LNP316 Naziloser

Feedback — Terroranschlag in Halle — Apple und China — Hackback auf Ransomware

Neben etwas Feedback zur Diskussion aus der letzten Sendung konzentrieren wir uns auf den Fallout der politischen Diskussion nach dem rechtsextremistischen Anschlag in Halle und Seehofers neuerlichem Rundumschlag gegen die sog. "Gamer-Szene". Außerdem diskutieren wir die Klemme in der sich amerikanische Tech-, Medien- und Sport-Unternehmen befinden, wenn sie sich auf den chinesischen Markt einlassen und berichten von einem Hackback der besonders symphatischen Art.

Dauer: 1:29:44

On Air
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Feedback: Extinction Rebellion

Terroranschlag in Halle

FinFisher gegen netzpolitik.org

Apple, Hong Kong, China

Hackback auf Ransomware

Bonus Track

  • Hacking is not allowed in the Netherlands (Black Guest Mix)

59 Gedanken zu „LNP316 Naziloser

  1. Die Jugend-Kultur war ja auch früher schon schlechthin gefährlich, das ist wohl seit jeher ein Narrativ alter weißer Männer.
    Man denke nur zurück an die gefährlichen Heavy Metal Bands, die versteckte satanische Botschaften in ihrer Musik abgesetzt haben und unzählige Jugendliche zu Verbrechern und Selbstmördern machten. Beispiel gefällig? Report München war da ja schon immer voller Sorge: https://youtu.be/N9zn8yvY8zc
    Sicherlich waren in den 50er Jahren auch jene Kinder die in dunklen Kellern Modelleisenbahnen aufbauten bei den Alten sehr in Verruf…

    • Alte weiße Männer, ganz wichtig. Die sind das Grundübel schlechthin. Junge weiße Männer, alte schwarze Männer, alte weiße Frauen, junge schwarze Männer, alte schwarze Frauen, junge weiße Frauen oder junge schwarze Frauen, die sind zu schlimmen Dingen in der Lage, weil sie genetisch dazu nicht in der Lage sind, aber alt, weiß und männlich, das ist schlimmer als Nazi, das ist Naziquadrat.

      Wehe, jemand schreibt über “die Ausländer”, “die Flüchtlinge”, “die Muslima”, da regen sich alle – völlig zu recht – über Pauschalisierung auf und mahnt zur Differenzierung. Alte, weiße Männer, naja, da wissen wir ja, DIE SIND JA SO!

      Wie Tim zum Beispiel. Jahrgang 1967, weiß, männlich.

      • Wo ist dein Problem (fragt ein alter weißer Mann)?
        Wenn wir uns ansehen, wer in Gesellschaften diejenigen sind die weitreichende Entscheidungen treffen, so sind es meistens “die Alten” mit ihrer großen Lebenserfahrung und Weisheit. Und meistens waren es Männer. Hier in unserem Raum auch noch welche mit weißer Hautfarbe.
        (Auch) Aus diesen Gründen haben wir in unserer Gesellschaft oftmals starke Fürsprecher für das Schein-Argument: “Das haben wir immer schon so gemacht.” und Argumente wie: “Was dort bei den Jungen Leuten Neues vor sich geht kommt mir seltsam vor und sollte besser mal mit Vorsicht betrachtet werden, junge Leute sind doch noch so beeinflussbar.”
        Damit haben wir einen von unten innerhalb unserer Gesellschaft wahrgenommenen Stereotyp und nicht eine Ausgrenzung einer Gruppe. Insofern ist es nicht sachgerecht meine Zuspitzung auf diese Art gleichzusetzen.
        (und zwar war das schon immer so ;-) )

  2. Die “Killerspiel-Debatte” ist leider noch aelter als ihr vermutet. So hat sie zumindest schon im Anschluss an den Amoklauf von Erfurt (2002) stattgefunden: https://de.wikipedia.org/wiki/Amoklauf_von_Erfurt#%C3%84nderung_des_Jugendschutzgesetzes

    Als junger Spieler war das tatsaechlich eine der ersten oeffentlichen Debatten dieser Art die ich wahrgenommen habe und damit hat sie auch in gewisser Weise einen der Grundsteine meines politischen Interessenbewusstseins gelegt.

  3. Der Seehofer mag ja ein ziemlicher Horst sein. Aber dennoch frag ich mich angesichts Ballerspielen und Horrorfilmen wie viel Verrohung eigentlich okay ist. Von daher ist “im Auge behalten” sicher nicht verkehrt. Bei ihm schwingt da halt erfahrungsgemäss die Forderung nach Verboten mit.

  4. Kleine korrektur:

    In einem Hearthstone-Turnier (nicht World of Warcraft) wurde dem Spieler “Blitzchung” wegen Pro-HongKong-Protesten das Preisgeld aberkannt und er wurde für 1 Jahr gesperrt. Weiterhin erwähnenswert: Auch die Caster wurde entlassen.

    Zusammenfassung: https://www.derstandard.at/story/2000109621713/pro-hongkong-kommentar-bei-interview-blizzard-bestraft-e-sportler-hart (ich finde die Offizielle Stellungnahme leider nicht mehr).

    Später ruderte Blizzard nach mMn großen Protesten zurück und reduzierte die Sperre auf 6 Monate und entschied sich, dass Preisgeld doch noch auszuzahlen. Offizielles Statement: https://news.blizzard.com/en-us/blizzard/23185888/regarding-last-weekend-s-hearthstone-grandmasters-tournament

    Ziemlich Traurig, was Blizzard da macht.

    Blizzard: “The specific views expressed by blitzchung were NOT a factor in the decision we made. I want to be clear: our relationships in China had no influence on our decision.”

    Da muss ich schon heftig mit den Augen rollen.

    Noch eine kleine bitte an Linus: Du erinnerst dich immer gut an alles mögliche. Dann verwende doch bitte auch die Präposition *an*. Eine Präposition gehört bei “erinnern” eigentlich dazu.

  5. Bravo zum schön klaren Sendungstitel. Ist aber auch ein ganz altes Thema, man denke nur an den Landstreicher, Immigranten und ergolgs- und obdachlosen Postkartenmaler Adolf H.
    Aber dies bischen Framing nimmt den Idioten wahrscheinlich nicht die Aura…

  6. Hallo zusammen,

    zum Thema Seehofer und die Gamerszene: Wir müssen jetzt in dieser Situation aufpassen, uns nicht in Argumenten gegen den Strohmann der Killerspiel-Debatte der 0er Jahre zu verirren, unsere alten Witze zu machen (Pac-Man spielen macht einen zum Amokläufer, höhö) und uns zu Aussagen wie „Generalverdacht und Diffamierung von Gamern“ (nicht von euch, aber heute mehrfach auf Twitter gesehen) hinreißen zu lassen. Besonders diese Form der Viktimisierung ist nämlich genau die Rhetorik, die die Faschisten nutzten, um junge Männer aus der Szene zu radikalisieren. @luca@twitter.com hat in diesem Thread auf Twitter einige relevante Texte u.a. von @lasersushi@twitter.com und @ChrisStoecker@twitter.com zum Thema gesammelt:

    https://twitter.com/luca/status/1183339003417911296

    Die Situation ist m.M.n. vergleichbar mit der Hooligan-Szene der 80er Jahre in Deutschland. So wie die Vereine/Sportverbände klare Stellung gegen das rechtsextreme Gedankengut bezogen haben und auch heute noch antifaschistische Basisarbeit leisten müssen, muss das die Gamerszene jetzt auch tun.

    In den Worten von den Dead Kennedys: Nazi Punks, Fuck Off!

  7. Wer das Wort “Gamer(szene)” völlig kontextfrei und perjorativ im deutschen Diskurs benutzt, tritt natürlich zuverlässig ‘ne Killerspieldebatte los. Allerdings wird das Wort “gamer” (alternativ “(Twitch) streamer”) in aufgeklärten, netzaffinen US-Kreisen mittlerweile tatsächlich sehr oft synonym mit Schimpfworten wie “nazi loser”, “anime nazi” u.Ä. verwendet, weil bei den Twitchgamern die Pepes so grotesk dominant sind.
    These: Es könnte gut sein, dass Seehofers Morning Briefing diesen Kontext / diese Einschränkung durchaus enthielt (bzw. dessen fachlich versierte Autor*x#!nnen sie aus Betriebsblindheit vorausgesetzt haben), Hotte selbst dann aber in boomerhafter Planlosigkeit nur generalisierend den einen Aspekt aufgegriffen hat, der ihm schon irgendwoher bekannt vorkam. Dafür spricht jedenfalls, dass er in der PK auf das sonst sehr elaborierte Kompetenzausweitungsgeseier (wegen “going dark” etc. pp.) weitestgehend verzichtet hat. Das macht seine “gamerphoben” Äußerungen natürlich nicht besser, aber den Zorn der Spielergemeinde i.w.S. scheint er sich hier eher unbeabsichtigt eingetreten zu haben. Insofern geht ein großer Teil der aktuellen Kritik imho etwas an der Sache vorbei (auch wenn sie natürlich berechtigt ist und zu 100% absehbar war).

  8. Die große “Killerspieldebatte” hatte aber ihren Auslöser eher beim Amoklauf von Erfurt 2002.

    Es werden sich bestimmt noch genügend andere Hörer an die berühmten Frontal21 Beiträge 2004/2005 erinnern. Die sind immernoch unübertroffen in schlechter Recherche, Dummheit und buchtstäblich absichtlicher Fehlinformation.

    Kann man sich hier mal anschauen, für diejenigen die nicht wissen was für ein niedriges Niveau die Killerspieldebatte bereits hatte:
    https://www.youtube.com/watch?v=KPHTW1bciao

    Winnenden war da eher bereits Runde 2, und zumindest in meinem Empfinden nicht so stark ausgeprägt, zum Glück.

    • Jo, an den Frontal21 Bericht erinnere ich mich auch noch gut.

      Killerspieldebatte nach Winnenden hatte ich ebenfalls nicht als so heftig in Erinnerung wie nach Erfurt, könnte allerdings daran liegen, dass ich zu dem Zeitpunkt bereits mit der Schule fertig war, und dementsprechend nicht mitbekommen hab, wie das dort verarbeitet wurde.

      Nach Erfurt mussten wir uns im Deutschunterricht damit beschäftigen. Wenn das heute auch so abläuft wie damals bei uns, dann tun mir die Kids heute leid. Bei uns hatte damals ca. die Hälfte der Klasse, nahezu alle Jungen, sich regelmäßig auf Lan Partys getroffen und Counter Strike uä. gespielt, aber mussten dann im Unterricht so tun, als hätten sie dieses ach so böse Teufelszeug nie angefasst, um nicht als potentielle Amokläufer behandelt zu werden.

  9. Danke an Jonas. Genau das wollt ich auch sagen. In Deutschland gab es die “Killerspiel debatte” seit Erfurt der zweite fall Winnenden.
    In ammiland seit Columbine. Ich sehe mich auch als “Zocker” auch wenn ich leider gerade nicht genug zeit habe. Zu der zeit als ich in der Schule war hat ich das gefühl das mindestens 50% der Männlichen Klassenkameraden auch zocken. Auch wenn nicht alle regelmäßig.
    In meinen Augen ist das größte problem das die kinder ein nicht gesundes sozialesumfeld haben. Meist kene freunde in der schule und sonst auch nicht in der Schule werden sie zusätzlich noch gemobbt. Die eltern sind nicht genügend für sie da. Und sie haben kein rückzgsort. Und wenn sie dann zu leicht an waffen kommen passiert halt sowas. Ammokläufe an schulen gibt es übrigens schon deutlich länger in meiner lokalzeitung war mal ein artikel indem stand was über einen amoklauf in einer Schule um 1900. Und da gab es noch keine FPS spiele. Was man auch noch berücksichtigen sollte ist das solche menschen recht alleine sind und sich “zocken” halt nunmal anbietet wenn man alleine ist. In der virtuellen welt werden sie auch anders wahrgenommen und mal zur abwechselung nicht gemobbt. Aber wenn du halt eine allzu instabiele persönlichkeit bist ist die gewalt in videospielen aber auch in anderen medien. Nicht von Vorteil. Aber über die psychologische seite kann Linus sicher auch noch interessantes erzählen.
    Meinermeinung nach muss man wenn man bei videospielen härter regulatif eingreifen will, dies genauso auch bei allesn anderen medien machen. (Film, Ferhshen, alles auf Papier und auch Audio medien) Aus dem beobachten meiner persönlichkeit heraus und der Statistik. Kann ich sagen das “Killerspiele” an sich nicht das problem sind.

    Und auf die frage mit wem man da Spielt natürlich würde man nur mit “normalen” Menschen Spielen aber je nachdem wie man spielt. Bekommt man gewöhnlich recht wenig von den anderen mit. (Nutzt man den chat oder voice chat oder nicht…)
    Aber auch wenn man zu einem stammtisch geht kann man mit schlechtem/idiotischen gedabkengut befüllt werden. Und da hat ja auch niemand ein Problem mit. Ich heiße es aber definitf nicht gut wenn sich sexismus und rechtsradiklität zunhemend in der Videospiel szene breit macht. Aber das gibt es auch in der welt ohne videospiele.
    Inzwischen bin ich es als Spieler gewohnt so aufpoppende “Killerspiel” debatten einfach abzuwettern. Das kommt und geht.

    In dem Fall in Halle ist es aber eher ein rechtsextremer Hintergund. Das ist aber auch nichts neues. War zwar auch in allen Medien aber ging wohl eher an den leuten vorbei.
    https://www.alhambra.de/zeitung/04-januar/heidenheim.htm

    Die schlussfolgerung vom Heimat Horst hat mich aber schon auch erstaunt. Mir scheint es sogar so zu sein das er extra nicht das rechtsexteme umfeld unter die lupe nehmen will sondern wieder mal wieder überwachung überall da wo man sie eigendlich nicht braucht. Aber das ist ja auch eine alte Innenminister Krankheit.

    Was ich die woche noch im bezug auf die Synagoge lustig fand. War das ich morgends in die zeitung gescheut hab und da die überschrift war das Seehofer sich jetzt für die sicherheit der Synagogen stark macht. (hat mich gewundert das der sein Herz für andere kulturen gefunden hat.) Später am tag bin ich im Supermarkt einkaufen gewesen und da kam dann das es ein Beschluss der EU ist das man Synagogen besser schüzten soll. Also setzt er im endeffekt nur eine Eu-Richtlinie um und ist nicht selber proaktif. (Fand ich lustig) Man muss auch wissen das meine Zeitung eher im CDU nahen konserfativen spektum einzuordnen ist.

  10. Was ich noch anmerken will ist das es sehr positiv ist das er Probleme hatte an Waffen zu kommen. Nach Erfurt wurde es deutlich erschwert das Leute an Waffen kommen und das ist sehr gut. Ich bin mir sicher das es deutlich leichter fällt andere zu erschießen als andere zu erstechen.

  11. Wieder eine Folge wo ihr eure Zuhörerierenden mit den Nasen von ER und den Anhängerinnen der Gretasekte ohne auch nur einen kleinen Bezug zum Thema Netzpolitik belästigt.
    Wenn ihr über diese Themen reden wollt, dann macht bitte einen neuen Podcast auf. Ich werde diesen nicht abonnieren.In diesem neuen Podcast könnt ihr dann eruieren warum das Leben auf der Welt weder durch Vulkanausbrüche, Meteoriteneinschläge, Jahrhunderte der kirchlichen Herrschaft im Mittelalter, Spanische Grippe, den großen Führer, AIDS und Klimawandel (das Klima wandelt sich immer und es wird auch so bleiben) nicht ausgelöscht wurde. Vielleicht kommt dann jemand auf die Idee, dass, so brutal es klingt, eine immerwährende “Reinigung” des Genpools aus irgendwelchen Bakterien die aus dem Urschleim entstanden sind, die Vielfalt auf unserer Erde, mit dem Menschen an der Spitze, geschaffen hat.
    Thema Apple:
    Ihr eiert bei Apple herum wie Fanboys, die die Wahrheit nicht sehen wollen. Apple hat die 100% Herrschaft über seine Soft-/Hardware. Damit haben sie eine Einpunktzensurmöglichkeit geschaffen. Hätte Apple dem Nutzer die Wahl gelassen: Bevormundung oder Freiheit, dann könnte der willige Hongkongprotestant die Freiheit wählen können und sich die App installieren können. So ist Apple ein Teil der Zensurmaschinerie und voll verantwortlich für die Zensurmassnahmen der verschiedenen Regierungen.
    Das ist der Grund warum in meinem Haushalt kein Applegerät ist und sein wird. In der realen Welt seid ihr auch gegen Überwachung und Bevormundung und für Freiheit. Warum entsagt ihr diesem Zensurkonzern nicht?

    Was mir auch noch nicht passt ist die immerwährende Beleidigung eines großen Teils der Bevölkerung mit homophob . Als wenn es eine Krankheit wäre. Nur weil ein kleiner Teil der Menschen homophil ist muss der andere Teil nicht homophob sein.

    Das Thema Killerspiele habt ihr leider schlecht recherchiert. Aber da haben schon andere den Hinweis mit Erfurt gegeben. Das Thema Killerspiele war schon früher Thema. Ich kann mich erinnern als der Amiga 500 meinen Schreibtisch schmückte, war das Thema Killerspiele groß. Indizierte Computerspiele gab es schon in den 90er Jahren.

    Bitte findet zu euren alten Größe wieder.

    • Sehr geehrter “Diktator”,

      es gibt Kapitelmarken, ich würde vorschlagen diese zu nutzen wenn einige Themen nicht interessant für Sie sind.

      • Leider unterstützt mein Autopodcastplayer keine Kapitelmarken. Und während ich den Autopiloten mich zur Arbeit und wieder zurück fahren lasse, will ich nicht am Handy rumspielen. Das könnte die anderen Verkehrsteilnehmer irritieren.
        Das Auto ist auch eine Art Apple auf Rädern. Verrammelt bis zum Ende und einen besseren Podcastplayer bekommt man nicht installiert. (aber sonst ist die Karre geil…)

    • …sprach der Tyrannosaurus Rex als der Asteroidenhagel aufzog. Das eigentliche Problem ist unser irrationaler Speziesismus! Solange diese Aktivisten ihren pro-menschlichen Bias nicht ablegen, werden unseren evolutionären Nachfolger nie eine faire Chance bekommen. Klimawandel-Leninisten aller Länder vereinigt Euch!

      Mit dem Applekram hast Du sowas ähnliches wie ‘nen Punkt (auch wenn der Zensuraspekt die Konkurrenz in etwas anderer Form mindestens genauso betrifft): Einerseits ist die Präferenz für Apple-Produkte bei Fachleuten wie Linus nachvollziehbar, weil Apple wirklich den technischen Goldstandard in puncto Security- und Privacy-Engineering darstellt und dabei tendenziell weniger Interessenkonflikten unterliegt als die Konkurrenz. Allerdings ist der praktische Vorteil – trotz “walled garden” und Werbeunabhängigkeit – ggü. den besten Android-Alternativen mittlerweile so gering, dass man ihn in der Abwägung gegen die fehlende Softwaresouveränität gerne mal übergewichtet. Wenn gezielte staatliche Überwachung Hauptbestandteil des eigenen Threat Models ist, kann man von Apple-Produkten sogar nur dringend abraten: Der hohe Marktanteil und v.a. die technische Homogenität der Plattform spielen den entsprechenden “Bedarfsträgern” einfach zu sehr in die Karten (gemessen an der sehr heterogenen Androidwelt, in der viele der wirksameren Sicherheitsfeatures – wie Security Enclaves bzw. halbwegs ordentlich implementierte, hardwarebasierte Trustchains – inzwischen ebenso vertreten sind). Das einzige noch einigermaßen stichhaltige Argument pro Apple ist deshalb imho die verlässlichere “security/privacy by default” für den durchschnittlich (un)informierten Kunden.
      Etwas Kontext: Ich bin in dieser Frage nicht ganz unvorbelastet und kann mich in den letzten ca. 8 Jahren nur an einen einzigen (wenige Monate anhaltenden) Zeitraum erinnern, in dem es keine kommerziellen Anbieter funktionstüchtiger Remote-to-Kernel-Exploitchains für Apple-Produkte gab. Natürlich ist das auch nur die Meinung eines “random guy on the internet”. Allerdings empfehle ich jedem/jeder, der/die die Gelegenheit dazu bekommt, sich mal auf den einschlägigen Fachmessen herumzutreiben. Wer die Anbieter dort zum Öffnen ihres “Giftschranks” bewegen kann, wird dadurch – auch nach heutigem technischen Stand – definitiv nicht zum Applefan…

    • Erstmal @Diktator: Chaptermarks existieren aus guten Gründen

      Dann, Feeback: Höhere Sendefrequenz letztens finde ich super. Ja, eine gute Anzahl Themen letztens waren definitiv nicht Netzpolitik-Themen im strengeren Sinn sondern eher Gesellschaftpoltik und so weiter. Allerdings finde ich das meist spannend, vor allem in deprimierender Abwesenheit von irgendeiner Form von Konzept oder Verständnis seitens Politik für die allermeisten Themen. Raus in den Ruhestand mit den alten Knackern und zwar so schnell wie möglich…

      Sontige Korrekturen:
      – Genpools sind nicht “rein” sondern voller Hacks und schräger Strategien weil Evolution durch zufällige Mutation
      – Zensurinfrasturktur in China existiert schon und ist hauptsächlich ein Gesellschaftliches Problem dass durch moderne Technologie verstärkt wird. Apple hin oder her ist da total wurscht. Ich benutze auch lieber Android+Linux aber den Religionskrieg über Betriebssyteme könnten wir in 2019 wirklich langsam begraben, niemand kehrt, alle *könnten* sich umegwöhnen wenn sie müssten und wurschteln sich irgendwie durch, wie es im Leben halt so läuft

      • Ich habe die Folge gehört. Hat nichts mit Netzpolitik zu tun. Dennoch eine sehr interessante Folge und ich finde, dass Tim in seinem Format öfter Menschen befragen sollte die etwas (in meinen Augen) nicht alltägliches tun. Wie Forschergeist nur ohne Forscher sondern mit “besonderen” Menschen.

        Aber LNP sollte LNP bleiben.

  12. Verstehe auch in eurer Aufarbeitung des Feedbacks zu XR nicht, wieso ihr euch auf solch hämische Weise über die Person Ditfurth lustig machen müsst. Bitte nicht falsch verstehen, ich finde ebenfalls dass Ditfurths Kritik zu weit geht. Doch eure Häme ist dann halt ad hominem und kriegt so rasch auch ein misogynes Geschmäckle, wenn ihr euch auf dieses Narrativ “alte Frau, will sich mal wieder wichtig machen” einschiesst. Was ich mir erhofft hätte, und wo ich sogar finde ihr habt nicht genug recherchiert, dass die aktuelle Intervention von Diturth derjenigen der sog. Antideutschen in ihrer generellen Strategie entspricht, von denen sie auch eine der wichtigsten Sprachrohre ist und dort auch eine wichtige Bedeutung hat, sie hat es also gar nicht nötig sich mal wieder wichtig zu machen, im Gegenteil, sie hat (leider) sehr viel Bugwasser. Lest euch da mal ein, da erklärt sich imho einiges, weil die Antideutschen halt diese disruptiv, eskalativen Strategien bewusst wählen. Da kann man dann mit Metakritik deutlich mehr erreichen als mit ad hominem.

    • Für mich klang es eher so, als ob die beiden davon ausgegangen sind, dass sich JD unbewusst(!) von der konservativen Presse instrumentalisieren ließ. Unter dieser Prämisse fand ich die Ausführungen jetzt nicht unbedingt überzogen. Ein paar klärende Qualifizierungen hätte ich zwar auch für angebracht gehalten, aber letztendlich kann man sich den Vorwurf der Misogynie nie ganz ersparen, wenn man eine weibliche Person des öffentlichen Lebens psychologisierend kritisiert – egal wieviele Einschränkungen/Fußnoten man anfügt.
      Hauptansatzpunkt war in diesem speziellen Fall allerdings nicht JDs Kritik selbst, sondern der überproportional hohe Schaden, den solche “Uncle Tom”-artigen Aktionen von linker Seite anrichten (gerade weil sie so viel “Bugwasser” haben).
      Wenn all das tatsächlich Bestandteil von JDs antideutschem Kalkül gewesen sein sollte, muss ich sagen “Good job, Jutta, aber wir werden bis zum Schluss politische Gegner bleiben!”. Mir ist eh vollkommen schleierhaft, wie überhaupt irgendein denkender Mensch Antideutsche (bzw. linken (Quasi-)Akzelerationismus ganz allgemein) noch ernstnehmen kann, obwohl entsprechende Ansätze historisch mit nahezu hundertprozentiger Trefferquote ins Verderben geführt haben (und selbst das Theoriegebäude ein einziger Jengaturm ist). Vereinzelt mag Metakritik da vielleicht zielführender sein, aber i.d.R. sind Leute, die sich derart hermetisch von der Empirie abriegeln, einfach “too far gone” (diesbezüglich mag natürlich jeder andere Erfahrungen gemacht haben). Viel mehr als Häme und Ad hominems bleiben an diesem Punkt meistens leider nicht mehr übrig – auch wenn man sich sonst einen gesünderen Diskurs wünscht…:(

    • Es ist doch einfach so, dass Frau Ditfurth in den letzten Jahrzehnten auf alles schießt, solange es aus dem eigenen Reihen ist; keine Kritik wird ausgelassen, egal wie absurd und irrational sie ist.

      Daraus jetzt eine frauenfeindliche Haltung zu konstruieren – wow o.0
      Wenn jemand Bullshit sagt, dann kann man es auch benennen. Und wenn es sich jemand zur Lebensaufgabe gemacht hat, Bullshit zu labern, dann kann man die Person auch generell kritisieren.

  13. Meines Wissens war der Mörder von Walter Lübcke im Schützenverein aktiv. Hat nach dem Mord jemand gefordert, die Szene der Schützenvereine mehr zu überwachen?

  14. Stellt sich heraus: Schuld am Dritten Reich war nicht rechtes Gedankengut, sondern das Brettspiel “Risiko”. Bundesminister Seehofer prüft Verbot für Brettspiele jeder Art *Satire*

  15. Re XR: Ihr tut so, als ob alle linke Kritik die Leute lieber inaktiv sähe. Lieber nicht protestieren als schlecht protestieren. Das ist falsch, das sagen doch die Allerwenigsten. Aber solidarische Kritik darf und muss erlaubt sein. Demonstriert, rebelliert – aber fangt nicht an, Leute auszuschließen, weil sie zu links sind und schon Erfahrung mit Polizeigewalt haben. “Wir lieben die Polizei”-Gesänge sind auch ausgrenzend, nur halt gegen andere als ein “ACAB”-Ruf.

    Wer “unsere Idioten” nicht kritisieren will, sollte sich auch zu Jutta Dittfurth mal auf die Zunge beissen.

  16. Um mal einen Punkt zum ‘Das sind Nazis, die den Staat nicht fürchten’ beizutragen: Die taz hat das Hannibal-Netzwerk ganz gut berichtet. Hannibal, ein KSK-Soldat und Nazi hat eine Reihe von Chatgruppen betrieben, wo weitere Nazis sich ausgetauscht haben. davon bekannt wurde eine Gruppe Ostkreuz, wo ein paar SEK- und normale Polizisten in Mecklenburg-Vorpommern mit illegalen Waffen erwischt wurden. Die haben keien Angst vor der Polizei, weil sie oder unter ihresgleichen Polizisten sind. Ebenso bei “NSU 2.0” mit den Drohfaxen an die Anwältin in Frankfurt, wo auch klar ist, dass jemand mit Zugriff auf einen Polizeicomputer beteiligt war.

    Wenn ich mir vorstelle, Personen, die als Islamisten betzeichnet würden, würde vorgeworfen, eine bundesweite Organisation zu betreiben, da wäre das Geschrei bei Seehörster aber groß. Wo sind eigentlich die jahrelangen Fahndungen wie bei G20 nach Nazis, die Verbote von behördlich erschaffenen Vereinen mit dem Ziel der Unterdrückung einer Veröffentlichungsplattform wie bei Linksunten Indymedia?

    Stattdessen vermeldet die Regierung Stand September 2018 467 offene Haftbefehle gegen Personen aus dem rechtsextremen Bereich, und das BKA will von 43 “Gefährdern” wissen, wobei der Begriff juristisch genau gar nichts bedeutet. Von rechtsterroristischen Gruppen wie Freital, Revolution Chemnitz (gerade vor Gericht gestellt), Freital 2 (beim ersten Mal haben sie wohl nciht alle erwischt), Oldschool Society berichten die Hauptnachrichten nur, wenn es gerade mal ganz akut Bewegungen da gab. Aber der Täter aus Halle war ja “Einzeltäter”. Wer woltle noch gleich “bis zur letzten Patrone” kämpfen? War es ein Horst S.?

  17. Wenn ich das Horst Seehofer höre kriege ich jedesmal ein Hassausbruch!!! Klar können Killerspiele was dazu beitragen, will ich nicht abschreiten, aber dann ist schon vorab bei einer Person viel mehr kaputt, als das je ein Killerspiel hervorrufen könnte!!!

  18. Bzgl. Gamer und Nazis:
    Ich teile eure Kritik vollständig. Allerdings sollten wir auch nicht vollständig vergessen, dass die “Gamerszene” ein Naziproblem hat. Siehe auch Gamergate.
    In CS:GO zum Beispiel sind Nicknames mit Nazibezug und die Relativierung/Bagatellisierung des Holocausts leider keine Seltenheit.

    • Das Problem ist halt wenn das Spiel billig ist und die Platform freizügig bezüglich Nickname ändern und so, dann gibt es keinen Nachteil wenn man wegen Geschmacklosigkeit gebannt wird, einfach direkt neuen Account clicken und weiter provozieren.

      Blizzard hat da deutlich strengere Vorschriften. Leider so konnte ich z.B. meinen Nickname nicht zu FreeHongKong ändern ;-)

    • Genau so sieht’s aus. Wegen dieser Pepe-Plage dient das Wort “gamer” in Teilen der US-Linken auch schon als Synonym für “Naziloser”. Leider scheint diese Nuance hier noch nirgends angekommen zu sein (weder bei Hotte, noch den meisten Journalisten oder der breiteren Öffentlichkeit). Stattdessen kriegen wir jetzt ‘ne Antidiskriminierungsdebatte über Minecraft-Kiddies. Argh….

  19. Der Täter von Halle hatte anscheinend einen KFZ-Führerschein und ist mit einem Mietwagen angereist.

    “Wir sollten dringend mal diese obskure deutsche Autofahrerszene ins Visier nehmen und vor allem die Mietwagenplattformen verpflichten besser aufzupassen.” hört man aber nicht. Komisch, das.

    Die Nummer mit Finfisher und dem Umgehen von deutschen Exportbeschränkungen ist keine brandneue Entwicklung. Das haben die sich vermutlich bei Rheinmetall abgeguckt, die schon lange mit Fabriken in Italien und Südafrika und Export aus den jeweiligen Ländern die Krisenregionen mit Qualitätsmunition beglücken für die es hierzulange keine Exportgenehmigung mehr geben würde.

    Ich hab dazu mal in einem Forum ein paar “fun facts” zusammengetragen, würde hier den Rahmen sprengen, daher bei Interesse bitte hier klicken:

    https://pastebin.com/vRmPYRnw

  20. Finde es sehr schwach sie Kritik bezüglich Gandhi so billig abzuschmettern. Bei Gandhi geht es eben in der Debatte auch um seinen Begriff der Gewaltfreiheit, der sich eben nicht auf alle Menschen bezog und damit durchaus kritikwürdig ist. Im allgemeinen würde ich euch aber zustimmen, dass Kritik immer solidarisch formuliert sein sollte und dass nicht immer vom bösen Willen ausgegangen werden sollte, sondern dass Irrtum als normaler Bestandteil des Seins vermutet werden sollte.

    • Bei Gandhi geht es eben in der Debatte auch um seinen Begriff der Gewaltfreiheit, der sich eben nicht auf alle Menschen bezog und damit durchaus kritikwürdig ist.

      Noch mal: an welcher Stelle hat das irgendwelche wir auch immer geartete Relevanz in der aktuellen Debatte um Aktionen von XR?
      Ich find das ja super, dem einen Stuhlkreis zu widmen, falls das seit 1948 irgendwie noch nicht zu Ende diskutiert wurde, aber ich sehe keinen Bezug zu heutigen Aktionen des zivilen Ungehorsams.

      • Es ist insofern relevant, dass XR sich in der Frage der Gewaltfreiheit auf positiv auf Gandhi beziehen vermutlich (hoffentlich) ohne die Positionen genau zu kennen. Ich bin großer Fan von Zivilem Ungehorsam und möchte an dieser Stelle auch die Ausführungen aus der Lage der Nation zu dem Thema empfehlen, trotzdem sehe ich es Kritisch sich positiv auf Postionen von Personen zu beziehen die durch eine regelrechte Glorifizierung ihrer Selbst quasi von jeglicher Kritik frei zu sein scheinen. Das Problem ist ja nicht, dass wich wissenschaftlich oder auch in “Stuhlkreisen” zu wenig mit den tatsächlichen Methoden und Positionen von Gandhi auseinander gesetzt wurde, sondern dass die öffentliche Wahrnehmung verzerrt wird, unter anderem Eben in diesem Fall durch XR. Ich finde es weitaus sinnvoller die Aktionen selbst zu belegen wie es ja praktisch auch schon geschieht, denn eine Sitzblockade wurde bis vor 30 Jahren noch alles andere als friedlich wahrgenommen.

        • Niemand hindert Dich daran, dieses dir wichtige Thema zu diskutieren, wenn du Gleichgesinnte in einem Pro-Seminar der Soziologie oder Geschichtswissenschaften findest. Ich fände es aber nett, die Debatte nicht jenen aufzuzwingen, die sich hier und heute engagieren möchten; oder schlimmer noch, sie mit dem Unsinn zu belästigen, man dürfe keinen zivilen Ungehorsam machen, ohne sich vorher von Gandhis Chauvinismus zu reinigen.

          • Ich will es mal so versuchen: Gandhi mag ein fehlerhaftes Symbol für gewaltfreien Protest sein, genauso wie das grüne Vorhängeschloss ein fehlerhaftes Symbol für TLS-Verschlüsselung bei HTTPS ist.
            Aber das macht die TLS-Verschlüsselung nicht schlechter ;)

          • Also in meinem ursprünglichen Kommentar ging es mir ausschließlich darum darzustellen, dass der Vergleich zu Einstein einfach nicht funktioniert. Ich finde du hast keine guten Argumente dafür vorgebracht. Ob es nun Sinnvoll ist XR darum zu kritisieren, das sei mal dahingestellt, aber auch das habe ich in meinem ersten Post schon klar gemacht.
            Ich habe auch mit keinem Wort gesagt man solle keinen zivilen Ungehorsam betreiben, jedoch ist die Forderung nach kritischer Reflexion nicht gleichzusetzen mit einer vorauseilenden Distanzierung.
            Es geht mir nicht darum das Thema zu diskutieren, sondern um die Feststellung, dass kritische Reflexion immer Teil von politischer Auseinandersetzung sein sollte, und dass dafür auch solidarische Kritik von außen hilfreich sein kann.

  21. Jutta Ditfurth hat im Juni/Juli noch FFF und XR unterstützt (FFF etc. noch immer!). XR hielt sie, soweit ich mich erinnern kann, für den etwas radikaleren Flügel. Ich glaube ja, dass sie ihre Meinung nicht einfach nur geändert hat, weil sie als frustrierte alte LInke nach Aufmerksamkeit und Distinktion begiert. Sie hat einfach mal recherchiert, genau hingesehen und etwas nachgedacht.

    Ihre Argumente sind, wie auch beu euch, zugespitzt formuliert, aber deshalb sind sie noch lange nicht falsch oder weniger progressiv. Viele bei FFF sehen das durchaus auch so. Wo und wie die Kritik vorgetragen wird, ist selbstverständlich diskussionswürdig, aber sie ist wichtig.

  22. Hallo liebes LNP,

    um kurz beim Thema Blizzard aufzuräumen:

    Das Spiel, um das es geht, ist “Hearthstone: Heroes of Warcraft”, ein kompetitives Kartenspiel. Der Entwickler ist “Blizzard Entertainment”, der Publisher heißt seit der letzten Fusion “Activision Blizzard”.
    World of Warcraft ist aktuell dank eines Re-Releases eigentlich eher auf dem aufsteigenden Ast, hat aber mit eSports nichts zu tun. Andere Spiele von Blizzard – insbesondere Overwatch – erfreuen sich bester Beliebtheit.

    Overwatch ist in diesem Zusammenhang interessant, weil die Fans den chinesischen Charakter “Mei” aus dem Spiel nun zur Galionsfigur des Protestes im Hearthstone-Fall erkoren haben. Der Charakter hat deshalb im Zusammenhang der Hongkong-Proteste Bekanntheit über das Spiel hinaus erfahren.

    https://www.polygon.com/2019/10/9/20906320/overwatch-mei-blizzard-hong-kong-protest-banned-memes

    Grüße aus der (unter Beobachtung des Innenministers stehenden) Gamer-Community!

  23. Mal eine Anmerkung, da mir das häufiger auffällt und ich mich nach dem Sinn frage: beim Cryptotrojaner sagt Linus mal wieder sinngemäß: „befällt NAS… eines bestimmten Herstellers“. Was bezweckt ihr damit, dass ihr bei sowas regelmäßig den Namen des Herstellers explizit nicht nennt? Ist ja nicht so, dass der irgendwie geheim wäre oder oder sonstwas… Alles andere erläutert ihr, fasst es kurz zusammen etc., aber bei sowas muss man dann plötzlich selber herausfinden, ob man potentiell betroffen ist. Hat das einen Sinn oder…?

  24. Noch bezüglich des Hackbacks; könnte man bei sowas nicht auch juristisch sinnvoll mit Notwehr argumentieren? Ich meine, der Typ verwendet die harmloseste erfolgsversprechende Methode, um einen gegenwärtig andauernden rechtswidrigen Angriff gegen sein Eigentum und das Eigentum anderer zu beenden.
    Und Selbstverteidigung bei Eigentumsdelikten ist ja je nach Situation legitim; dazu kommt in dem Fall noch, dass zusätzlich noch das „Grundrecht auf Gewährleistung der Vertraulichkeit und Integrität informationstechnischer Systeme“ verletzt wird – auch wenn Grundrechte erstmal Abwehrrechte gegenüber dem Staat sind, unterstreicht das nochmal die Schwere des Angriffs.

    Juristen vor; ist das plausibel oder völliger Bullshit :D? Gibt es dazu vielleicht sogar schon Rechtsprechung?

  25. Bzgl Telegram um 32:00 wünsche ich mir von Euch etwas Differenzierung.

    1. Wird dieser Messenger grade von immer mehr Leuten genutzt, da sind dann leider auch Nazis dabei. Aber beispielsweise auch jede Menge XR Channel und linke Kontexte.

    2. Diesen Zuspruch kann mensch angesichts der per Default abwesenden Verschlüsselung in Telegram (in Gruppen afaik garnicht möglich) durchaus doof finden.

    3. Woher kommt der Zuspruch? Die Werbung suggeriert der Messenger sei super sicher uns eine Alternative zu Facebook. Vielleicht finden manche Nazis auch die Verbindung nach Russland gut, wie es Tim meiner Hörart nach suggeriert. Damit kommen wir zu

    4. Telegram wurde von Pavel Durov gegründet, der vorher vkontakte (“russisches Facebook”) gründete und auf kuriose Art ausgebootet und durch einen Putin-treuen Menschen ersetzt wurde. In der Folge gab es ja auch Telegram vs Russia, was auf dem 35c3 gefeaturet wurde.

    Hier ein bisschen Hintergrund zu Durov und seiner Rolle in Russland (dekoder.org ist generell zu empfehlen, wenn es mal um Russlandhintergründe und Differenzierung geht)
    https://www.dekoder.org/de/gnose/pawel-durow-vkontakte-telegram

    Und hier der 35c3 Talk
    https://media.ccc.de/v/35c3-9653-russia_vs_telegram_technical_notes_on_the_battle

    Vielleicht hat Tim das ja garnicht so gemeint, als er vieldeutig Nazis und den russischen Hintergrund von Telegram in einem Kontext erwähnte. Ein Schelm wer an den US-Wahlkampf 2016 dabei denkt. Mir stieß das sauer als mangelnde Differenzierung auf.

  26. Auf Ruhrbarone.de ist ein Artikel erschienen, der die Kritik an XR unaufgeregt eingeht und zusammenfasst:

    https://www.ruhrbarone.de/extasy-oder-endzeit-sekte/174471

    Die Frage ob XR Extasy oder Endzeit-Sekte ist, würde ich eher mit Menschen in Extase beantworten. Eine progressiven Idee schlägt dann tatsächlich schnell in Irrationalität um. Im besten Fall wird XR der Klimabewegung nicht schaden und unter ihren Aktivisten eine Menge entäuschte und verletzte Menschen hinterlassen. Dass XR das selbst wieder rational und reflexiv einholt sehe ich derzeit nicht. Wenn die Extase, wie von Kritier*innen unterstellt, Produkt hierarchischer organisierter und intendierter Planung ist, würde ich sie auch nicht mehr verteidigen. Für deren Aktivisten aber offen bleiben.

    • Die Bezeichnung „unaufgeregt“ würde ich nicht gelten lassen, aber mit einem hast du Recht: es wird alle „Kritik zusammengefasst“, in keiner Weise geprüft und kein gutes Haar an XR gelassen.

  27. Unaufgeregter als Linus Neumann und Jutta Ditfurth. Wünsche mir, dass ihr beide mit ein paar Monaten Abstand nochmal öffentlich auf das Thema zurückblickt.

  28. Wenn XR solche Aktionen wie in der Tube von London macht, dann machen die sich total unglaubwürdig. Sollen die Leute wieder Auto fahren anstatt mit der U-Bahn? Vollidioten.

    Ich würde gegen die härter Vorgehen, die übertreten Gesetze. Ganz einfach.
    Sonst machen das irgendwann die Betroffenen wie die Pendler in London selber in die Hand.

  29. Ich bin ein bisschen spät dran, aber beim Nachhören das Finfisher Themas konnte ich mir ein Grinsen nicht verkneifen. Würde der Rechtsstreit in die Feststellung einer Verfehlung bzw. eine Verurteilung münden, so könnte diese zum pauschalen Ausschluss* des Anbieters Finfisher von künftigen Vergabeverfahren der öffentlichen Hand führen. Problem gelöst :-)

    *Ausschluss nach §§123, 124 GWB

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