LNP315 Rebellionstinder

Extinction Rebellion — Messenger-Verschlüsselung — BSI warnt Parteien vor Hackern — PayPal und Libra

In schneller Kadenz liefern wir noch eine weitere Ausgabe, um im Takt bleiben zu können

Dauer: 1:18:57

On Air
avatar Linus Neumann Paypal Icon Bitcoin Icon Amazon Wishlist Icon
avatar Tim Pritlove Paypal Icon Bitcoin Icon Liberapay Icon Amazon Wishlist Icon

Unser Feind sind wir

USA wollen E2E einschränken

Apple bannt vorübergehend HKmap.live

BSI warnt, Parteien seien im Visier von Hackern

Paypal steigt bei Libra aus

Bonus Tracks

54 Gedanken zu „LNP315 Rebellionstinder

  1. so vorhersehbar die linke kritik an progressiven bewegungen ist so vorhersehbar ist eure kritik an dieser kritik und meine kritik eurer kritik von kritik an linken bewegungen :]

  2. Hallo zusammen,

    in Sachen zivilen Ungehorsam würde mich Eure Einschätzung für das Betreiben von TOR-Relays interessieren. Wie stark kriminalisiert man sich dabei und welche Pläne hat unserer Regierung das Betreiben einzuschränken.
    Wäre schön, wenn es dazu einen kleinen Beitrag geben könnte. Danke.

  3. Ein geschlossener Verband(nicht Verbund) ist ab 16 Fahrzeuge und ursprünglich für Kraftfahrzeuge und Umzüge(Schützenfest oder sowas) gedacht.

    die ganzen CMs berufen sich darauf, wenn man ehrlich ist, geht das nicht. Es werden bestimmte punkte sehr weit gedehnt, z.B. wird kein indirekt geforderter Verbandsleiter benannt. Ebenfalls wird behauptet es gäbe in einem 45min dauernden Verband keinen “geeigneten” Zeitpunkt anderen Verkehr passieren zu lassen, was ebenfalls gesetzlich gefordert ist.

    Soweit würde ich noch mitgehen, allerdings gibt es eingie Punkte die klar nicht mit der Verbandsregelung im Einklang stehen.

    Beispielhaft ist hier z.B. die Benutzung von mehreren Spuren zu nennen. Das ist Verboten wenn man sich auf die Verbandsregelung beziehen will. Die stellt klar, dass eben nur eine genutzt werden darf.

    Hier in Hamburg gibt es die CM ja seit einigen Jahren nun und die Leute berufen sich immer noch auf die Rechtmäßigkeit dieser Maßnahme.

    Ich finde das unhaltbar.

    Selbstverständlich soll das nicht bedeuten, das man sollche Aktionen deshalb unterlassen soll. Ganz im Gegenteil, Es sollte sich nur jeder im klaren darüber sein, dass wenn es mal zu einer Ernsthafteren Auseinandersetzung kommt die Rechtliche Beurteilung wohl eher “unangemeldete Versammlung” als “Verband” lauten wird.

    Zu der selbstzerfleischung der Linken:

    Natürlich passiert das immer wieder und natürlich wird immer wieder Kritik daran geübt.

    Ich glaube es gibt da durchaus mehrere Ebenen.

    Einerseits geht darum ob man sich soweit über bestimmte Grundannahmen einige ist, dass man miteinander Aktionen durchführen kann. Das ganze Thema selbstschutz ist ja nicht erst seit dem alle Messenger verwenden aktuell sondern gerade auch wenn man an Aktionen Beteiligt ist die eben über die gewaltfreie blockade hinausgehen.

    Wenn man dann eben zusätzlich noch interagiert mit Gruppen die eben bestimmte vorgehensweisen nicht Teilen, kann das recht schnell zu Verhaftungen führen die unnötig sind.

    Also ist die Kritik in vielen Teilen eher so zu beurteilen, dass man sich eben nicht drauf verlassen kann das der MEnsch der in einem Bündniss neben einem Steht nicht zwei Tage später aussagt er hätte mitbekommen wie Person X eine Glühbirne aufgeschnitten hat. Da kann man nämlich genauso argumentieren, aufgrund von fundamental anderen verständniss wird die Gruppierung die nicht gewaltfrei agiert gedisst. Also durchaus zweiseitig die Medallie. Wer unser Idiot ist hängt nämlich vom Standpunkt ab.

    Die andere Ebene die die Ideologische. Wenn man eine Antikapitalistische Grundhaltung pflegt und eben aufgrund dieser agiert, dann kann es durchaus sein, das Gruppen die auf den ersten Blick das selbe Ziel haben eben gerade ein anderes Ziel haben, wenn auch auf dem Weg ähnliche Maßnahmen ergriffen werden.

    Persönlich habe ich es gerade letztes WE bei der deCOALanize aktion erlebt, dass an dem Spruch:”Ob Kohle aus den Bergen/ob Kohle aus der Bank/beidem fehlt die Liebe/beides macht uns Krank” harsche Kritik geübt wurde.

    Da sollte sich eben jeder für sich überlegen in wie weit er es persönlich vertreten kann mit Idioten Aktionen durchzuführen. Im Zweifel entsprechen sich die Ziele dann eben nicht so Stark wie man am Anfang dachte. Auch wenn Duktus, Stallgeruch und Aktionsform die selben sind.

    Das ist dann kein selbstzerfleischen sondern Gruppendistinktion. Jeder geht so weit wie er es persönlich verantworten kann.

    Das ist in der Rechten natürlich einfacher, weil denen halt nur wenig wichtig ist und kein positivistisches Menschenbild vorherrscht.

    In der Linken ist es manchmal ja schon schwierig etwas mit jemandem nicht auszudiskutieren der einem recht klar schaden möchte. Klingt jetzt weltfremd und Sinnlos, ist aber durchaus berechtigung und sollte man respektieren, wenn Menschen bestimmte Vorstellungen vom Umgnag miteinander haben und den eben niemandem gegenüber sausen lassen.

  4. Besoffene Hunde bellen, oder was war da los mit Linus?

    Ich schätze Jutta Ditfurth sehr, auch wenn ich die Drastik ihrer Kritik an XR nicht teile. Darum finde ich es unverschämt, sie als motzende, gestrige Nervensäge abzutun. Zum einen wird das ihrer Biographie und was sie als Teil linksradikaler Bewegung geleistet hat überhaupt nicht gerecht (vielleicht vor dem Rant on Air wenigstens den Wikipedia Artikel über sie lesen). Zum anderen geht es Ditfurth (und anderen btw) nicht nur um Theoriekram, sondern darum vor einer Gruppierung zu warnen, die ein für Aktivist*innen gefährliche Nähe zur Polizei einnimmt und aus fragwürdigen Quellen Kohle bekommt. Das ist nicht lächerlich, sondern diese Kritik ist wichtig. Wenn XR weder links noch rechts sein will und Kuscheln mit Repressionsoraganen sowie fragwürdigen Geldgebern wichtiger ist als die Solidarität mit den eigenen Aktivist*innen, dann finde ich es ganz richtig davor zu warnen. (Wenn…, dann…)
    Also: Die solidarische Haltung die ihr gegenüber XR einfordert könntet ihr mal selber einnehmen, anstatt eine Aktivist*in minutenlang engagiert zu diffamieren, wie es Rainer Wendt neidisch gemacht hätte.

    • Punkt eins, Diffamierung bezeichnet üble nachrede/das streuen von Gerüchten, würde ich nochmal nachdenken über das Wort.

      Punkt zwei, was meinst du mit nähe zu “Repressionsorganen”? Sowas wie “Police we love you” singen während man festgenommen wird? Finde ich eher gut sowas, ist halt die Frage ob man ideologisch rein sein will und Polizei zum Blutfeind erklärt oder ob man was erreichen will.

    • Jutta Ditfurth muss ich an dieser Stelle auch in Schutz nehmen. Eure Kritik erinnert mich stark an die rechten weißen alten Männer von denen sie seit Jahrzehnten hart angegriffen worden ist. Sie hat es meiner Meinung nach gut durchgestanden. Weder ist sie im Mainstream aufgegangen, noch vertritt ist alte realitätsferne linke Ansichten.

      Ihre Kritik teile ich nicht im Gesamten, aber doch in einigen Teilen. Ich glaube von der theoretischen und praktischen Erfahrung Ditfurths können wir mehr lernen als ihr ihr zugesteht. Solange Bewegungen nicht rassistisch, antifeministisch oder antisemitisch sind hat sie ihre Kritik auch immer solidarisch vorgetragen, soweit ich das beurteilen kann. Ich kann mich auch an Situationen erinnern, an der sie sogar politische Gegner in Schutz genommen hat, wenn es darum ging demokratische Rechte und die Menschenwürde zu verteidigen. Jede Bewegung sollte Kritik und innere wie äußere Widersprüche aushalten und produktiv nutzen. Wohin soziale Bewegungen führen, die sich gegen Kritik immunisieren können wir in der Geschichte sehen.

        • Genau, besser keine Auseinandersetzung mit Kritik! Bei netzpolitischen Themen seid ihr durchaus zu einer intensiven Auseinandersetzung mit verschiedenen Argumenten fähig. Wie seinerzeit bei der Piratenpartei fehlt es leider etwas an Kontextualisierung eures Wissens in anderen Bereichen. Dafür müsst ihr mit J.D. kein Bier trinken gehn (obwohl ich das unterhaltsam und erkenntnisreich finde).

      • ehrlichgesagt fand ich das ditfurth bashing auch ziemlich schlimm. ich kann nur mal empfehlen eines ihrer bücher zu lesen. was da geleistet wird ist absolut bemerkenswert. gehört mit zum am besten recherchierten, dokumentierten, und überhaupt interessantesten was ich so in dem genre gelesen habe. nix witzfigur (s. kommentar weiter unten) und von wegen nur nervig. nur irgendeine reisserische pressemeldung nachplappern wird diesem menschen nicht gerecht und ist eher ein bisschen peinlich.

        • Ich habe ehrlich gesagt noch nicht eine einzige Pressemeldung zu Jutta Ditfurth gelesen. Wir konzentrieren uns ja hier immer auf die Primärquelle, ihre Tweets in diesem Fall, in den Shownotes verlinkt.

  5. Seht ihr irgendwie einen Zusammenhang zwischen der Ansage von Facebook, sich hinter die Nutzer zu stellen (E2E-Verschlüsselung) und Libra? Mir scheint es, Facebook ist daran gelegen, die eigene Vertrauenswürdigkeit zu erhöhen, bzw. ihr Image der Vertrauenswürdigkeit. Es gab ja schon mehrfach Kommentare in anderen Medien zu der Einschätzung, dass sich Facebook als ein “Staat” sieht. Da ist es natürlich schon irgendwie so ein Gedanke, der für mich mitschwingt, dass Facebook seinen “Bürgern” mehr Vertrauen schenkt als die “echten” Staaten. Ich habe meine Gedanken dazu noch nicht so gut sortiert, aber mich hat es ein bisschen gewundert, dass ihr die beiden Themen nicht im Zusammenhang besprochen habt.

  6. Ich wollte nur anmerken, dass die „Verschlüsselung“ von Whatsapp nicht das schwarze auf dem Papier wert ist. Es ist NUR (!) die Übertragung an sich verschlüsselt, also der Sendevorgang.
    Alle Nachrichten, Bilder und Filme von Whatsapp sind offen auf zentralen Servern in den USA gespeichert und man kann zu 100% sicher sein, dass die NSA und andere Dienste vollen Zugriff darauf haben.

    Whatsapp veröffentlicht ja sogar regelmässig Statistiken, wieviele pornografische Bilder, Audiodateien und bestimmte Begriffe in den Nachrichten verwendet werden. Woher sollten die das denn wissen, wenn da angeblich alles verschlüsselt ist? Jeder Idiot, der sich auch nur etwas mit IT auskennt, wusste immer schon, dass diese „Verschlüsselung“ eine Pharce ist, die nur dazu dient, Politiker zu beruhigen, die von IT eh keinen Plan haben, vor allem unsere nicht,

    Sieht man auch regelmässig daran, dass ein Seehofer von Google oder Apple vollen Zugriff auf dessen Daten fordern, die lachen sich schlapp über sowas.

  7. Seit ich sehe, dass auch Rechtsradikale Monty Python-Memes benützen oder z.B. die “Friedensbewegung” um kenfm alle Anderen für Spalter und unsolidarisch erklären will, also quasi mit der Brechstange andere Pazifisten zu Solidarität zwingen will, die nicht an die Sprengung des WTC 7 oder die Klimalüge und die böse Greta glauben wollen oder die Grünen nicht für teuflische Phädophile halten, habe ich was gegen Solidaritätsbekundungen.

    Wenn ich andere (linke) Gruppen über längere Zeit beobachte, habe ich selten das Gefühl, dass ich irgendwas verpasst habe, wenn ich denen gegenüber erst einmal zurückhaltend bin. Irgendwann zerlegen die sich selber, was ich aber nicht als linkenspezifisch sehe. Ich würde sogar sagen, dass es bei Rechten viel schlimmer aussieht, wenn ihr nur mal an das Ibiza-Video denkt oder Alex Jones. Trump oder Johnson. Am Anfang zeigen natürlich die Meisten erst einmal ihr bestes Verhalten. Das ändert sich mit der Zeit, wenn es zu einem Thema kommt, wo sie “getriggert” werden. Erst dann zeigen viele ihr wahres Gesicht und das ist meistens ziemlich häßlich.

    Ich sehe das Thema mittlerweile nuancierter.

    Wenn es Gemeinsamkeiten gibt zwischen (linken) Gruppierungen, dann ist gut. Wenn nicht, dann ist auch gut. Wenn die Antifa lieber Pro-Israel und Pro-USA ist zum Teil oder eben die Jebsen-Jünger ihren WTC 7-Wahn als Lackmustest sehen oder die Grünen lieber auf deutsche Parteienbürokratie stehen, oder die Linke beleidigt ist, wie so viele andere linke Gruppen auch, weil die FFF so viele Mitwirkende haben und sie kaum 5 Männiken, dann muss man als selbstdenkender Linker in dieser Kakophonie der Eitelkeiten nicht mitmachen. Dann kann man immer noch selbst etwas machen in seiner kleinen Nische und das reicht doch völlig. Da kann man die Andern, die man nicht mag, ausschließen, wenn sie nicht hilfreich, sondern nervig sind und auch ihre Themen ausschließen, weil sie bei dem eigenen Thema nur stören und nicht mithelfen.

    Ich sehe das gerade als großen Vorteil der Linken, dass sie nicht alle opportunistisch dem nächsten Höcke oder Mini-Goebbels aus Sachsen hinterher rennen.

    Dithfurt ist eine Witzfigur. Große Klappe und nichts dahinter wie so viele Promis.

    Der Text von Linus gefällt mir. Besonders das CIA-Manual kannte ich noch nicht. Sehr interessane Lektüre. Danke dafür.

    Vielleicht noch etwas zum Thema Spaltung und was mich in Deutschland doch etwas betrübt: Ich find es unbegreiflich, dass es eine Grüne und eine Linke Partei gibt. Bei den Grünen wird Marxismus komplett verpönt, bei den Linken gibt es zwar noch Marxisten und auch Hardcore-Marxisten, mit denen ich nicht übereinstimmen würde, aber nicht offiziell. Ich stimme mit Naomi Klein überein, dass wir den Klimawandel nur aufhalten, wenn es auch eine Umverteilung von reich nach arm gibt. Diese zwei Schritte (ökologische Komponenten und Kapitalismuskritik) müssen ineinander greifen. Mit Milliarden Menschen, die um das nackte Überleben kämpfen, wo sich die Reichen noch möglichst viel vom Kuchen abzwacken, kann man kein wirksamen Klimaschutz haben.

    Wenn wir mal ganz ehrlich sind, zeichnet sich immer mehr ab, warum wir wohl “alleine” auf dieser Welt sind. Die Anderen, die so waren wie wir, haben sich schon selbst gekillt. ;-) Keep fighting.

  8. Ziemlich lächerlich zu fordern das Kritik doch bitte nett und solidarisch vorgetragen werden soll, nachdem man sich vorher minutenlang verächtlich über Aktivisti lustig gemacht hat, noch dazu über welche die Ziel von Polizeigewalt geworden sind.
    Und wie schnell hier das Problem mit Extinction Rebellions komischem Zensus bzw. Honeypot abgebügelt wird hat mich auch überrascht. Ich habe bei euch mit etwas höheren Ansprüchen in solchen Sachen gerechnet.
    Eine halbwegs neutrale Betrachtung kann man natürlich ohnehin nicht erwarten wenn Linus an deren Buch mitgewirkt hat (was dann mal im Nebensatz erwähnt wird), aber das war schon echt undifferenziertes beleidigtes Geschimpfe.

      • Hätte es trotzdem besser gefunden da nochmal am Anfang kurz drauf hinzuweisen wenn das Thema so viel Raum in der Folge einnimmt. Aber stimmt natürlich dass das schon vorher kein Geheimnis war. Bei dem Rest meiner Kritik bleibe ich.

        • Ich freue mich ja, wenn getroffene Hunde bellen. Aber leider muss ich dich enttäuschen: ich habe mit XR überhaupt nichts zu tun, außer dass ich sie genau wie jede andere Klima-Bewegung unterstütze, ihnen Erfolg wünsche und mit den wenigen mir zur Verfügung stehenden Mittel unterstütze, wie ich kann.

  9. hey, vielen Dank für eure tollen Podcast. Leider kann ich den Podcast LNP nicht mehr über Sonos > Pocket Casts abspielen. Error: Keine Verbindung mit Pocket Casts möglich! Es geht auch kein Dirkekt-Download mit der App Pocket-Casts. Außerdem finde ich euch auch nicht auf Spotify ;( Vielen Dank & mach weiter soooo …

  10. Danke für die anschauliche Beschreibung der “linken Krankheit”. Die Lösung dagegen habt ihr schon beschrieben. Der Fachbegriff dazu wäre “agree to disagree”, wie es von den rechten Playern in den USA schon längst praktiziert wird, während sich die linke Seite sich lange genug in perfekter Differenzierung und Grabenkriegen geübt hat (vielleicht kriegen die das jetzt wegen des stabilen Genies in den Griff?).

    Also Leute, tut euch zusammen und kämpft zusammen für das richtige. Der Feind ist auf der anderen Seite! Nicht die Leute, die neben euch sitzen.

    PS: Critical Mass geht immer! https://criticalmass.hamburg/

  11. Und wie geht das nun mit den Tränengasgranaten? Habt ihr da noch ein paar mehr Infos zur urbanen Subkultur und Selbstverteidigung?

    Ich meine im Weltspiegel war auch mal die Rede von verschienden Arten von “Magier”, die die Granaten löschen würden, andere würden zu Hause per Tastatur “zaubern”.

    Generell alles sehr spannend, was so geht, siehe natürlich auch Talcid Man :)

      • Wenn man die Einschätzung personalisiert und psychologisiert muss man sich natürlich nicht mit der Kritik auseinandersetzen.
        Es hat schon etwas mit Mut zu tun, über persönliche Animositäten hinwegzusehen. Abseits davon wäre die Sendung sicher interessant. J.D. vertritt eine fundierte Position in der Klimadebatte abseits vom grünen Milieu.

          • Zusammengefasst: Du sagst, dass Ditfurth eine frustrierte linke Nervensäge sei und darum an XR rumkritisiert. Das sei spalterisch, man solle sich doch lieber auf das gemeinsame Ziel fokussieren.
            Leute kritisieren dich hier dann wiederum dafür, dass du Ditfurth als Person auf eine Weise angreifst, die ihr nicht gerecht wird. Du antwortest darauf, dass das schräge Argumentationswindungen von kritikresistenten Leuten seien.

            Schräg.

              • @1. Doch, sowohl hier als auch in der Sendung. Frustration, Hoffen auf Distinktionsgewinn, Gekränktsein sind die Unterstellungen. Das kannst du “linke Krankheit” nennen, das Gegenteil von psychologierender, personenbezogner Kritik ist das sicher nicht.
                @2. Ob Angriffe ad hominem oder sachbezogen sind ist ja manchmal ein schmaler Grad. Allerdings erweckt eure Darstellung der linksradikalen Kritik den Eindruck als ginge es dabei um irrelevante Nebensächlichkeiten. Die Vorwürfe, dass XR esoterisch, hierarchisch und fragwürdig finanziert sind besprecht ihr gar nicht erst. Das auszulassen ist zumindest nicht sehr sachlich und sorgt zusammen mit dem oben bei @1. beschriebenen für die hier vorgetragene Kritik.

                Das mit dem “vor-den-Karren-spannen-lassen” ist natürlich Unfug. Nur weil weit herausgezoomt die rechte Ablehnung von XR und Ditfurths Kritik ähnlich aussehen, heißt das doch nicht, dass hier Einigkeit herrscht. Zumal sich Ditfurth im Interview positiv über Ende Gelände, FfF und Hambi bleibt! äußert. Das ist ja nicht gerade rechtskonservativer Konsens. (Übrigens auch so eine Sache, die ihr unerwähnt lasst. Von linksradikaler Seite kommt nämlich kaum Kritik an diesen Bewegungen, eben weil man hier das gemeinsame Ziel sieht.)

  12. Wer sich intensiver mit XR auseiandersetzten möchte:
    https://www.ruhrbarone.de/extinction-rebellion-und-ja-manche-koennten-in-diesem-prozess-sterben/174072

    Dort findet man einen Vortrag von Roger Hallam dem Gründer von XR, eine Einordnung von den Ruhrbaronen und unten die Thesen von J. Ditfruth. Sie hat angekündigt ihre Kritik und die Belege nochmals in einem Artikel zu versammeln.

    Was mir auffällt ist die extrem emotionalisierende, moralisierende und selbstaufopfernde Ansprache und Mobilisierung von Menschen durch XR (nicht nur Hallam). Aus meiner eigenen Erfahrung funktioniert das für einige Menschen sehr gut für kurze Zeit, aber nicht mittel- und langfristig. Die Mehrheit schreckt diese Art der Mobilisierung sofort ab und ruft Abwehrreflexe hervor.
    Das ist nochmal ein anderer Prozess als die “linke Krankheit” die eher aus langwierigen und oft hinderlichen Theorie/Praxis-Debatten und Grabenkämpfen hervorgeht.

  13. So sehr ich echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung begrüßen wurde und sie rein technisch bei WhatsApp auch umgesetzt ist, so sehr müsste doch auch das Schlüsselhandling in meinen Händen liegen. Wenn ich aber auf einem neuen Handy eine alte WhatsApp-Instanz wiederherstelle, dann muss ich keinerlei Schlüssel eingeben, diese liegen also alle bei WhatsApp vor. Meine Schlüssel und auch die des Kommunikationspartners. Insofern ist das Argument, dass Uploadfilter oder jegliche Datenauswertung dadurch verhindert würden, Unsinn, da Facebook alle Schlüssel kennt und alle Nachrichten dekodieren kann (und dies sicher auch tut!). Einzig der Zugriff der Ermittlungsbehörden auf die Schlüssel stellt eine gewisse Beschränkung dar, die sich aber mit geklonter SIM und vermutlich noch einfacher auch jederzeit aushebeln lässt.

    • Wird auch die Chat-Historie auf das neue Handy übertragen? (kurze Internetrecherche sagt: nein)
      Vielleicht generiert WhatsApp dann neue Schlüssel? Nicht perfekt, aber benutzerfreundilch. Gibt es dazu eine Quelle?

  14. So ein toller Schluss-Song! Dachte erst an Anne Clark, aber der Text kam mir neu vor… möglicherweise hat jemand befreite Versionen von Anne Clark‘s Top hits als instrumental. Oder kurz nachspielen mit Sonic Pi.
    Eine Frage: hat jemand mal daran gedacht, Gretas Rede mit der gleichen Liebe wie ein Hollywoodfilm synchronisieren zu lassen? Es gibt einige deutsche Leute, die nicht englisch verstehen. Meine Eltern zum Beispiel.

    • Unser Fazit war ja nicht, dass Apple aus moralischen Gründen entschieden hat, sondern dass es sich schlicht um einen üblichen AppStore Fuckup gehandelt hat, der ihnen dann natürlich schnell um die Ohren fliegt. Jetzt hat die chinesische Regierung die Gelegenheit genutzt, ihnen gleich etwas Autorität aufzudrücken und natürlich muss Apple sich dann an die Regularien halten, so scheiße sie auch sind. Die Alternative ist im Zweifel immer, das Geschäft komplett einzustellen, was natürlich für Apple keine Option ist. Wir werden solche Fälle in Zukunft noch öfter haben und ehrlich gesagt fällt mir auch wenig ein, wie man das Dilemma auflösen soll.

      • Da hast du wohl recht, Tim, das sollte jetzt auch eure Darstellung nicht zu harsch kritisieren.
        Etwas realistisch gedacht habe ich dafür ebenfalls keine Lösung, trotzdem führt die Hong Kong Situation ganz gut eine massive Scheinheiligkeit der grossen Technologie Konzerne vor, die sich solche Werte ja immer gerne auf die Fahnen schreiben, wenns dann aber mal auf eine echte Situation jenseits der Werbekampagne ankommt ist dann doch nicht viel dahinter.

        Ich glaube auch dass China eine westliche Firma relativ schnell von seinem Markt vertreibt wenn etwas nichtmehr passt. ABER so ganz genau wissen wir das nicht, und ich glaube, und das ist mein Hauptpunkt, viele westliche Firmen versuchen schon eher sich das Sternchen im Heft zu verdienen und mehr zu Gefallen als notwendig wäre um weiter mitmachen zu dürfen.

        Apple ist hier natürlich nicht alleine, solche Fälle (darunter traurigere) häufen sich ja über die letzten Tage.

  15. Lieber Linus,

    eine Frage ist neulich beim Thema Email-Sicherheit noch für mich offen geblieben: Deine Empfehlung war, dass eine (Desktop-)App für Email vorzuziehen ist gegenüber dem Login über einen Webclient. Du empfiehlst aber auch two factor authentication.

    Ich ziehe selbst auch eine native Desktop-App für Email vor, bin aber frustriert, dass ich hier keine Möglichkeit für two factor authentication sehe. Gibt es hier Lösungen bzw. Mailprovider, die two factor authentication für IMAP oder ähnliches zulassen?

    Gruß
    kai

    • Sei doch froh, dass du ein endlos langes Passwort sicher einer Keychain speichern kannst und nicht alle 5min Passwort & 2. Faktor eingeben musst.
      Jedes Eingebenmüssen ist ja auch wieder Phishing-Risiko.

      Wer richtig 2FA für web-Logins macht, lässt dann device keys für IMAP machen. Google Mail hat das zum Beispiel sinnvoll umgesetzt.

  16. Erstmal: Die Sendung war wieder gut und fast bis zum letzten Satz unterhaltsam!

    Aber bei Jutta Ditfurth habt ihr Euch beide vergaloppiert. Man kann sich auch inhaltlich mit fremden Position auseinandersetzen ohne zu diffamieren.

    Ihr hättet vielleicht ja auch erwähnen können, dass sie stattdessen dazu aufruft sich z.B. für Fridays for Future zu organisieren.
    Oder dass sie findet, dass Ghandi vielleicht doch nicht das tolle Vorbild waren (“vergewaltige Frauen war für ihn keine Menschen mehr”).
    Gemeinsames weinen und meditieren verhindert ihrer Meinung nach den wichtigsten Sinn, nämlich das Denken. Auch nicht ganz von der Hand zu weisen finde ich.

    Stichwort “Seriengründerin”: ich kann bei nichts schlechtes finden, wenn man Organisationen (wie z.B. die Grünen) dann verlässt, wenn plötzlich Pöstchen wichtiger werden als Inhalte und Überzeugungen.
    Dass man dann etwas neues aufmacht und nicht den Kopf in den Sand steckt oder gar weint und meditiert ist doch auch ok, oder?

    • Man kann sich auch inhaltlich mit fremden Position auseinandersetzen ohne zu diffamieren.

      Sicherlich wird dir nicht entgangen sein, dass wir genau das mehrmals sagen und fordern.

      Ihr hättet vielleicht ja auch erwähnen können, dass sie stattdessen dazu aufruft sich z.B. für Fridays for Future zu organisieren.

      Ich kann dir gern den Sketch mit der Volksfront von Judäa noch mal bei einer ruhigen Minute erklären. Luisa Neubauer von FFF hat ihn verstanden und wehrt sich gegen die Spaltungsversuche.

      Oder dass sie findet, dass Ghandi vielleicht doch nicht das tolle Vorbild waren (“vergewaltige Frauen war für ihn keine Menschen mehr”).

      „Albert Einstein hat seine Cousine geheiratet. Wir dürfen ihn daher nicht zum Vorbild machen und müssen die Relativitätstheorie ablehnen.“

      • Zu Jutta Ditfurth kann ich nicht viel kommentieren, empfinde die Person aber auch als eher spaltend.

        Deinen Kommentar zur Ghandi Kritik finde ich aber etwas schwach. Die eigene Cousine zu heiraten ist nicht im Ansatz zu vergleichen mit dem Vorwurf sich reihenweise an Frauen zu vergehen unter dem Deckmantel spiritueller Erleuchtung.

        Zudem sind Einsteins Beiträge zur theoretischen Physik naturwissenschaftlich und verifizierbar, und der von dir erdachte Vergleich ist damit nicht in Verbindung zu verbringen.

        Im Falle Ghandis steht die Vorbildrolle allerdings im Vordergrund durch sprituelle und ethische Lehren, diese haben eine Verknüpfung zu den Vorwürfen ihm Gegenüber und zur Folge dass man eben diese und seine damit verbundene Vorbildfunktion in Frage stellen kann.

        Was man bei Ghandi NICHT abstreiten kann sind seine greifbaren Beiträge zum Widerstand gegen eine Unterdrückung und eine einzigartige Form des friedlichen Widerstandes.

        Kann mir vorstellen worauf du damit hinaus möchtest, aber das Prinzip von “Schöpfer und Werk trennen” sollte nicht universell angewandt werden meiner Meinung nach.

        Ausserdem kann man über das heiraten einer Verwandtschaft noch diskutieren (wobei ich nicht wüsste was falsch daran sein sollte sofern es einvernehmlich geschieht), über sexuellen Missbrauch gibt es moralisch nicht wirklich etwas zu diskutieren….

        Ich möchte betonen dass meine Kritik dem Vergleich an sich gilt, nicht der Frage ob Ghandi nun ein brauchbares Vorbild ist oder nicht, dazu habe ich keine Meinung.

        • Zudem sind Einsteins Beiträge zur theoretischen Physik naturwissenschaftlich und verifizierbar, und der von dir erdachte Vergleich ist damit nicht in Verbindung zu verbringen.[..] Was man bei Ghandi NICHT abstreiten kann sind seine greifbaren Beiträge zum Widerstand gegen eine Unterdrückung und eine einzigartige Form des friedlichen Widerstandes.

          Ich freue mich, dass du verstanden hast, was ich meine.
          Wenn du mir noch erklären könntest, wer Ghandis Frauenverachtung zu Vorbild und Leitlinie von XR erklärt hat, kann ich vielleicht dem Rest auch noch folgen.

  17. Sorry, ich habe noch etwas vergessen:

    wer glaubt, dass man durch “höfliches Nachfragen bei XR” deren Datensammelei ändert, ist genauso nativ wie die Leute, die sich mit etwas Folie gegen WAWE schützen wollten.

    Kritisches Auseinandersetzen mit Inhalten ist nicht das Problem sondern die Lösung – in jeder Hinsicht.

    • Wer glaubt, dass man durch “höfliches Nachfragen bei XR” deren Datensammelei ändert, ist genauso nativ wie die Leute, die sich mit etwas Folie gegen WAWE schützen wollten.

      Oh, das ist interessant, denn genau das haben wir getan mit dem bekannten Ergebnis, dass der Fragebogen offline ist.

  18. Ich denke, ein Warum ist immer eine Frage wert und ein Zweck heiligt nicht die Mittel. Bei den Äußerungen zu Ditfurth fällt mir Schopenhauers letzter Kunstgriff ein und bei “linker Krankheit” selbsterfüllende Kritik. Die Aussagen zu Ditfurth sind keine sachliche Kritik, sondern stellen allein auf die Person ab. Kann man machen, trägt halt nicht zur eigenen Glaubwürdigkeit bei. Eine Seite der Protestierenden (Extinction Rebellion) durchweg wohlwollend zu erwähnen und die andere Seite (Ditfurth) ad personam ins Lächerliche zu ziehen und auf eine Stufe mit Blockadegegnern (Braun) zu stellen, trägt nicht gerade zur Einigung einer Protestbewegung bei. Denn sie impliziert, dass ein Protest der zweiten Seite nicht legitim ist – mit der Begründung, ihre Kritik spalte die Bewegung. Die “linke Krankheit” mag es geben. Das entzieht sich meiner Kenntnis, weil fernab meiner Filterblase. Ich frage mich allerdings, ob Du tatsächlich etwas anderes machst als das, was Du Ditfurth vorwirfst, Linus. Die Meinung einer Klimaprotestbefürworterin über Extinction Rebellion ist doch gleichgültig, wenn es um den Klimaprotest als solchen geht. Oder doch nicht?

    Warum bei “Tweets von Jutta Ditfurth” auf den Tweet von Linuzifer verlinkt wird, habe ich nicht verstanden.

Schreibe einen Kommentar zu Jucinna Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.