LNP363 Fortschreitende Verdunklungsgefahr

Feedback — Corona-Warn-App — VDS-Urteil des EuGH — Facebook löscht QAnon — Urheberrechtsreform — FinSpy — Excel und Corona

Heute mal eine ganz normal besetzte Sendung und so kommen wir auch wieder dazu, ein wenig Feedback abzuarbeiten. Ansonsten widmen wir uns wieder ausführlicher zur Corona-Warn-App und schauen was uns die das Urteil des EuGH zur Vorratsdatenspeicherung bringen wird, was die deutsche Regierung so plant, um die EU-Urheberrechtsreform umzusetzen. Außerdem: Facebook macht jetzt QAnon auf seiner Plattform platt, die deutsche Spionagesoftware wurde in Ägypten gesichtet und am Ende stellen wir fest, dass man eine Pandemie mit Excel nicht so gut bekämpfen kann.

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Linus Neumann
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Tim Pritlove

Für diese Episode von Logbuch:Netzpolitik liegt auch ein vollständiges Transkript mit Zeitmarken und Sprecheridentifikation vor.

Bitte beachten: das Transkript wurde automatisiert erzeugt und wurde nicht nachträglich gegengelesen oder korrigiert. Dieser Prozess ist nicht sonderlich genau und das Ergebnis enthält daher mit Sicherheit eine Reihe von Fehlern. Im Zweifel gilt immer das in der Sendung aufgezeichnete gesprochene Wort. Formate: HTML, WEBVTT.


Transkript
Tim Pritlove
Guten Morgen Linus.
Linus Neumann
Guten Morgen Tim.
Tim Pritlove
Ist es nicht schön, dass wir jetzt beide im Risikogebiet wohnen?
Linus Neumann
No risk no Fun und äh Joe Biden hat äh keine Ahnung, ihm fehlt die Erfahrung erster Hand.
Tim Pritlove
Lokbuchnetzpolitik Nummer dreihundertdreiundsechzig, wenn ich richtig informiert wurde von meiner Taskforce und ähm ja, jetzt äh versinkt schon wieder alles. Alles in Corona.
Linus Neumann
Achter Oktober ist heute, ne? Viertausend, Neuinfektionen wurden gemeldet. Geht wieder gut, ne? Berlin haben sie jetzt äh machen sie jetzt äh Sperrstunde?
Tim Pritlove
Ist super, immer wenn ich meine Reiseplanung gerade vorantreibe, passiert wieder irgend so ein Mist. Ich habe mir jetzt schon drauf eingestellt, mich jetzt irgendwie täglich äh testen zu lassen, damit ich irgendwie überhaupt noch irgendwohin darf.
Linus Neumann
Was kostet so ein Test inzwischen?
Tim Pritlove
Na ja, so wenn du es selber machen willst, kannst du dafür achtzig Euro irgendwie einen auf Amazon klicken und dann.
Linus Neumann
Ja, aber das war doch irgendwie komisch mit dieser hin und her Schickerei oder so. Hattest du in UKW erzählt.
Tim Pritlove
Ja, gut, aber die Verzögerungen, die da entstehen, sind jetzt auch nicht anders als die Verzögerungen, die du normal auch hast. Und von daher macht das auch keinen großen Unterschied.
Linus Neumann
Was kostet ein normaler Test? Also mit Service.
Tim Pritlove
Mit Service habe ich jetzt selten irgendwas unter hundert Euro ja so im Bereich von hundertfünfzig Euro gesehen.
Linus Neumann
Also.
Tim Pritlove
Ja, also war, also ein Walkin habe ich tatsächlich in Düsseldorf auch für äh eher so im Bereich achtzig Euro war das, glaube ich, gemacht. Also du kriegst es quasi günstiger, wenn du mehr oder weniger dort die Probe entnehmen lässt, wo, Testdienst, also dies, wo mehr oder weniger das Labor selber äh die Probe entnimmt, weil er halt da nicht noch einen Mittelman dazwischen ist. Und wenn das über einen Arzt läuft, dann wird's halt schnell etwas teurer.
Linus Neumann
Musstet ins direkte B2C gehen, ja. Eine.
Tim Pritlove
Ist natürlich auch die Frage, inwiefern solche äh Selbstentnahmen äh anerkannt werden, ne, weil dann kannst du natürlich alles Mögliche hinschicken. Das ist ja eigentlich eher nur zu gedacht, um dir selber oder Leuten, die dir uneingeschränkt glauben, äh entsprechend zu vermitteln, dass alles okay ist, aber na ja Gott, das sind halt so die Werkzeuge, die man hat.
Linus Neumann
Hm Na ja, also ich bin sehr gespannt. Es ist aber tatsächlich möchte ich anmerken, es ist genauso gekommen, wie ich es seit Monaten vorhergesagt und beklagt habe, spezifisch hier in Berlin, kann es nicht, also ich kann es mir nicht verkneifen, festzustellen, dass ein großer Teil, von mir beobachten, gastronomischen Einrichtungen auf diesen ganzen Corona äh Schutzmaßnahmen sehr äh offensichtlich geschissen hat und äh das Infektionsgeschehen sich dadurch eben auch äh, sehr stark äh vergrößert hat, nicht unbedingt spezifisch, dadurch, dass jetzt bestimmte Bars äh zu Corona-Hotspots geworden wären, sondern weil die eben dabei geholfen haben, diesen Kram zu vergessen. Ja, also äh mir berichten meine Freundinnen in der Gastronomie, dass bei ihnen zum Beispiel Gäste reinkommen mit den äh Corona-Registrierungsformular, äh. Äh belästigt werden und sagen, ne, dann gehe ich woanders hin, ja? Äh was bedeutet, irgendwo anders wird das nicht gemacht. Und ähm ja wir kriegen's jetzt hier volles Fund auf die Kappe und das trifft natürlich wieder alle. Also es ist also vor allem alle gastronomischen Einrichtungen. Auch die, die sich dran gehalten haben, mit anderen Worten, wir haben hier, Gesundheitsregulatorische Vorgaben gehabt und die Leute, die sich nicht dran gehalten haben, profitieren jetzt im Prinzip davon, ne? Und werden dafür belohnt. Und äh alle kriegen die gleiche äh Strafe. War abzusehen, so ist das mit den ähm, Konflikten, äh wenn sich eben Vereinzelte einen Vorteil verschaffen können, indem sie äh an sich an Regeln nicht halten, und die Konsequenzen davon alle tragen müssen, ne. Haben wir ja mit äh was weiß ich. Äh Ressource Ressourcen, Ausnutzung, Umweltverschmutzung und sonstigem ebenso. Also haben wir das auch mit der, mit der Corona Verschmutzung. Ähm. War von auszugehen. Viel Spaß zu Hause, Arschlöcher.
Tim Pritlove
Ich find's mal ganz entspannt, falls wenn die Gesundheitsämter mal in der Lage wären, mal auch genauere Statistiken da drüber zu veröffentlichen, was denn so ihre Erkenntnisse sind, wo denn nun diese Infektion vermutlich mehrheitlich stattgefunden haben. Darüber habe ich noch relativ wenig gelesen. Also man kann da viel vermuten.
Linus Neumann
Wir kommen gleich nochmal ein bisschen zu den Gesundheitsämtern. Da hat sich nämlich, glaube ich, auch wenig getan. Lass uns mal ganz kurz ein paar Sachen Feedback, also wir haben, enorm viel Feedback bekommen zu der äh Sendung mit ideal. Äh ähm größtenteils Lob, aber auch einige Kritik. Ähm. Ich würde das aber jetzt hier so ein bisschen überspringen und einfach auf die äh lebhafte Diskussion in den Kommentaren verweisen. Stattdessen würde ich noch ein bisschen ähm, Feedback zu vorangegangenen Sendungen benennen. Einmal haben wir über und gesprochen. Und uns Lynxes darauf aufmerksam gemacht, dass Harald Welke, der in der Open in der Open-Source-Szene und in dem Chaos-Computerclub denke ich schon so ein Legenden bis äh, Hackerstatus hat. Ich glaub war auch öfter mal im CAE zu Gast.
Tim Pritlove
Mhm. Richtig.
Linus Neumann
Der hat also der entwickelt sehr viel an Osmu kommen, Also Open Source, Mobile Communications, quasi Open Source äh Mobiltelefoniestext und er hat natürlich auch ein äh programmiert, das wurde durch den finanziert, und eben CCC Mobilfunknetz, wurde das auch schon mal ausprobiert, also auf den, in dem Testnetz, das auf den CCC Veranstaltungen läuft, da äh hat dann auch der Präsident funktioniert. Äh mit anderen Worten, wir haben. Wir haben äh in und hier, ne, wieder schön, wir haben's Open Source, wir haben's sogar von staatlicher Stelle oder mit staatlichem Geld gefandet, ja. Hier liegen und äh ja, das äh ist auch wieder so ein wunderschönes Beispiel für, Deutschland.
Tim Pritlove
Ein CBC.
Linus Neumann
Dann äh schreibt uns Funky äh etwas längerer Kommentar, Ich bin Hörer der ersten Stunde bei euch und zähle LNP zu meinen Lieblingspodcast. In letzter Zeit bemerke ich aber doch so ein Trend bei euch, den ich nicht wirklich gut finde. Ich als Bayer, aha. Bin es ja gewöhnt, dass alles und jeder aus Berlin per se alles, was mit Bayern zu tun hat, erstmal Kacke findet. Gut, leider oft berechtigt, aber eben auch sehr stereotyp. Wir machen es euch und dem Rest des Landes ja auch nicht einfach, weil wir immer die größten Idioten nach Berlin schicken, damit sie uns zu Hause nicht mehr auf den Sack gehen. Siehste? Und genau das ihr das Wissen nicht tut, das erklärt auch, ne, wie man äh wie's in den Wald hineinruft, äh so schallt es hinaus, ne?
Tim Pritlove
Wir schicken unsere Idioten nur nach Europa.
Linus Neumann
Naja, ähm wir wir lassen unsere Idiotenflughäfen bauen. Also okay, dann sagt der. Aber neulich bei der Thematik in Stuttgart haben dann mal die Schwaben ihr Fett abbekommen und manchmal habt ihr schon ein bisschen den Habitus, dass ihr in Berlin ja die Weisheit gepachtet habt und alle anderen haben ja eh keine Ahnung. Das hat nichts mit Berlin zu tun, das ist bei mir eine Grundhaltung, aber okay. Ähm.
Tim Pritlove
Aber auch mit Berlin.
Linus Neumann
Dass ich da einfach nur die ironischen Anklinge überhört habe. Gut, wenigstens willkommen, dabei wenigstens kommen dabei wenigstens meistens gute Gags raus. Vielleicht könnt ihr ja ab und zu mal etwas auf die Bremse treten.
Tim Pritlove
Weniger gute Gags oder was?
Linus Neumann
Weniger bessere Gags ähm so ähm ich hoffe, dass verständlich ist, dass wir das mit einer gewissen Ironie tun. Ja, wir wissen, dass es ähm. Also wir müssen da ja auch einen gewissen Minderheits Minderwertigkeitskomplex von Berlin kompensieren, wenn wir.
Tim Pritlove
Ja, ihr habt auch die Kohle da unten. Euch geht's.
Linus Neumann
Wenn wir Städte anschauen, die äh ne, im bei die funktionierende Infrastruktur.
Tim Pritlove
Ja, saubere Bürgersteige und alles. Internet habt ihr wahrscheinlich auch. Ja.
Linus Neumann
Rasen, geputzten Hausflur. Naja, okay, also weiter geht's. Und neulich hat sich vor allem Linus über die Bürgerinitiative in Grünheide zum Tesla Werk lustig gemacht. Zu dem Themenkomplex hat ja Deutschlandfunk einen Hintergrund gemacht. Den habe ich übrigens auch gehört, ist einer meiner Shownotes verlinkt. Dabei geht es aber weniger um irgendwelche Tierchen, die da geschützt werden sollen, sondern vor allem darum, hier nur mit vorläufigen Genehmigungen gebaut wird. Dabei fehlen vor allem Umweltverträglichkeitsprüfungen. Die Angst besteht hier wohl, dass dann Fakten geschaffen werden und die lokale Politik Blick auf die Arbeitsplätze, dass dann irgendwie durchwinkt. Und das kann ja auch nicht in unserem Interesse sein. Dass dann jemand mit genug Geld mehr oder weniger machen kann, was er will. Auch wenn es durchaus was Gutes für die Region dabei bei sich hätte. Gut, kann man natürlich nicht alles wissen. Ich hoffe, ich habe das jetzt nicht zu komisch ausgedrückt, sollte kein großer sein, sondern eine ein Gedankenanstoß. Aber ich hoffe, ihr macht noch lange weiter und freue mich schon auf die nächste Folge LNP. Liebe Grüße, Funky. Ja, also.
Tim Pritlove
Zunächst einmal sollte schon jetzt schon klar geworden sein. Wir hauen auch gerne auf Berlin drauf. Aber kein Problem.
Linus Neumann
Ja, also, Frank, ich würde sagen, du kannst nach, du kannst auch gerne nach Berlin ziehen, allerdings dann bitte ähm. Nicht äh zu überhöhten Preisen. Ähm dann äh dann bist du auch hier willkommen, aber ähm ansonsten würde ich eigentlich sagen, das mit vorläufigen Genehmigungen gebaut wird, ist in vielen Bereichen des Baugewerbes normal. Ich habe mich da umgehört bei befreundeten Architektinnen und Bauleiterinnen. Das ist also nicht etwas, ähm vollkommen absurdes, dass so etwas geschieht, ja?
Tim Pritlove
Tesla.
Linus Neumann
Nee, nee, nee, das ist das ist normal und das geschieht dann eben auch auf das eigene Risiko. Der Bauherrin. Ähm worüber wir ja eigentlich eher in diesem Fall von Grünheide gesprochen haben, ist ein generelle ähm, deutsche Tendenz, dass man sich, dass die Leute sich zum Jagen tragen lassen, ne? Deutschland bremst sich einfach ähm konsequent aus. Und selbst wenn dann quasi aus dem äh Ausland innovative Unternehmen kommen, dann wird das ausgebremst. Und wenn man sich diesen Deutschland vom Hintergrund anhört, muss man ja schon auch sagen, dass äh diese Leute da, nicht äh also ja, sie tragen Argumente vor, aber die sind jetzt auch, also das ist jetzt nicht irgendwie so etwas wie dass sie da schon, so klug waren ein, eine seltene Käferart anzusiedeln oder konkrete äh Bedrohungen hätten. Aber natürlich muss das auch diskutiert werden. Aber ähm so insgesamt hat man bei den Leuten schon mehr rausgehört, nicht dass die eine Sorge hatten, um äh dass hier irgendetwas passiert, was sie gerne verhindern wollen, was im umweltlichen Bereich wäre und was man regeln könnte, sondern dass die wirklich einfach dieses Testa-Werk nicht haben wollen. Ähm, Zweiten, also deswegen, Deutschland bremst sich bei solchen Dingen immer gezielt und selber aus und das ist katastrophal. Und das ist auch in Berlin so und ich mache übrigens auch keinen Hehl daraus, sage ich jetzt hier ganz ehrlich, Berlin ist scheiße. Ja? Kannste eigentlich keinem antun, diese Stadt. Das Problem ist, der Rest von Deutschland ist leider noch scheißer. Und äh das äh aus diesem kleinen Delta ziehen wir unsere Arroganz. Und außerdem äh glaube ich, dass wir es euch äh Bayern und Schwaben zeigen werden, wenn unser Flughafen erstmal fertig ist, da werdet ihr noch richtig staunen, was wir hier können. Schaffe, schaffe, Flughafen baue.
Tim Pritlove
Der ist übrigens fertig.
Linus Neumann
Ja, ja, der ist schon lange fertig. Ich habe den.
Tim Pritlove
Der ist jetzt auch offiziell fertig.
Linus Neumann
Ja ja, ich habe den, ich habe den auch, äh ich habe den ja auch schon vor Jahren mal besichtigt, da war der auch schon fertig. Habe ich hier, glaube ich.
Tim Pritlove
Aber nicht abgenommen, aber jetzt ist er abgenommen.
Linus Neumann
Haben die Baugenehmigung?
Tim Pritlove
Die arbeiten an der Abrissgenehmigung, weil jetzt brauchen ja auch keiner mehr, fliegt ja keiner mehr.
Linus Neumann
Okay, also ja äh ich kann das verstehen, nehmt das bitte nicht ähm ernst ähm oder persönlich, wenn wir. Unserem ähm unserem Unterlegenheits- und Minderwertigkeitsgefühl als Berlinbewohner dadurch Ausdruck verleihen, dass wir über strukturstarke Regionen Deutschlands lästern. So ist das. Hinter vorgehaltener Hand äh kommt das alles zurück. So, dann.
Tim Pritlove
Eigentlich wollen wir, eigentlich wollen wir nur so sein wie ihr, tief in unserem Herzen.
Linus Neumann
Also es gibt ja ich äh es ich finde München tatsächlich übrigens eine schöne Stadt. Im Gegensatz zu Stuttgart übrigens.
Tim Pritlove
Jetzt reicht's aber, jetzt reicht's aber, komm.
Linus Neumann
Also, so die äh dann schreibt uns Marko, langes Thema immer hier bei uns gewesen, die Corona-Warn-App äh einmal in Google frei, Marko schreibt uns, wir hatten ein vor kurzem einen kleinen Diskurs über die Schnittstelle von Deppe, dazu hier ein Update, dass MicroG Projekt vor einigen Tagen über sein GMS-Core-Modul eine freie Implementierung der äh API integriert diese steht schon auf Git Up als APK zum Download bereit und wird wohl auch in verfügbar gemacht werden. Er hat das damit auf seinem Linage US zum Laufen bekommen und damit gibt es also jetzt die äh Corona-Warnapp für. Auch für notorische Google Skeptiker, ähm und deswegen hat Marko uns darauf hingewiesen. Das ist doch das Schöne an offenen Standards. Womit wir bei einem weiteren Thema wären, dass ich äh aus aus verschiedenen Feedback von Hörerinnen äh mal ansprechen wollte. Und zwar haben sich mehrere Gastronomen und Gastronomen mal bei mir gemeldet, die sich so ein bisschen Gedanken machen über den die Zellwirtschaft, die da existiert und ich habe ja ähm. Hier in der Sendung, mehrfach und auch in den Pressemitteilungen des CCC zu dem Thema mich sehr klar für das äh System stark gemacht. Jetzt gibt es, folgende Problempunkte, die mir dazu gemeldet werden. Den ersten hatte ich gerade Eingang schon so ein bisschen gesagt, dass eben tatsächlich, mehrere gastronomische Betriebe, das offenbar einfach nicht machen oder so nachlässig machen, dass sie Dafür eben keinen Streit mit ihren Kundinnen anfangen. Was wiederum dazu führt, dass bei denen die es ernsthaft betreiben, tatsächlich Unmut von den Kundinnen kommt. Ja? Ähm zweitens, dass die, ganzen Zettel, wenn sie handschriftlich sind, ist natürlich diese Thema mit den falschen Angaben, und Unleserlichkeit gibt. Und drittens hat sich hier bei mir gemeldet die Betreiberin einer etwas größeren gastronomischen Einrichtung, die auch einen Coronavorfall hatte und die dann sagte so, tja, das sind eben fünfhundert solche pro Tag. Und äh von diesen Zetteln hast du das Problem, die sind eben in keiner Form digital erfasst, du hast dann da die Sache mit der Unleserlichkeit, du hast die Sache mit dem A ist das jetzt eine eins oder eine Sieben, ja und, dann dieser Alarmierungsprozess kann einfach bei dieser Menge kaum noch, zeitnah funktionieren. Das muss man leider einfach mal so festhalten ja? Wenn dann diese die also fünfhundert Zettel, ne, das ist ein Stapel Kopierpapi der muss zum Amt gebracht werden, weil diese Alarmierung macht das Amt dann und dann kann man sich überlegen, wenn hier Leute anrufen oder Briefe schreiben, da geht auch wieder so viel Zeit verloren. Also habe ich mal darüber nachgedacht. Ob und wie man denn einfach und Daten sparsam diesen Prozess, bilden könnte. Und nach einigen Überlegungen bin ich zu dem Konzeptvorschlag gekommen. Den wir hier schon öfter mal erwähnt hatten oder angedacht hatten, aber ich will den mal formulieren. Und zwar ist das die Ergänzung der Corona-Warn-App, um den Datentyp einer Zusammenkunft, Zusammenkunft ist wichtig. Es gibt zwei Anwendungsfälle, die ich dafür hätte. Mir geht's hier spezifisch um die Situation, mehrere Menschen befinden sich zusammen in einem Raum für eine bestimmten, für einen ausgedehnten Zeitraum, was nach meiner, sagen wir mal, ein schlecht gelüfteter Raum oder sowas, was nach meiner Wahrnehmung irgendwie auch so diese ein Meter fünfzig Situation irgendwann auflösen würde, ne? Enger Meetingraum, zehn Leute drin, da bin ich vielleicht niemals ein Meter fünfzig nah, trotzdem ist er in der Lage, uns alle zu verseuchen. Anderes Beispiel, ähm ne, was weiß ich, lädt's ein paar Leute zum Kochen ein. Und äh schließt die meiste Zeit in der Küche. Also der Datentyp, der Zusammenkunft, der wird nach meiner Vorstellung ähnlich gehandelt wie eine, ähm also von der vom Backend ähnlich gehandelt wie eine Person, hat aber, weil er ja eine Zusammenkunft ist, nicht mehr diese Anforderungen geheim gehalten zu werden. Also er müsste kein Rolling Identify haben. Könnte er, brauch aber nicht unbedingt. Ich stelle mir das so vor Ähm. Und zwar für Restaurants oder jetzt irgendwelche persönlichen Treffen oder so was, gleichermaßen. Du gehst in deine App und sagst, ich möchte jetzt eine Zusammenkunft machen. Deine App sagt, alles klar. Ähm diese Zusammenkunft ist jetzt registriert und. Display dir einen QR-Code. Die Leute, mit denen du die Zusammenkunft hast, scannen den QR-Code und speichern sich diesen Identifiere. Jetzt hast du den auf deinem Telefon und die anderen Leute auch auf ihrem, der den quasi ausgelöst hat, hat die Möglichkeit, die Alarmierung, auszulösen, wohlgemerkt, die Datenhaltung ist wieder nur in diesem Benutzerinnenkreis. Das heißt, bis das ausgelöst wird, weiß ähm eine Apple Google oder von sonstem bereitgestellte Schnittstelle nicht, Das ist diese Zusammenkunft überhaupt gab. Und wenn du jetzt die Alarmierung auslöst, weiß die Schnittstelle auch wieder nicht, wo diese Zusammenkunft war. Und das Handy speichert sich einfach Uhrzeit und den Code und die Veröffentlichung wäre dann eben, wiederum Code und Uhrzeit, sodass du ähm dann sogar so abgestufte äh, Meldung wieder hättest und sagst halt, ja klar, es muss auf den Tag bezogen werden oder dass du als alarmierende Person zum Beispiel auch sagen kannst, alles klar, hier Restaurant, Mittwoch, Donnerstag hat 'ne infizierte Person gearbeitet, ich alarmiere jetzt für diesen Zeitraum also du könntest. Die die zentralen Änderungen während der automatische Teil fällt weg, weil du ja auf eine gewisse Weise den Check-In auch, sicher und nachvollziehbar machen muss, das ist denke ich notwendig, weil ja auch nach den Strafen für diese korrekte Coronaregistrierung, wenn da Ordnungsamt vorbei käme, ähm. Du einen Nachweis haben musst, dass du das getan hast, der wäre im Prinzip deine Gäste. Eben darauf aufmerksam zu machen, dass sie diesen Check-In machen müssen, wenn sie's nicht tun. Ihn halt einen Zettel zu geben. Ne, Zettel voll weg, kann man immer machen. Ähm aber in diesem Fall wäre halt eine super schnelle Alarmierung fähig, möglich und du könntest nach meiner Abschätzung auf diese Rolling Identifiers verzichten? Könntest aber natürlich auch ein in dem QR-Call letztendlich etwas drin haben, was zu einem äh Rolling-Code führt, solange der Online irgendwie dann generiert würde. Hielte ich für 'ne relativ einfache Ergänzungsmöglichkeit, für eine Schnellalarmierung könnte alternativ oder parallel zu Zellwirtschaften verwendet werden. Sehe ich wenig Anlass, das zu äh das nicht zu bauen. Zumal, wenn man sich überlegt, was wir hier durchaus an an verrückten Digitallösungen gesehen haben, also die Schwachstellen da drin, darf man ja nicht. Ähm äh. Außen vor lassen. Den würde in diesem Konzept, was ich jetzt hier äh im Prinzip sehen würde, wegfallen, weil die Datenhaltung wie der, dezentral ist. Und ähm du quasi dann eigentlich deine deine Zusammenkünfteliste hättest mit Datum und Orden, hast du irgendwie was weiß ich, dein dein Diary und, Am Ende wär's quasi die die dezentrale Umsetzung von dem Kontakttagebuch, was der äh Drosten auch empfohlen hat. Hielte ich für eine sehr eine wieder mal eine so einfache Lösung, ein komplexeres Problem zu lösen. Ansonsten würde ich noch kurz erwähnen, was ich gesehen habe, was ich auch sehr, interessant fand, wo man auch mal denkt so, man muss auch nicht jedes Problem Over Engineer, habe ich in Berlin in einer ähm in einem Biergarten gesehen, Die haben im Prinzip gesagt, jo, du musst, wenn du hier rein willst, musst du dich, Corona registrieren und die haben das ganz einfach über eine E-Mail gemacht. Die haben einen QR-Code gehabt, der äh letztendlich, einen Link mündete, wo du eine E-Mail an die geschickt hast. Und ähm diese E-Mail auf diese E-Mail kam Autoresponder und der wurde am Eingang kontrolliert. Vorteil, ja, von der Datenhaltung, Nachteil ist, du hast eine zentrale Datenhaltung, aber wenigstens ist die ohne Zell. Du kannst sauber nach vierzehn Tagen oder was auch immer die Löschfrist in deinem Bundesland ist, einfach die die Inbox löschen. Also das ist eine sehr einfache Löschfunktionalität und du hast eine sehr schöne Alarmierungsfunktionalität, weil wenigstens die erfassten Kontakte jetzt in einer digitalen und eindeutig der Person zugeordneten Form vorliegen, Im Zweifelsfall gehst du einfach auf den auf den Tag in deiner Inbox, äh markierst äh alle Nachrichten, das Replay all ähm und äh, Achtest darauf, dass das im BCC ist und bist fertig. Ja, wo ich mal sagen muss so, tja, ganz ehrlich, ähm. Ich habe schon sehr viel unsicherere Systeme gesehen als dieses. Auch wenn es natürlich, ja, ist dann bei Google ja äh äh unterliegt der Vorratsdatenspeicherung oder irgendwelchen Erfassungen, ja ja das ist alles richtig, aber es ich habe sehr viel schlechtere Systeme gesehen. Na ja, so viel dazu.
Tim Pritlove
Ja, ich will das gleich mal weiter äh äh denken, im Prinzip könnte man ja auch diese Funktionalität, dieses Ich habe mich hier kurz äh äh für diesen Ort registriert, genauso natürlich auch in die Corona-Warn-App direkt eintragen, Ja, wäre ja durchaus vorstellbar, dass man sozusagen dadurch so ein so ich habe jetzt mich für diesen Ort angemeldet und ihr wisst das jetzt, weil ich euch den Antwortcode hier sozusagen präsentiere. Man könnte quasi dasselbe haben, dann müsste man noch nicht mal selber was vorhalten oder alternativ wäre ja auch zu überlegen, dass auch diese Corona-Warn-App einem irgendwie so ein, so ein Kurzstring erzeugt sozusagen einmal sagt so, ja, ich will mich jetzt hier in die Liste eintragen, ich melde mich mal äh kurz anonym an, damit ich äh benachrichtigt werden kann, wenn hier was war dass ich hier war, trage ich halt einfach nur so ein acht Buchstaben Code, der in dem Moment für mich erzeugt wird, in diese Liste ein, die man einfach eingeben kann.
Linus Neumann
Also quasi das System nochmal umdrehen mit den Rolling Identifiz, dass du, aber also dass du die dass du im im Krankenhaus hast schon im im Restaurant die Erfassung machst und das Restaurant kann ich dann über die über die gleiche alte Schnittstelle im Prinzip durch einen äh durch einen Code identifizieren.
Tim Pritlove
Ja, ob's dann technisch wirklich genau dieselbe Schnittstelle sein kann, ähm lasse ich nochmal offen, aber man kann ja sozusagen hier auch noch einen zweiten Kanal hinzufügen, der explizit dafür äh gedacht ist, weil man muss jetzt auch grade denken, wir sind jetzt gerade dabei, bei so einer weltweiten europäischen äh europäischen und weltweiten Standardisierung, ja, wo dann auch andere Server zum Einsatz kommen, der ihnen jetzt nicht die deutsche Corona-Warn-App, ist und dazu natürlich kompatibel sein muss, aber man könnte dem ja quasi noch eine zweite äh Infrastruktur, die ähnlich funktioniert, danebenstellen, um eben genau solche Dinge ab decken zu können.
Linus Neumann
Wer bei dem von mir gerade vorgeschlagenen äh System mit äh eventuell statischen Code für die Location, beziehungsweise die Zusammenkunft und die Uhrzeit auch notwendig, ne? Das wäre eine andere API.
Tim Pritlove
Genau, also da müssen wir sicherlich technisch auch nochmal im Detail äh mehr drüber nachdenken, aber es ist äh äh sicherlich machbar und vor allem, denke ich mal, wäre es auch schön, wenn man mehr hätte, wenn diese App einem quasi auch noch ein bisschen Last von den Schultern nimmt, weil grad dieses Eintragen in äh Listen, ne, was du ja vorhin auch äh kritisiert hast, dass Leute das in Berlin nicht tun und wahrscheinlich auch an vielen anderen Orten auch nicht tun. Ähm, es gibt ja oft auch gute Gründe, warum man das nicht will, ne. Ich denke da mal so an Frauen und so weiter, die jetzt nicht unbedingt grade ein Interesse haben äh in in jeder Kneipe äh mal ihre volle Anschrift zu hinterlassen oder gar ihre Telefonnummer. Ja, da sind.
Linus Neumann
Die Fälle häufen sich ja auch des Missbrauchs dieser Daten. Ist ja nicht irgendein theoretische.
Tim Pritlove
Ne? Genau. Und wenn ich halt einfach mit der Corona-Warn-App äh ich mache die App auf und sage so, ich will mich jetzt hier in diesem Ort einchecken, ja? Ähm und ich schreibe dann kriege einfach so ein Kürzel, das trage ich da irgendwie ein und bei einer Überprüfung könnte halt eine ein Gesundheitsamt einfach dieses Kürzel eingeben und dann plimpt es bei mir aufm Telefon, ohne dass man weiß, wer ich bin Ja, so nach dem Motto hier, sie waren an dem Ort da vielleicht, Corona, bitte melden sie sich. Dann wäre ja auch schon mal was geworden. Also in der Hinsicht würde ich dann auch, gerne mehr sehen, ne. Was ich bei UKW auch schon länger angesprochen habe, das vielleicht nochmal als letztes hinterher, dass man vielleicht auch darüber nachdenkt, aber das ist dann eher eine Änderung auf der gesamten Framework-Ebene, also etwas, was auch bei Google und Apple äh Freunde finden müsste, dass man eben diese Risikoparameter, die derzeit da bewertet werden, die ja im Wesentlichen derzeit nur berücksichtigen, wann war eine Infektion und so weiter und wie ne, wie wie sehr steigt äh das Risiko pro Tag oder senkt sich äh entsprechend ab, also dass diese, die letzten Endes dazu führt, dass dir gesagt wird, dein Risiko ist hoch oder niedrig. Dahingehend erweitert wird, dass man vielleicht auch unterscheidet, ob man nun drinnen oder draußen war, dieses Ding mit, wir haben hier eine Zusammenkunft und so weiter, das funktioniert natürlich äh gut, wenn, es sich wirklich um eine solche handelt, aber es gibt natürlich auch genug Situationen, wo man, drinnen mit Leuten zusammenkommt, die man jetzt irgendwie nicht alle kennt und wo man jetzt auch nicht äh fröhliches Code austauschen organisieren kann oder möchte und äh da wäre es halt schon ganz sinnvoll, wenn diese Telefone mal eine Unterscheidung machen würden, Natürlich so ein bisschen die Apple Perspektive und kann mir halt sehr gut vorstellen, dass es so auf so einem iPhone kein großes Problem ist, intern so eine Funktion zu realisieren, die einfach sagt, so, ich sehe hier keine GPS-Athleten mehr, also bin ich wahrscheinlich drin das so ohne weiteres auf der Plattform auch durchsetzbar wäre technisch, nicht so richtig beurteilen, aber ich fände es auf jeden Fall mal so eine Sache, in die man mal diskutieren sollte.
Linus Neumann
Ja und das könnte also ich denke, diese Unterscheidung in ähm. Indoor-Outdoor ist einfach sowas von ähm notwendig. Also ich hatte ja hier, Zuletzt von meinen neuen Begegnungen niedrigen Risikos ähm gesprochen. Ich habe jetzt inzwischen wieder vier, ne, also das geht hier also das Ding. Das kann ich sagen, die App funktioniert, aber ähm. Halte es für von allem, was ich über dieses Virus gehört habe, ziemlich relevanten Unterschied, ob diese Begegnungen niedrigen Risikos, zum Beispiel eine Person waren die vier Meter von mir entfernt, zwei Stunden in einem Restaurant gesessen hat, oder ähm eine Person, äh die vielleicht ähm an der an der frischen Luft vier Meter entfernt von mir gesessen hat. Insofern diese Unterscheidung, denke ich, ist insbesondere jetzt für den, für den Winter besonders notwendig und das ist das, was ich wirklich an dieser App kritisieren muss. Wir haben das Ding damals gelauncht mit der Überlegung, okay, es ist relativ klar, dass die Parameter der Detektion, über die Zeit, den wissenschaftlichen Erkenntnissen angepasst werden müssen. Und da ist einfach nichts passiert da ist nichts passiert. Äh die es wurde irgendwann einmal vor Monaten gesagt, Risikokontakt ist, was weiß ich, diese Zeiteinheit, diese Nähe, ja, aber, Da muss doch inzwischen viel mehr drüber bekannt sein, wie der Hase läuft und das müsste sich auch in dieser App abbilden und das passiert einfach nicht. Das äh wie gesagt, denke ich, also zumindest dieses, also das könnte man auch durch diese diesen Datentyp, der Zusammenkunft eben auch ein bisschen. Ähm ja noch verbessern, ja. Tja, scheint da ist irgendwie Stillstand. Dass äh da bin ich wirklich mal gespannt auf die Evaluation von diesem ganzen Bluetooth Gemesse und so. Also, dass das auf jeden Fall nicht der Weisheit letzter Schluss in der Erfassung sein kann, war von vornherein klar. Und da hätte ich mir inzwischen ein bisschen mehr Fortschritt gewünscht.
Tim Pritlove
Ja Sicherlich, also zumindest, was die europäische Debatte betrifft, ist es äh angezeigt, wenn man sich jetzt mal international anschaut, wie sehr äh die Verbreitung dieses Konzepts überhaupt äh vorangeht. Da ist ja bisweilen sehr ernüchternd, also nicht, nicht ohne Grund haben ja Apple und Google auch so diese Apples Funktion äh eingebaut in dieses Frame, dass man jetzt im Prinzip nur durch das Aufsetzen der entsprechenden Server automatisch diese Dienstleistung einer App die ja letzten Endes nicht sehr viel mehr macht, als ein paar Abfragen auf einer ABI zu machen. Das können natürlich diese Telefone theoretisch auch alleine. Nur wer äh eben gerne jetzt in seinem Hoheitsgebiet gerne mit so einer App präsent sein will, kann das eben weiterhin tun, so wie es eben jetzt äh Deutschland viele andere Staaten machen die bisher darauf verzichtet haben, könnten halt auch einfach nur die Open Implementierung von Googles äh Kieser.
Linus Neumann
Ja, das das hatten wir ja hier ausführlich berichtet. Das Problem ist nur, äh ich sehe trotzdem, also was ich mir mehr gewünscht hätte, wäre, dass dieses das an diesem Konzept mal weiter entwickelt wird.
Tim Pritlove
Nee, klar, ich sage ja nur, das ist das, wo derzeit der Fokus drauf liegt, äh diese Verbreitung äh von dem Ganzen voranzutreiben. Wir wissen ja nicht, nicht auch an diesen ganzen anderen Erkenntnissen was gemacht wird, nur die Debatte darum hätte ich natürlich auch, gerne und dazu äh das dann vielleicht mal unsere Rolle, dass irgendwie man einfach mal drüber diskutiert, äh wie es denn nun weitergehen soll und weitergehen kann. Dass die App halt als solche nützlicher wird auch in anderen Bereichen, um einfach die Benutzung auch noch weiter zu promoten.
Linus Neumann
Ja. So, wir haben mal wieder ein EuGH-Urteil zum zur Vorratsdatenspeicherung.
Tim Pritlove
Ist das eine gute Nachricht eigentlich?
Linus Neumann
Ähm nee, weiß ich nicht, weiß ich nicht genau.
Tim Pritlove
Man nicht, ne? Ist vielleicht eine gute Nachricht. Vielleicht nicht, nicht ganz so schlechte Nachricht, brauchen wir auch. Ja, genau.
Linus Neumann
Vielleicht eine gute Nachricht. Brauchen wir mal ein Jingle? Vielleicht eine gute Nachricht.
Tim Pritlove
Vielleicht eine gute, nicht ganz so scheiße.
Linus Neumann
Kurz noch mal den Hintergrund. Also, zweitausendsechs hatte die EU per Richtlinie beschlossen, dass es äh eine Fortdatenspeicherung geben soll und zwar für Verbindungs- und Standortdaten sämtlicher Telefon und Internetnutzerinnen. Auf Vorrat, ja? Um diese Daten den Polizeibehörden und Strafverfolgern irgendwie zur Verfügung zu stellen. So, die wurde also zweitausendsechs beschlossen. Ähm, Es gab dann in Deutschland und in den einzelnen Ländern diese ganzen Klagen, aber wir bleiben ja hier nur auf der EU-Ebene. Diese Richtlinie, Hat der EuGH zwanzig vierzehn für unverhältnismäßig und grundrechtswidrig erklärt. Ja? Auf auf EU-Ebene. Dann ähm wurde gegen nationale Gesetze geklagt und da hat der EuGH zwanzig sechzehn geurteilt. Diese nationalen Gesetze von Großbritannien und Schweden in dem Fall zur Vorratsdatenspeicherung, unverhältnismäßig und nichtig sind, ne? Sie hat die Richtlinie. Äh weggeurteilt und dann die verbleibenden Ururteile zu deren Umsetzung, die verbleibenden Gesetze, zu deren Umsetzung auch in den einzelnen Ländern nochmal als nichtig erklärt. Diese Rechtsprechung des EUGH wurde aber einfach von mehreren EU-Staaten nicht akzeptiert. Die haben sich einfach geweigert ihre nationalen Gesetze zu Vorratsdatenspeicherung abzuschaffen. So und die EU-Kommission, die eigentlich dann Vertragsverletzungsverfahren anstrengen müsste, hat sich gedacht, ah ey, heute, heute ist echt schon busy Tag und so, ne und vor allem finden wir eigentlich eh gut so, äh mache ich morgen, ja? Das heißt, die haben quasi seelenruhig gegen die EU Vorgaben und EuGH-Urteile verstoßen, aber die EU hatte keine hatte keinen keine Motivation. Die Kommission hat keine Motivation, Vertragsverletzungsverfahren einzuleiten. So, jetzt haben erneut drei nationale Gerichte den EuGH äh zu dem Thema angerufen, und das war das englische Investory Power Stripunal. Der französische Corsaitar, und der belgische Verfassungsgerichtshof. So, die haben also jeweils gefragt, wie sieht das aus mit unseren nationalen Gesetzen, sind, zulässig. Das Ganze wurde angestoßen durch Privacy International und Lackfaderatur Dunette und jetzt. Ist es so, dass es, ich rede die ganze Zeit von EU-Ebene. Es ist in Deutschland immer noch eine Klage gegen das Gesetz zu Fortseitensprechung. Unter anderem von Pet der ja äh letzte Woche bei uns war und äh von der Datenschutzorganisation Digitalcourage. So, jetzt Also das sind die Nationaldinger. Jetzt aber das EuGH-Urteil, die sagen, ähm, solange die absolute Notwendigkeit der Vorratsdatenspeicherung nicht bewiesen ist. Und keine gezielte Speicherungspflicht in Betracht gezogen wird, geht das schon mal. Nicht diese Vorratsdatenspeicherung. Und Sie haben, natürlich, wie das bei so verfassungsurteilen ist, etwa Spielraum gegeben für Ausnahmen. Und da haben sie gesagt, äh eine Ausnahme ist, wenn der betreffende Mitgliedsstaat mit einer ernsthaften Bedrohung der nationalen Sicherheit konfrontiert ist. Äh die sich als echt und konkret oder vorhersehbar erweist, kann er das machen. A. B, aber nicht anlasslos. Also in irgendeiner Form, es müsste gezielt sein. Wie das genau zu interpretieren ist, ist zum heutigen Stand, ist jetzt immer noch so ein bisschen unklar. Aber man muss sich natürlich fragen ähm ob das denn überhaupt geht, ja, wenn also eine konkrete, vorhersehbare äh ernsthafte Bedrohung, Sicherheit der nationalen Sicherheit, zweifelhaft, ob das bei den äh deutschen Vorratsdatenspeicherungsgesetzen der Fall ist. Und zweitens, Anlasslosigkeit ist auch gegeben, mit anderen Worten, relativ klar, deutsche Fassung der Vorratsdatenspeicherung ist auf jeden Fall damit nicht vereinbar, insofern kann man eigentlich auch davon ausgehen, dass das Bundesverwaltung Verwaltungsricht. Ziemlich zeitnah über das deutsche Gesetz sofort entscheiden kann. Weil es eben nicht mit dem europäischen Recht vereinbar ist.
Tim Pritlove
Ich kriege ich kriege leider gerade eine Nachricht rein vom deutschen Innenministerium, das sich äh äh äußert. Ja, ja, wir danken dem EU-Gerat für die für die Klärung und äh sehen auch weiterhin unsere Pläne unverändert vor.
Linus Neumann
Wir sind anderer Rechtsauffassung als der.
Tim Pritlove
Danke, dass ihr euch da, dass ihr euch das mal angeschaut habt. Wir haben da was gelesen mit Ausnahmen? Nehmen wir. Ausnahmen? Ja.
Linus Neumann
Es kann ja nicht sein, dass hier das äh das EuGH der der Strafverfolgung.
Tim Pritlove
Ja, es gibt da etwas Spielraum, hast du ja selber gesagt, ne? Also Spielraum nehmen sie sofort.
Linus Neumann
So, dann gibt es noch eine kleine Veröffentlichung von Patrick Breyer, nämlich eine Studie des Wissenschaftlichen Dienstes des Europäischen Parlaments. Die sich untersucht haben, ob denn die Gesetze zur flächendeckenden Vorratsdatenspeicherung der Telefonmobil und Internetnutzung. Einen messbaren Einfluss auf die Kriminalitätsrate oder ein Aufklärungsquote hätten. Das ist ja ganz, also das ist ja, du hast ja immerhin eine schöne Studiensituation, dass du jetzt quasi in verschiedenen europäischen Staaten diese Speichung hast oder nicht. Jetzt geht der europäische, der wissenschaftliche Dienst des EU Parlamentes hin und sagt OK guckt mal ihr habt das jetzt seid so und so lange zeigt mal Zahlen ja? Machen wir jetzt mal 'ne ordentliche Studie ja wie sich grundsätzlich die Kriminalität entwickelt hat und so und wie sich die Aufklärungsquoten verändert haben. Und. Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass es nicht möglich ist, einen direkten Zusammenhang zwischen Datenspeicherung und Kriminalitätsstatistik zu erkennen. Also weder auf Kriminalitätsrate noch auf Aufklärungsquote gibt es einen Zusammenhang. So und das wiederum ist ja hier für die äh für das EuGH-Urteil eben auch nochmal relevant, dass sie sagen, so äh ihr müsst erstmal die absolute Notwendigkeit beweisen. Und. Das ist alles, alles nicht gegeben. Und wir können jetzt uns natürlich darauf freuen, in den nächsten Jahren, wie alle diese Studien und alle diesen Urteil, alle diese Urteile weiterhin ignoriert werden. Das muss man ganz einfach mal sagen.
Tim Pritlove
Ja, das sind ja auch nur so wissenschaftliche, spitzfindigkeiten.
Linus Neumann
Ja Haarspalterei.
Tim Pritlove
Ja, also da fehlt ja jegliche politische Interpretation. Willst du jetzt hier einfach mit Fakten antworten? Wo kommen wir denn da hin.
Linus Neumann
Wer hat das letztens noch gesagt? Die Wissenschaft ist ja erstmal Wissenschaft lassen. Jetzt brauchen wir Fakten. Wer hat das denn nochmal gesagt? Der war auch so ein Strategere.
Tim Pritlove
Sorry ich nicht.
Linus Neumann
Warte mal, das habe ich doch irgendwo.
Tim Pritlove
Oh man ey.
Linus Neumann
Wer war das denn? Irgend so ein also. Na ja, wenn man jetzt Wissenschaft und Fakten googelt, dann findet man halt, ne, die Tatsache findet man halt den Fakt, dass Wissenschaft, der einzige Weg ist, Fakten festzustellen, aber okay, lassen wir das. Äh Fakten ist ein schönes Stichwort.
Tim Pritlove
Gibt ja auch noch andere Möglichkeiten, dagegen vorzugehen.
Linus Neumann
Wogegen? Gegen Fakten?
Tim Pritlove
Ja. Wie du jetzt gleich vorstellen wirst.
Linus Neumann
Ach so, ja. Äh und Turnit Effekts, Turnifts, ne. Ähm. Wir haben ja hier in der Sendung berichten wir immer wieder über das Problem der ähm der gesellschaftlichen Verzerrungen und Phänomene, durch soziale Medien, wobei hier der Kernpunkt des Problemes sicherlich jene Algorithmen sind, die einerseits die Zeit, die wir in den sozialen Medien, verbringen. Optimieren, also erhöhen sollen, um dem Vermarktungswerbe und Einkommensinteresse, der sie betreibenden Unternehmen zu dienen. Gleichzeitig dadurch zu einer äh Filterbabilisierung und extremen Meditisierung der, gesellschaftlichen Wahrnehmungen führen, die Menschen aufgrund dieser sozialen, Medien entwickeln. Ja, also mit anderen Worten, du guckst einfach nicht mehr so oft auf Facebook, wenn's langweilig ist, mit anderen Worten, es ist in ein sehr gutes Interesse von denen, dass du. Dort Dinge findest, die dich fesseln und in ihren Bann ziehen, zum Beispiel den unerhörten, Fakt, äh dass irgendwie äh ne, die Eliten dieser Welt äh Kinder foltern um an daraus zu kriegen. Und dann ähm wie war das nochmal? Ich krieg's jetzt gerade nicht mehr ganz auf die Kette. Das muss man auswendig lernen, weil das so absurd ist. Das ist ja nicht in sich geschlossen.
Tim Pritlove
Ja, die die haben dann Kinderpornoringe in irgendwelchen Kellern von äh Pizzarestaurants, die gar keinen Keller haben.
Linus Neumann
Und der Trump rettet die Kinder, ne?
Tim Pritlove
Hm, klar, Traumpräsident überhaupt die Welt, so einfach ist das. Es noch nicht verstanden hast, also wirklich.
Linus Neumann
Das äh genau, äh die Rede ist von. Dieser ja diesen Konglumerat an Verschwörungstheorien, was letzten Endes bedeutet, dass äh Trump ist so eine so eine Art Erlöser und ähm irgendwie wird er, ist das jetzt alles quasi die Rettung? Und äh Facebook hat vor einiger Zeit schon gesagt, okay, wir werden jetzt die ähm. Militarisierten sozialen Bewegungen von unserer Plattform werfen, wenn sie Gewalt befürworten, was bei regelmäßig der Fall ist. Und haben jetzt eine Pressemitteilung rausgegeben, dass sie ab heute auch äh sämtliche Facebookseiten Gruppen und Instagram löschen, die für non stehen. Auch wenn sie keine gewaltbezogenen Inhalte enthalten. Mit anderen Worten Das ist jetzt schon wirklich eine krasse ähm Ansage und auch natürlich ein krasser Einschnitt. Und. Bei Netzpolitik ORG wird äh äh wurde getitelt, was ich sehr interessant fand ähm Facebook verbietet Q-Anon. Äh was ich insofern bemerkenswert fand, weil das, was die machen, muss man leider sagen, die verbieten das nicht, sondern die zensieren das. Ne? Das ist weiterhin erlaubt und Facebook kann auch gar nichts verbieten. Ähm, weil die ja kein Gerichts kein kein Gesetz gebender Körper sind. Die können natürlich nur ihre eigenen Regeln machen, wenn sie da bestimmte Gruppen diskriminieren, dann ist das eben Zensur. Und, Das Spannende finde ich aber, dass also ich finde das nicht gut, dass sie das tun und. Es zeigt aber, dass ihnen ihre Algorithmen zum Fangen unserer Aufmerksamkeit heiliger sind. Als ähm sage ich mal. Alles andere und deswegen sagen sie, okay, dann machen wir lieber, zensieren wir die hier ganz runter. Hauptsache, wir können unsere Algorithmen so schön halten, wie sie sind, ne. Die andere Interpretation wäre, dass diese Gruppen so mächtig sind, selbst wenn sie durch die Algorithmen äh diskriminiert werden. Das ist aber zum Beispiel noch der Stand bei Twitter, die haben die Reichweite von rund einhundertfünfzigtausend äh einschlägigen Konten, beschränkt mit anderen Worten, die kannst du, also die werden dir nicht mehr angeboten. Und rund siebentausend äh gänzlich gelöscht. Ich, bin mir nicht sicher, ob diese Maßnahmen so äh von Erfolg gekrönt sein werden oder ob das vielleicht auch eine Symbolpolitik ist. Ich bin schon darüber einig, dass der Kampf gegen diese, Verschwörungsmythen unbedingt geführt werden muss und dass da auch noch irgendwie kein Kraut gewachsen ist und wir alle keine Ahnung haben, wie wir wie wir das Ding hinkriegen. Aber es ist schon. Eine schwierige Präzedenz, die da geschaffen wird. Muss ich leider sagen.
Tim Pritlove
Ist eine schwierige Präzedenz, grade äh im Hinblick, wie du richtig sagst, dass dass wir eigentlich aber auch alle nicht so richtig wissen, was wir äh stattdessen tun sollen und ähm ist auch klar, dass damit natürlich die Leute jetzt erstmal nicht aus der Welt sind, dieser Algorithmus, der, wie du meinst, Facebook heilig ist, naja, der ist ja nicht heilig. Das ist sozusagen das ist.
Linus Neumann
Ihr Geschäft.
Tim Pritlove
Genau, das das ist die Definition ihres Geschäfts. Das ist das, was die Kraft einer eines Netzwerks, die Kraft, Einer einer Plattform ausmacht, diese Recommentations, diese Aufmerksamkeit, die du dann verkaufen kannst, die kannst du nicht so ohne Weiteres aus diesem Laden rausnehmen, ohne den ganzen Laden, auszunehmen. Und daran haben sie natürlich kein Interesse und da werden sich äh mindestens unterbewusst immer gegen wehren, wahrscheinlich auch eher bewusst, Auf der anderen Seite kann es sein, dass dir jetzt einfach äh wieder öfter Flat Earth Videos vorgeschlagen werden.
Linus Neumann
Oh Mann, ey.
Tim Pritlove
Habe ich nämlich eine ein ein wunderschönen Analyse äh gesehen, die irgendwie so ja und so weiter und was sind da überhaupt und das kann man ja alles die Banken und warum glauben denn die Leute dann trotzdem noch irgendwie dran? So, das war ja auch so ein bisschen so diese Fragezeichen. Und auch das, was wir jetzt über und so äh vorgebetet haben, denkt sich ja so, jeder normale Mensch, Ja, okay, gut, was jetzt? Hier fehlen ja irgendwie nur noch Aliens und und dieser ganze andere Kram. Was bitte ist das, ne? Und. Einerseits ist das halt alles nichts Neues. Also ich habe ja auch vor es gab ja auch vor zwanzig, dreißig Jahren gab's ja schon diese Zeitung, in irgendwelchen Läden zu kaufen. Wie hießen die immer? News of the World oder irgendwie ähm habe gerade äh keine passenden äh Namen parat, aber so diese Drecksblätter, wo wirklich einfach die ganze Zeit das volle Programm von Alien in Führung und also Elvis lebt, zum dreißigsten Mal und so und abgeschwächt dafür ähm Form gibt's das ja auch so mit so Frauen und Gesellschaftsmagazinen, wo die ganze Zeit irgendwelche Kinder von irgendwelchen Grafen und und und Königinnen erfunden werden, ne? Die also auch permanent Lügen, obwohl es irgendwie vollkommen, weil sie nächste Woche ist schon vollkommen klar, nein, sie kriegt jetzt kein Baby, sie hat einfach keins. Irgendwie, warum, warum schreibt er davon, dass da jetzt irgendwie wieder Babyglück ins Haus steht? Weil es immer nur um diese Illusion geht. Und Leute kaufen es aber auch immer wieder. Und man fragt sich halt, warum glauben Leute an flache Erde, obwohl es weder belegbar ist und so hochgradig widerlegbar ist, warum glauben sie an diesen Q-Anon? Und es hat einfach viel damit zu tun, dass das so ein eigener Kult ist. Es geht sozusagen da drum, durch das kritiklose Hinnehmen von Quatsch. Zu anderen zu zeigen, dass man in diese Gruppe gehört, Und es ist halt einfach voll mit Leuten, die einfach Schwierigkeiten haben, der anderen Gruppe, der aufgeklärten irgendwie noch zu folgen, weil ihnen diese Welt zu unterkomplex ist oder ich weiß es nicht. Und äh deswegen kann man da sozusagen auch mit Argumenten und Faktchecking eigentlich relativ wenig erreichen, gerade umso absurder es wird, umso wichtiger ist es, dass du diesen absurden Thesen auch noch zustimmst und irgendwie Attila Hildmann in den Himmel lobst für sein tolles Engagement, für was auch immer, was es ist, was er vielleicht, ja? Weil du damit quasi den anderen wahnsinnigen in deiner Gruppe äh äh signalisierst, du bist einfach bereit, jeden Scheiß zu glauben, also gehörst du auch irgendwie dazu, das macht die Sache auch nochmal doppelt und dreifach äh schwierig.
Linus Neumann
Ja, es ist wirklich, es scheint ja noch kein Kraut gegen gewachsen zu sein, ne. Das muss man, glaube ich, glaube ich tatsächlich sehr äh.
Tim Pritlove
Das ist ein gesellschaftlicher Lernprozess, den wir da, glaube ich, grade angefangen haben, alle und das wird wahrscheinlich auch noch eine Weile äh halten und ich weiß nicht so ganz genau, wann wir hier die ersten Ergebnisse verkünden können, aber, Sobald es soweit ist, hier erfahrt ihr sofort zuerst.
Linus Neumann
So, dann äh Urheberrechtsreform haben wir letzte Mal schon ja gesagt, worum da gerade die Detaildiskussion geht, also Patrick darüber gesprochen haben, aber jetzt hat sich noch eine Kleinigkeit getan.
Tim Pritlove
Genau und zwar ist jetzt ein Referentenentwurf der deutschen Bundesregierung bekannt geworden und von Netzpolitik org veröffentlicht worden. Der ist von einem Monat, zweiter September zwanzig, steht da drauf und das ist jetzt nochmal eine Überarbeitung eines ähm vorher existierenden Entwurfs und. Und ich muss jetzt sagen Ich interpretiere jetzt die Interpretation von Julia Reeder in gewisser Hinsicht, ja, äh und auch was Netzpolitik Org dazu geschrieben hat, dass also hier die Regierung wohl dem Druck aus Europa nachgibt und alles noch ein bisschen schärfer umsetzt als das bislang so kommuniziert wurde. Ich meine mich auch in dieser ganzen Debatte noch zu erinnern, dass die CDU ja irgendwann mal angeblich zurück äh gezogen sei und meint so, ja, nee, Uploadfilter und so weiter, das machen wir dann aber nicht, obwohl wir das jetzt so beschlossen haben, aber das wollen wir ja eigentlich gar nicht. Davon ist jetzt irgendwie nix mehr zu sehen, sondern so, wie sich das jetzt darstellt, ähm wird hier eine sehr restriktive Auslegung, dieses Leistungsschutzes Leistungsschutzrechtes ähm angestrebt und so die Interpretation äh Echtzeit Uploadfilter sind unvermeidbar. Ähm konkreter Streitpunkt an der Stelle ist so Paragraph acht in diesem Entwurf, wo es um, die sogenannte Kennzeichnung erlaubter Nutzung ging und vorher im alten Vorschlag, wenn ich's richtig verstanden habe, war das so, dass man eben sagen kann, ja hier, äh das ist jetzt, ich deklariere das mal als einen legalen, Inhalt und dann muss der gar nicht erst durch diesen Check durch, weil ich gesagt habe, passt schon, schon alles in Ordnung, nicht dass es dann halt noch ähm äh Negativs ähm gibt. Der aktuelle Entwurf. Scheint wohl eher zu sagen, nö, jetzt muss hier mal einfach mal alles durch den Uploadfilter und du kannst ja danach immer noch behaupten, dass es äh erlaubt sei, aber damit wird dann eben alles automatisch durchgenudelt.
Linus Neumann
Mann, ey, das ist doch wirklich also und äh den Gesetzentwurf haben wir jetzt äh können wir uns auch nochmal genauer anschauen, ne? Hat äh frag den Staat veröffentlicht.
Tim Pritlove
Von ist ja von Frank äh also auf auf Netzpolitik org liegt ja. Ich.
Linus Neumann
Bei ist er aber jetzt irgendwie so eingebettet in einen Viewer von frag den Staat und der Artikel ist von Arne Semsrott, insofern. Habe ich eine Vorstellung, wo die den her haben. Ähm äh also das Ding bleibt nicht äh. Das Ding bleibt nicht unspannend und man sieht eben auch hier muss ich trotzdem sagen, ne, also das Thema hat damals so viele Menschen. Beschäftigt und zu so großen Demonstrationen geführt, und man merkt eben, wie man die Leute eben auch so wirklich einfach äh plattschleifen kann, ne, in diesen politischen Auseinandersetzungen. Da siehst du jetzt keine Bots mehr auf der Straße oder sowas, ne? Die YouTuber äh machen wieder, Schuhvideos oder sowas, ne? Das heißt, äh da ist dann, da ist jetzt auch das Momentum weg, ähnlich wie bei der Vorratsdatenspeicherung, wo auch inzwischen kaum noch einer Durchblick, kaum noch ein Hahn nachkrät. Und eben einige. Sich über lange Zeiträume hier festbeißen und das Thema hier wie äh insbesondere Patrick Breyer eben über ein Jahrzehnt jetzt begleiten und da immer wieder gegen kämpfen und eben zwischenzeitlich da auch in, irgendwann mal allein auf weiter Flur stehen, ne? Weil die Karawane weitergezogen ist. Bitter.
Tim Pritlove
Auch bitter sind neue, äh, die gefunden wurden.
Linus Neumann
Genau, ich bin mir nämlich gar nicht sicher, ob wir das nicht in der letzten Sendung schon kurz erwähnt haben. Also falls ich, ich mache das nur kurz, gab von Amnesty eine Amnesty International, die haben ja ein digital äh Team, das äh oder Digital Rights Team, das ähm. Immer äh den Staatstrojanern hinterher äh forscht Claudio Guarnei ist dort. Glaube so in also einer der Köpfe dieses Teams und die haben relativ viel nochmal von äh entdeckt und zwar haben sie in Ägypten Einsätze nachgewiesen und haben Mac und Lenux Versionen gefunden von diesem Staatstrojaner, kurze Erinnerung, das ist das Ding aus deutscher, Gegen das ja die, für Freiheitsrechte hier auch äh eine Strafanzeige erstattet hat, wegen des Exportes in, oder das Umgang umgehens von Exportrestriktionen, wir haben damals, Thorsten und ich ein Gutachten. Äh verfasst, wo wir eben die Belege zusammenfassen, dass es sich hier bei dem Einsatz in der Türkei eben um das Umgehen von Exportrestriktionen handelt. Das war spezifisch dadurch bewiesen worden, dass das Sample eben nach in Kraft treten der Exportrestriktion äh überhaupt erstellt wurde und wir andererseits durch die Ähnlichkeiten gezeigt haben, dass das, aus dieser Familie stammt. Hier mit diesem, entdecken kompletter Mac und Lynux-Varianten ist ein und dem Nachweis des Einsatzes in Ägypten ist ein ungleich größerer Beweis gelungen, ja? Ähm, der hier die, Machenschaften dieses Unternehmens ähm aufzeigt und wieder mal zeigt, dass sie eben das mit den Menschenrechten nicht so genau nehmen. Und es ist langsam auch wirklich nur noch unerträglich, wie man sich seit Jahren, ja, dieses Unternehmen wird ja nicht nur in Deutschland geduldet, sondern dieses Unternehmen äh wird dem Unternehmen wird nachgesehen, dass es hier offenbar Strukturen zur Umgehung von Exportrestriktionen hat und nicht nur das, das Unternehmen wird auch selber, Deutschland ist selber Kunde und das schämt sich noch nicht mal jemand. Das schämt sich noch nicht mal jemand, wenn man sieht, alles klar wird in der Türkei gegen die äh gegen die Opposition eingesetzt, wird in Ägypten, gegen die Opposition eingesetzt, äh um Exportrestriktionen und die deutschen Behörden sagen, Alter, geil, das brauchen wir auch. Das brauchen wir auch, das ist spitze. Also ähm da weißt du auch irgendwann nicht mehr, was du dazu noch sagen sollst.
Tim Pritlove
Nee, Vanessa ist schon alles zugesagt.
Linus Neumann
Genau.
Tim Pritlove
Auch alles gesagt, ist eigentlich zu Microsoft Excel, wir hatten das ja hier jetzt schon so ein paar Mal, aber geht immer noch schlimmer. Ja, wir erinnern uns, äh so gehen äh Datenbanken in Excelsheets, ganz schlechte Idee, ja? Also Wissenschaftler natürlich äh so ihre Daten mit ihren Papers veröffentlicht. Das macht man ja Gott sei Dank mittlerweile so, aber dann leider sich eben dafür entschieden, dass in Excel Dateien zu überführen, wenn sie es nicht gleich schon so veröffentlicht haben. Und dabei liefen natürlich dann so ein paar Daten zu Grunde, weil Genamen für Excel aussahen wie Datums, Werte und das äh ja, hat's dann einfach so still und heimlich einfach mal in so ein Datum konvertiert, wenn es nicht explizit vorher verhindert wurde.
Linus Neumann
Und daraufhin wurden die Geno umbenannt.
Tim Pritlove
Und daraufhin wurden die Gene umbenannt, ne.
Linus Neumann
Unglaublich.
Tim Pritlove
Jetzt schauen wir mal kurz.
Linus Neumann
Genmanipulation einfach gemacht.
Tim Pritlove
Ja, da, da, da schneidet dann die Genschere quer durch deine Daten, ja? Und ähm. Excel, super Produkt, hat voll Neumond, das benutzen wir auch, dachte sich, dann äh das Corona-Track und Trace System des Gesundheitsministeriums in den Vereinigten Königreich. Ja äh Boris Johnson hat ja vollmundig angekündigt äh schon so vor einem halben Jahr, dass im Anfang Juni sie einen World System an Start bringen wollten, womit er so weit wie mit das Beste, was irgendwie möglich ist und viel toller als in Deutschland sowieso. Na ja, Spoiler hat nicht ganz so gut funktioniert. Genau genommen haben sie eigentlich überhaupt nichts am Start. Also wir klagen hier über unsere Kontaktverfolgung, dass es irgendwie kein Vergleich zu dem, wie es da in Großbritannien abgeht, kam auf jeden Fall eine geile Meldung raus, dass äh Daten verloren gegangen sind, unter anderem, weil ähm, Excel zum Einsatz kam, was nämlich hier passiert ist, ist dass die Labore, die positiven Tests, die sie gefunden hatten, als CSV Datei an diese Gruppe namens Public Health England weitergeleitet hat. Das ist quasi so der Teil des Gesundheitsministeriums, der sich eben um diese Krisensituation kümmern soll, nicht nur um Corona, aber eben vor allem auch und wo dann eben diese ganzen offiziellen Zahlen, dann tabuliert werden aufgrund dann eben derer äh andere Entscheidungen gefällt werden, also entsprechende Warnungen ausgeschickt werden oder die Maßnahmen verschärft werden, Problem war, dass sie quasi diese CSV Dateien immer genommen haben und dann hinten ans Ende ihrer Excel-Datei automatisch gependelt haben und dann äh mittlerweile, weil sie so viele Fälle haben, an ein interessantes Limit gestoßen sind nämlich ein Limit von ein einer Millionen achtundvierzigtausendfünfhundertsechsundsiebzig Zeilen. Und wer sich.
Linus Neumann
Zwei hoch zwanzig.
Tim Pritlove
Zwei hoch zwanzig, genau, wer äh das System verinnerlicht hat, weiß sofort Bescheid. Da ist nämlich dann halt einfach die Grenze. Also wer sich schon immer mal gewundert hat, wie lange man in diese äh Stretchheats einfach so nach unten aufziehen kann, da ist Schluss. Früher gab's äh noch ein anderes äh Limites bei zwei Hoch sechzehn lag. Da konnte man also nicht mehr als fünfundsechzigtausendfünfhundertsechsunddreißig Zahlen machen und äh dann haben sie sich gedacht, naja, aber Millionen reicht ja, wer hat denn schon mehr als eine Million? Die Leute würden ja nicht anfangen und es bretscht als Datenbank benutzen. Was?
Linus Neumann
Also warte mal, mit anderen Worten, die hatten schon mal das Limit. Also die haben irgendwann festgestellt, okay, wir reservieren mal zwei Bite für die Zeilenlänge und als das zu wenig war, haben sie gesagt, naja, okay, gehen wir mal noch ein halbes dazu.
Tim Pritlove
Und da merkst du auch schon, dass das halt irgend so ein abritäres Limit ist. Ja, also da ist irgendwo wirklich ein, wenn hier Überlauf von zwanzig Bit, dann nö. So, und das ist auch nicht so, dass sie dann einfach einen Fehler anzeigen wollen und sagen, oh wie konntest.
Linus Neumann
Schneiden das einfach ab, weil weil sonst hätten die in ihrem Code Jungle nämlich äh im Zweifelsfall irgendwo zweiundfünfzigtausend äh äh Waffen.
Tim Pritlove
Es darf nicht sein, äh was nicht äh es es kann nicht sein, was nicht sein darf und deswegen wird das halt einfach ähm ja kommentarlos einfach weggelassen. Das hatte dann zu. Dass dann fünfzehntausendachthunderteinundvierzig positive Covid verloren gegangen sind über einen Zeitraum von irgendwie fünfundzwanzigsten September bis zweiten Oktober äh war's dann sozusagen wiederum dazu geführt hat, dass sie einen massiven Anstieg der Infektionszahlen schlicht, bemerkt haben. Das heißt, ihr könnt keine entsprechenden Maßnahmen einleiten. Ja, ja, ja, also.
Linus Neumann
Und wie haben sie's gelöst? Wie haben sie's gelöst?
Tim Pritlove
Jetzt haben sie das halt so nachge äh meldet und äh wie sie's jetzt technisch genau machen, äh kann ich dir nicht sagen. Ach nee, also es ging ein Gerücht rum, dass sie das jetzt in so Badges aufteilen. Das heißt, sie.
Linus Neumann
Naheliegende Lösung. Sie waren einfach zwei Excel-Dateien.
Tim Pritlove
Geht auch. Das wird.
Linus Neumann
Ich frage mich auch ernsthaft, also ich muss ja auch manchmal Excel benutzen. Und also manchmal habe ich auch wirklich, sage ich mal, einen größeren, größeren Datenstand da drin, ne? Und ich muss echt sagen, ne. Ich will nicht wissen, wie viele CPU-Kerne und wie viel Ram du brauchst, um überhaupt einen Excel-Dokument mit mehr als, sagen wir mal. Dreihunderttausend Zeilen. Bearbeiten zu können, also an dieses an die Leute, die irgendwie ein Exitsheat mit einer Million Zeilen öffnen und dann nach unten scrollen oder was auch immer, ja? Also das ist wirklich sehr ungeeignet. Das ist ungefähr so wie also das, Wahnsinn.
Tim Pritlove
Die scrollen nicht, die haben da einfach ihre Makros und äh dann dann läuft das entsprechend. Naja, so.
Linus Neumann
Also es gab auf jeden Fall, würde ich dazu noch sagen, es gibt da dazu zwei Tweets, die ich sehr schön fand. Ähm und zwar erstmal die Frage von Huns. Äh gibt es eigentlich ein Exitheet, in dem festgehalten wird, wie viele Leute schon durch Probleme mit Excelsheets gestorben sind? Antwort, Antwort kommt von Bernd Bandeko. Ich habe dazu mal ein Exitheater gemacht. Es sind fünfte April neunzehnhundertsechsundachtzig.
Tim Pritlove
Sehr schön.
Linus Neumann
Äh Ähm wobei man jetzt also wirklich, also klar, es ist eine Katastrophe von Excel, aber es ist auch wirklich eine Katastrophe, dass jemand zwanzig zwanzig meint, so etwas ginge mit Excel, ne. Also da es wurden schon mal Datenbanken erfunden. Und und in mir ist auch nicht ganz klar, warum die in diesem einfach alle Fälle immer haben mussten. Vielleicht weil sie eine Statistik rechnen mussten, aber hier ging's ja offenbar auch um den ähm, Um den äh um die Alarmierung, ne? Oder ist es genau, weil das äh um das ja, also da verstehe ich auch nicht, dass dir nicht auffällt. So Mensch, super Pandemie vorbei, ne. Die haben ja offenbar vom fünfundzwanzigsten September bis zweiten Oktober gesagt, so, ach super, äh, ruhige, ruhige Woche. Können wir endlich mal unseren Backlog arbeiten. Abarbeiten oder so. Also ich ich weiß auch nicht genau, was da los ist. Naja, so. Kurze Sendung. Ähm wir sind schon am Ende, ne? Spitze, finde ich gut.
Tim Pritlove
Finde ich auch gut. Danke sagen.
Linus Neumann
Ich danke ähm herzlich, Marek, vielen Dank, Matthias, herzlichen Dank und dem Ben zum wiederholten Male, Wiederholungstäter, Serientäter, möchte ich sagen, vielen herzlichen Dank.
Tim Pritlove
Ja, vielen Dank fürs Zuhören, vielen Dank an alle Unterstützer von Lokbuch, Netzpolitik, ähm ihr wisst, wer ihr seid und wir hören uns irgendwie nächste Woche wieder.
Linus Neumann
Tragt eure blöden Masken und äh versucht euch mal ein bisschen. Verantwortungsvoller zu verhalten, insbesondere wenn ihr im Gastgewerbe seid und. Dann äh kann ich ansonsten nur in Anbetracht der nun dann doch wieder sehr starken Einschränkungen des äh Freizeitvergnügens sowohl im abendlichen Geschehen in Berlin ja, Sperrstunde dreiundzwanzig Uhr als auch tagsüber mit der, fortschreitenden ähm Verringer Verdunkelung fortschreitende Verdunkelungsgefahr, die mit dieser Jahreszeit einhergeht, äh nochmal dazu raten, euch den äh Podcast vom Anfang von vor dem Lockdown anzuhören, indem ich ein paar Tipps gegeben habe, wie man durch diese Krise kommen kann. Im Winter würde ich das dann noch durch Vitamin D3 und Johanniskraut übrigens ersetzen. Ja? Könnte ich eigentlich mein Amazon-Link machen? Mache ich jetzt mal? Ja, mache ich. Ich mache jetzt so ein Amazon-Affiliate-Link. Dann gibt's wieder Kommentare, die sich darüber beschweren, dass wir dir Datenkrake äh zuträglich sind.
Tim Pritlove
Und natürlich total kommerziell auch. Und Berliner äh bitte hier kein Risikogebiet rausmacht. Ich muss jetzt demnächst viel reisen. Ja, ne, dann muss ich, muss ich mitm Wohnwagen äh demnächst irgendwie verreisen, um mir meine Interviews zu machen. Es ist schon kommen. Ich sehe es schon kommen.
Linus Neumann
Weil ach so wegen des Beherbergungs verputzt. Besser.
Tim Pritlove
Ja genau. Gut, das war schon immer der Plan, aber ich dacht.
Linus Neumann
Beherbergt hier keiner. Ich ja, wir werden äh uns wird auch das Lachen in der in der Pandemie nicht ausgehen.
Tim Pritlove
Nicht ausgehen. Wo kommen wir denn, wo kommen wir denn da hin?
Linus Neumann
Alles klar, tschau, tschau.

Shownotes

Feedback: Cell Broadcast Center

Feedback: Tesla in Grünheide

Feedback: CWA in googlefrei

CWA für Zusammenkünfte

VDS-Urteil des EuGH

Social Media gegen QAnon

Urheberrechtsreform

FinSpy in Ägypten

Excel taugt auch nicht für Corona-Bekämpfung

Depressionsprävention im Winter

Bitte bei Vitamin D3 die Höchstdosierung beachten.
Achtung, Johanniskraut kann die Wirkung der Pille schwächen und führt bei UV-Licht schneller zu Sonnenbrand-Symptomen.
Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie bitte die Packungsbeilage und Fragen Sie Ihre Ärztin oder Apothekerin.
Die Links zu Amazon sind Affiliate-Links. Wenn ihr über diese Links einkauft, erhält Linus eine Provision.

61 Gedanken zu „LNP363 Fortschreitende Verdunklungsgefahr

  1. Moin,

    „Fakten statt wissenschaftlicher Studien“ kam von Herbert Reul dem NRW Innenminister im Zusammenhang mit rechtsextremer Gesinnung in der Polizei.
    Extra 3 hat das in der Sendung vom 1.10. kommentiert.

    Beste Grüße
    Arkelanfall

  2. Da es in dieser Folge ganz kurz um mental health geht mit Schwerpunkt (Winter-)Depressionen:
    Es gibt ja einige apps (von Krankenkassen und anderen Anbietern), die bei Depressionen Strukturierungshilfen für den Tag geben. Zum Beispiel erinnert die app regelmäßig daran, genug zu trinken, zu schlafen, sich zu bewegen, zu essen, usw.)
    Gibt es Empfehlungen für apps, die dabei datenschutzfreundlich sind und nicht die sensiblen Gesundheitsdaten vergolden? Würde mich freuen, wenn ihr dazu was hättet.

    • Ich kenne jetzt die Details der NZ Lösung nicht. Wenn man es sauber machen will, braucht es aber schon noch ein bisschen Public/Private Crypto, da es ja auch Events gibt (Schwulenbar, Bordell, religiöse und esoterische Zusammenkünfte, …), bei denen Besucher nicht möchten, dass ihre Teilnahme bekannt wird – auch nicht, wenn zB ihr Smartphone beschlagnahmt wird. D.h. es darf nicht der QR Code gespeichert werden, sondern nur eine verschlüsselte Info, die erst bei einer tatsächlichen Notifikation wieder entschlüsselt werden kann. Das heisst auch, dass der QR Code des Events nur vom Eventbetreiber selber generiert werden darf (und nicht etwa durch einen zentralen Server), und durch einen secret Key geschützt werden muss, der erst bei einer notwendigen Notifikation an die Behörden gegeben wird. Der Code sollte an sich sogar regelmässig gewechselt werden (was eine App machen könnte). https://twitter.com/mikarv/status/1314509273053962241?s=21 Denkt das mE ganz gut an. Und ja, GAEN könnte man auch direkt nutzen, würde aber besonders starke BT Emitter bedingen, da man ja die 1.5m Regel übersteuern müsste. Dann gibt es aber das Problem, dass das FP Alarme in benachbarten Wohnungen oder so auslösen kann. Abgesehen von der notwendigen Spezialhardware.

  3. Linus hat seine Ideen geäußert, wie die Registrierung in Restaurants erfolgen kann. Ich habe in einem Podcast gehört, dass die neue Track and Trace App aus Großbrtanien jetzt die Möglichkeit vorsieht, dass Restaurants einen QR Code scannen lassen, der wie ein Kontakt wirkt. Wenn dann in den zurückliegenden Tagen ein Corona-Infizierter im Restaurant war, werden alle restaurantbesucher ab dem Zeitpunkt benachrichtigt. Wäre das nicht eine gute, datensparsame Möglichkeit, bei der gar keine Kontaktdaten aufgenommen werden müssen? Ich könnte mir sowas auch für öffentliche Verkehrsmittel vorstellen.

  4. Hab in Hamburg auch die Erfahrung gemacht, dass in vielen gerade kleineren Restaurants nur ein A4-Zettel zum Aufschreiben der Daten liegt und nicht darauf geachtet wird ob es jemand tut und manchmal sogar abgewunken wird wenn man fragt wo man seine Daten aufschreiben soll.

    Ich hab vor einigen Tagen folgende Idee gehabt:
    Warum produziert nicht irgendeine verantwortliche Behörde einfach kleine Abreißblöcke mit einem Formular auf jedem Zettel für die nötigen Daten und Pappboxen mit Schlitz zum Einwerfen für jeden Tag und stellt dieses Material jedem Restaurant kostenlos zur Verfügung. Auf die Boxen kommt das Datum und die Box wird am Ende des Tages zugeklebt und nach 14 Tagen vernichtet. Damit wäre zumindest der finanzielle und organisatorische Aufwand für die Restaurants stark minimiert und es gibt nicht diese A4-Zettel aus der Datenschutzhölle.

    Meiner Meinung sollte es dann so sein, dass Restaurants dafür verantwortlich sind das Material und Stifte den Gästen zur Verfügung zu stellen, die Gäste aber für das Ausfüllen und das Einwerfen in die Box.

    • Wo sind die irgendwas for future um gegen diesen ökologischem Wahnsinn zu protestieren?
      Was hier im Namen der Gesundheitsdiktatur veranstaltet wird, hätte sich Orwell nicht in seinen schlimmsten Träumen vorstellen können und was mich sehr wundert, ist die Tatsache, dass auch in diesem Podcast diese Massnahmen für gut und ausbaufähig gefunden werden.
      Die Maschine der Alien Mindbender scheint die Oberhand über die Menschheit zu erlangen. Die Chemtrails als Gegenpol fehlen aufgrund des geringen Flugverkehrs.

  5. Tesla. Ich weiß nicht mit welchen Architekten du da gesprochen hast, Linus. Aus meiner Erfahrung als Gutachter für naturschutzrechtliche Belange werden industrielle Anlagen mit Auswirkungen für Emissionschutz etc. nicht gebaut, bevor eine Genehmigung vorhanden ist. Mag sein, dass das für Häuslebauer und 0815-Anlagen in ausgewiesenen Bau- oder Industriegebieten anders ist (stecke ich nicht so drin), aber da ist bereits ein großer Teil des Genehmigungsprozeß mit der Ausweisung des Gebietes abgeschlossen. Nach den Fotos vermute ich (bin aber nicht gründlich mit dem Projekt vertraut), dass das Tesla-Werk nicht in einem ausgewiesenen Gebiet gebaut wird, sondern im Außenbereich. Und da gelten wesentlich striktere Vorgaben und es gibt keine vorangehende allgemeine Planung.

    Nach meiner Erfahrung gehen Firmen keine wesentlichenRisiken ein, wenn nicht vorher eine inoffizielle Absprache besteht. Insofern fördert jede Form von Bauen vor der Genehmigung interne Absprachen, Kungelei und Korruption.

    Einigermaßen skeptisch bin ich auch hinsichtlich eurer neoliberalen Hoffnung, das jede Form von Innovation eine gute Sache ist. Wie wäre es, wenn wir mal ein Elektroauto bekämen, dass keine Luxuskarosse mit übermäßiger Beschleunigung ist, wo man allen zusätzlichen Schnickschnack als Abo freigeschaltet bekommt, sondern vielmher ein simples Fahrzeug, das fährt, technisch volltständig dokumentiert ist und wofür man langfristig Teile bekommt, so dass man es selbst reparieren kann.

    • Hallo,

      Ich weiß nicht ob das hier so erlaubt ist auf Produkte hinzuweisen, zu Not löscht den Kommentar sicher euer Upload-Filter :-).

      Thema Elektroauto:
      Ein durch eine Community finanziertes Elektroauto, das das Ziel hat nachhaltig, fair und bezahlbar zu sein, ohne Schnickschnack.

      https://sonomotors.com/de/sion/

      Grüße aus Stuttgart

    • Wie soll ein kleines und günstiges Fahrzeug welches jeder reparieren kann die immensen Entwicklungskosten für z.B. die Batterie und die Investitionskosten für die Ladeinfrastruktur wieder einspielen?
      Tesla ist den Weg gegangen zuerst teure Autos zu bauen, die sie mit hoher Marge verkaufen können um dann günstigere Autos zu bauen.
      Außerdem scheint es einfacher zu sein ein paar tausend teure Autos im Jahr zu bauen als ein paar hunderttausend. Tesla musste das Bauen vieler hunderttausend Autos pro Jahr erst lernen.
      PS: ich hab nichts gegen ein grosses bequemes Auto mit angemessenem Beschleunigungsvermögen…

  6. Im Juni war es warm und das Partyvolk hat auf die Coronaregeln gepfiffen. Auch indoor.

    Im Juli war es warm und das Partyvolk hat auf die Coronaregeln gepfiffen. Auch indoor.

    Im August war es warm und das Partyvolk hat auf die Coronaregeln gepfiffen. Auch indoor.

    Einen Anstieg gibt es aber erst seit August.

    Was hat sich im August geändert?

    Die Schulen wurden aufgemacht!

    Teenager haben keine Symptome und wir haben stille Ausbrüche, die jetzt überall und immer mehr einschlagen. Ebenso wie in Israel.

    Darum auch der Trugschluss Kinder wären keine Treiber der Pandemie, da man alle „Erkenntnisse“ zur Zeit des Lockdowns gewonnen hat, mit super wenig Kindern unter den getesteten. Meistens wurden nur symptomatische Fälle getestet.

    Kleine Kinder hören auf die Eltern und halten sich an Regeln, pubertierende Jugendliche nicht mehr, die in ihrem Freundeskreis auch keine spürbaren Covidfälle erfahren.

    Alles ab Klasse 7 zu machen.

    So einfach ist das.

    Achso das Internet und die soziale Ungleichheit.

    Hättet ihr mal lieber nicht die ganze Zeit SPD / Grüne/ CDU / FDP gewählt.

    • Tja in dieser Zeit hat niemand irgendwas gewählt, denn es gab ja keine Wahlen. Und was es jetzt gebracht hätte, in der Zeit „Die Partei“ zu wählen, weiß ich jetzt auch nicht, aber das kann ich ja mal das nächste Mal ausprobieren. Danke für die Anregung.

      Davon abgesehen ist der Schluß, dass der jetzige Anstieg zwingend mit den Schulen zu tun hat auch nicht belegt, sondern nur eine Vermutung. Denn gerade in Berlin sind die Schulen schon lange auf und ich sehe da keine direkte Korrelation. Aber das werden wir ja jetzt merken, denn jetzt sind Herbstferien und die Berliner dürfen nicht verreisen.

    • > Die Schulen wurden aufgemacht!

      Kann stimmen, es könnte aber auch die geringere Menge an direkter Sonneneinstrahlung sein.Welches an sich ja auch einer der Gründe ist, weswegen die herkömmliche Grippe eher in den Wintermonaten auftritt.

      Ich denke Du simplifizierst hier etwas zu stark.

      • Deutlich mehr als die Hälfte der Infektionen lässt sich nicht mehr aufklären. Über 50 % der Infektionen sind neue Indexfälle, die in den Statistiken aus dem Nichts erscheinen.

        Junge Menschen haben eher milde bis keine Symptome. Werden sie getestet, wenn die Eltern infiziert sind, fallen die PCR Tests negativ aus, da das Virus im Rachen schon verschwunden ist. => Daher keine Statistik, die die echte Übertragungsrichtung aufzeigt.

        Schulen werden nicht systematisch mit Tests gemonitort. Ist vermutlich nicht gewollt, da das Ergebnis substanzielle Fragen aufwerfen würde.

        Wie immer muss ich hier auf die Zukunft warten, die mir dann Recht geben wird.

        Was schade ist, wegen der ganzen Toten.

        • > Was schade ist, wegen der ganzen Toten.

          Jeder Tote ist einer zu viel, jedoch sind die aktuellen Sterbezahlen laut RKI relativ überschaubar.

          • Ich hatte gesagt, ich müsse auf die Zukunft warten, die mir dann recht gibt => Wie immer übrigens bis jetzt.

            Die meine These stützt, dass durch die ganzen asymptomatischen Fälle stille Ausbrüche in den Schulen die Pandemie vorantreiben.

            Schließlich der einzige Ort, an dem sich duzende Haushalte ohne Masken verknüpfen und Mega-Cluster bilden.

            hmmm Zukunft? Wo bleibt sie denn?

            BÄM: Zukunft kicked in

            https://www.princeton.edu/news/2020/09/30/largest-covid-19-contact-tracing-study-date-finds-children-key-spread-evidence

            „Furthermore, children and young adults were found to be potentially much more important to transmitting the virus — especially within households — than previous studies have identified, according to a paper by researchers from the United States and India published Sept. 30 in the journal Science.“

            • And again!

              Damit konnte ja wohl niemand rechnen!

              Überall ist es schlecht sich ohne Masken im Innenraum zu treffen, außer in Schulen. Weil die durch Magie vor dem Virus geschützt sind!

              Oder doch nicht?

              Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München haben einen neuen Ansatz zur Messung von Antikörpern gegen Sars-CoV-2 entwickelt und dabei eine vielfach höhere Ansteckungsrate bei Kindern nachgewiesen. Die Forscher griffen auf eine frühere Studie aus dem ersten Halbjahr zurück. Darin war in Bayern die Infektionsrate bei Kindern zwischen 1 und 18 Jahren mittels 12.000 Blutproben ermittelt worden. Die neue Methode ergab nun eine um das sechsfache höhere Ansteckungsrate bei Kindern. Knapp die Hälfte (47 Prozent) der Kinder mit Antikörpern zeigten keine Symptome. Rund ein Drittel (35 Prozent) der Kinder, die mit einem auf das Virus positiv getestetem Familienmitglied zusammenlebten, wiesen Antikörper auf. Dies deutet laut den Wissenschaftlern auf eine höhere Übertragungsrate hin als in bisherigen Studien beschrieben – und damit auch auf eine höhere Dunkelziffer bei Kindern. Bei dem neuen Testverfahren handelt es sich um eine zweistufigen und zweifach-positiven Ansatz. Dieser führt zu besonders genauen Ergebnissen.

              https://www.n-tv.de/panorama/16-40-Studie-deckt-hohe-Dunkelziffer-bei-Kindern-auf–article21626512.html

  7. Dank an Linus für den jährlichen Hinweis auf Johanniskraut gegen die Winterdepression. Noch besser wäre in eurem Kalender jeweils im Juli einen Reminder zu setzen das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) in voller Blüte mit etwas Kraut einzusammeln und in einem Einmachglas mit Wodka abzudecken. Dieses dann einen Monat an einem dunklen Ort stehen lassen, absieben und fertig ist die Tinktur, die dann ab Oktober (es braucht diese Vorlauszeit, um seine Wirkung zu entfalten) einen viertel Teelöffel (oder 20 Tropfen) in heissem Wasser einzunehmen.
    Aber bitte auch vorsichtig sein, denn Johanniskraut kann mit nicht wenigen Medikamenten unverträglich sein. https://www.herbal-supplement-resource.com/st-johns-wort.html

  8. Korrektur zu eurer Meldung „Excel taugt auch nicht für Corona-Bekämpfung“: Das Problem war wohl nicht die maximale Anzahl an Zeilen (2^14), sondern die maximale Anzahl an Spalten die eine Excel-Tabelle haben kann:
    https://www.theregister.com/2020/10/05/excel_england_coronavirus_contact_error/

    2^20 (und zum Zeitpunkt eurer Meldung eigentlich sogar 2^16) hätte gut ausgereicht für die Gesamtzahl der Corona-Fälle in UK, aber aus unerfindlichen Gründen wurde da offenbar „eine Spalte pro Fall“ anstatt „eine Zeile pro Fall“ benutzt.

  9. Stichwort Kontakttagebuch:
    Kennt jemand eine praktische lokale Lösung mit der ich das Erfassen kann, abseits von Papier.
    Bspw. Eine App.
    Klar ne Tabelle in der Nextcloud taugt auch, ist aber bestimmt bissl aufwendiger/zeitintensiver.
    Grüße

  10. Ich hab gehört in UK wird das Tracking in Restaurants einfach über deren App und eben ausgehangenen QR-Codes gemacht. D.h. man scannt den Code und fertig. Wenn man dann infiziert ist kann über den Code und timestamp des Scans alarmiert werden.

  11. Kleiner Zusatz zum Post von Jan, der das schon angesprochen hatte:

    Bitte Johanniskraut immer nur in Verbindung mit hormoneller Verhütung erwähnen! In der Regel steht nämlich nicht auf der Außenseite der Verpackung, dass Johanniskraut einen deutlich wirkungsmindernden Einfluss auf Pille und Co. hat.
    Ich habe eine Hebamme in der Familie, die immer mal wieder dank Johanniskrautprodukten TroPi-Kinder auf der Welt begrüßen durfte.

    Für mich funktionieren abends eine Kapsel L-Tryptophan (Aminosäure; Vorstufe von Serotonin bzw. Melatonin) und morgens eine Kapsel L-Tyrosin (Aminosäure; wichtig für Dopaminstoffwechsel) im Winter sehr gut.

    Wichtig ist hier aber, dass man Tryptophan nicht mit bestimmten Antidepressiva (SSRI) nehmen sollte, da diese den Abbau von überschüssigem Serotonin verhindern und somit im schlimmsten Fall zu einem Serotoninsyndrom (https://de.wikipedia.org/wiki/Serotoninsyndrom) führen können.

    LG und bleibt alle gesund! :)

    • Super wichtiger Hinweiß!

      Johanniskraut ist ein relativ potenter CYP-Induktor und wechselwirkt auf diese Weise mit relativ vielen anderen Medikamenten die auf diesem Weg abgebaut werden.
      Der „Pille“ wurde ja schon genannt.
      Wer Medikamente einnimmt sollte sich bitte vor der Einnahme von Johanniskraut unbedingt darüber informieren ob es da Wechselwirkungen gibt (zB. den Hausarzt fragen).
      Da sind wirklich einige Medikamente dabei die echt viele Menschen nehmen zB. einige Blutdruck- oder Cholesterinsenker, aber auch HIV-Medikamente und „Blutverdünner“, bei denen das sehr unschöne Folgen haben kann.

      • Bitte unbedingt noch einmal im Podcast erwähnen, Linus!

        Genau das, was Julian Tifflor sagt: Es gibt genügend Medikamente, die in Kombination mit Johanniskraut unter Umständen nicht mehr richtig wirken. Johanniskraut ist als eigenes potentes Medikament anzusehen (auch wenn es „aus der Natur“ stammt). Wer es also nehmen möchte, sollte sich zuerst bei seinem Arzt beraten lassen.

        Johanniskraut verändert die Enzymausstattung in der Leber und kann daher gerade bei Medikamenten mit geringer therapeutischer Breite problematisch werden. Noch einmal Wikipedia für relevante Wechselwirkungen: hormonelle Verhütung, Immunsuppresiva (u.a. nach Organtransplantationen), HIV-Medikamente, Antibiotika, bestimmte Herz-Kreislauf-Mediklamente, Schlafmittel und andere Antidepressiva.

        Besonders ärgerlich wäre es doch auch, wenn man gegen seine leichte Winter-Depression eine wahrscheinlich noch viel stressigere ungewollte Schwangerschaft riskiert, weil die hormonelle Verhütung versagt…

      • „Sehr unschöne Folgen“ ist noch eine sehr freundliche Formulierung dafür, dass möglicherweise ein transplantiertes Organ abgestoßen wird…
        Ansonsten volle Zustimmung!

  12. Guten Morgen, Linus.
    Guten Morgen, Tim.

    Ich liebe Euer lustiges Gelaber und fröhlichen Rants.
    Danke für die – höhö – EXCELlente Unterhaltung.
    Ihr beiden seid die Gutsten.

  13. Die DSL-Drossel im Kopf
    Hier noch ein kurzes Feedback zum Glasfaser/VDSL-Elend: seit ich in einer Strukturschwachen Region wohne habe ich nun endlich Fiber-to-the-Home (bitte nicht aufregen). Also echtes, steckt in meiner Fritzbox 5490. 1GBit/s symmetrisch. Betrieben von einem kleinen lokalen Anbieter, Ausbau finanziert vom Staat (0€ anschlusskosten) Soweit so fantastisch. hier das Problem: offenbar sind wir so an unser elend gewöhnt, dass wir nichts anderes mehr kennen. Denn die Tarife sind der reine Hohn: 100mbit Download / 10 Mbit Upload. Warum? Man kann beide Werte nochmal x5 haben, dann wird’s aber auch langsam teuer.
    Die Frage ist vor allem: warum kann ich denn nicht alles „freikaufen“ was die Leistung kann? Und warum diese unsägliche Asymmetrie?
    Ich befürchte, da hat sich psychisch etwas ganz tief eingetreten. Vlt kann Linus ja was dazu sagen?

    Ps: immer wenn ein schwurbler „Adronochrom“ sagt, höre ich es Studio braun singen auf die Melodie von Mariacron. Dazu soll Linus bitte nichts sagen.
    https://youtu.be/gZ73f5OShy8

  14. Moin Linus,

    FB zensiert nicht. Zensur ist etwas was ein Staat macht. FB ist ein privates Unternehmen und kann selbst bestimmen, ob es eine Meldung, Meinung, Post zulässt oder nicht. Wie auch Zeitungen Leserbriefe veröffentlichen oder eben nicht. Das kann man gut finden oder eben auch nicht. In dem Zusammenhang von Zensur zu sprechen spielt nur den Verschwörungsmystikern in die Hände (vgl. auch Erklärungen von LdN).

    • Das hört man ja oft, dass Zensur nur dann Zensur ist, wenn es der Staat macht.
      Das ist ähnlich albern wie die Unterscheidung Astronaut/Kosmonaut, je nach dem ob es ein US-Amerikaner ist oder ein Sovjetrusse. Für Chinesen verwenden wir dann den Begriff Allonaut und bei Indern wird es dann eng.

      Zeitungen sind redaktionelle Angebote die nicht alles veröffentlichen, außer … sondern sie treffen immer eine aktive Auswahl. Dagegen verstehen sich FB & Co. gerade nicht als redaktionelle Angebote, sondern als Plattformen.

      Wenn das Handeln der Plattformen Verschwörungstheoretikern in die Hände spielt (Du meinst, es gäbe überhaupt nie und nirgends Verschwörungen, so dass jegliche Theorie dazu abzulehnen ist?) sollte man vielleicht die Aktion hinterfragen, nicht den Begriff der Zensur.

      Man kann natürlich auch alle Begriffe politisieren, wie Atomkraftwerken vs. Kernkraftwerken oder Terroristen vs. Freiheitskämpfern usw., damit man sich mit jeder Äußerung automatisch einem Lager zuschlägt. Für ergebnisoffene Diskussionen ist das allerdings schädlich.

      • das ist sachlich falsch, denn: „„Taikonaut“ ist die Bezeichnung für einen Raumfahrer, der innerhalb des chinesischen Raumfahrtprogramms ins Weltall fliegt.“

    • Der Duden ist da ziemlich eindeutig in seiner Definition. Zensur wird von einer zuständigen Stelle ausgeübt. Das KANN der Staat sein, in dem Fall ist Facebook aber hinreichend zutreffend, oder?

  15. Von der technischen Umsetzung mal abgesehen, ist es wirklich wünschenswert ein Anonymes Tracking in der Gastronomie zu haben? Die Gesundheitsämter können in dem Fall keine Kontaktverfolgung durchführen. Klar würden die allermeisten LNP Hörer*innen nach einer entsprechenden Push-Nachricht entsprechend verhalten (beim Gesundheitsamt melden, Test machen lassen, sich isolieren…). Aber der durchschnittliche KenFM Hörer würde diese Nachricht vermutlich einfach ignorieren. Und dann haben wir das gleiche Problem wie bei „Donald Duck“ und „Franz Gans“ in den Kontaktlisten wie sie jetzt geführt werden.

  16. Wer seine Daten nicht jedes mal auf einen Zettel schreiben möchte, der kann auch einfach einen Bogen/Rolle Adressaufkleber drucken (lassen) und diese verwenden. Praktisch kein Zeitaufwand und garantiert lesbar.

  17. Unter iOS heißt eine Kapitelmarke „Sovial Media gegen QAnon“. Das halte ich für ausgesprochenen Quatsch. Schließlich kämpfen Putin und Trump gegen die Eliten und mit QAnon. Anfänger!

  18. Also ich musste auch mal mit Excel arbeiten. Eine grooooße Firma aus dem Automotive Bereich (Umsatz 2020: zweistelliger Milliarden-Bereich).
    Das war vor 12 Jahren, da hatte mir Excel gesagt, es gingen nicht mehr als 32767 Zeilen.
    Entgegen der Vorgaben habe ich dann R benutzt und konnte das Problem lösen. (R liess sich lokal installieren, die Admins hätten mir das nicht installiert, war ja nicht offiziell supported von der IT. – „Nein, lösen Sie das Problem mit Excel, wir können/dürfen keine andere SW installieren.“)

    Um die Daten überhaupt erst mal aufzubereiten musste ich auch lokal Perl installieren, das wurde nämlich von der IT des Konzerns auch nicht supported. Gleiche Antwort wie bei R.

    Soll ich nach Vorgabe arbeiten, oder darf ich die Probleme lösen?!

  19. Ach ja: Covid-19-Datensätze mit Spalteneinträgen, statt Zeileneinträgen sind mir bereits mehrfach begegnet.

    Vielleicht muss man einfach die Denkweise anpassen: statt Zeitreihen werden Zeitspalten verarbeitet. ;-)

    Das führt bestimmt zu großen Durchbrüchen in der Physik :-)

  20. Danke für die interessante Folge!
    Zum Kontaktnachverfolgen sollte es eigentlich reichen, wenn ein Restaurant 1 oder mehrere Mobiltelefone (bzw einen stärkeren Bluetooth Sender) mit CoronaWarnApp betreibt. Im Fall einer Infektion müssen dann lediglich die zeitlich relevanten Codes der Restaurantgeräte als Risikokontakte geflaggt werden und jeder App-Nutzer würde direkt gewarnt. Alternativ könnte man einen QR Code vom Restaurant mit der CoronaWarnApp abscannen und den Code als nahen Kontakt hinterlegen. Dann bliebe alles zu Corona auch in einer App und keine 7 verschiedenen Systeme.
    Vielleicht stärkt das sogar die CWA Nutzung, da man dann keinen Zettel mehr ausfüllen muss, verringert die ja sogar das Datenschutzproblem gegenüber Zettel \o/

  21. zum thema süddeutschland-bashing:
    bitte mehr davon, ist immer mein persönlicher höhepunkt in jeder episode.

    viele grüße aus stuttgart

    ps: was ist der unterschied zwischen einem stuttgarter und einem berliner? der stuttgarter hat eine eigentumswohnung in berlin

  22. Kleiner Hinweis zum RSS-Feed:

    Ich hatte bei mir den Feed unter:
    „https://logbuch-netzpolitik.de/feed“
    aboniert.
    Den gibt es aber anscheinend seit ein paar Folgen nichtmehr, so dass mein Abo stumm blieb. Als mir dann auffiel, dass ich ja sonst immer so einen Podcast gehört hab von dem schon seit ein paar Wochen nix mehr kam, stellt ich fest – doch kam was nur den Feed scheint es nicht mehr zu geben.
    Die Feeds mit Angabe der Mediendatei /m4a, /mp3 etc. funktionieren aber.

    Habe mein Abo entsprechend geändert, aber evtl. sollte man den Quelltext der Seite noch anpassen. Da wird „https://logbuch-netzpolitik.de/feed“ noch aufgeführt – nur wenn man das aufruft ist da nix mehr.

  23. Eine Frage an CWA Experten. Bei mir zeigt die CWA App fast immer 224 Überprüfungen auf mögliche Begegnungen innerhalb der letzten 14 Tage an. Irgendwann mal waren es 219, aber ansonsten 224. Woher kommt das?

    Meine Frau sollte 14 Überprüfungen verursachen, bleiben 210. Ich gehe pro Woche 1-2x einkaufen wenn wenig los ist, 0-1x ins Büro. Dazu kommen Wanderungen, hin und wieder Treffen mit wenigen Freunden. Das sind auf jeden Fall zu wenig Kontakte für die 224 Überprüfungen, bzw. zu viele als das die Anzahl immer gleich sein könnte.

    Hab ich da was verpasst oder ist das komisch?

    • Die „Überprüfungen“ dürfte der Anzahl der heruntergeladenen Schlüssel von als Infiziert gemeldeten Personen sein. In der Regel lädt jeder, der sich als infiziert im System meldet 14 Schlüssel hoch. 224 Überprüfungen entspricht 16 Schlüsseln. Da immer noch Fake Keys zusätzlich mit eingespielt werden ist das eine nicht ohne weiteres zu definierende Zahl an Personen.

      Mit Deiner Frau hat das nichts zu tun (es sei denn sie ist positiv und meldet das via CWA). Das reine Aufzeichnen von gesehenen Telefonen wird von der App nicht angezeigt (diese Information erhält die App auch gar nicht vom Subsystem).

      • Ich wohne in Goslar, aktuell haben wir Höchststand seit Einführung CWA mit 14 Infizierten. Sofern mein Bluetooth nicht bis nach Hannover reicht, gibt es keine 16 Infizierten hier. Ich gucke da auch nicht täglich nach, aber die CWA meldet mir immer wieder mal, dass ich mein Bluetooth anschalten soll – obwohl es an ist – und in dieser Fehlermeldung sehe ich die Anzahl der Überprüfungen. Das ist so alle 1-2 Wochen und ich kann mich seit Einführung nur an eine 219 erinnern, die mal für 2 Wochen da war und ansonsten stand da immer 224.

        Mit meiner Frau hat das nichts zu tun, bei der wollte ich gerade nachgucken, wie viele Überprüfungen bei ihr sind, aber da sind jetzt die Standortdienste aus. Die waren mal an. Schon erstaunlich, dass die CWA einfach so still und leise ist, wenn ihr die Arbeitsgrundlage entzogen wird.

  24. ich habe schon immer davor gewarnt, dass die Coronawarnapp missbraucht werden wird (genauso wie die Coronalisten von der Polizei zur Aufklärung von Kleinkriminalität missbraucht werden). Jetzt hat der Söder auf mich gehört und will ein digitales Update: https://www.spiegel.de/netzwelt/markus-soeder-kritisiert-corona-app-als-zahnlosen-tiger-a-420d7ac8-eb6d-4623-9a08-595321cb7172

    Lasst uns vom schlimmsten ausgehen:
    – Warnapp wird verpflichtend
    – Warnapp wird nicht mehr anonym
    – Warnapp wird ausgebaut zur Quarantäneüberwachungsapp
    – was für Corona gut ist, kann für andere ansteckende Krankheiten gleich mitverwendet werden
    – wenn man schon die App hat, dann sollte man damit auch seine nicht der Coronahysterie frönenden Mitmenschen anzeigen können (siehe Stadt Essen)

    Es geht um unsere Gesundheit!111elf Da wird doch nicht jemand gegen die Massnahmen sein, oder?

    Schade, dass die Arbeit vieler kluger Menschen, die (hätte ich nicht erwartet) sogar grenzüberschreitend, recht schnell eine gute (Teil-)Lösung für ein Problem gefunden haben, nun leider doch von irgendeinem Wahnsinnigen für seine totalitären Überwachungsphantasien missbraucht werden soll.

    • Natürlich kann von allem möglichen ausgehen, aber für Deine Thesen sehe ich wenig Wahrscheinlichkeit. Das mit der Verpflichtung würde nur einen gegenteiligen Effekt haben, eine Deanonymisierung ist schon deshalb nicht möglich, weil die App dann von Apple sofort gekickt wurde (und das System ist nun auch EU-weit festgelegt und damit festgezurrt), eine Quaränteüberwachung lässt sich mit anderen Tools viel effektiver machen und mit den technischen Einschränkungen der CWA geht es gar nicht, die Location zu benutzen). Ist natürlich immer einfach und populär da zu hyperventilieren, aber das bringt uns in der Diskussion wenig weiter.

      Söder hatte ja auch keine konkreten Vorschläge und will mehr Effizienz der App. Das wünsche ich mir auch. Da kann man aber noch genug tun, was sehr wohl im derzeitigen Sinne der App ist.

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