LNP188 Tempomat mit Lenkomat

Tesla Autopilot — EU-Netzsperren — BÜPF-Referendum — Privacy Shield — VDS — Sofortüberweisung — Cyber-Sicherheits-Strategie — Chelsea Manning

Es ist wieder so einiges zusammengekommen und daher zieht sich die Sendung etwas. Wir witzeln über Autopiloten und der Unfähigkeit der deutschen Banken, sich der Zukunft zu stellen, monieren aber von Bundeskartellamt bis Bundesverteidigungsministerium diverse Versäumnisse und Vergehen der politischen Klasse.

Dauer: 1:37:23

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49 Gedanken zu „LNP188 Tempomat mit Lenkomat

  1. Ich denke die Lösung für Autopiloten bzw. Spurhalte-Assistenten ist relativ Einfach: die Maßnahmen die den Fahrer zwingen Aufmerksam zu bleiben, müssen verstärkt werden. Dass ein Fahrer Videos guckt oder sich auf die Rückbank setzt muss effektiv verhindert werden. Das Auto muss erkennen, ob der Fahrer noch die Kontrolle hat, und wenn dies nicht der Fall ist Warnen, nerven. Und wenn ein Fahrer zu viele derartige Minuspunkte sammelt, sollte er von der Benutzung des Autopiloten ausgeschlossen werden.

    Die Hürde, sich auf den Autopiloten komplett zu verlassen, muss höher werden – viel höher.

    Komplett Autonomes Fahren sehe ich erst dann wenn
    1. die Straßen extra dafür hergerichtet werden
    2. Möglichst alle Autos mit Sensoren und Transpondern ausgestattet sind, so dass sich die Autos selbst erkennen, so wie Flugzeuge sich gegenseitig erkennen und kommunizieren

    • Natürlich müssen wir auch alle Fußgänger und Radfahrer mit Chips ausrüsten, sonst sind sie grundsätzlich selbst schuld, wenn sie Unfälle mit Autos haben.
      Alternativ darf gar nicht mehr zu Fuß gegangen oder mit dem Rad gefahren werden außerhalb bestimmter eingezäunter Bereiche.

      Wir sind in den letzten Jahrzehnten schon so weit gekommen auf dem Weg dahin, Straßenbau/Verkehrsregeln/Mentalität wesentlich am Autoverkehr auszurichten und andere Straßenverkehrsteilnehmer nicht als vollwertig anzusehen, da sollte man jetzt kurz vor dem Ziel nicht einknicken.

      Wenn sich jeder Einzelne von uns mit einer Tonne Blech + kluger Elektronik schützt, ist doch an alle gedacht.

  2. @Tesla: Die Rückfahrkamera ist nicht Teil der “Autopilot”-Hardware. Die “Hand am Lenkrad”-Erkennung erfolgt durch Widerstand gegen den Motor, der das Lenkrad dreht. Die Polizei hat einen mobilen DVD-Player im Wagen bestätigt. (Auf dem “iPad” des Tesla kann man keine Videos wiedergeben.)

    Ansonsten gut recherchierte und korrekte Darstellung des Unfalls. Einzig das Fazit fehlt mir ein bisschen: Der LKW-Fahrer hat dem Tesla die Vorfahrt genommen. Und es ist ein Fehler des Tesla-Fahrers, der sich auf Assistenzsysteme verlassen hat, die er zu überwachen gehabt hätte – in diesem Fall der Notbrems-Assistent, den auch viele andere Autos haben, also in dem Sinne gar kein Versagen des “Autopilots”.

    • Vielen Dank für die Ergänzungen!
      Dass zu einem Unfall immer zwei gehören stimmt schon – aber die Debatte ist natürlich gerade anders geprägt, weil einen Unfall ja auch immer zwei verhindern können. Da hätten wir mehr “gegendarstellen” können.

  3. Habe selbst seit 5 Jahren ein Auto mit einem Abstandsradar inkl. Tempomat. Funktioniert recht gut, vor allem auf Autobahnfahrten, aber im Stadtverkehr, wo das Auto sogar bis auf 0 km/h abgebremst wird.

    Assistentssysteme sind heute echt 0815 und werden einzeln oder im Bundle seit mindestens 6,7 Jahren von den großen deutschen Herstellern angeboten. Automatisches Einparken sogar noch länger.

    Nur die lernfähige Schwarmintelligenz ist bei Telsa offenbar einzigartig.

    Effektiv scheint es mir hier, dass hier ein Autofahrer seinen modernen Tempomat mit einem autonomen Fahrmodus verwechselt hat (vgl. https://www.youtube.com/watch?v=LUEDVMOMY24); und dies ist einfach gerade die aktuelle Sau, die durchs Dorf getrieben wird.

  4. Leider habt ihr das Thema nur kurz angeschnitten, ich würde mich aber freuen, wenn ihr es weiter im Auge behaltet:

    Es stört mich massiv, dass (terroristische) Propaganda grundsätzlich verboten werden soll. Ich persönlich nutze das Internet, um mich über terroristische Organisationen wie den Islamischen Staat zu informieren. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit der Außen- und Selbstdarstellung.
    Selbstverständlich müssen Menschen geschützt werden, die sich leicht radikalisieren lassen (etwa Jugendliche).

    Weiterhin kann ja lediglich die Absicht der Verbreitung von Propaganda unter Strafe gestellt werden.

    Hier wird einmal wieder der große Hammer rausgeholt, mit dem dann alles und noch viel mehr gelöst werden soll. Ärgerlich.

    In den entsprechenden (kritischen, nicht propagandistischen) Foren und Subreddits (etwa r/syriancivilwar) fällt mir zusehends auf, dass ein Furcht davor entsteht, “auf einer Liste zu landen”. Ich freue mich auf den Tag, an dem ein Spezialkommando mir die Bude aufmacht, weil ich mich frei Informiert habe. Ich möchte in einem Staat leben, in dem ich mich frei informieren kann. Abschließend möchte ich noch zur Sicherheit klar stellen, dass ich terroristische Akte grundsätzlich verurteile.

  5. Nachtrag: Ich weiß nicht wie oft ihr es schon gehört habt, aber ich möchte mich bei dir Linus und bei dir Tim für den interessanten Podcast bedanken.

  6. Ich spiele mal den Advocatus diaboli in Bezug auf “der Fahrer war doch selbst schuld”:

    Als Linksabbieger würde ich jedenfalls durch eine Fahrprüfung rasseln, wenn der Gegenverkehr bei diesem Manöver abbremsen muss.

    In sofern, trägt der Lastwagen an dem Unfall nicht zumindest eine Teilschuld?

    Er ist abgebogen, obwohl er offensichtlich den Gegenverkehr dabei behindert hat, denn dieser hätte zur Vermeidung der Kollision abbremsen müssen, falls das überhaupt noch möglich war, da kenne ich die Details leider auch nicht.

    Da der Fahrer auf der Gegenfahrbahn unaufmerksam war, kam es dann auch zur Kollision, dummerweise noch ungebremst.

    Und trotzdem war eine Fehleinschätzung des Linksabbiegers nach dem Motto “das wird schon reichen, bevor der Gegenverkehr bei mir ankommt” der eigentliche Auslöser, sonst hätte er gar nicht abbiegen dürfen und den Gegenverkehr zuerst passieren lassen müssen.

    HW

    • Das habe ich mich auch seit dem Beginn der Berichterstattung gefragt, überall wurde geschrieben, was das Tesla-Auto falsch gemacht habe etc. Der LKW-Fahrer ist bisher nur durch Beschuldigen des Autofahrers in Erscheinung getreten.

      Nun kenne ich leider die Verkehrsregeln in den USA im Detail nicht, vielleicht gibt es dort andere Vorschriften als in Deutschland?

      Hier noch die Ansicht der Kreuzung in Streetview

    • Man kann nicht einfach ungebremst die Vorfahrt erzwingen. Es passieren immer Ausnahmesituationen, die Vorsicht verlangen. Persönlich finde ich es schade, dass hier offenbar der “Beta”-Test auf die Straße verlegt wird. Anscheinend verlässt sich Tesla ausschließlich auf eine optische Erkennung?! Interessant wäre, wie das Update der schwierigen Passagen funktioniert. Per Heuristik-Update oder als Ausnahme per Mobilfunk basierend auf Ortsdaten?
      Letzteres wäre schon fragwürdig, da ein Mangel geflickt wird bzw. nur überdeckt wird, der das zu Grunde liegende System betrifft. Gibt es dann nur ein Richtig oder Falsch? “War schon immer so, wird jetzt auch so sein”? Das ist wie mit dem Navi, das sagt: “Jetzt rechts abbiegen” und man landet im Fluss.

    • Ich denke das Problem ist, dass der Tesla ungebremst da rein gerasselt ist.
      Das machen sonst nur schlafende oder unaufmerksame Fahrer, die zum Beispiel nebenbei eine DVD kucken.
      Oh, wait!

      • In dem Fall soll doch die tiefstehende Sonne ein großes Problem dargestellt haben. Vielleicht hätte auch ein aufmerksamer Fahrer durch die Blendung der Sonne den LKW nicht gesehen und wäre somit ungebremst reingerasselt. Ich hab im Moment jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit ein Stück Straße, wo die Sonne genau entgegen steht und man wirklich nichts sehen kann. Zum Glück kann an der Stelle niemand entgegen kommen oder die Straße kreuzen. Bei dieser Art Unfall hätte man sich gewünscht, dass die Fahrassistenssysteme einspringen, wenn der Mensch es nicht erkennt.
        Wie das System den LKW für ein Verkehrsschild oder eine Brücke halten konnte erschließt sich mir nicht ganz. Das System müsste doch wissen wie hoch der Wagen ist und wenn es irgendetwas, in den Bereich wo das Auto langfahren wird, im Weg sieht abbremsen.

  7. Ob des Offline Bankings:
    Für die paar Überweisungen, die ich im Jahr vornehme, nutze ich die Terminals in den Banken.
    Mit der Einführung der IBAN ist dies aber eine Zumutung geworden, da es das Frontend nicht mal hin bekommt, die 22-stellige IBAN irgendwie (geschweige denn sinnvoll) zu formatieren!
    Ist es echt zu anspruchsvoll, eine 22-stellige Zeichenkette z.B. in 4er Gruppen darzustellen?

    Des weiteres ist es dem Automaten seit dem auch nicht mehr möglich, die Bankleitzahl in Fließtext umzuwandeln, …

    Woher kommt bloß dieser Hass auf die Kunden; was haben wir den Banken denn getan?!
    sam

  8. Danke für den Podcast, aber bei dem Bankenthema fehlte mir da noch ein bisschen was.

    Also ersteinmal denke ich, das wirkliche Problem ist bei den heutigen Zahlungsabsicherungen nicht, dass ich Angst haben muss, dass Sofortüberweisung unerlaubt Geld abgreift. Schliesslich gibt man denen ja nur für eine einzelne Überweisung eine Tan (ob nun übers telefon, vom papier oder mit gerät). Und bei den aktuellen Tan Verfahren KANN man ja auch nochmal kurz draufschauen in der SMS oder im Gerät ob wirklich das richtige überwiesen wird. Macht natürlich nie jemand. Da es bei mir meistens nur kleine Beträge sind achte ich nur kurz drauf ob der auch wirklich so klein ist und bei größeren guck ich dann doch mal genauer.

    Also könnte Sofortüberweisung nur bei der EINEN Überweisung bescheissen, wenn man nicht drauf achtet. Viel problematischer ist aber, dass man ihnen einen Zugang zu seinen ganzen Kontoeinstellungen und Verlauf gibt (durch die gleich bleibende Pin). Und ich find die Meldung leider nicht mehr, aber ich erinnere mich, dass das mal jemand überprüft hat und rausgekommen ist, dass Sofortüberweisung so drive-by mäßig auch gleich mal die deine Kontobewegungen der letzten 3 Monate mit abgreift sowie Daueraufträge etc. Klar, warum auch nicht? Und diesen Zugang behalten sie natürlich, wenn man die Pin nicht ändert.

    Weiterhin ist natürlich wirklich das Problem, dass man die Leute daran gewöhnt ihre Pin/Tan woanders als bei der bank selbst anzugeben. Ganz ganz schlechte Idee. Eurer Kritik über dieses rottige Bankensystem will ich mich da natürlich total anschliessen. Und ich versteh wirklich nicht, warum die Banken da nicht mit WENIG Aufwand einfach etwas verbessern wollen. Es würde doch schonmal wunderbar ausreichen wenn ich

    A) nicht immer alles in diese Formularfelder selbste eintippern müsste. Wie einfach wäre es, einfach die entsprechenden Daten per GET (also in der url) an die Bankseite zu übertragen. Dann log ich mich ganz normal bei meiner Bankseite ein und lande direkt in der ausgefüllten Überweisung und muss nur noch mein Tanverfahren duchziehen. Was natürlich umständlicher ist als paypal email/passwort, aber auch deutlich deutlich sicherer.
    Problem dabei sit natürlich, dass man eigentlich nicht will dass die Leute auf Links klicken weil die leicht gefälscht werden könnten. Darum könnte man zumindest

    B) ein Standard Textformat nehmen, und dieses einfach komplett in ein Feld kopieren. Das ist ja keine große Magie, gibt es ja eigentlich schon.

    Also
    Name
    Iban: 9238712893
    Bic: ajsfhkjasf
    Bankname (wenns denn sein muss)
    666,66 Euro
    Zweck

    So und den ganzen Block kopier ich dann in EIN Feld und nicht alles einzeln, das finde ich am schlimmsten bei der ganzen Sache.
    Dafür müsste man ja keine ultramagischen Standardisierungsmaßnahmen durchführen, der Großteil ergibt sich schon aus den Formaten.

    C) und das könnte man erweitern durch ein einfaches Signed Public Key Verfahren. Mit dem der Händler einen Key mitschickt und die Bank daraus einen Schlüssel generiert der dem Händler versichert, dass die Überweisung stattgefunden hat. Dann hätte ich meine Sofortüberweisung, aber ohne dazwischen einen Geldagreifer sitzen zu haben

    • All das sind gute Ideen, die auch immer mal wieder von einzelnen aufgegriffen werden. Allein, ohne die Unterstützung der Banken passiert es entweder nicht, oder es macht halt jemand anderes an den Banken vorbei.

  9. Ich habe in der Automobilindustrie gearbeitet (mache jetzt lieber was anderes) und dabei u.a. mit Servolenkung und Assistenzsystemen zu tun gehabt. Genauer mit dem Nachweis der funktionale Sicherheit von solchen Systemen. Vereinfacht gesagt wird ‘Hand am Lenkrad’ normalerweise tatsächlich über die Drehwinkel-Messung erkannt.

    Was ich an der Aussage des KBA verwunderlich finde: Entweder hat Tesla für das Fahrerassistenzsystem ein Zulassung oder Tesla hat sie nicht. Warum sich das KBA _jetzt_ an der Vermarktung unter der Bezeichnung ”Beta” stört, erschließt sich mir nicht.

    Die offensichtlich falsche Wahrnehmung seiner Kunden über die tatsächlichen Autonomie des Fahrerassistenzsystems nicht frühzeitig korrigiert zu haben, muss man Tesla aber wohl vorwerfen.

    Der verstorbenen Fahrer hatte afaik bereits eine gewisse Bekanntheit erlangt, indem er Videos von seinen ‘autonomen’ Auto im Netz, und insbesondere in Tesla-Fan-Foren, publizierte. Ich bezweifle dass dies Tesla, z.B. im Rahmen ihrer Marken-Pflege, verborgen geblieben ist.
    Ich hätte von Tesla erwartet, ihren Kunden auf seinen Irrtum hinzuweisen.

    (Natürlich sind, unabhängig vom aktuellen Fall, die Menschen hinter dem Lenkrad das eigentliche Sicherheitsproblem im Straßenverkehr)

    • Die Betriebserlaubnis wurde Tesla nicht vom KBA sondern der Niederländischen Behörde gegeben. Darum gilt sie ersteinmal europaweit.

    • “Die offensichtlich falsche Wahrnehmung über die tatsächlichen Autonomie des Fahrerassistenzsystems”

      sehe ich vielmehr bei Medien und Vertretern der Konkurrenz. Wäre die Debatte sachorientiert, dann würden wir über die Qualität von Teslas Assistenzsystemen in Relation zu anderen Lösungen auf dem Markt sprechen, anstatt verkrampft um jeden Preis Tesla das Fehlverhalten seines Kunden und ggf. des LKW-Fahrers anzulasten.

  10. Ich fahre beruflich jährlich ca. 90k km in Fahrzeugen mit allen Assistenzsystemen. Gerade auf der Autobahn ist das sehr angenehm, vor allem bei Stop&Go-Verkehr. Aber der radargestützte adaptive Tempomat hat noch einige Schwächen (zumindest in meinen gefahrenen Autos), zB in Baustellen wenn eine Spur alleine zwischen den Trennwänden geführt wird. Da scheint das System Probleme mit den Reflektionen der Wände zu haben. Oder in engen Kurven (Kreisverkehr zB), dann verliert das System das vorausfahrende Auto aus den “Augen” und beschleunigt.

    Insgesamt finde ich aber das Problem des Datenschutzes viel problematischer. Sei es ob die Daten für KFZ-Versicherungen oder aber für den Arbeitgeber benutzt werden. Ich sehe da eine schleichende Vollüberwachung von Aussendienstlern auf uns zu kommen. Weiterhin gibt es auch schon Untersuchungen von Verkehrspsychologen, dass konformes Fahren auch eine gewisse Art von Gefährdungen entstehen lassen kann, zB wenn starkes Bremsen sich negativ auf ein “Umweltscoring” auswirken kann (momentan bei Car-Sharing-Diensten), dann kann auch eine notwendige Vollbremsung zu spät erfolgen. Ich hätte gar nichts gegen autonomes Fahren, also im Sinne von Vollautonom ohne Hände am Lenkrad, da könnte ich nebenbei arbeite, auch wenn es bedeuten würde, dass ich “gefühlt” langsamer unterwegs bin. Aber die Systeme müssen die Daten im Fahrzeug verarbeiten und allerhöchstens noch im Nahfeld sich mit anderen Fahrzeugen austauschen.

    Thema Geldkarte:
    Sehr angenehm beim Bezahlen in der Straßenbahn oder beim Parken. Insgesamt habt ihr aber vollkommen Recht, dass die Banken alles andere als innovativ sind.

  11. Nur kurz zu Sofortüberweisung und “warum machen die Banken das nicht direkt so?” – Das habe ich mich auch lange gefragt, und siehe da: Es gibt Giropay. Macht genau das. Aber Psst, nicht dem Bundeskartellamt verraten ;-)

  12. Die Alternativen zu Sofortüberweisung sind auch nicht besser:

    – Rechnung: meistens nicht möglich, schlecht für den Händler
    – Rechnung über Dienstleister wie Billpay: ganz mieser Service, erinnert an Mafia
    – Überweisung: langsam, schlecht für den Kunden
    – Kreditkarte: Gebühren, man gibt auch hier seine Daten auf irgendeiner Seite ein, nicht gerade Datensparsam
    – Paypal: hier könnte die allerlängste Kritik stehen

    Ich sehe Sofortüberweisung bei diesem ganzen Elend noch als das kleinere Übel an. Sehen einige Banken auch ganz gerne mittlerweile. Die großen Probleme hatte ich bisher eher mit Kreditkarte und Paypal…

  13. bzgl. sofortüberweisung, paypal, visa, …
    Ein großes Problem ist eben, dass die Banken nicht selbst als Treuhänder wirken. Insbesondere bei irgendwelchen unbekannten Anbietern möchte mensch eben nicht einfach Geld überweisen (geschweige denn einziehen lassen, denn die Bankdaten ändern sich ja erst bei der Kündigung), sondern die Bank sollte das Geld verwalten, bis das Produkt eingetroffen ist, und dann dem Händler auszahlen.
    Eine solche Option gibt es nicht.

    All diese Bezahlsysteme sind scheiße, aber eine Überweisung kann zwar Daten sparen, im Zweifel erhalte ich jedoch mein Produkt nicht; und der Händler muss in der Regel auf den Betrag warten.

    Spannend sind im Übrigen solche Konzepte, bei denen die Gebühren dem Kunden direkt aufgeschlagen werden. Ich denke, das ist doch noch die fairste Art der Erziehung, wenn sie schon nicht von ihrem PayPal lassen können.

  14. @Linus: Dann hast du noch nie in Köln versucht ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel zu kaufen. Da kannst du nämlich nur Bar oder mit Geldkarte zahlen… nornal hier EC Karte geht nicht.

    Die Prüfsumme steht am Anfang hinter dem DE und besteht aus zwei Stellen.

  15. Wie immer eine informative und unterhaltsame Folge.

    Was soll aber die Behauptung, dass sich die IBAN viel schlechter merken ließe als BLZ und Kontonr.? Das höre ich auch von anderen, kann es aber nicht nachvollziehen, weil die IBAN doch hauptsächlich die beiden enthält: 2 Stellen Landescode, 2 Stellen Prüfzahl, BLZ, Kontonr.
    Der Landescode ist meist DE, neu merken muss man sich daher nur die Prüfzahl, die ja eine deutliche Verbesserung gegen Schreibfehler ist, wie ihr richtig ausführt.

    • IBAN soll doch PLZ plus Kontonummer ablösen. Ist es daher wirklich ein Argument für IBAN wenn man sich aus dem alten System eine Eselsbrücke bauen muss?

      Tatsächlich ist allein die Notation schon so komplex, dass es Trojaner gibt, die IBAN in der Zwischenablage durch andere ersetzen, um Opfer dazu zu bringen Geld auf andere Konten zu überweisen.

      Ich kann mir echt kein weniger menschenfreundliches System vorstellen. Es sei denn, man fügt noch Buchstaben hinzu, und macht die Kombination noch länger.

    • Das stimmt schon, und das dachte ich auch immer.

      Bis du mal vor so einem Überweisungsautomaten stehst (der die IBAN nicht in Gruppen anzeigt o.Ä. – siehe oben) und dann die Nullen in der Mitte zählen musst.
      Aber wer sich vorher mehr als seine eigenen Bankdaten gemerkt hat, der schafft auch noch eine IBAN.

  16. Seid Februar diesen Jahres ist die BIC überflüssig geworden. Es muss sich also “nur” noch die IBAN gemerkt werden. [1]

    Außerdem recht neu scheint PayDirekt zu sein. Sieht ein wenig nach Sofortüberweisung mit Erlaubnis der deutschen Banken aus. Die Großen scheinen auch schon dabei zu sein. [2]

    Sofortüberweisung hatte bisher immer den Vorteil, dass sie günstiger als PayPal & Co waren. Man also nicht nochmal zwei Prozent Aufschlag bezahlen musste. Ob die Banken das mit PayDirekt auch hinbekommen sehe ich noch nicht. Insbesondere wenn ich das hier lese: “Bei paydirekt legen Sie die Kosten pro Transaktion direkt mit Ihrer Bank oder Sparkasse fest.” [3]

    [1] https://de.wikipedia.org/wiki/ISO_9362#Nutzung
    [2] https://de.wikipedia.org/wiki/Paydirekt#Teilnehmende_Banken
    [3] https://www.paydirekt.de/haendler/index.html

  17. Bei österreichischen Banken werden Zahlungsinformationen direkt per EPS in das e-Bankingsystem der Hausbank gespeisst. -> Die Hausbank macht dann eine normale Überweisung + Bestätigung für den Web-Shop draus.

  18. Zum Teslaunfall hätte ich ausnahmsweise auch noch meinen Senf dazuzugeben: wie schon im Podcast erwähnt, handelt es sich beim “Autopiloten” nicht um echtes autonomes Fahren, sondern um einen um den Spurhalteassistenten erweiterten Abstandshaltetempomaten. Meine ich auch schon mal bei Audi gesehen zu haben, wird halt nur nicht Autopilot genannt.

    Diese Systeme sind tatsächlich im weitesten Sinne mit den einfacheren Autopiloten, die es in Fliegern gibt vergleichbar. Ebenso vergleichbar sind Probleme, die sich aus der Nutzung dieser ergeben können. Man hat beispielsweise bei Flugzeugen erkannt, dass es sehr lange dauert, bis ein Pilot Handlungsbedarf erkennt, sich zum Handeln entscheidet, den Autopiloten deaktiviert und schlussendlich irgendwann wieder voll in der Steuerung steht. Hier wurden (wenn mich nicht alles Täuscht) Reaktionszeiten im zweistelligen Sekunden- bis einstelligen Minutenbereich gemessen. Sowas kann man sich in der Luft vielleicht noch leisten, auf ner Autobahn eben nicht. Deswegen bin ich der Meinung, dass solche Systeme (zumindest solange es kein echtes Autonomes fahren gibt) rein passiv warnen, den Fahrer also unterstützen, aber nicht ablösen sollten.
    So hätte man halt die erhöhte sicherheit durch die Assistenten, aber der Fahrer kann es sich trotzdem nicht leisten, sich abzulenken, weil er ja schlussendlich weiter fahren muss…

  19. Zu Sofortüberweisung
    Die deutschen Banken bieten einfach keine vernünftige Schnittstelle um online über sie Zahlungen abzuwickeln. Sofortüberweisung macht genau das indem es ihre Onlinebankingportale zur Api umbaut.
    Da laufen auch nicht nur einzelne Zahlungen und hier und da wird mal beschissen sondern das läuft seit 10 Jahren und alle sind zufrieden. Welches Interesse sollte man da denn haben die Kundendaten zu veruntreuen? Da könnte man genau so gut seinem Browserherstellers misstrauen, dass er pin und Tan abgreift. Noch dazu sitzt die komplette IT in Deutschland und auch die Server laufen hier und noch nicht mal in ner Cloud. Da ist nicht nur Schatten. Klar ist das auf den ersten Blick fragwürdig. Aber schau euch mal die alternativen an. Giropay ist das Pendant der Banken dazu. Und genau deshalb ist das Kartellrechtlich bisher bedenklich gewesen. Die Banken untersagen die Nutzung und wollen ihr schlechtes Produkt damit schützen. Der Sofort GmbH wäre nichts lieber als wenn die Banken endlich ordentliche Schnittstellen anbieten oder einsetzen würden. Dann könnte man sich darauf beschränken diese benutzbar zu machen siehe HBCI. Solange das nicht passiert bleibt nur der Hack in die Userportale. Der passiert jedenfalls nicht aus niederen Beweggründen sondern um in Deutschland PayPal und den Kreditkarten etwas entgegen zu stellen.

  20. Bitte in der nächsten Episode auf die Killerspielediskussion verzichten.
    Höchstens kurz erwähnen das de Maizière Panzer auf die GamesCom stellt aber nicht über jedes Stöckchen springen das er hin hält.
    Ob die Darknet diskussion zum gleichen Thema was taugte weiß ich nicht aber die Stoß richtung nach dieser Bullshit aktion nervt echt tierisch und ist auch jetzt mindestens 10 Jahre alt.

  21. Für eine der nächste Folgen:
    “Das Selbstbauer-FTTH Mehr Breitband für mich (MBfm) der Deutschen Telekom kann sehr teuer werden. Das hat ein Kaufinteressent Golem.de berichtet. Laut dem Angebot, das Golem.de vorliegt, will die Telekom für den direkten Glasfaseranschluss ohne Selbstbeteiligung an dem Bauprojekt 254.207 Euro.” http://www.golem.de/news/mehr-breitband-fuer-mich-mbfm-telekom-ftth-kostet-ueber-250-000-euro-1607-122403.html

  22. 1) Die Entscheidung des Bundeskartellamts bezüglich des Streits zwischen der deutschen Kreditwirtschaft und der Sofort GmbH entspricht in der Tat der Intention der europäischen Richtlinie über Zahlungsdienste, welche 2015 novelliert wurde (sog. PSD 2 = Revised Payment Services Directive) und die bis 2018 in nationales Recht umgewandelt werden muss. In der Begründung des Kartellamts wird auf diese europäische Richtlinie verwiesen.
    Darin werden die kontoführenden Zahlungsdienstleister, sprich die Banken, verpflichtet einen definierten Zugang zu den Zahlungskonten (API) für Drittanbieter zu schaffen, um -ja- innovative Finanzprodukte zu ermöglichen. Das ganze heißt dann im Fachjargon „Access to Account“, oder kurz „XS2A“. Damit kein Schabernack getrieben werden kann, soll eine Lizenzierungs- und Registrierungspflicht bei den Finanzaufsichtsbehörden erfolgen.

    Hier ein kurzer Überblick:
    http://www.hamburg-startups.net/die-bedeutung-der-psd2-gastbeitrag-von-cornelia-schwertner/

    2) Das Thema Überweisung befindet sich auch im Wandel. „In naher Zukunft“ sollen SEPA-Überweisungen in (nahezu) Echtzeit erfolgen, sog. „SEPA Instant Payment“. Das wäre dann eine genuine Sofortüberweisung.

    http://www.it-finanzmagazin.de/geldtransfer-in-sekunden-die-payment-revolution-kommt-mit-sepa-instant-payment-14394/
    http://www.europeanpaymentscouncil.eu/index.cfm/sepa-instant-payments/what-are-instant-payments/

  23. In dieser Folge wurde, untypischerweise für diesen Podcast, (fast schon in unzulässiger Art und Weise) Verhaltenweisen verallgemeinter: Es macht einen Unterschied, ob die Unfallursache menschliches oder technisches Versagen war. Bei Technikversagen gibt es egal welcher Herkunft (zumindest in Fachkreisen) einen Aufschrei. Das in einer regionalen Landshuter Morgenpostanzeiger der “Autopilot” als Autopilot (wodurch der Anschein eines Technikversagens suggeriert wird!) beschrieben wird, liegt auch an der PR-Abteilung von Tesla! Ein Zitronenfalter, der nicht Zitronen faltet, oder so …

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