LNP349 Mit Vollidioten ist schwierig

Rassismus und Polizeigewalt — Feedback — Corona Warn App — Staatstrojaner für den Verfassungsschutz — Hassrede vs. Gegenrede — Nemsdorf-Göhrendorf — Vorratsdatenspeicherung für Minister — 37C3

Heute mal wieder ganz viel Feedback da wir so unfassbar viel Feedback zur letzten Sendung erhalten (keep it coming) und dazu eine weitere nachdenkliche Betrachtung der globalen Diskussion rund um Rassismus und Polizeigewalt. Wir blicken ferner auf das für die nächste Woche anstehende Release der Corona Warn App und schauen betrübt auf die Einführung von Staatstrojanern beim Verfassungsschutz und die Nichteinführung von Internet in Nemsdorf-Göhrendorf. Oben drauf noch eine Betrachtung der Sicherheitsrisiken rund um Passfotos und wie diesen bald begegnet werden wird.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Du, ich habe gehört, die AfD ist Staatszersetzend.
Linus Neumann
Ja und Antidemokratisch und unsolidarisch und völkisch-national und empathielos Dackel krawatte ich und rechtsextrem und Klimawandel leugnend und spaltend und reaktionär und rassistisch und Geschichtsrevisonistisch und menschenfeindlich und faschistisch und antiparlamentarisch und verlogen und fremdenfeindlich und und rechtspopulistisch und Verschwörungstheoretisieren und spießig und nationalistisch und überflüssig und humorlos.
Tim Pritlove
Lockboot Netzpolitik Nummer dreihundertneunundvierzig vom zehnten Juni zweitausendundzwanzig hinzuhalten Frank Corona. Weil das Thema jetzt schon wieder so ein bisschen Hintergrundgerät, aber so ist das.
Linus Neumann
Meinst du, meinst du, die Zeitrechnung wird jetzt ungeändert von AD in AC? Von Anu Domini in in andere Corona E oder oder Koroni oder wie heißt es denn? Arno Koroni.
Tim Pritlove
AC, ja, warum nicht?
Linus Neumann
Jahre äh Jahre ist im Jahre der Phanemie. Ähm ja, verrückte Zeiten, nach wie vor, ne.
Tim Pritlove
Ja. Und die Mopo hat's auf jeden Fall gerockt, so. Was die verrückten Zeiten betrifft.
Linus Neumann
Genau unser unser Info eine leichte kleine Hommage an die Hamburger Morgenpost mit ihrem heutigen Titel.
Tim Pritlove
Der der so geil war, dass jeder erstmal gedacht hat, fake, das, das haben die nicht wirklich gebracht, oder? So, oh, nee, echt. Geil.
Linus Neumann
In Bezug auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, dass es Horst Seehofer in seiner Rolle als Innenminister, untersagt die AfD als Staatszerse zu bezeichnen und ganz ehrlich, ganz vorsichtig, wahrscheinlich ist das gut und richtig so. Ähm also ich kann's schon verstehen, dass man einem äh einem Teil der Exekutive eben untersagt, stark wertende Aussagen über Komponenten der Legislative zu machen. Glaube, das Urteil ist schon halbwegs richtig so. Schmerzhaft es ist und ähm das ändert ja nichts daran, dass Horst Seehofer das in seiner Kapazität als ähm, Modelleisenbahner äh durchaus sagen kann und ähm wir alle in unserer Kapazität als Podcast in der ebenfalls. Ansonsten gab's in, in Berlin, ich denke, das muss man ja auch, wenn wir, wenn wir auf Zeitrechnung Bezug nehmen, darf man was bei uns ja nie Kernthema ist, aber es war trotzdem auch mal hier anmerken müssen, dass. Thema, also seid das, seid es das Thema Corona jetzt. Gab und ist alle anderen Themen verdrängte, hat man sicher gefragt, okay, welches Thema wird es sein, was Corona vom Thron stößt. Und ähm tja, wer hätte gedacht, dass das ausgerechnet hier auseinandersetzung. Mit äh rassistischen Strukturen und Polizeigewalt ist, hätte ich auch nicht gedacht.
Tim Pritlove
Na ja, hätte ich auch nicht gedacht.
Linus Neumann
Aber tatsächlich mal Thema, was auch so ein bisschen überfällig ist, ne?
Tim Pritlove
Ja und vor allem wenn man, Zurückblickt, dann ist ja mal ein bisschen einfacher, die Sachen zu erklären, ne? Kommt halt einiges zusammen. Da in den USA. Und das Interessante ist, dass es dann eben auch gleich so globale Auswirkungen hat, ne? Also, man kann sich vorstellen, wäre es jetzt zu diesem Mord gekommen. Vollkommen isoliert von der sonstigen Situation, ja, dann wäre es unter Umständen wieder so ein weiteres Ding gewesen. Klar, es hat jetzt eine besondere Dramatik, dadurch dass dieses Video da war, das einfach nochmal also bei, bei all der Ungerechtigkeit und und und Viesheit, die sich da einfach über Jahre schon immer abgespielt hat war's halt nochmal extra fies. Trotzdem weiß ich nicht, ob es in irgendeiner Form den den Fresh holt, der öffentlichen Wahrnehmung überschritten hätte. Aber dadurch.
Linus Neumann
Auf das Risiko, dass du nun falsch verstanden werden könntest, möchte ich's nochmal kurz betonen, du möchtest also sagen, es war nicht, es ist es ist nie vorhersehbar, wie groß ein Thema tatsächlich wird, die Größe wie ein Thema in der Öffentlichkeit behandelt wird, nicht unbedingt mit seiner tatsächlichen Bedeutung korrigiert.
Tim Pritlove
Richtig, genau, das, das wollte ich damit sagen und und und das ist, das ist aber sozusagen diese Wahrnehmung bekommen hat, wurde eben dadurch gefüttert, dass wir eben diese ganze Choronapanemie noch im Hintergrund haben, die ja gerade in den USA nochmal extra gezeigt hat wie, schlimm die schwarze Bevölkerung äh dran ist und zwar auf jeder Ebene, ne? Also dann kommt die Panemie und wer ist dann wiederum am wenigsten äh geschützt und am meisten betroffen, sind wieder überproportional die Schwarzen. Und dann, das hat sich dann halt einfach alles so aufgeschaukelt, aber was ich bemerkenswert finde, ist, dass es dann eben jetzt auch dazu führt, dass sie jetzt in Brüssel anfangen, irgendwelche Statuen in Fluss zu schmeißen, von ehemaligen Sklavenhändlern. Ja, was äh für mich nochmal besonders lustig war, weil ich war ja vor ein paar Jahren, habe ich aber ein halbes Jahr in Bristol, gelebt und kann von daher vielleicht die Sache nochmal so ein Funken mehr, einsortieren, einerseits ist das jetzt nicht nur so eine Statue, die da rumhängt, sondern die ganze Stadt ist voll von Erwähnung von diesem Typ Ja, also es gibt da einen coolsten Plays und coolsten Street und einen coolsten Building und einen kurzen School und überall, und ich hatte auch damals meine Kinder auf dieser coolsten School ja, die natürlich jetzt auch diese ganze Debatte an der Bagger hat und jetzt rumeiert und so ein bisschen da äh doof dasteht und so und sich fragt, ob sie jetzt ihre Jahrhunderte lange, Tradition irgendwie übern Zaun werfen muss. Aber dann eben auch zu diese geile Dreistigkeit äh Bristal muss man dazu wissen, ist halt auch eine der Liberalsten Städte, in Großbritannien, ne? Also äh extrem. Links, liberal, offen, Kunst, Kultur, Banksie, kommt aus Bristol, et cetera, also das das ist sozusagen ohnehin so ein besonderer Ort und ähm von daher interessant zu sehen, dass von dort jetzt diese Schockwelle ausgeht, die es schon dazu geführt hat, dass weitere Statuen abmontiert werden, in London und so, ne? Also es ist crazy alles.
Linus Neumann
Also, was ich, was ich in, in all diesem Kontexten so ja wirklich, ja, auf eine Weise entlarvend finde, die ja kaum noch. Also die waren ja teilweise auch gar nicht mehr glaubt, ist die Reaktion von Polizei und, Politik auf diese Proteste. Wir haben ein ich muss jetzt auch mache mal kurze Sternchen dran, weil das ist sehe ich hier auf Twitter und ich habe keine Anhaltspunkte gefunden, dass es sich dabei um eine Falschdarstellung handeln könnte. Aber es ist so unglaublich, dass ich's nicht ausschließen möchte. Und zwar wurde im Palemen Square steht eine ähm ähm und unter den unter der hat jemand geschrieben, und dann gab es von den äh von den konservativen. Ein Fototermin, wo sie sich Abend abbilden lassen, wie sie dieses entfernen.
Tim Pritlove
Beziehungsweise entfernt hatten.
Linus Neumann
Entfernt hatten und so getan haben, als hätten sie das getan, ja? Es gibt aber ein Bild von der Person, die ist tatsächlich entfernt hat und das ist ein Schwarzer, der halt dieses. Machen durfte.
Tim Pritlove
Card Make this shit.
Linus Neumann
Die sich hingestellt und haben so getan, als wenn sie das gewesen. Und auf der gelben Weste, die der Mann dabei trägt, ist ähm, ähm ein, also ist ein Firmenlogo, wo irgendwie hinten auch noch draufsteht, Making Show the past. Und das ganz, das kann ja gar nicht sein.
Tim Pritlove
Das hat sich gar nicht gesehen.
Linus Neumann
Das kann ja also ich. Ich werde das ist so boah boah kann ja gar nicht sein, wenn also 'ne dann natürlich gleich dazu. Die Fälle von Polizeigewalt bei den Demonstrationen, die jetzt hier irgendwie in Deutschland und in USA und in Großbritannien und in bei jedem Land sich wieder zeigen. Also das ist wirklich eine. Das ist wirklich ein krasses Ding. Ähm womit wir auch ehrlich gesagt kurz bei beim ersten Feedback wären, wenn dir das Recht ist.
Tim Pritlove
Ja, vielleicht nochmal äh noch im Anschluss an, an diese ganze äh Auswirkung, die das hat, also auch in Belgien sind ja dann Staat dieser König Leopold, Ludwig, was jetzt nicht ganz genau, ja, also der da im Kongo äh wo ja Belgien primär aktiv war. In der Region äh zu größeren Tötungen von äh schwarzen, Einwohner äh beigetragen hat, auch der wird jetzt irgendwie, demontiert. Und dann kommen halt so Sachen raus, also gerade in UK. Das habe ich jetzt erst vor kurzem zur Kenntnis genommen am Rahmen der ganzen Diskussion, ja? Wurde zweitausendfünfzehn wurde bekannt, dass dann, endlich eine Zahlung, eine eine Zinszahlung des Staates endete, für Kredite, die sie aufgenommen haben damals, um die Familien zu entschädigen, weil die Sklaverei dann eingestellt werden musste. Weil der Druck zu groß war. Und weil der dann diese Familien ihr Eigentum genommen bekommen haben haben sie dann sozusagen eine Entschädigungszahlung bekommen, die so hoch war, damals zwanzig Millionen Pfund, was ein damaligen Verhältnissen so chorona bekämpfungsetat war. Ja, das und die Zinshallung liefen halt dann noch bis zweitausendfünfzehn. Unter anderem war dann halt auch die Familie von Mister Cameron äh dabei, die da Geld bekommen haben. Und so. Also es ist das zieht einfach so, man merkt jetzt einfach, wie tief das dann doch überall äh drinsteckt. Und von daher kann ich mir vorstellen, dass dass das alles noch eine Weile trägt. Also wir wissen alle, der ist schnell vorbei, Aber er hält hier schon wirklich enorm lange an. So und jede, ich würde sagen, jeden, jeden Tag, den das zumindest in den USA noch ähm aktiv ist, kann dazu führen dass da so ein äh ja da haben wir wieder so eine komische Verlaufskurve, ja? So so eine Expontialatie, das das ist dann sozusagen, wird immer immer wichtiger und wird dann, noch mehr dazu führen, dass eben jetzt wirklich mal Änderungen eingeleitet werden. Ich sage nicht, danach wird alles gut sein, auf gar keinen Fall, aber auf jeden Fall gibt's jetzt diesen der so diese sinusförmigen Bewegungen, die meiner Meinung nach eben alle Gesellschaften und in dem Fall jetzt auch die Weltgemeinschaft durchmacht, ja? Wir leiden ja die ganze Zeit, wie schlimm es alles ist und Trump und überhaupt, Johnson und ganzen Idioten und Bolsonaro und so. Kann aber auch ganz gut sein, dass sie jetzt äh auch bald mal ordentlich weggefickt werden. Dann wissen wir aber wofür die Panthemie gut war.
Linus Neumann
Die Hoffnung bleibt bestehen. Ich werde an dieser Stelle nochmal ganz kurz ein paar wichtige, oder ein paar Dinge empfehlen, die ich in in diesem Kontext in den letzten Tagen so medial konsumiert habe, und zwar ist das einmal der Podcast Deutschlandfunk der Tag vom war es jetzt Montag Rassismus made in Germany ist der täglich guck mal kurz von der veröffentlicht wurde. Äh haben natürlich auf ihrer Webseite kein direktes Datum stehen, aber achter sechster, ja. Achter, sechster, der Tag vom achten sechsten. Das fand ich eine besonders gute ähm Aufarbeitung, ähm da sind äh zwei Gäste dabei. Einmal, oh je, Panayotis, Gavrilis, der ähm von Deutschland von Kaupfstadtstudio, bei den Demonstrationen war. Und dann Steven an Palagan, der ähm. Ja über Strukturellen Rassismus da spricht. Und ich würde gerne diesen Begriffstruktur sein, Rassismus, ich glaube, der ist wichtig für uns alle in dieser Diskussion im Hinterkopf zu halten. Das heißt nicht, dass alle Personen glühende, rassisten sind sondern, dass sich wie von magischer Hand ebenso Benachteiligung manifestieren. Und diese Benachteiligung, die kann eben jetzt, dann doch niemand in Frage stellen, ne, wenn man sich anschaut, welche welche gesellschaftlichen Rollen Schwarze kommen und in welche nicht. Und wenn sie in besondere Rollen kommen, dass es dann äh fast immer so eine ähm. Herauskehrung, als das ist hier, aber jetzt ein besonderer Schwarzer ist, ne? Nicht wie die anderen, ja? Und also das sind natürlich diese diese unterschwelligen Rassismen, die, denke ich, eine sehr große Rolle spielen und die und das denke ich würde ich nach der nach dieser wirklich für mich sehr eindrucksvollen Aufarbeitung ähm. Eben versuchen wollen zu betonen, der Vorwurf ist hier nicht, dass, alles irgendwie glühende Rassisten mit der Hakenkreuzflagge im Keller sind. Ne? Sondern, dass wir eben diese unterbewussten, sehr schmalen, Tendenzen überall in der Gesellschaft haben und das kann wirklich niemand in Frage stellen, außer äh Rainer Wendt, ne? Der Vorsitzende der deutschen Polizeigesellschaft, der ja ernsthaft noch behauptet, bei der Polizei gäbe es weniger Rassismus, als in der Bevölkerung. Was einfach so Ich meine, das ist so lächerlich dieser Aussage. Das kann ja wirklich keine, also der kann's ja wirklich nur noch drüber lachen. Allein, dass ähm die deutsche Polizeigewerkschaft einhunderttausend Polizistinnen als Mitglieder hat, die ihn als ihren Vorsitzenden tolerieren, zeigt ja schon, dass es bei der Polizei ein Problem gibt. Rainer Wendt äh Ne, Rainer Wendt äh gibt Interviews in in diesem AFD und Pegida-Magazin Kompakt und kritisiert da die Machokultur junger Muslime, die fast zu den Grundbausteinen dieser Kultur gehören würde, ja? Also, das ist die Definition von ähm, ne, Rassenideologie, wenn du von, wenn du schon von genetik anfängst zu reden und also ja, lächelt lächerlich und da, da haben wir ein Problem, das müssen wir angehen und wer dieses Problem leugnet. Ist ähm dann doch wirklich sehr weit da draußen und großer Teil dieses Problems. Und wer dieses Problem. Feststellt, ist aber gleichzeitig nicht, äh übersetzt das nicht in eine, in eine Anklage, Glühenden, Rassismus, gegen jede Polizeibeamte. Das ist, denke ich, das, was wir, was hier. Wichtig ist für uns alle, in den, in den in der kommenden Diskussion, in den Jahren und Jahrzehnten, die wir diesen ganzen Scheiß aufarbeiten müssen, das, was wir im Hinterkopf halten sollten. Und das fand ich, war in dieser Sendung sehr äh gut rübergebracht. Ähm zum Thema Polizeigewalt und eigentlich auch zu jedem anderen Thema, ist natürlich John Oliver eine Empfehlung, aber das, was äh John Oliver jetzt zum Thema Polizei veröffentlicht hat, ist also so dermaßen ähm. Großartig. Ja, ich habe das jetzt mehrmals geguckt und habe mir, habe wir wirklich mit Bewunderungen äh mir das angeschaut, wie on point das alles ist. Und dann äh ist ohnehin zu dem ganzen Thema ähm Rassismus in den USA.
Tim Pritlove
Kurzer Hinweis noch, also John Oliver, du meinst, ne, seine, seine wöchentliche äh Show und er ist auch der einzige, der es schafft, aus dieser ganzen Quarantäne äh heraus seine Sendung im Prinzip noch. Genauso zu machen wie sonst auch. Also man merkt zwar schon, der Sitz woanders, aber er schafft es halt einfach genau denselben Style komplett beizubehalten während aller anderen sich irgendwie Casual fläzen und äh nochmal als Anmerkung zu diesem Beitrag über Polizei, also nicht nur, dass er da jetzt irgendwie äh aufdeckt, so was da jetzt alles war, das haben wir ja irgendwie alles gesehen, sagen, erklärt halt wirk. Wie sich das Ganze aus den Zeiten der Sklaverei Sch, entwickelt hat und warum eben die Welche Rolle die Polizei eigentlich von Anfang an äh da gespielt hat und eben bis heute auch noch spielt. Also da wirklich dieses Systemische, der Vorwurf dieses des systemischen Rassismus, gerade den arbeitet er dabei wirklich sehr schön auf.
Linus Neumann
Und dann würde ich abschließend gerne noch äh ja alte Klassiker. Empfehlen und zwar sind das die ich würde sagen echt bei zwanzig Jahre alten Stücke von zu dem Thema der, ähm den Unterschied in der Behandlung zwischen. Äh in der Behandlung von Weißen und Schwarzen durch die US-Polizei in sein mehreren Anekdoten über seinen Freund Chip, erklärt. Ja und quasi sagt so, ne, was was passiert, wenn Chip etwas macht und was passiert, wenn wenn. Ähm eher etwas macht oder schwarz etwas machen. Ähm Klassiker in meinen Augen, der ähm Rassismus Kritik in den USA und ähm ja auch enorm witzig, ne? Zeigt eben auch, dass diese Themen, also oder witzig aufgearbeitet und klasse ähnlich witzig, wie jetzt dieses diese Aktion von den von den Conservativs ist es natürlich eigentlich überhaupt nicht witzig aber entlarvend. Und das macht's macht's dann ja eben, Ja, ihr wisst, was ich meine.
Tim Pritlove
Wissen schon.
Linus Neumann
Zu dem Thema hatten wir auch ein Feedback, ähm beziehungsweise mehrfach das Feedback ähm von also auf Twitter habe ich das eralt, als persönliche E-Mail, als Kommentar von Enno, als E-Mail von Jan, ähm. Äh und wie gesagt, an mehreren Stellen sind gemäß, ich zitiere jetzt Jan. Mein Linus, ich höre gerade die neue LMP-Folge. Am Anfang benutzt du das Wort Dunkelhäutig, um einen schwarzen Menschen zu beschreiben, dieses Wort hat ein kolonialen Hintergrund. Und wird von vielen People of Color abgelehnt. Die Bezeichnung, die du suchst, ist einfach schwarz. Ähm. Tut mir leid. Ähm ich denke man, ich hab's mir auch nachher nochmal angehört. Man merkt, dass er an verschiedenen Stellen auch nach Wortensuche und hier eben das falsche gefunden habe. Ich habe das glaube ich ergibt sich auch. Aus dem, was ich sage, nicht verletzend gemeint, aber es hat eben das Risiko oder die Eigenschaft, dass es für viele verletztend wirkt, dass ähm tut mir Leid und darauf werde ich. In Zukunft achten. Vielen Dank, deshalb für den Hinweis.
Tim Pritlove
Also warum tut es das.
Linus Neumann
Weil äh wie ich gerade oder wie ich gerade Jan zitierte, weil es den kolonialen Hintergrund hat und das ist eben quasi äh so eine Rothäute oder sowas, dass das, eine als eine ablehnende Konventation hat oder so eine biologisierung oder sowas, ja und äh, ich denke unabhängig davon können Bevölkerungsgruppen sich auch mit groß mit gutem Recht selber aussuchen, welche Begriffe sie für sich als angemessen und welche sie als abwertend.
Tim Pritlove
Ja, ist bloß wirklich auch nicht einfach, da äh sich zurecht zu finden, was denn jetzt äh gerade aus welchen Gründen auch immer äh gerade abgelehnt wird, also auf der einen Seite ist farbig Problem, aber of Color ist dann wieder, der Normalbegriff, also das sind einfach so auch Schwierigkeiten, die die ich mich auch immer wieder finde.
Linus Neumann
Genau, die habe ich auch, umso besser ist es, ja, wenn wir darauf hingewiesen werden und wenn uns der die gewünschten Bezeichnungen ähm, selbst. Ereilen. Oh, großartiges Ding von von David zu dem zu dem Ding, wo äh wo es über die Bezeichnungen ähm, für äh homosexuelle und das Anwort für schwarze geht. Ähm Details suche ich auch nochmal raus, weil er sich genau auch mit dieser Auseinandersetzung mit diesem Thema auseinandersetzt, ne? Warum, äh warum er jemand anderes äh nicht als Fairget bezeichnen darf und so weiter. Und es hat eine sehr, wie es bei David üblich ist, eine eine äußerst äh geniale Pforante. Das suche ich nochmal raus, beziehungsweise, dass es so kurz das können wir auch mal ganz kurz hier einspielen. Dann hatten wir ja in der letzten Sendung uns schon damit auseinandergesetzt, äh dass ich mal ein paar Falschdarstellungen in den Medien sitziert habe, Rieso als Vorbild nehmt und ähm da hatten wir einmal diese Sache von Philipp. Der hat auch noch eine ziemlich großartige ähm richtig Stellung vorgenommen, die ich wirklich wahnsinnig wahnsinnig gut finde. Und da können wir auch mal kurz reinhören.
Tim Pritlove
Na da ist sehr schnelle Absolution erhalten.
Linus Neumann
Ne, ich, also ich wollte das vor allem mal hier ähm besonders hervorheben, als einen coolen Umgang mit einem mit einem mit einem Fehler, mit einer richtig Stellung, weil er hat ja in den letzten Sendung gesagt, wurde ja von irgendwie siebenunddreißigtausend Leuten gesehen, bis es geschnitten wurde, ja und diese Korrektur sehen natürlich jetzt mehr Leute, nämlich alle und gleichzeitig auch die, die halt zu den Abonnenten gehören oder äh und jeweils das zu Beginn sehen und drittens, was ich halt daran cool finde, ist, man kann eben so eine Korrektur auch anbringen, ohne sich selbst ein Zacken aus der Krone zu brechen, ja? Und das, deswegen wollte ich das nochmal hier als echt cooles Beispiel fürn fürn coolen Umgang echt äh voller Anerkennung ähm erwähnen. Fand ich wirklich, super. Und ach so, genau und dann.
Tim Pritlove
Eigentlich gesagt.
Linus Neumann
Ja, ganz kurz, ich muss noch eine Sache zu dem YouTube-Kram kriegen. Da waren wir nämlich auch ein Feedback bekommen, aber ich wieder was falsches gesagt. Ich habe gesagt, bei YouTube kann man einfach Videos austauschen, mit einem Pro Account äh und ich habe ja selber keinen, der hat also ne, der Blinde von der Farbe geredet und wir wurden auch korrigiert, was man wohl kann, ist aus Videos etwas rausschneiden, Also die Kürzen, du kannst aber nicht einfach ein komplett anderes hochladen.
Tim Pritlove
Also mit diesem YouTube Editor, mit diesem YouTube-Studio, wo du dann quasi auf der Webseite rum fungieren kannst.
Linus Neumann
Vielleicht ist es das, ja, ich. Also ja, habe ich von was geredet, von dem ich keine Ahnung habe, offenbar ist es möglich, ein Video um Beanstandete Stellen zu schneiden, nicht aber ein Video vollständig durch ein anderes zu ersetzen. Hatten uns auch mehrere drauf hingewiesen.
Tim Pritlove
Ist bei anderen Plattformen auch anders, wenn wenn ihr eine Plattform haben wollt, wo sowas geht, dann zum Beispiel wie MEO oder so, da läuft das irgendwie anders als bei YouTube.
Linus Neumann
Oder selber haust, ne? Könnt ihr machen, was ihr wollt.
Tim Pritlove
Wir, wenn man dann nicht zu erfolgreich ist.
Linus Neumann
So, dann hatten wir, äh, du hast gerade gesagt, ja, Fleischhauer. Ich hatte ja äh Jan Fleischhower ähm um richtig Stellung gebeten.
Tim Pritlove
Der dich doch bestimmt gleich angerufen, oder?
Linus Neumann
Hm, habe mich sofort angerufen, ähm. Hat sich persönlich bei mir entschuldigt, hat eine quasi auf dem Fokus äh geschrieben, wo die Feder drin sind. Nein, hat natürlich überhaupt nicht reagiert. Das äh nur mal als kleinen Vergleich. Ich habe das ja, angekündigt, ich habe auch die die E-Mail, die ich ihm geschickt habe, auch nochmal vertwittert und ihnen geetmenschend, weil es ja sehr gut sein kann, dass er vielleicht auf Twitter eher zu erreichen ist, als per E-Mail, aber ja, nee, da äh hat er sich. Vornehmen zurückgehalten, würde ich äh mit nichts anderem habe ich gerechnet. So, dann hatten wir eine Ausführliche Diskussion über meine Einschätzung des Verhaltens von Alexander Kekule. Da sind sehr viele Kommentare zu ähm unter der letzten Sendung. Ich äh kann nur dazu einladen, sie zu lesen und sich da in der Diskussion zu beteiligen. Ich kann auf jeden Fall nicht alles hier wiedergeben, Deswegen nehme ich kurz auszugsweise Punkte, die ich für wichtig fand, die sind aber teilweise auch von mehreren Leuten äh gemacht worden. Ähm, zunächst einmal äh sagt ähm wie gesagt, Auszüge aus seinem Kommentar, da wäre einerseits die Mehrfach wiederholte Behauptung hätte in der Bild gegen Drostensstudie geschossen. Das ist nachweislich falsch. Er hat weder wie von Linus behauptet, ein Interview dazu in der Bild gegeben. Noch hat er auch nur eine der Zeile dazu in der Bild geschrieben. Stimmt. Ähm ist korrekt, ich habe ähm den, das Argument machen wollen, dass diese Bildwelle geritten ist. Er hat aber sich weder in die Bild gewendet, noch ist er von ihr zitiert worden oder sonst was. Ich würde jetzt zwar sagen, dass, das eigentlich nur noch schlimmer ist, weil er damit natürlich die Bildwelle in andere äh seriöse Medien getragen hat, aber das ist dann äh, ein Teilnehmensstreitigkeiten. Ähm Slati schreibt weiter, dass die Bild hingeht und Kikoli eigenmächtig zitiert, um diesen fingierten Streit der Birologen weiter anzuheizen. Äh hat dieselbe Qualität wie deine Zitate von Kekule aus tatsächlichen Interviews. Ähm. Also mit anderen Worten, ja, wenn wenn die Bild ihnen benutzt, ähm ist das nicht unbedingt Schuld, würde ich im Detail anders sehen, aber ich denke, der, äh man muss auf jeden Fall eben den Punkt geben, dass er sich nicht selber aktiv dort gemeldet hat. Und dann, was ich sehr wichtig finde, äh wo auch in die richtige Richtung lenkt. Mehr Diskussion des eigentliches, eigentlich ein Problem ja? Wie kriegen wir wieder vernünftigen Schulbetrieb in diesem Land hin? Das ist was hoffentlich am Ende dieses ganzen medial abgefeierten Wissenschaftler, Hahnenkampfe steht und da sagt er ähm. Ist Kekolis Position und die muss natürlich hier dann auch gewürdigt werden. Statt, wie in der Studie gefordert, Schul- und Kindergärten einfach nicht unbegrenzt zu öffnen, was. In Absenz konkreter Vorschläge, wie man das geforderte begrenzenden umsetzen soll, eigentlich nur entweder als null Aussage oder als lass sie einfach zu interpretierbar ist, fordert Kekoli, den Betrieb wieder zu normalisieren aber über regelmäßig durchgeführte Pooling Tests der Klassen und Kita-Gruppeninfektion schnell zu entdecken und effektiv einzugrenzen. Und das äh muss natürlich dann auch hier betont werden, ist ein konstruktiver Beitrag. Einen solchen habe ich Kikula abgesprochen.
Tim Pritlove
Auch schon satte auch schon länger und äh tatsächlich gibt's ja jetzt auch erste Bewegungen in diese Richtung. Äh Ersparn hat ja jetzt angekündigt, da nochmal acht Milliarden auf Tests drauf zu schmeißen, inwiefern das dann halt Kitas und Schulen zugute kommt, muss man dann sehen. Hoffe, dass vor allem auch erstmal Krankenhäuser von betroffen. Äh aber ist halt am Ende auch alles natürlich eine Geldfrage.
Linus Neumann
Es gab dann äh habe ich ja äh Herrn Kikuli für seinen ähm geringes für seine geringe Publikationstätigkeit gescholten, auch dazu gab's äh noch längere Diskussionen. Da sehe ich aber in Anbetracht der Diskussion nicht unbedingt Grund meine Position zu ändern, ich bin da tatsächlich Verfechter von Pablish Ohr Parish. Äh die ähm die Ansicht vertritt auch froh nie. Ich zitiere, möchte als jemand, der in der medizinischen Forschung tätig ist, nochmal, unterstützen, was Linus sagt. Kikuli ist Petifinition schon raus aus, denn seine Position ist sicher und er hat vermutlich sogar Haus Mittel für Material und so weiter. Das ist eine unfassbar wertvolle Position mit, kann man eben richtig smarten Leuten ermöglichen, langfristige Projekte und wichtige Gedanken ohne Ablenkung zu haben. Aber das sagt er mir sogar selbst, dass er das nicht macht, sondern Firmenberät und sich auf Kosten von produktiven Wissenschaftlern im Fernsehen, profiliert. Und diese Leute wird man bis zur Rente nicht los. Ähm Alex äh sagte dazu ähm. Quasi kritisierte meine oder Märkte an, dass äh es nicht so ist, dass die Hauptaufgabe, der Professoren, die Forschung sei, sondern wir haben in Deutschland eine Menge Profs, deren Hauptaufgabe, die Lehre ist, dafür gibt es sogar eine eigene Hochschulform, die Fachhochschule. Diese wurden ursprünglich als reine Lehranstalten konzipiert. In meinem Bundesland haben Fachhochschulprofessorinnen das doppelte Lehrdepotat eines äh einer Universitätsprofessorin, Fachhochschulen leisten, keinen nennenswerten Beitrag zur Forschung in Deutschland und, bekommen trotzdem W zwei Stellen, wie viele ihre Kollegen an den Universitäten. Ja, würde ich sagen, dann kann der Herr an einer Fachhochschule wechseln, Aber ähm ich sehe, was äh Wissenschaft äh angeht, habe ich auch eine von der fundamentale Position.
Tim Pritlove
Ja, offensichtlich, Ich denke vor allem muss man halt jetzt sagen, also es hilft jetzt wenig dann auch alles gegeneinander auf zu äh rechnen, was ich. Zu guter halten muss, ist, dass er eben auch einen Beitrag zur Öffentlichkeitskommunikation, leistet einen anderen als das Christian Drosten tut und man muss nicht unbedingt immer mit einer Meinung sein mit ihm, aber ist halt trotzdem auch sehr viel wertvolles dabei. Finde ich einfach.
Linus Neumann
Und äh abschließend würde ich dazu noch sagen, ja, ich meine, wenn ich mich darüber aufrege, dass wir hier so ein äh Streit der Biologen in den Medien haben, ähm ich bin dann eben froh, wenn der auch wieder vorbei ist und insofern war sicherlich das, was ich dann äh über Kekoli gesagt habe, nicht zuträglich einer Befriedung der Auseinandersetzung. Wenn gleich war So und jetzt kommen wir.
Tim Pritlove
Schön, dass du das letzte Wort hattest. Kommen wir zum aktuellen Geschehen.
Linus Neumann
Die Corona waren App. Soll nächste Woche kommen, haben wir auch in letzter Woche schon gesagt, haben wir, also, letzte Woche haben wir gesagt, sie sollen übernächste Woche kommen und sie sollen wohl jetzt nächste Woche kommen, also in der Kalenderwoche fünfundzwanzig werde ich mich nicht täusche. Ja, ja, fünfundzwanzig.
Tim Pritlove
So ist es.
Linus Neumann
Und ähm das merke ich daran, dass ich also der CC wird jetzt wirklich zugeschüttet mit Anfragen dazu, ja, alle erwarten äh jetzt so, dass das große Daumen hoch Daumen runter von Seiten des CCC. Ähm wir haben ich habe das hier im Podcast immer gesagt und wir haben das auch auf den Seiten des CC immer geschrieben, dass wir. Kein Daumen hoch geben werden. Zu nichts, niemals. Dass wir aber einen Daumen runter geben, würden oder werden, wenn uns etwas nicht gefällt. Und ähm, bei allem, was sich jetzt schon sehe, wie die Medien sich warm laufen, wurde ich das hier nur nochmal ähm in Erinnerung rufen und äh ich denke, die Rolle des CC hat ja äh primär auch äh darauf hingesteuert, dass es hier eine Open Source. Entwicklung gibt und die App ist ja seit einiger Zeit Open Source, also sowohl die App, also iOS und Android. Als auch die Serverkomponente, das Backend sind ja seit äh einigen, seit langer Zeit schon Open Source, was bedeutet, die haben nicht nur das Endergebnis irgendwann mal Opens Horst gestellt, sondern man kann jetzt quasi grade dem Entwicklungsteam über die Schulter schauen bei der Entwicklung. Was auch, Ding ist, ne? Also diese per PT Leute hatten relativ eindeutig, irgendwie so ein eine Brunch Public, wo sie dann irgendwie einmal so ein. Komm mitharten, ne? Und hier bei diesen Corona One-Apps, die haben im Prinzip, wenn ich das richtig sehe, scheint es mir so zu sein, dass die ohnehin auf Githa entwickelt haben, und dann irgendwann einfach dieses Repo öffentlich gemacht haben. Das heißt, man sieht da jetzt auch wirklich vom ersten Kommit an alles. Was auch ein Unterschied macht in der Transparenz und der in der Nahvollziehbarkeit der Entwicklung. Und ähm es wurden. Auch verbesserungsvorschläge, eingereicht oder beigetragen von der Community, insbesondere hat Alva Freude da etwas angemerkt ähm. Ich versuche das mal einfach zu erklären, dieses, dieses Backend speichert ja Daten, also Namentlich. Es werden kurz hochgeladen, die werden dann in eine Datenbank geschrieben und wenn jetzt eine eine App vorbeikommt und sagt, sag mal bitte die Codes, die infiziert sind, dann werden die ja runtergeladen. Und das eine ist ein Schreiben der Zugriff. Das eine ist ein schreibender Zugriff, das andere ist ein Lesen da Zugriff. Und ähm. Es gibt jetzt das Risiko von beispielsweise, also Schwachstellen in diesen Lese oder Schreibzuggriffen. Und um diesen, um dieses Risiko einzudämmen. Ist es, empfehlenswerte Best Practist dafür zu sorgen, dass wenn Lesen auf die Datenbank zugegriffen wird, dafür eine, ein Nutzer-Account in der Datenbank genutzt wird, der auch nur lesen darf. So das sollte jetzt irgendwie sich eine Schwachstelle in dem Lesezugriff befinden. Eine Angreiferin oder ein Angreifer nicht aus diesem Kontext ausbrechen und vielleicht auch schreiben kann, und bei einem schreibenden Zugriff quasi den äh den nur dann nur den Schreibzugriff Nutzer-Account zu verwenden, wenn, auch wirklich in die Datenbank geschrieben werden muss. Und das ist äh ist super, äh ist absolut richtig und das hat er hier als Verbesserungsvorschlag eingebracht und dieser Verbesserungsvorschlag wurde auch von. Anderen Personen, glaube ich, ziemlich zeitgleich äh auch eingebracht und auch umgesetzt, ja? Handelt sich dabei um eine, denke ich, Signifikante ähm Verbesserung der Sicherheit. Ähm, man muss anmerken, dass es sich dabei jetzt nicht um eine Schwachstelle handelte, die sofort Exploda war, sondern eben um nur Umsetzung. Des äh Principics of Lease Privilege und damit eigentlich so eine Hertungsmaßnahme und eine best Practice. Und ist doch äh ein, schönes Beispiel, ja, dass äh sich diese Open Source Entwicklung, die hier stattfindet, ähm tatsächlich darin, äußert, dass Kompetente Leute mit drauf schauen, dass wenn ihnen etwas auffällt, Verbesserungsvorschläge eingebracht werden und dass die dann auch umgesetzt werden, ja? Finde ich doch ähm. Habe ich mich drüber gefreut.
Tim Pritlove
Ja, es gab vor allem kurz nach dem Source Code Release auch diverse Leute, die halt äh Code Rivius gemacht haben. Es gab da irgendwie einen von der IOS äh genau Rody hat einen von der iOS-App macht, der wurde auch relativ zeitnah äh umgesetzt, also soweit ich das gesehen habe, bin von zwei Tagen Ähm das heißt, das ist auch wird sozusagen gar nicht als als unangemessene Kritik angesehen, sondern da äh freut man sich eher drüber, dass man eben auf bestimmte Sachen hingewiesen wird, nicht selten ist es ja auch so, dass Dinge dann auch. Zwar jetzt so sind, aber es schon auch, ne? Ein Prozess ist und das durchaus auch so vorgesehen war, Also Dinge sozusagen, was weiß ich, fehlende Tests und so weiter, dass die dann halt auch später noch nachgereicht werden, aber insgesamt ist das einfach ein sehr schöner äh transparenter Prozess der Freude macht. Also es ist einfach, man sieht es wachsen, man man weiß auch, wie man ansprechen kann. Ja, weil du ja nicht nur den Code siehst, also du siehst ja auch die Person.
Linus Neumann
Ja
Tim Pritlove
Du hast da die Profile auf Gitter, kannst die Leute anschreiben, kannst du irgendwie da eine Kommunikation äh treten, kannst halt äh an die Debatten auch teilnehmen, wie etwas zu sein hat, ja? Und ja, so soll es eigentlich sein.
Linus Neumann
Fabian Schersche hatte bei Heise auch noch einen ähm ein Coach eine Quellcoat-Analyse veröffentlicht. Das, ja, da zieht doch alles ganz gut aus. Ähm jetzt habe ich noch so eine Meldung gelesen, du verfolgst Apple News wahrscheinlich noch mehr als ich. Apple plant offenbar jetzt auch eine eigene App.
Tim Pritlove
Also es wurde berichtet, dass sie das erwogen haben. Ob sie das noch erwägen, ist unklar. Es gibt immer noch dieses, äh von Beginn an als diese Spezifikation veröffentlicht wurde, stand da drin. Und in einem späteren Release werden wir das ins System integrieren. Was das heißt, weiß. Immer noch keiner. Es gibt verschiedene Vermutungen, was das bedeuten könnte. Es ist mittlerweile äh bekannt, dass Google und Apple halt an diesem spezifischen Problem des Romings arbeiten, also wie kriegt man quasi, die. Veröffentlichten Kies verschiedener Länder zusammen, sodass ich eben auch, wenn ich im Ausland bin oder im jemand aus dem Ausland hierher kommt. Zwei aus einem Ausland in einem dritten Land sich treffen. Wie kommen da die Kies zueinander? Das ist so ein, so ein so ein Verteilungsproblem. Und wenn halt nicht, alle Kies der ganzen Welt zusammengeschmissen werden, was dann wiederum andere Probleme mit sich bringen würde, Datenmengen et cetera, ähm muss man das halt in irgendeiner Form machen. Da gibt es definitiv einen Vorstoß von Google und Apple, da auch äh noch weitere Protokolle zu definieren und und und Systemstrukturen, das befindet sich gerade alles so in der, in der Diskussion und der Zwischenstand ist, glaube ich, dass zumindest das deutsche, Projekt äh anstrebt, eher so eine erstmal eine EU-weite Lösung zu finden Aber dazu muss ich natürlich erstmal innerhalb der EU das Auskäsen, weil wir haben halt immer noch Länder, die entweder noch gar nicht auf diesem Ep zuguckt sind oder wo man zumindest nicht weiß, was Phase ist und dann halt, sagen wir mal so der der harte Kern, also wir haben ja jetzt Deutschland, Österreich, Schweiz, Italien. Und die baldischen Länder im äh diesem dezentralen Modell. Die also theoretisch auch alle miteinander, die Schlüssel austauschen können. Aber wichtige Komponenten, wie halt. Polen, Frankreich, sind halt noch nicht mit im Boot und ich vermute mal, dass sie das mittelfristig irgendwann mal müssen. Aber na ja, ist halt Politik, ne? Die Rolle von Apple an der Stelle ist halt unklar, weil ich denke, die hätten halt durchaus ein Interesse dadran das Problem eigentlich auch einfach mal weltweit zu lösen und rein technisch ist es eigentlich auch überhaupt gar kein Problem, ne? Die die App selber ist das geringste Problem dabei. Das ist immer nur die Frage, wo liegt sie ihre Kies hin und wo kriegt sie die her? Die eigentliche Integration mit diesem Tests, also so dieses Absichern, dass da halt nicht Kies veröffentlicht werden, die eigentlich gar keine positiven Tests waren. Das ist der kritische Punkt und ich denke, das ist auch der Grund, warum sie dann gesagt haben, na ja okay, wir überlassen mal diese Koordination äh den einzelnen Ländern, ne? Der hätte.
Linus Neumann
Na ja, das ist jetzt eine sehr, es werde, hätten sie auch machen können, dass wir nur eine halben Arbeit gewesen, ja, also ähm, und das ist, das sieht man ja jetzt auch in der, in der Deutschen Lage gerade, weil eine andere Feststellung ist, ja, also diese deutsche Corona-App, ähm hat ja einen oder sieht einen voll digitalen Weg vor, wie du als Anwenderin von ich, gehe mich, ich lasse mich jetzt testen, scanne einen QR-Code bis zu, ich bekomme eine Notification auf meinem Mobiltelefon, über das Testergebnis und ich kann mich jetzt ähm ich kann jetzt die Entscheidung treffen, ob ich meine Kies hochlade oder nicht. Ein, einen voll digitalen Weg hast, mit eben unterschiedlichen ähm. Maßnahmen zur Sicherstellung deiner, ähm Pseudonymität oder Anonymität. Ja? Und Verhinderung der Verknüpfung von Daten. Das haben die eigentlich gebaut und jetzt jetzt scheitert es daran, dass die, Labore nicht alle ausreichend Digitalisiert sind, dass sie dieses Verfahren, der ja, digitalen digitalen anonymen Zugänglichmachungen der Testergebnisse auch tatsächlich unterstützen. Es war auch von vornherein, das hat man in dem in der ersten, Veröffentlichung der Dokumentation gesehen, dass es da diese Teletannen gibt Ne, also für den Fall, dass du dann irgendwie telefonieren musst. Und da werden jetzt Hotlines für eingerichtet und die Hotlines muss jemand betreiben. Und da muss irgendwie sichergestellt werden, dass dieses System nicht getreut wird. Und das ist alles, ja, ich hatte das auch schon vor allen Dingen vor mir. Das ist halt Heavy Lifting, ne? Und das musste, das ist das kannste dann am Ende nur, engster Koordination mit den Gesundheitsbehörden eines Landes und die in Anpassung an deren digitale. Eine an deren digitalen Entwicklung stand, ja, ob du jetzt im digitalen Entwicklungsland wie Deutschland bist oder vielleicht auch in der Digitalisierung in den in einem Land mit einer digitalen Infrastruktur, ne? Das macht ja riesige Unterschiede dafür.
Tim Pritlove
Genau und deswegen halte ich es immer noch für möglich, dass äh Google und Apple da irgendwann auch mal sagen, okay, für alle anderen Länder, die sich jetzt hier nicht so teuren Entwicklungsprozess leisten können und die nicht mal eben so ein äh Softwaregiganten da am Start haben, der da mal eben so ein Team aus dem nichts hervorziehen kann, stellen wir einfach diese App bereit und auch vielleicht ein gewisses Backend, wo dann in Anführungsstrichen nur noch die Anbindung an Labore äh realisiert werden muss ja? Und ich meine, tatsächlich ist es ja so, dass du in afrikanischen Ländern teilweise eine sehr viel bessere. Anbindung hast, weil dir dort ein gewisser Hinsicht die ganze Wirtschaft auf der Digitalisierung basiert, also vor allem das Telefonnetz ist. Und ähm, Das zeichnet sich noch nicht unbedingt ab, aber ich halte das nach wie vor für möglich.
Linus Neumann
Nur vorsichtig anmerken wenn ich das richtig sehe, die ähm Lizenz, der jetzt SAP, deutsche Telekomentwicklung, Corona waren App, würde ebenfalls eine Anpassung und Verwendung des äh Socce Kurz in anderen Start Staatsgefühlen ähm erlauben.
Tim Pritlove
Ja, sicherlich, klar, ne? Al.
Linus Neumann
Unbedingt von Apple kommen kann könnt auch.
Tim Pritlove
Ja und das äh war so ein bisschen unten runtergefallen ist, auch die Italiener haben ja auch so ein Open-Source-Projekt äh Prozess gemacht. Also diese Immuni App, die ist schon draußen und der Sourcecode liegt auch aufgeht ab. Also äh da gibt's verschiedenste, die man nehmen könnte. Also es gibt keinen Mangel an Software, klar, den kann man nehmen, aber der muss ja auch betrieben werden, et cetera und es muss in gewisser Hinsicht da eine Anpassung äh gemacht werden, ne? Also, ich glaube, das ist so, eine fortwährende Abwägung, die bei Apple und Google gemacht werden, die immer so zwischen, was können wir eigentlich am besten machen und wodurch geht es am schnellsten, wenn wir das übernehmen? Versus ein, wo mischen wir uns in die politische Diskussion zu sehr ein und erzeugen noch mehr Probleme als wir beheben können. Das da glaube ich geht das die ganze Zeit hin und her und äh sie wissen, dass sie da vorsichtig sein müssen. Das haben wir ja hier auch schon ausführlich diskutiert und das sieht man ja auch an diesem ganzen Feedback, wo halt alle möglichen äh Vorwürfe erhoben werden, ob sie dann stichhaltig sind oder nicht. Und in diesem Bereich bewegen sie sich dann eben, ne? Jetzt müssen wir erstmal schauen, wie viele Länder überhaupt bereit sind, jetzt mittelfristig auf das dezentrale Modell mit aufzuspringen, weil es ist, eigentlich das einzig sinnvolle, ja? Also, dass Frankreich da immer noch nicht die Kurve gekriegt hat, finde ich, eine Frechheit, ja? Also das ist einfach.
Linus Neumann
Was heißt der Free? Ist einfach also ich kann es, ich hab wir haben's ja hier oft genug betont, es geht auch nicht anders, ja. Äh es geht nicht anders, Punkt. Und äh mit das ist nicht 'ne Frechheit, das ist einfach 'ne dumme sich dieser technischen Realität nicht auszusetzen. Übrigens, ähm wichtiger Punkt, den wir den ich hier ich glaub vor ein oder zwei Sendung auch nochmal angemerkt hatte, war was machen wir mit, Ja, weil die Google Play Services unter Umständen nicht auf die Geräte pushen können. Hat jetzt auch. Für ihre Geräte dieses Protokoll umgesetzt und implementiert und die sind dann eben auch, Google und Apple, kompatibel mit dem, was sie machen. Das heißt, dieser dieser verbleibende Marktanteil, zweistellige Marktanteil von Geräten, die unter irgendwelchen Saktionen liegen oder so, die haben für die ist das Problem jetzt auch gelöst. Und damit hat sich die Sache jetzt wirklich auch einfach mal geklärt. Also ich ich sehe da gar keinen Anlass, mich jetzt noch weiter damit darüber zu ärgern, oder überhaupt damit auseinanderzusetzen. Äh dass irgendwelche Staaten weiterhin die Realität negieren. Das ist, macht Donald Trump auch. Da kann man mal kurz. Zeigen, guck mal hier, ne, mir geht die Realität und dann kann man mal gucken, wie das weitergeht mit der Realität und den.
Tim Pritlove
Ja gut, das ist für dich nur in dem Moment ein Problem, wo du dann da hin willst. Du willst ja da gerne auch von profitieren.
Linus Neumann
Ja, jetzt muss also da würde ich, also ich weiß, dass dieses Roaming Problem ähm, eines ist oder ein interessantes ist, ich sehe das, ich bewerte das aber nicht so groß wie du. Ähm für mich wäre es so, wenn ich nach Frankreich reise und es gibt dort nur eine zentrale App, dann kann ich mit meinem ähm. Apple, Mobiltelefon, daran eh nicht teilnehmen. Punkt. Das heißt, weißte und hätte würde ich jetzt mein Android-Telefon nehmen, könnte ich mich vielleicht dazu entscheiden, dieses ähm. Diese Frankreich-App darauf zu installieren. Ähm oder ich könnte mich dagegen entscheiden. Anderer Punkt ist, ich verstehe auch, dass es ein Problem ist. Was langfristig zu lösen wäre, wenn man jetzt in diesem Zeitraum, wo man Kies hochlädt, an verschiedenen Orten war. Ich sehe das aber auch. Nicht als ein so großes Problem an, ähm, dass ich's nicht lösen könnte, weil stellen wir uns vor, ich würde nun nach Italien reisen, hindert mich niemand daran, die italienische App auch zu installieren und dann am Ende auch eine mit der italienischen App zu machen. Was mich daran hindert, ist, dass die italienische App, dass ich nicht den italienischen Prozess, folgen kann. Diese äh meine Infektion zu beweisen. Ne, da müsste ich wahrscheinlich von irgendeinem Übersetzungsbüro, meine, Diagnose übersetzen lassen und ein irgendein italienisches Amt schicken, um zu beweisen, dass ich tatsächlich ähm infiziert bin. Aber das sind Probleme, die werden dann, die werden die Leute schon im Griff kriegen und im Moment ist, ist die Reisetätigkeit tatsächlich noch relativ eingeschränkt und jetzt wollen wir erstmal von mir aus nationale Apps haben und dann kann man das internationale. Hoffentlich auch noch klären. Ja, aber ich würde trotzdem sagen, das sind ähm. Ja, interessante Technologische Probleme, in die jetzt dummerweise von auch noch irgendwelchen politischen hineingefunkt wird und das stimme ich dir zu. Das ist meistens nicht ganz so gut.
Tim Pritlove
Eigentlich fast nie, ne? Die nächste Diskussion, die wir ja jetzt an die Backe bekommen werden, ist dieses so äh wie viele Leute werden denn das jetzt eigentlich installieren, ne? Und wie viel werden sich dem enthalten? Und da steht ja dann auch mal diese Frage im Raum so, ja ist es denn, wenn's nicht genug installieren überhaupt ja? Bringt es denn dann überhaupt was, Und da gab's ja vor einiger Zeit schon so eine Studie, die sich das mal so angeschaut hat und mal so eine Analyse gemacht hat.
Linus Neumann
Die viel zitierte Science, du dir Studie um von dem Team, um Christopher.
Tim Pritlove
Mhm. Genau.
Linus Neumann
Von Oxford Oxford Universität, ja, Oxford Münster.
Tim Pritlove
Genau und die die fühlten sich etwas missverstanden und haben sich dazu jetzt auch nochmal äh konkret geäußert und nochmal betont, dass, so ein bisschen die Konklusion, dieser Studie in den Medien dann doch etwas angekommen ist, weil das so ein bisschen die Botschaft gehabt hat, wenn nicht sechzig Prozent aller Leute mit dieser App rumlaufen, bringt's nichts. Und weisen darauf hin, dass das halt nicht die Aussage war, die sie gemacht haben, sondern die Aussage, die sie gemacht haben war. Wenn sechzig Prozent aller Leute mit dieser App arbeiten, könnte man damit die Pandemie komplett zum Stillstand bringen. In Zusammenarbeit mit Contact Tracing. Und sie gehen so lehnen sich sogar so weit aus dem Fenster, dass sie sagen, bin achtzig Prozent, das installieren, dann könnte man sogar nur mit dieser App. Depandemie im Griff kriegen. Das waren zumindest so ihre Erkenntnisse. Heißt aber nicht, dass. Der Einsatz einer App nicht auch hilfreich sein kann, wenn die Installationszahlen deutlich darunter liegen Ne? Klar, ist logisch, ne, umso mehr das haben, umso äh sinnvoller ist das und äh der Nutzen steigt da auch quadratisch äh an, weil brauchst ja dann immer noch andere, mit denen du das verteilen kannst und so weiter aber im Prinzip ist ja die App auch schon hilfreich in dem Moment, wo auch nur. Einige Leute damit gefunden werden, die halt sonst nicht gefunden werden würden.
Linus Neumann
Genau der der Inhalt, der der Satz, den sie sagen ist, unsere Modelle zeigen, dass wir die Epidemie stoppen können, wenn sechzig Prozent der Bevölkerung die App nutzen, mit geringeren Anteilen oder mit geringeren Zahlen von Nutzerinnen, schätzen wir immer noch eine Reduktion, der Nummer der Fälle und Tode. Ja, also du es reicht nicht zum Stoppen, aber es reicht zu signifikanten Minderung und was ebenfalls außen vorgelassen ist, dass, sie hier ja sagen das ist die Modellannahme, dass es nur die App gibt. Wenn aber die App kombiniert wird mit anderen Maßnahmen, dann ist ist natürlich für die tatsächliche Kontrolle der Epidemie diese Kombination an Maßnahmen entscheidend. Und das, äh, also ehrlich gesagt, ich war überrascht, dass die, dass das jetzt nochmal klargestellt werden musste, weil ich, zumindest, wir haben den Fehler, denke ich, sicherlich nicht gemacht, dass nicht so da.
Tim Pritlove
Nee, aber das, das kam schon öfter äh rein und ich muss sagen, dass ich mir damals diese Studie gar nicht äh genau angeschaut hatte. Ich wusste, dass es da äh eine Aussage zu, gab und habe das dann aber auch teilweise immer so erzählt bekommen. War aber, und das haben wir, glaube ich, auch von Anfang an getan, schon immer der Meinung, dass dass das sozusagen auch etwas bringt, wenn die Zahl geringer ist, ne? Auch wenn natürlich, äh ist klar, so ist, umso mehr Leute es benutzen, umso besser ist es, aber das heißt nicht, dass es da irgendwo so in so ein Cut of Point gibt, unter dem dann alles äh Vergebens ist, ne? Insbesondere da sich ja jetzt auch aus der aktuellen. Wissenschaftlichen Erkenntnislage zunehmenden Maße herausschält, dass wir vor allem, eben diese Clusterbekämpfung in den Fokus nehmen müssen. Also, dass, dass man einfach sehr erfolgreich sein kann, in dem Moment wo man ein Trainingssystem in Place hat und das ist jetzt nicht nur das Digitale, sondern so generell, was halt Gesundheitsämter so machen, umso besser die sich eben auf Clusterausbrüche ähm stürzen können umso besser, weil, der die normale verbreitung des Virus nicht so ein Problem ist. Also mit normal meine ich jetzt so einer gibt's dem anderen weiter, weil dann verrückt das Ding irgendwie selber, aber vor allem ist es nicht exponentiell, sondern dieser Eigentliche Urerwert sei er null, den man diesen Virus versucht zuzuschreiben, ne, der irgendwo so vielleicht zwischen zwei und drei liegt. Das entsteht halt primär dadurch, dass es halt immer wieder zu diesen Superspretter Event äh kommt. Und wenn man genau die besser einfangen kann, dann ist schon extrem viel geholfen, bis hin zu dann, dann ist das so für sich genommen, sozusagen schon die Lösung. Und jede Maßnahme, die man als Gesellschaft ergreift, die das nochmal weiter einschränkt. Die ist hilfreich und da gehören die Masken dazu, der gehört äh eingeschränkten Maße, die Abstandsregelung dazu, da gehört vielleicht jetzt eben auch die Vermeidung von äh langen, aufhalten äh aufenthalten in kleinen, trockenen Räumen über einen längeren Zeitraum in mit verschiedenen Personen dazu aber da kann eben auch diese App dazugehören, als neues Werkzeug, was wir so noch nicht hatten, wo wir alle auch nicht wissen, ob wir nicht nochmal gegen irgendwelche Wendel laufen, aber ist auf jeden Fall wert, auch das noch mit ins Rüstzock äh aufzunehmen. Es könnte sein, das könnte sein dass wir da vielleicht auch einen Volltreffer mit landen und äh in der Lage sind hier weitere Zeit zu gewinnen, denn. Auch das äh finde ich ja gerade sehr interessant. Es gibt ja durchaus auch Anhaltspunkte dafür, dass wir ähm, dass der Virus sich eben jetzt auf eine Art und Weise, entwickelt wurden die Bedrohungen nicht mehr so groß wird. Also wo die Krankheitsverläufe nicht mehr so krass werden. Und das äh ja, spielt dann alles mit rein und dann können wir vielleicht auch bald mal wieder Fußball gucken. Was sich ja ganz geil f.
Linus Neumann
Das willst du dir angucken, was Union sich da kaputt tritt? Also, da bin ich, wäre ich ja froh, dass ich da nicht hin muss. Aber das ist ein anderes Thema. Ich muss noch. Ich muss noch äh ich würde gerne abschließend nochmal eins sagen. Und zwar ähm weil du jetzt gerade auch schon wieder dich viel oder weil wir jetzt gerade wieder viel die, Annahmen dazu diskutiert haben, ähm würde ich gerne nochmal kurz betonen, wo unsere Expertise liegt und wo sie nicht liegt, ja? Ähm. Eben weil das vielleicht unsere letzte Sendung vor der Veröffentlichung dieser App ist, würde ich gerne nochmal abschließen, kurz äh etwas dazu sagen. Ob diese App funktioniert oder nicht entscheiden andere. Entscheidet erstens die Realität und die die klugen Gedanken dazu machen sich eben Menschen wie das Team um und äh von mir aus auch, die Birologin und Epidemeologin in Deutschland. Ähm. Um den Teil, um den wir uns Gedanken machen, als Netzpolitiker Chaos, Computerclub, als Hacker, als Aktivisten, ist, dass wir, wenn wir das Experiment schon starten und zu wenig wie möglich, anderes Risiko eintreten und kaputt machen. Und das ist das, wofür wir in den letzten Monaten gekämpft haben. Dass dieses Risiko minimiert wird durch unseren unser Einstehen für den dezentralen Ansatz, der wir jetzt hier geguckt, das ist jetzt auch bei drei Monate her, dass wir damit angefangen haben. Äh durch unser einstehen für eine Transparenz, durch die äh Beteiligung von verschiedenen bekannten Netzaktivisten. Ich habe jetzt mal Alberfreude da nur als ein Beispiel rausgegriffen und Das ist das, was äh unser Beitrag dazu ist und unser Beitrag dazu war und mit dem Beitrag bin ich eigentlich ziemlich zufrieden. Und jetzt können wir, sehen, ob die App ihren Beitrag. Auch leistet, der ihr zugeschrieben wird, durch die Epidum demologinnen und Epidemiologen und wenn sie das nicht leistet, dann haben wir wenigstens uns nicht besonders schwer in den Fuß geschossen. Und das ist doch eigentlich äh eine ganz schöne Perspektive oder nicht.
Tim Pritlove
Ja. Danke, ja.
Linus Neumann
So. Dann würde ich äh zum nächsten Thema kommen. Ist aber nur ein kurzes. Ähm oder möchtest du auch noch ein letztes Wort zur App sagen? Nee, du wirst ja du hast mit Tim mit Tim hat sicherlich nicht das letzte Wohnzimmer gesagt. Daher bin ich ja da.
Tim Pritlove
Ne, bestimmt nicht, äh nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, ich diskutiere das ja auch weiterhin auch im Detail ausfüllig äh in UKW, aber ja, wir werden das natürlich auch nochmal aufgreifen. Das war jetzt erstmal unser letztes Wort. Vorrelease vermutlich.
Linus Neumann
Ja. Ähm der Verfassungsschutz soll Staatstrojaner bekommen. Eine äh nicht unbedingt Neues Thema. Sondern das wurde schon vor einem Jahr von ähm André Meister und Anna Biselli auf Netzpolitik äh aufgegriffen, wo sie den Gesetzentwurf veröffentlicht haben zum. Ähm zur Änderung des Verfassungsschutzrechts, der Entwurf eines Gesetzes zur Harmonisierung des Verfassungsschutzrechts und wir wissen ja immer, wenn die Harmonisierung, wenn Harmonisierung angedroht wird, dann heißt das nichts besonders gutes. Ähm. Diskutiert wurde, in dem Zusammenhang jetzt länger innerhalb der GroKo, ob der Verfassungsschutz online Durchsuchung und oder QuellentKI bekommt. Nochmal die kurze Zusammenfassung oder die kurze und Erklärung des Unterschieds zwischen beiden Begriffen. In beiden Fällen wird ein Trojaner auf dem, Gerät angebracht, also eine Schadsoftware, die den Zugriff auf ähm andere Daten auf dem Gerät ermöglichen soll Bei der Online-Durchsuchung würde dieser Zugriff voll umfassend erfolgen, also beispielsweise Zugriff auf das Fotoarchiv, genauso wie was weiß ich Zugriff auf. Eure ÖPNV und Fernverkehrsapps auf äh was weiß ich, auf euren Tick Tok Stream und so weiter, Ähm bei der TK Ü, bei der QuellentKI würde dieser Zugriff beschränkt auf Kommunikationsmittel, also Messen, Messenger, unterschiedlicher Couleur Ähm und nur die Kommunikation. Dann fängt er noch die Diskussion an, ne? Ist das nur nach vorne gerichtet oder auch Retrokrates, ne, auf den Kommunikationsarchiv zugegriffen werden kann, E-Mails oder sonstiges, aber das ist die grobe ähm Unterscheidung. Die wir auch einem Urteil des Bundes, Verfassungsgerichts zu verdanken haben, aus dem, ich glaube, Jahr zweitausendneun, in dem eben das Grundrecht auf Integrität, Informationsverarbeiten, da Systeme ähm entschieden wurde. Nee, das ist fast sogar noch länger her, dieses Urteil, oder? Jetzt muss ich jetzt äh, Okay, lange her, lang ist es her, in den Details könnt ihr mich dann gerne nochmal korrigieren. Aber das war der grobe äh der Gruppe zusammen. Ich glaube, seit zweitausendneun darf das BKA nämlich eine online Durchsuchung in Fällen von Terrorismus machen und eine Quellen-TKÖ in Fällen schwerer Verbrechen. Dann kam irgendwann die Aufweichung, das war glaube ich zwanzig siebzehn. Da war ich auch nochmal als Sachverständiger im. Rechtsausschuss des deutschen Bundestages habe mich dagegen ausgesprochen, das war nämlich die Aufweitung des Staatstrojaner Einsatzes für die Alltagskriminalität vor, also nicht mehr schwere Verbrechen, Voraussetzungen dafür sind, dass dieses Instrument genutzt werden kann, sondern auch, ja, Alltagskriminalität, Alltagskriminalität, also etwas, was erstens sehr viel öfter passiert. Und zweitens etwas ist dessen man Menschen sehr viel schneller verdächtigt. Und äh was dann natürlich auch bedeutet, dass äh dieses Instrument. Mehr eingesetzt wird. Nun also nach über einem Jahr Diskussion des Verfassungsschutzänderungsgesetzentwurfs äh die Einigung. Das Bundesamt für Verfassungsschutz soll. Die QuellentKI bekommen und es wird nun einerseits gefeiert, das ist nicht die Online Durchsuchung bekommt und andererseits von mir kritisiert, dass es überhaupt dieses Recht bekommt und ähm da denke ich, möchte ich zu sagen, das Bundesamt für Verfassungsschutz ist nun wirklich eine katastrophale Behörde Gebäude von Skandalen, ne? Wir dürfen nicht vergessen, der letzte, ähm Direktor vor Hans-Georg Maaßen ist im, äh Rahmen dieser ganzen Skandale um den Nationalsozialistischen Untergrund und das Aktenschreddern und was da nicht alles war äh gegangen. Ja, also das war quasi wegen der Nähe zu den. Zu den rechten, und rechtsradikalen Bestrebungen in unserer Gesellschaft musste da schon jemand den Hut nehmen und der ne der Vertuschung von, zusammenarbeiten, Koaper, Kooperation und sonstigen. Ersetzt wurde er dann durch ein rechtsextrem Verschwörungstheoretiker, ja? In dem Fall Hans Georg Maaßen. Der. Jetzt inzwischen, also wenn ich habe mir ab und zu gucke ich mir mal den Twitter-Feed von dem an und ich kann verwende, dass er diese Formulierung geht und doch öfter, als ich meine, aber eigentlich meine ich selten, da gefriert dir echt das Blut in den Adern, wenn du liest, was der Typ von sich gibt und jetzt so gerade gerade, ja, also. Und und und du hast dann noch die ganzen Geheimdienstskandale ohnehinoten, ja? Und in dieser Zeit geht man jetzt hin und sagt, ey jo, hör mal, den könnten wir eigentlich äh beim Staatstojaner noch geben. Und du kannst dir ungefähr vorstellen, in welche Richtung dieser Staatstrojaner dann schießt, ja? Ich kann euch nur dazu einladen, bitte macht das bei Leuten vom CC. Wir interessieren uns sehr für diese Staatstrojaner. Das wisst ihr, ähm Thorsten und ich hatten ja ähm, im Dezember dazu noch was produziert zu Finnfischer und das ist natürlich genau eines der wenigen Unternehmen, bei denen die dann einkaufen können, ne? Die landen am Ende bei NSO Group oder bei Finn Fischer und kaufen sich dort so ein Produkt, ein Produkt, was von Dispoten äh auf diesen Planeten gegen Disidentinnen und Distidenten eingesetzt wird und das ist mit Sicherheit keine positive Entwicklung, was wir.
Tim Pritlove
Von führenden Diktatoren empfohlen. Äh hat mir nicht so weit sonst ein Sendungstitel schon mal.
Linus Neumann
Hatten wir auch schon, ja.
Tim Pritlove
Ja, das gilt nach wie vor.
Linus Neumann
Allerdings schauen wir mal, das ist die die Nachricht war jetzt nur, dass es eine Einigung gibt. Zwischen SPD und CDU. Jetzt sind wir mal gespannt ähm wie. Das weitergeht, ich gehe davon aus, dass dieses äh Gesetz nochmal in den Ausschüssen des Deutschen Bundestags diskutiert wird und bin sehr gerne bereit dazu nochmal eine Stellungnahme zu formulieren.
Tim Pritlove
Bis schön.
Linus Neumann
Kann ich im Zweifelsfall unsere Halten nehmen, gibt ja keine neuen Argumente. Okay, lassen wir das.
Tim Pritlove
Gut, machen wir äh weiter mit einer äh Nachricht, von der ich mal ganz frech behaupten würde, dass es sich dabei um eine gute Nachricht handelt. Weil sonst haben wir ja nicht so viel und ähm. Hier äh geht's mal wieder um Wissenschaft, das ist ja irgendwie gerade auch der heiße Scheiß, ne? So wissenschaftliche Studien äh vom Internet runter puppeln und dann mal so gucken, was da so drinsteht weiß nicht, das hat enorm an Popularität gewonnen. Jetzt gab es eine Studie, die natürlich, wie das sich so gehört, bisher nur als, verfügbar ist. Also sozusagen noch der äh standhalten muss. Die aber nichtsdestotrotz ganz interessant ist, denn sie setzt sich auseinander mit der Problematik der Hassrede im Internet. Und äh ja, das haben wir ja nun hier auch schon oft auf aus verschiedenen Positionen heraus. Ähm beleuchtet und vor allem schwitt nur all dem immer wieder so diese Problematik, dass man nicht so recht weiß, was man jetzt eigentlich am besten, dagegen tut, ja, wie kämpft man dieses Phänomen, dass sich Leute in den letzten auf gegenseitig aufschaukeln und dann bis hin zu den Absurdisten Verschwörungsebenen hochschrauben und irgendwie auch. Nicht mehr in der Lage sind, äh einen normalen Diskurs zu führen, ne? Und dass ja auch diese ganze Diskurs Zerstörung teilweise von dritten auch nochmal bewusst befeuert wird, äh so, ne? Staatszersetzend kann man an der Stelle vielleicht auch nochmal hervorkramen. Und ja, es gibt ja allerlei Möglichkeiten. Wie man da vorgehen könnte, man kann Dinge verbieten, das funktioniert äh nur so beschränkt, man kann äh umfangreiche Zensur und Rücknahme äh Methoden empfehlen oder äh Gebieten und Durchsetzen hat alles so seine Vor und seine Nachteile. Und was ja auch noch ein möglicher Ansatz ist, ist so das, was so dann ähm immer so diese. Besonders hoffnungsfrohen optimistischen Menschen sagen, so ja, ne. Da müssen wir einfach mal drüber reden. Da sitzen wir uns hin. Da machen wir uns einen Tee. Und dann rede ich mit den Leuten. Und die anderen ah nee, mit Nazis kann man nicht reden und so und das funktioniert alles nicht und dann kannst du eh nicht überzeugen. Tja. Und was jetzt stimmt ist nach wie vor offen, Kommen wir zu dieser Studie? Diese Studie hat was ganz interessantes gemacht. Also es ist ein Team USA, die haben aber mindestens einen Mitglied davon, hat irgendwie in Deutschland Bezug, und die haben jetzt so gesagt, okay, wir wir schauen mal, ob wir nicht in irgendeiner Form analysieren können, wie sich. Ein Diskurs im Internet so verhält, wenn Leute anfangen hier einfach mit Argumenten äh an vielleicht mit einer vernünftigen Grundhaltung daher zu kommen, äh um sozusagen eine Hassrede etwas entgegenzustellen. Und hier kam natürlich, wie sollte es auch anders sein? Machine Learning, zum Einsatz konkret wurde hier so ein. Ensemble, Algorithmen äh angewendet, kannte den Begriff noch nicht, sagt dir das was eigentlich konkret Minus? Okay. Ja, kannte ich auch noch nicht und ähm ist halt auf einfach eine Technik aus dem Learning, mit der man eben so einen Lernverhalten äh modellieren kann. Und dazu haben sie sich dann neun Millionen Tweets. Geholt und zwar nicht irgendwelche Tweets, sie haben ein ein Sonderfall in der Internetgeschichte genommen und das ist dann die Auseinandersetzung zwischen der Trollarmee Rekong, Quizta Germanica und der Bömmermann Armee Ricon Quista, Internet, die ja zweitausendachtzehn angefangen hat, zu sagen, so, oh, hier die wollen uns trollen, wir treuen zurück und äh versuchen hier mal einen Diskurs zu starten. Und das besondere daran war, dass diese beiden Gruppen im Netz relativ leicht zu sehen waren. Also sie haben in der Studie wird von Self Labeling gesprochen, hat also hier relativ gut ausmachen können, wer quasi Vertreter der einen Seite und Vertreter der anderen Seite ist und vor allem waren sie direkt miteinander in Bezug, ja? Also die auf der einen Seite und die Anti-Troller mehr auf der anderen Seite die haben sich halt dann mal wirklich über längere Zeit so einen Stellungskrieg geliefert, und dabei ebenso ihre Waffen ausgepackt, also Hass, Beschimpfungen, behaup Dorn et cetera auf der einen Seite und äh ebenso dieses Jahr nee, kann man nicht so sehen und hier äh schau dir doch mal dieses Argument an und man könnte ja es vielleicht auch nochmal anders darstellen, auf der anderen Seite. Und damit haben sie ihr Maschinenlearning-Modell trainiert und dann äh quasi Algorithmen gewonnen, mit denen sie sagen können, okay, meiner Meinung nach, handelte sich bei diesem Tweet um einen gemäßigten Kommentar. Hier handelt es sich um ein weniger gemäßigten Kommentar und validiert haben sie das durch so ein. Also wir haben halt dann quasi dieses Modell trainiert, über Twits Aussagen gemacht und dann diese Aussage dann eben nochmal manuell über, dem halt Leute gesagt haben, so ja, okay, das sehe ich aber auch so. So ein bisschen, so wie diese Captures wurde immer irgendwelche Ampeln und äh amerikanischen, Schull, Busse markieren muss. So, das ist ja soll ja gar nicht so sehr beweisen, dass du ein Mensch bist, äh damit willst du ja soll es ja Google helfen, dass ihre Algorithmen stimmen, So, ne. Billiger Arbeit. Ja und ähm, Dann hatten sie dieses Modell und haben sich dann wiederum äh Konversationen auf Twitter, Twitter über längeren Zeitraum angeschaut, also hier ist von einhundertdreißig oder hundertfünfunddreißigtausend Conversationen auf Twitter die Rede die so zwischen zwanzig, dreizehn und zwanzig achtzehn stattgefunden haben, wo dann eben. Mit diesem Modell und ich vermute mal, dass es sich dann auch um deutsche Tweets handelt. Also sie haben sozusagen den ganzen Internet, Twitter-Diskurs Deutschland über einen Zeitraum von sechs Jahren angeschaut, um rauszufinden welchen Einfluss jetzt gegen Rede auf Hassredelnen tatsächlich hat. Und stellt sich raus, Kongulusion in diesem Payper äh ist äh unsere Ergebnisse deuten daraufhin, dass die Gegenrede zur Depolarisierung der Diskussion Beitrug. Und dass die von Reconquista Internet organisierte Gegenrede weitere Gegenrede anregt. Und weniger hasserfüllte Reaktionen hervorgerufen haben könnte, eine organisierte Gegenrede da könnte daher eine Wirkungsvolle Lösung zur Bekämpfung der Verbreitung von Hass im Internet sein. Wir hoffen, dass das in diesem Papier entwickelte Rahmenwerk. Ein Ausgangspunkt für das Verständnis der Dynamik zwischen Hass und Gegenrede ist und dazu beiträgt handlungsfähige Strategien zu entwickeln. Und das Maschinenlearning hier an dieser Stelle auch helfen kann, habe ich jetzt bewiesen, indem ich nämlich diese Konklusion aus dem englischen Payper einfach ein Depell reingeworfen habe, um diese Übers. Vorgelesen habe zu der Zeug und ich bin selber beeindruckt davon wie und das ist ja nichts nachgearbeitet. Also das funktioniert langsam der Scheiß, und. Was sagt man dazu? Man sagt, die Studie belegt erstmal empirisch, was wir mit Rico und Quizzer Internet erfahren haben, wir organisierten Hass, rassistische Hetze oder die cleveren Diskursverschiebungen, Kampagnen, Rechtsextremistischer Netzwerke im Internet erfolgreich bekämpfen will. Muss wissen, wie diese verdeckten Manipulationsnetzwerke arbeiten, sie analysieren und gegen sie aktiv werden. Ja. Also das äh. Finde ich ist irgendwie eine also gute Nachricht vielleicht ein bisschen übertrieben, aber es verbreitet einen gewissen Optimismus, weil, das sozusagen auch. So ein bisschen diese These unterfüttert mit, es könnte sich vielleicht auch von alleine so wieder einen Norden, ne, auch wenn wir da vielleicht noch recht weit von entfernt sind. Mal gucken.
Linus Neumann
Ja. Also ein ein äh ein Ergebnis, was den Eindruck macht, so schön zu sein, um wahr zu sein, aber äh.
Tim Pritlove
Wie, wie sind denn deine Erfahrungen damit? Also, ich habe ja auch ab und zu mal so Twitter.
Linus Neumann
Im im Austausch mit Idioten oder.
Tim Pritlove
Na ja, also mit sagen wir mal so, mit Vollidioten ist schwierig. Ja, und die denke ich. Auch relativ schnell zu entdecken. Oft habe ich, ich hatte das jetzt gerade auch in den letzten Tagen wieder so ein bisschen habe ich so Leute, die wirken erhitzt. Was, was ich meine? Also und zwar nicht so sehr erhitzt aus einem, ich will erhitzt sein und ich ähm. Ich will jetzt auch andere erhitzen, was ich mal so ein bisschen mehr äh im Kontext tolle, ja, die so ein Objekt der Farben, denen es darum geht und deswegen auch nicht überzeugen kannst. Aber dann gibt's halt Leute, die wurden erhitzt, Die wurden erhitzt durch falsch verstandene, falsch, gelesene, falsch informierte Quellen und. Daraus hat sich dann sozusagen so eine, so eine Empörung, so eine so ein Teile zumindest auch breit gemacht, die sie dann irgendwie auslegen. Ja, aber ist ja so und ist ja so und ist ja so. Und wenn das halt so Gebiete betrifft und nicht da auch gestreift werde in diesen Debatten, wo ich vielleicht auch mal wirklich konkret was zu sagen kann und wo das nicht so ein Thema ist, mit ja, könnte so sein, könnte so sein, sondern wo sich das eben mal wirklich anhand von belegbaren Fakt auch entlang hangeln lässt, dann habe ich gemerkt, dass in dem Moment, wo man, mit einer weniger erhitzten Grundstimmung, vor allem und eben na klaren Orientierung, an so einer Faktenlage, wenn man dann sagt, so, ja, nee, ist aber nicht so, weil, und hier und da und Quelle und dies und das. Durchaus diese diese Teilerhitzung wieder ein bisschen runtergefahren bekommt. Bis hin zu ah okay, ich sehe es jetzt anders. Also schon gesehen.
Linus Neumann
Also es ist ja äh ich denke. Das das Entscheidende ist, das hier wurde ja eine Studie gemacht, genau weil die einzelne individuelle Erfahrung eben keinen grundsätzlichen Erkenntnisgewinn bringt, ja? Ähm. Wenn also, was weiß ich, meine Erfahrung damit gut oder schlecht sind, mag das an der Qualität meines Herangehens sein. Äh liegen es mag an der äh an der Auswahl, der Personen liegen, mit denen ich mich auseinandersetze und deswegen ist die individuelle Erfahrung eben immer ähm Unsinn, ja. Ähm als jemand der Psychologie studiert hat äh und auch äh teilweise geleert hat, muss sich das sehr häufig sagen, ne? Also wenn du das immer so Leute, die sich ja in den Seminaren melden und sagen, ja, aber bei meiner Tante ist das andersrum, Ne, denn nein, deine Tante ist jetzt nicht ein Wissenschaftlicher Spezialfall, der die allgemeine Validität der Aussage ähm. In Zweifel stellt, sondern sie ist eben ein Beispiel dafür, dass man hier Aussagen über allgemeine Tendenzen macht. Ähm zweitens.
Tim Pritlove
Annegdotische Evidenz.
Linus Neumann
Genau, diese dieses Beispiel mit dem ähm wie überzeuge ich Menschen von Fakten, ja, das ist ja jetzt auch nicht ein, fällt, was in, sagen wir mal, Psychologie, Kommunikationswissenschaften, Soziologie nicht schon seit längerer Zeit erforscht. Würde, ne? Ähm neu ist, denke ich, hier diese Sache. In dem spezifischen Feld, der sogenannten sozialen Medien zu erforschen. Und, da der ne, das ist ja hier der der entscheidende Punkt und ja, wie ist da, also ich denke, da da ist einfach Forschung notwendig, genau solche Studien und, jetzt wäre der nächste Schritt ist. Nachdem du eben erkannt hast, aha, so gegen Rede hilft, ist jetzt natürlich der nächste Punkt zu erforschen, welches sind denn die Bedingungen unter den Gegenrede hilft? Ja? Welche Voraussetzungen äh müssen vielleicht die Rezeptinnen mitbringen, ähm welche Voraussetzungen, müssen eventuell diejenigen mitbringen, die die gegen Rede anbringen und welche Eigenschaften muss die Gegenrede wiederum haben, um. Erfolgreich zu sein. Und meistens hast du da dann ähm sowohl ähm sage ich mal Effekte, also per persönliche Effekte, wo man sagt, okay, was weiß ich, dem Tim gelingt es eher eine andere Person umzustimmen. Oder Leuten wie Tim, die bestimmte Eigenschaften haben, gelingt es eher andere umzustimmen und dann geht's wiederum ähm quasi die Partnereffekte, Leute, die bestimmte Eigenschaften haben, sind einfacher, Argumenten zugänglich als andere. Und dann gibt's nochmal die Interaktionseffekte, ne? Dann gibt's quasi diejenigen, die rational Argumentation zugänglich sind. Sind einfacher von Tim umzustimmen, weil Tim rational argumentiert. Und ne, also das Partner-Effekt, Interaction Effect Und diese quasi zu äh als nächstes jetzt zu untersuchen ist, denke ich mal, der Detail, wo es hingehen muss und da wird sich dann am Ende so eine Matrix rausgeben, wo du eben siehst, aha, du hast so und so viele Leute, den musst du auf diese Weise kommen, du hast so viele Leute, die musst du auf diese Weise kommen und. Du hast zwischen diesen Leuten Passungen, wer denen besser kommen kann und du hast einen verlorenen Rest, bei denen alle bei denen die Forschung. Ans ans Ende ihres Rates kommt. Und ich denke klar, da muss man, da wird's jetzt nicht eine Antwort geben, ja? Also jetzt zu sagen, gegen Rede hilft, ähm darf natürlich jetzt nicht auch dadurch interpretiert werden, dass dass man jetzt, ne, also eine sehr, sehr plumpe Interpretation wäre jetzt, dass man sagt, okay, wir müssen jetzt Wahrheit, Spots machen und ballern, damit die Leute zu, ne? Das wird sicherlich nicht. So gut funktionieren. Ein ein schönes Beispiel, was es gerade gibt. Auch das wieder etwas mit der Katze, weißt du nicht, ob du lachen oder weinen sollst, ne? Donald Trump hat ja diese Diskussion darüber angefragt, dass er dass jetzt die die Antifa. Eine Terrorismusorganisation. Werden müsse nach amerikanischer Auffassung. Wer sich ein bisschen auskennt, weiß, es gibt nicht, die Antifa, das ist kein Dachverband, das ist keine Organisation, das ist keine GmbH, ne? Das ist einfach eine, eine Idee, der sich Menschen, verbunden, fühlen oder eben nicht, aber es gibt nicht so etwas wie eine Angehörigkeit. Aber weil von der AfD ja regelmäßig äh solche absurden Verschwörungstheoren, verbreitet werden, wie das es, dass Mitglieder der Antifa irgendwie was, was ich Demogeld bekämen, ist es ja jetzt ein ein wiederkehrendes Mehm, ähm. Dass wir ja hier auch schon häufig gewürdigt haben, zuletzt mit diesem schönen äh Lied, ne? Ich habe einen Antifa-Tarifvertrag und, Und in diesem Kontext hat sich dann auch, ich weiß, ich kann leider gerade gar nicht sagen, wo das seinen Ursprung genommen hat. Aber hat irgendjemand mal. Quasi eine Antifa-Mitgliedskarte entworfen. Und vermutlich mit so einem. Mit einem Kartendrucker, den man ja, also den, in unseren Kreisen viele Leute haben, sich auch eine gedruckt, ja? Und das ist eben die, der Antifa-Mitgliedsausweis, ja, Antifa Family Card oder sowas steht da drauf, Ähm so und jetzt da wird dann immer wieder gescherzt, ne? Wenn irgendwo angefangen wird, ähm. Über bezahlte Antifa-Demonstranten oder sowas zu reden, dann dann kursiert wieder dieses Bild so von solchen Karten, wurde gesagt, ey, vergesst nicht, euch nachher das Demogeld abzuholen. Ich habe dieses noch noch fünf Demos und ich kriege extra Punkte zum zum Einkaufen im Bio Laden. Also der letzte Kit, das ist jetzt ein Mai, was weitergeht. Jetzt hat irgend so ein Kuh Anon Amerikaner. Dieses Ding aufgegriffen und hat verbreitet jetzt das Bild der Deutschen Antifa Mitgliedskarte. Und das ist jetzt sechzigtausendfach Rituited oder oder was auch immer, ja? Und natürlich gibt's dann einerseits die Leute, die eben die ihn dann irgendwie solche Sachen sagen, wie hey das ist aber die alte Karte, die neuen sehen ja ganz anders aus und solche ne, die ihn da halt äh helfen in seinem Rebit zu verschwinden. Und dann gibt's halt auch viele, die sagen, Alter, du wirst hier gerade verarscht, ja? Und das. Und jetzt kannst du dir diesen Typen angucken, der jetzt wiederum natürlich sich über die lustig macht, die ihm behaupten, die ihm sagen würden, er würde er würde verarscht, wo äh wobei er doch hier ein ganz klares Beweisfoto dieser Karte hat und du fragst, also ich meine, dass, wenn du dich, wenn du dir solche Sachen anschaust, dann.
Tim Pritlove
Mit Payback-Funktion. Es ist wirklich so großartig.
Linus Neumann
Alles, also das ist so, es ist so äh so großartig, ja, aber irgendwie machst du dir auch ja sorgen dann, ne.
Tim Pritlove
Ja, ja, klar, ne? Ich sehe dich ja auch gerade so einen schönen Tret, wo auch einer so, ja, ne, und für alle Leute, die sagen, das wäre ja nur Fake und irgendwie, du bist ja blöd und so weiter, ne. Äh ja, nee, ich habe noch mehr Fotos bekommen von Leut.
Linus Neumann
Kannst du dir echt, ey, hier, Michael Beuten, heißt der gute M. Äh neunter Juni, also unglaublich. Dann haben sie noch irgendwelche Checks von Job George. Soros äh getweetet und dann sagt ein anderer, ey neben dem Bitte runter, das ist meiner.
Tim Pritlove
Ja ja, zitiert dann auch noch so ein paar andere Satirische Tweets hier.
Linus Neumann
Wunderbar.
Tim Pritlove
Weil bei den Schwurblinden grad rumgeht, dass wir alle vom Staat bezahlt sein. Stimmt nicht ganz, die Antifa-Trink heute mal wieder die Kosten. Denkt bitte dran, euch kontaktlos zu Identifizieren und den Chorona Bonus anzukli, Gradi aus.
Linus Neumann
Ich will ich denke, alles, was ich sagen möchte, ist diese Studie sicherlich ein sehr wichtiger ähm sehr wichtiger Beginn. Und das heißt aber wie bei jeder Studie, äh sie ergründet nicht den vollumfangen, der zu erforschenden Wahrheit. Und ähm ja. Wer, ich würde sagen, also da ist auch ganz klar jetzt auch kürzlich hier ähm von der von der äh vom linksgrünen Zentralkomitee der Antifa auch nochmal Geld dafür ausgelobt worden für Studien, äh die sich das halt nochmal gen.
Tim Pritlove
Genau, ich kann auch nur nochmal die Konklusion zitieren, ja, hier ist davon die Rede, einerseits, ja, kann. Also ist, Formulierung war äh die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sie gegen Rede zu die Polarisierung der Diskussion beitrug und dass die vom RI organisierte Gegenrede weitere Gegenreden, anregt, ja? Also, erstmal dieser Effekt, dass wir auch gerade beschrieben hast, so kann dadurch vor allem äh durch diese Anregung erfolgreich sein und weniger Phase erfüllte Reaktionen hervorgerufen, haben könnte. Könnte es gibt Indizien, bewiesen es ja noch gar nichts.
Linus Neumann
Ich bin mal gespannt, was Alexander Kikolizilstudio sagt, Wir kommen, wir kommen zu jetzt nur noch kurz, meldungen, also die, die wir nicht mehr in voller Tiefe äh besprechen. Hm. Und zwar erreicht uns eine Meldung aus dem Ausnehmsdorf Görendorf. Und es ist wirklich, sie haben uns ja hier schon darüber lustig gemacht, dass die deutsche Telekom, was ich also auch wirklich an Zynismus nichts überbieten finde, diesen wir jagen Funklöcher Wettbewerb gemacht hat. Die haben ja quasi gesagt so. Gemeinden können sich bei uns bewerben und dann wählen wir aus, wem wir das Funkloch stopfen. Ist das nicht toll? Ja? Und dann hat sich die Gemeinde nebendorf in Sachsen-Anhalt. An dieser Ausschreibung beteiligt. Und ein diese Gemeinde, ja, die ja sich immerhin in der Bundesrepublik Deutschland ähm befindet, hat einen kostenlosen Ausbau mit LTE gewonnen. Bei der deutschen Telekom, die müssen noch nicht einmal dafür bezahlen, als der ich meine, selbstverständlich müssen, die dort. Potenziell zu gewinnenden Kundinnen und Kunden dann für ihre Mobilfunkt, Verträge bezahlen und es ist sowieso eine eine Formulierung, die ich sehr unterhaltsam finde, dass man ein kostenloses Ausbau mit LTE gewonnen hat, ja. Aber was noch, was noch absurder ist, als dass man einen kostenlosen Ausbau mit LTE gewinnt. Ist, dass man den Preis ablehnt, denn. Der Gemeinderat hat Ende Mai zwanzig zwanzig den Preis im deutschen Telekom-Wettbewerb. Wir jagen Funklöcher wegen möglicher Elektromagnetischer Strahlung mit unabsehbaren Folgen für die Gesundheit.
Tim Pritlove
Oh Gott.
Linus Neumann
Unter anderem, weil sich die Sendeanlage ja unmittelbar im Ortskern befindet, wie von ihr selbst vorgeschlagen.
Tim Pritlove
Alter. Das heißt, kein LTE.
Linus Neumann
Na ja, der Bürgermeister, das muss man jetzt auch noch sagen, der Bürgermeister hat einen anderen Grund dafür genannt, er sagte, die wollten uns nur einen Euro Miete für den Standort zahlen, dabei wissen wir, dass die Telekom im Nachbardorf zweitausend Euro zahlt. Und man hätte der Telekom andere Standorte angeboten. Ey Leute. Ey Leute, ihr habt halt nicht verdient, dann so und Thorsten Kleins ähm, auch sicherlich vielen Hörerinnen bekannt, ein äh netzpolitischer Journalist oder überhaupt digital Journalist auch seit wahrscheinlich zwanzig Jahren mindestens ähm, der twitterte dazu, dass absurde ist ja, je weiter dein Handy vom Funkmast weg ist, desto stärker funkt das ja auf der Suche danach, ne also du willst echt eigentlich kein Handy in der Tasche haben, was die ganze Zeit nach dem Funken was sucht, weil der ballert da die ganze Zeit sich den Akku leer und sagt, ey, kann ich hier irgendwo was empfangen. Und wenn du mal empfangen hast, dann muss es auf jeden Fall mit höchster Sendeleistung dahinfunken. Wenn du dir das Ding ans Ohr hältst, ne? Also. Leute, das habt ihr äh das habt ihr nicht gut gemacht, oder vielleicht habt ihr es auch gut gemacht. Also für die Grundstückspreise ist äh ist, sagen wir mal, eine Gentrification ist in näherer Zukunft in dem Ort auf jeden Fall nicht zu befürchten. Wobei, vielleicht, vielleicht gibt's ja noch ein paar Impfgegner ausm Prenzlauer Berg, die gerne nach Nebensdorf Görendorf ziehen.
Tim Pritlove
Ja, weil der Christian kein, kein Corona, weil gibt ja keinen fünf G.
Linus Neumann
Wer ist nur vier G.
Tim Pritlove
Vier G. Nicht mal vier G.
Linus Neumann
Ja, genau, die hätten auch nur vier G gewonnen. Oh, Man. Dann gibt es ein äh neues Gesetz aus dem Innenministerium. Das herabgereicht wurde, denn das ist der Entwurf eines Gesetzes zur Stärkung der Sicherheit im Passausweis und ausländerrechtlichen Dokumentationswesen. Nun ist die ähm Sicherheit von Reisepässen, Personalausweisen, ja, eines meiner äh Interessen, meine per persönlichen Interessengebiete. Einerseits, was die darin verbauten SmartCards angeht. Ähm andererseits, was die Technologien der Prüfung angeht und auch, was die Biometrischen Merkmale angeht. Ähm zu den Smartphones ist zu sagen, wer ist jetzt, ich fasse es mal kurz, da gibt es keine, nennenswerten, Bekannten, Schwachstellen, also da sind äh gute Entscheidungen getroffen worden, die bis jetzt ganz gut gehalten haben, ne, also den den Smartkartei eines äh Personalausweises äh. Zureplizieren ist nach meiner Kenntnis nicht möglich. Es war allerdings so, dass die Prüfung der Ru Zertifikate lange Zeit nicht stattgefunden hat, auch das haben wir hier ähm in Lokbuchnetzpolitik berichtet. Ich glaube, es war in den USA oder was in Deutschland, also du konntest es war quasi eigentlich nicht möglich, ein. Personalausweis zu äh zu klonen oder zu fälschen, aber weil die Signaturen nicht geprüft wurden, an den Prüfgeräten, war das dann doch möglich. Aber okay, da erinnere ich mich nicht mehr ganz ähm Hinweise, freue ich mich in den Kommentaren. Wir haben's auf jeden Fall hier in der Sendung vor ein paar Jahren mal besprochen. So, jetzt gibt es ähm die Situation Passfoto. So ähm. Und es ist tatsächlich so, ich habe das ja auch mal, glaube ich, hier erzählt, dass ich mal bei so einer Veranstaltung war, der Sicherheitsdrucker. Also, das sind die, das ist die Branche, die. Im Prinzip kunstvolle Druckverfahren entwickelt, in der Hoffnung. Dass die Schwerfeldspar sind. Ja, was natürlich eigentlich lustig ist, weil wenn die sagen, wir haben einen Druckprozess entwickelt, den wir anbieten können, ist natürlich die Annahme, dass es jemand anders nicht könnte, schon durchaus, ähm, unterhaltsam, ne? Aber immerhin, damit sichern wir unser Bargeld ab, damit sichern wir unsere Pässe gegen Fälschung. Das ist tatsächlich so, ähm, das wird ja auch sehr gerne, ähm zitiert von diesen Branchen und auch vom BKA und von äh Bundesdruckerei. Man findet eigentlich keine gefälschten Pässe. Und das führt man zurück darauf, dass diese. Äh Druckverfahren und die Papiere und das ist alles so aufwendig ist, dass es, dass der Pass quasi fälschungssicher ist, inklusive eben auch dem digitalen Teil und so weiter. Was man aber durchaus findet, sind manipulierte Pässe und die gelten dann aber nicht als gefälscht. Ähm, Also, ne, wenn wenn du jetzt ein, du hast quasi einen gültigen Pass und manipulierst den, dass in dem du hinten aufschneidest, ein anderes Bild reinmachst, ähm dann ist das kein gefälschter Pass in deren Statistik.
Tim Pritlove
Sondern wird gar nicht gezählt oder was. Ach so.
Linus Neumann
Polierter Pass, aber der ist ja echt.
Tim Pritlove
Manipulierter Pass. Okay, ne, muss man auch unterscheiden.
Linus Neumann
Und und ein Angriff, der seit seit ähm langer Zeit auch bekannt ist, ähm besteht eben darin, dass du ähm. Gezielt ein Pass einen vollständig gültigen Pass anfertigen lässt mit einem gemorften Bild. Und das geht folgendermaßen. Du, möchtest also jetzt für eine, du hast eine Zielperson, für die möchtest du einen Pass ausstellen, ein Gefälschen. Ja, also im Zweifelsfall, also du möchtest dieser Person, die Möglichkeit verschaffen mit einer bestimmten Staatsbürgerschaft zu reisen, ne? Das ist ja das, was du sagst, was ein paar ist. Äh, was ein Pass verschaffen ist. Jetzt hast du die Person. Und nun suchst du dir eine möglichst dieser Person ähnlichsehende Person. Also ungefähr gleich groß, Haarfarbe und solche Sachen sollten stimmen, ja? Und jetzt sehen die natürlich immer noch. Sehr unterschiedlich aus. Diese beiden Personen, ne. Und jetzt nimmst du von beiden das biometrische Foto und morfst diese beiden Gesichter zu einem. Und zwar zu einem Gesicht, was, fünfzig Prozent Ähnlichkeit zu der einen Person hat und fünfzig Prozent Ähnlichkeit zu der anderen Person. Und mit diesem Bild in der Tasche geht dann eben die legitime Person zur Behörde, lässt sich einen neuen Pass ausstellen, gibt dieses Bild ab, Und das Bild wird in der Regel akzeptiert, weil es der Person ähnlich genug sieht, Und jetzt kriegst du dann nach so und zu viel Wochen oder tagen deinen Pass zurück und dieser gleiche Pass wird jetzt auch für die andere Person akzeptiert, weil das Bild, was in dem Pass ist, auch dieser Person ausreichend ähnlich sieht. So, dass Verfahren. Und ähm diese Angriffe finden statt. Das gibt es, also gibt's Anhaltspunkte für, dass das passiert. Und das Pang-Kollektiv hat auch vor, ich glaube. Zwei oder drei Jahren, das mal ähm testweise gemacht, ja und haben dann auch eine Reise, glaube ich, äh, oder ne, die haben das, die haben den Pass nicht zur Anwendung gebracht, die haben den nur herstellen lassen. Ich habe das damals, glaube ich, auch hier kritisiert, weil das Ergebnis von so etwas ist natürlich, dass es gesetzliche Verschärfungen gibt, die diese Form von. Einbringen von manipulierten Passfotos unterbinden sollen. Und genau das passiert jetzt hier mit diesem Gesetzesentwurf und zu der Veröffentlichung ist aber wirklich, das ist auch wieder hier. BMI Gold, ja. Der erste Satz. Der technische Fortschritt im Bereich der digitalen Bildbearbeitung ermöglicht inzwischen das sogenannte. Ich dachte so, Herr Himmel, jetzt können wir sogar schon Morphen, da sehr unglaublich, ne? Ich habe da mal geguckt, wann seit wann das Mophing gibt. Äh tatsächlich äh seit Anfang der neunziger Jahre. Ähm war diese Technologie soweit, dass man ähm über Zeugende also überzeigende Ergebnisse erzielen konnte. Äh Wikipedia nennt neunzehnhunderteinundneunzig den Film Blackow White von Michael Jackson, aber auch Terminatorverfilmungen als äh Beispiele für Überzeugung der Anwendung der Moffing-Technologie.
Tim Pritlove
Also das Musikvideo meinst du, ne? Von Michael Jackson.
Linus Neumann
Musikvideo. Äh habe ich Filme gesagt? Naja, es war auch okay, Musik.
Tim Pritlove
Schon.
Linus Neumann
Und ähm also ja, ja, inzwischen wird diese Technologie, die technische Fortschritt ermöglicht, das inzwischen, das stimmt. Für gegebene Werte von inzwischen, ja? Und ähm, dann sagen sie weiter, lala lalala, wenn man das nämlich, wenn man jetzt zwei Gesichter Morf, dann kann nicht nur die Passinhaberin oder der Passinhaber, sondern unter Umständen auch eine dritte Person, deren Gesichts zu dem Passbett erhalten sind, den Pass zum Grenzüberschritt nutzen. Jetzt eine dritte Besserung auch noch. Ich glaube, damit haben sie äh also. Da muss ein Fehler sein, weil ich glaube, sie meinen ja eigentlich eine zweite Person, wäre ja schon schlimm genug, ne. Wenn wir jetzt noch eine dritte Person hätten, dann werden unsere Pässe, aber wirklich langsam Familienantifa-Familienausweis, ne.
Tim Pritlove
Na gut, ich meine, ist die Frage, äh letztlich ist das ja die Frage, wie gut auch diese Gesichtserkennungssysteme ähm da funktionieren.
Linus Neumann
Danke, darauf will ich nämlich hinaus, denn ähm. All das, was wir jetzt hier geschildert haben, habe ich jetzt mal so immer angenommen, ist bei einer menschlichen Kontrolle. Die tatsächliche Schwachstelle ist aber in diesem Geldsystem, in den Gesichtserkennungssystem, weil die haben eine, unglaublich schlechte Erkennungsrate für den Fall. Ähm also wenn du so ein Gesichtserkennungssystem hast, ne? Du kannst im Prinzip. Das System nach zwei Hypothesen arbeiten lassen, wie immer. Und das ist im Prinzip, ne? Setzt der die Grundhypothese, der über Einstimmung. Zugrunde und lässt sich nur dann nicht durch, wenn du. Zu viel Nichtübereinstimmung hast? Oder hat er die Grundhypothese, der Nichtübereinstimmung und lässt sich nur dann durch, wenn du ausreichende Übereinstimmung hast. Und diese Grenzkontrollsysteme sind so gebaut, dass sie die Grundhypothese der über Einstimmung haben. Das heißt, du kannst an vielen dieser biometrischen, ähm Vergleichspunkte, die er da zum Einsatz kommen. Kannst du an einem größeren Teil davon auch scheitern und der lässt dich trotzdem noch durch. Und das ist das, was hier bei diesen, mit diesem Mophing eben auch ermöglicht wird. Nun ist das auf zweierlei Weisen interessant. A wenn da ein Mensch draufschaut, ist die Erkennungsmöglichkeit dieses Menschen äh die sind auch limitiert. Wir haben da ähm vor, vielen Jahren ähm habe ich an der ähm an der freien Universität Berlin ähm Seminare in Forenses Forensischer Psychiatrie besucht. Und da gab's ein sehr schönes Beispiel dafür. Da wurden uns, hm, sagen wir mal zehn Fotos von Personen gezeigt. Und wir sollten sagen, welches, welche dieser zehn Fotos die gleiche Person zeigen und welche nicht. Ja, und das kannst du ja äh, kannst du auch mit fünf Fotos machen, ne? Kannst du also Personen, die du nicht kennst und du siehst von den Bildern und du sollst jetzt sagen, hier, auf dem, auf Bild A und Bild B, ist das die gleiche Person oder sind das unterschiedliche, Und die Trefferquote, die Menschen dabei allein erzielen, sind katastrophal schlecht, Ja, also solange das jetzt nicht 'ne Person ist, die du kennst, wenn du jetzt sagst, ach so, das ist eine Person, die ich kenne, dann erkennst du die Übereinstimmung natürlich ähm, Also dann weißt du, das ist der Tim, das ist er nicht, ne? Aber wenn du jetzt, wenn wir, wenn ich jetzt ein Bild zeige, von zwei Personen, die dir unbekannt sind und die du nicht schon öfter gesehen hast, dann kannst du wenn die ausreichend ähnlich sind, überhaupt nicht gut erkennen, ist das jetzt ein Bild von den du nicht. Und dieser Fall tritt ja auch ein, bei so einer Passkontrolle. Wenn da jetzt ein menschlich kontrolliert, Ja, also ob da jetzt das Bild von dir auf deinem Pass kann, bis zu zehn Jahre alt sein, äh wenn es dir ausreichend ähnlich sieht, wird der äh kontrolleur, da der Fahrscheinkontrolle, im Zweifelsfall sagen, alles klar, kannst durch, oder nicht, ne? Wahrscheinlich am Ende auf deine Hautfarbe an. Und ähm.
Tim Pritlove
Ja und äh oft sind ja auch die Fotos sehr alt und äh viele Jahre dazwischen und sie ist mittlerweile ganz anders aus. Und damals war ich ja noch kein Hippie irgendwie. Jetzt habe ich.
Linus Neumann
Und das soll halt, das soll halt, das soll halt natürlich diese diese biometrischen Systeme eigentlich verbessern, aber deren Erkennungsrate ist selbst, es ist unter Realbedingungen eben so katastrophal, dass sie, dass die die Dinger halt so so, ähm nachlässig getunet haben, dass du eben mit so einem Photomope tatsächlich zwei Gesichter dadurch kriegst. Tja, ähm wie reagiert äh der Gesetzgeber, ähm, ja, die sagen, also jetzt, die Dienst, also sie, sie sagen, es gibt nur noch elektronische Übermittlungen. Und im am liebsten ist ihnen eigentlich das Bild wird vor Ort gemacht. Ja, also du gehst als Person dahin und kannst jetzt nicht irgendwie so ein Bild von der Fotografin mitbringen. Sondern du musst dich dahin stellen und die äh Sachbearbeiterin am Amt macht das Bild jetzt von dir, um sicherzustellen, dass quasi die Person die da ist und so weiter, ne? Äh kannst natürlich jetzt auch einfach eine andere Person hinschicken, aber äh den Tipp gebe ich, äh gebe ich denen nicht. Ähm. Jetzt äh dann haben die Fotografen und Fotografin, protestiert und haben gesagt, ey, ne, biometrisch, korrekte Bilder anzufertigen, ist eigentlich ein ganz gutes Business für uns. Und dann hat das BMW gesagt, ja alles klar, euren Problemen äh tragen wir in so Fernsorge. Wir machen jetzt äh wir richten euch eine gesicherte, elektronische Übermittlung ein, wofür ihr euch vorher registrieren müsst und der macht es dann möglich nach etwaigen Manipulationen des Lichtbilds auch zu einem späteren Zeitpunkt nachzuverfolgen äh wer die manipulation angefertigt hat. Mit anderen Worten, die Fotografen, Studios, Fotografiestudios, kriegen jetzt, so digitale Zertifikate, die es ihnen ermöglichen, dort Bilder, hinzuschicken und sie müssen aber gleichzeitig quasi dann dafür bürgen, dass diese Bilder nicht von ihnen manipuliert wurden. Ja.
Tim Pritlove
Super. Also die nächste Sp.
Linus Neumann
Und jetzt hast du eine voll digitale Verarbeitung, die, ja, und jetzt frage ich mich, die, äh, was machen die äh digitale äh biometrische Fotoboxbetreiberinnen und Betreiber die am Bürger anstehen, ne? Und für für schmalen Taler von irgendwie sechzehn Euro oder was, dir irgendwie so ein total beschissenes Automatenbild geben. Na ja, also da gibt's jetzt eine Anpassung. Ja ich ich tue mich da schwer mit, dass jetzt unbedingt zu kritisieren, dass sich, dass man sich natürlich um die, Sicherheit der Ausweisdokumente Gedanken macht. Ähm aber die Konsequenzen, digitale Übermittlungen, gehen natürlich auch alle in die Richtung, dass du natürlich dann sehr viel hochqualitativere biometrische Bilder bei den Behörden hast und uns war ein zentraler Stelle, das ist ja der Teil der selten besprochen wird selten kritisiert wurde, wo sich eigentlich nur wir damals als CC. Bei der letzten Personalausweisgesetznovelle gegen gewendet haben. Das ist nämlich hier diese Zentrale ähm. Bilddatenbank Erfassung gibt. Die ähm für für diese Bilder eben gilt. Und die ja dann wiederum bei flächendeckender Kameraüberwachung oder Gesichtserkennung ähm entsprechende. Probleme machen kann.
Tim Pritlove
Ja, okay.
Linus Neumann
Das ist also etwas, was auch passiert und äh ja. Wer äh wer das nicht möchte, kann sich ja zumindest nochmal zehn Jahre Pass mit einem schönen Automatenfoto äh sichern, in dem er oder sie. Nochmal schnell einen neuen Pass holt. Der Gesetzentwurf wird nämlich jetzt äh nochmal in den Bundestag zur Beratung und Verabschiedung gegeben, also der genau das ist ja immer, Unser Gesetzgebungsprozess funktioniert ja so, dass die Regierung die Gesetze schreibt und einmal durch den Bundestag reichen muss. Etwas, was ich ja relativ häufig schon kritisiert habe. Ein anderes Thema, was wir, glaube ich, was in diesem Land unterberichtet ist und viel zu wenig skandalisiert wird. Wir reden ja so relativ viel darüber. Ähm was zum Beispiel Regierungsmitglieder in den USA für begehen. Also Behinderung der Justiz, der Aufklärung. Potenziell ihrer Verbrechen oder deren anderer, die für sie begangen wurden? Ähm und. In Deutschland diskutieren wir bei weitem nicht so viel darüber, dass. Ähm im Untersuchungsausschuss maut, der sich ja um an die Scheuer kümmert und auch im Untersuchungsausschuss Berater Affäre, der sich um Ursula von der Laien kümmert. Beide. Ähm. Von ihren Handys, Daten gelöscht hatten. Die, der Untersuchungsausschuss gerne gesehen hätte, zur Aufklärung der schwerwiegenden Verdachtsmomente, was die Integrität dieser. Personen und ihrer Handlung in diesem Kontext angeht. Ja und ne, Andi Scheuer, oh shit, die wollen mein Handy, nee, alles klar, einmal alles löschen, ja? Und da äh haben jetzt dann eben die, Leiter der jeweiligen Untersuchungsausschüsse, das ist im Untersuchungsausschuss Maut der Udo Schiefnäher und im Untersuchungsausschuss Beraterfähre der Wolfgang Helmich äh sich mal langsam in die Richtung bewegt zu sagen, na ja, das wäre schon ganz gut. Wenn Ministerin und Minister ihre. Die Daten von ihren Diensthandys nicht löschen dürften, beziehungsweise wir sicherstellen, dass sie auf geeignete Weise archiviert werden. Ähm und Schäuble, ähm der, ja, der. Präsident des Bundestags ist.
Tim Pritlove
Ja, Parlamentspräsident.
Linus Neumann
Parlamentspräsident. Ähm sagt eben auch, dass die möglicherweise unzureichende Dokumentation der elektronischen Dokumente. Dokumentation von Regierungshandeln äh berührt ist und ein wesentlicher Aspekt der parlamentarischen Kontrolle der Exekutive darstellt. Ja, also es könnte sehr gut sein, dass hier dass wir hier eben eine Speicherpflicht für diese Geräte, die von den Ministerinnen und Ministern verwendet werden bekommen. Zum Zwecke der parlamentarischen Kontrolle. Halte ich jetzt erstmal ähm ich meine, wenn wir hier zwei ähm intensiv Täter haben, die Spuren vernichtet haben, dann denke ich, ist das vielleicht auch mal äh geboten, wohl bemerkt, in dem Kontext, dass es sich hier um Ministerinnen und Minister handelt, die nun wirklich nichts zu verbergen haben sollten, im Gegensatz zu Bürgerinnen und Bürgern, bevor ich jetzt schon wieder in den Kommentaren Leute lese, Linus, du bist gegen Vorratsdatenspeicherung, aber bei Regierungen äh Regierungsmitgliedern auf einmal nicht. Nee, genau, da, bin ich nicht dagegen, weil die ganze Idee ähm des Datenschutzes und der des Schutzes vor Überwachung ist ja bekanntermaßen dass wir eine transparenten Staat haben wollen und die Privatsphäre als Abwehrrecht der Bürgerinnen und Bürger, äh gegenüber dem Mächtigen Staat.
Tim Pritlove
Die Maschinen lesbare Regierung, die klassische Forderung. Mhm.
Linus Neumann
Ich möchte, dass Andy Scheuers Handy Maschine lesbar ist. Ja, dass er keine Beweise vernichten kann.
Tim Pritlove
Der Vorratsdatenspeicherung. Warum nicht.
Linus Neumann
Zur Sicherheit. Für die Sicherheit.
Tim Pritlove
Ja, das äh da ist so, haben wir doch jetzt die ganzen Jahre immer gehört, dass es einfach auch wichtig ist.
Linus Neumann
Für die Sicherheit ist es.
Tim Pritlove
Einfach man kann sonst einfach auch gar keine ordentliche Ermittlungsarbeit mehr machen.
Linus Neumann
Du äh Tim, ich bin ganz ehrlich, weißt du, warum ich das gerne hätte? Äh Vorratszeitenspeicherung von Missministerial Mobiltelefon? Ähm wegen Terrorismus und Kinderpornografie hätte ich das gerne.
Tim Pritlove
Oh ja, das ist natürlich ein großes Problem. Da da muss auch damit einfach nicht genug getan.
Linus Neumann
Oh, äh, ach, Misser jetzt, pass auf, wir haben dieses, wir haben wirklich dieses Thema nicht behandelt, der Fall in Münster. Äh Scheiße, das wäre eigentlich ein Thema gewesen, was wir auch halten in die Sendung aufnehmen sollen.
Tim Pritlove
Der Fall in Münster.
Linus Neumann
Ja, in Münster wurde ein ähm also ein äh eine. Wie nennt man sowas ja also wirklich ein dickes, dickes Ding. Ja, also ganz ekelhafter Fall und eben äh unter anderem hat der. Einer der Beschuldigten, es sind ja mehrere und ganz fürchterlicher Fall, der hat unter anderem wohl eine signifikante Serverfarm irgendwie betrieben. Ähm vielleicht nehmen wir das in den in die nächste Sendung nochmal mit auf, weil da ist der Polizei mal wieder, ein ähm. Schlag gegen die Kriminalität gelungen und hier auch in einem echt ekelhaften Aktiven Fall, ne? Also das ging da glaube ich um den, wenn ich das richtig erinnere, um den Stiefsohn. Ähm. Da ist gerade der Polizei ein Ermittlungserfolg gelungen, der wirklich wieder fürchterliches zu Tage befördert hat. Das sei dann hier wenigstens angemerkt, dass wir das zur Kenntnis genommen haben und ich hab's verpennt, das wird hier die Sendung aufzunehmen. Letzte Meldung, es gab jetzt auch relativ viele Fragen, was denn wohl mit dem Congress dieses Jahr ist.
Tim Pritlove
Dem Chaos Conny Kirschenkongress, das CC.
Linus Neumann
Chaos Communication Congress, dem siebenunddreißig C drei äh und wir äh haben dazu. Im Prinzip wir haben die den großen Luxus. Dass wir erst sehr spät entscheiden müssen, ob diese Veranstaltung stattfindet oder nicht. Und das liegt daran, dass wir das ja vollständig in ehrenamtlicher Arbeit. Organisieren, ja? Es gibt natürlich die ein oder andere ähm Arbeit, für die wir Dienstleister in Anspruch nehmen, aber wir unterhalten ja kein Mitarbeiterstamm, den wir jetzt entlassen müssten, wenn die Veranstaltung nicht stattfindet oder äh sonstige Dinge. Das heißt, unser ist eigentlich so, Ende September, Anfang Oktober, wo wir die Entscheidung treffen müssen, machen wir das jetzt oder nicht. Bei anderen Veranstalterinnen und Veranstaltern ist der ist ein solcher sehr viel früher, ne, weil Investitionen getätigt werden müssen und so weiter. Oder auch Geld eingenommen werden muss und so. Und äh dazu haben wir jetzt ein Blogpost geschrieben, in dem ich zitiere ersteht. Aktuell ist es nicht abschätzbar, ob und welcher Form ein siebenunddreißig C drei in diesem Jahr durchführbar ist Selbst wenn es uns rechtlich möglich werden sollte, ist es ja aktuell nach aktuellem Stand nicht, wissen wir um die besondere Verantwortung unseren Teilnehmenden gegenüber, um dieser Verantwortung gerecht zu werden wird insbesondere unserer Zerrt, das äh Chaos Emergency Respons Team, also das Team, was sich um. Ähm feuer, polizeiliche Angelegenheiten und insbesondere die medizinische Versorgung der Teilnehmenden kümmert. Maßgeblich bei der Bewertung der Situation einbezogen. Wir rechnen damit, dass die Lage spätestens im Oktober klar genug sein wird, um sinnvoll bewerten zu können, ob der siebenunddreißig C drei als Präsenzveranstaltung stattfinden kann Das bedeutet ausdrücklich, dass wir uns alle Optionen offen halten müssen inklusive eines siebenunddreißig C drei erst im nächsten Jahr. Sobald es eine endgültige Entscheidung gibt, wird diese hier in diesem Blog veröffentlicht und, was auch in diesem Beitrag steht, ist wenn ein siebenunddreißig C drei als Präsenzveranstaltung stattfindet, dann in Leipzig. Denke, leuchtet ein, aber ähm da. Sich viele Leute eben darüber Sorgen machen und wahrscheinlich viele Leute auch nicht wussten, wie viele Freiheitsgrade. Wir haben äh die finale Entscheidung. Ähm noch in die Zukunft zu schieben. Ähm war das schon sinnvoll, dass dieser Blogpost dann mal veröffentlicht wurde, für alle interessieren.
Tim Pritlove
Ja. Auf jeden Fall. Das war's, oder?
Linus Neumann
Ich könnte ach so, ah, da habe ich gerade am Anfang, also zum Thema Anti zum Thema Diskriminierung und ähm. Polizeigewalt gibt's übrigens zwei Folgen. Äh Lockbuch Freiheit. Die wollte ich eigentlich nur empfehlen, ja. Die acht zum Berliner Anti-Diskriminierungsgesetz, Lokbuchfreiheit, null null acht und die Lokofreiheit null null drei Polizeigewalt und Rasial Profiling. Äh was ich da ganz interessant finde, ist, dass wir eben diese Polizeigewalt und Race Rasial Profiling ähm schon vor einigen Wochen gemacht haben, also, zeigt, dass das eben ein Thema ist, dass äh uns in in dieser Podcast und YouTube Serie. Und eben auch die Gesellschaft für Freiheitsrechte nicht erst seit gestern. Interessiert, Lokbuchfreiheit, äh wie gesagt, der YouTube-Kanal, den ich mit. Lea Beckmann zusammen mache. Ähm wir freuen uns da über äh Likes, hab Scribes, Glückchen, Sternchen und Empfehlungen, denn ähm ich habe jetzt festgestellt, was ja äh was wir. Selten machen, aber ich denke, wenn ihr uns anderen, wenn ihr unseren Podcast gut findet. Dann freuen wir uns, sowohl beim Lokbuch Netzwerk, als auch beim Lokbuchfreiheit. Wenn ihr das Leuten empfehlt, für die die Sendung ebenfalls interessant sein könnte. Mache ich ja hier auch. Mit Lokofreiheit.
Tim Pritlove
Du bist schon so voll im YouTube-Modus, man kriegt dich gar nicht mehr eingefangen.
Linus Neumann
Nee, ich muss echt sagen, ähm dass er so als Zwischenfazit, also ich ähm. Ich, also ich bin da, glaube ich, nicht besonders im YouTube-Modus und ich sehe, ich gucke, dass ich sehe, dass den anderen YouTube-Videos, welche, was da so die Stilmittel sind, die man in so einem YouTube-Video machen muss. Und diese mehr irgendwie zu anstrengend.
Tim Pritlove
Mein Reden. Ja, naja, also es ist, muss halt jeder für sich selber abwägen und es gibt durchaus Inhalte, die die davon natürlich profitieren können und so. Aber ja, meine positive Grundeinstellung zum Podcast ist äh unverändert.
Linus Neumann
Ähm UKW wollen wir wahrscheinlich auch nochmal kurz empfehlen, ne?
Tim Pritlove
Das, das kannst du natürlich gerne tun. Empfehl doch mal UKW.
Linus Neumann
UKW, unsere kleine Welt, der Podcast von Tim, den der sich da irgendwann mal eigentlich vor Jahren schon als kleine Resterampe installiert hat und der jetzt in, letzter Zeit. Na ja, war doch so, also du hast den ja so ein bisschen als äh da sind angelegt und dann aber einmal mit dem John ja diese Brexit. Saga, aufgegriffen und jetzt mit Pavelmeyer diese äh Corona Saga und ist doch beides mit mit großen Ergebnissen und ähm ein guter Beitrag und äh ich würde ja vermuten, ja, dass bei UKW die Corona Tracing App auch noch meine Würdigung erfährt.
Tim Pritlove
Das durchaus vorstellbar, durchaus vorstellbar. Ja, dem kann ich gar nicht äh viel mehr hinzufügen. Das äh hast du schon gesagt. Restramper.
Linus Neumann
Ne? So bin ich. Timis Restauramper.
Tim Pritlove
Ja, es ist ein Talentschuppen, weißt du?
Linus Neumann
Dennis Talentschu.
Tim Pritlove
Gut, jetzt haben wir unsere zwei Stunden hier auch äh beisammen. Ich würde sagen, für heute machen wir hier mal Klappe zu. Hast du noch Dankeschöns zu verteilen?
Linus Neumann
Ja, ein besonderes Dank äh ein besonderes Dankeschön habe ich äh für Felix. Und ich habe dann noch weitere weiteren Dank äh für, zwei unbekannte Personen, wie gesagt, mein Hinweis ist ja immer, wenn ich, wenn ihr euren Namen hier erwartet und ich von unbekannten Personen spreche, dann meldet euch bitte bei mir. Und. Vermutlich äh aber da das eigentlich kaum passiert, gehe ich davon aus, dass es dann äh anonyme Leute sind, die sich das auch so auf so zum Ziel gesetzt haben. Aber ich erwähne, dass dann hier trotzdem als Dank äh ist angekommen. Und äh Robert ist herzlich gedankt.
Tim Pritlove
Genau, mir bleibt dann nur äh wieder übrig allen anderen, vor allem den Spendern zu danken, die äh regelmäßig beitragen in kleineren und manchmal auch in größeren Beträgen, das hilft alles sehr und ja, insofern entlassen wir euch in die Woche, in die KW vierundzwanzig oder wann auch immer ihr das jetzt hört und äh. Die nächste Woche. Jetzt muss es tschüss sagen. Ciao.
Linus Neumann
Ja, tschau, tschau.

Shownotes

Rassismus und Polizeigewalt

Feedback: Schwarz

Feedback: Walulis

Kein Feedback: Jan Fleischhauer

Feedback: Alexander Kekulé

Corona Warn App

Staatstrojaner für Verfassungsschutz

Wirksamkeit von Gegenrede im Netz

Nemsdorf-Göhrendorf will Funkloch bleiben

Passfotos

Vorratsdatenspericherung für Minister

37C3

Epilog

Bonus Track

87 Gedanken zu „LNP349 Mit Vollidioten ist schwierig

  1. Wie stolz Jan Böhmermann wohl sein muss, dass jedes „Rainer Wendt“ (wahrscheinlich nicht nur bei mir) ein sofortiges „Du bist kein echter Polizist“ inklusive nachhallendem Ohrwurm auslöst

  2. Man will zwar gerne aus Strahlungs- und Akkugründen dichter am Funkturm sein, es ist aber nicht so, daß das Handy dauernd oder überhaupt aktiv funkt, wenn es im Funkloch ist – dies allein schon, weil es ohne eine Basisstation in Hörweite nicht weiß, auf welchen Frequenzen es überhaupt senden dürfte, und es wäre auch akkuverschwendendes Protokolldesign. (Nur damit niemand die dramatisch Überspitzung für bare Münze nimmt.)

    • Was tatsächlich passiert: die Funkzelle hat eine leicht größere Reichweite als das mobile Telefon.
      Hier ist zum Beispiel die Rede davon, dass es in der Nachbargemeinde eine Zelle gibt.
      Gerade am Rand von solchen Empfangsgebieten ist es selbstverständlich so, dass das Gerät immer mal wieder ein bisschen Empfang hat, diesen aber dann auch wieder verliert.
      Dann wieder sucht das Gerät (und lauscht nur, wie du korrekt schreibst).
      Da der Bereich der „Hörweite“ einer Zelle größer ist, als die potentielle „Hörweite“ des Mobiltelefons, versucht es dann wieder, sich zu verbinden, etc. pp.
      Daher ist es manchmal erfolgreich, manchmal nicht. Während dessen bewegt sich die Person durch das unterversorgte Dorf und wird vom Gerät munter verstrahlt.
      Corona, 5G, kopfschmerzen, das ganze Programm.

  3. Bezüglich des MoPo-Afd-Geschichte: Die AfD kann es nicht lassen, und setzt bei Twitter noch einen drauf:
    „Antwort an
    @mopo
    Der Eigentümer der @mopo
    , Arist von Harpe, arbeitet via @XING_de
    übrigens wie der Lebensgefährte von @jensspahn
    für @burda_news
    , die wiederum eng mit @BillGates
    zusammenarbeitet und die wir für ihre Panikmache im Zuge der #Corona-Krise kritisiert haben. Reine Fakten, keine VT.“
    https://twitter.com/AfD/status/1270717700919005186?s=20

  4. Zum erheiternden Punkt „eine dritte Person“ (Morphing von Passbildern):

    Das ist kein Fehler, denn damit meint der Staat immer eine weitere Partei als sich selbst und noch jemanden, d.h. die BRD ist hier (juristische) Person 1, der Passinhaber (natürliche) Person 2 und ein nicht legitimer Benutzer, Person 3.

    Analog ist immer von Drittstaaten oder Drittländern die Rede (BRD mit EU-Ländern und Drittstaat als weiteres Land). Es handelt sich um gebräuchliches Juristendeutsch und Behördensprech.

    • Was Rollo sagt, stimmt.

      Ergänzend könnte man höchstens noch hinzufügen, dass diese Wortwahl im lustigen Garten des Juristendeutsch keineswegs auf die Beziehung „Staat – Bürger – weitere Person“ beschränkt ist.

  5. Den Aufschrei kann ich persönlich nicht Nachvollziehen, es ist sicher ein Vieleck aus verschiedenen Problemen, aber überspitzen würde ich es nicht, denn

    1. Polizisten sind in den USA etwa 27mal mehr durch Einwohner gefährdet als anders herum. Verglichen mit Afroamerikanern sind Polizisten immernoch 12,5mal mehr gefährdet. (Im Jahre 2016 war Law Enforcement Officer auf Platz 14 der gefährlichsten Jobs in den USA)
    2. Afroamerikaner werden in ziemlich genau dem Maße mehr durch Polizisten getötet, in dem sie auch mehr Verhaftungen unterzogen werden.
    Es könnte noch den racial bias geben, dass Afroamerikaner von der Polizei häufiger „drangenommen“ werden als Nicht-Afroamerikaner und daher in der Statistik schlechter dastehen. Dass die Polizei jedoch härter und geradezu mit Tötungsabsicht gegen sie vorgehen würde, geben die mir vorliegenden Zahlen aber nicht her.
    Schon gar nicht können sie als Begründung dafür dienen, dass man Läden plündert, Polizeiwachen anzündet und weltweit die immer noch über uns schwebende Pandemie ignoriert, nur weil man dringend beim Haltung Zeigen gesehen werden möchte.
    Zahlen? Bitte!
    Im Jahre 2019 wurden in den USA 89 Polizeibeamte im Dienst getötet, 48 davon ermordet.
    Es gab 2019 insgesamt 686.665 Polizeibeamte in den USA.
    Macht 48/6,86665 = 6,99 ermordete Polizisten/100.000.
    In den USA wurden 2019 insgesamt 1004 Menschen durch die Polizei getötet.

    235 davon waren Afroamerikaner.
    Die USA hatten 2019 328,2 Millionen Einwohner.
    Macht 0,26 Tote Nicht-Afroamerikaner/100.000 vs. 0,56 tote Afroamerikaner/100.000.
    Afroamerikaner werden in den USA also etwa 2,2mal häufiger von der Polizei getötet als Nicht-Afroamerikaner.
    —-
    In den USA gab es 2018 (neuere Zahlen sind noch nicht verfügbar) 10.310.360 Verhaftungen. Davon waren in 2.826.460 Fällen die Verdächtigen Afroamerikaner. Das macht 27,4 Prozent. Da Afroamerikaner in den USA 12,6 Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind sie bei Verhaftungen also um den Faktor 2,17 überrepräsentiert.
    2,17mal häufiger verhaftet, 2,2mal häufiger von Polizisten getötet.
    Ich wüsste jetzt gerne, wo dieses „Stop the cops, they’re killing us!“ genau herkommt.
    _____________________________________________ https://www.fbi.gov/news/pressrel/press-releases/fbi-releases-2019-statistics-on-law-enforcement-officers-killed-in-the-line-of-duty
    https://www.statista.com/statistics/191694/number-of-law-enforcement-officers-in-the-us/
    https://www.statista.com/statistics/585152/people-shot-to-death-by-us-police-by-race/
    https://www.ojjdp.gov/ojstatbb/crime/ucr.asp?table_in=2

    • Verglichen mit Afroamerikanern sind Polizisten immernoch 12,5mal mehr gefährdet. (Im Jahre 2016 war Law Enforcement Officer auf Platz 14 der gefährlichsten Jobs in den USA)

      Entschuldige mal bitte, aber nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.
      Du kannst doch nicht afroamerikanische Hausfrauen mit (weißen und schwarzen) Polizei-Streifen vergleichen.

      Dass die Polizei jedoch härter und geradezu mit Tötungsabsicht gegen sie vorgehen würde, geben die mir vorliegenden Zahlen aber nicht her.

      Die Zahlen geben sehr genau her, dass die Polizei härter gegen schwarze vorgeht. Insbesondere auch die Zahlen, die du selbst anbringst.
      Deine Widerrede gegen eine angebliche Tötungsabsicht ist ein Strohmann-Argument.

      Schon gar nicht können sie als Begründung dafür dienen, dass man Läden plündert…

      Wer Wind sät, erntet Sturm.
      Da kann man sich natürlich nachher hinstellen und sich über den Sturm beschweren. Und dann wieder Wind sähen.
      Das kann man mehrere 100 Jahre machen.

      Das macht 27,4 Prozent. Da Afroamerikaner in den USA 12,6 Prozent der Bevölkerung ausmachen, sind sie bei Verhaftungen also um den Faktor 2,17 überrepräsentiert.
      2,17mal häufiger verhaftet, 2,2mal häufiger von Polizisten getötet.
      Ich wüsste jetzt gerne, wo dieses „Stop the cops, they’re killing us!“ genau herkommt.

      Ich übernehme deine Zahlen ungeprüft, weil sie genau das zeigen, was du meinst, darin nicht zu sehen:
      Schwarze werden öfter verhaftet und öfter von der Polizei getötet.
      Du liegst dem nun aber einfach die Annahme zu Grunde, schwarze sein krimineller als weiße. Und das ist genau der rassistische Bias, aus dem sich diese Zahlen speisen.

      • Es geht, soweit ich es Verstanden habe, um den Vorwurf der erhöhten Tötungsrate von Schwarzen durch Polizisten. Hiergegen richteten sich im groben die Proteste. Die geben die offiziellen Zahlen jedoch nicht her. Die größte Gefahr für Leib und Leben für Afroamerikaner sind gemäß FBI übrigens andere Afroamerikaner – 89 von 100 AA-Mordopfern gehen auf das Konto anderer Afroamerikaner.

        Wenn Schwarze, angenommen durch Bedingungen wie Armut, Single Parenting, mangelnde Bildung, Gewaltkriminalität etc. in der Kriminalstatistik tatsächlich überrepräsentiert wären, sind doch die Proteste gegen Polizeigewalt einfach eher verfehlt.

        Wie erklärt man, dass bei „Murder and nonnegligent manslaughter “ der Anteil der Afroamerikaner bei ~ 53 %, bei „Robbery“ bei ~ 54 % und „Aggravated assault“ bei ~ 33 % liegt?
        Ist die Aufklärungsrate bei schwarzen Täter einfach höher?
        https://www.ojjdp.gov/ojstatbb/crime/ucr.asp?table_in=2

        Versteh mich nicht falsch, die Tötung von George Floyd ist bedauerlich.
        Ich gehe konform, dass Schwarze in Bezug auf Bildung und Wohlstand Diskrimination erfahren. Diese Faktoren sind aber ebenso verantwortlich für die höheren Fälle in der Kriminalstatistik.

        • Ich gehe konform, dass Schwarze in Bezug auf Bildung und Wohlstand Diskrimination erfahren. Diese Faktoren sind aber ebenso verantwortlich für die höheren Fälle in der Kriminalstatistik.

          Schon wieder ein Strohmann-Argument, denn genau von dieser strukturellen Benachteiligung sprechen wir ja.

          Möchtest du hier noch etwas beitragen, das dich nicht durch kreative Interpretation von Statistiken in die Nähe von Tilo Sarrazin rückt? Ggf. ist das ja nicht deine Absicht, daher dieses Feedback an dieser Stelle mal transparent, damit du meinen Eindruck eventuell korrigieren kannst. Ich hoffe es :-)

          • Ich habe nicht den Eindruck, dass darüber geredet wird.
            Wo wäre dann der Zusammenhang zwischen den Ausschreitungen (Attacken auf Polizei etc.) und der Diskriminierung?
            Ich sage doch, Schwarze erfahren Diskriminierung, bedingt durch Armut, Bildung etc.
            Hier ist auch der Punkt anzusetzen und nicht irgendwelche Polizeiautos platt zu machen.
            Diese Faktoren sind doch für eine Kriminalität ein Multiplikator, das spiegelt sich in der Polizeistatistik wider.

            Was aber sich nicht daraus ergibt, ist dass es ein potentiell höheres Risiko für Schwarze gibt durch die Polizei bei einer Kontrolle erschossen zu werden. Denn die Wahrscheinlichkeit erschossen zu werden verteilt sich ja in etwa gleich auf alle Ethnien. Schwarze haben jedoch einfach mehr Polizeikontakte, ergibt mehr Tote in der Relation.

            Und substantiell vorgetragen, warum ich die Zahlen falsch verwertet habe hast du auch nicht. Wie soll man denn die Zahlen Interpretieren? Ist alles darauf zurückzuführen, dass sich die Cops denken;“ ach die Schwarzen mal wieder.“?
            Bis auf ein paar spitze Bemerkungen blieb da auch nicht viel.

            Und mit verlaub, mit was will man anderweitig arbeiten, als mit Statistiken und Daten die einem zu Verfügung stehen? Sicher kann man überall ein Interesse hineininterpretieren, aber anderweitig würden meine Annahmen dafür oder dagegen nur auf einem Gefühl beruhen.

            • Denn die Wahrscheinlichkeit erschossen zu werden verteilt sich ja in etwa gleich auf alle Ethnien. Schwarze haben jedoch einfach mehr Polizeikontakte, ergibt mehr Tote in der Relation.

              Kennst du die Geschichte von der Henne und dem Ei?

            • Es geht nicht um die Zahl der Verhaftungen, Urteile und Tötungen – das sind die Daten nach dem „Trichter“

              Der „Trichter“ ist die Zahl der Personenkontrollen. Die offizielle Politik in Städten wie NY war, sich auf „Broken Windows“ zu konzentrieren. Bloomberg hatte sich explizit darauf bezogen, bestimmte Hautfarben gezielt herauszuziehen.

              Man weiß, dass Bevölkerungsgruppen nicht mehr oder weniger kriminell sind, sondern spezifische Verbrechen begehen.

              Man weiß außerdem, dass weltweit die Fälle schwerer Kriminalität zurückgehen.

              Deine Zahlen im Verhältnis zur Zahl der Kontrollen sollte eigentlich ergeben, dass POC im Großen sogar weniger kriminell sein müssen, denn sie werden deutlich häufiger kontrolliert.

              Jetzt frag Dich mal, warum es keine Statistiken zu den Kontrollen mit und ohne Anfangsverdacht gibt. Dann weisst Du, dass die Polizei da lieber frei und nach Anweisung der Politik kontrolliert.
              Das ist kein Vorwurf an das Personal der Polizei, die wollen sich nur die Dokumentation sparen.

              Aber genau dadurch reproduzieren sie die historischen Verhältnisse in den USA.

              Im besten Fall biste arm, im falschen Viertel und wirst deswegen kontrolliert, dann ist es historisch wahrscheinlicher, dass Du Nachfahre von Sklaven bist – im wahrscheinlichsten Fall trägst Du ein äußeres Merkmal und läufst zur falschen Zeit am falschen Ort an der Polizei vorbei.

              Also frag Dich ruhig, warum die Bürgerrechtler*innen das rufen, was Du nicht verstehst – damit unterstellst Du ja einen Hintersinn, der so nicht existiert.

              • …und dass die Art der Verbrechen aus der Liste meist armutsspezifisch ist, hast Du ja schon selbst erkannt. Reiche Leute sind eben eher in Verbindungen, betrügen, hinterziehen Steuern und kaufen Drogen, aber dealen nicht.

                Der Schwerpunkt der Ermittlungen der Polizei ist gegenüber Armen gebiased.

                Dabei würde man diese Art an Verbrechen mit nicht-polizeilichen Mitteln wohl besser lösen.
                Deshalb fordern die Prozeste andere Wege – für ihre Viertel insgesamt, nicht nur für ihre Gruppe.

        • Kriminalstatistiken bilden die zugrundeliegenden, strukturellen Probleme generell nur sehr unzureichend ab (wenn überhaupt) und haben bestenfalls mittelbar mit den aktuellen Unruhen zu tun. Rassenpolitisch motivierte Straßenschlachten entstehen nicht in der lokalen Excel-Usergroup…

          • Die Folge der Plünderungen ist, dass die betroffenen Viertel jetzt ohne Supermärkte dastehen, wodurch v.a. Arme, die kein Auto haben, schwer in der Bredouille sind – das sind, insbesondere Alleinerziehende Mütter, Alte, Kranke.

            Zu glauben, man schließt das Polizeirevier und automatisch breitet sich – von rassistischer Unterdrückung befreit – das Natürliche, Gute im Menschen aus, ist naiv und kurzsichtig.

            Mit einer statistischen Faktoranalyse kann man feststellen, dass Kriminalität nicht von der Hautfarbe getrieben ist, sondern dass Weiße unter gleichen Umständen (Arbeitslosigkeit, Drogenabhängigkeit, …) in gleicher Proportion kriminell werden.
            Wenn man diese Argumentation nachvollziehen kann und selbst verwendet kann man aber nicht dahinter zurückfallen, und bei der Tötung durch die Polizei andere Maßstäbe anlegen und aus dem Nichts behaupten, das läge nur daran, dass Schwarze häufiger kontrolliert werden.

            Bei den Protesten hat sich eine fatale Allianz gebildet. Zum einen Leute, die von der Tötung schockiert sind und aus nachvollziehbaren Gründen ihre Abscheu dagegen zum Ausdruck bringen wollen, zum anderen Randalierer, die mal günstig plündern wollen, zum Dritten Radikale, die davon ausgehen, dass Revolution sofort die Lösung aller Probleme bringt, denen egal ist, wenn die lokale Infrastruktur aufgrund der Plünderungen kollabiert und zum 4. die Democrats, die alle Probleme Trump in die Schuhe schieben wollen.

            Von Obamas Gesundheitsreform abgesehen, haben die Demokraten nur dysfunktionale Ansätze geliefert, die Situation der Schwarzen zu verbessern. Sie ruhen sich auf dem Image aus, dass sie als die Partei der Gleichberechtigung gelten. Das kann jedoch nach hinten losgehen, wenn die bürgerlichen Schwarzen auf die Idee kommen, dass sie mehr Polizei wollen – um ihre eigenen kleinen Läden zu schützen und die großen, in denen sie einkaufen gehen wollen. Wenn sie nicht von lokalen Drogenbossen abhängig sein wollen, nur weil sie mit denen die Hautfarbe teilen.

            Polizei ist in den USA m.W. auch Ländersache und in den aktuellen Brennpunkten regieren die Demokraten.

            Hier ein Link zu einem Video mit Brandon Tatum , einem schwarzen Cop, und wie er die Sache sieht.

    • Schon gar nicht können sie als Begründung dafür dienen, dass man Läden plündert, Polizeiwachen anzündet […]

      Ich bezweifle, dass jemand die Plünderung von Läden damit begründet hat. Das ist einfach Opportunismus. Ganz anders, wenn etwa ein Waffenlager zur Selbstbewaffnung geplündert worden wäre. Und auch die Wache anzuzünden ist folgerichtig, wenn es sich um einen Aufstand gegen die Polizei handelt. Warum die Tötung eines Schwarzen einen solchen Aufstand auslösen konnte („als Begründung [..] dien[t]“), ist für mich tatsächlich sehr nachvollziehbar. Vielleicht solltest du nicht nur auf die Statistik schauen, sondern auch mal etwas über die Qualität der Tötungen herausfinden und dich darüber hinaus mit der Behandlung der schwarzen Bevölkerung in den USA durch die Polizei jenseits von Tötungen beschäftigen.

  6. Mit der Huawei-eigenen Implementierung des GAEN-Protokolls hat sich realistisch gesehen das Problem der Markanteilsadeckung wirklich erledigt.

    Immer noch bestehend bleibt das Transparenzproblem: Es ist ja schon etwas kurzsichtig einerseits zu sagen, dass der Hauptteil des Tracings vom Betriebssystem gemacht wird und die App nur einen kleinen Anteil hat, sich dann aber bei der Beurteilung der Transparenz ausschließlich lobend auf die Quelloffenheit der App zu stützen.
    Da zählt auch nicht mehr das Argument dass 1 Google und Apple ohnehin vertrauen müsse. Denn das Ausliefern zumindest dieser API-Teile als reproducible builds sollte dort niemand überfordern.

    So bleibt ein wichtiger Teil des Exposure Notification Ökosystems weiterhin intransparent und proprietär.

      • Mir fallen 2 verschiedene Hauptangriffspunkte ein:
        1. Aussenden gebiaster/ kodierter IDs
        2. Korrelation gesendeter und empfangener Daten mit anderen Datenquellen

        zu 1.: Durch senden nur scheinbar zufälliger, tatsächlich aber mit bias/ steganographischem Seed generierten IDs können Zielpersonen dann trotz des sich ständig ändernden Codes stetig reidentifiziert und weiterverfolgt werden.
        zu 2.: Während der Datenflow in der App selbst transparent ist und sichergestellt wird, dass nicht parallel noch andere Datenquellen mit aufgezeichnet werden (z.B. der Standort), befindet sich mit Googles Location tracking solch ein Mechanismus sogar in der selben Komponente, den Play Services. Durch Korrelation mit eigenen bzw. den durch die möglicherweise nicht ausreichende Trennung zur ID-Generierungs und Broadcastkomponente kann entweder im Nachhinein das Set vom in Frage kommenden Identitäten stark eingegrenzt werden oder sogar die IDs in Echtzeit an eine 3. Partei gesendet werden.

        Bei all dem Lob über die transparente App ist es leider Augenwischerei, den Hauptteil des Eisbergs dann doch unter Wasser zu lassen.
        Selbst die eher mühsame Option eines googlefreien Androidphones, das sowieso nur eine verschwindende Minderheit in Erwägung zieht, fällt hier weg, womit wir wieder beim „vertrauen müssen“ angelangt sind, welches doch eigentlich vermieden werden sollte.

        • 1. Aussenden gebiaster/ kodierter IDs
          zu 1.: Durch senden nur scheinbar zufälliger, tatsächlich aber mit bias/ steganographischem Seed generierten IDs können Zielpersonen dann trotz des sich ständig ändernden Codes stetig reidentifiziert und weiterverfolgt werden.

          Das ist mir zu wirr. Wer sendet hier was für IDs und wer ist hier eine „Zielperson“? Und wer soll hier „reidentifiziert“ werden, wenn man noch nicht mal „identifiziert“ ist?

          Wenn Du irgendwelche IDs mit dem Contact Tracing Protocol sendest werden die zwar von Telefonen empfangen und gespeichert, aber mehr halt auch nicht. Es wird nie ein Diagnose Key kommen, der auf diese IDs auflöst und die IDs werden selbst nie für irgendwas verwendet oder weitergeleitet. Auf diesem Weg lässt sich nichts identifizieren oder „reidentifizieren“.

          2. Korrelation gesendeter und empfangener Daten mit anderen Datenquellen

          (Google, Play Services, Tracking…)

          Ja tiefe Erkenntnis: wenn Google (oder Apple) wollten könnten sie alles mögliche assoziieren und kombinieren. Natürlich könnten sie das . Das könnten sie mit jeder App. Aber warum denken sie sich ein Protokoll (gemeinsam!) aus, dessen Ziel die absolute Anonymität der Teilnehmer ist? Damit sie dann versuchen, dass hinten rum irgendwie abzuzapfen? Das macht doch keinen Sinn. Der Gesichtsverlust, der aus so etwas entstünde, lässt sich vermutlich in n Milliarden Dollar Umsatzverlust pro Monat nicht mehr abbilden.

          Wenn Du ein Angriffsszenario skizzieren möchtest, dann reicht es nicht, irgendwelche möglichen Datenketten zu postulieren, die vielleicht unter Umständen irgendwie von irgendjemandem aus irgendeinem Grund hergestellt werden könnten. Ein Angriffsszenario umfasst einen klaren Angreifer, eine klare Motivation (warum sollte das geschehen und welchen Vorteil zieht man da raus) und dann erst eine technische Umsetzung nebst Risikoanalyse.

          Ich habe da bisher nichts überzeugendes gehört, was sich auf die aktuelle Problemstellung sinnvoll anwenden lässt.

        • Szenario 1)
          Warum sollte Google das tun? Sie haben ohnehin jederzeit deine Location-Daten und auch alles andere von dir. Das letzte was sie brauchen, wären dass du noch irgendwelche pseudo-zufälligen heimlich gebackdoorten Beacons sendest.
          Die Sorge erscheint mir eher realistisch, wenn du von Dritten ausgehst, die beispielsweise Gesichtserkennung, Zahlungsmittel, Einlassysteme o.ä. Mit Bluetooth-Empfängern ausstatten / korrelieren könnten, um nachher zu sehen ob du positiv bist.
          Auch das: Akademisch einfacher Angriff ohne sinnvollen Case.
          Szenario 2) an all dem würde sich nichts ändern, wenn die App vollständig transparent von Dritten geschrieben worden wäre. Google ist auf deinem Fon root und Denkanstoß damit (leider) nichts machen, ohne ihnen vertrauen zu müssen.

          Dass die Implementierung des Frameworks dennoch Open Source sein sollte, da stimme ich dir zu.
          Das haben wir hier auch schon gefordert. Der Grund dass sie es nicht tun, liegt aber vermutlich eher an den proprietären Bluetooth-Stunts, die sich sonst noch so im Stack befinden.

  7. Hallo Tim und Linus,
    ich finde die andauernde Diskussion über die Datenschutztkonforme Umsetzung einer Coronaapp unsinnig da ein Positiver Nutzten aufgrund Technischer und sozialer Gegebenheiten fragwürdig ist zb freiwillige installation, Bluetooth schlecht geeignet um Entfernungen zu messen, keine Unterscheidung von indoor vs Outdoor.
    Ich sehe vielmehr dass eine Kompromisslösung am Ende die Überwachungsmöglichkeiten des States erweitern und früher oder später auch dafür genutzt würde. Meiner Meinung nach sollten wir uns aus linker Privatsphärefreundlicher Position heraus darum bemühen sollten aufzuklären über die Unverhältnismäßigkeit des zu erwarten Nutzen im Vergleich zu einer wahrscheinlichen Kompromisslösung die die Datenschutzvorgaben unzureichend umsetzt.
    LG Tim

    • Ich frag mal so blöd: Dass es sich

      – um eine meldepflichtige Erkrankung handelt und dass

      – die Einordnung als solche und die Konsequenzen daraus keine linke oder rechte Position ist

      ist Dir bewusst?

      • Du hast Recht das sind blöde Fragen:
        – eine App hat nichts mit der Meldung ans Gesundheitsamt zu tun
        – Schutz der Privatsphäre ist eine linke Position im Sinne einer autoritär-liberal Scala
        wie ist denn deine Haltung zu dem Thema?

        • Du bist bei dieser meldepflichtigen Erkrankung schon bei einem Verdacht der Erkrankung zur Angabe Deiner Kontakte verpflichtet (§ 9 Abs. 1 Nr. 1 lit. k IfSG iVm § 6 Abs. 1 Nr. 1 lit. t IfSG). Eine App ändert daran nichts. Eine App hilft Dir nur, diese Verpflichtung zu erfüllen.

          Wie eine App das macht, daran bemisst sich, ob diese App abzulehnen ist. Dies zu beurteilen ist – nach meiner Laien-Beobachtung – was hier gerade passiert.

          Dem Schutz der Privatsphäre einen sehr hohen Stellenwert einzuräumen, mag eine linke Position sein (die ich teile). Dem Schutz der Privatsphäre eine derart absolut über allen anderen Grundrechten und Staatszielen thronende Position einzuräumen, dass jede Abwägung konkreter, die Privatsphäre tangierender Einzelmaßnahmen mit einem Wert wie der Vermeidung des Zusammenbrechens des Gesundheitssystems als Ganzen (vergessen wir in unserer glücklichen deutschen Lage gerne, aber darum geht es) von vorherein und pauschal abgelehnt wird, ist es nicht.

          Dazu könnte man allenfalls kommen, wenn man zum einen die Interessen des Individuums zu 100% über die Interessen der Allgemeinheit stellt und zum anderen negiert, dass die Funktionsfähigkeit einer staatlichen Infrastruktur (wie z.B. des Gesundheitssystems) auch ein Interesse des Individuums sein kann. Dazu müsste man also letztlich die Existenz eines Staates an sich ablehnen. Das mag es geben. Und zwar auf beiden Seiten des „Links-Rechts-Schemas“ (quasi so theoretische Reinformen des Anarchismus und des Neoliberalismus – ich muss zugeben, das berührt Bereiche, in denen ich bezüglich der Begrifflichkeiten raus bin). Aber „links“ ist das nicht.

          Behaupte ich mal. Ich verstehe mich nämlich zufällig als Linker. Aber ich bin auch oft überrascht, was manchen Leuten so als links gilt. Und was nicht.

          Wie dem auch sei. Wahrscheinlich tue ich Dir damit Unrecht (um ehrlich zu sein, ich hoffe es). Nimm dies bitte nicht persönlich und alles ab dem dritten Absatz als rein abstrakte Überlegungen.

          Aber sollte ich Dir damit kein Unrecht tun und solltest Du dieser Ansicht sein (das wäre völlig legitim, wenn auch halt nicht mehr auf dem Boden des GG), selbst dann wäre es inkonsequent, wenn Du Dich deswegen pauschal und absolut gegen jede Tracing-App völlig unabhängig ihrer jeweiligen konkreten Ausgestaltung wendest. Denn selbst dann müsstest Du Dich schon erstmal pauschal und absolut gegen die Meldepflichten des IfSG an sich wenden. Und dies begründen. Denn dort wird Deine Privatsphäre verletzt (nebenbei erwähnt: maximal). Eine sorgsam und datenschutzsensibel ausgestaltete App – die Du ja genauso ablehnst wie jede andere – vertieft diese Verletzung allenfalls unwesentlich.

          Und da Du keine Meinung geäußert, sondern einen begründeten Appell an die hiesigen Gastgeber abgegeben hast, solltest Du dann Deinen Appell nach dieser Maßgabe umformulieren. Alles andere wäre inkonsequent.

          • Du schreibst ganz schön viel ohne dabei darauf einzugehen was ich geschrieben habe.
            -ich habe nicht gegen die Meldepflicht und alles was damit zusammen hängt argumentiert
            -ich bestehe nicht auf absolute Privatsphäre ganz im gegenteil schreibe ich im ersten Post Privatsphärefreundlich
            -Zusammenbruch des Gesundheitssystems, wenn wir nicht die gesamte Öffentlichkeit Videoüberwachen wird bestimmt das Justizsystem zusammen brechen
            -ich stelle nirgends die Notwendigkeit des States in Frage und das wäre auch keine neoliberale Postion
            Warum regst du dich über links rechts Einordungen auf wenn du keine Ahnung von solchen dingen hast wie du selbst zugibst?
            Und am Schluss brennst du nochmal einen gewaltigen Strohmann ab, ich wende mich gegen das propagieren einer Coronaapp deren realer Nutzen fragwürdig ist Gründe dafür habe ich im ersten Post gegeben, ich schreibe explizit das ich nicht glaube das es am Ende eine Datenschutzfreundliche App geben wir dass basiert natürlich auf meinen Zynismus darüber wie es in der Vergangenheit gelaufen ist und es sind genau die beiden Punkte die ich gegeneinander abwäge und zu dem Schluss komme das fundamentale Kritik an der Appidee angebracht ist nochmal ganz simple: die App wird wahrscheinlich ein Eingriff in die Privatsphäre sein der mit dem mangelhaften Nutzen nicht zu begründen ist, wenn du mir beweisen kannst das entweder kein Eingriff in die Privatsphäre stattfindet oder der Nutzten sehr groß ist ändere ich meine Position.

  8. Ich teile Euer Unwohlsein mit der jeweils gewünschten Bezeichnung der PoC.

    Ich bin natürlich alt genug, um – wie Ihr – die Rücksicht entwickelt zu haben, im Zweifel erst einmal hinzuhören und die jeweils gewünschte Bezeichnung zu verwenden. Und den Leuten, denen ich mit meinem Alltagsrassismus – den ich genauso habe wie jeder andere, da braucht man sich nichts vormachen – ohnehin Leid zufüge, damit nicht auch noch auf den Wecker zu gehen. Das scheint mir das mindeste.

    Genauso natürlich aber empfinde ich dies als Zumutung und Anstrengung. Ich kann mich noch so oft zur Ordnung rufen und mir bewusst machen, dass diese Zumutung an sich bereits wertvoll und angemessen ist. Es bleibt trotzdem eine. Denn ich kapiere nicht, nach welchen Maßstäben die jeweils gewünschte Bezeichnung ausgewählt wird und wurde. Und ich habe noch keine mich inhaltlich überzeugende Begründung gesehen, warum „hell-“ bzw.“dunkelhäutiger Mensch“ (die aus meiner Sicht unter vielen dummen Möglichkeiten noch neutralste Formulierung) gesondert abzulehnen sei. Wie gesagt: Ich versuche, damit niemanden zu behelligen (und ich hoffe sehr, jeder Mensch, der dies liest, kann mir nachsehen, dass ich es gerade rein abstrakt trotzdem mache). Aber ich brauche mir – bei aller Rücksicht und aller rationalen Betrachtung – auch nicht vorlügen, dass mich das nicht stört. Natürlich stört mich das.

    Ich habe für mich ganz persönlich einen recht hilfreichen Weg gefunden, mit dieser Irritation umzugehen. Ein einfaches Gedankenexperiment:

    Ich stelle mir vor, ein paar historische Zufälle wären anders gelaufen und „wir Weißen“ wären die Minderheit. Ich bin mir absolut sicher: Ich hätte plötzlich mit der Bezeichnung „die Weißen“ massive Probleme. Obwohl diese Bezeichnung mich in unserer Realität nicht stört, mir nicht mal wirklich auffällt, würde sie mich plötzlich verletzen. Ich bin nämlich gar nicht „weiß“.

    Und das tollste: Ich wüsste dann auch nicht, welche Bezeichnung mir lieber wäre. Ich bin nämlich bitteschön auch nicht „rosa“, „ferkelfarben“ oder „hautfarben“ (gut, letzteres Problem hätte ich schon mal nicht, weil der Buntstift dann bestimmt anders hieße). „Hellhäutig“ würde ich dann bitte auch nicht genannt werden, ich bin doch kein Lampenschirm.

    Und ganz bestimmt gäbe es dann so einen unangenehmen Schlaumeier wie mich, der mir erklärt, der ICD-Code „genetisch besonders sonnenempfindlich“ sei doch eine absolut nüchterne Tatsachenbeschreibung für Leute wie mich und warum ich mich so habe.

    Und schon geht’s mit der Zumutung wieder.

    ps: Ich schreibe das hier nicht hin, weil ich mir damit besonders schlau vorkomme. Im Gegenteil schreibe ich das hier hin, weil mir ganz persönlich dieser Gedanke irgendwann mal kam, er mir ganz persönlich geholfen hat und ich mir in diesem Moment sehr, sehr dumm vorkam, dass der mir erst jetzt kommt. Und weil die theoretische Möglichkeit besteht, dass hier 1 Person mitliest, der das gerade auch so geht.

    pps: Bevor jemand fragt: Natürlich würde ich auch lieber in einer Star-Trek-Welt leben, in der wir diese Wörter überhaupt nicht brauchen. „Weiß“ und „schwarz“, hell-“ und „dunkelhäutig“ sind nicht nur untaugliche Begriffe, um Menschen zu beschreiben. Sie sind auch nicht abgrenzbar und ergeben – ähnlich wie laut und leise, heiß und kalt oder schnell und langsam – allenfalls in Relation zweier Bezugspunkte überhaupt Sinn. Als absolute Begriffe sind die schon sprachlich kompletter Schwachsinn und gehören (außerhalb ganz enger Bereiche innerhalb der Medizin) natürlich abgeschafft. Wer seine eigene konkrete kulturelle Gruppe gerne damit konkret bezeichnen und abgrenzen möchte, soll das selbstverständlich tun, aber als gesamtgesellschaftliche abstrakte Zuordnungen ist bereist ihre schiere Existenz abzulehnen. Ich hege große Sympathie für jeden, der sie abschaffen und nur noch von „Menschen“ sprechen will. Damit wäre uns heute aber nicht gedient. Denn dann könnten wir ein existierendes gesellschaftliches Problem nicht mehr benennen. Ohne, dass es davon weggehen würde.

    • Dein Glaube das Startrek ein ideal Welt darstellt zeigt ganz gut das du dich mit Thema Rassismus unzureichend auseinandergesetzt hast, vielleicht fragst du dich mal was für ein Menschenbild vermittelt wird dadurch dass in Startrek „Rassen“ bestimmte Charaktereigenschaften haben denen sie auch nur im Ausnahmen entgegen handeln können.

      • Tjaa, die Mär vom freien Willen. Bsp.: Schon mal gesehen, was mit einer nicht reservierten Hotelliege passiert, wenn ein Deutscher mit einem Badehandtuch vorbeiläuft? Q.E.D XD

      • Das Idealbild, das Star Trek TNG von der Menschheit auf dem Planeten Erde zeichnet. *augenroll* Das ist eine feststehende Redewendung.

        Glaubst Du im Ernst, ich wäre auf „Die Klingonen sind die Russen, die Ferengi die Japaner, die Cardassianer die Deutschen etc“ noch nicht selber gekommen? Das bemerkt jeder 12jährige in der dritten Folge, die er gesehen hat.

        Im Übrigen sage ich doch gerade, dass ich Alttagsrassismus ausübe. Also habe ich mich offensichtlich noch nicht ausreichend mit dem Thema auseinander gesetzt. Hast Du sonst noch etwas hilfreiches zu meinem Kommentar anzumerken?

    • Zum Wandel der Terminologie zur Bezeichnung von Menschengruppen im Laufe der Zeit finde ich diesen Artikel ganz aufschlussreich:

      https://slate.com/human-interest/2016/08/colored-person-versus-person-of-color-how-does-society-decide-which-racial-terms-are-acceptable.html

      TLDR: All diese Begriffe dienen letztlich als Euphemismus für etwas, womit sich die Gesellschaft nach wie vor schwer tut. Im Laufe der Zeit kann jeder Begriff selbst wieder negative Konnotationen ansammeln, sodass ein neuer eingeführt wird, der diese zu vermeiden sucht. Rinse, repeat. Der historische Kontext, in dem ein Wort entstanden ist, spielt außerdem eine wichtige Rolle.

  9. 3. Statt, wie in der Studie gefordert, Schulen und Kindergärten einfach „nicht unbegrenzt zu öffnen“ – was in Absenz konkreter Vorschläge, wie man das geforderte „Begrenzen“ denn umsetzen soll, eigentlich nur entweder als Null-Aussage oder als „lasst sie einfach zu“ interpretierbar ist – fordert Kekule, den Betrieb wieder zu normalisieren, aber über regelmäßig durchgeführte Pooling-Tests der Klassen- und Kita-Gruppen Infektionen schnell zu entdecken und effektiv einzugrenzen.

    Da diese Passage in der Sendung erwähnt wurde, greife ich es nochmal hier auf, denn ich finde man kann das so nicht stehen lassen.

    Zunächst dazu, dass man den Satz in der ersten veröffentlichten Version von Jones et al. „Based on these results, we have to caution against an unlimited re-opening of schools and kindergartens in the present situation.“ bedeutungsvoll nur als Empfehlung, die Einrichtungen geschlossen zu lassen, interpretieren kann. (Mittlerweile lautet er „Based on these results and uncertainty about the remaining incidence, we recommend caution and careful monitoring during gradual lifting of non-pharmaceutical interventions.“) Nein, ich würde sagen, die naheliegende Interpretation ist, man sollte Kindergärten und Schulen nicht so öffnen, als ob Kinder praktisch niemanden ansteckend können. Ganz ehrlich die einzige Diskussion, die sich zu führen lohnt, ist, ob der Satz als Botschaft dort überhaupt stehen sollte. Sicherlich nicht, ob noch eine halbe Seite Maßnahmenvorschläge in das abstract gehört hätte. Denn spätestens das wäre angesichts des Inhalts des papers absolut deplatziert.

    Dann der Vorschlag von Kekulé: Sollte dieser korrekt wiedergegeben sein, ist das vielleicht ein gutes Beispiel, warum man nicht einfach so Ideen heraushauen sollte. Das klingt im ersten Moment womöglich gut, vorallem wenn man nichts mit der Umsetzung zu tun hat. Bevor man diese Idee äußerst, hätte man aber doch nochmal auf die Zahl betroffener Personen (die meisten Kinder und Jugendlichen in Deutschland) schauen sollen, die – auch bei einem gepoolten Test – im Abstand weniger Tage entweder alle abgestrichen werden müssten oder sich selbst abstreichen müssten. Wenn wir das hinbekommen würden, dann sollten wir besser innerhalb von zwei bis drei Wochen die gesamte Bevölkerung durchtesten.

    • > Nein, ich würde sagen, die naheliegende Interpretation ist, man sollte Kindergärten und Schulen nicht so öffnen, als ob Kinder praktisch niemanden ansteckend können.

      Das ist eine mögliche Interpretation, aber eben die Variante der politischen Null-Aussage. Denn niemand würde dies wirklich umsetzen – die politischen Risiken, einfach alles schlagartig ohne jede weitere Vorkehrungsmaßnahmen wieder aufzumachen sind derart hoch, da bräuchte es weit mehr wie eine Studie, die zu dem Ergebnis käme, Kinder würden wirklich praktisch niemanden anstecken. Auf diesen Aspekt ging ich im Ursprungs-Kommentar auch ein, hier ist der Kontext des Zitates also wichtig.

      > Ganz ehrlich die einzige Diskussion, die sich zu führen lohnt, ist, ob der Satz als Botschaft dort überhaupt stehen sollte.

      Das ist in der Tat eine gute Fragestellung, und ich würde zustimmen, dass die Botschaft zumindest in ihrer Ursprungsform dort besser ganz weggelassen worden wäre.
      Die nachgebesserte Variante ist immerhin in der Hinsicht besser, dass sie ein klein wenig konkreter ist, was man denn zur Absicherung gradueller Öffnungen tun sollte („monitoring“ – könnte man das etwa durch „testing“ erreichen?). Die Arbeit würde jedoch in meinen Augen immer noch auch ohne diesen Satz nichts von ihrem wissenschaftlichen Nutzen (ihr politischer Nutzen ist ohnehin recht gering bis nicht existent) verlieren.

      > Wenn wir das hinbekommen würden, dann sollten wir besser innerhalb von zwei bis drei Wochen die gesamte Bevölkerung durchtesten.

      Okay, du stellst also dem Vorschlag, alle Kinder und Jugendlichen in Schul- und Kita-Gruppen in Pools zu testen, den Vorschlag, ganz Deutschland in Pools zu testen, entgegen, implizierst, dass Aufwand und Nutzen in etwa vergleichbar wären, und weil wir letzteres bekanntlich nicht tun, ist ersteres – ohne nähere Betrachtung des tatsächlichen Aufwandes einer Umsetzung – per Rückschluss offenbar auch unmöglich.

      Es gibt eine ganze Menge an Unterschieden zwischen diesen zwei Ideen, die es sich zu betrachten lohnt. Zunächst bezüglich der Aufwandsfrage: ein großer organisatorischer Aufwandstreiber bei Tests der Gesamtbevölkerung (83 Millionen Pi*daumen) fällt bei Tests von Schul- und Kita-Gruppen (etwa 13,5 Millionen, nur um schon mal den Unterschied in der Größenordnung klar zu machen) nahezu komplett weg, nämlich das Einteilen der zu testenden Personen in Pooling-Gruppen und das „dafür-sorgen“, dass diese sich zu einem definierten Zeitpunkt an einem definierten Ort für die Probenentnahme versammeln. Das bekommst du alles geschenkt – die Gruppen sind die Klassen/Kita-Gruppen (ggfs. legst du manche davon noch zusammen, das ist aber minimal aufwendig), und der Ort ist die Schule/Kita, in der die Personen eh auftauchen. Im Vergleich dazu: der Aufwand beim Test der Gesamtbevölkerung ist in etwa der, der getrieben wird, um Bundestagswahlen abzuhalten. Viel größer, aber: sogar das geht, wie man sieht, denn wir wählen alle 4 Jahre.

      Dann bezüglich der Nutzen-Frage: was könnten wir denn tun, wenn wir – mal hypothetisch – die ganze Bevölkerung innerhalb zwei bis drei Wochen per PCR-Pooling durchgetestet hätten? Wir hätte sicher wissenschaftlich interessante Daten, die bessere statistische Erkenntnisse über die Verbreitung des Coronavirus mit sich bringen würden. Man könnte – nach Auflösen der positiven Pools und Testen aller darin enthaltenen Einzelpersonen – sehen, wer konkret zum Testzeitpunkt infiziert war, was das Raten um die Dunkelziffer nahezu eliminieren würde. Dann wär’s das aber schon. Denn für eindämmende Maßnahmen wie Isolation von Infizierten kommt die Info viel zu spät – zum Zeitpunkt, zu dem die einzelnen Personen erfahren, dass sie positiv getestet sind, haben sie das Virus schon weitergegeben, und sie haben, falls es sich um erwachsene Menschen handelt, wahrscheinlich auch längst durch Symptome gemerkt, dass sie infiziert sind. Auch kann man auf Basis dieser Momentaufnahme keine einzige Maßnahme lockern, die jetzt noch in Kraft ist. Das ginge frühestens, wenn man diesen Spaß regelmäßig wiederholen würde, aber dafür wäre die mehrwöchige Dauer der ganzen Aktion ein Hindernis, die durch Laborkapazitäten bedingt nicht vermieden werden könnte.

      Was könnten wir auf der anderen Seite bei regelmäßigen Tests – etwa wöchentlich oder zweiwöchentlich, beides ginge mit aktuellen Laborkapazitäten meines Wissens – in den Schulen erreichen? Einen normalen Schulbetrieb – und das auf Dauer mit überschaubarem epidemiologischen Risiko (natürlich nicht für alle Schulen, es würden einige punktuell und temporär geschlossen werden müssen, weil positive Testergebnisse auftauchen, woraufhin die Pools aufgelöst und die konkret betroffenen Kinder identifiziert werden, die sich daraufhin in Quarantäne begeben könnten, noch während sie symptomlos (ist bei nahezu allen Kindern der Fall, anders als bei der Gesamtbevölkerung) infiziert sind (weil die Laborkapazitäten das Abfrühstücken des gesamten Testlaufs innerhalb einer Woche erlauben, geht das in diesem Fall schnell genug, anders als in der Gesamtbevölkerung), aber Normalität an >90% halte ich für ebenso erstrebenswert wie Normalität an 100%). Das bedeutet: 11 Millionen Kinder und Jugendliche würden wieder ihr Menschenrecht (!) auf Bildung gewährt bekommen. 11,5 Millionen Familien würden entlastet, da die Kinder wieder vernünftig betreut wären, so dass die Eltern wieder uneingeschränkt ihrem Job nachgehen könnten. Ganz zu schweigen von der Abwendung negativer Spätfolgen für die Wirtschaft, die sich aus dem effektiven Aussetzen der Bildung einer ganzen Generation zukünftiger Arbeitnehmer und Unternehmer ergeben.

      Also ich sehe da gewaltige Unterschiede in Aufwand und Nutzen, beides zugunsten der Idee der regelmäßigen Tests gezielt im Schul- und Kita-Betrieb. Leicht wäre eine Umsetzung nicht, billig auch nicht, aber im Bereich des Machbaren definitiv – und wenn man sich ansieht, was wir uns als Gesellschaft für monetäre und nicht-monetäre Spätfolgen durch die zunehmend untragbare aktuelle Situation einhandeln, kann man nur zu dem Schluss kommen, dass es lohnenswert wäre, wenn die Politik in diesem Punkt mal ihren Arsch hoch bekäme und das Machbare auch konkret machen würde.

      • Das ist eine mögliche Interpretation, aber eben die Variante der politischen Null-Aussage. Denn niemand würde dies wirklich umsetzen – die politischen Risiken, [,,,] sind derart hoch, da bräuchte es weit mehr wie eine Studie, [..]

        Also nach der Logik haben die meisten „politischen“ Aussagen einen Nullwert. Schließlich schlagen sie oft in eine Kerbe, die schon etliche Male davor bearbeitet wurde. Ich denke aber nicht, dass die Affirmation von etwas Bekanntem aus einer neuen Perspektive nichts aussagt.

        Unabhängig davon, man hat bei einigen Leuten in der Öffentlichkeit herausgehört, dass sie in ihren Überlegungen damit kalkuliert haben, dass CoViD-19 bei Kindern im Prinzip keine Rolle spielt, im Sinne von sie erkranken nicht schwer, verbreiten das Virus kaum. Die sind wohl eher die Adressaten dieses Satzes.

        Die nachgebesserte Variante ist immerhin in der Hinsicht besser, dass sie ein klein wenig konkreter ist, was man denn zur Absicherung gradueller Öffnungen tun sollte (“monitoring” – könnte man das etwa durch “testing” erreichen?).

        Vermutlich nur eine Klarstellung, um genau dem Vorwurf zu begegnen, dass man sich gegen eine Aufhebung von Maßnahmen ausspricht. Die vorherige Aussage hat das Gemeinte genauso vermittelt. Der Inhalt der Studie war nicht, welche Möglichkeiten zum Schutz von Kindern in einer Schulsituation sinnvoll sind. Warum sollte das also dort auftauchen? Der jetzige Schluss ergibt sich ja noch aus dem Ergebnis, aber ich fände es befremdlich, wenn man Ideen, die weit über den Untersuchungsgegenstand einer Studie hinausgehen, in ihr Ergebnis schreibt.

        Überhaupt sollte man hier vielleicht auch noch anführen, dass das abstract eines paper (mit vielen Autoren) und ein Meinungsbeitrag (einer Person) in einer Zeitung oder einem Podcast auch nicht die gleichen Foren sind. Die Aussagen unserer beiden Kontrahenten, die du da gegenüber stellst und bewertest, kommen also aus sehr unterschiedlichen Veröffentlichungssituationen.

        Okay, du stellst also dem Vorschlag, alle Kinder und Jugendlichen in Schul- und Kita-Gruppen in Pools zu testen, den Vorschlag, ganz Deutschland in Pools zu testen, entgegen, implizierst, dass Aufwand und Nutzen in etwa vergleichbar wären, und weil wir letzteres bekanntlich nicht tun, ist ersteres – ohne nähere Betrachtung des tatsächlichen Aufwandes einer Umsetzung – per Rückschluss offenbar auch unmöglich.

        Nein, diesen Rückschluss habe ich nicht gezogen. Ich wollte tatsächlich sagen, wenn man das machen kann – also, du sagst 13.5 Millionen, ein Sechstel der Bevölkerung in einem Intervall weniger Tage durchtesten über Monate hinweg, dann kann man in einer überschaubaren Zeit auch alle testen. Und wenn man den Zyklus mehrfach durchmacht, kann man sich überlegen, ob man so im Zusammenhang mit anderen Maßnahmen eine starke Epidemiekontrolle erzielen könnte. Ich will nicht sagen, dass der Vorschlag eines Pooltests der Gesamtbevölkerung oder auch nur der betreuten minderjährigen Bevölkerung offenkundig nicht funktionieren kann. Vielmehr stelle ich in Abrede, dass es ein Vorschlag für etwas ist, was man „mal so“ machen könnte, sprich Kosten und Aufwand so vernachlässigbar sind, dass man sich sorglos damit profilieren kann.

        Also eine Abschätzung: Nehmen wir sehr grob an 10 Millionen Probanden. Die Testkapazität für KW24 in Deutschland wird im RKI-Lagebericht vom 10.06. mit, wieder grob, einer Million angeben, davon benötigen wir mit Blick auf die letzten Wochen 300-400 Tausend. Also sagen wir frei sind 700 Tausend. Ein sinnvolles Intervall ist höchstens eine Woche, die Verzögerung bis zum Testergebnis kommt noch mit drauf, denn die Kinder stecken sehr wahrscheinlich zeitgleich mit anderen Kindern auch Erwachsene an und darüber würde man dann doch zeitnah auf das Geschehen aufmerksam werden. (Einschub: Ich bin nicht sicher, ob die Testkapazität, die vermutlich für Einzeltests angegeben ist, sich tatsächlich ohne weiteres auf Pooltests umlegen lässt, müsste ich die Technik anschauen. Ignorieren wir das.) Also 10 Millionen gestaffelt über eine Woche. 700 Tausend freie Kapazität rechnet sich um auf eine Poolgröße von ca. 14. Das würde sicherlich genügen und man muss die Kapazität vielleicht nicht mal ausschöpfen. Zweiter Aspekt, ein Test kostet jetzt 50 EUR. Tatsächlich wird das hier wohl nicht reichen, der Hauptkostenanteil ist zwar das Labor, aber der Aufwand je Test, ausgehend davon, dass man die Kinder nicht verlässlich selbst abstreichen lasssen kann, ist jetzt deutlich höher, weil nicht nur die paar Proben einer Person sondern ein Vielfaches davon genommen werden muss. Aber rechnen wir ruhig mit 50 EUR und sagen wir 500 Tausend Tests genügen, pro Woche sind das 25 Millionen EUR, angenommen vier Wochen für einen Monat, kostet der Schulbetrieb in dieser groben Kalkulation 100 Millionen EUR SARS-CoV-2-Diagnostik pro Monat. Wohlgemerkt hauptsächlich zur Epidemiekontrolle, der Schutz der Kinder ist niederrangig, weil wir sowieso von einem geringen Schutzbedarf ausgehen.

        Gut jetzt kann man sagen, naja egal was man vom Kosten-Nutzen-Verhältnis hält, ist doch vorstellbar. Ja, vom Laboranteil ist das unter der Voraussetzung, dass man die Kapazität auf Pooltests umlegen kann, vorstellbar. Die Probenentnahme ist etwas anderes. Zunächst brauchen wir pro Woche zusätzliche 20-40 Millionen Wattetupfer (für die es immer mal wieder Lieferschwierigkeiten gibt). Dazu geschultes Personal mit entsprechender Schutzausrüstung, das die gesamte Woche über nichts anderes tut, als von Einrichtung zu Einrichtung zu fahren und Kindern diese Tupfer in den Rachen zu schieben. Wieviele Kinder pro Woche kann eine Person abstreichen? Ehrlich gesagt keine Ahnung. Der Aufwand ist gerade bei kleinen Kindern jedenfalls erheblich. Sind 5000 möglich (1000 pro Tag, 30 Sekunden pro Person und Abstriche bei acht Arbeitsstunden – vermutlich eher nicht)? Dann käme man mit 2000 Personen hin, andererseits haben die dann zumindestens eine medizinische Grundausbildung und wären vielleicht woanders besser aufgehoben? Dann wäre die Frage nach der Umgebung beim Warten auf die Probenentnahme. Schafft man womöglich eine Situation, wo eine bestehende Infektion sich gerade besonders ausbreiten kann. Und da sprechen wir natürlich noch gar davon, ob man die Beprobung von Kindern rechtlich überhaupt zur Voraussetzung für den Schulbesuch machen kann. Oder noch brisanter in der Umkehrung, da Schulpflicht besteht, müssen die Kinder den Abstrich über sich ergehen lassen und ihre Eltern das erlauben, wenn sie nicht für einen Verstoß gegen die Schulpflicht geahndet werden wollen?

        Ich gebe dir den Punkt mit der Vororganisation in Gruppen (wobei man die Annahme isolierter Einheiten in Frage stellen kann) und der dadurch ermöglichten Ansprechbarkeit. Aber das löst wenn nur ein vorgelagertes logistisches Problem.

        Fazit: Das ist kein Vorschlag für ungenutzte Kapazität, sondern eine andere Dimension von Aufwand und ein bisschen mehr Überlegung hätte das gezeigt. Ich glaube das Geheimnis hinter der Kühnheit von Kekulés Vorschlägen ist, dass er sich selbst bei ihrer Realisierung ganz woanders sieht, vielleicht dabei neue schöne Vorschläge zu machen.

        • Danke für die sehr umfangreiche Abschätzung, das ist recht gut und vernünftig abgeschätzt bzw. durchgerechnet und im Großen und Ganzen fand ich jetzt keinen eklatanten Fehler. Ich habe allerdings ein paar Anmerkungen:

          – Du gehst von einer Pool-Größe aus, die sich als kleinstmögliche Größe bei gegebener Laborkapazität ergibt. Ich würde anders rangehen und die Klassenverbände bzw. Kita-Gruppen als je einen Pool sehen, schlicht weil das organisatorisch einfacher ist und die Kinder in diesen Gruppen die höchste Wahrscheinlichkeit der Weitergabe des Virus haben, d.h. es dürfte sich auf diesem Weg möglichst wenig „Verseuchung“ der Pools untereinander ergeben (wichtig für die Pool-Auflösung). Da käme man dann zumindest bei Schulen eher auf Poolgrößen von 20-30 Personen. Das könnte den ganzen Spaß deutlich günstiger machen, andererseits aber hast du nicht eingerechnet, dass ab und zu ein Pool positiv ist und er aufgelöst werden muss, was das einzelne Testen aller Teilnehmer nach sich zieht und ebenfalls PCR-Testaufwände erzeugt.

          – Bezüglich Kosten: der Schulbetrieb kostete 2018 bereits 78,8 Milliarden im Jahr, runtergerechnet auf Wochen sind das 1515 Millionen Euro pro Woche. Ich würde behaupten, dass da 25 Millionen Euro mehr nicht ins Gewicht fallen, insbesondere, wenn diese 25 Millionen Euro den erwünschten Effekt (Bildung, Soziale Kontrolle, Teilhabe am öffentlichen Leben) der schon jede Woche ausgegebenen 1515 Millionen Euro überhaupt erst ermöglichen. Über die Kostenfrage brauchen wir bei diesen Dimensionen meiner Ansicht nach gar nicht erst anfangen, zu diskutieren – jedenfalls nicht, so lange an die geschätzten 25 Millionen nicht noch mindestens eine Null angehängt werden müsste. Und selbst dann könnte man ins Feld führen, dass ein großer Teil dieses Geldes in lokal ansässige Unternehmen fließt, nämlich die Labore und die ganze Industrie dahinter. Ein signifikanter Teil kommt also postwendend wieder in Form von Gewerbe- und Einkommensteuer ins Staatssäckel zurück, und den Rest kann man, wenn einem Bildung nix bedeuten sollten, immer noch als Industrieförderung buchen.

          – Der Aspekt der rechtlichen Frage ist interessant, aber letztlich auch mehr akademischer Natur, da in der Praxis lösbar. Wir hatten selbige Thematik gerade bei der Impfpflicht, und da wurde das so gelöst, dass Kinder ohne Pflichtimpfung durch die Schulpflicht natürlich trotzdem zur Schule müssen und dürfen, dass aber Aufforderungen zur Beratung durch die Gesundheitsämter erfolgen mit dem Ziel einer Impfung dieser Kinder. Im Falle des Misserfolges sind auch Bußgelder gegen unkooperative Eltern möglich. Auf genau dieselbe Weise würde ich in diesem Fall auch vorgehen: ja, Schulpflicht schlägt Abstrich-Pflicht, aber die sich weigernden Eltern dürfen vom Gesundheitsamt in die Mangel genommen und nötigenfalls mit Strafzahlungen versehen werden. Wenn das beim Impfen – der im Vergleich deutlich weitreichendere Eingriff in den menschlichen Körper – im Sinne der Gesundheit aller möglich ist, dann sollte das im Falle eines Abstriches erst recht möglich sein. Ganz abgesehen davon, dass, bis die ersten Prozesse zu diesem Thema so weit kämen, um das gesamte gesetzliche Konstrukt zu Fall bringen zu können, Jahre ins Land ziehen und bis dahin eine Impfung oder alternativ die Herdenimmunität das Test-Problem sehr wahrscheinlich auch erledigt hat. Wir sprechen hier schließlich immer noch von einer temporären Maßnahme, auch wenn man nicht genau weiß, bis wann exakt sie notwendig wäre.

          Summa summarum habe ich den Eindruck, dass sich mein Fazit durchaus durch deine Abschätzung bestätigt: „Leicht wäre eine Umsetzung nicht, billig auch nicht, aber im Bereich des Machbaren definitiv“. Und ich wiederhole es gern nochmal: wir reden hier nicht über eine kleine Unbequemlichkeit. Es geht nicht nur um massive zukünftige wirtschaftliche Schäden durch die längerfristig effektiv brach liegenden Bildungsbetrieb (bei gleichzeitig vollen Kosten, ich wiederhole: 1515 Millionen jede Woche!), der in einem Land nahezu ohne Bodenrohstoffe der wichtigste Faktor überhaupt für den zukünftigen wirtschaftlichen Wohlstand ist, es geht auch um ein Menschenrecht, das einem Sechstel der Bevölkerung aktuell vorenthalten wird. Es geht um Chancengleichheit zwischen der aktuellen Schülergeneration und denen vor und nach ihnen. Es geht um die wichtige Sozialkontrollfunktion, die Schulen auch übernehmen, und dank derer viele Fälle von Kindesmisshandlung und häuslicher Gewalt überhaupt erst entdeckt werden. Und es geht generell um die soziale Funktion, die der Schulalltag bei den Jugendlichen hat – Kids ohne Beschäftigung und ohne Perspektive längere Zeit sich selbst zu überlassen war schon immer ein gutes Konzept, wenn man die künftige Quote junger Erwachsener mit sozial inakzeptablem Verhalten sowie die Auslastung der Gefängnisse nachhaltig in die Höhe schrauben wollte.

          Ist es nicht angesichts derartig weitreichender Konsequenzen irgendwie angebracht, dass man sich nicht gleich von „och, das wäre aber aufwendig, da müssten wir ein paar Tausend Leute für abstellen, ausbilden und bezahlen, und ein paar Millionen Euro an Labore bezahlen, und müssten ein paar Millionen Tupfer jede Woche in China bestellen…“ abschrecken lässt?

          • – Du gehst von einer Pool-Größe aus, die sich als kleinstmögliche Größe bei gegebener Laborkapazität ergibt. Ich würde anders rangehen und die Klassenverbände bzw. Kita-Gruppen als je einen Pool sehen, schlicht weil das organisatorisch einfacher ist und die Kinder in diesen Gruppen die höchste Wahrscheinlichkeit der Weitergabe des Virus haben, d.h. es dürfte sich auf diesem Weg möglichst wenig “Verseuchung” der Pools untereinander ergeben (wichtig für die Pool-Auflösung). Da käme man dann zumindest bei Schulen eher auf Poolgrößen von 20-30 Personen. Das könnte den ganzen Spaß deutlich günstiger machen, andererseits aber hast du nicht eingerechnet, dass ab und zu ein Pool positiv ist und er aufgelöst werden muss, was das einzelne Testen aller Teilnehmer nach sich zieht und ebenfalls PCR-Testaufwände erzeugt.

            Bei den vorgeschlagenen 500 Tausend Tests kommst du auf eine Poolgröße von 20. Ich sehe das wie gesagt mit den Einheiten gerade bei Schulen etwas anders, selbst wenn man die Klassen dazu anhält keinen Kontakt zu haben, lässt sich der vermutlich nicht vermeiden. Je nach Schultyp und Klassenstufe gibt es auch Unterricht, der nicht im Klassenverband stattfindet. Man könnte also zum Beispiel in einer Altersgruppe Klassen zusammenfassen. Keine Ahnung, was die Limitierungen für Poolgrößen sind, aber 50 ist glaube ich durchaus möglich. Also ja da gibt es sicherlich Sparpotential. Habe ich aber eingepreist, weil ja andererseits die Gehalts- und Materialkosten für die Probensammler hinzukommen. Ich würde die Zahl also dennoch eher als untere Grenze sehen.

            – Bezüglich Kosten: der Schulbetrieb kostete 2018 bereits 78,8 Milliarden im Jahr, runtergerechnet auf Wochen sind das 1515 Millionen Euro pro Woche. Ich würde behaupten, dass da 25 Millionen Euro mehr nicht ins Gewicht fallen, insbesondere, wenn diese 25 Millionen Euro den erwünschten Effekt (Bildung, Soziale Kontrolle, Teilhabe am öffentlichen Leben) der schon jede Woche ausgegebenen 1515 Millionen Euro überhaupt erst ermöglichen. Über die Kostenfrage brauchen wir bei diesen Dimensionen meiner Ansicht nach gar nicht erst anfangen, zu diskutieren – jedenfalls nicht, so lange an die geschätzten 25 Millionen nicht noch mindestens eine Null angehängt werden müsste.

            Leisten kann man sich diese Summe sicherlich, darum geht es mir weniger, aber das Geld steht auch für eine Investition an Ressourcen, Zeit und Arbeit und da ist schon die Frage, ob der Einsatz von all dem dort am sinnvollsten ist. Der Vorschlag das Betreuungspersonal zu testen, den du Drosten zugeschrieben hast – wird im Zweifelsfall auch nicht seine Idee gewesen sein – erscheint da wesentlich leichter umsetzbar und es ist vorstellbar, dass die Wirkung ähnlich wäre. Mit einer gewissen Routine könnten sich die Betreuer sogar selbst abstreichen. Das würde es sehr vereinfachen.

            ja, Schulpflicht schlägt Abstrich-Pflicht, aber die sich weigernden Eltern dürfen vom Gesundheitsamt in die Mangel genommen und nötigenfalls mit Strafzahlungen versehen werden. Wenn das beim Impfen – der im Vergleich deutlich weitreichendere Eingriff in den menschlichen Körper – im Sinne der Gesundheit aller möglich ist, dann sollte das im Falle eines Abstriches erst recht möglich sein. Ganz abgesehen davon, dass, bis die ersten Prozesse zu diesem Thema so weit kämen, um das gesamte gesetzliche Konstrukt zu Fall bringen zu können, Jahre ins Land ziehen und bis dahin eine Impfung oder alternativ die Herdenimmunität das Test-Problem sehr wahrscheinlich auch erledigt hat.

            Ich finde nicht, dass wir uns das Prinzip, schauen wir mal, ob es ein Gericht kippt, zu eigen machen sollten. Das muss schon vorher klar sein. Und ich denke die Situation ist anders gelagert: Im Gegensatz zur Impfung, die auch einen individuellen Schutz vermittelt, gehen wir hier ja sogar davon aus, dass der Test fast immer negativ sein wird, also nicht erforderlich. Ähnlicher Punkt, es ist ein Test in Abwesenheit von Symptomen ergo gibt keine medizinische Indikation für den Eingriff. Aber mir ging es auch um die Auswirkung einer Zwangsbeprobung auf die Stimmung bei Menschen, die sich im Widerstand gegen die Maßnahmen begreifen, insbesondere, wenn es um etwas sehr Emotionales wie deren Kinder oder Kinder in ihrem sozialen Umfeld geht.

            Summa summarum habe ich den Eindruck, dass sich mein Fazit durchaus durch deine Abschätzung bestätigt: “Leicht wäre eine Umsetzung nicht, billig auch nicht, aber im Bereich des Machbaren definitiv”.

            Nun, ich habe den Vorschlag von Kekulé nicht nachgelesen. Wenn er das auch so eingeordnet hat, wäre meine Kritik ja irgendwo entkräftet. Entspricht allerdings nicht meiner Erfahrung mit seinen Vorschlägen, also korrigiere mich, wenn das hier nicht stimmt. Ich teile auch nicht Linus Kritik an Kekulés Stil, jedenfalls nicht in der Schärfe, sondern sehe es eher wie Tim, dass sein verbraucherinformation-artiger Ansatz eine Nachfrage bedient. Aber dabei, was andere Leute alles machen könnten, ist er mir etwas zu freigiebig.

            Und ich wiederhole es gern nochmal: wir reden hier nicht über eine kleine Unbequemlichkeit. Es geht nicht nur um massive zukünftige wirtschaftliche Schäden durch die längerfristig effektiv brach liegenden Bildungsbetrieb […]

            Na, aus meiner Sicht wird durch das Aufsetzen eines umfangreichen Testsystems, wenn man es zur Bedingung macht, die Öffnung der Einrichtungen deutlich verzögert. Man kann sie einfach öffnen und möglichst verschiedene Sicherungsmaßnahmen ausprobieren, einige müssen dann wieder schließen, aber hoffentlich findet man gut funktionierende Ansätze, die man dann auf alle übertragen kann.

            Ist es nicht angesichts derartig weitreichender Konsequenzen irgendwie angebracht, dass man sich nicht gleich von “och, das wäre aber aufwendig, da müssten wir ein paar Tausend Leute für abstellen, ausbilden und bezahlen, und ein paar Millionen Euro an Labore bezahlen, und müssten ein paar Millionen Tupfer jede Woche in China bestellen…” abschrecken lässt?

            Nun, ich schaue da auch auf die globale Versorgungslage und wenn wir uns bei niedriger Inzidenz den Luxus von millionenfachen Massentests leisten und als reiches Land auch die entsprechenden Preise zahlen werden, dann kann das auf Kosten von Staaten gehen, die weniger Mittel zur Verfügung haben.

            Die Organisation der paar tausend Probensammler sehe ich doch als große Herausforderung. Das sind ja keine Helfer mal für eine Woche, sondern es ist eine wirkliche längerfristige Arbeit, die zudem sehr repetitiv ist und eine hohe Arbeitslast hat, auch wegen der Schutzmaßnahmen. Und braucht man da eine Hintergrundüberprüfung, weil man Kontakt zu Kindern und Jugendlichen hat und vielleicht auch deren Daten einsehen kann? Gut dank der wirtschaftlichen Situation wird man wohl genug Leute finden, aber von vornerein ist auch das nicht klar.

            • Leicht Off-Topic: ich wüsste gerne, wie man in diesem Blog anständig quoted ;-) irgendwie steht das hier nirgends, ich habs jetzt mal ganz naiv mit blockquote-Tags probiert, falls das nichts bringt und jetzt total mies aussieht bitte ich im Voraus, das zu entschuldigen, es gibt ja keine Edit-Funktion, mit der ich das wieder aufräumen könnte :-(

              Ich sehe das wie gesagt mit den Einheiten gerade bei Schulen etwas anders, selbst wenn man die Klassen dazu anhält keinen Kontakt zu haben, lässt sich der vermutlich nicht vermeiden.

              Das ist korrekt, aber es geht dabei auch nur um statistische Wahrscheinlichkeiten, und da nimmt der erzwungene Kontakt jeden Tag über mehrere Stunden im selben Raum innerhalb des Klassenverbunds schlicht den größten Teil des Tages ein, bietet somit auch den größten Teil der Infektionsgelegenheiten.

              Keine Ahnung, was die Limitierungen für Poolgrößen sind, aber 50 ist glaube ich durchaus möglich.

              Das entspricht auch meiner Information, ich meine der Drosten hätte diese Zahl ebenfalls mal in seinem Podcast erwähnt, und der muss es schließlich wissen (von den Laborprozessen beim Testen hat er definitiv weit mehr Ahnung als der Kekule, keine Frage ;-) ). 50 würde in manchen Schulen schon eine ganze Jahrgangsstufe in einem Pool erlauben, spätestens in zwei auf jeden Fall, das wäre in den höheren Klassen auf den Gymnasien evtl. eine Option statt des Klassenverbunds.

              Der Vorschlag das Betreuungspersonal zu testen, den du Drosten zugeschrieben hast – wird im Zweifelsfall auch nicht seine Idee gewesen sein – erscheint da wesentlich leichter umsetzbar und es ist vorstellbar, dass die Wirkung ähnlich wäre.

              Was die Wirkung rein dieser Maßnahme angeht, habe ich ehrlich gesagt Zweifel – ich denke, man kann nicht schnell genug reagieren, wenn man die Infektion immer erst dann bemerkt, wenn die (selten symptomatischen) Kinder sie über mehrere Infektionsschritte innerhalb der Klasse irgendwann dann auch an den Lehrer (der dann mit höherer Wahrscheinlichkeit Symptome zeigt) weitergegeben haben. Das gibt dem Virus zu viel Zeit, sich im Kreise der Eltern und Geschwister und letztlich aus den Familien hinaus weiterzuverbreiten.
              Der Knackpunkt bei Kindern ist ja gerade der, dass die Infektion häufig unbemerkt bleibt, man kommt also nicht so wirklich darum herum, dort gezielt zu „suchen“. Die Lehrer gehören natürlich ebenfalls ergänzend getestet, und sollten sie Symptome zeigen, dann erst recht.

              Mit einer gewissen Routine könnten sich die Betreuer sogar selbst abstreichen. Das würde es sehr vereinfachen.

              Da würde ich sogar noch einen Schritt weiter gehen: manch ein Betreuer wäre womöglich sogar in der Lage und willens, mit einer gewissen Routine und etwas Anleitung die Probenentnahme bei den Kindern durchzuführen. Erzwingen wollen würde ich das nicht, denn diese Art Arbeit liegt natürlich nicht jedem und gehört nicht gerade zum üblichen Lehrer- oder Erzieher-Profil, aber als Möglichkeit in den Raum stellen für diejenigen, die es sich zutrauen – warum nicht?

              Ähnlicher Punkt, es ist ein Test in Abwesenheit von Symptomen ergo gibt keine medizinische Indikation für den Eingriff.

              Gegenfrage eines medizinischen Laien: zählt ein Rachenabstrich, bei dem weder Haut verletzt noch anderweitig irgendeine temporäre oder bleibende Wunde zugefügt wird, überhaupt als „Eingriff“ im medizinischen Sinne?
              Dabei, dass es keine Indikation für den Test gibt, gehe ich übrigens nicht mit: das Virus ist in der Bevölkerung vorhanden, das ist wissenschaftlich erwiesene Tatsache, und Kinder und Jugendliche können es tragen, in der Regel ohne jegliche Symptome zu zeigen, ebenfalls hinreichend wissenschaftlich erwiesene Tatsache. Daraus folgt: so lange das Virus in der Gesellschaft herumwandert, kann man jedes Kind prinzipiell als potenziell virusbelastet betrachten, denn die einzig notwendige Indikation dafür ist das Alter. Ich gebe zu, dass dieses Indiz ziemlich schwach ist, aber wir wollen hier ja auch weder einen Mörder ins Gefängnis bringen noch tiefgreifende Eingriffe in Körper oder Freiheiten der betroffenen Kinder rechtfertigen; ganz im Gegenteil, wir wollen eine harmlose Probenentnahme ohne Nebenwirkungen verargumentieren, die gerade dazu dient, essenzielle Freiheiten der betroffenen Personen, nämlich Bildung zu erhalten und ihre Freunde in der Schule sehen zu können, zu gewähren!

              Ich teile auch nicht Linus Kritik an Kekulés Stil, jedenfalls nicht in der Schärfe, sondern sehe es eher wie Tim, dass sein verbraucherinformation-artiger Ansatz eine Nachfrage bedient.

              Ziemlich genau so sehe ich das auch.

              Aber dabei, was andere Leute alles machen könnten, ist er mir etwas zu freigiebig.

              Nun ja, wir wissen nicht, ob er nicht gerne dazu bereit wäre, bei einer konkreten Umsetzung eines solchen umfangreichen Test-Plans für Schulen in die Hände zu spucken und auch selbst mitzuwirken. An seiner Stelle würde ich bei dem Angebot jedenfalls nicht Nein sagen.
              Was wir aber wissen ist, dass er keinerlei offizielle Position inne hat, innerhalb derer er einfach selbst die Umsetzung dieses Vorhabens durchführen oder auch nur anleiern könnte. Es bleibt ihm also nicht so viel anderes übrig, als (öffentlich und nichtöffentlich) den Vorschlag zu verargumentieren und die Umsetzung zu fordern. Daher ist der Vorwurf, er wäre schnell mit Forderungen bei der Sache, was andere so alles machen könnten, auch ein kleines bisschen unfair, wenngleich ich den Eindruck durchaus aus eigener Anschauung verstehen kann, ich habe den auch ;-)

              Na, aus meiner Sicht wird durch das Aufsetzen eines umfangreichen Testsystems, wenn man es zur Bedingung macht, die Öffnung der Einrichtungen deutlich verzögert. Man kann sie einfach öffnen und möglichst verschiedene Sicherungsmaßnahmen ausprobieren, einige müssen dann wieder schließen, aber hoffentlich findet man gut funktionierende Ansätze, die man dann auf alle übertragen kann.

              Öhm, argumentierst du da jetzt gerade ernsthaft für Experimente am lebenden Objekt? Ich paraphrasiere den Vorschlag jetzt mal in etwas direkteren Worten: „Lasst uns doch mal die Schulen überall einfach wieder aufsperren, und bei der einen machen wir mal diese Hygienemaßnahme, bei der anderen die andere, bei wieder einer machen wir mal gar nix und dann gucken wir mal, was passiert…bzw. wir gucken gar nicht, denn wir machen ja keine regelmäßigen Tests, also eigentlich kneifen wir die Augen zu, warten, bis die Infektionen über den Rand einer Schule hinausquellen in die Elternhäuser und Lehrerhaushalte, wo man sie dann an symptomatischen Erwachsenen erkennt und auf die Schulen zurückführen kann, wodurch wir dann lernen: diese eine Sicherungsmaßnahme dort hat offenbar nix genützt.“

              Da frag ich mich, was wohl…

              Aber mir ging es auch um die Auswirkung einer Zwangsbeprobung auf die Stimmung bei Menschen, die sich im Widerstand gegen die Maßnahmen begreifen, insbesondere, wenn es um etwas sehr Emotionales wie deren Kinder oder Kinder in ihrem sozialen Umfeld geht.

              …diese Menschen davon halten würden, wenn man ihre Kinder mit voller Absicht und in geplanter Weise als Versuchskaninchen und die Schulen als Petrischalen mißbrauchen würde. Denkst du nicht, die fänden dieses Vorhaben ein ganz klitzekleines bisschen bedenklicher, als eine „Zwangsprobenentnahme“ jede Woche in der Schule mit dem erklärten Ziel, durch regelmäßiges Testen die Sicherheit an den Schulen zu gewährleisten?

              Die Organisation der paar tausend Probensammler sehe ich doch als große Herausforderung. Das sind ja keine Helfer mal für eine Woche, sondern es ist eine wirkliche längerfristige Arbeit, die zudem sehr repetitiv ist und eine hohe Arbeitslast hat, auch wegen der Schutzmaßnahmen.

              Selbiges gilt für die zusätzlichen Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern, die man in den vergangenen Monaten unter Hochdruck als Kontakt-Scouts eingestellt und ausgebildet hat. Das kann auch nicht grad jeder, den man so von der Straße weg aufgabelt, direkt machen, und dennoch wurden hier Größenordnungen von zehntausenden von zusätzlichen Stellen besetzt, wenn man der Medienberichterstattung über das Thema Glauben schenken kann. Mir scheint also, dass unser Behördenapparat derartigen Anforderungen durchaus gewachsen ist (hey, vielleicht kann man ja sogar einige der Kontakt-Scouts umlernen, denn die scheinen ja nun aktuell in weit geringerer Zahl benötigt zu werden als ursprünglich befürchtet).

              Und braucht man da eine Hintergrundüberprüfung, weil man Kontakt zu Kindern und Jugendlichen hat und vielleicht auch deren Daten einsehen kann?

              Warum sollte jemand, der nur eine Probe entnimmt, irgendwelche Daten von irgendjemandem einsehen können? Der klebt da einen Code drauf und fertig, ähnlich wie der Typ beim Blutspenden, der auch keinen Zugriff auf meine Krankenakte hat, wenn ich da spende, sondern nur einen Aufkleber von mir kriegt und den auf die entnommene Spende klebt. Die Zuordnung der Probe zur konkreten Person muss dieser Person auch überhaupt nicht möglich sein, es reicht, wenn das nur bei Vorliegen positiver Testergebnisse eines Pools und der nachträglichen positiven Testung einer Person beim Auflösen des Pools möglich ist, das ist dann aber Sache des zuständigen Gesundheitsamtes, nicht mehr des „Außendienstlers“, der die Proben in Schulen entnimmt. Wie gesagt, die Blutspende ist da eine seit Jahrzehnten bewährte „Kopiervorlage“, das würde ich einfach genauso organisieren.

              • Leicht Off-Topic: ich wüsste gerne, wie man in diesem Blog anständig quoted ;-) irgendwie steht das hier nirgends, ich habs jetzt mal ganz naiv mit blockquote-Tags probiert, falls das nichts bringt und jetzt total mies aussieht bitte ich im Voraus, das zu entschuldigen, es gibt ja keine Edit-Funktion, mit der ich das wieder aufräumen könnte :-(

                Blockquote war die richtige Wahl.

                Das ist korrekt, aber es geht dabei auch nur um statistische Wahrscheinlichkeiten, und da nimmt der erzwungene Kontakt jeden Tag über mehrere Stunden im selben Raum innerhalb des Klassenverbunds schlicht den größten Teil des Tages ein, bietet somit auch den größten Teil der Infektionsgelegenheiten.

                Was die Wirkung rein dieser Maßnahme angeht, habe ich ehrlich gesagt Zweifel – ich denke, man kann nicht schnell genug reagieren, wenn man die Infektion immer erst dann bemerkt, wenn die (selten symptomatischen) Kinder sie über mehrere Infektionsschritte innerhalb der Klasse irgendwann dann auch an den Lehrer (der dann mit höherer Wahrscheinlichkeit Symptome zeigt) weitergegeben haben. Das gibt dem Virus zu viel Zeit, sich im Kreise der Eltern und Geschwister und letztlich aus den Familien hinaus weiterzuverbreiten.
                Der Knackpunkt bei Kindern ist ja gerade der, dass die Infektion häufig unbemerkt bleibt, man kommt also nicht so wirklich darum herum, dort gezielt zu “suchen”. Die Lehrer gehören natürlich ebenfalls ergänzend getestet, und sollten sie Symptome zeigen, dann erst recht.

                Innerhalb einer Klasse (Kindergartengruppen sind sicherlich etwas anderes) ist der enge Kontakt (insbesondere viel von Angesicht zu Angesicht miteinander sprechen) zwischen den Kindern und Jugendlichen gar nicht unbedingt gegeben. Denn da gibt es Freundeskreise, Cliquen, ggf. Geschlechterseggregation. Also jedenfalls dann, wenn man nicht gerade Gruppenunterricht mit durchrotierender Zusammensetzung macht. Und diese sozialen Beziehungen können über Klassen hinweg gehen. Genau deshalb ist das Nahübertragungsrisiko nicht auf eine Klasse beschränkt. Aber der Übertragungsweg, der zwischen allen Kindern in einer Klasse besteht, ist die Luftübertragung, vorallem das Szenario geschlossener Raum und viel Sprechen oder Singen. Diesen Übertragungsweg teilt die Lehrperson mit den Kindern. Mehr noch die Lehrer können sogar eine Übertragung herstellen zwischen Klassen, die sonst nichts miteinander zu tun haben.

                Ich sehe das Ziel dieser Maßnahme in epidemischer Kontrolle. Es geht nicht darum Kinder als vulnerable Gruppe zu schützen, sondern man macht sich sorgen, dass Schulen die Verbreitung von SARS-CoV-2 stark befördern könnten. Kleinere Infektionsketten, umso mehr man mittlerweile einzelnen Vielfachinfektionsereignissen eine größere Rolle zumisst, kann man meines Erachtens aus dieser Perspektive vernachlässigen. Insbesondere wenn die bevölkerungsweiten Maßnahmen und eine gewisse Umsicht intakt sind. Allein auf das Testregime würde ich aber auch in der Schule nicht setzen. Jedenfalls sind Lehrer nah genug dran, dass sie als ausreichend frühes Warnsignal dienen könnten.

                Es wäre immer noch ein ziemlicher Aufwand, aber wenn man etwas in der Richtung macht, scheint mir das realistischer zu sein.

                Da würde ich sogar noch einen Schritt weiter gehen: manch ein Betreuer wäre womöglich sogar in der Lage und willens, mit einer gewissen Routine und etwas Anleitung die Probenentnahme bei den Kindern durchzuführen. Erzwingen wollen würde ich das nicht, denn diese Art Arbeit liegt natürlich nicht jedem und gehört nicht gerade zum üblichen Lehrer- oder Erzieher-Profil, aber als Möglichkeit in den Raum stellen für diejenigen, die es sich zutrauen – warum nicht?

                War ja mal wieder klar, die Gesellschaft hat ein (epidemisches) Problem und Schule und Lehrer sollen es richten. :P

                Ja, keine Ahnung, ob das sehr beliebt wäre oder dem Verhältnis von Schülern und Lehrern zuträglich.

                Gegenfrage eines medizinischen Laien: zählt ein Rachenabstrich, bei dem weder Haut verletzt noch anderweitig irgendeine temporäre oder bleibende Wunde zugefügt wird, überhaupt als “Eingriff” im medizinischen Sinne?

                Die rechtliche Definition habe ich nicht parat. Ich finde schon, dass ein Stäbchen ungewollt in den Hals gesteckt zu bekommen, sich nach Körperverletzung anhört. Aber soweit ich weiß muss jeder Handgriff am Patienten durch eine Einwilligung gedeckt sein. Meist konkludent, also du bist zum Arzt gekommen, weil du untersucht werden willst und man geht davon aus, wenn du nach Ankündigung, was vorgenommen wird, keinen Einspruch einlegst, hast du zugestimmt. Bei einem Nasen- oder Rachenabstrich muss man denke ich eine Einwilligungserklärung unterschreiben. Weiß ich nicht genau, ist mir bisher erspart geblieben.

                Es gibt natürlich auch das Infektionsschutzgesetz, das vielleicht unter gewissen Umständen Einwillungen ersetzen kann. Weiß ich aber auch nicht genau. Meine Vermutung ist, dass es hier Spielraum gibt zu argumentieren, dass eine reine Vorsorgemaßnahme, bei der man auch nicht die Erfahrungen der Impfwirksamkeit vorweisen kann, eine Ausübung von Zwang nicht rechtfertigt.

                Dabei, dass es keine Indikation für den Test gibt, gehe ich übrigens nicht mit: das Virus ist in der Bevölkerung vorhanden, das ist wissenschaftlich erwiesene Tatsache, und Kinder und Jugendliche können es tragen, in der Regel ohne jegliche Symptome zu zeigen, ebenfalls hinreichend wissenschaftlich erwiesene Tatsache. Daraus folgt: so lange das Virus in der Gesellschaft herumwandert, kann man jedes Kind prinzipiell als potenziell virusbelastet betrachten, denn die einzig notwendige Indikation dafür ist das Alter. Ich gebe zu, dass dieses Indiz ziemlich schwach ist, aber wir wollen hier ja auch weder einen Mörder ins Gefängnis bringen noch tiefgreifende Eingriffe in Körper oder Freiheiten der betroffenen Kinder rechtfertigen; ganz im Gegenteil, wir wollen eine harmlose Probenentnahme ohne Nebenwirkungen verargumentieren, die gerade dazu dient, essenzielle Freiheiten der betroffenen Personen, nämlich Bildung zu erhalten und ihre Freunde in der Schule sehen zu können, zu gewähren!

                Dann beweise mal, dass das einzelne Kind nicht immun ist. Vielleicht hat es bereits CoViD-19 durchgemacht. Es ist auch nicht klar, dass tatsächlich alle Menschen anfällig für eine Erkrankung sind. Aber der eigentliche Punkt ist bei niedriger Inzidenz musst du vermuten, dass kein Kind infiziert ist, weil es so unwahrscheinlich ist. Ich denke mal deswegen konnten auch Vorschriften für Einreisequarantäne vor Gericht nicht aufrecht erhalten werden. Wobei da das letzte Wort noch nicht gesprochen sein mag.

                Nun ja, wir wissen nicht, ob er nicht gerne dazu bereit wäre, bei einer konkreten Umsetzung eines solchen umfangreichen Test-Plans für Schulen in die Hände zu spucken und auch selbst mitzuwirken.

                Aber bitte nicht mit den Spuckefingern.

                Öhm, argumentierst du da jetzt gerade ernsthaft für Experimente am lebenden Objekt? Ich paraphrasiere den Vorschlag jetzt mal in etwas direkteren Worten: “Lasst uns doch mal die Schulen überall einfach wieder aufsperren, und bei der einen machen wir mal diese Hygienemaßnahme, bei der anderen die andere, bei wieder einer machen wir mal gar nix und dann gucken wir mal, was passiert…bzw. wir gucken gar nicht, denn wir machen ja keine regelmäßigen Tests, also eigentlich kneifen wir die Augen zu, warten, bis die Infektionen über den Rand einer Schule hinausquellen in die Elternhäuser und Lehrerhaushalte, wo man sie dann an symptomatischen Erwachsenen erkennt und auf die Schulen zurückführen kann, wodurch wir dann lernen: diese eine Sicherungsmaßnahme dort hat offenbar nix genützt.”

                Ist doch im Rest der Gesellschaft auch so. Man überlegt sich wie man den jeweiligen Bereich sicher öffnen kann. – Ein regelmäßiger SARS-CoV-2-Test aller Kinder ist natürlich auch eine solche Überlegung. – Und dann probiert man es aus. Da nicht alle auf die gleichen Konzepte setzen wollen oder können, hat man parallele Experimente. Finde ich gut.

                Da frag ich mich, was wohl… [Menschen, die sich im Widerstand gegen die Maßnahmen begreifen]

                …diese Menschen davon halten würden, wenn man ihre Kinder mit voller Absicht und in geplanter Weise als Versuchskaninchen und die Schulen als Petrischalen mißbrauchen würde. Denkst du nicht, die fänden dieses Vorhaben ein ganz klitzekleines bisschen bedenklicher, als eine “Zwangsprobenentnahme” jede Woche in der Schule mit dem erklärten Ziel, durch regelmäßiges Testen die Sicherheit an den Schulen zu gewährleisten?

                Da sie die Maßnahmen für unsinnig oder Gängelung halten, werden sie es begrüßen, dass die Schließung, als die Maßnahme ganz oben über allem anderem, aufgehoben wird. Diese Freude wird natürlich nicht lange halten, wenn ihre Kinder im Gegenzug gechippt werden müssen. Wenn es dagegen irgendwelche Konzepte mit Klassengrößen und vielleicht Masken und Durchrotieren gibt, wird das jedenfalls im Vergleich wesentlich weniger Widerstand aufrufen, egal ob die Konzepte sich zwischen Schulen unterscheiden.

                Selbiges gilt für die zusätzlichen Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern, die man in den vergangenen Monaten unter Hochdruck als Kontakt-Scouts eingestellt und ausgebildet hat. Das kann auch nicht grad jeder, den man so von der Straße weg aufgabelt, direkt machen, und dennoch wurden hier Größenordnungen von zehntausenden von zusätzlichen Stellen besetzt, wenn man der Medienberichterstattung über das Thema Glauben schenken kann. Mir scheint also, dass unser Behördenapparat derartigen Anforderungen durchaus gewachsen ist (hey, vielleicht kann man ja sogar einige der Kontakt-Scouts umlernen, denn die scheinen ja nun aktuell in weit geringerer Zahl benötigt zu werden als ursprünglich befürchtet).

                500 Stellen. (10000 Bewerbungen.)

                https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/NCOV2019/FAQ_Scout.html

                Ich möchte mir Kontaktverfolgung gerne als Detektivarbeit vorstellen. Vermutlich ist etwas weniger spannend (so wie Detektivarbeit), aber selbst wenn es langweilig ist, nicht so langweilig wie den Tag lang Abstriche machen, da bin ich sicher, und auch weniger gesundheitsgefährdend.

                Warum sollte jemand, der nur eine Probe entnimmt, irgendwelche Daten von irgendjemandem einsehen können? Der klebt da einen Code drauf und fertig, ähnlich wie der Typ beim Blutspenden, der auch keinen Zugriff auf meine Krankenakte hat, wenn ich da spende, sondern nur einen Aufkleber von mir kriegt und den auf die entnommene Spende klebt. […]

                Nun, das Professionalitätsniveau ist bei so Adhoc-Strukturen nicht immer sehr hoch. Allerdings guter Punkt ein Datenschutzkonzept mit rechtlicher Prüfung braucht das ganze natürlich auch noch. – Und wir wissen ja, dass das bei den Netzaktivisten durchfallen wird. Und dann kann man leider gar nichts machen.

                • Und diese sozialen Beziehungen können über Klassen hinweg gehen. Genau deshalb ist das Nahübertragungsrisiko nicht auf eine Klasse beschränkt. Aber der Übertragungsweg, der zwischen allen Kindern in einer Klasse besteht, ist die Luftübertragung, vorallem das Szenario geschlossener Raum und viel Sprechen oder Singen.

                  Genau, der gemeinsame Aufenthalt in einem geschlossenen Raum ist der Übertragungsweg, der sich auch durch Cliquenbildung über Klassen hinweg nicht beeindrucken lässt und es daher statistisch sinnvoll macht, Klassen als Grundlage für Pools zu nutzen, auch wenn das Übertragungsrisiko nicht auf Klassen beschränkt ist (hat auch niemand behauptet).

                  Diesen Übertragungsweg teilt die Lehrperson mit den Kindern.

                  Prinzipiell korrekt, aber das Lehrpersonal steht für gewöhnlich vorne, mit ein wenig Abstand zu den Kindern, die wiederum untereinander weit mehr Kontakt haben als mit dem Lehrer und daher sich vermutlich zunächst untereinander anstecken, bevor irgendwann der Lehrer dran ist. Wie gesagt, den Lehrer wird’s irgendwann auch erwischen, es geht um Statistik und Wahrscheinlichkeiten, und da erwarte ich eben im Schnitt eher ein paar Übertragungsereignisse unter den Kindern, bevor es an den Lehrer geht, und je früher man von Übertragungsereignissen Wind bekommt, desto früher kann man sie eindämmen.

                  Allgemein sage ich überhaupt nichts gegen die Idee, das Lehrpersonal regelmäßig zu testen, um damit Infektionen allgemein an einer Schule auf die Schliche zu kommen. Ich habe Zweifel, dass es ausreicht, halte das Testen der Schüler für vertretbar, machbar und eine sinnvolle Ergänzung, aber da wir im Moment keines von beiden tun, wäre ich schon froh, wenn die Idee der regelmäßigen Tests aller Lehrer mal aktiv umgesetzt werden würde. Kann man ja immer noch später aufbohren zu Tests aller Personen ;-)

                  Meine Vermutung ist, dass es hier Spielraum gibt zu argumentieren, dass eine reine Vorsorgemaßnahme, bei der man auch nicht die Erfahrungen der Impfwirksamkeit vorweisen kann, eine Ausübung von Zwang nicht rechtfertigt.

                  Das wäre denkbar, ist aber irrelevant, wenn man – wie von mir vorgeschlagen – im Zweifel Personen nicht testet, für die keine Einwilligung vorliegt, und stattdessen die Eltern mit Überzeugungs- und wenn nötig Zwangsgeldern angeht. Das umgeht einfach das Problem der Einwilligung; die paar Leute, die es sich leisten können, einfach jede Woche ein beträchtliches Zwangsgeld zu entrichten, um ihr Kind vor einem harmlosen Stäbchen im Rachen zu bewahren, kannst du deutschlandweit vermutlich an einer Hand abzählen, womit wir wieder bei Statistik sind: wir brauchen nämlich gar nicht 100% der Kinder in den Tests, wenn da ein paar Prozent Totalverweigerer rausfallen leidet die Effektivität der Testmaßnahme nur marginal darunter.

                  Dann beweise mal, dass das einzelne Kind nicht immun ist. Vielleicht hat es bereits CoViD-19 durchgemacht. Es ist auch nicht klar, dass tatsächlich alle Menschen anfällig für eine Erkrankung sind. Aber der eigentliche Punkt ist bei niedriger Inzidenz musst du vermuten, dass kein Kind infiziert ist, weil es so unwahrscheinlich ist. Ich denke mal deswegen konnten auch Vorschriften für Einreisequarantäne vor Gericht nicht aufrecht erhalten werden. Wobei da das letzte Wort noch nicht gesprochen sein mag

                  Ich muss das gar nicht für jedes einzelne Kind beweisen – ich kann als Staat einfach sagen, dass das regelmäßige Testen eine epidemiologische Notwendigkeit für einen für die Gesamtbevölkerung vertretbar sicheren Schulbetrieb ist. Derjenige, der sein Kind dann davor „schützen“ will, muss dann gegen diese Behauptung bzw. auf eine Einzelfallregelung für sein Kind klagen – und dann überprüfen Gerichte das. Wobei ich demjenigen ehrlich gesagt wenig Erfolgschancen einräume, denn wenn dem so wäre, müsste es im Umkehrschluss inzwischen schon möglich gewesen sein, eine Wiederaufnahme des Schulbetriebs gerichtlich einzuklagen. Denn nimmt man deine Aussage, dass aufgrund der geringen Inzidenz davon auszugehen ist, dass gar kein Kind infiziert ist, mal für bare Münze und hält das für ein schlagendes Argument, folgt daraus, dass es zwingend ungefährlich sein muss, die Schulen ganz normal zu betreiben. Den Kindern wird aktuell ein Recht vorenthalten, das gibt mehr als genug Grund, in ihrem Namen auf Basis obiger Argumentation für eine komplette Öffnung der Schulen zu klagen. Hat so weit ich weiß nicht stattgefunden.

                  Ist doch im Rest der Gesellschaft auch so. Man überlegt sich wie man den jeweiligen Bereich sicher öffnen kann. – Ein regelmäßiger SARS-CoV-2-Test aller Kinder ist natürlich auch eine solche Überlegung. – Und dann probiert man es aus. Da nicht alle auf die gleichen Konzepte setzen wollen oder können, hat man parallele Experimente. Finde ich gut.

                  Dass man letztlich aus dem, was man tut, lernt, ist klar, das bezweifel ich auch gar nicht. Aber es besteht ein gewaltiger Unterschied, ob ich wissentlich und willentlich in jedem meiner Versuche ein beträchtliches Risiko (jedes Mal ein anderes) eingehe, um herauszufinden, welche Maßnahmen im Einzelnen helfen, dieses beträchtliche Risiko zu reduzieren, oder ob ich zumindest versuche, das Risiko bei jedem einzelnen meiner Versuche nach bestem Wissensstand zu reduzieren, und meine Lehren ziehe ich dann nur aus kleineren Unterschieden zwischen den Versuchen.
                  Das Problem ist in der Medizinethik übrigens gut bekannt und der Grund, warum Doppelblindstudien bei COVID-19-Medikamenten teilweise schwierig zu verargumentieren waren, obwohl Doppelblindstudien rein wissenschaftlich der Goldstandard zur Beurteilung von Therapien sind: es ist nicht verantwortbar, bei einer mit signifikanter Wahrscheinlichkeit tödlichen Krankheit einem schwer erkrankten Patienten wissentlich ein potenziell wirksames Medikament vorzuenthalten und ihm stattdessen ein Placebo zu geben.

                  Wenn ich „Man überlegt sich wie man den jeweiligen Bereich sicher öffnen kann.“ so interpretieren kann, dass man alles realistisch mögliche tut, um ein Risiko zunächst auf ein verantwortbares Level zu reduzieren, dann kann ich mich aber grundsätzlich damit einverstanden erklären. Allerdings klang mir deine Ursprungsidee wirklich nicht danach, sondern eher nach „wir machen mal einfach alles auf, lassen sogar gezielt Maßnahmen, die vielleicht ein bisschen teuer oder aufwendig sind, weg, obwohl sie im Rahmen des Umsetzbaren liegen, und schauen mal, ob wir vielleicht ohne diese durchkommen“, und das fände ich absolut unverantwortlich.

                  Da sie die Maßnahmen für unsinnig oder Gängelung halten, werden sie es begrüßen, dass die Schließung, als die Maßnahme ganz oben über allem anderem, aufgehoben wird. Diese Freude wird natürlich nicht lange halten, wenn ihre Kinder im Gegenzug gechippt werden müssen. Wenn es dagegen irgendwelche Konzepte mit Klassengrößen und vielleicht Masken und Durchrotieren gibt, wird das jedenfalls im Vergleich wesentlich weniger Widerstand aufrufen, egal ob die Konzepte sich zwischen Schulen unterscheiden.

                  Konzepte, die auf Klassengrößen oder Durchrotieren setzen, sind aber von vorneherein „raus“ bei dem, was ich erreichen will, nämlich eben vollumfänglichen Schulbetrieb 5 Tage die Woche, nicht dieses „einmal in der Woche gibt’s Schule für ein paar Stunden“, um das zu bekommen müssen wir nicht mehr um den heißen Brei diskutieren, das haben wir längst, seit Wochen, teilweise Monaten, und ich weiß aus eigener Anschauung, dass das ein lachhafter Abklatsch von „Bildung“ ist. Ja, es ist bequem und einfach und vergleichsweise risikoarm, das so zu machen, aber es erreicht halt das Ziel nicht, nämlich den Bildungsbetrieb wieder vollumfänglich aufzunehmen. Ist daher hier nicht Gegenstand der Diskussion.

                  Die Anzahl an Leuten, die einen Rachenabstrich direkt für das Chipping der Kinder nach Bill Gates‘ Pfeife halten, wird übrigens meiner Meinung nach medial deutlich überhöht dargestellt – auf die paar Spinner muss und sollte man meiner Meinung nach in dieser Diskussion keine, aber auch gar keine Rücksicht nehmen. Die werden im Zweifel eh ALLES, was man tut, irgendwie so interpretieren, dass es Aktionen der großen Verschwörung gegen sie sind. Die Schulöffnung ohne jede Vorsichtsmaßnahme wird dann halt zu „sie wollen absichtlich unsere Kinder infizieren mit dem Virus, damit die zurückgehenden Fallzahlen wieder steigen, denn wenn die so niedrig sind wie gerade dann fehlt denen ja das Argument, mit dem sie uns schlussendlich die Zwangsimpfung, ääh, Verchippung reindrücken wollen“.

                  500 Stellen. (10000 Bewerbungen.)

                  Interessant, das habe ich wohl verwechselt. Mea culpa.

                  Gut, aber grundsätzlich ist offenbar zumindest ein potenzieller Pool an Bewerbern da, man müsste nun nur die Anzahl Stellen um ein paar Faktoren erhöhen. Scheint mir aber jetzt nicht unmöglich, da ein paar tausend Leute auszubilden, wenn man das nicht alles einzig und allein das RKI machen lässt, sondern diese Aufgabe in die Breite gibt (in die individuellen Gesundheitsämter z.B.).
                  Ein wenig Zeit hätte man dafür jetzt sogar, die Sommerferien stehen vor der Tür, in den nächsten 8 Wochen passiert überhaupt nichts mehr an den Schulen, und selbst danach kommen die Bundesländer über viele Wochen hinweg gestaffelt aus den Ferien, d.h. der Bedarf nach Testpersonal würde nicht schlagartig auf 100% gehen, sondern langsam steigen.

                  Allerdings guter Punkt ein Datenschutzkonzept mit rechtlicher Prüfung braucht das ganze natürlich auch noch. – Und wir wissen ja, dass das bei den Netzaktivisten durchfallen wird. Und dann kann man leider gar nichts machen.

                  Wie gesagt, man nehme das fertige Konzept der Blutspenden und der zugehörigen Verwaltung von Blutproben und persönlichen Daten beim DRK, ersetze „Blutspende“ durch „Rachenabstrich“, und fertig ist die Laube. Ich sehe nicht, wo da das Problem ist, und Netzaktivisten haben bislang auch noch keine Blutspenden aufgrund Datenschutz-Problemen verhindert, so weit mir bekannt ist. Du malst hier irgendwelche Pseudo-Probleme an die Wand, die keine sind. Aber „der Datenschutz“ hatte schon immer das Problem, gern in Form eines (scheinbaren) Totschlagarguments aus der Tasche gezogen zu werden, wenn man irgendwas ohne stichhaltige Argumente gegen das eigentliche Ding zu haben verhindern wollte, nicht selten ironischerweise von Leuten, denen Datenschutz sonst vollkommen egal ist (will ich dir jetzt nicht unterstellen, sonst würdest du wohl kaum diesen Podcast hören), und regelmäßig als reines Scheinargument, also ohne dass da tatsächlich irgendwelche datenschutztechnischen Probleme gewesen wären. Dieser Umstand fällt nämlich nicht so schnell auf, wenn man gar keine konkreten Problemstellungen nennt, sondern einfach nur nebulös vor sich hin fabuliert ;-) Datenschutz verhindert ja immer alles in Deutschland, wissenseschonundso.

                  • Prinzipiell korrekt, aber das Lehrpersonal steht für gewöhnlich vorne, mit ein wenig Abstand zu den Kindern, die wiederum untereinander weit mehr Kontakt haben als mit dem Lehrer und daher sich vermutlich zunächst untereinander anstecken, bevor irgendwann der Lehrer dran ist. Wie gesagt, den Lehrer wird’s irgendwann auch erwischen, es geht um Statistik und Wahrscheinlichkeiten, und da erwarte ich eben im Schnitt eher ein paar Übertragungsereignisse unter den Kindern, bevor es an den Lehrer geht, und je früher man von Übertragungsereignissen Wind bekommt, desto früher kann man sie eindämmen.

                    Nun, bei Luftübertragung in einem geschlossenen Raum über eine längere Zeit hinweg, wie eben eine Schulstunde, spielt es bei der typischen Größe eines Klassenzimmers meines Erachtens keine große Rolle mehr, wie weit entfernt man von der Infektionsquelle sitzt. Mit Lüftung (abgesehen davon, dass man sowieso erwägen sollte Türen und Fenster offen zu lassen) kann man dem Problem begegnen, dass dann als nächstes eine andere Klasse in viral belasteter Raumluft sitzt.

                    Das wäre denkbar, ist aber irrelevant, wenn man – wie von mir vorgeschlagen – im Zweifel Personen nicht testet, für die keine Einwilligung vorliegt, […]

                    Ja, man kann diese ganzen Problembereich umgehen, indem man nur auf Freiwilligkeit setzt. Wie groß der Anteil von Eltern sein darf bevor die Effektivität gemindert wird, kann man sich überlegen. Von der Annahme einer effektiven Raumdurchseuchung ausgehend, bräuchte man eigentlich nur einige Kinder pro Klasse. Also die gleiche Logik, warum ich bereits Lehrer für einen adäquaten Ersatz halte.

                    Wenn ich “Man überlegt sich wie man den jeweiligen Bereich sicher öffnen kann.” so interpretieren kann, dass man alles realistisch mögliche tut, um ein Risiko zunächst auf ein verantwortbares Level zu reduzieren, dann kann ich mich aber grundsätzlich damit einverstanden erklären. Allerdings klang mir deine Ursprungsidee wirklich nicht danach, sondern eher nach “wir machen mal einfach alles auf, lassen sogar gezielt Maßnahmen, die vielleicht ein bisschen teuer oder aufwendig sind, weg, obwohl sie im Rahmen des Umsetzbaren liegen, und schauen mal, ob wir vielleicht ohne diese durchkommen”, und das fände ich absolut unverantwortlich.

                    Das ist kein Widerspruch, weil die Idee für dich „ein bisschen teuer oder aufwendig“ ist, aber aus meiner Sicht zwar möglich aber nicht realistisch (oder kosteneffizient). Aber ich denke meine Einwände habe ich ausreichend dargelegt.

                    Ich sehe nicht, wo da das Problem ist, und Netzaktivisten haben bislang auch noch keine Blutspenden aufgrund Datenschutz-Problemen verhindert, so weit mir bekannt ist. Du malst hier irgendwelche Pseudo-Probleme an die Wand, die keine sind. Aber “der Datenschutz” hatte schon immer das Problem, gern in Form eines (scheinbaren) Totschlagarguments aus der Tasche gezogen zu werden, wenn man irgendwas ohne stichhaltige Argumente gegen das eigentliche Ding zu haben verhindern wollte, nicht selten ironischerweise von Leuten, denen Datenschutz sonst vollkommen egal ist (will ich dir jetzt nicht unterstellen, sonst würdest du wohl kaum diesen Podcast hören), und regelmäßig als reines Scheinargument, also ohne dass da tatsächlich irgendwelche datenschutztechnischen Probleme gewesen wären. Dieser Umstand fällt nämlich nicht so schnell auf, wenn man gar keine konkreten Problemstellungen nennt, sondern einfach nur nebulös vor sich hin fabuliert ;-) Datenschutz verhindert ja immer alles in Deutschland, wissenseschonundso.

                    Falls das nicht klar wurde, das war ein Witz.

                    • Ja, man kann diese ganzen Problembereich umgehen, indem man nur auf Freiwilligkeit setzt. Wie groß der Anteil von Eltern sein darf bevor die Effektivität gemindert wird, kann man sich überlegen.

                      Bitte ignoriere nicht einfach die Hälfte meines Einwands, nur weil das Gegen-Argument ansonsten in sich zusammenfällt. Es gibt ein weites Feld zwischen echter Freiwilligkeit, die ich auch als solche bezeichnen würde („wenn du nicht zustimmst, hat das überhaupt keinerlei negative Folgen für dich“) und rigorosem Zwang unter Anwendung von Gewalt („wenn du nicht zustimmst, halten dich zwei kräftige Typen fest und ein dritter rammt dir den Tupfer in den Hals“). Bei ersterer Variante werden vermutlich in der Tat viele einfach passen, da sie den persönlichen, direkten Vorteil für sich nicht sehen und die kleine Unannehmlichkeit der Probenentnahme sicher gern vermeiden, wenn’s absolut keine negativen Folgen für sie hat. Letztere Variante wiederum ist einem Rechtsstaat nicht würdig, da eindeutig unverhältnismäßig. Aber in besagtem weiten Feld finden sich unzählige Abstufungen, zum Beispiel die, die ich konkret vorgeschlagen habe: lehnen Eltern die Einwilligung ab, wird zwar keine Probenentnahme durchgeführt, aber Mitarbeiter des Gesundheitsamtes kontaktieren die Eltern und versuchen zunächst, sie argumentativ zu überzeugen, das Verfahren nochmal in Detail zu erklären usw., und wenn das weiterhin nicht fruchtet, wird ein Zwangsgeld verhängt für jede Woche der weiteren Weigerung. Dieses Vorgehen ist rechtlich gangbar, da in anderen Bereichen bereits genau so praktiziert, es ist verhältnismäßig, da in keinem Fall eine hart erzwungene Probenentnahme und somit keine Eskalation der Situation zu einem konkreten körperlichen Eingriff (so es denn überhaupt einer ist…) ohne Einverständnis stattfindet, und es drückt höchstwahrscheinlich die Rate der Totalverweigerer auf eine vernachlässigbare Größenordnung, denn schon allein darauf, vom Gesundheitsamt kontaktiert zu werden, haben die wenigsten Bock, und den Spaß, wöchentlich signifikante Zwangsgelder einfach mal zu zahlen, können sich auf Dauer auch nicht so allzu viele Leute leisten, und die Anzahl derer, die einfach Zahlungsverweigerung betreiben und einer Pfändung dabei dauerhaft entgehen können, weil sie schlicht nix besitzen, ist auch sehr begrenzt. Meine Vermutung wäre, dass unter dieser Bedingung >95% der Eltern den Tests direkt zustimmen würden, und bis zur Eskalation aller möglichen Maßnahmen maximal 1% übrig bleiben, die dauerhaft die Weigerung aufrecht erhalten würden.

                      Also die gleiche Logik, warum ich bereits Lehrer für einen adäquaten Ersatz halte.

                      Was mich wirklich interessieren würde: was Lehrer wohl von dem Vorschlag halten würden, als „Virusanzeiger“ zu dienen für Infektionen, von denen man annimmt, dass sie (schon allein aufgrund ihrer Überzahl) primär durch Schüler in den Klassenverband hineingetragen werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Lehrergewerkschaft das runtergehen würde wie Öl. Deutlich besser verargumentierbar wäre es doch, man würde Lehrer wie Schüler allesamt im selben Turnus regelmäßig testen, denn dann schützt man sowohl die Lehrer vor Ansteckung durch die Schüler als auch die Schüler vor Ansteckung durch den Lehrer, beide Seiten dürfen sich also beachtet und beschützt fühlen, statt nur eine der Seiten.

                      Das ist kein Widerspruch, weil die Idee für dich “ein bisschen teuer oder aufwendig” ist, aber aus meiner Sicht zwar möglich aber nicht realistisch (oder kosteneffizient). Aber ich denke meine Einwände habe ich ausreichend dargelegt.

                      Hast du, und ich denke, ich habe auch ausreichend dargelegt, warum ich das im Gegenteil sowohl für realistisch als auch eine kosteneffiziente, sinnvolle Investition halte. Aber auch, wenn wir uns einigen, uns in den Punkt nicht zu einigen, danke ich für die ausführliche Diskussion, die mir auf jeden Fall bei der kritischen Prüfung ebenso wie der Untermauerung meines Standpunktes enorm geholfen hat!

                      Falls das nicht klar wurde, das war ein Witz.

                      Sorry, das war mir in der Tat nicht klar. Ich vermute, WordPress hat die Ironie-Tags rausgefiltert ;-)

                    • Bitte ignoriere nicht einfach die Hälfte meines Einwands, nur weil das Gegen-Argument ansonsten in sich zusammenfällt.

                      Ich wollte die rechtliche Frage nicht mehr in dem Detail weiter diskutieren, denn das hängt letztlich vom Konzept ab. Der Punkt war nur, man kann auf Freiwilligkeit setzen ohne damit in jedem Fall die breite Wirkung zu verlieren.

                      Was mich wirklich interessieren würde: was Lehrer wohl von dem Vorschlag halten würden, als “Virusanzeiger” zu dienen […]

                      Nun, das ist genau ein sentinel. Muss auch nicht ein Lehrer sein. Kann genauso gut ein Schüler pro Klasse machen. Ist nur in verschiedener Hinsicht einfacher.

                      Sorry, das war mir in der Tat nicht klar. Ich vermute, WordPress hat die Ironie-Tags rausgefiltert ;-)

                      Wenn WordPress diese auch automatisch setzt, dann wohl schon.

                      Aber ich sehe die nesting-Grenze ist erreicht, also vielleicht belassen wir es dabei.

          • und somit keine Eskalation der Situation zu einem konkreten körperlichen Eingriff (so es denn überhaupt einer ist…) ohne Einverständnis stattfindet,

            IANAL, aber bei der Beschneidungsdebatte ist ausführlich erläutert worden, dass selbst das Haareschneiden eine Körperverletzung ist und nur deswegen nicht strafrechtlich verfolgt wird, weil es mit Einverständnis erfolgt.

            Nach meinem Wissen ist ein Abstrich in den meisten, auch fachgerecht durchgeführten Fällen, mit kurzen zwar, aber mit Schmerzen verbunden. Auch ohne dass jmd. Widerstand leistet, ist so eine Köperverletzung kaum zu bestreiten.

            Bei Drosten (49) habe ich was von der Möglichkeit der Stuhlbeprobung gehört, war aber nicht aufmerksam genug, um sagen zu können, ob damit Viren schon früh feststellbar sind – ich schätze eher nein. Muss ich wohl noch mal nachhören.

            Um mich weiter in die Diskussion einzumischen: Ihr seid mit Eurer Schätzung drauf gekommen, dass man 14 Wochen braucht, um alle Einrichtungen einmal zu besuchen, oder?
            Das heißt aber doch, dass eine Infektion im Mittel 7 Wochen Zeit hat sich auszudehnen, bevor ein Test sie entdecken wird, und das, während die meisten Infektionen in den ersten 5 Tagen stattfindet, also dann schon 10 Hopps hinter sich hätte. Das wirkt auf mich nicht sonderlich rational. Bis dahin ist die Infektion entweder versandet oder hat längst einen symptomatischen Fall provoziert. Oder habe ich da was falsch verstanden?

            • Um mich weiter in die Diskussion einzumischen: Ihr seid mit Eurer Schätzung drauf gekommen, dass man 14 Wochen braucht, um alle Einrichtungen einmal zu besuchen, oder?

              Du rechnest wahrscheinlich 10 Millionen Probanden durch 700 Tausend mögliche Tests, aber der Vorschlag sieht vor im Pool zu testen. Mit anderen Worten, wenn du eine Poolgröße von 14 annimmst, hast du statt 14 Wochen eine Woche und die Pools kann man auch größer machen.

              • Ich hatte gar nicht gerechnet, aber 13,5 Mio. hätte ich schon mal nicht auf 10 Mio. ab sondern zu 15 Mio. aufgerundet. Das gibt bei 5 Arbeitstagen 3 Mio. Tests – nein – Abstriche!, die nötig wären.

                Und Zeit für’s Pooling und für das Drücken von Knöpfchen und Ablesen der Ergebnisse veranschlage ich gar nicht – ich schätze das skaliert noch am ehesten. Die Kita und/oder Schule anfahren und da Abstriche machen, das dürfte der Flaschenhals sein.

                Wie viele Schulen und Kitas gibt es in Deutschland?

                Lt. oberflächlicher Schnellrecherche ca. 32k Schulen und 56k Kitas, macht 88k Einrichtungen oder 17k am Tag, die man schaffen müsste, um das in einer Woche durchzuziehen.
                Pro Schule im Schnitt 250 Schüler, PDF, Seite 38.

                Angenommen es ist bestens automatisiert und präpariert, d.h. die Röhrchen, wo die Abstriche reinkommen, sind schon fertig mit einem Strichcode bedruckt und man muss wirklich nur den Abstrich machen, das Stäbchen in Röhrchen, Röhrchen in Röhrchenhalterbox, den Aufkleber mit dem passenden Strichcode in eine Tabelle kleben, nächster Schüler. Nächste Klasse, nächste Box. Beim ersten Mal muss man die Klasse aufklären, wie sie den Mund zu öffnen haben, was passieren wird, was ist mit Atmen, wird es weh tun, nicht in den Finger beißen, auch nicht saugen. Im Mittel sind vielleicht zwei Schulen an einem Tag pro Team zu verarzten.

                Kitas sind natürlich wesentlich kleiner, da geht dann viel Zeit beim Fahren/Gehen von Kita zu Kita drauf.

                Die mittlere Schule macht 250 Röhrchen in 10 Boxen – das Zeug muss morgens besorgt werden und abends beim Labor abgeladen werden. Braucht man eigentlich 2 Abstriche, um den Pool gleich auflösen zu können, wenn einer positiv ist?

                Kinder in Kitas haben wir ca. 4M bei 50k Einrichtungen, also im Mittel 80 Kinder pro Einrichtung. Um 50k Einrichtungen pro Woche zu testen müsste man also am Tag 10k schaffen. Bei 2,5 Einrichtungen, die ein Team am Tag schafft, wären das 4000 Teams. Teams deshalb, damit einer sich auf den physischen Abstrich konzentriert, und der zweite nur mit Aufklebern und Röhrchen hantiert, der dann die Abstrichtechnik nicht beherrschen muss.
                Plus 6000 Teams für die Schulen.

                Dass die Tests vom Lehrer durchgeführt werden kann ich mir, bei aller Liebe zu Improvisation und Pragmatismus nicht vorstellen. Wenn der Lehrer das falsch macht, das erfährt man ja nie, weil mit über 99% negativen Ergebnissen gerechnet werden muss. Dazu die Aversionen, oft zwischen Schüler + Lehrer herrschen. Das wird nix.

                Die Frage ist, wo bekommt man rasch das Personal her, kann man das irgendwo abziehen, und die Organisation muss man auch aus dem Boden stampfen, also etwa PKWs, wo die Teams ihre Boxen mit den Röhrchen pro Klasse transportieren.

                • Ich hatte gar nicht gerechnet, aber 13,5 Mio. hätte ich schon mal nicht auf 10 Mio. ab sondern zu 15 Mio. aufgerundet.

                  Die 13.5 Millionen kommen ja nicht von mir. Tatsächlich ist die minderjährige Bevölkerung glaube ich eher ein Fünftel. Aber die jüngsten sind nicht in Einrichtungen, irgendwann gibt es keine Schulpflicht mehr, es gibt nicht überdeckende Ferienzeiten usw.

                  Ansonsten genau. Die Logistik, nicht der Tests, sondern der Abstriche ist die Hürde. Die Fahrzeiten hatte ich in der Überschlagung zum Beispiel rausgelassen, weil schon die vereinfachte Rechnung für die Arbeitsauslastung die hohe benötigte Anzahl von Arbeitern aufzeigt.

                  Braucht man eigentlich 2 Abstriche, um den Pool gleich auflösen zu können, wenn einer positiv ist?

                  Man nimmt mehrere Proben, weil man bei der Entnahme durchaus einen Ausfall haben kann und man dann ein falsch negatives Ergebnis bekommt.

  10. War kein großer Punkt in der Sendung, aber der Fall des UK und seine koloniale Vergangenheit findet ja doch kurz Erwähnung, gerade durch Tim. Vor einigen Jahren, noch unter der Premiership von David Cameron gab es kurzzeitig eine Diskussion in der britischen Öffentlichkeit ob das UK Reparationen an ehemalige Kolonien zahlen sollte (ich meine dass dies auf Grund eines anstehenden Staatsbesuchs zustande kam).

    Es gibt ein sehr guten Debattenbeitrag aus einer Oxford Union Debate die damals zum Thema Reparationen geführt wurde. Als einer der letzten speaker macht Dr Shashi Tharoor nicht nur ein schön aufgebauten argumentativen Beitrag, der mit Beispielen bespickt ist, sondern auch einen sehr eloquenten und oft sehr sehr beisend lustigen Beitrag.

    Die von Tim angesprochenen Zahlungen an ehemalige slave owners finden darin auch relativ am Anfang Erwähnung. Ich kann wirklich jeden nur ans Herz legen sich die 15 Minuten anzuschauen. Auch wenn man vielleicht nicht unmittelbar am UK oder Kolonialgeschichte interessiert ist, ist es doch ein sehr relevanter Beitrag zur gegenwärtigen Debatte wie ich finde.

    Hier das Video:

    https://www.youtube.com/watch?v=f7CW7S0zxv4

    • „No wonder the sun never set on the British Empire because even god couldn’t trust the British in the dark.“ *mic drop*

      Definitiv eine Empfehlung, wenn nicht gar Pflicht, die Rede anzuschauen.
      Herr Tharoor wurde auch öfter im Zuge der BLM-Demos in UK bes. zum Graffito „Churchill was a racist“ angeführt: https://www.youtube.com/watch?v=lW3OIjlcDw8

      Notabene: Diese Show #QandA (so wie ich sie wahrnehme) scheint im deutschen TV zu fehlen, nebst der Debattenkultur in UK, wie sie in deinem Video kurz auftaucht, als die Frau einen Zwischenruf einbrachte.

  11. Betreffend Corona Warn App: Ich sehe hier etwas in die Enwicklung bei uns in der Schweiz hinein (Klammerbemerkung: der Quelltext zur CH App ist ebenfalls seit Beginn öffentlich auf Github, und wird dort live von der Firma Ubique entwickelt, offenbar analog zur SAP Entwicklung in DE – man sieht auch hier alle alten Commits).

    Danke erst einmal für eure wertvollen Beiträge! Leider sind bei uns ein paar Kontroversen mit teilweise wirren Kritiken entstanden, und es wäre vielleicht gut, wenn ihr auf ein paar der hier kritisierten Punkte eingeht – auch, um in DE Analoges zu verhindern:

    Der erste Punkt ist die Open Source Frage. Die Kritik geht in erster Linie in die Richtung, dass die Implementation der API auf OS Ebene selber ja nicht Open Source sei, und somit wesentliche Teile der App einer Verifikation entzogen sei. Das ist natürlich nicht ganz von der Hand zu weisen, vor allem, wenn Gapple Fehler gemacht haben sollten, die so eventuell zu spät oder gar nicht entdeckt werden. Trotzdem erscheint mir die Wahrscheinlichkeit von Fehlern in den Apps selber – vor allem, wenn eine Vielzahl solcher Apps unabhängig voneinander entwickelt werden – deutlich grösser zu sein, als im OS selber.

    Eine zweite Open Source Kritik ist etwas schwieriger zu kontern: Da nur Entwickler mit einem speziellen Code Zertifikat die GAEN API überhaupt nutzen dürfen (auf echten Devices), typischerweise die Gesundheitsbehörden eines Landes, können alle Anderen den veröffentlichten Code nicht selber übersetzen und auf echten Devices laufen lassen. Damit sei der Code nicht mehr Open Source. Allerdings kann meines Wissens der Code durchaus compiliert und zumindest auf einem Emulator ausgeführt werden, aber natürlich in der Tat nicht auf einem echten Smartphone. Obschon ich das nicht verifizieren kann, denke ich, es sollte möglich sein, durch Vergleich auf Instruktionsebene zu verifizieren, ob der so selber compilierte Code dem Binärcode im Playstore/Applestore übereinstimmt, auch ohne intensives Reverse Engineering. Zumindest bei Android steht ja ein Bytecode dazwischen, der identisch sein müsste – lediglich in ein paar Timestamps in Headern und der Signatur sollten sich Unterschiede ergeben. Damit sollte der Build nachvollziehbar sein. Wenn ihr dazu mehr wisst, wäre das cool, und ebenso eure Ansicht zur Frage, ob man den App Code unter diesen Einschränkungen noch als Open Source betrachten darf oder nicht.

    Ein weiterer Punkt, der erwähnenswert ist, liegt in de dezentralen Architektur, die ich natürlich auch als der einzig richtige Weg betrachte. Er hat aber einen grossen Preis, der bezahlt werden muss: wer eine Warnung erhält, kann diese einem Dritten gegenüber nicht beweisen. Das ist einerseits bei der Frage wichtig, ob eine Warnung zu einem Gratistest berechtigt, und andererseits, ob eine freiwillige Isolation aufgrund einer Warnung alleine zu einer Lohnfortzahlung berechtigt. Das Argument, das solle „gleich wie beim manuellen Contact Tracing“ gelöst werden, funktioniert nicht, weil dort ja die Initiative vom Gesundheitsamt ausgeht (hoffentlich eine vertrauenswürdige Partei), die von der Warnung a priori weiss und diese dann z.B. mit einem digital signierten Zertifikat Dritten gegenüber belegen kann. Bei einer App Warnung weiss ja nur die App und der Benutzer über die Warnug Bescheid, und sie alleine können kein digital signiertes Zertifikat ausstellen, wo soll auch der private Schlüssel dazu liegen. Man kann argumentieren, die gewarnte Person solle sich an die Gesundheitsbehörden wenden, um das Problem sozusagen aufs manuelle contact Tracing zu reduzieren. Nur: dabei gibt sie erst einmal ihre Anonymität auf, es handelt sich also um einen grossen Schritt. Eine Lösung wäre ein (organisatorisch zugesicherter anonymer) Anruf auf einer Hotline, welche dann mit nicht technischen (also empathischen) Mitteln herausfinden muss, ob die Warnung wahrscheinlich echt ist, und dann z.B. ein Zertifikat auch unter Wahrung der Anonymität ausstellen kann. Es stellt sich hier insgesamt auch die Frage, inwiefern eine Warnung Rechte (z.B. Lohnfortzahlng) und/oder Pflichten (Haftung bei Ignorieren der Warnung) impliziert, und ob diese symmetrisch oder asymmetrisch ausgestaltet sind. Leider hat das Schweiter Parlament es versäumt, diese wichtigen Fragen zu klären, wahrscheinlich aufgrund technischem Unverständnis. Meines Erachtens wäre eine asymmetrische Lösung sinnvoll, die keine Pflichten auferlegt und trotzdem Rechte gibt, und dies unter Wahrung der Anonymität. Mit einem gewissen Missbrauchspotential wird man leben müsen, aber es geht – im Vergeich zu anderen Beträgen – hier wirklich nicht um viel Geld.

    • Die Kritik geht in erster Linie in die Richtung, dass die Implementation der API auf OS Ebene selber ja nicht Open Source sei, und somit wesentliche Teile der App einer Verifikation entzogen sei. Das ist natürlich nicht ganz von der Hand zu weisen, vor allem, wenn Gapple Fehler gemacht haben sollten, die so eventuell zu spät oder gar nicht entdeckt werden. Trotzdem erscheint mir die Wahrscheinlichkeit von Fehlern in den Apps selber – vor allem, wenn eine Vielzahl solcher Apps unabhängig voneinander entwickelt werden – deutlich grösser zu sein, als im OS selber.

      Ich traue sowohl Google und Apple ehrlich gesagt zu, auch ohne Open Source Prozess in ihren FrameWorks die Fehler zu finden. Die Verifikation der App ist davon aber gar nicht betroffen, da diese FrameWorks nicht Teil der App sind, sondern nur die API benutzen (wie alle anderen APIs des OS auch). Die Fehler der App können im Source gefunden werden.

      Eine zweite Open Source Kritik ist etwas schwieriger zu kontern: … denke ich, es sollte möglich sein, durch Vergleich auf Instruktionsebene zu verifizieren, ob der so selber compilierte Code dem Binärcode im Playstore/Applestore übereinstimmt, auch ohne intensives Reverse Engineering

      Also das mit der Verifizierung auf Byteebene werden wir vergessen können, selbst wenn man die App selber baut. Denn so wie sie hochgeladen werden (zumindest im iOS AppStore) landen sie gar nicht auf den Telefonen. Da wird ein Zwischencode verwendet und für das jeweilige Telefon on-the-fly optimiert. Abgesehen davon kommt man an den übertragenen Bytestrom auch nicht so ohne weiteres ran.

      Aber selbst wenn wäre das vergebliche Liebesmüh, denn welche Funktionen an das Framework im OS noch angekoppelt sind oder nicht, wird man eh nicht überprüfen können. An der Stelle bleibt nur das Vertrauen, dass man ohnehin in die Hersteller haben muss (wenn man es überhaupt hat).

      Ein weiterer Punkt, der erwähnenswert ist, liegt in de dezentralen Architektur … wer eine Warnung erhält, kann diese einem Dritten gegenüber nicht beweisen. Das ist einerseits bei der Frage wichtig, ob eine Warnung zu einem Gratistest berechtigt, und andererseits, ob eine freiwillige Isolation aufgrund einer Warnung alleine zu einer Lohnfortzahlung berechtigt.

      Ein solcher „Gratistest“ ist eine im Raum befindliche Diskussion, aber soweit ich das überblicke derzeit noch nicht Teil des Systems. Wenn es das aber gäbe könnte man das Protokoll mit dem Backend aber dahingehend erweitern, dass der App hier ein Code zugeteilt wird, den man dann vorlegen kann (telefonisch oder per QR-Code oder was auch immer).

      Quarantänemaßnahmen kann eine solche App eh nicht verhängen, das muss nach wie vor das Gesundheitsamt aussprechen. Und wenn die das tun ist auch geregelt, welche rechtlichen Ansprüche und Verpflichtungen daraus erwachsen.

      Was die „Aufgabe der Anonymität“ betrifft, wenn man einen Test haben will: das ergibt sich schon automatisch aus dem Umstand, dass man selbstverständlich bei einem Test auch seine Daten angeben muss. Ist halt so (und da sehe ich auch kein Problem). Die „Anonymität“ die die App wahren soll (und meiner Meinung nach auch wahrt) ist dadurch gesichert, dass aus dem normalen Hin- und Her der IDs via Bluetooth und dem Veröffentlichen der Diagnose Keys keiner Rückschlüsse auf die Identität der Beteiligten ziehen kann. Auf die Interaktionen mit den Behörden im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes hat die App nichts zu tun.

      • „Die Fehler der App können im Source gefunden werden.“

        Das stimmt schon, es wird aber eben argumentiert, dass die wirklich heiklen Teile – das Speichern der Kontakte, das Generieren der EphIDs und die Berechnung des Kontaktrisikos – eben nicht mehr in der App, sondern im OS selber gewissermassen durch „Magie“ erfolgt, die App also leidiglich noch GUI- und Backend-Kommunikationsaufgaben übernimmt. GAEN ist ja in der Tat so aufgebaut, dass die Kontaktdaten im OS bleiben und nie der App bekannt werden. Natürlich stimme ich deiner Grundbeurteilung zu – aber darf man trotz den Einschränkungen hier noch von Open Source sprechen, ohne sich angreifbar zu machen? Oder müsste man einen anderen Begriff verwenden?

        „Wenn es das aber gäbe könnte man das Protokoll mit dem Backend aber dahingehend erweitern, dass der App hier ein Code zugeteilt wird, den man dann vorlegen kann (telefonisch oder per QR-Code oder was auch immer). “

        Wie? Es gibt kein solches Protokoll mit dem Backend, da die Berechnung (und damit die Warnung) ausschliesslich lokal erfolgt. OK, beim Download von Exposure Keys könnte da Backend einen Code beilegen – aber was beweist der? Doch nur, dass Exposure Keys gedownloadet wurden und nicht, dass es danach einen Match ergab. Der App Instanz selber einen Code zuzuordnen, würde eine vorgängige Registrierung der App erfordern, und damit eine Art Pseudonym. Genau das soll aber durch die dezentrale Architektur verhindert werden – und bewiese letztlich ja auch nur, dass eine App läuft, und nicht die erfolgte Warnung. Theoretisch könnte ein zusätzlicher GAEN API Call helfen, der durch eine im Bedarfsfall downzuloadende Verifikationsapp abgefragt werden könnte und einen Match rück-bestätigt, was aber ins GAEN Framework eingebaut werden müsste und letztlich auch Vertrauen in Google/Apple erfordert.

        „Quarantänemaßnahmen kann eine solche App eh nicht verhängen, das muss nach wie vor das Gesundheitsamt aussprechen.“

        Stimmt, das Problem ist aber nicht die angeordnete Quarantäne, sondern die freiwillige Isolation ohne Behördenanordnung. Es kann ja sein, dass sich jemand nach einer Warnung nicht testen lassen will (weil er z.B. seine Anonymität nicht aufgeben oder sich dem Seuchengesetz nicht unterordnen möchte), aber bereit ist, sich freiwillig zu isolieren. Wenn er dann aber keinen Lohn erhält, wird er dies wohl kaum tun. Es geht dabei um die verschiedenen Entscheidungen, die jemand nach einer Warnung fällen könnte, und eine optimale Schutzwirkung auch dann zu bekommen, wenn sich jemand gegen einen Test entscheidet.

  12. Natürlich ist das wieder auf die Masse betrachtet eine „gefühlt vernachlässigbare“ Problematik, aber mir persönlich wurmt das schon seit langem generell und bei der Corona App noch mal im Speziellen. Ich finde in der Diskussion bei euch und auch in CCC Statements wird kaum bis gar nicht auf den Google und Apple Zwang eingegangen. Für Apple mag das technisch stimmen, dass die BT Funktionalität ins OS integriert werden muss. Aber für Android gilt das nicht. Eine offene alternative für Android ohne Google Play Services wäre von Nöten. Ich hoffe natürlich auch immer noch auf Gesetze, dass wirklich keine Benachteiligung für Nicht-Nutzer der App stattfinden darf. Aber in der Diskussion geht es ja dann gar nicht darum, möchte ich die App installieren oder nicht. Ich persönlich wäre durchaus bereit, am Tracking teilzunehmen. Aber bin natürlich nicht bereit dafür meine Daten an Google zu geben (und nein, es geht nicht um die Tracking Daten etc., sondern generell der Zwang dadurch Google Play Services inkl. allen Datenkraken Services installieren zu müssen!).
    Natürlich ist es naiv zu glauben, dass AOSP nicht von Google abhängig ist und es bleibt ein feuchter Traum mal wirklich ein alltagstaugliches, freies unabhängiges Mobiles OS zu haben. Dennoch finde ich sollte wir auch mal darüber reden, dass das Monopol von Google und Apple im mobilen Sektor einfach hingenommen (und von der Politik nicht hinterfragt) wird.

    Nebenbei natürlich positiv angemerkt, dass Leute schon an eine offenen Alternative arbeiten https://github.com/theScrabi/CoraLibre-android-sdk

    Eine andere Frage an euch: Was glaubt ihr, wie eine Prüfung auf „installierte“ App stattfinden wird? Sprich, wenn es wirklich mal heißt: ins Kino kommst du nur mit der App! Wie wird das geprüft? Stelle mir das in der Praxis sehr schwierig vor, wenn ich nicht mein Handy komplett in fremde Hände gebe. Ansonsten wird so eine Anforderung doch auch sicher einfach zu umgehen sein oder?

    • Es gibt keinen „Google und Apple Zwang“, es gibt lediglich eine Realität: diese beiden Unternehmen steuern die Plattformen, die 99% aller Smartphones ausmachen.

      Es gibt natürlich Ausnahmen wie Huawei, die ja nicht mehr mit Google spielen dürfen, die kommen jetzt mit ihrer eigenen Implementierung des Frameworks daher.

      Nichts hindert andere Plattformanbieter, das selbe zu tun. Allerdings muss das dann auch verlässlich implementiert werden, damit sich die offizielle App darauf einlässt, denn hier muss auch die Qualität stimmen (Zuverlässigkeit, Batterieverbrauch etc.) und die Entwicklung wird auch weitergehen und dadurch entsteht auch ein gewisser Druck. Dass man sich hier auf die 99.9% des Marktes konzentriert im ersten Aufschlag finde ich vollkommen nachvollziehbar.

      Wer am Tracing teilnehmen will kann sich ein beliebiges Billo-Android kaufen und mit in die Tasche stecken und komplett anonym die App laufen lassen. Muss ja nicht das Primärphone sein.

      • Danke für dein Feedback.
        Das man sich die 0.1% des Marktes vernachlässigt ist mir klar, deswegen schrieb ich auch dass das ein Nischen-Problem ist. Aber du sagst es selber, 99,9% des Marktes werden von diesen Konzernen kontrolliert und das habt ihr ja auch schon oft angesprochen: ohne Google und Apple geht es nicht, deswegen auch der dezentrale Ansatz. Aber ich finde das schon sehr krass einfach, dass die den Markt so kontrollieren können und da wenig Gegenwehr kommt. Huawei sehe ich persönlich allerdings nicht als Datenschutzalternative. Ich denke dort wird die Implementierung proprietär bleiben.

        Von Zwang rede ich in dem Zusammenhang, wie ihr auch schon die „Freiwilligkeit“ diskutiert habt. Natürlich zwingt mich niemand die App zu installieren, wenn aber so Späße wie „ins Kino nur mit App“ kämen, und wir von diesem sozialem Zwang reden, ist der Stand aktuell so, dass mit der Installation der App auch eine Nutzung von Google oder Apple erforderlich wäre. Und das ist das was mir fehlte in der Diskussion. Das Argument geht natürlich weiter, wenn ich überhaupt kein Smartphone haben möchte etc. Und auch das Billo Smartphone würde irgendwann irgendwie Daten an Google senden, was ich vielleicht einfach nicht möchte.

        • Anmerkung: Natürlich heißt Freiwilligkeit in dem Zusammenhang auch nicht, dass es ein „Recht auf App“ gibt. Da hast du selbstverständlich Recht, dass es somit auch keinen Zwang gibt!

        • Das Icon abmalen und eine Fakeapp programmieren dürfte die meisten Anwender überfordern, mehr aber noch das Kinopersonal, beim Versuch dahinter zu kommen.
          Einfach nur die App zu haben ließe sich ja schon mit einem Fakeicon auf den Hintergrund gemalt vortäuschen, aber dass man die App hat belegt ja gar nichts. Aber wer hat die Zeit das zu kontrollieren? Ich fürchte nicht, dass das um sich greift.

    • „Was glaubt ihr, wie eine Prüfung auf “installierte” App stattfinden wird? Sprich, wenn es wirklich mal heißt: ins Kino kommst du nur mit der App! Wie wird das geprüft?“

      Das geht überhaupt nicht, da kannst du beruhigt sein. Die ganzen „Obligatorium“ Diskussionen sind 100% hinfällig. Vergiss nicht, die Installation und das Laufenlassen der App sind eine Sache – die könnte man ggf mit Zwangsmassnahmen noch testen, was aber nie passieren wird. Wirklich relevant ist aber, was du tust, wenn du später entweder einen positiven Test hast (das Hochladen deiner Keys ist ja ebenfalls freiwillig), oder wenn du eine Warnung erhältst (das Anrufen einer Hotline resp. ein Test sind natürlich auch freiwillig). Du hast also 3 unabhängige „Akte der Freiwilligkeit“, und im Kino kann niemand „beweisen“, dass er später auf eine Warnung reagieren oder bei einem Test seine Keys hochladen würde. Und wenn man dies nicht tut, macht die App nur eines: zufällig aussehende und ständig wechselnde EphIDs abstrahlen, die man nach 10 Minuten nicht mehr demselben Handy zuordnen kann.

  13. Hallo Linus, Hallo Tim,

    vielen Dank für euren tollen Podcast. Ich höre euch seit ein paar Jahren und das Thema Sicherheit im Netz zieht sich ja wie ein roter Faden durch eure Sendung. Leider werden häufig einzelne Aspekte des Themas angerissen, aber ein umfassendes Gesamtbild habe ich leider nicht. Daher hätte ich eine Bitte:

    Könntet ihr mal einen kleinen Servicepodcast machen, in dem ihr mal diskutieren könnt, wie man sich als Autonormalverbraucher im Netz am besten schützt?
    Ich weiß nicht, ob das eine ganze Sendung trägt und ob ich nicht der Einzige bin, den das interessiert…

    Spontan kommen mir folgende Sachen in den Kopf:

    Welchen Browser nutze ich am besten? Welches OS mit welchen Einstellungen? Welchen Virenscanner sollte ich nutzen bzw. brauche ich sowas überhaupt noch? Wie funktionieren VPNs und brauche ich einen? Wie erkenne ich Seiten, von denen ich vielleicht die Finger lassen sollte? Wie schütze ich Kinder im Netz? Was ist mit Backups?

    Euch fällt bestimmt noch mehr ein…

    Vielleicht habt ihr sowas ja schon mal gemacht, bzw. habt eine gute Ressource, auf die Ihr verweisen könnt. Auch darüber würde ich mich natürlich freuen.

    Ansonsten gibt es von mir ein herzliches „Weiter So!“.

    Liebe Grüße
    Johannes

    • Lieber Johannes, an der Menge deiner Fragen erkennst du schon, dass das nicht EINE Folge oder ein kleiner Service-Podcast wäre :) tatsächlich habe ich das schon seit langer Zeit als Hintergedanke.
      Aber neben Job, CCC, Logbuch und Hobbies fehlt mir die Zeit, das endlich einmal anzustoßen :-/
      Erschwerend kommt dann hinzu, dass ich grundsätzlich keine konkreten Produkte oder Anbieter empfehlen möchte.

    • Hallo Johannes,
      ist zwar kein Podcast, aber viele gute Tipps findest du hier: https://digitalcourage.de/digitale-selbstverteidigung
      Browser, Passwörter, Verschlüsselte Kommunikation, Messenger, Bargeltloses Bezahlen usw.
      Außerdem sind vllt auch einige alte Chaosradio-Folgen für dich interessant: https://chaosradio.de/episoden
      bspw. cr248-https oder cr204-passwoerter oder so. Du kannst ja einfach mal durchstöbern.
      Bei manchen Erfas (Erfahrungsaustauschkreisen / Ortsgruppen) vom CCC gibt es auch immer mal wieder Veranstaltungen für Newbies und Menschen auf dem Weg zur Digitalen Mündigkeit.
      Etwas komplexer bei der Suche, aber durchaus ein Blick wert, könnte https://media.ccc.de/ sein. Gib da einfach mal deine Interessensgebiete ein und schau, ob bei den Vorträgen etwas dabei ist, das aktuell zu deinem Wissenstand passt. Das variiert ja auch immer mal nach Themenfeld.
      Viel Spaß und Erfolg beim Stöbern und Wissenszuwachs =)

  14. Zu dem Polizei Special von John Oliver:
    Wenn euch das gefallen hat empfehle ich wärmstens die NPR Throughline Folge vom 04.06. „American Police“.
    Das ist quasi eine Podcast Langfassung von dem was Oliver in seiner Sendung hatte. Mega gut aufgearbeitet von und mit Khalil Gibran Muhammad, einem Geschichtsprofessor von der Harvard Kennedy School.
    Hatte zwischenzeitlich das Gefühl, dass Olivers Team diese Podcast Folge als Vorlage hatte und für comedic timing ein bisschen zusammengeschnitten.
    Auf jeden Fall dringende Hörempfehlung (generell für NPR Throughline)!

  15. Leopold II hieß der belgische König, der einfach mal die *Hälfte* der Bevölkerung des Kongo ca. 5-10 Millionen Menschen dahinraffte. Von den unzähligen Verstümmelungen ganz zu schweigen !

    Zu den Kongogräueln: https://de.wikipedia.org/wiki/Kongogr%C3%A4uel besonders sei die englischsprachige Seite dazu erwähnt: https://en.wikipedia.org/wiki/Atrocities_in_the_Congo_Free_State

    Im übrigen hat den Greuel auch Joseph Conrad sein berühmtestes Werk gewitmet – Herz der Finsternis.

    Aber zuerst sollten wir an unsere eigene Nase fassen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Carl_Peters
    Carl Peters Straßen gibt es immer noch reichlich und wer von euch in Köln, Hannover, München ist oder wo auch immer eine Carl Peters Straße existiert, könnte ja mal seine Stadt anschreiben und fragen, was der Scheiß soll ! Jetzt ist genau der richtige Zeitpunkt dazu !1!!!

  16. Zu dem MPs in England die das Denkmal reinigen wollten ist hat das ganze einen etwas anderen Spin:
    Die wollten das Denkmal tatsächlich selber reinigen und dabei Fotos machen lassen.
    Allerdings ist dann nen öffentlicher „Denkmalschützer“ (Heritage Warden) eingeschritten und hat die darauf hingewiesen, dass sie mit ihrem Schwamm und Putzzeug mehr Schaden anrichten als, dass es etwas nützt.
    Es wurde dann eine Firma beauftragt, die auf solche Denkmalreinigungen spezialisiert ist (daher auch der in dem Fall lustige Slogan auf der Weste).

    Quelle:
    https://www.newsshopper.co.uk/news/18503763.orpington-mp-asked-stop-cleaning-churchill-memorial/

  17. Ich möchte mich denen anschließen das ihr die Rolle von Google und Apple in Bezug auf die Corona Apps noch mehr beleuchten solltet.
    Bei euch klingt das immer so als wäre die Wahl für ein dezentrales Modell eine art Naturgesetz. Dabei handelt es sich nur um eine politische Entscheidung von Apple/Google auf dieses Model zu setzen. Ein zentrales Modell ist technisch genauso umsetzbar (zu sehen an der französischen App) und könnte ohne die künstlichen Hürden die besonders Apple hier einzieht genauso funktional sein wie der dezentrale Ansatz. Vielleicht gäbe es sogar einige Vorteile (mitlernendes System, Clustererkennung, u.s.w.) welche die Nachteile aufwiegen könnten.
    Mein Punkt ist aber eher das hier die zwei Plattformanbieter Staaten vorschreiben wie sie ihre Pandemiebekämpfung zu machen haben, zumindest in diesem Bereich. Da stellt sich mir die Frage wer eigentlich Apple/Google legitimiert hat solche Entscheidungen zu treffen. Ich hätte mir gewünscht, dass das ein Thema bei euch ist, auch wenn euch die Entscheidung der beiden Plattformanbieter dieses mal zufällig in den Kram passt.

    • Ja aber das haben wir doch diskutiert, als die Entscheidung im April gefallen ist…
      Wir können das gern noch einmal besprechen, aber ich fürchte wir haben da nicht mehr zu zu sagen…

    • „Da stellt sich mir die Frage wer eigentlich Apple/Google legitimiert hat solche Entscheidungen zu treffen.“ – Wir!

      Unsere Regierungen und damit wir als Gesellschaft haben Apple/Google legitimiert, solche Entscheidungen zu treffen – schlichtweg, weil wir keine Gesetze haben, die Apple/Google da einschränken bzw. in die Pflicht nehmen. Man hätte Gesetze machen können, die
      – die eine standardkonforme aber vollständige Nutzung von BT, NFC etc. durch Drittanbieterapps ermöglichen (sonst gibt’s keine Erlaubnis, diese Frequenzen dafür zu nutzen)
      – entsprechende Rechte zumindest für Apps sicherstellen, die hoheitliche Aufgaben erfüllen (dann hätte man auch viel eher eine Perso-Reader-App für’s iPhone gehabt)
      – Firmen in Notstandssituationen (gegen Entschädigung) zur Hilfe verpflichten – das hätte auch das Versorgungsproblem abgeschwächt

      Das alles wurde nicht getan – und wird auch nicht getan. Es gäbe diverse Möglichkeiten und auch entsprechend harte Sanktionierungen – ein europaweites Verkaufsverbot tut auch Apple echt weh; selbst eines nur in DE hätte einen Effekt.

      Wir sollten dringendst aufhören, jegliche banale Entscheidung von (US-)Unternehmen als „Naturgesetz“ zu begreifen, über das man nur lamentieren kann – „weil die Firmen ja so fies sind und so… so unsozial!!!!11111ölph“
      Wir als EU haben das weitestgehend in der Hand! Wenn wir wollen, dass die Konzerne hier Steuern zahlen, dann müssen wir halt die passenden Gesetze beschließen… und dann können wir sie auch erfolgreich in Grund und Boden klagen, wenn sie die verletzen. Wenn wir wollen, dass die NFC-Schnittstelle für Banken freigegeben wird, müssen wir halt die passenden Gesetze beschließen – sonst gibt’s auch keine Genehmigung für Apple/Android Pay.
      Und wenn wir wollen, dass bestimmte hoheitliche Apps auf die eingebauten Funkschnittstellen zugreifen können – deren Nutzung wir ja bereits eh schon streng reglementieren – dann kann man dafür ein Gesetz schreiben – das geht!

  18. Bevor ihr zu laut lacht, noch etwas zum Mobilfunk:
    https://invidio.us/watch?v=Vv3x2hd9vDU
    Kann man das auch weiter führen:
    https://invidio.us/watch?v=AnOm_nTupGg
    Italien nahm das wohl ziemlich ernst: https://www.spiegel.de/karriere/italien-gehirntumor-durch-handy-nutzung-erstmals-als-berufskrankheit-anerkannt-a-1144218.html
    Das sollte man sich dazu auch noch unbedingt reinziehen:
    https://invidio.us/watch?v=ludhja7sW0I

    Ihr macht hier fast einen auf Kekule ;o)

  19. Wirksamkeit von Gegenrede im Netz:
    Wiedersprechen die Darstellungen in dem Paper eigentlich nicht teilweise der These aus z.B. dem Vortrag von Linus über „Gut drauf trotz Social Media – Die Kunst des Trolles“ (https://www.youtube.com/watch?v=jOhWZOn_IWY&t=1127s): „du hast verloren wenn du dich aufregst“ ?
    Auch wenn ich die These grundsätzlich teile, weiß man ja vorher nicht ob man es auf der anderen Seite der Leitung mit jemandem aus dem Spektrum „lässt sich von rationalen Argumenten überzeugen“ vor sich hat.

  20. Wer übrigens nach der Last Week Tonight Sendung zur Polizei noch etwas tiefer darin einsteigen will, wie die Benachteiligung des afroamerikanischen Bevölkerungsteils in das amerikanische System eingebacken ist, dem sei „13th“ nahegelegt. Netflix hat den kompletten Film auf Youtube gestellt: https://www.youtube.com/watch?v=krfcq5pF8u8

    Man sollte sich das auf einer soliden Grundstimmung ansehen, denn zur Verbesserung derer trägt das absolut nicht bei.

  21. Gerade schon an der Corona App gescheitert.
    1. im appstore gibt es, wenn man Corona App eingibt, 5 verschiedene- aber die von rki wird nicht gefunden
    2. die rki App läuft nur auf den neusten Igs Update, was nicht von allen Endgeräten unterstützt wird..

  22. Zu Prof. Alexander Kekulé und der Behauptung er hätte sich nicht der Bild gegenüber direkt geäussert oder ähnliches. Ich habe einfach mal kurz nach „Kekulé Bild interview“ gesucht und da finde ich die „Corona Sprechstunde“ [1] vom 7. April 2020, ein live (?) Interview mit Kekulé direkt bei der Bild selbst.

    Gilt das nicht? Oder ging es dabie nur um ganz bestimmte Aussagen?

    Warnung: Die Verlinkung führt direkt zum genannten Interview auf dem offiziellen Bild Youtube Account, falls ihr es vermeiden wollt dem Schundblatt Klicks zu schenken.

    [1]: https://www.youtube.com/watch?v=_-sinljcMlw

  23. Ich hab mal eine Frage, vielleicht könnt ihr sie mir beantworten hier:

    Wenn ich die App installiere, muss ich diese die ganze Zeit laufen lassen
    oder
    reicht es wenn ich sie einmal am Tag starte
    oder
    muss ich sie generell nur einmal zum aktivieren starten und der ganze Rest läuft im Hintergrund (und bei Benachrichtigung kommt eine Push-Benachrichtung).

    Bin da nicht ganz sicher.

    • Einmal starten und alles aktivieren. Danach musst Du sie nie wieder starten (es sei denn, sie berichtet von einem Kontakt oder Du bist selbst positiv getestet worden).

      Die App läuft im Hintergrund und lädt sich einmal am Tag neue „Diagnose Keys“ runter und lässt das Telefon den ganzen Bluetooth-Kram machen.

      • Danke schön für die schnelle Rückinfo. Hatte gestern schon das „Vergnügen“ mit ein paar Leuten diskutieren zu dürfen was die App angeht („wer weiß welche Daten gespeichert werden“, „…was die Regierung alles mit den Daten macht“, „…ob das überhaupt was bringt bzw. funktioniert“ usw. das ich kurz vor den Verzweifeln war. Nur bei diesen Punkt war ich dann doch unsicher.

        Danke auch für eure guten Sendungen, immer wieder angenehm zu hören und auch für mich als Laien verständlich.

  24. Deutschland, Digitalisierung und Idiotie
    Wo die Probleme bei der DIgitalisierung in Deutschland liegen, zeigt m. E. folgendes Beispiel:
    Im Rahmen des großen Vorhabens „Digitalisierung im Gesundheitswesen“ soll den Ärzten die sogenannte „Video-Sprechstunde“ erlabt und mit den Kassen abrechenbar sein.

    Wer nun meint, dem Arzt einen datensparsam konfigurierten Jitsi-Server hinstellen zu können, der sicherlich DSGVO-konform eingerichtet werden kann (letztendlich kann sich der Patient mit einem Nickname anmelden) , irrt gewaltig. Schließlich leben wir in der BRD, der First-Class-Bananen-Republik-Deutschland8/*.

    Der Server muß datenschutzrechtlich zertifiziert und einem Penetrationstest unterworfen werden, sonst kann der Arzt die Video-Sprechstungen nicht abrechnen. Sowohl die Zertifizierung als auch der Penetrationstest werden in Deutschland von genau EINER Firma angeboten, die die Vorgaben der KBV erfüllt. Penetrationstest und Zertifizierung kosten mehr als 10.000 Euro imd sind JÄHRLICH durchzuführen.

    Man fragt sich, ob Philipp Amthor an dem Deal beteiligt ist oder wer da sonst die Hand aufhält. Vielleicht auch jemand von der KBV?

    Ironie am Rande: Hersteller von Arzt-/Praxensoftware, mit der allerhand Patientendaten gespeichert und über das Netz ausgetauscht werden, müssen NICHT zertifiziert sein.

  25. War das Urteil zu Seehofer und seiner Aussage, dass es diese Aussage nicht über offizielle Staatskanäle (die Webseite des Innenministeriums) nicht verbreiten dürfe. Das macht ja eigentlich auch Sinn. Aber der Seehofer darf die AFD staatszersetzend nennen, wie es ihm gefällt. Zum Glück!

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