wer oder was nicht Satire- und Kritik-fähig ist, ist offensichtlich keine Kunst, geht nicht über Los und kommt direkt auf den Komposthaufen der Geschichte. Am Ende ist Satire für mich die beste und edelste Form des Ernstnehmens und des Respekts.

    Macht weiter so mit eurem Podcast! Nur das Beste!

    • bezüglich der Frage, ob man beim Umgang mit Satire/Kritik sozusagen “um des lieben Friedens Willen” zurückstecken sollte, […] Satire darf alles und jeden, immer. Kein Respekt vor gar nichts.

      Ich bin jetzt ein bisschen verwundert, weil ich meine, nichts anderes gesagt zu haben, als dass wir „da jetzt leider gemeinsam durch müssen“ (waren glaube ich meine Worte).
      Sollte es so rübergekommen sein, als wolle ich Satire in Grenzen weisen, dann habe ich mich nicht nur missverständlich, sondern falsch ausgedrückt.

  2. Wer die These aufstellt, dass „Terror von den Zahlen her nicht wirklich ein Problem“ wäre, der hat entweder zum Zeitgeschehen der letzten Jahre eine sehr selektive Wahrnehmung oder möchte einfach nur verharmlosen. In Europa ist das tatsächlich glücklicherweise noch und hoffentlich weiterhin nicht das große Problem, aber in den wirklich betroffenen Regionen in Afrika/Asien sieht das ganz anders aus. Kaum ein Tag vergeht, an dem nicht von Massakern durch Boko Haram in Nigeria (alleine ca. 4000 Opfer 2014), Bombenanschläge auf irgendeinem Markt im Nahen Osten durch IS/AQ und Afghanistan/Paktistan (Taliban/AQ), Nordafrika, Al-Shabab in Ostafrika, etc, berichtet wird.

    • Ich glaube Tim wollte sich mit seiner Aussage auf Deutschland und den deutschsprachigen Raum beziehen. Aber auch für ganz Europa gilt, dass Terroranschläge zu den unwahrscheinlichsten Todesursachen überhaupt gehören, wenn man sie mit koronaren Herzkrankheiten, Alkohol- und Nikotinkonsum oder dem ganz normalen täglichen Straßenverkehr vergleicht.
      Das hat sich sogar bis zur BILD-Zeitung durchgesprochen (Achtung, Link geht zur Bild-Zeitung ;-)

  3. Ein unübersichtles Sammelsurium an Dingen die mir eingefallen sind:

    Ich glaube dass sich eure Positionen zum Thema und meine ziemlich überschneiden, aber ich will noch ein paar Anmerkungen machen.

    Tim, wie kommst du auf die Idee dass jemand der „Abendland“ ruft ausgerecht das Judentum oder Israel gut fänden könnte? Allein die Annahme klingt für mich, aus meiner Perspektive, völlig absrud.

    Zu Brevik wollte ich noch sagen dass der Templerorden, und meiner Erinnerung auch die Krichen sich von ihn Distanziert haben.

    Zu PEGIDA finde ich es höchstgradig absurd dass jetzt ausgerechnet die Leute die „Lügenpresse“ skandiert haben jetzt nicht nur das Abendland sondern auch noch die Presse retten wollen.

    Außerdem erwarte ich von PEGIDA aufgrund ihres gestörten Verhältnisses zur Presse bald auch noch ganz fürchbare netzpolitische Positionen.

    Ansonsten noch was zu Breivik: Nach Breivik ist, zumindestens von der Retorik her, wenn ich mich erinnere, genau das passiert was Linus angesprochen hat: Die Aussage dass man nichts darann hätte machen können und man jetzt trotzig bei der „Freiheit“ beleiben solle. (Was bei der Position Schwedens zu den amerikanischen Diensten natürlich sehr zweifelhaft ist). Aber im Prinzip könnte man sich sinnvolle Position zu Terrorismus wünschen/erhoffen.

    • Nach Breivik ist, zumindestens von der Retorik her, wenn ich mich erinnere, genau das passiert was Linus angesprochen hat: Die Aussage dass man nichts darann hätte machen können und man jetzt trotzig bei der “Freiheit” beleiben solle.

      Das stimmt, deshalb zitieren wir ja auch den damaligen norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg…

    • Tim, wie kommst du auf die Idee dass jemand der “Abendland” ruft ausgerecht das Judentum oder Israel gut fänden könnte?

      Vermutlich, weil dem Abendland gerne das Attribut „christlich-jüdisch“ (oder sogar „jüdisch-christlich“) vorangestellt wird.

      • Ein Phrase die ich von noch niemanden außer von Antisemiten und erklärten Christenfeinden gehört habe.

        Aber, wie so oft, Wikipedia klärt auf.

        „““
        Der Begriff wird aktuell verwendet, um eine eigene westliche kulturelle Identität vom Islam abzugrenzen.[10] Im nationalkonservativen, rechtspopulistischen oder rechtsextremen Diskurs wird behauptet, das „jüdisch-christliche Abendland“ müsse gegen eine angeblich drohende Islamisierung verteidigt werden. Nach Ansicht des Berliner Antisemitismusforschers Wolfgang Benz ist dieser Begriff jedoch irreführend: Tausend Jahre lang habe das christliche Abendland alles daran gesetzt, die Juden auszugrenzen und als Sündenböcke zu diskriminieren; die verbreitete Vorstellung einer Symbiose von Juden und Nicht-Juden sei irreführend: Vielmehr würden „Muslimfeinde ein christlich-jüdisches Abendland konstruieren, das es nie gegeben hat“
        „““

        Ich fühle mich insofern bestätigt, als das ich von jemanden der „Abendland“ ruft auch ruft „die Juden haben unseren Christus getötet!“.

        • Ich habe den Eindruck, dass wir aneinander vorbei reden. Die Sache mit der Israel-Flagge bei der Pegida-Demo zeigt einen Widerspruch auf: Einerseits möchte Pegida das jüdisch-christliche Abendland verteidigen (mutmaßlich; ich habe bislang keine Texte gelesen, in denen die ihre Ideologie erklären), andererseits sind Symbole des jüdischen Staates bei den Demos unerwünscht.
          Dass der Begriff „Abendland“ in der Vergangenheit auch zur Abgrenzung gegenüber Juden verwendet wurde (dann natürlich ohne das Attribut „jüdisch“) und auch heute noch wird, spielt dabei doch keine Rolle. Das sorgt nur dafür, dass man über o.g. Widerspruch nicht überrascht ist; aber widersprüchlich bleibt es trotzdem.

  4. Ich frage mich, ob man nicht doch unterscheiden sollte zwischen Satire die die eigene Mehrheitsverhältnisse lächerlich macht und solcher Satire die sich auf die Fahne geschrieben hat vor allem Minderheiten im eigenen Land lächerlich zu machen. Ich kenne die Zeitung und die Arbeitsweise der einzelnen RedakteurInnen nicht, (und will natürlich überhaupt nicht die Tat rechtfertigen, weiß nich ob man das immer einschieben muss wenn man Überlegungen abseits des Mainstreams anstellen möchte?!) und möchte das daher nicht vorwerfen, aber ich stelle mir vor das man mit Satire auch Rassismus verstecken kann.

    • Nun, womit denn unterscheiden? Selbst wenn es rassistische Karikaturen wären — meinem Eindruck nach richtete sich der Spott eher gegen religiöse Überzeugungen — sind sie doch immer noch über weite Bereiche von der Meinungsfreiheit gedeckt und die Hersteller auch solcher Werke müssten gegen Gewalt geschützt werden. Wenn du meinst, dass viele Leute es in so einem Fall ablehnen würden, sich die Karikaturen durch Wiederveröffentlichung zu eigen zu machen, klar, aber dass man an einer Weiterverbreitung nur mitwirkt, wenn man den Inhalt halbwegs vertreten kann, versteht sich ja eigentlich von selbst.

  5. Linus, Tim, was meint ihr?

    Wie reagiert man auf Propagandisten wie Julian Reichelt von der Bild? Habt ihr seinen Kommentar gelesen? Schlimm, was der schreibt….

  6. Noch ein paar persönliche Eindrücke zum 31C3.

    Ich war nach ein paar Jahren Pause beim 30C3 und auch diese Jahr beim Kongress. Der 30C3 hatte mich zunächst enttäuscht: Ich bin zwar nicht wirklich ein Hacker sondern irgendwo zwischen Wissenschafter und Softwareentwickler (Research Engineer lautet mein Jobtitle). Ich war auf dem 30C3 mangels technischer Tiefe auf dem 30C3 zuerst enttäuscht (Hightlight für mich war der viel kritisierte Vortrag von Andreas Bogk). Aber im Nachhinein wurde mir der Wandel der gesellschaftlichen Bedeutung der Themen des CCC und die Auswirkungen auf den Kongress erst klar.

    Unter diesen Erwartungen meine Eindrücke vom 31C3:

    1. Die breite gesellschaftliche Bedeutung der CCC-Themen wird auch beim Kongress klar. Alleine schon demographisch (subjektiv) nähert sich der Kongress der Bevölkerung an: Von Jung bis Alt war ales vertreten. Und das sehe ich positiv. Denn die Themen betreffen jeden.

    2. Ich finde den Mix an Themen – auch abseits der Vorträge – echt toll. Die Atmosphäre ist wirklich weltweit einmalig. So veil Engagement gibt es wohl sonst nirgendwo – weltweit. So viel geiles Zeug – auch wenn so ein bisschen das neue spektakulär-innovative Grossprojekt wie die 30C3-Seidenstrasse fehlte. Ich überlege – auch wenn ich grösstenteils aus den USA anreise – mich nächstes Jahr beim Kaffee zu engagieren ;) Da würde ich mir auch auf den Vorträgen noch mehr aus dem Hacker/Maker-Bereich wünschen: Cooles Zeug war Leute erschaffen – auch so als Gegenpool zur eher destruktiven Natur des eigentlichen „Hackens“.

    3. Der Xerox-Talk war die würdige Nachfolge für den Cisco-Phone Talk letztes Jahr: Eine schöne Mischung aus Technik und Unterhaltung. Genial.

    4. Die Keynote war ein Desaster. In jeder Hinsicht – und es war noch schlimmer als ich es befürchtet hatte.. Da wäre ein Stallman besser gewesen. Oder nochmal der Joi Ito von vor 9 Jahren (alle Themen sind nach wie vor so aktuell). Oder eine Dana Boyd. Oder Bruce Schneier, Oder Ross Anderson (wäre so cool!). Ulrich Sieber (auch!). Johannes Masing (was wäre das für Statement!). Ulf Buermeyer. Indra Spieker. Oder Gerhard Baum/Burkhard Hirsch. Peter Schaar. Dan Geer.
    Es gäbe so viele Menschen, bei denen ich den Eindruck hätte, sie könnten dem Kongress eine nachhaltige Botschaft vermitteln – wie eben Ito. War sehr schade.

    5. Was ich mir dennoch wünschen würde, ist rein technischer- zentraler – Kongress (Nachfolge SIGINT): Man sollte das nicht Blackhat bzw. Defcon überlassen. Bleibt in Zukunft nur die DeepSec?

    6. Die Vorträge von Ruedi oder Maha nervten: Same Stuff as every year. Ja, ich weiss: CCC Inventar… Dennoch…

    Noch eine Anmerkung zu Satire/Religion: So sehr ich Religion als Dummheit verachte, so sehr stimme ich Linus zu: Man muss nun auch nicht krampfhaft auf den Gefühlen und dem Glauben der religiösen Menschen herumtrampeln. Insofern halte ich den deutschen Blasphemie-Paragraphen nicht für völlig falsch – vor allem weil unter dem ja auch die Papst-Titanic-Cover möglich geblieben sind (ausser bei Dauer-Arschloch FJ Wagner)

    Gute Sendung btw!

    Lg

  7. Vorsicht Rant

    Ich finde uns einfach so großartig. Uns, wir, der Westen. Mitteleuropa und die USA. Vor über hundert Jahren fallen wir in den arabisch-muslimischen Raum ein, ziehen willkürliche Grenzen, beuten deren Rohstoffe aus, unterdrücken die Einheimischen. Setzen gewählte Regierungen wieder ab, ersetzen sie durch uns wohl gesonnene Diktaturen. Ziehen massiv Erdöl und Gas ab, und führen völkerrechtswidrige Kriege in diesen Regionen und beliefern mal eben mehrere Kriegsparteien mit Waffen. Denn da unten interessiert uns nur, ob wir gewinnen.

    Dann rufen unsere Uranbomben und panzerbrechende Uranmunition im Irak viele tote Säuglinge und missgebildete Säuglinge hervor, die dazu verdammt sind gerade ein paar Tage bis Wochen am Leben zu sein, um dann elendig zu krepieren.
    Das schöne an unserer Demokratie und Meinungsfreiheit war schon immer, unsere Gräueltaten wie diese, nicht unseren Bevölkerungen all zu stark zu kommunizieren.
    Auch die Tatsache, dass der IS bessere amerikanische Waffen hat, als die irakische Armee, das berichten wir mal lieber nicht in den 20 Uhr Nachrichten. Pressefreiheit und Meinungsfreiheit bedeutet ja auch, nicht gezwungen sein zu müssen etwas zu berichten.

    Was da unsere Medien viel besser können, sind Menschen, die unsere westlichen Gesellschaften haben leiden lassen, zu erklären, dass sie noch weniger Wert sind, in dem wir ihre Religion beleidigen. Das ist alles was diesen Menschen noch geblieben ist, als ein fester Halt im Leben und Orientierungsanker. Aber dann kommen wir, als moralisch total überlegender Westen daher und sagen:

    Hey, legt mal kurz eure halbtoten, verstrahlten, Krüppelkinder bei Seite, die sind eh schon tot, schaut lieber mal hier: Karikaturen eurer religiösen Heiligen! Ha! Was? Ihr reagiert mit Unruhen und Toten? Boa seit ihr rückständig und primitiv. Merkt ihr nicht wie wichtig es für unsere Meinungsfreiheit bei uns ist, wenn wir bei euch eure Religion beleidigen?!?!!!!?

    Und dann werden in Frankreich 16 Menschen ermordet. Welch Barberei! Wieder ein Beleg für diese rückständige Religion und dafür, dass diese Menschen einfach noch nicht in der Gegenwart angekommen sind. Da tut es doch der Seele gut, wenn wir uns so moralisch überlegen fühlen dürfen. Mit unseren Werten und Menschenrechten und unserer Meinungsfreiheit.

    Rant Ende

  8. Ihr nehmt Euch einen Freibrief heraus alle Demonstranten, die gegen den Vorstoß einer Religion auf die Straße gehen, pauschal als Idioten zu beschimpfen, also MENSCHEN, andererseits druckst Ihr rum ohne Ende wenn es um die nichtselbstzensierte Lächerlichmachung von irrationalen Gedankengebilden geht, also IDEEN.

    Und Ihr tut dies mit dem Gestus der Erhabenheit ohne daß Euch der Widerspruch auffallen würde. Menschen ohne immerwährende kognitive Dissonanzreaktion verspüren dabei Schmerzen und Scham.

    Für alle Freunde der Aufklärung gilt die Meinungs- und Versammlungsfreiheit und zwar für alle Menschen gleich, und man muß diese GERADE DANN verteidigen, wenn es unerwünschte Inhalte sind die vertreten werden. Alles andere ist Faschismus. Wenn Euch nicht mehr einfällt als Beschimpfung wird dies allgemein als Armut an Gegenargumenten gewertet.

    In Anbetracht der konkreten Besitzverhältnisse und Abhängigkeiten ist das mediale Getue um die gefährdete Pressefreiheit eine perverse Farce, denn sie existiert faktisch nicht.

    Bleibt noch ein Zitat von Paul Sethe

    „Pressefreiheit ist die Freiheit von zweihundert reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten.“

    • Warum sollte man das Demonstrationsrecht von Pegida verteidigen? Sind die irgendwie bedroht? Und warum sollten sich Tim und Linus, ihre eigene Meinungsfreiheit (inklusive des Urteils „Idioten“) versagen, um deren nicht gefährdete Versammlungsfreiheit zu schützen?

      Außerdem, dass es bei Pegida tatsächlich um Islamisierung geht, wurde im Podcast bestritten. Die Bewertung setzt also bei einer ganz anderen Einschätzung an. Die Selbstbezeichnung der Protestbewegung wurde durch das Attentat in Paris scheinbar aufgewertet, dabei ist dieses bei näherer Betrachtung eher ein Gegenbeweis für die These von einer Islamisierung.

  9. Kurze Frage an Linus:

    Ich habe den Eindruck, dass die Sprecher/Vertreter der verschiedenen Islamischen Glaubensausrichtungen nicht so gut mit dem Norm-PR-Verhalten der deutschen Presse/Öffentlichkeit umgehen können. Im Prinzip sind sie nicht PR-professionalisiert genug (hm… habe ich das nicht schon mal irgendwo gehört?).

    Und das führt jetzt dazu, dass sie in einem öffentlichen Diskurs, dessen Zentrum sie ja eigentlich sein sollten, unterrepräsentiert sind bzw. über den Tisch gezogen werden.

    Ihr kennt euch mit der Medienwelt besser aus. Stimmt mein Eindruck oder täusche ich mich da?

    • Ich habe den Eindruck, dass die Sprecher/Vertreter der verschiedenen Islamischen Glaubensausrichtungen nicht so gut mit dem Norm-PR-Verhalten der deutschen Presse/Öffentlichkeit umgehen können.

      Das mag sein, ich weiß aber auch nicht, was man in ihrer Situation besser machen könnte.
      Ihre Message, das diese Taten mit der Religion nicht vereinbar sind, wird ja durchaus überall gebracht.

      Der Ruf des Islam wird in unseren Medien selten positiv beleuchtet, und wenn bei jeder Gelegenheit binnen Sekunden irgendein Konservativer eine „Distanzierung“ fordert, wertet das ja grundsätzlich jede Reaktion ihrerseits ab. Will sagen: Sie haben wirklich keine günstige Ausgangsposition.

      Selbst wenn sie pro-aktiv Friedens-Programme und -Aktionen starten, wird das ja öffentlich nur negativ für den Islam ausgelegt: „Schaut her, diese [implizit: wenigen] Imame wollen sich dem Terror-Problem des Islam widmen.“

      • Ich muss auch eingestehen, dass die letzten beiden Tage eher das Gegenteil meines Kommentars belegen. Sollten die Probleme in der Vergangenheit existiert haben, dann haben die Verbände einiges gelernt oder sich gut beraten lassen.

        Als heute morgen durch den tagesschau.de RSS Feed die Nachricht durchschwappte, dass der Zentralrat der Muslime und die Türkische Gemeinde Berlin zu einer Mahnwache und Gedenkveranstaltung eingeladen haben, mit expliziter Einladung an den Zentralrat der Juden, da sah ich meinen Punkt widerlegt.

        Sie haben initiativ eine Veranstaltung anberaumt, die inhaltlich eindeutig die Strohmann-Argumente der PEGIDAs entkräftet und sie haben es groß genug aufgezogen, dass es bundesweit in den Mainstreammedien platziert werden konnte.

        Klar, der nächste Shitstorm kommt bestimmt, aber ich denke gerade in der „Mitte der Gesellschaft“ füllt diese Aktion den Wunsch nach einem klaren, großen Signal der deutschen Muslime gegen sie Kakophonie vom „Untergang des Abendlandes“.

        Gut gemacht, würde ich sagen.

  10. Danke für eure unaufgeregte Herangehensweise an das Thema Charlie Hebdo. Und für die Worte Richtung Muslime, die gerade eine ziemlich beschissene Zeit haben dürften.

  11. Hi Linus und Tim,

    könntet Ihr mal etwas detaillierter auf tatsächliche Erfolge der Überwachsungsorgie der Geheimdienste eingehen im Kampf gegen den Terrorismus, bzw. die möchtegern Erfolge, die gerne zur Rechtfertigung verwendet werden?

    Wäre hilfreich um im Freundeskreis besser argumentieren zu können! Ich stoße teilweise weiterhin auf stumpfes Unverständnis der Kategorie „Ich habe nichts zu verstecken“, die meinen, das alles betrifft sie nicht. *frust*

    Nochwas, ich würde gerne alle Folgen downloaden (ohne mich einzeln verrücktzuklicken), vllt. brennen und verschenken, selber nochmal durchhören bzw. archivieren etc. Vllt. könnt ihr Pakete zum dl anbieten, zB. Folge 1-50, 51-100 etc.

    Gruß aus München,
    Stephan

    #thumbsup

    • könntet Ihr mal etwas detaillierter auf tatsächliche Erfolge der Überwachsungsorgie der Geheimdienste eingehen im Kampf gegen den Terrorismus, bzw. die möchtegern Erfolge, die gerne zur Rechtfertigung verwendet werden?

      Davon gibt es ja nicht viele:

  12. Dass auf dem Kongress so viele verschiedene Leute mit und ohne Kinder wahren ist sehr gut. Was mir leider dieses Jahr vermehrt aufgestoßen ist sind uninteressierte bis quengelige PartnerInnen in diversen Vorträgen. In Kombination mit interessierten Leuten die nur einen Tag Zeit hatten und kein Tagesticket mehr bekommen haben ist das etwas worüber man nochmal nachdenken könnte.

  13. @ Donut

    Wie sind denn die Kommentarue zum Fleischhauer-Artikel? Eher zustimmend oder ablehnend? Aus Deinem Posting wird das nicht klar…

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